Die Stadt Alloa am Flusse Forth. der sich nachher zum Firth of Forth erweitert. Die Aufnahme veranschaulicht klar die Lage der Marine Munitionslager. Die Ziffern bezeichnen: 1) Munitionshäuser. 2) Lagerhallen für Munitionsteile, 3) Eisenbahnbrücke(Mittelstück drehbar). 4) Eisenbahnfähre, 5) Hafenbassins mit Schleuse, 6) Güterbahnhof.(Scherl Bilderdienst, Zander=Mulkiplex=K.) Tas Tilbury=Dock 30 km östlich von London. Die Ziffern bezeichnen: 1) Docks, 2) Schleusen. 3) zhnbrücke 4) Schiffsanlegestelle, mit Krananlage, 5 Landebrücke für Passagierverkehr, 6) altes Fort, 7) Flakstellung, 8) Passagierdampfer an Verladebrücke. (Scherl, Bilderdienst, Zander=Multiplex=K.) Vereinigte Dreistädle Zeibong Sprecher am Niederrhein Dülkener Zeitung 4 Dülkener Volkszeitung Geschäftostelles Dülken, Lange Straße 51-Fernruf 5286 Der Bezugspreis beträgt halbmonallich 1,05 frei Haus einschließlich Botenlohn. Einzelverkaufspreis 10 Pfg., mit Illustrierte 15 Pfg. Nichterscheinen einzelner Nummern berechligt nicht zur Kürzung des Bezugspreises. Viersener AVolkszeitung Hauptgeschäftostelles Viersen Hauptstr. 20 o Fernruf= 2641, 2649 Geschäftsstelle: Viersen Haupisir 145. Fernruf: 2641,9642 Grenzgebiet und Schwalmtal Geschäftsstellen: Lobberich, Breyellerstr. 29, Fernr. 159— Waldniel, Fernr. Amt Amern 261 Süchtelner Zeitung Süchtelner Volkszeitung Geschäftsstelle: Süchteln, Hochstraßo 131-Fernruf 3927 Die Vereinigte Dreistädte=Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Feiertage. Anzeigenpreise lant Dreisliste Nr. 6 vom L. April 1936. Bel Konhurs und Zwangsvergleich erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß Nr. 291 Dienstag, den 12. Dezember 1939(Kath. Maxentius Evg. Epimachus) 65. Jahrgang Zwei britische Tanker versenkt Geringes Artilleriefener zwischen Mosel und Pfälzer Wald DNB. Berlin, 11. 12. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Zwischen Mosel und Pfälzer Wald an einzelnen Stellen der Front geringes Artilleriestörungsfener. Im übrigen verlief der Tag an der ganzen Westfront ruhig. Am Westausgang des englischen Kanals wurden zwei britische Tanker von zusammen 18 000 Tonnen versenkt. Schweizer beobachten Vorpostengeplänkel DNB. Basel, 12. 12. Erstmals seit Ausbruch der Feindseligkeiten konnte am Sonntag zwischen 22 und 22.30 Uhr von der Schweizer Grenze aus ein Vorpostengeplänkel zwischen deutschen und französischen Truppen beobachtet werden, in dessen Verlauf von einem zum anderen Ufer des Rheins Gewehrschüsse gewechselt wurden. „Royal of Hope" gesunken DNB. London, 11. 12. Die Admiralität teilt mit: Das Sekretariat der Admiralität bedauert mitteilen zu müssen, daß Sr. Majestät Schiff„Royal of Hope“ gestern auf eine Mine gelaufen und gesunken ist. Durch eine Mine vernichtet DNB Amsterdam, 11. 12. Der 4815 Tonnen große englische Dampfer„Willowpool“ ist, wie Reuter meldet, am Montagmorgen auf eine Mine gelaufen. Die Besatzung von 36 Mann wurde von einem Feuerschiff gerettet. Einige der Leute sind leicht verletzt. Weiterer britischer Dampfer untergegangen DNB Amsterdam, 11. 12. Der englische Passagierdampfer„Duke of Lancaster“ ist am Sonntagfrüh in det irischen See mit dem Frachtdampfer„Fire King“ zusammengestoßen. Die Besatzung der„Fire King“ wurde an Bord der„Duke of Lancaster“ genommen. Die„Duke of Lancaster“(3814 Tonnen) ist am Bug schwer beschädigt. Weiter berichten die holländischen Blätter über den Untergang mehrerer anderer Handelsschiffe an Englands Küsten. Außer den bereits gemeldeten Verlusten wird dadurch noch der Untergang des britischen Dampfers„Middlesbro“(989 Tonnen) bekannt. Die ersten britischen Verluste in Frankreich DNB. London, 11. 12. Der bei der britischen Luftwaffe in Frankreich weilende Reuter=Korrespondent meldet, daß ein Lastkraftwagen mit britischen Nachrichtentruppen an einem Bahnübergang mit einem Expreßzug zusammenstieß, wobei fünf Soldaten auf der Stelle getötet wurden. Ein weiterer schwerverletzter Soldat starb später. Außer ihm wurden noch sieben andere Soldaten schwer verletzt, von denen einer kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. Dies sind die ersten Verluste, von denen die britischen Truppen in Frankreich betroffen worden sind. Heftige Kämpfe in Finnland Die Russen im Vormarsch DNB Riga, 11. 12. Mit unverminderter Kraft wurden die Kämpfe in Finnland am Montag an allen Fronten fortgesetzt. Der heftigste Kampf scheint sich in der nördlichsten Front in Lappland abzuspielen. Hier haben die Russen in den letzten Tagen große Truppenverstärkungen erhalten, die mit aller Macht daran arbeiten, die Verbindungen zwischen Schweden und Finnland abzuschneiden. Die Hauptkämpfe in dem Abschnitt spielen sich bei Salmijärvi und Petsoma ab, das bis zum Montag morgen noch von den Finnen gehalten wurde. Weitere Kampfhandlungen größerer Natur werden aus Salla gemeldet. Der Vormarsch der russischen Truppen wird von der Luftwaffe unterstützt. Hangö stand am Sonntag wieder im Zeichen russischer Flugangriffe. Dies wird am Montag bekannt, nachdem die Telesonverbindung zwischen Helsinki und Hangö wieder hergestellt ist. Zum ersten Mal wurde Flugalarm gegen 12 Uhr mittags gegeben. Ueber der Stadt Hangö erschien, aus der Wolkendecke hervorbrechend, ein russisches Geschwader großer Bombenmaschinen, die innerhalb weniger Minuten etwa 50 Bomben abwarfen. Schäden wurden insbesondere an der Hafenmole sowie an den Befestigungsanlagen Hangös angerichtet. Nach einer halben Stunde mußte erneut Fliegeralarm gegeben werden. Einer Meldung aus Stockholm zufolge sollen die Russen die finnische Verteidigungslinie in der Umgebung von Kexholm durchbrochen haben. DNB. Moskau, 11. 12. Der Heeresbericht des Generalstabes des Militärkreises Leningrad lautet: „Am 10. Dezember sind die russischen Truppen in allen Richtungen um 5 bis 7 Kilometer vorgedruugen. Im Gebiet von Uchta haben die Sowjektruppen die Ortschaft Kuolojärvi besetzt. In Richtung auf Porososero haben sie das Dorf Johosala genommen. Auf der karelischen Landenge sind die Ortschaften Bobeschina und Kirks in russische Hände gefallen. Infolge schlechter Witterung wurden nur Erkundungsflüge durchgeführt.“ Der finnische Heexesbericht DNB. Helsinki, 11. 12. Vom finnischen Hauptquartier wurde am Sonntag folgender Heeresbericht ausgegeben, der die Lage bis zum 10. 12. mittags behandelt: Armee: Der Feind setzte am 9. 12. seine Angriffe am Taipaleenjoki fort. Die Angriffe wurden abgeschlagen. Mit Ausnahme von Petsamo fanden an der ganzen Östfront heftige Kämpfe statt. See: Feindliche Flottenabteilungen beschossen strategisch wichtige Punkte an der finnischen Schöreniste. Die eigene Küstenartillerie hat mehrere Male unsexe Truppen wirksam unterstützen können. Lüft: Feindliche Luftstreitkräfte bombardierten Hangö erfolglos, ebenso am späten Abend Forts auf den Inseln in der Nähe von Bjökö. Unsere eigenen Luftstreitkräfte führten im Laufe des Tages Erkundungsflüge durch und bombardierten mit Unterstützung unserer Artillerie feindliche Marschkolonnen einschließlich einer Tank= und Kraftwagen umfassenden Abteilung. Keine fremden Waffenlieserungen an Finnland DNB Stockholm, 11. 12. Die hiesige finnische Gesandtschaft dementiert entschieden die von verschiedenen Nachrichtenbüros und Zeitungen verbreiteten Meldungen über Waffenlieferungen aus mehreren Ländern an Finnland. Gleichzeitig veröffentlicht die hiesige Presse das deutsche Dementi über angebliche deutsche Warenlieferungen an Finnland. Kabinettsrat in Paris DNB. Brüssel, 11. 12. Ein Kabiettsrat trat— wie Havas meldet— am Montagvormittag im Kriegsministerium unter dem Vorsitz Daladiers zusammen. Nach Belgien„verirrt“ DNB Brüssel, 11. 12. In Mouscron, unweit der belgisch-französischen Grenze in Flandern wurden am Sonntag zwei Engländer von der belgischen Gendarmerie verhaftet. Es handelt sich um zwei englische Soldaten, die sich, wie sie erklärten,„verirrt" hatten. Reklame-Sektor von Tommis besetzt Das große Wunder an der Maginot=Linie DNB. Berlin, 11. 12. Die britischen Truppen haben nunmehr, wie der Londoner Rundfunk sich rühmt, einen Sektor an der Maginotlinie besetzt. Bei einem Vorstoß ins Niemandsland sollen sie sogar schon auf eine deutsche Patrouille gestoßen sein, wobei sie natürlich, wie es sich für so glorreiche Truppen geziemt, die deutsche Patrouille zurückgewiesen haben. Verluste haben sie nicht erlitten. Damit sind einige britische Regimenter, wie der Londoner Rundfunk sagt, jetzt an der Maginot=Linie in dauerndem Kontakt mit dem Feind getreten. Ehe sie diese Aufgabe übernahmen, wurde ein Armeebefehl verlesen, in dem es u. a. heißt:„Man hat euch ausgesucht, um euch der Ehre des Kampfes teilhaftig zu machen. Der Feind wartet auf eure Ankunft. Bewahrt Ruhe und Würde und seid auf der Hut. Das Empire sieht auf euch." Der König hatte zuvor diesen Regimentern einen Besuch abgestattet.„Es kann jetzt außerdem gesagt werden“, so eröffnete der Londoner Rundfunk voll Stolz.„daß der König auch die vorderste Front besucht und das Niemandsland beobachtet hat. Der König hat den Generalen Gamelin und George hohe Orden verliehen.“ Der sudetendeutsche Soldat Von Dr. Rudolf Ergert, Eger „Und wenn die Welt voll Teufel wär, Wir folgen Dir zu Ruhm und Ehr!“ Dieser Vers aus dem zu einem deutschen Gemeingut gewordenen zündenden Egerländer Marsch, dem Regimentsmarsch des ehemaligen Egerländer Infanterieregiments 73, kennzeichnet in knappster Form Geist und Haltung des sudetendeutschen Soldaten: ein bedenkenfreies Draufgängertum, gepaart mit Gefolgstreue und Siegeswillen im Einsatz für Volk und Heimat. Die draufgängerischen Egerländer und mit ihnen die übrigen Sudetendeutschen: der schwere Schlag der Böhmerwäldler, die bedürfnislosen Erzgebirgler, die regsamen Söhne des sogenannten Niederlandes um Reichenberg und die fleißigen Nordmährer haben in dem jüngsten Polenfeldzug bewiesen, daß sie ihren Ruf als die tüchtigsten Soldaten der alten österreich=ungarischen Armee mit Recht genießen. Aus dem ehemaligen Deutsch=Böhmen stammten vier Elite-Infanterieregimenter, die 73 er in Eger, das Regiment Ehrbach Nr. 42, früher Eger, dann Theresienstadt, die 94 er Reichenberg und das Regiment 1(Kaiser) in Troppan. Alle diese Regimenter haben sich auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges mit unvergänglichem Lorbeer bedeckt. Es waren vorwiegend sudetendeutsche Landstürmer, die beim unerwarteten Eintritt Italiens in den Weltkrieg in schwachen Schützenketten die Grenzen der Grafschaft, Görz gegen die Uebermacht der in Bewegung gesetzten unverbrauchten italienischen Heeresmacht hielten, es war ein Egerländer Landsturmbataillon, das am 11. Januar 1916 mit einem beispiellosen Elan den für uneinnehmbar gehaltenen Lovcen, den Beberrscher der südlichen Adria. erstürmte, es waren vorwiegend sudetendeutsche Regimenter, die in Serbien, Galizien, in den russischen Sümpfen Wolhyniens, auf dem kampfumtobten Karst und den Sieben Gemeinden die größten Blutopfer für die zusammenbrechende österreich=ungarische Monarchie brachten. Sie taten es in treuer Pflichterfüllung, immer aus dem Bewußtsein heraus, das auch den letzten Mann beseelte, daß es ein Krieg an Deutschlands Seite war, der gegen eine Welt von Feinden zum Sieg geführt werden müsse, sollte nicht in Oesterreich die Flut der Slavenvölker über das Deutschtum hereinbrechen. Denn im sudetendeutschen Soldaten zeigten sich schon im alten Oesterreich die im Abwehrkampf gegen das Slawentum gereiften Früchte der, politischen Erziehung zu aufrechten und wachsamen Deutschen. Deutschböhmen war ja die Wiege der nationaler Bewegung in Oesterreich gewesen, die sich aufs schärfste gegen die schlapvige Nachgiebigkeit des sterbenden LiKeine Verkürzung oder Verschiebung der Weihnachtsfeiertage DNB. Berlin, 11. 12. Entgegen anderslautenden Gerüchten wird mitgeteilt, daß die Weihnachtstage und der Neujahrstag gesetzliche Feiertage sind, die weder verkürzt noch verschoben werden. Auch tritt an der bekannten Regelung der Bezahlung der Feiertage für Lohnempfänger keine Aenderung ein. Unsere Aufklärer fotografierten England Fast täglich hörten wir im Heeresbericht von der Tätigkeit beutscher Aufklärer über England. Was das heißt, aufklären, zeigen unsere beiden Bilder aus der reichen Ausbeute, die ger mit nach Hause brachten. Dinge, die England als seine großen militärischen Geheimnisse be trachtet, liegen in den von den deutschen Aufklärern hergestellten Photographien klar zu T beralismus und die nur auf dynastische Vorteile bedachte Hausmachtspolitik der Habsburger stemmte. Aus Deutschböhmen kamen die deutschradikalen und alldeutschen Abgeordneten in das Wiener Parlament, und Deutschböhmen waren es, die auch in den österreichischen Alpenländern das Deutschbewußtsein weckten. So lebt im sudetendeutschen Soldaten nicht nur In der Kapelle des Schlosses von Chateldon, des die beste Tradition des alt=österreichischen Soldaten= Geburtsortes des ehemaligen französischen Ministergeistes, es wirkt in ihm auch die weltanschauliche, na präsidenten Pierre Laval, ist eine Inschrift aus der tionale Einstellung, zwei Elemente, die in den 20 Zeit des hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich Jayren des harten Befreiungskampfes gegen tschechi= und England zu finden:„Ici les Anglais furent si sche Willkür nach dem Weltkrieg die Grundlage auch bien recus, Qu'ils ne sont jamais revenus".(„Hier für die allmählich erstarkende und zu einer eisernen wurden die Engländer so gut empfangen, daß sie nie Die Alliierten unter sich Einheit zusammenschmelzende Bewegung Konrad Henleins bildeten. Die Schule der sudetendeutschen Kampfzeit hat den sudetendeutschen Soldaten durchgebildet. Kampf um die Erhaltung der hohen Le bensgüter: deutsche Schule und deutscher Arbeitsplatz, war das tägliche Schicksal der Sudetendeutschen. Und sie haben das Schicksal gemeistert. Auch die Dienstpflicht im tschechischen Heere hatte für die heranwachsende sudetendeutsche Generation ihr Gutes. Willig und freudig ist wohl kein Sudetendeutscher zu den tschechischen Fahnen eingerückt. Aber er tat auch dort seine Pflicht, und die Tschechen wuß ten sich die soldatischen Eigenschaften der Sudetendeutschen zunutze zu machen. Freilich hatte der Deut sche in der tschechischen Armee kein leichtes Dienen. Die Offiziere deutscher Nationalität wurden bis auf einen verschwindenden Bruchteil schon in den Anfangszeiten der Republik abgebaut. Vom Offiziers nachwuchs wurde der Sudetendeutsche, mochte er noch so tüchtig sein, bewußt ferngehalten. Selbst Unter offizier zu werden, war für einen Sudetendeutschen in der tschechischen Armee ein Kunststück und jedenfalls ein Ausnahmefall. Die militärische Ausbildung der jungen sudeten deutschen Generation fand jedoch auch eine wirksame Ergänzung durch die eigenen Kampforganisationen der politischen Bewegung. Neben dem nach durchaus strammen soldatischen Grundsätzen ausgerichteten Deutschen Turnverband veranstalteten die„Volkssport“=Organisation der NSDAP und zuletzt die„FS“= der SdP=Marsch und Geländeübungen und pflegten den Wehrsport allen behördlichen Schikanen und Verfolgungen zum Trotz. Es nützte alles nichts: Der soldatische Geist des Sudetendeutschen rang sich durch, und wenn die junge Bewegung der SdP in gleichem Schritt und Tritt unter den Klängen der deutschen Militärmärsche marschierte, dann mußten sich einsichtsvolle Tsche chen sagen, daß alle Unterdrückungsmaßnahmen gegen ein soldatisches Volk, wie das deutsche, nur das Ge genteil erzielen können. Das erwies sich schließlich auch, als das Sudetendeutsche Freikorps mit der blanken Waffe den Schutz der bedrohten Heimat übernahm. Und nach der Befreiung eilten sudetendeutsche Rekruten in hellen Scharen freiwillig mit Begeiste rung zur Deutschen Wehrmacht. Sie durften stolz darauf sein, daß ihnen von ihren Vorgesetzten immer nur höchstes Lob gezollt wurde Gauleiter Konrad Henlein hat in diesen Tagen zum Ausdruck gebracht, welch unerschütterlich feste Grund lage die Reichsliebe und Gefolgschaftstreue der Su detendeutschen hat:„Die Haltung des Sudetendeutsch tums in dem jetzigen großen Ringen“, so erklärte er anläßlich einer Feier zur Erinnerung an die vor einem Jahr erfolgte Heimkehr zum deutschen Mutterland,„ergibt sich aus dem Gefühl des Dankes für die vor einem Jahr erfolgte Befreiung durch den Führer und aus dem besonderen Verhältnis, in dem wir Su detendeutschen an der Volkstumsgrenze zu der Größe des Schicksalskampfes des deutschen Volkes überhaupt stehen. Die frohe Tatbereitschaft des Sudetengaues findet ihren Niederschlag in der Zielsetzung: Alles zutun, was zum Siege verhilft.“ Den Dank stattet das Sudetendeutschtum an den Fronten und in der Heimat mit einer Einsatzbereitschaft ab, die kaum der anderer Stämme des großen Mutterlandes nachsteht. Aus dem Felde in Polen und von den Stellungen am Westwall treffen immer wieder Briefe von Kommandeuren sudetendeutscher Truppen der Deutschen Wehrmacht ein, die mit Wor ten uneingeschränkter Anerkennung, ja Bewunderung für die Leistungen der sudetendeutschen Soldaten nicht kargen. So hieß es in einem Brief des Regimentskommandeurs des Egerer Artillerieregiments an den Oberbürgermeister der Stadt:„Die hervorragenden Leistungen des Regiments, zu denen auch besonders unsere Soldaten aus dem Egerland beigetragen haben sind in vielfachen Auszeichnungen anerkannt worden.“ Kerndeutsch schon immer gewesen, besiegeln die Sudetendeutschen auch in den Zeiten des jetzigen Krieges ihr Bekenntnis zum Deutschtum und zum Deutschen Reich mit ihrem Blute. In der wundervollen Gedenkhalle des Egerlandes, die dem Andenken an die Weltkriegstoten der Heimat gewidmet ist, hängen als sprechender Beweis für die Tapferkeit und Opferbereitschaft der Sudetendeutschen sogenannte Blutkarten, die gebietsweise den Anteil der Bevölkerung an den Blutopfern des Weltkrieges darstellen. Da zeigt es sich, daß der Sudetendeutsche immer in erster Linie stand, wenn es galt, Soldatenpflicht bis zum letzten Hauch zu erfüllen. Nicht anders ist es im jetzigen großen Ringen um Deutschlands Stellung und Geltung in der Welt. Der Sudetendeutsche ist nicht nur ein guter, ja er ist ein begeisterter Soldat, er ist zum Soldaten erzogen durch seinen und seiner Aufschlußreicher geschichtlicher Rückblick auf das eng lisch-französische Verhältuis Ausdruck gegeben haben. In seiner im Verlag H. W. Rödiger, Berlin SW 11, erschienenen Broschüre„Was will Frankreich?“, der wir diesen Aufsatz entnehmen, hat Fritz Reipert eine Anzahl solcher Aeußerungen zusammengestellt. Denkt Frankreich heute an diese Wahrheiten, die große Männer auf Grund blutiger und trauriger Erfahrungen ihm überlieferten? England, der wirkliche Erbfeind Frankreichs, sagte Maupassant. Die Engländer hassen die Franzosen, und diese können die Briten nicht ausstehen, schrieb die Marquise von Pompadour über die heutigen „Freunde“! Englands einziges Prinzip ist sein Interesse, sagte Talleyrand, und seine Nachfahren in Frankreich geben heute vor, an englische Prinzipien moralischer Art zu glauben. Ihr seid die Nation, die andere Völker aufhetzt, schrieb Victor Hugo, und das heutige Frankreich ließ sich von England aufhetzen, ebenso wie ein Polen es zuließ. Vielleicht sieht man eines Tages nach dem Waterloo Frankreichs das Waterloo Englands, prophezeite Grand=Carteret. Deutete er vielleicht seherisch auf unsere Zeit hin? Stendhal sprach von dem englischen Patriotismus, der mit Vergnügen alle Städte Belgiens niederbrennen würde, wenn London dadurch eine Vorstadt gewänne. Sagt das nicht, daß England heute mit Vergnügen Frankreichs Blut fließen und seine Städte in Trümmern sehen würde, um dadurch den Sieg gegen Deutschland zu gewinnen? mals wiederkamen.“) Diese schlichte Inschrift sagt auch dem Franzosen von heute noch viel: sie erinnert daran, daß England es war, gegen dessen Eingreifen Frankreich in einem hundertjährigen Krieg seine Ein heit schuf und verteidigen mußte. Nicht Deutschland war es, sondern England, und überall, wo Engländer und Franzosen zusammentrafen, standen sie sich in Feindschaft und Kampf gegenüber— hundert Jahre lang. Die Jungfrau von Orleans, Nationalheilige Frankreichs, die den Anskurm der Engländer einst zum Stehen brachte, sie wurde auf Geheiß Englands in Rouen verbrannt. Und ein Deutscher war es, Friedrich Schiller, der über die Johanna von Orleans den Franzosen das Heldendrama schrieb. Etwa ein Menschenalter vor den Engländern begannen die Franzosen die Erforschung und Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents. Englischer Imperialismus mißgönnte ihnen den überseeischen Besitz, und der Kampf zwischen England und Frankreich um Nordamerika währte über eineinhalb Jahrhunderte, bis England Sieger blieb. In Indien untergrub England den französischen Einfluß mit Bestechung und durch Falschheit, um dann die Franzosen in der Schlacht bei Plassey endgültig aus Indien, der englischen Schatzkammer, zu vertreiben." Napoleon empfand einen tiefen Haß gegen England. Er wollte es an seiner empfindlichsten Stelle treffen, als er im Jahre 1806 die Kontinentalsperre einführte, um England wirtschaftlich zu vernichten. Schon damals hatte England das Mittel der Blockade— jedoch gegen Frankreich— eingesetzt, und diesem Kampf Eng lands galt Frankreichs Abwehr durch die Kontinental sperre. Malta, die wichtige Insel im Mittelmeer, die bis 1798 dem Johanniterorden gehörte und von Na poleon besetzt wurde, raubte England den Franzosen nach dem Sieg über die französische Flotte bei Abn kir. Schon vorher, im Jahre 1794, nahm England den Franzosen die vor der Ostküste Afrikas liegenden Seychellen=Inseln weg. Dem vernichtenden Schlag, den der englische Admiral Nelson der französischen Flotte im August 1798 bei Abukir zufügte, folgte im Jahre 1801 die Nieder lage der in Aegypten unter dem Befehl des franzö sischen Generals Menon stehenden Armee durch eine englisch=türkische Streitmacht. Ein Jahr vorher war der französische General Kleber, der vordem die französische Armee in Aegypten befehligte, auf Veranlas sung Englands ermordet worden. England war es auch, das Frankreich den von Franzosen geschaffenen Suezkanal entriß, und sich diesen wichtigen Verkehrs weg politisch und militärisch sicherte. Als der französische Oberst Marchand, durch Nordafrika ziehend, nach dem Nil strebte und bei Faschoda die Trikolore hißte, erzwang Lord Kitchener die Einholung der französi schen Flagge, und ein Schrei der Entrüstung über diese Entehrung Frankreichs durch England ging durch das französische Volk. Ueber ein Jahrhundert standen sich so England und Frankreich, die sich gegenseitig den„Erbfeind“ nann ten, im Kampf gegenüber. Ueberall. wo Frankreich etwas unternahm, stand ihm sofort England als un erbittlicher Gegner gegenüber. Heute nennen sie sich „Freunde“ und meinen damit ein Verhältnis, das ihre Regierenden zu einer Interessengemeinschaft zu einander nahmen, wobei das ungefragte französische Volk der Auffassung ist, daß England die Interessen stellt, während Frankreich zur Verteidigung dieser englischen Interessen die Gemeinschaft zu eigen hat. Die Erinnerung an den erbitterten Kampf Englands gegen Frankreich, der das französische Volk große Blutopfer und zahlreichen Besitz kostete, ist in Frankreich noch nicht erstorben, und es sei auf jene führenden französischen Geister, Staatsmänner, Historiker, Politiker und Publizisten verwiesen, die in überlieferten Aeußerungen den Gefühlen und Erfahrungen des französischen Volkes gegenüber England beredten Väter immerwährenden Kampf um das Deutschtum. Er weiß, worum es in diesem Ringen geht. Und wenn eine törichte Feindpropaganda als Kriegsziel hinausposaunte, daß nach Besigung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches mit einer neuen Zerstückelung des deutschen Volkskörpers auch die Sudetendeutschen in die wiederzuerrichtende tschechoslowakische Rewublik demokratischer Prägung zurückgepreßt werden sollen, dann könnte diese dumme und lebensfremde Propaganda nichts besseres tun, um den Widerstand und Opferwillen des sudetendeutschen Soldaten noch mehr und bis zum äußersten zu steigern. Denn eine Rückkehr in die Knechtschaft geht nur über die Leiber der bis zum letzten Mann gefallenen Sudetendeutschen, die die glücklichsten Deutschen waren, als ihre Heimat wieder deutsch sein durfte. Die Tagung der Genser Liga DNB Genf, 11. 12. Zu Beginn der Montag=Nachmittagssitzung der Genfer Liga teilte Präsident Hembro(Norwegen) mit, Belgien, Luxemburg, Schweden, Dänemark und Holland hätten von der Versammlung der Liga verlangt, daß als einzige politische Frage der Appell Finnlands an die Liga zur Behandlung kommen dürfe. Irgendeine andere politische Frage lich gemacht. dürfe nicht zur Aussprache kommen, da die genannten Staaten die Behandlung einer solchen Frage lehnten. Wieder ein Komitee Nach Anhören verschiedener Berichte ergriff in der Montag=Nachmittagssitzung der Genfer Liga der finnische Delegierte Holsti das Wort. Er verwies auf die von seiner Regierung in einer Dokumentensammlung dem Sekretariat übermittelten Unterlagen und legte mit den bekannten Argumenten die Stellungnahme Finnlands dar. Zum Schluß verlas Holsti den Appell des finnischen Parlaments an die Völker der Welt. Die finnische Frage wurde sodann einem besonderen Komitee zur Prüfung überwiesen. Dem Ausschuß gehören neben Frankreich und England Uruguay, Bolivien, Venezuela, Indien, Portugal, Kanada, Aegypten, Irland, Schweden, Norwegen und Thailand (Siam) an. Der Beschluß des neuen Komitees Das finnische Komitee der Genfer Versammlung hat Montagabend eine Sitzung abgehalten und auf Antrag Schwedens die Sowjetreaierung telegraphisch aufgefordert, innerhalb von 24 Stunden die Feindseligkeiten gegen Finnland einzustellen und sich zur Aufnahme von Friedensverhandlungen unter den Auspizien der Genfer Liga bereit zu erklären. Außerdem wurde nochmals der Wunsch ausgesprochen, die Sowjetregierung möge sich in Genf vertreten lassen. Die finnische Regierung wurde von dem Schritt des Komitees gleichfalls telegraphisch unterrichtet. 66 Minen unschädlich gemacht DNB. Esbjerg, 11. 12. Die starken Westwinde der letzten Zeit haben die Zahl der Treibminen an der jütländischen Westküste erheblich vermehrt. Wie der Esbjerger Kommandeurkapitän Lembcke mitteilt, hat man allein von der Station Esbjerg aus 66 treibende Minen, die natürlich alle von dem großen englischen Minenfeld vor Esbjerg stammen, unschädSonderzuteilung auf Abschnitt I der Kleiderkarte DNB Berlin, 11. 12. Im deutschen Reichs= und preußischen Staatsanzeiger Nr. 290 vom 11. Dezember 1939 ist die Bekanntmachung Nr. 4 der Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete vom 11. Dezember 1939 veröffentlicht worden. Die Reichs stelle für Kleidung und verwandte Gebiete gibt hierin bekannt, das 1. auf den Sonderabschnitt I der Reichskleiderkarte für Frauen vom 12. Dezember 1939 an wahlweise ein Paar Damenstrümpfe aus Naturseide, ein Paar kunstseidene Strümpfe zweiter oder geringerer Wahl, ein Paar Damenkniestrümpfe oder ein Paar Damen=Unterziehstrümpfe an Verbraucher abzuge ben und von ihnen bezogen werden kann. Die Gül tigkeit des Sonderabschnitts I erlischt mit der Gültigkeit der Reichskleiderkarte. Frauen können also auf ihre Kleiderkarte einmalig zusätzlich ein Paar Strümpfe der genannten Art gegen Abtrennung des Sonderabschnitts I beziehen. Von dieser Bezugs möglichkeit können sie bis zum Ablauf der Gültig keit der Reichskleiderkarte Gebrauch machen. Eine Anrechnung auf die Teilabschnitte(Punkte) der Reichskleiderkarte findet demnach nicht statt. Ein Umtausch der so bezogenen Strümpfe gegen Strümpfe anderer Art, also beispielsweise der Umtausch gegen ein Paar Strümpfe kunstseidene Strümpfe erster Wahl ist unzulässig. Die Strümpfe zweiter und geringerer Wahl müsen in den Geschäften besonders ausgelegt werden, h. sie müssen auf den ersten Blick als solche kenntlich gemacht sein. Der Verkauf hat im Rahmen der üblichen Preise für Strümpfe zweiter und geringerer Wahl zu erfolgen. 2. Auf den Sonderabschnitt I der Reichskleiderkarte für Männer vom 12. Dezember 1939 an eine Krawatte an Verbraucher abgegeben und von ihnen bezogen werden kann. Männer können also auf ihre Kleiderkarte einmal zusätzlich eine Krawatte gegen Abtrennung des Sonderabschnittes I beziehen. Von dieser Bezugsmöglichkeit können sie bis zum Ablauf der Gültigkeit der Reichskleiderkarte Gebrauch machen. Eine Anrechnung auf die Teilabschnitte (Punkte) der Reichskleiderkarte findet nicht statt. Freigabe von Gewürzen DNB Berlin, 11. 12. Um den Bedarf an Gewürzen für die Herstellung des Weihnachtsgebäckes zu decken, werden mit sofortiger Wirkung Gewürzmichungen für Weihnachtsgebäck und Zimt zum Verkauf durch den Einzelhandel an Verbraucher freigegeben. Als Gewürzmischungen für Weihnachtsgebäck gelten die Mischungen, die zur Herstellung von Lebkuchen, Printen, Honigkuchen, Spekulatius und anderm Weihnachtsgebäck Verwendung finden. Weiter werden Einmach=Mischgewürze zum Einmachen von Obst und Gemüse sowie Kümmel zum Verkauf durch den Einzelhandel an Verbraucher freigegeben. Die Einzelhändler dürsen die genannten Gewürze nur in beschränkten Mengen, soweit der Vorrat reicht, ausgeben, damit nach Möglichkeit alle Kunden versorgt werden können. Verschiedene Gewürze, z. B. Ingwer, Anis, Koriander, Kardamon, Muskat, Vanille, Thymian, Fenchel, Lorbeerblätter, Bohnenkraut, sind nicht bewirtschaftet und können daher frei ausgegeben werden. Die Einzelhändler sollen ihre Vorräte an diesen Gewürzen so gerecht wie möglich an ihre Kunden verteilen. Die Verteilung von Gewürzen für Hausschlachtungen ist neu geregelt worden. Für diesen Zweck werden Pfeffer, Piment, Paprika, Nelken, Körnersenf, Kümmel und Majoran aufgrund von Berechtigungsscheinen für Hausschlachtungen, die die Kartenausgabestellen auf Antrag ausstellen, ausgegeben. Zwangsgelder fallen unter Gnadenerlaß DNB. Berlin, 11. 12. Der Reichsminister des Innern prüft in einem an alle Polizeibehörden gerichteten Runderlaß die Frage, ob durch die Gnadenerlasse des Führers und Reichskanzlers für die Wehrmacht und die Zivilbevölkerung vom 1. September und vom 9. September 1939 auch Geldbußen erfaßt werden, die auf Grund landesrechtlicher Vorschriften unter der Bezeichnung„Zwangsgeld“ oder einer anderen Bezeichnung als Polizeistrafen festgesetzt worden sind. In dem Erlaß wird bestimmt, daß alle Polizeistrafen, die unter der Bezeichnung„Zwangsgeld“ oder einer anderen Bezeichnung wegen einer Zuwiderhandlung gegen eine Polizeiverordnung vor Verkündung der Gnadenerlasse festgesetzt worden und noch nicht vollstreckt sind, unter die Gnadenerlasse des Führers und Reichskanzlers fallen. Eine Ausnahme beteht für die Polizeistrafen, die zur Durchsetzung einer im Einzelfall erlassenen polizeilichen Erhebung estgesetzt worden sind. Diese Polizeistrafen fallen nicht unter die Gnadenerlasse des Führers, weil sie keinen eigentlichen Strascharakter haben, sondern lediglich ein bestimmtes Verhalten erzwingen sollen. 33 Voller Hochschulbetrieb. Außer den bereits offenen Universitäten und Hochschulen nehmen zu Beginn des kommenden Trimesters die übrigen Universitäten und Hochschulen ihren Lehrbetrieb wieder auf. 2. Die Brücke über den Firth of Forth (Erich Zander, Archiv. M.) Feierliche Beisetzung des Gründers der spanischen Falange im Escorial. In der Basilika des Eskorial wurde nach der feierlichen Ueberführung der Gründer der spanischen Falange, José Antonio Unser Bild zeigt die deutsche Abordnung mit dem Kranz des Führers im Schloßhof.(Presse=Hoffmann, Zander=Multiplex=K.) Blick in den Alltag Ofenstocher Eine Geschichte, die unglaublich, werden knann aber doch passiert sein soll, wollen werden knapp wir unseren Lesern nicht vorenthalten. Also: Frau Ypsilon hatte etwas läuten gehört unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit natürlich: Die Ofenstocher würden knapp. Das ist vor ein paar Tagen gewesen. Inzwischen hat Frau Ypsilon, das was sie läuten hörte, unter dem Siegel noch größerer Verschwiegenheit längst ihren sämt lichen Verwandten und Bekannten weitererzählt. Man soll niemanden einen Floh ins Ohr setzen auch den nicht, daß die Ofenstocher knapp würden Frau Ypsilon hat sich anfänglich garnichts daraus ge macht. Aber nur anfänglich. Dann ist es ihr mitten unter dem Aufräumen doch heiß und kalt geworden Sie konnte es nicht mehr lassen, sie mußte nach ihrem Ofenstocher schauen. Fünfzehn Jahre lang hat er jetzt seine Dienste in ihrer Ehegemeinschaft getan und es ware nicht einzusehen gewesen, warum er dies nicht auch bis an ihr seliges Ende tun sollte(und wir wünschen gewiß der Frau Ypsilon ein recht langes Leben). Aber da kam diese dumme Geschichte: die Ofenstocher würden knapp! Frau Ypsilon be trachtete jetzt ihren Ofenstocher mit ganz anderen Augen, als je zuvor. Es traten ihr beinabe die Trä nen hervor, daß sie es bisher noch nicht bemerkt hatte, wie unansehnlich ihr Ofenstocher eigentlich ge worden war. Der ganze Haushalt schien ihr auf einmal nichts mehr wert zu sein, der einen solchen Ofenstocher hat. Nein, sie konnte jetzt nicht mehr wei ter aufräumen, sie nahm Mantel und Hut und ging in die Stadt. Hoffentlich kann wenigstens sie noch einen neuen Ofenstocher erhalten. Klopfenden Her zens betrat Frau Ypsilon die Eisenwarenhandlung. Einen Ofenstocher möchte sie haben. Gewiß! Und ob man ihr vielleicht sonst noch mit etwas dienen könne? Und ob man das konnte! Jetzt oder nie. dachte Frau Ypsilon! Fünf Ofenstocher wollte Frau Ypsilon haben. Fünf Ofenstocher bekam Frau Ypsi lon. Darauf fühlte sie sich wie erlöst. In gehobener Stimmung begab sie sich nach Hause. Was in aller Welt will denn nun die Frau Ypsilon mit den fünf Ofenstochern beginnen? Das weiß sie sicherlich selber nicht. Aber wenn man sie danach fragen würde, dann würde man schön ankommen und etwa abgefertigt werden: Wie man ihr denn überhaupt kommen wolle, ob man vielleicht glaube, sie wolle ihren Haushalt so vernachlässigen, daß sie nicht einmal über fünf Ofenstocher verfüge; sie lasse sich keinesfalls so in ihrer hausfraulichen Ehre kränken und— sie wisse überhaupt nicht, ob sie mit ihren Ofenstochern auskäme, wo sie doch jetzt so knapp würden... Nachrichten aus Viersen Wir haben schon einmal vier Letzter Termin: Jahre lang Feldpostpäckchen an Letzter Termin. unsere Soldaten geschickt, und fünfmal ist es darüber Weihnachten geworden. Da unsere Feinde es nicht anders wollen, müssen wir es diesmal wieder tun. Woran wir aber dieses Mal denken können, weil es in den Weihnachtsfesten des eltkrieges vergessen wurde, ist, unseren Soldaten Dinge zu schenken, die über den Augenblick hinaus Wert behalten, die unabhängig sind von den Einschränkungen, die wir als Folge des uns aufgezwungenen Krieges hinnehmen müssen. In einem Winkel seines Herzens ist auch der beste Soldat mitunter für Stunden seiner Freizeit wieder Privatmann und fühlt sich besonders glücklich in dem Besitz von Dingen, die diese schöne und harmlose Illusion vollständig machen. Da ist in diesem Zusammenhang an viele handwerkliche Erzeugnisse gedacht, die sich als Geschenke für den Soldaten eignen. Es lassen sich bei einigem Nachdenken immer noch zahlreiche Dinge finden, vor allem beim Buchbinder, Sattler, Lichtbildner und anderen Handwerkern, die nicht nur das Männerherz im Soldaten erfreuen, sondern die sich auch mit den Wünschen des bisherigen Privatmannes so ziemlich decken. Brieftaschen und Merkbücher, diese dauerhaft eingebunden, kleine Photoalben und ähnliche Dinge sind nicht nur immer nützlich, sie dienen vielfach auch dazu, das Band von Heimat und Front enger zu knüpfen. Auch bestimmte Drechslerwaren können als Mittler in diesem Sinne dienen. Gedacht ist hier an Zigarettenetuis, Schachbretter mit Figuren und selbstverständlich auch alle anderen Brettspiele, die, im Kleinformat hergestellt, willkommener Zeitvertreib in allen Stellungen der Front sind. Diese handwerklichen Erzeugnisse sind nur ein ganz kleiner Ausschnitt und nur dazu bestimmt, anzuregen. Der letzte Absendetag für Feldpostpäckchen ist der 15. Dezember, wenn sie noch rechtzeitig zugestellt werden sollen. Daraus ergeben sich für den Schenkenden nun Zeitvorschriften in der Form, daß er sich möglichst schnell mit einem Handwerker in Verbindung setzt, um rechtzeitig die Dinge zu erhalten, sofern sie noch am Lager sind und nur einer zusätzlichen Bearbeitung unterzogen werden müssen. Hier spricht das Deutsche Frauenwerk! Was ist Nachbarschaftshilfe? Zur Zeit unserer Urgroßeltern war die„Nachbar schaftshilfe" eine Selbstverständlichkeit und auf dem Lande ist sie auch bis heute nicht in Vergessenheit ge raten. Da wird Freude und Leid miteinander ge tragen und die Nachbarn helfen sich untereinander, wo geholfen werden muß. In den Städten gab es diese„Nachbarschaftshilfe aber schon lange nicht mehr, man kannte sogar den nächsten Nachbar kaum. Das ist seit einigen Jahren anders geworden, wir haben heute eine Volksgemeinschaft, wie wir sie vorher nie gekannt haben, eine Volksgemeinschaft, die nur die Partei erreichen konnte. Das Deutsche Frauenwerk aber hat die „Nachbarschaftshilfe“ wieder ins Leben gerufen, die sich heute aus unserer Arbeit nicht mehr hinweg denken läßt und die sich jetzt während des Krieges als ganz besonders wertvoll und unentbehrlich erweist. Denn für unsere Männer da draußen ist es eine große Beruhigung, wenn sie wissen, daß ihre Frauen in der Heimat niemals allein sind. Wir haben aber noch viele hilfreiche Hände nötig! Es gibt gewiß noch manche Frau, die gerne irgendwie und irgendwo mithelfen möchte und die sich für diese Arbeit besonders eignet, denn es gehört zu dieser tatkräftigen Hilfsbereitschaft natürlich auch sehr viel Taktgefühl. Diese Frauen bitten wir, sich bei den Blockfrauenschaftsleiterinnen zur Mitarbeit zu melden. So wächst in der Heimat unter uns Frauen eine Kameradschaft zusammen, wie unsere Männer und Söhne sie an der Front täglich erleben. Unsere Jüngsten im Kampfe gegen Hunger und Kälte Volksgenossen— erfüllt gleich der einsatzfrendigen Jugend Eure Pflicht in erhöhtem Maße! Gebet gut und reichlich am 16. und 17. Dez. 1939. Restliche Kleiderkarten abholen. Das Wirtschaftsamt macht heute durch Anzeige darauf aufmerksam, daß die restlichen Kleiderkarten unbe dingt im Laufe dieser Woche abzuholen sind. Nähe res siehe Anzeige. Gesellenprüsung bestanden. Vor der Prüfungskommission bestanden ihre Gesellenprüfung im Damenschneiderhandwerk Grete Jansen, Weiherstraße 45, Lehrmeisterin Frau Josef Neetix, und Wilma Steinweg, Klosterweiher 52. Lehrmeisterin war Frl. Auguste Casaretto, Viersen. Unseren herzlichen Glückwunsch! Weihnachtssendungen vor dem 19. Dezember aufgeben! deutsche Reichspost Weihnachtssendungen rechtzeitig aufgeben Ein Aushangblatt der Deutschen Reichspost zur Aufklärung der Oeffentlichkeit über die rechtzeitige Aufgabe der Weihnachtssendungen NS=Frauenschaft Viersen=West. Die monatliche Abrechnung findet am Mittwoch, dem 13. 12., nachmittags von 15—17 Uhr im Parteiheim auf der Hauptstraße statt. Biersener Märchen— Dülkener Lieder Funksendung des Reichssenders Köln am 13. Dezember Viersen, 11. Dezember 1939 Wie wir bereits kurz berichteten, wird der Reichssender Köln morgen, Mittwoch, 13. Dezember, unter Leitung von Franz Peter Kürten Viersener Märchen und Dülkener Lieder bringen. Für die Sendung ist eine Viertelstunde angesetzt und zwar von 15,00 bis 15,15 Uhr. Die Lieder stammen aus dem Niederrheinischen Volksliedarchiv in Viersen, auf dessen Arbeit wir schon näher eingegangen sind. Der Leiter des Archivs, Dr. Ernst Klusen, hat die musikalische Begleitung übernommen. Es wurden die Weisen gewählt, die der einst im ganzen Rheinland bekannte Dülkener Fiedler sang. Im Viersener Teil der Sendung wird das Mürchen vom„Quenkeldümke“(Kleindäumling) in Vierscher Platt erzählt. Unsere Mitarbeiterin, Frau Agnes Neef, der für die Aufzeichnung so manchen Volksgutes Dank gebührt, hat es so aufgeschrieben, wie sie es vom Vater kannte, dem es wiederum seine Mutter in Kindertagen erzählte. Die Lesung ist von Frau Aerts, Rahserstraße, übernommen worden. Was schenke ich zu Weihnachten? Viersen, den 12. Dezember 1939 Schenken ist eine Kunst, zumal heute. Das diesjährige Weihnachtsgeschenk wird in vielen Fällen mangels des sonst üblichen Sachgeschenks etwas anders sein müssen, denn die im Zuge der kriegswirtschaftlichen Maßnahmen nicht zum Verbrauch gelangenden Einkommensteile breiter Schichten des deutschen Volkes werden am zweckmäßigsten durch freiwilliges Sparen und Verausgaben zu geeigneteren Zeiten der Volkswirtschaft dienstbar gemacht. Die bei den meisten Menschen bestehende Abneigung gegen das reine Bargeschenk überbrückt in sinnvoller Weise der„Sparkassen=Geschenkgutschein". Der Sparkassengeschenkgutschein wird in künstlerischer Gestaltung verschiedener Motive von den öffentlichen Sparkassen(Kreis=, Städtische=, GemeinbeSparkassen) für alle festlichen Anlässe(Weihnachten, Verlobung, Hochzeit, Geburtstag) angeboten und in der vom Sparer gewünschten Höhe ausgestellt. Der Sparer zahlt den Betrag(von 1.— RM an) entweder in bar ein oder läßt ihn von seinem Konto abbuchen. Dafür erhält er den Sparkassengeschenkgutschein. Den lege er auf den weihnachtlichen Gabentisch. Der Beschenkte erhält den Betrag bei Vorlage des Gutscheins auf seinem bestehenden oder einem neu zu errichtenden Sparkonto bei jeder öffentlich rechtlichen Sparkasse gutgeschrieben. Also kann, der Sparkassengeschenkgutschein auch an auswärts woynende Angehörige, Freunde und Mitarbeiter geschickt werden. Natürlich kann der Sparer bei Bedarf jederzeit über sein Geld verfügen und erhält obendrein noch Zinsen. So ist der Sparkassengeschenkgutschein unter den gegenwärtigen Verhältnissen das überaus zeitgemäße Hilfsmittel für die Sparerziehungsarbeit der deutschen öffentlichen Sparkassen. In der jetzigen Zeit, die in der Einschränkung auf allen Gebieten des täglichen Verbrauchs eine nationale Pflicht erblickt, wird in gesteigertem Maße Bargeld als Weihnachtsgeschenk eine Rolle spielen.(Siehe auch die Anzeige in der heutigen Ausgabe.) An alle Luftschutzdienstpflichtige! Biersen, 12 Dez. Am Donnerstag, den 14. 12. 1939, findet die letzte Unterweisung der Selbstschutzkräfte für das Jahr 1939 statt. Alle Personen, die eine polizeiliche Heranziehungsnerfügung erhalten haben, werden ersucht, zu erscheinen. Ferner haben alle Luftschutzdienstpflichtigen daran teilzunehmen, die schon vor dem 14. 12. 1939 eine Verfügung erhalten haben und wegen Krankheit verhindert oder verreist waren, oder aus anderen Gründen nicht erscheinen konnten. Es wird hiermit nochmals ausdrücklichst auf die Luftschutzdienstpflicht hingewiesen. Ein Nichterscheinen wird auf Grund des§ 9 des Luftschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 in Verbindung mit§ 17 der 1. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz bestraft. „Gut Schuß“ Rahser gewann den Wanderpreis Schöner Erfolg des 1. Kriegs=Opferschießens in Viersen Viersen, den 12. Dezember 1939 An zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen führte die Ortsgemeinschaft Viersen im Deutschen Schützenverband das 1. Kriegs=Opferschießen durch, das seitens der Gilden und Schützenvereine, sowie der Kriegerkameradschaften und der SA eine gute Beteiligung aufwies. Erstmalig wurde im Gruppenchießen um den Wanderpreis der Ortsgemeinschaft Viersen gestritten, der von den Rahser„Gut Schuß“ Schützen mit 125 Ringen gewonnen wurde vor der Schutzpolizei Viersen. Großen Anklang fand auch das Einzelschießen und wurden auch hier beachtenswerte Ergebnisse erzielt. Der Ortsgemeinschaftsführer Pg. Dückers würdigte Sonnabend anläßlich der Siegerehrung im Stadtkrug die Opferbereitchaft der Viersener Schützen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß beim nächsten Opferschießen die Beteiligung noch eine größere sein möge. Die Ergebnisse im Gruppenschießen: Erringer des Wanderpreises 2. Mannschaft„Gut Schuß“ Rahser 125 Ringe; 2. Schutzpolizei Viersen 119 Ringe große Plakette der Stadt Viersen; 3. Postsportverein Viersen 119 Ringe goldene Medaille der Stadt Viersen: 4. KKS Verein Viersen 117 Ringe silberne Medaille der Stadt Viersen; 5. Kaiser Karl Schützen 114 Ringe bronzene Medaille der Stadt Viersen; weiter erhielten eine Ehrenurkunde SA=Sturm 21/97, Augustinus=Schützen Oberrahser, Hammer Schützen, Pittenberger Schützen, Bürgerschützenverein Rahser. Junaschützen Viersen=Dorf, Kameradschaft ehem. 28er. Bürgerschützen Krefelderstraße, 1. Mannschaft Gut Schuß Rahser, Hoser Schützengilde, Hubertus=Kompanie. 4. Kompanie Rintgen, St. Josefs=Schützen 1. und 2. Mannschaft. Die Ergebnisse im Einzelschießen: 1. Theo Mertens Hubertus=Schützen Sittard 107 Ringe Plakette der Stadt Viersen; 2. Peter Schmitz Gut Schuß Rahser 106 Ringe goldene Medaille der Stadt Viersen; 3. Kleinbillen Gut Schuß Rahser 104 Ringe silberne Medaille der Stadt Viersen, 4. Krienen Gut Schuß Viersen Rahser 103 Ringe bronzene Medaille der Stadt Viersen; 5. Wilmsen Kleinkaliber=S.Verein 102 Ringe. 101 Ringe erzielten Kall(Dülken), Stelte Andreas Hofer Kompanie, Grebe Schutzpolizei. Gittmanns Gut Schuß Rahser, 100 Ringe Schmitz Gottfried Gut Schuß Rahser 1830 Lager stehen Der weibliche Arbeitsdienst meldet: Großeinsatz auch im Bezirk Rheinland Am 1. September rief der Führer in der Reichstagssitzung des deutschen Volkes zur entschlossenen Abwehr eines gegen Deutschlands Lebensrechte seit Versailles geführten Kampfes auf. Am 4. September beschloß der Ministerrat für die Reichsverteidigung die Durchführung der Arbeitsdienstpflicht für die weibliche Jugend und setzte Zahl der Arbeitsmaiden auf 100000 fest. Am 2. Oktober begann die Musterung der zur Arbeitsdienstpflicht aufgerufenen Jahrgänge 1920 und 1921. Am 15. Oktober, dem Tage, an dem die ersten nun gemusterten jungen Mädchen als Arbeitsmaiden ein neues Leben begonnen haben, standen 1575 Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend bereit, um diese Maiden aufzunehmen. Diese Zahl bedeutet praktisch die Verdoppelung der Anfang September vorhandenen Lager des weiblichen Arbeitsdienstes! Am 1. Januar 1940 wird die Zahl der Lager des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend in Großdeutschland 1800, am 1. April 1940 bereits 2005 betragen. Von den 1575 Unterkünften, in denen sich seit dem 15. Oktober Lager des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend befinden, sind rund 165 frei gewordene Abteilungsunterkünfte des männlichen Arbeitsdienstes. In ihnen sind, je nach dem vorhandenen 12 Weihnachtssendungen vor dem 15. Dezember aufgeben! Deutsche Reichspost Das Weihnachtspaket bringt Weihnachtsfreude ins Haus und ins Feld. Pakete und Päckchen, besonders Feldpostpäckchen, die rechtzeitig zum Fest vorliegen sollen, müssen aber spätestens bis zum 15. Dezember eingeliefert sein. Denkt daran! Wer sein Weihnachtspaket nicht bis zum 15. Dezember aufliefert, kann auf keinen Fall damit rechnen, daß es rechtzeitig ankommt. *1 Arbeitseinsatz, vielfach zwei Lagereinheiten zu Doppellagern zusammengefaßt. Eine besondere Verfügung regelt den Dienstbetrieb in diesen Doppellagern. Eine Lagerführerin ist für den gesamten Dienstbetrieb verantwortlich. Sie hat in erster Linie die für das ganze Lager einheitliche Zeiteinteilung festzusetzen, hat zu bestimmen, welcher Dienst von den beiden Lagereinheiten gemeinsam und welcher getrennt verrichtet wird, hat alle grundsätzlichen Fragen des Arbeitseinsatzes zu entscheiden und führt die Verhandlungen mit dem Träger der Arbeit. Ihr obliegt die Ueberwachung des Arbeitseinsatzes in den Familien. Damit hat sie die Aufgabe, die lebendige Verbindung zwischen Lager und Dorf herzustellen. Bei der Durchführung ihrer Aufgaben wird die Führerin eines Doppellagers unterstützt durch zwei Gehilfinnen, die für je eine Lagereinheit verantwortlich sind, durch eine Wirtschaftsgehilfin, eine Verwalterin, die Gesundheitshelferin, zwei außerplanmäßigen Gehilfinnen und die Kameradschaftsältesten. Auch in den Doppellagern, die je nach der Notwendigkeit des Arbeitseinsatzes 6 oder 8 Kameradschaften umfassen können, entspricht die Führerinnenbesetzung allen Anforderungen. Für schwere Arbei ten, z. B. Bedienung von Diesel=Aggregaten usw., stehen im Ort wohnende Monteure zur Verfügung. Unter den neuen Unterkünften für Lager des Ar beitsdienstes für die weibliche Jugend befinden sich auch eine Reihe von sehr schönen Jugendherbergen. Die Verteilung der neuen Lager auf die einzelnen Bezirke ist ausschließlich nach der Notwendigkeit des Arbeitseinsatzes und dem Vorhandensein geeigneter Unterkünfte erfolgt. Der Bezirk X— Rheinland — steht hier mit 105 Lägern unter den 23 Bezirken des Reiches an vorderster Stelle. Kriegsbücherei der deutschen Jugend Eine Brücke von der Front zur Heimat! In dem Bestreben, dem heroischen Geschehen unserer Tage, den großen Siegestaten wie aber auch dem stillen Heldentum der deutschen Wehrmacht, auf dem Wege über das geschriebene Wort einen Eingang in die Herzen der Jugend zu schaffen hat die Reichsjugendführung die Kriegsbücherei der deutschen Jugend ins Leben gerufen, die das, was bisher in mehr oder weniger flüchtigen Erzählungen an unsere Jungen und Mädel herangetragen wurde, für sie nun zum bleibenden Besitz werden lassen soll. Die ersten vier Hefte der im Auftrage des Reichsjugendführers und im Einvernehmen mit den Oberkommandos des Heeres und der Kriegsmarine sowie dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe herausgebenenen Kriegsbücherei liegen jetzt vor. Der billige Preis von RM 0.20 wird ihnen einen denkbar großen Leserkreis erschließen. „Vor dem Sturmangriff“—„Das war die Courageons"—„Sieger auf verlorenem Posten“—„Hinter den feindlichen Linien gelandet“—, hinter diesen Titeln steht jeweils eine Erzählung, die in einer unkomplizierten kräftigen Sprache dem jungen Leser den todesmutigen Einsatz unserer Wehrmacht näher bringt. Freudig werden die Hitler=Jungen und BDM.Mädel auch nach starker beruflicher Anspannung und hartem Dienst zu diesen Bändchen greifen, die auch eine Brücke darstellen von der Front zur Heimat, zu ihrer Jugend, die einmal ihre älteren Kameraden draußen ablösen wird. Ab Januar wird regelmäßig jede Woche ein wei teres Heft erscheinen. Allen dürfte eine weiteste Ver breitung sicher sein. Hannsgustav Clouth. Nachti hten aus Dülken Neun weitere Ehrenbücher ausgegeben. Vorgestern erhielten neun kinderreiche Mütter das Ehrenbuch der kinderreichen Familie. Kreisab schnittswart Pg. Vogt händigte es den Müttern aus In seiner kurzen Ansprache wies er auf die Bedeu tung des Ehrenbuches hin. Es sei das Dokument der erbgesunden kinderreichen Familie, ihre Ehren Legitimation, ein Zeugnis dafür, daß man im drit ten Reiche der kinderreichen Familie höchste Anerkennung zolle. Schausensterscheibe ging zu Bruch. Ein Mann, der, nach seinem etwas ondulierten Gang zu schließen, mehr als zuträglich alkoholisiert war, fiel gestern morgen am Cap Horn in eine kleine Schaufensterscheibe, die natürlich diesem Anprall nicht gewachsen war und zu Bruch ging. Es gibt Kunsthonig. Ueber die Ausgabe von Kunsthonig unterrichtet die heutige Bekanntma chung des Kreis=Ernährungsamtes. Zweite Runde um die Stadtmeisterschaft im Schach Dülken, den 12. Dezember 1939 In der zweiten Runde um die Stadtmeisterschaft gab es vorgestern Ueberraschungen. Es begann gleich mit dem Spiel van Helden I— Wille. Nach sehr schönem Aufbau wurde Wille in die Defensive ge drängt und nach 40 Minuten Spieldauer matt gesetzt. Rütters, der aus der ersten Runde etwas Erfahrung mitgebracht hatte, machte Lörpers den Sieg nicht so leicht wie in der Vorschau angedeutet war. Im Treffen Baehren— Koch erwies sich Koch, dank seines ruhigen Spiels, als der Stärkere, der damit seinen zweiten Sieg sicherstellte. Die zweite Ueberraschung des Abends war der Verlust Reinolds, der gegen Offermann die Waffen strecken mußte. Das sehr schöne Spiel fesselte vom Anfang bis zum Ende. In der Gruppe 2 bezwang von Helden II seinen Gegner Maaßen leichter, als in der Vorschau angenommen. In einer Stunde Spielzeit hatte er seinen Partner mattgesetzt. Hintzen mußte nach 3½stündigem Spiel im Turmendspiel sich von seinem Gegner Schroers geschlagen geben. Seine größte Chance übersah er in der Mitte der Partie in der er Schroers hätte mattsetzen können. Die Partie Esser— Höfer mußte nach vier Stunden Spieldauer unentschieden abgebrochen werden. Sie wird als Hängepartie am Donnerstag nachgeholt. Aller Voraussicht nach dürfte Esser sie gewinnen. Kamps war spielfrei. Nachrichten aus Süchteln Treppenflure gut beleuchten Süchteln, den 12. Dezember 1939 Mit jedem Tag setzt die Dunkelheit jetzt früher ein und wir sind einen großen Teil der Tageszeit auf den Schutz unserer Verdunkelungsmaßnahmen angewiesen, wenn wir das künstliche Licht anstelle des fehlenden natürlichen einschalten. In den Wohnungen haben wir unsere Verdunkelungsmaßnahmen sicher schon längst so eingerichtet, daß die provisorischen Vormaßnahmen sich in eine gute Dauerabdunkelung gewandelt haben. Anders steht es vielfach noch mit den Treppenhäusern. Hier sind manch mal statt eines zweckmäßigen Fensterschutzes noch einfach Abschirmungen der Lampen angebracht, die ein so fahles Licht spenden, daß die Treppenbenutzung besonders für ältere und gebrechliche Leute eine Gefahrenquelle wird. Es wird daher mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß die Treppen— auch bei der Verdunkelung— gut beleuchtet sein müssen. Anders ist es nur mit dem Hauseingang, da hier ein Lichtkegel auf die Straße fallen würde, wenn man das Haus betritt oder verläßt. Hier allein ist die verdunkelte Lampe zugelassen. Von den Kleingärtnern. Die Ortsgruppe Süchteln des Reichsbundes der Kleingärtner hält am nächsten Samstag ihre Monatsversammlung, verbunden mit einem Schulungsabend, ab. Zu dem Abend, der u. a. auch Lichtbilder bringen wird, sind auch die Frauen der Mitglieder willkommen. Annahme von Spareinlagen, Scheckund Ueberweisungs- Verkehr bei der Süchtelner Baub, Spar- und Darlehuskasse Ersassung der Jahrgänge 1908 und 1909. In einer Bekanntmachung vom 7. Dezember 1939 verweist der Landrat des Kreises Kempen auf seine Bekanntmachung über die Erfassung der Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1908 und 1909 in der Zeit vom 1. 12. 39 bis 15. 1. 1940. Diese wird bei allen Polizeibehörden des Kreises am Schwarzen Brett veröffentlicht. Ausgabe von Fleisch= und Fettkarten. Heute erhalten die nichtlandwirtschaftlichen Selbstversorger ihre Fleisch= und Fettkarten beim Ernährungsamt, Hindenburgstraße 54, und zwar zu folgenden Zeiten: Von 9—12 Uhr die Buchstaben A bis K, von 2—4 Uhr die Buchstaben L bis Z. Rinde nicht beschädigt wird, da sich in solchen Wundstellen später gern Blutläuse und andere Schädlinge einnisten und auch Fäulnis entsteht. Sind Verwundungen vorgekommen, so sind diese sorgsam mit Baumwachs oder entsäuertem Baumteer zu streichen. Auf ausgelegten Tüchern wird der Abfall aufgefangen und verbrannt. Im Frühjahr werden dann die Obstbäume in ihren stärkeren Teilen mit Obstbaumkarbolineum in entsprechenden Mischungen gespritzt. Es muß dies vor dem Schwellen der Knospen geschehen. Verkaufsoffene Sonntage. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß auch in hiesiger Gemeinde die Verkaufsstunden an den verkaufsoffenen Sonntagen pünktlich innezuhalten sind. Es wird z. B. unter keinen Umständen mehr zugelassen, daß in den Vormittagsstunden verkauft wird. Wer sich an diese Regelung nicht stört, muß bestraft werden. Leere Kisten zuruckgeben. Die überreiche Ernte des letzten Jahres hat eine bedeutende Nachfrage nach leerem Kistenmaterial mit sich gebracht. Aus der Sorge heraus, das Obst stets in Kisten lagern zu können, hat sich häufig bei den Kaufleuten und auch bei dem Verbraucher die Unsitte breit ge macht, das Verpackungsmaterial zu lange zu behal ten und es somit dem Verkehr zu entziehen. Unbe Kisten schnellstens dem Gebrauch wieder zuzuführen. Wer dies nicht tut, verstößt gegen die Gebote der Zeit. Waldniel Wertvolle Anleitung durch die NS=Frauenschaft Zu einer Ausstellung hatte der Nähkursus des Mütterdienstes der NS=Frauenschaft in den Schulraum der Kuag hierselbst eingeladen. In eifriger Arbeit haben eine Reihe Mädels, die bei der hiesigen Firma Kunstseiden AG. beschäftigt sind, in ihren Freistunden im Nähkursus ihr Wissen auf dem Gebiete des Nähens, Flickens usw. erweitert. Unter der Anleitung von Kursusleiterin Frl. Brunen wurden in den Kursen ganz beachtliche Leistungen erzielt, wovon zahlreiche Stücke, die ausgestellt wurden, Zeugnis ablegten. Wesentlich aber ist hierbei besonders, daß die Mädels durch ihre Arbeit den Beweis erbrachten, daß kein Stück getragener Kleidung als unnütz betrachtet werden darf. Kittel, Blusen, Kleider, Schürzen usw. in schönster Form zurecht gemacht, zeigten, daß ein Kleidungsstück, was vielleicht sonst als wertlos betrachtet wurde, heute noch veilseitige Verwendung finden kann. So wird neben der praktischen Bedeutung in diesen Kursen auch eine der heutigen Zeitentsprechende wirtschaftlich überaus wertvolle Arbeit wußt fügt jeder einzelne damit der Allgemeinheit geleistet. Dafür gebührt den Kursisten und vornehmeinen nicht unerheblichen Schaden zu. Pflicht ist es, Lich der Leiterin besonderer Dank. Waldläufe in Gladbach und Duisburg Im Gau Niederrhein führten am Sonntag die Kreise M.Gladbach und Dvisburg=Mülheim=Ober hausen Waldläufe durch, die eine ausgezeichnete Be setzung gefunden hatten. In Gladbach machten in der Hauptklasse, die über 6 Kilometer führte, die Gladbacher Langstreckler das Ende unter sich aus. Sacher(SA. 11/97) ge wann in 21:09 Minuten überlegen vor Jansen(TV Jahn) 22:15 und Weinthal(TV. 1848) in 22:44 Min. n der Klasse 2(4 Kilometer) war Jansen(Rheydter TV. 47) in 14:16 Minuten erfolgreich. In Duisburg erlebten die zahlreichen Zuschauer einen schönen Kampf zwischen den favorisierten Oberhausenern Adams und Hochgeschurz. Adams schüttelte seinen Rivalen zum Schluß ab und siegte leicht in 16:21.6 Minuten. Hochgeschurz benötigte 16:47 Minuten, verwies aber Genatowski(VfL. Oberhausen) noch weit hinter sich. Mit 6 Punkten feierte der VfL. Oberhausen auch einen überlegenen Mann schaftssieg. Die Klasse 2 hatte in Gervers(Siemens Mülheim) in 17:39 Min. ihren schnellsten Läufer. Nachrichten aus Lobberich Mannschaftskampf im Unterkreis Lobberich. Auf dem Schießstand bei Zanders fand am Sonntagnachmittag ein Wettkampf zwischen einer Gastmannschaft und der Ortsgemeinschaft Lobberich im DSchV. statt. Im Kleinkaliberschießen errang die Ortsgemeinschaft 860 und die Gaststaffel 851 Ringe. Bester Schütze im Kleinkaliberschießen war Herr Hunzel mit 103 Ringen, zweitbester Schütze, jedoch bester der Ortsgemeinschaft, war Herr Heinrich Geratz mit 99 Ringen. Beim Schießen mit Wehrmannsbüchse errangen die Gäste 812 Treffer und die Ortsgemeinschaft 779 Treffer. Bester Schütze war Herr Alfred Müller mit 97 Punkten und Herr J. Elbers von der Ortsgemeinschaft mit 96 Punkten. Die Ehrenscheibe errang Herr Mindermann. Nach dem Schießen verlebten die Schützen noch einige vergnügte Stunden im Lokale Zanders, Kempener=Straße. Aramation. Med. dent. Hermann Weber, Sohn des Kaufmanns Alois Weber, Hermann=Göring=Straße, der kürzlich an der Universität in Köln sein Staatsexamen ablegte, hat seine Doktorprüfung mit„gut" bestanden. Die VDZ. gratuliert. Eine Schilfinsel wurde angetrieben. Am Samstagvormittag versperrte ein mächtiger Schilfkompler die in der Nähe der Nelsenmühle verengte Nette und hemmte den Wasserablauf, sodaß mit einer größeren Ueberschwemmung gerechnet werden mußte. Das mächtige Schilfgebilde hatte sich in der Nacht zum Samstag auf dem Nettesee gelöst und war bei Süd=Westwind in Richtung der Mühle abgetrieben, wo es sich dann festsetzte. Nur mit grober Mühe gelang es im Laufe des Samstags, das angeschwemmte„Eiland", auf dem dicke Riedkolben standen, zu zerhacken und unschädlich zu machen. Vor zwei Jahren löste sich in der gleichen Gegend ein mehrere hundert Quadratmeter großer Schilfkomplex bei starkem Herbststurm und trieb wochenlang über dem See. Auf ihm wuchsen starke Erlen, und erst nach Wochen angestrengtester Arbeit gelang es, dieses Hindernis zu beseitigen. Neues Spritzenhans im Sassenseld. Der Löschzug Sassenfeld der Freiwilligen Feuerlöschpolizei hat ein eigenes Spitzenhaus erhalten, das außer dem Geräteraum einen Unterweisungsund Kameradschaftsraum für die Wehrmänner ent hält. In Kürze soll das neue Gebäude in einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben werden. Aus dem Gartenbauverein. der Obstbäume ist nunmehr dringend notwendig. Außer mancherleich vorbeugenden Maßnahmen gibt es dafür ein einsaches Mittel, nämlich das Säubern der Stämme und Aeste mit Rindenbürsten und Baumkratzern. Die Bürsten sind mit starken Stahlborsten in verschiedener Breite, die Kratzer mit Messer in Dreiecksform ausgerüstet. Mit diesen Geräten werden Moose und Flechten, sowie lose Rindenteile beseitigt. Es ist darauf zu achten, daß die Nachlese aus Westfalenland Den Gan 9(Westfalen) führt weiterhin der spiel tarke Neuling Gelsenguß an. Er trat erneut in Bielefeld an, diesmal allerdings gegen die Arminen, die ebenfalls mit 2:0(1:0) glatt besiegt wurden. Beide Tore schoß der Halblinke Liedtke. Mit 8:0 Punkten und 12:2 Toren in vier Spielen führt Gelenguß die Tabelle an vor dem FC. Schalke 04, der nach drei Spielen 6:0 Punkte und 17:3 Tore aufweist. Die„Knappen" machten mit Borussia Dortmund was sie wollten und schlugen den allerdings ersatzgeschwächten Gegner mit 9:0(5:0). Hinz, Borufka, Szepan, Borufka, Borufka, Szepan, Kalwitzki, Borufka und Hinz schossen in dieser Reihenfolge die Tore. Ein sehr gutes Spiel lieferte der Jugendliche Füller als linker Läufer. Der VfL. Bochum 48 enttäuschte gegen Westfalia Herne und verlor 2:4(0:1). Mittelstürmer Matzkowski, früher VfB. Lohberg, führte sich bei Herne mit drei Toren recht vielversprechend ein. Röhlinghausen zeigte sich gegenüber den letzten Spielen verbessert und schlug den VfB. Bielefeld verdient mit 8:2(1:2). Auch Preußen Münster trug mit 4:3(1:2) gegen den Tabellenletzten Arminia Marten einen nur knappen Sieg davon. Der zweite Meisterschaftstag im Gau 11(Mittelrhein) ging ohne sonderliche Ueberraschungen ab. In der Gruppe 1 siegte Gaumeister Sülz 07 gegen den VfR. Köln nach erbitterter Gegenwehr mit 2:1(1:1). An der Spitze der Tabelle steht weiterhin der Mülheimer SV., der in Düren gegen den Neuling„99“ mit 3:2(2:1) erfolgreich blieb. Rhenania Würselen startete mit einem 4:2(3:0)=Erfolg über Alemannia Aachen. In der Gruppe 2 gab es ebenfalls harte Gesechte. Der Bonner FV. brachte Troisdorf an den Rand einer Niedevlage, unterlag aber doch letzten Endes noch 1:2(0:1). da sein Sturm nicht durchschlagskräftig genug war. Der SV. Beuel rang Tus. Neuendorf mit 4:3(2:2) nieder, obwohl die Neuendorfer ihren Nationalstürmer Gauchel diesmal zur Verfügung hatten. Das dritte Spiel führte in Andernach den Neuling Spielvereinigung mit Tura Vonn zusammen. Die Gastgeber ließen nach einer recht guten ersten Hälfte nach und mußten den Bonnern mit 2:4(2:1) den Sieg überlassen. Troisdorf und Tura Bonn sind nach zwei Spielen noch ohne Minuspunkt und führen gemeinsam die Tabelle an. Länderspielsieg als Jubiläumsgeschenk Holland— Belgien 5:2(3:1) Hollands Nationalmannschaft hat dem sein 50jähriges Bestehen feiernden Kgl. Niederländischen Fußball=Bund mit ihrem 5:2(3:1) Sieg über Belgien das schönste Jubiläumsgeschenk gemacht. Dem Länderkampf wohnten in Rotterdam rund 30000 Zuschauer bei. Die Holländer hatten den durchschlagskräftigeren Sturm, auch spielten sie weitaus schnelDie Pflege ler. Selbst die Neulinge, der Torhüter Michel und der Verteid ger Slot, die zum ersten Mal das Nationaltrikot trugen, machten ihre Sache über Erwarten gut In der belgischen Mannschaft mangelte es an Zu' menhang. Die Form der einzelnen Spieler war u unterschiedlich und ließ keine Spitzenleistungen zu Dennoch konnten die Gäste durch ein Kopfballtor ihres Linksaußen Buyle in Führung gehen. Holl: ds Angriffsführer Vente sorgte nach halbstündigem Kampf für den Gleichstand und bis zur Pause holten der Rechtsaußen Draeger und der Linksaußen De Harder noch einen Halbzeitstand von 3:1 heraus. Zehn Minuten nach der Pause sandte Draeger einen von Smits vorgelegten Ball zum 4:1 ein und eine Viertelstunde später schoß der Halblinke Smits selbst das fünfte Tor. Schließlich gelang es Belgiens Halbrechten Voorhoof mit dem zweiten Treffer die Niederlage seiner Mannschaft etwas erträglicher zu gestalten. Vom Fußballfeld in den Luftkampf Zur Abwehr an der Front und in der Heimat haben unsere Truppen unter dem Einsatz ihres Lebens schwere Aufgaben zu erfüllen. Ganz besonders sind es auch die Flieger, die auf der Wacht sind. Sie müssen immer sprungbereit sein, kann doch jeden Augenblick Alarm gegeben werden. Das hindert aber die Männer der Luftwaffe nicht, Sport zu treiben, auch wenn sie einmal gestört werden. Wenn aber der Angriff abgeschlagen ist, denken sie auch schon wieder an den Sport. Für diesen Geist unserer Luftwaffe hat dem Stuttgarter Neuen Tagblatt Hans Schimpf vom FV. Böblingen ein kleines, bezeichnendes Beispiel berichtet: „Wir tragen zur Zeit Pokalspiele um den Fußballpokal des Truppenkommandeurs aus. Beim letzten Spiel plötzlich Fliegeralarm. Zwei Spieler, ein Leutnant und ein Oberfeldwebel, müssen sofort abhauen. Es geht mit dem Sportdreß samt dem Dreck sofort in die Fliegerkombination, los in die Maschine und ab, dem Feind entgegen. Nach 45 Minuten sind sie wieder da. Der Oberfeldwebel hat einen Abschuß erzielt. Jeder klettert aus seiner Maschine, und friedlich geht das Spiel weiter, als wenn nichts weiter geschehen wäre.“ Das ist deutscher Fliegergeist! Einnahme=Verrechnung 60:40 Ueber manche praktischen Fragen der Vereinsarbeit bestehen hier und da noch Unklarheiten. Für die Vereine ist es von besonderer Wichtigkeit, über die fananziellen Fragen genau Bescheid zu wissen, damit sowohl Klagen wie Schaden vermieden wird. Auch über die Verteilung der Spiel=Einahmen werden die Bestimmungen nicht immer richtig ausgelegt. In einer wichtigen Erläuterung hat nunmehr der vom NS.=Reichsbund für Leibesübungen herausgebene„NS.=Sport“ in einer Auskunft die Frage der Einnahmeverteilung geklärt. In dieser Erläuterung heißt es: „Die allgemeine Regelung sieht vor: Es werden bei allen Spielen, gleichgültig, ob Freundschafts= oder Pflichtspiele, abgezogen: 5 Prozent Abgabe an den NSRL. und 2 Prozent Umsatzsteuer. Die restlichen Einnahmen werden geteilt. Bei Spielen, wie benen um die Kriegsmeisterschaft, erhält der platzstellende Verein 15 Prozent, dann gehen die Schiedsrichterauslagen ab und die restlichen Einnahmen werden 60:40 Prozent geteilt. Bei Freundschaftsspielen werden Schiedsrichterauslagen kaum in Frage kommen; meist werden die finanziellen Bedingungen schriftlich vereinbart sein. Ist das nicht der Fall, dann gilt gemäß der ersten Anordnung der Reichsführung nach dem Kriege eine Verteilung von 60:40 der Nettoeinnahme.“ Reklame mit Sonja Henie Sonja Henie, die norwegische„Eislauf=Königin“, hat in Amerika nach ihren großen Erfolgen bei den Olympischen Spielen und den Weltmeisterschaften beim Film und mit ihrem Schaulaufen ein Millionen=Vermögen verdient. Sonja Henie hat mit ihren amerikanischen Einnahmen alle Berufssportler geschlagen und hat dabei auch niemals vergessen, für sich geschickte Reklame zu machen. Und das nicht nur in USA. So legt Sonja Henie beispielsweise Wert darauf, daß sie in ihrer norwegischen Heimat nicht vergessen wird. So hat sie im letzten Sommer ein Buch über ihre Laufbahn veröffentlicht, das großen Erfolg hatte, wie Sonja Henie auch jeden Sommer zur Erholung wieder nach Norwegen gekommen ist. Nunmehr benutzen ihre Landsleute, indem sie gewissermaßen den Spieß umdrehen, ihre in USA. berühmte Landsmännin als Reklame. Die norwegischen Platinauchs=Züchter möchten mit ihren Pelzen in Amerika gern und gut ins Geschäft kommen und haben daher ihren Verbandsvorsitzenden auf die Reise nach USA. geschickt. Den schönsten der Platinafuchspelze, ben man bisher gewonnen hat, will man bei dieser Gelegenheit Sonsa Henie als Ehrengabe überreichen. Wenn also Sonja Henie in Zukunft mit ihrem neuen Pelz„Reklame laufen wird", dann werden die geschäftsklugen norwegischen Platinafuchs=Züchter gewiß auch die Herzen der Amerikanerinnen erobern! Probebetrieb der Luftschutz-GroßalarmAnlagen DNB Berlin, 11. 12. Bis zum Kriegsbeginn war es üblich, daß mit dem in allen größeren Städten eingerichteten Großalarmanlagen von Zeit zu Zeit Uebungen in der Form von Probealarmen abgehalten wurden. In einzelnen Orten wurden die Sirenen für Großalarmanlagen auf ihre Betriebsbereitschaft durch regelmäßige Betätigung in Form eines Zeitsignals— z. B. jeden Sonnabend von 12.58 bis 13.00 Uhr— betätigt. Mit Kriegsbeginn wurde diese übungsmäßige Benutzung der Sirenen eingestellt, um eine Verwechslung von„Probebetrieb“ und wirklichem„Fliegeralarm“ auszuschließen. Inzwischen hat sich nun der einzelne Volksgenosse eingehend mit allen Fragen des Luftschutzes befaßt. Wenn er heute ein Sirenensignal hört, so unterscheidet er sofort:„Auf= und abschellender Ton“... „Fliegeralarm“... also schnell in den Luftschutzraum!„Gleichmmäßiger langer Dauerton... „Entwarnung“... also Gefahr vorbei! Damit sind die Voraussetzungen gegeben, die es tragbar erscheinen lassen, nunmehr wieder von Zeit zu Zeit die Sirenen der Großalarmanlagen auf ihre Betriebsbereitschaft zu überprüfen. Diese Ueberprüfung ist dringend notwendig, weil Staub= und Rostansatz zur Stillegung der Sirenen führen können, sodaß sie dann, wenn sie gebraucht werden, ausfallen. Der Betrieb schleift und bläst die Verunreinigungen fort oder zeigt wenigstens, wo etwa bereits an einzelnen Sirenen Fehler aufgetreten sind, sodaß schnell Instandsetzung möglich ist. Für den von Zeit zu Zeit stattfindenden Probebetrieb gelten folgende Regeln: 1. Zum Probebetrieb wird stets das Signal„Entwarnung“— gleichmäßiger Dauerton von zwei Minuten benutzt. 2. Die Bekanntmachung des Zeitpunktes des Probebetriebes kann stets nur kurzfristig und ohne Angabe der genauen Uhrzeit geschehen. Es wird also z. B. erst in der Morgenzeitung stehen, daß im Laufe des Nachmittags ein Probebetrieb der Alarmanlagen beabsichtigt ist. Wenn ein Volksgenosse diese Ankündigung in seinem Morgenblatt übersehen hat, so weiß er trotzdem:„Entwarnung“ ohne vorherigen „Fliegeralarm“ kann nur Probebetrieb bedeuten. 3. Heulton auf= und abschwellender Ton der Sirenen bedeutet stets— auch wenn Probebetrieb angesagt war—„Fliegeralarm“ und zwingt zum Aufsuchen des Luftschutzraumes. Verschärfter Kampf gegen Gewaltverbrecher Aburteilung durch das Sondergericht DNB Berlin, 11. 12. Der Ministerrat für die Reichsverteidigung hat auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz eine wichtige Verordnung zur Ergänzung des Strafrechtes erlassen. Sie sagt dem Gangsterverbrecher, der mit Gangstermethoden bei oder nach seiner Tat arbeitet, schärfsten Kampf an. Fortan soll, wer bei einer Notzucht, einem Straßenraub, Bankraub oder einer anderen schweren Gewaltchuß=, Hieb= oder Stoßwaffen oder andere gleichgefährliche Mittel anwendet, zum Beispiel seinem Opfer Salzsäure oder Vitriol ins Gesicht gießt, oder wex mit einer Waffe einen anderen an Leib oder Le Kriegsarbeitsrecht in Stichworten Sieben Punkte, die zu beachten sind— Was die Verordnungen besagen Die„Deutsche Arbeitskorrespondenz“ schreibt: NSK Die Zusammenfassung aller Kräfte des deutschen Volkes und ihre Ausrichtung auf ein gro ßes Ziel hat auf dem Sektor des Arbeitslebens zur Schaffung eines Kriegsarbeitsrechts geführt, das im wesentlichen seine gesetzliche Verankerung gefunden hat in der Kriegswirtschaftsverordnung und in der Verordnung zur Abänderung und Ergänzung von Vorschriften auf dem Gebiete des Arbeitsrechts. 1. Arbeitseinsatz. Einstellungen und Entlassungen von Arbeitern, Angestellten, Lehrlingen, Volontären und Praktikanten in privaten und öffentlichen Betrieben und in Haushaltungen sind nur mit Zustimmung des Arbeitsamtes zulässig. Kündigungen ohne diese Zustimmung sind rechtsunwirksam. Das Arbeitsamt wirkt nicht mit, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit der Lösung des Arbeitsverhältnisses einverstanden sind. Zustimmung des Arbeitsamtes schließt Nachprüfung durch das Arbeitsgericht nicht aus. 2. Rechtsfolgen der Einberufung zum Wehrdienst. Arbeits= oder Lehrverhältnis wird durch Einberufung nicht gelöst, es besteht fort. Beiderseitige Rechte und Pflichten ruhen für die Dauer der Dienstleistung. Der Einberufene kehrt nach Entlassung auf seinen alten Arbeitsplatz zurück. Kriegsdienst zählt als Betriebszugehörigkeit. Anwartschaften werden durch Kriegsdienst genau so erfüllt wie durch Arbeit im Betriebe. Der Einberufene behält sein Recht auf Kündigung, der Unternehmer verliert es. Kündigungen, die vor dem 7. 9. 1939 ausgesprochen waren, bleiben trotz Einberufung rechtswirksam. Einstellungen, die zum 7. 9. 1939 oder später vereinbart wurden, sind auch dann rechtskräftig, wenn Stellenantritt infolge Einberufung nicht oder erst später erfolgen kann. Die Fürsorgepflicht des Unternehmers bleibt bestehen. Unterstützungen des Betriebsführers an Wehrmachtsangehörige sind unter bestimmten Voraussetzungen einkommensteuerfrei. Abmachungen über die Gewährung einer Werkswohnung bleiben bestehen. 3. Kriegslöhne. Das Verbot, Zuschläge für Mehrarbeit, für Nachtarbeit, Sonn= und Feiertagsarbeit zu gewähren, wurde inzwischen wieder aufgehoben. Vom 27. November 1939 ab dürfen diese Zuschläge neben den Sondervergütungen für besonders erschwerte Arbeitsleistungen(Hitzezulagen, Erschwerniszulagen, Schmutzzulagen, Wegegelder, Trennungsentschädigungen u. dgl.) wieder gegeben werden. Erhöhung der geltenden Lohn= oder Gehaltsätze, sowie Erhöhung des Arbeitsverdienstes durch einmalige Zuwendungen ist verboten. Uebernahme des Kriegszuschlages zur Einkommensteuer durch den Unternehmer ist unzulässig. Tantiemen, Prämien, Zulagen, Weihnachtsgratifikationen dürfen in alter regelmäßiger Höhe weiter gewährt werden. Außerdem kann der Treuhänder der Arbeit in Einzelfällen Ausnahmen zulassen. Ausgeprobte Akkordlohnsätze können nicht zu dem Zwecke erhöht werden, eine Erhöhung des Arbeitsverdienstes zu bewirken. Dem Verbot der ungerechtfertigten Lohnerhöhung entspricht das Ver bot, Lohnkürzungen ungeregelter Art vorzunehmen. Die Reichstreuhänder der Arbeit können der Aufwärtsentwicklung von Löhnen und Gehältern Einhalt gebieten und überhöhte Löhne auf eine angemessene Höhe zurückführen. Für Tarifordnungen können sie Höchstbedingungen vorschreiben und schließlich eine Tarifordnung auch für den einzelnen Betrieb erlassen. 4. Urlaub. Alle Vorschriften und Vereinbarungen über den Erholungsurlaub sind nach Kriegsausbruch außer Kraft getreten. Urlaubsansprüche konnten vom 4. September 1939 an nicht mehr erworben werden und bereits erworbene waren nicht zu erfüllen. Diese Urlaubssperre ist nun wieder gefallen. Vom 15. Ja nuar 1940 ab ist die Gewährung von Urlaub wieder allgemein zugelassen. Für die vergangene Zeit ist der Urlaub, soweit er noch nicht verbraucht ist, bis zum 30. Juni 1940 nachzugewähren. Ausgeschiedenen Gefolgschaftsmitgliedern wird das fällige Urlaubsentgelt nach dem 15. Januar 1940 nachgezahlt. In Aus nahmefällen kann mit Zustimmung des Reichstreuhänders der Arbeit eine Abfindung des alten Urlaubs in Geld ganz oder teilweise erfolgen. Hinsichtlich der Urlaubsmarken im Baugewerbe erfolgt besondere Regelung. 5. Lockerung des Arbeitsschutzes. Die Vorschriften über die Dauer der werktäglichen Arbeitszeit für über 18 Jahre alte männliche Beschäftigte sind außer Kraft gesetzt. Jugendliche über 16 Jahre und Frauen dürfen in dringenden Fällen bis zus10 Stunden täglich, jedoch nicht über 56 Stunden in der Woche beschäftigt werden. Das gilt nicht für Frauen während der letzten 3 Monate der Schwangerschaft und während der Stillzeit. Jugendliche unter 16 Jahren können einschließlich des Berufsschulunterrichts bis zu 10 Stunden täglich, jedoch ausschließlich des Unter richts nicht über 48 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Die Vorschriften über Betriebsschutz bleiben in Kraft. Lebensmittelgeschäfte dürfen bis 20 Uhr geöffnet bleiben, wenn zweistündiger Mittagsschluß eingelegt wird. 6. Abkürzung von Kündigungsfristen. Der Treuhänder der Arbeit kann Kündigungsfristen abkürzen für einzelne Gefolgschaftsmitglieder, für ganze Ge folgschaften und für ganze Gruppen von Betrieben. Er entscheidet über die etwa zu gewährenden Entschä digungen. Kündigungsfristen sind auch abkürzbar zum Zwecke des Angebots eines Arbeitsvertrages auf neuer Grundlage. 7. Kurzarbeit. Der Treuhänder der Arbeit ist befugt, Fristen für die Einführung von Kurzarbeit abzukürzen. Kurzarbeiterunterstützung wird gewährt, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Wochen wegen Arbeitsmangels weniger als 80 Stunden gearbeitet wird. Was schenken wir den Feldgrauen? ben bedroht= mit dem Tode bestraft werden. Ebenso, soll der Verbrecher bestraft werden, der Ver folger mit Waffengewalt angreift oder abwehrt. Die Verordnung sichert ferner dem Volksgenossen, der sich bei der Verfolgung eines Verbrechers für dessen Ergreifung persönlich einsetzt, denselben strafrechtlichen Schutz zu, den die Rechtsordnung den Polizei= und Justizbeamten zuteil werden läßt. Damit wird der Volksgenosse, der sich bei der Verfolgung von Verbrechern auf Aufforderung der Polizei oder auf eigenen Antrieb in den Dienst der Polizei stellt, strafrechtlich ebenso gesichert wie der Polizeibeamte. Im Interesse größtmöglichster Beschleunigung der Aburteilung für Straftaten, für welche diese Vorschriften in Betracht kommen, ist das Sondergericht für zuständig erklärt. Ferner führt die Verordnung eine Folgerung aus einem der wichtigsten Grundsätze der Strafrechtserneuerung in das geltende Recht ein: sie ermöglicht für den Fall des Versuches und der Beihilfe die Verhängung derselben Strafe, die für die vollendete Tat vorgesehen ist. Wer mit Tötungsvorsatz auf einen anderen schießt, kann ebenso strafwürdig sein, wenn er sein Opfer trifft, wie wenn er sein Ziel verfehlt: der Einbrecher, der gestört wird, bevor er begehrte Beute findet. ist ebenso strafwürdig wie der Einbrecher, der seine Tat ungehindert durchführen kann. Die Verordnung ermöglicht es den Gerichten, die Strafe des Versuches und der Beihilfe je nach dem Maß der Willensschuld des Verbrechers zu bestimmen. Damit befreit die Verordnung den Richter von einem Zwang zur Milderung von Strafe, der ihm in solchen Fällen hinderte, gegen den Rechtsbrecher die Strafe zu verhängen, die ihm nach seiner Schuld und Gefährlichkeit gebührt. Den besten Freund als Wilderer erschossen Prag, 7. 12. Bei einem Dienstgang in den Wäldern bei Podkopna in der mährischen Wallachei hörte der Heger. Ladislaus Hrna plötzlich in seiner Nähe zwei Schüsse. Als er sich in der Richtung, in der die Schüsse gefallen waren, heranpirschte, krachte ein dritter Schuß, der offensichtlich auf ihn abgegeben worden war, da die Ladung nur knapp über seinem Kopf hinwegging. Der Heger legte daher rasch an und erwiderte den Schuß, worauf er ein Stöhnen und Röcheln vernahm. In einem Gebüsch fand er dann zu seinem Entsetzen seinen besten Freund, den 42jährigen Theodor Sedlacek, in einer Blutlache auf. Bei seinem Anblick brach der Heger vollkommen zusammen. Sedlacek, dem die Brust durchschossen war, starb bald nach der Ueberführung ins Krankenhaus. Er war Vater mehrerer unversorgter Kinder. Das Weihnachtspäckchen für die Front— Was wunscht sich der Soldat?— Ratschläge für alle, die Freude machen wollen Sind uns auch in der Wahl der Weihnachtsgeschenke, mit denen wir liebe, uns zugehörige Menschen in diesem Jahr erfreuen wollen, gewisse Grenzen gesetzt und müssen wir uns beim Aussuchen und Aus wählen ein wenig mehr anstrengen als in den vergangenen Jahren, so wollen wir doch gerade deshalb eines nicht vergessen: niemals bestimmen materielle Dinge den Wert des Geschenkes, sondern allein das Maß an Liebe und Güte, mit dem es gegeben wird. Das gilt ganz besonders für die Gaben päckchen, die wir zu diesem Weihnachtsfest unseren Soldaten an die Front schicken. Mancherlei Gedanken über das Wie und das Was bewegen uns alle in diesen Tagen. Auch hierbei sind uns, Größe und Gewicht betreffend, Beschränkungen auferlegt. Doch wenn die Gaben, die wir unseren Soldaten zu Weihnachten schicken, äußerlich auch nur klein sind, so wollen wir doch all unsere Liebe und der und kleine Tagebücher stets willkommen sein. Dem leiblichen Wohl des Soldaten dienen jede Art von Hustenbonbons, Tempotaschentücher, kleine Dosen mit Hautkreme, Rasierapparate usw. Das wären einmal ein paar Anregungen für den praktischen Inhalt der Gabenpäckchen. Dabei wolken wir es aber nicht bewenden lassen, sondern darüber hinaus— und das soll bei den Weihnachtspäckchen ja die Hauptsache sein— gehört noch mancherlei hinein, das man nicht unbedingt notwendig braucht, sondern über das man sich nur freut. Dazu gehören in erster Linie Bücher. Ein schmaler Gedichtband kann es sein, eine kleine Erzählung, eine Novelle oder auch ein Büchlein voll lustiger Geschichten, die sich gut zum Vorlesen eignen. Daneben finden noch Zigaretten und Zigarren, eine Tabakpfeise, ein Beutelchen dazu für den Tabak und eine kleine Flasche Branntwein Selbstverständlich gehört zu jedem Weihnachtspä unsere Anteilnahme in sie hineinlegen und den Sol=chen auch ein kleiner Beutel oder eine Schachtel mit daten dadurch zu verstehen geben, daß unsere herz= Weihnachtsgebäck. Wir wollen es nach Möglichen Gedanken immer bei ihnen sind, daß wir stolz lichkeit nicht fertig im Laden kaufen, sondern es selbst sind auf sie, auf ihre Tapferkeit, auf ihren Mut und bereiten. Wenn wir auch diesmal nicht so verschwendaß es unsere schönste Weihnachtsfreude sein wird, sie derisch mit Butter und Eiern,„Zitronat und Mandelam Weihnachtsabend im Besitz dieses kleinen Päck= kern“ umgehen können wie sonst, so gibt es doch viele chens zu wissen. Wenn wir mit diesen Gedanken an das Auswählen und Aussuchen der Gaben herangehen, wird es uns gewiß nicht schwerfallen, das Rechte zu treffen. Trotz aller wohlgemeinten Aufrufe und Bekanntmachungen mag es immer noch hier und da eine Mutter oder eine Frau geben, die meint, ihrem Sohn oder ihrem Mann eine ganz besondere Freude damit zu bereiten, daß sie sich Butter und Schmalz, frische Wurst oder andere leicht verderbliche Lebensmittel vom Munde abspart und sie ihnen ins Feld schickt. Damit erreicht sie gewiß das Gegenteil von dem, was sie aus falsch verstandener Hilfsbereitschaft erreichen will: der größte Teil dieser Lebensmittel wird in nicht mehr verwendungsfähigem Zustand ankommen, und zum andern ist bekanntlich die Verpflegung der Soldaten so reichlich und auskömmlich, daß sie dieser Heimatzuschüsse keineswegs bedürfen. Dafür gibt es aber mancherlei andere Dinge, die ein Soldatenherz jederzeit erfreuen. Da draußen an der Front gelten andere Maßstäbe als bei uns in der Heimat, und vieles, was für uns eine Selbstverständlichkeit ist, über die wir gar nicht nachdenken, ist da draußen eine unerhörte Kostbarkeit. Mit einer Mappe Briefpapier, einem Drehbleistift, einem Füllseberhalter werden wir einem Soldaten immer Freude maMöglichkeiten, mit wenig Zutaten schmackhafte und leckere Weihnachtsplätzchen herzustellen. Die Rezepte, die das Deutsche Frauenwerk herausgegeben hat, werden uns hierzu die nötige Anleitung geben. Große Freude wird es den Soldaten bereiten, wenn wir dafür sorgen, daß sie in ihrer Freizeit Schach und Halma, Domino und Karten spielen können; auch für eine Mundharmonika werden sie immer dankbar sein. Soviel über den Inhalt. Beinahe ebenso wichtig ist die Art der Verpackung. Nach außen hin soll sie fest und widerstandsfähig sein und nach innen besonders sorgfältig und liebevoll. Jede einzelne unserer kleinen Gaben wollen wir in weihnachtlich buntes Seidenpapier einhüllen, es mit einem silbernen oder goldenen Faden umschnüren und als einen besonderen Gruß ein kleines duftendes Tannenzweiglein darauf legen. Obenauf kommen noch ein oder zwei rotwangige Aepfel, dazu eine dicke Weihnachtskerze mit einem passenden Halter. Ein kleiner pausbäckiger Leuchterengel aus dem Erzgebirge kann das Licht tragen oder auch nur ein einfacher rot oder golden angemalter Holzstern. Ganz obenauf kommt noch einmal ein Tannenzweig und dann das Schönste eines jeden Päckchens, nach dem der Empfänger zuerst greifen wird und das den chen. Ebenso werden ihm Notizbücher, Taschenkalen= Wert all der Gaben ins Unmeßbare erhebt, ein rechter Weihnachtsbrief. In ihn wollen wir all die guten Wünsche und Gedanken schreiben, die wir für unsere Soldaten haben, wir wollen ihnen darin von unseren Weihnachtsvorbereitungen erzählen, wir wollen ihnen sagen, daß wir dieses Weihnachtsfest fröhlich feiern werden, trotz der ernsten Zeit, daß wir mit dankerfülltem Herzen unter dem Lichterbaum stehen werden, der auch für sie brennt, und daß all unsere Gedanken und die tiefsten und geheimsten Kräfte unseres Herzens bei all denen sein werden, die an der Front für uns die Wacht halten. Jetzt ist unser Päckchen also fertig. Wir wollen nun noch dafür sorgen, daß es rechtzeitig— also bis zum 15. Dezemoer— zur Post gebracht wird, damit wir auch die Gewißheit haben, daß diese sichtbaren Zeichen unserer Liebe uns und unseren Soldaten zu einem fröhlichen Weihnachten verhelfen. Ein Auge ausgestochen Aachen, 9. 12. Am Spätabend des 30. September kam es auf der Jülicher Straße zu einer schweren Schlägerei, die blutige Folgen hatte. In einer Wirtschaft waren zwei Gruppen Gäste aneinandergeraten, weil die eine Seite einem von der anderen vorwarf, daß er einer Frau gegenüber ungebührlich war. Dieser Vorfall lag allerdings Monate vorher. Im Flur und auf der Straße entspann sich dann eine allgemeine Prügelei. Einer von der Gegenseite wurde dabei besonders schwer hergenommen. Zu seiner Verteidigung griff er nach einem langen Messer, das er schützend vor sich hielt. Nachher lagen zwei Gegner blutend am Boden. Der eine hatte Bruststiche erhalten, der andere einen Stich ins Gesicht. Später mußte diesem im Krankenhaus das linke Auge operativ entfernt werden, da es nicht mehr zu retten war. Der Stich war überhalb des Auges durch die Augenbraue gegangen. Dieser folgenschwere Streit hatte jetzt ein Nachspiel vor der Dritten Strafkammer des Landgerichts Aachen. Angeklagt waren der Messerstecher und drei seiner Geaner, darunter die beiden Verletzten. Die Beweisaufnahme war sehr schwierig, da jeder in der Dunkelheit etwas anderes gesehen hatte. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Hauptangeklagten vierzehn Monate Gefängnis wegen schwerer Körperverletzung, gegen die drei anderen fünf bezw. zwei Monate Gefängnis. Die Strafkammer billigte aber dem Hauptangeklagten das Recht der Notwehr zu und sprach ihn frei. Von den übrigen wurde einer zu drei Monaten Gefängnis, der ums Auge Gekommene zu 30 Reichsmark Geldstrafe verurteilt und der vierte ebenfalls freigesprochen. Rind landete im Friseurlaben Brakel, 10. 12. In der Hauptstraße von Brakel riß sich ein Rind von der Leine los, an der es zum Schlachthaus geführt werden sollte. In blindem Eifer rannte es schnurstracks auf einen Friseurladen los, zertrümmerte die Schaufensterscheibe und versetzte den Figaro und seine Kundschaft in argen Schrecken. Hier vollendete sich schnell das Schicksal des Schlachtviehs, denn als sich der erste Schrecken der Beteiligten gelegt hatte, war das Schlachtwerk vollzogen. Der„Kaiserhof“ wird Werkskasino Burscheid, 9. 12. Das weit über die Grenzen des Bergischen Landes hinaus bekannte Burscheider Hotel„Kaiserhof“, das trotz seiner Bahnhofsnähe stets einen ruhigen und behaglichen Aufenthalt gewährte, ist jetzt in den Besitz eines großen Burscheider Werks übergegangen. Der neue Eigentümer beabsichtigt, das Hotel in ein Werkskasino umzuwandeln. Knabe von einer Mauersäule erschlagen Andernach, 10. 12. Der sechsjährige Josef Königstein von hier wurde beim Spielen im Oberen Wall von einem schweren Steinstück einer einstürzenden Mauersäule am Kopf getroffen und so schwer verletzt, daß er bereits kurz nach seiner Einlieferung in das hiesige Krankenhaus starb. Tödlicher Grubennnfall Marienberg(Westerwald), 10. 12. Im Untertagebetrieb der Grube Friedrich Wilhelm bei Dauden trug sich ein schwerer Grubenunfall zu. Ein 46 Jahre alter Zimmerhauer wurde auf der 494=Meter=Sohle von herabfallenden Gesteinsmassen verschüttet und konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Heftzwecken verschluckt Grevenbrück, 10.12. In Grevenbrück spielte in den letzten Tagen ein Kind mit Hestzwecken. Es steckte sie in den Mund und verschluckte sie plötzlich. Schon nach kurzer Zeit machten sich bei dem Kind beftige Beschwerden bemerkbar. Da die Heftzwecken nicht auf natürliche Weise abgingen, mußte das Kind in ein Krankenhaus gebracht werden, wo sie auf operativem Wege entfernt wurden. Eine Schule für zwei Kinder Acalruhus, 9. 12. Wohl die kleinste Schule Dänemarks ist auf der Insel Hjelm bei Ebeltift errichtet worden. Bisher war hier nur ein einziges schulpflichtiges Kind, das von seiner Schwester unterrichtet wurde. Nachdem nun anstelle des Vaters dieses Kindes ein Leuchtturmwärter mit fünf Kindern getreten ist, von denen zwei schulpflichtig sind, ist die Schule errichtet worden. In der Dunkelheit überfallen und beraubt Limburg, 9. 12. In der Nachbargemeinde Staffel wurde nachts ein Handwerksmeister, der aus einer Gaststätte kam und nach Hause gehen wollte, überfallen und beraubt. Er hatte noch 17 RM. bei sich. Anscheinend war er vorher in dem Lokal beobachtet worden und der Täter vermutete eine größere Summe bei dem Mann. Ein Verdächtiger wurde verhaftet. Zeitgemäße Back-Rezepte helfenwirtschaften! Binegenauausfillenu einsenden(Drudsnche srrg Mit wenig fett und eern, ja sogar onne beides können Sie danach nahrnafte und wonlschmeckende Gebäcke herstellen. Dr. Oetker An Firma Dr. August Oetker. Bielefeld Senden Sie mie hostenlos das Rezeptdlatt: „Zeitgemäße Rezepte“ Tlame: Wohnort: (Postort) Strasse: Männer, Mädchen und Motoren Ein Fernfahrerroman von honns höwing (15. Fortsetzung) Käthe macht sich wieder an die Arbeit.„Ich weiß, ich habe meine Arbeit in der letzten Zeit etwas vernachlässigt. Aber haben Sie nur noch ein klein wenig Geduld mit mir.“ Der alte Magolei verzieht das Gesicht.„Nich deswegen, Frollein Käthe. Früher, wenn Se kamen und „Morjen“ riefen und lachten, dann war ik och sofort een anderer Mensch, dann schien immer die Sonne. Wissen Se, det brauch ik nu mal...“ Käthes Kopf sinkt auf den Schreibtisch. „Na, nu lassen Se man nich den Kopp hängen, ik weiß ja, daß et alles nur wejen den Robert is, aber der kommt wieder, Frollein Käthe, wat ik Ihnen sage, der kommt wieder...“ Vor der Werkstatt hält ein Lastzug. Der alte Magolei geht zum Fenster und blickt hinaus. Ehe er sich umgedreht hat, bemerkt Käthe, wie ein Mann eilig durch die Werkstatt kommt. Es ist Michael. Sein Atem geht heftig. Mit einem Satz ist er aus dem Frachter herausgesprungen und durch die Werkstatt gefegt, weil er fürchtete, den Mut zu verlieren, um mit Käthe ein ernstes Wort zu sprechen. Jetzt, wo er in der Tür steht und dazu noch Käthes Chef im Büro bemerkt, weiß er nicht recht, was er sagen soll. Der alte Magolei erkennt jedoch sofort die Situation.„Nee, nee, wat ik noch alles zu arbeeten habe,“ stöhnt er, schiebt sich an Michael vorbei und geht zurück in die Werkstatt. Michael und Käthe sehen sich schweigend an. Käthe ist erschrocken über Michaels Aussehen. So hat sie ihn noch nie gesehen, wie er jetzt vor ihr steht, zusammengefallen und mit unsteten Blicken. Plötzlich durchfährt sie ein Schrecken. „Robert?“ fragt sie hastig.„Was ist mit Robert? Sprich doch endlich. Ich bitte dich, sag' was. Ich will wissen, was mit Robert ist.“ Michael lehnt sich an den Türrahmen. Mit einemmal ist er wieder ganz ruhig. Er muß sogar lächeln. — Er ist hierher gekommen, um Käthe zu sagen, daß er sie liebt, daß er sie mitnehmen und heiraten will. Und das erste Wort, das er aus ihrem Munde hört, ist so wie er es erwartet hat:„Robert!“ „Robert? Ja, dem geht es gut,“ sagt er langsam. „Richtig, deswegen bin ich ja gekommen. Ich wollte dir sagen, daß es ihm gut geht, anders nichts.“ Käthes Unruhe wächst immer mehr.„Sprich weiter, ich will wissen, was mit Robert ist,“ drängt sie auf ihn ein. „Es ist richtig, was ich dir sage," beruhigt sie Michael.„Es geht ihm gut. Wir sehen uns hin und wieder, wenn es so auskommt, daß wir beide zur gleichen Zeit in Viersen sind.“ „Ist er wieder in Viersen?“ fragt Käthe.„Haben Sie ihn bei Koska u. Söhne wieder angestellt?“— Sie geht zu ihrem Schreibtisch und läßt sich dort auf ihren Stuhl fallen.—„Gott sei Dank!— Ich habe ja gewußt, daß alles gut geht, ich habe es gewußt.“ Michael preßt mit den Fäusten seine Mütze zusammen.„Ja... das heißt...“ Käthe hebt den Kopf.„Was willst du damit saden?" Ihre Augen flehen Michael an, so bittend, daß er es kaum ertragen kann. „Er ist doch wieder bei Koska u. Söhne, man hat ihn doch wieder aufgenommen, nicht wahr, es ist doch alles so wie es früher war?" Michael fehlen die Worte. Er muß lange überlegen, bis er endlich sagt:„Sicher, es ist alles wieder so wie es früher war, es ist alles in bester Ordnung. Nur... er ist nicht mehr bei Koska u. Söhne. Er hat eine Stellung gefunden, bei Petereit in Heinsberg." Käthe schweigt. Es ist irgend etwas in ihr, das ihr keine Ruhe gibt. Sie fühlt, daß Michael ihr etwas verschweigt oder auch nicht ganz die Wahrheit sagt. Es ist still in dem kleinen Büroraum. Man hört das leise Ticken von Käthes Armbanduhr, die sie neben ihren Büchern auf dem Schreibtisch liegen hat. Nur aus der Werkstatt kommt ein verhaltenes Pochen, wo der alte Magolei ärgerlich auf einem Stück Blech herumschlägt. „Warum ist er nicht schon längst einmal hier hineingekommen?“ fragt Käthe nach einer Weile.„Oder warum hat er nicht geschrieben— schreiben konnte er doch wenigstens."— Käthe hebt den Kopf und sieht ihn flehend an.„Dann hat er dir doch wohl gesagt, daß du hier vorbeikommen sollst, wenn du nach Berlin fährst?" Michael weiß nicht, was er darauf antworten soll. Kann er ihr jetzt sagen, daß Robert nicht einmal ihren Namen erwähnt hat, als sie sich gelegentlich trafen, oder daß er nur die Schultern zog, wenn er, Michael, einmal die Rede auf Käthe brachte. „Ja, das hat er getan," sagt er nach kurzer Pause. „Und was hat er weiter gesagt?“ fragt Käthe begierig. „Ja, was hat er denn noch weiter gesagt?... Grüße hat er bestellt. Richtig, wenn du nach Berlin kommst, dann fahre bei der Käthe vorbei und bestelle ihr Grüße und sage ihr... ja, was hat er denn noch gesagt?... Ich weiß es nicht mehr. Etwas länger zu behalten, ist nie meine Sache gewesen." Käthe schließt die Augen. Auf ihrem Gesicht liegt ein glückliches Lächeln. „Ist schon gut, Michael," sagt sie,„ich danke dir.“ Michael nimmt seine Hand von Käthes Schultern und geht zur Tür.„Ja... das ist eigentlich alles, was ich dir sagen wollte... und jetzt muß ich gehen. Auf Wiedersehen, Käthe.“ Sie reicht Michael die Hand. „Auf Wiedersehen, Michael, wenn du heute abend noch in Berlin bist, komm' doch auf eine Stunde zu uns herüber. Vater und Mutter werden sich bestimmt freuen.“ Michael hält Käthes kleine Hand eine Weile fest. Am liebsten möchte er ihr sagen, wie er sich danach sehnt, mit ihr zusammen zu sein, zu Hause, in ihrer gemütlichen Wohnung, mit ihren Eleern zusammen. Nur langsam läßt er ihre Hand wieder los. „Leider geht das nicht, ich muß zurück nach dem Westen, noch heute nacht.“ Damit dreht er sich um und geht durch die Werkstatt, verabschiedet sich von dem alten Magolei und klettert draußen in den Frachter. „Los, Kamerad,“ sagt er und löst die Bremsen. „Ich habe hier nichts mehr zu suchen. Es ist alles erledigt, was hier zu erledigen war.“ An diesem Morgen hat der Postbote Rosa Schubalk" einen Brief ins Haus gebracht, der ihr nicht wenig Kopfschmerzen bereitet. Der Brief trägt den Poststempel von Heinsberg. In dem Umschlag, ohne Namen und Absender, liegt eine kleine Anzeige aus irgendeiner Zeitschrift, eine Heiratsanzeige, von der Art, wie sie Rosa Schubalke nicht unbekannt ist: Solider, strebsamer Mann, zuverlässig und großzügig, der viel Sinn für Häuslichkeit hat, Fernfahrer, sucht auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege passende Lebensgefährtin, die gewillt ist, Freud und Leid mit ihm zu teilen. Zuschriften unter„Harmonisches Glück“ an die Expedition Excelsior, Düsseldorf. Rosa Schubalke betrachtet den kleinen Ausschnitt mit gemischten Gefühlen. Eins stand fest: den Brief hatte Jolla Petereit geschickt. Nur weiß sie nicht recht, was Jolla Petereit damit bezwecken will. Entweder wollte sie sich über sie lustig machen, oder ihr zart andeuten, daß sie sich um Robert Kunkel keine Gedanken mehr zu machen brauche. Oder aber... Rosa Schubalkes Gedanken gehen wieder zurück, in Erinnerung der paar Tage, als Robert bei ihr war. Sie war gewiß nicht kleinlich und wenn einmal eine Sache nicht geklappt hatte, dann hatte sie eben nicht geklappt. Aber der Fall Robert Kunkel lag anders. Sie trat Robert Kunkel nicht so ohne weiteres ab, auch nicht an eine Jolla Petereit. Sie läßt ihre Finger über das kleine Stück Papier gleiten. Heiratsanzeigen übten auf sie einen seltsamen Reiz aus, sie kam einfach nicht los davon. Das Abenteuerliche und Geheimnisvolle daran reizt sie immer wieder, auf solche Anzeigen hin zu schreiben. Und außerdem war es noch etwas anderes, was sie dazu triev... Nach langer Ueberlegung fegt Rosa alle Bedenken beiseite, nimmt einen ihrer rosa getönten, zartduftenden Briefbogen mit ihrem gedruckten Namen links oben in der Ecke und schreibt. Sie schreibt immer dasselbe, sie hat sozusagen eine Art Passepartoutbrief erfunden, in dem sie nur das Datum jeweils zu andern braucht. Nach ein paar Tagen hat sie die Angelegenheit schon fast vergessen, als plötzlich der Briefbote die Antwort bringt. Der Mann, der ihr schrieb— Albert Becher hieß er— schrieb nicht schlecht. Er hatte zweifellos viel Gefühl und viele Seele, und Gefühl und Seele waren nun einmal Rosa Schubalkes schwache Seite. Jedenfalls brachte es der Brief fertig, daß sie für kurze Zeit selbst Robert Kunkel vergaß. Als Treffpunkt ist der nächste Sonntag vereinbart. Schon kurz nach dem Essen verschließt Rosa Schubalke die Brennstoffpumpen vor dem Hause, zieht die Läden von innen zu und fährt nach Hannover. An ihrem Busen prangt in einem leuchtenden Rot eine große Nelke, ein Zeichen, das der neue Freier zum Erkennen vorgeschlagen hatte. Mit klopfendem Herzen betritt Rosa das Lokal, das als Treffpunkt ausgemacht ist. Sie ist nervöser als sonst, wenn sie sich zu einem ähnlichen Stelldichein begab. Ein wenig unsicher folgt sie dem Kellner, der ihr irgendwo einen freien Platz suchen hilft. Als sie endlich einen gefunden hat und der Kaffe vor ihr steht, wird sie etwas ruhiger. Sie blickt unverwandt zur Tür hin und beobachtet jeden, der eintritt. Es vergeht eine halbe Stunde... eine Stunde... Rosas Gesicht wird länger und länger. Ein ungeheurer Verdacht steigt in ihr auf. Sollte sich Jolla Petereit einen schlechten Scherz mit ihr erlaubt haben? Gerade will sie den Ober herbeirufen, um ihren Kaffee zu bezahlen, als sich die Tür öffnet und eine kleine unansehnliche Gestalt in einem schäbigen, altmodischen Gabardinmantel hereinkommt, eine leuchtende rote Nelke im Kopfloch. Rosas Gesicht verzieht sich zu einem süßsauren Lächeln. Sie ist enttäuscht, maßlos enttäuscht. Ihre wilde Phantasie hatte wieder einmal tolle Kapriolen geschlagen und ihr das Bild eines Helden vorgegaukelt, von dem nun nichts anderes mehr übrigblieb, als ein kleines zusammengefallenes Männchen, mit hohler Brust und einem gebeugten Rücken. Der Mann, der etwas unsicher und verlegen sich durch die Tischreihen windet, bleibt mit einer linkischen Verbeugung vor ihr stehen. „Mein Name ist Becher," sagt er undeutlich und schüchtern.„Darf ich fragen, ov ich die Ehre habe mit Fräulein Rosa Schubalke?" Er beugt sich ein wenig Rosa Schubalke zu und flüstert:„Wollen wir nicht das Lokal verlassen? Dies ist wohl nicht der rechte Ort um...“ Rosa nickt verständnisvoll. „Ich verstehe, Herr Becher,“ flüstert sie augenzwinkernd zurück.„Sie schrieben ja schon, daß Sie die Einsamkeit lieben und mehr der Natur verbunden sind. Herr Becher ruft den Ober herbei und zahlt eilig Rosas Zeche, eine Tat, die Rosa Schubalke besonders hoch einschätzt. Sie verlassen gemeinsam das Lokal, schlendern durch die Stadt und kommen schließlich im Stadtpark aus. (Fortsetzung folgt.) Verlagsleiter und Hauptschriftleiter: Heribert Schenk; Stellvertretender Hauptschriftleiter: Dr Georg Schmidt, zugleich verantwortlich für Politik und Kommunalpolitik; für Lokales und Sport Willi Viehoff; für Heimatnachrichten: Josef Hubertz(i. V. Willi Viehoff); für Unterhaltung und die Sonntagsbeilage: Christel Groh=Kalf; für den Anzeigenteil: Hermann Mertens, alle in Viersen. Bildverantwortliche: die Abteilungsleiter. Verlag: Vereinigte Dreistädte=Zeitung G. m. b. H., Viersen. Druck: Gesellschaft für Druck und Verlag G. m. b. H., Viersen. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, Sonntagmittag um 13½ Uhr meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Johamn Wiesner Elisabeth geb. Ullwer nach kurzem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden, versehen mit den hl Sterbesakramenten, im Alter von 60 Jahren in die Ewigkeit abzuberufen. Um stille Teilnahme und ein frommes Gebet für die liebe Verstorbene bitten Famille Johann Wiesner, Viersen. St. Tönis, Huttendorf, Hohenelbe(Sudetengau), den 12. Dezember 1939 Die feierlichen Exequien mit anschlieBender Beerdigung finden statt am Donnerstsg, dem 14. Dezember 1939, 8½ Uhr in der St. Notburgakirche. Hierzu wird freundl. eingeląden. Die Teilnehmenden wollen sich morgens 8¼ Uhr am Sterbehause Gerberstr. 121 einfinden. Sollte jemand aus Versehen eine besondere Einladung nicht erhalten haben. so wolle man diese als solche betrachten. Das Sechswochenamt für unsere liebe Verstorbene Fri. Helene Clasen findet statt am Mittwoch, dem 13. Dezemb., 7.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Remigius Viersen, den 12. Dezember 1939. Familie Giebels. Statt Karten Eduard Beckers Hildegard Beckers geb. Vieth VERMAHLTE Dülken, den 13. Dezember 1939 Strasse der SA 22 Bekanntmachung. Die restlichen Kleiderkarten sind unbedingt im Laufe dieser Woche abzuholen, und zwar in der Zeit von 830— 12 Uhr und von 14.30— 17.30 Uhr. Während dieser Oeffnungszeiten des Wirtschaftsamtes werden im Monat Dezember formularmäßige Anträge auf Erteilung von Bezugsscheinen entgegengenommen, und zwar bevorzugt für sämtliches Schuhwerk, iusbesondere für Hausschuhe und Ueberschuhe aller Art. Viersen, den 11. Dezember 1939. Wirtschaftsamt der Stadt Viersen. Schenken ist eine Kunst Stets nur das Richtige schenken— das möchte jeder gern. Aber wie macht man es nur, vor allem jetzt zum Weihnachtsfest? Der Spargeschenkgutschein der deutschen öffentlichen Sparkassen ist besonders unter den gegenwärtigen Verhältnissen das zeitgemäße Weihnachtsgeschenk Städtische Sparkasse Dülken Städtische Sparkasse Süchteln Städtische Sparkasse Viersen Auskunft an unseren Sparschaltern. Grosse Auswahl auch in Textilwaren Lamp Bekanntmachung über die Erfassung der Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1908 und 1909 Ich verweise hierdurch auf meine Bekanntmachung über die Erfassung der Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1908 und 1909 in der Zeit vom 1. 12. 1939 bis 15. 1. 1940, die bei allen Polizeibehörden meines Kreises am Schwarzen Brett veröffentlicht wird. Kempen=N'rhein, den 7. Dezember 1939. Der Landrat als Kreispolizeibehörde i. V. gez. Bürger, Kreisoberinspektor Bekanntmachung Für die Zeit bis zum 17. Dezember 1939 können alle Versorgungsberechtigten je 125 Gr. Kunsthonig erhalten. Die Abgabe erfolgt für alle Versorgungsberechtigten über 6 Jahre auf den Abschnitt Fl 16 der Reichsfleischkarte für Normalverbraucher und für die Kinder bis zu 6 Jahren auf den Abschnitt Fl 3 ihrer Fleischkarte. Die Abschnitte sind von den Kleinverteilern abzutrennen und aufzubewahren. Diese Zuteilung erfolgt unbeschadet der an Kinder bis zu 14 Jahren für die Zeit vom 20 November bis 17. Dezember 1939 vorgesehenen Zuteilung von 125 Gr. Kunsthonig. Kempen=Niederrhein, den 10. Dezember 1939 * Der Landrat. Drucksachen jeder Art für Industrie, Handel und Handwerk. Besuchskarten. Mittellungon Rechnungen, Briefumschläge. Lohntüten usw. gut, schnell und billig! Verlangen Sie den Besuch unseres Vertreters. Ruf 8962 Gesellschaft für Druck u Verlag G. m. b. H., Viersen. Bekanntmachung. Die Auszahlung der Sozial= und Kleinrenten erfolgt am Donnerstag, dem 14. Dezember 1939, vormittags 8-9 Uhr bei der hiesigen Stadtkasse. Der Bürgermeister Krings. Dülken, den 11. Dezember 1939. Was höre ich im Rundsunk? Köln: Mittwoch, 13. Dezember 9.30: Vom gesunden Leben. 10.10: Musik für Bläser und Harfe. 10.30: Deutsch für Deutsche. 11.25: Walzermelodien. 11.50: Bauer, merk' auf! -12.00: Die Werkpause. 13.00: Musik am Mittag. 15.00: Dülkener Lieder und Viersener Märchen. 15.30: Zeitspiegel der Jugend. 16.00: Für unsere Soldaten. 18.00: Neues vom Film. 19.00: Konzert. 20.10: Konzert. 22.30: Nachtmusik. Vom Reichssender Breslan: 20.15: Großes Wunschkonzert für die Wehr macht. 22.45 bis 1.00: Unterhaltungskonzert Deutschlandsender: Mittwoch, 13. Tezember 10.00: Wir singen und erzählen im NEV Kindergarten. 10.30: Frohe Weisen. 2.10: Musik am Mittag. 14.10: Otto Dobrindt spielt. 15.00: Musikalische Kurzweil 15.30:„Zeitspiegel der Jugend.“ 6.00: Nachmittagskonzert. 18.00: Nach des Tages Arbeit. 0.15: Großes Wunschkonzert für die Wehr macht 22.30: Kapelle Wilfried Krüger spielt. 23.10 Abendkonzert. 0.10 bis 1.00 Nachtmusik Elektrischer Plattenspieler (Nußbaumschr., fast neu), billig abzugeben. Ausk. VDZ. Viersen. Jünge Schweine u. Schweine verschiedenen Alters abzugeben. Moderne Baeneinrichlung fast neu, für Lebensmittelgesch. günstig z. verkaufen. Auskunft VDZ. Viersen. WaldminWatfen 4 Limmer Täglich frische Seemuscheln 500 Gramm—.10 RM. Fischhaule Arnold Bollessen Langestraße 41 Teleson 5576 Musikhaus Harmonle Viersen, Hauptstrasse 106 Inhaber: M. Seepe. Grosse Auswahl in ACCORDIONS Knopfinstrumente von 8.50 M. an Tasteninstrumente v. 30.— M. an und sämtliche Musikinstrumente. 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