Vereinigte Dreistödte Zeibong Sprecher am Niederrhein Dülkener Zeitung Dülkener Volkszenung Geschäftssteller Dülken, Lange Straße 51- Fernruf 5286 Viersener Ovolkszeitung Hauptgeschäftsstelle: Viersen Hauptstr. 20 o Fernruf: 2641, 2642 Hauptstr. 145, Fernruf: 2641,2642 Süchtelner Zeitung Süchtelner Volkszeitung Geschäftssteller Süchteln, Hochstraße 137 Fernruf 390 Der Bezugspreis beträgt halbmonatlich 1.0. Mk. frei Haus einschließlich verbanfopreis 10 Pfg. mit Illustrierte 16 Pfg. Nichterscheinen einzeiner Nummern berechtigt nichr zur Kürzung des Grenzgebiet und Schwalmtal Geschäftsstellen: Fernruf 261— Waldniel, Fernruf Amt Die Veretnigte Dretstädte=Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der SomnAnzeigenpreise lam Preioliste Nr. 6 vom I. Aprll 194 Bel Korkurs und Zwangovergleich erlischt jeder Unspruch ar Nr. 47 Freitag, den 25. Februar 1938 (Kath. Walburga, Evg. Victorius) 64. Jahrgang" Schuschnigg über die deutsche Aufgabe Der österreichische Bundeskanzler sprach über Weg und Ziele seiner Politik nigg u. a. weiter, daß ausländische Vorbilder für uns bare Nachkriegszeit zu sprechen, die„jeden Blick in nicht in Frage kommen könnten.die Zukunft und die Besinnung geraubt habe". SoDie Verfassung kennt keine Parteien und zialdemokratische Kreise seien es gewesen, die als DNB. Wien, 24. Februar Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hielt am Donnerstag im Bundestag seine mit Spannung erwartete Rede, die als Antwort auf die Ausführungen des Führers und Reichskanzlers angekündigt worden war. In dem großen, mit den rot=weiß-roten Farben des neuen Oesterreichs ausgeschlagenen Saal des Parlaments, der einst dem alten Abgeordnetenhause der Monarchie als Sitzungssaal gedient hatte, hatten sich die Mitglieder des Bundestages, ferner die Spitzen der Behörden und zahlreiche Amtswalter der Vaterländischen Front versammelt. In der Diplomatenloge sah man das ganze diplomatische Korps. In seiner Rede führte Bundeskanzler Schuschniag u. a. aus: „Wenn ich gebeten habe, den Bundestag zu einer so außerordentlichen Sitzung einzuberufen, dann liegt dem einmal ein formaler Anlaß zugrunde. Es gilt, die ergänzte Regierung dem Hause vorzustellen, die der Herr Bundespräsident über meinen Antrag bestellt hat. Allein schon die größere Zahl meiner Mitarbeiter zeigt eindeutig und klar, daß sich die verantwortliche Staatsführung vor besondere Aufgaben gestellt sieht, die sie unter allen Umständen zu lösen entschlossen ist. Jetzt galt es nicht, zu debattieren; es galt zu handeln, das Vertrauen aller, die zu positivem Einsatz bereit sind, zu mobilisieren, den ganzen Verantwortungssinn aller zusammenzuballen. „Der erste und einzige Punkt der Tagesordnung ohne Allfälliges und ohne Debatte lautet: Oesterreich! Damit ist auch der gesamte Inhalt der Regierungserklärung in allen ihren Teilen umrissen. Die Regierung mit allen ihren Mitgliedern steht unverrückbar auf dem Boden der Verfassung vom 1. Mai. Sie erachtet es daher als ihre erste und selbstverständliche Pflicht, mit allen ihren Kräften die unversehrte Freiheit und Unabhängigkeit des österreichischen Vaterlandes zu erhalten. Sie sieht ihre Aufgabe darin, den Frieden nach außen mit allen ihr zustehenden Möglichkeiten zu sichern und den Frieden im Innern nach bestem Wissen und Gewissen zu verbreiten und zu wahren.“ In der Erfüllung dieser Aufgabe erblicke die österreichische Regierung zugleich, bemerkte der Bundeskanzler weiter, ihr uneingeschränktes Bekenntnis zu ihrer deutschen Pflicht. Der Kampf um die Unabhängigkeit sei sinnvoll, wenn es gelinge, dem deutschen Volk in Oesterreich in allen seinen Schichten die Wege zu Glück und Wohlstand, zu Brot und freiem Lebensraum, zu einer gedeihlichen Fortentwicklung zu ebnen, die Wunden zu schließen, die ein unglücklicher Krieg und ein unseliger Frieden ihm geschlagen habe. Ich brauche nicht zu betonen, erklärte Dr. Schuschkeinen Parteistaat; sie unternimmt die berufsständische Gliederung des Volkes, wobei als regulierender Faktor die autoritäre Spitze der staatlichen Führung vorgesehen ist. Daher gebe es auch keine Koalition, so fuhr der Bundeskanzler fort, weder im politischen Leben noch in der Regierung. Die neue österreichische Regierung könne daher keine Regierung der Koalition, also eine Parteienregierung sein, sondern ihr Ehrgeiz bleibe es, die Konzentration aller positiven räfte des österreichischen Volkes darzustellen. Jedem Oesterreicher, der zur Mitarbeit bereit und entschlossen sei und der seine Kräfte dem Aufbauperk widme, stehe der von der Regierung vorgezeigte Weg zur Arbeit offen. Der Bundeskanzler begründete hierauf den zweiten Anlaß, der von ihm und seinen Mitarbeitern Rechenschaft fordere vor dem Bundestag. Er verwies zunächst auf die Einladung zu einer mündlichen Aussprache, die der Führer und Reichskanzler an ihn habe ergehen lassen und die am 12. Februar auf dem Obersalzberg stattgefunden habe. Das Abkommen vom 11. Juli 1936 habe in seiner Durchführung Schwierigkeiten aufgezeigt, deren ungelöstes Fortbestehen eine akute Gesahrenquelle bedentet habe. Trotz aller Bemühungen sei es bisher nicht restlos gelungen, die Spannungen zu lösen, die über dem deutschen Raum, über Oesterreich und Dentschland seit Jahren lasteten. Es habe sich ein auf die Dauer unerträglicher, weil durchaus anormaler Zustand, herausgebildet. „So war denn dieser Tag von Berchtesgaden, wie ich in Uebereinstimmung mit dem Reichskanzler und Führer des Deutschen Reiches zuversichtlich hoffe, ein Markstein, der die Beziehungen unserer beiden Staaten im Interesse des gesamten deutschen Volkes, seiner Kultur und seines volklichen Lebens, im Interesse insbesondere auch unseres österreichischen Vaterlandes, dauernd und für alle Zukunft freundschaftlich zu regeln bestimmt ist: Ein Markstein des Friedens." Bundeskanzler Schuschnigg knüpfte hieran einen längeren Rückblick auf das deutsche Schicksal, wie es sich in den letzten 100 Jahren im Verhältnis zwischen Oesterreich und dem Reich und in den inneren Verhältnissen Oesterreichs im besonderen widerspiegelte. Hierbei kam Dr. Schuschnigg auch auf die unmittel erste die Aufgabe der Eigenstaatlichkeit Oesterreichs verlangt hätten und den„mechanischen Anschluß an das damals unter sozialistischer Herrschaft gestandene Reich“ hätten vollziehen wollen. Es sei aber ein grundlegender Fehler, aus einer augenblicklichen politischen Situation heraus oder auch aus wirtschaftlichen Erwägungen des Augenblicks eine grundsätzliche Frage lösen zu wollen. Diejenigen, die in der parlamentarisch-demokratischen Zeit des Nachkriegsösterreichs die Verantwortung zu tragen gehabt hätten, seien sich u. a. auch einig gewesen über das von der jeweiligen innerpolitischen Gestaltung unabhängige freundschaftliche Verhältnis zum benachbarten Deutschen Reich. Auch Dollfuß habe bei seinem Regierungsantritt bekannt, daß Oesterreich„als selbständiger deutscher Staat“ sich der engsten Verbundenheit und Freundschaft mit dem Deutschen Reich bewußt sei. Dennoch sei ein Bruderkampf gekommen, der fünf Jahre währte. „Und nun soll,“ fuhr Dr. Schuschnigg u. a. fort, „Friede sein. Ein Frieden, der beiden Teilen gerecht wird. Ein ehrenvoller Frieden, der einem Kampf, der allzulange mit ungleichen Waffen gekämpft wird, ein, so Gott will, endgültiges Ende setzt; einem Kampf, der ganz gewiß nicht im Inpartnern als Grundlage der Vereinbarung von Berchtesgaden betrachtet werde. Das Abkommen vom 11. Juli 1936 habe nunmehr bald zwei Jahre in Geltung gestanden. Es habe hüben und drüben nicht an Versuchen gefehlt, immer wieder auftanchende Reibungen und Hemmungen zu überwinden. Es sei überholt und daher überflüssig, im einzelnen zu untersuchen, warum die beschrittene Bahn nicht zum erwünschten Erfolge geführt habe. Das neue Abkommen sei abgeschlossen und„unser brennender Wunsch geht dahin, daß es zur Gänze halte, was beide Teile sich von ihm versprechen." Er sei durchaus der Meinung, daß dieser Grundsatz lückenlos durchzuführen sei und durchgeführt werden könne. Eine gegen die österreichische Staatsauffassung und=gestaltung gerichtete illegale Betätigung dürfe aber nicht mit einer Stellungnahme zum deutschen Staatsbekenntnis gleichgesetzt werden. „Die nunmehr getroffene Vereinbarung," bemerkte der Bundeskanzler,„trägt alle Ansätze guten Gelingens und alle Voraussetzungen einer befriedigenden Entwicklung und eines restlosen Friedensschlusses in sich." Leider habe man nicht alles Unheil gutmachen können. Der Opfer seien viele, allzuviele gewesen. Dr. Schuschnigg widmete an dieser Stelle seiner Ausführungen ein besonderes Wort des Gedenkens Bundeskanzler Dollfuß. „Wir neigen uns", sagte Dr. Schuschnigg anschließend,„in dieser Stunde vor allen Opfern. Wer aus Idealismus und nicht aus Berechnung, im Glauben seine Pflicht zu tun, auf die Barrikaden steigt, war zu allen Zeiten niemals der wirkliche teresse des deutschen Volkes und des deutschen Rau= Nutznießer der Revolution; er hatte daher, wenn mes, wie immer man seine ideale Gestaltung sehen ihm das Schicksal hold blieb, zu allen Zeiten und Dieser F iedensschluß nach fünfjährigem Bruber- uverall einmal bei Wiederkehr ruhigerer Zeiten den kampf war der Sinn und Zweck der Begegnung Anspruch auf Versöhnung. Dies ist der Sinn der von Berchtesgaden am 12. 2. dss. Is. Amnestie. Nicht ob im einzelnen Falle die richtige Der Reichskanzler und Führer des Deutschen Reiches hat in seiner großen Rede an die deutsche Na tritte in baa anttchaibanke kanbann 81. O tion am 20. Februar ds. Is. bei Besprechung der digen trifft, ist das entscheidende, sondern die TatWertung der Amnestie erfolgt und ob sie den WürErgebnisse der Vereinbarungen von Berchtesgaden, diese Vereinbarungen als eine Ergänzung im Rahmen des Abkommens vom 11. Juli 1936 bezeichnet, wobei Schwierigkeiten, die sich im Vollzug dieses Abkommens vom 11. Juli 1936 ergeben hätten, dazu zwangen, einen Versuch zu unternehmen, um Mißverständnisse und Hindernisse für eine endgültige Aussöhnung beiseite zu räumen. Ausführlich befaßte sich der Bundeskanzler hierauf nochmals mit dem Inhalt des Abkommens vom 11. Juli, welches übereinstimmend von beiden Vertrauenssache, daß der Schlußstrich gezogen werden mußte unter allem, was war, um unbelastet eine neue Zeit zu beginnen. Die geistigen Voraussetzungen hierfür sind die Ueberwindung des Hasses und der Verzicht auf jene Einstellung, die mit der bloßen Vorstellung des Gegners zugleich den vernichtenden Willen verbinden.“ (Der Schluß der Rede lag bei Redaktionsschluß nicht vor.) Chinesische Bombenflugzeuge über Formosa Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen in ganz Japan (Scherl Bilderdienst, Zander=Multiplex=K.) Das 5. Kabinett Schuschnigg Dieses Bild wurde an dem Tage ausgenommen, an dem der Min isterrat zur Beratung des Arbeitsbeschaffungsprogramms 1938 zusammentrat.— Man erkennt darauf in der ersten Reihe sitzend: Bundeskanzler DrSchuschniga(Mitte), rechts von Dr. Schuschnigg den Außen minister Dr. Guido Schmidt und links vom Bundeskanzler den Vizekanzler FeldmarschallLeutnant a. D. Hülgerth. Der zweite von rechts ist Bundesminister Dr Glaise=Horstenau, der dritte von rechts Finanzminister Dr. Neumayer. In der zweiten Reihe stehend sieht man Bundesminister Zernatto(Vierter von links), den Staatssekretär für Landesverteidigung General der Infanterie Zehner(Fünfter von links), Bundesminister für Inneres und Sicherheitswesen, Dr. Seyß=Inquart(Achter von links) und den Staatssekretär für Sicherheitswesen, Dr. Skubel(Neunter von links). DNB. Tokio, 24. Februar (Östafiendienst des DNB.) Nach einer Domei=Meldung unternahmen am Mittwoch mehrere chinesische Bombenflugzeuge einen überraschenden Angriff auf Taihoku, die Hauptstadk Formosas. Die hoch fliegenden Flugzeuge warfen mehrere Bomben in der Nähe des Flugplatzes von Taihoku ab, die einige Häuser zerstörten. Am Nachmittag warfen ferner acht anscheinend aus Kanton stammende chinesische Flugzeuge über Schintschiku, 60 Kilometer südwestlich von Taihoku, Bomben ab. In beiden Fällen wurden insgesamt zehn Personen getötet und 20 verletzt. Die unerwarteten chinesischen Luftangriffe auf Formosa haben eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen in ganz Japan zur Folge gehabt. Ueber ganz Kyuschu wurde so u. a. der Alarmzustand verhängt, da zwölf schwere chinesische Bomber im Anflug auf Hankau aus östlicher Richtung gemeldet wurden. Die japanische Presse stellt in diesem Zusammenhang fest, daß die Angriffe am Mittwoch mit englischen Flugzeugen vom Gloucester= oder GladistorTyp durchgeführt worden seien. Demgegenüber erklärt der Sprecher der Admiralität, es sei nicht festzustellen gewesen, ob die angreifenden Maschinen sowjetrussischer oder englischer Herkunft seien. Lord Halifax beim englischen König DNB. London, 24. Februar. Der Lordpräsident des Geheimen Staatsrates, Lord Halifax, der zur Zeit auch mit der Führung der Geschäfte des englischen Außenamtes beauftragt ist, wurde heute mittag von König Georg VI.. im Buckingham=Palast in Audienz empfangen. Halifax hatte vor der Unterredung mit dem König an einer Sitzung des Staatsrates im BuckinghamPalast teilgenommen. Weiterer nationaler Vormarsch an der Ternelfront Verzweifelte Gegenwehr der Bolschewisten DNB. Bilbao, 24. Februar An der Teruelfront setzen die nationalen Truppen in südlicher und südöstlicher Richtung ihren siegreichen Vormarsch fort, der seit Mittwoch neun Kilometer Tiefe erreichte. Südlich der Ortschaft Castralvo sind die Nationalen über die Höhenketten bis Aldehuela vorgedrungen, einen Ort, der seit Beginn der Revolution im Besitz der Bolschewisten war. Da sie im Osten und Süden Teruels jetzt erst auf die eigentlichen von den Bolschewisten im Laufe der 20 Kriegsmonate angelegten Bergbefestigungen stoßen, entspannen sich heftige Kämpfe, zumal die Sowjetspanier weitere Verstärkungen an die Front geworfen haben, um etwaige nationale Durchbruchsabsichten nach Möglichkeit zu verhindern. In der Gegend von Villaespesa ist der Kampfplatz mit den Leichen gefallener roter Milizen bedeckt. Am Donnerstag früh wurden weitere hundert Bolschewisten gefangen genommen. Die Sowjethaufen verteidigen verzweifelt den sich östlich von Teruel an der Straße von Cuenca gelegenen Ort Villastar, dessen Bergstellungen von nationalen Fliegern schwer bombardiert wurden. Ein roter Lastwagenzug, der Munition und Milizen in den Abschnitt Villastar bringen wollte, wurde von nationalen Fliegern durch Tiefflüge in Brand geschossen. Gesandter Dr. Woermann bei Lord Plymouth Deutsche Antwort zur Freiwilligenfrage. DNB. London, 24. Februar. Der deutsche Geschäftsträger in London, Dr. Woermann, suchte Donnerstagvormittag den Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses, Lord Plymouth, auf und übermittelte ihm die deutsche Antwort zu dem britischen Vorschlag auf Annahme einer Formel, die geeignet sein soll, gewisse in den Beratungen des Nichteinmischungsausschusfes aufgedeckte Schwierigkeiten zu überbrücken. Die deutsche Antwort ist im wesentlichen zustimmend Die britische Formel bezieht sich bekanntlich nur auf eine Einzelfrage des zur Zeit zur Beratung stehenden Planes für die Zurückziehung der Freiwilligen. * Wohin steuert Frankreich? Viersen, den 25. Februar 1938 Bei der engen Verflechtung der englisch-französischen Politik konnte es nicht ausbleiben, daß der Wechsel im englischen Außenministerium auch in Frankreich tiefe Rückwirkungen auslöste und zu einer Ueberprüfung der bisherigen französischen Außenpolitik führte. In zahlreichen maßgebenden französischen Kreisen werden Stimmen laut, die in klarer Erkenntnis der Notwendigkeiten der Stunde den Gedanken propagieren, mit der unseligen Volksfrontpolitik zu brechen und eine entschiedene Revision der außenpolitischen Haltung zugunsten einer Annäherung an Deutschland und Italien vorzunehmen. Kein geringerer als der frühere fvanzösische Ministerpräsident Flandin hat sich zum Wortführer dieser neuen Richtung gemacht und in einem Artikel des„Journal“ mit aller Deutlichkeit die Gründe aufgezeigt, die Frankreich zu einer Aenderung seines außenpolitischen Kurses bewegen müßten.„Die Stunde der Wahl und der Festlegung der Außenpolitik Frankreichs hat geschlagen". Diese Parole Flandins wird schon deshalb nicht überhört werden könnan, weil sie frei von jedem demagogischen Beiwerk der Volksfront den Spiegel ihrer bisherigen Wirksamkeit vorhält und durch nüchterne Tatsachen den politischen Leerlauf des Quai d'Orsay belegt. Zu der Kette der verpaßten Gelegenheiten, die Flandin aus rein patriotischem Pflichtgefühl heraus vorbringt, gehört nicht nur das Verhalten der verantwortlichen französischen Politiker im Abessinien= und Spanienkonflikt, sondern vor allem auch die Abstimmung der französischen Interessen auf die harte Realität der Achse Rom—Berlin, deren Unterbleiben gerade im jetzigen Augenblick, da England in dieser Richtung große Anstrengung macht, besonders tragisch empfunden wird. Mit Recht erhebt Flandin die Frage:„Wenn nun das Foreign Office, das seine Politik revidiert hat, uns die Versöhnung und Annäherung mit Italien zeigt, werden wir dann warten, bis wir murrend von unseren englischen Freunden dazu geführt werden oder werden wir sofortige und notwendige Entscheidungen treffen?“ Unter dieser realen Schau der internationalen Probleme, die für Frankreich nicht weniger akut sind als für England, drängt sich Flandin ganz von selbst die Alternative auf: Annäherung oder Kriegsvorbereitung. Sie mag durch die Prägnanz ihrer Formulierung im ersten Augenblick überstürzt erscheinen, anderseits ist nicht zu verkennen, daß auf die Dauer das französische Volk gar keine andere Wahl hat als die, die Versöhnung mit dem deutschen Volke zu suchen oder aber sich— wie Flandin ausdrücklich hervorhebt— fieberhaft auf den Krieg vorzubereiten. In diesem Zusammenhang interessiert die Sitzung des Auswärtigen Ausschusses der französischen Kammer, in der Außenminister Delbos unter Berücksichtigung der jüngsten außenpolitischen Ereignisse die Grundlinien der französischen Außenpolitik entwickelte. Als Flandin in der Aussprache die Frage aufwarf, welche Haltung Frankreich im Falle einer englisch-italienischen Annäherung einnehmen werde, erwiderte Delbos, Frankreich könnte unter gewissen Garantien entsprechende Verhandlungen mit Italien aufnehmen. Aus dieser ziemlich lakonischen Aeußerung wird immerhin das eine ersichtlich, daß der französische Außenminister noch nicht entschlossen ist, dieselbe Korrektur an der politischen Linienführung vorzunehmen, wie dies Chamberlain kurz entschlossen getan hat. Delbos scheint nach wie vor der Völkerbundsideologie von der kollektiven Sicherheit, über die Edens Außenminister gestürzt ist, seinen Tribut zollen zu wollen. Delbos möge jedoch nicht vergessen, daß ein aufrichtiges Verhältnis zu einem anderen Staat nur dann möglich ist, wenn man unvoreingenommen und bar jeden Mißtrauens auf den Boden diesbezüglicher Verhandlungen tritt. Die Aussprache im Auswärtigen Ausschuß war noch insofern sehr aufschlußreich, als Flandin mit offenem Visier der Lügenhetze, die in den letzten Wochen und Monaten von der französischen Asphaltpresse gegen Deutschland betrieben wurde, zu Leibe rückte und hierbei die peinliche Anfrage stellte, ob es wahr sei, daß der bekannte aus Paris datierte Artikel des„Temps“, der nach dem Abtritt des Generalfeldmarschalls von Blomberg erschienen ist, aus dem französischen Außenministerium stamme. Dieser Artikel strotzte von dummdreisten Verleumdungen und von Tartarennachrichten über innerdeutsche Zustände, daß jedem Leser das Gruseln kommen mußte ob der„chaotischen Verhältnisse“, die nach dem Temps angeblich im Dritten Reich herrschen. Nach französischen Presseberichten hat sich Herr Delbos nur ganz allgemein mit diesem Haß= und Lügenfeldzug der französischen Blätter befaßt und erklärt, wenn solche Presseausschreitungen sich wiederholen sollten, werde die Regierung nicht zögern, gegen die Urheber derselben einzuschreiten. So lobenswert die Absicht des französischen Außenministers ist, in Zukunft eine weitere Belastung der deutsch-französischen Beziehungen durch internationale Brunnenvergifter nicht mehr zu dulden, so sehr wird er verstehen, daß wir ein begreifliches Interesse daran haben, die eigentlichen Drahtzieher der Greuelhetze kennen zu lernen, zumal jetzt, da der„Quai d'Orsay selbst angesprochen wurde. Sollte es sich nämlich herausstellen, daß im französischen Außenministerium das Stichwort für die jüngste Greuelpropaganda gegen das Dritte Reich gegeben wurde, dann hätten wir es wirklich mit einem einzigartigen Fall von Presseinformation zu tun, der allen bisherigen diplomatischen Gepflogenheiten ins Gesicht schlagen würde. Man sollte meinen, daß Herr Delbos daran gelegen sein müßte, diesen schwerwiegenden Verdacht, der bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses der zugesagten Untersuchung auf dem ihm unterstellten Ressort lasten muß, so schnell wie möglich zu beseitigen. Geschieht dies nicht, so kann uns Herr Delbos nicht verübeln, daß wir seinen allgemeinen Erklärungen über eine faire Pressepolitik nur einen sehr zweifelhaften Wert beimessen.—dt. Parker Gilbert gestorben Neuyork, 24. Februar Seymour Parker Gilbert ist am Mittwoch im Alter von 45 Jahren gestorben. Gilbert war seit 1931 Gesellschafter des Bankhauses John Pierpont Moraan. Seine Tätigkeit als Generalagent für die Reparationszahlungen in Deutschland, die am 30. Oktber 1924 begonnen hatte, war zu Ende gegangen. Vorher war Gilbert, und zwar von 1918 bis 1920, Mitglied des Kriegsanleihestabs beim Bundesschatzamt, von 1920 bis 1921 Stellvertretender Unterstaatssekretär und anschließend bis 1923 Unterstaatssekretär im Bundesschatzamt gewesen. Flandin für Verständigung „Die Volksfront muß ihr Programm ändern“ Reichstagung der Reichsfilmkammer vom 3.—5. März Grundsteinlegung der Filmakademie durch Reichsminister Dr. Goebbels. DNB. Paris, 24. Februar. Der ehemalige Ministerpräsident Flandin veröffentlicht im„Journal“ unter der Ueberschrift„Die Stunde der Wahl ist gekommen!“ einen Artikel zur außenpolitischen Lage. Ausgehend von der Rede Adolf Hitlers, stellt Flandin einleitend die Frage, ob die französische Regierung endlich verstehen werde, daß eine offene Aussprache zwischen Paris und Berlin nötig sei, damit der Kleinkrieg der tendenziösen Nachrichten und der übelwollenden Kommentare aufhöre, die die französisch=deutschen Beziehungen derart vergifteten, daß es den Anschein habe, als ob gewisse Leute dieses Mittel anwendeten, um jede zweckmäßige Unterhaltung zwischen beiden Regierungen zu verhindern. „Annäherung oder Kriegsvorbereitung.“ „Wenn wir“, so heißt es dann weiter,„zu Deutschland„Nein“ sagen, so muß das französische Volk wissen, worauf und warum wir„Nein“ antworten. Denn an dem Tage, an dem sich die Unmöglichkeit einer Annäherung und einer Verständigung mit Deutschland herausstellen sollte, wäre es klar, daß sich das ganze Volk fieberhaft für den Krieg vorbereiten müsse. Wenn wir dagegen einen Gedankenaustausch einleiten wollen, um eine sofortige Entspannung der französisch=deutschen Beziehungen herbeizuführen, um, wenn möglich, später ein für beide Länder annehmbares Abkommen zu erzielen, so muß man sich ohne Zeitverlust dazu entschließen, denn der Wert gewisser Gesten hängt sehr viel von der Zeit ab, in der sie erfolgen. Was ich über Deutschland gesagt habe, bezieht sich noch mehr auf Italien. Unsere Beziehungen zu Rom bilden eine lange Kette verpaßter Gelegenheiten. Die Historiker der Zukunft werden mit Staunen die Haltung der französischen Regierung in der äthiopischen Angelegenheit verzeichnen. Wenn man bedenkt, daß wir augenblicklich mit Italien nicht zusammenkommen, weil wir das Beglaubigungsschreiben des französischen Botschafters in Rom nicht auf den Namen Seiner Majestät des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien ausstellen können, so glaubt man zu träumen. Aber das ist eine Tatsache in der verrückten Politik der Volksfront, daß die ideologische Leidenschaft selbst das offensichtlichste nationale Interesse übersteht. Bisher haben sich die Leiter der Volksfront und die verantwortlichen Minister hinter der Meinung von London verschanzt. Wenn nun das Foreign Office, das seine Politik revidiert hat, uns die Versöhnung und Annäherung mit Italien zeigt, werden wir dann warten, bis wir murrend von unseren englischen Freunden dazu geführt werden oder werden wir sofortige und notwendige Entscheidungen zu treffen wissen? Ich weiß wohl, wie schwer die Lage unserer Regierenden ist. Wenn man im übrigen nicht aufhört, seine Sympathie für die spanischen Bolschewisten zu verkünden, so ist es schwierig, die Hand solchen Regierungen hinzustrecken, die ihren gemeinsamen Willen bekundet haben, ein Sowjetspanien nicht zu dulden. Aber die Stunde der Wahl und der Festlegung der Anßenpolitik Frankreichs hat geschlagen. Gewiß können wir es ablehnen, uns der britischen Entspannungsgeste anzuschließen und uns mehr denn je gegen die Achse Berlin—Rom richten. Was aber wird dann mit der Uebereinstimmung in den Ansichten zwischen Paris und London, der Grundlage der französischen Politik? Werden wir allein im Block der Demokratien mit der Sowjetunion und dem bolschewistischen Spanien bleiben? Zwei Länder, in denen weder Freiheit noch Demokratie herrscht? Wäre es nicht ein ehrlicheres Spiel für die Regierung und ihre parlamentarische Mehrheit, die Lehren aus den letzten außenpolitischen Ereignissen zu ziehen? Eden geht, weil er mit seinem Ministerprsidenten und seinen Ministerkollegen nicht mehr über die zu folgende Politik einig ist. Die Volksfront müßte die Geste Edens nachahmen, da sie in Europa ihre Politik nicht mehr betreiben kann, ohne Frankreich in die schwersten Gefahren zu stürzen. Ebenso macht das Scheitern der Volksfront auf allen Gebieten, den Finanzen, der Währung, der Wirtschaft und im Gebiet des sozialen Friedens, ihren baldigen Rücktritt unvermeidlich. Wozu dann noch einen Versuch fortsetzen, der dem Land schädlich ist und nunmehr in der internationalen Politik unhaltbar ist? Der große Vorteil der letzten diplomatischen Ereignisse ist es, die Lage geklärt zu haben durch Beseitigung der Zweidentigkeiten und durch Entlarvung der unmöglichen Kombinationen. Die Erweiterung der Volksfront, die Mitarbeit der kommunistischen Partei an der Regierung, brechen zusammen. So wird es übrigens immer den politischen Kombinationen ergehen, die sich von der Vernunft trennen und die Negeln der intellektuellen Redlichkeit außer acht lassen. In der Innen- wie auch in der Außenpolitik sind neue Umstände entstgnden, die der Koalition der Volksfronk eine Abänberung ihres Programms aufzwingen. Es ist derer, die die Verantwortung unseres Schicksals tragen, unwürdig, wenn sie noch länger zögern und ohne zu handeln auf der Stelle treten. Sie sollen sich entscheiden! Frankreich ist des Wartens müde!“ DNB. Berlin, 24. Februar. Die Reichsfilmkammer hält ihre Jahrestagung am 3. und 4. März in Berlin ab. Das Interesse, das dieser Tagung entgegengebracht wird, zeigt sich u. a. darin, daß bereits jetzt etwa 1500 Filmtheaterbesitzer aus dem Reiche ihre Teilnahme angemeldet haben und daß sehr zahlreiche Anmeldungen auch aus dem Auslande vorliegen. Die Tagung wird am Donnerstag, den 3. März, 20 Uhr, im Sitzungssaal des Reichstages in der Krolloper durch den Präsidenten der Reichsfilmkammer, Prof. Dr. Lehnich, eröffnet. Im Anschluß daran hält Spielleiter Karl Ritter einen Vortrag „Vom Wesen echter Filmkunst“.“ Am Freitag, den 4. März, finden Tagungen der Fachgruppen der Reichsfilmkammer statt. Nachmittags 15 Uhr erfolgt die feierliche Grundsteinlegung der Filmakademie in Babelsberg durch den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels. Abends 20 Uhr findet eine große Kundgebung der Filmschaffenden im Sitzungssaal des Reichstages statt, in deren Mittelpunkt wieder wie im vorigen Jahre bei der ersten Jahrestagung der Reichsfilmkammer eine richtungweisende Rede von Reichsminister Dr. Goebbels stehen wird. Die Tagungen der Fachgruppen werden am Samstag, den 5. März, fortgesetzt. Am Abend findet dann der Filmball im Zoo statt. von Epp zur Kolonialmesse nach Tripolis abgereist DNB. München, 24. Februar. Reichsleiter General Ritter von Epp ist heute früh in seiner Eigenschaft als Leiter des kolonialpolitischen Amtes der NSDAP. und Bundesführer des Reichskolonialbundes nach Rom abgereist. Von dort wird er sich nach Libyen begeben. In seiner Begleitung befinden sich Reichsamtsleiter SS=Oberführer Dr. Jung=München, der Leiter der Wirtschaftsabteilung des Kolonialpolitischen Amtes Dr. Weigelt=Berlin sowie der Adjutant des Reichsstatthalters, Oberst=Feldmeister WunschelMünchen. Zur Verabschiedung hatte sich auf dem Bahnsteig u. a. Dr. Enenkel vom Königlich=Italienischen Generalkonsulat eingefunden. Am Freitag wird der Reichsleiter mit seiner Begleitung im Flugzeug über Syrakus nach Tripolis reisen, um von dort auf Einladung des Gouverneurs von Lybien, Marschall Balbo, die große italienische Kolonialmesse zu besuchen. Gastspielreise des Schillertheaters im In= und Ausland Edens Nachfolge noch ungeklärt Ruhigere Haltung der Presse—„Daily Mail“ stellt Rückkehr des Vertranens fest DNB. London, 24. Februar Der Rücktritt Edens und alle damit zusammenhängenden Fragen interessieren die Londoner Morgenpresse auch am Donnerstag außerordentlich stark, wenngleich gegenüber den Vortagen eine sichtbare Beruhigung eingetreten ist. Der parlamentarische Korrespondent der„Times“ stellt dabei fest, daß die Frage der Nachfolge Edens noch nicht vorangekommen sei. Der politische Korrespondent des„Daily Telegraph“ meint, Lord Halisax werde während der Dauer der englisch-italienischen Verhandlungen als Außenminister fungieren. Der Premierminister werde die Oberleitung dieser Verhandlungen führen. Der britische Botschafter in Nom treffe beute Nachmittag in Lon don ein. Man nehme an, daß Earl Winterton, der jetzige Kanzler des Herzogtums Lancaster, einen Sitz im Kabinett erhalten solle. Das würde bedeuten, daß dem Premierminister eine Persönlichkeit für Sonderaufgaben zur Verfügung stände. Der„Daily Herald“ setzt in seinem Leitartikel die Angriffe auf die Regierung fort und sordert Neuwahlen, weil die Regierung nicht mehr zur Genfer Liga stehe. Aber es sei zu spät gewesen. Die„Daily Mail“ stellt in ihrem Leitartikel fest, die Aussprache im Parlament habe gezeigt, daß die Minister geschlossen hinter dem Premierminister ständen. Die Abstimmung sei ein großer persönliche: Triumph Chamberlains gewesen. Jetzt, wo England aus dem gesährlichen Irrgarten Genf herausgekom men sei, um einen direkten Weg in der Außenpoliti? zu verfolgen, gebe es wieder ein neues Gefühl der Hoffnung auf die Zukunft im ganzen Lande. Das zeige sich bereits in einem größeren Vertrauen in der Geschäftswelt. Die Hauptlehre der jüngsten Krise sei aber die, daß England schnell und entschlossen bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit aufrüsten müsse. „Daily Expreß“ schließlich kritisiert in seinem Leitartikel die Linksparteien und nennt sie ausgesprochene Kriegsparteien, die keine Gelegenheit verpaßten, irgendwo in der Welt Krieg zu machen. Demgegenüber vertritt das Blatt wieder die Politik einer „splendid isolation". Rumänien stimmte ab Bisher 88% Wahlbeteiligung— Endgültiges Wahlergebnis heute DNB. Bukarest, 24. Februar. Am Donnerstag fand in ganz Rumänien die Abstimmung über die vor drei Tagen bekanntgegebene neue Verfassung des Königs statt. Die Beamten, Lehrer, öffentlichen Angestellten usw. wurden von ihren Amtsräumen geschlossen zu den Abstimmungslokalen geführt. Auf verschiedenen Fragen gab der Innenminister bekannt, daß als nächste gesetzgeberische Arbeit ein Verwaltungsgesetz bevorstände, dem Verwaltungswahlen folgten. Dann kämen das in der Verfassung vorgesehene Wahlgesetz und allgemeine Wahlen. Ein Zeitpunkt für diese Wahlen wurde jedoch nicht genannt. Calderons„Richter von Zalamee“ wird in 10 Staaten aufgeführt DNB. Berlin, 24. Februar Das Schillertheater tritt am Samstag, den 26. 2. 1938, mit seinem Ensemble eine Gastspielreise durch das In= und Ausland an. Es ist seit vielen Jahren das erste Mal, daß ein deutsches Theater mit seinem Ensemble, mit sämtlichen Dekorationen, Kostümen und Requisiten eine europäische Gastspielreise unternimmt. Das Schillertheater wird aus seiner vorigen Spielseit das Schauspiel„Der Richter von Zalamea“ von Calderon, in der Nachdichtung von Wilhelm von Scholz, in folgenden Ländern zur Aufführung bringen: Tschechoslowakei, Litauen, Lettland, Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Holland, Oesterreich und Ungarn. Dem Ensemble gehören an außer Heinrich George, der die Titelrolle spielt, die Damen Edith Edwards, Erika Helmke, Anneliese Uhlig und die Herren Ernst Legal, Ernst Stahl=Nachbaur, Walter Süßenguth, Heinz von Cleve, Horst Braun, Karl Meixner, Hans Meyer=Hanno und andere. Das Stück wurde neu einstudiert von Ernst Legal und für die Gastspielreise mit neuen Dekorationen von Josef Fenneker ausgestattet. Der 1. März zum„Tag der Luftwaffe“ bestimmt DNB. Berlin, 24. Februar. Auf Befehl des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring ist zum„Tag der Luftwaffe“ der 1. März bestimmt worden. Er wird in diesem Jahr zum erstenmal mit einer würdigen Feier bei allen Verbänden begangen werden zur Erinnerung an den Tag, an dem vor drei Jahren der Führer und Reichskanzler die Aufstellung der jungen Waffe als dritten Wehrmachtsteil befohlen hatte. Was kostet eine Atlantikflotte? Das Plebiszit ging in der Form vor sich, daß jeder männliche Bürger über 21 Jahren für wahlberechtigt erklärt worden war, auch wenn er nicht in den bisher geführten Wählerlisten verzeichnet stand. Die Stimmabgabe konnte in jedem beliebigen Wahllokal erfolgen, der Wähler brauchte sich nur über seine Person auszuweisen und wurde dann mit seinem Namen, jedoch ohne Angabe seiner Anschrift in die Liste der Ja=Stimmen aufgenommen. Durch die Zeitungen und durch Anschläge war die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht worden, daß Abstimmungspflicht bestehe. Stimmenthaltung wurde mit einer Geldstrafe bedroht. Soweit feststellbar, haben diese Bestimmungen der Abstimmungspflicht und Oeffentlichkeit der Abstimmung großen Eindruck gemacht. Bereits in den Vormittagsstunden hatte sich ein großer Teil der Bevölkerung in die Ja=Listen aufnehmen lassen. Man hat allgemein den Eindruck, daß die Abschaffung der Parteienwirtschaft im rumänischen Volke Zustimmung und Freude ausgelöst hat. Am Abend empfing der Innenminister die Auslandsgruppe und teilte mit, daß sich nach den bisher vorliegenden Meldungen 88 v. H. der Wahlberechtigten an der Abstimmung beteiligt hätten. In Bukarest seien nur 145 Nein=Stimmen abgegeben worden. Aus dem ganzen Lande lägen amtliche Berichte vor, denen zufolge die Bevölkerung sich überall mit Begeisterung für das neue Regime ausgesprochen und kundgetan hätte, daß sie der politischen Agitation müde sei. Das vorläufige Ergebnis wurde von dem Innenminister für die Nacht zum Freitag und das endgültige für Freitag angekündigt. Washington noch unentschieden— DNB. Washington, 24. Februar. Die parlamentarischen Beratungen über die neue Flottenvorlage werden mit unvermindertem Nachdruck fortgesetzt. Nach Rücksprache mit dem Admiralstabschef Lean gab der Chefkonstrukteur Konteradmiral Dubose am Mittwoch vor dem Marineausschuß des Repräsentantenhauses die Kosten für den Bau einer unabhängig operierenden Atlantikflotte mit 3200 Millionen Dollar an. Eine derartige Streitmacht müsse aus 166 Kampfschiffen und 53 Hilfsfahrzeugen bestehen. Der Bau dieser gesamten Flotte erfordere etwa zehn Jahre, vorausgesetzt, daß die amerikanischen Marine= und Privatwerften genügend modernisiert und erweitert würden. Eine angemessene Verteidigung der Atlantikküste erfordere 12 Schlachtschiffe, 17 große und 18 kleine Krenzer, 77 Zerstörer, 36 U=Boote und 6 Flugzeugträger. Die in der gegenwärtigen Flottenvorlage vorgesehene 20prozentige Vermehrung der Flotte würde die Zahl der Schlachtschiffe auf nur insgesamt 18 erhöhen. Ungeachtet dieser Aussprache im MaUsA-Pazisikmanöver streng geheim rineausschuß über die Möglichkeit des Baues einer selbständigen Atlantikflotte erklärte der Vorsitzende des Ausschusses, Vinsen, gegenüber Vertretern der Presse, daß weder die amerikanische Regierung noch die Marine eine selbständige Atlantikflotte erwäge. Wenn die Verhältnisquote der Seemächte 5:5:8 aufrechterhalten bleibe, genüge die darin der amerikanischen Flotte zugebilligte Stärke zur Verteidigung beider Küsten gegen etwaige Angriffe. Aus Marinekreisen wird amtlich mitgeteilt, daß an den bevorstehenden Manövern der USA.=Flotte im Pazifik, die sich von Alaska bis Samoa und bis zum Panama-Kanal erstrecken sollen, entgegen den bisherigen Gepflogenheiten Vertreter der Presse nicht teilnehmen sollen. Diese Vereinbarung sei zwischen dem Marineminister Swansen, dem Admiralstabschef Leahy und dem Flottenbefehlshaber Bloch mit Rücksicht auf den „vertraulichen Charakter“ der diesjährigen Manöver getroffen worden. Alle Veröffentlichungen über die Flottenbewegungen würden sich diesmal auf Interviews mit Bloch vor und nach den Manövern beschränken. Nr. 47(2. Blatt) Vereinigte Dreistädte-Zeitung Freitag. 25. Februar 1938 Mißgeschick zweier Lastwagen Viersen, den 25. Februar 1988 Gestern nachmittag hatte in der Gladbacherstraße ein schwer mit Wollballen beladener Wagen das Unglück, daß 13 Ballen sich lösten und bis vor das Schaufenster eines Geschäftshauses fielen. Man mußte die Ballen schnellstens beseitigen, um der Straßenbahn freie Fahrt zu geben. Von Wegberg mußte ein zweiter Lastwagen herangeholt werden, die heruntergefallenen Ballen abzutransportieren. — Ein Lieferwagen aus Uerdingen hatte das Pech, als er, aus der Hauptstraße kommend, über den Neumarkt fuhr, auf die Holzterrasse eines Karussells zu gevaten, die erheblichere Beschädigungen davontrug. Zusätzliche Schlafwagen zur Leipziger Frühjahrsmesse Wie uns die Industrie= und Handelskammer Gladbach=Rheydt=Neuß mitteilt, wird die Reichsbahndirektion Köln anläßlich der Leipziger Frühjahrsmesse in den Nächten vom 4./5. und vom 5./6. März 38 dem Leipziger Nachtzug versuchsweise einen Zusatzschlafwagen 1./2. Klasse Aachen—M.Gladbach—KrefeldDuisburg—Leipzig beigeben. Die Abfahrt erfolgt von Viersen ab 22.06. Briefkasten AK., Viersen. Der Gebrauch der betreffenden Flobertbüchse ist auch auf eigenem Grund und Boden verboten. Genauere Auskunft können wir bei evtl. Rücksprache in unserer Redaktion geben. F. H., Viersen. Wir raten Ihnen ab, Bohnerwachs selbst herzustellen. Erstens ist das Kochen der Produkte sehr gefährlich und zweitens sind die heutigen im Handel befindlichen Bohnerwachs besser und preiswerter als selbsthergestellte. M. Sch., Viersen. Sie reiben den Flecken am besten mit einer Abkochung von Waschholz ab. Jedes einschlägige Geschäft gibt Ihnen beim Kauf des Ma terials gerne genaue Anweisung. J. M. Viersen. 1. Der Normalsatz ist uns nicht bekannt. Das hängt von dem Verbrauch der ein zelnen Mieter ab. 2. Der Vermieter hat das Recht, den Betrag für Wasserverbrauch auf die einzelnen Mie ter umzulegen. Wenden Sie sich einmal an das Mieteinigungsamt beim hiesigen Amtsgericht! Be züglich Ihrer letzten Anfrage kommen Sie vielleicht einmal in unsere Redaktion. A. R. Viersen. 1. Der Roller ist nicht für den Gebrauch im Wohnzimmer da. 2. Bezüglich des unruhigen Verhaltens der Kinder ist zu sagen, daß gegen ein lebhaftes Verhalten der Kinder im allgemeinen nichts einzuwenden ist.— Wenn der Hund zum Ziehen benutzt wird, ist er steuerfrei. Am besten erkundigen Sie sich einmal beim Steueramt. L. 100 Viersen. 1. Die Kosten für die Anbringung des Schlosses trägt der Mieter, wenn nichts anderes vereinbart ist. 2. Wenn Sie den neuen Mietvertrag nicht unterschrieben haben, nicht. 3. Falls keine Erhöhung der Schornsteifegergebühr erfolgt ist, nicht. Willi Viersen. Auf Rückfragen hin können wir Dir mitteilen, daß die Frage verneint werden muß. H. M. Eine Abkürzung eines Doppelnamens bringt meistens nur eine mehr oder weniger schöne Verstümmelung beider Namen zutage. Wir schlagen Ihnen vor, einen Namen ganz fallen zu lassen; vielleicht nehmen Sie nur den zweiten, doch überaus klangvollen Namen für sich allein. Zu der zweiten Frage teilen wir mit, daß es beim Skat bei„Revolution“ der Gegenpartei gestattet ist, die Karten auszutauschen und den Stock umzutauschen, während der Spieler selbst seine Karten sofort aufzulegen hat. Unsere tägliche Llauderei Das Mikrophon bringt's an den ToAls vor Jahren irgendwo im Rheinland zum ersten Mal eine Karnevalssitzung durch den Rundfunk übertragen wurde, wußte der Elferrat mitsamt dem Präsidenten noch nichts von den Tücken des Mikrophons. Mit Unschuldsmiene stand das Sendegerät vor den elf Obergecken, erlauschte alles, was gesprochen und geflüstert ward und gab es erbarmungslos weiter an viele tausend staunende Hörer draußen in Stadt und Land. „Wir trinken noch einmal auf das Gedeihen der Sitzung", rief der Präsident. Sein Nachbar murmelte:„Suff nit esu vil. Do kanns jo bal nit mih ston. Do unger sitz ding Frau.“ „Wir danken dem Bäckermeister Knudel für die großmütige Stiftung von 20 Mark“, erscholl es laut mit dem leisen Nachsatz:„dä Knieslapp hätt och mih stifte künne.“ Laut:„Mit stolzer Freude begrüßen wir die Abordnung der Brudergesellschaft„Naaße Föß"! Leise: „Die hädden och fottblieve künne. Dat Gesocks hält uns nor op.“ Laut:„Unser lieber Freund Jodokus Schmitz wird uns mit einer funkelnagelneuen Rede erfreuen.“ Leise:„Schrecklich! Dä Quatsch han ich ald zwanzigmol gehoot.“ Laut:„Das herrliche Schunkellied, das wir eben gemeinsam gesungen haben, verdanken wir dem Dichter, dem Dichter— ää- dem Dichter... Leise: „Sag ens flöck, wie heiß dat Rindvieh?“ Niemals später ist eine Sitzung mit so gewaltigem Heiterkeitserfolg übertragen worden wie jene erste. Seitdem wird aber auch, wenn ein Mikrophon auf dem Podium steht, am Elferratstisch niemals mehr geflüstert. Altuelle Fragen des Haus- und Grundbesitzes Wichtige Steuerfragen Viersen, den 26. Februar 1988 Kürzlich sprach auf der Generalversammlung des aus= und Grundbesitzervereins Diplom=Volkswirt r. L. Lenz, M.Gladbach über aktuelle Gegenwartsfragen des Haus= und Grundbesitzes. Die Hauszinssteuer finde durch das Gesetz zur Aenderung der Vorschriften über die Gebäudeentschuldungssteuer vom 1. Dezember 1906 mit dem 1. April 1938 einmal eine Neuregelung dahin, daß sie in ihrem Spitzenbetrag um ein Sechstel gesenkt werde. Andererseits träten die Bestimmungen über die Stundung und Niederschlagung der Hauszinssteuer zugunsten hilfsbedürftiger Mieter außer Kraft. Der Fortfall dieser Hauszinssteuervergünstigungen für solche Mieter würde aber durch ähnliche Fürsorgeunterstützungssätze wieder ausgeglichen. Es sei das Bestreben des Reichsbundes der Haus= und Grundbesitzer, zu erreichen, daß diese Fürsorgeunterstützungssätze den bisherigen Steuererleichterungen für die Mieter möglichst entsprechen, um etwaige Mietverluste, die dann auf das Wehe, wenn sie losgelassen! Ungeahnter Erfolg des Altweiver=Donnertags in Viersen— Von Aitermarkt bis Neumarkt war die Rennstrecke von abertansenden fröhlichen Menschen umsaumt Viersen, den 25. Februar 1938 Der Altweiber=Donnerstag hat in Viersen wie eine Bombe eingeschlagen. Davon konnten sich gestern viele tausende Menschen von nah u. fern überzeugen. Es herrschte ein Betrieb, einfach toll! Bereits eine halbe Stunde vor dem großen Kampf der „Wagen und Amazonen“ gab es auf der Hauptstraße überhaupt kein Durchkommen mehr. Hier wogte ein echt rheinischer Karnevalsrummel, wie man ihn sich im Straßenbild schöner kaum vorstellen kann. An allen Ecken und Kanten ertönte Musik, Lautsprecher gaben ihr Letztes her, so daß die Stimmung von Minute zu Minute wuchs. Und dann knallten gegen 7½ Uhr die ersten Startschüsse am Altermarkt los. Der Wettlauf aller Sr. Tollität treu ergebenen Närrinnen begann. Die Straßenbahn hatte zeitig vor dem Rennen ihre Fahrt über die Hauptstraße eingestellt; Polizei, Feuerwehr, Sanitäter und viele andere Hilfskräfte sorgten für die nötige Absperrung. Wie nötig das war, zeigte das Rennen. Wie„von rien gehetzt“ brauste die tolle Jagd über die Straten. Kinderwagenräder rasselten, Schubkarren polterten und das alles wurde übertönt von dem Geheul und Gekreische der Motoren, die aus ihrem Wagen in dieser wildverwegenen Jagd das Letzte herausholten. In großen Trupps wurden die Rennfahrerinnen“ vom Altermarkt losgelassen, das iel hieß Neumarkt, doch was dazwischenlag...?! * Bereits am Start gab es die ersten Karambolagen.„Achtet auf den Jahrgang“ stieß mit dem schnittigen„Sechs=Zwillinge"=Modell zusammen. „Hört ihr das Bächlein rauschen" geriet mit den Rädern in die Straßenbahnschienen,„Fahrendes Volk“ konnte erst nach Verlust eines Rades die Fahrt fortsetzen. Schlimm war es mit der Kurventechnik! Mehrere„hochgebaute Modelle“ schossen in rasendem Tempo in die Menge hinein, daß es krachte und splitterte und gar manchem Wagen ging die Luft aus, so daß er im Schneckentempo das Ziel erreichte. * Und die Zuschauer? Fürwahr, sie sind auf ihre Kosten gekommen. Das Lachgas, das die Wettkampfteilnehmerinnen von sich gaben, hätte genügt, um eine Großstadt zu besiegen. War das ein Gejauchze und Lachen, ein Schreien und Brüllen! Immer aufs neue schossen die Rennfahrerinnen knallige Zündwolken dieses köstlichen für Herz und Lunge so gesunden Stoffes ab. Eine Stunde und länger dauerte es, ehe sämtliche Klassen vom Start auf den Weg geschickt waren, eine geschlagene Stunde lang hallten Viersens Straßen wider von dem Jubel der närrischen Welt und auch dann hörte die Freude noch lange nicht auf. Nachdem die Wagen am Parkplatz abgestellt waren, ergoß sich der Strom der Teilnehmerinnen in die Straßen der Stadt, im Zuge ging es von Lokal zu Lokal, von Tanzboden zu Tanzboden... * Doch, wehe— wenn sie losgelassen! Wer hätte ein solches Temperament von unseren„Alten Weibern“ erwartet. Der Polizeibericht meldet ganz erschreckliche Dinge. Hinterlistige Ueberfälle auf ahnungslose Hüter der Ordnung, Wahrsagen in öffentlichen Lokalen und vieles andere. Selbst die stärksten Männer waren der Uebermacht der näcrischen Weiberzunft nicht gewachsen, sie mußten kapitulieren und kamen zumeist ohne ein beträchtliches Lösegeld garnicht davon. Das Schlimmste bei der Sache war für uns(Männer natürlich), daß man total nicht wußte, mit wem man es eigentlich zu tun hatte. Wie mancher angelte sich eine fröhliche„Möhn", schwärmte und flirtete den ganzen Abend mit ihr herum, um schließlich die Entdeckung machen zu müssen, seiner eigenen Frau traktiert zu haben! Doch so etwas waren natürlich Ausnahmen. Im großen und ganzen war überall ein recht lustiges, übermütiges Treiben, an dem jeder seine helle Freude haben mußte und das selbst den muffigsten Griesgram bezwang. * Prinz Karneval hatte seinen Thron am Neumarkt aufgeschlagen, wo er an der Seite seiner huldreich lächelnden Gattin das Kriegsgeschr ei und die Huldigungen seiner ihm treu ergebenen weiblichen Untertanen in Empfang nahm. Auf dem Neumarkt herrschte besonders starker Trubel, da hier ein regelrechter Fastnachtsmarkt mit Buden und Karussells stattfand. * Mit Freude und Begeisterung stellen wir zum Schlusse fest, daß dieser erste Start zu einem echten volksverbundenen Altweiberdonnerstag ein voller Erfola war. Alle Achtung, Ihr Herren vom Viersener Karnevalsrat und Ihr, lieben Viersener, daß Ihr Euch den Leitspruch Eures Oberbürgermeisters so zu Herzen genommen habt! Nur weiter so und Viersen wird noch einmal die Hochburg des niederrheinischen Karnevals! Konto der steuerlichen Leistungsfähigkeit des Hausbesitzes gingen, zu vermeiden. In welchem Umfange die steuerlichen Erleichterungen im Falle der Ertragsminderung durch Mictausfall, Leerstand, sowie Billigervermietung aufrecht erhalten blieben, wäre noch unbestimmt, auch hier würde vor allem für das Grenzgebiet, seitens des Reichsbundes die Beibehaltung der bisherigen Erleichterungssätze angestrebt. Durch das genannte Gesetz werde der Abbautermin für die Hauszinssteuer per 1. April 1940 aufgehoben, die Hauszinssteuer also auch über diesen Zeitpunkt hinaus erhoben, demzufolge auch für die Grundstücke, für die die Hauszinssteuer ganz oder teilweise abgelöst worden sei. Ab 1. April 1938 komme an Stelle der bisherigen preußischen Grundvermögenssteuer, des staatlichen Zuschlages und der Gemeindezuschläge hierzu die Grundstener nach den Bestimmungen des Grundsteuergesetzes vom 1. Dezember 1936 und des Einführungsgesetzes zu den Realsteuergesetzen vom 1. Dezember 1936-zur Erhebung. Die Erhebung und das Aufkommen dieser Grundsteuer sei allein den Gemeinden vorbehalten, sodaß also das Katasteramt nach dem 1. April d. Is. in bezug auf diese Grundsteuer keinerlei Befugnisse habe, vielmehr diese Grundsteuer von der Gemeinde verwaltet wende. Wie schon früher einmal des weiteren ausgeführt, sei durch das genannte Einführungsgesetz gewährleistet, daß das Aufkommen der neuen Grundsteuer grundsätzlich nicht höher als dasjenige der bisherigen preußischen Grundvermögenssteuer und ihrer obigen Zuschläge sein solle. Im Einzelbesteuerungsfalle aber sei vielfach mit einer sogenannten Lastenverlagerung zu rechnen, was auf das verschiedene Verhältnis des Einheitswertes vom 1. 1. 1935 zu dem bisherigen Grundvermögenssteuerwert zurückzuführen sei. Dieses Verhältnis sei der Ausdruck der Verschiebung des Grundstücksertrages gegenüber demjenigen der Vorkriegszeit, wobei Veralterungen oder Modernisierungen, der Charakter des Hauses als eines Einfamilienhauses, eines Mitwohngrundstückes mit Klein-, Mittel= oder Großwohnungen beispielsweise eine entscheidende Rolle spielten. An der eigentlichen Besteuerungsgrundlage, d. h. dem Einheitswert, sei im großen und ganzen nichts me zu ändern, da dieser inzwischen rechtskräftig sei, stens auf dem Wege der Fortschreibung oder Nach feststellung ergebe sich noch eine Veränderung des Einheitswertes. Der den Haus= und Grundbesitzern in Kürze zugehende Steuermeßbescheid enthalte den Einheitswert in Vervielfältigung mit der betreffenden Steuermeßzahl, die sich für die Alt= und Neubauten verschieden abstuse. Der hieraus folgernde Steuermeßbetrag ergebe unter Vervielfältigung mit dem für alle städtischen Grundstücke einheitlichen Steuerhebesatz die eigentliche Grundsteuer. Der dahingehende Grundsteuerbescheid wie auch der Grundsteuermeßbescheid seien daher von dem Pflichtigen nachzuprüfen, was am zweckmäßigsten auf der Geschäftsstelle des Vereins während der Sprechstunden geschehe. Für die Fälle einer unbilligen Steuerlastenverlagerung sei ein besonderer Billigkeitserlaß zu erwarten, der ähnliche Bestimmungen wie der bisherige des Preußischen Finanzministers vom 7. März 1933 enthalten werde. VS. Mark monatlich auf Lebenszeir! Außerdem: RM 50.— monatlich auf Lebenszeit und RM 23.— monatlich auf Lobenszeit ols 2. und 3. Preis für die besten Gesamtleistungen in den drei Tell-Preisausschreiben der Burnus AG. Ferner Barpreise von RM 26 500.— für die einzelnen Tell-Preisausschreiben und die besten Gesamtleistungen. e! en! Andere Zeiten— andere Wäse Andere Wäsche— anderes Was Burnus zeigt den Weg dazu! urnus verdaut, d. h. es löst biologisch den Schmutz schon beim Einweichen aus den Wäschestücken heraus. Es entfaltet seine Wirksamkeit vor dem Kochen der Wäsche, macht gleichzeitig das Wasser weich und greist das Gewebe niemals an. Es erübrigt beim Waschen harfes Reiben und Bürsten, macht langes und starkes Kochen überflüssig und spart deshalb Arbeitskrast, Waschmittel und Feuerung. Es geht nun um die Frage: Wie kann die tüchtige Hausfrau die besonderen Eigenschaften von Burnus in ihren Dienst und in den Dienst der Wäscheerhaltung stellen-besonders dort. wo Textilien durch langes und starkes Kochen leicht angegriffen werden. Das Preisausschreiben gliedert sich in drei Abteilungen. Dos erste Teil-Preisausschreiben hat am 11. Februar begonnen und ondet am II. März 1938. Diesmal geht der Wettbewerb um novartige und wertvolle Erfahrungen(Waschvorschriften und sonstige Anregungen) beim Waschen von Weißwäsche, Krankenwäsche(Blut) und Bervfswösche unter Verwendung von Burnus. För dieses Teil-Preisausschreiben sind bereits folgende Preise ausgesern I. Prois........ 2. Preis........ 3. Prois......... 4. bis 13. Preis Je RM 100.— 14. bis 63. Preis je RM 50.— RM 2000.RM 1000.— RM 500.— RM 1000.— RM 2500.— RM 7000.— Außerdem 250 Preise von je einem Jahres-Familienbedart Burnus(12 Doppeldosen) und 750 Preise von je einem halben Jahres-Familienbedarf Burnus(6 Doppeldosen). Gehen Sie noch heute zu Jhrem Einzelhändlet, bei dem Sie Burnus kaufen Dort liegen die Teilnahmezettel kostenlos für Sie bereit, die auch alle Einzelheiten des Preisausschreibens enthalten. Oder aber: Schreiben Sie noch heute an die Burnus AG., Darmstadt, die Jhnen die Teilnahmezettel kostenlos zusendet. Nuo Einsendungen, denen der Teilnahmezettel, in dem Sie versichern, daß Sie die eingesandten Rezepte selbst mit Burnus ausprobiert haben, ausgefüllt und unter= schrieben beigefügt ist, sind teilnahmeberechtigt! Machen Sie noch heute mitl o Das erste Preisausschreiben hat begonnen!e Nur noch 14 Tage läuft die Fristl Ein Ei=Rekord! Nachdem es schon durch die Produktion von mehréren 110- und 120-GrammEiern ein erfolgversprechendes Training im EierLegen durchgeführt, überraschte ein Leghorn=Huhn die Witwe Dahmen, Waldnieler Straße, gestern mit einem Riesenei von über 140 Gramm Gewicht. Wie ein Gänseei präsentiert sich dieses Erzeugnis großen Hühnerehrgeizes. Welches Huhn tritt mit unserer fleißigen Henne von der Waldnieler Straße in den Wettkampf. Firmuna 1988. Wie wir erfahren, wird das Dekanat Dülken in diesem Jahre durch den hochwürdigsten Bischof von Aachen auf seiner Firmungsreise besucht. Dann wurde der Vorschlag gemacht, am 8. Mai einen Tambour= und Solistenwettstreit zu veranstalten. Es wurde mit Freude festgestellt, daß für diesen Wettstreit schon einige Preise gestiftet worden sind. U. a. hat die Stadtverwaltung eine goldene und silberne Plakette gestiftet. Wir wollen hoffen, daß die Arbeit des Korps von Erfolg gekrönt wird und Süchteln einen großen Wettstreit erleben kann. Im Anschluß an die Versammlung fand noch ein kameradschaftliches Beisammensein statt. Von der Landwehr=Kameradschaft. eute abend hält die Landwehr=Kameradschaft eine ameradschafts=Versammlung ab. Ans der NSDAP. Die Zellenleiter der NSDAP. werden darauf hingewiesen, daß heute abend 20 Uhr im Parteibüro die Beitrngsmerken ausgegeben werden. Grefrath „Griersche decke Wette". In Grefräth haben sich die Karnevalsfreunde zu der Karnevalsgesellschaft„Griersche decke Wette“ zusammengeschlossen, um den Karneval wieder zur Blüte zu bringen. In einer Versammlung des Gaststätten= und Beherbergungsgewerbes erklärten die Gaststätteninhaber einstimmig ihren Beitritt zu dieser-Gesellschaft. Schulungsabend. Heute abend findet im Saale von Dammer ein weltanschaulicher Schulungsabend der NSDAP. statt. Berufswettkampf aller Schaffenden Die andere Seite des Wettkampfes— Bewertungsarbeit beginnt Dülken, 25. Februar 1938. Langsam aber sicher wird es ruhiger um den Berufswettkampf. Die meisten Wettkampfgruppen haben ihren Kampftag hinter sich. Jetzt aber kommt erst die Hauptarbeit, denn alle gelösten Aufgaben müssen bewertet werden. Da sitzen die Wettkampfleiter und ihre fachlichen Mitarbeiter Stunde um Stunde o und prüfen den Inhalt der Lösungen auf die Ri keit, um dafür eine entsprechende Punktzahl festzulegen. Gerade diese Arbeit, die objektive Bewertung der Arbeiten erfordert einen gewaltigen Einsatz, der aber sagen wir hinter den Kulissen geleistet werden muß, und von denen man nur sehr wenig zu sehen oder zu hören bekommt. Aber auch diese andere Seite des Wettkampfes muß ins richtige Licht gerückt werden, um die Arbeit vollständig zu sehen. Eine innere Befriedigung und die Entschädigung für die aufgewandte Mühe ist es, daß diese Arbeiten der des Vierjahresplanes dienen, daß sie helfen die Ziele des Führers zu verwirklichen. Der Facharbeitermangel soll durch die Auslese und Förderung der Begabten und Leistungswilligen behoben werden. Am Dienstag, den 22. 2. wurde für die Wettkampfuppe Bau der Kampf durchgeführt. Die Maer und Maurer trafen morgens um 8 Uhr an der Berufsschule ein, um den theoretischen Teil der Prüfung zu erledigen. Die Behandlung und Pflege der Werkzeuge und deren Handhabung mußten beschrieben werden. Ebenso wichtig war es zu zeigen, daß auch die Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten der verschiedenen Werkstoffe und Materialien gekannt sind. Besonderer Wert war dabei auf die Verarbeitung rein beutscher Werkstoffe gelegt, die der Vierjahresplan verlangt. Flächen waren zu berechnen und Arbeitszeiten festzustellen. Auch die weltanschaulichen Fragen sollten die Erfassung des politischen Geschehens unter Beweis stellen. Am Nachmittag waren die Maler in der Südschule zur praktischen Arbeit zusammengefaßt. Die Wände wurden mit Zeichenbogen bespannt und nun sollte nach den gegebenen Vorlageblättern das Wappen der Stadt Wiesbaden maßstablich vergrößert und in Farbe ausgemalt werden. Die Maurer hatten auf einer Baustelle nach Zeichnung und angegebenem Verband Maurerübungen auszuführen. Verantwortlich für die Gruppe Bau war der Wettkampfleiter Franz Göbbels. Abschluß des Bernfswettkampfes Mit der Wettkampfgruppe Handel wurde am Mittwoch, den 23. 2. ds. Is. der Berufswettkampf aller Schaffenden beschlossen. Schon um 7,80 Uhr hatten die Gruppenwettkampfleiter Diplomhandelshrer Pg. Willi Brand und Ign. Maria Göbbels die Mitarbeiter des Wettkampfausschusses zu einer Vorbesprechung in die Berufsschule gebeten, um den Verlauf des Wettkampftages festzulegen. Als dann die Teilnehmer und Teilnehmerinnen um 8 Uhr antraten, konnten sie in kurzer Zeit getrennt nach Leistungsklassen auf die vorhandenen Räume verteilt werden. Schnell war jedem Teilnehmer sein Arbeitsplatz angewiesen und nach allgemeiner Erklärung wurden die Auswertungsbogen durch die letzten Personalangaben des Wettkämpfers vervollständigt. Nach weiteren Minuten der Spannung hatte jeder Teilnehmer die Aufgabenbogen des 5. Berufswettkampfes vorliegen, um mit Fleiß und Sorgfalt an die Lösung der Fragen heranzugehen. Für Kontoristen und Kontoristinnen folgten Aufsatz, Rechnen, Buchführung, fachberufliche Fragen sowie Kurzschrift je nach Leistungsklassen verhieden. Für die Verkäuferinnen waren neben den Aufgaben im Aufsatz, Rechnen, Buchführung, berufskundlichen Fragen, Plakatschriftübungen und prak tische Verkaufsübungen durchzuführen. Für alle Gruppen folgte dann die Beantwortung von 5 welt anschaulichen Fragen. Bei dieser Fülle von Arbei ten zog sich die Durchführung bis in den Nachmittag hinein und erst gegen 14 Uhr wurde die Stätte des Kampfes nach des Tages Last und Mühe verlassen.— Für die Mädel folgten am Nachmittag noch weitere rbeitsleistungen. Das deutsche Mädel soll auch dann, wenn es einen Beruf hat, in hausfraulicher Ar beit Bescheid wissen. In der Ostschule hatten sich Prü ferinnen und Teilnehmerinnen für die hauswirtschaftlichen Arbeiten eingestellt. Schnell gingen die Arbeiten hier vonstatten und so konnten die Mädchen bald, die Mühen des Tages vergessend, frohgemut heimziehen. Gesamtwettkampfleiter Pg. Heinen konnte sich auch hier von der ordnungsmäßigen Durchführung der Arbeiten überzeugen. Abschließend kann gesagt werden, daß sich der Berufswettkampf aller Schaffenden in Dülken an allen Wettkampftagen reibungslos und zur vollsten Zufriedenheit abgewickelt hat. Zu erwähnen sei noch, daß zur Durchführung sowohl die Betriebe wie auch das Handwerk und sämtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Wettkampfausschüsse sich tatkräftig eingesetzt haben, um dem Aufruf des Führers entsprechend den Leistungswillen aller Schaffenden zu bewerten. Zu hofsen bleibt, daß der Wettkampf in Dülken auch in dieem Jahre wieder den großen Erfolg des vorigen Jahres hat, sodaß wiederum eine Anzahl Teilnehmer zum Gauentscheid und zum Reichsentscheid entsandt werden können. Am Sonntag: Die ganze Dülkener Jugend im Kinder-Fastnachtszug Mnanrransnen Iniolen Garnenaldichlaaer lich au trainioren Nuch auf hom Markinlat sinh hi4 Musikkapellen spielen Karnevalsschlager. Es scheint, daß der Fastnachts=Bazillus auch unsere Jugend schon so recht erfaßt hat. Das hört man auf Schritt und Tritt. Karnevalslieder erschallen in den Straßen und auf den Schulhöfen und zeugen von der Begeisterung, die Dülkens Jugend beiderlei Geschlechts angesichts der kommenden Tage erfüllt. Für sie sind diese Tage ja Erfüllung einer Erwartung, die sie seit Wochen mit sich herumträgt. Was gibt es für sie Schöneres, als zu Fastnacht im bunten Kleide, mit Pritsche und Schellenkappe durch die Straßen zu ziehen und sich mal so nach Herzenslust freuen zu können. Der schönste Tag für sie ist natürlich der Sonntag, soll er doch der Jugend allein vorbehalten sein. Wie leuchten da die Augen auch der Jüngsten, wenn sie des Nachmittags mit ihren älteren Geschwistern an dem Steckenpferd=Rennen und dem Maskenzug teilnehmen dürfen, der von 4 Musikgruppen begleitet, durch die Straßen ziehen wird. Ist es nicht auch für uns Erwachsene ein beispiellos schönes und herzerfreuendes Bild, wenn da unsere Kleinen beim Rennen auf dem hölzernen Pferd versuchen, einen Preis zu erringen, wenn sie trotz des ihre Bewegungen hemmenden Kostümes alles daran setzen, um beim Wurstschnappen oder Zylinderwerfen oder beim Wettknabbern am Karnevalskuchen und dergl. Dinge mehr dem Nachbarn den Rang abzulausen. Die Kinder können diese Gelegenheit kaum abwarten; sie üben vom Morgen bis zum Abend, um sich zu trainieren. Auch auf dem Marktplatz sind die Vorbereitungen dafür im Gange. Tribünen für 3000 Personen. Große Tribünen, die zwei= bis dreitausend Menschen Platz bieten, sind seit gestern im Bau begriffen. Sie dienen als solche auch für die Feier, die sich am Montag an den Zug anschließt und wieder ganz groß aufgezogen wird. Es ist also jedem Gelegenheit geboten, von den Tribünen aus all' den für Sonntag und Montag geplanten Veranstaltungen bequem zuzusehen. Künstlerisches Festprogramm. Das ausgestattete Festprogramm mit der Zugfolge und dem schönen Titelbild wird von heute an in allen Haushaltungen zum Kauf angeboten. Trotz der wundervollen Ausstattung koftet es nur 10 Pfg., sodaß jeder sich diese kleine Ausgabe leisten kann. Närrischer Schmuck an den Häusern. Der Ausschuß bittet die Bürgerschaft erneut, doch an die Dekoration der Häuser zu denken. Haltet Lumpenbündel bereit! Im Rosenmontagszug wird u. a. ein Lumpenhändler mitziehen,(Cuni Adrians, der im vorigen Jahre die viel belachte Gruppe der Araber stellte), der in jeder Beziehung lebensecht kopiert ist. Er richtet an die Bewohner der vom Zuge berührten Straßen die herzliche Bitte, kleine fertigverpackte Lumpenbündelchen bereitszuhalten, die er entgegennimmt und an seinen Wagen hängt. Nach dem Zuge werden dann diese Lumpen zugunsten des WHW. an den Rohmaterialhandel verkauft. Dilkrath Mädel=Landdienstlager. Wie im vergangenen Jahre, so soll auch in diesem Jahre das Mädel=Landdienstlager in Amern hergerichtet werden. Die Reichsjugendführung wird durch den Einsatz des BdM. bestrebt sein, den Mangel an weiblichem Personal in der Landwirtschaft auszugleichen. Die Zweckmäßigkeit der Einrichtung hat sich bereits im vergangenen Jahre erwiesen. Es ist daher zu erwarten, daß dieses Jahr die Inanspruchnahme des Landdienstlagers noch größer sein wird. Am Montag, 28. Februar, nachmittags 15 Uhr können im Jugendheim in Unter=Amern die Dienstverträge für die Landdienst=Mädel abgeschlossen werden. Bauern, Landwirte und Personen, die Landwirtschaft auch als Nebenbetrieb betreiben, können für die kommende Frühjahrs=, Sommer= und Herbstarbeit mit Personal versorgt werden. Die Einhaltung des Termins ist unbedingt erforderlich. Kinderwagen=Rennen in Dilkrath. Wie überall, so steigt auch hier die Karnevalsstimmung, je näher man den tollen Tagen kommt. Der MGV. „Concordia“ ist wie früher Träger des närrischen Treibens. Neben einem großen Kostümfest am SonnWarum verlor er seinen Halt? 50BN0 Die Ursache war Johnstein, der selbst gesunde Jöhne lochern und zum Rusfall dringen kann. Duhzen Sie deshalb Ihre Jähne regelmäßig mit Solidor! Denn nur Solidor enthätt in Deutschland Sulforizin=Oleot nach Dr. Bräunsich. Dadurch entfernt es beim jähnepuhen allmählich den gesährüichen johnstein, verhindert seine Neudildung. SOLIDOX Reihe der Toten. Heinrich Vermaasen, Johannisstraße 85, 82 Jahre alt. Rentenzahlung beim Postamt. Die Militärrenten werden am Samstag, den 26. Februar, die Invaliben= und Altersrenten am Dienstag, den 1. März ausgezahlt. Und Samstag-„Im Golf von Biskaya“ beim Karnevalstrubel des F.-C. Süchteln 03 Tambour= und Solistenwettstreit Süchteln, den 25. Februar 1938 Das Marine=Tambourkorps„Treu=Deutsch“ Süchteln hielt im Anschluß an seine übliche Probe im Vereinslokale A. Zeuren eine Versammlung ab. Der Korpsführer gab bekannt, daß das Tambourkorps am kommenden Fastnachtssonntag die große Fußballschlacht der Metzger gegen die Stadtverwaltung auf der Waldkampfbahn musikalisch untermalen wird. Hierzu stellten sich alle Mitglieder zur Verfügung. tag wird Rosenmontag ein großes KinderwagenRennen in 4 Klassen ausgetragen. Rennleiter, Arzt und Gehilfen sowie Start= und Zielrichter haben ihre Zusage gegeben. Neben den einheimischen Teilneh mern schicken Boisheim, Süchteln, Düsseldorf und andere Plätze ihre besten Kanonen an den Start. Das Hauptrennen wickelt sich im Dorf ab, Platzkonzert sorgt dabei für Unterhaltung. Abends steigt Altweiberball. Dilkrath wird in diesem Jahre den Karneval ganz groß aufziehen. Boisheim Rentenzahlung. Die Auszahlung der Militärrenten erfolgt am Samstag, den 26. Februar bei der hiesigen Postagentur, wogegen die Auszahlung von Unfall- und Invalidenrente am Dienstag, den 1. März staitfindet. Breyell Neuer Ansbruch der Maul= u. Klanensenche. In der Gemeinde Breyell war auch der letzte Fall der Maul= und Klauenseuche geheilt. Beobachtungs= und Sperrgebiet konnten aufgehoben werden. Nun wird der Ausbruch dieser Seuche bei dem Landwirt Anton Lehnen, Breyell=Schaag, Breyellerstraße und bei dem Viehhändler Karl Levy Söhne, Breyell=Gier gemeldet. Die beiden Gehöfte, die bisher von der Seuche verschont blieben, sind gesperrt und ist ein Sperrbezirk von 300 Metern gebildet worden. Rege Bantätigkeit. Hat die Bautätigkeit in unserer Gemeinde in den letzten Jahren erheblich zugenommen, so ist erfreulich festzustellen, daß sie auch im Winter diesmal nicht ruht. Bei der Firma Richard Hoffmans K.=G. geht das Gefolgschaftshaus der Vollendung des Rohbaus entgegen, nachdem man sich bei dem sicheren Luftschutzkeller lange aufhielt. In der Dohrstraße geht der Neubau des Sägewerkes der Gebrüder Müllers seiner Vollendung entgegen. Die Eiszellenfabrik Hurtz führt einen Erweiterungsbau aus, der gute Fortschritte macht und bald vollendet sein wird. Lobberich Die Breyellerstraße war Schuld. Am 3. Dezember 1937 sprach das Amtsgericht in Lobberich eine Frau aus Lobberich von der Anschuldigung der fahrlässigen Körperverletzung frei. Der Anklagevertreter legte Berukung ein und in der Verhandlung vor der Berufungsinstanz wurde der ganze Vorgang, der sich im Juli 1937 auf der Breyellerstraße abspielte. eingehend erörtert. Auf der Breyellerstraße haben sich schon oft Verkehrsunfälle ereignet, die auf den schlechten Zustand der Straße zurückzuführen sind. In der Verhandlung erklärte der Bürgermeister von Lobberich, daß der schlechte Zustand der Breyellerstraße nicht geleugnet werden könne; die Gemeinde aber wegen Mangel an Mitteln nicht in der Lage sei, dem Zustande abzuhelfen. Der Verletzte ist zu seiner Zufriedenheit abgefunden worden. Es erfolgt seitens des Anklagevertreters die Feststellung, daß die Ursache des Unfalls in dem verkehrswidrigen Zustand der Breyellerstraße zu suchen sei. Er zog darauf die Berufung zurück. Neuer Meister. Vor der zuständigen Prüsungskommission der Handwerkskammer in Düssel= dorf bestand der Bäcker August Leven die Meisterprufung im Bäckerhandwerk. Herzlichen Glückwunsch! Waldniel Der Narrenzirkus kommt! Alle Vorbereitungen für das Eintreffen des großen Narrenzirkus sind getroffen. Die Quartiermacher sind bereits eingetroffen und haben Quartiere für das KünstlerPersonal frei gemacht. Die Abmessungen auf dem Marktplatz haben ergeben, daß der ganze Markt von dem riesigen Unternehmen besetzt wird. Es darf setzt schon gesagt werden, daß Waldniel am Rosenmontag etwas noch nie Dagewesenes erleben wirö. Wir hatten Gelegenheit, uns mit dem Leiter des Zirkus zu unterhalten. Es handelt sich hier um eines der größten Unternehmen dieser Art. Ein ausgezeichnetes Küstlerpersonal und vor allem eine riesige Tierschau werden auch hier alle Besucher auf ihre Kosten kommen lassen. Für alle Waldnieler heißt es Rosenmontag: Treffpunkt im Narrenzirkus„Schoklefers". Bernsung. Der Spieler Karl Müller vom Sportklub Waldniel ist vom 21. 2. bis zum 26. 2. 1938 zu einem Fußball=Lehrgang für Nachwuchsspieler nach Duisburg einberufen worden. Totgeglaubter Sohn kommt wieder Nach 26 Jahren New=Castle, im Februar Mutter Jane Vasay ist heute 82 Jahre alt und wurde plötzlich durch die Mitteilung überrascht, daß sie ihren Sohn Arthur in die Arme schließen könne, den sie seit 26 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Mutter Jane hat ein Landhäuschen in der Grafschaft Durham. Ihrem Arthur war es in der engen Heimat nicht kurzweilig genug. 1911 wanderte er aus nach dem britischen Süden und wurde Schauspieler. Um seine Familie hat er sich nicht mehr gekümmert. Inzwischen kam der Krieg: Arthur Vasey machte ihn mit und fiel 1915 bei einem Sturmangriff. So wenigstens wurde es den Eltern in Durham offiziell mitgeteilt. Arthurs Familie betrauerte den Sohn als einen Toten. Darüber starben der Vater und zwei Schwestern. Die alte Mutter blieb allein in ihrem Häuschen zurück. Arthur hat währenddessen selbst eine Familie gegründet und ist Witwer mit 4 Söhnen. Plötzlich erinnerte er sich in Plymouth, wo er seit Jahren lebt, des elterlichen Häuschens in Durham. Er erkundigte sich nach den Einzelheiten und stellte zu seinem Entsetzen fest, daß er amtlich nicht mehr lebt. Wenigstens wurde nun aus dieser Erschütterung, nach einer ganz unbegreiflichen Trennung von 26 Jahren, ein Widersehen mit der hochbetagten Mutter. Der „Wollen wir tanzen, mein Fräulein?" „Ich tanze nicht mit fremden Heren!" „Erlauben Sie mal— sind Sie denn nicht zum Vergnügen hier?“ „Doch, aber zu meinem!“ (Zeichnung: Röscheifen.) Nachrichten aus Nah und Fern Bürgermeistersitzung in Düsseldor Düsseldorf. 24. Februar Die Bürgermeister der kreisangehörigen Städte des Rgeierungsbezirks Düsseldorf waren unter dem Vorsitz von Bürgermeister Klemm=Kettwig am 22. 2. 1938 in der Regierung zu Düsseldorf zu einer Arbeitstagung versammelt. Der Sitzung wohnte u. a. Vizepräsident Bachmann von der Regierung bei. Im Rahmen der Tagesordnung sprach der Leiter der Bezirksstelle West der Zentrale für Gasverwertung Berlin, Drina. Giese über„Die kommunalen Gas werke im Rahmen der Energiewirtschaft". Stabsführer Leckebusch von der Landesgruppe Rheinland des RLB. berichtete über„Luftschutz und die Ausführungsbestimmungen zum Luftschutzgesetz", während Geschäftsführender Direktor Dr. Kottenberg von der Provinzialdienststelle Rheinland und Hohenzollern des Deutschen Gemeindetages über„Aktuelle Gesetzesprobleme“ sprach. Im Anschluß an die Vorträge fand eine lebhafte Aussprache und ein gemeinsames Mittagessen der Teilnehmer statt. Beim Spiel in den Tod Duisburg, 24. Februar Ein furchtbares Unglück ereignete sich am Mittwochnachmittag auf dem Anschüttungsgelände unweit der städtischen Badeanstalt Heerstraße. Eine Anzahl Kinder vergnügte sich dort mit liegenden zentnerschweren Zementrohren. Ein zehn Jahre alter Junge kroch in ein sechs Zentner schweres Zementrohr, um es weiterzuschieben. Hierbei kippte das Rohr um und begrub den Jungen unter sich. Der Junge war sofort tot. Die Ehefrau umgebracht Ein Verbrechen nach vier Jahren aufgeklärt Velbert, 24. Februar In zielbewußter Zusammenarbeit der Staatsan waltschaft des Sondergerichts in Düsseldorf mit der Kriminalpolizei in Wuppertal=Elberfeld ist es gelungen, das im Jahre 1934 an der Ehefrau Stein metz, Herzogstraße 85, begangene Verbrechen aufzu klären. Der Ehemann Oswald Steinmetz hat jetzt zugegeben, seine Ehefrau in seiner Wohnung dadurch umgebracht zu haben, daß er eine Explosion herbeiführte. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, so daß weitere Einzelheiten zur Zeit nicht mitgeteilt werden können. Jngenderzieher als Sittlichkeitsverbrecher Paderborn, 24. FebruarUnter der schweren Anklage, als Lehrer und Erzieher, sich in 91 Fällen des Sittlichkeitsverbrechens an Schülern und Schülerinnen seiner Schule schuldig gemacht zu haben, hatte sich der 44 Jahre alte Lehrer Hubert Henze aus Godelheim im Kreise Höxster vor der Paderborner Großen Strafkammer zu verantworten. Der seit September vergangenen ahres in Haft befindliche Angeklagte war seit 1923 in Godelheim als Lehrer angestellt. Nachdem er sich zuvor in Wehrden an der Weser— wie sich jetzt erst herausstellte— bereits ein Sittlichkeitsverbrechen hatte zuschulden kommen lassen, begann er sofort nach Aufnahme seiner Tätigkeit in Godelheim die Verbrechen. In allen ihm zur Last gelegten Fällen war er im großen und ganzen geständig, nur bestritt er in einigen die Absicht eines geschlechtlichen Zwecks. In 79 Fällen konnte er einwandfrei überführt werden. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzter Sittlichkeitsverbrechen nach 88 176, 174 und 175 alter und neuer Fassung zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Ferner wurde die Entmannung angeorbnet. Thilo von Trotha tödlich verunglückt Ein bewährter Mitarbeiter Alfred Rosenbergs DNB. Berlin. 24. Februar Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet: Auf der Rückreise von der Uraufführung seines Schauspiels„Gudrun“ in Schleswig ist Pg. Thilo von Trotha, Leiter der Hauptstelle Norden beim Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP., tödlich verunglückt. Hauptstellenleiter Thilo von Trotha ist bewährter Mitarbeiter des Reichsleiters Rosenberg, dem er durch seine jahrelange umsichtige Tätigkeit als Adjutant eng verbunden war. Als Leiter der Hauptstelle Norden nahm er tätigen Anteil an dem Aufbau der Nordischen Gesellschaft, der er vielseitige kulturelle Beziehungen in den nordischen Staaten eröffnete. Neben seiner umfangreichen parteiamtlichen Tätigkeit ist Thilo von Trotha besonders in den letzten Jahren als Dichter hervorgetreten; seine Themen sind dem nordischen Kulturgut entnommen, dem er durch seine eindrucksvolle Sprache Leben und Inhalt verlieh. Seinen ersten größeren Erfolg errang er mit der Uraufführung seines Schauspiels„Engelbrecht" in Kiel, das ihn mitten in die junge kulturschaffende nationalsozialistische Dichtergeneration stellte. Sein Novellenband„Frauen“ zeigte ihn als Meister der verinnerlichten Ausdruckskunst und des herben germanischen Erzählerstils. Senator Borah zur Kolonialfrage Neuyork, 24. Februar Senator Borah äußerte zur Rede des Führers, er glaube, daß Deutschland seine Kolonien ohne Krieg ure cterhalten werde. England habe keinen rechtmäAnspruch auf sie. Es habe sie lediglich durch ilt an sich gerissen. Bereits vor 18 Jahren habe er, Borah, im Senat erklärt, und er glaube auch heute noch daran, daß England eines Tages Kolonien werde zurückgeben müssen. Wieder ein Fall von Steuerbegünstigung Schülde widerruft Beschuldigung des Esch Düsseldorf, 24. Februar In der Donnerstag=Verhandlung des Esch=Prozesses kam wieder ein Fall von Steuerbegünstigung aus Eschs Finanzamtszeit zur Erörterung, an dem diesmal allerdings Esch nur als„Helfer“ des Angeklagten Schülbe beteiligt ist. Beiden Angeklagten wird schwere passive Bestechung vorgeworfen. Eine Firma hatte im Jahre 1932 einen argentinischen Grundbesitz, ein Millionenobjekt, zu liquidieren. In steuerlicher Hinsicht gehörte ide Firma zum Steueramtsbezirk des Schülbe, der nun plötzlich in dem geschäftsführenden Gesellschafter der Firma seinen früheren Lehrer wiedererkannte. Schülbe bot sich ihm nun auch als„privater“ Steuerberater an und erzählte ihm— vermutlich auf Eschs Anregung —, daß die Firma angeblich zuviel bezahlte Steuern zurückerhalten könne, da sie seinerzeit zu hoch eingeschätzt worden sei. Aufgrund eines von Schülbe angefertigten Antrages wurden der Firma nun 27 500 RM. zurückerstattet und ein Teil zuviel bezahlter Steuern gutgeschrieben, wodurch die Firma insgesamt rund 33 000 RM. sparte. Für seine„Bemühun gen" ließ sich Schülbe 3000 RM. zahlen, wovon er Esch die Hälfte abgab. Nach der Verhaftung der Angeklagten wurde festgestellt, daß die Steuerakten der Firma beim Finanzamt auch in diesem Falle— wie immer— verschwunden waren.(!) Schülbe will, wie immer, gutgläubig gehandelt haben. Er behauptet heute allerdings, daß Esch an der Sache nicht beteiligt gewesen sei und auch nichts von dem Honorar mitbekommen habe.(In der Voruntersuchung hatte Schülbe das Gegenteil behauptet.) Er will also heute das Geld allein in die Tasche gesteckt haben. Esch, der ebenfalls in der Voruntersuchung die Beteiligung zugegeben hatte, bestreitet sie heute gleichfalls. Ein Fahndungsbeamter des Finanzamts, der nach der Verhaftung der Angeklagten die Angelegenheit geprüft hat, erklärt als Zeuge, daß es sich um eine regelrechte Steuerbegünstigung handele, denn die Firma durfte keinerlei Steuern zurückerhalten. Nach dieser Feststellung sei die Firma auch sofort nachveranlagt worden. Der geschäftsführende Gesellschafter der Firma schildert den Sachverhalt wie eingangs erwähnt, bekundet allerdings, daß er heute nicht mehr wisse, ob er 8000 RM. oder nur 2500 RM. an Schülbe für seine Bemühungen gezahlt habe. Weiterverhandlung am Freitag. Papageienkrankheit in Wien Auch die Schauspieler Hugo und Hermann Thimig erkrankt Schwerer Fall von Familienepidemie Wien, 24. Februar. Innerhalb weniger Stunden sind in Wien zwölf Menschen von der Papagetenkrankheit befallen worden und mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Vor einigen Tagen waren das Mitglied des Wiener Burgtheaters, Hofrat Hugo Thimig und seine Gattin sowie deren Sohn, der Schauspieler Hermann Thimig, an schwerer Grippe erkrankt. Bald darauf wurden auch die beiden behandelnden Hausärzte der Familie Thimig von der Grippe befallen. Als der eine, Professor Hitzenberger, sich selbst untersuchte, mußte er zu seiner Ueberraschung Anzeichen der Papageienkrankheit feststellen. Er veranlaßte noch die Ueberführung der Familie Thimig ins Krankenhaus, wohin er sich selbst dann begeben mußte. Während der ersten Untersuchungen im Krankenhaus und während die entsprechenden Absonderungen vorgenommen wurden, wurden neue Krankheitsanzeigen erstattet. Die Papageienkrankheit hatte inzwischen auch zwei weitere Menschen, einen Rechtsanwalt und eine Frau, befallen, die bei der Familie Thimig zu Besuch gewesen waren. Auch die beiden Hausgehilfen des Hofrats Thimig und die Aufwartefrau des Wohnhauses der Thimig mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Nach einer vom Krankenhaus an die Anstalt für Tierseuchenbekämpfung gerichteten Mitteilung sollen noch drei weitere Menschen dieselben Krankheitserscheinungen gezeigt haben. Wie aus dem Krankenhaus mitgeteilt wird, handelt es sich bei diesen Erkrankungen zum Unterschied von vor einigen Jahren vorgekommenen leichten Fällen um einen schweren typischen Fall von Familienepidemie, wie sie in einer solchen Ausdehnung in Wien noch nicht verzeichnet wurde. Hofrat Hugo Thimig, eines der ältesten Mitglieder des Burgtheaters, dessen Zustand wegen seines hohen Alters als bedenklich angesehen werden muß, stammt aus Sachsen und kam unter Direktor Dingelstedt im Jahre 1872 ans Wiener Burgtheater, das er selbst von 1912 bis 1917 als Direktor leitete. Wir und die Niederlande Ein Freundschaftsbekenntnis Münster, 23. Februar In der Vortragsreihe des Instituts für Zeitungswissenschaft der Universität Münster, die die Presse des Auslandes zum Gegenstand hat, sprach hier dieser Tage der niederländische Konsul I. P. M. Boumans(Leyden über die Presse der Niederlande. Er legte dar, wie sehr das Gesicht der niederländischen Presse durch die Landschaft und den Charakter des Volkes bestimmt werden. Die starke Liebe zur Häuslichkeit und Beharrlichkeit, die der Niederländer hat, äußere sich auch darin, daß er von seiner Zeitung schon äußerlich eine bestimmte Ruhe verlange. Dabei seien auch in der niederländischen Presse Versuche zu einer mehr amerik. Aufmachung zu beobachten. Beide Arten von Zeitungen, Gesinnungs- und Geschäftspresse greifen ineinander über. Die Gesinnungspresse beruhe, wie sich auch im übrigen Leben des niederländischen Volkes bemerkbar mache, auf religiösen Grundlagen. Der religiöse Faktor spiele eine beherrschende Rolle. Aber es mache sich eine Vielzahl von Zeitungen der gleichen Richtung bemerkbar. Das führe in letzter Zeit zu stärkerem Zusammenschluß in Konzernen. Davon werde auch insbesondere die niederländische Provinzpresse betroffen, was nicht immer zu ihrem Vorteil sei. So hatten die Katholiken, die ungefähr ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, allein 32 von 72 Zeitungen unter ihrer Kontrolle. Daneben trote die antirevolutionäre die liberale und marxistische Der Redner wies auf die daß die marxistischen Zeitungen nach rein kapitalistischen Grundsätzen geleitet werden. Man erinnert sich, daß der jüdische Großschieber Barmat bet seinen erfolgreichen Bemühungen, sich durch die marxistischen Parteien Vorteile zu verschaffen, als Geldgeber auch für die sozialdemokratische und kommunistische Presse aufgetreten ist. Im Laufe seines Vortrages machte der Redner auch auf Entgleisungen aufmerksam, die sich letzthin einige niederländische Zeitungen in Bezug auf Deutschland erlaubt hatten. Er empfahl, diese Auswüchse als Ausnahmeerscheinungen zu betrachten und nicht besonders tragisch zu nehmen. Im Ganzen gesehen, sei in den letzten Jahren ein wachsendes Verständnis für den deutschen Nachbar festzustellen. Bei dem realen Sinn des Niederländers sei zu erwarten, daß auch die niederländische Presse der neuen europäischen Ordnung immer mehr Rechnung trage. Damit könnten auch die Beziehungen zwischen den beiden benachbarten Völkern immer freundlicher ausgestaltet werden. Man wird in Deutschland diesen Vortrag gerne zum Anlaß nehmen, den Sympathien Ausdruck zu geben, die wir für das artverwandte niederländische Volk hegen. Im Kampf gegen den Marxismus aller Schattierungen hat gerade das deutsche Volk erfahren, daß er von land- und volksfremden Elementen diktiert wird und daß gewisse internationale Einflüsse mit allen Mitteln das gute Verhältnis der sog. autoritären Staaten zu ihren Nachbarn zu trüben suchen. Aber diese Kräfte gehen immer mehr ihrer Entlarvung entgegen. Bei aller Abwehr unverständlicher und beleidigender Angriffe auf das deutsche Volk vergessen wir nicht, daß die Völker selbst friedfertig sind und nachbarliche Gefühle füreinander hegen. Wir werden uns wehren, aber wir werden von Volk zu Volk in der Pflege einer Freundschaft fortfahren, die für stammverwandte Nationen selbstverständlich ist und als Baustein zu einer neuen europäischen Geschichtsepoche betrachtet werden muß. yrer Kontrolle. Daneven e, die christlich-historische. he Presse in Erscheinung. interessante Tatsache hin, Ausländische Landarbeiter nur mit Genehmigung Der Präsident des Landesarbeitsamtes Rheinland teilt mit: „Infolge der zur Zeit bestehenden Schwierigkeiten in der Beschaffung von landwirtschaftlichen Arbeitskräften haben in der letzten Zeit verschiedentlich landwirtschaftliche Betriebsführer versucht, im Auslande selbst landwirtschaftliche Arbeitskräfte anzuwerben und für sich zu verpflichten. Es wird darauf hingewiesen, daß die Anwerbung von landwirtschaftlichen Arbeitskräften im Auslande durch Betriebsführer verboten und strafbar ist. Hierfür zuständig ist allein die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Die Beschäftigung von ausländischen Arbeitern auch in der Landwirtschaft ist grundsätzlich an die Genehmigung des Landesarbeitsamtes gebunden. Eine Verletzung dieser Vorschrift steht unter Strafe. Die verantwortlichen Stellen in der Regierung prüfen laufend die Möglichkeit, auch ausländische Landarbeiter für die Befriedigung der Bedürfnisse der Landwirtschaft nach Deutschland hereinzunehmen. Hierbei muß selbstverständlich die Devisenlage des Reiches berücksichtigt werden. Ein selbständiges Vorgehen der Betriebsführer wirkt störend und ist deshalb als gemeinschaftsfeindliche Haltung anzusehen. Wer ohne Genehmigung ausländische Landarbeiter heranzieht und einstellt, hat nicht nur Bestrafung, sondern gegebenenfalls auch die Tragung von Kosten, die durch den Rücktransport an die Grenze entstehen können, zu gewärtigen. Die maßgebenden Stellen sind mit allen Kräften bemüht, der Landwirtschaft im Rahmen des Möglichen die benötigten Arbeitskräfte zu stellen. Einzelaktionen müssen deshalb unter allen Umständen unterbleiben.“ Stapellauf des ersten deutschen Robbenschlägers DNB. Itzehoe, 24. Februar Auf der Werft von Hugo Peters in Beidenfleth lief am Donnerstag der für die„Nordmeer"=Studien= und Reederei=Gesellschaft erbaute erste deutsche Robbenschläger in Gegenwart von Vertretern des Staates, der Partei, der Kriegsmarine, der Behörden und der Fachkreise vom Stapel. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der„Nordmeer“, Kranich, gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Schiff dazu beitragen möge, Deutschland mit n nötigen Rohstoffen zu versorgen und wünschte dem Fangboot eine glückhafte Fahrt. Darauf vollzog der Oberbürgermeister von Leipzig. Doenicke, die Taufe des Schiffes auf den Namen„Sachsen“. Der Robbenschläger ist 150 Bruttotonnen groß, hat eine Länge von 25 und eine Breite von sechs Meter. Er hat eine Besatzung von 18 Mann, unter ihnen 10 Norweger, die den Fang der Robben besorgen. Es ist beabsichtigt, weitere Robbenschläger in Auftrag zu geben, wenn die„Sachsen“ sich bewährt und die Fangreise erfolgreich verläuft. Der neue Erzabt von Benron: R. P. Benedilt Baur Papst Pius XI. hat für den zurückgetretenen Erzabt Dr. Raphael Walzer den bisherigen Superior der Erzabtei R. P. Benedikt Baur ernannt; er wurde am 6. Februar bereits in sein Amt eingeführt. Erzabt Benedikt Baur ist Württemberger. Er wurde am 9. Dezember 1877 in Mengen geboren. 1897 trat er in das Kloster Beuron ein und legte am 5. Oktober 1898 Profeß ab. Nach seinen philosophisch=theologischen Studien in Beuron, Maria=Laach und St. Anselm und in Rom erwarb er sich dort den Dr. theol. Nach Vollendung seiner Studien war er zunächst in Beuron als Professor für Dogmatik und als Klerikerpräfekt tätig. Von Pius X. wurde er 1912 zum Rektor des Griechischen Kollegs in Rom bestimmt. Seit 1919 war er teils als Spiritual am Benediktinerkolleg in Salzburg, teils als Professor für Philosophie in Engelberg(Schweiz) und besonders als Professor für Dogmatik in Beuron und St. Anselm in Rom tätig. P. Benedikt kehrte im Jahre 1987 nach Beuron zurück, um das Amt des Supriors zu übernehmen, welches er früher schon einmal bekleidet hat. Schriftstellerisch ist er auch hervorgetreten: Aus seiner Feder stammt das vielgebrauchte liturgische Betrachtungsbuch„Werde Licht“. Staatsbesuch bei Ibn Sand Die englische Prinzessin Alice und ihr Gatte, Lord Athlone, werden noch in diesem Frühjahr einen offiziellen Besuch in der Residenz des Königs Ibn Saud in Innerarabien abstatten. Diese Reise, die durch den z. Zt. in London weilenden Außenminister Ibn Sauds, Hafiz Wahba, organisiert wird, ist in vieler Hinsicht höchst bemerkenswert. Man wird sich erinnern, daß der entscheidende politische Berater Ibn Sauds Mr. Philby ist, eine jener interessanten Lawrence=Gestalten in Vorderasien, denen England so ungeheuer viel verdankt. Philby ist Mohammedaner geworden. Er ist unzweifelhaft auch die Kraft, die Ibn Saud seit dem Weltkriege an der Seite Englands zu halten vermochte. Prinzessin Alice und Lord Athlone reisen nach Dachidda, dem Hafen von Mekka, verbringen dann einige Wochen als Gäste Ibn Sauds in dem hochgelegenen Ort Taif, um dann quer durch die Wüste nach der Hauptstadt Ibn Sauds, Er=Riad, zu reisen. Von da aus wird die Fahrt nach dem Persischen Golf fortgesetzt. Es ist das erste Mal, daß europäische offizielle Besucher eine derartige Reise durch Innerarabien unternehmen, die noch vor 20 Jahren zu den gewagtesten Abenteuern kühner Forscher gehörten. Ein Beweis, wie ungeheuer schnell Ibn Saud die unruhigen Wüstenstämme an Ordnung gewöhnt hat. Ein Beweis aber auch mehr für die ungewöhnliche diplomatische Aktivität, die England vom Bosporus bis nach dem Yemen entfaltet, um den wachenden italienischen Einfluß zu paralysieren. Für die gläubige moslemitische Welt ist immer noch Ibn Sand eine der faszinierendsten und einflußreichsten Persönlichkeiten. Die Erhaltung der Freundschaft mit Ibn Saud ist für die Engländer umso wichtiger, als in diesen Tagen der Wortlaut des im Dezember 1937 zwischen Italien und dem Sultanat Yemen abgeschlossenen Freundschaftsvertrages bekanntgeworden ist. Der Sultan von Yemen, ein Erbfeind Ibn Sauds, hatte beim Abschluß dieses Vertrages dem Duce einige wundervolle weiße arabische Pferde gesenkt. Yemen verpflichtete sich vertraglich, nichts gegen die italienischen Interessen zu unternehmen und seine Waffen und Instrukteure von Italien zu beziehen. Dieses Abkommen wird natürlich von den Engländern heiß umstritten, denn sie bemühen sich nach der willkürlichen Einverleibung von 40 000 Quadratkilometern westlich von Yemen an der Küste von Hadramaut die Zusicherung zu erhalten, keine italienischen Befestigungen an dieser Küste zu dulden, die Italienisch=Ostafrika gegenüberliegt. Wer die Karte zur Hand nimmt, wird finden, daß die Beherrschung dieser süblichen Zufahrtstraße zum Roten Meer den Besitz des Suez=Kanals illusorisch machen müßte. 1Stück308 3Stück858 Joe Louis schlug Nathan Mann Eindrucksvoller K.O.Sieg des Negerborers in der dritten Runde Was bringt der Sonntag? Am 27. Februar ist Karnevals=Sonntag, also ein Tag, an dem seit altersher Humor und Lebenslust die Stunde regieren. Heute allerdings nicht mehr ollein, denn auch an diesem Tag finden Sport und Spiel noch einen Platz im Herzen unserer Jugend. Darum ist das, was uns das sportliche Wochenende bringt, nicht viel weniger als sonst. Im Fußball und Handball steht die Meisterschaft in den Gauen unmittelbar vor dem Abschluß. Es dürften also die wenigen Spiele des Sonntags manchen neuen Gaumeister namhaft machen und den Abstieg anderer Vereine besiegeln. Im Fußball wird weiter die Vorschlußrunde um den Reichsbundpokal nachgeholt. Dabei treffen in Hamburg die Gaumannschaften von Nordmark und Baden, in Dresden Sachsen und Südwest zusammen. Das Pokalglück ist wandelbar; es gibt daher für diese Spiele keine Favoriten.— Der verwandte Rugbysport trägt in Hannover ein weiteres Probespiel aus, in dem die Nationalmannschaft im Hinblick auf das italienische Länderspiel in eine harte Prüfung genommen ist, denn der Gau Niedersachsen wird der Gegner sein. Tennis In Bremen wird die Internationale Hallenmeisterschaft von Deutschland abgeschlossen. Von den Titelverteidigern ist nur Frl. Zehden beteiligt, sodaß die Besetzung etwas schwach ausgefallen ist. Um so härter waren die Kämpfe. Kalle Schröder kann die erste Anwartschaft auf den Sieg im Männereinzel geltend machen.— Zur Meisterschaft der Turner findet in München die letzte Gruppenausscheidung unter den Bewerbern aus Schlesien, Baden, Württemberg und Bayern in München statt. Der veranstaltende Gau kann mit einer so stattlichen Schar von Spitzenkräften, wie Schmelcher, Geistbeck usw. aufmarschieren, daß es die anderen schwer haben, sich unter den ersten Fünfzehn zu plazieren. Doch sollten hier zumindest Pludra(Baden), Weischedel und Göggel(Württemberg) mit Bestimmtheit sich durchsetzen können.— In der Leichtathletik wird sich mit Plätzen und, was viel wichtiger ist, Erfahrungen begnügen müssen. Der 40 km Dauerlauf in Winterbeg wird noch einmal die westdeutschen Läufer zum Wettkampf vereinigen. Von den übrigen Veranstaltungen sind vor allem die restlichen Wehrmachtsmeisterschaften in Garmisch und die Titelkämpfe der Polizei im Allgäu bei Hindelang zu beachten. Auf den Eisbahnen ist, drinnen und draußen, weniger Unternehmungslust zu bemerken. Als einzige veranstaltende deutsche Kunstbahn hat dafür die Dortmunder Westfalenhalle den Vorzug, mit Lydia Veicht, Maxie Herber und Ernst Baier gleich Spitzenkönner an der Arbeit zu sehen.— Schweiz und USA tragen in Basel einen Eishockeyländerkampf aus. Einen Hinweis verdienen auch noch die Eissegelmeisterschaften in Angerburg. Im internationalen Schwimmsport kommt es bei einem Schwimmfest in Rotterdam zu einem interessanten Kräftevergleich der führenden Schwimmerinnen von Dänemark und Holland. Inge Soerensen wird sicherlich versuchen, mit ihren Kameradinnen dem Weltrekord der holländischen Meisjes über 4 mal 100 m Kraul zu Leibe zu gehen. Einem Schwimmfest in Hannover wird der Start unserer besten Wasserballer und Springer die besondere Note geben.— Unter deutscher Beteiligung geht die Mittelmeer=Regatta der Segler vonstatten, u. a. bewirbt sich die 8 mRennyacht Germania 3 mit Krupp von Bohlen und Halbach um die Coppa d'Italia.— Im Fechtsport steigt in Brüssel ein Mannschaftskampf auf Säbel, den deutscherseits der DFC Düsseldorf bestreitet.— Am stärksten wirkte sich der Karneval im Radsport aus, der auf deutschen Bahnen zu völliger Sportruhe führte. Im Ausland kommt Altmeister Metze einer Verpflichtung in Paris nach, wo er im internationalen Winterkriterium u. a. auf die Gebrüder Wambst, Paillard, Terreau, Severgnini und Meuleman trifft. Der am Mittwochabend im Madison Square Garden ausgetragene Boxkampf zwischen Joe Louis und Nathie Mann endete mit einem K. o.=Sieg von Louis über Mann in der dritten Runde. Beim Einwiegen der Boxer kam es zu einem ungewöhnlichen Streit, als Louis der Neyorker AthletikKommission ein Paar besondere Handschuhe zur Genehmigung vorlegte, die zwar die vorgeschriebenen sechs Unzen wogen, aber den großen Händen von Louis in der Machart angepaßt waren. Obwohl Mann gegen die Handschuhe Einspruch erhob, erklärte die Kommission die Handschuhe für vorschriftsmäßig. Durch seinen Sieg über Mann hat Louis die„Weltmeisterschaft" im Schwergewichtsboxen behalten. Der Kampf, der in der dritten Runde nur eine Minute und 56 Sekunden dauerte, verlief dramatisch. Mann gewann die erste Runde, aber schon zu Beginn der zweiten Runde setzte Joe Louis mit außerordentlich starken Angriffen ein und konnte einige sehr gut plazierte Puncher bei Mann landen. In dieser zweiten Runde wurde Mann nicht weniger als dreimal zu Boden gezwungen; beim dritten Mal blieb er bis„neun“ am Boden, und nur der Gong, der die Runde beendete, rettete ihn vor der Mit KdF. nach Hamburg Zu den Boxkämpfen Schmeling—Dudas und Neusel— Benfoord am 16. April Zu obigen Boxkämpfen führt die Gaudienststelle der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ einen Sonderzug vom 15. 4. bis 18. 4. durch. Die Abfahrt erfolgt Karfreitag morgens gegen 8 Uhr ab Düsseldorf Hauptbahnhof, die Rückfahrt Östermontag gegen 21 Uhr, ebenfalls Düsseldorf Hauptbahnhof. Der Preis für diese Fahrt beträgt RM 26.70 und enthält außer der Bahnfahrt Düsseldorf-Hamburg und zurück drei Uebernachtungen mit Frühstück in Hamburg und Eintritt in die Hanseaten=Halle zu diesen Wettkämpfen. Es ist den Teilnehmern Gelegenheit gegeben, am ersten Östertag an einer Fahrt nach Helgoland teilzunehmen. Der Preis hierfür beträgt RM 7.50. Der Preis der Fahrt allein(ohne Uebernachtung mit Frühstück und Eintritt zu den Boxkämpfen) beträgt RM 10.70. Anmeldungen nehmen sämtliche Kartenverkaufsstellen der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ entgegen. Auszählung. Auch in der dritten Runde setzte Louis seine geradezu wütenden Angriffe mit unverminderter Stärke fort. Wieder wurde Mann zu Boden geschlagen, wobei er beinahe über die Hälfte der Ringfläche gegen die Seile flog. Er schlug mit dem Kinn am Boden auf; seine Nase blutete bereits heftig. Erst nachdem er sich auf dem Boden einmal um sich selbst gedreht hatte, konnte er wieder auf die Beine kommen— was deutlich genug die Wucht der Louisschen Schläge kennzeichnet—, rutschte aber wieder ab, fiel abermals zu Boden und wurde endgültig ausgezählt. Mann hatte gegen die Angriffslust von Louis tatsächlich nur wenig Aussichten, da er dem unerbittlichen Schlaghagel von Louis nicht gewachsen war, wobei sichtbare Wirkungen in seinem Gesicht zurückblieben. Auf diese Weise wurde der Kampf schon nach so kurzer Zeit unerwartet eindrucksvoll beendet. * Louis wird nunmehr am 8. April gegen Jimmy Adamick antreten, der bekanntlich vor wenigen Tagen den von Max Schmeling durch k. o. geschlagenen Harry Thomas nach Punkten besiegen konnte. geben können!? Vielleicht rechnet die FIS damit, daß das JOK in Kairo„umfällt". Aber diese Möglichkeit ist äußerst gering, wenn man sie überhaupt als vorhanden ansehen darf. Das JOK ist eine derart konservative Behörde, besonders in der Amateurfrage, daß eine Aenderung seiner Amateurbestimmungen wohl auf keinen Fall in Frage kommt. Es bestände noch die Möglichkeit, daß die FIS ihre Weltmeisterschaften 1940 in Sapporo veranstaltet, sie also wie es ihr Gedanke bei Einführung der Winterolympiaden war, als„Internationale Skitwettkämpfe“ im Rahmen der Olympischen Spiele durchführt. Aber auch diese Wahrscheinlichkeit muß als sehr gering betrachtet werden, denn das JOK wird kaum zulassen, daß die FIS ihr, ausgerechnet am Ort einer Winterolympiade, sozusagen Konkurreng macht! Unter Umständen wird man in Kairo von bestimmter Seite aus den Plan aufwerfen, die Winterolympiade an einem anderen Ort, vielleicht in Oslo, zum Austrag zu bringen, aber dann wären auch wieder die Amateurbestimmungen im Wege, und nichts ist gewonnen. Also so oder so— nach der augenblicklichen Lage der Dinge muß angenommen werden, daß die Olympischen Winterspiele des Jahres 1940„tot" sind! verdienen auch unsere Aufmerksamkeit die Hallenmeisterschaft von USA in New-York, die dort den Abschluß der Winterarbeit bringen. Im Reich wagen sich bereits die Waldläufer ins Freie zu vereinzelten Veranstaltungen. Die Tagung des Internationalen Leichtathletikverbandes in Paris wird mit den Sitzungen der Regel= und Rekordkommission in Paris ihren Anfang nehmen.— Sehr umfangreich ist das Wochenendprogramm im Wintersport Die Fis=Weltmeisterschaften in den nordischen Disziplinen werden in Lahti mit der Entscheidung det Kombination den Höhepunkt erreichen. Nochmals gelten die Norweger, vor allem Lars Bergendahl, als erste Anwärter auf die Weltmeistertitel der klassischen Kombination. Das starke deutsche Aufgebot, Dänemarks Schwimmerinnen in Holland Eine interessante Begegnung, die nicht nur in Holland und Dänemark mit Spannung erwartet wird, gibt es am Wochenende in Rotterdam. Die dänischen Weltrekordschwimmerinnen treffen die Elite der„Meisjes“ in den augenblicklich aktuellen Lagen und Strecken des olympischen Programms. So wird Ragnhild Hveger über 200 m Rücken gegen Jet van Feggelen und Cor Kint antreten. Joppie Waalberg bestreitet gegen Inge Sörensen und Walborg Christensen ein 200 m=Brustschwimmen. Außerdem wird Ragnhild Hveger gegen die schnellste Holländerin, Riet van Feen, über 100 und 400 m starten. Weitere Auseinandersetzungen gibt es am 28. Februar in Amsterdam und am 1. März in Groningen. Falschurteile, Kampfrichter und Länderkämpfe Wo steckt das Grundübel der Meinungsverschiedenheiten? Die deutsche Nationalstaffel im Amateurboxen hat im Verlauf von sieben Monaten fünf Länderkämpfe im Ausland bestritten, von denen vier unentschieden endeten und der fünfte die erste Niederlage seit 15 Monaten für den deutschen Boxsport brachte. Ausnahmslos waren verantwortungsbewußte Vertreter der deutschen Sportpresse Zeugen dieser Begegnungen, und mit ihnen waren sich die Offiziellen und Schlachtenbummler der Nationalstaffel darin einig, daß Falschurteile das Ergebnis dieser Kämpfe irregulär werden ließen. Gar zu leicht kann durch eine Betonung dieser Dinge in der Oeffentlichkeit der Eindruck entstehen, die deutsche Staffel könne nicht verlieren und sände stets neue Ausreden, um schwache Leistungen zu bemänteln. Nichts ist peinlicher für eine sportlich denkende Mannschaft und ihre Führung als das Gefühl, durch eine Wiedergabe richtiger Empfindungen Entschuldigungen zu formen. Es muß vorausgesetzt werden, daß mit diesen Ausführungen weder nach Entschuldigungsgründen gesucht wird, noch den neutralen Kampfrichtern, die diesen Kämpfen vorstanden, irgendwie der Vorwurf gemacht werden soll, sich bewußt für das veranstaltende Land entschieden zu haben. Grundübel dieser ganzen Dinge ist und bleibt die nicht klare Fassung der internationalen Regeln, die Möglichkeit, dem Kampfrichter die Bewertung gewisser Kampfmomente zu überlassen und die Widersinnigkeit einiger Regelbestimmungen. Die Wettkampfbestimmungen der FIBA(Féderation Internationale de Boxe Amateure) besagen über die Wertung: Es werden berücksichtigt: a) Trefferzahl, Verteidigung, Angriff und Taktik(nach Ermessen). Verbotene Handlungen sind nicht zu bewerten. Die früher diesen Regeln beigegebenen Erläuterungen, in denen der Grad der Bewertung auseinandergesetzt worden ist, haben keine Gültigkeit mehr. Die praktische Uebersetzung dieser Wertungsvorschriften bedeutet, daß es dem Kampfrichter freigestellt ist, die Verteidigung besonders wertvoll zu benennen(England und Nordländer) oder nicht (mitteleuropäische Länder), daß eine Wertung des Nahkampfes und ein im Nahkampf vollendeter Schlagwechsel gar nicht stattzufinden braucht(keine Wertungsvorschrift in der FJBA=Regel) oder sehr entscheidend sein kann, wenn jeder Treffer, der korrekt gelandet ist, dabei gezählt wird(Regelaussetzung der FIBA), daß Angriff und Taktik nach eigenem Ermessen gewertet werden kann(FIBA=Regel), daß jeder korrekte Treffer zählt, gleichgültig, ob er den Gegner viermäl bis„Neun“ zu Boden bringt oder ob es vier unbehindert landende gerade Linke auf die Brustpartie sind, denen jede Wirkung und jeder Erfolg abzusprechen sind. Härte wird gegenwärtig nicht gewertet!(FIBA=Regel). Ein Kampfrichter kann also z. B. in einem Kampf einem Boxer den Sieg zusprechen, der drei Runden unaufhörlich rückwärts läuft, dabei den nachstürmenden und den Kampf erzwingenden Gegner ein paar Mal mit der geraden Linken abstoppt, selbst viermal schwer zu Boden geschlagen wird, aber stehend über die Runden kommt. Er wertet in diesem Falle die Verteidigung(weil der Gegner verfehlte), gibt ihm für Taktik soviel Plus wie dem Gegner für den Angriff und setzt— da Härte nicht gewertet wird— die fünf Niederschläge gleichauf mit den sechs bis sieben Linken, die wirkungslos, vielleicht mehr instinktiv trafen. Das Urteil dieses Kampfes würde für den Beschauer und für jeden logisch denkenden Sportler unmöglich sein; es ist aber nach den FIBA=Regeln zu vertreten. Ein Kampfrichter, der diesen Unsinn nicht mitmacht, sondern logisch handeln will, bewertet den Niederschlag skark und setzt den Angriff höher ein als einen Weltrekord im Rückwärtslauf. Kampfrichter, die in dieser Eigenschaft auch bei Berufskämpfen tätig sind, werten für die Härte eines Niederschlages soviel wie sechs korrekte Treffer. Und nirgendwo bestehen Regeln, die die Kampfrichter einheitlich schulen und ausrichten, nirgendwo sind gleichmäßige Auffassungen schwieriger als beim Boxen. Solange der Boxkampf nicht mit dem Maßband oder durch den Zeitmesser gewertet werden kann, wird es Falschurteile geben. Sie zu verringern, wird Aufgabe des FIBA=Kongresses sein, der im Monat Juni in Berlin tagt und dem sich eine Richterkonferenz anschließt. Kann man einem Kampfrichter vorwerfen, er habe falsch entschieden, wenn er als einziger Neutraler im Ring und als Punktrichter zugleich in acht harten und heißen Kämpfen Schwerstarbeit im Scheine von strahlenden Jupiterlampen leistet? Kann man es von einem Punktrichter als alleinigen Neutralen erwarten, daß er alles sieht, wenn er auf seinem Platz„festgenagelt“ sitzt und dabei übersehen muß, daß ausgerechnet der Boxer X, der ihm den Rücken zukehrt, mehrere klare Treffer wirkungsvoll landet und dadurch den Sieg bei einem sonst ausgeglichenen Kampf verdient hätte? Wie kann ein Neutraler, auf dem bei ausgeglichenen Kämpfen die ganze Last der Verantwortung ruht, gleichzeitig ein guter Ringrichter und ein korrekter Zähler der klaren, unbehindert landenden Treffer als Punktrichter sein? Der erstmalig von Deutschland vorgeschlagene, bei Ungarn— Deutschland eingeführte Grundsatz eines neutralen Schiedsgerichtes, scheint der einzig richtige Weg zu sein, die Verantwortung von einem auf drei Richter zu übertragen. Wieweit aber diese Kampfrichter einheitliche Weisungen über die Höhe der zu gebenden Hilfspunkte und Wertungspunkte erhalten, ist den Beschlüssen der FIBA auf ihrem Berliner Kongreß vorbehalten. Die Führung des deutschen Boxsports wird sich mit allen ihren Kräften dafür einsetzen, Aenderungen der bisherigen Regeln und ihrer Ausführungsbestimmungen zu erreichen, um dadurch die Wertung der Kampfrichter aller Länder einheitlich zu gestalten. I. Schönrath und Droog in England Daß die deutschen Berufsboxer in England sehr beliebt sind, beweisen zwei neue Verpflichtungen. Am 2. März wird der Krefelder Schwergewichtler Jakob Schönrath in Leicester auf den starken Engländer Jack Lester treffen, während der seit Jahren in Krefeld lebende holländische Halbschwergewichtsmeister Nico Droog einen Vertrag für den 7. März nach Bristol erhalten hat, wo er auf den Südafrikaner Robbu Leibbrandt treffen wird, der beim Hamburger Schmeling=Kampftag mit Adolf Witt über die Runden ging. Larry Gains boxt in Düsseldorf Für den 24. März wird in Düsseldorf eine weitere Berufsboxveranstaltung vorbereitet, für die bereits die Startzusage der kanadischen Mulatten Larry Gains vorliegt. Gains ist einer der erfolgreichsten Ringstrategen, der sich auf Grund seiner ausgefeilten Boxkunst trotz seiner Jahre immer noch in der vordersten Linie der Schwergewichtler hält und gerade in den letzten Wochen wieder von Sieg zu Sieg eilte. Ski=Dauerlauf am 6. März in Winterberg Die Westdeutsche Meisterschaft im Ski=Dauerlauf der Gaue Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein sollte ursprünglich am kommenden Sonntag ausgetragen werden. Der Kampf über eine Strecke von etwa 40 Kilometer ist nunmehr um acht Tage verschoben worden und findet bei günstigen Witterungsverhältnissen am 6. März in Winterberg statt. Wien feiert Weltmeister Kaspar Auf den triumphalen Empfang, den Weltmeister Felix Kasper bei seiner Rückkehr aus Berlin in seiner Heimatstadt bereitet wurde, folgten begeisterte Huldigungen, als Kaspar am Abend seine überragende Kunst auf dem Eise zeigte. Zehntausend jubelten ihm zu. Reichen Beifall spendeten sie aber auch unserem jungen Paar Inge Koch/Günther Noack, deren saubere Vorführung so gut gefiel, daß die Berliner sie wiederholen mußten. Auch Benno Faltermeier fand wieder Anklang. Felix Kaspar wird übrigens Europa bald den Rücken kehren. Schon in den nächsten Tagen begibt er sich nach US A und Kanada, um einer Einladung für mehrere Schaulauf=Abende Folge zu leisten. Die alte Welt sieht solche Reisen nicht gerne, denn gar schon mancher ihrer besten Läufer kehrte nicht als Amateur wieder. ... Keine Winterolympiade 1940? Was man in Kreisen der aktiven Skiläufer, Oesterreich und die Schweiz ausgenommen, nicht für möglich gehalten hatte, ist nun doch eingetreten: Der Internationale Skiverband, die FIS, hat auf dem Kongreß in Helsink den deutschen Antrag, der eine Teilnahme der FIS an der 5. Wintekolympiade 1940 in Sapporo ermöglichen sollte, mit 9:6 Stimmen abgelehnt. Praktisch bedeutet das bereits eine Absage der Winterolympiade 1940, wenn auch rein theoretisch noch die Möglichkeit besteht, daß in Kairo auf dem JOK=Kongreß doch ein Weg gefunden wird, der die Durchführung der Winterspiele ermöglicht. Allerdings scheint der FIS dieser„Ueberraschungssieg“ nicht ganz zu gefallen, denn weshalb wohl hat man noch eine Tür offengelassen, indem man keinen Beschluß über die FIS=Weltmeisterschaften 1940 saßte? Wäre man sich ganz sicher gewesen, so hätte man doch die Weltmeisterschaften 1940 bereits ver... Am 5. März wird geloft Am 4. und 5. Juni wird die erste Hauptrunde der Fußball=Weltmeisterschaft 1938 in verschiedenen französischen Großstädten durchgeführt. Die Auslosung der acht Spiele wird am 5. März 18 Uhr feierlich in Paris erfolgen. Bekanntlich ist vorgesehen, daß Deutschland in Straßburg spielen soll. Warten wir ab, wie unser Gegner heißen wird. Waldlauf der Hitler-Iugend am 20. März Die Teilnahmebedingungen im Gebiet Ruhr=Niederrhein NSG. Wie der Beauftragte für Leibeserziehung im Gebiet Ruhr=Niederrhein 10, Bannführer Willi Hartmann, mitteilt, werden am 20. März von den DI.=Fähnlein und HJ.=Gefolgschaften im gesamten Gebiet Ruhr=Niederrhein Waldläufe als Mannschaftskämpfe durchgeführt. Während der Lauf des Jungvolks über 1500 Meter geht, ist die Strecke für die Hitler=Jugend auf 3000 Meter festgelegt worden. Gewertet werden: 1. Antrittsstärke: Jede Einheit muß mit mindestens 50% ihrer Sollstärke antreten. Dafür erhält sie 50 Punkte. Für jeweils 1% mehr wird ein weiterer Punkt berechnet.— 2. Ordnung: Am Start bis zu 20 Punkte; am Ziel bis zu 20 Punkte.— 3. Zeit: Deutsches Jungvolk, mittlere Zeit für 1500 Meter 8 Minuten= 40 Punkte; Hitler=Jugend, mittlere Zeit für 3000 Meter 15 Minuten= 40 Punkte. Jede Sekunde besser zählt 1 Punkt mehr. Jede Sekunde schlechter zählt 1 Punkt weniger. Jede Mannschaft, die 150 Punkte erreicht, wird ausgezeichnet. Für die Wertung gehen den Bannen besondere Listen zu, die dreifach ausgeführt werden, für Start, Ziel, Berechnung. Die Listen werden bei den Bannen statistisch ausgewertet und der Gebietsführung der Hitler=Jugend eingereicht. ... Kurze Sportmeldungen Beim 3. Sahara=Flug ist auf der ersten Etappe in Brak die deutsche Messerschmidt=Taifun mit Dempewols=Grabler vom NSFK. ausgeschieden. Bei der Landung in Brak wurde das Fahrgestell beschädigt, sodaß die Mannschaft zur Aufgabe gezwungen wurde. 22 Maschinen starteten in Hon zur zweiten Etappe nach der Oase Cufpa. „Germania III“ belegte bei der ersten Wettfahrt der 8 Meter=Boote um die Coppa d'Italia in Genun den dritten Platz. Vor dem deutschen Boot liefen Bona(Italien) und Ilderim(Schweden) ein. Gute Preise wurden auch in diesem Jahr wieder bei der Ostpreußen=Anktion in Berlin erzielt, wenn auch mit 2300 der vorjährige Durchschnitt nicht erreicht wurde. Von den insgesamt 38 verkauften Pferden erzielte der bei der Prämtierung ausgezeichnete Trakehner Hagestolz mit 4600 Mark den Höchstpreis. Die Columbus=Fahrt des DRL., die nach dem Deutschen Turn= und Sportfest in Breslau vom 31. Juli bis 8. August veranstaltet wird, ist noch um einen Aufenthalt in Bergen bereichert worden. Hier findet am 6. August ein Fußballspiel zweier Auswahlmannschaften von Norddeutschland und Norwegen statt, dem beizuwohnen den über 1000 Teilnehmern der Schiffsreise Gelegenheit gegeben wird. Wer sich noch zu dem Preis von 166 RM. aufwärts an der einmaligen Fahrt beteiligen will, muß sich rechtzeitig an den Reiseleiter Bernhard Böge in Berlin=Steglitz, Holsteinische Straße 55 wenden. Gu V ( Vergangen sich auf, die tion schafft ihr tägliches in der nähen dergerissen n lebendigen, Das„Gerät“ der an die 6 stellte Ware hat. 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Wir lassen hier den Schlußpassus folgen: Vergangenes will zurücktreten. Eine Zukunft tut sich auf, die bejaht werden will. Eine junge Generation schafft sich die neue Form der Werkstücke, die ihr tägliches Leben begleiten. Stoff und Form, die in der näheren Vergangenheit ost genug auseinandergerissen worden waren, wollen wieder zu einer lebendigen, sinnerfüllten Einheit zusammenwirken Das„Gerät“, das wohlgeratene Werkstück, will wieder an die Stelle treten, die die sabrikmäßig herge stellte Ware zu Unrecht so lange Zeit eingenommen hat. Ist doch das Gerät ein durch den menschlichen Gebrauch verlebendigtes, erhöhtes und in gewissem Sinne geheiligtes Werkstück. Das geht vom irdenen Krug, den wir brauchen, um das kristallklare Was ser zu schöpfen, über den Holzteller, auf den wir das tägliche Brot legen, das Gott uns beschert nach seiner ewigen Verheißung, die ganze endlose Reihe der Hausgeräte hindurch. Sinnbild will das Werkstück wieder werden. Nicht mehr soll das Licht künstlicher Ersatz für das sonnenhafte Licht der Natur sein Der Leuchter trägt vielmehr sinnbildhaftes Abbild des Ewigen Lichtes, dessen Gott uns auch in der Dunkelheit der irdischen Welt gewiß werden läßt. Die Gegenwart, die uns aufgegeben ist, hat die neue deutsche Werkkunst in ihren Dienst genommen, Dem täglichen Leben des Einzelnen, der Familie und der Gemeinschaft will sie das Hausgerät bieten aus seiner Tradition, die eben als deuesche Tradition uns eine sinnbildhafte Volkskunst ach in Zeiten des Verfalls bewahrt hat. Der Inhalt dieser deutschen Tradition ist unvergänglich aus christlicher Verheißung und deutschem Volkwerden zugleich und in lebensvoller Einheit. Gegenwart und beste Tra dition wollen miteinander verbunden werden. Erbe will zum Besitz im Heute gestaltet weiden: die Form gilt es von Generation zu Generation neu zu schaffen. Die deutsche Werkkunst der Gegenwart will wieder wahrhaft zur Volkskunst werden. Sie ist auf dem Weg, den geistigen Erlebnissen der Volksseele künstlerische Gestaltung und bildhaft anschauliche Auferstehung zu verschaffen. Man muß ihr nur Zeit lassen und ihr ein gutes Geleit geben: gut Ding will Weile haben! Nechtskräftiges Todesurteil gegen einen Mörder und Heiratsschwindler Leipzig, 23. Februar Das Berliner Schwurgericht hatte am 20. Mai 103 den 26jährigen Paul Polte unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit wegen Mordes zum Tode verurteilt. Dieses Urteil ist nun rechtskräfbig geworden, da das vom Angeklagten angerufene Reichsgericht seine Revision als unbegründet ver worfen hat. Der Beschwerdeführer hat in Berlin umfangreiche Heiratsschwindeleien begangen, wobei er auch die Hausgehilfin Alma Garbe um ihre gesam ten Ersparnisse von 2000 RM betrogen hat. Da er für seine Sicherheit fürchtete, ermordete Polte sein Opfer. Wegen anderer Straftaten war gegen Polte durch das genannte Urteil auf 15 Jahre Zuchthaus erkannt worden. Außerdem waren seinem Tatge nossen, dem 25jährigen Reinhard Benner, zwölf Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrenrechtsverlust zudiktiert worden, während der 53 Jahre alte Harald Duerst mit drei Jahren neun Monaten Gefängnis davongekommen war. Auch diese Urteile sind rechtskräftig geworden, nachdem das Reichsgericht die von den Beschwerdeführern eingeleiteten Revisionen als unzulässig verworfen hat. Düppeler Schanze versteigert! Eine nicht alltägliche Zwangsversteigerung wird dieser Tage vor dem Amtsgericht in Appenrade durch geführt. Die Schanze Nummer 10, um die bei der Erstürmung der Befestigungen Düppels 1864 beson ders schwer gekämpft wurde, um den Uebergang nach Alsen frei zu machen, ging nach dem Kriege 1864 in den Besitz eines Werftbesitzers über, der sie zu einem Denkmal ausstattete, bis sie in den späteren Jahren auf dem Wege der Uebereignung in den Besitz der Gesellschaft Düppel=Alsen kam. Diese Gesellschaft ver pachtete die Schanze weiter, bis sie wieder auf dem Wege des Kaufes in den Besitz eines Werftbesitzers kam, der vor kurzer Zeit starb. Da die Witwe dieses Mannes nicht mehr die fäl ligen Abgaben aufbringen konnte, wird die jetzt zu Dänemark gehörende Besitzung auf dem Wege der Zwangsversteigerung unter den Hammer kommen Es ist anzunehmen, daß sie nun in dänische Hände übergehen wird. Was mit den Gräben und den als Denkmal ausgestatteten Kasematten wird, bleibt noch abzuwarten. Es ist aber woyl zu hoffen, daß der neue Besitzer angesichts des deutschen Blutes, das dort vergossen wurde, Pietät aufbringen wird, um das Andenken dieser Schanze in Ehren zu halten. Woran Aerzte sterben In Amerika zwei Drittel an Herzleiden „Arzt hilf dir selbst!“ heißt ein Sprichwort. Die allgemeine Ansicht geht dahin, daß der Mann, der soviel von dem Erkennen und dem Vorbeugen einer Krankheit weiß, sich selber auch in erster Linie schützt und pflegt gegen jegliches Leiden. Aerzte müßten daher die gesündesten Menschen sein und vorwiegend an Altersschwäche sterben, gegen die ja doch kein Kräutlein gewachsen ist. Welches in Europa hauptsächlich die Todesursachen der Mediziner sind, ist uns nicht bekannt. Für Amerika hat sich der Doktor A. R. Barnes von der Mayo=Klinik zu Rochester die Mühe gemacht, eine umfassende Statistik der To desursachen seiner ärztlichen Berufskameraden an zulegen. Nach ihm ist es ein weit verbreiteter tum, daß der Tod durch eim Herzleiden von allen Berufen den nervösen und zoft überarbeiteten amerikanischen Geschäftsmann am meisten erfasse. Vielmehr sind es die Aerzte, die am häufigsten von dieser Todesursache befallen werden! Unter tausend Todesfällen von Aerzten, die Dr. Barnes nachprüfte, waren zwei Drittel auf ein Herzleiden zurückzuführen. Als äußere Unsachen dieser erstaunlichen Erscheinung glaubt Dr. Barnes zwei Tat sachen anführen zu können: Die meisten Mediziner seien gezwungen, zu den unregelmäßigsten Stunden ihrem Beruf nachzugehen, weil sie Tag und Nacht gerufen würden; daher lebten sie auch unregelmäßig was auf das Herz nicht ohne Einifluß bleiben könne. Auf der anderen Seite erlebten die Aerzte soviel Sorgen, Kummer und Elend anderer mit, daß auch dies ihr Herz in ungewöhnlichem Maße angriffe. Die„Blaue VDZ" ist wieder dal Geist und Witz sprengten den Rahmen des Umfanges der„Blauen" vom vorigen Jahr. Die„Blaue VDZ 1938" hat 16 Seiten Umfang. Wenn Frauen elne Reise machen, Dann brauchen sie gar manche Sachen, Sie wird- wie im vorigen Jahr- so auch i Vom Kopf bis zu den Füssen klein, mub alles schick und plcklein sein. diesem Jahr dem Karneval im Verbreitungsgebiet (Sie sind gespannt, wie's weiter gen as lesen Sie in der„Blauen voz“!) der VDZ die Würze geben. Pointen über Pointen- das ist das Motto! Sie werden lachen, lachen- das ist unsere Überzeugung! Die, Blaue B93'istunübertrefflich-so werden Siesagen! Nur 2 Kostproben aus dem 16-seitigen Inhalt: Aus unserer Reportage: Der neue Kulturmittelpunkt Viersens: des Rathauses vorzudringen“ Skizze des neuen Stadtpalastes, die Sr. Tollität unserem „Federkiel“ noch kurz vor Redaktionsschluß als SonderIllustration zu dem auf der ersten Seite der„Blauen VD wiedergegebenen Zwiegespräch übersandte. Es gibt wohl kaum etwas Interessantes in Viersen, Dülken, Süchteln, im Schwalmtal und im Grenzgebiet, das nicht in der„Blauen V93“ seinen Niederschlag gefunden hätte. Die Bezieher der VDZ erhalten die„Blaue VDZ“ anstelle der Sonntagsbeilage kostenlos, die Nichtbezieher erhalten sie zu einem Preis von 20 Pfennig. Die„Blaue VDZ“ ist vom morgigen Samstag ab in allen Geschäftsstellen der VD Z. bei unserer Anzelgenannahme Willy Classen und bei allen Boten der VDZ zu haben. Di Bla Ue VDZ 1 ist wieder ganz gross! Was sagt der Wetterfrosch? Wetterbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort Köln, vom 23. Februar Wetteraussichten bis Freitagabend: Schwachwindig, vormittags vielfach dunstig oder neblig, sonst wolkig, geringe Niederschläge als Schnee, leichter Nachtfrost, wenig geänderte Tagestemperaturen. Im Bergland anhaltend leichter Frost. Sandsturm in Aegypten 15 Tote.— Schiffahrt im Suezkanal unterbunden. DNB. Kairo, 23. Februar. Unterägypten wurde am Dienstagabend von einem überaus heftigen Sandsturm heimgesucht. In den Städten wurde schwerer Materialschaden angerichtet, zumal von zahlreichen Häusern die Dächer abgedeckt wurden. Vom Lande wird der Einsturz von 1000 Häusern, die meist allerdings nur aus Lehm errichtet waren, gemeldet. Trotzdem beträgt die Zahl der Toten bereits 15. Mehrere Dörfer sind auch abgebrannt. Die Schiffahrt im Suezkanal ist vorläufig unterbunden. Wer verzehrt die Bückingsköpfe? Unter dieser Ueberschrift schreibt der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes folgendes: Räucherfische erfreuen sich beim Verbraucher allgemeiner Beliebtheit, auch in den Gegenden, die sich erst jetzt mit der Seefischkost angefreundet haben. Ob Bücking, ob Räucherhering und wie die schmackhaften Kaltblüter alle heißen— sie erscheinen fast immer in ihrer ganzen Schönheit auf dem Tisch. Die Hausfrau entfernt erst den Kopf, die Flossen usw. Es hat sich jedoch noch nicht feststellen lassen, wer eigentlich die Bückingsköpfe verzehrt; dagegen spricht vieles für die Richtigkeit der Vermutung, daß dieser sogenannte Abfall zum Müll geschüttet und vernichtet wird. Das aber paßt nicht ganz zu den Absichten der Hausfrau, die jeden Verderb vermeiden will. Es steht zudem auch im Widerspruch zu der Feststellung, daß der heimische Bedarf an Fischmehl gegenwärtig noch nicht aus deutschen Fängen gedeckt werden kann. Würden die Räucherfischköpfe aber schon in den Räuchereien abgetrennt werden, so könnten die gewonnenen Abfälle direkt den Fischmehlfabriken zugeführt werden! Der Anfang ist übrigens bereits mit den sogenannten„Goldfischen“, die jetzt öfter„kopflos" und schon ausgenömmen auf dem Markt erscheinen, gemacht. Den Verbrauchergewohnheiten entsprechend verkauft man den Räucherfisch in bisheriger Aufmachung. Aber bei Berücksichtigung der oben angedeuteten Verwendungsmöglichkeit der Bückingköpfe wird sich jeder gern zum„kopflosen“ Bücking bekennen und damit die Fischmehlerzeugung steigern helfen. Der Mann ohne Gedächtnis Rätsel um einen„Unbekannten" gelöst Köln, 24. Februar Im Oktober 1937 wurde im D=Zug Köln—Hamburg kurz vor Osnabrück ein unbekannter Mann bewußtlos aufgefunden und in Bremen in ein Krankenhaus gebracht. Während seines Aufenthaltes in der bremischen Krankenanstalt genas der Unbekannte bald wieder. Er konnte aber nicht das Geringste angeben, was zur Ermittlung seiner Person hätte führen können. Man hielt den„Mann ohne Gedächtnis“ zunächst für einen Simulanten, mußte aber bald feststellen, daß es sich um einen seltenen Krarkheitsfall handelt. Nach monatelanger Arbeit konnte die Bremer Kriminalpolizei jetzt endlich das Rätsel um den Unbekannten lösen. Es handelt sich bei dem Mann um den Bergmann Joseph Mauri aus Höngen im Landkreis Aachen. Während der langen Monate seines Aufenthaltes in Bremen bewies der Unbekannte ein erstaunlich gutes Gedächtnis für die seitdem vorgefallenen Geschehnisse; er zeigte musikalisches Talent, schrieb Noten und löste sogar Kreuzworträtsel. Ueber seine Herkunft konnte er aber keinerlei Angaben machen. Da die mit der Beobachtung des unbekannten Mannes betrauten Wärter vermuteten, daß der Mann aus dem Rheinland stammen müsse, veranlaßte die Bremer Kriminalpolizei in rheinischen Tageszeitungen Suchmeldungen. Unter den zahlreichen Zuschriften, die daraufhin in Bremen einliefen, befand sich auch ein Schreiben der Eltern, die ihren Sohn nach dem Bild wiedererkannten. Als man ihm das von seinen Eltern geschickte Bild zeigte, sagte er, daß ihm dieser Mann sehr bekannt vorkomme, er selbst sei es aber nicht. Wer es sei, könne er nicht sagen. Aus Schreiben seiner Arbeitskameraden ging hervor, daß Joseph Mauri früher schon einmal einen gleichen Anfall von Gedächtnisschwund gehabt hat. Im Jahre 1929 hatte er eine schwere Stirnhöhlenvereiterung, wobei er auch eine Operation durchmachen mußte. Als Folge dieser Operation oder als Folge des Genusses eines Narkotikums ist sein gegenwärtiger Zustand wahrscheinlich zu erklären. Die Nachforschungen ergaben weiter, daß Joseph Mauri, der auch als Musikant und Unterhaltungssänger auftrat, Italiener ist, obwohl er in Deutschland geboren wurde. Vor etwa einem halben Jahr wollte Mauri eine Reise nach Italien antreten. Was seit dem Antritt dieser Reise bis zu seinem Auffinden im D=Zug geschehen ist, muß noch geklärt werden. In den nächsten Tagen wird Joseph Mauri von Bremen nach Aachen gebracht, um dort seinen Eltern gegenübergestellt zu werden. Sache der Aerzte wird es dann sein, den„Mann ohne Gedächtnis“ wieder in den Vollbesitz seiner geistigen Kräfte zu versetzen. Der höchste Grad sittlicher Verkommenheit Trier, 24. Februar Die Kriminalpolizei hat eine 48jährige Witwe und ihren 29jährigen unehelichen Sohn festgenommen und dem Amtsgericht zwecks Erlaß eines Haftbefehls vorgeführt, weil sie nachgewiesenermaßen seit mehreren Jahren fortgesetzt miteinander Blutschande getrieben haben. Das Furchtbarste an dem Fall ist die Tatsache, daß aus dem Verhältnis ein Kind geboren wurde, das heute bereits über sechs Jahre alt ist. GOnvign e Solig, Tader Urheberrechtsschutz durch Verlagsanßalt Manz, Regensburg. (Nachdruck verboten.) 9. Fortsetzung Je mehr Baldwin diesen Plan überlegte, um so fester wurde die Ueberzeugung in ihm, daß er gelingen werde. Zunächst mußte der Sumpf entwässert werden. Das war leichte Arbeit. Man brauchte bloß den Erdwall zu durchstechen; dann ergoß sich das Wasser über die Sandwüste, riß eine Menge Humus mit sich, bedeckte den Sand, machte ihn zum Anbau geeignet. Die Menge von Schlamm, die in dem Sumpfe aufgehäuft war, bildete ein natürliches und so reiches Düngemittel, daß Baldwin unwillkürlich an die Ueberschwemmung des Nils denken mußte. Das war fürs erste Jahr Arbeit genug. Im zweiten sollten dann die Quellen gefaßt und in Kanälen über die ganze Wüste geleitet werden, um ihr Jugend, neue Kraft und neue Fruchtbarkeit zu verleihen. Schon sah er endlose Fruchtfelder sich dehnen, sah ein wogendes Halmenmeer, sah am Saume Rinder und Schafherden weiden, die Milch, Fleisch und Wolle lieserten, hörte Schwärme von Immen sum men— wahrhaftig ein Land, das von Milch und Honig floß. Sofort machte er den ersten Versuch. Er eilte zum Rabenhof, holte Pickel und Schaufel und kehrte zum Sumpf zurück. „Herr, segne meine Arbeit!“ betete er und tat den ersten Spatenstich. Dann flog der Pickel und grub eine tiefe Rinne in den Erdwall; ehe eine Stunde um war, zog sich ein schmaler Kanal vom Sumpf zur Wüste, der sich in der folgenden Stunde um das Doppelte vertiefte. Nun schlug Baldwin das letzte Stück Rasen heraus, das die Rinne wie ein Schleusentor verschloß, machte die Oeffnung breiter und stand wartend am User. Der schwarze See geriet in geheimnisvolle Bewegung und plötzlich schoß das Wasser gurgelnd und zischend in den schwarzen Kanal, überflutete das Sandfeld wie ein starker Lebensstrom, der sich aus dem Herzen der Erde in die Adern dieses lechzenden Wüstenkindes ergoß. Der Sand feuchtete sich, das Wasser riß eine schmale Rinne in den harten Grund, rieselte murmelnd dahin, wie suchend und tastend, welchen Adern es zuerst Lebenskraft zuführen solle, ein kleines, dünnes Bächlein rann durch die Sandwüste, tiefer und tiefer hinab. Baldwin lief nebenher und rief jubelnd:„Das Glück kommt zu mir! Das Glück!“ Und immer kräftiger rieselte der frische Lebensstrom, wühlte sich in den Sand, tränkte ihn, führte ihm Nahrung zu, machte ihn fruchtbar. Für heute ließ Baldwin die Arbeit ruhen; er war zufrieden, war hochbeglückt durch seinen Erfolg. Einen triumphierenden Blick auf das Feld seiner Arbeit werfend, ging Baldwin nach Hause und dann hinab ins Dorf, um Hanne und seiner Mutter sein Glück zu verkünden. Ihm schien es, als hätte er eine Goldgrube entdeckt. Nun war er nicht mehr arm. Eine schöne Zukunft eröffnete sich ihm und er konnte das Mädchen, das er liebte, als sein Weib in sein Haus führen. Der Fluch seines Vaters blieb freilich noch immer über ihm schweben; aber er hoffte, auch ihn zu bezwingen und in Segen zu wandeln. Der erste, der ihm im Dorfe in den Weg lief, war der Schmied.„Baldwin!“ rief er,„hast du schon gehört von dem Unglück? Ach die Rosel vom Steinerhof!“ Was ist's mit der Rosel?“ fragte Baldwin mit stockendem Atem. „Ins Wasser ist sie gegangen, zu Mittag hat man sie herausgezogen am Mühlenwehr.“ „Die Rosel— ins Wasser?“ Er glaubte, die Knie müßten ihm brechen. Sein neuentdecktes Land und der Königsschatz— alles war vergessen, brach zusammen unter dem Donnerschlag dieser Unglückskunde.„Ja, warum denn, warum?" „Das weiß niemand", sagte der Schmied und eilte weg, weil der Doktor kam. „Herr Doktor, ist es denn wahr?“ rief Baldwin. „Die Rosel—?“ Doktor Haller sagte ernst:„Ja, es ist wahr! Die arme Rosel ist tot. Ich habe verboten, irgendeinen Menschen zu ihr ins Totenzimmer zu lassen, der Anblick ist gar zu schrecklich.“ „Aber warum— warum hat sie das getan?“ Der Doktor schüttelte den Kopf:„Frage nicht! Komm mit!“ Während sie nebeneinander herschritten, sagte Baldwin:„Herr Doktor, ich muß Ihnen ein Geheimnis verraten. Sie wissen doch, daß mein Vater haben wollte, ich solle die Rosel heiraten. Ich habe Nein gesagt und auch der Rosel meine Gründe angegeben. Sie war ganz geknickt. Glauben Sie, daß sie es deswegen getan hat? Ich hätte keine ruhige Stunde mehr im Leben, wenn es so wäre.“ „Du kannst ruhig sein, Baldwin“, erwiderte der Doktor,„du bist nicht schuld an ihrem Tod. Es ruht ein Geheimnis über dem Leben dieses armen Menschenkindes, die Rosel nimmt es mit ins Grab. „Doktor!“ schrie Baldwin auf und ahnte die Wahrheit. „Still!“ sagte dieser.„Das Grab ist stumm, das arme, heiße Herz hat endlich Ruhe gefunden. Aber schau, da kommt der alte Steiner, der Vater der Toten. Wir wollen ihm die Hand drücken.“ Der alte Steiner kam wankend auf der Straße daher, mit eingeknickten Knien, hängenden Armen und wirren Haaren. Er schüttelte immerfort den Kopf und murmelte:„Ich kann's net glauben, daß mein Kind tot ist! Meine Rosel, mein Kind!“ Die beiden drückten ihm die Hand und der Doktor sagte:„Es ist nichts mehr zu ändern, Steiner! Sie müssen sich in das Unvermeidliche fügen! Daß es Ihnen schwer geht, das glaube ich— aber als Mensch wie als Christ müssen Sie sich in Gottes Willen fügen. Das Mitleid, das man Ihnen entgegenbringt, mag Ihnen Trost sein—“ „Ja— schon! Aber das gibt mir mein Kind net zurück! Ach, meine Rosel, mein Kind! Und jetzt tu ich den schwersten Gang— zum Pfarrer! Ich hab solche Angst, Herr Doktor! Jesus Maria, wenn das Kind kein ehrlich's Begräbnis bekommt? Was tu ich dann? Was fang ich an?“ Doktor Haller nahm ihn bei der Hand.„Warum machen Sie sich unnötige Sorgen? Der Pfarrer ist doch kein Unmensch.“ „In Gottes Namen denn“, seufzte der Steiner, wankte zum Pfarrhaus, zog die Glocke und trat ein. In der großen, weißgetünchten Stube des Pfarrers herrschte feierliche Stille. Steiner saß geknickt auf einem Stuhle und hörte dem Pfarrer zu, der ihm Trost zusprach und die Tote seinem Gebete empfahl. „Ja, ja, Hochwürden", nickte der Bauer in zitternder Angst.„Aber wie— wie ist's mit dem Begräbnis?... Soll meine Rosel begraben werden wie ein richtiger Christenmensch—— oder?..." Ein mildes Lächeln ging über das blasse Gesicht des Geistlichen.„Hören Sie, Steiner!“ sagte er. Der Bauer hob den Kopf und lauschte. Eine Glocke klang— dumpf und schwer sang sie ihr Totenlied. Steiner hob die Hand und legte sie ans Hhr.„Das — das ist ja—— die Scheidungsglocke?“ stammelte er. „Ja, das ist die Scheidungsglocke, Steiner! Sie fordert die Gemeinde auf, für die Heimgegangene zu beten. Sie sagt den Christen, daß die Kirche auch dieser Toten eine liebende Mutter ist!“ Herr Pfarrer, haben Sie— die Glocke läuten lassen?" „Ja!" Da sank der alte Bauer auf die Knie nieder, faßte die Hand des Priesters und wollte sie an seinen Mund führen. Aber dieser wehrte ab.„Nein, nicht so!"— „Gott vergelt es Ihnen tausendmal!“ Noch immer klang die Glocke— und die Sonne war im Sinken. Ihre Strahlen sielen wie breite, goldgesäumte Purpurbänder durch die Fenster und hüllten die beiden Männer in goldenen Schimmer. Da fing der Priester mit leiser Stimme zu beten an:„Herr, gib ihr die ewige Ruhe—“ Der alte Bauer faltete die Hände und sprach die Worte nach wie ein Kind, während ihm die Tränen über das Gesicht liefen. Zwei Tage später wurde Rosina Steiner unter Teilnahme der ganzen Dorfbevölkerung zu Grabe getragen. Mit dem einsamen Manne, der hinter der Bahre einherschwankte, hatten alle Mitleid. Manche warteten auch auf eine donnernde Strafpredigt, die der Pfarrer nach ihrer Meinung halten würde. Doch sie wurden enttäuscht. Nur Worte der Liebe und Güte, des Mitleids und Verzeihens flossen von den Lippen des Priesters, und seine Leichenrede klang mild und versöhnend aus in dem Heilandsworte: Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!“ Bettelmusik Viele Wochen später war das große Werk getan: eine weite Fläche der Wüste war urbar gemacht und angepflanzt. Wie ein riesiges Beet lag sie da, schön planiert und die Sonne brannte und weckte tausend Keime im Schoß der Erde. Voll Freude und Stolz betrachteten Baldwin und Wilm ihr Werk und nicht minder die Ev. Baldwins Vater hatte sich nach langem Drängen und Zureden endlich doch entschlossen, einen längeren Aufenthalt in Wildbad zu nehmen, und Frau Regine begleitete den Hilflosen. So stand das weiße Haus im Dorfe leer und Ev nistete sich auf dem Rabenhof ein, wo es wahrlich Arbeit genug gab. In ehrlicher Bewunderung schlug sie die Hände zusammen und staunte das Wunder an. „Wenn ich jetzt tausend Taler hätte, könnte ich ein seines Geschäft machen!" sagte Baldwin.„Dann kaufte ich ein Dutzend Rinder und fünfzig Schafe für die Heide, in zwei Jahren wäre der Bestand verdoppelt! Schau, Wilm, welche Kraft das Wasser hat! Ueberall, wo nur ein Tröpflein hinsickert, wird die Erde fruchtbar, beginnt es zu keimen und zu sprossen. Handhoch steht das Gras und so frisch und saftig, daß es schade wäre, wenn es im Sonnenbrand verdorren müßte. Ach, Wilm, das wäre eine Weide!“ Wilm blinzelte in die Sonne, schielte nach Ev hinüber und sagte: „Ev, oben am See hab ich ein paar seine Blümerl g'seh'n! Willsts net holen?— An beiner Brust müßten sie sich gut ausnehmen!“ Ev nickte.„Hast recht, Wilm! So ein Sträußlein an der Brust, das sieht ganz feiertäglich aus!“ Sie eilte flink davon und schmetterte ein keckes Lied in die Luft: „Drauß ist alles so prächtig Und es wird mir so wohl, Wenn mei'm Schätzle bedächtig E Sträußle i hol. Mein Herzle tut sich freue Und es blüht auch darin Im Mai, im schöne Maie Han i viel no im Sinn—“ Die beiden lauschten der munteren Sängerin und Baldwin fragte:„Warum hast du denn die Ev fortgeschickt?“ „Weil ich mit dir z' reden hab“, antwortete Wilm. „So red halt. Aber wir können dabei hinaufgehen an den See und die Fallen schließen; für heute ist Wasser genug abgeflossen.“ Wilm nickte und während sie langsam dem See zuschritten, sprach er:„Schau, Baldl, ich bin jetzt mehr als vierzig Jahr auf dem Wildhof—“ „Jawohl, ein richtiges Familienerbstück", lachte Balt.„Du weißt doch, wie wir alle an dir hängen.“ „Hab ich wissen wollen, Baldl! Und nun hör zu. In den vierzig Jahren hab ich mir ein bißchen was erspart, das soll nach meinem Tode der Moni und ihrem Jörg gehören! Dreitausend Mark sind es auf der Sparkass'. Da liegt nun das Geld und ich hab nichts davon, gelt? Du aber, Baldwin, hast Sorgen, du kannst Geld brauchen. Jetzt tu ich dich bitten, Baldl: nimm das Geld! Kauf damit Küh und Schaf und was du willst.— Tu mir einen rechten G'fallen damit! Weißt, ich hab immer so heillose Angst, die Kass' könnt über Nacht verkrachen— also, Baldl, ich bitt dich: nimm das Geld!“ Baldwin war gerührt von der Liebe und Treue dieses Menschen. Da hatte sich jetzt der arme Knecht vierzig Jahre lang abgerackert, gedarbt und sich jeden Genuß versagt, um einen Notpfennig für sich und seine Verwandten zu ersparen— und nun bot er diese Frucht seiner vierzigjährigen Arbeit seinem Herrn an, ohne zu zögern, ohne jede Furcht, daß alles verloren sein könnte! Ja, er redete sich sogar ein, es sei hier besser angelegt und sicherer aufgehoben als auf der Bank, die doch in Ewigkeit nicht fallieren konnte. Baldwin legte seinen Arm um Wilms Nacken und sagte:„Mein lieber Wilm, du bist ein so treuer Mensch, wie man ihn selten findet. Du meinst es gut mit mir, das weiß ich. Aber trotzdem kann uand darf ich dein Angebot nicht annehmen. Denn ich weiß nicht, ob ich dir jemals die entlehnte Summe zurückzahlen kann. Wenn meine Pläne fehlschlagen, ist alles verloren. Darum geht es nicht.“ „Baldl, ich bitt dich, nimm das Geld! Gleich morgen hol ich's auf der Sparkasse!“ „Nein, Wilm— mach keine Dummheit!“ „O, das wär so schön!“ rief Wilm.„Ein Daitzend Kühe, alle mit Glockengebimmel, und fünfzig Schafe auf der Heide— und mitten drinn der alte Wilm in Schlapphut und blauem Mantel, auf die(Schippe gestützt— herrlich!“ Baldwin antwortete seufzend:„Es gibt vial Schönes im Leben, auf das wir verzichten müssen.“ „Dann also net!“ sagte Wilm ärgerlich und in seinem Gesicht begann es zu zucken. „Sei mir nicht böse, Wilm!“ sagte Baldwin. „Das bin ich doch nicht!“ erwiderte Willm.„Im Gegenteil, ich freue mich, weil du so stoltz bist und weil— ich mein Geld behalt und damit tun kann, was ich will! Aber jetzt will ich die Fallen zustoßen!“ Als er die Arbeit besorgt hatte, setzte er sich auf die Balken des Schleusentores und blickte nachdenklich auf das Wasser des„Sees“, das wie ein dunkles Auge glänzte. Indem kam Ev mit einem Strauß Bleimen, die sie gepflückt hatte— Primeln, Enzian und Bergnelken — steckte Baldwin und Wilm ein paar ins Knopfloch und lachte:„So, jetzt habt ihr eure Bräutigamsträuße und könnt gleich morgen Hocheeit machen—“ Sie lachten und kehrten zurück zum Rabenhof. Als sie sich dem Hause näherten, kleungen ihnen die melancholischen Töne einer Zieh=Harmonika entgegen. Die Harmonika schien ein paar Löcher in der Lunge zu haben, denn auf jeden Zug folgte ein Aechzen und Schnaufen, als ob der Marterkasten in den letzten Zügen läge, und dann sentzte es stoßweise, in haarsträubenden Dissonanzen ein: „Du— hu—hu liegst mir im He—9—e—e—eerzen, Du— hu—hu— lie—hihihi—gst wir im Si—hinn!“ Als Ev den Harmonika=Künstles erkannte, stieg ein zorniges Rot in ihre Wangin und mit allen Zeichen des Schreckens rief sie:„Wa hört doch alles auf! Das ist ja der Schmied!“ Und ohne sich/ um ihre Begleiter zu kümmern, lief sie auf den Missetäter zu und fuhr ihn zornig an: „Was tust denn du hier, du Hansnarr?“ Dem Schmied stand vor Schrecken der Atem still. „Nun— hait Musik machen!" stammelte er. „Mit einent solchen Jammerkasten?“ rief Ev. „Dafür bedauken wir uns—“ Damit gab sie der Harmonika einen Stoß, daß sie mit leisem Wimmern zu Boden flog. „Du Bettelmusikant", rief sie erregt,„hättest ja gleich mit einer Drehorgel oder mit einem Dudelsack kommen und einsammeln können!" Sie verbiß ihro aufsteigenden Tränen und ballte die kleinen, braunen Fäuste. Baldwin und Wilm hatten sich rasch entfernt, um nicht Zeuggen dieses Liebesduetts zu werden, und auch Monl schlich ins Haus; nur Jörg, der Weißkopf, wich nicht von der Stelle, sondern blickte mit funkelnden Augen nach dem mißhandelten Kleinod. Hans fuhr sich mit den Fingern hinter den Hemdkragen, am Luft zu bekommen, und rief:„Sakra! Jetzt koufm ich auf den toten Hof und mach dir die schönste Musik— und werd noch geschimpft dafür! Das ist z'viel! Das kann ein Mensch net vertragen! Jetzt freut mich schon die ganze Musiziererei nimmer! Herrschaftsaxn und Granaten— jetzt möcht ich gleich alles z sammenschlagen!“ Er gab der Harmonika einen Fußtritt, daß sie vor Evs Fliße flog. Darauf hatte Jörgl längst gewartet. Wie enn Tiger stürzte er auf die Beute los und eilte mit ihr davon. „Leinsbub“, rief ihm Ev nach,„gibst sie gleich her!“ Aber Hans erklärte wütend:„Er soll sie nur behaltem! Ich rühr sie nimmer an, keinen Ton spiel ich mehr! Aaaah, so was! Alles hab ich dir z' Lieb getan, und hab gemeint, du wärst mit mir zufrieden. Den ganzen Winter hab ich gelebt wie ein Einsiedler, nur d' Harmonika hab ich g'spielt! Und alles ist für die Katz. Herrschaftsaxn— jetzt hab ich genug, jetst geh ich ins Wirtshaus und sauf!“ Ohne einen Blick auf Ev zu werden, ging er mit guoßen Schritten davon. „Jesus Maria!— Hans! Du wirst doch net—?“ rif Ev ihm nach. Aber er kehrte sich nicht daran, schlenkerte zornig die Arme und stapfte davon. Ev sank auf die Bank, verhüllte ihr Gesicht mit der Schürze und fing zum Erbarmen zu schluchzen an. Vie wollte ihn zurückrufen; aber ihr Stolz gab es licht zu— und so blieb das gute Werk ungetan. Hans Sturm setzte inzwischen seinen Weg fort, aber je mehr er sich vom Rabenhof entfernte, um so mehr verrauchte sein Zorn. Auch ihn zog es zurück zu Ev, aber auch bei ihm litt es sein Stolz nicht. Doch auch der Vorsatz, ins Wirtshaus zu laufen, ward aufgegeben.„'s wär doch schad ums schöne Geld!“ dachte er.„Die Ev hat's ja gar net so bös g'meint! Die ist halt ein bißchen heißblütig— aber sonst ein lieb's Ding! Und so schön, so schön!“ Alle Vorzüge Evs kamen ihm in Erinnerung, die Liebe zu dem hübschen Mädchen brannte heißer als je in seiner Brust, und da konnte er nicht anders: er mußte seiner Liebe klingenden Ausdruck geben. Mit lauter Stimme sang er in den hellen Frühlingstag hinein: „Mai Maidle hat e G'sichtle Als wie ne Rosenblatt—“ Mit diesem Liebeshymnus auf den Lippen stieg er zu Tal. Oben auf der Höhe aber, hinter den schützenden Büschen erschien ein verweintes Mädchengesicht, und zwei schwarze Augen sahen dem Davoneilenden nach. Und je lauter Hans sang, um so mehr hellte sich Evs Gesicht auf, und als es jetzt jubelnd heraufschallte: Mei Maidle hat e Herzle, Dös könnt net lieber sei—“, da sagte sie:„'s ist halt doch ein lieber Mensch, der Hans! Vielleicht bin ich ein bischen z'hart gegen ihn gewesen, aber's nächste Mal geb ich ihm ein paar gute Wort— und nachher ist alles wieder gut!“ Mit diesem Vorsatz kehrte sie auf den Rabenhof zurück und zeigte ihren Hausgenossen wieder ein fröhliches Gesicht. Der kommende Morgen brachte neue Arbeit. Dazu kam ein Brief aus Nizza; er duftete nach Rosen, hatte vierzig Pfennig Strafporto gekostet und war von Baldwins Cousine Lizzie Cooper. „Ungenügend frankierte Briefe sind wahrscheinlich eine Spezialität von Millionärstöchtern und gehören zum guten Ton“, dachte Baldwvin und las den Brief. Lizzie schrieb: „Grand Hotel d'Angleterre, am Jardin Publik, Nizza. Good bye, lieber Cousin, was ich alles erlebt habe. Die Saison in Paris, den Fasching in München, die neueste Oper in Monte Carlo und den Frühling in Nizza— wonderful!“ Baldwin schüttelte den Kopf, verzehrte behaglich eine Scheibe Wurst und dachte:„Wir beide hätten zusammengepaßt wie Tag und Nacht! Ich esse Butterbrot und sie schlürft Austern und Sekt; ich arbeite mit dem Grabscheit und sie spielt mit dem Sonnenschirm; ich rieche nach Ammoniak, sie duftet nach Rosen; ich trage Loden, sie geht in Seide! Den Göttern Dank, daß ich ein freier Mann geblieben bin.“ (Fortsetzung folgt.) Die Dr. Oetker-Versuchskuche hat wieder viele neue fett-und eiersparende Oetker-Backrezepte ausgearbeitet und erprobt. Diese Rezepte werden von jetzt ab in den Lageszeitungen und Bildzeitschriften erscheinen. Jch empfehle allen fjausfrouen, sie auszuschneiden und zu sammeln. Vr. Guaust Oetker, Bieleseld Politik auf Radiowellen Mitrofone machen Weltgeschichte Wie Italien dem Negus die Rundsunkreden verdarb- Kommunisten im Rundfunkhaus- Amerikas Präsident dar umsonst sprechen Die Fülle der Rundfunk=Sensationen. Volksbewegung gegen die Lügennachrichten des Straßburger Senders!— Radiokrieg Italien contra England!— London errichtet einen arabischen Rundsunk!— Die Sender der Welt bereiten sich vor, die große Reichstagsrede des Führers am 20. Februar zu übernehmen!— In Stadt und Land im Deutschen Reich werden tausende von Lautsprechersäulen errichtet!— Moskau führt einen wüsten Radiohetzkrieg gegen das Empire in Indien.— Das sind die Nachrichten nur aus einem Monat, die beweisen, wie sehr die Bedeutung des Rundsunks im politischen Geschehen unserer Zeit noch immer weiterwächst. Eine kommunistische Revolte— behandelt vor dem Mikrofon. Die noch junge Geschichte des Rundfunks kennt Episoden von höchster politischer Tragweite und Tragik. Als im Oktober 1934 der separatistisch=bolschewistische Putsch in Katalonien ausbrach, rief der Führer der Aufrührer durch das Mikroson seine An hänger zur Revolte auf. Der Rundfunk war stän diger Ohrenzeuge der dramatischen Vorgänge. Man hörte die Berichte über die Hissung der separatistichen Flaggen, über die Besetzung von Gebäuden, bis schließlich das spanische Militär dem Spuk ein Ende machte. Herr Companys, der„Präsident der autonomischen Republik Barcelonas“— heute wieder in Rotspanien in Amt und Würden— stammelte schließlich vor dem Mikrofon die Worte:„Wir sind eingeschlossen. Bauern Kataloniens, kommt uns zu Hilfe.“ Paar Minuten später hörte man bereits die Marschtritte der Soldaten, die das Rundfunkhaus von dem marxistischen Gesindel säuberten. Erst der Sieg der spanischen Volksfront sollte sie wieder ans Ruder bringen. Italiens Rundsunk setzt den Negus matt. Wie das faschistische Italien Mussolinis die Rundfunksendungen des Negus störte und dadurch die Propaganda=Aktionen der Abessinier durchkreuzte, gehört bereits der Geschichte an. Als die ehemalige Kaiserin an die Frauen der Welt eine Ansprache halten wollte, war kein Wort zu verstehen. Der talienische Rundfunk nahm sie unter Störungsfeuer. Mussolini hat erst das italienische Volk zum Rundfunkhören erzogen. Seine Rundfunkreden, die niemals länger als fünfzehn Minuten dauern, waren und sind die größte Attraktion des italienischen Rundfunks. Die Hörerzahlen steigen ständig, wenngleich Italien auch heute noch die kleinsten Hörerzahlen Europas hat. Von den 41 Millionen Italienern hören 700000 Rundfunk. Doch der Rundfunk holt enorm auf, seitdem Mussolini ihm seine Aufmerksamkeit im besonderen Maße angedeihen läßt. Usurpatoren des Mikros. Als die Kommunisten gegen Vargas und das Ordnungsland Brasilien losschlugen, benutzten sie ebenfalls den Rundfunk. Sie hatten durch monatelange Propaganda einen Teil des Sendepersonals in Rio de Janeiro beschwatzt, sodaß die Agitatoren an das Mikroson gerieten und mit den tönenden Worten „Achtung, Achtung, hier ist die neue brasilianische Regierung“ die südamerikanische Oeffentlichkeit überraschten. Vargas hat dem Spuk allerdings schnell ein Ende gemacht. Auch der ewige Putschist Griechenslands, der kürz lich verstorbene Venizelos, bemächtigte sich bei sei nem letzten Aufstandsversuch im Frühjahr 1935 des Athener Senderaumes. Als Beherrscher des Aethers konten die Putschisten zunächst die Niederlagen ihrer Truppen vor dem Land vernebeln und verheimlichen. Erst als das Rundfunkhaus wieder in den Händen der Regierung war, konnte der Putsch vollkommen liquidiert werden. Die überragende Rolle, die Queipo de Llano als Rundfunkpropagandist der nationalen spanischen Regierung spielte, hatte entscheidenden Einfluß auf den Verlauf des spanischen Bürgerkrieges. Der Dollar beherrscht den Aether. In USA kommt die Politik im Rundfunk in anderer Form als in Europa zum Ausdruck. Hier diregiert nicht der Staat das Radio, sondern das Ka pital. Die 670 Sender Amerikas sind zum überwiegenden Teil Privatunternehmungen, die von den Werbeaktionen großer Firmen existieren. Die 33 Millionen Radioapparate, die Tag und Nacht in Amerika spielen, sind also der Diktatur des Dollars unterworsen. Die Yankees hören, was die Werbe chefs der Industrie ihnen porzusetzen wünschen. Re klamen für Schmieröl und Sirup wechseln mit Jazz Musik und schön frisierten„News". Nur eine Person darf kostenlos zu jeder Stunde vor dem Rund sunk sprechen, der Präsident der Vereinigten Staaten selbst. Auch die großen Parteitage, die die Präsidentschaftskandidaten nominieren, brauchen für die Uebertragungen nichts zu bezahlen. Nach den Parteitagen aber kosten die Uebertragungen der Wahlreden der Kandidaten Riesensummen. Der Priester vor dem Mikrophon. Eine einzigartige Position hat sich in Amerika der Radiopriester Coughlin geschaffen. Sein Rundfunksekretariat, das die Hörerbriefe zu beantworten hat, setzt sich aus hundterfünfzig Personen zusammen. Er zahlt pro Woche für die Benutzung seines Sen ders 10000 Dollar. Das Geld wird aufgebracht durch freiwillige Spenden seiner zahllosen Hörer. (Associated Preß, Zander=Multiplex=K.) General Franco an der Teruel-Front Der Generalissimus der nationalspanischen Truppen und Staatschef des nationalen Spanien, General Franco, an einem Kartentisch während der erfolgreichen Kampfhandlungen gegen die Roten, die jetzt zur Wiedereinnahme von Teruel führten. Handel und Wirtschaft Markt=Bericht der Erzeugerversteigerung f. Gemüse, Obst, Eier u. a. landwirtschaftliche Erzeugnisse G. m. b. H. Straelen vom 24. Februar 1938 100 Pfund: Feldsalat 12.50—20, Wirsing grün 5.00—7, Dauerrotkohl 6.50—7, Dauerweißkohl 5.20 bis 5.40, Rosenkohl A 21.50—22, B 7—14, Grünkohl 8.70—4.40, Rote Möhren A 6.50—8.20, B 3.50—4.50, Rote Beete A 3.50, Rhabarber A 18, Schwarzwurzeln A—B 11—15.30; 100 Bund: Radieschen 12.50 is 14.80; 100 Stück: Sellerie A1 12.50—17.80, A 2 7 bis 11, Porree A1 3.50—6, A2 1,20—3, Kohlrabi weiß 3.“ 100 Pfd.: Cichorien 14.20—16. Schnittsalat 16-22. Anfuhr mittel. Nachfrage gut. Nächste Versteigerung: 3. März 1938. Viehmärkte Osnabrücker Schlachtviehmarkt (Bericht der Notierungskommission) Donabrück, 24. Febr. Bezahlt wurden für 50 Kilo : Kübe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 39—41, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 35—37, fleischige 29—31; Färsen (Kalbinnen): vollfleischige 35—38, fleischige 33; Kälber: beste Mast= und Saugkälber 59—63, mittlere Mast= und Saugkälber 51—57, geringere Sangkälber 40—48, gevinge Kälber 25—27: Schweine: Fettschweine über rd. 150 Kilo Lebendgewicht 54,50, vollfleischige von 135—149 Kilo 53.50, vollfleischige von ca. 120—134 Kilo 52,50, vollfleischige von ca 100—120 K:o 5 M. vollfleischige von ca. 80—100 Kilo 47.50: fette Specksauen 51.50. Auftrieb: Rinder, gesamt 107, darunter: Ochsen 2. Bullen 11 Kühe 82, Färsen(Kablinnen) 12: Kälber 218. Schafe, Lämmer und Hammel 3. Schweine 630 Marktverlauf: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt.— Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht, Markt= und Verkaufskosten, Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über Stallpreise erheben. Börsenbericht Düsseldorf, 24. Febr. Der günstige Abschluß der Commerzbank blieb nicht ohne Einfluß auf den heutigen Börsenverkehr. Die Stimmung war wieder freundlich, wenn auch die Kurse vereinzelt etwas niedriger lagen. Das Geschäft war im großen und ganzen ruhig, zumal man den Abschluß der Vereinigten Stahlwerke abwartet. Nach den ersten Notierungen waren erneut kleine Besserungen festzustellen. Der Rentenmarkt wies keine besondere Anregung auf. Am Kuxenmarkt war das Geschäft heute dem Vortag gegenüber reger bei fester Haltung. Auf dem Braunkohlenmarkt war die Haltung nicht ganz einheitlich. Auf dem Kassamarkt war das Geschäft äußerst ruhig. Die Notierungen wiesen allgemein gegen gestern keine großen Veränderungen auf. Die Börse schloß bei kleinem Geschäft gut behauptet. Amtliche Berliner Devisenkursr Dr. Goebbels am Grabe Horst Wessels DNB. Berlin, 24. Februar Am späten Nachmittag des 23. Februar suchte, wie in früheren Jahren, auch Reichsminister Dr. Goebbels den Nikolai=Friedhof auf. Im Gedenken an den stolzen Kampf und das mutige Sterben seines toten Kameraden legte der Berliner Gauleiter an der Grabstätte Horst Wessels einen Kranz nieder, der das Hakenkreuz und den Namenszug Dr. Goebbels trug. Wie's gemacht wird Greuelhetze und kein Ende DNB. Berlin, 24. Februar Unter der Ueberschrift„Wie's gemacht wird" zeigt der Berliner Lokalanzeiger in einem Artikel, auf welche Weise die ausländische Hetzjournaille ihre Lügenmeldungen über Deutschland ausbrütet und zu immer groteskeren Ausgeburten anwachsen läßt. Es heißt dort: Straßenkämpfe in Berlin— Bürgerkrieg in Stolpe — Militärrevolte in Allenstein— 2000 deutsche Offiziere geschaßt- 19 deutsche Generale mit der Leiche Ludendorffs nach Prag geflohen— Adolf Hitlers Stimme vernichtet, Dr. Goebbels auf der Suche nach einem Double— Schwere Zerwürfnisse wegen der Judenfrage;— nun, wir haben es gelesen, die Welt hat's gelesen, und wir und die Welt haben gefragt: Wie ist's möglich? Wie kann so ein Aberwitz entstehen? Wer gibt sich dazu her, dergleichen sich aus schmutzigen Fingern zu saugen? Jedenfalls war es möglich; und es ist jeden Tag wieder möglich, solange demokratische„Pressefreiheit“ jedem Zeitungsbeflissenen ein Berufsprivileg auf perfideste Ehrabschneiderei erteilt. Das wird etwa so gemacht: In der Pariser„Agence économique et financière", einem sehr„seriösen" Fachblatt, das die kapitalistischen Interessen des„Comité des Forges“ zu vertreten hat und dem man ja nicht ansieht, daß es angelsächsischen Petroleumfuden hörig ist, das vor allem im Büro einer jeden Bank gelesen wird und dadurch von größtem Einfluß auf die Börsengänger ist, wird Mittwoch mit der„vornehmen Zurückhaltung", die einem so„seriösen" Organ ansteht, davon geraunt, gemunkelt, geflüstert,— es seien am Dienstagabend„neue beunruhigende Nachrichten aus Berlin" eingetroffen. Verlagsleiter und Hauptschriftleiter Peter Pfeiffer Stellvertretender Hauptschriftletter: Dr. Ceorg Schmidt zuglech veruntwortlich für Politik und Kommunalpolitik für Lokales, Heimatnachrichten und Provinz: Josef Hubertz für den Sport: Willv Viehoft; für Unterhaltung und die Sonatagsbellage: Christel Groh- Kalt; für den Anzeigenteil Hermann Mertens. alle in Viersen. Bildverantwortliche: die Abteilungsleiter. Verlag: Vereinigte Dreistädte-Zeitung Ci. m. b. H., Viersen Druch: Gesellschaft für Druck und Verlag G. m. b. H., Vierse D. A. I. 38: über 5500. Pl. 6. 10 Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute mittag 1 Uhr unsere liebe Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante, Wue. Juliane Doussier in die Ewigkeit abzuberufen. Sie starb infolge Altersschwäche, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 93 Jahren. Um stille Teilnahme und ein frommes Gebet für die liebe Verstorbene bitten die trauernden Hinterbliebenen. Viersen, Magdeburg, Köln, Süchteln, den 23. Februar 1938. Die feierlichen Exequien mit anschlieBender Beerdigung sind am Montag, dem 28. Februar 1938, 10 Uhr in der St. Josefskirche(¼ vor 10 Uhr vom Sterbehause Friedensstrasse 12). Hierzu wird freundl. eingeladen. Wer aus Versehen keine besondere Einladung erhalten hat, möge diese als solche betrachten. Köln: Sonnabend. 26. Februar 9.30: Kleine Musik. 10.00: Vom Deutschlandsender: Nettelbeck. Ein Mann zeigt den Weg. Hörspiel. 10.30: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 11.00: Sendepause. 12.00: Breslau: Mittagskonzert. 14.15: Ajuja, jetzt geht's los! Schallplatten. 15.15: Heute große Zaubervorstellung! 16.00: Frankfurt: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. 18.00: Was bringt der Reichssender Köln in der nächsten Woche? 18.10: Klever Karneval im Wandel der Jahrhunderte. 19.10: Zur Unterhaltung u. zum Tanz. 20.00: Fünf Minuten vor Karneval mit Gustar Jacoby. 22.30: Berlin: Unterhaltungs= und Tanzmusik. Deutschlandsender: Sonnabend. 26. Februar 10.00: Nettelbeck. Ein Mann zeigt den Weg. Hörspiel 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendepause. 12.00: Königsberg: Musik aum Mittag. 15.15: Zur Unterhaltung. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Fritz, ein junger Hahn Erzählung von Kurt Herwarth Ball. 18.00: Frobsinn und Geselligkeit. 18.30: Musik auf dem Akkordeon. 18.45: Ski=Weltmeisterschaften in Lahti. 19.10: Schön ist die Welt! Eine bunte Schallplattenfolge 20.00: Unser lustiges Wochenend. Motto: Fastnacht naht... 22.20: Königsberg: Hörberichte von den deutschen Eissegelmeisterschaften in Angerburg 22.33: Haydn: Divertimento D=Dur. 23.00: Zur Unterhaltung. Gewinnauszug 5. Klasse 50. Preußisch-Süddentsche (276. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und 1I 14. Ziehungstag 23. Februar 1938 Jn der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 10000 RM. 137523 335183 4 Gewinne zu 5000 RM. 231019 249588 6 Gewinne zu 3000 RM. 80923 248133 347094 14 Gewinne zu 2000 RM. 74251 103662 117696 100236 227536 256686 346893 64 Gewinne zu 1000 RM 31967 35787 37390 40316 57258 58410 102348 119270 146076 148463 152234 173419 174223 185969 199388 210957 217727 260187 293750 309704 316148 334608 336073 342774 849720 350226 361196 379624 380708 382472 383986 394212 92 Gewinne zu 500 RM. 5833 36116 37831 42228 49217 54596 58477 70900 72669 80461 124853 126554 129001 131772 140916 148416 155293 165439 165506 179863 182277 187919 191931 206697 230876 239323 248276 248673 254244 257165 258685 278541 292595 301730 307716 333438 340665 346502 848123 349204 350888 366857 371780 377686 988333 997630 190 Gewinne zu 300 RM. 1567 7407 10666 27455 32135 32428 42713 44592 46927 60981 61648 63171 64719 66616 68486 72173 74114 79502 84126 87160 9 96136 100836 109209 109667 12099 112837 116814 118489 136698 142268 47934 14974 150170 156883 159892 163386 167334 173596 17420 179606 180718 182000 185785 188396 190236 208940 209428 210662 213818 221346 222917 229664 229831 230214 246206 248800 260325 26 26 269847 270130 270594 278908 283464 290637 293659 293846 295369 297435 306291 306971 307228 307446 3175 312734 3128 313110 317067 32085 321478 326373 329846 330697 346136 34817 352345 357575 36401 364171 368646 375647 376857 387570 391730 393062 Jn der heutigen Nuchmittagsziehung wurden gezogen 6 Gewinne zu 5000 KM. 90128 182710 288043 10 Gewinne zu 3000 NM 66692 82704 13048 263063 27697 8 Gewinne zu 2000 KM 7799 26238 42900 95096 120134 162128 284372 397916 398466 46 Gewinne zu 1000 RM. 37726 39085 63384 62625 93975 107976 132393 171121 19001 192440 226462 261958 269238 296568 306266 306508 308141 316269 316454 318480 332345 368169 385155 64 wewinne zu 500 RM. 29759 44841 63148 55708 70872 79195 80109 85870 87147 87890 102746 112716 120809 123298 147749 148467 201290 203010 217832 225989 235961 265866. 28353 30904 321446 3230 331060 944676 349606 355795 373808 390823 134 Gewinne zu 300 RM 619 3363 6290 1826 25918 26648 31063 33946 36917 41067 56773 62141 62178 64019 71642 100148 106943 109753 111213 113338 116810 117540 128995 129050 165200 167459 179698 180460 198658 200259 206768 231329 237338 239127 241327 26812 286312 291117 295039 296423 322492 331704 334249 953189 364760 368166 970439 373685 382145 144530 181439 23275 270221 317146 356086 379220 13362 37034 90796 116379 160513 197912 233560 27534 320619 361132 379246 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu se 500000, 2 zu je 75000, 4 zu se 50000, 6 zu je 30000, 12 zu je 20000, 60 zu se 10000, 104 zu je 5000, 200 zu fe 3000, 542 zu je 2000, 1458 zu je 1000. 2578 zu se 500, 5190 zu se 300, 122840 zu je 150 RM. Statt Karten Carl Busch Katharine Busch geb. Rauen VERMÄHLTE Viersen, den 26. Februar 1938. Hauptstrasse 47 z.Z. Bötzloe, Rauenho, ( Ihre Vermählung geben bekannt Fleischermeister Hans Beurschgens und Frau Wilma geb. Mazur. Karnevals-Stimmung!! — Lachstürme— über — Lachstürme— bringt der lustige Soldatenfilm Der Etappenhase Ein köstlicher Militärschwank mit einem Generalangriff auf Zwerchfell und Lachmuskeln und das große Beiprogramm Nur bis einschl. Montag Ab Dienstag: Neues Programm Geschäfts-Uebertragung. Unsern verehrten Geschäftsfreunden teile ich mit, daß ich mit dem heutigen Tage meine Konditorei Herrn Ferdinand Gisbertz übertragen habe. Wirtschaft u. Café werden von mir in unveränderter Weise weitergeführt Mit dem Dank für das bisher geschenkte Wohlwollen verbinden wir die Bitte, es uns auch weiterhin zu erhalten Wwe. Willi Büscher, Dülken. Geschäfts-Uebernahme. Mit dem heutigen Tage übernehme ich die bisher von Herrn Willi Büscher geführte Konditorel. Durch jahrelange Tätigkeit in nur ersten Häusern bin ich in der Lage, jedem Wunsche gerecht zu werden. Ich bitte daher, sich von meiner Fähigkeit auf dem Gebiete der Backkunst zu überzeugen und mir das dem Hause bisher geschenkte Vertrauen zu übertragen. Ferdinand Gisbertz, Konditormeister Einer der gewaltigsten Spionage- und Kriminalfilme des Jahres 1938! Dülken Weltstadt- Revue in der Schauburg! In dieser prunkvollen Umrahmung bringen wir ab heute Freitag ein pompôses Jest- Programm Viktor de Kowa Paul Hartmann Suse Grat v. Schlettow- H. Richter- Tatjana Sals u. v. a. Sensationell! Dramatisch! Mitreißend! Erfüllt von erregender Spannung zur genussreichen Festtagsfreude für jedermann. Das verführerische Spiel einer schönen Frau. die da singt: MARINA EEGERTN- FRITZ UOE DONGEN Attraktionen Nie dagew Beginn 3.11 Uhr. Rosenmontag in Waldniel einmaliges Gastspiel des weltbekannten Narren-Zirkus laufenden Band! esene Leistungen! Eintritt frei. Die Zirkusleitung. 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