20812 r 1877: Serie III osser von Aube injung Roger, ei Baptist Henriett Schwester rand, ihr rma, ein Zobeide Bellmann Gefolg err Hinz. er, Her err Lange other Gumtan le. mber, lessen hwein Linder nan 20864 10 . 7 Uhr 1a chmig ter lenz. ugend. auf dem 1 Seyd, 205554 rk. velche an m Casino dessen, das eilnehmen spätestens seconomen melden. Ihr: ipsodie. ause. bank ger 1äftsmässige An- und en und berechnet inal-AusSp. 222 fende er näher ditionen. Verantwortlicher Redacteur: J. Wolff in Barmen.— Druck und Verlag: Friedrich Staats in Barmen. Redaction und Expedition: Altenmarkt Nr. 35. Abonnementspreis: In Barmen 8½ Mark, in der Expedition entnommen 3¼ M. Durch die Post bezogen? 4 M. Inserate: 20 Pfg. die gespaltene Zeile oder deren Raum. Neclamen ½ M. Nr. 272. Agenturen: Für Barmen: R. Paulmann, Haspelerstr. 31; A. Gerlach, Alleestr. 68; Ad. Kocher, Wasserstr. 5; Ed. Garschagen, Heidterstraße 20; R. Schmidt, Berlinerstr. 83; E. G. Rübenstrunk, Berlinerstr. 119; Aug. 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Vortheil, welcher der oberschlesischen Jadustrie in ihrer schwierigen bringung des Budgets geführten Debatten und neuerdings die Re=Zwischen Preußen und Sachsen ist dieser wirthschaftliche Krieg be= Concurrenz mit Oesterreich=Ungarn zu gute kommt. solutionen der Budgetcommission des preußischen Abgeordnetenhauses reits hell entbrannt; Preußen hat in der Berlin=Dresdener Bahn*(Aufspürung eines fürchterlichen Attentäters.) haben die Eisenbahnfrage wieder in den Vordergrund des öffent= seine Laufgräben bis vor die gegnerische Hauptstadt vorgeschoben und Seit Samstag coursirte in Berlin das Gerücht, daß die Berliner lichen Interesses gedrängt. In der That erscheint es wohl an der bemüht sich außerdem noch durch Ablenkung der nach Süddeutschland Polizei ein gegen das Leben des Kaisers gerichtetes Complott entZeit, diesem für unser gesammtes Wirthschaftsleben so wichtigen bestimmten Transporte die sächsischen Bahnen auszuhungern.deckt habe. Selbstverständlich erzählte man bereits tausend picante Problem eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, um so mehr, als Abgesehen aber von diesen für die Einheit und Einigkeit und tactlose Einzelheiten, als sich herausstellte, daß die ganze Geauf diesem großen Verwaltungsgebiet gegenwärtig eine Verwirrung Deutschlands sehr gefährlichen Consequenzen, hat das Staatsbahn- schichte nur eine Fabel gewesen, von einem Gauner ersonnen und system die gleichen socialen und wirthschaftlichen Uebel im Gefolge, von der Berliner Polizei geglaubt. Zur Belustigung unserer Leser welche von der Ausführung des Reichseisenbahn=Projectes gefürchtel theilen wir wortgetreu mit, was die„Nordd. Allg. Ztg." heute über wurden. Das Staatsbeamten=Proletariat ist social und politisch ein diesen Fall meldet:„Sonnabend Nachmittag wurde ein hier im der Bestrebungen und eine Unklarheit der Verhältnisse herrscht, wie sie glücklicher Weise in keinem andern Ressort zu constatiren sein dürfte. Wir brauchen nur darauf hinzuweisen, daß das Reichseisenbahnamt seit etwa Jahresfrist ohne Chef und thatsächlich außer Activität gesetzt ist, daß das preußische Handelsministerium mit dem ganzen Ueberfluß der ihm zu Eisenbahnbauzwecken bewilligten Mittel im Jahre 1876 nur die winzige Strecke von 74 Kilometer ausgeführt hat, daß die vor Jahren angekauften halbfertigen Linien der Nordbahn und der Pommerschen Centralbahn noch heute der Vollendung harren, und man wird uns zugestehen müssen, daß alles dies nicht für das Vorhandensein eines klaren leitenden Princips spricht. Uebrigens kann der Mangel eines solchen kaum Wunder nehmen, wenn man aus den Verhandlungen der preußischen Budgetcommission erfährt, daß nicht einmal die rechtliche Stellung der Staatsbehörden als Verwalter von Privatbahnen und ebenso wenig die finanzielle Verantwortlichkeit dieser Behörden gegenüber den betreffenden Actionären gesetzlich geregelt oder sonst wie klar gestellt ist. Allerdings liegt für den Handelsminister Dr. Achenbach die Entschuldigung vor, daß seine eigene Stellung nichts weniger als gesichert erscheint. Hat doch selbst in parlamentarischen Kreisen das Gerücht Glauben gefunden, daß die Generaldirection der Eisenbahnen schon in naher Zukunft von dem Ressort des Dr. Achenbach abgezweigt werden soll. Unter solchen Umständen kann man dem Minister allerdings kein lebhaftes Interesse für diesen Zweig der ihm unterstellten Verwaltung zumuthen. Aber ist nicht das Dunkel, welche diese Ressortverhältnisse und geplanten Ressortveränderungen umhüllt, ein neuer Beweis für die auf dem gesammten Gebiet des Eisenbahnwesens herrschende Unklarheit? Sehen wir indeß von diesen internen Organisationsfragen ab, um uns ausschließlich mit der Hauptsache, der Systemfrage zu beschäftigen. Hier finden wir zur Zeit noch drei Bestrebungen mit einander im Kampf: Die eine, welche das gemischte System, die Coexistenz von Privat= und Staatsbahnen erhalten zu sehen wünscht, die andere, welche den gesammten Bahnbesitz in den Händen der Staatsregierungen concentriren möchte, eine dritte endlich, welche den Eisenbahnbetrieb zu Gunsten des Reichs monopolisiren will. Diese letzte Richtung hat sich, obwohl sie die jüngste war, bereits überlebt. Das Reichseisenbahnproject war ein todtgeborenes Kind reichskanzlerischer Laune. Noch ehe es das Licht der Discussion im Bundesrath erblicken konnte, war ihm von den particularistischen Wehemüttern der Garaus gemacht worden. Man kann den politischen„Engelmacherinnen" ihre That nicht verdenken, denn sie sahen mit Sicherheit voraus, daß das Kind, wenn es lebte und hergnwuchs, sie selbst umgebracht haben würde. In Wahrheit lagen dem Plane, alle Eisenbahnen Deutschlands für das Reich zu erwerben, ausschließlich Argumente militärischer und olitischer Natur, aber nicht ein einziges stichhaltiges wirthschaftliches Motiv zu Grunde. Dem entsprechend ist das Project denn auch aus politischen Rücksichten vereitelt worden. Aber leider haben die Mittel, zu welchen die einzelstaatlichen Regierungen greifen mußten, um sich in ihren Eisenbahnen ein Bollwerk politischer Selbstständigkeit zu erhalten, sich wirthschaftlich noch nachtheiliger erwiesen, als das beseitigte Project selbst nur hätte werden können. Die Staatsregierungen Sachsens und Bayerns z. B. haben der drohenden Agitatiou der Centralisationsfreunde gegenüber in aller Eile an Bahnen aufgekauft was in ihrem Machtbereich nur käuflich war. Selbstverständlich benutzen die zum Verkauf aufgeforderten Privatgesellschaften die Zwangslage der Käufer, um sich Preise zahlen zu lassen, welche ihnen unter anderen Umständen schwerlich gezahlt worden wären. Die Folge davon zeigt sich in der Ueberlastung Sachsens mit Staatsschulden, die sich aus den Erträgen der neu erworbenen Bahnen nicht verzinsen lassen und die nunmehr ein regelmäßig wiederkehren des Deficit in Aussicht stellen. Nicht viel besser dürfte es den andern Einzelstaaten ergehen, welche aus der Scylla des Bismarckschen Projectes in die Charybdis des Staatsbahnmonopols gerathen sind Auch in Preußen scheint die Regierung jetzt die gleiche Bahn betreten zu wollen, denn die Ankäufe von Privatbahnen durch den Staat und mehr noch die Uebernahme privater Linien in staatliche Verwaltung greift immer weiter um sich. Dabei tritt in sehr bedenklicher nicht weniger zu fürchtendes Element, wie es in dem Heer der Reichs= Hotel Holland abgestiegener Privatmann, angeblich v. Lyskowsky eisenbahnbeamten entstanden sein würde; die colossalen Betriebsmittel heißend, 32 Jahr alt, verhaftet. Ueber die Ursachen dieser Verhaf aller preußischen Bahnen würden eventuell in der Hand einer Re= tung theilt man uns folgendes mit: Herr v. Madai empfing als gierung, welche für ihre von der Volksvertretung nicht gebilligten Polizeipräsident von Berlin vor etwa 3—4 Tagen einen Brief von Zwecke„das Geld nähme, wo sie es fände", fast ebenso viel Schaden außerhalb, anonym, der genau die Person des angeblichen v. Lysanrichten können, wie die Fonds der gesammten im Reichsbesitz ver-towsly beschrieb, und in welchem behauptet wurde, daß L. gedungen einigten deutschen Bahnen; der Betrieb stellt sich im einen wie im sei, den Kaiser und den Fürsten v. Bismarck zu ermorden, und, da andern Falle kostspieliger als unter privater Verwaltung; die Rück= derselbe ein eraltirter Ultramontaner sei, ihm die Ausführung des ichten auf das die Bahnen benutzende Publikum endlich werden von Verbrechens wohl zuzutrauen sei.— Dieser Brief wurde bestätigt den Staaten wie vom Reich immer den militärischen und strategi= durch einen zweiten anonymen Brief von Damenhand, welcher ebenfalls chen„Bedürfnissen" untergeordnet werden. Jangab, daß ein so und so aussehender Mensch— Namen war nicht angeDiese letzteren spielen überhaupt in der jetzt um die Eisenbahnen geben, hier eintreffen würde, um das scheußliche Verbrechen zu verüben geführten Polemik eine ihnen gar nicht zukommende Rolle. Wenn den Kaiser und Fürsten v. Bismarck zu ermorden; sie, die Schreiberin, die das Reich oder der preußische Staat ausschließlich zu Kriegszwecken in das unselige Geheimniß gezogen sei, habe zu viel Liebe für den Kaiser, Eisenbahnen brauchen, so mögen sie dieselben erbauen, wie das ja sich der Mitschuld eines solchen Verbrechens schuldig zu machen oder hinsichtlich der Linie Berlin=Wetzlar geschieht. Die anderen bisher ihr Gewissen mit einer solchen Sündenlast zu beschweren. Es wurde vorhandenen Bahnen sind wesentlich zu Handels- und Verkehrszwecken in den Briefen auch genau die Zeit angegeben, wann der Fremde bestimmt, und dieser ihrer Bestimmung dürfen sie nur im Nothfalle, hier eintreffe. Die Behörde war auf ihrer Hut; als der angebnur wenn das Vaterland in Gefahr ist, entfremdet werden. Das liche von Lyskowski hier per Bahn am Donnerstag Abend eintraf, een halten und zwar folgten ihm die Criminalbeamten sofort auf seinen Wegen und sahen mit bestem Erfolge. Oder hat vielleicht im Jahre 1870 die Truppen- daß derselbe ohne Koffer oder Gepäck im Hotel Holland, Rosißr. 6, beförderung darunter gelitten, daß die Mehrzahl der deutschen Bahnen Quartier nahm. Hier wurde nun jede seiner Bewegungen beobachtet, sich im Privatbesitz befand? Hat nicht die oberste Heeresverwaltung auch bemerkt, daß sein Koffer am Freitag von ihm in das Hotel trotzdem auf allen Eisenbahnlinien Deutschlands mit dictatorischer geschafft wurde.— Sonnabend Nachmittag schritt man zur VerGewalt geschaltet? Bisher hatten die Eisenbahnen als Werkzeug der haftung.— Der Verhaftete ist ein magerer, schlanker Mann, blond völkerverbindenden Cultur und des Friedens gegolten, und gerade dem mit sogenanntem Stoppelbart. Er ist bereits in der Lazarethstation deutschen Reiche steht es am wenigsten an, auf Kosten seiner wirth= der hiesigen Stadtvogtei untergebracht und trägt die Kleidung eines schaftlichen Wohlfahrt aus einem Friedensinstrument eine Kriegswaffe Lazarethkranken. Noch Sonnabend Abend spät, ebenso wie Sonntag zu schmieden. den ganzen Vormittag und halben Nachmittag hatte der angebliche v. Lyskowski Verhöre im Beisein des Stadtgerichtspräsidenten Krüger, des Polizeipräsidenten von Madai, des Regierungsraths Heinsius, □ Berlin, 19. Nov.[Uebertriebene Gerüchte; dersdes Chefs der Criminalpolizei Regierungsrath Schmidt, des Staatsneue amerikanische Gesandte; ein Friedensapostel; anwalts Tessendorf, der Untersuchungsrichter Jehl und Hollmann zu Ermäßigung von Eisenbahnfrachtsätzen.] Die seit bestehen. Die bisherigen Recherchen haben ergeben, daß der Verhaftete gestern in der Stadt verbreiteten Attentatsgerüchte erweisen sich als nicht v. Lyskowski heißt, sich vielmehr diesen Namen beigelegt hat. maßlos übertrieben. Der Verhaftete, ein Privatschreiber Namens Er will eines Unterleibsleidens wegen hierher gekommen sein. Allem Lubowski, nicht Lyskowski oder Lukowski, wie die Abendblätter mel= Anscheine nach liegt eben nur eine Mystification, ein Schwindel den, stammt aus Löbau in Westpreußen. Die von der Polizei, der gewöhnlicher Art vor.— Bei Schluß der Redaction geht uns noch Staatsanwaltschaft und den Gerichtsbehörden sofort angestellten Re= folgende Mittheilung zu: Der am Sonnabend Mittag hier verhafcherchen lassen kaum einen Zweifel, daß man es mit einem Selbst= tete und in Untersuchungsarrest genommene angeblige v. Lyskowski denuncianten zu thun hat, der durch die Anzeige eines schweren Ver- ist als ein von Westpreußen her polizeilich verfolgter Urkundenfälscher brechens den Verdacht von begangenen Fälschungen abzulenken sucht. erkannt worden. Er hat eingeräumt, daß er der Privatsecretär LuUm unbegründeten Besorgnissen vorzubeugen, hat man von zustän kows aus einem Städtchen des Kreises Löbau sei und daß seine diger Seite der Presse die weitgehendsten Informationen ertheilt. Aussagen über die beabsichtigte Ermordung des Fürsten Bismarck Der Kaiser hat sich gestern und heute über den Gang und den Ver= unwahr seien lauf der Untersuchungen von dem Polizeipräsidenten Vortrag halten§§ Berlin, 19. Novbr.[Versetzung zahlreicher Belassen.— Die Designirung des Mr. Robert Ingersoll zum Gesandtensamten; das neue Anleibegesetz.] Mit der Aufhebung der Vereinigten Staaten in Berlin, wo er der Nachfolger von so einer nicht unbedeutenden Zahl von Gerichtssitzen, sowie mit der bedeutenden Männern wie George Bancroft, dem Historiker, und größeren Ausdehnung der Bezirke der meisten neuen Collegialgerichte Bancroft Davis, einem erprobten Staatsmann, würde, be= erster und zweiter Instanz ist die Nothwendigkeit der Versetzung rührt um so peinlicher, als die übrigen Ernennungen des zahlreicher Beamten verbunden. Ferner hat die Aufhebung des Präsidenten Hayes für die hauptsächlich in Betracht kom= Obertribunals, die bedeutende Entlastung der Oberlandesgerichte, im menden Gesandtschaftsposten des Washingtoner Cabinets im Verhältniß zu den bisherigen Appellationsgerichten, und die erhebliche keine Käufer. Auslande vortrefflich waren. Das einzige Verdienst des Mr. Verminderung der Zahl der Collegialgerichte erster Instanz und da= werkstelligt, kurz, die Lage sei kläglich. Die Handelsnachrichten der Ingersoll, eines Winkeladvocaten in Illinois, scheint in sei- mit der Dirigentenstellen bei solchen Gerichten die Folge, daß es Blätter von Havre, Lille, Rouvaix, St. Quentin, Reims, Troyes nem agitatorischen Wirken für die Wahl des jetzigen Präsidenten zu voraussichtlich nicht möglich sein wird, die bei diesen Gerichten und u. s. w. lauten eben so traurig. Die Metallindustrie hatte einen bestehen. Weder als Diplomat noch als Parlamentarier hat er deren Staatsanwaltschaften angestellten Beamten sämmtlich in Dienst= kleinen Aufschwung genommen, aber das, Journal des Mines" sagt bisher irgendwelche Gelegenheit gehabt, sich auszuzeichnen.— Lord stellungen entsprechender Art, insbesondere auch von gleichem Range, Radstock, ein bekannter Philanthrop, ist auf dem Wege nach Peters= wieder unterzubringen. Endlich ist von der bedeutenden Entlastung burg, wo er bereits wiederhølt verweilte und für seine Ideen Pro= der Collegialgerichte erster und zweiter Instanz, wie sie aus der erpaganda zu machen suchte, hier eingetroffen. Russische Blätter höhten Zuständigkeit der Amtsgerichte in Civilsachen und der Schöffen schreiben ihm den Auftrag zu, daß er ähnlich wie die Quäker wäh= gerichte in Strafsachen sich ergibt, und mit Rücksicht auf die auch rend des Krimkrieges beim Kaiser Alexander und dessen Regierung sonst den Gerichten gewährte Entlastung zu erwarten, daß eine Anfür baldige Wiederherstellung des Friedens wirke.— Wie die zahl von Justizbeamten aller Ordnungen keine Verwendung bei den „Post“ mittheilt, ist es den Bemühungen des Handelsministers ge= neuen Justizbehörden wird finden können. So werden, um ein Beilungen, eine bedeutende Ermäßigung der Eisenbahnfrachtsätze für spiel anzuführen, von den 62 Räthen des Obertribunals nur 30 am Reichsgericht in Leipzig Verwendung finden, während 32 Räthe und 7 Präsidenten und Vicepräsidenten keine Verwendung beim höchsten Gerichtshof zu erwarten haben.— Das neue Anleihegesetz, welches, wie bereits mitgetheilt, den Betrag von 7,391,550 M. durch Veräußerung eines entsprechenden Betrages von Schuldverschreibungen aufbringen will, vertheilt diese Summe wie folgt: zu Bauausführungen und Beschaffungen für 1) die NiederschlesischMärkische Bahn 3,215,000 M., 2) die Ostbahn 100,000 M., 3) Saarbrücker Eisenbahn 300,000 M., 4) Hannoversche Bahn 752,550 M., 5) Frankfurt=Bebraer Eisenbahn 1,580,000 M., 6) für die Nassauische Eisenbahn 544,000 M. und 7) für die MainWeser Bahn 500,000 M. Außerdem sollen für die Herstellung von Centralweichen und Signalapparaten(zur Verhütung unrichtiger oder ungenauer Weichenstellungen) zur Verwendung kommen 400,000 M. [Ernst im Scherz.] Unter diesem Titel werden im Feuilleton der„Nordd. Allg. Zig." angebliche Ideen des Reichskanzlers über Steuerreform gewissermaßen ausgestellt. Der Cardinalpunkt der Ausführungen ist, daß der Reichskanzler für Bearbeitung und Berathung von Steuergesetzen keinen politischen Reichstag will; er möchte vielmehr wieder den Staatsrath des zweiten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts oder das Zollparlament aufleben lassen, jedenfalls möchte er ein Collegium, in welchem sowohl am Regierungstisch, wie auf den Repräsentantenbänken durchweg Fachmänner sitzen. Der Reichstag soll dann einfach die solchergestalt berathenen Gesetze en bloo annehmen. Oesterreich. Wien, 19. Nov.[Sitzung des Abgeordnetenhauses.) Der Finanzminister Depretis vertheidigte in längerer beifällig aufgenommener Rede die Bankvorlage, indem er die Vortheile der Erhaltung einer gemeinsamen Bank gegenüber einer selbstständigen ungarischen Bank hervorhob und die Nothwendigkeit der dualistischen Gestaltung der neuen Bank begründete. Weiter führte der Minister aus, daß der Credit der Bank durch die neue Organisation nicht geschädigt werde, sondern aufrecht erhalten bleibe. Minister Unger vertheidigte gleichfalls die Bankvorlage und wandte sich dabei gegen verschiedene Vorredner, namentlich gegen Kellersperg. Minister Unger betonte die Nothwendigkeit des Ausgleichs mit Ungarn. Zum ersten Male werde jetzt zwischen Oesterreich und Ungarn eine Brücke geschlagen, auf der man nicht nur von Oesterreich nach Ungarn, sondern auch von Ungarn nach Oesterreich gelangen könne. Der Minister erklärte schließlich, die Annahme der Bankvorlage würde den staatsrechtlichen und wirthschaftlichen Frieden, die Ablehnung derselben den staatsrechtlichen und wirthschaftlichen Krieg bedeuten.(Lebhafter Beifall.) Die Generaldebatte wurde geschlossen. Morgen werden die Abgg. Herbst und Skene sprechen. Frankreich. Paris, 18. Nov.[Schlimme Lage der Geschäfte.] Als Herr Tirard, Deputirter der Seine, vor der Kammer von der chlimmen Lage der französischen Geschäftswelt und deren Besorgnissen sprach, gab er nur ein schwaches Echo von dem, was man in allen Comptoirs, Fabriken und Werkstätten hört. Die Bedrohungen mit dem Staatsstreiche und sonstige beunruhigende Gerüchte, welche die reactionären Zeitungen beinahe täglich wiederholen, bringen überall Entmushigung hervor und lähmen die Geschäfte. Die Krisis dauert bereits seit Monaten, man hatte gehofft, daß die Wahlen vom 14. October derselben ein Ende machen würden, aber man sieht sich getäuscht. Außer Lyon, wo die Bestellungen von Seidenwaaren etwas zugenommen haben, sind alle großen Mittelpunkte der Fabrikation zur Unthätigkeit gezwungen. Von Rouen sagt der„Economiste Francais" in seiner gestrigen Nummer, die Geschäfte wären schwierig und selten; die Fabrikanten fast ohne Aufträge, beschränkten möglichst ihre Ankäufe von Baumwolle. In Indiennes und Cretonnes sei das Geschäft null. In der Leinenhalle sähe man Kleine Verkäufe würden zu lächerlichen Preisen bedaß derselbe schon wieder zu Ende sei, und bemerkt dazu, daß man die Ursache davon nicht weit zu suchen brauche und daß, so lange man des nächsten Tages nicht sicher sei, die Geschäfte natürlich nicht aufblühen könnten. Und dies sagt ein sehr conservatives Blatt. Ein anderes Specialblatt von St. Vigier klaat, daß die Geschäfte gerade in dem Augenblicke erlahmen, wo sich sonst die großen Unternehmungen vorbereiten. Große Maschinenfabrikanten haben sogar die Arbeiten für die Ausstellung von 1878 eingestellt, weil sie voraussehen, daß dieselbe Fiasco machen werde, wenn das Vertrauen nicht 145 r 1877. Kfm. a. a. Bran1. Hanau, dansmann, othen, Kf. a. Hamzig, BarGebhardt, eimer, Kf. mann, Kf. Kfm. a. . Bremen, riedländer, Arnstadt, eld, HamNeyer, Kf t. DanzigTegtmeyerKfm. a.Rentier a. a. RüsselsSchandorff, Winkler, a. Köln, Arnold Sturm. Roman von A. Marby. (Fortsetzung.) Erichson antwortete nicht;— aber wie es in ihm gährte und arbeitete, das zeigte der rasch wechselnde Ausdruck dieses sonst so glatten, steinernen Angesichts! O, wie er Sturm verwünschte, dessen erstes Erscheinen ihm Unheil verkündend erschienen war!— Ehrenbergs Sohn! hatte es damals in seinem Innern gerufen, er kommt, um seinen Vater zu rächen!— Jetzt, wo er der blutigen That kaum noch gedachte, jetzt sollte sie ans Licht gezogen werden! Nimmermehr! — Niemand außer Claussen wußte um sein Verbrechen, und Claussen hatte ihm geschworen, zu schweigen! Besaß er nicht Mittel, den von seiner Gnade abhängigen Diener des geleisteten Schwures eingedenk zu erhalten? Und trotz seiner Wachsamkeit war das Verderben nun immer näher herangeschlichen! Sturm hatte ihm den Fehdehandschuh offen hingeworfen, als er in Anderssens und Elisabeths Gegenwart die Vergangenheit heraufbeschwor! Hätte der giftige Groll, der überströmende Haß gegen den Erzähler— tödtliche Kraft besessen,— in jener Stunde würde ein zweiter Mord seiner inden Nachsucht kein Schreckniß gewesen sein! Sturm sollte ihn nicht umsonst gemahnt haben, auf seiner Hut zu sein!— Da wurde sein Herz von seiner drückendsten Last befreit durch Claussens Krankheit,— die schnell einen tödtlichen Verlauf annahm! In Claussen starb der einzige Zeuge seiner Unthat, aus Rach- und Habgier entsprungen,— dann mochte Sturm nur immerhin mit der alten, längst verjährten Anklage kommen,— er lachte der ohnmächtigen Drohungen! Da fällt es Claussen ein, Gewissensbisse zu fühlen—, o, über die feige Memme!— er klagt ihn, den reichen, stolzen Handelsherrn, vor dem Jeder sich bückt, klagt ihn des gemeinsten, schändlichsten Verbrechens an. Der Geldfürst Erichson ein Raubmörder!— Er stöhnt laut auf! Zorn, Haß, Verzweiflung— drohen seine Bruft zu ersticken und doch, je länger er sinnt, je mehr fühlt er die drohende, nahe Gefahr! Alles verloren! Alles vergebens! sein jahrelanges Mühen und Arbeiten, wo er Gold auf Gold gehäuft! Andre sollen die süßen Früchte ernten, während er, ein heimathloser Flüchtling, in der Fremde umherirrt? Und wenn man ihn einholte? wenn der Arm der Gerechtigkeit— „Vater!" flehte da Elisabeth,— mühsam zu ihm gleitend, und seine Kniee umklammernd— in angstvollen, fast versagenden Tönen,—„schon sind drei Stunden vorüber! Laß uns fliehen, damit wir in Sicherheit kommen, ehe die Zeit verrinnt!" Erichson erschrak vor seines Kindes Stimme; er hatte die Gegenwart desselben vergessen, hatte bisher noch nicht mit dem leisesten Gedanken seiner Kinder gedacht, was die wohl fühlen würden bei der Entdeckung, Kinder eines Mör— pfui!- das Wort klingt doch gar zu häßlich!— Voll Abscheu sich von ihm wenden, ihn einem Elende überlassen,— war das Mindeste, was er zu erwarten hatte, er hatte nie ein Herz für sie gehabt,— sollten sie jetzt ihm anhänglich sein? Es war so auch am besten! was sollte ihm dies halbkranke, zitternde Wesen auf der Flucht nützen? Ein Hemmniß— ein unnöthiger Ballast!— er mußte allein fort.— „Laß mich allein!" sagte er jetzt rauh,„ich will überlegen, was zunächst zu thun ist!" „Das Nächste ist eilige Flucht!" drängte Elisabeth zitternd. Wenn er, durch die Gewalt der Umstände gezwungen, sein Wort nicht halten könnte, wenn sie früher kämen, Dich—“ „Mich"— ergänzte Herr Erichson, da Elisabeth schaudernd innehielt— und seine Zähne schlugen wie im Fieberfrost aneinander, —„mich— ins Gefängniß zu führen?— Ha! Ha!" lachte er auf,„ein interessantes Schauspiel, das der reiche Erichson seinen lieben Mitbürgern zum besten gäbe, ließe er sich an ihren Fenstern vorüberführen— in Ketten geschmiedet! Bin kein so gutmüthiger Thor,— ihnen das Amüsement— gratis zu bereiten!—" Dieser Humor in diesem Augenblick.—„O Gott!" slöhnte Elisabeth— sich nur noch mühsam auf den Knieen erhaltend— „sprich nicht in diesem Tone, Vater!" „Laß das Winseln!" raunte er ihr zu—„soll ich etwa heulen wie ein altes Weib? Laß mich los und geh! Morgen, wenn ich ort bin—“ „Du willst ohne mich fliehen?" schrie Elisabeth auf.„Vater ei barmherzig, nimm mich mit! Laß mich nicht allein zurück unter der gefühllosen Menge!" „Ich kann Dich nicht mitnehmen", sagte er hart.„Du würdest meiner Flucht nur hinderlich sein." „Du sollst keine Last mit mir haben, sollst keine Klage hören, ist der Weg auch beschwerlich und rauh. Sei nur dies einemal gütig gegen mich, Vater.— Gehe nicht ohne Dein Kind." Die flehende Stimme des unglücklichen Mädchens mußte von unwiderstehlich zwingender Gewalt durchdrungen sein.— Erichsons hartes Antlitz zuckte; zum erstenmale seit langer, langer Zeit durchwehte sein Inneres ein mildes, väterliches Gefühl. Doch jetzt durfte er sich demselben nicht hingeben.„Bedenke", murmelte er unsicher, „daß Dir tausend Gefahren drohen auf dieser langen, ungewissen Flucht; während hier Niemand wagen wird, Dir ein Haar zu krümmen! Was treibt Dich zu Deinem Verlangen? Es kann nicht Liebe sein. Willst Du nicht vielmehr an meiner Qual Dich weiden? Sprich, was drängt Dich? Liebst Du den Raubmörder? oder folgest Du allein Deiner Abneigung, die Dir gebietet, durch Deinen steten Anblick mich zu martern, wie das böse Gewissen?" Elisabeths Haupt neigte sich so tief, daß ihre Stirn fast den Boden berührte. Ein namenloses Weh wühlte in ihrer Brust. Wie konnte sie den lieben, der ihr nie Liebe entgegen getragen, ihr nie die geringste Zärtlichkeit erwiesen hatte? Aber er war ihr Vater — ihr Schicksal war dem seinen verknüpft. „Vater!" flüsterte sie endlich mit beinah versagender Stimme= willst mich mitnehmen,— versprich mir, nicht etwa heimlich das doch fliegendem Athem,—„ich weiß und fühle nur das eine: Du darfst nicht ohne mich gehen! Laß uns weit, weit fort,— und dann wollen wir ein neues Leben beginnen! Wenn die Stunde käme— und sie wird kommen, wo Du nach dem Anblick Deines Kindes, nach dem Tone seiner Stimme Dich fehntest und es wäre fern von Dir— welche entsetzliche Pein! Nimm mich mit, Vater! ich will Dich pflegen, wenn Du krank, Dich trösten und erheitern, wenn Dir— wenn Du traurig bist,— nie soll eine Klage über meine Lippen kommen,— und dann,— o mein Vater! Dein Herz wird ich mir zuwenden,— ich will keine Mühe scheuen, Deine Liebe zu verdienen! Und dann, mein Vater—“ auf! hör' auf!" ächzte dieser, dem es war, als risse plötzlich vor seinem geistigen Auge der Schleier, welcher ihm bisher den leuchtenden Glanz des Kleinods, das er in seinem Kinde unbewußt besessen, neidisch verhüllt hatte! Welcher Reichthum von Edelmuth, von Selbstverleugnung in diesem jungen Mädchenherzen, dessen hohen Werth er nie erkannt, nie gewürdigt hatte? Von Hochmuth und unnahbarem Stolz umfangen, hatte er nie auch nur den Versuch gemacht, diese Schätze kennen zu lernen! Noch vor einer Stunde war er ihr mit grausamer Härte entgegengetreten— und nun!— ie hatte alle Schmach, alle Demüthigung, die er ihr angethan, vergessen! statt voll Abscheu seine Nähe zu fliehen, beschwor sie ihn, seine ungewisse Zukunft mit ihr zu theilen! Hatte er ein Recht, ihrem großmüthigen Begehren zu willfahren? Durfte er ihr Geschick an das seine ketten? Nein! es war zu spät! Der jahrelange Heuchler, der Verräther, der Dieb, der Mörder— durfte durch eine verpestende Nähe das reine Leben seines Kindes nicht beflecken! — Wie Schlangenstiche wühlte es in seiner Brust! Das waren die Gewissensbisse, die nach endlos langem Schlafe erwachten. Seine Schuld, seine Verbrechen wuchsen in dieser Stunde riesengroß! Für ihn gab es kein Erbarmen, keine Sühne, als— ein neuer Gedanke durchblitzte ihn!—„Hör' auf!" sagte er nun noch einmal zu Eliabeth und jetzt war der Ton seiner Stimme seltsam verändert, alle Härte war daraus verschwunden,—„der Mörder hat kein heil an Deinem Zukunftsparadiese! Still, unterbrich mich nicht! Der Augenblick ist kostbar und ehe Du von mir gehst—" „Du schickst mich dennoch fort?" rief Elisabeth im rührend flehenden Tone;„ barmherziger Gott! gieb Du meiner Bitte Kraft!— Thu es nicht, Vater!"— Erichsons Hand glitt unwillkürlich auf ihr blondes Lockenhaupt! Hatte sie wohl je dort geruht?—„Nun gut! Du sollst mit mir gehen! Nur für wenige Stunden", flüsterte er mit halberstickter Stimme,„begieb Dich auf Dein Zimmer! Es ist nothwendig, daß Dein erschöpfter Körper Ruhe findet, sammle neue Kräfte, mein Kind,— es bricht ein schwerer Morgen an!" „Ja, ja, ich fühle, Du hast Recht!" murmelt Elisabeth matt, ein wenig Ruhe wird mir gut thun, aber nicht zu lange! Du Haus zu verlassen? Und— nicht wahr, Du versprichst auch, dann, wenn es so weit ist, mich zu wecken, falls ich etwa wider Willen einschlafe? Und Du? was wirst Du nun thun, willst Du auch zu ruhen versuchen?" „Ich habe verschiedenes zu ordnen,— dann will auch ich— piaen Elisabeth versuchte, sich zu erheben, sank aber taumelnd zurück. Da umfaßte Erichson die zarte Gestalt und so, während er sie emporhob, ruhte sie zum erstenmale in ihrem Leben an ihres Vaters Brust. Doch nur einen Moment hielten seine Arme sie umschlossen, berührten seine Lippen ihre reine Stirn! Ein Schauer schüttelte ihn — ihr unschuldvolles Haupt durfte nicht an diesem Platze Ruhe suchen— und so— würde es immer sein, so würde seine schwere Schuld sich immer zwischen ihn und seine Kinder drängen, klang es in seinem Innern! Wehe ihm, wenn ein Augenblick erschiene, wo ihre reinen Hände vor seinen blutbefleckten,— ihre keusche Stirn vor seinen unheiligen Lippen schaudernd zurükbebten!— Er drängte sie sanft von sich und sagte in tief erschüttertem Tone, dem Festigkeit zu geben er sich vergebens mühte:„Bevor Du Dich zur Ruhe begiebst, höre noch meine letzten Worte! Elisabeth, Dein Opfermuth zerreißt mein Herz! Aufgeschreckt aus meiner stolzen Sicherheit, fühle ich qualvoll brennende Reue über mein verfehltes Leben! Wie anders konnte es sein, war ich frei von Schuld!— Ich bereue die schwere Sünde, bereue, was ich täglich an Dir und Waldemar gefehlt habe— und bitte Dich und ihn, mir zu vergeben, daß Euer Dasein so freudenleer gewesen ist— vergebt mir den Jammer, den ich über Eure schuldlosen Häupter bringe und flucht nicht dem Andenken—“ „Kein Wort mehr, mein Vater, wozu das jetzt? Das Vergangene oll vergessen sein; wir werden ein neues Leben beginnen!" fiel Elisabeth mit weicher, zitternder Stimme ein. Herr Erichson vermochte nicht, sein Kind anzublicken!„Ja, ein neues Leben!" murmelte er hastig,„aber vergiß darum nicht, was ich gesagt habe!— solch heilig ernster Augenblick kehrt vielleicht nicht wieder! Vergiß nicht, daß ich bereue, so lange blind gewesen zu sein! Habe Dank für Deine treue Kindesliebe und— nun Elisabeth! mein liebes Kind,—(o wie schwer fällt dies Wort auf meine Seele— war ich doch nie des süßen Vaternamens werth—) überlaß Dich getrost einer sanften erquickenden Ruhe!"— Er öffnete leise die Thür— und Elisabeth nicht Zeit zu weiterer Erwiderung lassend, schob er sie sanft über die Schwelle, um gleich darauf hinter ihr von innen abzuschließen. (Forts. folgt 10 zurückkehrt. In Paris ist mit Ausnahme der speciellen Artikel für Weihnachts= und Neujahrsgeschenke die Industrie in Luxusgegenständen ganz unthätig. Natürlicherweise werden die officiösen Blätter dieses Alles in Abrede stellen und den Liberalen widersprechen, wenn diese behaupten, daß die moralische Ordnung und der Wohlstand des Landes nicht ganz identisch seien.(K. Z.) * Versailles, 19. Nov.[Senat,] Arago beantragte namens der Linken die Vorfrage über die Interpellation Kerdrel, weil die Interpellation unconstitutionell sei und in die Rechte der Kammer eingreife. Die Vorfrage wurde mit 155 gegen 130 Stimmen ab gelehnt. Kerdrel begann darauf die Begründung seiner Interpellation. Der Herzog v. Broglie ergriff das Wort und führte aus, daß die von der Deputirtenkammer eingesetzte Untersuchungscommission der Grundlage der Unparteilichkeit entbehre und ein Eingriff der legislativen Gewalt in die Sphäre der richterlichen und die der Executive sei. Broglie entwickelte darauf die auf diese Frage bezüglichen Ansichten früherer liberaler Minister unter der Restauration und der Juli=Monarchie. Die Untersuchungscommission der Deputirten kammer sei eine parlamentarische, keine richterliche. Die Bürger seien nicht gehalten, derselben Rede zu stehen; die Beamten blieben hinsichtlich derselben unter der Autorität ihrer Vorgesetzten und müßten deren Befehle und Instructionen entgegennehmen.„Dies sind die Instructionen, welche wir in dem Augenblicke gegeben haben, wo wir im Begriff stehen, die Gewalt niederzulegen. Sie lassen alle socialen Principien intact, die wir unsern Nachfolgern intact lassen wollen.— Laboulaye führte aus, die Deputirtenkammer habe das Recht, nicht nur zur Einsetzung einer parlamentarischen, sondern auch einer richterlichen Untersuchungscommission. Dieses Recht ergebe sich nothwendigerweise aus dem Rechte der Erhebung der Ministeranklage. Die Regierung müsse daher ihre Beamten auffordern, vor den Mitgliedern der Untersuchungscommission zu erscheinen. Die Verantwortlichkeit des Senates sei eine außerordentliche.- Der Präsident, Herzog v. Audiffret=Pasquier, verlas hierauf folgende von der Rechten eingebrachte Tagesordnung:„Der Senat geht, indem er von den Erklärungen der Regierungen Act nimmt und indem er entschlossen ist, gemäß den conservativen Principien, welche er stets vertreten hat, keine Beeinträchtigung der Prärogativen, welche jeder der öffentlichen Gewalten zustehen, zuzulassen, zur Tagesordnung über." — Nachdem darauf noch Dufaure das Wort ergriffen halte, wurde diese Tagesordnung mit 142 gegen 138 Stimmen angenommen. Rußland. [Nihilistenproceß.] In Rußland nehmen neben dem Kriege die Finanzangelegenheiten und die vor 14 Tagen begonnenen Verhandlungen des großen, gegen nicht weniger als 183 Männer und Frauen gerichteten Nihilistenprocesses das Publikum in Anspruch Thandelt sich bei diesem Processe um die systematische Verbreitung focia dmokratischer Ideen und revolutionärer Brandschriften, welche von verdimmenen Gliedern der höheren und mittleren Stände, ehemaligen Studenten und Studentinnen, Popensöhnen, Seminaristen kleinen Beamten, halbgebildeten litthauischen Juden u. s. w. unter das Volk geworfen find. Die Zahl dieser„Declassirten"(wie Bakunin sie genannt hat) scheint Legion zu sein; noch befindet der au zweihundert Bände Untersuchungsacten gegründete Proceß der 183 sich in den ersten Stadien und schon hört man von neuen Verhaftungen, die nicht nur in den beiden Hauptstädten, sondern auch Provinzialstädten, namentlich in und bei Worenesch vorgenommen worden sind. Daß den russischen Zeitungen die Veröffentlichung ausführlicher Berichte über den Proceß untersagt und die Vorschrift ertheilt worden ist, sich mit dem Abdruck der Verhandlungsbulletins des„Regierungsanzeigers" zu begnügen, macht viel von sich reden. [Vereins= und Versammlungsrecht.] Von jeher wurde in Rußland das Vereins= und Versammlungsrecht auf arge Weise verkümmert. Neuerdings ist an sämmtliche Gutsbesitzer in Polen ein Ukas erlassen worden, wonach sie von allen in ihrem Hause stattfindenden Versammlungen und Zusammenkünften von mehr als fünf Personen, bei Vermeidung von Verantwortlichkeit, sechs Tage vorher den Gemeindevorstehern und Gendarmen unter namentlicher Angabe der bei ihnen erwarteten Gäste Anzeige zu machen verpflichtet sind. Die Gendarmen haben sofort durch einen expressen Boten hiervon dem Kreischef Anzeige zu machen und dessen weitere Verfügung zu gewärtigen. Es ist dieser Ukas eine weitere Illustration des Zustandes in Rußland. Türkei. * Constantinopel, 18. Nov.[Deputirtenwahlen.] Heute hat hier die anderweite Wahlverhandlung zur Vervollständigung der Deputirtenwahlen stattgefunden. Von den gewählten 10 Deputirten sind 4 armenische Christen, 6 Muselmänner; unter den letzteren befindet sich Sadyk Pascha. wegen der sich mehrenden Recriminationen aus Constantinopel näher gerückt erscheinen.— Die Nachricht, daß sich das serbische TimokLorps mit einer russischen Truppenabtheilung vereinigt habe, wird von der„Polit. Corresi als unbegründet bezeichnet. * Aus Cattaro meldet man, daß die Montenegriner das Fort Voliorica von Antivari genommen und die Bastion Derbent gechleift haben. In Antivari ist der größte Theil der türkischen Häuser durch das Bombardement eingeäschert. Im Hafen von Antivari liegen keine türkischen Kriegsschiffe, ebensowenig sind solche in Sicht. * Constantinopel, 18. Nov. Reouf Pascha meldet vom Schipkaer habe 44pfündige Mörfer neu in Position gebracht, durch welche zwei russische Geschütze im Fort St. Nicolas demontirt worden seien.— Ein Telegramm Suleiman Paschas meldet von unerheblichen Gefechten, die bei Kazelewo und Kuslubey stattgefunden haben Im Schipkapasse wird nach eingegangenen Berichten fortdauern eine lebhafte Kanonade unterhalten.— Aus Bosnien wird berichte 732 römisch-katholische Bosniaken, die nach Oesterreich geflüchtel gewesen seien, hätten den türkischen Behörden ihre Unterwerfungs angezeigt und wären in ihre Dörfer zurückgekehrt..- Die Gebrüder Geschoff sind hier angekommen und im Ministerium der Polizei untergebracht, nicht gefangen gesetzt worden. Der Groß vezir hat den englischen Vertreter Layard benachrichtigt, daß die Gebrüder Geschoff wahrscheinlich nach Aleppo verbannt werden würden * Petersburg, 19. Nov. Officielles Telegramm aus Bogot vom 18. November. Von der Armeeabtheilung an der unteren Donau wird gemeldet: Am 14. c. griff Oberst Launitz, der mit zwei Husarenschwadronen auf der Straße nach Basardschik vorrückte, eine Abtheilung berittener Türken und Tscherkessen bei Osman Kujasai an und erbeutete 400 Stück Vieh und 200 Pferde. Am 16. c. wurde Novoselo von 400 Baschibozuks und Tscherkessen, unterstützt von regulärer Infanterie, angegriffen. Dieselben steckten einige Häuser in Brand, ermordeten 3 Bulgaren, verwundeten eine Frau und enthaupteten ein 10jähriges Mädchen. Eine Compagnie des Regi ments Jakutsk, von 2 anderen Compagnien aus Dschulan und Slataritza unterstützt, warf die Türken gegen Kaslubek zurück.— Bei der Zurückweisung des von den Türken am 11. Novbr. gegen den Schipkapaß unternommenen Angriffs zeichneten sich die Regimenter Jenisei und Irkutsk aus, welche zum ersten Mal ins Feuer kamen. *Telegramm des„Golos" aus Werankaleh vom 18. Novbr. Bei der Erstürmung von Kars kämpften die Unserigen mit beispielloser Tapferkeit, die Türken vertheidigten sich verzweifelt. Ein Theil der Garnison versuchte, gegen Olti durchzubrechen, wurde aber durch unsere Cavallerie abgeschnitten. Wir haben 7000 Gefangene, darunter 2 Paschas und den Stabschef der Artillerie wir haben Fahnen, 300 Geschütze, eine große Menge von Gewedren, Munition und Proviant erbeutet. Unsere Verluste sind noch nicht bekannt. * Die Londoner„Daily News" veröffentlicht ein Telegramm aus Werankaleh, den 18. c. Abends, welches folgende nähere Mittheilungen über die Einnahme von Kars bringt: General Lazareff mit der 40. Division commandirte auf dem rechten Flügel und griff das auf einer steilen Anhöhe gelegene Fort Hafiz Pascha an General Graf Grabbe griff mit dem Grenadierregiment„Moskau“ und einem Regimente der 39. Division Kanly Tabia, die Thürme Hawari Tabia und die Citadelle an, während eine von Ardahan zur Unterstützung gekommene Brigade und das 2. Grenadierregiment„Moskau" unter dem Oberbefehle der Generale Roop und seldgeschützen und außerdem 4--5000 Irreguläre; auf Plewna ommen davon 50,000 Mann und 90 Geschütze. Im Balkan stehen 26,000 Mann mit 76 Feldgeschützen und etwa 2--3000 Irreguläre; die Armee in und vor dem Festungsviereck zählt 135,000 Mann mit 386 Geschützen und 6000 Irreguläre. Mehemed Ali Pascha ist dabei mit 6000 Mann und 12 Geschützen in der Gesammtziffer der Armee in West=Bulgarien mit einbegriffen. Komaroff Inglis angegriffen. Um 8½ Uhr begann die Schlacht im Orientalische Krieg. * Zara, 19. Nov. Vorgestern haben 400 Türken die öster reichische Grenze bei Tlavaniskahrda verletzt. Dieselben zündeten ein Haus an, plünderten mehrere Häuser und trieben 46 Ochsen und ein Pferd weg. * Nach einem Telegramm der„N. fr. Presse" aus Bukarest vom 18. d. hat die Direction der rumänischen Bahnen Befehl erhalten, für den Transport von zwei neuen russischen Armeecorps 10 Züge täglich zu organisiren. Der Schnellzug von Roman nach Bukarest ist eingestellt.— In den Districten von Ilfo und Teleorman ist die Rinderpest ausgebrochen. * Der„Polit. Corresp." wird aus Belgrad gemeldet, daß gestern(18.) die Mobilisirung des Schumadja=Corps angeordnet worden sei. Ebenso sei die Einberufung der Reservisten für die Artillerie erfolgt und seien nach Cupria 800 Freiwillige abgesandt Weitere Mittheilungen der„Polit. Corresp." aus Belgrad vom 19. d. lassen den formellen Bruch zwischen der Pforte und Serbien Centrum. General Grabbe wurde an der Spitze seiner Brigade beim Sturm auf Kanly Tabia getödtet. Der Hauptmann Kwadmicki drang um 11 Uhr in die Redoute ein; die große Redoute Horaene ergab sich am frühen Morgen und hierauf die drei Thürme. Die Citadellen und das Fort Louvary wurden zu gleicher Zeit mit dem Fort Kanly gegommen. Das Fort Hafiz Pascha wurde ebenfalls gestürmt und gegen Morgen Karadagh und die andern Forts. Tikmet und Arale leisteten bis Morgens 8 Uhr Widerstand. Hierauf suchten 40 türkische Bataillone in der Richtung von Erzerum zu entfliehen sie wurden aber durch die russische Cavallerie aufgehalten und gefangen zurückgebracht. Sämmtliche Befestigungswerke und die Stadt mit 300 Kanonen, allen Munitions= und Proviantvorräthen, sind in die Hände der Russen gefallen. Die Verluste der Türken betragen gegen 5000 Mann an Tødten und Verwundeten und gegen 10,000 Mann an Gefangenen. Auch viele Fahnen und Feldzeichen haben die Russen erbeutet. Der Verlust der letzteren an Todten und Verwundeten mag etwa 2700 Mann betragen. Die Russen schonten alle friedlichen Einwohner, sowie die Frauen und die Kinder. Der Kampf wurde von Loris=Melikoff geleitet, Großfürst Michael wohnte demselben aber während des Tages ebenfalls bei. Sonntag Vormittags 11 Uhr hielt General Loris=Melikoff seinen Einzug in Kars. [Die Stärke der beiden auf demeuropäischen Kriegs schauplatze sich gegenuberstehenden Armeen.] Durch das„Militär. Wochenbl." erhalten wir eine ziemlich genaue Uebersicht der russischen Streitkräfte mit Angabe ihrer ziffermäßigen Stärke. Danach zählt die Armee in Rumänien und West=Bulgarien 119,000 Mann mit 558 Feldgeschützen; außerdem die Abtheilungen der Sappeur=Brigade bei den Brücken von Korabia, Nicopolis, Sistowa, des Belagerungsparks u. s. f. mit 10,000 Mann und Positionsgeschützen. Im Balkan stehen 30,000 Mann Russen 162 Geschützen; am Lom 73,000 Mann und 432 Geschütze; in Dobrudscha und in Ost=Rumänien 38,000 Mann mit 240 Geschützen. Die Angaben, die das„Militär. Wochenbl." über Stärke der türkischen Truppen macht, sind anscheinend weniger zuverlässig; eine Controle derselben ist aber unmöglich. Danach stehen in West=Bulgarien überhaupt 92,000 Mann Türken mit 50 mit der 138 Rheinland und Westfalen. Barmen, 20. Nov.[Bel der heutigen Stichwahl] erhielten bis Mittags 12 Uhr Stimmen: Herr Dr. Heusner 78, Herr C. Th. Huisberg 45. *[Recht charakteristisch für unsere Stadtverwal ung] ist es, daß einer ihrer Beamten über locale Angelegenheiten, welche zunächst die hiesige Bürgerschaft interessiren, an auswärtige Blätter berichtet. So lesen wir heute in einer auswärtigen Zeitung daß Herr Sanitätsrath Dr. Sander unsere Stadt verlassen wirdindem er einen ehrenvollen Ruf nach Hamburg an eine dortige dtische Anstalt erhalten habe. [Ueber die Verfälschung der Nahrungsmittel] hält heute Abend Herr Dr. Bulk im„Allgemeinen Bürgerverein" einen populär-wissenschaftlichen Vortrag. Das Thema ist von allgemeinem Interesse, speciell aber für jede Hausfrau von Wichtigkeit. Die Damen werden daher, trotz der etwas ungünstigen Witterung, nicht unterlassen dürfen, recht zahlreich zu erscheinen. *[Ueberfahren.] Ungefähr in der Mitte der Alleestraße hat ich gestern Nachmittag ein höchst bedauerliches Unglück ereignet. Ein Kohlenfuhrwerk kam nämlich nahe an einem Wagen der PferdeEisenbahn vorbei, als plötzlich der auf ersterem sitzende Fuhrknecht herunter fiel und unter die Räder gerieth. Sehr schwer verletzt wurde er in ein Haus getragen, wo ihm sofort ärztliche Hülfe zu theil wurde. Trotz der sehr schweren Verletzung gab der Unglückliche keinen Laut des Schmerzes von sich. Ob das Unglück durch die Pferdeeisenbahn oder durch das eigene Verschulden des Ueberahrenen herbeigeführt worden ist, wird die Untersuchung wohl ergeben.— In unserer Nachbarstadt Elberfeld haben sich gestern gleichfalls durch Ueberfahren zwei schwere Unglücksfälle ereignet. Vor der Restauration Müller in der Berlinerstraße wurde nämlich gestern Morgen ein kleiner, etwa 4—5 Jahre alter Knabe von einem glücklicherweise nicht beladenen Frachtwagen überfahren und sehr schwer verletzt, namentlich hat das Kind einen Rippenbruch davon getragen — Etwa eine halbe Stunde später wurde im Kipdorf von einem Klophaus'schen Rollwagen ein schon bejahrter Schreiner aus dem Bendahl überfahren und derart am Kopfe verletzt, daß an dem Aufkommen des Unglücklichen, der sofort in das städtische Krankenhaus geschafft wurde, gezweifelt wird. Den Fuhrmann soll an dem Un glücke keine Schuld treffen. 8[Hasen] sind in diesem Jahre in den Jagdrevieren in großer Anzahl vorhanden. Vor einigen Tagen ließ sich sogar ein Mitglied dieser Gesellschaft in unserer Stadt blicken: Lampe spazierte, von Heckinghausen kommend, in mächtigen Sätzen durch die Reichsstraße. F Elberfeld, 19 Nov.[Dem II. Abonnements=Concert im Casino] unter Leitung des kgl. Musikdirectors Herrn Schornstein wurde durch die Mitwirkung Sarasate's ein ganz besonderer Reiz verliehen. Das Barmer Concert=Publikum hatte ja bereits Gelegenheit, sich darüber Gewißheit zu verschaffen, daß der interessante Spanier unter den lebenden Violinvirtuosen obenan steht Auch hier war der Enthusiasmus ein allgemeiner, den Sarasate mit Vortrag des Beethoven'schen Violinconcertes, des von Wilhelmj transscribirten Chopinsschen Notturno und seiner Zigeunerweisen eigener Composition heraufbeschwor. Die Aufassung des Beethoven'schen Concertes, obgleich sie von derjenigen eines Joachim in manchen Punkten abwich, war eine überaus stylvolle. In der Cadenz des ersten Satzes und den Zigeunerweisen entfaltete der geniale Künstler die ganze Meisterschaft seiner virtuosen Technik. Die Unfehlbarkeit der letzteren und der in der Fülle des Wohllauts schwelgende Ton rissen die Zuhörer zu ungetheilter Bewunderung hin. Höchst achtbare Leistungen bot das Orchester mit Vorführung der großartig weihevollen dritten LeonorenOuverture in C von Beethoven und Schumanns Sinfonie Nr. 2, eine der bedeutendsten Schöpfungen auf dem unermeßlichen Gebiet des instrumentalen Gedankens seit Beet høven. Anfangs hatte es in der Absicht des Comités gelegen, die neche Symphonie von Brahms zur Aufführung zu bringen, doch wurde der Plan leider durch Nichteintreffen der Partitur vereitelt Den vocalen Theil dieses sehr besuchten Concertes bestritt Ferd. Hiller mit seiner nach Wolfgang Müllers romantischem Gedicht gearbeiteten „oorelel", eine gar anmuthige Composition im Mendelssohn'schen Genre. Es fand dies Werk eine recht wirkungsvolle Wiedergabe. Chor und Orchester behandelten dasselbe mit liebevoller Sorgfalt Gut vertreten waren ebenfalls die Soli. Mit freundlich ansprechenden Stimmmitteln sang Fräulein Voß aus Solingen die Titelpartie; zum Gesang des Fischerknaben brachte Herr Heyer aus Elberfeld einen weichen, biegsamen Ton von echtem Tenortimbre, eine rührige Auffassung und Guß und Fluß im Vortrage. *Sonnborn, 18. Nov.[Leichenbegängniß.] Am Donners tag Nachmittag fand die Beerdigung des Telegraphisten Köster in Vohwinkel statt, welcher, wie berichtet, den Mefferstichen erlegen war, die ihm einige rohe Burschen beigebracht hatten. Es waren bei dem Begräbniß über 300 Beamte, theils in Uniform, theils in Civil, zugegen, ein Beweis, wie beliebt der Verstorbene gewesen, und ein Zeichen der Eintracht und Theilnahme der Bahnbeamten, welche den pflichttreuen Collegen auch am Grabe noch zu ehren wissen. * Essen, 19. Nov.[Versammlung von Bergleuten.) Im großen Saale des Städtischen Gartens fand gestern Vormittag eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung von Bergleuten statt. Auf der Tagesordnung standen drei Gegenstände 1) Das Steigen der Kohlenpreise und das Niederhalten der Löhne. 2) Das Knappschafts=Kassenwesen. 3) Die Vereinigung der Bergleute von Rheinland=Westfalen. Nach Bildung des Bureaus nahm Herr Hassselmann aus Barmen das Wort, und zwar, wie er sagt, mit Freuden, denn er sehe, daß die Bergleute einig seien, einig wie selten in Deutschland. Das arbeitende Volk sei niedergedrückt und schmachte unter den traurigsten Verhältnissen, und seien es besonders die Bergleute, die bei niedrigen Löhnen„ausgemergelt" und durch Verlängerung der Schichtzeit immer mehr„ausgesogen" würden. Jetzt sei es endlich an der Zeit, daß die Bergleute sagen: wir wollen nicht unter den jetzigen Verhältnissen weiterleben. In diesem Stil ging es weiter, bis endlich Herr Hasselmann von dem „christlich-socialen" Reichstagsabgeordneten Herrn Stötzel abgelöst wurde. Schließlich nahm man folgende Resolution an:„Die heutige Versammlung der Bergleute von Essen und Umgegend erklärt, daß die gegenwärtige Lage der Bergleute eine so traurige ist, daß sie der Abhülfe dringend bedarf. Vor allen Dingen ist es nothwendig, daß die achtstündige Schicht und eine der Steigerung der Kohlenpreise entsprechende Steigerung der Löhne angestrebt wird. In diesem Sinne erklärt die heutige Versammlung es ür eine Pflicht aller Bergleute, sich zu einem großen Bunde zu vereinigen, um auf friedlichem und gesetzlichem Wege ihre Lage zu verbessern." Nach Schluß der Versammlung, welche ohne Störung verlief, wurden Listen aufgelegt und sollen sich bis gestern Abend über 1200 Bergleute unterschrieben haben. Die Socialdemokraten, bemerkt hierzu die„Ess. Ztg.", welche sich am Anfang der Versammlung bemühten, einen ihrer Parteigenossen in das Bureau zu bringen, ich im übrigen aber ziemlich theilnahmlos verhielten, scheinen mit ihrer Agitation wenig Erfolg zu haben, und wurde, wie man uns mittheilt, in einer gestern Abend im Kratz'schen Saale stattgefundenen Versammlung ihre Einmischung energisch zurückgewiesen. * Gladöach, 19. Novbr.[Entgleisung.] Heute Morgen entgleiste auf der Rheinischen Bahn am Uebergange beim Bökel der erste von Rheydt kommende Personenzug. Verletzungen von Personen und Beschädigung von Gütern sind nicht vorgekommen, auch ist durch entsprechende Maßregeln eine Verkehrsstockung vermieden. Dahlen, 16. Nov. FNamens=Veränderung.] Vor einigen Tagen fand hier eine Versammlung statt, um wegen Umänderung des Namens unserer Stadt zu berathen. Der Grund dieses Vorgehens ist, daß es nicht weniger als 6 verschiedene Städte und Dörfer in unserem Vaterlande gibt, welche denselben Namen führen und, daß infolge dessen gar häufig, namentlich mit einem Dahlen in Sachsen, sehr störende Verwechselungen im Brief= und Güterverkehr vorkommen. Die Versammlung beschloß, für unsere Stadt den Namen„Rheindahlen" zu beantragen, und hofft mit ihrem Vorschlag so eher durchzudringen, als vor einigen Jahren das im Kreise Grevenbroich gelegene Neukirchen aus demselben Grunde officiell in Hochneukirchen umgetauft wurde.(E. Z.) Köln, 19. Nov.[Aus dem Assisensaal; die Ehren felder Falschmünzerbande auf der Anklagebank.] Seit dem 22. v. M. wurde an unserem Schwurgericht gegen 45 Angeklagte verhandelt; davon wurden 36 verurtheilt, 8 freigesprochen und zwar auch freigesprochen, jedoch einer Correctionsanstalt überwiesen. Von sämmtlichen Verurtheilten haben nur 2 das Rechtsmittel der Cassation ergriffen, nämlich die wegen Straßenraub zu je 7 Jahren Zuchthaus verurtheilten Joh. Wilh. Wolff und Otto Dreesen von hier, welche bekanntlich im Septbr. v. J. auf der Gitterbrücke den Postwagen während der Fahrt erbrachen und 70,000/ Mart zum Nachtheil des Fiscus stahlen.— Heute Morgen begann die dreilägige Assisen=Procedur wegen des in Ehrenfeld entdeckten Münz=Verbrechens gegen 6 Angeklagte: 1) gegen den 25 Jahre alten Kaufmann Karl Engelbert Clönne von Köln, 2) den 36 Jahre alten Lithographen Jul. Ludwig Dolle aus Iserlohn, 3) den 33 Jahre alten Mauerpolier August Hermann aus Köln, 4) den 34 Jahre alten Destillateur Franz König aus Ehrenfeld, 5) den 39 Jahre alten Photographen Friedrich Geck aus Elberfeld und 6) den 25 Jahre alten Lithographen Louis Lütze aus Ehrenfeld. In dem Saal waren die bei dem Verbrechen benutzten Gegenstände, als Lithographirsteine rc., und zum Theil schon hergestellte 100-Markscheine ausgelegt. Vor der Verlesung des Anklageactes stellte der Vertreter des öffentlichen Ministeriums, Herr Staatsprocurator Nakatenus den Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit, welchem Antrage der Assisenhof willfahrte. Bonn, 19. Nov.[Wie wildreich die hiesige Gegle trotz aller der Jagd im Wege stehenden Hindernisse noch ist, be folgende Thatsache. Auf einem von Hrn. C. gepachteten Te bei Buschdorf wurden vorgestern von 16 Schützen 190 Hasen e. Einer der Jäger schoß davon 34.(B. 30 * Coblenz, 20. Nov.[Ein Dampfschiff mit 700 Centner Arsenik] ist ist gestern Nachmittag bei Mühlhofen auf dem Rheine gesunken. * Trier, 17. Nov.[Zusammensturz eines Neubaues.) Gestern Nachmittag brach in der Petrusstraße ein halbvollendetr Neubau zusammen, wobei die an demselben beschäftigten Arbeiter, sechs Maurer und ein Handlanger, verschüttet wurden. Drei derselben mußten sofort, nachdem sie unter den Trümmern aufgefunden worden waren, in das Hospital gebracht werden; einer davon ist besonders schwer verletzt. Drei andere kamen theils mit Verwundungen am Kopfe oder sonstigen Contusionen davon; der letzte hingegen, ein junger Mann, wurde unter den Trümmern als Leiche aufgefunden. Wie man hört, ist der ganze Bau in ca. vier Wochen aufgeführt worden; die Umfassungsmauer soll nur 15 Zoll dick gewesen sein und sich vor dem Zusammenbruch ausgebogen haben. Gesetzgebung und Rechtspflege. [Aus der Rechtsprechung des Reichs=Oberhandels gerichts theilt die„Karlsr. Z.“ mit: Die Bergisch=Märkische EisenUeber die„Wunder des Telephons" veröffentlicht A. Bernstein im Feuilleton der Berliner„Volksztg." eine Reihe von Artikeln. Dieselben sind mit der von dem Verfasser in solchen Dingen zu erwartenden Sachkenntniß geschrieben. Wir entnehmen dem ersten Artikel das folgende:„Obwohl man nun längst wußte, daß Schallwellen sich durch geeignete Instrumente, wie das Sprachrohr, nach einer Richtung hin aussenden und wiederum durch eine andere Vorrichtung, das Hörrohr, sich sammeln und leichter vernehmbar machen lassen, kam man doch erst im vorigen Jahrzehnt auf den Gedanken, durch die Schwingungen der Schallwellen elektrische Ströme in einer Drahtleitung zu erregen und hierdurch wiederum Schallwellen zu erzeugen, die dem Ohr auf dem Ende der einen Leitung Töne vernehmbar machen, welche am fernen Anfangspunkte der Leitung durch den Mund hervorgerufen werden. Eine solche Vorrichtung, von dem deutschen fleißigen Naturforscher Prof. Paul Reiß erfunden, ist die Grundlage der Telephonie, die in erstaunlicher Weise jetzt von einem amerikanischen Erfinder erweitert und bis zu einer überraschenden Vollendung gebracht worden ist. Die Erfindung des Prof. Paul Reiß besteht in folgender Vorrichtung: In einer Station befindet sich ein kleiner Kaften von der Größe einer mäßigen Cigarrenkiste. Er hat auf einer Seite eine trompetenartige Rohröffnung, durch welche man hineinsingen kann; auf dem Deckel ist über eine Oeffnung von der Größe eines Thalers ein feines Häutchen aus Thierblase so lose gespannt, daß es bei jedem Tone, den man in die Oeffnung hineinsingt, in Schwingungen geräth. In der Mitte dieses Häutchens ist eine feine Metallplatte aufgeklebt, die leicht genug ist, um alle Schwingungen des Häutchens mit zumachen. Ganz dicht über diesem Plättchen schwebt an einer Metallfeder ein zweites Metallplättchen, welches beim jedesmaligen Schwingen mit dem unter ihm liegenden Plättchen in Berührung tritt. Singt man nun einen Ton in das Mundstück hinein, so tanzt das am Draht hängende Plättchen mit derselben Geschwindigkeit, mit welcher die Schallwellen des gesungenen Tones einander folgen. Diese beiden Plättchen stehen aber einerseits mit einer elektrischen Batterie, andererseits mit einer Drahtleitung nach der fernen Station in Verbindung. Bei der jedesmaligen Berührung der Plättchen mit einander entsteht demnach ein elektrischer Strom, der durch die ganze Leitung geht und am anderen Ende der Leitung eine Wirkung hervorruft, welche im Ohr denselben Ton erzeugt, der gesungene Ton eine fortwährende Abwechselung der elektrischen Berührung der zwei Plättchen bewirkt, so entsteht und verschwindet in gleicher Abwechselung der Magnetismus in dem Eisenstabe der fernen Station. Der Stab geräth dadurch in ebenso schnelle Schwingungen, wie die Luft auf der Anfangsstation infolge des gesungenen Tones. Diese Schwingungen des Stabes erregen nun ebenso schnell auf einander folgende Luftschwingungen in dem Kasten, worauf der Stab sich befindet, und diese Schwingungen theilen sich so deutlich dem Ohre mit, daß man auf der Endstation erkennen kann, welche Melodie auf der Anfangsstation in den Kasten hineingesungen ist. Dies ist die Telephonie deutschen Ursprunges. Sie ist der Beachtung der Physiker nicht entgangen und hat als interessante Ercheinung auch im Publikum mannigfache Aufmerksamkeit erregt. tan hat hierbei auch nicht verkannt, daß falls es möglich wäre, so feine Häutchen zu construiren wie das menschliche Trommelfell, und sie auch gleich diesem empfänglich zu machen für die ungeheure Scala von Tönen verschiedener Höhe, so würde man im Stande sein, nicht blos Lieder von einfachen Tönen, sondern ganze Concerte in die Ferne zu telegraphiren. Wohl mancher mag auch auch an die Möglichkeit gedacht haben, gesprochene Worte in gleicher Weise fortzutelegraphiren; allein dem setzten sich Hindernisse eigener Art entgegen, die man nicht so leicht für überwindbar erachten konnte." Der zweite Artikel lautet:„Wenn wir nach alle dem, was wir über das Telephon des Herrn Professor Reiß berichtet haben, bekennen müssen, daß die jetzige Erfindung die frühere in ganz außerordentlichem Grade überflügelt, so beschleicht wohl jeden Freund des Vaterlandes eine Beschämung bei dem Gedanken, daß sich kein deutscher Techniker und Naturforscher einer derartigen Erfindung rühmen durfte. Zur Entschuldigung müssen wir einige Thatsachen anführen, die zur Kenntniß der Sachlage von Wichtigkeit sind. Unsere deutschen Techniker trifft kein Vorwurf, wenn sie die jahrelangen Bemühungen um eine neue Erfindung bisher gescheut haben. Die Schutzlosigkeit jeder neuen Erfindung in Deutschland machte es bisher jedem Techniker unmöglich, dasjenige Maß von Zeit und Mühe auf eine Erfindung zu verwenden, wie es in den Ländern geschieht, wo eine gute Patentgesetzgebung ihm einen ausreichenden Lohn für seine Mühe verheißt und gewährt. Ist ja die Telephonie nicht die einzige Erfindung, welche, in Deutschland geboren, erst in verbesserter Gestalt von der Fremde zu uns herübergekommen ist. Die Telegraphie, in der Anfangsstation in das Mundstück gesungen ist. Auf dieser welche die Welt beherrscht, ist ja ebenfalls ursprünglich ein Kind Endstation befindet sich nämlich ein zweiter Kasten, ähnlich dem deutschen Geistes, das erst nach jahrelanger Verkennung in seiner ersten. Auf dessen Deckel ist ein dünner Eisenstab befestigt, der Heimath Aufnahme gefunden hat. Kein Wunder, daß es mit der von einer mäßig starken Lage übersponnenen Kupferdrahts um- Telephonie, die möglicherweise berufen ist, unser ganzes Telegraphenwunden ist. Nach den bekannten Gesetzen der Elektricität und des wesen auf einer neuen Basis umzugestalten, fast ebenso ergeht. Magnetismus verwandelt sich in jedem Moment, wo der Strom Was aber die Forscher betrifft, welche ihr Augenmerk auf jede durch seine Umwickelung geht, dieser Stab in einen Magneten und neue Erscheinung zu richten haben, um deren wissenschaftliche Basis verliert so oft seinen Magnetismus, so oft der elektrische Strom zu erfassen und zu würdigen, so müssen wir hervorheben, daß die unterbrochen wird. Da nun der durch die Oeffnung des Kastens Telephonie, wie sie sich jetzt nach der Erfindung des Amerikaners Bell gestaltet hat, noch keineswegs eine wissenschaftliche Unterlage besitzt, und daß wir froh sein dürfen, wenn nach Jahrzehnten der gründlichsten Untersuchung uns Licht gegeben wird über die erstaunliche Erscheinung, welche momentan weit eher eine Art Entdeckung als eine Erfindung genannt werden darf. Wir werden weiterhin über die wissenschaftliche Grundlage des etzigen amerikanischen Telephons einiges Nähere mittheilen und wollen nunmehr nur die Construction desselben so deutlich als möglich unseren Lesern vorführen. Der Apparat, welcher mit Recht so viel Erstaunen in seiner Wirkung hervorruft, ist von äußerst einfacher Gestalt. Er hat ungefähr die Größe und die Førm eines einfachen Opernglases von mäßigem Umfange. Er wird beim Gebrauch in der Hand behalten, zum Sprechen vor den Mund und zum Hören an das Ohr gebracht. Auf der breiten Seite desselben steht man eine kleine Oeffnung von kaum so großem Durchmesser wie unser deutsches Zwanzigpfennigstück. Am anderen Ende dieses Apparates befinden sich zwei Schrauben, in welche man zwei Leitungsdrähte befestigt. Der Apparat ist auf beiden Stationen, zwischen welchen er wirken soll, ganz gleich construirt und dient zum Sprechen wie zum Hören. Untersucht man nun seine innere Beschaffenheit, so findet man, daß unter der Oeffnung eine sehr dünne Platte von Eisenblech liegt, die etwas größer als ein Zweithalerstück ist und deren Rand festgeklemmt liegt zwischen dem Deckel, worin das Loch sich befindet, und einer eben so großen Unterlage. Hebt man das dünne Eisenblech ab, so sieht man einen Stahlmagnet, der in einer hölzernen Hülse liegt, und bis ans dünne Ende des Apparates reicht. Oben, an der Stelle, wo die Eisenplatte liegt, befindet sich ein kleines Röllchen, auf welches ein feiner, mit Seide umsponnener Kupferdraht aufgerollt ist. Auch diese Rolle ist klein, kaum so groß wie ein Zweimarkstück und auf das obere Ende des Magneten hinaufgeschoben. Die beiden Enden des umsponnenen Kupferdrahtes gehen nun bis an die zwei Klemmschrauben am untern Ende des Apparates, wo sie bei richtiger Anlage, mit dem Leitungsdrahte in Verbindung gebracht werden. Alles dies ist ohne irgend welche künstliche, mechanische Einrichtung angebracht, so daß man ohne jede Gefahr den Apparat zu verderben, alle Schrauben lösen und ihn in seiner ganzen Construction kennen lernen kann. Bringt man das dünne Eisenblech wiederum an seine frühere Stelle, setzt den Deckel mit der Hör= und Sprechöffnung darauf, so kann man sicher sein, daß das Instrument seine Function wiederum erfüllen wird wie vorher. Diese Einfachheit aber ist eben das Staunenswerthe an dem ganzen Apparat. Verbindet man nämlich auf zwei Stationen, auch wenn sie meilenweit von einander entfernt sind, diesen Apparat mit der Leitung resp. mit der Erde, so ist alles vorbereitet zur vollständigen Dienstleistung desselben spricht mit gewöhnlicher Stimme möglichst deutlich in die Oeffnung hinein. Wenn auf der zweiten Station die Oeffnung des dortigen Apparates ziemlich dicht an das Ohr gehalten wird, so hört man Wort um Wort die ganze Rede und nimmt sogar die Stimme, den Klang und Charakter so getreulich wahr, daß man den Sprechenden sehr wohl erkennt, wenn man mit dem ihm eigenthümlichen Sprachklange bekannt ist. Auch ein Lachen oder Seufzen erkennt man deutlich und bei einiger Uebung ist es dem Hörer, als ob der Sprechende in einem Nebenzimmer sich befände. Will man auf das Gehörte eine Antwort ertheilen, so genügt es, wenn man das Instrument vom Ohr zum Munde führt und ohne weiteres zu sprechen beginnt, sobald man nur sicher ist, daß auf der fernen Station der frühere Sprecher den Apparat ans Ohr gebracht hat, um die Antwort zu vernehmen. Fragt man sich nun, wie und wodurch diese erstaunliche Fortpflanzung der Sprache bewerkstelligt wird, so muß man sich für etzt mit einer sehr oberflächlichen Erklärung begnügen, durch die nur ein kleiner Theil des physikalischen Vorganges erläutert wird, und diese Erklärung lautet wie folgt: Das dünne Eisenblech geräth bei jedem gesprochenen Worte in Schwingungen, die gleich sind derjenigen Schwingung der Luft, di onst unser Trommelfell im Ohre trifft. Bei dieser Schwingun kommt das Eisenblech abwechselnd bald näher bald enfernter an de Pol des Magneten, wodurch der Magnetismus bei jedem Laut bal um ein weniges gestärkt, bald um ein weniges geschwächt wird Die äußerst feinen Veränderungen des Magnetismus erzeugen elel trische Ströme in der feinen Kupferrolle, welche auf dem Pole de Magneten angebracht ist. Die erwähnten Ströme pflanzen sich nu durch die Leitung fort bis zur Empfangsstation. Daselbst erreg dieser Strom wiederum leise Schwankungen in dem dortigen Mag neten und die Anziehungskraft, welche letzterer auf die feine Eisen platte ausübt, versetzt dieselbe in genau dieselben Schwingunger welche auf der Sprechstation in der betreffenden Eisenplatte en zeugt worden sind. Der Apparat, vom Empfänger ans Ohr ge bracht, bewirkt auf dessen Trommelfell dieselben Schwingungen, w edes in seiner Nähe gesprochene Wort, und er vernimmt daher al meilenweite Entfernung die Rede so deutlich, als würde sie in sein unmittelbaren Nähe gesprocheu. Das sind Thatsachen, wohlerprobt in tausenden von Versuche und auch die Erklärung, welche wir hiermit dargelegt haben, eine solche, die man den Thatsachen gegenüber als völlig unwid leglich annehmen muß. Aber von einer wissenschaftlichen Begrü dung des ganzen Herganges sind wir noch sehr weit entfernt, weshe wir denn nicht unterlassen wollen, die großen Lücken nunmehr an deuten, die zwischen einer unleugbaren Wahrnehmung und der" bahn und Züge" ein anderen d stattet hat Gebiete d verunglückt gung bela sie, sonder Einwand daß beide derselben Unsälle ve 12 Reichsgesetz Februar 1 Wochentag erfolgt ist hat der( vom 27. S tag" im E die Sonnt Man nimmt auf der einen Station den Apparat in mäßige einer sicheren, wissenschaftlichen Basis gegründeten Erkenntniß Nähe des Mundes, einen bis zwei Zoll entfernt von demselben, und handen sind." 1 Heern App selbst die klagen zur Ehefrau del hier gerichte trolle steht stahls bestra Bahnhofe stücke, 1 3 wendet un Tasche gest bracht. D gangen hat schlossen. schworenen und fünf Stellung un die Landespe fälschungen Drechsler, hatte der Noth. Um richtigen, fä Januar d. über 51 M tiren ließ. war, für königl. Assise urtheilte. Eine entrollt ein „D. Allg. nachstehend 187 51 50 13 5 h. Bet 18 Es si Königsborn 21004 Es hat und Tod Gatten Ferd 37 Jahre 5 Uhr aus Trauernd Sohne am Entschlafenen Um still die trau Wwe. geb. Verwan traurige gute Mul im Alter von ihren Tod erlöst Um still 21003 Barmen Hen schlief unverg und C Fri Ang im bein jahre. Um Feld b. bahn und die Thüringer Eisenbahn haben für die„durchgehenden Züge" einen Vertrag geschlossen, kraft dessen jede dieser Bahnen der anderen die Benutzung ihrer Geleise auf einer gewissen Strecke gestattet hat. Als nun ein Zug der Thüringer Eisenbahn auf dem Gebiete der Bergisch=Märkischen Bahn in einem Bahnhof einfuhr, verunglückte ein Schaffner ihres eigenen Personals. Auf Entschädigung belangt, hat die Thüringer Eisenbahn eingewendet, daß nicht sie, sondern die Bergisch=Märkische Bahn verantwortlich sei. Der Einwand wurde verworfen, indem sich aus jenem Vertrage ergab, daß beide Bahnen am Betriebsresultate participiren, weshalb jede derselben als Betriebsunternehmer erscheint und für die EisenbahnUnsälle verantwortlich ist. *[Anmeldung von Sterbefällen.] Nach§ 56 des Reichsgesetzes über die Beurkundung des Personenstandes, vom 6. Februar 1875, muß jeder Sterbefall spätestens am nächstfolgenden Wochentage dem Standesbeamten des Bezirks, in welchem der Tod erfolgt ist, angezeigt werden. In Beziehung auf diese Bestimmung hat der(Rhein.) Strafsenat des Ober-Tribunals durch Erkenntniß vom 27. September 1877 ausgesprochen, daß der Ausdruck:„Wochen tag" im Gegensatz zu„Werktag" die Feiertage mit umfaßt und nur die Sonntage ausschließt. Gerichtsverhandlungen. Elberfeld, 20. Nov.[Assisen.] Unter dem Vorsitze des Herrn Appellationsgerichtsraths Thumb aus Köln wurden heute hier selbst die Assisen pro 4. Quartal d. J. eröffnet. Es kamen zwei Anklagen zur Verhandlung, von denen die erste gegen die 23 Jahre alte Ehefrau des Knopfarbeiters Otto Kipping, Lydia geb. Schimmel, von hier gerichtet war. Die Angeklagte, die unter sanitätspolizeilicher Controlle steht und seit dem Jahre 1855 schon acht Mal wegen Diebstahls bestraft ist, hatte am Abende des 21. Juni d. J. am hiesigen Bahnhofe einen Fremden an sich gelockt und demselben 8 Zwanzigmarkstücke, 1 Zehnmarkstlick und 1 harten Thaler aus dem Portemonnaie entwendet und das geleerte Portemonnaie dem Bestohlenen wieder in die Tasche gesteckt. Das Geld hatte sie dann mit ihren Bekannten durchge bracht. Da sie sich auch gegen die sanitätspolizeilichen Vorschriften vergangen hatte, wurde die Oeffentlichkeit bei den Verhandlungen ausgeschlossen. Die Frage nach mildernden Umständen wurde von den Geschworenen verneint, und lautete das Urtheil auf drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, Zulässigkeit der Stellung unter Polizeiaufsicht, sechs Wochen Haft und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde. Die zweite Anklage betraf mehrere Wechselfälschungen und war gerichtet gegen Ernst Rudolph, 34 Jahre alt Drechsler, wohnhaft auf dem Bruch bei Remscheid. Seit einem Jahre hatte der Angeklagte keine Arbeit und litten er und seine Familie bittere Noth. Um sich nun Geldmiltel zu verschaffen und seine Schulden zu berichtigen, fälschte er im December v. J. einen Wechsel über 75 M., im Januar d. J. einen solchen über 45 M., im Februar d. J. einen dritten über 51 M. und einen vierten über 75 M, welche er sämmtlich discontiren ließ. Die Geschworenen erklärten den Angeklagten, der geständig war, für schuldig, bewilligten ihm aber mildernde Umstände, worauf der königl. Assisenhof ihn zu einer Gefängnißstrafe von sechs Monaten ver urtheilte. In der That— fügt die„D. Allg. Ztg." hinzu— ein trauriges Wahrzeichen unserer modernen sittlichen Zustände auf allen Gebieten. für wie wir drr Verbrechen in 1875 220 150 à Eine Statistik der preußischen Schwurgerichte die Jahre 1871 bis 1875 entrollt ein sehr trübes Bild. Es kamen danach, „D. Allg. Ztg." entnehmen, in Preußen folgende nachstehend steigender Progression zur Aburtheilung: a. Mord und Mordversuch 1871 1872 1873 1874 92 142 150 196 b. Kindesmord(nicht Tödtung). 82 101 113 147 c. Körperverletzungen mit tödtlichem Erfolge und schwere Körperverletzungen. 282 379 446 485 523 d. Meineid. 591 716 765 835 900 e. Verbrechen gegen die Sittlichkeit. 501 614 752 982 1013 f. Urkundenfälschungen. 1344 1588 1403 1600 2556 g. Betrügerische Bankrotte. 59 91 120 195 228 h. Betrug nach den§§ 264 und 265 des St.=G.=B. 186 377 449 468 545 Es stiegen also die nachstehenden Verbrechen in der genannten Mord und Mordversuch... um 144.22 pCt. b. Kindesmord„ 82.93„ o. Körperverletzung......„ 85.46„ d. Meineid„ 51.51„ e. Verbrechen gegen die Sittlichkeit.„ 102.19„ k. Urkundenfälschung.....„ 90.19„ g. Betrügerischer Bankrott...„ 286.44„ h. Betrug nach§§ 264 und 265„ 193.00„ Vermischte Nachrichten. [Das Vergnügen, sich einen Sprechtelegraph einzurichten, ist kein allzu kostspieliges.] Der Preis eines einzelnen Telephons beträgt nämlich nur 5 M., zwei zu einer An lage gehörige Apparate mit 25 Meter Leitungsdraht kosten zusammen 11 M. Die Nachfrage nach solchen Apparaten ist deshalb auch so groß, daß die Telegraphenbauanstalt von Siemens und Halske in Berlin, die sich mit deren Fabrikation beschäftigt, nicht im Stande ist, alle Bestellungen, die einlaufen, zu bewältigen. [Nur Muth!] Diese ermunternde Einladung wird wohl nöthig sein, um die Moselweintrinker zum Genusse des Leibkutschers oder gar des simpeln Kutschers aus dem Jahre 1877 zu bewegen Der Most an der Mosel hat nämlich in diesem Jahre einen Säuregehalt von 16 Grad, während er in normalen Jahrgängen nur 10 bis 9 aufweist. Die Winzer haben deshalb in verzweifeltem Humor dem 77er den bezeichnenden Namen„Schipka" beigelegt.— Dagegen soll den Feinschmeckern auf anderem Gebiete ein Segen erblühen: aus Sylt meldet man nämlich, daß der Austernfang in diesem Herbst bedeutend ergiebiger war, als in den letzten Jahren. *[Ein weibliches Scheusal.] Aus Hohenwart (Niederbayern) wird nachstehende gräßliche Unthat berichtet: Eine erst jüngst verheirathete Frau schickte ihr Stiefkind um einen Krug Bier. Als das Kleine mit dem Geholten zurückkam, bat es mit aufgehobenen Händchen auch um einen Trunk. Allein die Mutter gab als Antwort dem Kinde einen wuchtigen Schlag mit dem vollen Kruge an den Kopf, daß es mit Blut überronnen besinnungslos zusammenbrach. Erst jetzt erwachte im Herzen der schrecklichen Frau die Blutgier auf das höchste. Sie packte das bewußtlose Kleine, schleppte es in den Keller und zermalmte dort mit einem sog. Kraut steine das Haupt des armen Kindes. Die furchtbare That wurde schnell ruchbar und die scheußliche Verbrecherin sofort in sicheren Gewahrsam gebracht. Ursache war, daß das Stiefkind ein ausgemachtes Vermögen von 3000 fl. besaß, nach welchem die lüsterne Mutter schon lange großes Verlangen trug. [Mordthat.] In Hamburg wurde kürzlich ein 11 jähriger Knabe über die Schleusenbrücke gestoßen und fand dort seinen Tod Man hatte das Hülfegeschrei des Knaben gehört und bemerkt, daß sich mehrere Personen entfernten, welche an der That betheiligt zu sein schienen. Jetzt hat man die eigene Mutter, die Frau eines Erdarbeiters Köster aus Neustadt in Holstein, als Mörderin entdeckt. Gleichzeitig sind auch der Ehemann als Theilnehmer und zwei Arbeiter als der Mitwissenschaft schuldig verhaftet. Frau K. hat die That bereits eingestanden; das Kind war ein uneheliches. Die Mordthat hat in Hamburg ein ungeheures Aufsehen erregt und als die Mörderin dort eingebracht wurde, wäre sie vom Publikum fast gelyncht worden. *[Darwin zum Ehrendoctor ernannt.] Die Universität Cambridge hat dem berühmten Naturforscher Charles Darwin den Grad eines Doctors der Rechte honoris causa verliehen. [Das Gespenst des Propheten.] Wie aus Constantinopel gemeldet wird, geht dort unter der sehr aufgeregten Bevölkerung das Gerücht um, der Prophet sei als höchsteigener Geist dem Sultan Abdul Hamid erschienen und habe ihm geboten, Frieden zu schließen Der Fall der directen Intervention Mohameds ist kein neuerfundener, sondern schon einige Male dagewesen. Wie dem Wiener„Fremdenblatt" aus Constantinopel gemeldet wird, machte sich der Prophet kurz nach dem Tode Mahmuds II, des großen Reformators, in ähnlicher Weise, wie man jetzt meldet, bemerklich. Damals verbreitete sich in Constantinopel urplötzlich das Gerücht, man vernehme gewissen Zwischenräumen aus dem Grabe des verstorbenen Sultans ein gewaltiges Stöhnen und dazwischen den kläglichen Ruf:„Ich brenne! Ich brenne!" Die Fanatiker Constantinopels erzählten sich auch schon, daß nun Mahmud II. für seine Reformbestrebungen in der Hölle tüchtig brennen und flackern müsse. Diese Gerüchte kamen dem Sohne und Nachfolger Mahmuds, Abdul Medschid, dem Vater des jetzigen Sultans, zu Ohren und er beschloß, sich persönlich von den Klagerufen seines Vaters zu überzeugen. Er erschien daher eines Tages, an dem diese Klagerufe besonders fleißig ertönten, unvermuthet in der Moschee, in der die irdische Hülle seines Vaters ruhte, und befahl, nachdem er die Klagerufe mit eigenen Ohren vernommen, die Moschee in allen ihren Räumen genau zu durchsuchen. Richtig fand man unterhalb des Grabes in einem Winkel der Mauer einen Derwisch versteckt, der sogleich vor den Sultan gebracht wurde. Hier gab derselbe an, daß ihm der Prophet im Traume erschienen sei und ihn aufgefordert habe, diese Klagerufe auszustoßen, damit Abdul Medschid gewarnt werde und nicht die Reformbewegungen seines verstorbenen Vaters nachahme. Der Sultan erkannte jedoch, daß der Derwisch nur ein Miethling einiger fanatischer Ulemas sei, und befahl, denselben in einen Sack einzunähen. Hierauf rief der Sultan dem eingenähten Derwisch zu: Wohlan, wenn Du brennst, so will ich Dein Feuer löschen lassen." Ein Wink des Sultans, und der Sack verschwand sin den Fluthen es Bosporus. Uebrigens hat auch schon der Khalife Omar I. bei Gelegenheit der Eroberung von Jerusalem verkündigt, daß ihm der Prophet im Traume erschienen sei und ihm aufgetragen habe, die eroberte heilige Stadt mit äußerster Milde zu behandeln." (Die Frau des Präsidenten der Vereinigten Staaten.] Die amerikanischen Zeitungen beschäftigen sich viel mit den Grundsätzen, nach denen Präsident R. B. Hayes die seit seinem Amtsantriit ins Werk gesetzten Verwaltungsreformen kräftig und energisch durchführt; fast noch mehr aber mit den Grundsätzen, wonach die Gattin des Präsidenten ihr Privatleben regelt. Sie ist eine einfache, schlichte, dabei eine bedeutende und edle Frau. Wäh rend die eitle Frau des Kriegsministers Belknap ihren Mann nöthigte, ein Stellenverkäufer und Betrüger zu werden, um ihrer Eitelkeit fröhnen zu können, hat Frau Hayes auch im Weißen Hause die Einfachheit nicht abgelegt, die ihr in ihrer früheren Stellung eigen war. Der New-Yorker„Deutsche Volksfreund" sagt von ihr: Sie ist im Weißen Hause dieselbe tüchtige schlichte Hausfrau, dieselbe charaktervolle Gattin und Mutter geblieben, die sie zu Columbus, Ohio, war. Sie verachtet Prunk und Flitter eitler Damen, die, weil sie keinen Fonds und Schatz im Innern haben, sich mit Sammet und Perlen äußerlich behängen. Daß diese eitlen Zierpuppen ein Krebsschaden der Gesellschaft Amerikas sind, kann nicht oft genug geltend gemacht werden. Man kann daher Gott danken, daß Frau Hayes den Frauen dieses Landes ein Vorbild edler Ein fachheit gibt.— Sonntags geht Frau Hayes mit den Ihrigen zur Kirche. Sie geht zu Fuß, sie fährt nicht. Ihre Mittel erlauben ihr zu fahren, aber sie geht. Auch das ist ein schöner Zug. Einfach wie die Erscheinung ist auch die Lebensweise der Frau Hayes. Nur in sehr seltenen Fällen und nach besonderer vorheriger Ueberlegung kommt bei ihr Wein auf den Tisch.— Der Newyorker „Volksfreund" gibt noch die Beschreibung eines Bildes dieser treff lichen Frau und fügt hinzu: man fühlt sich fast vecsucht sie für eine Deutsche zu halten.— Es ist überaus wohlthuend, nach so vielen Darstellungen von Genußsucht und Charakterlosigkeit in den höchsten Kreisen der amerikanischen Gesellschaft einmal von einer Feau zu hören, die sich der Verantwortlichkeit und Größe ihres Berufes als Hausfrau und als Präsidentin bewußt ist. Schiffs=Nachrichten. Angekommen: Lloydd.„Hannover" von Neworleans in Bremer haven, 20. d., Dampfer„Canada" von Newyork in Plymouth, 17. d. Bekanntmachung der Handelskammer, betr. den Export nach Spanien. Dem unterzeichneten Collegium ging heute nachstehendes Schreiben zu, welches wir hiermit ganz ergebenst zur Kenntniß der Interessenten bringen. Barmen, den 17. November 1877. Die Handelskammer. Osterroth. Berlin, den 10. November 1877. Unter Bezugnahme auf die Circularversügung vom 27. September d. J. benachrichtige ich die Handelskammer, daß einer königlich spanischen Verordnung zufolge die spanischen Consuln, welche in den Transitländern residiren, auf Grund der eingezogenen Erkundigungen den Transit der Producte der vertragsmäßigen Nationen durch das Gebiet der nicht vertragsmäßigen zu bescheinigen haben. Es ist ferner die Bestimmung getroffen, daß im Falle solchen Transits leine neue Cansulargebühr für Beglaubigungen oder Transit-Visa erhoben werden soll, wenn in Bezug auf die transitirenden Producte ein Mal die Consulargebühren für die Ursprungszeugnisse entrichtet find, mit welchen die Waaren versehen sein müssen. Der Minister für Handel. Gewerbe und öffentliche Arbeiten. gez. Achenbach. An die Handelskammer zu Barmen. Handels= und Börsen=Nachrichten. Wochen=Uebersicht der Reichsbank vom 15. November. Activa. 1) Metallbestand(der Bestand an coursfähigem deutschen Gelde und an Gold in Barren oder ausländ. Münzen) das Pfund fein zu 1392 M berechnet.......„ M. 471.532,000 Zun. Banken sehr still. Deutsche Fonds ffest, fremde meist 2) Bestand an Reichskassenscheinen 3)„„ Noten anderer Banken„ 4).„„ Wechseln 5)„„ Lombardforderungen.„ 6„„ Effecten. 7)„. sonstigen Activen„ Passiva. 43,783,000 Zun. 7,633,000 Zun. 373,312,000 Abn. 50,401,000 Abn. 769,000 Zun. 24,726,000 Abn. 5,088,000 982,000 1,740,000 4,782,000 252,000 84,000 828,000 gut behauptet. etwas besser. Stettin, 19. Nov.[Getreidemarkt.] Weizen per November 211,06, per Frühjahr 208,00. Roggen per November=December 136,00, per Frühjahr 140,50. Hafer per November 145,00. Rüböl 100 Kilogramm per November 73,00, per November=December 72,50, per AprilMai 72,00. Spiritus loco 50,50, per November 50,50, per NovemberDecember 50 00, per Frühjahr 52,30. Vetroleum per November 13.00. Elberfeld, 17. Nov. Die„B. B.=Z.“ schreibt: Die gute MonatsEinnahme der Rheinischen Eisenbahn, von der wir gestern zu berichten hatten, wird noch übertroffen durch den neuesten Betriebsausweis der Bergisch=Märkischen Bahn, welcher eine sehr bedeutende Steigerung des Verkehrs erkennen läßt. Die Bahn hat im October eine Mehreinnahme von 220,855 M. erzielt, die sich aus 277,283 M. Plus im Güterverkehr und 61,428 M. Minus im Personentransport nebst 5000 M. Mehreinnahme unter den Exiraordinarien zusammensetzt. Das Gesammtresultat des laufenden Jahres ist eine Mindereinnahme von 546,000 M., ein Ziffer, die gering erscheint den notorisch schlechten Betriebs=Verhältnissen gegenüber, welche fast während des ganzen Jahres obwalteten, die während der beiden nächsten Monate des Jahres durch Mehreinnahmen wahrscheinlich zum allergrößten Theil getilgt werden wird, und deren practischer Effect daher ein verschwindend geringer sein dürfte. Die Einnahme pro Kilometer betrug im Monat October c. 4528 M. gegen 4479 M. im Vorjahr, es ist also auch in dieser Beziehung ein Fortschritt zu constatiren, denn seit Beginn des Jahres bis zum October hatte die Bahn durchweg kilometrische Mindereinnahmen. „Elberfeld, 19. Novbr.[Seidentrocknungs=Anstalt.] Es wurden eingeliefert: am 19. Novbr. 9 Nr. 417 Kilo. Vom 1. bis 19. November 113 Nr. 7383 Kilo. Total 122 Nr. 7800 Kilo. Neuß, 19. Oct. Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämmtlicher Fruchtgattungen unverändert. Zufuhr 100 Sack. Weizen à 100 Kilo 1. Qual. neuer 25 M.— Pfg., 2. Qual. 23 M. — Pfg., 3. Qual.— M.— Pfg. Landroggen do. 1. Qual. neuer 17 M. 70 Pfg. 2. Qual. 15 M. 70 Pfg. Wintergerste a 100 Kilo 17 M.— Pfa. Sommergerste à 100 Kilo— M.— Pfg. Buchweizen à 100 Kilo 16 M. 26 Pfg. Hafer, neuer do. 15 M.— Pfg. Rübsen(Aveel) à 100 Kilo 33 M.— Pfg. Raps do. 1. Qual. 34 M. 50 Pfg., Kartoffeln à 100 Kilo 8 M.— Pfg. Heu à 50 Kilo 2 M. 70 Pfg. Roggenstroh à 100 Kilo 4 M. 20 Pfg. Rüöbl per 100 Kilo in Parthien von 100 Ctr. 79 M.— Pfg. Rüböl per 100 Kilo faßweise 81 M.— Pfg. Gereinigtes Oel do. 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo 158 M.— Pfg. Weizenvorschuß 00 à 100 Kilo 34 M.— Pfg. Kleien 50 Kilo 5 M. 40 Pfg. § Dinslaken, 19. Nov. Die Gesammtmenge des zum diesmaligen Markte zugebrachten Viehes belief sich auf eirca 700 Stück tragende, frischmilchende Kühe und Rinder. Das Geschäft war im ganzen still und blieben die Preise unverändert. Fettvieh per 100 Pfd. 54-60 M. Handel still, Absatz nicht befriedigend. Am Schweinemarkt belief sich die Zufuhr auf circa 900 Stück, wovon junge Ferkel im Alter von 6-8 Wochen per Woche mit 1 M. bis 1,50 bezahlt wurden. Faselschweine 6—18 Wochen 15-20 M, fette 45-50 M. Handel schleppend, Absatz ungenügend. Nächster Markt: Montag, den 3. December. Frankfurt, 19. Novbr. Böhm. Weßbahn 143, Elisabethbahn 135 Galizier 203¼, Franzosen 217, Lombarden 65, Nordwestbahn 91 Silberrente 56½, Papierrente 53% Goldrente 62½, Ital. Rente— Russen 1872——, Amerik. 1885 99½, 1860er Loose 103¼, 1864r Loose 251,00, Creditactien 172½, Oesterr. Nationalbank 694,00, Darmst. Vonk 102, Berl. Bankverein——, Heff. Ludwigsbahn 81½. Bremen, 19. Nov.[Petroleum.] Standard white loco 12,75, per December 12,90, per Januar 13,00, per Februar 13,00. Amsterdam, 19. Nov.[Getreidemarkt.] Weizen auf Termine unverändert, per März 317. Roggen loco unverändert, auf Termine fester, per März 190, per Mai 192. Raps per Herbst 425 fl. Rüböl loco 43¼, per Herbst 42¾. Antwerpen, 19. Nov.[Petroleum=Markt.] Rassinirtes, Type weiß, loco 31½ bez. 32 B., per November 31½ bez. 32 B., per December 31¾ bez. 32 B., per Januar 32 bez. und B., per Februar 31½ B. Steigend. Paris, 19. Nov. 3 pCt. Rente 71,55, Anleihe de 1872 106,70 Ital. 5 pCt. Rente 72,00, Oesterr. Goldcente 62,25, Franzosen 542,50, Lomb. Eisenbahnactien 163,75, Lomb. Prioritäten 230,00, Türken de 1865 10,27½, Türken de 1869 49,00, Türkenloose 32,25, Spanier——. London, 19. Nov. Consols 967/16, Italien. 5 pCt. Rente 715/16. Lombarden 6½, 3 pCt. Lombarden=Prioritäten alte 9½, 3 pCt. do. neue 9, 5 pCt. Russen de 1871 77¾, 5 pCt. do. 1872 77½. 5 pCt. do. 1873 79, Silber——, Türk. Anleihe de 1865 10, 5pCt. Türken de 1869 10½, 5pCt. Vereinigt. Staaten pr. 1885——, do. 5pCt. fundirte 106½, 6 pCt. ungar. Schatzbonds 95%, 6 pCt. ungar. Schatzbonds Eatifs. 85½, 6 pCt. Peruaner 12"/o, Spanier 13. 8) das Grundcapital 9) der Reservefonds...... 10) der Betrag der umlaufenden Noten 11) die sonstigen täglich fälligen Verdindlichleiten....... 12) die an eine Kündigungsfrist gebundenen Verbindlichkeiten... 13) die sonstigen Passiva.... K. Berlin, 19. Nov.[Börse.] wie der gesteige Privatverkehr mäßig fest gewannen M. 120,000,050 unverändert. 13,072,000 do. 666,686,000 Abn. 15,310,000 141,829,000 Zun. 17,093,000 16,075,000 Abn. 25,000 4,990,000 Abn. 289.000 Die heutige Börse war ebenso Creditactien und Franzosen Wetterbericht der deutschen Seewarte. Uebersicht der Witterung am 19. Novbr. In fast ganz Europa und besonders in der Ostsee ist das Barometer seit gestern gefallen, nördlich der Alpen herrscht eine südwestliche Luftströmung, mit wenigen Ausnahmen schwach wehend, bei vorwiegend trübem aber weniger als gestern nebligem Wetter und neuer Erwärmung in Norddeutschland, theilweiser Abkühlung im übrigen Europa. Discontobank E. Tannenberger. Barmen, 20. Novbr. Horten und Panknoten. Bekanntmachungen. Pauline Vohwinkel Anton Riffert Verlobte. Königsborn Barmen 21004 im Novbr. 1877. Es hat dem Gebieter über Leben und Tod gefallen, meinen theuern Gatten 20998 Ferd. Sauerbruch, 37 Jahre alt, heute Nachmittag gegen 5 Uhr aus diesem Leben abzurufen. Trauernd stehe ich mit meinem Sohne am Sarge des uns so früh Entschlafenen. Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Wwe. Ferd. Sauerbruch geb. Helene Hammerschmidt. Todes=Anzeige. Verwandten und Freunden die traurige Nachricht, daß unsere liebe, gute Mutter Unsere große Schaar sieht wieder sehnsüchtig dem lieben Christfeste mit seinen Weihnachtsgaben entgegen; und wie uns in früheren Jahren die Liebe mancher Kinderfreunde bedacht hat, so hoffen wir, wird sie es auch in diesem Jahre thun. Alles ist uns willkommen, was der Kinder Herz und Mund erfreuen kann, Kleidungsstücke, Spielsachen, Eßwaaren rc. Auch Gaben an Geld, selbst die geringsten, nehmen wir mit herzlichem Dank entgegen. Zur Annahme der uns zugedachten Gaben sind gern bereit die Vorstandsmitglieder: Frl. Albers, Heidterstr. 12, Frl. Teschemacher am alten Markt, Frau Pastor Müller, Carl Krieckhaus, Albertstr. 16, Heinr. Maruhn. Müller, Falliment im Alter von 60 Jahren heute Morgen von ihren langen Leiden durch den Tod erlöst wurde. Um stille Theilnahme bitten 21003 Die trauernden Kinder. Barmen, den 20. Novbr. 1877. Todes-Anzeige. Heute Morgen 10 Uhr entschlief nach langem Leiden unsere unvergeßliche Mutter, Schwiegerund Großmutter Frau Wittwe Friedr. Luckhaus» Anguste geb. Tillmanns, im beinahe vollendeten 65. Lebensjahre. 20957 Um stille Theilnahme bitten Die Hinterbliebenen. Feld b. Remscheid, 18. Nov. 1877. 2. von Heinrich Klein, Riemen dreher in Barmen. Die Gläubiger dieses Falliments werden ersucht, entweder persönlich oder durch einen Bevollmächtigten: 1. bei mir oder dem Secretariate des Königl. Handelsgerichts zu Barmen binnen 40 Tagen von heute ab ihre Forderung anzumelden und die Forderungstitel zu hinterlegen; sich zur Prüfung und Bekräftigung der angemeldeten Forderungen in dem von dem RichterCommissar auf Mittwoch den 2. Januar 1878, Nachmittags 4 Uhr, im Sitzungssaale des Königl. Handelsgerichts hierselbst anbe raumten Termine einzufinden. Barmen, den 11. November 1877 Der provisorische Syndik Dörpinghaus, 2091 Advocat-Anwalt. Eine schöne Wohnung von 4 Zimmern in der 2. Etage per Mai zu verm. 20962 Unterdörnerstr. 103. Eine abgeschlossene 2. Etage von 5 Räumen, mit allen Bequemlichkeiten, ist auf nächsten Mai zu vermiethen. Auch können Bodenstuben beigegeben werden. Näh. unter 20736 in der Exp. Auf Anmeldung ist heute unter Nr. 1741 des hiesigen Firmen=Registers eingetragen worden die Firma„Johs. Bergmann" in Barmen, deren Inhaber der früher in Langerfeld, jetzt zu Barmen wohnende Kaufmaun Johannes Wilhelm Bergmann ist. Barmen, den 17. November 1877. Der Handelsgerichts=Secretär: 20955 Ackermann. In das von dem Kaufmann Emil Bornefeld in Barmen unter der Firma „Emil Bornefeld" daselbst geführte Handelsgeschäft ist ein Commanditist eingetreten. Die dadurch errichtete Commandit=Gesellschaft hat am 16. November 1877 begonnen, dieselbe führt die Firma„Emil Bornefeld& Co." und hat ihren Sitz in Barmen. Der genannte Emil Bornefeld ist der einzige persönlich haftende Gesellschafter und nur allein berechtigt, die Gesellschaft zu vertreten und die Firma zu zeichnen. Die Firma„Emil Bornefeld" ist dagegen erloschen. Auf Anmeldung ist dieses heute unter Nr. 1237 des Firmen= bezw. Nr. 850 des Gesellschafts=Registers eingetragen worden. Barmen, den 16. November 1877. Der Handelsgerichtssecretär: 20956 Ackermann. Falliment von W. Narath, Möbelschreiner hier. Die Gläubiger dieses Falliments werden ersucht— entweder persönlich oder durch Bevollmächtigte: 1) binnen vierzig Tagen dem unterzeichneten Syndik oder dem Secretariate des kgl. Handelsgerichtes zu Barmen ihre Forderungen anzumelden und die hierauf bezüglichen Beläge zu übergeben; 2) sich zur Prüfung und Bekräftigung ihrer angemeldeten Forderungen in dem vom RichterCommissar Herrn von Ragué auf Mittwoch den 2. Januar k. J., Nachmittags 6 Uhr, im Sitzungssaale des königlichen Handelsgerichts zu(Barmen anberaumten Termine einzufinden. Dersprov. Syndik des Falliments: 20952 Gau. Notar a. D. Nähe der Post 2 mobl. Zimmer zu vermiethen. Näh. i. d. Exp. d. Z. 20803 Gerichtlicher Berkauf. 21010 Am Mittwoch den 21. Novbr. 1877, Nachmittags 2 Uhr, sollen zu Barmen gegen baare Zahlung meistbietend verkauft werden und zwar in dem Geschäftslocale der daselbst bestandenen Firma Zippmann& Rosenstengel, Werléstraße 31, nämlich: Eisen=Drehbänke, Räder-Stoßmaschine, Bohrmaschinen, Transmissions-Achse nebst Riemenscheiben und Betriebsriemen, Blasbalg, Ambos, Schraubstöcke ec. ec., sowie verschiedene Hausmobilien. 21010 Lewert, Gerichtsvollzieher. Zu vermiethen drei Zimmer der zweiten Etage nebst Speicherzimmer, sowie eine schöne Speicherwohnung in einem ruhigen mit allen Bequemlichkeiten versehenen Hause in Rittershausen, an stille Familie. Näh. unter 21009 in der Exp. Im mittleren Stadttheil eine schöne Wohnung(4 Zimmer, Speicherst., Keller, Gärtchen mit Bleiche auf Mai 1878 zu vermiethen. Näh. unter 20804 in der Exp. Raum und Dampskraft für 4—6 Riementische nebst Wohnung sofort zu vermiethen. Beckacker b. Barmen, 18. Nov. 1877. 20807 Richard Jansen. Schöne Werkstatt mit Wohnung zu 1. Mai 1878 zu vermiethen, Mitte Oberdörnen. Näh. unter 20908 in der Exp. In Wupperfeld sind noch einige schöne Wohnungen, Verkaufslager od. Bierkeller auf Mai zu vermiethen. schwere Bahnen zogen etwas an Bahnhofstraße 6 ist das Parterre, bestehend aus Laden und 2 Wohnzimmern, auf sofort oder später zu vermiethen. Auf Wunsch können auch noch mehrere Zimmer in einer oberen Etage beigegeben werden. 20960 Näheres Beckmannshofstraße 15. Sovereigus Napoleonsd'or ollars in Gold do. in Silber Geber ow. Vorrath. 29,88 sow. Bedarf. 20,30 16,26 —" 4.12 3.58 Oester. Silbergulden Oester. Bor Geber sow. Vorrath. Banknöten sow. Bedar 17,40 Zu vermiethen pro 1. Mai 1878 ein hübsches Ladenlocal mit oder ohne Wohnung. Mittelstraße 22. 20959 Geschw. Eversberg. Eine abgeschlossene 1. Etage von 6 Zimmern mit allen Bequemlichkeiten per 1. Mai zu verm. Näh. bei Aug. Herra, 20609 Gewerbeschulftraße 124. Ein an einer frequentirten Straße Mittelbarmens gelegenes LadenLocal mit 4 großen Schaufenstern steht per 1. Mai 1878 oder auch früher zu vermiethen. Näh. unter 20964 in der Exp. Eine schöne Wohnung von 3 Zimmern und Speicherzimmer im Hinterhaus auf Mai billig zu vermiethen. Näh. unter 20950 in der Exp. Näh. unter 20861 vermiethen. in der Exped. Nähe von Barmen, kann auch zum Ringofen benutzt werden, gleich zu verm. Näh. unter 20917 in der Exp. Ein Unterhaus sowie mehrere Etagen ganz oder getheilt an der Alleestraße per Mai 1878 zu verm. Näh. unter Nr. 20652 i. d. E In meinem Hause Neuenweg- u. Bahnhofstraßen-Ecke sind Läden nebst Wohnungen Mai 1878 zu vermiethen. 2010 Gust. Ad. Ibach. Per 1. März oder auch früher wird eine Wohnung von 9 Räumen und Küche, wovon 8 freundliche Speicherzimmer sein dürfen, wenn möglich im Mittelpunkt der Stadt zu miethen ges. Gefl. Off. unter P. 314 bes. die Annonc. 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Ein in der Knopfbranche seit längerer Zeit thätiger, junger Kaufmann sucht, wo möglich in derselben Branche, selbstständige St. Derselbe ist mit dem Musterfach 2c. vertraut, selbstständiger ComptoirArbeiter, der französischen Sprache mächtig und mit der engl. nicht unbekannt. Beste Zeugnisse und Referenzen. Offert. sub Ltr. B. 21016 besorgt die Exp. v. Z. Ein junger Mann, 17 Jahre alt, aus guter Familie, verwaist, mit dem Abgangszeugniß der Reife für Obersecunda einer Realschule, sucht zu Österu 1878 Stelle in einem Hand lungshause(Waaren- oder Fabril eschäft) als Lehrling, wo ihm Gelegen seit geboten würde, sich in jeder Beziehung kaufmännisch tüchtig auszubilden. Näheres bei dem Vormund P. G. Hegelich in Burgsteinfurt und bei dem Herrn Wilhelm Hegelich in Barmen, Alleestraße. 20737 Ein junger Mann, der in einem Knopfgeschäft gelernt hat, sucht, nach vollendeter Dienstzeit, unter bescheidenen Ansprüchen Stellung. Gefl. Offert. erbeten unter K. F. 20728 an die Exp. dieses Blattes. Ein junger Mann, wel me scher seit längeren Jahren den Werkeister=Posten einer größeren Litzenfabrik bekleidete, sucht, gestützt auf gute Referenzen, anderweitig dauernde Stellung. Gefl. Offerten unter B. Nr. 19650 befördert die Exp. d. Ztg. Ein junger, zuverlässiger Mann sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, so fort eine Stelle als Commis unte bescheidenen Ansprüchen, in einem Elsenwaaren-En-gros- oder Offerten beliebe man unter A. 20966 an die Expedition dieser Zeitung zu senden. Ein hiesiges Exporteinen tüchtigen Lehrling zu balt Eintritt. Off. unter W. Nr. 20 bes. die Exp. d. Z. Merbst-Ausverkauf, Zu bedeutend ermäßigten Preisen empfehle ich in größter Auswahl mehrere Posten Kleiderstoffe, sowohl in billiger wie in besserer Qualität, Wintermäntel, Regenmäntel, seidene und Zanella-Regenschirme, Umschlag- und Umstecktücher, Stepp- und Filzröcke, ferner sämmtliche rti Wollwaaren, Unterjacken, Unterhosen, Concerttücher in Eiswolle und Federtücher. Bettzeuge, Leinen, Siamosen, Blaudrucks und Futterzeuge werden zu ganz besonders billigen Preisen abgegeben. 21006 Gerh. V. Lempertz, Berlinerstr. 13. Zur Stichwahl. Als wir Herrn Dr. Heusner als Candidaten für die Stadtverordnetenwahl in Vorschlag brachten, geschah es, um dem Stadtrath eine Kraft zuzuführen, die für denselben auf medicinisch-wissenschaftlichem Gebiet nothwendig ist. In Sachen der Lebensmittelverfälschung, der öffentlichen Gesundheitspflege, der sanitären Einrichtung der Schulen, der Badeanstalt und so weiter, über welche die Entscheidungen des Stadtraths stets angerufen werden können, ist es von Wichtigkeit, das sachgemäße, wissenschaftliche Urtheil eines Arztes zu hören. Ebenso kann es für die Verwaltung nur wünschenswerth sein, für diese Fragen eine junge Kraft zur Seite zu haben, welche in der Lage ist, anregend und fördernd zu wirken. Wir erlauben uns demnach den Wählern der zweiten Abtheilung unsern Candidaten Herrn Dr. Heusner wiederholt zu empfehlen. Die Vorstände der vereinigten liberalen Parteien. 20910 Geschäfts-Verlegung. Mit dem heutigen Tage verlegte meine Leinen- u. Bettwaaren-Handlung von der Bahnhofstraße 3 nach derWertherstraße Nr. 6 und bringe meine Specialitäten in Bettartikeln sowie ganze Aussteuern dem geehrten Publikum in empfehlende Erinnerung. Barmen, den 15. November 1877. 20712 Friedr. Koschland, Wertherstraße Nr. 6, Leinen- und Bettwaaren-Handlung Wertherstr. 6, Barmen, vis-à-vis dem alten Rathhaufe. Eine der größten Puppenfabriken Deutschlands läßt am hiesigen Platze in Folge des schlechten Geschäftsganges und um ihr Lager baldmöglichst gänzlich zu räumen, eine große Partie, circa 20.000 Puppen angekleidet und unangekleidet, von 10 Pf. bis 25 Mark à Stück, total ausverkaufen. Die Puppen sind durchaus solid gearbeitet und auf das Eleganteste gekleidet, in Gesellschafts=, Ball=, Promenaden= n. Kinder=Anzügen u. dergl. mehr. 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Preis des Couverts ohne Wein: 3 M Die Mitglieder unseres Vereins iebst ihren Damen werden hiermit reundlichst dazu eingeladen. Das Festprogramm und die Liste zum Festessen liegen im Vereinslocale offen und wird letztere am Mittwoch bend, den 21. November, geschlossen. Mittwoch den 21. November a. c.: II.Abonnements-Concert Zarmer Orchester=Vereins unter Direction des Herrn Capellmeister Molnår. Nachdem: 20951 I. Kränzchen. Die Barmer Schützen-Gilde. Rhenania! Mittwoch den 21. November, Abends 7 Uhr: Grosses Preisschiessen betreffend ein fettes Schwein im Bocale-des Hrn. Fritz Linder (Linders Vierhaus). Auch Nichtmitglieder können an dem Schießen theilnehmen. 20864 Mittwoch den 21. d.: Vortrag über C. Th. Körner. 20914 Der Vorstand. FremdenBarmen, den 20. November 1877. zu Wesel a. Rh. Die dem Herrn H. 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Verantw 2 Verha Präsident schwach besetzten und drei Regie von dem Ableb des Verstorbene eine Vorlage ei Beitragsleistung Hannover. Tagesordn neten Frhrn. v. daß sie das geg Aachen auf Gri fahren für die 2) Erste B richtung der La 3) Erste B deutschen Gerich Löwenste Windtho Berathung für die Berathung Windthe führbar und bes großer Majoritä gemeinsam gefül Justizminist erstenmal im cussion und erkl welche die deutsch die wichtigsten, d Wichtigkeit häng das Haus die G schwer werden w seien sehr eingehe was von Mensch Dr. Laske nicht so gründlic Sicherlich würden überwiesen werde haben. Aber es Hauses in jener ganze Haus an! der Vorlagen an allgemeinen müß pflege den Aussch Beachtung und w sprächen, dann menschliche Versta so spricht Redner tribunal beseitigt einen höchsten Ge odioses. Demnä stitut des für schwerde=Verfahren schlagene Gerichts richtig gewählt. gemachten Vorbeha liche Strafsachen z (preußischer S uechaffen wer loner ebenfalls haidelnden Stoffe von dem Abschnit ten, und spricht einmal die Grund tung den Amtsgeri zuschließen, bis m Redner hofft, daß und daß ihr ein! werde. Redner b unbesoldeten Asse die vorgeschlagene die Staatsanwalt während bei den bespricht sodann Preis zu hoch u sonals die Mittel Proceßkosten zu er sucht steigern. Er ein, wobei er a aber doch eine best wo die Pensioniri nicht zuzumuthen, Dispositionsstellun ehrenwerthen Rich Landesvertretung Richterstand durch deste Maß zurückz Justizminister zur gedeihlichen? Elisabeth w Kräfte das Ruh ihrem Herzen a Kraft, welcher Abends weichen den Heuchler un erstandenen Men neues Leben zu „Mein Go Lippen,„was gnadenvolle Gesch er wird mich lie Die langer geweinten Auger bleiche Stirn, u in das Reich de entdeckt zu haben und weiter spinn Anfänglich Zustand zwischen versäumen; aber daß jeder Versuc sich immer feste die stärkere, zwi über die gänzliunruhig wogend umfing mit weid schenkind.— Di Maienblüthen v Blüthe im tollen reichen Kaufman in Schlummer. Gegen Mor lich ein. Bald feierlichem, fried den ersten Gruß Ein golden h. Erst — ihr