e F K. 2. Stück. Dienstag, den g. Januar 8 1• Marokkanische Justiz Zum Beweise, wie wenig sicher Ge 5 Pe Jabe te. meisch am H züre bey sein se das Lebea u. mögen der Unterthanen in dewp##tichen dient folgende schauderhaft Kamens Cardozo war Ens des Kaisers von Warcfte. wegen einer Streitiskeit mit einem Minister, haft sitzenden Bruder zween Briefe von ihm er den haben, worin gesagzt wurde,„alle Marol####ner seyzen Spitzbuben, und der Kaiser halte sein Wort nicht.“ Hierauf ließ ihm der Kaiser am 24. Sept. 1786. des Morgens um 8 Uhr, ohne seine Vertheidigung zu hören, im öffentlichen Audienzsagl 200 Stockschläge geben, und ihn hernach auf dem Schloßhofe mit 10 Flintenkugeln erschiessen. Der entseelte Körper ward in Stücke zerhauen, welche zum Theil den Hunden vorgeworfen, zum Theil den Strassenbuben überlassen wurden, welche sie in ein eigends dazu angezündetes Feuer warfen.— Nachher erfuhr der Kaiser, daß einer der Feinde des Cardozo die beyden Briefe geschmiedet habe. Er ließ daher, um sein begangenes Unrecht wieder gut zu machen, das nämliche Urtheil verschärft an diesem Bösewicht vollziehen, dem Bruder des ungläcklichen Cerdogs 4000 barbarische Ducaten auszahlen, und die gane ze Verlassenschaft des so grausam Hingerich übergeben.— Aber, konnte er hierdurch Cardozes Schatten besänftigen? Es scheint doch, daß Iwen Wastkiewirsch II. seines gleichen habe. Holland. Ueber Holland schwebt jezt eine unglückschwangere Wolke. Man glaubt, daß sie bey der nächsten Versammlung der Generalstaaten am 1o. dieses losbrechen werde. Handel und Handwerke stocken, ganze Jamilien verarmen, indem fast jeder sich unter die 6 Bürgercorps begiebt. Viele dieser Leute haben sogar ihre Kleidung in die Pfandhäuser bringen mussen. Kan sagt, jezt wollten die Bürgercorps die Staaten von Holland nothigen, mit dem Erbstatthalter keinen Vergleich zu schliessen. Zu Voorbürg in der Gegend vom Haag lockte neulich, am 26. Dec. ein Oraniencorps den patriotisch gesinnten Secretar des Orts des Abends in ihre lustige Gesellschaft. Man warf ihn nach vielen Mißhandlungen endlich zur Thüre hinaus. Die Patrioten rühmen den Französischen Gesandten, Marquis von Berac, wegen seiner Leutseligkeit, Freundlichkeit und Freymüthigkeit sehr, klagen aber noch immer üder die Unbiegsamkeit des Erostatthalters, wovon er noch neulich einen Beweis gegeben habe, indem er bey der Magistratswahl von Delft drey Rathsglieder vorbeygegangen sey, bloß deßwegen, weil sie nicht unter seine eifrigsten Anhanger gehören. So lange, fahren sie fort, der Prinz in keinem Stücke nachgeben wolle, würden weder der Marquis von Perac, noch der Preuss. Gesandte, Graf v. Görs, eine Aussöhnung zu Stande bringen. Der neue Rath von Uetrecht hat zu verschiedenen Malen bereits 67,000 Gulden aus den Wein= und BierComtoiren ausgenommen. Am 23. Dec. gieng zu Uetrecht ein Constabler=Ofsicier mit der Patriotencasse durch; hierüber machen sich die Oranischgesinnten recht lustig. Im Staatsrath der Republik,(Raad van Staaten,) welcher die höchste Direction der Finanzen und der Land= und Seemacht der Union hat, ist beschlossen, dem Prinzen aufzutragen, daß er künftig keinem Officier der reformirten leichten Truppen, ohne wichtige Ursachen und ohne Vorwissen des Staatsraths, über vier Monat Urlaub geben soll.— Die schon seit 1777. zu Amsterdam errichtete Gesellschaft der nschaften und schönen Künste, welche sich mit der Literatur, der Philosophie, dem Commerz, der Schifffahrt, dem Ackerbau, der Physik, der Zeichen u. Malerkunst, der Musik 2c. beschäftigt, hat auf der Keisers-gragt einen geräumigen Platz gekauft, um darauf ein Gebäude für ihre täglichen Versammlungen zu errichten. Sie hat einen Preis von 70 Ducaten auf den besten, und einen von z0 auf den diesem nachstkommenden Plan eines solchen Gebäudes gesetzt. Dergleichen Gesellschaften giebt es viele in Holland, B. Het Dichtilevend Genootfchap zu Rotterdam 2c.“ Und man kann mit Recht behaupten, daß die Holländische Sprache, besonders die Sprache des Umgangs, länger und besser ausgebildet ist, als eben die Deutsche, und daß die Holländer für viele Begriffe Worte haben, wofür wir gar keine haben, und welche wir also auch einander nicht mittheilen können. Es wäre wohl der Rühe werth, daß man diese Sprache mehr erlernte, und daraus unsre Hochdeutsche Sprache bereicherte. Wir hätten uns dessen gar nicht zu schämen, indem Tacirus die von den Xarten (einer Deutschen Nation) entsprossenen Baraver (die heutigen Holländer) unter die tapfersten Völker zählt. Claudius Civilis, ein Baravischer Held, machte auch den Römern genug zu schaffen. Und die Tapferkeit dieser Nation im XVI. und XVII. Jahrhundert, die wichtigen Dienste, welche sie den Wissenschaften geleistet hat, sind zu bekannt, als daß sie unsres Lobes bedürften.— Man hat es als eineunerhörte Neuigkeit angesehen, daß man in Holland den Prinzen von Oranien nicht mehr im öffentlichen Kirchengebet nennen wollen. Wir haben ein schon im J. 1663. zu Amsterdam gedrucktes Buch, unter der Aufschrift: Public Gebedt, vor uns, worin hiergegen, als gegen einen Mißbrauch, geeifert wird, indem der Prinz nicht als die wahre Obrigkeit, sondern als ein Diener des Staats anzusehen sey, und man nur für die wahre Obrigkeit, beym öffentlichen Gottesdienst, beten dürfe. Das zu Zartem bisher gelegene Reg. Pletrenberg ist unter den Verwünschungen der Bürger abmarschirt, u. durch das Reg. Oranien=Geldern ersetzt worden.— Der Kurkölnische Gesandte, Baron von Leykamp, ist am 28. Dec. aus dem Haag unvermuthet abgereist. Seit einigen Jahren sind die Erderschätterun 8 gen fast in ganz Europa allgemein, auch dieses Jahr. Im Nov. und Anfangs Der. hatte man in Schlesien, Polen, Gallizien, Ungarn, Mähren häusige Erdbeben, besonders am 3. Dec. Die Felsen der Karpatischen Gebirge sind auf einen ganzen Schuh gerissen.—3 Stunden von Semlin in Syrmien ist auf einer Anhöhe ein unterirdisches Wasser hervorgebrochen, und hat die flachen Gegenden auf zwo Stunden weit überschwemmt.— Der Kaiser hat, um den Aberglauben auszurotten, allen Druck der Ablaßzettel, worin derselbe den Seelen im Fegfeuer zugeeignet wird, untersagt.—Oeffentlichen Berichten zufolge ist der Erzbischof von Salzburg schon am 2r. Dec. von Wien abgereist.— Die barbarischen Seeräuber werden nicht nür so dreist, die Englischen Schiffe anzugreifen, sondern haben auch noch vor einiger Zeit d. Abbe Romey und einen St. Audwigsritter, unweit der Stadt Ostia in Italien, am Meeresufer ergriffen und nach Algier geschleppt. Romey ist ein Freund des gelehrten Marg. von Condorcet in Paris.— In England werden jezt die Verbrecher nach der Botanybay in Neuholland gebracht, um daselbst eine Colonie anzulegen. Die Leute machen sich von diesem Lande so vortheilhafte Begriffe, daß einige bloß deßwegen stehlen, um dahin zu kommen. Noch neulich stahl ein Soldat zu dem Ende einen Hut, verfehlte aber seinen Zweck, und ward auf 7 Jahre nach Africa verurtheilt.— Die Wechselverfälscher, Bechade u. che, welche so treflich aus Hunderten Tausende zu machen wusten, find in Amsterdam arretirt und nach Paris gebracht worden.— Der neue Päbstl. Nuntius zu München, Monsignore Joglio, ist in der vollkommensten Ausübung seiner angemaßten Rechte, u. will auch seit dem May 1786. die Herzogth. Jälich u. Berg. beherrschen. Allein die 4 Erzbischöfe von Köln, Trier, Mainz u. Salzburg haben es nicht nur bey Sr. Kaif. Maj. dahin gebracht, daß diese Eingriffe in die bischöfl. Rechte nicht lange dauren werden, sondern die Sache auch ihren Suffraganen u. den benachbarten Bischöfen vorlegen lassen, und dieselben zum Beptritte eingeladen.