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Amtliches Kreisblatt und meistverbreitete Zeitung im Verbreitungsgebiet Grenzgebiet un Schwalmtal Geschäftsstellen: Breyell, Fernruf Amt Lobberich 312* Waldniel, Fernruf Amt Amern 261 Anzeigenpreis: 1 mm hoch u. 84 mm brett 10 Pfeunig für Auswärtige 15 Pfennig. Keklameanzeigen: 1 mm hoch u. 80 mm breit 30 Pfennig, für Auswärtige 45 Pfennig. Bei Wiederholungen Rabatt lant Tarif. Bei Klageerhebung, Konkurs usw. fällt jeglicher Kadatt fort. Offertgebühr 20 Pfennig. Illustrierte Beilage:„Heimat und Wel" Nr. 253 Mittwoch, den 29. Oktober (Narzissus) 1930 Einigung im Berliner Metallarbeiter=Konflikt. Die Arbeiten werden sofort unter den alten Bebingungen wieder aufgenommen. Berlin, 28. Okt. Unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers Dr. Stegerwald fanden am Dienstag im Reichsarbeitsministerium Verhandlungen mit den Vertretungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Berliner Metallindustrie statt, die mit folgender Vereinbarung endeten: 1. Die Arbeit wird sofort unter den alten Bedingungen wieder aufgenommen. Maßregelungen aus Anlaß dieses Streiks finden nicht statt. 2. Die Entscheidung der im Schiedsspruch vom 10. Oktober behandelten Fragen erfolgt durch Schiedsspruch einer Schlichtungsstelle. Sie besteht aus drei Unparteiischen, die vom Reichsarbeitsminister nach Benehmen mit den Parteien ernannt werden. 3. Die Verhandlungen vor der Schlichtungsstelle sind möglichst bald zu beginnen. Die Entscheidung hat spätestens in der ersten Woche des November zu erfolgen und ist endgültig. Am Mittwoch setzen sich die Betriebsräte mit den Firmen wegen der Wiederaufnahme der Arbeit in Verbindung. Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches im mitteldentschen Brannkohlenbergbau. WTB. Halle, 28. Okt. Im Arbeitszeitstreit der Angestellten im engeren mitteldeutschen Braunkohlenbergbau war vom Arbeitgeberverband für den Braunkohlenbergbau nach Ablehnung des Schiedsspruches vom 29. September 1930 durch die Angestelltenverbände die Verbindlichkeitserklärung vom Reichsarbeitsminister beantragt worden. Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr diesen Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Danach tritt das bis zum 30. September 1930 in Kraft gewesene Mehrheitsabkommen für die kaufmännischen und technischen Büroangestellten unter Verkürzung der bisherigen Kündigungsfrist und mit kleinen Abänderungen wieder in Kraft. Einigung des Stahlkartells? WTB. Paris, 27. Okt. Wie der Jaurnee Industrielle aus Luxemburg gemeldet wird, sollen sich alle Ländergruppen des Stahlkartells dem am 18. Oktober in Paris gefaßten Beschluß angeschlossen haben. Das Stahlkartell werde somit bis Ende 1930 verlängert und die Produktion aufgrund des Lütticher Vorschlages um 25 Proz., berechnet nach der Oktoberproduktion 1929, herabgesetzt. Für den Schutz des französischen Inlandsmarktes würden die früher getroffenen Vereinbarungen gelten. Riesenfusion im englischen Bergbau. WTB. London, 28. Okt. Den Blättern zufolge sprach sich gestern eine Versammlung von Bergwerksbesitzern in Lancashire und Cheshire mit überwältigender Mehrheit für völlige Verschmelzung der Kohlenbergwerke in den beiden Grafschaften in einer einzigen Unternehmung aus. Ein Ausschuß wurde ernannt, um die Einzelheiten zu erörtern. Nach dem Zusammenschluß würde die neue Unternehmung die größte Kohlenbergwerks=Unternehmung von Großbritannien sein. Sie würde über ein Kapital von annähernd 12½ Millionen Pfund Sterling verfügen und etwa 220 Gruben mit 15 000 Bergleuten und einer jährlichen Kohlenerzeugung von 18000 Tonnen in ihrem Besitz haben. Der Brief des Reichsinnenministers an Braunschweig. Sperrung der Polizeikostenzuschüsse. Berlin, 28. Okt. Zu dem Schreiben des Reichsinnenministers Dr. Wirth an die brannschweigische Regierung, in dem mitgeteilt wird, daß der Minister sich die Sperrung der Polizeikostenzuschüsse an Braunschweig vorbehalte, hören wir, daß die Angelegenheit bereits seit 14 Tagen in der Schwebe ist. In dieser Zeit haben auch wiederholt Besprechungen mit Vertretern Braunschweigs stattgefunden. In politischen Kreisen hält man es durchaus für möglich, daß die Sperrung der Polizeikostenzuschüsse wegen des Verhaltens des braunschweigischen Innenministers Dr. Franzen in der Angelegenheit der Verhaftung des Landwirtes Guth erfolgt, da Dr. Franzen unter dem Verdacht der Begünstigung einer strafbaren Handlung steht, und ein derartiger Vorwurf gegen den Polizeiminister eines Landes nicht mehr als eine persönliche Angelegenheit des betreffenden Ministers angesehen werden kann. Reichskabinett und Osthilfe. Minister Treviranus in Ostpreußen. CNB. Berlin, 28. Okt. Wie wir erfahren, werden die Beratungen des Reichskabinetts über die Osthilfe, die gestern bekanntlich vertagt worden sind, voraussichtlich erst im Laufe der kommenden Woche fortgeführt werden können. Inzwischen ist der Reichskommissar für die Osthilfe, Reichsminister Treviranus, nach Östpreußen gefahren, um noch genauere Erhebungen anzustellen. Er wird diese Untersuchungen auch in Pommern durchführen, um so an Ort und Stelle ein genaues Bild der Notwendigkeiten und Möglichkeiten einer erfolgreichen Unterstützung des notleidenden Ostens zu gewinnen. Bei den gestrigen Beratungen des Kabinetts handelte es sich u. a. um die Frage, ob die Antragfristen für den Vollstreckungsschutz, die am 81. Oktober ablaufen, verlängert werden sollen. Die Ansichten darüber sind geteilt. Insgesamt liegen bisher nur etwa 500 Anträge vor, wovon ein sehr erheblicher Teil aus Kreisen kommt, die gar nicht unter den Vollstreckungsschutz fallen. Aus Pommern sind, im Gegensatz zu anderen Darstellungen, übrigens auch nur 80 Anträge eingegangen. Die Bedenken richten sich nun dagegen, daß die Verlängerung des Vollstreckungsschutzes den Anschein eines Moratoriums erwecken und kreditschädigend wirken könnte. Anderseits haben sich die betroffenen Gebiete trotz der Tatsache, daß von dem Schutz nur im verhältnismäßig geringen Umfange Gebrauch gemacht worden ist, sehr stark für die Verlängerung eingesetzt. Man kann wohl annehmen, daß Reichsminister Treviranus auch dieses Problem durch persönliche Fühlungnahme zu klären beabsichtigt. Eine weitere wesentliche Frage ist die räumliche Ausdehnung der Osthilfe auf ganz Pommern, Mecklenburg=Strelitz und Mecklenburg=Schwerin, Brandenburg und Niederschlesien. Hierbei spielt vor allem die Aufbringung der Mittel eine Rolle. Ausgeschlossen ist sie offenbar für die Ausdehnung der Lastensenkung auf das erweitere Gebiet. Ein weiterer interessanter Vorschlag des Reichsministers Treviranus geht dahin, aufgrund des Reichsgesetzes über die Arbeitslosenversicherung und die Fürsorgepflichtverordnung im Östhilfegebiet Unterstützungsempfänger in größerem Umfange zu Meliorationsarbeiten heranzuziehen. Der Minister hat für diesen Zweck sechs Millionen Mark aus der produktiven Erwerbslosenfürsorge angefordert. Die Entscheidung darüber dürfte jedoch erst im Zusammenhang mit den anderen Einzelfragen der Osthilfe erfolgen. Zinshilfe für Ostpreutzen. CNB. Berlin, 28. Okt. Bekanntlich schweben seit längerer Zeit auf Beitreiben der Reichsbank Verhandlungen mit den Kreditinstituten, die darauf abzielen, für Ostpreußen Zinserleichterungen zu schaffen. Diese Verhandlungen sind jetzt zum Abschluß gekommen. Durch das Abkommen, das noch von den Verbänden der Sparkassen, Genossenschaften und Banken unterzeichnet werden muß, sollen diese verpflichtet werden, gewisse Zinssätze nicht zu überschreiten. Das Abkommen muß bis zum 1. Dezember unterzeichnet sein und soll dann sofort in Kraft treten. Man kann nach dem Ergebnis der bisher gepflogenen Besprechungen erwarten, daß die Zustimung der beteiligten Verbände gegeben wird. Das Abkommen soll in erster Linie dazu dienen, Auswüchse hinsichtlich der Zinssätze und Zinsbedingungen zu beseitigen und zu verhindern. nen, daß die Eisenbahnstrecke von Liegnitz nach Raudien unterbrochen wird. Einstellung der Oder=Schiffahrt. WTB. Oppeln, 28. Okt. Das anhaltende Regenwetter hat in Verbindung mit der Rückstauung der an den Unterläufen bereits angeschwollenen Flüsse auch in Oberschlesien Hochwasser verursacht. Bei der Oder wirkt sich der andauernde Regen am meisten aus. Da sir in ihrem Oberlauf den höchsten schiffbaren Wasserstand erreicht hat, wird die Schiffahrt morgen eingestellt. 190 Japaner auf Formosa niedergemetzelt. WTB. Tokio. 28. Okt. Nach neueren, noch nicht bestätigten Meldungen, sollen bei dem Aufstand der altmalaiischen Stämme im Inneren der Insel Formosa 190 Japaner einschließlich 20 Schüler niedergemetzelt worden sein. Das Hochwasser steigt weiter. Schwere Unwetterschäden in Schlesien. WTB. Görlitz, 28. Okt. Die infolge der anhaltenden Regenfälle eingetretenen Ueberschwemmungen haben in vielen Teilen Schlesiens katastrophale Ausmaße erreicht. Die Neiße erreichte hier heute früh um 5 Uhr einen Höchststand von 8,98 und ist seither langsam im Fallen begriffen. In Görlitz sind mehrere Straßen überflutet. In der Gegend von Freystadt stehen die Ortschaften Streidelsdorf, Luisdorf und Teichhof vollkommen unter Wasser und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Pioniere aus Glogan sind damit beschäftigt, die Orte zugänglich zu machen. Im Löwenberger Kreis erreichte das Hochwasser gestern abend seinen Höhepunkt. Die gewaltigen Wassermengen rasten talwärts, Zänne, Hausgerät und Tierkadaver mit sich führend. Hente morgen bildete das ganze Bobertal einen langgestreckten See, aus dem einzelne Gehöfte als einsame Inseln hervorragen. Auch die Bahnstrecke nach Kirschberg ist vom Hochwasser bei Grunau zerstört worden. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Das Norf Nieder=Görisseifen bietet heute früh ein grauenhaftes Bild der Verwüstung. Zahlreiche Orte sind unterspült und dem Einsturz nahe. Die vom Wasser eingeschlossenen Bewohner verlebten in den obersten Stockwerken ihrer Häuser eine bange, kalte Nacht. Die Talsperre Mauer hatte heute früh um 10 Uhr 87,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Der Zufluß beträgt pro Sekunde jetzt 820 Kubikmeter Wasser, der Abfluß 200. Wenn die Regenfälle weiter in dem Maße anhalten, dann ist damit zu rechnen, daß jegen Abend die Talsperre gefüllt ist und der Ueberauf in Kraft tritt. Das Fassungsvermögen der Talsperre beträgt etwa 50 Millionen Kubikmeter. Auf sächsischem Gebiet sind in Nieder=Oderwitz, Mittelherwigsdorf, Hainewalde, Groß=Schönau, Seifhennersdorf usw. verschiedene Straßen unpassierbar. Die unteren Stockwerke einzelner Häuser sind überflutet. Die ganze Gegend stellt eine Kette von Seen dar. Die beiden Talsperren von Marklissa und Goldentraum sind gefüllt und laufen über. In Ulbersdorf(Kreis Goldberg=Baynau) ist das ganze Deichseltal überschwemmt. Viele Häuser mußten geräumt werden. Das Vieh wurde nach höhergelegenen Stellen geschafft. Die Brücke in Niederdorf ist völlig überflutet. Im Weidenburger Bergland hat der seit Sonntag ununterbrochen niedergehende Schneefall erhebliche Schäden angerichtet. Mehrere Landstraßen waren durch die Verwehungen unpassierbar geworden, so daß der Schneepflug eingesetzt werden mußte. Eine schreckliche Nacht verlebten die Dorfbewohner von Bramberg(Kreis Juer). Am Montag gegen 10 Uhr kam die Nachricht, daß die Landwirte, die in Niederdorf wohnen, das Vieh aus den Ställen holen sollten. In der stockfinsteren Nacht war das Unterbringen des Viehes bei den Nachbarn eine schwere Arbeit. Dienstag früh um ½3 Uhr wurde zum Schutz des Neisse=Dammes die freiwillige Feuerwehr alarmiert, da das Hochwasser in beängstigender Weise stieg. Weite Landstrecken standen unter Wasser und sind für den Verkehr gesperrt. In Alt=Beckern ist heute vormittag gegen V10 Uhr der Katzbach=Damm gebrochen. Die Wassermassen stürzten mit großer Gewalt ins Land. KleinBeckern steht völlig unter Wasser. Wie aus Breslau gemeldet wird, führt auch die Oder starkes Hochwasser, besonders im oberen Teil. Aus dem Hochgebirge wird orkanartiger Sturm gemeldet. Auch im Flachland sind vielfach Böen bis zu 100 Kilometer Stundengeschwindigkeit aufgetreten. Weiteres Steigen des Hochwassers. WTB. Breslau, 28. Okt. Wie vom Observatorium Krietern mitgeteilt wird, hielten die Niederschläge in den vergangenen 24 Stunden in unverminderter Stärke an. Die Niederschlagsmengen überschritten vielfach wieder 50 Millimeter und erreichten in Bad Landeck 96 Millimeter. Da es wärmer wird, beginnen nunmehr auch die in mittleren Gebirgslagen gefallenen Schneemengen zu schmelzen, wodurch ein weiteres Steigen des Hochwassers eintritt. Bahnstrecke Rottbus—Görlitz durch Hochwasser unterbrochen. WTB. Halle a. d. Saale, 28. Okt. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Halle(Saale) teilt mit: Durch Hochwasser der Weißen Schöps(Nebenfluß der Spree) ist die Bahnstrecke zwischen Horka und Uhsmannsdorf gesperrt. Der Durchgangsverkehr Kottbus—Görlitz wird umgeleitet über KottbusSorau-Kohlfurt. Der Ortsverkehr wird durch Pendelverkehr aufrechterhalten. Dammbruch. Liegnitz, 28. Okt. Bei Alt=Beckern ist am Dienstagvormittag der große Katzbach=Damm durchgebrochen. Die Fluten setzten im Nu die in der Nähe gelegenen Gehöfte unter Wasser. Das Vieh konnte noch gerade rechtzeitig gerettet werden. Der Schaden, den das Wasser angerichtet hat und noch anrichten wird, übersteigt alle Befürchtungen. Der Damm hinter der Schleuse, der den gewöhnlichen Wasserspiegel der Katzbach um etwa sechs Meter überragt, war bereits in der Nacht zum Dienstag überspült worden. Das Wasser hatte den Dammrand tief eingerissen. Noch in der Nacht wurden die umliegenden Feuerwehren alarmiert. Die Risse wurden mit Sandsäcken ausgefüllt. Das Wasser spülte die Säcke jedoch rasch hinweg. Das niedergelegene KleinBeckern stand schon vorher fast vollständig unter Wasser. Noch bis zur letzten Stunde setzte man alles daran, um die katastrophalen Folgen eines Dammbruchs zu verhindern. Man befürchtet jetzt den Einsturz der Katzbachbrücke bei Pfaffendorf. Heute vormittag ist in der Nähe von Rüstern auch der Schwarzwasser=Damm geborsten. Wenn die Schwarzwasser noch weiter steigt, ist damit zu rechAbschluß der Probefahrten des Flugschiffes„Jo X“. WTB. Altenrhein bei Rohrschach, 28. Okt. Das Flugschiff„20 X“ ist nach Abschluß der von der Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin=Adlershof vorgesehenen Flüge nunmehr von der endgültigen Besatzung übernommen worden. Diese Besatzung will das Flugschiff unter Führung des Flugkapitäns Christiansen über Amsterdam und England nach Lissabon und von dort über die Azoren= und Bermuda-Inseln nach Neunork steuern. Sie besteht aus 12 Mann, sechs Offizieren und sechs Bordmonteuren. Gewissermaßen als Abschluß der Probeflüge über den heimatlichen See des Flugschiffes startete „20 X“ heute mittag zu einem nahezu fünfstündigen Flug über dem Bodensee, um nochmals im Fluge einer genauen Kontrolle in allen seinen Teilen unterzogen zu werden. Das Wetter war sehr böig. Trotzdem hatten die wenigen Passagiere, die am Fluge teilnahmen, den denkbar besten Eindruck. Nur leicht schwankte die riesige Maschine unter dem Druck der starken Böen, obwohl eine durchschnittliche Höhe von 450 bis 600 Metern über dem See eingehalten wurde. Dieser Flug bot übrigens auch Gelegenheit zu Tonfilmaufnahmen. „0X“ wird nunmehr in die große Montagehalle der Dornier=Werke in Altenrhein verbracht werden, um vor Antritt des großen Fluges über dem Ozean nochmals einer gründlichen Durchsicht in allen Teilen unterzogen zu werden. Dieser Flug wird aller Voraussicht nach in den nächsten Tagen angetreten werden. Zugzusammenstoß bei Giengen a. d. Brenz Zwei Tote, vier Verletzte. WTB. Stuttgart, 28. Okt. Die Reichsbahndtrektion Stuttgart teilt mit: Auf der eingleisigen Strecke Ulm—Aalen ist heute 19,30 Uhr zwischen den Bahnhöfen Giengen und Herbrechtingen der aus leeren Personenwagen bestehende Zug 3753 Giengen an der Brenz—Heidenheim mit dem leichten Güterzug 8566 Aalen—Ulm auf offener Strecke zusammengestoßen. Der Lokomotivführer und der Schaffner des Leerzuges wurden getötet, der Lokomotivführer schwer verletzt. Von dem Personal des Güterzuges wurde der Lokoletzt. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus nach Giengen gebracht. Je ein Hilfszug von Ulm und Aalen sind an der Unfallstelle eingetroffen. Die Reisenden des Eilzuges 337 Ulm—Crailsheim, der die Unfallstelle nicht mehr passieren konnte, wurden im Kraftwagen nach Hildesheim und von da mit Sonderzug nach Aalen weiterbefördert. Die Untersuchung über die Schuldfrage ist im Gange. Der Schaden ist nicht unerheblich. WTB. Stuttgart, 29. Okt. Die Reichsbahndirektion teilt mit, daß sich die Zahl der Verunglückten beim Zugzusammenstoß zwischen Giengen und Heidenheim um einen Schwerverletzten und einen Leichtverletzten vermehrt hat. Marktstützung der Kartoffelflocken. VDZ. Berlin, 28. Okt. Auf eine im Preußischen Landtag durch den Abgeordneten Dr. Schiftan (DVP.) eingebrachte Kleine Anfrage über die Marktstützung der Kartoffelflocken hat der Preußische Landwirtschaftsminister folgende Antwort erteilt:„Nach Mitteilung des Reichsernährungsministers ist zur Förderung der Kartoffelflockenherstellung vom Reich eine Ankaufsaktion eingeleitet worden. Der preußischen Staatsregierung stehen Mittel zur Durchführung von Kreditmaßnahmen nicht zur Verfügung. Ueber die Marktstützung der Kartoffelflocken wird mit dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft weiter verhandelt. Führer der Aufständischen in Rio eingetroffen. Nio de Janeiro, 28. Okt. Die Führer der Aufständischen, Aranha und Collor, sind hier eingetrofen. Sie wurden von den Vertretern der Regierungsjunta empfangen und von der Menge lebhaft begrüßt. „Schlagt die elenden Pfaffen nieder!“ Unerhörte Katholikenhetze der Rechtsradikalen.— Aufforderung zum Sturm der katholischen Kirchen. Ein Meer von Blut. Die rechtsradikale Organisation„Blücher“(Hauptsitz Berlin), die früher bekannt war unter dem Namen„Treu Oberland" und eine Zweiggruppe des „Bundes Oberland“ darstellte, hat ein Flugblatt unter dem Titel„Volk in Not“ verbreitet, das gestern sogar in der gewiß nicht katholikenfreundlichen„Kölnischen Zeitung" auszugsweise stand. Dieses Dokument ist in der Tat ein„Kultur"=Dokument, an dem man nicht vorübergehen kann. Es gipfelt in der Aufforderung, die Kirchen zu stürmen und die„Pfaften" tot zu schlagen und ein„Meer von Blut“ anzurichten. Die wirkliche Gesinnung, die in völkisch rechtsradikalen Kreisen gegen Katholiken und katholische Einrichtungen herrscht, die freilich aus Zweckmäßigkeitsgründen von den Rechtsradikalen heute noch abgestritten oder doch unterdrückt wird, kommt hier in diesem Flugblatt sehr drastisch und für die Katholiken sehr lehrreich zum Ausdruck, und man kann sich jetzt eine Vorstellung davon machen, was werden würde, wenn diese rechtsradikalen Kreise, die sich ja auch im Reichstag zur Genüge demaskiert haben, einmal die Oberhand gewännen. Wir geben nachstehend das Dokument in seinem Wortlaut wieder. Jede weitere kritische Bemerkung dazu würde seine Wirkung nur abschwächen. „Nun ist's ja bald soweit, daß die Staatskarre im Sumpfe stecken bleibt, das Volk, vom Hunger typhus gepackt und von Furien gepeitscht, sich auf Euch gottfeindliche, erbärmliche Volksverräter stürzt und seine gerechte Lznchjustiz an Euch verübt. Eine uns befreundete Organisation hat Euch alle auf der schwarzen Liste stehen! Packt Eure Koffer und verschwindet von der Stätte Eures fluchwürdigen Wirkens!... Ein verpfaffter Kanzler, der sich der Zentrumspartei und damit deren römischen satanischen Abkömmlingen, welche schon Luther als Erzseinde Christi bezeichnete, mit Leib und Seele verschrieben, taugt nicht als Führer des deutschen Volkes. Er weiß, wie es in Rom zugeht; wie dort mit den Peterspfennigen der verblödeten Gläubigen des halben Erdkreises geschwelgt wird... Warum spart der Zentrumskanzler nicht diese— Peterspfennige— seinem Volke und Vaterland oder rettet diese Beträge wenigstens für nützliche Zwecke im Sinne Christi? Aber bald werden nicht nur die Lebensmittelgeschäfte und Warenhäuser, sondern auch die katholischen heiligen Kirchen von dem hungernden und wütenden Volke gestürmt werden. Es wird allen für das Seelenheil völlig wertlosen Flitter wegnehmen, einschmelzen, prägen und sich dafür Brot und Kleider kaufen!! Milliardenwerte stecken in diesen toten Steinkirchen, Domen, Stiften und Klöstern! Heraus damit! Holts euch, ihr hungrigen Völker und fürchtet keine Strafe des Himmels. Schlagt die elenden volksbetrügerischen Pfaffen, die euch daran hindern wollen, nieder!! Kein vollgefressener, fauler, römischer Pfaffe kann dem leiblich und seelisch hungernden Volke vom wahren Brote des ewigen Lebens geben! Deshalb kein Erbarmen mit denen, die auch mit euch kein Erbarmen hatten! Vergebens wird man ein Vorbild und Muster einfachster Lebensführung unter der sogenannten — führenden Intelligenz— suchen! Auf diese und noch viele andere Dinge wird das deutsche Volk bald eine deutliche Antwort geben! Alle erlittene Ungerechtigkeit wird es in einem Meere von Blut ersticken! Die Landesleitung. In demselben„Geiste“ ist ein„Gedicht" gehalten, das im„Sächsischen Beobachter", einem Organ der Richtung Otto Strassers, enthalten ist, und in welchem es unter anderem heißt: „Ein schwarzer Götze im weißen Gewand Regiert von Rom aus die Stunde. Regiert auch schon das deutsche Land, Soine Diener sind treue Hunde. Sie halten die Schafe in ihrem Pferch, Sie zaubern das Volk zur Herde, Den deutschen Riesen zum römischen Zwerg, Auf daß er noch Hofnarr werde. Die schwarze Gefahr geht um im Land, Schlagt nieder die heuchelnden Geister! Mit deutschem Hirn und Herz und Hand, Dann werden wir deutsche Meister.“ Auch hier die offene Aufforderung zum„Niederschlagen"! Man muß doch fragen, ob nicht, ehe schlimmeres geschieht, die staatlichen Machtmittel gegen eine derartige offene Bedrohung der Katho liken anzuwenden wären! Das deutsche katholische Volk bewahrt gegenüber diesen Hetzereien durchaus die Ruhe. Festen Auges und entschlossenen Sinnes nehmen wir diese Droh ungen entgegen. Sie können nur eines bewirken, uns immer nur fester zusammenzuschließen! Du aber, katholische Jugend, habe Acht! Und Du katholisches Rheinland erkenne die Stunde! Die Darstellung des„Baden"-Zwischenfalles. Der Käpitän völlig schuldlos. CNB. Berlin, 28. Okt. Zu der Angelegenheit des Hapag=Dampfers„Baden“ hören wir von amtlicher Stelle, daß entgegen verschiedenen Pressemeldungen der deutsche Gesandte in Rio de Janeiro sofort nach Bekanntwerden der Beschießung der„Baden“ Schritte unternommen hat, um eine Aufklärung der Angelegenheit zu erreichen und Schadenersatz zu fordern Nach längerem Bericht der deutschen Gesandtschaft über den Zwischenfall hat die Untersuchung der deut schen Gesandtschaft ergeben, daß Kapitän Rollin völ lig schuldlos ist. Auch die brasilianische Regierung hat keine Vorwürfe gegen Rollin erhoben. Die„Ba den" hatte die Ausfahrtsgenehmigung des Hafenkapi täns mit der Verfügung erhalten, beim Passieren des Forts ein Signal zu geben. Entsprechend dieser Anweisung gab die„Baden" beim Passieren des Forts Santa Cruz drei Pfeifensignale, die auch Zeu gen an Land einwandfrei hörten. Der Flaggengruß der„Baden“ an das Fort wurde auch vom Fort erwidert. Damit ist die anfänglich erhobene Beschuldi gung, daß die„Baden“ nicht gegrüßt habe, völlig ge genstandslos geworden. Nach dem Flaggengruß an das Fort wurde von dort ein blinder Schuß abge feuert und ein Flaggensignal gegeben„mit Ruder nicht durchzukommen". Da dies Signal völlig unverständlich war, bezog es Kapitän Rollin nicht auf sich und setzte seine Fahrt fort. Weitere Warnungsschüsse hat Kapitän Rollin nicht gehört und auch keine Einschläge wahrgenommen. Beim Passieren des Zuckerhutes fuhr die„Baden“ außerhalb der Bucht bis auf 200 Metern an Fort Copacabana heran, um noch etwaige Signale wahrnehmen zu können, da die Sonne bereits im Untergehen begriffen war. Ohne weiteres Signal oder irgend eine erkennbare Ver anlassung wurde in diesem Augenblick vom verhängnisvolle scharfe Schuß abgegeben. neuesten Feststellungen wurden durch diesen Schuß, der den Hintermast über Bord warf, 29 Personen getötet, darunter drei Deutsche und 40, barunter sechs Deutsche, verletzt. Der Materialschaden war unbe deutend, sodaß die„Baden“ bereits gestern, wie schon berichtet, ihre Wiederausfahrt antreten konnte. An der Beisetzung der Opfer, die auf Kosten der brasilianischen Regierung erfolgt, nahmen außer dem deut schen Gesandten Vertreter der Regierung, der spa nische Botschafter und der spanische Konsul sowie Kapitän Rollin und die Mitglieder der deutschen und der spanischen Kolonie in Rio teil. Aus weiteren Mitteilungen des deutschen Gesandten an die amtlichen Stellen geht hervor, daß die Kämpfe in Rio noch andauern, sodaß eine Demarche wegen des„Baden"-Zwischenfalles Verzögerungen erleidet. Neue Mitteilungen über die Verwundeten der„Baden“. WTB. Hamburg, 28. Okt. Wie die Hamburg=Amerika=Linie mitteilt, sind bei der Ausreise des Dampfers„Baden“ aus Hamburg am 4. Oktober 1930 161 Passagiere aus folgenden Ländern an Bord geganen: Deutschland, Oesterreich, Argentinien, Bolivien, rasilien, Bulgarien, Dänemark, Danzig, Litauen, Paraguay, Polen, Rumänien, Rußland, Südslawien, Tschechoslowakei, Ungarn, Uruguay und den Vereinigten Staaten von Amerika, ferner drei Passagiere ohne Staatsangehörigkeit. In Dijon wurden Fort der Nach den 267 Spanier, in Leixoes 37 Portugiesen und zehn Brasilianer eingeschifft. Nach einem soeben bei der Hamburg=Amerika=Linie aus Rio de Janeiro einge gangenen Telegramm der dortigen Vertretung sind mit Ausnahme der bereits als schwerverletzt aufge gebenen Passagiere Georg Pohle, Paul Höhn, Otto Daubeck und den neuerdings als verletzt gemeldeten Passagieren Emmanuelis Hercikoviciene(Litauen) und Vaclav Spacina(Tschechoslowakei) alle in Hamburg an Bord gekommenen Passagiere gesund. Die Veröffentlichung der Totenliste der„Baden“ WTB. Nenyork, 28. Okt. Wie Associated Preß aus Rio de Janeiro meldet, hat der Hapag=Vertreter die Liste der bei der Beschießung der„Baden“ zu be klagenden Toten bekanntgegeben. Von den 27 To ten der Liste sind die Mehrzahl junge Leute, viele davon unter 20 Jahren, mit durchweg spanischen Namen. Die beiden Deutschen heißen Willi Mül ler und Wilhelm Ahrberg. 37 Personen wurden in Krankenhäuser verbracht. Unregelmäßigkeiten bei der Kriminalpolizei in Schneidemühl. CNB. Berlin, einem Bericht be 28. Okt. In Schneidemühl sollen, er„Vossischen Zeitung“ zufolge, die Regierungsbehörden schweren Unregelmäßigkeiten bei der Kriminalpolizei auf die Spur gekommen sein. Eine vorläufige Untersuchung habe ergeben, daß eine Reihe von Kriminalbeamten, an ihrer Spitze der Leiter der Kriminalpolizei, Kriminalrat Philippi, Gelder, die zur Verfolgung von Verbrechern dienen sollten, unrechtmäßig verwandt haben. Das Ergebnis der bisherigen Untersuchung habe dazu geführt, daß Philippi und sein früherer Vertreter mit sofortiger Wirkung vorläufig vom Amte enthoben seien. Der Regierungspräsident der Provinz Grenzmark habe das förmliche Disziplinarverfahren mit dem iele der Dienstentlassung gegen die beiden leitenden seamten eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft prüfe die Frage, inwieweit Betrug gegenüber den Behörden und Urkundenfälschung vorliege. Die Verfehlungen sollen sich über Jahre erstrecken. Der Bankenkrach in den Vereinigten Staaten. 102 bankrotte Institute. Nenyork, 28. Okt. Im dritten Quartal dieses Jahres sind in Amerika 102 Banken bankrott geworden gegen 81 Banken im dritten Quartal des Vorjahres und bloß 55 im selben Quartal 1928. Die Gesamtschulden der zugrunde gegangenen Banken betrugen im dritten Quartal dieses Jahres 75,9 Millionen Dollar, gegen 74,2 Millionen im gleichen Quartal des vergangenen Jahres und nur 20,8 Millionen im dritten Quartal 1928. Kommunales. Erhöhung der Bierstener und Einführung der Bürgerstener in Düsseldorf beschlossen. WTB. Düsseldorf, 28. Okt. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte heute der Erhöhung der Biersteuer sowie der Einführung der Bürgersteuer zu. Gegen die Bürgersteuer stimmten die Sozialdemokraten, die Kommunisten und ein Teil des Zenttrums. Die Einführung einer Getränkesteuer wurde dagegen abgelehnt. Die Einnahmen aus der Bürgersteuer sind auf 1,31 Millionen Mark, aus der erhöhten Biersteuer auf 0,68 Millionen Mark geschätzt. Durch diese Mehreinnahme wird es ermöglicht, die Wohlfahrtsunterstützungssätze in der bisherigen Höhe bestehen zu lassen. Außerdem können 250000 Mark als Weihnachtsbeihilfe gewährt werden. Mit dem Gummiknüppel im Stadtrat. Die ausgewiesenen Kommunisten hatten sich verbarrikadiert. Oberhausen, 29. Okt. Die Sitzung des Oberhansener Stadtverordnetenkollegiums befaßte sich mit der Erhöhung der Bier= und Einführung der Getränkestener und Bürgersteuer, deren Ertrag zum Teil für eine Winterbeihilfe von 200 000 RM. zugunsten der Wohlfahrtsempfänger und Erwerbslosen verwendet werden soll. Die Abstimmung ergab eine geringe Mehrheit für die Erhöhung der Biersteuer und die Einführung der Bürgersteuer. Die Einführung der Gemeindegetränkesteuer wurde dagegen mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt. Bei den manchmal recht erreaten Auseinandersetzungen wurde ein Kommunist des Saales verwiesen, da er aber dieser Aufforderung des Oberbürgermeisters nicht Folge leistete, wurde die Sitzung unterbrochen. Aber auch dann war der Kommunist noch nicht zum Verlassen des Saales zu bewegen und der Oberbürgermeister mußte dann schließlich die Hilfe der Polizei in Anspruch nehmen. Inzwischen hatten sich die Kommunisten in dem leeren Saal regelrecht verbarrikadiert, so daß die Schupo vom Gummiknüppel Gebrauch machen mußte. Erst nach einer viertelstündigen Pause konnte die gestörte Sitzung zu Ende geführt werden. Professor Dr. Franaenheim Ein Opfer seines Bernfes. Köln, 28. Okt. In der vergangenen Nacht starb der weit über die Grenzen Kölns hinaus bekannte Chirurgie=Professor Dr. Frangenheim. Vor einigen Tagen zog er sich bei einer Krebsoperation eine Vergiftung zu, an deren Folgen er gestorben ist. Frangenheim war in Fachkreisen des In= und Auslandes ein anerkannter Fachmann auf dem Gebiete der Chirurgie und die chiruraische Universitätsklinik Köln war stolz, ihn seit 19 Jahren als or= dentlichen Professor und Direktor besitzen zu können. Die Braut erstochen. Verluste bei Rennwetten verhinderten die Heirat. Dortmund, 28. Okt. Heute früh stellte sich der 20 Jahre alte Maurer Willi Hopfgarten aus Lippspringe der hiesigen Polizei und gab an, seine gleichaltrige Braut, die Hausangestellte Else Wiemer aus Selm, in einem Hotel des nördlichen Stadtteils, wo sie gestern abend abgestiegen seien, erstochen zu haben. Da er auf Rennplätzen sein ganzes Geld verloren und dazu noch Schulden gemacht habe, hätte er die Absicht, bald zu heiraten, nicht ausführen können. Deshalb habe seine Braut angeregt, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Sie waren daraufhin in Dortmund zusammengetroffen und hätten in einem Hotel übernachtet. Nachdem sie ihren Angehörigen ihre Absicht, gemeinsam zu sterben, mitgeteilt hätten, habe er seiner Braut die Halsschlagader durchschnitten und ihren Tod infolge Verblutens herbeigeführt. Zweimal habe er versucht, sich mit einem zu diesem Zweck gekauften Küchenmesser nun selbst die Halsschlagader aufzuschneiden. Es sei ihm aber nicht geglückt, weshalb er es aufgegeben habe, seiner Braut in den Tod zu folgen. Zu den Bergwerkskatastrophen. Bange Stunden für die Hinterbliebenen Angehörige der in der Maybachgrube verunglück ten Bergleute warten auf Nachricht. Am Mittwoch Beisetzung der Opfer der Katastrophe von Maybach. Preußen flaggt halbmast. WTB. Berlin, 28. Okt. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, haben auf Beschluß des Preußischen Staatsministeriums am Mittwoch, dem 29. Oktober, dem Tage der Beisetzung der Opfer des Grubenunglücks von Maybach, die staatlichen und kommunalen Dienstgebäude, die Gebäude der übrigen Körperschaften, des öffentlichen Rechtes sowie die Gebäude der öffentlichen Schulen entsprechend den Bestimmungen der Verordnung vom 29. Juni 1929 halbmast zu flaggen. Auch haben alle öffentlichen Tanzveranstaltungen an diesem Tage zu unterbleiben. Wieder Trauergeläut. WTB. Berlin, 28. Okt. Auf Anregung der Obersten Kirchenbehörde wird auch am morgigen Mittwoch wieder während der Trauerfeier für die Verunglückten der Grube Maybach von allen Kirchen der Altpreußischen Landeskirche geläutet werden. Außerdem werden die Kirchen Trauerbeflaggung zeigen. Kommunistische Teilstreiks im Wurmrevier. Streikposten versuchen, die Autobusse mit Arbeitswilligen anzuhalten. Geilenkirchen, 28. Okt. Die anläßlich der Grubenkatastrophe in Alsdorf eingeleiteten wilden kommunistischen Teilstrei ks dauern an. Zwar sind heute morgen auf den Gruben Carolus Magnus (Palenberg) und Karl Alexander(Baesweiler) etwa 90 Prozent der Belegschaft wieder eingefahren. Trotzdem versuchten die Streikposten, darunter zahl!reiche Frauen, die Autobusse, die die Bergarbeiter zu den Gruben brachten, anzuhalten. Seit heute nachmittag fahren die Autobusse unter polizeilicher Bedeckung. Heute nachmittag sprach in Palenberg der kommunistische Landtagsabgeordnete Sabottka vor einer Streikversammlung. Die Versammlung verlief ruhig, stellte aber folgende Forderungen: 1. Erhöhung des Schichtlohnes um 1 Mk, Herabsetzung der Arbeitszeit unter Tage auf 7 Stunden, 3. Wiedereinstellung der von der Gewerkschaft Carolus Magnus entlassenen drei kommunistischen Betriebsratsmitglieder, 4. Absetzung und Bestrafung des Amtsbürgermeisters, dessen Waffe losging und dessen Schuß einen unbeteiligten Bergmann gestern verletzte. Hente abend planen die Kommunisten, die Hängebank der Zeche Carolus Magnus und die Hütten der Arbeitswilligen in Palenberg zu besetzen. Ein Polizeikommando der Schutzpolizei Aachen in Stärke von zwanzig Mann und einem Offizier ist in Palenberg stationiert. Eine weitere Bereitschaft steht auf Anruf zur Verfügung. Die Benzollokomotive aufgefunden. Alsdorf, 28. Okt. Am Montag stieß man bei Aufräumungsarbeiten im Revier 10 auf der 460=MeterSohle auf die Leiche des Steigers Reich aus Alsdorf, der unter einer zu Bruch gegangenen Strecke lag. Vermißt werden noch ein Maschinenfahrsteiger und ein als Haspeljunge beschäftigter Arbeiter. Auch die Benzollokomotive dieses Reviers, die man als Ausgangspunkt des Explosionsunglücks vermutete, ist inzwischen aufgefunden worden. Die Verwaltung arbeitet jetzt an der Aufstellung der Totenliste. Die Aufräumungsarbeiten am zusammengestürzten Fördergerüst von Anna 2 waren Montag soweit fortgeschritten, daß der Schutt bis zu dem Fundament weggeräumt ist. Unter den Trümmern des eingestürzten Förderturmes vermutet man noch einen Toten. Im ganzen rechnet man wie von der Verwaltung versichert wird, noch mit vier bis fünf Toten. Am Dienstag traf aus Berlin ein Sachverständiger für Explosionen an der Unglücksstätte ein. Inzwischen sind die ersten 100 Tonnen Kohl aus Schacht Anna 2 durch den Schacht Anna 1 zutage gefördert worden. nführung der eschlossen. adtverordnetenhung der Bierürgersteuer zu. le SozialdemoTeil des Zentikesteuer wurde aus der Bürrk. aus der erMark geschätzt. ermöglicht, die er bisherigen können 250 000 werden. Stadtrat. hatten sich des Oberhaufaßte sich mit jrung der Ge1 Ertrag zum D000 RM. zuid Erwerbsloimmung ergab jung der Bierersteuer. Die ter wurde dabgelehnt. Bei andersetzungen rwiesen, da er bürgermeisters unterbrochen. noch nicht zum nd der Oberdie Hilfe der vischen hatten Saal regelrecht vom Gumminach einer störte Sitzung . n Nacht starb taus bekannte t. Vor einioperation eine gestorben ist. 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Oktober 1930, Abendausgabe) außerordentlich bemerkenswerte Mitteilungen übermittelt, deren weiteste Verbreitung auch uns geboten erscheint. Wir müssen dem Verfasser, der ja mit seinem Namen eintritt, naturgemäß die Verantwortung für die Richtigkeit der angeführten Tatsachen überlassen. In der NSDAP. ist in den einzelnen Ortsgruppen innerhalb der Bezirksleitung Lieanitz lange nicht alles so, wie es der Außenstehende und auch die meisten Parteimitglieder, soweit sie nicht eben irgendwelche Führerstellung innehaben, vermuten. Auch in dieser Partei herrscht heute, wie ich ganz ruhig behaupte, ein ganz verkehrter Begriff von Ehrlichkeit und anderen schönen Tugenden, welche von den einzelnen Parteirednern immer wieder als eine ganz besondere Eigenschaft der Partei und der einzelnen Mitglieder hervorgehoben werden. Ich will hier zu einigen Vorkommnissen Stellung nehmen und diese Vorgänge schildern. Für diese Fälle habe ich sämtliches Beweismaterial in den Händen und kann wohl damit jedem Angriff von der NSDAP.=Seite aus begegnen. Als politischer Ortsgruppenleiter in einem Landkreise innerhalb des Bezirks Liegnitz hatte ich davon genaue Kenntnis, die einzelnen Parteimitglieder als solche haben davon zumeist keine Ahnung. Im Januar d. J. wurde in einem Landort meines Kreises auf Betreiben des dortigen Wirtschaftsbeamten eine Ortsgruppe der Hitler=Bewegung gegründet. Es traten eine Menge Leute der Ortsgruppe bei und die Sache klappte so lange, bis der stellvertretende Ortsgruppenleiter im Juni mit den Parteigeldern durchaing. Dieser Parteigenosse hatte nicht vergessen, die einzelnen rückständigen Monatsbeiträge schnell noch zu kassieren und den gesamten Raub mitzunehmen und irgendwo zu verprassen. Die Parteigelder der Ortsgruppe bestanden aus den Monatsbeiträgen der einzelnen Mitglieder, sowie aus dem Ergebnis einer öffentlichen Haussammlung und aus Ueberschüssen bei politischen Versammlungen. Die Ortsgruppe erlitt dadurch einen ganz beträchtlichen Schaden und es mußten infolgedessen die monatlichen Beiträge erhöht werden, um den Fehlbetrag allmählich wieder auszugleichen. Interessant ist dabei wohl die Tatsache, daß die einzelnen ortsansässigen Mitglieder von der Führung überhaupt keine Aufklärung bekamen und über den ganzen Vorgang so gut wie garnichts wußten. Sie mußten nur höhere Beiträge zahlen und der Fall war für sie erledigt. Der zuständige Bezirksleiter, Dr. FriedrichLiegnitz, Dovestraße 32 III, hätte nun die Pflicht gehabt, rücksichtslos gegen den Betreffenden vorzugehen. Nichts von alledem! Als dieser Defraudant das Geld auf irgend eine Art und Weise durchgebracht hatte, und sich nach einiger Zeit wieder bei seiner Familie einstellte, durfte er sogar noch einige Zeit Mitglied bleiben unter offensichtlicher Duldung des Bezirksleiters, bis ihm nachher dort ortsansässige Mitglieder dringend das Ausscheiden empfahlen. Wir politischen O.G.=Leiter wurden von unserer Führung zur Verschwiegenheit über die ganze Affäre ermahnt. Friedrich begründete sein schlappes Verhalten damit, daß, wenn man gegen den Betreffenden zu scharf vorgehe, dann die Bewegung unter Umständen noch weit mehr Schaden erleidet, so aber habe man doch wenigstens keine Gegnerschaft zu befürchten. Der zweite Fall spielte sich in einer anderen Orts gruppe ab. Dort hatte auch ein Mitglied die Kas senführung und andere Funktionen übertragen bekommen. Er hatte die Aufgabe, sämtliche Monatsbeiträge zu kassieren und abzuliefern. Sämtliche anderen finanziellen Geschäfte hatte er in seiner Eigenschaft auch mit zu versehen. Alle Einnahmen bei politischen Versammlungen gingen durch seine Hände. Die Gelder wurden nun wohl alle richtig eingezogen, aber nicht avgeführt und weitergeleitet. Er hatte sämtliche ihm anvertrauten Gelder restlos für sich verbrauchf. Der ganze Fall wurde mir bekannt, als sämtliche Lieferanten für Werbematerial usw. mich persönlich um Zahlung ersuchten. Ebenso mußte ich feststellen, daß die Parteibeiträge seit vielen Monaten überhaupt nicht weitergeleitet worden waren und nun auch noch die Gauund Reichsleitung Forderungen geltend machten. In diesem Falle ist der Ortsgruppe ein für dortigeVerhältnisse gewaltiger Schaden entstanden. Er hat sogar Neuaufnahmen getätigt und die Gebühren kassiert, aber die Aufnahmeerklärung nicht weitergegeben und die dafür vereinnahmten Beträge auch einfach unterschlagen. Diese Vorkommnisse, über die, um es nochmals festzustellen, ich die tatsächlichen Belege in den Händen habe, sind mit der Hauptgrund, weshalb dieser Partei den Mücken kehren muß. Es spielen aber noch andere Sachen eine kleine Rolle. da ist z. B. der Bezirksleiter Friedrich. Von diesem Herrn weiß man allerdings nun gar nicht, welche Einnahmequellen ihm zur Verfügung stehen. Anstellung besitzt er nicht. Er war seinerzeit wohl gerade mit dem Studium fertig, Erwerbslosenunterstützung bekommt er meines Wissens auch nicht, und die Führung der Bezirksleitergeschäfte soll ehrenamtlich erfolgen. Also, ich habe mir schon manchesmal die Frage vorgelegt, wovon dieser Herr seine immerhin ganz komfortable Lebensweise bestreitet. Auch anderen ist das schon aufgefallen. Alle die erwähnten Umstände veranlassen mich, der ich seinerzeit als Idealist in diese Bewegung eingetreten bin, nunmehr, nachdem ich das wahre Gesicht dieser Partei erst richtig erkannt habe, den Kampf mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dagegen zu führen. Der Nazi=Pascha von Schlesien wird ja versuchen, durch seine Gesinnungsgenossen mir die größten Schwierigkeiten zu bereiten; vielleicht, darauf muß man auch gefaßt sein, nimmt er seine Sturmmannschaften zu Hilfe, wenn er mit geistigen Waffen nicht vorwärts kommt. Aber ich fürchte mich vor diesem Terror nicht und werde ihn abzuwehren wissen. Für die Richtigkeit der obigen Ausführungen verbürge ich mich mit meinem Namen Alfred Weiß. Vereinigte Dreistädte-Zeitung Mittwoch, 29. Oktober 1930 Mussolini klagt Europa an. Eine große außenpolitische Rede des Duce. Rom, 27. Okt. Mussolini hielt heute vor den im Palazzo Venezia versammelten Vorständen der faschistischen Provinzverbände ganz Italiens eine Rede, in der er erklärte: Achtjährige Arbeit hat den Faschismus zu immer größerer politischer und moralischer Entschlossenheit und einem immer klareren Verantwortungsgefühl gebracht. Mussolini erinnerte an seine im Mai in Florenz und Mailand gehaltenen Reden, in denen er jenem heuchlerischen Europa, das in Genf vom Frieden stammele und überall zum Kriege rüste, die Maske habe herunterreißen wollen. Diese Reden seien als eine Kriegserklärung aufgefaßt worden, während man vergessen habe, daß der Krieg gegen das faschistische Regime seit acht Jahren geführt werde, auf die er in Florenz angespielt habe. Das faschistische Regime werde verleumdet, um ihm jeden Kredit zu nehmen. Ist das nicht eine Kriegshandlung? fragte Mussolini. Dieser geistige Krieg bereite den militärischen Krieg gegen das saschistische Regime vor. Bald werden wir auch Kindern die Hände abgehackt haben, wie dies den Deutschen im Jahre 1914 nachgesagt wurde, was nicht ausschloß, daß sich jede Spur dieser verstümmelten Kinder verlor. In den Akten, die Sie hier sehen, sagte Mussolini, sind fast Tag für Tag die militärischen Vorbereitungen aufgezeichnet, die seit 1927, also lange vor meinen Reden von Livorno, Florenz und Mailand, gegen Italien unternommen worden sind. Hier ist die Liste der aufgestellten Batterien, der errichteten Forts, der vorbereiteten und angelegten Armierungen. Konnte ich noch länger warten, um das italienische Volk wachzurütteln? Natürlich haben diejenigen, denen die Maske heruntergerissen wurde, versucht. Italien als die einzige Gefahr für den europäischen Frieden hinzustellen, als den einzigen Wolf unter einer Herde friedlicher Lämmer. Dieses Spiel ist kindisch. Das faschistische Italien wird in dem Maße rüsten wie alle rüsten. Es wird abrüsten, wenn alle abrüsten. Ich wiederhole daß, solange es Kanonen gibt, sie schöner sein werden als die schönsten, aber oft leeren Worte. Es soll durchaus klar sein, erklärte Mussolini wörtlich, daß wir materiell und geistig rüsten, um uns zu verteidigen, nicht, um anzugreifen. Das faschistische Italien wird niemals die Initiative zu einem Kriege ergreifen. Auch unsere Politik der Revision der Verträge, die nicht von gestern datiert, sondern schon im Juli 1928 in Aussicht genommen wurde, ist darauf gerichtet, einen Krieg zu verhüten. Die Revision der Friedensverträge liegt nicht im hauptsächlich italienischen Interesse, sondern im Interesse Europas und der Welt. Das ist nicht sinnlos oder undurchführbar, da diese Revisionsmöglichkeit auch im Völkerbundpakt vorgesehen ist. Sinnlos ist nur die Behauptung der Unbeweglichkeit der Verträge. Wer verletzt den Völkerbundpakt? Diejenigen, die zwei Kategorien von Staaten geschaffen haben und für alle Ewigkeit aufrechterhalten wollen, nämlich Bewaffnete und Waffenlose. Welche juristische und moralische Gleichberechtigung kann aber zwischen Bewaffneten und einem Waffenlosen bestehen? Wie kann man wollen, daß diese Komödie endlos weitergeht, wenn die Hauptdarsteller selbst anfangen, ihrer müde zu werden? Auf die italienische Donaupolitik übergehend, erklärte Mussolini: Diese Politik ist durch Lebensnotwendigkeiten diktiert. Wir suchen unser Gebiet bis zum Letzten auszunutzen, aber es wird bald mit der stets wachsenden Bevölkerung gesättigt sein. Im Jahre 1950 wird Italien in einem ungeheuer gealterten Europa die einzige junge Nation sein. Nur nach Osten kann sich unsere friedliche Ausdehnung richten. Unsere Freundschaften und Bündnisse sind daher leicht verständlich. Diese Freundschaften und Bündnisse haben heute einen absoluten Wert. Wir treiben eine offene Politik ohne Verstellung und ohne geheime Vorbehalte. Eine von uns übernommene Verpflichtung ist heilig, was auch kommen möge. Der Satz, daß der Faschismus kein Ausfuhrartikel sei, bedarf der Korrektur. Denn der Faschismus als Idee und Doktrin der Leistung ist universell. Italienisch in seinen Einrichtungen, universell dem Geiste nach. Man kann also an ein faschistisches Europa denken, ein Europa, das seine Einrichtungen auf der Doktrin und der Praxis des Faschismus aufbaut, d. h. ein Europa, das im faschistischen Sinne das Problem des modernen Staates löst, des Staates des 20. Jahrhunderts, der ganz verschieden ist von den Staaten, die von 1789 bestanden oder sich später bildeten. Mussolini gab dann den Faschisten die Kampfparole für das neunte Jahr des Faschismus, indem er Glauben, Manneszucht, Eintracht, Opferbereitschaft und Brüderlichkeit forderte, und sagte weiter: Das faschistische Italien ist eine ungeheuer große Legion, die im Zeichen des Liktorenbündels einem Morgen entgegenmarschiert, das größer sein wird. Niemand vermag sie aufzuhalten. Dies ist die Botschaft für das morgen beginnende neunte Jahr der faschistischen Aera. Herves Antwort an Hitler. Ungereimte Forderungen statt logischer Schlüsse. Paris, 27. Okt. Unter der Ueberschrift: Was mir Hitler erwidert, setzt Herve seine Artikelreihe in der Victoire fort. Er fagt u. a., Hitler habe den ihm von Rechberg zugeleiteten Fragebogen nicht beantwortet, sondern im Völkischen Beobachter neue Fragen aufgeworfen. Nach Wiedergabe des betreffenden Artikels sagt Herve, daß er sich keineswegs in der Adresse geirrt habe. Nach dem Wahlerfolg der Nationalsozialisten sei die französische Regierung weit davon entfernt, zu seinen, Herves, Anregungen, Stellung zu nehmen. Sie sei ausschließlich damit beschäftigt, die Grenzen zu befestigen, das Kriegsmaterial zu vervollkommnen und die französische Armee zu verstärken. Er, der schon vor dem Kriege Anhänger einer deutsch-französischen Verständigung gewesen sei, habe diesen Gedanken im Interesse beider Länder und ganz Europas jetzt wieder aufgenommen. Das habe er unter der Voraussetzung ind Bedingung getan, daß der Haß zwischen beiden 'ändern durch diese Zugeständnisse endgültig begran werde. Eine derartige Zusicherung erwarte er in der Form einer Ehrenverpflichtung von seiten der Leitung des Stablhelms und der Nationalsozialistischen Partei. Nur auf diesem Wege könne eine endgültige Versöhnung herbeigeführt werden. Hitler scheine zu glauben, daß er, Herve, Deutschland ein Militärbündnis mit Frankreich aufzwingen wolle. Das sei ein Irrtum. Er wünsche nur, daß Deutschland gemeinsam mit Frankreich die Garantien für einen neuen, durch die Abänderung der Friedensverträge zustandekommenden europäischen Status übernehme, nicht mehr und nicht weniger. Gemeinsam mit Frankreich müsse Deutschland die Neuordnung schützen, wenn es jemandem einfallen sollte, mit bewaffneter Hand daran zu rütteln. Dabei denke er an den Bolschewismus und ziele auf keinen anderen europäischen Staat, besonders auch nicht auf das faszistische Italien, dessen Freund er sei. passierten. Die Festgenommenen wurden zur Mülheimer Kaserne gebracht und erst am Sonntag abend wieder auf freien Fuß gesetzt. In Groß=Duisburg wurden am Samstag 80 Personen zwangsgestellt und dem Polizeipräsidium zugeführt. Neue Provinziallandtagsabgeordnete. Düsseldorf, 26. Okt. An die Stelle des verstorbenen Abgeordneten Rektor Steinmeyer, Düsseldorf (Arbeitsgemeinschaft) tritt Frau Studienrat Anna Boecklen=Krefeld; anstelle der Abgeordneten, die ihr Mandat niedergelegt haben, treten die Nachbenannten, und zwar anstelle von Bankvorstand Heinrich Strunk=Essen(Zentrum) Gewerkschaftssekretär Wilh. Gröne=Essen; anstelle von Oberpräsident Aug. Haas (früher in Köln) Sozialdemokrat, Gewerkschaftsangestellter Max Heintz=Köln=Bickendorf; anstelle des Kunstmalers Willi Kelter=Duisburg=Beek(Nationalsozialist) der Diplomlandwirt und Winzer Rudolf Melsheimer=Wolf a. d. Mosel; anstelle der Lehrerin Helene Otto=Köln=Sülz(Kommunist) der Gasthausangestellte Paul Glier in Köln=Mülheim. Ein neuer Nemarque. Erich Maria Remarque, der Verfasser von„Im Westen nichts Neues", hat soeben ein neues Werk vollendet, das den Titel„Der Weg zurück“ führt. Das Buch soll in nächster Zeit erscheinen; in Frankreich wird es den Titel„Apres“ erhalten. wissenschaft lchit: Hindenburg an Heye. Das Abschiedsschreiben des Reichspräsidenten. Berlin, 27. Okt. Reichspräsident von Hindenburg hat an Generaloberst Heye nachstehendes Schreiben gerichtet: Sehr verehrter Herr Generaloberst! Euer Hochwohlgeboren habe ich durch Verfügung vom heutigen Tage mit dem. 31. Oktober 1930 den Abschied aus dem Heeresdienst unter Gewährung der gesetzlichen Versorgung und mit der Berechtigung zum Tragen der Uniform des 1.(preußischen) Infanterie=Regiments mit den Abzeichen des Generalobersten bewilligt. Bei Ihrem Ausscheiden können Sie auf eine mehr als vierzigjährige, an Erfolgen reiche Laufbahn in der ruhmreichen alten Armee und im Reichsheer zurückblicken. Die hohen Verdienste, die Sie — in Krieg und Frieden auf verantwortungsvolle Posten berufen— erworben haben, sichern Ihnen einen ehrenvollen Platz in der Geschichte der Armee, wie auch ganz besonders Ihr Wirken als Chef der Heeresleitung, das von dem Gedanken getragen war, die stetige Aufwärtsentwicklung des jungen Reichsheeres auf der von Ihren Vorgängern geschaffenen Grundlage trotz schweren Zeiten zu sichern und auszubauen. Nehmen Sie hierfür den Dank des Vaterlandes und des Heeres entgegen. Im Gedenken Ihrer verdienstvollen Tätigkeit als Kommandeur der 1. Division will ich durch die Verleihung der Uniform des 1.(preußischen) InfanterieRegiments auch für die Zukunft Ihre Verbundenheit mit unserer schwer ringenden abgetrennten Provinz Östpreußen und ihren Truppen zum Ausdruck bringen. Als äußeres Zeichen meiner Anerkennung werde ich Ihnen mein Bild mit Unterschrift zugehen lassen. Mit kameradschaftlichem Gruß Ihr(gez.) Hindenburg. Der Schüleraustausch. Nach England, Frankreich, Belgien und Dänemark. Nach dem letzten Bericht des deutsch-französischen Schüleraustauschdienstes in Heidelberg sind während der Sommerferien des vergangenen Jahres 50 Schüler aus Berlin, 57 aus Norddeutschland, 81 aus Rheinland und Westfalen, 76 aus Baden und 44 aus Süddeutschland ausgetauscht worden. Auch der Schüleraustausch mit anderen Ländern ist ziemlich lebhaft gewesen. So hatte die Tollington School im Norden von London eine Gruppe ihrer Schüler unter Führung des Deutschlehrers nach Sachsen gesandt. Jeder Junge hatte vorher einen Briefwechsel mit einem gleichaltrigen deutschen Jungen unterhalten und umgekehrt. Der Schüleraustausch wurde im August von den englischen Jungen begonnen, als die deutschen Lehranstalten nach den Ferien den Unterricht bereits wieder aufgenommen hatten. Die englischen Schüler hatten also Gelegenheit, den deutschen Schulunterricht kennenzulernen. Die deutschen Schüler sind in diesem Sommer zum Besuch in England gewesen. Eine bemerkenswerte Austauschbewegung findet zwischen den Aufbauklassen des Berlin=Neuköllner Gymnasiums und der Grefhams=School in Holt statt. Auch die Dürerschule in Berlin ist in diesem Zusammenhange zu nennen, die im Februar ös. Ihrs. mit französischen Klassen Schüler austauschte. Verschiedene Klassen der Dürerschule besuchten auch Dänemark und Belgien. Ueberprüfung der Einstein=Theorie. Bei der totalen Sonnenfinsternis. London, im Okt. Zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis haben sich zwei Gelehrtenexpeditionen, eine aus Nordamerika und eine aus Neuseeland, nach Niafu, einer kleinen Insel der FidschiInselgruppe, begeben, die nur von zwei Weißen und einigen Eingeborenen bewohnt wird. Mit der Außenwelt steht diese Insel nur einmal im Jahr in Verbindung. Da nähert sich ein kleiner Dampfer der Insel und wirft Postsäcke mit Lebensmitteln ab. Wenn günstiges Wetter ist, hoffen die Gelehrten bei der Beobachtung der Sonnenfinsternis wichtige Ergebnisse zu erzielen. Die Beobachtungen bei der Sonnenfinsternis, die insbesondere von der Fidschi=Inselgruppe aus günstige Studiengelegenheiten bot, beziehen sich in erster Reihe auf die Zusammensetzung der Chromosphäre, der Atomsphäre der Sonne. Da durch die Mondkugel die Sonnenscheibe scheinbar verdeht wird, bietet sich eine besondere Gelegenheit, die Beschaffenheit der atmosphärischen Hülle der Sonne, der Chromosphäre und der Korona, einer Untersuchung zu unterziehen. Ferner hat die Sonnenfinsternis zu einer neuerlichen Ueberprüfung bestimmter Sätze der Einstein=Theorie Anlaß gegeben. Neu entdeckte Kupfergruben. Keine amtliche Propaganda degen die Nationalsozialisten. CNB. Berlin, 27. Okt. Die Nachricht eines Berliner Vormittagsblattes über einen amtlichen Abwehrkampf gegen die Nationalsozialisten, der im Reichsinnenministerium unter Leitung des auf Privatdienstvertrag einberufenen früheren Ministerialdirektors Dr. Spiecker durchgeführt werden soll, wird von unterrichteter Seite in dieser Form für unrichtig erklärt. Dr. Spiecker, dessen Berufung für die Erledigung besonderer Aufträge bereits vor einiger Zeit berichtet worden ist, hat, wie verlautet, nur die Aufgabe, die geistigen Strömungen radikaler, staatsfeindlicher Bewegungen zu untersuchen. Von unterrichteter preußischer Seite wird weiter zu der Angelegenheit erklärt, daß keine Besprechung über ein gemeinsames Vorgehen zwischen dem Reichsinnenministerium und dem preußischen Innenministerium stattgefunden hat. Die Kundgebungen im Ruhrgebiet. WTB. Essen, 26. Okt. Im allgemeinen ist der heutige Sonntag im Ruhrgebiet ruhig verlaufen, obwohl die Kommunisten trotz des Verbotes durch Flugblätter zum Hungermarsch aufgefordert haben. Indessen kam es zwar im Laufe des Tages hin und wieder zu Ansammlungen, doch konnte die Menge überall schnell zerstreut werden, ohne daß es zu größeren Zwischenfällen gekommen wäre. Im ganzen wurden 215 Personen wegen Nichtbefolgung polizeilicher Anordnungen sitiert. In Mülheim wurden am Samstag nachmittag mehr als 100 Personen zwangsgestellt, die auf Lastkraftwagen die Straßer Zwei Tassen Milchkathreiner* siud nahrhafter als Daher sagt man mit Recht: wer Milchkathreiner triukt, der-ißt/ halb Mülch. halb recht starker Kathreiner wird jetet von unseren Anten viel empfohlen/ In Mittelasien. Inmitten der katastrophalen Abwärtsbewegung der Kupferpreise, die ihren Hauptgrund in der Ueberproduktion hat, kommt die Nachricht, daß eine geologische Expedition in Kasakstan in Mittelasien reichhaltige Kupferlagerstätten entdeckt hat. Bisher ist es nicht gelungen, die Produzenten für diese neuen Gruben zu interessieren, da bei der jetzigen Marktlage und bei den derzeitigen Preisen eine rentable Kupfergewinnung ausgeschlossen erscheint. Fliegerhauptmann Fimnez im Gesängnis. Paris, 25. Okt. Nach einer Havasmeldung aus Madrid ist der Fliegerhauptmann Jimnez, der mit Hauptmann Iglesias den Flug Sevilla—Buenos Aires durchgeführt hat, in das Militärgefängnis von Madrid abgeführt worden. Seine Verhaftung soll auf die Veröffentlichung eines Aufsatzes in einer Madrider Zeitung ohne vorherige Genehmigung der vorgesetzten Behörde zurückzuführen sein. Der bereits verhaftete Fliegermajor Franco soll beabsichtigen, seine Streichung aus der Heeresliste zu verlangen. Die Glocke von Rovereto. In dem wundervollen Tal, das das romantische Schloß von Rovereto umsäumt, ertönt seit: fünf Jahren jeden Abend die Totenglocke zu Ehren aller im Kriege Gefallenen. Diese Glocke ist eine der größten der Welt und wurde aus Kanonen sämtli cher Nationen, die am Kriege beteiligt waren, gegos sen. Am 2. November wird die Totenglocke für die ganze Welt im Radio zu hören sein. 1 i 9 e i a 2 C h 1. K E ol be ko ne M. u1 w w de lii 6 Ich geh forf und du gehst mit... Copyright 1930 by Karl Köhler& Co., Berlin=Zehlendorf. 4. Fortsetzung. Von Sven und Hans erfuhr Jonny natürlich nicht das geringste, aber wieder und wieder kam er zu ihnen mit der stereotypen Rede: „Auf euch beide könnte man eine Wette eingehen, ihr macht es noch einmal, das große Glück. Man darf euch nicht aus den Augen lassen, ihr Höllenhunde." Sven ließ diesen Kosennamen ruhig auf sich sitzen, denn es war nicht ratsam, mit diesem üblen Subjekt Streit anzufangen. Es war eine Art Aberglauben, der Jonny wetten ließ, daß diese beiden Männer einmal das große Goldloch finden würden, und wie ein Schmarotzer hing er sich schon jetzt an ihre Fersen.— Und dann kam der Tag, an dem Sven, der allein für vier Tage in die Wüste gegangen war, um an neuer Stelle zu graben, heimkam. Völlig erledigt war er von dem wahnsinnigen Durst, der ihn ge quält hatte. Wie tot sank er auf die Pritsche, und Hans wußte vor Aufregung nicht, wie er ihm helfen sollte. Nachdem Sven wie ein Verdursteter von dem warmen, abgestandenen, in den Boden der Hütte in Blechkisten eingegrabenen Wasser getrunken hatte schlief er wie tot ein und erwachte erst am nächsten Morgen. Da Hans sich über den eventuell von Sven gemach ten Fund nicht weiter aufregte, weil er ja doch wußte, daß es nur ein paar Körnchen Gold sein würden so räumte er nachlässig Svens Rucksack beiseite. Aber er traute seinen Augen nicht, als er in dem trüben durch das sogenannte Fenster hereinbrechenden Licht in des Freundes Rucksack große Goldklumpen fand, sast so groß wie ein Hühnerei. Erschrocken starrte er den Freund an, der verfallen und wie leblos auf seinem Lager lag. noch gar nicht denken, erst will ich mal dem Jonny Sand in die Augen streuen, denn der Spürhund riecht sozusagen das Gold— und wenn wir das Gold erst mal hier haben und später dann auf dem Damp fer sind, dann erst fange ich an, mich zu freuen. Bis dahin bin ich einfach nur Maschine, verstanden?“ „Der vernünftigste Standpunkt, den wir jetzt ein nehmen können, alter Freund; ich freue mich, daß du solche. Einstellung hast, dann wird uns nämlich die Arbeit viel leichter, als wenn wir den sogenannten Goldrausch bekommen. Also— nun lauf zu.“ Dann legte er den Rucksack beiseite, setzte sich geduldigt an das Lager des Freundes und wartete, bis er wider erwachen würde. So ruhig Hans äußerlich wirkte, so aufgeregt war er dennoch bei dem Gedan ken an das gesundene Gold. Sollte der Freund doch eine Goldgrube gefunden haben, sollte es ihnen doch gelingen, einstmals wieder reich und anerkannt nach Europa zurückzukehren? Immer wilder wurden die Gedanken, und immer ungeduldiger sah er au den schlafenden Freund, ob er denn noch nicht bald reden und ihn aus seinen Zweifeln erlösen würde. Aber bis zum hellen Morgen mußte Hans sich ge dulden— dann endlich erwachte Sven und sah mit schweren Augen um sich.— „Bin ich also doch noch hier gelandet? hat schwer gehalten.“ Junge, das „Ich verstehe nicht, Sven, du hattest doch für sechs Tage Wasser mit, was ist denn geschehen. Ich habe auch dein Wasserfaß nicht gesehen?“ „Eine Unvorsichtigkeit von mir— ich habe beim Graben die Hacke auf den Wasserbehälter geworfen, deren Spitze den Behälter leck schlug. Ich hab es nicht gleich gemerkt— und da ist das Biest ausgelaufen. Das Weitere kannst du dir denken, brauch ich dir ja nicht zu erzählen, denn du bist ja nicht erst gestern nach Peak=Hill gekommen.— Aber das alles ist Nebensache! Hans— Junge, wir sind gerettet, endlich habe ich ihn gefunden, den großen Schatz.“ Sven, den ein leichtes Fieber schüttelte, sah den Freund mit heißen Augen an, und Hans griff nach dem Rucksack und zog die Goldklumpen hervor. „Das da?!“ „Das und noch viel, unendlich viel mehr. So viel, daß es zwei Männer nie wegtragen können. Aber so weit weg liegt es, so tief drinnen in der Wüste. daß es wegen des Wassermangels schwer hält, weiter zugraben. Weil man nicht spülen kann, muß man viel zu viel Dreck und Erde mitschleppen— und das kann kein Mensch in dieser Hölle.“ „Kannst du nicht mit mir zusammen wieder hin?“ „Wir zwei allein? Nur dann, wenn wir irgend jemand haben, der uns Wasser schleppt, sonst müssen wir doch ins Gras beißen.“ „Findest du die Stelle wieder?“ „Ganz bestimmt, wenn nicht großer Sturm kommt, denn ich habe markiert. Aber bald müssen wir hin, sonst finde ich es nicht wieder.“ „Vor allen Dingen darf kein Mensch davon er fahren, sonst sind sie wie die Spürhunde hinter uns her. Warte, laß mich nur nachdenken.— Ich hab es. Wir sprengen durch Jonny das Gerücht aus, daß du dir das Fußgelenk gebrochen hast und daß ich deshalb ein Pferd für dich kaufen muß, damit du dich schonen kannst.— Dann packen wir dem Gaul nichts weiter auf als Futter für sich und Wasser, tragen selber nichts weiter als Werkzeug und Wasser— dann muß es doch gehen.“ „Aber bald, Junge, denn ich merke, daß mit mir nicht viel los ist, das Fieber kommt wieder. Ich hab auch kein Chinin mehr.“ „Laß das meine Sorge sein, ich mache mich gleich auf den Weg zu Braun, der muß mir fürs erste seinen Gaul borgen, ich gebe ihm als Pfand alles, was wir noch an Goldstaub haben. Dann bringe ich Chinin mit für dich und erzähle Jonny, daß wir morgen zum Doktor nach Beestland wollen, um dein Bein in Ordnung zu bringen, wenn er will, könne er gern mitkommen. Wir aber brechen schon heute nacht auf, kleben für Jonny einen Zettel an mit dem Vermerk, dein Bein sei schlimmer geworden und wir seien schon deshalb in der Nacht fortgegangen. So ist dieser Kerl unschädlich gemacht, und wenn wir nach vier Tagen wiederkommen, ist eben dein Bein wieder gut— und alles Gold wohlverborgen in unserer Tasche. Na, was sagst du zu meinem Plan?" hast ein fabelhaftes organisatorisches Talent, mußte Sven doch lächelnd sagen, trotzdem es ihm noch hundeelend war.„Also, dann lauf los, je früher du gehst, desto früher bist du zurück. Ich werde mit indessen nicht vom Platz rühren, damit ich Kräfte sammele für die neue Tour. Aber die Hoffnung auf den Erfolg wird mich schon vorwärtsbringen. Junge, denk doch nur— wenn dieser letzte Weg gelingt, dann sind wir aus aller Misere heraus, dann können wir wieder heim nach Europa!“ „Weißt du, Sven, daran werde ich mal vorläufig In den Stunden, in denen Sven allein auf seiner Pritsche lag, fand er Zeit, seine Gedanken zu sam meln, und er fing gegen alle Vernunft dennoch an Pläne zu schmieden. Alles malte er sich aus, was drüben, was er daheim mit dem Gelde anfangen konnte. Und dann kam die ruhige Ueberlegung, und er sagte sich, daß er mit Hans allein niemals die mär chenhafte Goldfundstelle so ausbeuten könne, wie es sein müßte. Eine Gesellschaft müßte gegründet wer den zur Ausbeutung dieser Goldgrube. Denn mit dem Golde, das sie beibe hinüber brachten, ohne daß hier jemand von dem Ausmaß des Fundes etwas wissen durfte, konnten sie nicht für alle Lebzeiten existieren, und ferner war eine rationelle Ausnut zung der Grube mit ihren eigenen Mitteln in jedem Falle ausgeschlossen.— Also hieß es, drüben in Europa die nötigen Geldleute zu finden, am besten Engländer, für die die Erledigung der Formalitäten auf australischem Boden in jedem Falle am einfach sten war. Bei dem spürhundartigen Mißtrauen der Gold gräber durfte es ihm und Hans schwer werden, mehr Gold mitzunehmen, als sie ganz im geheimen unter ihrem Gepäck verbergen konnten. Auch durften sie auf keinen Fall als gemachte Leute nach Berth durch das Land reisen, sonst fielen sie sehr leicht Verbre chern in die Hände, die sich keine Minute überlegen würden, ihnen ihre Beute abzujagen. Vor allen Dingen war es erstes Gebot, die Fundstelle auf das tiefste geheimzuhalten. Wie aber sollte er, wenn er nach Monaten wieder nach Australien zurückkam diese Stelle wiederfinden? Für diesmal hatte er sich seinen Weg notdürftig mit Gestrüpp gekennzeichnet, aber das war keine Markierung, die Jahre anhielt.— Einen Plan— einen richtigen Situationsplan mußte er anfertigen, der ihn immer wieder zu der Stelle führen würde. Hatte er beim Militär nicht gelernt, kartographisch zu arbeiten? Diese Kennt nisse sollten ihm jetzt ein Vermögen einbringen. Ohne seines ermatteten Zustandes zu achten, sprang er auf von seiner Pritsche und suchte nach Papier, fand aber nichts anderes, als präparierte Leinwand, wie man sie als Zeltbahn benutzt. Und so legte er die Grundrisse des Planes auf dieser Zeltbahn an. Als Hans glücklich mit allem Nötigen zuruckkam, fand er Sven bei der Arbeit. Ohne große Vorbereitungen gingen sie mit eintretender Dunkelheit von dannen, den müden Steppen ponny hinter sich herziehend, der nur mit Heu und Wasserbehältern bepackt war. Das Glück war ihnen hold, es gelang alles nach Wunsch, und mit einem Goldbestand, der ihnen für Jahre ein gutes Leben in der Heimat sicherte, kamen sie zurück. Sven hatte seinen Plan so genau wie möglich angefertigt, so daß er sich jederzeit wieder zu der Stelle zurückfinden konnte, an der ein ungeheurer Reichtum verborgen lag. Als sie in ihre Blechvilla zuruckkamen, fanden sie Jonny Bill davorsitzen, als hätte er schon lange auf sie gewartet. Und nun galt es vorsichtig zu sein, um diesem hellhörigen Gauner Sand in die Augen zu streuen. „Hallo Sven, hallo Hans! Da seid ihr ja! Und Svens Bein ist schon wieder all right? Freut mich.“ Daß Sven natürlich im selben Moment etwas humpelte, war klar, aber das Mißtrauen lag in Jonnys Augen. „Danke, Jonny, es geht so. Der Doktor hat gesagt, soll mich nicht übermäßig schonen, damit das Bein nicht steif wird.“ „20.— Bei welchem Doktor wart Ihr denn?“ „Na, natürlich beim alten Smith.“ „Was Ihr nicht sagt!— Der ist doch vorige Woche mit dem Tod abgegangen.“ In Jonnys Augen lag der eiskalte Hohn, so daß es Hans in allen Fingern juckte, diesem Verbrecher den Hals umzudrehen. Aber Sven war der Klügere— ein Streit war jetzt gerade sehr unangebracht für sie, und so sagte er nur ruhig: „Weißt du, alter Jonny, kümmere dich um deine Angelegenheiten— wir werden schon wissen, was wir zu tun haben.“ Damit öffnete er die Tür und trug das Gepäck ins Haus. Diensteifrig wollte Jonny zufassen, indem er sagte: Nicht krumm nehmen, alter Sven. Ich mag euch beide nun mal gern und kümmere mich um euch.— So, nun will ich euch helfen abzupacken. Habt wohl neues Werkzeug und Lebensmittel mitgebracht?“ Finger weg von unseren Sachen— wir brauchen keine Hilfe. Deine schon gar nicht. Komm morgen wieder, wenn du schwatzen willst, heute sind wir todmüde.“ Jonny kniff seine bösen Augen zusammen und sah Sven höhnisch an: Habt wohl Werkzeug mit zum Doktor genommen?“ Jetzt sah Sven ein, daß nur eine wahre Lüge helfen konnte und so schlug er Jonny auf die Schulter und sagte mit betonter Treuherzigkeit: Ein schlauer Fuchs bist du, Jonny. Also schön damit du es weißt— wir waren graben. Ich glaubte eine Stelle gefunden zu haben— aber es war Trug. Da, das ist die ganze Auslese von vier Tagen. Und Sven griff in den einen Sack und holte eine Handvoll losen, wenig goldhaltigen Staub und Broken heraus.„Da— das ist alles! Bist du nun beruhigt?“ „Muß wohl, ihr armen Kerle. Seht abgetrieben aus— und habt doch nichts erreicht. Na, laßt den Mut nicht sinken— ihr zwei schafft es doch noch. Ihr seid meine sicherste Aktien, denn ich hoffe doch, daß ihr dem alten Jonny abgebt, wenn ihr den grozen Fund gemacht habt?“ „Das ist doch sicher unter guten Freunden. Du kümmerst dich doch immer um uns— das wird einst, wenn wir Millionäre sind, dir gelohnt werden.“ „Ihr seid eben Gentlemen, ihr beiden.— Aber, nun will ich verduften. Sven sieht aus, als ob er Fieber hätte.“ „Stimmt auch, mein Junge, aber es ist schon so daß das Fieber mich hat. Muß mit Chinin ins Bett. Komm morgen mal nach uns sehen.“ „Gemacht!“ Aber das Lachen, mit dem er sich verabschiedete, war deutlich als ein Lachen des Hoh nes und des Besserwissens zu erkennen. Als die beiden Freunde allein waren, sahen sie sich an. „Der hat etwas gerochen?!“ „Ganz sicher, Hands, aber er kann ja nicht wissen wo und wieviel. Also jetzt heißt es äußerste Vor sicht gegen diesen Burschen. Wir werden uns heute ausschlafen, aber von morgen an muß immer einer in der Nacht wachen, bis wir fort können. Ich fürchte, das verdammte Fieber wird uns noch einige Tage hier festhalten.— Ich kann nicht mehr— ich muß mich legen.“ Trotzdem er selbst zum Umfallen müde war, packte Hans den Freund, dem die Zähne im Fieberschauer zusammenschlugen, in alle vorhandenen Decken ein verabreichte ihm seine nötige Dosis Chinin und machte sich dann erst daran, ihre Ausbeute gut zu ver stecken. Die Rolle mit dem Plan lag auf dem sogenannten Tisch, vorläufig von Hans noch nicht wichtig genom men. Am nächsten Morgen war es mit Sven so schlimm daß Hans sich entschloß, sofort nach der nächsten An siedelung zu reiten, um frisches Trinkwasser für den Kranken zu holen. Er holte aus dem müden Ponny heraus, was er nur herzugeben vermochte, damit er bald wieder bei dem kranken Freund sein könnte Und nun geschah das, was Hans seinem Freunde so oft erzählen mußte... Als er mit frischem Wasser zuruckkam, sah er eben noch, wie Jonny aus der Blechhütte herauskletterte, die Rolle unter dem Arm, auf der der Situationsplan der Goldfundstelle aufgezeichnet war. Die schroffe Dämmerung der Wüste setzte schon ein, und so konnte Hans ungesehen hinter Jonny herschleichen und dem Ueberraschten in kurzem, aber erbittertem Kampfe den Plan entreißen. Erst als Hans seinen Revolver zog, gab Jonny, der wie ein Stier kämpfte, nach und versuchte sein Heil in der Flucht in die Dämmerung der Gibsonwüste. In einer maßlosen Erbitterung schickte Hans verschie dene Schüsse hinter dem Schuft her, weniger, um ihn zu töten, als ihn zu verletzen und dadurch matt zu setzen. Und gerade, als Jonny sich im Lauf noch einmal umwandte, traf ihn eine Kugel und drang hm wohl ins Auge, denn Hans hörte ihn jämmerlich aufschreien und sah, daß er nach dem Auge faßte aber trotzdem rannte Jonny weiter hinein in die Dunkelheit. Tag für Tag lagen Spen und Hans nun auf der Lauer, um zu warten, bis Jonny aus der Wüste wieder zurückkam, denn es gab keinen Platz in der Nähe, durch den er sich hätte retten können; er mußte an ihrer Hütte vorbei. Zur Vorsicht erkundigten sie sich im geheimen bei allen denen, die in erreichbarer Nähe von ihnen lebten, ob Jonny dort gesichtet worden sei. Aber keiner hatte ihn gesehen, und jeder meinte erleichtert:„Hoffentlich hat diese Bestie end lich ins Gras gebissen.“ Zu dieser Annahme kamen Hans und Sven dann ollmählich auch, denn es war unmöglich, daß ein Mensch sich neun Tage lang in der Wüste aufhalten konnte ohne Wasser, ohne Nahrung und noch dazu als Verwundeter. Also— zahlten sie tyn zu den Toten. Aber trotzdem lebte in Sven die Furcht und der Verdacht, daß Jonny ihre Pläne gesehen hätte, daß er die Stelle finden würde— daß Jonny überhaupt noch lebte. Die einzige Beruhigung war die, daß er die Erklärungen zu den Plänen in schwedischer Sprache geschrieben hatte, die Jonny bestimmt nicht lesen konnte. Aber— unheimlich war es doch.— Als die beiden Freunde damals mit ihrer Beute unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln durch das Land nach dem Hafen gereist waren und sich bei erstbester Gelegenheit eingeschifft hatten, natürlich dritter Klasse, um nur ja keinen Verdacht auszulösen, daß sie reich und vom Glück begünstigt seien, hatten sie beide ein Gefühl, wie der Reiter über dem Bodensee, denn es hatte ja in all der Zeit nur an einem Haar gehangen, daß man hinter ihr Geheimnis gekommen wäre. In London angekommen, deponierten sie zuerst ihren gesamten Reichtum bei der Bank von Engels und Burgh und behielten für sich nur so viel zurück, daß sie ein gutes, sorgloses Leben führen konnten. Dann erst, nachdem sie wieder wie zivilisierte Menchen aussahen und sich auch wieder auf alle ihnen einst selbstverständlich gewesenen guten Manieren besonnen hatten, begannen sie englische Geldleute, die drüben in Australien orientiert waren, aufzusuchen. Bald stellte es sich heraus, daß Engels and Burgh die von ihnen gesuchten Leute waren. In geheimen Sitzungen offenbarten sie ihnen ihr Geheimnis, zeigten als Belege ihre deponierten Goldfunde und gewannen die beiden alten verknöcherten Geldfüchse für ihren Plan, der darin bestand, durch eine große, englische Aktion die von Sven entdeckte Goldfundstelle rationell auszubeuten. Sven übergab den beiden Bankiers zu den übrigen von ihnen geleisteten Sicherheiten auch noch inen Situationsplan, gebrauchte jedoch die Voricht, ein davon gefertigtes Duplikat für sich zurückzubehalten. Anfang November glaubten die beiden Engländer mit dem Länder= und Materialkauf in Peak=Hill beziehungsweise in Perth fertig zu sein. Dann sollten und wollten die beiden Freunde ebenfalls wieder hinüberfahren und die große, auf viele Jahre berechnete Arbeit mochte beginnen. Hilfsarbeiter gedachte man erst anzuwerben, sobald man den Fuß wieder auf australischem Boden gesetzt haben würde. Sven und Hans hatten manchen braven Goldgräber im Gedächtnis, der froh und glücklich sein würde, eine gute Anstellung mit entsprechender Gewinnbeteiligung zu erhalten. Auch galt es, einen iefbauingenieur in Europa anzuwerben, der eine geeignete Wasserzufuhranlage schaffen sollte. Denn man hatte sofort erkannt, es sei unmöglich, das unentbehrliche feuchte Naß auf Pferden oder Maultieren in die Dursthöhle der Wüste zu schleppen, wollte man viele Menschen mit ihm versorgen. Es war daher die Anlage einer Wasserleitung unbedingt notwendig, und Sven hatte bezüglich ihrer Anlage bereits einen ganz bestimmten Plan. Er hatte einstmals hoch oben in den Bergen eine ihren Ablauf jedoch nach dem Meere nehmende Quelle entdeckt. Dieser Wasserlauf mußte eben entsprechend verlegt werden, so daß das segenbringende Element unmittelbar in die Nähe der Goldgrube kam. Der erste bittere Tropfen in den Becher der Freude war die Nachricht von dem in England unternommenen Versuch, den Lageplan aus dem Depot zu stehlen. Sofort wurde in Sven der niemals ganz eingeschlummerte Verdacht wach, Jonny müsse hinter dem Geheimnis her sein, und es war so gut wie sicher, daß dieser skrupellose Abenteurer selbst nicht vor einem Verbrechen zurückschrecken werde. Also hieß es, alleräußerste Vorsicht üben und niemandem Vertrauen schenken.— Zu der Unruhe, die Sven infolge der aus London erhaltenen Nachrichten erfaßt hatte, kam noch die hinzu, die er Liane Kellers wegen spürte. Er hatte das deutliche Empfinden, sein Herz und alle seine warmen Gefühle, die lange geschlummert hatten, rettungslos an diese Frau verloren zu haben. Sollte er darum fliehen, solange es noch Zeit war? Sollte er diese Frau aus seinem Leben streichen, ehe sie noch für ihn zu einem Erleben geworden war, oder sollte er in dem Strom des Verliebtseins weiter dahintreiben? Sven konnte keinen Entschluß fassen, er sehnte sich danach, einmal eine Frau zu küssen, die er wirklich liebte, eine Frau, die er achtete. Wäre es wohl das beste, er ging mit Hans über alle Berge und dächte nicht mehr an diese Frau? Sven erhob sich, trat auf seinen Balkon hinaus und sah in das weiche Licht des Mondes, als könne ihm der Alte Kerl da oben einen guten Rat geben. Aber er zeigte Sven, als er sich über das Geländer seines Balkons neigte, nur, wie herrlich sein Licht auf dem hellen Haar der schönen Frau lag, die dort unter ihm ebenfalls auf dem Balkon stand und in die helle Nacht hinaussah. Da stand es wieder unumstößlich bei Sven fest— er reiste nicht irgendwohin— sondern er reiste ihr nach, gleichgültig wohin. Er mußte hinter das Geheimnis dieser Frau kommen, mußte wissen, ob es für ihn keine Hoffnung gab, diese Frau für sich zu erringen. Höchst befriedigt von diesem Entschluß, warf er noch einen heißen Blick auf das goldige Köpschen unter ihm und legte sich dann endlich zur Ruhe. Eine ferne Stimme schien zu singen:„Ich gehe fort und du gehst mit. Unser Weg hat gleichen Schritt. Schnell vergingen die Tage bis zu Lianes Abreise. Die drei machten jeden Tag Spaziergänge, und abends saßen sie gemütlich plaudernd in der Halle. Liane fand jetzt großes Vergnügen daran, sich so reizend wie möglich anzuziehen. Das erstemal freute sie sich über alle die entzückenden Toiletten, die sie in ihrem großen Schrankkoffer hatte, und die Berg war selig, daß ihre geliebte Komtesse, wie sie Liane noch immer bei sich nannte, endlich einmal wieder vergnügt und lustig war. Sven und Hans hatten einen großen Stein bei ihr im Brett, und wo sie konnte, bot sie den Herren ihre Dienste an. Hans besonders fand es begeisternd, daß Frau Berg sich seiner sämtlichen lockeren Knöpfe erbarmte, daß sie Ordnung geschaffen hatte in seinen wilddurchwühlten Schubkästen. Er fand jetzt, ohne stundenlang vor Angst zu schwitzen, seine Sachen alle gleich, nahm nicht an Stelle eines frischen Rasiertuches ein Taschentuch und brauchte nicht Abendstrümpfe am Tage anzuziehen. Es war herrlich— und Hans wurde es schon heimlich im Busen bang, dachte er daran, wie es wieder sein würde, wenn Frau Berg nicht mehr da war.— Am Abend vor der Abreise Lianes saß man beonders lange in der Halle zusammen. Es lag doch etwas wie Abschiedsstimmung über den dreien und die Unterhaltung wollte nicht so recht im Fluß bleiben, wie es sonst der Fall gewesen war. Sven überlegte sich dauernd, wie er wohl Hans am besten fortschicken könnte, denn er brannte darauf, noch ein paar unbelauschte Worte mit Liane zu reden. Aber Hans hatte ein dickes Fell, er rührte sich nicht. Da kam ihm Liane selber zu Hilfe, denn sie bat Hans mit reizendem Lächeln: „Bitte, lieber Herr Rainer, gehen Sie zum Portier und sagen Sie, daß ich noch heute abend meine Rechnung bezahlen möchte. Er hat es wohl vergessen.“ Wird gemacht, gnädige Frau, lebend oder tot soll er Ihnen die Rechnung bringen!“ Sven atmete auf. Gottlob, nun war Hans weg. Jetzt hieß es, die kurze Gelegenheit auszunutzen. „Es ist unwiderruflich, daß Sie morgen reisen?“ „Unwiderruflich, es läßt sich nicht ändern." „Und wann sehen wir uns wieder?“ „Das— das weiß ich nicht, Herr Mogens.“ Liane sah ihn unsicher an, denn sie selbst litt unter der bevorstehenden Trennung, hatte sie doch mehr und mehr Sympathien für den interessanten vornehmen Mann empfunden. ledes Jahr ein Pelzteil? Gnen en leklauf isl dod sels en Cnkauf furerengrieren tetraun Deshalb kommt fir Se rur meinfachgesaftnfage dor fnden de 9 vohl fachkundige und schliche Bealung als auch preiswerle Bedienung fur jedes Pelr teil qecuetter fellarl birge ch fur ersiklasige lecbeiteg leistungsfähigstes fachgeschäft am Platre Nr. 2 Im T im Frü zelnen ristischer Dekanat Pfarrei, wissensch tere wer halten ken zu lizismus gegensta der KirMontSt. No zen und strahlte gung de der Kri weißgek liche Sy gang 31 Anzahl nates auf den der wu Priester genen burga rektor Herr hielt ei lichung im Al dem Ar mahlssa sem Br diesem tritt ha voll au Wüste Speise; täglich im hl. ter. heiligst Meßon Hiere seitens Dekand der kas Sakran erreicht Dit Am band c Wals Diese menden ugen röffn den I Schic gruppe Stadtv er, M seme denen Gewer Opfer widme Nach gruppe lang. Wollen musika bands Er nisse? eigenn Hilfsb wacken charak Zeitge wicklu Prole rechtig stapfei müsse fortse und E zu e Wohl tracht Haup den. Arbei Jugen senden Jugen gesam Zentr Schick der e wir gen Her sporn ten 8 Herr zu ih liche Nr. 253(3. Blatt) Vereinigte Vreistädte-Zeitung Mittwoch, 29. Oktober 1930 Viersener Nachrichten. Eucharistischer Tag in St. Notburga. Viersen, 29. Oktober 1930. Im Dekanate Viersen wird seit etwa 5 Jahren im Frühjahr und Herbst abwechselnd in den einzelnen Pfarreien ein„Dies Eucharisticus“(eucharistischer Tag) gehalten. Die Priester des ganzen Dekanates versammeln sich nachmittags in der Pfarrei, wo der eucharistische Tag stattfindet, um in wissenschaftlichen und asketischen Vorträgen— letztere werden gewöhnlich von einem Ordensmann gehalten— neue Nahrung für ihr seelsorgliches Wirken zu finden. Das Zentralgeheimnis des Katholizismus— die hl. Eucharistie— bildet der Hauptgegenstand der Veranstaltung. Abends ist dann in der Kirche eine allgemeine eucharistische Festfeier. Montag war ein solcher eucharistischer Tag in St. Notburga. Die auf ihren Altären mit Kerzen und Blumen etc. schön geschmückte Kirche erstrahlte im herrlichsten Lichterglanze. Die Beteiligung der Gläubigen war außergewöhnlich groß. Aus der Krypta kommend, zog eine sehr große Schar weißgekleideter Kinder, Blumen, Fähnchen und kirchliche Symbole tragend, über den breiten Treppenaufgang zum Priesterchor; diesen folgten eine große Anzahl Meßdiener und Priester des ganzen Dekanates Viersen. Letztere nahmen am Altare und auf den Kniebänken Platz; die weißgekleideten Kinder wurden auf dem Treppenaufgang und auf dem Priesterchor gruppiert. Nach einem schön vorgetragenen Chorliede des KGV.„Cäcilia“ an St. Notburga(Organist: Herr Stamm) hielt Herr Pfarrrektor Lambertz eine kurze Sakramentsandacht. Herr Pfarrer Dr. Vogtland(Helenabrunn) hielt eine sehr eindrucksvolle Predigt zur Verherrlichung des eucharistischen Gottes:„Jesus Christus im Allerheiligsten Sakramente". Ausgehend von dem Augenblick, wo der göttliche Heiland im Abendmahlssaale zu Jerusalem saate:„Esset alle von diesem Brote, dies ist mein Leib“, schilderte er, wie zu diesem höchsten Könige jeder einzelne immerfort Zutritt habe und wie man von diesem Könige so liebevoll aufgenommen würde. Die Israeliten in der Wüste erhielten jeden Morgen das Manna als Speise; uns Katholiken bietet sich Jesus Christus täglich als Seelenspeise dar. Täglich opfert er sich im hl. Meßopfer für uns seinem himmlischen Vater. Wie heilig und ehrwürdig ist doch das Allerheiligste Sakrament. Kommet recht oft zum hl. Meßopfer und zum Liebesmahle. Hierauf war eine schöne Sakramentsprozession seitens weißgekleideter Kinder, der Priester des Dekanates, Kirchenvorstand, Fahnendeputationen der katholischen Vereine. Die Anwesenden sangen Sakramentslieder. Mit dem sakramentalen Segen erreichte die Feier ihr Ende. J. M. Die christlichen Holzarbeiter werben um die Jugend. Viersen, 29. Oktober 1930. Am Samstagabend veranstaltete der Zentralverband christlicher Holzarbeiter im Lokale des Herrn Walschott einen Jugend=Werbeabend. Diese Veranstaltung sollte den Auftakt zu der kommenden Winterarbeit geben. Der Vorsitzende der Jugendgruppe, Herr van Geul, begrüßte in seiner Eröffnungsansprache die Erschienenen, insbesondere den Jugendleiter des Verbandes, Herrn Christian Schick, die Eltern der Mitglieder, die Jugendgruppe der Lobbericher Holzarbeiter, die Herren Stadtverordneten Nowak, Kartellsekretär Gebauer. M.Gladbach=Rheydt, Gewerkschaftssekretär Nössemes und die anwesenden Vertreter der verschiedenen Berufsgruppen des Ortskartells der christlichen Gewerkschaften Viersens. Redner gedachte darauf der Opfer der Bergwerkskatastrophe von Alsdorf und widmete ihnen ein stilles Gedenken. Nach einem Musikvortrag wartete die Jugendgruppe mit einem Sprechchor auf, der vorzüglich gelang. Dieser Chor zeigt in knappen Zügen Ziel und Wollen der heutigen Jugend. Es folgte eine weitere musikalische Darbietung und dann ergriff der Verbands=Jugendleiter das Wort zur Festrede. Er schilderte ausführlicher die mißlichen Verhältnisse des Arbeiters um die Jahrhundertwende. Uneigennütziges Wollen, fester Wille und tatkräftige Hilfsbereitschaft hätten Wandel geschaffen und den wackeren Kämpfern den Sieg verliehen. Redner charakterisierte treffend den heutigen materialistischen Zeitgeist und kam schließlich auch auf die geistige Entwicklung des Arbeiterstandes zu sprechen. Aus dem Proletariat hätte sich ein gutgeschulter und gleichberechtigter Arbeiterstand herausgebildet. In die Fußstapfen der Alten müßte die Jugend treten. Sie müsse mit Eifer und zielbewußt das begonnene Werk fortsetzen bis zur Vollendung. Nicht allein für Sport und Sensation sei die Jugend berufen, sie müsse auch zu ernster Schulung herangezogen werden, zum Wohle für unser Volks= und Staatsleben. Dies betrachte die christliche Gewerkschaftsbewegung als ihre Hauptaufgabe. Sie wolle junge Menschen heranbilden, die tatkräftige Mithilfe leisten am Aufstieg der Arbeiterschaft. Dafür sei die christliche GewerkschaftsJugendbewegung da. Redner richtete an die anwesenden Jugendlichen einen recht warmen Appell, der Jugendgruppe des Verbandes beizutreten, damit die gesamte Jugend des Holzgewerbes in den Reihen des Zentralverbandes christlicher Holzarbeiter stehe. Herr Schick schloß seine Rede, die größten Beifall fand, mit der ersten Strophe des Jugendsturmliedes:„Wenn wir schreiten Seit an Seite", das im Anschluß gesungen wurde. Herr Kartellsekretär Gebauer, Gladbach=Rheydt, spornte ebenfalls in wohldurchdachten und begeisterWorten die Jugend zur weiteren Mitarbeit an. Herr Nössemes beglückwünschte die Jugendgruppe zu ihrem wackeren Aufblühen. Es folgten gesangliche und musikalische Darbietungen. Eine außerordentlich reichhaltige Verlosung brachte den glücklichen Gewinnern recht ansehnliche Preise. Mit dem Dank an alle Erschienenen für das bekundete Interesse verband der Vorsitzende die Bitte an die Eltern der Jungmannen, diese dem Verbande zuzuführen. Man blieb alsdann noch eine Weile bei gemütlicher Unterhaltung beisammen. Der Zentralverband christlicher Holzarbeiter Viersen hat durch die wohlgelungene Veranstaltung gezeigt, daß er sich um die heranwachsende Jugend kümmert, daß er gewillt ist, ihr zu helfen und sie mit Rat und Tat zu unterstützen. Er ruft der holzgewerblichen Jugend Viersens zu: Kommt am Dienstag, dem 4. November, abends 7½ Uhr ins Verkehrslokal der christlichen Gewerkschaften, Lindenstraße 12, und reiht euch ein in die große Jugendbewegung des Zentralverbandes der christlichen Holzarbeiter! Auch wir möchten die christlichen Eltern aufmuntern, die Jugend den christlichen Verbänden zuzuführen. Die Zeit ist ernst. Ein neuer Kulturkampf ist entbrannt. Da heißt es bei der Sache zu sein und die ganze jugendliche Kraft für die heilige Sache unserer christlichen Weltanschauung einzusetzen. In den Händen der Jugend liegt der kommenden Zeiten Geschick. A Allerheiligen. Am Allerheiligentage, also am nächsten Samstag, sind die Geschäfte geschlossen. Lediglich Blumen= und Kranzgeschäfte dürfen offenhalten. A Unglücksfall. Gestern nachmittag ereignete sich auf der Süchtelnerstraße an der Gefahrenecke bei Wassenhoven ein Unglücksfall. Ein Radfahrer fuhr hinter einen Lastwagen her in Richtung Süchteln. Als der Lastwageen in die Freiheitsstraße einbog, fuhr der Radfahrer gegen einen von Süchteln kommenden Personenwagen, der gleichfalls in die Freiheitsstraße einbog. Er stieß mit dem Kopf gegen die Scheibe der Wagentür, wobei er erhebliche Schnittwunden davontrug, so daß er ins Allgemeine Krankenhaus geschafft werden mußte. Ein Insasse des Wagens wurde durch Glassplitter leichter verletzt. A Diebstahl. In der vergangenen Nacht machten sich Diebe in der Weiherstraße zu schaffen. Sie stiegen durch ein Kellerfenster, das sie aushoben, ein. In einer Wohnung erbeuteten sie mehrere Wertgegenstände, in dem Nachbarhause etwa, 35 Einmachgläser. Warnung. Eine Schwindlergruppe, bestehend aus einem Wilhelm Herchenbach, Wilhelm Schütz, Mathias Kessel, Peter Rondorf, gibt sich als Vertreter des Kath. Volksvereins bzw. der„Leo“ Volksversicherungsbank a. G., Köln, aus und hat unter allen möglichen Vorspiegelungen namhafte Beträge, insbesondere von katholischen Geistlichen, erschwindelt. Die genannte Versicherungsbank warnt vor diesen Betrügern, die unter Mißbrauch von Drucksachen der Bank Versicherungsbeträge für Lebensund Krankenversicherung(letztere wird von der „Leo"=Bank überhaupt nicht betrieben) aufnehmen mit dem einzigen Ziel, möglichst hohe Anzahlungen zu erschwindeln. 4 Beleidignnasprozeß. In der Angelegenheit des Stadtverordneten Türk wegen Beleidigung hiesiger Polizeibeamten wird am 18. November vor dem Schöffengericht Gladbach=Rheydt verhandelt. Landwehr=Unterstützungs= u. Kriegerverein Generalversammlung. Viersen, den 29. Okt. 1930. Es wird uns berichtet: „Der Landwehr=Unterstützungs= und Kriegerverein Viersen hielt seine diesjährige erste Generalversammlung im Vereinslokale Draken ab. Nach der langen Sommerpause, während welcher mehrere Veranstaltungen, wie Sommerfest, Besichtigung der Krüppel-Heilanstalt im Johannestal usw. stattgefunden hatten, galt es, die Kameraden einmal wieder im Vereinslokale zu vereinen, um über verschiedene wichtige Angelegenheiten, ganz besonders über die Vorbereitungen für das Winterprogramm zu beraten. Der Vorsitzende, Kam. Hugo Ernst begrüßte zunächst die sehr zahlreich erschienenen Kameraden und wünschte recht rege Beteiligung bei den einzelnen Beratungen und für den zweiten Teil des Abends einige vergnügte Stunden. Das Protokoll der letzten Generalversammlung wurde verlesen und genehmigt. Die Neuaufnahme mehrerer Kameraden wurde durch die Ansprache und den Handschlag des 1. Vorsitzenden unter der Vereinsfahne auch diesmal wieder zu einem feierlichen Akt. Die neuaufgenommenen Kameraden verpflichteten sich, stets treu zur Fahne zu halten. Es mußte eine Ersatzwahl für einige ausscheidende Mitglieder des Festausschusses stattfinden. Der Festausschuß selbst hatte auf Wunsch des Vereinsvorstandes die neugewählten Kameraden vorzuschlagen. Der Festausschuß glaubte in den Kameraden: Jakob Franken, Willy Wirtz und Franz Hermes die geeigneten Kräfte gefunden zu haben, die alsdann auch vom Verein einstimmig gewählt wurden. Für den am 27. Oktober im Lokale der Geschw. Boecken stattfindenden„Kameradschaftlichen Abend“(der inzwischen stattfand und über den in heutiger Ausgabe berichtet ist), wurde recht rege Beteiligung empfohlen und auch von den anwesenden Wegen des auf Samstag fallenden Feiertages „Allerhelligen“ erscheint unsere letzte Ausgabe in dieser Woche am Freitag morgen wie üblich. Anzeigen für diese Ausgabe erbitten wir uns bis spätestens Donnerstag nachmittag Kameraden zugesichert. Jedem Teilnehmer wurden vom Verein 2 Biermarken gestiftet, so daß es trotz der augenblicklich schweren Zeit jedem Kameraden möglich gemacht werden sollte, mit wenig Unkosten die jedenfalls für alle Teilnehmer sehr interessante Veranstaltung zu besuchen. Unter anderm wurde für das Winterprogramm die Abhaltung eines Lichtbilder=Vortrages vorgeschlagen. Dieser Vorschlag fand allseitige Zustimmung. Ganz besonders wurde es begrüßt, daß sich Kam. Rektor Kamp erbot, einen Lichtbild=Apparat sozusagen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Sodann ist vorgesehen eine Weihnachtsfeier, wenn möglich, am 8. Januar 1931 abzuhalten. Die Vorbereitungen wurden dem Vorstand und Festausschuß übertragen. Nachdem unter Punkt„Verschiedenes" noch einige Sachen erledigt waren, wurde die offizielle Versammlung geschlossen und man ging zum gemütlichen Teil über, der die Kameraden noch einige Zeit in bester Stimmung beisammen hielt.“ Vom Stadtgärtchen zum Stadtgarten. Zwei Zuschriften— zwei Meinungen. Für Durchführung eines großzügigen Planes. Biersen, 29. Oktober 1930. Ihr Artikel vom„Stadtgärtchen zum Stadtgarten“ ist eine durchaus zeitgemäße Anregung. Nicht etwa in dem Sinne die vorhandenen Anlagen einer Umarbeitung zu unterziehen, sondern einen neuen noch nicht in Angriff genommenen Plan zu verwirklichen. Damit nicht auch hier die Nachwelt sagt, die Zeit für die Anlegung eines Stadtgartens an dieser Stelle ist nunmehr verpaßt. Der gedachte Plan umsaßt das Außengelände des ganzen Stadtkreises Viersen. Hier könnte man das Umlegeverfahren durchführen, wie dieses bereits mit der Niersregulierung verbunden ist. Außerhalb der Stadt würden dann grade Straßen, in der Hauptsache für Fußgänger, erscheinen, die an Gewässern vorbei durch Feld, Wald und Grüngürtel führen könnten. Es würde ein teils durch die Natur geKameradschaftlicher Abend des Kreiskrieger=Verbandes Viersen, den 28. Oktober 1930. Im freundlichen und schön geschmückten Saale der Geschwister Boecken fanden sich Montagabend eine stattliche Anzahl Mitglieder des Kreiskriegerverbandes Viersen zu einem kameradschaftlichen Abend ein. Im Hintergrund sah man inmitten von Palmen un Lorbeerbäumen fünf Fahnen der dem Verband angeschlossenen militärischen Vereine Viersens sowie das Bild des Reichspräsidenten, bezw. das des ehemaligen Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Mit dem Marsch„Friderikus Rex“ wurde der Abend eröffnet. Der Vorsitzende des Verbandes, Herr Königs, hieß die Kameraden herzlich willkommen, insbesondere diejenigen aus dem Kavallerieverein, die den Beschluß herbeigeführt hätten, dem Kreiskriegerverband Viersen sich anzuschließen. In besonderer Weise begrüßte er den Vorsitzenden des Regierungsbezirksverbandes Düsseldorf des Kyffhäuserbundes, General der Infanterie Dieffenbach. Der Kreiskriegerverband Viersen habe zum ersten kameradschaftlichen Abend eingeladen. Es sollten noch weitere derartige Abende folgen. Diese Abende würden keinen besonders festlichen Charakter haben. Sie sollten lediglich ein gemütliches Zusammensein bezwecken, mit dem Ziele, das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu heben und zu fördern. Redner gedachte darauf der Opfer der Bergwerkskatastrophen von Alsdorf und des Saargebiets. Die Anwesenden erhoben sich von den Sitzen. Redner gab bekannt, daß der Kyffhäuserbund 5000 Mark zur Linderung der Not der Opfer, welche Kriegerformationen angehörten, gespendet habe. Auch in Zukunft solle der Wahlspruch gelten: Einer für alle und alle für einen. Die Not sei groß. In dem deutschen Volks= und Wirtfistsleben dürfe es nicht Winter werden. Dafür ßten sich alle Kräfte einsetzen, es müsse Einigke jerrschen. Zur Verschöng des Abends hatte sich das Männerquartetthser zur Verfügung gestellt, das unter dem Diri des Herrn Musikdirektors Ebert mit den beiden Chören„Freiheit am Rhein" und „Bleib deutsch, du herrlich Land am Rhein" aufwartete. General Diessenbach nahm drauf das Wort. Er dankte zunächst für die an ih.. vom Vorsitzenden gerichteten Begrüßungsworte und sprach dem Kreiskriegerverband Viersen seine Glückwünsche dafür aus, daß er sich selbständig gemacht habe. Er sei für einen kleinen Verband, da in ihm die Kameradschaft eine innigere sein könne. Redner machte dann weiter einige geschäftliche Mitteilungen bezüglich Beitragsleistung für Berlin seitens derjenigen Kameraden, die infolge Erwerbslosigkeit nicht zu zahlen in der Lage wären. Er sprach weiter von der Tätigkeit des Kyffhäuserbundes vor dem Kriege. Nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges für Deutschland habe erst die eigentliche Aufgabe des Bundes begonnen, nämlich die, den deutschen Gedanken hochzuhalten und über die Parteien das Vaterland zu stellen Alle müßten am Wiederaufbau mitarbeiten. Ter Kyffhäuserbund zähle über drei Millionen Mitalieder, das wären, mit Familien gerechnet, zehn Millionen, die, wenn alle an einen Strang zögen, Einfluß auf das Vnerland ausuben könnten. Redner ging in breiteren Ausführungen auf die Programmpunkte des Kyffhäuserbundes ein, welche die Bundeslettung im Jahre 1923 herausgegeben hat. Om Schluß seiner Ausführungen nidmete er dem deutschen Vaterlander ein dreisaches Hoch. Die Versammlung sang darauf stehend das Deutschlandlied. Das Männerquaxtett Viersen=Rahser brachte noch mehrere Chöre zum Vortrage. Für die prächtigen Darbietungen spendeten die Versammelten wohlverdienten Beifall. Herr Rektor Kamp, Helenabrunn, sprach über Aufgaben, Ziele und Wege des Kyffhäuserjugendbundes. Die Kriegervereine des Kyffhäuserbundes wollten körperliche, sittliche und geistige Ertüchtigung der heranwachsenden Jugend. Diese solle so ausgestaltet werden, daß sie der Jugend selbst zu Nutz und Frommen gereiche und damit dem Wohle der Familie, dem Gedeihen des Volkes und des Vaterlandes diene. Redner zeigte in seinen weiteren Darlegungen die Mittel und Wege, die zu diesem Ziele führen. Für seine interessanten mit Begeisterung vorgetragenen Ausführungen, denen die Anwesenden mit größter Aufmerksamkeit folgten, erntete Herr Rektor Kamp lebhaften Beifall. Der Vorsitzende sprach allen Mitwirkungen den Dank der Versammelten aus. Bei gemütlicher Unterhaltung, wobei auch alte Soldatenlieder gesungen wurden, nahm die Veranstaltung ihr Ende. schaffener großer Stadtgarten entstehen mit neuen auf weite Sicht gedachten Bebauungsmöglichkeiten, die heute schon in eine bestimmte Begrenzung gebracht würden. Im Bruch könnte hierbei Gelegenheit für Kahnfahrten und Eisbahnen geschaffen werden. Hierbei könnten auch Arbeitswillige Verwendung finden. Bei wenigen Städten dürfte das Umlegeverfahren so erfolgversprechend sein, wie grade bei Viersen mit seinem heute teilwetse geringwertigen, nicht ausgenutzten Außengelände. Der Kernpunkt der Sache besteht aber darin, daß zu einem Zeitpunkt des wirtschaftlichen Tiefstands ohne besondere Kosten für die Zukunft erhebliche Werte geschaffen werden, die mit Fertigstellung des Umlegeverfahrens mit Sicherheit auch den Wohlstand des Kreises bedeutend heben wird. Ein Neinsager. Die zweite Zuschrift äußert sich völlig ablehnend und wünscht zunächst die Herstellung geordneter Straßenverhältnisse in den Außenbezirken. Sie lautet: Es ist völlig unverständlich, wie bei den gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, unter denen nicht zuletzt die Kommunen zu leiden haben, noch Pläne auftauchen, die sich mit der Verschönerung und Erweiterung von Gartenanlagen befassen. In einer Zeit, in der jeder Bürger einen Groschen dreimal in der Tasche umdreht, bevor er ihn ausgibt, sollte auch die Stadtverwaltung ihre Ausgabenpolitik nur auf das Lebensnotwendigste beschränken. Wenn unsere Gemeinde einmal wieder in„Schönheit und Würde“ erblüht, dann mag die Stadtverwaltung ihren Kunstsinn auf gärtnerischem Gebiet betätigen, vorerst jedoch nicht. Warum denn in die Ferne schweifen, wenn näher liegende Arbeiten nicht durchgeführt werden. Ich erinnere an die verwahrlosten Straßen unserer Außenbezirke, insbesondere aber an die katastrophalen Straßenverhältnisse der Bachstraße und der Eichenstraße, Hammerkirchweg, bis zur Neuen Hammer=Schule. Hier sind die Zustände einfach unhaltbar geworden. Es müßte deshalb die öringendste Pflicht der Stadt sein, hier nach dem Rechten zu sehen und die Uebelstände zu beseitigen. Die Bachstraße ist mittlerweile zur Löcherstraße geworden, die bei Regenwetter überhaupt nicht zu begehen ist. Nach meiner Ansicht und der Ansicht vieler Mitbürger gehört ein ordentliches Straßennetz ebenfalls in das Kapitel„Schönheitspflege“. Jedenfalls machen unsaubere Straßen einen miserablen Eindruck auf den Fremden. Der Fremde, der per Auto, Rad und sonstigen Verkehrsmitteln durch Viersen fährt, hat lieber gut befahrbare Straßen als einen schönen Stadtgarten. Deshalb nochmals: Zuerst die Straßen in Ordnung bringen, dann„vom Stadtgärtchen zum Stadtgarten!“ Ein Anwohner der Bachstraße. Karneval in Viersen? Zwei Eingesandts. Gegen den Karneval. Dem Eingesandt in der Montagausgabe dieser Zeitung kann und muß man in allen Teilen beipflichten. Ist es doch eine traurige Tatsache, daß in hiesiger Stadt schon wochenlang in den Schaufen 1 i 9 e a ti 2 C h 1. K E o be kr ni D. u1 w w. de lii stern und an den Plakatsäulen Plakate prangen, die die erste„Große karnewalistische Sitzung" anzeigen, das in einer wirtschaftlich so schlechten Zeit, wie sie unser liebes Vaterland wohl noch nicht erlebt hat. Dazu schickt man sich in unserer Stadt an, eine Notgemeinschaft zu gründen, um der bittersten Not in etwa Herr zu werden. Wessen Gedanken sind da noch auf Karneval gerichtet? Hierüber mögen die Veranstalter sich mal Rechenschaft ablegen. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, den ganzen Karneval abzublasen. Es ist noch nicht zu spät. Civis. Eine Stimme, die dafür redet. Sparen, aber nicht einschlafen! Sehr häufig begegnet man heute der Meinung, daß es richtig sei, alle Festlichkeiten abzusagen. Die Not der Gegenwart dulde keine Freude mehr. Auf den ersten Blick hat eine solche Ansicht etwas für sich. Es klingt ja sehr schön und ist sicher auch wacker gemeint. Aber„man soll sie hören alle beede". Schon der Aufruf des Oberpräsidenten Dr. Fuchs läßt deutlich erkennen, daß eine Einschränkung von Festlichkeiten erwünscht erscheint, keineswegs aber ein Strich durch alle Pläne. Wenn man alle Festlichkeiten streicht, auch die nicht gerade kostspieligen, dann schädigt man doch auch diejenigen, die bei uns durch Festlichkeiten ihr Brot verdienen: die Wirte, die Kellner, die Brauereien, die Vergnügungsindustrie, die Frauen in den Kleiderablagen, die Geschäfte und schließlich auch die Stadt, die mit dem Eingang von Hallenmiete und Lustbarkeitssteuern gerechnet hat. Die Summe, die die Große Karnevalsgesellschaft für ihre Veranstaltungen an die Stadt abzuführen hat, beträgt rund 4000 Mark. Sparen müssen wir, aber wir wollen doch nicht einschlafen. Noch andere sehr wichtige Momente müssen in Betracht gezogen werden. Man redet heutzutage so viel von Verkehsswerbung und Verkehrshebung. Welcher Bürger hat sich schon mal die Mühe gemacht, die in der Karnevalszeit in die Großstadt zum Rosenmontagszug oder zu närrischen Sitzungen Fahrenden zu zählen oder die Menge derjenigen zu betrachten, die Zirkusse und andere großstädtische Vergnügungsstätten besuchen. Tausende Mark wandern in die Großstadt, und das doch nur deshalb, weil in Viersen nichts„los“ ist. Schon im Sommer lag der Betrieb in der Nachbarschaft, auf Flugplätzen, auf Rennbahnen, im Waldstadion usw., nur nicht in Viersen. Es scheint deshalb eine bittere Notwendigkeit, daß Vorsorge getroffen wird, das Geld in Viersen zu lassen, damit es hier rollt. Wie sehr karnevalistische Veranstaltungen in der Hochbura des rheinischen Karneval, in Köln, als Zugstück angesehen werden, geht daraus hervor, daß die Stadt zu diesem Zweck 300000 Mark zur Verfügung gestellt hat. In Köln kennt man etwas von Ver= kehrswerbung! Wenn wir hier in Viersen nicht mit einer solchen Unterstützung rechnen können, so darf doch erwartet werden, daß keine Hindernisse in den Weg gestellt werden. Wenn das karnevalistische Leben in Viersen ganz ertötet würde, dann können wir uns endgültig schlafen legen. Was soll eigentlich das Gezeter um das Sparen immer? Es gibt tausend andere Stellen, wo gespart werden kann. Warum soll dem Volke dann auch noch diese unschuldige Freude genommen werden, eine Freude, die selbst wieder Not lindert. Nicht erst gestern oder heute hat die Große Karnevalsgesellschaft den Beschluß gefaßt, den Reinertrag ihrer Veranstaltungen zu mildtätigen Zwecken zu verwenden. Dieser Beschluß ist schon seit Jahr und Tag in den Satzungen verankert. Es ist lediglich in diesen Tagen der Beschluß gefaßt worden, das Geld der jüngst gebildeten Notgemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Wir wissen, daß es Karnevalsgegner aus Prinzip gibt, daß aber der Rheinländer mit seinem Humor durchweg ein großer Freund des bunten Treibens ist, auch das dürfte bekannt sein. Da sind wir der Meinung, daß man diesen humorerfüllten Menschen nicht auch noch das bißchen Freude nimmt. Wenn die Zeiten wirklich so schlecht sind, wie sie stets hingestellt werden, dann ist es doch eine dankbare Aufgabe, mit wenigen Sonnenstrahlen das Leben zu erhellen und freundlicher zu gestalten. Diese Aufgabe hat sich auch die Große Karnevalsgesellschaft zum Ziele gesetzt, die nicht für sich arbeitet, sondern für die anderen Menschen tätig ist. Sie bittet dabei um die Mitarbeit ihrer Freunde! * Arbeit im Eifelverein. Hauptvorstandssitzung in Adenau(Eifel). Abenan, 26. Okt. Zu einer Arbeitstagung hatten sich gestern gegen Abend annähernd 100 Mitglieder des Hauptvorstandes, der Ausschüsse und Ortsgruppenvorstände in dem schönen alten Kreisstädtchen eingefunden, das in dem neuen breiten Hauptstraßenausbau, der den Adenauerbach unter der Straße durchführt, sich dem stark durchflutenden Autoverkehr zum nahen Nürburgring großzügig angepaßt hat. Der Vorsitzende Geh. Reg. Rat Dr. Kaufmann(Bonn) gedachte bei Beginn der Verhandlungen zunächst in tiefgefühlten Worten des großen Bergwersunglückes in Alsdorf, das auch die dortige starke Ortsgruppe mitbetroffen hat. Eine von allen Teilnehmern unterzeichnete Beileidskundgebung wurde abgesandt und eine Spende für die Hinterbliebenenunterstützung bewilligt. Die sonst übliche gesellige Veranstaltung nach der Tagung wurde zum Zeichen der Anteilnahme unterlassen.— Die Bemühungen des Vereins um die Erhaltung des Fornicher Kopfgebietes am Rhein bei Namedy, einem Ausläufer der Eifel, als industriell unberührtes Naturgebiet ist leider nach vielen Verhandlungen ohne Erfolg geblieben, da die rechtlichen Verhältnisse stärker waren als der gute Wille der Beteiligten; eine Aenderung der Gesetzgebung zu Gunsten des Landschaftsschutzes sei dringend notwendig. Die Einschränkung aller Festlichkeiten und Gastereien, auch anläßlich der Jahreshauptversammlung, wurde in Anbetracht der schweren wirtschaftlichen Zeiten, die sich in dem landwirtschaftlich armen Eifellande besonbers hart fühlbar machen, zum Beschluß erhoben. Zum Ort der nächsten Hauptversammlung(Sonntag nach Pfingsten) wurde Bitburg gewählt.— Die notwendige Neuherausgabe einer Werbeschrift über das Eifelgebiet wurde zur Kostenersparnis in Verbindung mit der Schriftenausgabe des Rheinischen Verkehrsverbandes geregelt.— Für den Abschluß eines Vergünstigungsvertrages mit einer gut fundierten Versicherungsgesellschaft im Interesse der Mitglieder des Vereins wurde der Vorsitzende ermächtigt.— 2 neue Lichtbilderserien„Die romantische Eifel", bearbeitet von Kunsthistoriker Schumacher(Bonn) und„Die schöne Eisel" von Dr. Kimpen(Godesberg) sind fast vollendet und gelangen demnächst zur Ausleihung für Vorträge.— Der Sommerfrischenverkehr in der Eifel hat infolge des ungünstigen Sommerwetters nicht das notwendige Ergebnis gehabt. Der Ausländerverkehr, besonders Holland, hat aber eine weitere Steigerung erfahren. Werberische Maßnahmen für das kommende Jahr wurden eingehend erörtert.— Die allgemeinen Werbemaßnahmen für den Verein und das Vereinsgebiet gaben Anlaß zu umfangreichen Vorschlägen und Beschlußfassungen, die schon im Arbeitsausschuß eingehend behandelt worden waren. Die sich verändernden Zeitverhältnisse erfordern immer wieder neue Maßnahmen. Auch der Antoverkehr in die Eifel, der sich immer stärker entwickelt, auch als Wochenendziel, muß hierin einbezogen werden. Direktor Liebestund vom Rhein. Verkehrs=Verband machte nähere zahlenmäßige Mitteilungen über die werberischen Maßnahmen des Verbandes im Ausland. besonders auch in Amerika, ebenso über die diesbezüglichen Maßnahmen der Reichsbahnzentrale für Verkehrswerbung.— Sommerfrischenverzeichnis, Eiselführer und Sonderkarten 1:50 000 sowie das Rheinische Wanderliederbuch„Frischauf“ sind befriedigend abgesetzt worden, der Eifelkalender für 1931 fast ganz verkauft.— Die Einrichtung von Jugendabteilungen in den einzelnen Ortsgruppen nimmt weiteren Fortaang und soll nach Kräften gefördert werden.— Ein Film„Durch Landschaft und Ortsbilder im Kreise Adenau“, auch ein solcher eines Autorennens auf dem Nürburaring wurden zum Schluß vorgeführt.— Eine Wanderung nach der Hohen Acht durch den wunderbar gefärbten erbstwald hielt am folgenden Sonntag noch einen eil der Teilnehmer zusammen. Anschließend fand auf Einladung des Landrats Dr. Creutz, des Erbauers der Renn= und Prüfungsstraße Nürburgring, eine Befahrung des ganzen Ringes statt, an der etwa 40 Mitglieder des Hauptvorstandes teilnahmen unter Führung des Vorsitzenden Geh. Rat Kaufmann. Im langsamen Tempo zog die Wagenreihe durch das im herbstlichen Schmuck prangende Gebirgsland— eine Tageswanderung für den Fußwanderer ist die Straße lang—; kein Regenschauer, die sich vordem reichlich eingefunden hatten, störte die herrliche Nah= und Fernsicht. Einmütig konnte festgestellt werden, daß die Ringstraße in das Landschaftsbild in mustethafter Weise eingefügt sei und eine Fülle neuer landschaftlicher Reize dem beschaulichen Besuchsfahrer sich erschlossen haben. Auch den sonstigen vom Verein geforderten Anpassungen an das Landschaftsbild ist auf der Strecke entsprochen worden, junge Anpflanzungen stehen in der Entwickelung. In kurzen herzlichen Begrüßungsworten in den Wirtschaftsräumen des Start= und Zielpunktes konnten sowohl Landrat Dr. Creutz wie auch der Geschäftsführer des Nürburgringes Major a. D. Döhmer betonen, daß mit der heutigen Fahrt die Aussöhnung mit dem Eifelverein, der vor Beginn des Baues um die Erhaltung der Hocheifel als unberührtes Natur= und Wandergebiet schwer gerungen hatte, als Tatsache gelten könne, nachdem ein Teil dem anderen die möglichsken Zugeständnisse gemacht hatte. Dülkener Nachrichten. ) Der Kath. Arbeiterverein versammelte am vergangenen Sonntag seine Mitglieder im Lolale Uemmelen zur ersten Monatsversammlung des begonnenen Winterhalbjahres. Der Besuch hätte der Wichtigkeit der Tagesordnung entsprechend stärker sein können. Aber wie die große Not im allgemeinen, so wirkt sich dies auch auf den Versammlungsbesuch aus. Der Vorsitzende Joh. Claßes begrüßte die Erschienenen mit dem christl. Arbeitergruße, besonders den Redner des Abends, Herrn Deling, von der Konsum=Genossenschaft„Eintracht" M.Gladbach. Der Vorsitzende wies in kurzen tiefernsten Worten auf die Bergwerksunglücke von Alsdorf und dem Saargebiet hin, wo so viele unserer Arbeitskameraden ihr Leben lassen mußten. Die Anwesenden erhoben sich zu Ehren der Verunglückten von ihren Sitzen und sprachen die üblichen Gebete. Herr Deling nahm sodann das Wort zu seinem Vortrage„Verbraucherbewegung und Arbeiteraufstieg". Bemerkenswert aus seinem Vortrage ist, daß die Konsumgenossenschaft„Eintracht" in diesem Jahre rund 960000 Mark ausbezahlt. Durch die Auszahlung dieser Rückvergütung an die Mitglieder ist es manchen erwerbslosen Familien möglich, Kohlen und Kartoffeln für den Winterbedarf einzukellern. Dadurch, und das sei einmal ganz deutlich gesagt, werden die Wohlfahrtsämter zu einem großen Teil entlastet. Von diesem Gesichtspunkte aus sollten die Kommunalverwaltungen der Verbraucherbewegung erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden. Der Vortrag gab lehrreichen Aufschluß über diengesamte Verbraucherbewegung. Nur durch Zusammenschluß könne man gegen Uebersättigung des Handels und der Preiskartellbildung Front machen. Ganz besonders bekämpfen wir die Sonderbesteue rung der Konsum=Genossenschaften, die ein großes Unrecht bedeutet den Kräften gegenüber, die preisregulierend wirken. Herr Deling überbrachte sodann noch die Grüße des Herbstdelegiertentages der kaih. Arbeitervereine des Bezirksverbandes M.Gladbach. Reichen Beifall fand Redner für seine Ausführungen. Der Schluß seines Vortrages gipfelte in einer Abrechnung mit der National=sozialistischen Arbeiterpartei. Dies löste eine anregende Diskussion aus. Der Präses, der inzwischen erschienen war, regte an, sämtliches Material dieser Partei, das festzustellen sei, zu sammeln, damit man diesen Volksbetörern wirksam entgegentreten könne. Scharf geißelte man das Vorgehen dieser Partei gegen Kirche und Arbeiterschaft. Es wurden sodann verschiedene geschäftliche Angelegenheiten besprochen. Der Präses wies auf die Exerzitien hin, die am kommenden Samstag und Sonntag im Remigiushause in Viersen für die Arbeiterschaft abgehalten werden. Es möchten sich noch eine ganze Anzahl Mitglieder dazu melden. Kosten entstünden keine. Dann wurde bekannt gegeben, daß die Unterrichtsabende alle 14 Tage des Montags im Alten Waisenhause(Werkjugendheim) stattfinden. Für die erwerbslosen Mitglieder ist tagsüber im Werkjugendheim(Altes Waisenhaus) ein Lesezimmer eingerichtet worden. Es ist bis 6 Uhr abends geöffnet. Morgens können dort die Mitglieder eine warme Tasse Kaffee kostenlos erhalten. Diese Einrichtung wird vielen Zuspruch finden, zumal die Mitglieder aus den weitabgelegenen Sektionen nach der Meldung beim Arbeitsamt sich hier heimisch fühlen werden. Nächsten Dienstag wird auch die Bastelwerkstatt eröffnet. Der Präses referierte über die Art und Weise der kommenden Bastelarbeit. Zunächst ist beabsichtigt, Krippenbau, Anfertigung von Spielsachen für Weihnachten und sonstige Kleinigkeiten. Streng wird darauf geachtet, daß keine Schwarzarbeit gemacht wird. Dafür ist die Bastelstube nicht. Ein segenbringendes Ziel soll in Aussicht genommen werden, durch Anfertigung einer Diaspora=Ausrüstung. Ueber all dies werden die interessierten Mitglieder am nächsten Dienstag abend im Waisenhaus in der Bastelstube Näheres vom Präses hören. Mögen sich viele an dem Kursus beteiligen. Der Arbeitersekretär Ritgens referierte dann noch über den Bund der christlichen Arbeitsinvaliden. Um die Gründung einer Ortsgruppe in die Wege zu leiten, werden die Vorarbeiten getroffen werden. Nach einem kurzen Schlußwort, in dem auch der Präses der Toten von Alsdorf und der Maybach=Grube gedachte, und auf das verbrecherische Tun der Kommunisten hinwies, endete die anregend verlaufene Versammlung. () Weltspartag. Die ganze Welt begeht morgen den Weltspartag. Auch unsere örtliche Kassen haben ihre Propagandatätigkeit in den Dienst dieses Tages gestellt. Eines der wirksamsten Mittel zur Hilfe für den einzelnen wie für die Allgemeinheit ist das systematische Sparen. Wie sehr auch die kleinste Einlage den Wohlstand fördert, zeigt das Beispiel, daß unsere heimischen Kassen heute im Anzeigenteil anführen. Aus 1 Mark wöchentlich wird in wenigen Jahren eine nach Tausenden zählende Summe. () Emannel Zanders gestorben. Ziemlich plötzlich und unerwartet ist vorgestern abend der Vorsteher der israelitischen Gemeinde, Herr Emanuel Zanders, im Alter von 75 Jahren gestorben. Herr Zanders erfreute sich in Dülken allseitiger Beliebtheit. Sein vornehmstes Ziel war, den konfessionellen Frieden zu wahren und mit allen Mitbürgern zum Wohle der Allgemeinheit zu arbeiten. Als Vorsteher der israelitischen Gemeinde hat er sich bleibende Verdienste um seine Glaubensgenossen erworben. Aus der Handwerksmeinergesellschaft. Der Vorstand der Dülkener Handwerksmeister=Gesellschaft teilt uns mit, daß Interessenten, die im nächsten Jahre ein Haus zu bauen wünschen, sich am 4. November beim Vorsitzenden, Ehrenobermeister Wilh. Cornelissen, melden können und zwar von 10—12 Uhr und 15—18 Uhr. Der Vorstand wird in der weitgehendsten Weise die Baulustigen unterstützen. Jeder kann den Bauauftrag vergeben wie er will. Der Vorstand stellt jedoch zur Bedingung, daß diese Häuser nicht schlüsselfertig vergeben werden, vielmehr sollen die einzelnen Handwerksmeister und einzelnen Handwerksgruppen persönlich ihre Angebote machen können. Der Vorstand hat weiter beschlossen, am 9. November eine Generalversammlung abzuhalten mit einer sehr wichtigen Tagesordnung, wozu noch besonders eingeladen wird. Weiter hat der Vorstand beschlossen, mit den Generalversammlungen zu wechseln. Sie finden im Jahre 1931 bei den Mitgliedern: Januar bei Krees, April Juli bei Brodermanns, Oktober bei Krees statt. Sitzung des Amtsgerichts Dülken. am 28. Oktober 1930. Es wurde Namenstag gefeiert... Eine Namenstagsfeier, die drei Freunde auf der Gladbacherstraße in der Wohnung des einen der drei zusammenführte, nahm ein etwas lautes und längliches Ende mit dem Resultat, daß gegen die drei Freunde und die Frau des Gastgebers ein Strafmandat über je 15 Mark wegen Verübung ruhestörenden Lärms verhängt wurde. Im Gefühle gekränkter Unschuld erhoben die Bestraften Einspruch und gestern stand Termin zur Verhandlung vor dem Amtsgericht an. Eigentlich war der Namenstag schon am 15. gewesen; da aber der Samstag geeigneter erschien, die Sache ausgiebig zu begießen, wurde die Feier auf den 17. verschoben. Während die Frau, das eigentliche Namenstagskind, schon frühzeitig zur Ruhe ging, wurden die drei Männer recht fidel und laut. Gegen 11 Uhr erschien die Frau des in der gleichen Häuserreihe wohnenden einen Angeklagten, um ihren Mann zur Heimkehr zu bewegen. Statt dieser wohlgemeinten Aufforderung Folge zu leisten, ließ man die Frau draußen stehen und jagte sie später unter Androhung von Schlägen fort. Nachdem der„Stoff“ ausgegangen, wurde er ergänzt und, ein Zeichen der animierten Stimmung, eine Flasche am Straßenbaum zerschlagen. Nach 12 Uhr zogen dann die Zecher mit Gesang in die Stadt, von wo der eine gegen 8 Uhr, einen Gassenhauer gröhlend, zurückkam. Da er selbst keinen Schlüssel besaß, bombardierte er so lange die Haustür, bis der unten wohnende Mieter, um dem Spektakel ein Ende zu machen, sich entschloß, zu öffnen. Im Hausflur kam es zuerst zwischen dem Heimkehrenden und dem Mieter zu einem Zusammenstoß, der oben in einer Balgerei mit der eigenen Frau endete, so daß ein gleichfalls im selben Hause wohnender 100prozentiger Kriegsbeschädigter keine Rube fand. Zwischendurch hatte es im Hause des angeklagten Ehepaares noch eine Schimpfkanonade zwischen der Angeklagten, die mittlerweile wieder aufgestanden war, und einer Mitbewohnerin gegeben. An Schlaf war bei den Nachbarn in dieser bewegten Sonntagsnacht wenig zu denken. Die Berufung hatte für das angeklagte Ehepaar einen Teilerfolgt: die Ehefrau wurde freigesprochen, ihr Gatte zu 10 Mark oder 2 Tage Gefängnis, die beiden anderen Angeklagten zu je 15 Mark Geldstrafe oder je 5 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Einbruch in eine Kirmesbude, der am 14. September in Boisheim verübt wurde, fand gestern seine Sühne. Die Anklage richtete sich gegen einen aus der Haft vorgeführten Hilfsarbeiter und einen Knecht aus Boisheim. Während der erste geständig war, leugnete der zweite entschieden. In der Nacht von Sonntag auf Montag war der erste Angeklagte nach einer ausgiebigen Bierreise in die bei Werker stehende Kirmesbude eingedrungen und hatte dort mehrere Weckeruhren und eine Tabaksdose entwendet. Auf dem Heimweg traf er den zweiten Angeklagten, dem er eine Uhr und die Tabakdose gab. Mit diesem zusammen wurde dann der Bude ein zweiter Besuch abgestattet. Während der Dieb auf dem gleichen Wege ein zweites Mal in die Bude kroch, stand sein Freund in einiger Entfernung Schmiere. Diesesmal brachte der Einbruch eine ganze Anzahl Weckeruhren und Zigarettenetuis mit. Zuerst sollte das Diebesgut geteilt werden, doch kamen die beiden schließlich überein, es im Walde zu verstecken. Schon am nächsten Tage wurde der Diebstahl entdeckt und die Haupttäter ermittelt, worauf auch der zwekke Angeklagte zur Polizei ging und Anzeige von der Sache machte. Gestern suchte letzterer es so darzustellen, als ob er gänzlich unschuldig sei und nur zufällig mit dem Täter auf dem Heimwege zu seiner Wohnung zusammengetroffen sei. Der Täter habe ihm die Sachen freiwillig angeboten. Die Uhren wurden der Bestohlenen wieder zurückgegeben. Die Darstellung des Hauptangeklagten war aber so belastend, daß das Gericht auch bei dem zweiten Angeklagten eine Mittäterschaft bejahte. Das Urteil lautete gegen den Hauptangeklagten auf 4 Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 7 Wochen, gegen den zweiten Angeklagten auf 8 Monate Gefängnis. Die Haft gegen den ersten Angeklagten wurde aufgehoben. Die Strafaussetzung soll erwogen werden. Ein Kranker kämpft um sein geistiges Eigentum. Zum zweiten oder dritten Male beschäftigte sich gestern das Amtsgericht mit einem Streit um eine Patentgeschichte, die zwischen einem Insassen der Anstalt Johannistal in Süchteln und einem dort beschäftigten Pfleger spielt. Die dem Streit zugrunbeliegende Geschichte haben wir früher schon einmal kurz dargelegt: Ein Kranker der Anstalt Johannistal, der große Geschicklichkeit in technischen Dingen besitzt und bereits erfolgreich als Erfinder tätig gewesen(u. a. hat er eine Kartoffelpflanzmaschine konstruiert, die vom Sachverständigen der landwirtschaftlichen Akademie in Bonn=Poppelsdorf, Professor Vomfelde, eine günstige Beurteilung gefunden), hatte sich auf Anregung eines Viersener Wirtes damit beschäftigt, einen Bieruntersatz mit einem Zählwerk zum Markieren der Zahl der Gläser zu konstruieren. Durch eine Anzeige wurde er auf eine Berliner Firma aufmerksam, die sich zur Verwertung bezw. zum Ankauf solcher Ideen und Erfindungen anbot. Da ihm selbst die Erlaubnis, mit der Firma in Verbindung zu treten, von der Anstaltsleitung verweigert wurde, übertrug er einem Pfleger diese Aufgabe. Dieser soll nun die Erfindung des Kranken als seine eigene ausgegeben und versucht haben, den Kranken um die Früchte der Idee zu betrügen. Tatsächlich hat er, wie die Beweisaufnahme ergab, die Erfindung als seine eigene in Berlin angemeldet und es ist ihm auch vom Patentamt darauf Gebrauchsmusterschutz erteilt worden. Der Angeklagte bestritt, sich in dem vorstehenden Sinne schuldig gemacht zu haben. Er behauptete, im Oktober 1929 eine Zeichnung im Mülleimer gefunden und diese vervollständigt und durchkonstruiert zu haben. Es sei möglich, daß diese Zeichnung von dem Kranken herrühre. Er leugnete aber entschieden, von dem Kranken die Aufforderung erhalten zu haben, sich für ihn zu bemühen. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Kranke sich mit der Konstruktion des Bieruntersatzes beschäftigt hat. Das bestätigten die vernommenen Zeugen, das gab auch Herr Dr. van Husen zu, der schon im Juli 1929 in einem Briefe des Kranken darüber die ersten Angaben gefunden. Bei der Vorlage der beiden Zeichnungen war die Unkenntnis des Angeklagten über die Einzelheiten und Angaben auffallend, während der als Zeuge vernommene Kranke sehr eingehend über die Konstruktion, die Zusammenhänge und auch die dazugehörige Erklärung der Erfindung unterrichtet war. Auch die Aussage des kommissarisch vernommenen Vertreters des Patentbüros in Berlin, der beide Zeichnungen, die eingesandte und eine später von dem Kranken hergestellte, als von einer Hand herrührend bezeichnete, sprach für den Kranken. Als Sachverständiger führte Dr. van Husen aus, daß der Kranke an Paralyse litte, die Krankheit aber stark gebessert sei. Wenn auch in seinen weitschweifigen und breitspurigen Schriftsätzen die typischen Merkmale der Krankheit unverkennbar seien, so dürfe man sie doch nicht als sinnlos bezeichnen. Auch könne man bei ihm nicht von einer absoluten Unglaubwürdigkeit reden. Dafür seien seine Angaben doch zu konkret. Auffallend sei seine technische Begabung. Der Amtsanwalt hält den Anklagten der Untreue für überführt. Er habe sich die Zeichnung rechtswidrig angeeignet und sie als seine eigene nach Berlin gesandt. Er habe zum Nachteil eines anderen über ein Vermögensstück verfügt um sich selbst einen Vermögensvorteil zu verschaffen. Er beantrage anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 1 Monat eine Geldstrafe von 150 Mark. Der Verteidiger bezeichnet den Fall für außerordentlich kompliziert. Er hält aber dafür, daß weder die Merkmale eines Betruges noch der Untreue für gegeben sind und beantragt, da eine versuchte Untreue die er übrigens auch verneint, nicht bestraft werden kann, Freisprechung des Angeklagten. Das Urteil wird am Dienstag vormittag um 9 Uhr gesprochen. Stimmen aus dem Leserkreise. Für die unter dieser Ueberschrift veröffentlichten Einsendungen übernimmt die Schriftleitung nur die preßgesetzliche Verantwortung Dülken, den 27. Oktober 1930. Von der Ortsgruppe Dülken des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen wird uns geschrieben: Der am 17. und 18. Oktober 1930 in gemeinschaftlicher Sitzung tagende Bundesausschuß und Bundesvorstand des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen protestiert einmütig gegen die bisher durch Verordnung des Reichspräsidenten zur Behebung finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Notstände vom 26. Juli 1930 und die damit im Zusammenhang stehenden vom Reichsarbeitsministerium für die Kriegsopfer auf dem Verwaltungswege geschaffenen materiellen und formellen Verschlechterungen des Versorgungsrechts. Die mit der Notverordnung ausgesprochene Aufhebung der kostenfreien Heilbehandlung, die Umwandlung zahlreicher Rechts- in Kannansprüche, die Einführung einer Sperrfrist, die sogar den Frontkämpfern das Recht und die Möglichkeit genommen hat, für nachweisbare Kriegsleiden Reichsversorgung oder Heilbehandlung im Rechtswege zu erhalten, haben die Rechtssicherheit stark gefährdet. Diese Gefährdung ist dadurch noch verschärft worden, daß auch das Reichsversorgungsgericht in seiner Befugnis, Urteile der Versorgungsgerichte nachzuprüfen, erheblich beschränkt worden ist. Durch Annullierung von an sich gesetzlich gewährleisteten Kannansprüchen durch das Reichsarbeitsministerium sind die Rechtssicherheit weiter vermindert und im Gesetz begründete Leistungen eingeschränkt worben. So wurden Nachzahlungen bei Kannansprüchen, Kinderzulagen in gewissen Fällen verboten, Beschränkungen in der Zahlung von Zusatzrente, von Witwen= und Waisenbeihilfen nur an Hinterbliebene von Schwerbeschädigten, Nachprüfung der Elternversorgung, der Witwen= und Waisen= sowie der Erziehungsbeihilfen angeordnet, die Erteilung neuer Bescheide in den Fällen des§ 71 V. G. und§ 28 R. V. G. stark eingeschränkt und die bisher für die Neubautätigkeit zur Verfügung stehenden Kapitalabfindungen durch den Reichsarbeitsminister eingestellt. Die Kriegsopfer verkennen keineswegs die staatliche Verpflichtung, die Mittel zur Ueberwindung der Not der Millionen von Arbeitslosen und Opfern der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise aufzubringen. Den sozialen Erfordernissen muß dabei jedoch Rechnung getragen und die aufzubringenden Lasten der Leistungsfähigkeit der einzelnen Staatsbürger angepaßt werden. Jedenfalls mun es von den Kriegsopfern schärfstens abgelehnt und bekämpft werden, wenn Löhne, Gehälter und Leistungen der Sozialpolitik abgebaut, und dafür die Zollpolitik überspannt, Verschlechterungen der deutschen Handelsbeziehungen, Preisbildungsmaßnahmen, die die Gesundung der Wirtschaft verhindern sowie Steuersenkungen und Hilfsaktionen auf Kosten der breiten Masse zur einseitigen Begünftigung einzelner Wirtschaftskreise vorgenommen werden. Nicht geringer als die Not der Erwerbslosen ist aber auch die des größten Teils der Kriegsopfer, insbesondere der Kriegerhinterbliebenen. Eine der ersten Aufgaben des Reichstages wird es daher sein müssen, die Notverordnung mit ihren Einschränkungsbestimmungen aufzuheben, die vom Reichsarbeitsministerium ohne jede verfassungsmäßige und gesetzliche Befugnis außerhalb der Notverordnung„verwaltungsmäßig“ vorgenommenen Sondereinschränkungen zu beseitigen und dafür ein Gesetz zu schaffen, daß der besonderen Notlage der Kriegsopfer tatsächlich gerecht wird. Die Versorgung der Kriegerhinterbliebenen, die seit 1926 keinerlei Verbesserung, vielmehr durch die Bestimmungen der 5. Novelle zum Reichsversorgungsgesetz eine erhebliche Verschlechterung erfahren hat, den Schutz der Schwerbeschädigten im Wirtschaftsleben, Erhöhung an Stelle Sperrung der für Kapitalabfindungen im kommenden Reichshaushaltsplan auszuwerfenden Mittel zur Förderung der allgemeinen Bautätigkeit und damit zur Ueberwindung der Wirtschaftskrise bedürfen ganz besonders einer vorbringlichen gesetzlichen Neuregelung. Die Kriegsopfer erwarten, daß Reichsregierung und Reichstag umgehend die erforderlichen gesetzlichen Maßnahmen in Angriff nehmen. Der Reichsbund erinnert dabei erneut an die wiederholt im Reichstag abgegebene Erklärung aller Parteien, nach denen die Versorgung der Kriegsopfer schon vor den Abbaumaknahmen nicht so geregelt war, wie es den berechtigten Wünschen der Versorgungsberechtigten entsprochen hätte. Diese Entscheidung, nach mehrstündiger und eingebender Beratung gefaßt, ist dem Reichstag und der Reichsregierung bereits zugeleitet. Für jedes Mitglied des Reichsbundes eraibt sich nun die Veroklichtung, durch erhöhte Werbetätigkeit und regen Versammlungsbesuch unseren Forderungen den erforderlichen Nachdruck zu verleihen. Süchtelner Nachrichten. Arbeiten anf dem Friedhof. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die Instandsetzung der Gräber vor Allerheiligen nur noch heute erfolgen kann, da morgen und übermorgen der Friedhof geschlossen bleibt. Totengedenkseier. Die Ortsgruppe Süchteln des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener veranstaltet auch in diesem Jahre am Allerheiligentage wieder eine Totengedenkfeier. Die Gefallenenehrung findet am Morgen nach dem Hochamt am Ehrenmal auf dem Städtischen Ehrenfriedhof statt. Kriegsgräberfürsorge. Für die ganze Rheinprovinz ist für den 1. November(Allerheiligen) eine Straßensammlung für die idealen Zwecke des Volksbundes für deutsche Kriegsgräberfürsorge vorgesehen. Der Ertrag wird restlos für die Instandsetzung der deutschen Kriegergräber im Ausland verwendet. Die Straßensammlung in Süchteln hat die hiesige Ortsgruppe des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener übernommen. * Franziskus=Kirche. Donnerstag mor= gen ist um 7¼ Uhr Schulmesse in der St. Franziskuskirche. Gedanken zum Weltsvartag. Ueber dieses Thema spricht morgen, Donnerstagabend, 18.30 Uhr, Herr Bürgermeister Steinbüchel im Westdeutschen Rundfunk. * V. s. L. Süchteln 04. In dieser und in der nächsten Woche ist das Training ausnahmsweise am Mittwochabend in der Turnhalle. Die Trainingsstunden finden unter Leitung des Sportlehrers Lönmer, M.Gladbach, statt. Wegen des bevorstehenden Werbeabends ist die Teilnahme aller Mitglieder dringend notwendig. 2 Gesunden. Auf dem hiesigen Polizeiamte wurde ein Rosenkranz mit Täschchen als gefunden abgegeben. Kreis Kempen-Krefeld. Waldniel ° Rentenzahlung. Die Invaliden und Unfall renten für den Monat November werden beim Postamt bereits am 31. Oktober gezahlt. Bracht #Herzschlag. Am Dienstagnachmittag starb der Wirt Peter Tousen von hier unerwartet am Herzschlag. Er hatte vormittags noch tüchtig im Garten gearbeitet und zu Mittag gut gegessen. Gewohnheitsmäßig hielt er nach dem Essen sein Mittagsschläschen. Als man ihn wecken wollte, fand man ihn tot vor. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein jähes Ende bereitet. Der Verstorbene ist 64 Jahre alt. R. i. p. Niederkrüchten ° Merkbarer Verlust. Ein Dieb stattet am hellichten Tage dem Anwesen einer Landwirtin in Dam einen Besuch ab. Während die Hausbewohner auf den Hofraum bezw. in den Wirtschaftsgebäuden beschäftigt waren, hieß der Langfinger aus einem Schlafgemach einen Geldbetrag von 118,—. Rel mitgehen. Das Geld hatte die Bäuerin einige Stunden vorher als Erlös aus einem Kartofselverkauf eingenommen, um es dann flüchtig in einem, unmittelbar am Eingang des Schlafzimmers hängenden Kleidungsstück, zu beponieren. Als sie später eine Zahlung zu leisten hatte, mußte sie die bedauerliche Feststellung machen, daß der fragliche Geldbetrag verschwunden war. Der Tat verdächtig ist ein Hausierer, der das Anwesen der betr. Ackerin in der fraglichen Zeit betreten hat. Der Fall zeigt erneut, wie fahrlässig selbst größere Geldbeträge vielfach von Landleuten aufbewahrt zu werden pflegen. Es braucht daher nicht Wunder zu nehmen, daß Diebe gerade in ländlichen Gegenden immer wieder Gelegenheit finden, ihr unsauberes Gewerbe mit Erfolg auszuüben. ° Brand. Am Samstag abend wurde die hies. Feuerwehr zu einem Schoberbrand gerufen. In der Feldmark zwischen den Ortschaften Gützenrath und Brempt stand ein Fruchtschober— Inhalt etwa 5 Morgen Frucht— in Flammen An eine Löschhilfe war leider infolge Wassermangels nicht zu denken. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Es wird vorsätzliche Brandstiftung vermutet. Boisheim. Jubelfest der Jungfrauenkongregation. Am Sonntag feierte die hiesige Jungfrauenkongregation ihr 25 jähriges Bestehen. Nach der Festandacht am Nachmittage sand im Buscher'schen Saale eine Festversammlung mit gemeinschaftlichem Kaffee statt. Auch hierzu waren die Jungfrauen und Mütter recht zahlreich erschienen. Herr Pfarrer Brockmann, der Präses der Kongregation, begrüßte die Erschienenen aufs herzlichste, insbesondere den Herrn Dechanten Wolters aus Hüls, die Jubilarinnen, die weltlichen Behörden. Alsdann wurde dem wichtigsten Punkt der Versammlung, dem Kaffee, tüchtig zugesprochen. Es folgte die Ehrung der Jubilarinnen durch Ueberreichung von Silbersträußchen. Dann erhob sich der Herr Bezirkspräses Dechant Wolters zur Festrede, der wir folgendes entnehmen:„Zunächst habe ich die angenehme Pflicht, Ihnen meinen herzl. Dank auszusprechen für die freundliche Einladung zum heutigen Tag, daß Sie mir Gelegenheit gegeben haben, an der schönen Feier mitzuarbeiten. Ich komme heute nicht als Fremdling in dem Sinne, daß wir uns serne stehen, komme auch nicht nur als Bezirkspräses der heimlich arbeitet, sondern ich komme hierhin, um mich mit Ihnen zu freuen, und meinem alten Freund die Arbeit zu erleichtern, die ein solches Fest fordert. Wenn ich in der Kirche mich hauptsächlich an die Jungfrauen gewandt habe, dann darf ich in diesem Kreise wohl mehr einige Worte den Müttern geben, weil ich ausgehen will von dem Gedanken, daß wir gemeinsame Arbeit leitsten müssen, Hand in Hand, treu zueinander und miteinander. Sie wissen alle, der Ursprung einer kräftigen Eiche liegt in der kleinen Eiche, mit ihren zarten Aederchen und Würzelchen. Da haben Sie das klare Bild der Bedeutung der Familie für die menschliche Gesellschaft. Aus der Familie bildeten sich die ersten großen Gemeinschaften der Menschen. Aus manchen Familien entstanden Sippen, aus mehreren Sippen Stämme, aus mehreren Stämmen Völker, aus mehreren Völkern Staaten. Alle sind also mehr oder minder große Abbilder der Familie und haben nur so lange Lebenskraft, als sie sich auf körperlichen und geistigen Familien aufbauen. Wer alsö das soziale Wohl fördern will, muß die Familie schützen. Man redet von sozialen Tugenden, ich frage kurz, worin beruht die geheimnisvolle Kraft unseres Vaterlandes anders, als in der Liebe zur engeren Heimat, zum Vaterhaus und zur Familie. Für den Mann ist die Liebe zu Frau und Kind, für die Frau die Liebe zum Kind und für die heranwachsende Jugend das Gefühl der Standespflicht die Triebfeder zur sittlichen Veredelung. Wird der Mensch also seiner Familie, seiner Pflicht entfremdet, dann ist die ArKt an die Wurzel der staatlichen Ordnung gelegt. Der Aufbau einer guten christl. Familie ist der beste Dienst, den Eltern der Kirche und dem Staat erweisen können. Und auf einer solchen Grunblage können die schweren Aufgaben gelöst werden. Denken wir nur an die Sturmfluten des Unglaubens. Hier müssen die Eltern den Kindern in einer echt christlichen Familie mit gutem Beispiel vorangehen, wenn sie ihre Kinder später gewappnet in die Welt schicken wollen. Auch das Mädchen ist durch die moderne Entwickelung mitten im Erwerbsleben hineingeworfen worden. Größeren Gefahren ist es so ausgesetzt, sorgfältigere Erziehung verlangt es darum. Leider kann man heute dem Eindruck sich nicht verschließen, daß durch die maßlosee Genußsucht unserer Zeit, die Eltern, deren Herzen ausschließlich für ihre Kinder schlagen. seltener werden. Die Genußsucht wird gefördert durch den modernen Verkehr, der Stadt und Land durcheinanberwirft. Gerne gönnen wir den Mädchen Ausspannung und Erholung. gestatten aber nicht das Hasten und Jagen nach Vergnügen um jeden Preis. Das ist der soziale Ruin, ist sittliches Verderben für die Familie. Es darf hierin keinen Kompromiß geben mit der modernen Neuerung. Drum Eltern, bleibt fest und haltet die Zügel in der Hand, wenn die Kinder mit unerlaubten Ansprüchen kommen. Zeigt, daß das moderne Leben Selbstzucht verlangt, daß wirklich echte Freude nichts als Auffrischung der körperlichen und geistigen Kraft zu neuer Arbeit sein darf, denn zur Arbeit, nicht zum Genuß sind wir auf der Welt. Auch in der Familie muß die Freude heute gepflegt werden mehr denn je. Es ist beklagenswert, daß dies durch die moderne Wirtschaft in vielen Familien leider nicht möglich ist. Die aber heute sagen müssen:„Ich kann nicht nach Hause, hab keine Heimat mehr", würden aufjubeln, wenn sie heute noch mal heim könnten. Sie haben nicht erkannt und zu schätzen gewußt, was sie besaßen. Heute sind die jungen Menschen auch besonders großen Gefahren ausgesetzt durch die Mode, durch das Leben und Treiben an Strandbädern, durch Theater und Kino. Und wer nicht blind ist, der weiß, wenn das so weiter geht, dies für unser Vaterland Tod und Untergang bedeutet. Damüssen wir zu retten suchen. Drum wenn Ihr wirklich katholisch seid, folgt den Grundsätzen der Kirche, die in dieser Haltlosigkeit allein noch klar sieht. Wir wollen uns die Hand reichen zu gemeinsamer Arbeit um aus den jungen Menschenknospen gute Menschen und bereinst gute Himmelsbürger zu machen. Uns zur Seite steht die Schule. Wir wissen, daß nichts so stark umstritten ist als wie sie, aber wir wollen keine religionslose sondern eine ganz christliche Schule. Ferner arbeiten mit uns die Jungfrauenkongregationen, die in unserer Gemeinde jetzt 25 Jahre besteht. Und so soll es bleiben, das sei unser Gelöbnis in der heutigen Feierstunde. Dann beglückwünschte er noch die Jubilarinnen und schloß mit einem Glückauf zur ferneren Arbeit in der Jungfrauenkongregation. Reicher Beifall lohnte den Redner. Herr Pfarrer Brockmann dankte ihm für die schönen Ausführungen und gab aus der Statistik des Vereins noch folgendes bekannt: Der Verein wurde am 25. 3. 1905 mit 141 Mitgliedern gegründet. Davon sind 31 gestorben, 58 verheiratet, 27 verzogen und 21 bereits Jubilarin. Der Abend wurde weiter ausgefüllt mit ernsten und heiteren Vorträgen und gemeinschaftlichen Liedern der Gesangabteilung. Gegen 10 Uhr war das reichhaltige Programm erledigt und dankte der Präses allen recht herzlichst, die zum Gelingen des schönen Abends mitgewirkt hatten. Breyell () Gemeinderatssitnna. Nächsten Donnerstag, nachmittags 6 Uhr, findet eine Gemeinderatssitzung statt. In drei Fällen haben die Amtsvertreter über Niederschlagung bezw. Ermäßigung von Lustbarkeitssteuer zu entscheiden und zwar für das Konzert des M.=G.=V. Liedertafel, für eine Veranstaltung zum Besten des Ehrenmals und für den Kirmessonntag der Schaager Hubertus=Kirmes. Neben diesen weniger wichtigen Anträgen spricht ein Antrag, der lautet:„Bewilligung von weiteren 3000 Mark für Winterhilfsmaßnahmen und Ermächtigung der Fürsorgekommission über die Ausgabe zu beschließen", recht deutlich von der Notzeit, in der wir leben. Diese Hilfsmaßnahme erfolgt in Verbindung mit dem Kreise, der Zweidrittel Zuschuß leisten wird. Sehr wichtig ist die Besprechung über die Abschließung eines Gaslieferungsvertrages mit der Gemeinde Lobberich. Mit dem Abschluß eines solchen Lieferungsvertrages hört die Gaserzeugung in der Gassabrik Breyell auf und die Gemeinde hat einen ruhenden Betrieb mehr. 2 Uebersallalarm. Bei der hiesigen Zweigstelle der Kreis= und Stadtsparkasse Kemven hat man dieser Tage eine bemerkenswerte Neuerung geschaffen. Durch die sich häufig wiederholenden Ueberfälle auf öffentliche Kassen ist zum Schutze eine elektrische Ueberfallsirene eingebaut, die an fast allen Stellen in den Diensträumen sowohl als auch in der Wohnung des Leiters unauffällig in Betrieb gesetzt werden kann. Man rechnet damit, daß bei Tage Straßenvassanten, und bei Nacht die Anwohner auf einen eventuellen Ueberfall aufmerksam gemacht, sowie ein unerkanntes Entkommen unsauberer Elemente verhütet wird. Jeden Samstag wird die Sirene punkt 1 Uhr auf eine volle Minure zur regelmäßigen Prüfung geprobt. Kaldenkirchen 8 Ingendgruppe der Zentrumspartei. Der Gruppenabend, der im Heim St. Brigitta am Montag stattfand, war sehr gut besucht, ein Beweis für das große Interesse, das innerhalb der Zentrumsjugend für die Gruppenarbeit herrscht Gegenstand eingehender Besprechung war das Referat des Herrn Dr. Kludina über die volitische Lage. Es wurde die augenblickliche politische Lage eingehend besprochen. Manche Frage beantwortet und mancher Zweifel behoben. Der nächste Abend ist am 17. November. An dem Vortragsabend des Volksvereins, der am 12. November stattfindet mit dem Thema:„Wir Katholiken und der moderne Staat“ nimmt die Jugendgruppe geschlossen teil. X.„weite Aufführung. Die zweite Aufführung des Schauspiels„Der Steinmetz von Köln“ durch die Theaterabteilung des Jünglings= und Jungmänner=Vereins war in allen Teilen der ersten ebenbürtig. Die Anwesenden folgten den sehr schönen Darbietungen mit großem Interesse und dankten durch lebhaften Beifall. Leider war der Besuch nicht so zahlreich, wie bei der ersten Aufführung. Brand. In einer hiesigen Kartonagenfabrik brach Samstagnacht gegen 2 Uhr Feuer aus, das in dem leicht brennbaren Material reichlich Nahrung fand. Unsere Freiwillige Feuerwehr war bald zur Stelle und konnte nach zweistündiger Arbeit die Brandstelle wieder verlassen. Samstagnachmittag gegen ½2 Uhr wurde die Wehr nochmals an dieselbe Brandstätte gerufen. Der Dachstuhl eines abseits stehenden Schuppens brannte. Nach halbstündiger Arbeit war das Feuer gebannt und die Wehr konnte wieder abrücken. Der angerichtete Schaden ist bedeutend, soll aber durch Versicherung gedeckt sein. X Katholischeer Arbeiterverein. In der Monatsversammlung des Katholischen Arbeitervereins, die Sonntagvormittag im Vereinslokal Holthausen war, wies der Präses, Herr Kaplan Jansen, nachdem der Vorsitzende, Herr Hützen, die Versammlung eröffnet und die anwesenden Gäste und Mitglieder begrüßt hatte, auf die Bedeutung der Exerzitien hin und bat die Mitglieder an diesen schönen geistigen Uebungen sich rege zu beteiligen. Erfreulicher Weise meldeten sich eine stattliche Zahl zur Teilnahme. Herr Konrektor Kremers wies hin auf die Zusammenarbeit zwischen Jugend und Stammverein und Herr Oberstadtsekretär Dahners sprach über das Thema: Die Leibesübungen in der katholischen Erziehungsauffassung. Das Ziel der gesamten Bildung und Erziehung sei, den ganzen Menschen zu erfassen, den Leib und die Seele. Nicht nur Körperkultur allein, sondern Geist und Körper sollen eine rechte Pflegestätte finden. Nicht nur reine Geistesbildung soll der Verein seinen Mitgliedern ermöglichen, sondern auch die rechte Körperpflege. Beide müssen in einem rechten Verhältnis zu einander stehen. Die interessanten Ausführungen des Redners fanden in der Versammlung lebhaften Widerhall, was bei der anschließenden Aussprache besonders zum Ausdruck kam. Die Leibesübungen sollen nur Mittel zum Zweck sein und zur Gemeinschaftsarbeit führen. Wenn so Jugend und Stammverein zusammen arbeiten, wird die Arbeit reiche Früchte tragen. 4 Babeanstalt. Wegen des Festes Allerheiligen ist die Badeanstalt am Samstag, dem 1. November cr., geschlossen, dagegen Donnerstag, den 30. und Freitag, den 81. 10. 1980, nachmittags von 2 bis 8 Uhr für den Badeverkehr geöffnet. Lobberich. AHerbstkirmes. Die Lobbericher Herbstkirmes hat ihre alte Anziehungskraft wieder bewiesen. Der Sonntag brachte eine recht große Zahl von Besuchern aus nah und fern. Es herrschte ein recht lebhafter Verkehr, der auch für die Geschäftswelt nicht ohne Nutzen geblieben sein wird. Natürlich macht sich die schlechte wirtschaftliche Lage auch an den Kirmestagen bemerkbar, aber allgemein lautet doch das Urtetl: Die Herbstkirmes ist besser gewesen, als wir erwarten dursten. Die Kirmesfestlichkeiten sind ohne Störung verlaufen. Der Palmendieb erwischt. In einer hiesigen Großgärtnerei wurde vor einigen Tagen eingebrochen und eine größere Anzahl wertvoller Palmen gestohlen. Die gestohlenen Pflanzen wurden hinter der Gärtnerei versteckt. Am Samstag wurde ein L. von hier als der Tat bringend verdächtigt in Haft genommen und dem Amtsgericht in Krefeld zugeführt. Tariikündiaungen. WTB. Gladbach=Rhendt. 27. Okt. Der Metallarbeitgeberverband für den Industriebezirk Gladbach und Umgebung hat den beteiligten Metallarbeitgebergewerkschaften den Rahmentarif gekündigt. Gleichzeitig sind den Gewerkschaften von Seiten des Arbeitgeberverbandes neue Forderungen unterbreitet worden, die den Gewerkschaften Veranlassung geben, Gegenforderungen zu stellen. Auch der Einzelhandelsverband hat das Mantelund Gehaltsabkommen für die Angestellten beider Geschlechter zum 30. November gekündigt, nachdem dieses mit Wirkung vom 1. 8. 1930 an für allgemein verbindlich erklärt worden war. Der gefärbte Stier hielt nicht. Adenan, 27: Okt. Ein junger Stier wurde im Kreise Adenau prämiiert. Das Tier wurde dann in eine andere Gemeinde verkauft. Der neue Inhaber des Tieres bemerkte nach einiger Zeit eine auffallende Aenderung der Haarfarbe des Stieres. Nunmehr wurde festgestellt, daß der erste Züchter die weißen Flecken im Fell des Tieres gefärbt und danach die Körkommission und die kaufende Gemeinde getäuscht hatte. Der Schneefall im Riesen= und Isergebirge. WTB. Hirschberg. 27. Okt. Der Schneefall im Riesengebirge hält weiter an. In dem Hochgebirge bis herab nach Brückenberg und Schreiberhau liegt etwa ½ Meter Neuschnee, der aber durch den inzwischen eingetretenen Sturm stellenweise verweht ist. Auf der Schneekoppe war heute früh Windstärke 12 bei 5 Grad Kälte. Es schneit weiter. Auch das Isergebirge bildet eine Schneedecke von durchweg einen halben Meter. Ein weiblicher Minister von 24 Jahren. Miß Alice Leo Grosfean, 24 Jahre alt, eine liebenswürdige junge Dame, wurde in dem amerikanischen Staate Louisiana zum Staatssekretär er= nannt. Es ist das erstemal, daß in diesem Staate ein so hoher Posten einer Frau übertragen wurde Miß Grosjean wird ein Gehalt von rund 20 000 Mk. beziehen. Eine siebenköpfige Familie beim Brande des Hauses umgekommen. WTB. Paris, 27. Okt. Havas berichtet aus Sivilla: In der Ortschaft Olivares ist die Familie eines früheren Stierkämpfers beim Brande ihres Landhauses umgekommen. Das Dach stürzte über der Familie zusammen, die aus Vater, Mutter und fünf Kindern bestand, und alle verbrannten. Briands Gesundheitszustand. WTB. Paris, 28. Okt. Außenminister Briand nimmt auf den Rat seiner Aerzte hin an dem heute vormittaa stattfindenden Ministerrat noch nicht teil, da er gesundheitlich noch nicht vollkommen wieder hergestellt ist. An alle Radio=Besitzer! Wie aus der Anzeige in der vorliegenden Nummer dieser Zeitung zu ersehen, hat die Firma Hendricks, Löhstr. 6a, in ihrem Radiogeschäft eine Spezial=Reparatur=Abteilung für Apparate, Lautsprecher usw. eingerichtet. Hiermit hat genannte Firma vielen Radiohörern eine angenehme Einrichtung geschaffen, ist doch das üble, oft lange Warten auf evtl. Reparaturen von vielen schon beanstandet worden. Die Firma Hendricks ist mit Recht als ein Spezialgeschäft der Radiobranche zu bezeichnen. Sie bietet nicht nur große Auswahl in neuen Geräten sondern führt nunmehr auch größere Reparaturen an allen Typen von Geräten und Lautsprechern aus. Hinzuweisen ist noch auf die große Akkuladestation welcher bereits vor längerer Zeit ebenfalls eine fachmännische Reparaturabteilung angegliedert wurde. Bekanntmachung der Gemeinde Breyell. Am Donnerstag, dem 30. Oktober 1930 findet nachmittags 6 Uhr eine öffentliche Gemeinderatssitzung im Sitzungssaale des Rathauses statt. Die Tagesordnung ist am schwarzen Brett zum Aushang gebracht. Breyell, den 27. Oktober 1930. Der Bürgermeister. Schöne weiße Jähne.„Auch ich möchte nicht verfehlen, Ihnen neine größte Anerkennung und vollste Zufriedenheit über die Chlorodont=Zahnpaste" zu übermitteln. Ich gebrauche„Chlorodont“ hon seit Jahren und werde ob meiner schonen weißen Zähne oft meidet, die ich letzten Endes nur durch den täglichen Gebrauch hrer„Chlorodont=Zahnpaste" erreicht habe“ C. Reichell, Sch.. aalkreis. Man verlange nur die echte Chlorodond=Zahnpaste, Lube 60 Pf. und 1 M., und weise jeden Ersatz dafüe zurück. 1 3 i 9 e t a ti 2 C h 1. K E ol be k. ni M. u2 w we de lii i Die ersten Opfer werden von Sanitätern geborgen. Die ersten Toten werden in das Zechenhaus der Grube Maybach gebracht. An die Sportberichterstatter! Wegen des auf Samstag sallenden Feiertages (Allerheiligen) werden wir unsere Sportvorberichte am Freitag veröffentlichen. Die Berichterstatter werden deshalb gebeten, die Vorberichte bis spätestens Donnerstag, nachmittags ½4 Uhr, in unserer Geschäftsstelle abzugeben. Die Sportredaktion. Auflösung des Deutschen Prosessional=Futzball=Verbandes. Köln, 27. Okt. Durch den Beschluß des Deutschen Fußball=Bundes, das Berufsspielertum zu organisieren, ist der Zweck des Deutschen Prosessional Fußball=Verbandes erreicht. Der Deutsche ProfessionalFußball=Verband ist daher aufgelöst. Eine Liquidation desselben erübrigt sich, da die gesamten entstandenen Auslagen durch seinen Vorstand unter Verzicht auf Ersatz gedeckt sind. Der Vorstand wünscht dem Deutschen FußballBund Glück und vollen Erfolg bei der Durchführung seines Beschlusses. Deutscher Professional Fußball=Verband Der Vorstand: gez. Dr. Haubrich Sonje, Staußbeerg, Dreyfus, Michel und Nolden. Deutschlands endgültige Länderels. Am Montagabend wurde die endgültige deutsche Ländermannschaft für den Sonntäglichen Länderkampf gegen Norwegen in Breslau wie folgt nominiert. Jacob Regensburg Schütz Weber Frankfurt Kassel Kauer Münzenberg Pledl Berlin Aachen München Albrecht Lachner Hohmann R. Hofmann Straßberger Düsseld. München Benrath Dresden Duisburg In der Deutschen Elf werden also nicht weniger als vier Westdeutsche mitwirken. Neu hinzugekommen sind noch Weber und Straßberger, während für Schmitt der Münchener Lachner eingesetzt wurde In der Läuferreihe spielen der Berliner Kauer und auf der linken Seite Pledl=München, während Weber den linken Verteidigerposten bekleidet. Man kann zu der Mannschaft schon Vertrauen haben, da außer einer guten Hintermannschaft auch ein schußgewaltiger Sturm nominiert wurde. Die Läuferreihe ist diesmal das Fragezeichen. Hoffentlich bereiten sie uns keine Enttäuschung. Rheinbezirks=Meisterschaftsspiele abgesetzt. Der Rheinbezirks=Vorstand hat fünf für den kommenden Sonntag vorgesehene Meisterschaftsspiele abgesagt, da die beteiligten Kölner Vereine ihre Spieler für den traditionellen Fußballkampf Köln links gegen Köln rechts zu stellen haben. Hockey. Grün=Weiß— Erkelenz hat mit Rücksicht auf das Alsdorfer Unglück nicht stattfinden können. Rheintren Krefeld 1.— Eckart Dülken 1. 8:1(3:0). Pech kann jeder haben, aber ein solches, wie die erste Mannschaft es hat, ist doch etwas über das Maß. Drei Spiele gemacht, drei verloren. Verloren bei vollständiger Ebenbürtigkeit, ja sogar zeitweiliger Ueberlegenheit. Verloren, weil man eben vom Pech verfolgt war. Genau, wie in Lank, genau wie gegen Hermges, so war auch hier die Eckartelf dazu verurteilt, die schönsten Gelegenheiten vor des Gegners Tor zu schaffen, dann aber waren Torpfosten, Latte und ein wirklich vom Glück begünstigter Torwart die Retter, wenn nicht der große Luftraum im Umkreis des Kastens schon vorher magnetische Gewalt angewendet hatte. Man schoß und schoß, aber unplaciert, was keine Erfolge zeitigen konnte. Dann aber wurde der Angriff zu stark zur Mitte konzentriert, wobei die Flügel vergessen wurden, so dem Gegner die Verteidigungsarbeit erleichtern helfend. Das Eckenverhältnis von 8:2 für Eckart sagt auch das seine. Hinzu kam noch, daß linker Läufer und Halblinks in den ersten 10 Minuten stark verletzt wurden, und im weiteren Verlauf nur noch als Statisten mittaten. Zieht man dies alles in Betracht, findet man schon die Erklärung für den Ausgang.— Rheinstern wirft nach Anpfiff von Müser Düsseldorf an. Doch stockt der Angriff in der Verteidigung und nun ziehen die Gäste vor Rheinsterns Tor. Eine ganz gefährliche Sache entsteht vor dem Tor, Eckarts Halbrechts erwischt den Ball, schießt zu scharf berechnend aufs Tor, doch vergeblich. Und so geht es die ersten 5 Minuten. Der Ball findet den Weg nicht ins Tor, trotz hartem, stets erneutem Angriff. Dann ein dreifacher Pfiff und alle Spieler stehen an ihrer Stelle und gedenken in kurzem Gebet 2 Minuten lang ihrer 30 Ingendkraftkameraden, die der„Alsdorfer Tod aus ihren Reihen riß. Und fern von der Stadt schwingt eine Glocke in eherner Teilnahme selbige Gefühle, die alle bewegten. Das Spiel nimmt seinen Fortgang. In kurzen Abständen schießen die Rheinsternler nun plötzlich und unvermutet aus 25—30 m Entfernung die 3 Tore. Alle Anstrengungen der Eckartler fruchten nichts. Es geht eben nicht. Erst nach der Pause kommt man zum einzigen Tor. Doch ist der Angriff durch das Pech der zwei Verletzten zu sehr geschwächt, als daß es noch weiter Erfolge geben könne. Das äußerst harte Spiel der Krefelder entschied das Spiel. Hoifen wir, daß es das nächste Mal besser tlappl und Fortuna uns wieder hold ist, dann kommt es schließlich doch. Eckart 2.— Treuwacht Biersen=Rahser 1. 0:8. Eine ganze Klasse besser war der Gast. Seine technische Leistungen entschieden den Kampf verdient in dieser Höhe. Rhenania Lürrip 1. Igd.— Eckart 1. Igd. 5:5(3:1) Da wäre es bald passiert, wenn nicht noch ein guter Endspurt das Remis erzielt hätte. Der erste Berlustpunkt in drei Serien. Ist auch ein Jubiläum. Doch jetzt heißt es, die Sache ernst nehmen, um nicht anderswo zu stolpern. Eckart 2. Igd.— Neuwerk 2. Igd. 6:1. Da sieh einer die 2. Igd. an. Ja, ja, wenn man will, gehts schon. Nur weiter so, dann kanns noch gelingen. Aus der Doutschen Turnerschaf T.V. Rheydt 1847— T.V. Viersen=Rahser 0:13(0:9) Ein wahres Schützenfest veranstaltete Rahser in Rhendt. Rheydt trat nur mit 9 Mann an und zeigte überhaupt ein Können, was wohl einer Gauklassenmannschaft gleich kommen konnte. Rahser holte die 2 Punkte fast mühelos und hielt das Spiel meistens in Rhendts Hälfte. Nur 9 Tore waren der Erfolg der ersten Halbzeit. In der zweiten Hälfte trat Rheydt mit 10 Mann an, doch auch jetzt wußten sie sich nicht durchzusetzen. Rahser spielte mit wenig Eifer, da kein Widerstand gegeben wurde. 4 weitere Tore konnte Rheydts Hüter nicht retten. Der Schlußpfiff beschloß ein für Spieler und Zuschauer wenig interessantes Treffen. TV. Neuwerk 2.— TV. Viersen Rahser 2. 1:2(1:0). Hart wurde in diesem Spiel um den Sieg gekämpft. Neuwerk war zu Anfang leicht überlegen. Rahser hatte sich noch nicht mit dem glatten Platz abgefunden. Nuch einem Ersola sui Neuwerk nahm Nayser das Heft in die Hand. Kurz nach Halbzeit stand die Partie 1:1. Rahser war weiterhin tonangebend. Die Neuwerker, die das Spiel wohl unnötig hart aufnahmen, konnten es nicht verhindern, daß Rahser kurz vor Schluß den wohlverdienten Siegestreffer anbringen konnte. TV. Neuwerk 1. Igd.— TV. Viersen=Rahser 1. Igd. 6:1(4:o). Eine Enttäuschung brachte Rahsers Jugend. Hatte man erwartet, daß sie in Neuwerk auf einen gleichwertigen Gegner treffen wurden so hätte man aber nicht an eine so schlimme Niederlage gedacht. Waren die Neuwerker aber auch körperlich viel schwerer und mit dem schlüpfrigen Platz besser vertraut, so scheint mir doch, daß Rahser nicht an sein sonstiges Können herantrat. Hoffen wir, daß bei den weiteren Spielen keine Punkte mehr verloren geben. I. P. Ein sechzehnjähriger Schiffsjunge wird Chevalier du Mérite maritime. Der französische Marineminister hat dem Präsidenten der Republik ein Dekret zur Unterschrift vorgelegt, in welchem Marcell Rioual, Schiffsjunge auf dem Thunfänger„Bon=Retour“, zum Chevalier du Mérite maritime ernannt wird. Die Auszeichunng erfolgt als Belohnung einer Heldentat, die der tapfere Junge am 19 September ds. Is. begangen hat. Während eines schrecklichen Sturmes, als die Wellen über Bord schlugen, hatte der Schiffsraum sich mit Wasser gefüllt. Von den fünf Mann der Besatzung wurden zwei über Bord gespült. Rioual sah das verweiste Steuer, stürzte hin, umklammerte es und harrte vierundzwanzig Stunden auf seinem Posten aus, bis das Fahrzeug gerettet war. Büdo Salonwachs erzeugt bei geringem Verbreuch selten schönen Glenz Zum Kopfzerbrechen. Suchbild. Wieviel Waldarbeiter sind hier beschäftigt? Krenzwort=Rätsel. Symetrischer Königözug. Silbenrätsel. Aus den Silben: a— ak— bel— bicht— cey— che- Her — eu— da— dan— aur—-e- eei— eg— er— ge- ge- ha- he- horn — i— ker— laa— lei— li— lon— lun— mark— nas— ni— ri— sa— sach— sau — se— see— sen— stoff— ton— uk— us— sollen 17 Wörter gebildet werden. Ihre Anfangs= und Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, ergeben ein Sprichwort. Bedeutung der Wörter: 1. Perserkönig, 2. Sohn Abrahams, 3. landwirtschaftliches Gerät, 4. deutscher Freistaat, 5. britische Insel im Indischen Ozean, 6. Raubvogel, 7. brandenburgische Landschaft, 8. Körper=Organ, 9. Dummheit, 10. französischer Revolutionär 1792/94, 11. Lebensgemeinschaft, 12. Element, 13. Maarsee in der Eifel, 14. südamerikanische Republik, 15. italienischer Komponist, 16. Laubbaum, 17. Dickhäuter. Auflösung folgt in der nächsten Woche. Wagrecht: 1. westdeutscher Kurort, 5. Wap pentier, 6. gefrorenes Wasser, 8. Land in Asien 10. Mädchenname, 11. Titel der Nachfolgen Nohameds, 12. schwedische Münze, 13. Getränl 14. Verkaufsraum, 16. Teil des Hauses. Senkrecht: 1. Raubfisch, 2. Weissagung, 3 kinderspielzeug, 4. englisches Getränk, 5. Teil es Baumes, 7. Haustier, 9. französischer Reolutionsmann, 10. Hohlmaß, 15. Steinchendiel Scharade. ins wendet oft der Russe an, amit ein Zwei er wiegen kann. Das Ganze, brennend lichterloh, Bringt man herein und ißt es so. Magische Silbenfigur. In jedes Feld der Figur ist eine Silbe einusetzen, so daß wagrecht und senkrecht die gleihen Wörter entstehen. 1. Stadt in Oberitalien (Marmor). 2 geistliches Tonstück. 3. Seltenheit. Auflösung aus voriger Woche. Auflösung zum Suchbild„Wo ist der Höhlenmensch?“ Das Bild auf die linke Seite stellen, dann oben in der rechten Ecke zwischen Gras, Busch und Erdhaufen. Auflösung zum Krenzworträtsel. Wagrecht: 1. Topas, 4. Apfel, 7. Atlas, 9. Nadel, 10. Sudan, 11. Birma, 12. Stade, 15. Marne, 18. Öhm, 20. Säbel, 21.Uslar, 22. Met, 24. Halle, 27. Brief, 30. Rinde, 31. Sagan, 32 Seher, 33. Tatze, 34. Matte, 35. Nonne. Senkrecht. 1. Tunis, 2. Padua, 3. Salbe, 4. Assam, 5. Fuder, 6. Linde, 8. Lorch, 13. Toska, 14. Dübel, 16. Aller, 17. Narbe, 18. Olm, 19. Mut, 23. Ernst, 24. Husum, 25. Legat, 26. Ernte, 27. Besen, 28. Idhun, 29. Ferse. Auflösung zum Rösselsprung. „Wie ferne Tritte hörst du's schallen, Doch weit umher ist nichts zu seh'n, Als wie die Blätter träumend fallen Und rauschend mit dem Wind verweh'n. Mart. Greif“. Auflösung zum Silbenrätsel. 1. Meerbusen, 2. Eibisch, 3. Heidelberg, 4. Richter, 5. Almosen, 6. Laertes, 7. Spinell, 8. Düne, 9. Amerika, 10. Saffian, 11. Lerche, 12. Esel, 13. Blindschleiche, 14. Ephesus, 15. Niere, 16. Leibchen, 17. Iltis.—„Mehr als das Leben lieb' ich meine Freiheit“. Auflösung zum Buchstabenrätsel. AARVSEN usioalu sterlet si se lne „Karpfen— Sterlet“. Auflösung zum Winkelrätsel. Warnung. In letzter Zeit versuchen sog. Bestrahlungsinstitute Reklame für sich zu machen, indem sie angeben, die Methode der Frau Erna König anzuwenden und Angaben machen, die geeignet sind, das Publikum irre zu führen. Ich warne hiermit ausdrücklich vor solchen Angaben und betone, daß die Methode Erna König mit den gesetzlich geschützten Apparaten nur in meinem Institut M.Gladbach, Hindenburgstraße 297, angewendet wird. Wer also auf den Namen König vertraut, wende sich zu seiner Sicherheit dorthin. Zur Aufklärung, welcher Schwindel mit meinem Namen getrieben wird, sei noch angegeben, daß in Langendreer eine Frau verhaftet wurde, die einen schwunghaften Handel mit Bonbons trieb, die angeblich von mir hergestellt worden sein sollten. Ich bedaure, daß alle, die solches Vertrauen in meinen Namen setzten, getäuscht wurden, erkläre aber, daß ich keine Bonbons herstelle, sondern nur mit meiner Bestrahlungsmethode nachweislich mit gutem Erfolg Kranke aller Art heile. Zum Beweise der Erfolge meiner Originalmethode mit mir gesetzlich geschützten Apparaten gebe ich folgende neue Heilerfolge bekannt: Danksagung. Mein Kind war 2 Jahre blind und ich habe alles versucht um das Augenlicht wieder zu erlangen. War bei vielen Professoren, Dr. St., Dr. R., Dr. H. in Mülheim, verschiedenen Homöopathen und zuletzt in der Augenklinik zu Bonn. Aber alles war umsonst, niemand konnte meinem Kinde helfen. Da bekam ich eines Tages einen Prospekt von Frau König und wollte ich auch dieses nicht unversucht lassen. Ging nun am 28. April 1930 nach Fr. König und fing mit den Bestrahlungen an. Schon nach der zweiten Bestrahlung ging es meinem Jungen besser, denn er hatte schon Schimmer vor den Augen. Ich hatte nun Hoffnung und hielt die Bestrahlungen regelmäßig dreimal in der Woche bei. Nach dreimonatlicher Behandlung kam das Augenlicht wieder und kann mein Junge heute alles sehen und erkennen. Wie glücklich ich nebst meinem Kinde bin, kann ich niemand beschreiben. Dieses hielt an bis die Krisis eintrat. In dieser Zeit änderte sich der Zustand des Jungen und mußte er vieles mitmachen. Er hatte dauernd Erbrechen, Schwindelanfälle, Schmerzen, keinen Appetit und das Augenlicht war ganz weg. Dieses hielt 14 Tage an und ging es dem Jungen nachher um so besser. Auch konnte er wieder alles sehen. Möchte auch zugleich bemerken, daß Herr Professor St. die Erblindung auf das Gehirn zurückführte, was aber garnicht an dem ist, denn mein Kind hat ein Nierenleiden. Diesen guten, großen Erfolg meines Kindes verdanke ich nur einzig und allein Fr. König, denn nur sie hat meinen Jungen gerettet. Bleibe noch längere Zeit bei Frau König, bis mein Kind vollständig geheilt ist. Frau Peus, Mülheim=Ruhr=Fulerum, Stollendorfstraße 80. Sehr geehrte Frau König! Seit 5 Jahren leide ich an Gallenblasen=Entzündung und wurde von mehreren Aerzten zu einer Operation geraten, welches ich ablehnte. Ich hörte von Frau König. Seit August bin ich in Behandlung und fühle mich viel wohler und mußte mit Erstaunen feststellen, daß ich nach 6 Wochen schon 4 Pfd. zugenommen habe. Ich habe Vertrauen und werde die Kur durchhalten, bis daß ich ganz gesund bin, Schon jetzt bin ich Frau König des Dankes schuldig. Hochachtungsvoll Frau Odenkirchen, Jüchen, Rikesstr. 24. Ich leide seit längerer Zeit an Stirnhöhlenvereiterung und Magenleiden. Mit 23 Jahren wurde ich zuerst am Magen operiert. Die Operation war vergebens. Ich mußte später mich wieder einer MagenOperation unterziehen, später wurde ich auch am Kopf operiert, was auch nichts half, danach noch 4 mal hintereinander. Der Arzt sagte nun, daß ich jetzt geheilt wäre. Aber ich konnte mich bald einer neuen Kur unterziehen. Ich nahm Bäder und habe damals 5 Jahre lang Medikamente genommen, was mich monatlich 20,— Mark kostete; ich setzte es aber durch, um nur gesund zu#erden, aber leider alles vergebens. Bis ich nun von dem Institut Frau E. König hörte. Seit 5 Monaten bin ich jetzt hier in Behandlung; die Strahlen wirken Wunder. Mein Zustand hat sich schon sehr gebessert, auch habe ich 8 Pfd. zugenommen und kann allen derartig Leidenden nur die Bestrahlung empfehlen. Marg. Frösch, Odenkirchen, von Werthstr. 24. Wegen Gicht, welche ich schon 3½ Jahre habe, begab ich mich, nachdem ich ohne Erfolg bei verschiedenen Aerzten war und ein Arzt behauptete, die Knochen an den Füßen wären am eitern, in Behandlung von Frau Erna König. Nach 5 monatlicher Behandlung kann ich schon über eine Stunde weit gehen, auch meine Schuhe, welche ich nicht mehr tragen konnte, verursachen keine Schmerzen mehr. Mein Zustand hat sich wesentlich gebessert. Jedem Kranken möchte ich Bestrahlungen wärmstens empfehlen. Fr. Witwe Kortemeier, Gladbacherstr. 102. Ich leide seit mehreren Jahren an Schweißexen und hartnäckigem Hautausschlag. Meine Krankheit verschlimmerte sich dermaßen, daß ich 7 Monate gänzlich arbeitsunfähig war. Nach 14 Monaten hörte ich von dem Bestrahlungs=Institut Frau Königs. Ich vertraute mich ihr an, und nach 8 Monaten Behandlung war ich wieder arbeitsfähig. Bin meiner Bestrahlung bis jetzt pünktlich nachgekommen und bin heute fast vollständig geheilt. Ich kann jedem das Institut von Frau König nur empfehlen. Helenabrunn, den 21. September 1930. Fritz Dierenkamp, Helenabrunn, Nelsenstr. 7(Rhld.) Da ich seit längerer Zeit über Unterleibsschmerzen klagte, begab ich mich im August 1928 zu einem Arzt. Dieser überwies mich zu einem Spezialarzt, wo ich mich einer Operation zu unterziehen hatte. Bei der Untersuchung im Krankenhaus stellte der Arzt fest, daß eine Operation nicht mehr vorgenommen werden konnte, weil der Krebs schon zu weit fortgeschritten war, und erklärte meinen Angehörigen, daß ich wohl nicht länger als Östern leben würde. Auf Anraten meines Arztes begab ich mich am 1. Oktober 1928 zu den Düsseldorfer Städt. Krankenanstalten, wo ich zweimal 22 Stunden Radium eingesetzt bekam, und wurde dort am 30. Oktober entlassen. Von Besserung meines Leidens konnte allerdings keine Rede sein, da ich, zu Hause angekommen, die geringsten Hausarbeiten nicht mehr ausführen konnte. Am 14. Januar 1929 mußte ich nochmals nach Düsseldorf und bekam wieder 6 Stunden Radium. Dort wurde ich am 19. Januar entlassen, jedoch hatte sich mein Leiden so verschlimmert, daß ich das Bett nicht mehr verlassen konnte. Ich mußte mich jetzt wieder notgedrungen in ärztliche Behandlung begeben. Tag und Nacht hatte ich furchtbare Schmerzen und so verordnete der Arzt mir Medikamente, welche ich alle 8 bis 4 Stunden zur Linderung einnehmen mußte. Durch Zufall hörte ich von den Bestrahlungen der Frau König in Düsseldorf. Einem Anraten meiner Angehörigen, dort einen letzten Versuch zu machen, kam ich nach. Da ich nicht mehr imstande war mit der Bahn zu fahren, begab ich mich am 29. März im Auto dorthin und fing mit den Bestrahlungen an, obwohl mir der anwesende Arzt erklärte, daß der Fall hoffnungslos sei, jedoch Frau König sagte:„Wir wollen es versuchen." Obschon meine Schmerzen dauernd schlimmer wurden, fuhr ich doch dreimal wöchentlich zur Bestrahlung dorthin. An Körpergewicht hatte ich 50 Pfd. abgenommen. Frau König sagte mir, daß ich eine schwere Krisis durchzumachen hätte, welche dann auch nach 4 Monaten eintrat. Ich war so herunter gekommen, daß ich aus- und angezogen werden mußte, trotzdem setzte ich meine Bestrahlung fort, und war im Oktober soweit hergestellt, daß ich die Fahrt nach Düsseldorf allein mit der Bahn machen konnte. Als Frau König ein Institut in M.Glabbach eröffnete, nahm ich dort meine Bestrahlungen weiter und ich werde noch so lange zur Bestrahlung gehen, wie Frau König für nötig hält, denn wäre ich nicht zu ihr gegangen, dann weilte ich lange nicht mehr unter den Lebenden, denn eine Frau Weerre aus Viersen, die mit mir in Düsseldorf im Krankenhaus lag und auch Krebs hatte und dieselbe Radiumkur mitgemacht hatte wie ich, ist schon seit Juni 1920 tot. Eine Bekannte von mir, die mit zu Frau König fuhr und auch Krebs hatte, hörte nach kurzer Bestrahlung auf, sie sagte, sie wollte lieber Radium nehmen. Frau König und ich rieten ihr dringend davon ab und sagten ihr, sie würbe es mit ihrem Leben bezahlen. Doch hörte sie auf und machte eine Radium=Kur mit. Nach 1 Jahr war eingetreten, was Frau König schon vorher gesagt hatte. Vor 14 Tagen ist die Bekannte gestorben und sie war, als sie zu Frau König kam, lange nicht so elend wie ich. Habe jetzt wieder 26 Pfund zugenommen und hoffe nach Beendigung der Kur vollständig hergestellt zu sein. Dieses verdanke ich einzig und allein der Frau König und bin ihr dafür zeitlebens dankbar. Viersen, den 1. Oktober 1990. Frau Maria Wersch, Süchtelnerstr. 108. Ich leide seit ungefähr einem Jahre an Unterleibskrebs und war dieserhalb in der Frauenklinik zu Düsseldorf, wo ich eine Radiumkur mitmachte. Einige Monate später stellten sich jedoch wieder heftige Schmerzen und Darmbluten ein. Da nun die Radiumkur kaum eine Besserung meines Leidens zeigte, versuchte ich eine Kur im Institut König, und habe dasselbe bis heute noch nicht bereut. Frau Erna König behandelte mich seit etwa 9 Wochen. Schon in der ersten Woche besserte sich mein Zustand, und ich freue mich sagen zu können, daß ich mich von Woche zu Woche besser fühle. An Gewicht habe ich auch zugenommen. Meine Hausarbeiten kann ich wieder voll verrichten, dagegen konnte ich vor der Behandlung bei Frau König keinerlei Arbeit machen. Diese Erfolge habe ich am eignen Körper verspürt, ich setzte daher auf diese Behandlung mein größtes Vertrauen und kann ähnlich Leidenden die Behandlung im Institut König nur wärmstens empfehlen. In dankbarer Hochachtung Frau Friedr. Seidel, Gladbach=Rheydt, Wickratherstr. 80. Seit 7 Jahren litt ich schwer an Bronchialasthma; alles habe ich versucht, aber nichts hat geholfen. Ich konnte keine Nacht ruhig schlafen, war sehr heruntergekommen und glaubte sicher, daß ich nie mehr gesund werden würde. Ich erfuhr von dem Bestrahlungs=Institut der Frau E. König. Anfangs Juni ging ich dahin zur Bestrahlung und fühle mich seitdem bedeutend besser und kann dieses Institut jeden: Leidenden empfehlen. Gladbach=Rheydt. gez. Frau Herm. Paulißen, Ritterstr. 109 b. Ich erkrankte 1928 an Gelbsucht, 1929 stellte der Kassenarzt Leberkrebs fest; ich war so krank, daß ich nicht mehr gehen konnte. Ich hörte von Frau Königs Bestrahlungen, wo ich am 15. Mai 1930 hinfuhr. Fühle mich nach 5 monatlicher Behandlung sehr gebessert. Ein Bekannter, welcher mit mir in Behandlung wegen Leberkrebs war, liegt schon einige Monate unter der Erde. Jedem Leidenden möchte ich die Bestrahlung von Frau Erna König aufs wärmste empfehlen. Wilhelm Quariker, Kevelaer, Vemberstr. 205. Seit mehr als 6 Jahren leide ich auf der rechten Bakenseite an Ausschlag, Drüsen oder Lupus genannt. Ich war in dieser Zeit fortgesetzt in Behandlung von praktischen Aerzten, jedoch ohne jeden Erfolg; ja mein Leiden verschlimmerte sich zusehends. Nun bin ich seit 3 Monaten in Behandlung ihres Bestrahlungs=Instituts und darf heute mit Freuden feststellen, daß in der Heilung gute Fortschritte gemacht sind. Ich bin mit meinen Angehörigen der guten Hoffnung, daß eine vollständige Besserung durch Ihre Behandlungsweise den besten Erfolg verspricht. Odenkirchen, den 24. September 1930. Frau Albert Elsenbroich, Weststr. 53. Bestrahlungs-Institut Frau Erna König M.Gladbach, Hindenburgstr. 297, Telephon 4098. Sprechstunden: Donnerstag von 3—6 Uhr.— KrefeldKreuzstr. 22, Telephon 28708, Sprechstunden: Donnerstag von 9—12 Uhr.— Düsseldorf, Hohenzollernstr. 7. Telephon 23 331, Sprechstunden: Dienstag von 3—6 Uhr.— Essen, Clarastr. 18, Telephon 42909. Sprechstunden: Montag von 3—6 Uhr. Ferner: Gelsenkirchen, Elberfeld, Bochum, Recklinghausen, Hamborn, Duisburg, Oberhausen. KaffeeWerbe=Woche! Gratis verabfolgen wir von Mittwoch, dem 29. Oktober, bis einschließlich Samstag, den 8. 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Die Frau zögerte, dann jedoch würgte sie sich durch den ersten Vers von„Annie Laurie“ durch. „Scheußlich!“ lautete das Urteil.„Sie können ja überhaupt nicht singen!“ „Das habe ich ja auch gar nicht behauptet. Aber falls Sie jetzt mit Ihrer Arbeit fertig sind, möchte ich das Bureau reinemachen!“ „Sei ein gutes Kind und geh' zu Bett. Sieh die Hübnchen auf dem Hofe, sie gehen auch schon schlafen.“ „Ja, aber die alte Henne geht auch mit.“ Der Speichel des Mundes bildet sich in Drüsen, die in den Geweben des Gesichts verborgen sind. Er wird durch kleine Kanäle in den Mund geführt. Ohne Kopf. „Außer den niederen Würmersorten“, erklärte der Lehrer,„haben alle Lebewesen einen Kopf, ganz gleich, ob Insekt, Reptil, Säugetier, Vogel oder Fisch.“ Da erhob sich ein Junge und protestierte dagegen. „Es gibt auch Fische ohne Kopf!“ „So? Was sind denn das für Fische?“ „Oelfardinen, Herr Lehrer.“ Einem Manne war auf dem Turf Uhr und Kette gestohlen worden. Am nächsten Renntag steckte er eine unechte Uhr und eine dicke Kette aus Tombak zu sich und hoffte, den Dieb zu fassen. Aber so sehr er auch aufpaßte, kein Taschendieb machte sich bemerkbar. Aber plötzlich trat ein Mann neben ihn und raunte ihm zu:„Tun Sie endlich die falschen Sachen weg, oder ich haue Ihnen nachher eine herunter. Dreimal habe ich Uhr und Kette jetzt heraus gehabt!"(Hamb. Ill.) Der erste Seno raph wurse im Jahr: 1877 hergestellt und sprach als ester die Verse: Mariechen hat ein kleines Lamm, sein Fell war weiß wie Schnee. Im gleichen Jahr begann der Bankbeamte George Eastman daran zu arbeiten, die schwere Photographenaparate zu zusammenlegbaren Taschenapparaten umzuarbeiten und damit die Photographie zu einem Sport für Millionen zu machen. * Lehrer:„Wilhelm, sage mir einen Satz, den wollen wir dann in die Befehlsform bringen.“ Wilhelm:„Das Pferd zieht den Wagen.“ Lehrer:„Gut, nun die Befehlsform—?“ Wilhelm:„Hü!" Konditorei Hammanns Viersen. 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Oktober, nachmittags 5 Uhr. der langjährige VorstandsKommissar der hiesigen isracl. Gemeinde, Herr Emanuel Zanders uns durch den Tod entrissen. In vorbildlicher Art hat der Verstorbene jahrzehntelang das Vorsteheramt ausgeübt. Seine reiche Lebenserfahrung und seine überaus grossen Kenntnisse in der Religionswissenschaft widmete der Verewigte stets selbstlos seinem Amte. Vor seiner seltenen Herzensgüte und seinem grossen Gottvertrauen verneigten sich alle Mitglieder der Gemeinde. Der plötzliche Tod bedeutet deshalb einen unersetzlichen Verlust für uns. Sein Gedenken wird nie erlöschen. Der Vorstand der israel. Gemeinde Dülken. Trauerlachen färbt in 1 Tag Liebermann, Viersen, Hauptstraße. Braune, lederne DamenHandtasche Sonntag verlor. Geg. Belohn. abzug. Viers. Gladbacherstr.91 ( Danksagung. Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit übersandten Glückwünsche, Geschenke u.Blumenspenden sagen wir allen herzlichen Dank. Mathias Gruteser u. Frau. Leuth. den 25. Oktober 1930. 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Es wrrd ernst. 16.25: Französische Erzähler der Gegenwart. 16.50: Funkpädagogische Arbeitsgemeinschaft der Lehrer an Voltsschulen: Aussprache. 17.30: Vesperkonzert. 18.30: Bürgermeister Steinbüchel: Gedanken zum Weltspartag. 19.15: Spanisch. 19.40: Privatdozent Dr. Walther Däbritz: Friedrich Grillo. 20.00: Meister der Operette. 20.30: Intermezzo: Intendant H. K. Strohm: Vom Werden einer Bühnenaufführung. 21.00: Mutter Erde. Drama in fünf Aufzügen von Mar Halbe Anschl.: Konzert=Uebertr. aus Wuppertal=Elberfeld. Kapelle Schäffer. Freitag, 31. Oktober. 11.20: Schulfunk: Französische Unterhaltung. 15.00: Kinderstunde. Spiel= und Zeichenstunde. 15.50: Dr. Hans Behle: Mitteilungen aus dem Schulfunk. 16.05: Helene Guermanova: Bei den Wolgadeutschen: Uaben und Grauen. 16.25: Der westfälische Kulturkreis. 16.45: Jugendfunk. 17.30: Vesperkonzert. 18.30: Polizei=Medizinalrat Dr. Böhm: Wie schützen wir uns gegen Kinderlähmung? 19.15: Englische Unterhaltung. 19.40: Joachim Scharf: Ein Friseur berichtet. 20.05: Bielefeld: Festkonzert zur Eröffnung der Rudolf=OekkerHalle. 21.05: Musik im Schauspiel 21.30: Intermezzo: Bibliotheldirektor Dr. Rudolf Reuter: Der Bühnenvolksbund. Anschl.: Nachtmusik. man bei Seter Maklose Beschimpfung des Reichspräsidenten erlaubt sich Major Buch rucker in dem Otto Strasser'schen Organ„Der nationale Sozialist“ (Folge 194). Nachdem er in Besprechung der Vorgänge im Reichstag, namentlich in der Abwehr Brünings gegen die merkwürdigen Auffassungen des Herrn von Oldenburg über soldatische Disziplin den Reichskanzler Brüning als„Romling“ abtun zu können glaubte, wird von Generalfeldmarschall von Hindenburg unter anderem folgendes gesagt: „Die Bedingungen, unter denen Graf Schmettau kapitulierte, waren an sich ehrenvoll: Die Preußen erhielten freien Abzug unter Mitnahme des gesamten Kriegsgeräts und sogar der sächsischen Feldkriegskasse. Damit vergleiche man die Kapitulation, die Generalfeldmarschall von Hindenbura nach der Flucht des Kaisers und Königs im November 1918 abschloß, als er sich dem in der Etappe und in der Heimat ausgebrochenen militärischen Aufruhr unterwarf, statt mit geringen Teilen der treu gebliebenen Kampftruppen die Menterer zu Paaren zu treiben. Es war die schimpflichste Kapitulation der Weltgeschichte, und durch sie ist unser Vaterland wehrlos, ehrlos und elend geworden. Graf Schmettau fiel für seine ehrenvolle Kapitulation beim König in Ungnade und erhielt niemals wieder ein Kommando. Hindenburg aber blieb für seine schimpfliche und Deutschland unermeßlich schädigende Kapitulation beim Volke in Gnade und wurde zum Reichspräsidenten gewählt. Gegen die ehrenvolle Kapitulation des Grafen Schmettau lehnte sich ein betrunkener Oberst auf und fand damit den Beifall seines Königs. Es war Deutschlands Verhängnis, daß sich gegen Hindenburgs schimpfliche Kapitulation weder nüchterne noch betrunkene Generale auflehnten. Das ist dieselbe Sprache, wie wir sie in Ludendorffs„Volkswarte“ finden und bewegt sich auf der gleichen Linie, wie der Ludendorff'sche Vorwurf, daß Hindenburg nicht mehr würdig sei, das Soldatenkleid zu tragen! Eine argere Verblendung, aber auch eine stärkere Verwüstung der Volksseele ist kaum noch denkbar. Alle gutgesinnten Deutschen müßten sich zusammenschließen zum Schutze der verehrungswürdigen Persönlichkeit des Reichspräsidenten, dem es zu danken ist, daß wir trotz solcher widerwärtiger Kampfmethoden als Volk und Reich noch existieren. Spende des Reichskanzlers für die Opfer der Grube Maybach. WTB. Berlin, 28. Okt. Der Reichskanzler hat an das deutsche Mitglied der Regierungskommission des Saargebiets 4000 Reichsmark zur Linderung der ersten Not der von der furchtbaren Katastrophe auf der Maybach=Grube Betroffenen überweisen lassen. Beileidsbesuch des französischen Botschafters beim Reichspräsidenten. Beileid des Königs von Aegypten. WTB. Berlin, 28. Okt. Reichspräsident von Hindenburg empfing heute den hiesigen französischen Botschafter, de Margerie, der ihm die Teilnahme des Präsidenten der französischen Republik an der Grubenkatastrophe von Alsdorf übermittelte. Der Botschafter brachte hierbei zum Ausdruck, daß die Verzögerung seines Besuches in der erst jetzt erfolgten Rückkehr des Präsidenten Doumergue von einer Reise nach Marokko begründet sei. Aus Anlaß des Grubenunglücks von Alsdorf hat ferner der König von Aegypten an den Herrn Reichspräsidenten ein in warmen Worten gehaltenes Beileidstelegramm gerichtet. Ich riß meine Maschine hoch, aber— zu spät. Verbesserung des Strafvollzues. CNB. Berlin, 28. Okt. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, fand am 28. Oktober dieses Jahres unter dem Vorsitz des Justizministers Dr. Schmidt eine Besprechung mit den Präsidenten der preußischen Strafvollzugsämter statt. Gegenstand der Beratung waren insbesondere organisatorische Maßnahmen, die eine Verbesserung des Strafvollzuges und gleichzeitig durch Zusammenfassung von Behörden und bessere Ausnutzung der Gefangenenanstalten eine Verringerung der Ausgaben herbeiführen sollen. Weiterhin wird geplant, die vor einem Jahre im Kammergerichtsbezirk versuchsweise eingeführten neuen Bestimmungen über den Strafvollzug in Stufen auf ganz Preußen auszubehnen und hierbei eine neue Einteilung der Gefangenenanstalten vorzunehmen. Der Plan ist so gedacht, daß die neueren und guten Anstalten soweit als möglich ausgenutzt und dafür ältere Anstalten entbehrlich gemacht werden. Auf dem Gebiete des Arbeitswesens wird eine Bekämpfung der Arbeitsnot angestrebt, unter der auch die Strafanstalten heute zu leiden haben. Proklamation der vorläufigen Regierung Brasiliens. WTB. Rio de Janeiro, 28. Okt. In einer Proklamation der provisorischen Regierung wird mitgeteilt, daß der Sieg der Revolution die Anflösung des Kongresses und eine allgemeine Amnestie nach sich ziehen werde. Diese Maßnahmen würden nach Ankunft des Führers der Aufständischen„Getulio Vargas, durch Dekret veröffentlicht werden. Befehl zur allgemeinen Einstellung der Feindseligkeiten sei erteilt worden. Die Regierung verbürge sich für Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, eine unparteiische Rechtsprechung, die Einhaltung der Verträge und die Sicherstellung der nationalen Einheit. Nenyorks Polizei sammelt Geld für die Arbeitslosen. WTB. Nenyork, 28 Okt. Die Lage der Arbeitslosen in Neuyork ist so ernst, daß die Polizisten von Neuyork eine Sammlung zu ihren Gunsten veranstaltet haben, um sie in die Lage zu setzen, sich Lebensmittel zu kaufen. Die Erträge der Polizisten gehen von einem halben bis zu fünf Dollar. Man Sammlung in drei Monaten 35000 Dollar ergeben wird. Bölckes Tod 28. Oktober 1916. Originalbericht seines Kameraden Erwin Böhmer sals Führer der Kampfstaffel Bölcke gefallen am 29. November 1917). Laanicourt, 81. Oktober 1916. Mein liebes Fräulein Annamarie! Nun ist Bölcke nicht mehr unter uns. Härteres konnte uns Flieger nicht treffen. Am Sonnabend nachmittag saßen wir in Alarmbereitschaft in unserem Flugplatzhäuschen. Ich hatte gerade eine Partie Schach mit Bölcke begonnen— da wurden wir kurz nach 4 Uhr während eines Infanterieangriffs an die Front gerufen. Bölcke führte uns, wie gewöhnlich, selbst. Wir kamen auch sehr bald über Flers zum Angriff auf mehrere englische Flugzeuge, schnelle Einsitzer, die sich tüchtig wehrten. In dem nun folgenden wilden Kurvenkampfe, der uns immer nur für kurze Zeit zum Schuß kommen ließ, suchten wir die Gegner burch abwechselndes Wegabschneiden runterzudrücken, wie wir es schon so oft mit Erfolg getan hatten. Bölcke und ich hatten gerade den einen Engländer zwischen uns, als ein anderer, von Freund Richthofen gejagter Gegner unseren Weg schnitt. Bei dem gegenseitigen blitzschnellen Ausweichen haben Bölcke und ich, durch unsere Tragflächen behindert, einen Augenblick nichts voneinander gesehen— und hierbei ist's Wie soll ich Ihnen meine Empfindungen schildern von dem Augenblicke an, als Bölcke plötzlich wenige Meter rechts von mir auftauchte, er seine Maschine duckte, ich meine hochriß, wie wir uns aber doch noch streiften und beide zur Erde mußten! Es war nur ein leises Berühren, aber bei der rasenden Geschwindigkeit bedeutet auch das schon einen Anprall. Das Schicksal ist meist so grausam unvernünftig in seiner Wahl: mir war nur eine Seite des Fahrgestells weggerissen, ihm das äußerste Stück der linken Nach ein paar hundert Meter Fall bekam ich meine Maschine wieder in Steuergewalt und konnte nun der Bölckes folgen, die ich in sachtem Gleitflug, nur etwas schief hängend, unseren Linien zusteuern sah. Erst in einer Wolkenschicht in den unteren Regionen wurde seine Maschine durch heftige Böen nach und nach steiler, und ich mußte sehen, wie er sie vor der Landung nicht mehr geradestellen konnte und wie sie neben einer Batteriestellung Aus dem Batterieunterstand eilten sofort Leute zur Hilfe. Meine Versuche, bei dem Freund zu landen, waren wegen der Granattrichter und Gräben unausführbar. So flog ich rasch nach unserem Platz. Daß ich mich dort bei der Landung überschlagen habe, erzählten sie mir erst am anderen Tage— mir ist das überhaupt nicht zum Bewußtsein gekommen. Ich war ganz verstört, hatte aber immer noch Hoffnung. Als wir aber im Auto hinkamen, brachte man uns den Toten schon entgegen. Er ist im Augenblick des Aufschlags sofort tot gewesen. Bölcke trug nie Sturzhelm und schnallte sich auch im Albatros nicht fest sonst hätte er vielleicht den gar nicht allzu wuchtigen Aufprall überstanden. Jetzt ist alles so leer bei uns. Erst nach und nach kommt es uns voll zu Bewußtsein, welche Lücke unser Bölcke läßt, daß mit ihm die Seele des Ganzen fehlt. Er war doch in jeder Beziehung unser einzigartiger Führer und Meister. Er hatte auf alle, die mit ihm zu tun hatten, auch auf Vorgesetzte, rein durch seine Persönlichkeit, bei aller Natürlichkeit seines Wesens, einen zwingenden Einfluß. Mit uns konnte er überall hin. Wir hatten nie das Gefühl, daß etwas mißlingen könnte, wenn er dabei war, und es gelang ja auch fast alles. In diesen anderthalb Monaten hat er mit uns über 60 feindliche Flugzeuge unschädlich gemacht, das Uebergewicht der Engländer schwand von Tag zu Tag. Nun müssen wir anderen sehen, daß sein sieghafter Geist in der Staffel nicht untergeht. Heute nachmittag war die Ueberführung in Cambrai, von wo die Eltern und Brüber ihren Helden zur Beisetzung auf dem Ehrenfriedhof in Dessan geleiten. Die Eltern sind prachtvolle Menschen— bei allem Schmerz tapfer dem Unabänderlichen gegenüber. Das gibt auch mir einigen Trost, aber von der Traurigkeit über den Verlust dieses außerordentlichen Menschen läßt sich nichts abziehen. Für Ihren letzten Brief mit dem Blumengruß danke ich Ihnen bestens. Ich habe mich sehr darüber gefreut, aber bis zur Beantwortung muß ich noch einige Zeit vergehen lassen— das Erlebnis des 28. Oktober lastet zu schwer auf mir. In Treuen Ihr Erwin Böhme. Leutnant der Reserve Erwin Böhme, einer der sechs von Bölcke für die erste deutsche Jagdstaffel ausgewählten Flieger, war als einziger unter ihnen schon reiferen Alters, Mitte der Dreißig. Reckenhaft und gemütvoll, stand er bald unter all den prächtigen Kameraden dem Meister Bölcke am nächsten. Als Führer der Jagdstaffel Bölcke fiel er nach seinem 24. Luftsieg jenseits der englischen Linie, von einem feindlichen Geschwader eingekreist,— Richthofen, dem letzten der sechs, im Tobe vorangehend. „Durch seinen Freund und Meister Bölcke einst zu überlegener Angriffskunst erzogen, hat dieser prächtige, wetterharte, kampfbewährte Mann mit seltener Energie und zäher Tatkraft und unbeirrt durch schwerste Verluste es verstanden, dem alten Ruhmeskranze der stolzen Staffel während der Flandernschlacht neuen Glanz und neue Lorbeeren zu erkämpfen," heißt es im Nachruf des Armee=Oberkommandos 4. Wie nahe er Oswald Bölcke gestanden hat, zeigt am besten nachstehenber an seinen Bruder gerichteter Brief von Bölckes Bater: ein ganzes Jahr arbeiten, sagten die Leiter des Tierschutzvereins, verdienen einen Urlaub. Dieser Anschauung scheinen viele Pferdebesitzer Englands zu huldigen, denn das Erholungsheim in Polynton ist ununterbrochen voll besetzt. Die Pferde werden gewöhnlich für eine oder zwei Wochen hingeschickt. Der Pensionspreis ist nicht hoch. Eine Woche Aufenthalt kostet in dem Heim etwa neun Schilling; natürlich ist vollständige Verpflegung und Unterkunft gemeint. Außerdem ist das Asyl in Poynton auch als Heim für alte abgearbeitete Tiere gedacht. Pensionierte Rennpferde, in Ehren ergraute Zugpferde, sie alle finden in Poynton ein gut versorgtes Heim, in dem man sie ausgezeichnet pflegt. Dessau=Ziebigk, 29. November 1918. Heute am Jahrestag des Todes Ihres Bruders gedenken wir in Treuen der uns durch gleiches Leid für immer fest verbundenen Familie Böhme und des gefallenen Helden, der unserem Sohne von allen Kameraden am nächsten stand und seinem Geiste am verwandtesten war. Wie steht mir der liebe, ernste, gediegene, reckenhafte Mann so lebhaft vor der Seele! Ich sehe ihn noch, wie er am 81. Oktober 1916 auf dem Flugplatz zu Lagnicourt, tieferschüttert durch das schwere Schicksal, daß er den Freund an seiner Seite fallen sehen mußte, vor mir stand und ich ihm tröstend zusprechen durfte. Ein Jahr darauf sahen wir ihn hier bei der schlichten Gedächtnisfeier am Grabe unseres Sohnes und hatten dann die Freude, ihn in unserem Hause Gast zu begrüßen. Freudig erregt fuhr er am 29. Oktober von uns nach Hamburg zu seiner Braut — gerade einen Monat danach gab auch er sein hoffnungsreiches Leben für unser Vaterland dahin. Treu verbunden Ihr Professor M. Bölcke. (Mit Genehmigung des Verlages K. F. Koehler, Leipzig, entnommen aus:„Briefe eines deutschen Kampffliegers an ein junges Mädchen". Ganzleinenband 4,50 Mark.) Selbstmord durch Sprung vom Turm eines Hochhanses. CRB. Düsseldorf, 28. Okt. Der Händler Hout aus Düsseldorf stürzte sich heute nachmittag in selbstmörderischer Absicht von der Turmzinne des Wilhelm Marx=Hauses in die Tiefe., Er war auf der Stelle tot. Seine Aktentasche hatte er auf dem Turm zurückgelassen, wo sie von der Polizei beschlagnahmt wurde. Zur Mordsache Gordon. WTB. Düsseldorf, 28. Okt. Zu der Ermordung des Häusermarklers Walter Gordon wird noch mitgeteilt, daß der Täter, der Geschäftsführer Trobitz, bis in die späten Nachtstunden vernommen wurde, doch habe die Vernehmung eine restlose Aufklärung über die Ursachen des Mordes noch nicht gebracht. Trobitz, der in erster Ehe mit einer Schwester des ermordeten Gordon verheiratet gewesen war, hatte das väterlicherseits ererbte Haus durch Gordon verkaufen lassen, will jedoch den Erlös niemals erhalten haben. Angeblich sei er im letzten Jahre finanziell von Gordon abhängig gewesen. Erholungsheim für Pferde. Der englische Tierschutzverein hat in Poynton bei Manchester eine eigenartige Anstalt errichtet. Es ist dies ein Erholungsheim für Pferde. Tiere, die Hengstkörung, Hengstprämiierung und Hengstmarkt der Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz vom 5. bis 7. Nov. 1930 in Köln. Die diesjährige zentrale Hengstkörung, verbunden mit Hengst=Prämiierung und Hengstmarkt findet vom 5. bis 7. November in Köln statt. Die Zeiteinteilung ist wie folgt festgesetzt: Dienstag, den 4. November: Anlieferung der Hengste. Mittwoch. den 5. November: ab 8 Uhr vormittags Hengstkörung und im Anschluß Beginn der Prämiierung. Donnerstas, den 6. November: ab 8 Uhr vormittags Fortsetzung der Hengstkörung und Prämiierung. Freitag, den 7. November: ab 8 Uhr vormittags Hengstmarkt Samstag, den 8. November: Abtransport der Hengste. Die Durchführung der Veranstaltung findet auf dem Ausstellungsgelände der Provinzial=Pserde Ausstellung in Köln=Deutz(hinter dem Deutzer Bahnhof) statt. Nach den bisher vorliegenden Anmeldungen kann mit einer Beschickungsziffer von 200—250 Henasten gerechnet werden. Auf die einzelnen Altersklassen verteilen sich die Anmeldungen wie folgt: ca. 150 2½ jährige Hengste ca. 20—30 34 jährige Hengste und ca 50—70 ältere Hengste. Die hervorragenden Blutlinien der rheinischen Ka“ utzucht werden in großer Zahl vertreten sein. So sind z. It. bereits angemeldet: von dem bekannten Vererber Lothar 8 9 Söhne, während 8 Nachkommen von dem Landbeschäler Lotos abstammen. U. a. ist„Nervus von Golzheim“ mit 11 Söhnen vertreten und sein Sohn„Siegfried von Geretzhoven“ bringt 8 Nachkommen zur Körung. Der Landbeschäler„Ravissenr de la Loge“ sowie der bereits mit dem Provinzial ererbungssiegerpreis ausgezeichnete „Herzog 6“ bringen je 9 Söhne, wahrend von„Qui rin von Iveshof“, einem Sohn von„Herzog 6“, 3 Nachkommen gemeldet sind. Von dem gleichfalls mit dem Provinzialvererbungssiegerpreis ausgezeichneten Hengst„Lampe“ sind 4 Söhne angemeldet. Von den sonstigen Anmeldungen sind noch hervorzuheben 5 Söhne vom Landbeschäler„Biscuit“, 4 Söhne von „Protektor“, 4 Söhne von„Rainer von Loo“ und 4 Söhne von„Robinson von Quitthövelshof“. Der Vereinshengst Mon Gros de Silly, ein Albion d'HorSohn, ist mit 5 und der Vereinshengst Successeur de l'Escolle, gleichfalls ein Albion d'Hor=Sohn, mit 3 Nachkommen vertreten. Von den rheinischen Provinzial=Siegerhengsten Stolz von Holtumerhof und Quis von Geretzhoven werden gleichfalls einige Nachkommen vorgeführt. Unter den älteren Hengsten werden die bekannten Vertreter der Rheinischen Zucht, Nervus von Golzheim, Siegfried von Geretzhoven. Quirin von Iveshof, Stolz von Holtumerhof, Uranos von Neulohoff, Unus von Golzheim, Rainer von Loo und Volkhart erscheinen. Die Veranstaltung bietet mithin einen glänzenden Ueberblick ber den Stand der rheinischen Hengsthaltung und Hengstaufzucht. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich bei dem mit der Hauptkörung verbundenen Henastmarkt um eine Ankaufsgelegenheit handelt, bei der die Verkaufsbedingungen zwischen Käufer und Verkäufer vollständig frei vereinbart werden und daß bei einem Ankauf keinerlei Nebengebühren zu entrichten sind. Die während der Ausstellungstage auf dem Ausstellungsgelände vertretene Pferde=Zentrale der Rheinischen Landwirtschaftskammer ist gerne bereit, Interessenten beim Ankauf mit Rat und Tat völlig kostenlos zur Seite zu stehen. Den Interessenten, die Hengste anzukaufen beabsichtigen, bietet sich die beste Gelegenheit, ohne großen Aufwand an Zeit und Unkosten aus der großen Zahl der Anmeldungen geeignete Auswahl zu treffen. In dem Katalog wird bei sämtlichen Hengsten die Abstammung bis einschließlich der vierten Generaion aufgeführt und durch Zeichen auf die Blutlinien hingewiesen, um hierdurch den Besuchern der Veranstaltung die Beurteilung des Blutaufbaues der Hengste wesentlich zu erleichtern. Auf Wunsch wird der Katalog vorher gegen Erstattung der Druckkosten übersandt. Kölner Produktenbörse. Köln, 28. Okt. Notierungen in Mark für 100 Kilogramm Frachtlage Köln: Rheinischer Weizen 73 Kilogramm 24, ausl. Weizen 81,50—34,50, rheinischer Roggen 66—67 Kilogramm 13,75—14, dito 70 Kilogramm 16, ausl. Roggen 24—24,75, hiesiger Hafer 15,50—16,50, inl. Wintergerste 18—18,50, inl. Sommergerste 19 bis 19,75, grober Mais 25,50—26,50, inl. Weizenmehl 70 Proz. 36,50, rhein. Weizenbäckermehl mit Auslandsweizen 39,75, inl. Roggenmehl 60 Proz. 27—27,50, dito 60 Proz. mit Auslandroggen 28,50, inl. Roggenschrot 20,50—21, dito von Auslandroggen 26,25, Weizenkleie grobe brutto mit Sack 6,75—9, Roggenkleie brutto mit Sack 6—6,25, Biertreber brutto mit Sack 10—10,75, Leinkuchenmehl 38 Proz. brutto mit Sack 16,25—16,75, Erdnußkuchenmehl 50 Proz. brutto mit Sack 11,50—12, dito 54 Proz. 12,50—13, Sojaschrot sextrahiert) 46 Proz. brutto mit Sack 13—13,50, Rapskuchen 38 Proz. 9, Palmkernkuchen lose 21 Proz. 9,75 bis 10,25, Zuckerschnitzel lose 6,50—6,50, Rohmelasse 2,50, inl. Wiesenheu lose 4,60—5,10, inl. Kleehen lose 6—6,50, Roggen= und Weizenstroh gepr. ab rhein. Station 1,50—1,80, Haferstroh gepr. ab rhein. Station 1,40—1,60. Stimmungsbericht: Futtermittel und Getreide waren heute wenig verändert mit Ausnahme von frembem Weizen, welcher infolge der Zollordnung fester war. Amtliche Kartofselnotierungen. Köln, 28. Okt. Großhandelspreise für 50 Kg. frei Köln. Es notierten: Rheinische runde gelbe Kartoffeln(Industrie) 1. Sorte 2,60, dito 2. Sorte 2,40 Mk., nordbeutsche runde gelbe Kartoffeln 1. Sorte 2,50, 2. Sorte 2,30, norddeutsche lange gelbe(Nieren) Kartoffeln 3,30—3,40 Mk. Fruchthof des Kreises Moers. Versteigerung vom 27. Oktober 1930. Starke Anfuhr, flottes Geschäft. Kartoffeln, 100 Pfd. Sorte Odenw. Blau 2,20—2,30, Sorte Industrie 2,20—2,50, Strauchbohnen 24—30, Treibhausbohnen 41—50, Speisezwiebel 2,70—3 Rosenkohl 1. Sorte 16—19, 2. Sorte 10—15, Grünkohl 5—7, Weißkohl 0,55—1,80, Rotkohl 0,60—1,90, Wirsingkohl 0,70—1,70, Feldsalat 5—11, Spinat 5—11, rote Möhren 1—1,80, rote Beete Schwarzwurzeln 7—10, Tomaten A 30 bis 39, B 35—40. C 24—34, Suppentomaten 2—8, Freilandtomaten 13—17, Birnen 1. Sorte 25—30, 2. Sorte 18—21, Blumenkohl, 100 Stück, 1. Sorte 28—36, 2. Sorte 17—24, 8. Sorte 4—8, Salat 1. Sorte 3,60—4,50, Sorte 3,10—8,30, Endivien 1,30—5, Treibhausgurken 1. Sorte 30—40, 2. Sorte 12—17, Kastengurken 1. Sorte 9—14, Porree 1. Sorte 2,50 bis 2 Srte1,0, Sellerie 1. Sorte 8—12, 2. Sorte -5, Kohlrabi 4,.0—0,90, Bauernbutter 100 Pfd. 139 bis 144, Trinkeier 60—62 Gramm 16.80—17,10, 58—60 Gramm 15—16,60, Trinkeier 55—58 Gramm 14,30 bis 15, Kükeneier 13—14, Enteneier 16—17 Mk. Rhein. Kartoffelversteigerungen. 27. Okt. Die heute zu den einzelnen Versteigerungen angefahrenen Mengen waren nicht groß, während dagegen die Nachfrage besonders für beste Ware als gut zu bezeichnen ist. Die Preise sind wie folgt: für Juli in Opladen 3.40—3,50 Mk.; für Industrie in Krefeld 2,50—2.60 Mk.; in Wesel 2,30—2,60 Mk. und in Opladen 2,50—2,60 Mk. Der Aktieninder für die Woche Oktober 1930. vom 20.—25. 28. Okt Der vom Statistischer Reichsamt errechnete Akteninder(1924/26= 100 stellt sich für die Woche vom 20.-25. Oktober 193 auf 97.4 gegenüber 93.9 in der Vorwoche, und zwa in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie au 940(90,8) Gruppe verarbeitende Industrie auf 86, und Verkehr auf 119, Bremer Baumwollbörse. Union star 28 mm Staple loco 12.24 Cür je 100 Einheiten England u. Amerika je eine Einheit Notationsdruck und Verlag: Gesellschaft für Druck u. Verlag Gm.b.H. Viersen. Geschäftsleitung: Paul F. Stroux Viersen. Verantwortlich: für Politik Kommunalpoli= tik und Soziales: Dr Geora Schmidt: für Provinzielles Viersener Lokales und Kirchliches Joseph Hnbertz: für Kunst und Wissen. Unterhaltung und Sport: Dr Oskar Wessel: sämtl. in Viersen. Für Dülkener Lokales: J Ecken. Dülken: für Süchtelner Lokales: J. Thelen. Süchteln: für den Anzeigenteil: Hermann Mertens Viersen. heutige Ausgabe umfaßt 12 Seiten. Schweres Herrenzimmer, 2.50 breit, in Eiche, zum Fabrikationspreis abzugebenMöbel=Thonneick, Viersen, Hauptstr. 63 euOere VIENEr Petersstr. 27 am 30. Oktober 1930. Auf Wunsch Zohlungserleichterur Wirtschaftlich schwere Zeiten werden bei einer rechtzeitig geübten Spartätigkeit leichter überwunden. Der Zweck des Spargroschens als Notpfennig wird in der Jetztzeit offenkundiger denn je. Die Sparkassen verwalten heute über 10 Milllarden Relchsmark. die von den Sparern in unzähligen kleinen Beträgen zusammengetragen worden sind. Jede, auch die kleinste Elnlage. ist den Sparkassen willkommen. Wer wöchentlich 1 Mark zur Sparkasse bringt, erspart bei 6% Zinsen in 5 Jahren 301,94 RM. in 10 Jahren 706,01 RM. in 20 Jahren 1970,34 RM. in 25 Jahren 2938,69 RM. Bei einer Einlage von 1RM. erhält man schon ein Sparbuch. Am Weltspartag sind unsere Schalter von 81/-18 Uhr durchgehend geöffnet. Städtische Sparkasse Dülken. Städtische Sparkasse Süchteln. Städtische Sparkasse Viersen. 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