Vereinigte Dreistödte eibung Sprecher am Niederrhein Dülkener Zeitung Dülkener Volkszeitung Geschäftsstellee Dülken, Lange Straße 51. Fernruf 5286 Viersener AVolkszeitung Hauptgeschäftostelles Viersen Haupistr. 200 Fernruso 2641, 2049 Geschäftsstelles Viersen Haupisin 145, Fernruf: 2641,2642 Der Bezugspreis beträgt halbmonatlich 1,05 frei Haus ginschließlich Botenlohn Einzelverkaufspreis 10 Pfg., mit Illustrierse 15 Pf9. Nichterscheinen einzelner Nummern berechligt nicht zur Kürzung des Bezugspreises. Grenzgebiet und Schwalmtal Geschäftsstellen Lobberich, Breyellerskr. 29, Fernr. 159— Waldniel, Fernr. Amt Amern 261 Süchtelner Zeitung Süchtelner Volkszeitung Geschäftsstelle: Süchteln, Hochstraße 131. Fernruf 3927 Die Vereinigte Dreistädte=Zeilung erscheint läglich mü Ausnahme der Sonnund Felerlage. Anzesgenpreise lant Oreisliste Nr. 6 oom 1 Apeil 1936. Bel Kondurs und Zwangsvergleich erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß Nr. 14 Mittwoch, den 17. Januar 1940(Kath. Antonius Evg. Anton) 66. Jahrgang Der beste Mann der Revolution von 1911" China erhält eine neue Zentralregierung, die mit Japan zusammenarbeitet Wangtschingweis Aufgabe ab Tokio, im Januar Von unserem eigenen Mitarbeiter Arvid Balk Rund 80 Millionen Japaner leben auf den japanischen Inseln. Ihrer Auswanderung haben sich die weiten, leeren Räume Amerikas und des englischen Kolonialreiches, vor allem Australiens, verschlossen. Dadurch sind die Japaner, da sie sich auf ihren kargen Inseln nicht mehr ernähren können, auf das asiatische Festland gedrängt worden. 1931 entschlossen sie sich, in der Mandschurei einzugreifen. Unter japanischer Leitung entstand 1932. der Staat Mandschukuo, der seither zu einem modernen Ordnungsund Rechtsstaat des 20. Jahrhunderts emporgestiegen ist, mit sanberen Großstädten, einer glänzend entwickelten Industrie, einem vorbildlichen, ganz modernen Verkehrswesen mit erstklassigen Eisenbahnen, Autobuslinien und Häfen sowie einer blühenden Landwirtschaft. Ich habe das junge Land oft durchreist. Es gleicht einem wohlgepflegten Garten. Aber dieser Erfolg rief den Neid derjenigen Mächte wach, die den Japanern nicht die Luft zum Atmen gönnen. Sie bewaffneten China gegen Japan und redeten den Chinesen ein, es würde ihnen ein leichtes sein, die Japaner auf ihre Inseln zurückzuwerfen. Im Juli 1937 brach der Krieg aus, ganz und gar gegen den Willen der Japaner. Wenn sie nicht Ehre und Ansehen verlieren wollten, mußten sie fechten, obschon gegen zehnfache Uebermacht und gegen ein China, das von außen her mit Waffen und Geld reichlich unterstützt wurde. Die Japaner nahmen den Fehdehandschuh auf. Sie fochten— und siegten. Ihre Truppen hatten ungeheure Schwierigkeiten zu überwältigen, aber sie schafften es. Durch ein vorbildliches Zusammenwirken ihrer Land=, See- und Luftstreitkräfte haben sie in einem anderthalbjährigen Feldzug vom Sommer 1937 bis Silvester 1938 fast ganz China erobert. Die mit den Engländern verbündete ehemalige chinesische Regierung ist in die äußerste Südwestecke zurückgedrängt. Das ganze übrige und eigentliche China mit allen Eisenbahnen, Strömen, Häfen, Großstädten und der gesamten Meeresküste ist in japanischer Hand und bildet zur Zeit eine Art Protektorat. Aber das ist ein Uebergangsstadium. Die Japaner haben die Chinesen aufgefordert, eine eigene chinesische Reichsregierung zu bilden und sich ihr chinesisches Reich ganz nach Wunsch einzurichten, wobei ihnen dann Japan als hilfsreicher Bundesgenosse zur Seite stehen werde, um über die Organisationsschwierigkeiten hinwegzukommen. Die einzige Bedingung, die Japan stellt, ist: China dürfe nicht meyr zum Aufmarschgebiet fremder(europäjscher u. amerikanischer) Mächte gegen Japan mißbraucht werden. Damit sind die Chinesen einverstanden. Der Wunsch nach Frieden ist in China allgemein, zumal da man einsieht, daß man sich nur für England aufgeopfert habe. China blutet infolge des Krieges aus tausend Wunden, und kein Chinese kann sagen, wozu das alles nötig gewesen sein soll. Zwei große, tüchtige Völker haben sich wundgeschlagen, obwohl sie gar keine Gegensätze haben, sondern rassisch nah verwandt und von der Natur ganz und gar aufeinander angewiesen sind. Aber für England war es vorteilhaft, die Chinesen sich gegen die Japaner verbluten zu lassen. Diese Erkenntnis hat sich jetzt endlich in China durchgesetzt, und die neue chinesische Reichsregierung, die mit Japan freundschaftlich zusammenarbeiten will, ist im Entstehen begriffen. Ihr Haupt ist Wangtschingwei, der beste Mann der chinesischen Revolution von 1911, die damals das unfähig gewordene chinesische Drachenkaisertum beseitigte und seitdem durch lange, mühevolle Wirren gegangen ist, bis sie jetzt im Bündnis mit Japan diejenige Lösung zu finden scheint, die den ostasiatischen Völkern von der Natur vorgezeichnet ist. Das neue japanische Kabinett Yonai DNB Tokio, 16. 1.(Ostasiendienst des DNB.) In Tokio wurde soeben die neue Kabinettsliste veröffentlicht. Die Regierung Yonai setzt sich hiernach wie folgt zusammen: Ministerpräsident Admiral Yonai, Kriegsminister General Hata, Außenminister Arita, Innenminister der frühere Kolonial= und Verkehrsminister Graf Komada, Handelsminister das Mitglied des Oberhauses, Großindustrieller Fujiwara, der bekanntlich im Herbst vergangenen Jahres in Deutschland weilte, Marineminister Admiral Yoshida, Kolonialminister General Koiso, Justizminister Generalstaatsanwalt Kimura, Finanzminister wurde der frühere Landwirtschaftsminister im Kabinett Hiranuma, Sakurauchi, Eisenbahnminister Matsuno, Landwirtschaftsminister Shimada, Kultusminister Matsura, Wohlfahrtsminister Yoshida, Verkehrsminister Katsu, Verfassungsabteilung Hiroso. Ministerpräsident Admiral Yonai ist heute vom Kaiser zur Vorlage der Kabinettsliste empfangen worden. Die Ernennung des neuen Premiers wurde dabei, wie Domei meldet, vom Kaiser im Beisein des Kriegsministers General Hata ausgesprochen. Anschließend erfolgte die Vorstellung des neuen Kabinetts. Das neue japanische Kabinett Yonai wird auch weiterhin von der Presse und den politischen Kreisen erwartungsvoll, jedoch zurückhaltend beurteilt. Die Presse weist auf die Bedeutung der Tatsache hin, daß der frühere Generaladjutant des Kaisers, Kriegsminister General Hata, auf persönlichen Wunsch des Kaisers im Amt verblieb und den persönlichen kaiserlichen Auftrag erhielt, für die Zusammenarbeit zwischen Armee und Kabinett zu sorgen. Dies sei das erste Mal, daß der Kaiser bei einer Kabinettbildung persönlich hervorgetreten sei. Der neue japanische Kabinettschef (Associated Preß, Zander=Multiplex=K.) Ostasiens Neuordnung Japans unverrückbares Ziel DNB Tokio, 16. 1.(Ostasiendienst des DNB) Der neue japanische Ministerpräsident Yonais gab am Dienstag im Anschluß an die erste Sitzung seines Kabinetts eine Erklärung über die politischen Richtlinien der neuen japanischen Regierung ab. Er betonte vor allem, daß die Beilegung des China=Konfliktes zur Schaffung einer Neuordnung Ostasiens gestützt auf dem festen Entschluß des Volkes unverrückbares Ziel Japans bleibe. Aus diesem Grunde werde die japanische Regierung den Plänen einer neuen chinesischen Zentralregierung volle Unterstützung gewähren. Die Regierung werde sich ferner bemühen, die Beziehungen Japans zu den andern Mächten von Japans eigenem unabhängigen Standpunkt zu klären. Die Regierung werde alles tun, um die Lebenshaltung des Volkes sicherzustellen und den Ausbau der Landesverteidigung zu fördern. Zu dem sich aus diesen Ausgaben ergebenden notwendigen Maßnahmen werde er, so erklärte der Ministerpräsident, im Reichstag ausführlich Stellung nehmen. Abschließend forderte Yonai die gesamte Nation zur einmütigen Zusammenarbeit mit der neuen Regierung auf. Der neue Kriegsminister Hata gab Dienstag einen Tagesbefehl an die Armee aus, in dem er u. a. betont, daß die erfolgreiche Beilegung des China=Konfliktes dringend den Ausbau der Landesverteidigung, eine innerpolitische Neuordnung und die innere Geschlossenheit der Armee erfordere. Das Kabinett hat am Dienstag beschlossen, den Reichstag zur Vorbereitung der Haushaltsvorlage um 10 Tage zu vertagen. Japans Außenpolitik Beilegung des Chinakonfliktes die Kardinalfrage DNB Tokio, 16. 1.(Ostasiendienst des DNB.) Der Außenminister erklärte Dienstagabend zur Außenpolitik in Japan, daß grundsätzlich die bisherigen Richtlinien eingehalten würden. Die Beilegung des Chinakonfliktes bleibe die Kardinalfrage, während die Beziehungen zu dritten Staaten vollkommen unabhängig voneinander geregelt werden könnten. Es sei deshalb unrichtig zu glauben, daß freundliche Beziehungen mit einer Macht die Beziehungen zu anderen Mächten stören könnten. Gegenüber Amerika, so führte der Außenminister weiter aus, überlege er geeignete Maßnahmen, um die Handelsfrage zu erleichtern. Rußlant-Politik unverändert DNB Tokio, 16. 1.(Ostasiendienst des DNB) Der neue japanische Ministerpräsident Yonai gewährte am Dienstag der Presse eine Unterredung, in der er besonders auf außenpolitische Fragen einging. Er stellte zunächst fest, daß die Beilegung des Chinakonfliktes die Hauptaufgabe seiner Regierung sei und betonte, daß die China=Politik des Kabinetts Abe weiter verfolgt werden würde. Zur Politik Japans gegenüber England, den Vereinigten Staaten und Rußland erklärte Yonai u. a., daß die Außenpolitik der Regierung Abe unverändert beibehalten werde. Auf eine Frage, welche Haltung die neue Regierung gegenüber Rußland einnehmen würde. erwiderte Yonai, daß die Rußland=Politik des letzten Kabinetts ausgezeichnet gewesen sei. Es sei gut, alle Ursachen für Streitigkeiten mit der Sowjetunion zu beseitigen. Als ersten Schritt zur endgültigen Bereinigung der japanisch-russischen Beziehungen bezeichnete Yonai die Lösung der Grenzfrage. Mussolinis gerade Linie unverändert Europas Neuordnung nach anderen Grundsätzen als den von Versallles Abwarten ist keine Neutralität add Rom, Mitte Januar Von unserer eigenen Mitarbeiterin Adelheid Dehlo Solange Italiens Interessen nicht unmittelbar bedroht oder gefährdet werden, bleibt Italien mit der Waffe bei Fuß außerhalb des Konfliktes, um durch seine„Nichteinmischung in den Krieg" den Frieden im Mittelmeer, in Süd- und Östenropa zu erhalten, wie es nicht nur im italienischen, sondern auch im deutschen Interesse liegt. Diese italienische Haltung darf aber nicht mit Neutralität verwechselt werden. Italien hat keine Neutralitätserklärung abgegeben, seine Haltung ist ein einfaches Abwarten. Bekanntlich haben die neutralen Staaten, die schon von vornherein erklären, dem Kriege fernbleiben zu wollen, beim endlichen Friedensschluß kein Wort mitzureden, selbst wenn ihre Interessen dabei in Mitleidenschaft gezogen werden. In eine solche Lage kann sich Italien unmöglich bringen: erstens, weil es den Krieg nicht mit Ueberlegung ablehnt, geschweige denn fürchtet, und zweitens, weil es eine europäische Großmacht ist, die nicht nur ihre eigenen Interessen, sondern auch die Belange Europas wahrzunehmen hat. Die geographische Lage Italiens bringt es mit sich, daß nichts, was das europäische Gleichgewicht erschüttert oder ändert, für Italien bedeutungslos est,— ganz abgesehen von der geschichtlichen und geistigen Bedeutung Italiens für Europa. Durch eine Neutralitätserklärung hätte Italien ausdrücklich darauf verzichten müssen, an einer künftigen politischen, wirtschaftlichen und geistigen Neuordnung Europas mitzuwirken. Italiens Nichtmitwirkung am Kriege hingegen ist eine wachsame, bewaffnete und bereite Haltung. Das Italien Mussolinis macht eine autonome Politik, die zwar nicht die höhere europäische Gerechtigkeit aus dem Auge verliert, wie das in Versailles geschah, die aber vor allem auf die Verteidigung der eigenen nationalen und imperialen Interessen gerichtet ist. Diese Interessen liegen vor allem im Mittelmeer, dem„mgre nostrum“, das— nach einem Wort des Duce— für England ein Weg, für Italien aber das Leben ist. Eine weitere wichtige Interessensphäre Italiens ist der Balkan und die Donauländer. Italien, das durch die Einverleibung Albaniens selbst zu einer Balkanmacht ersten Ranges geworden ist, fühlt sich berufen, zur Befriedung des Balkans sein Teil beizutragen, indem es die Reibungen und Interessengegensätze, die hier nach wie vor am Werke sind, durch seine vermittelnde und ausgleichende Tätigkeit zu beseitigen strebt. Allerdings ist man sich darüber klar, daß das Ziel der Aufrechterhaltung des Balkanfriedens nur erreicht werden kann, wenn dieses einstige„Pulverfaß Europas“ nicht von dritten Mächten zu dipldmatischen Intrigen und interessierten Einmischungen mißbraucht wird. Welches wird die künftige Haltung Italiens sein, — dies ist die ausgesprochene oder unausgesprochene Frage vieler. Der gesunde Realismus, durch den sich die Politik des Duce auszeichnet, wird nicht umhin können, den künftigen Entwicklungen und Gegebenheiten Rechnung zu tragen, die heute noch unbekannt und undurchsichtig sind, und die zu einem großen Teil nicht vom Willen Italiens abhängen. Welche Ueberraschungen der Ablauf dieses„seltsamsten aller Kriege“ bringen wird, kann heute noch niemand sagen, meint man hier. Eines aber ist sicher: das faschistische Italien, das in den letzten Jahren eine so große Lebenskraft, einen so starken„Dynamismus" an den Tag gelegt und so Feldzüge siegreich durchgefochten hat, wird auch in Zukunft nicht als untätiger Zuschauer beiseite stehen. Es wird nicht Objekt, sondern Subjekt der europäischen Politik sein, es wird seine gerade Linie auch fernerhin einhalten und der Welt zeigen, daß- nach einem Wort des Duce die Zeit der„Walzerrunden“ endgültig vorbei ist, wenn sie jemals vorhanden war. Mit anderen Worten: Italien wird sich durch keine Lockungen oder Drohungen beeinflussen lassen, sondern unter der starken Hand des Duce seine eigene Politik betreiben, die letzten Endes die Neuordnung Europas nach anderen Grundsätzen, als denen von Versailles, zum Ziel hat. Drei britische U-Boote vernichtet DNB. Berlin, 16. 1. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Die britischen U=Boote„Starfish“ und„Undine“ wurden durch deutsche Abwehrmaßnahmen in der deutschen Bucht vernichtet. Ein Teil der Besatzungen wurde gerettet. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die britische Admiralität bestätigt außer den bereits bekanntgegebenen U=Booten„Starfish“ und „Undine" nunmehr auch den Verlust des U=Bootes „Seaherse". Amerika durch Schaden klüger? Seit geraumer Zeit bemüht sich die englische Propaganda mit allen Kräften um die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten. Die Zahl der englischen Agenten mit unmittelbarem oder mittelbarem Auftrag ist ungeheuer groß. Sie arbeiten zum überwiegenden Teil kaum oder gar nicht in ihrer Agenteneigenschaft erkannt, im Schatten ihrer Helfer mit grosiem Namen wie Eden, der bereits vor dem Kriege eine Rundreise durch die Staaten unternahm, Duff Cooper und— neuerdings auch des britischen Botchafters in Washington Lord Lothian. Als dieser Diplomat als Nachfolger Sir Ronald Lindsays Botschafter in Washington wurde, wurde vom Foreign Office damit unverkennbar der Zweck verfolgt, eine neue Periode angelsächsischer Zusammenarbeit zu beginnen, deren äußerer Auftakt der Königsbesuch gewesen war. Lord Lothian war 1916 bis 1921 Privatsekretär von Lloyd George. Er ist bekannt für die Sprunghaftigkeit seiner politischen Entschlüsse und Neigungen— stets aber war er um einen Ausbau der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten bemüht. Er besitzt dort, wie man weiß, viele außerordentlich einflußreiche Freunde und man wird deshalb seinen Einfluß auf die führende Schicht der Vereinigten Staaten nicht unterschätzen dürfen. Zwischen dieser führenden Schicht und den Anschauungen des amerikanischen Volkes freilich klafft ein tiefer Riß. Vor allem ist es falsch, zu glauben, zwischen dem englischen und dem amerikanischen Volk bestünde eine auf Gefühlsmomenten beruhende innere Freundschaft. Vielmehr dürfte es sich um eine vermeintliche Interessengemeinschaft handeln, wenn auch viele nicht unmittelbar materielle Dinge eine besondere Beziehung zwischen den beiden Völkern schaffen. Ein guter Kenner angelsächsischer Denkungsweise hat das einmal so formuliert: Wenn man einen Amerikaner fragen würde:„Welches Volk lieben Sie am meisten?", so wurde er wahrscheinlich die Frage ablehnen und sagen:„Wenn Sie mich fragen, gegen welches Volk ich am wenigsten einzuwenden habe, dann fragen Sie richtig. Ich würde Ihnen dann antworten, die Engländer.“ Das rein politische Fundament der anglo-amerikanischen Beziehungen ist die englischerseits an Amerika zugestandene Flottenparität, die der Ausgangspunkt der modernen englischen Amerika=Politik geworden ist. Aber die Vereinigten Staaten haben offenbar aus dem Weltkrieg doch gelernt. Jene Weltlriegserfahrungen sucht die englische Propaganda freilich zu ignorieren, und das ist der große Meinungskampf, der gegenwärtig drüben ausgefochten wird. Es erscheint fraglich, ob Roosevelt aus seinen bekannten Sympathien weitgehende praktische Schlußfolgerungen wird ziehen können. Ein deutliches Beispiel, wo dabei auch ihm gewisse Grenzen gezogen sind, hat das Echo auf die letzte Chamberlain=Rede gegeben. Man hat es in weitesten Kreisen der Vereinigten Staaten als eine Anmaßung empfunden, daß der englische Premier in kaum verhüllter Weise die Amerikaner zum Eintritt in den Krieg an Englands Seite aufforderte. Die militärische Neutralität scheint heute der überwiegenden Mehrheit des amerikanischen Volkes unbedingt notwendig. Ein amerikanischer Schriftsteller schrieb noch vor dem gegenwärtigen Kriege als Ergehnis seiner sorgfältigen Untersuchung den Satz nieder: unsere Teilnahme am Weltkrieg nutzte nur England und betrog Amerika. Das ist heute drüben eine sehr weit verbreitete Erkenntnis, so daß die Neigung zur Wiederholung eines so ungeheuer kostspieligen Experimentes im Volke denkbar gering ist, und von dem man auch weiß, wie ungeheuer gefährlich es ist. X . Französischer Wortbruch unter englischer Einwirkung Was das französische Gelbbuch verschweigt— Frankreich hatte völlige Neuorientierung seiner Außenpolitik zugesagt Bonnets innerpolitische Schwierigkeiten— Die Verhältnisse seit München grundlegend geändert DNB Berlin, 1d. 1. Das französische Gelbbuch versucht, wie eine hierzu veröffentlichte amtliche Verlautbarung feststellt, durch tendenziöse Auswahl der Dokumente die Leser über die wahren Zusammenhänge der Vorkriegsgeschichte zu täuschen. So wird z. B. der Eindruck zu erwecken gesucht, als habe Frankreich auch nach der Münchener Zusammenkunft niemals die leiseste Andentung darüber gemacht, daß es sich in Zukunft an den Deutschland besonders berührenden Fragen des Östeuropäischen Raumes desinteressieren werde. Diese französische Darstellung entspricht in keiner Weise den Tatsachen, wie aus bindenden Erklärungen der verantwortlichen französischen Politiker dokumentarisch nachgewiesen werden kann. In Wahrheit hat Frankreich nach der Viermächte=Zusammenkunft von München auch öfsentlich eine Neuorientierung seiner Außenpolitik angekündigt. 1. Das neue außenpolitische Programm Frank reichs wurde eindeutig Ende Oktober 1938 auf dem Parteikongreß der Radikalsozialisten, der führenden Regierungspartei, in Marseilles festgelegt. Seine Grundzüge waren vor allem in dem vom Parteikongreß gebilligten außenpolitischen Bericht des Sena tors Berthod enthalten. In diesem Bericht wurde angeregt, jede einzelne französische Verpflichtung da hin zu prüfen, ob sie lebenswichtigen Interessen Frankreichs entspreche, und mit welchen Mitteln sie gegebenenfalls erfüllt werden könne. Senator Berthod empfahl, gemäß der englischen Tradition präcise und imperative Verpflichtungen auf diejenigen Punkte zu beschränken, bei denen lebenswichtige In teressen des Landes auf dem Spiele stehen und er klärte insbesondere, daß keine Rede von einer Abdankung Frankreichs sein könnte, wenn dem fran zösischen Volk in seiner Eigenschaft als westlicher, seefahrender, afrikanischer und kolonialer Nation die Valorisierung seines herrlichen Imperiums für seine Zukunft wichtiger erscheine als die undankbare Rolle des Gendarmen oder des Bankiers, zu der es sich in seinem Siegesrausch überall dort berufen geglaubt hätte, wohin seine Armeen es geführt hätte Der französische Ministerpräsident Daladier hat sich in seiner Rede vor dem Parteikongreß am 27 Oktober das von Senator Berthod entwickelte Programm der Selbstbeschränkung im wesentlichen zu eigen gemacht. 2. Auf der Basis dieser neuen Politik Frankreichs ist die deutsch=französische Erklärung vom 6. 12. 1938 zustande gekommen. Eine soeben amtlich veröffentlichte Aufzeichnung über die Gespräche, die Reichsaußenminister von Ribbentrop bei seinem Besuch in Paris mit dem damaligen französischen Außenminister Bonnet geführt hat, gibt Auschluß über die von Frankreich anerkannten Voraussetzungen, unter denen das deutschfranzösische Abkommen abgeschlossen worden ist. Sie beweist, daß der Reichsaußenminister Herrn Bonnet deutlich zu verstehen gegeben hat, daß Deutschland die französischen Militär=Allianzen in Ost=Europa als ausgesprochenes Ueberbleibsel des Versailler Vertrages ansah, die ein wiedererstarktes Reich nicht länger hinnehmen könnte. Bonnet hat dies ausdrücklich zur Kenntnis genommen und durch seine Erwiderung. „daß sich die Verhältnisse seit München ja in dieser Hinsicht grundlegend geändert hätten", für Frankreich akzeptiert. Auch der Feststellung des Reichsaußenministers, daß Deutschland den tschecho-slowakischen Raum als sein ausgesprochenes Interessengebiet ansähe, hat Bonnet nicht widersprochen, vielmehr zu erkennen gegeben, daß Frankreich die der Tschecho=Slowakei unter gewissen Voraussetzungen zu gewährende ViermächteGarantie als ein lästiges Ueberbleibsel des verfallenen französisch-tschecho-slowakischen Bündnisses betrachte, dem eine besondere Bedeutung nicht zukomme. Jedenfalls hat sich Bonnet durch die Erklärung des Reichsaußenministers, daß„Deutschland eine französische Garantie der Tschecho-Slowakei gegenüber als eine Art Einmischung in seine Interessenspähren ansehen müsse, nicht daran hindern lassen, an der deutsch=französischen Verständigungs=Politik festzuhalten und damit anerkannt, daß der tschechoslowakische Raum deutsche Interessensphäre geworden war. 3. Die neue französische Außenpolitik begeanete von vornherein erheblichen innerpolitischen Widerständen. Die französische Opposition war so stark, daß Bonnet ihr in seiner Rede vor der französischen Kammer am 26. Januar 1939 erhebliche Zugeständnisse machen zu müssen glaubte, indem er das Fortbestehen der französischen Interessen in Östeuropa und die volle Gültigkeit des französisch=polnischen Bündnisses stark unterstrich. Tatsächlich hielt sich Bonnet indessen weiter auch für gebunden an die Zusagen, die dem Reichsaußenminister am 6. Dezember 1938 hinsichtlich eines Desinteressements Frankreichs in Östeuropa gegeben worden waren. Deshalb gab der französische Außenminister vor und nach der erwähnten Rede dem deutschen Botschafter in Paris, Grafen Welczeck, die ausdrückliche Versicherung ab, daß seine Kammer=Erklärung nur für den inneren Gebrauch bestimmt sei und keine Bedeutna für die wirkliche Politik Frankreichs habe, die bei den Pariser Besprechungen des Reichsaußenministers festgelegt worden war. So gab er dem deutschen Botschafter in Paris bereits am 24. Januar 1939 zu verstehen, daß die Stellen seiner Rede über„das obsolute Festhalten an der französischen Politik im östlichen Europa“ nur für den inneren Gebrauch bestimmt seien. Am 18. Februar 1939 berichtete Graf Welczeck über ein weiteres Gespräch mit dem französischen Außenminister. Der deutsche Botschafter sprach zunächst weisungsgemäß sein Befremden darüber aus, daß Bonnet in seiner Rede von der Pflege und womöglich Erweiterung der französischen Freundschaften in Ost- und Mitteleuropa gesprochen und dadurch beispielsweise bei den Tschechen und Polen den Eindruck einer Wiederaufnahme der gegen Deutschland gerichteten Einkreisungspolitik hervorgerufen habe. Der Bericht des Grafen Welczack an das Auswärtige Amt fährt dann wörtlich wie folgt fort: „Bonnet widersprach sehr lebhaft und erinnerte an die mir vor seiner Nede in der Devntiertenlammer gegebenen Erklärungen. Man könne dorh. meinte er, alte Freundschaften pflegen und diese wirtschaftlich und kulturell ausbauen, ohne dem schon durch seine geographische Lage bevorzugten deutschen Reich im Osten und Südosten in die Quere zu kommen. Dieses gleiche gute Recht werde Deutschland sicherlich in Spanien für sich in Anspruch nehmen, sobald dort Ruhe und Ordnung wiederhergestellt seien. Er bitte mich, dem Herrn Reichsaußenminister des Auswärtigen die betreffenden Stellen aus seiner Senatsrede über die französische Außenpolitik zu übermitteln, an der man schwerlich etwas aussetzen könne. In außenpolitischen Kammerdebatten würden oft Dinge gesagt, die offensichtlich für das interne Forum bestimmt seien und keine darüber hinausgehende Bedeutung hätten. Wenn ein französischer Außenminister gegen Sturm und Wogenbrand unseren seines Erachtens gerechten Ansprüchen auf die sudetendeutschen Gebiete Geltung verschafft und dann innerlich die Konsequenzen aus der Veränderung der Lage in Zentraleuropa gezogen habe, könne man nicht gut von ihm verlangen, daß er auch vor der Kammer auf der ganzen Linie abdiziere. Wenn er das tun würde, so würden nur die Kriegshetzer Oberhand erhalten, die ihm Schlappheit und Protzerei mit dem deutsch-französischen Abkommen vorwürfen, und behaupten, er messe diesem größere Bedeutung bei als dies in Deutschland geschehe, wo das Abkommen in der Führerrede vom 30. Januar mit keinem Wort erwähnt worden sei. Ich antwortete Bonnet, daß wir nur nach dem Effekt den seine außenpolitische Rede im Aus land gehabt habe, urteilen könnten und dieser sei unseren Interessen im Osten und Südosten abträglich gewesen.“ 4. Schließlich hat auch der französische Botschafter in Berlin bei seiner Unterredung mit dem Reichsaußenminister am 6. Februar 1939 dessen Feststel lung,„daß Bonnet in Paris, sich an den östlichen Fragen desinteressiert habe, nicht widersprochen und seinerzeit ausdrücklich erklärt, Die erwähnten Dokumente, deren voller Wortlaut soeben vom Auswärtigen Amt veröffentlicht worden ist, zeigen mit unwiderlegbarer Deutlichkeit, daß Frankreich sowohl im Dezember 1938 als auch noch im Februar 1939 von maßgebendster deutscher Seite über Deutschlands Ansprüche auf Anerkennung seines Lebensraumes in Enropa unterrichtet worden ist, und daß der verantwortliche Leiter der französischen Außenpolitik bindend zugesagt hat, daß Frankreich diesen Ansprüchen nicht in den Weg treten werde. Unter englischer Einwirkung hat Frankreich diese Politik im Frühjahr 1939 aufgegeben. Es hat durch Einmischung in Östenropäische Fragen, die die französischen Lebensinteressen in keiner Weise berührten, der dentschfranzösischen Verständigung die Grundlage entzogen und England bei der Entfesselung des Kriegs Beistand geleistet. Englands Bedingungen an Amerika Antwort auf die Note der amerikanischen Regierungen:„Kein Bruch der Nentralität, sondern Sicherung des Amerikanischen Kontinents"— Ohne Erfüllung der Londoner Forderungen keine Respektierung der panamerikanischen Sicherheitszone DNB Washington, 16. 1. England hat jetzt auf die Note der amerikanischen Regierungen geantwortet, die sich mit Kriegshandlungen innerhalb der sogenannten panamerikanischen Sicherheitszone befaßte. Mit offenem Zynismus wird englischerseits darauf hingewiesen, daß die Erklärung von Panama die Preisgabe der natürlichen Rechte eines kriegsführenden Staates bedeuten würde. Die britische Regierung sei jedoch nicht bereit, ohne weiteres auf diese Rechte zu verzichten. Mit gutgeheuchelter Entrüstung weisen die britischen Machthaber die„Unterstellung“ zurück, daß britische Kriegsschiffe etwa in einer Art und Weise gehandelt haben und handeln werden, die die Ergreifung von Strafmaßnahmen gegen sie gerechtfertigt erscheinen ließen. Mit einer nicht mehr zu überbietenden verlogenen Arroganz fügt die englische Regierung hinzu, daß die„rechtsmäßige“ Tätigkeit ihrer Kriegsschiffe in der panamerikanischen Sicherheitszone lediglich zur Sicherheit des amerikanischen Kontinents beitrage(!!). In der Antwortnote versteigt sich die britische Regierung dann sogar dazu, folgende Bedingungen aufzustellen, unter denen sie„großmütig“ gewillt wäre, die panamerikanische Sicherheitszone zu respektieren: 1. Die deutsche Regierung dürfte keine weiteren Kriegsschiffe in diese Zone entsenden. 2. Die in amerikanischen Häfen befindlichen deutschen Schiffe müßten für die Kriegsdauer festgehalten werden. Bis zur Erfüllung dieser Bedingungen müßte sich die britische Regierung alle Rechte vorbehalten. Starke russische Fliegertätigkeit Russische Langrohrgeschütze beschießen Wiborg DNB. Helsinki, 16. 1. Aus Nordfinnland wird berichtet, daß in den letzten Tagen an der PetsamoFront wiederum eine verstärkte russische Aktivität festgestellt werden konnte. Der russische Flugangriff auf Ivalo an der Eismeerstraße wird als eine vorbereitende Maßnahme für einen Angriff angesehen. Auf der russischen Seite sind in der letzten Zeit starke Truppentransporte beobachtet worden. DNB Helsinki, 16. 1. Die militärischen Anlagen von Wiborg werden seit einigen Tagen wiederum aus etwa 40 Kilometer Entfernung von russischen Langrohrgeschützen beschossen. Durch die stark streuende Beschießung ist ziemlicher Schaden verursacht worden. Am Montag war Abo den bisher schwersten Bombenangriffen durch russische Geschwader ausgesetzt. ellenmäßig erschienen die Bomber in der Stadt. Durch andauernden Alarm war das Erwerbsleben dort völlig lahmgelegt. Nach bisher eingegangenen Nachrichten wuten zahlreiche Feuer in allen Stadtteilen. Russische Bomber griffen weiterhin im Laufe des Tages bei klarem Winterwetter und schneidender Kälte von über 30 Grad Celsius eine Reihe vor allem südfinnischer Städte und Orte an, u. a. Karis, einen Bahnknotenpunkt und Rajamäki. DNB Helsinki, 16. 1. Der finnische Heeresbericht vom 15. Januar meldet von der karelischen Landenge keine nennenswerten Ereignisse. An der Östgrenze sei die finnische Patrouillentätigkeit fortgesetzt lebhaft. Am 14. Januar sei die russische Flugtätigkeit besonders aktiv gewesen. Im Innern des Landes hätten sich die Angriffe besonders auf Turko(Abo), Hanko(Hangö), Tammisaari(Ekenäs), Vaasa, Helsinki, Riihimäki und Rajamäki sowie auch eine Anzahl kleinerer Orte in Südfinnland gerichtet. Wie der Bericht weiter betont, soll die Stadt Vaasa am stärksten unter den Flugangriffen gelitten haben. Der angerichtete Schaden sei beträchtlich. In Nordfinnland sei das Gebiet von Petsamo in der Nord=Süd=Richtung überflogen worden. Die Zahl der sowjetischen Flugzeuge, die an diesem Tag finnisches Gebiet überflogen hätten, wird auf 300 geschätzt. Nach dem finnischen Heeresbericht sollen drei russische Flugzeuge abgeschossen worden sein. Norwegischer Protest in Moskau DNB Oslo, 16 1. Die norwegische Regierung hat ihre Gesandtschaft in Moskan angewiesen,„gegen Grenzverletzungen durch sowjetrussische Flieger energisch zu protestieren". Schwedischer Protest in Moskau DNB Stockholm, 16. 1. Die schwedische Gesandtschaft in Moskan hat Anweisungen erhalten,„gegen die Bombardierung der Insel Kallix"(bei Tornea) zu protestieren. Die Insel Kallix liegt im Nordosten Schwedens im Bottnischen Meerbusen, etwa 20 Kilometer von der schwedisch=finnischen Grenze entfernt, die der Torneafluß bildet, an dem die gleichnamige finnische Stadt Tornea liegt. Eisbrecher Sedow befreit Das glückliche Ende der zweijährigen Forschungsfahrt durch das Polareis Vom„Josef Stalin“ erreicht ster Witterungs= und Eisverhältnisse vollbrachte, als der Eisbrecher„Josef Stalin“ am 81. Breitengrad zwischen Grönland und Spitzbergen den Eisbrecher„Sedow“, der seit 17 Monaten vom Polareis abgeschnitten war, erreicht. Moskan, 15. 1. Die Moskauer Presse vom Sonntag steht ganz im Zeichen der glücklichen Beendigung der über zweijährigen Drift des Expeditionsschiffes „Sedow". Quer durch die nördlichste Arktis ist das Schiff vom Laptewmeer bis zum Grönländischen Meer gedriftet in Breiten, die seit der berühmten Fahrt von Nansens„Fram“ niemals wieder erreicht worden waren. 26 Monate lang ist das Expeditionsschiff mit einer Besatzung von zwölf Mann, an deren Spitze ein 28jähriger Kapitän mit Namen Badagin steht, in den nördlichsten Polarstationen der Erde gewesen. Der wissenschaftliche Ertrag der Expedition des„Sedow“ verspricht außerordentlich interessante Ergebnisse. Die Rätepresse feiert deshalb die Befreiung des„Sedow“ aus seiner über zweijährigen Gefangenschaft im Polareis, die der starke Eisbrecher„Josef Stalin“ unter Leitung des bekannten Polarsorschers Papanin trotz schwierigwie der Expeditionsleiter Papanin selbst in einem Telegramm an Stalin andeutet, noch eine schwierige Aufgabe bevor, die Rückkehr durch die schweren und gefährlichen Packeiszonen nördlich von Spitzbergen in offene Gewässer, die beide Schiffe bis zum russischen Nordatlantikhafen Murmansk noch zu bewältigen haben. Die letzten Meldungen vom Bord des„Josef Stalin“ besagen, daß die vorbereitenden Arbeiten zur Rückfahrt in die freien Gewässer bereits eingeleitet werden. Zunächst muß der„Sedow“ von den Eismassen, die ihn umklammert halten, befreit werden. Da die Steuerung des„Sedow“ seit Beginn der Drift beschädigt ist, wird der„Josef Stalin“ ihn vermutlich ins Schlepptau nehmen. 21 Mann der Besatzung des„Josef Stalin“ sind auf den„Sedow“ übergegangen. Die Besatzung des„Sedow“ wurde sofort mit frischen Lebensmitteln und Vorräten versorgt. * Im Spätsommer 1937 waren drei russische Eisbrecher, also stark gebaute Schiffe, die den Druck des vere, angberra Eises aushalten können und einen besonders starken sich jedoch auf 25 Millionen Yen. Bug haben, um in das Eis eindringen zu können, von der sibirischen Küste gegen Westen gefahren, wobei sie einige Handelsschiffe geleiteten. Rußland erforscht beständig die Fahrtmöglichkeiten von Sibirien, etwa an der Mündung der Lena, nach Europa, deren Erforschung auch diese Fahrt dienen sollte. Die Schiffe gerieten aber im Oktober in das Packeis, also die Region, wo die Eisschollen so dicht an- und übereinander geschichtet sind, daß sie keinen Durchlaß mehr gestatten, und froren ein, wurden mit dem Eis zunächst nach Osten abgetrieben. Dann aber folgten sie der großen Drift, die seit Nansens Fahrt mit seinem Expeditionsschiff„Fram“ 1893/95 festgestellt worden ist und von Osten nach Westen in einem leichten Bogen gegen den Nordpol in den Atlantischen Ozean führt. Im August 1938 gelang es dem russischen Eisbrecher„Jermak", die Schiffskarawane auf etwa 83 Grad nördlicher Breite zu erreichen und zu befreien. Die Eisbrecher„Sadko“ und „Malygin“ kehrten zurück, der„Sedow“ wurde seinem Schicksal überlassen, weil er eine Ruderhavarie hatte. Eine Besatzung von fünfzehn Mann blieb darauf, und man erwartete, daß das Schiff von der Drift bei Spitzbergen wieder in das offene Meer gebracht wurde. Der Eisbrecher„Sedow“ hat diese Fahrt tatsächlich in den 17 Monaten seither zuwege gebracht. Im Jannar 1938 kam er zum ersten Male weiter nördlich, als Nansen seinerzeit mit der„Fram“ gekommen war. Er stand in funkentelegraphischer Verbindung mit Moskau und meldete damals eine Höhe von 85 Grad 55 Min. In der Folge ist er sogar weiter nördlich über den 86. Grad hinausgekommen, im ganzen wurde aber die Fahrtrichtung befolgt, die auch Nansens Schiff gehabt hatte, allerdings etwas nördlicher, denn die„Fram“ ist 1895 an der Westseite Spitzbergens nach Süden gekommen und hatte Tromsö erreicht, während der„Sedow“ ungefähr beim Meridian 0 von Greenwich in die Nähe der Eisgrenze kam. Da die auf zwei Jahre berechneten Lebensmittel zu Ende gingen, wurde der stärkste russische Eisbrecher„Josef Stalin“ zur Hilfeleistung ausgesandt. Er ist im Dezember vorigen Jahres aus Murmansk ausgefahren und hat, sich in den sechs Wochen seitdem langsam an den„Sedow“ herangearbeitet, den er nun befreien konnte. Das Schiff und die Besatzung haben die Fahrt glücklich überstanden und dürften reiche wissenschaftliche Ergebnisse mitbringen. Das erklärt die Freude, die in Moskan über die Rettung herrscht. Die Rückfahrt dürfte kaum mehr größere Schwierigkeiten bringen. Englischer Bomber abgestürzt u. explodiert DNB Amsterdam, 16. 1. Wie Reuter meldet, ist am Montag ein Bombenflugzeug in Fifeshire beim Aufstieg abgestürzt. Die Bombenladung erplodierte und das Flugzeug wurde in Stücke gesprengt. Die Erschütterung infolge der Explosion war sechs Meilen weit wahrnehmbar. Die Besatzung des Flugzeuges soll, wie das englische Büro weiter sagt, noch rechtzeitg abgesprungen und ohne Verletzungen davongekommen sein. Englisches Vorpostenschiff vernichtet DNB Amsterdam, 16. 1. Einer Reutermeldung aus London zufolge ist der ehemalige Fischdampfer „Ivery" in der Nordsee von einem deutschen Flugzeug angegriffen und versenkt worden. Die neunköpfige Besatzung des Schiffes ist in einem schottisch en Hafen gelandet. In der Biscana versenkt DNB Amsterdam, 16. 1. Das holländische Motorschiff„Arendskerk"(8000 Brutto=Register=Tonnen), das auf dem Wege von Antwerpen nach Südafrika war, ist einer Meldung des holländischen Telegrafenbüros„ANP“ zufolge etwa 100 Meilen von Quessant im Golf von Biskaya gesunken. Das Schiff hatte 4000 Tonnen Stückgut für Südafrika an Bord. Wie der Kapitän des gesunkenen Schiffes berichtet, wurde die„Arendskerk“ durch ein deutsches U=Boot angehalten und untersucht, bevor es versenkt wurde. Die Besatzung von 65 Mann wurde von dem italienischen Dampfer„Fedora“ übernommen. Ausbau der spanischen Lustwaffe Von unserem eigenen Mitarbeiter Madrid, im Januar. Eine Waffengattung, der Spanien größte Aufmerksamkeit widmet, ist die Luftwaffe, deren Aufbau systematisch und mit besonderer Energie betrieben wird. Das vor wenigen Monaten geschaffene Luftfahrtministerium unter Leitung des General Yague entfaltet eine rege Tätigkeit. So wurde in Madrid eine Schule für Luftfahringenieure eröffnet. Außerdem wurde die Schaffung von sieben Fliegerschulen in den Gebieten von Madrid, Sevilla, Albacete, Leon, Zaragoza, auf den Balearischen Inseln sowie in Spanisch=Afrika verfügt; in diesen Schulen werden je 200 Schüler ausgebildet werden, die den angegebenen Bedingungen entsprechend, einfachen und kinderreichen Familien entstammen sollen. Darüber hinaus wird seit einigen Monaten eine intensive Propagierung des motorlosen Fluges betrieben; auch dafür ist die Errichtung mehrerer Flugschulen beschlossen worden. Für die Luftwaffe wird auch eine Infanterie geschaffen, die zunächst aus fünf Legionen und drei kleineren Abteilungen auf den Balearischen und Kanarischen Inseln, sowie in SpanischMarokko bestehen wird. Die Offiziere dieser Gruppe werden später aus einer eigenen Akademie hervorgehen, die in Kürze für mehrere hundert Teilnehmer eröffnet werden wird. Inzwischen sind fast 500 Offiziers= und Offiziersanwärterstellen für diese Infanterie der Luftwaffe zur Besetzung ausgeschrieben worden. Darüber hinaus ist die Schaffung einer Fallschirminfanterie geplant, wenn die Lehren des gegenwärtigen Krieges dies als ratsam erscheinen lassen. Erdbeben auf der Insel Chios DNB Athen. 16. 1. Die Erdbebenerscheinungen in Kleinasien und im Aegäischen Meer setzten sich fort. Nach der Katastrophe in der Türkei und einem Erdbeben in der Nähe von Kreta am 6. Januar wird am heutigen Dienstag ein mittelstarkes Beben von der Insel Chios gemeldet, das aber keine schweren Schäden anrichtete. 6500 Häuser zerstört DNB Tokio, 16. 1.(Ostasiendienst des DNB) Der furchtbare Brand in Schizuoka konnte gelöscht werden, nachdem er 15 Stunden lang gewütet hatte. 6500 Häuser wurden zerstört, 35000 Menschen sind obdachkos geworden. Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt, die Versicherungsbeträge allein belaufen Nr. 14 Vereinigte Dreistädte=Zeitung Mittwoch, den 17. Januar 1940 Nachrichten aus Viersen Plaketten niederrheinischer Baudenkmäleß treu und gewissenhaft erfüllen. Seit Monaten ist nun die Nachwuchs=Führer= und Führerinnenschaft Einmal in jedem WWinterhilfswerk wird statt der üblichen Reichsstraßensammlung von jedem Gau eine Sammlung durchgeführt, bei der Abzeichen zum Verauf gelangen, die zu den Einwohnern des Gaues n einer persönlichen Beziehung stehen. So ist es auch in diesem Jahre, im Kriegswinter 1939/40. Am nächsten Samstag und Sonntag findet diese Sammlung statt. Verkauft werden Plaketten, die in ge schmackvoller künstlerischer Ausführung historisch oder technisch bedeutende Bauten aus unserm Gaugebiet zeigen. Neben dem Schlageterdenkmal sehen wir das Düsseldorfer Reiterbild„Jan Wellem“, ferner das Neußer Tor und Schloß Burg, trutzige stolze Zeugen mittelalterlichen Zeitgeschehens. Die Darstellung der Müngstener Brücke, der Wuppertaler Schwebebahn, der Groß=Senderanlage Langenberg und der Adolf=Hitler=Brücke in Krefeld=Uerdingen zeigen uns Werke von höchster technischer Vollendung aus jüng ster Vergangenheit und Gegenwart. Für unser Kreisgebiet aber dürfte die Plakette mit der Darstellung von Schloß Rheydt, einer der schön sten Renaissancebauten des Mittelalters am Nieder rhein, besonders gefragt sein. Abrechnung der Filmstunden-Karten Die Betriebsjugendwalter werden darauf aufmerksam gemacht, am kommenden Freitag, dem 19., oder am kommenden Montag, dem 22. Januar, auf der Dienststelle Hauptstraße 58 in der Zeit ab 17.30 Uhr die erhaltenen Eintrittskarten für die Filmstunde der HJ abzurechnen. Die Zuteilung auf Nährmittelkarte wird in einer Bekanntmachung im Anzeigenteil ausführlich angegeben. Oessentliche Steuermahnung. Auf die Bekanntmachung der Stadtkasse über Steuerzahlung im Anzeigenteile der vorliegenden Ausgabe wird hingewiesen. Vorsicht beim Kauf in der Privatwoynung! Die Gefahr, als Hehler bestraft zu werden, hat dem Käufer auch früher schon gedroht, wenn es sich um Sachen handelte, von denen er den Umständen nach annehmen mußte, daß der Verkäufer sie durch eine strafbare Handlung, z. B. durch Diebstahl, erlangt hatte. Unter den heutigen Verhältnissen ist dies erst recht begründet. Hinzu kommt aber noch folgendes: Bezugsbeschränkte Waren, also z. B. die meisten Lebensmittel, Stoffe und Lederwaren, darf auch der Hausierer ebenso wie der Inhaber eines Ladengeschäftes nur gegen Bezugscheine bezw. gegen die entsprechenden Abschnitte der Lebensmittel-, der Reichsseifen= oder der Reichskleiderkarte abgeben. Bei einem Verstoß hiergegen unterliegen Käufer und Verkäufer der gerichtlichen Bestrafung. Waggons sofort entladen! Die Industrie= und Handelskammer Gladbach=Rheydt=Neuß weist unter Bezugnahme auf frühere Veröffentlichungen nochmals darauf hin, daß es unbedingt notwendig ist, den vorhandenen Laderaum voll auszunutzen. Hierzu gehört auch eine möglichst rasche Entladung. Infolgedessen ist es notwendig, die erforderlichen Arbeitskräfte bereit zu halten, um auch an Sonntagen eingehende Waggons entladen zu können. In diesem Zusammenhang werden auch die Einzelhandelsfirmen gebeten, dafür Sorge zu tragen, daß ihnen durch Speditionsfirmen zugehende Güter auch während der Mittagsstunden entladen werden können. Woche der Pimpfe und Jungmadel. Wieder tritt im nächsten Monat ein neuer Jahrgang der Jungen und Mädel an, um in der Hitler=Jugend seinen Dienst zu tun und sich in die Erziehungsgemeinschaft der deutschen Jugend zu stellen. Schon die Jüngsten haben ja bewiesen, daß sie nach Kräften ihre Pflicht tun und übernommene Aufgaben geschult und ausgerichtet worden, um diesen neuen Jahrgang zu übernehmen. Mit der Vorbereitung im März wurde in Jungbannen und JungmädelUntergauen bereits begonnen, nachdem die Reichsjugendführung hierfür die reichseinheitlichen Vorschläge und Richtlinien herausgegeben hatte. Der Opfersonntag brachte RM. 600971,93 Das vorläufige Gesamtergebnis des ersten Opfersonntages im Kriegs=Winterhilfswerk des Jahres 1940 beläuft sich im Gau Düsseldorf auf RM. 600 971,93 Dieses erfreuliche Ergebnis stellt eindeutig unter Beweis, daß die Volksgenossen unseres Grenzgaues es auch im neuen Jahr als ihre selbstverständliche Ehrenpflicht ansehen, in dem uns aufgezwungenen Abwehrkampf der Volksgemeinschaft jedes Opfer zu bringen und sich damit des tapferen Einsatzes ihrer an der Front die Wacht haltenden Soldaten würdig zu erweisen. 90 000 RM. Das Sammelergebnis im Grenzbezirk M.Gladbach=Rheydt Das Sammelergebnis des vierten Opfersonntags zeigte im Grenzkreis M.Gladbach=Rheydt=Viersen— wie die Kreisamtsleitung der NSV mitteilt— das noch nie dagewesene Ergebnis von 90000 RM. Mit diesem Ergebnis ehrt sich der Grenzkreis selbst, denn er hat noch immer, wenn es hieß, zu den Aufgaben der Zeit zu stehen, seine hervorragende Bereitwilligkeit bewiesen, wie er es auch jetzt wieder tat. Konditorel Hammanns, Viersen Behagliche Kaffeeräume ) Nachrichten aus Dülken Nährmittelansgabe. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Kreisernährungsamtes. Oessentliche Steuermahnung. Auf die Bekanntmachung der Stadtkasse über Steuerzahlung im Anzeigenteile der vorliegenden Ausgabe wird hingewiesen. Die Reihe der Toten. Gestorben ist im Alter von 69 Jahren Anna Lausberg, Hees=Straße 2. Neuer Meister. Pg. H. Delissen, Dülken, Viersener Straße, bestand vor der Prüfungskommission der Handwerkskammer Düsseldorf die Meisterprüfung als Kraftfahrzeugmechaniker. Wir gratulieren! Erster im Geländelanf. Von den Dülkener Turnern und Sportlern, die am Sonntag am Geländelauf in M.Gladbach„Rund durch den Kaiserpark" teilnahmen, belegte Hans Tebrath vom Turnverein„Eintracht“ in der Jugendklasse 2 den 1. Platz. Herzlichen Glückwunsch! Die Endrundenspieler ermittelt Koch, Offermann und Reinold in der 1. Gruppe Dülken, den 17. Januar 1940. Auch zur 7. Runde um die Stadtmeisterschaft im Schachspiel hatten sich neben den aktiven Spielern eine Anzahl Gäste eingefunden, unter denen eine Reihe schachkundiger Besucher war. Im großen und ganzen nahmen die Partien den von uns in der Vorschau angenommenen Verlauf, sodaß Koch. Offermann und Reinold als Spitzendreieck der 1. Gruppe in die Endrunde gelangten. In Gruppe 1 spielte van Helden I gegen Lörper. Zwar gelang es Lörper, den Sieg zu sichern, doch reichte seine Position auch danach nicht aus, in die Endrunde zu gelangen Bähren trat abermals nicht an, sodaß Offermnn die zweite Stelle in der Tabelle behaupten konnte. Dem Angriffsspiel von Koch vermochte Wille nicht stand zuhalten, womit Koch den 1. Platz in der Tabelle behielt. In der Partie Reinold—Rütters gewann ersterer verhältnismäßig mühelos. Damit rückte er als dritter in die Endspielrunde. In Gruppe 2 kam es zu bedeutend spannenderen Kämpfen. Hintzen holte im Endspiel gegen Maaßen eine Ueberlegen heit heraus, die zum Siege führte. In der Partie Esser—Kamps kam es zu einem erbitterten Ringen, das durch einen Fehler v. Kamps zum Siege Essers führte. Schroers spielte gegen Höfer im Mittelfeld spiel einen Qualitätsgewinn heraus. Trotzdem wollte Höfer die Hoffnung nicht aufgeben, sodaß die Spieler nach vier Stunden die Partie abbrachen. Bei der Fortsetzung am Sonntag gelang es Schroers, den Gegner matt zu setzen. Hätte Höfer bei den übrigen Spielen den gleichen Eifer entwickelt wie in der 7. Runde, wäre er wahrscheinlich nicht am Ende der Tabelle zu finden. Tabellenstand: Gruppe 1: 7 Spiele: Koch 6 Punkte, Offermann 5½ Punkte, Reinold 5 Punkte. Lörper 4½ Punkte, Wille 8 Punkte, van Helden I 2 Punkte, Rütters 2 Punkte, Baehren 0 Punkte. Gruppe 2: 6 Spiele: Maaßen 4 Punkte, Hintzen 3½ Punkte, Schroers 3½ Punkte. Esser 3½ Punkte, van Helden II 3 Punkte, Kamps 2½ Punkte, Höfer 1 Punkt. bischof Heinrich von Virnenburg zum Bau der Burg den Anfang gemacht und daß Friedrich von Saakwerden im Jahre 1384 den Ausbau vollendet habe. Allein diese Behauptung ist durchaus unhaltbar. In dem Text der Inschrift selbst ist sie einmal nicht begründet, und es ist nicht abzusehen, wie die beiden reichen und baulustigen Nachfolger Heinrichs, die Kinderwagen, grösste Auswahl. W. Terhaag, Süchteln. Nachrichten aus Süchteln Mütterberatung. Heute ist um 10 Uhr in Ans der Geschichte unserer Heimat der Beratungsstelle, Propsteistraße, Mutterbera eschichle unserer Heimal tungsstunde. Aerztliche Sprechstunde. Die ärztliche Sprechstunde des Kreisgesundheitsamtes ist morgen nachmittag 8 Uhr im St. Irmgardis=Krankenhaus. Oessentliche Steuermahnung. Auf die Bekanntmachung der Stadtkasse über Steuerzahlung im Anzeigenteile der vorliegenden Ausgabe wird hingewiesen. Wann sind die meisten Radfahrer unterwegs? Viersen, 17. Januar 1940 Wohl noch nie ist die außerordentliche Verbreitung des Fahrrades so sehr in Erscheinung getreten, wie gerade jetzt in Kriegszeiten. Nicht zuletzt hat die Einschränkung der Motorfahrzeuge bei manchem Berufstätigen die Liebe zum alten„Tretroß“ wieder neu geweckt und so sehen wir im täglichen Radfahrverkehr auch unserer Stadt viele neue Gesichter. Wenn man so täglich das Straßen= und Radwegenetz befährt, kommt ganz von selbst der Gedanke, in welchem Maße der Radfahrer den Verkehr wohl beeinflussen mag. Darüber seien einige Zahlenangaben gegeben: Bei der letzten Radfahrverkehrszählung sind einige interessante Feststellungen gemacht worden, die einen anschaulichen Ueberblick über den Radfahrerverkehr zu den verschiedenen Tagesstunden gewähren. Hiernach ist im Reichsdurchschnitt der Radfahrerverkehr an Werktagen von 6—7 Uhr morgens am weitaus stärksten. Gezählt wurde an Zählstellen mit überdurchschnittlichem Radfahrerverkehr, also an wichtigen Verkehrspunkten, die sehr stark von Radfahrern benutzt werden und den besten Ueberblick über einen Radfahrerspitzenverkehr vermitteln. In der Morgenstunde von 6—7 Uhr fahren im Reichsdurchschnitt 512 Radfahrer über die wichtigsten Verkehrspunkte der Städte über 20000 Einwohner. Zwischen 7 und 8 Uhr ebbt der Verkehr etwas ab, weil die Fabriken zumeist um 7 Uhr Arbeitsbeginn haben. Die schwächste Radfahrerverkehrszeit ist die Stunde zwischen 9 und 10 Uhr(182 Radfahrer im Reichsdurchschnitt). Von da an steigt es bis zu der Mittagszeit wieder allmählich an, erreicht zwischen 13 und 14 Uhr eine Höhe von 348 Radfahrern(Angestellten=Mittagszeit), sinkt dann wieder, erreicht aber zwischen 16 und 17 Uhr wieder 395 und zwischen 17 und 18 Uhr die zweithöchste Tagesverkehrsziffer im Reichsdurchschnitt mit 407 Radfahrern. Daß unter Berücksichtigung der Sommer- und Winterzeit für die einzelnen Jahreszeiten im Spitzenverkehr beträchtlich höhere oder niedrigere Zahlen herauskommen, ist erklärlich. Der Höchstwerktagsradfahrerverkehr erreicht in den Sommermonaten eine Tagessumme von 11 222 Radfahrern, mit einem Spitzenverkehr zwischen 6 und 7 Uhr morgens in Höhe von 1233 Radfahrern und zwischen 16—17 Uhr in Höhe von 1121 Radfahrern. Im Winter errechnet sich eine Tagessumme von 8079 Radfahrern mit einer Spitzenleistung von 855 Radfahrern zwischen 6 und 7 Uhr und von 788 Radfahrern zwischen 16—17 Uhr. Radfahrer stürzte. Montagabend stürzte am alten Kriegerdenkmal ein Radfahrer, wobei er sich in seinem eigenen Fahrrad so verfing, daß er sich nicht allein erheben konnte. Hilfsbereite Passanten, die durch sein Stöhnen aufmerksam wurden, befreiten ihn aus seiner gefährlichen Lage. Von der Burg zu Kempen Nachdem die Erzbischöfe von Köln aufgehört hatten, ihren Hof zu Kempen auf eigene Rechnung zu bewirtschaften, wurde eine allmähliche Parzellierung desselben vorgenommen, sodaß die dazu gehörigen Grundstücke teils zu Zins, teils zu Erbpacht, teils zu Leibgewinn, teils zu verschiedenen anderen Abgaben und Diensten, teils auch auf Zehntrecht d. h. gegen Entrichtung der zehnten Garbe ausgetan werden. Die Namen der einzelnen Pertinenzstücke dieses Guts, d. i. a) des Saalackers, b) des Hofackers, c) des Eichelackers, d) des Schardenbergs und e) des Schalunsguts haben sich bis zur französischen Umwälzung durch die Kellnereibücher erhalten. Nur die Lage des letzteren(Schalunsgut), welches eine Fläche von 53 köln. Morgen in sich faßte, ist bis auf unsere Zeiten, kennbar geblieben. Die Grundstücke worauf die zum Saalacker, zum Hofacker, zum Eichelacker und zum Schardenberg gehörigen Gefälle hafteten, liegen in und um Kempen so zerstreut und sind durch die Länge der Zeit so verdunkelt, daß es fast unmöglich sein würde, die Lage jener ehemaligen Teile des Bischofshofs zu ermitteln. Indessen würde eine Aufklärung hierüber doch von Interesse sein. So wie unter dem Saalacker das herrschaftliche Wohngebäude mit Gärten und Baumgärten, nötigenfalls Hauskapelle und Ställe für Pferde und dergl. zu verstehen ist, so bezeichnet Hofacker das Wirtschaftsgebäude mit dem zunächst gelegenen Ackerland. Wahrscheinlich ist es, daß die vor dem Peterstor an dem Fußpfade nach St. Peter gelegenen Gärten die Stelle des ehemaligen Saalackers sind. Gewiß ist es, daß der Grund der jetzigen Bura zum Hofacker gehörte. Diese Burg wurde erbaut von dem Erzbischof Friedrich von Saarwerden in den Jahren 1380 bis 1384, als Kempen schon ein halbes Saeculum sich einer städtischen Verfassung erfreute. Die hierauf Bezug habende Inschrift ist, was ihre chronistische Seite betrifft, etwas dunkel. Sie war einer ehernen Platte eingegraben, die sich über dem inneren Eingange zum innern Schloßhof befand. Ein Seitenstück zu dieser Inschrift, das vielleicht mit der Zeit einiges Licht über sie verbreitet, haben uns die Chronisten der Xantischen Kirche aufbewahrt. Sie befand sich auf dem ebenfalls von unserem Friedrich von Saarwerden erbauten Turme des dortigen Maastores. Der Chronist deutet die Inschrift auf das Jahr 1389. Schon Wimius bemerkt: In die Jahreszahl müsse sich ein Irrtum eingeschlichen haben, denn im Jahre 1314 sei Friedrich von Saarwerder noch nicht geboren gewesen. Er deutet die Kempener Inschrift auf 1380. Es sei urkundlich, daß in diesem Jahre Friedrich von Saarwerden in Kempen gewesen sei. Der Verfasser des rothen Buchs des Amtes Kempen, der nebst mehreren wichtigen historischen Nachrichten auch verschiedene Unrichtigkeiten relatiert, deutet diese Inschrift so, daß im Jahre 1314 der ErzErzbischöfe Walram von Jülich und Wilhelm von Gennep, von denen die Kölnischen Chronikenschreiber melden, daß sie verschiedene Schlösser und Burgen von Grund aus— und die von ihren Vorfolgern zwar begonnenen, aber nicht vollendeten ausgebaut haben, den Bau der Burg zu Kempen außer acht gelassen hätten.— Endlich findet man das Virnenburgsche Wappen nirgends, das Saarwerdische hingegen an vier oder fünf verschiedenen Stellen angebracht. Fortsetzung folat. (Kempener Kreisblatt, Band 1846) Nachrichten aus Lobberich Ein Wort an die Steuerzahler! Hiermit wird an die Zahlung der fälligen Steuern und Abgaben sowie des fälligen Schulgeldes erinnert. Bis zum 20. Januar 1940 nicht gezahlte Beträge werden kostenpflichtig beigetrieben. Auch ist ein Säumniszuschlag von 2 Prozent auf die Rückstände zu entrichten. Arbeitstagung der Partei. Im Saale des Hotels Köster fand die erste diesjährige Arbeitstagung der Partei statt. Ortsgruppenleiter Pg. Wustmann begrüßte die zahlreich Erschienenen, besonders die Amtswalterinnen der NS.=Frauenschaft. Ep warf einen Rückblick auf die Arbeit der Partei in den letzten drei Monaten. Heute lasten wichtige Dinge auf den Schultern der Partei, wozu die Mitarbeit aller Parteigenossen erforderlich ist. Wie die Front draußen unerschüttert da steht, so muß auch die innere Front gefestigt und gehärtet stehen. Dann gab der Ortsgruppenleiter wichtige Gaubefehle bekannt. Weiter ermahnte er zur Opferfreudigkeit. Zur verstärkten Arbeit in der Partet mögen sich alle Parteigenossen zur Verfügung stellen. 270 Liebesgabenpakeichen gingen durch die NS.Frauenschaft an unsere Soldaten an die Front. Viele Dankesschreiben gingen ein, die die innere Verbundenheit der Heimat, insbesondere der Partei mit der Front lobend hervorheben. Zum Schluß der anregend verlausenen Tagung wurde einer Reihe Parteigenossen die Mitgliedskarten ausgehändigt und vereidigt. Jahresbericht des Lobbericher Schweinemarktes. Dem Lobbericher Schweinemarkt wurden im Jahre 1939 insgesamt 8198 Ferkel zugetrieben. Hiervon wurden etwa 7325 Tiere verkauft. Vorsicht beim Betreten des Eises! Seit einigen Tagen ist Tauwetter eingetreten und beim Betreten unserer Eisflächen muß größte Vorsicht am Platze sein. Schon manches Unheil ist dadurch entstanden, daß man nach Tauwetter die noch dichte Eisschicht betrat. Besonders durch den Schneefall wird das Eis gefährlich und an die Eltern ergeht die Bitte, ihre Kinder nicht mehr zum Eis zu schicken. An die Straßenanlieger! Es ergeht die Bitte an alle Straßenanlieger, die Rinnen sofort eisfrei zu machen, damit bei Tauwetter das Wasser ungehinderten Absluß hat. Unsall bei der Arbeit. Ein hiesiger Arbeiter machte einen Fehltritt, wobei ihm der Fuß umschlug und brach. Aus der NS.=Frauenschaft/ Deutsches Franenwerk. Die für Donnerstag, den 18. Januar, vorgesehene große Frauenschaftsleiterinnenbesprechung ist auf heute abend 20.30 Uhr vorverlegt worden. Heute abend um 20 Uhr findet dann auch die Zellenbesprechung der Zelle 2 statt, zu der die Zellenfrauenschaftsleiterin mit ihren Blockfrauenschaftsleiterinnen erscheinen wollen.— Der heutige Jugendgruppenabend ist auf morgen abend 20.30 Uhr verlegt worden. Alle Jugendgruppenmitglieder werden dann pünktlich erwartet. Ein Schwerverbrecher entwichen Aber nach sieben Stunden wieder festgenommen M.Gladbach, 16. 1. Am Montag, gegen 11 Uhr, ist der am 7. März 1908 zu Lövenich im Kreise Erkelenz geborene Schwerverbrecher Michael Schild, der zuletzt in Rheydt in der Taunusstraße wohnte, aus dem Gerichtsgefängnis in M.Gladbach entwichen. Schild war vor einiger Zeit wegen einer Reihe von Diebstählen zu einer Zuchthausstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Außerdem war gegen ihn die Sicherungsverwahrung angeordnet. Das Urteil war aber noch nicht rechtskräftig und Schild galt daher noch als Untersuchungsgefangener. Unmittelbar nach dem Verschwinden des Verbrechers wurden seitens der Kriminalpolizei alle Fahndungsmaßnahmen ergriffen, und schon in den ersten Nachmittagsstunden vermochte sie festzustellen, daß sich Schild mittags vergebens bemüht hatte, seine Frau an ihrer Arbeitsstelle zu sprechen. Die Kréminalpolizei ließ alle Stellen sorgfältig überwachen, in denen Schild vermutlich Unterschlupf zu finden versuchen würde. Kurz nach Eintritt der Dunkelheit wurde dem Ueberfallkommando fernmündlich mitgeteilt, daß sich in der Nähe der Baracken in der Schlachthofstraße in Rheydt ein Mann in verdächtiger Weise herumtrieb, dessen Beschreibung auf Schild paßte. Eine in schnellster Zeit vom Ueberfallkommando durchgeführte Durchsuchung der Baracken und des herumliegenden Geländes verlief ergebnislos. Das Ueberfallkommando aber ließ sich nicht entmutigen und suchte noch die anliegenden Straßen ab. In der Schlachthofstraße gewahrten die Beamten im Lichtkegel ihrer Scheinwerfer einen Mann ohne Kopfbedeckung und Mantel. Sie stellten ihn blitzschnell. Es war der gesuchte Schild. Er ergab sich widerstandslos in sein Schicksal. Kurze Zeit später saß er wieder im M.Gladbacher Gerichtsgefängnis. Spielberechtigung bei Gastmitgliedschaft Die von dem NSRL in Verbindung mit dem Kriegszustand geschaffene Neuregelung der Spielberechtigung mit der Einführung der Gastmitgliedschaft hat in der Auslegung zu einigen Unklarheiten geführt. Im Grunde genommen sind die Bestimmungen jedoch vollkommen klar und übersichtlich. Die Spielberechtigung wird durch den NSRL-Mitgliedsausweis geregelt. Für die Eintragungen ist jeweils der Vereinsführer verantwortlich. Ein Vereinswechsel ist während des Krieges untersagt, dagegen ist die Gastmitgliedschaft in einem Verein eines anderen Ortes zulässig, sofern zwingende Gründe vorliegen. Das ist der Fall bei einer Einberufung zum Wehrdienst oder bei einer beruflichen Tätigkeit in einem anderen Ort, der von dem Hei matort weiter entfernt ist. Nach einer Bescheinigung der Freigabe durch den Stammverein kann sofort die Gastmitgliedschaft für einen neuen Verein erworben werden, die sofort in Kraft tritt, nachdem der Ver einsführer des neuen Vereins die Gastmitgliedschaft bestätigt hat, weil es keine Sperrfristen mehr gibt. Da die Mitgliedschaft in dem Stammverein nicht erlischt, ist jeder Spieler bei einem Heimaturlaub ohne wei teres für den Stammverein wieder spielberechtigt. In solchen Fällen, in denen aus irgendwelchen Gründen keine Freigabe durch den alten Verein erfolgt, kann auf dem Wege über den neuen Verein, dem sich der Spieler anzuschließen wünscht, eine Klärung durch den Gau erfolgen, dem der Spieler nach seinem Ortswechsel angehört. Die Entscheidung wird dann in Zusammenarbeit mit dem Gau des Stammvereins getroffen, so daß alle Vorbedingungen getroffen sind, um etwaige Schierigkeiten in der schnellsten Weise zu beheben. Hollands Fußball sperrt sich ab Hollands internationaler Spielverkehr wird in den nächsten Monaten weiterhin sehr eingeschränkt durchgeführt. Nach Veröffentlichungen in der holländischen Presse hat der Königlich-Niederländische Fußballbund einen Beschluß gefaßt, keine offiziellen internationalen Spiele gegen solche Länder auszutragen, die sich im Krieg befinden. Mit der Durchführung dieses Beschlusses wird eine Absperrung vorgenommen, die mit alten Ueberlieferungen bricht. Mar Schmelings Kampfpläne Max Schmeling, der dieser Tage zu einem Besuch in Hamburg weilte, hat sich bei dieser Gelegenheit auch über seine Kampfpläne ausgesprochen. Der deutsche Exweltmeister ließ sich dahin aus, daß er be stimmt wieder in den Ring gehen wird. Einzelheiten über die nächste Begegnung liegen noch nicht fest und hängen von der Entwicklung der Verhältnisse ab. In diesem Zusammenhang sind die Leistungen von Walter Neusel in seinen bevorstehenden Kämpfen für Max Schmeling erklärlicherweise von größtem Interesse. In wenigen Zeilen Die Soldaten der Westfront erfreuen sich in besonderem Maße der Betreuung durch die NSG. „Kraft durch Freude", die jetzt im Gau Köln=Aachen kostenlose Schwimmstunden für die Wehrmachtsangehörigen eingerichtet hat. In sämtlichen noch verfügbaren Hallenbädern des Gaues halten die KdF.=Lehrer Schwimmstunden für Schwimmer und Nichtschwimmer ab und stellen dabei erforderlichenfalls auch die notwendigen Ausrüstungen für die Teilnehmer. Obwohl diese Art der Wehrmachtsbe treuung erst in den Anfängen steht, beträgt doch der wöchentliche Durchschnitt der zum Schwimmen kommenden Soldaten bereits rund 10000 Mann. In der Niederrhein=Bezirksklasse(Gruppe 6) hat TuS. Rees seine 1. Fußballmannschaft von den Meisterschaftsspielen zurückgezogen Der Waldlauf des Bereichs Niederrhein wird am 17. März in Duisburg durchgeführt, nachdem am 18. Februar die Bezirks=Waldläufe voraufgegangen sein werden. Für die niederrheinischen Ruderer liegt bereits jetzt das Programm der Wanderfahrten für den kommenden Sommer vor: 24. März: Werben—Steele— Werden; 12. und 13. Mai: Köln—Düsseldorf—Wesel; 10. Juni: Mülheim—RG. Wiking—Mülheim; 21. Juli: Neuß-rheinaufwärts—Neuß; 7. August: Düsseldorf-Neuß. Vom 7. bis 12. September ist eine Reichsfahrt auf der Mosel oder Weser vorgesehen. Einige unserer Meisterschwimmer werden am kommenden Wochenende bei einer Veranstaltüng in Schreckenstein an den Start gehen, so z. B. Helmuth Fischer(Bremen), Werner Plath(Berlin) und Heinz Schlauch(Ersurt). Hollands Eisschnellauf=Meisterschaften werden in Groningen entschieden. Meister wurde Jan Langedijk vor Koops und Roos. Die beiden Erstplazierten und Van der Scheer begeben sich jetzt nach Skandinavien, wo sie bereits am kommenden Wochenende in Oslo starten werden. Neuer Weltrekord im Brustschwimmen In Amsterdam stellte die Holländerin Alice Style einen neuen Weltrekord über 100 Yards Brust auf. Sie schwamm die Strecke in 1:13 Minuten und unterbot damit den bisherigen Rekord ihrer Landsmännin Dorothe Heeselaars um 2.6 Sekunden. Am 28. Januar werden die beiden ausgefallenen Spiele um den Reichsbund=Pokal nachgeholt. Die Paarungen Niederrhein— Schlesien in Beuthen und Westfalen— Östmark in Wien bleiben bestehen. Die Vorschlußrunde um den Tschammer=Pokal ist vom 28. Januar auf den 10. Februar verlegt worden. Die Paarungen stehen noch nicht fest. Das Endspiel findet am 24. Februar in Berlin statt. Heinrich Pape(Neuastenberg) sicherte sich im Sprunglauf der westfälischen Skimeisterschaften eine Note, die ihm in der Nordischen Kombination— Sprunglauf— Langlauf— mit der Note 430,2 den ersten Platz brachte, nachdem er erst kürzlich den Langlauf überlegen gewonnen hatte. Neuer Sprunglaufmeister wurde Alois Braun(Winterberg) mit der Note 228. Denkwürdigkeiten in der Sport-Chronik Ozeanflug im Freiballon— Das Fahrrad vor 100 Jahren— Berliner„Frösche“ im Kunstspringen Seitdem der Amerikaner Charles Lindbergh durch seinen Ozeanflug von Amerika nach Paris im Mai 1927 weltberühmt geworden ist und ein Jahr später die deutschen„Bremen"=Flieger Hauptmann Köhl und Freiherr von Hünefeld mit dem irischen Major Fitzmaurice den ersten Ozeanflug von Europa nach Amerika mit Erfolg durchführten, ist der Gegenwart die Ueberquerung des Ozeans im Luftfahrzeug eine Selbstverständlichkeit geworden. Weniger bekannt dürfte sein, daß bereits wesentlich früher, in den siebziger Jahren, der erste Versuch unternommen wurde, den Atlantic von Amerika nach Europa zu überfliegen, obwohl damals nur der Freiballon zur Verfügung stand. Am 6. Oktober 1873 unternahmen die amerikanischen Freiballonführer Donaldson und Lund zusammen mit dem Journalisten Ford in New York das Wagnis, das selbstverständlich kein gutes Ende finden konnte. Sie hatten sich die Ballongondel als Rettungsboot ausbauen lassen. Schon der Anfang war wenig verheißungsvoll. Bei der ersten Füllung platzte die Hülle. Schließlich gelang aber doch ein glatter Aufstieg. Aber Bald geriet der Ballon in einen Gewittersturm und wurde, statt in Richtung nach Europa, nach Nordwesten abgetrieben. Mit viel Mühe gelang es den Insassen, den Ballon bis auf etwa 10 Meter Höhe über den Erdboden herabzubringen, worauf die drei„Ozeanflieger“ kurzerhand absprangen. Zwar gab es dabei Verletzungen, aber sie kamen wenigstens mit dem Leben davon. Der Ballon aber schnellte wieder in die Höhe und verschwand auf Nimmerwiedersehen. So endete der erste Ozeanflugversuch. Vor 100 Jahren, um 1840, kannte man bereits das Laufrad, das nach seinem Erfinder, dem badischen Freiherrn von Drais,„Draisine" bezeichnet war. Zwar hatte man das Laufrad verschiedentlich verbessert, aber es war doch noch immer ein dürftiges Vehikel und mit dem heutigen Fahrrad nicht vergleichbar. Da gelang es im Jahre 1840 dem Mechaniker Franz Kurz in Jülich, ein Dreirad zu konstruieren, das mit Fußhebel angetrieben wurde. Mit dieser Entwicklung erreichte das Fahrrad einen neuen Abschnitt, denn die Fußhebel waren die Vorgänger der Pedale. Allerdings verging noch fast ein halbes Jahrhundert, bis das Fahrrad die heutige Gestaltung erreichte. Man kann aber an den einzelnen Entwicklungsabschnitten immer wieder erkennen, daß in erster Linie Deutsche zur Schaffung des Fahrrades beigetragen haben. Ebenfalls vor 100 Jahren, im Jahre 1840, entstand in Berlin ein Schwimmverein, der den merkwürdigen Namen„Tychosche Frösche“ trug. Da dieser Verein nachweisbar zuerst das Kunstspringen in Deutschland gepflegt hat, kann man wohl annehmen, daß die Vereinsbezeichnung entsprechend der Aehnlichkeit der Uebung der Wasserspringer mit den Fröschen gewählt worden ist. Der Verein bestand allerdings nur drei Jahre und verschwand bereits 1843 wieder. Die damalige Zeit war eben noch nicht reif für sportliche Organisationen, zumal der Begriff Sport kaum bekannt war. Vor 75 Jahren, 1865, spielten bereits die Schüler des Kloseschen Internats in Stuttgart Rugby. Allerdings gab es dabei noch keine Wettspiele, sondern es war mehr eine Spielerei der Schuljugend mit dem eirunden Lederball. Doch diese Tatsache ist ein weiterer Beweis, daß von den Ballspielen das Rugbyspiel erheblich früher nach Deutschland gekommen ist, als unser heutiges Volksspiel Fußball. Adolf Hitler=Preise für Motor= und Segelflug. Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, überreichte Montags im Beisein des Korpsführers des NSFK General der Flieger Christiansen, die vom Führer für die besten flugsportlichen Leistungen gestifteten Adolf Hitler=Preise für Motor= und Segelflug. Der Adolf Hitler=Preis für Motor=Flug wurde Oberleutnant Pulkowski für seinen als Weltrekordflug anerkannten Öhnehaltflug Bengasi—Gaya(6400 km) zugesprochen. Zweiter Preisträger ist Oberleutnant Jennett, der den Rekordflug als Begleiter mitflog. Der Adolf Hitler=Preis für Segelflug wurde dem NSK=Obersturmführer Ziller für seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete des Höhenfluges zugesprochen. Ziller stellte u. a. den internationalen Höhenrekord für doppelsitzige Segelflugzeuge mit einer absoluten Höhe von 4976 Metern und den gleichen Rekord für einsitzige Segelflugzeuge in einer Höhe von 8550 Metern auf. Zweiter Preisträger ist NSFK=Hauptsturmführer Bräutigam, der besondere Leistungen auf dem Gebiet des Streckenfluges mit Flügen von über 500 km Länge aufzuweisen hat. Generaloberst Milch übermittelte in einer kurzen Ansprache die Anerkennung des Führers und des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring für die hervorragenden Leistungen der mit dem Adolf Hitler=Preis ausgezeichneten Flieger und gedachte vor allem des toten Kameraden Pulkowski, dessen vorbildlicher Einsatz für die deutsche Luftgeltung unvergessen bleibe. Oberleutnant Pulkowski verunglückte bekanntlich nach Ausführung seines Rekordfluges bei einem Vorführungsflug in Madras tödlich. Der ihm zuerkannte Ehrenpreis wird seinem Vater übermittelt. Erlkönig— 1940 Preßburg, 16. 1. Der Zigeuner Josef Balaz aus Porubko ging dieser Tage im Schneesturm nach Hause. Er hatte sein 4 Monate altes Söhnchen mit und steckte das Kind, um es vor Kälte zu schützen, unter seinen Mantel. Als er heimkam, und den Mantel öffnete, war das Kind trotz dieser Vorsorge erfroren. Mäöchen und Motoren Ein Fernfahrerroman von hanns höwing 43. Fortsetzung „Nun, sag' schon was!“ fährt ihn Rosa plötzlich an. Und wieder rauscht eine Flut von Beschuldigungen über Albert Becher hernieder. „Weißt du denn, wo sich diese drei jetzt aufhalten?“ unterbricht sie Albert Becher vorsichtig. „Und ob ich das weiß,“ kreischt Rosa erneut auf. „In Magdeburg sitzen sie augenblicklich, im Rasthaus an der Autobahn und warten darauf, daß sie neue Nachrichten erhalten, wann und wo eine gute Schore durch die Gegend kommt. Aber es hat sich was mit der Schore. Ihren Umschlaghafen hinter meinem Hause, den haben sie verloren und mich als Lockvogel, wenn es heißt, neue Leute heranzubringen. Aus ist es damit, ganz aus. Das Ding mach ich jetzt allein.“ Albert Becher hat es jetzt plötzlich sehr eilig. Er erhebt sich aus seinem Sessel und schiebt Rosa behutsam zurück.„Dumm, daß ich schon gehen muß.“ Er blickt auf die Uhr. „Gerade heute habe ich so wenig Zeit. Aber verlaß dich darauf, Rosa, ich komme wieder. Heute abend oder morgen. Wir sprechen dann über alles Weitere.“ Damit reicht er Rosa die Hand zum Abschied, und ehe sich Rosa versieht, ist Albert Becher verschwunden und fährt mit seinem Frachter davon. Rosa steht starr und blickt auf die zugeschlagene Tür. Mit einemmal weiß sie wieder, wo sie ist. Eine entsetzliche Angst überkommt sie. Was hatte sie da angestellt? Sie hatte sich hinreißen lassen, sie hatte gequatscht. Verdammt, daß sie daran nicht gedacht atte, es ging ja nicht allein um die Petereits, sondern auch um ihre Person. War sie nicht selbst mit in die Geschichte verwickelt? Hatte sie selbst sich nicht strafbar gemacht? Was aber, wenn Albert nicht echt war und nicht den Mund hielt? Wenn er jetzt zur Polizei lief? Sie stürmt auf das Telefon zu und reißt den Hörer von der Gabel. „Eine Fernverbindung, Magdeburg 44683“ schreit sie in den Hörer hinein. Dann beginnt eine entsetzliche Zeit des Wartens für sie. Minute um Minute verrinnt. Die Fernverbindung kommt und kommt nicht zustande. „Sie müssen sich noch einige Zeit gedulden, die Leitungen sind alle besetzt," sagt man ihr immer wieder auf ihre häufigen Reklamationen. Sie sinkt in den Sessel, in dem eben noch Albert Becher gesessen hat und stiert vor sich hin... Die Zeit des Mittagessens ist vorüber. Nur wenige Ferntransportfahrer sitzen in dem unteren Restaurant des„Gasthauses Magdeburger Börde“ und stärken sich für eine lange Fahrt über Land. In einer der Nischen sitzen die Petereits. Sie sind hier mit Robert zusammengetroffen, der mit einem Petereitschen Sattelschlepper zurück nach dem Westen will. Jolla und Petereit warten auf einen telefonischen Anruf. Oskar Petereit ist ein wenig eingenickt. Plötzlich aber wird er wieder wach durch lautes Gelächter aus rauhen Männerkehlen, das von irgendeinem Tisch herüberflattert. Er dehny und streckt sich und erhebt sich dann umständlich. „Wenn nicht bald der Anruf kommt aus Berlin, sitzen wir heute abend noch hier. Paß auf, Jolla, ich sage, wir müssen uns ein Zimmer bestellen. Wir bleiben über Nacht hier.“ Er blickt auf die Uhr,„Verdammt, zwei Uhr schon. Ich gehe jetzt baden, drüben im Logierhaus.“ Mühsam arbeitet er sich durch den schmalen Spalt zwischen Bank und Tisch hindurch und geht mißmutig davon. Robert hat er nicht beachtet. Ueberhaupt ist Robert für Petereit Luft geworden in der letzten Zeit, nicht mehr und nicht weniger. Er gebraucht ihn, aber er sieht ihn nicht mehr. Jolla liest in einer Zeitung. Robert stiert unzufrieden vor sich hin.. Petereit als Arbeitgeber steht ihm bis zum Halse. Am liebsten möchte er ihm alles vor die Füße werfen. Aber da ist etwas anderes, was ihn immer wieder davon abhält: Jolla! Frauen hatten Robert bisher nie viel Kopfschmerzen bereitet. Aber an Jolla kann er nicht vorüber. Jolla war wie ein Eisblock. „Verdammtes Leben,“ knurrt er wütend. Jolla hebt den Kopf und sieht ihn mit ihrem undurchsichtigen Blick fragend an.„Fehlt dir was?“ Vor Jolla wird Robert hilflos wie ein Kind. Sie hat ihn wie weiches Wachs in ihren schmalen, langfingrigen Händen.„Jolla, ich habe mich darauf gefreut, dich hier zu treffen. Wie ein Verrückter bin ich gefahren, um pünktlich hier zu sein.“ Das Lächeln auf Jollas Gesicht wird noch kühler und abweisender.„Ja, und?“ Nobert schiebt sein Bierglas zurück.„Frag doch nicht. Du weißt ganz genau, was ich von dir will. Vor einigen Wochen war das noch anders mit uns. Da hat es dir Spaß gemacht, mich bei Rosa Schubalke herauszuholen. Du hast mir ein Versprechen gegeben. Du hast mir gesagt...“ „... daß ich dich heiraten möchte, nicht wahr, das wolltest du doch sagen?" Robert sieht sie herausfordernd an.„Ja, das wollte ich sagen, genau dasselbe.“ Jolla liest ihre Zeitung weiter.„Für den Anfang hast du dir das ganz nett ausgedacht, aber ich gebe dir den guten Rat, mein Junge, sprich nicht mehr darüber. Du machst dich doch nur lächerlich.“ Robert reißt ihre Hand vom Tisch und umklam mert mit eisernem Griff ihr Handgelenk. „Ich habe keine Laune jetzt, mir dumme Witze anzuhören. Du, ich halte dich beim Wort. So einfach ist die Sache nun doch nicht.“ Jolla versucht, sich loszureißen. Ihre Augen funkeln Robert gefährlich zu. „Laß mich los, sage ich dir, nimm dich zusammen. Oder hast du dir im Ernst eingebildet, daß ich dich jemals heiraten würde, du dreckiger Benzinkutscher?“ Wie von einem Blitz getroffen taumelt Robert zurück. Das war schlimmer für ihn als ein Schlag ins Gesicht. Wie ein gefällter Riese sitzt er da, ohne einen Laut von sich zu geben, während Jolla sich wieder über ihre Zeitung hermacht und weiterliest, als wäre nichts gewesen, gar nichts Besonderes. Rosa Schubalke wartet noch immer auf die Fernverbindung. Plötzlich klingelt das Telefon. Rosa springt auf. Endlich meldet sich der Rasthof Magdeburger Börde. Sie läßt Petereits Namen ausrufen. Unendlich lange dauert es, bis sich jemand meldet. Es ist Jolla. Rosa schnürt es die Kehle zu, aber sie bringt es trotzdem fertig, mit Jolla ein paar Worte zu sprechen. Sie erzählt in kurzen, abgehackten Sätzen, was sie soeben ausgeplaudert hat. Am anderen Ende der Leitung ist es still. Kein Wort kommt zurück, bis Rosa mit ihren Selbstbeschuldigungen geendet hat. Dann hört sie ein Knacken in der Leitung. Jolla hat am Ende der Leitung eingehängt.... Einen Augenblick bleibt diese in der kleinen dunklen Telefonzelle stehen. In ihrem Kopf wirbeln die Gedanken wild durcheinander. Sie fühlt, wie ihr langsam die Knie weich werden. Mit einem Male hat sie den ganzen Film ihres bewegten Lebens vor ihren Augen: Zuerst das kleine Dorf in Posen, dann die Jahre in der Kleinstadt, wo sie in fremden Familien viel arbeiten mußte, ohne jemals an ihrer Arbeit Freude zu finden. Sie war schön und raffiniert und hatte bald heraus, daß sich auch auf bequemere Art besser leben ließ. Dann kam das Leben als Barfrau in allen möglichen Städten. Erlebnisse mit Männern, eins nach dem andern. Der erste Diebstahl in Hambura, Gefängnis... immer abenteuerlicher, immer wilder wurde ihr Leben.— Dann kam Petereit, er verliebte sich in sie wie alle Männer. Sie machte sich nicht viel daraus, daß er sie verfolgte, wohin sie auch von ihrem Schicksal verschlagen wurde, das war sie so bei den Männern gewohnt. Aber Pe tereit hatte ein kleines Speditionsgeschäft. Ihr fiel ein, daß man etwas daraus machen könnte, wenn man das liebe, alte, gute Gewissen einfach über Bord warf. Je gefährlicher und abenteuerlicher, umso besser. Es fiel ihr leicht, Petereit herumzukriegen. Das„Geschäft“ wurde richtig, kein Mensch konnte ihr absprechen, daß sie ein ausgezeichnetes Organisationstalent besaß. Nicht allein das Geld reizte sie, sondern vielmehr die Gefahr, die Arbeit im Dunkeln.— Unbequem dagegen war, daß ihr Name nicht mehr so ganz in Ordnung war. Die Polizei wußte zuviel von dem Namen Luschinsky. Als Petereits Tochter konnte sie ungestörter ihr Werk fortsetzen. Später kam die Schubalke ins Geschäft. Man konnte allerlei mit ihr ansangen, sie war auf Geld versessen, leider war sie zu häufig verliebt. Das letztemal in Robert Kunkel. — Jollas Gedankengang stockt einen Augenblick. War sie nicht selbst einmal in diesen tollen Jungen ver liebt? Aber das ging schnell vorüber. Nur nicht die Eifersucht der Schubalke. Klar, daß die Schubalke geschwatzt hatte, weil sie eifersüchtig war. Und nun war das herrliche Spiel zu Ende... verdammt! Der Film bricht jäh ab. Langsam kommt Jolla wieder zu Verstand. Nur nicht weich werden, denkt sie, „nur nicht gleich die Flinte ins Korn werfen". Mit einemmal spürt sie die Nähe der Gefahr und das seltsam prickelnde Gefühl, das für sie damit verbunden war. Sie stößt die Tür der Telefonzelle heftig auf und geht zurück ins Restaurant. Als sie wieder an ihren Tisch kommt, ist Robert Kunkel nicht mehr da. Er ist mit seinem Frachter losgefahren. Aber an seiner Stelle sitzt Oskar Petereit da, frisch gebadet und frisch rasiert. Sein rosiges Gesicht leuchtet wie die Haut eines Spanferkels. „Ist Nachricht gekommen?“ fragt er etwas besser gelaunt als vorhin. Jolla nickt.„Nachricht ist gekommen, aber nicht so, wie du dir das denkst.“ Petereit horcht auf. Etwas liegt in Jollas Stimme, das er zur Genüge kennt.„Was spannst du mich auf die Folter, Jolla. Erzähle, erzähle, mein Kind." „Laß deine dummen Witze, Petereit,“ entgegnet ihm Jolla schroff.„Die Sache ist ernster als du dir denkst. Die Schubalke hat angerufen.“ Petereit sieht sie verständnislos an.„Die gute Rosa, warum soll sie denn nicht anrufen?“ „Sie hat geschwatzt, sie hat uns verpfiffen.“ Petereits Augen werden größer und größer. Sie treten glasig aus den Augenhöhlen hervor.„Was hat sie getan? Verpfiffen hat sie uns? Verfluchtes Weibstück“ Plötzlich hält er inne. Die Angst schnürt ihm die Kehle zu. Schweißperlen stehen auf seiner Stirn. „Wir müssen fliehen," keucht er und springt auf. „Bleib sitzen," fährt ihn Jolla an,„siehst du denn nicht, daß man uns beobachtet?“ Petereit fällt zurück auf die Bank.„Laß mich in Ruhe, du Biest,“ fällt er Jolla an.„Stier mich nicht so an... lach nicht. Ich will fort... ich will fort ... Du bist an allem schuld, du hast mich fertiggemacht. — Wenn ich dich nicht gesehen hätte, wäre ich noch ein anständiger Mensch...“ Jolla sieht ihn verächtlich an.„Pah... anständiger Mensch, als ob du jemals einer gewesen wärst. Bleib sitzen, sage ich dir, oder..." Sie rückt näher heran und stößt ihm, ohne daß es gesehen werden kann, den kleinen, runden Lauf einer Pistole in die Rippen. Petereit sieht sie entsetzt an.„Nicht schießen," flüstert er,„nicht schießen..." Jollas Gesicht ist starr und leblos, nur ihre Augen funkeln wie die einer Panzerkatze, die sich zum Sprung auf ihr Opfer zusammenzieht.„Wo hast du dein Geld?“ fragt sie kühl und ruhig. „Geld?“ keucht Petereit,„ich habe kein Geld bei mir, es liegt alles auf der Bank.“ Unbeweglich blickt Jolla ihn an.„Glaubst du, daß ich dich für so, unklug halte. Gib dein Geld heraus oder..." Petereit spürt, wie sich der Lauf des Revolvers wieder in seine Seite bohrt. Ohne einen Blick von Jolla zu lassen, nestelt er nervös seine Jacke und sein Hemb auf. Ein großer, dicker Brustbeutel kommt zum Vorschein, der prall mit Tausendmarkscheinen gefüllt ist. „Gib her.“ Mit zitternden Händen reicht er ihr den Brustbeutel. Ohne einen Blick hineinzuwerfen nimmt sie ihn und schiebt ihn in die Brusttasche ihres Overalls. Dann erst steckt sie den Reolver wieder ein. „So, das war wohl nötig, um dich wieder zur Vernunft zu bringen. Und jetzt bezahle die Zeche. Nimm dich zusammen, damit der Kellner nichts merkt.“ (Fortsetzung folgt.) Nachrichten aus Nah und Fern Narrentreiben im Kriege unerwünscht Keine öffentlichen Karnevalsveranstaltungen In Friedenszeiten gehört der Monat Februar bis zum Aschermittwoch in den lebenslustigen Städten des deutschen Westens und Südens dem Karneval. Durch die festlich erleuchteten Straßen und Gaststätten wälzt sich eine froh=bewegte Menschenmenge in phantastischen Verkleidungen und vergnügt sich an den Möglichkeiten des lustigen Narrentreibens. Krieg und Verdunkelung der Straßen würden in der gegenwärtigen Zeit den Mummenschanz in die Säle der Gaststätten verdrängen, aber die Durchführung der karnevalistischen Veranstaltungen wäre in gewissem Umfange durchaus möglich.— Dennoch hat man sich entschlossen, alle öffentlichen Karnevalsfeiern abzusagen, da man der Ansicht ist, daß sie dem Ernst der Zeit nicht entsprechen. Es sind der Narren im Auslande genug losgelassen, an denen sich die Deutschen erheitern können. Stattdessen werden in den Karnevalswochen im Reich zahlreiche fröhliche Heimat= und Volkstumsabende durchgeführt werden, an denen auch die Soldaten teilnehmen sollen. Im Kampf gegen den Krebs Von der Medizinischen Akademie Düsseldorf Düsseldorf, 16. 1. Im Rahmen einer Gesamtaktion von Partei und Stadt im vergangenen Jahr zur Hebung und Besserung der Volksgesundheit im Gau Düsseldorf wurden Schritte unternommen, um die in den letzten Jahren immer häufiger werdende schwere Krebserkrankung der Frauen zu bekämpfen. In der Frauenklinik der Medizinischen Akademie in Düsseldorf wurde unter Leitung von Prof. Dr. Schmidt=Elmendorff eine kostenlose Krebsberatungsstelle eingerichtet und allen Frauen zugänglich gemacht, die sich untersuchen lassen wollen. Diese Einrichtung erfuhr ihre maßgebliche Unterstützung durch das Gaugesundheitsamt, so daß auch anderen Krankenhäusern die Möglichkeit geboten wurde, ratsuchende Frauen zu betreuen. Aufgabe und Zweck dieser kostenlosen öffentlichen Sprechstunden ist es, nach eingehender Untersuchung den Frauen darüber Klarheit zu verschaffen, ob Krebsverdacht oder bereits eine Krebserkrankung der Unterleibsorgane oder der Brustdrüse vorliegt. Im Verlauf des vergangenen Jahres suchten in enger Zusammenarbeit mit den Hausärzten insgesamt 2004 Frauen die Krebsberatungsstelle auf. In 42 dieser Fälle(2,1 v. H.) wurde eine Krebserkrankung festgestellt. Diese Frauen wurden einer sosortigen ärztlichen Behandlung zugeführt. Die kostenlose Beratung in der Frauenklinik der Städtischen Krankenanstalten wird auch während des Krieges durchgeführt. Das Ende eines Gaunerlebens Köln, 15. 1. Die Kölner 3. Strafkammer verurteilte den 53jährigen Oskar Beyer aus Würzburg wegen Amtsanmaßung und einer Reihe von Schwindeleien zu einer Zuchthausstrafe von sechs Jahren, 10 Jahren Ehrverlust und ordnete die Sicherungsverwahrung an. Beyer ist ein erheblich, darunter mit insgesamt elf Jahren Zuchthaus vorbestrafter Verbrecher. Er gab sich als Doktor, Finanzbeamter, hauptsächlich aber als Gestapo=Beamter aus, verlangte bei seinen Besuchen die Geschäftsbücher und die Kasse zwecks Revision zu sehen. Den Kassenbestand nahm er dann zu„Kontrollzwecken“ an sich und verschwand. Seine Schwindeleien in Köln und Nachbarschaft begann er mit Kaffeeverkäufen zu Ueberpreis an ein Kloster, im vorigen Frühjahr. Im Juli erschien er bei einem zweiten Kloster, verlangte die Oberin zu sprechen, der er einen Cellophanumschlag flüchtig als Ausweis vor die Augen hielt. Er bekam die Bücher und den Kassenbestand von RM. 5751 vorgelegt. Diesen beschlagnahmte er. Einen ähnlichen Versuch machte er bei einer Gaststätte, verließ diese aber wieder, als die Wirtin erst ihren Mann rufen wollte. Als Finanzbeamter wollte er bei einem Hausbesitzer angeblich dessen Steuerzahlungen prüfen. Nach der Prüfung vermißte der Besuchte einen Geldbetrag von RM. 900. Als„Gestapo-Beamter" nahm er bei einem älteren Mann eine Haussuchung vor. Er warf ihm ein heimliches Bücherverleihgeschäft vor. U. a. zog er Dantes Göttliche Komödie hervor und donnerte den verdutzten Eigentümer an:„Das Buch ist im Dritten Reich verboten“. Zwei Bibelausgaben hielt er auch des Fortschaffens wert und verabschiedete sich mit den Worten:„Ich warne Sie“. Zwei weitere Klosterbesuche verliefen, weil Warnung vorausging, ergebnislos. Beyer versuchte es nochmal in der Gaststätte mit Vorlage der Bücher und des Barbestandes, suchte aber das Weite, als der Inhaber selbst kam. Dieser verfolgte den Gauner und führte dessen Verhaftung herbei. Auf der Flucht versuchte Beyer, die von ihm benutzten und gefälschten Ausweise zu vernichten. In der Verhandlung leugnete der Verbrecher hartnäckig bis zum Schluß, wurde aber durch die Zeugen restlos überführt. Ein Wasserturm brennt Wiedenbrück, 16. 1. In Neuenkirchen war der Wasserturm einer Brennerei in Brand geraten. Da der Turm etwa 20 Meter hoch war und der Brand schnell um sich griff, mußten mehrere Feuerwehren herangezogen werden. Mit Hilfe einer Magirusleiter gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken und zu löschen, ehe die verschiedenen Gebäude der Brennerei mit ihrem teilweise recht brennbaren Inhalt in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Ursache des Brandes hat man bisher noch nicht feststellen können. Todessturz von der Treppe Linz, 16. 1. Ein hiesiger Arbeiter, der am Samstagabend zu später Stunde nach Hause kam, stürzte auf dem Wege in seine Wohnung so unglücklich die Trepve herunter, daß er mit einem Schädelbruch liegen blieb. Der Verunglückte ist inzwischen im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Ein Brandstifter festgenommen Neuwied, 16. 1. Am Samstagnachmittag entstand in einem Hause in der Engerserstraße ein Dachstuhl brand. Wie die Polizei bei Ermittlung der Brandursache feststellen konnte, hatte ein im gleichen Hause wohnender junger Bursche an zwei Stellen des Dachbodens das Feuer angelegt. Die Gründe seines verbrecherischen Handelns konnten noch nicht aufgeklärt werden. Er wurde in Haft genommen. Wirbelstürme auf der Sonne Die Sonnenflecken und ihre Geheimnisse— Beobachtungen einer Sternwarte Erfurt, im Januar.(Eigenbericht) Am 2. Januar wurde auf der Sternwarte Sonneberg, auf der neben anderen Arbeiten auch die Sonne laufend überwacht wird, östlich der Sonnenmitte eine unbedeutende Gruppe kleiner Sonnenflecken gefunden, die keinerlei Besonderheit verriet. Die gesamte übrige Sonnenoberfläche war fleckenfrei. Auch am nächsten Tage war nichts Auffälliges zu bemerken. Aber in der Zeit vom 8. zum 4. Januar setzte fast explosionsartig eine stürmische Entwicklung ein; die Zahl der Flecken verdreifachte sich zunächst, und vor allem waren die beiden Hauptflecken mächtig gewachsen. Die Entwicklung setzte sich bis zum 6. Januar fort. Am Morgen dieses Tages hatte sich die anfangs so bedeutungslose Gruppe über eine Länge von 220000 Kilometer ausgedehnt; das ist mehr als die halbe Entfernung Erde—Mond. Der Hauptfleck wies einen Durchmesser von 50000 Kilometer gleich dem vierfachen Erddurchmesser auf. In diesem Stadium ist die Gruppe an verschiedenen Orten und mit bloßem Auge gesehen worden. Am 7. Januar war der Höhepunkt der Entwicklung bereits überschritten. Der Zerfall erfolgt sehr langsam, und es besteht die Aussicht, daß wir die Gruppe am Ende des Monats noch einmal am Ostrand der Sonne auftauchen sehen werden. Die Auswirkungen auf unsere Erde Wer nun in den letzten Tagen die verschiedenen Unglücksnachrichten gehört hat: Erdbebenkatastrophe in der Türkei, ungewöhnliche Kälte, Ueberschwemmungen in Südeuropa usw., der wird leicht geneigt sein, die auffallende Fleckentätigkeit auf der Sonne mit diesen Katastrophen in Zusammenhang zu bringen. Aber so einfach ist das nicht. Wohl spüren wir die Wirkungen solcher Sonnenflecken auch auf der Erde, aber sie sind anderer Art. Sonnenflecke sind, kurz gesagt, gewaltige Wirbelstürme in der Atmosphäre der Sonne. Und diese Sonnenatmosphäre ist schon im ungestörten Zustand eine Erscheinung von wahrhaft überirdischer Großartigkeit. In einer Mächtigkeit von mehreren 1000 Kilometern brodeln dort über den tieferen Schichten des Sonnenballes glühende Gase und Metalldampfwolken(z. B. Eisendampf!) mit einer Temperatur von 6000 Grad. Und dieser Sonnenball hat den 109fachen Erddurchmesser, also 1390 000 Kilometer. Störungen in dieser kochenden Atmosphäre könnennun zur Ausbildung von Wirbeln führen, von kleinen, kurzlebigen, die nur ein starkes Fernrohr zeigt, bis zu Riesengebilden. Diese Störungen treten aber nicht regellos auf; sie folgen zwei Gesetzen, einem räumlichen und einem zeitlichen. Die Flecken bilden sich nur in einer breiten Zone beiderseits des Sonnenäquators— nie fand man Flecken in der Nähe der Sonnenpole—, und die Flecken sind nicht jederzeit zu sehen, sondern ihre Häufigkeit wechselt in einer rund elfjährigen Periode. Es gibt sogenannte Son nenfleckenmaxima, in denen oft gleichzeitig Hunderte von großen und kleinen Flecken auf der Sonne vorhanden sind. Die Maxima werden nach 5 bis 6 Jah ren von Fleckenminima abgelöst, in denen zuweilen monatelang nicht ein einziger winziger Fleck zu sehen ist. Dann steigt die Fleckentätigkeit allmählich wieder an, bis etwa 11 Jahre nach den vorigen ein neues Maximum erreicht ist. Das letzte Minimum lag 1933/34, das letzte Maximum— nach einer ungewöhnlich raschen Zunahme der Tätigkeit— 1937/38. Jetzt ist die Fleckentätigkeit bereits wieder im Abklingen begriffen. Wie das Nordlicht entsteht So wie bei irdischen Wirbelstürmen oft gewaltige Gewitter auftreten, so werden die Sonnenwirbel von magnetischen Störungen und ungeheuren elektrischen Entladungen begleitet. Dabei werden große Mengen von Elektronen und elektrisch geladenen Atomkernen ausgeschleudert, die in wenigen Stunden die riesige Entfernung von 150 Millionen Kilometer, die uns von der Sonne trennt, durcheilen. So wie sie in die Freiheit gelangen, werden sie vom Magnetfeld der Erde nach den Polen zu abgelenkt und erzeugen dort in den höchsten, stark verdünnten Schichten der At mosphäre die Polarlichter(Nordlicht). Dabei können auch starke Störungen des irdischen Magnetfeldes auftreten. Tatsächlich traten auch in Begleitung der gegenwär tigen Fleckengruppe sehr ausgedehnte, farbenprächtige Nordlichter auf, die bis nach Norddeutschland hin sichtbar waren. Damit ist aber der Einfluß der Sonnenflecken erschöpft. Die Wärmestrahlung der Sonne, die für den Ablauf des Wetters, für Windströmungen und Luftmassenverlagerungen, für das Auftreten von Niederschlägen verantwortlich ist, wird durch die Fleckenbildung nur ganz gering, fast unmeßbar beein flußt. Noch weniger kommt ein Einfluß der Sonnen flecken auf die feste Erdrinde in Frage. Eine verabscheuungswürdige Tat Rieseby(Kreis Eckernförde), 16. 1. Eine gemeine und gefühllose Gesinnung bewies eine Frau aus Riesby. Als sie zu einem Besuch nach Kiel fuhr, zu dem sie ihren Hund nicht mitnehmen wollte, sperrte sie diesen ohne jegliche Nahrung in eine kleine Kiste ein. Erst am 11. Tage nach der Abreise der Frau wurde der Hund durch die Gendarmerie aus seinem Kasten befreit. Er war vollkommen ermattet und zur Aufnahme von Futter unfähig. Die Frau hat für diese verabscheuungswürdige Tat eine strenge Strafe zu erwarten. Die Zeiger fielen von der Rathausuhr Aus dem Bergischen Land, 16. 1. Zwei Merkwürdigkeiten, die beide auf die strenge Kälte der letzten Tage zurückgeführt werden müssen, ereigneten sich im Bergischen Land. Vom hohen Turm des Remscheider Rathauses fielen die Uhrzeiger ab, offenbar dadurch, daß die Stürme zu sehr an den Zeigern gerüttelt hatten. Noch etwas Seltsameres aber geschah in Solingen. Hier war in der St. Clemenskirche der seine Mechanismus des Läutewerkes eingefroren, so daß eine Reparatur vorgenommen werden mußte. Unter der Einwirkung künstlicher Mittel schmolz das Eis und setzte in tiefer Nacht das Läutewerk in Bewegung. So läuteten die Glocken zu ungewohnter Stunde, bis endlich der Küster den Strom abschaltete. Zwanzigjähriger Räuber vor Gericht Köln, 15. 1. Im August v. J. überfiel gegen Mitternacht der 20jährige Wilhelm B. aus Köln eine 55jährige Ehefrau, die eine kleine Straße allein durchschreiten mußte, weil ihr Ehemann als Begleiter mit seinem Fahrrad einen geringen Umweg zu machen gezwungen war. Der Räuber versetzte der Frau Schläge auf den Kopf und ins Gesicht, so daß sie einige Zähne verlor, und entriß ihr die Handtasche mit einem Geldinhalt von 2.80 RM. An der nächsten Straßenecke schon konnte der Verbrecher gefaßt werden. Die erste Verhandlung gegen den wegen Raubüberfalls Angeklagten wurde zwecks Einholung eines psychiatrischen Gutachtens vertagt. Der Angeklagte ist etwas zurückgeblieben, und machte einen infantilen Eindruck, ist aber an sich für seine Tat verantwortlich. Antragsgemäß verurteilte ihn die 7. Strafkammer in Köln zu vier Jahren Gefängnis. Menschenskelette im Kamin Bad Münster, 10. 1. Im benachbarten Hülsede(Kr. Springe) wurden bei Ausbesserungsarbeiten in einem alten wenig gebrauchten Kamin des Rittergutes zwei menschliche Skelette gefunden. Das Geheimnis dieser seltenen Grabstätte wird wohl nicht mehr geklärt werden können. Ein seltener Gast an der Elbe— der Polartancher Dessan, 16. 1. Ein ganz seltener Gast, der nur bei strenger Kälte zu uns kommt, ist jetzt an der Elbe bei Dessau beobachtet worden: der Polartaucher. Es handelt sich um einen großen, ziemlich schwerfälligen Vogel, der sich auf den Schollen der Elbe treiben läßt. Auch andere seltene Wintergästé kann man jetzt an- und auf unseren heimatlichen Gewässern sehen, so u. a. den Zwergsäger, den großen Gänsesäger, Stock=, Reiher= und Schallenten sowie den Nordseetaucher. Eine Kuh mit Drillingen Görlitz, 14. 1. In Nieder=Wiesenthal bei Löwenburg brachte eine Kuh Drillinge zur Welt. Diese Seltenheit ist um so bemerkenswerter, als sämtliche drei Kälbchen wohl und munter sind. Maler verkaufte seine Bilder zweimal Dessau, 15. 1. Der 44 Jahre alte Walter Berger betätigte sich als Kunstmaler. Da„er keine Absatzmöglichkeiten mehr fand, verfiel er auf einen eigenartigen Ausweg. Er ging zu den Leuten, denen er im Laufe der Jahre Bilder verkauft hatte, und holte diese Bilder mit der Vorgabe, notwendige Restaurierungen daran vornehmen zu müssen, wieder ab. Dann lam er nicht wieder, sondern verschleuderte die Bilder weiter. In 19 Fällen gelang ihm das seltsame Betrugsmanöver. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr und zwei Monate Gefängnis, das Gericht erkannte jedoch unter Berücksichtigung der Notlage des Berger auf vier Monate Gefängnis. Den 81jährigen Vater zu Tode geprügelt Halle(Saale), 14. 1. Dieser Tage wurde der 81 Jahre alte Reniner Ferdinand Krüger in seiner Wohnung in Spröda blutbesudelt und mit schweren Verletzungen an Kopf, Armen, Unterleib und Beinen tot aufgefunden. Da der alte Mann in der letzten Zeit von seinen eigenen Kindern und einem Schwiegersohn in unmenschlichster Weise behandelt worden war, lenkte sich der Verdacht, den Greis zu Tode mißhandelt zu haben, sofort auf die Angehörigen, denen der alte Vater im Wege war, und den sie möglichst bald beerben wollten. Sie wurden vorläufig festgenommen. Feuer mit Schnee gelöscht Marienburg(Westerwald), 16. 1. In dem Dorf Biesenstöck bei Gebhardsheim brach in einem Haus Feuer aus, Soldaten eilten zur Brandbekämpfung herbei. Da aber in der kleinen Ortschaft keine Wasserleitung vorhanden ist, schaufelten die Soldaten schnell Schneehaufen zusammen und machten Schneewalzen, die dann in das brennende Haus geschleppt und in die Flammen geworfen wurden. So gelang es tatsächlich, das Feuer einzudämmen. Zwar brannte das obere Stockwerk aus und die Decken durch, doch blieb das Haus in seinen Wandungen stehen. Denkzettel mit tödlichem Ausgang Kaiserslantern, 16. 1. Der 88jährige Wilhelm Stutz aus Neunkirchen hatte am 2. Oktober 1939 nachts auf der Landstraße den Geliebten seiner Frau im Verlauf eines Streites erstochen. Stutz hatte die beiden Arm in Arm getroffen. Er wollte dem Geliebten seiner Frau einen Denkzettel geben, wurde aber zum Gebrauch des Messers herausgefordert. Das Gericht verurteilte St. wegen Körververletzung mit Todeserfolg zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis. Mit der Sturmlaterne in den— Tankschuppen Grünstadt(Pf.), 16. 1. Wegen fahrlässiger Brandstiftung verurteilte das Amtsgericht einen Mann zu zwei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte hatte im November vorigen Jahres mit einer Sturmlaterne in einem Tankschuppen einen Brand entfacht, so daß neben Oel= und Benzinvorräten auch ein benachbartes Zementlager vernichtet wurde, wodurch ein Schaden von 35000 RM. entstand. Den Arbeitskameraden erstochen Tilsit, 16. 1. Ein tragischer Unfall, der den Tod eines Menschen zur Folge hatte, ereignete sich bei einem Besitzer im Dorfe Rautenberg bei Tilsit. Zwei Wirtschaftsgehilfen hatten gleichzeitig im Stall zu tun und neckten sich, wobei der eine eine Heugabel und der andere eine Peitsche in der Hand hatte. Der Mann mit der Forke drang im Scherz auf seinen Kameraden ein, stieß ihn aus Versehen mit der Heugabel ins Gesicht und traf ihn unterhalb eines Auges. Die Verletzung war so schwer, daß der Getroffene bereits eine halbe Stunde nach dem Unfall starb, ehe noch ärztliche Hilfe, die sofort herbeigerufen worden war, eingreifen konnte. Der Täter wurde verhaftet. Die Speyrer Festhalle ausgebrannt Speyer, 16. 1. In der Nacht zum Sonntag brach in der Festhalle auf dem städtischen Festplatz Feuer aus, das rasch um sich griff und in kurzer Zeit den ganzen Holzbau vernichtete. Die Halle konnte nicht vor der Zerstörung bewahrt bleiben und brannte völlig nieder. Das Feuer ist vermutlich durch das glühende Abzugsrohr eines überheizten Ofens entstanden. 20 Zentner Sacharin geschmuggelt Schwere Freiheits= und Geldstrafen Graz, 14. 1. Der Gastwirt Ludwia Veraszta, seine Frau Josefine und deren Brüder Stefan Milisits, alle aus Scharndorf im Kreise Oberwarth, die riesige Mengen von Sacharin für ungarische Juden in Budapest und Steinamanger über die Grenze geschmuggelt hatten, waren im Zusammenhang damit wegen Verbrechens nach dem Devisengesetz vor dem Landgericht Graz angeklagt. Sie hatten, wie die Zollfahndungsstelle Graz feststellte, von einer Wiener Firma mindestens 20 Zentner Sacharin bezogen und über die ungarische Grenze gebracht. Die Schmuggelware ließen sie sich nicht mit ungarischen Devisen, sondern mit Reichsmark bezahlen, die die ungarischen Juden damit gleichzeitig über die Grenze ins Reich schmuggelten. Der deutschen Wirtschaft wurde durch den Ausfall von Deviseneingängen ein Schaden in Höhe von über 46000 RM. zugefügt. Es wurden verurteilt: Ludwig Veraszta zu 5 Jahren Zuchthaus und 150 000 RM. Geldstrafe oder zu weiteren 2½ Jahren Zuchthaus. Josefine Veraszta zu 1½ Jahren Zuchthaus und 46000 RM. Geldstrafe oder einem weiteren Jahr Zuchthaus, Stefan Milisits zu einem Jahr Zuchthaus und 30 000 RM. Geldstrafe oder zu weiteren 8 Monaten Zuchthaus. Katzen gestohlen und zu Tode gequält Weil die Frau einen Pelz haben wollte Königsberg, 16. 1. Unter der Anklage, Katzen gestohlen und zu Tode gequält zu haben, hatte sich Otto Thiem aus Netteim im Kreise Labiau vor dem Strafrichter zu verantworten. Der Angeklagte ist im März 1939 vom Amtsgericht Labiau in einer anderen Diebstahlssache zu 8 Monaten Gefängnis rechtskräftig verurteilt worden, von denen er bisher vier Monate verbüßt hat. Der Angeklagte gab zu, fünf Katzen auf grausame Weise getötet zu haben. Er hat sie mit einer Kreuzschlinge gewürgt, und weil es ihm nicht schnell genug ging, hat er mit einem Knüppel auf die Tiere eingeschlagen. Nach einem Gutachten des Tierärztlichen Instituts der Albertus Universität ist das Erhängen von Katzen in jedem Fall eine grausame Tierquälerei, weil die außerordentlich starke Halsmuskulatur der Katze in diesem Falle einen schnellen Tod verhindert. Der Angeklagte wurde daher wegen fortgesetzten Diebstahls und fortgesetzter Tierquälerei zu einer Zusatstrafe von drei Monaten Gefängnis zu der Strafe, deren Rest er noch zu verbüßen hat, verurteilt. Als Grund für die Tötung der Katzen gab er übrigens den Wunsch seiner Frau an, einen Pelz zu besitzen. Die Frau ist auch an der anderen Diebstahlssache beteiligt gewesen und war wohl die treibende Kraft bei den gesetzwidrigen Handlungen ihres Mannes. Milzbrand in Holland DNB Amsterdam, 16. 1. Die holländische Regierung hat im Zusammenhang mit dem Auftreten von Milzbrand 3000 Tonnen Viehfutter, das durch Milzbranderreger verseucht ist, beschlagnahmen lassen. Es wird angenommen, daß diese Futtekmengen vernichtet werden müssen. Zusammenstoß zwischen Elch und Kraftwagen Oslo, 14. 1. In der Nacht ereignete sich im äußeren Stadtbezirk von Oslo ein eigenartiger Verkehrsunfall. Ein Kraftwagen wurde durch einen plötzlichen aus dem Walde austretenden Elch angerannt. Der Zusammenprall war so stark, daß der Wagenführer einen Nervenschock erlitt, doch konnte er den Wagen noch bremsen. Der Elch scheint zwar verletzt zu sein, wurde aber von dem herbeigerufenen Tierarzt nicht mehr vorgefunden und hatte sich wohl in den Wald geflüchtet. Der Kraftwagen wies erhebliche Beschädigungen durch den Zusammenprall auf, was umso beachtlicher ist, da es sich bei diesem um eine schwere Limousine handelte. Betrunkener lag im Waschkorb Clausthal=Zellerfell, 16. 1. Ein Ereignis, das trotz allen Ernstes eines gewissen Humors nicht entbehrt, wird hier bekannt. Einwohner beobachteten einen sehr stark betrunkenen Mann eine Straße hinunterwanken und sahen ihn in ein Haus verschwinden. Da man wußte, daß er dort nichts zu suchen hatte, machte man die Hausbewohner darauf aufmerksam. Die Nachsuchungen waren zunächst ergebnislos, schließlich stellte man aber fest, daß der Betrunkene in einem in einem Zimmer stehenden Waschkorb lag. Auf die Fragen, wohin er wolle?, was er hier suche?, wie er heiße? usw. antwortete der Mann stets:„Das möchte ich auch einmal wissen!“ Da er sich nicht anschickte, die Wohnung zu verlassen, benachrichtigte man die Polizei, die den Betrunkenen zur Wache abführte und ihm dort 24 Stunden Gelegenheit zum Ausschlafen gab. Hier stellte man fest, daß dieser Trunkenbold schon wiederholt durch ein solches widerwärtiges Verhalten aufgefallen ist, so daß er dieses Mal mit der Haft allein nicht davonkommen wirb. Endgültige Festlegung der Grenze DNB Rom, 16. 1. Die Agencia Stefani meldet aus Kairo, daß nach einer Miorimeldung aus Bagdad Saudi=Arabien und der Irak zu einem Abkommen über den endgültigen Verlauf ihrer gemeinsamen Landesgrenze gelangt sind. Beide Länder haben Mitglieder zu einer Grenzkommission entsandt. Fluglinie Moskon—Sofia. In Moskau wurde ein Abkommen über die Schaffung eines regelmäßigen Flugverkehrs zwischen der Sowjetunion und Bulgarien unterzeichnet. Die neue Fluglinie soll von Moskau über Kherson nach Sofia führen Der Ofen bei unseren Vorfahren Als König Olaf zum ersten Mal heizen ließ Der Ofen erfreut sich in der Winterszeit besonderer Wertschätzung. Schon in ältester Zeit gab es den Bade= und dann den Backofen. Der ursprüngliche Badeofen bestand aus aufgestapelten Steinen, die glühend heiß gemacht und dann mit Wasser begossen wurden, wodurch reichlicher Dampf sich entwickelte. Ueber die Urform des Backofens ist nichts bekannt. Ursprünglich wurde das ungegorene Brot in der glühenden Asche zwischen heißen Steinen gebacken. Der norwegische König Olaf Kyrre führte in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts den Heizofen in der Königshalle ein. Der Heizofen hatte als Vorbild nicht den Back=, sondern den Badestubenofen. Der Heizofen war in einer Ecke der Halle angebracht und bestand aus unbehauenen Steinen mit Lehm als Bindemittel. Die innere Höhlung des viereckigen Ofens war meist so groß, daß ein Mann sich darin aufhalten konnte, der von Zeit zu Zeit die innere Lehmauskleidung erneuern mußte. Die Ofenöffnung konnte durch eine Steinfliese abgedeckt werden. Der Ofen blieb lange Zeit ein sogenannter„Rauchofen". Der Rauch entwich durch eine Oeffnung im Dache. Erst im 13. Jahrhundert kam in Skandinavien der Schornstein auf, doch blieb er viele Jahrunderte lang eine Seltenheit. Ueberhaupt fand er Kamin nur langsam weitere Verbreitung, vor allem im Bauernhause. Der alte offene Herd behauptete lange noch seinen Platz; er wärmte zwar schlechter, doch ersetzte seine Flamme teilweise die Beleuchtung. In altdeutschen Holzhäusern gab es Rauchöfen, deren Rauch durch einen über dem Ofen angebrachten dachförmigen Mantel aufgefangen und ins Freie geleitet wurde. Im Steinhaus hingegen war der Kamin mit dem Schornstein früh eingeführt worden. Einen besonderen Darreofen gab es in frühester Zeit wahrscheinlich nicht. Die Darre war ursprünglich eine über dem Herd aufgehängte Hürde, eine Art Geflecht, das zum Dörren von Obst und Malz diente. Mit der Einführung eines besonderen Darreofens erfolgte wohl gleichzeitig auch der Bau eines eigenen Darrehauses. Verbrecherjagd im argentinischen Chaco Buenos Aires, 14. 1. Die Oeffentlichkeit der argentinischen Provinzhauptstadt Cordoba wird zurzeit in Atem gehalten durch die Jagd, die die Polizei auf einen berüchtigten Verbrecher veranstaltet, der seit Jahren den argentinischen Chaco unsicher gemacht und dabei eine traurige Berühmtheit erlangt hat. Die Gendarmerie hat nunmehr zu einer umfassenden Aktion gegen den Verbrecher angesetzt, wobei mit Maschinengewehren ausgerüstete Polizei=Abteilungen systematisch das in Frage kommende Gebiet durchkämmen. Dabei ist es schon verschiedentlich zu Feuergefechten mit dem Verbrecher, der den Spitznamen„Mate Cocido“(ausgekochter Tee) führt, gekommen. Mate Cocido befindet sich in Begleitung zahlreicher Spießgesellen, die der Polizei jeden nur möglichen Widerstand entgegensetzen. Der Verbrecher stammt aus einer ehrenwerten Familie. Sein Bruder ist wohlbestallter Vorsteher der Wertsachen=Abteilung der Cordobaer Postbehörde, während seine Schwester gleichfalls ein bürgerliches Leben führt. An der Kreissäge getötet Nassan, 16. 1. In einem Sägewerk in Dorndorf geriet ein 18jähriger Zimmergeselle durch Ausgleiten in die im Betrieb befindliche Kreissäge. Dabei wurde der Arbeiter im Rücken so schwer verletzt, daß schon nach wenigen Minuten der Tod eintrat. Ein Reh fror im Eis ein Hamburg, 15. 1. In der Nähe des Schelrader Koogs fand ein Jäger in der Eider zwischen Eisschollen eingefroren ein Stück Rehwild, Füchse, Raben und Fischottern hatten sich an der willkommenden Beute schon gütlich getan. Das Reh hat sich vermutlich bald nach der Vorbeifahrt eines Schiffes auf das Eis der Eider gewagt, ist dann eingebrochen und hat so den Tod gefunden. Den Kühen die Hörner abgeschlagen Hannover, 15. 1. Die hiesige Strafkammer verurteilte den Stephan Lorger aus Dortmund, der auf ei nem Hofe in Everloh mit der Betreuung des Viehs beauftragt war, wegen fortgesetzter Tierquälerei zu vier Monaten Gefängnis. Der Mann hatte die ihm anvertrauten Tiere, wenn sie einmal störrisch waren, in der brutalsten Weise behandelt. Zwei Kühen hatte er in seiner Wut die Hörner abgeschlagen. Einer anderen verdrehte er den Schwanz derartig, daß das Tier vor Schmerz laut aufschrie. Einer vierten Kuh hatte er einen so heftigen Faustschlag in die Weichen versetzt, daß sie zusammensank. Blutvergiftung führte zum Tode Bad Kreuznach, 16. 1. In Weiler bei Bingerbrück hatte die Frau eines Milchverteilers eine kleine Wunde nicht beachtet. Durch unvorsichtige Berührung zog sie sich eine Blutvergiftung zu. Trotzdem nachher zwei Aerzte hinzugezogen wurden, starb die Frau nach vier Tagen. Man vergriff sich an Feldvostpäckchen Empfindliche Zuchthausstrafen für Volksschädlinge Münster, 16. 1. Vor dem in Münster tagenden Sondergericht hatten sich zwei junge Frauen aus Münster, Ottilie Hille und Sibylle Kaiser wegen Verbrechens gegen das Gesetz zur Bekämpfung von Volksschädlingen zu verantworten, die seit Mitte Oktober vorigen Jahres als Putzfrauen bei der Postverwaltung in Münster beschäftigt waren und in der Feldpoststelle Dienst taten, wo sie sich an den Päckchen vergriffen. Mit Recht wurde vor Gericht zum Ausdruck gebracht, daß es weniger auf den materiellen Wert der Feldpostpäckchen ankomme, als vielmehr darauf, als solche von lieber Hand gepackte Feldpostpäckchen die Verbindung zwischen Heimat und Front aufrecht erhalten sollten. Wer dagegen verstoße, sei ein Volksschädling, den die ganze Strenge des Gesetzes treffen müsse. Das Volksempfinden verlange scharfe Strafen, die Feldpost sei eine Einrichtung, die vom Vertrauen des gesamten Volkes getragen werden müsse. Solche Taten seien als ganz besonders verwerflich anzusehen. Das Urteil lautete gegen Frau Hille auf eine Zuchthausstrafe von vier Jahren und vier Jahren Ehrverlust und gegen Frau Kaiser auf eine Zuchthausstrafe von drei Jahren und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre. Zwei Kinder erstickt Merkstein(bei Aachen), 16. 1. Auf tragische Weise hat eine hiesige Bergarbeiterfamilie am Freitagabend ihre zwei Kinder verloren. Während der Abwesenheit der Eltern— der Vater befand sich auf seiner Arbeitsstätte, auf Grube Adolf, die Mutter in einem benachbarten Lichtspielhaus— entstand in der Wohnung ein starker Qualm. Die darunter wohnende Familie wurde darauf aufmerksam und verschaffte sich Eintritt in die Wohnung, wo sie in ihrer Schlafstelle das ein= und dreijährige Kind bereits erstickt vorfanden. Ein zutrauliches Reh Straubing, 16. 1. Von einem seltenen Fall von Zutraulichkeit eines Rehes berichtet das„Straubinger Tagblatt“ aus Degernberg. Auf dem dortigen Hinterhof hat die Bauernfamilie Staudinger ein Reh großgezogen, das sich volle 2 Jahre freiwillig auf dem Hof aufhielt, dann aber wieder das Leben in der freien Natur vorzog. Dieser Tage ist nun das Reh nach dreijähriger Abwesenheit wieder in sein altes Quartier zurückgekehrt, wo es eine freudige und liebevolle Aufnahme fand. Verlagsleiter und Hauptschriftleiter: Heribert Schenk; Stellvertretender Hauptschriftleiter: Dr Georg Schmidt, zugleich verantwortlich für Politik und Kommunalpolitik; für Lokales und Sport Willi Vie= hoff; für Unterhaltung und die Sonntagsbeilage: Christel Groh=Kalf; für den Anzeigenteil: Hermann Mertens, alle in Viersen. Bildverantwortliche: die Abteilungsleiter. Verlag: Vereinigte Dreistädte=Zeitung G. m. b. H., Viersen. Druck: Gesellschaft für Druck und Verlag G. m. b. H., Viersen. DELI Dülken Nur Mittwoch u. Donnerstag Anfang 6½ und 8 Uhr bringen wir Harri Piel Artisten mit Hilde Hildebrand u. a. Ein grosser Zirkusfilm spannend von Anfang bis Ende Wochenschau Belprogramm DOMHOF sple Ein toller Film, spannend wie ein Kriminalfilm, lustig-heiter wie ein Volksstück, der neue Tobis-Film In letzter Minute mit E. Ponto— E. v. Möllendorf— Hans Richter— Günter Lûders— Elga Brink u. a. 25000 stehen im Mittelpunkt dieses Films, der v. Devisenschiebern, kessen Rennfahrern, verliebten jungen Leuten u. ehrgeiz. Müttern ebenso spannend wie lustig berichtet. Kulturfilm. Fox-Woche. Mittw., Donnerstag 6½ u. 8 Uhr. Billige Möbel! 15 saub. Betten 10-25 RM., mehrere schöne Kleiderschränke, Waschkommoden 10-25 RM., 5 Tische 5-10 RM., mod. rund. Eichentisch 20RM., Flurgarderobe, groß, 30RM., Konsölchen 2-5 RM., schönes Sofa 18 RM.. 6 Küchenstühle 12 RM., 2 mal 4 Wohnzimmerstühle a 15 RM., Küche, 2 Schränke, sonstige Küchenschränke 15, 20. 30 RM. Küppers, Vsn., Rintgerstraße 30. Höchste Preise zahle ich für Kanin-(zahm und wild), Iltis-, Fuchs- u. Marderfelle. Otto Simon, Viersen Telefon 3361 Hauptstraße 41. Kleinere Familie sucht zum 1. 3. in Viersen oder nähere Umgebung 4—5=Zimmerwohnung oder 4 Zimmer u. Mansarde, Küche, Garagen Gart., am liebst. Einzelhaus Ang unt. 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Für die Zuteilungsperiode, vom 15. 1. bis 11. 2. 1940 werden auf die Abschnitte der Nährmittelkarte N 21, N 22, N 30 und N 31 je 25 g Sago, Kartoffelgraupen, Kartoffelstärkemehl oder Puddingpulver, wahlweise abgegeben. Für 1 Päckchen Puddingpulver im Gewicht von 45—60 g sind 2 Abschnitte, für 1 Päckchen Puddingpulver im Gewicht von 75 g sind 3 Abschnitte der Nährmittelkarten von den Verteilungsstellen einzubehalten. Die Abgabe von Puddingpulver in loser Form kann ebenfalls auf die genannten Abschnitte erfolgen. Auf die mit einem Kreuz(+) versehenen Abschnitte der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 Jahren werden je 125 g D.P.M.(Deutsches Puddingmehl) Gustin, Maižena, Mondamin, Ricena oder Weizenin, abgegeben. Bekanntmachung Für den Versorgungsabschnitt vom 15. 1. bis 11. 2. 1940 werden auf die Abschnitte N 21, N 22, N 30 und N 31 der Nährmittelkarte je 25 g Sago, Kartoffelgraupen, Kartoffelstärkemehl oder Puddingpulver wahlweise abgegeben. Für ein Päckchen Puddingpulver mit einem Gewicht von 45 bis 60 g sind zwei Abschnitte, für ein Päckchen Puddingpulver mit einem Gewicht von etwa 75 g drei Abschnitte der Nährmittelkarte von dem Einzelhändler einzubehalten. Die Abgabe von Puddingpulver in loser Form kann ebenfalls auf die genannten Kartenabschnitte erfolgen. Für den gleichen Zeitraum werden auf die mit einem Kreuz(+) bezeichneten Abschnitte der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 Jahren je 25 g D.P.M.(Deutsches Puddingmehl), Gustin, Maizena, Mondamin, Ricena oder Weizenin abgegeben. Kempen/ Niederrhein, den 15. Januar 1940. Der Landrat. Statt Karten Ihre Vermählung geben bekannt Dr. Heinz Chargé Zahnarzt Käte Chargé geb. Heinen Viersen, 18. Januar 1940 Burgstraße 51 Wir stehen Ihnen zu Diensten! M Ab 16. Januar Gastspiel JOE Ortnes der Welt größtes Balance-JongleurWunder— Schichtl-Rulyans-WunderMarionetten konferiert von Marlo Haindorff, dem„ansprèchenden“ Sprecher uam. Am Donnerstag, dem 25. 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