Bezugspreis: Durch unsere Boten mit der Dienslags= u. Donnerstagsbeilage„Unterhallung und Belehrung", der illustrierten Samstagsbeil. Weltwarte“ und der Monatsschrift„Heimatbl.“ für den Monat 1,20 Goldmark Bei Eintritt höherer Gewalt, Betriebssiörung, Papiermangel, Versagen der Lieferungsmittel und Erscheinungsverboten wird keine Gewähr für Lieferung und Leistung übernommen. Anzeigenpreie Für den Kreis Erkelenz 20 Pfg. für die 3 mm. hohe Petitzeile, 10 behördl. u. ausw. Anzeigen 30 Pfg und Reklamezeilen 80 G.=Pfenntg Postscheck=Konto Köln Nr. 21 719 Lobelenzer Zeitung.Erbelenzer Volkszenung Aaiches Krishan Bre Ben ers Ne Sann Geschäftsstelle: Brückstratze 29 Fernsprech=Anschlutz Nr. 1 Telegramm- Adresse: Kreisblatt“, Ernelenz. 72. Jahrgang. Gur die Schrifteitung verantwortlich Wachlendung Erbelenz. Tonnerstaa, 2. April 1925. S. BrandtDruch und Verlag Buchdruckerei und Verlag G. Nummer 48 Unserem geliebten Oberhirten, dem Hochwürdigsten Herrn Kardinal und Erzbischof Dr. Karl Joseph Schulte zu seinem Einzuge in den Kreis Erkelenz. Es grüßen dich die Glocken und die Lieder, Die Ehrenpforten, festlich reich geziert; Der Vater kommt zu seinen Kindern wieder, Zur treuen Herde kommt der gute Hirt. O Tag der Weihe, wie kein schön'rer scheinet, O Freudentag, der Dich und uns vereinet! Uns're Tempel, fest Die, zum Gotteswerk verbündet, Wir gebaut in schwerer Zeit, Sollen noch in späten Tagen Künftigen Geschlechtern sagen: „Karl Joseph war's, der uns geweiht.“ Uns'rer Jugend teure Scharen, Rings umlagert von Gefahren, Auserwählt zum heil'gen Krieg, Werdendnoch in letzter Stunde Danken dir aus Herzensgrunde, Weil Du stärktest sie zum Sieg. Wie die Welt der Weltbezwinger, So bezwingst Du unser Herz, Was zerschlagen, willst Du retten, Fesseln mit der Liebe Ketten, Die kein Stahl sprengt und kein Erz. So ziehe ein denn auf bekränztem Pfade, Hochwürdigster, den uns der Herr gesandt, Zu spenden seines Sakramentes Gnade, Zu spenden Segen über Stadt und Land.— Zieh' ein zu Deinen Kindern, die auf's neue Dir heute weihen Ehrfurcht, Liebe, Treue! Sochfestliche Tage beginnen heute für den nördlichen Teil des Kreies Erkelenz. Wenige Stunden noch und unser Oberhirt, der Hochwürdigste Kardinal und Erzbischof Karl Joseph kehrt in denselben ein, um zum ersten Male den hl. Geist, den Spender aller Gnaden, der jüngeren Generation zu bringen und einen Gnadenschatz in sie zu legen, dessen Fülle sich mehren soll, je mehr der Gefirmte in treuem Streben nach Vollkommenheit aus demselben schöpft. Mit herzlicher Freude begrüßen wir unsern Erzbischof, den treuen Nachfolger der Apostel. Mit tiefer Verehrung schauen wir zu dem in unseren Heimatkreis einziehenden Oberhirten hinauf, und die hellen Jubelrufe, welche ihm heute entgegenschallen, sind ebensoviele Gelöbnisse des unverbrüchlichen Gehorsams, wie der ewig unwandelbaren Treue in der echten katholischen Glaubensüberzeugung, welche nunmehr im Sakramente des heiligen Geistes Schild und Rüslung von undurchdringlicher Festigkeit erhalten soll. In aufrichtigster Liebe und kindlicher Ergebenheit entbieten wir unserm Erzbischof Karl Joseph unsern Willkommgruß bei seinem Eintritt in unsere Mitte. Möge der himmlische Vater ihm es gewähren, eine lange Reihe von Jahren noch uns zu leiten und zu lehren, unter dem reichsten Gnadenbeistande den Hirtenstab zu führen, den der hl. Maternus von Petrus, dem Apostelfürsten, empfangen, den die Heiligen: Severin, Kunibert, Heribert und Hanno durch ihre Bekennertugenden geadelt, den der unsterbliche Engelbert mit der Martyrerpalme geschmückt hat. Goll erhalte, Golt segne unsern Hochwürdigsten Herrn Erzbischof Karl Joseph! 4 Kundgebungen für Marx und die Gegenagitation. Reichskanzler a. D. Marx sprach am Samstag in Dresden, Sonntag vormittag in Magdeburg, Sonntag nachmittag in Zerbst und dann in Dessau. In seiner Dresdner Rede befaßte sich Marx besonders mit den bonfessionellen und politischen Gegensätzen. Seine Arbeit gelte der Erhaltung der Reichseinheit, der Freimachung der Rheinlande, der Wiedererrichtung einer gesunden deutschen Wirtschaft. Gewiß ist, so schloß er, der Prozeß der Umbildung des Klassenstaates zum Volksstaat noch nicht abgeschlossen. Ehe wir von Vollendung sprechen können, muß eine Generation aufwachsen, die in diese Gedankengänge hineingeboren wurde. Glauben Sie auch nicht, daß ich irgendwie verkenne, daß in dieser Zeit auch manche üblen Erscheinungen sich zeigen; aber vergessen Sie doch nicht, daß der Niedergang der Moral im öffentlichen wie im Privatleben, die Unehrlichkeit, de Korruption eine unvermeidliche Folge des Krieges sind. Was wir heute in dieser Hinsicht erleben, ist doch schließlich nur ein Abklingen der materiellen Instinkte, die im Kriege entfesselt worden sind. Wir lassen uns durch diese Erscheinungen nicht beirren in dem Glauben an die Zukunft des deutschen Volkes und der deutschen Republik.— In Magdeburg behandelte Marx besonders den Kampf um die deutsche Demokratie, in Dessau namentlich seine Stellung zur Außenpolitik. Sein Programm sei das gleiche geblieben wie während seiner Kanzlerschaft. Der Grundsatz seiner Politik sei Wahrheit und Klarheit. Für ihn bedeute die Politik nicht die Kunst, andere hinters Licht zu führen, sondern zu wirken zum Wohle des eigenen Volkes und der Gesamtheit der Völker. Danach ergebe sich, daß man klar die Ziele bestimmt, nach denen man strebe. Diese Politik sei insbesondere von einem waffenlosen Volke zu treiben, das den Weltkrieg verloren habe. Das deutsche Volk wieder zur Blüte zu führen, sei möglich durch eifrige und unaufhörliche Arbeit. Man habe ihn wegen seiner Verständigungspolitik getadelt, die auch Fehrenbach und Wirth getrieben hätten. Man habe aber damit Erfolge erzielt und sei gewachsen seit London, habe auch eine große ausländische Anleihe bekommen und die sichere Zusage Herriots, daß am 25. August die ganze Ruhr geräumt werde. Man habe das Kabinett Marx gestürzt, aber seither die gleiche Politik wie er getrieben. Er stelle den Gedanken der Völkerversöhnung in den Vordergrund. emn Völkerbund möchte Deutschland beitreten, aber nicht unter Deutschland schädigenden Bedingungen. Die Weimarer Koalitionsparteien hielten in d'esen Tagen auch anderwärts Massenversammlungen av. So sprach in einer sozialdemokratischen Versammlung in Düsseldorf Reichstagsprässident Löbe für den Kandidaten des Volksblocks, Wilhelm Marx. *** Im übrigen ist es interessant zu lesen, wie die unfaire Aaitation des Rechtsblocks in Szene gesetzt wird. So bringt das„Berliner Tageblatt“ Aufzeichnungen über eine geheime Sitzung des Vorstandes der Deutschnationalen Volks partei in Berlin am Montag in dem es heißt: 50000 Mark seien von der Huegerberg=Scie(rheinisch=westfälische Schweindustrie) gekommen für eine intensive Propaganda für Hindenburg, die bis in die letzte Hütte getragen werden müsse. Die Propagandakasse sei bis auf den letzten Pfennig ausgepumpt. Bei einer Niederlage wurde die letzte Hoffnung der Deulschnationalen für die nächsten sieben Jahre völlig vernichtet werden. Es seien aber noch 5—600000 Mark unbedingt notwendig für die Propaganda dieser Woche, bei der vor allem die Provinzblätter und die kleinen Blätter zu berücksichtigen seien, die jetzt ablehnten, unentgeltlich Wahlaufrufe zu bringen.— Spricht das nicht Bände? Ein Vertreter aus Liegnitz in Schlesien erklärte: Auf die nächsten Flugblätter kommt es vor allen Dingen, an. Auch wir müssen hundsgemeine Flugblätter herausgeben. Eine Frau Lohmann erfrechte sich zu sagen: In den letzten Tagen müssen Flugblätter durch die Türspalten gesteckt werden, die sich vor allem an die Frauen wenden. Diese Zettel müssen enthalten, daß gerade Hindenburg den Frieden“ bringt, jedoch Marx durch seine Verbindung mit dem Völkerbund den Krieg Ein Vertreter aus dem Wahlkreis Weser=Ems führte aus: Es haben Blätter der Deutschen Volkspartei Aufrufe für Hindenburg abgelehnt, falls sie nicht bezahlt werden. Da die Gegenseite mit allen Mitteln kämpft, so brauchen wir vor Gemeinheiten nicht zurückzuschrecken. Wir im Westen arbeiten nicht mehr mit der Deutschen Volkspartei zusammen. Außerordentlich geschädigt hat uns die Stellungnahme des Generals von Seeckt, der sich gegen Hindenburg erklärt hat und mit seinem Rücktritt gedroht hat, wenn Hindenburg gewählt werde. In Osnabrück hat sich der Hypothekengläubigerverband gegen Hindenburg erklärt und sich offen für das Zentrum ausgesprochen. Ein gewisser Dr. Weiß erklärte: Wir haben auch Flugblätter herausgegeben, die scheinbar nicht von uns stammen und für die Arbeiter bestimmt sind. In zwei Stunden findet sich bei mir ein Zeichner ein, der folgendes Flugblatt sofort entwirft und heute und morgen bearbeiten wird. Am Kopf die Bilder von Hindenburg und Marx. Marx mit einem kleinen Hütchen und Wasserkopf, darunter die Frage: Wollt Ihr Hindenburg oder diesen Marx wählen? Das Flugblatt geht an die Landesverbände. Von verschiedenen Seiten wurde noch betont, daß kein Geld vorhanden sei und ein finanzieller Zusammenbruch nicht unwahrscheinlich wäre. Ein anderer führte aus, daß auf die Deutsche, Volkspartei nicht gerechnet werden könne und man selbst ganz allein die Führung übernehmen und damit auch die Wahlpropaganda leiten müsse. Des öfteren wurde betont, daß man von keiner Art Propaganda zurückschrecken dürfe, da auch die Gegenseite in der Wahl ihrer Mittel angeblich skrupellos sei. So nun wissen unsere Leser, wie es auf der anderen Seite gemacht wird. Mit welch verwerflichen Mitteln nach oben angeführten und empfohlenen Rezepten aber bereits gearbeitet wird, das zeigt auch der raffinierte Trick, den sich die Gegner von Marx am Freitag gelegentlich der Kundgebung im Berliner Sportpalast geleistet haben: Sie ließen vor dem Sportpalast Flugblätter verteilen, die zum Austritt aus der Kirche aufforderten, und behaupteten nachher wahrheitswidrig, diese Flugblätter seien in dieser Versammlung von Sorialdemokraten verteilt worden. Da könne man wieder einwal sehen, wie Marx sich dem Unglauben verschrieben habe. Wenn das so weiter geht, kann der Wahlkampf noch allerhand Giftblüten treiben. Dem Endkampf entgegen! Nur noch wenige Tage schweren Ringens trennen uns vom Endkampfe um die Präsiden schaft des Deutschen Reiches. Der greise Hindenburg hat bereits eine politische Ansprache hinter sich, eine Radis=Rede steht ihm noch bevor, und der Kandidat des Volksblocks Wilhelm Marx setzt seinen Siegeszug durch Deutschland fort. Die Hindenburg=Presse kampft derweil mit allen Mitteln. Dabei wird ein Märchen nach dem anderen, das sie ihren Lesern serviert, widerlegt. Sie hat beispielsweise geglaubt, bestreiten zu müssen, daß die Auf stellung Hindenburg die die deutschen Anleihe=Verkandlungen in Amerika ungünstig beeinflußt habe. Glück hat sie damit aber nicht, da Herr Stresemann hat zugeben müssen, daß ein amtlicher Bericht aus Washington vor liegt, nach dem infolge der Präsidentenwahl damit zu rechnen sei, daß über die Verhandlungen der Wirtschaftskredite einige Zeit verfließe, weil man den Ausfall der Wahl abwarte. Das ist sehr vorsichtig ausgedrückt. Aber verstärkt wird die amerikanische Haltung durch eine Meldung der „Newyork Times", daß einige Newyorker Bankiers, die sich mit deutschen Industricanleihen befassen, sich entschlossen hätten, diese Anleihen zeitweilig aufzuhalten, bis der Ausgang der Präsidentenwahl in Deutschland bekannt sei. Dem Blatt zufolge haben sich einige Bankiers dahin geäußert, daß ein Erfolg Hindenburgs das Ende der deutschen Industrieanleihen am Newyorker Markte bedeuten würde. Die Mehrzahl der Bankiers sei jedoch durchaus geneigt, die weitere Entwicklung abzuwarten. Die Gefahr Hindenburg. Bekanntlich bemühen sich die vom Reichsblock krampfhaft die der Kandidatur Hindenburg abträglichen Stimmen des Auslandes wegzuleugnen oder doch als Machinationen der Volksblockpresse hinzustellen. Damit hat man aber kein Glück. Solche Stimmen mehren sich im Gegenteil von Tag zu Tag. So schreibt noch am Dienstag die Londoner„Daily News“ in einem Leitartikel: Die Kandidatur Hindenburgs habe die ernstliche Bedeutung eines Ereignisses, das jetzt von folgenschwerem Interesse für ganz Europa geworden sei. Hindenburg sei bei weitem der mächtigste Vorkämpfer, den die Monarchisten wählen konnten. Hindenburg als Reichspräsident würde eine ernste Bedrohung für den Frieden sein. Hindenburg habe in vorsichtiger Sprache seine friedlichen und verfassungsmäßigen Absichten kundgegeben. Leider glaube an sie niemand außerhalb Deutschlands. Mussolini begrüße seine Kandidatur fast überschwenglich als wünschenswerte Reaktion gegen die Unfähigkeit der Demokratie. Staatsmänner aber und Völker, welche ernstlich für den Wiederaufbau Europas auf der Grundlage des Wohlwollens und des gegenseitigen Vertrauens arbeiteten, sähen in dem Auftauchen Hindenburgs die Möglichkeit des Scheiterns aller ihrer Pläne. Die Gefahr der Hindenburg=Präsidentschaft sei, daß sie eine internationale Atmosphäre des Mißtrauens und der Furcht schaffe, die ernstlich die bereits schwierige Aufgabe die Erzielung eines wirklichen Friedens gefährdé. Man sollte es nicht für möglich halten: Freiherr v. Loe=Bergerhausen agikiert für Hindenburg. Von einem angesehenen Mitglied des Rheinischen Bauernvereins wird der„Kölnischen Volkszeitung“ geschrieben:„Zu meinem größten Erstaunen lese ich in der „Kölnischen Zeitung“ vom 20. April unter einem Aufruf für Hindenburg den Namen des Freiherrn Clemens v. Loe=Bergerhausen mit der Bezeichnung„Vorsitzender des Rheinischen Bauernvereins". Die sofort eingezogenen Erkundigungen bei maßgebenden Persönlichkeiten des Vorstandes des Rheinischen Bauernvereins haben ergeben, daß laut Vorstandsbeschluß Freiherr v. Loe unter der Bezeichnung Vorsitzender des Rheinischen Bauernvereins nicht berechtigt ist, ohne ausdrücklichen Beschluß des Vorstandes des Bauernvereins derartige Erklärungen abzugeben, die geradezu irreführend wirken müssen. Weiterhin erlaube ich mir die ganz bescheidene Frage an Freiherrn v. Loe und zwar in aller Oeffentlichkeit zu stellen: An wieviele Persönlichkeiten hat v. Loe den in Münster hergestellten Aufruf versandt, wieviel Antworten sind darauf eingegangen und wieviele Zustimmungserklärungen sind erfolgt? Antwort wird unter Namensnennung der Unterzeichner dringend gewünscht. Die rheinischen Bauern haben keine Lust mehr sich gefallen zu lassen, daß Herr v. Loe für sie derartige Erklärungen abgibt und sie politisch bevormundet. Hat denn der Herr Vorsitzende des Bauernvereins gar kein Gefühl dafür, daß er die Rheinische Landwirtschaft bei solchem Vorgehen nicht mehr hinter sich hat? Dr. Anton Höfle+. Wie schon kurz in der Dienstagsausgabe unter„Letzte Nachrichten“ mitgeteilt, ist der ehemalige Reichspostmini4ster Dr. Wofle im Hedwigkrankenhaus, in das er aus dem Latarett des Untersuchungsgefängnisses wenige Stunden vorher überführt worden war, Dienstag nachmittags 4 Uhr gestärkt durch die hl. Sterbesakramente unter priesterlichem Beistand gestorben. Als Todesursache wird doppelseitige Lungenentzündung und große Herzschwäche festgestellt. Ueber die letzten Tage des Entschlafenen ist Näheres nicht bekannt ge worden, da aus uns nicht begreiflichen Gründen die Ge fängnisverwaltung sowohl den Mitgliedern der Fraktion, die den Wunsch hatten, ihn zu besuchen, jeden Zutritt verweigerte und auch der Gattin des Herrn Dr. Höfle erst auf entschiedene Forderung hin den Besuch außer der Reihe ggalee Dr. Anton Höfle, geboren 19. Oktober 1882 in Otterbach in der Rheinpfalz, studierte in München und Erlangen Rechtswissenschaft, war dann seit 1907 als Dezernent für Mittelstandsfragen bis 1914 bei der Zentralstelle des Volks vereins in M.=Gladbach tätig und von da bis 1919 Direktor des Deutschen Techniker=Verbandes und später des Deutschen Beamtenbundes. Seit 1921 war er als Angehöriger der Hast Du einen gesunden Menschenverstand, so wirst Du folgende Frage am nächsten Sonntag mit Deinem Wahlzettel folgendermaßen beantworten: Frage:„Wer soll des deutschen Volkes Führer sein“? Antwort: Nicht Hindenburg, sonst droht der Erde Kampfeswuk, Der Bürger Freiheit stirbt, das Volk trägt Sklavenketten! Doch Marx schützt, treu dem Reich, der Freiheit köstlich Gut, Weckt Bürgergeist und=Kraft an tausend Arbeitsstätten. Drum wähle, deutsches Volk, des Volkes sich'ren, treuen Führer Marx! Zentrumsfraktion Mitglied des Reichstages für WestfalenNord. Im Jahre 1923 wurde er Reichspostminister. Höfle war in die Barmat=Kutisker=Affäre verwickelt. Wegen dieser Angelegenheit wurde er im Januar von seinen Aemtern entbunden, im Februar hat er sein Mandat niedergelegt. Der Klagevorwurf der Gerichtsbehörden ging dahin, daß Höfle sich als Postminister der passiven Bestechung und Amtsuntreue schuldig gemacht habe. Höfle ist durch seinen Tod aus der gerichtlichen Abwicklung der Affäre ausgeschieden; es wird leider nun vielleicht niemals geklärt werden, inwieweit er schuldig war. Das, was Höfle als Abgeordneter geleistet hat, sichert ihm den Dank der Wähler. Was an ihm menschlich war und ihn zu Fehlern verleitet haben mag, steht in der Stunde, da sein Leben einen so tragisch schnellen Abschluß findet, nicht zur Rede. *** Unter der Spitzmarke„Wieder das Opfer der Hetze“ wird uns hierzu von einem parlamentarischen Mitarbeiter geschrieben: Höfle war ein gebrochener Mann mit dem Augenblick, als er in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert wurde. Sein ihm schon seit der Jugendzeit anhaftendes Herz= und Asthmaleiden kam nun mit aller Wucht unter dem Einbruch der seelischen Erschütterungen zum Ausbruch. Höfle war bei den vielstündigen malträtierenden Vernehmungen ein williges Werkzeug, garnicht mehr eigener Ueberlegung und eigenen Urteils fähig. Er brach zusammen und mußte in das Lazarett verbracht werden, lag dort tage= und nächtelang im Weinkrampf, blieb Wochen vollständig vernehmungsunfähig, und als dann die Untersuchung weitergeführt wurde, ergab sich, daß Höfle über alle ihm gemachten Vorhaltungen vollständige Aufklärung geben konnte! Alle gegen ihm mit tendenziöser Aufmachung von einer infamen Hetzpresse vorgebrachten Anschuldigungen, die ganz offensichtlich den Zweck hatten, nicht nur den Mann, sondern mit ihm auch die Partei zu treffen, haben sich als völlig ungerechtfertigt herausgestellt. Nichts konnte aufrechterhalten werden von den Vorwürfen der Bestechung oder gar der Untreue im Amt. Der Fall Höfle ist als Beitrag zu dem Kapitel der politischen Korruption, gegen die den Kampf führen zu müssen die Staatsanwaltschaft vorgab, aber auch nicht im geringsten geeignet gewesen Und nun ist dieser Mann zu Tode gehetzt worden. Jeder, der in die Dinge Einblick hatte, sah es so kommen. Es ist ein fürchterlicher Justizskandal, der sich hier im Fall Höfle ereignet hat, ein Skandal, der umso unerhörter wird, als politische Beweggründe für ihn ausschlaggebend. sind. Welche hämischen Bemerkungen machte die Rechtspresse, als dieser Tage berichtet wurde, daß Höfle mit den Sterbesakramenten versehen würde. Höhnisch erklärte man demgegenüber, daß Höfle absolut nicht krank, sondern sehr wohl haftfähig sei, und daß er„nur“ die Österkommunion empfangen habe. Seine Frau hatte man nur gestattet, alle zehn Tage zehn Minuten lang mit ihm zu sprechen. Nun aber müssen wir die Frage aufwerfen, wie ist es möglich, daß Höfle zehn Wochen in Untersuchungshaft sitzen konnte, lohne daß auch nur ein Wort der Anklage von amtlicher Seite gegen ihn erhoben worden ist. Der Untersuchungsrichter und die Staatsanwaltschaft werden nun nicht mehr länger umhinkönnen, klar und deutlich zu sagen, wessen sie Höfle beschuldigen wollten! Kann darüber keine genügende Antwort gegeben werden, dann werden wir es mit einem Justizskandal unerhörter Art zu tun haben, der nicht ohne weitreichende Folgen bleiben könnte. Verschiedene rechtseingestellte Blätter ließen nach einer Wolffmeldung durchblicken, als ob Dr. Höfle sein vorzeitiges Ende durch eine ungewöhnliche Einnahme von Schlafmitteln, wie Veronal absichtlich herbeigeführt habe, und es sei nicht ausgeschlossen, daß der Todesfall für das Pflegepersonal des Gefängnislazaretts noch ein Nachspiel kaben werde. Dazu erfahren wir von informierter Seite, daß es nach den Bekundungen des Hausarztes ganz unwahrscheinlich sei, daß dies zutrifft, da nach seiner Ansicht Veronal eine schnelle Wirkung habe, Dr. Höfle aber schon seit Sonntag nachmittag bewußtlos gewesen sei. Die Obduktion der Leiche werde jedenfalls die wünschenswerte Klarheit über die wirklichen Todesursachen schaffen. Lassen wir den Zeitungsstimmen einer nicht reichsblocklich eingestellten Presse das Wort: Der Berliner„Solalunzeiger“ erklärt: Zu Ehren des Verstorbenen muß gesagt werden, daß er nach seiner Festnahme alles, was in seinen Kräften stand, getan hat, um den Gang des gegen ihn schwebenden Verfahrens zu beschleunigen und den Behörden die Aufklärung des ganz un= paktvorschlag betrachteten. gemein verwickelten Sachverhalts nach Möglichkeit zu erleichtern. Er selbst versicherte wiederholt, daß sein Gewissen rein sei, und daß er seine Handlungsweise vor Gott und den Menschen verantworten könne. Es scheint auch in der Tat, daß zum mindesten ein Teil der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen durch die bisherige Untersuchung schon entkräftet worden ist. Das endgültige Urteil über die Frage seiner moralischen oder juristischen Schuld oder Unschuld muß aufgehoben bleiben, bis der ganze Komplex der Schiebungen und Veruntreuungen vor Gericht geklärt sein wird. Die„Sermania" betont: Tr. Höfle hat auf dem Sterbebette seine Unschuld beteuert, und wer den Verstorbenen näher gekannt hat, wird höchstens zugeben, daß Höfle vielleicht einige Unvorsichtigkeiten und Unklugheiten begangen hat. Aber er wird energisch bestreiten, daß der Verstorbene eines gemeinen Verbrechens fähig war. Höfle ist ein Opfer der BarmatHetze geworden, die jetzt den Erfolg für sich buchen kann, einen unschuldigen Mann in den Tod gerissen zu haben. In der„Vossischen Zeitung" heißt es: Aus dem ganzen Verlauf des Untersuchungsverfahrens müsse man immer mehr die Ueberzeugung gewinnen, daß die gegen den früheren Reichspostminister erhobenen Vorwürfe zum größten Teil nicht aufrechtzuerhalten waren; daß man Dr. Höfle zwar Leichtgläubigkeit, aber nicht amtlichen Mißbrauch vorwerfen konnte. Es ist Dr. Höfle nicht vergönnt gewesen, die Verwirklichung seiner Hoffnung zu erleben, daß das Gerichtsverfahren mit seiner vollständigen Rehabilisierung enden werde. Sein Tod überhebt die Gegner der Notwendigkeit, die Stichhaltigkeit ihrer aus dem politischen Kampf heraus geborenen Anklagen zu beweisen. Die Ausführungen des„Vorwärts" gipfeln in einem heftigen Angriff gegen die Staatsanwaltschaft, die es über sich gebracht habe, den auf den Tod Erkrankten bis wenige Stunden vor seinem Ableben in Haft zu behalten. Und dem gegenüber lese man die giftgeschwollenen Auslassungen einiger rechtseingestellten Blätter, die von einem beabsichtigten Selbstmorde des Dahingeschiedenen fabulieren. Mit einem heuchlerischen Augenaufschlage sekundiert u. a. das Düsseldorfer Sportblatt„Der Mittag“ den Tod Höfles, indem es u. a. schreibt:„Wenn sein Tod durch sein Herzund Lungenleiden verursacht worden ist, dann trifft die verantwortliche Stelle der Justizpflege der Vorwurf, einem todkranken Manne diejenigen Erleichterungen, auf die er Anspruch hat, zu lange vorenthalten zu haben. Bestätigt" sich aber der Verdacht, daß Höfle selbst seinem Leben ein Ende gemacht oder daß er seinen Tod beschleunigt habe, dann fällt jener Vorwurf natürlich zu Boden. Jedenfalls ist Deutschland durch dieses Ereignis um einen Skandal ärmer, und das bedaure, wer mag. Wir nicht. Höfle, ein Schwabe, ist der allzufrühe politische Erfolg zu Kopf gestiegen. Er hat, wie so viele, sein Glück nicht ertragen können. Als junger Mensch in der Revolutionszeit zu Ansehen im Parlament und in seiner Partei gelangt, hat er es fertiggeblacht, so erfahrene Menschenkenner, wie sie in der Zentrumspartei sitzen, zu täuschen. Die allzufrühe Ministerherrlichkeit hat ihn vollends berauscht. Er hat den Versuchungen von Wein, Weib und Gesang nicht zu widerstehen vermocht, und das gute Leben hat ihn dann moralisch zugrunde gerichtet." Man merkt die Absicht und muß verstimmt werden, wenn man so etwas liest. Aber es darf nicht Wunder nehmen, wenn ein Blatt, das auf Sensation spekuliert, so etwas niederschreibt:„Ich kann schreiben rechts und links, je nachdem, wie es paßt.“ Das ist das Motto, nach dem eine Presse solcher„unpolitischen" Richtung, die aber jedenfalls an der deutschnationalen Futterkrippe sitzt, arbeitet. Höfle ist tot. Was an seinen Handlungen schuldhaft gewesen sein mochte, darüber urteilt der höhere Richter. Wir hoffen zuversichtlich, daß der allgerechte Gott milder und barmherziger über ihn urteilen wird, als seine irdischen Verfolger aus politischer Leidenschaft über ihn geurteilt haben. Politisches Allerlei. Hindenburg und das Ausland. London, 21. April. Zu Hindenburgs gestriger Erklärung schreibt das liberale Blatt„Siar“ Hindenburg hat memals bestritten, daß er Monarchist ist, und das ist die Gefahr seiner Kandidatur. Die deutichen Wähler werden als Protest gegen den Versailler Vertrag und die Besetzung des Ruhrgebiets für ihn stimmen, aber die Wirkung seiner Wahl auf Europa wurde verhängnisvoll sein. Wir begreifen, daß das deutsche Volk den fremden Rat, der wie ein Diktat erscheint, nicht annimmt, aber wir möchten ihm im Interesse der Demokratie und des Friedens eindringlich vorstellen daß die Wahl des Marschalls Hindenburg ein verhängnisvoller Schritt sein würde.—„Evening Standard“ warnt, sich in innere Angelegenheiten Deutschlands einzumischen, und betont, daß keine fremde Macht das Recht habe, die freie Wahl des deutschen Volkes zu beeinflussen oder ihm für die von ihm getroffene Entscheidung eine Buße aufzuerlegen, Das Blatt erklärt, die Wahl Hindenburgs werde sich vielleicht in Deutschlands eigenem Interesse als ein Fehler erweisen, aber auf jeden Fall werde Deutschland wie Europa durch das Ergebnis der Wahl den Realitäten näher sein, als je. Erkläre sich das deutsche Volk für die Republik, so werde das republikanische Regime mehr Vertrauen genießen und besser imstande sein, Deutschland eine starke und feste Regierung zu geben deren es bedarf. Erkläre es sich für Hindenburg, so würden schwierige Verwicklungen eintreten. Paris, 20. April. Zur Reichspräsidentenwahl schreibt der„Temps": Die Rede, die Hindenburg gestern in Hannover gehalten habe, sei charakteristicch, denn der Kandidat der Rechten habe sich bemüht, als ein Mann der Einigung aller Deutschen sich vorzustellen, während doch die Bedingungen, unter denen er an die Stelle von Dr. Jarres getreten sei, beweisen, daß er der Champion derschärfsten Reaktionäre sei. Wie Stresemann und wie Marx erkläre auch der Feldmarschall, daß Deutschland in militärischer Beziehung nicht einmal imstande sei, sich gegen einen kleinen Nachbarstaat zu verteidigen. Die Campagne für die Reichspräsidentenwahl kläre über den Geist auf, in dem alle deutschen Parteien den Garantie den ößten Höfle vor1 die ichtsverde. Stichrenen einem über venige Auseinem lieren. u. a. Höfles, gere ie verm toder Angte sich 1 Ende dann Deutschind das ist der sat wie Mensch und in rfahrene en, zu vollends eib und e Leben werden, nehmen, oetwas je nachdem eine r jedenrbeitet. schuldhaft Richter. tt milder irdischen ilt haben. iger Er= burg hat die Gefahr s Protest es RuhrWahl auf reifen, daß trscheint, eresse der daß die er Schritt in innere daß keine deutschen getroffene rklärt, die os eigenem Fall werde Wahl den usche Volk zime mehr hland eine kläre es sich eintreten. ahl schreibt gestern in r Kandidat nigung aller ngen, unter „beweisen, tionäre der Feld= nicht einbarstaat zu nwahl kläre n GarantieOffener Aufruhr in Bulgarien? Wie aus„Newyork Herald" aus Bel rad gemeldet wird, sind nach dem Attentat in Sofia 16000 Personen verhaftet und 4000 niedergemetzelt worden. Laufe der Revolte, die in Bratza, nördlich von Sofia ausgebrochen sei, seien 100 Bauern getötet worden. In ganz Bulgarien herrsche der Terror 400 Personen seien zum Tode verurteilt worden, eine Anzahl von Personen, die der Teilnahme an dem Aufstand verdächtig waren, seien von der Polizei, als sie ihrer Verhaftung Widerstand entgegengesetzt hätten, oder von Angehörigen der Opfer des Attentats niedergemetzelt worden. Nach einer Meldung aus Sofia, ist es der Polizei gelungen, den Zufluchtsort Minkoffs, der die Höllenmaschine in der Kathedrale untergebracht hatte, ausfindig zu machen. Da er bei seiner Festnahme Widerstand leistete, wurde er erschossen. Rheinland=Westfalen. Erhelenz, den 23. April. Der erste Schulgang..... Die kleinen ABC=Schützen, echte deutsche Jungens und Mädels, mit funkelnagelneuen Schulranzen, blitzblanken Tafeln, daran saubere Läppchen und Schwämmchen hingen, mit niet= und nagelfesten Griffelbüchsen und in Sonntagskleidern ausstaffieret, trippelten gestern, am ersten Schultag, wacker, munter und frisch die Straßen und Gäßchen des Städtchens hinab mit hochschlagenden Herzchen in die „Festung" Schule hinein. Die goldnen Tore des sel'gen Kinderparadieses fielen hinter all diesen Kleinen, die am lachenden Morgen den ersten Schulgang machten, leise klirrend in's Schloß. Die fröhliche ungezwungene Kinder= und Spielzeit war für die vielen pausbäckigen Buben und Mädels mit dem gestrigen bedeutungsvollen wichtigen Tag, mit dem Glockenschlag, der sie zum ersten Male in die Klassenzimmer rief, vorbei; denn der erste Schultag bedeutet immerhin ein neuer Lebensabschnitt. Ein Lebensabschnitt,— daraus den Eltern und den Kindern neue Pflichten erwachsen.— Das Kind soll in der Schule für das Leben mit den Waffen der Wissenschaft und der Lebenskunde ausgerüstet werden, und da müssen die Kinder fleißig lernen, eifrig arbeiten, bemüht sein, alles zu verstehen, was der Lehrer und die Lehrerin lehren, stets aufmerksam sein und sich stets nach dem Unterricht zum Grundsatz machen: Erst die Arbeit, dann das Spiel.— Die Eltern aber müssen, soll das Kind im Leben etwas Rechtes werden, die Schule in ihrem schweren Erziehungswerk tatkräftig unterstützen: die häuslichen Schularbeiten beaufsichtigen, Interesse zeigen für das, was in der Schule gelehrt wird und geschieht, der Schule vertrauen; eins soll ins andere greifen, eins durchs andere blüh'n und reifen, und wenn Kirche, Schule und Haus zusammen Hand in Hand gehen, dann werden tüchtige, charakterfeste, religiöse und kerndeutsche Männer unserem Volke erstehen, echte deutsche Frauen, die goldene Fäden in unser deutsches Leben weben, und wir brauchen nicht zu bangen, Deutschlands Zukunft wird marschieren.——en. * Die Geschäftsstelle des Kreisverbandes für Handel, Handwerk und Gewerbe bleibt am Samstag, den 25. April, geschlossen. * Für Brieftaubenbesitzer. Ueber den Besitz und die Beförderung von Brieftauben hat die Interalliierte Rheinlandkommission eine am 10. März ds. Is. in Kraft getretene Verordnung Nr. 600 erlassen, deren Beachtung den Besitzern von Brieftauben dringend zu empfehlen ist. Die Verordnung kann von allen Beteiligten beim Bürgermeisteramt(Besatzungsabteilung) eingesehen werden, wo auch etwa weiter gewünschte Auskunft erteilt wird. *Ermäßigung der Gebühren für den erweiterten Fernsprechdienst. Das hiefige Postamt teilt mit, daß die Gebühren für den Nachtdienst, die bisheran 3 Mark für den Monat und 9 Mark für das laufende Vierteljahr betragen, laut Verfügung der Oberpostdirektion vom 10 4. 25 auf 5.50 Mark für das Vierteljahr ermäßigt werden. Die Gebühren sind im Voraus von den Teilnehmern zu entrichten. Wegberg. Auf die staatlich genehmigte Familienschule für Mädchen, die nach dem Lehrplan des Marien=Lyzeums M.Gladbach unterrichtet, wird an dieser Stelle nochmals hingewiesen. Der Schulraum ist in den unteren Räumen des Rathauses von der Gemeindeverwaltung in entgegenkommender Weise zur Verfügung gestellt worden. Es können noch einige Schülerinnen aus nächster Umgebung zu diesem Schuljahre aufgenommen werden. Kempen. Am Sonntag morgen hat sich hier eine Frau von dem Venloer Frühzug überfahren lassen. Die Unglückliche, die an Schwermut gelitten haben soll, war sofort tot. Remscheid. In der Nähe unseres Ortes befindet sich der sogenannte Teufelsteich, in dem sich Selbstmordkandidaten schon oft das Leben genommen haben. Jetzt hat sich wieder eine ältere Frau, anscheinend wegen Nahrungssorgen, in den Gewässern des Teufelsteiches ertränkt. Es wird jetzt vorgeschlagen, das Wasser ablaufen zu lassen, um weitere Selbstmorde zu verhindern. Remscheid. Ein am Mittwoch mit Frau und drei Kindern aus Brasilien zurückgekehrter 45jähriger Mann hat sich am Freitag morgen im Hause von Verwandten in der Steinstraße eine Kugel durch den Kopf geschossen. Dem Krankenhause zugeführt, ist er mitttags gestorben. Essen. Am Sonntag nachmittag wollte an der Haltestelle Löbbers auf der Steeler Straße eine Frau vor einem dort haltenden Straßenbahnwagen die Gleise überqueren. Dabei wurde sie von einem Auto, das die Straßenbahn überholen wollie, erfaßt und überfahren. Die Unglückliche trug einen Schädelbruch davon, während ihr Kind, das sie bei sich hatte, unverletzt blieb. Jugendliche Mörderinnen. Berlin. Einer Blättermeldung aus Memel zufolge wurde dort am Sonntag der 82jährige Oberpostschaffner a. D. Pauli ermordet aufgefunden. Als Täter kommen zwei junge Arbeiterinnen in Frage, die vor einiger Zeit bei Pauli gewohnt haben. Sie haben wahrscheinlich ihren früheren Wirt erschlagen und dann beraubt, worauf sie sich zu einem Tanzvergnügen begeben haben. Von einem Hunde zerfleischi. München. Das fünfjährige Töchterchen des Lokomotivführers Schuster ist beim Ballspielen in der Nähe eines Hundezwingers von einer ausgebrochenen Dobermann=Dogge zerfleischt worden. Das Tier biß dem Kinde die Halsschlagader durch, so daß es verblutete. Großbrand in der Tabakmanufaktur Kaschau. Prag. In der staatlichen Tabakmanufaktur in Kaschau (Tschechei) brach Sonntag ein Brand aus, der das ganze Unternehmen Blauband im Marchenland Rotkäppchen bringt der kranken Grossmutter Wein, Kuchen und ein Stück Feinkostmargarine „Schwan im Blauband“; da diese wohlschmeckend, nahrhaft und leicht verdaulich ist, wird sie von Kranken und Kindern gerngegessen und vorzüglich vertragen. Wir bitten, beim Einkauf von je 1 Pfuna„Blauband-Margarine“ das farbig illustrierte Familienblatt„Die Blauband-Woche“ kostenlos zu verlangen. fast zerstörte. Große Vorräte an Zigarren und Tabaken sind verbrannt. Der Schaden wird auf 10 Millionen tschechische Kronen (1,5 Millionen Goldmark) geschätzt. Die Tragödie zweier Studenten. Rom. Einer der beiden Nürnberger Studenten, die, wie s. Z. mitgeteilt, vor zehn Tagen im Festungsgebiete von Genua, wohin sie sich in der Dunkelheit verirrten, von dem wachhabenden Posten angeschossen und schwer verletzt wurden, ist seinen Verletzungen erlegen. Es ist der Student Vaul Küttinger, nach anderer Lesart Reutlinger. Seine Verletzung machte die Abnahme des linken Beines erforderlich, doch konnte er durch die Operation nicht mehr gerettet werden. Das Todesurleil gegen Grans aufgehoben. Hannover. Das Gericht hat das wegen Anstiftung zum Mord verhängte Todesurteil gegen Hans Grans, den Freund des hingerichteten Haarmann, aufgehoben und eine nochmalige Verhandlung gegen Grans vor dem Schwurgericht Hannover angeordnet. Abgelehnt ist die Wiederaufnahme des Verfahrens wegen Beihilfe zum Mord. Wegen dieser Straftat verbüßt Grans 12 Jahre Zuchthaus. Im Wahnsinn. Der 50 Jahre alte Gutspächter Max Neumann auf dem Gute Birkenhof bei Hamburg sandte das Personal des Wirkschaftsbetriebes unter einem Vorwand nach Wandsbeck, töteke hierauf auf der Wiese sämtliche Pferde, erschoß im Stalle zwanzig Kühe und fünf Schweine, dann drang er in das Schlafzimmer seiner Frau ein und ermordete sie und seine Schwiegermutter, hierauf goß er in alle Wohnräume Benzol uno zündete das Haus an, schließlich erschoß er sich selbst. Er konnte als Leiche aus dem brennenden Hause herausgeholt werden. Die Leichen seiner Schwiegermutter und seiner Frau wurden von den Trümmern des einstürzenden Hauses begraben. Man vermutet, daß Neumann die Schreckenstat aus Verzweiflung über seine ungünstige finanzielle Lage verübt hat. Handel, Gewerbe und Industrie. Berlin, 21. April. Amtlicher Devisenkurs. Geld Brief 10 100 Englische Noten Französische Noten Belgische Noten Holländische Noten Amerikanische Noten Schweizer Noten 20,095— 20.145 Mk. 21.92— 21.98„ 21.18— 21.24„ 167.56—167.98„ 4.195— 4.205„ 81.14— 81.34„ Kölner Getreide= und Fuktermittel=Börse. Köln, 21. April. Weizen, inländ. 22,00—22,50, Roggen inländ. 20,75—21,25, Hafer hiesiger 16,50—19,00, norddeutscher 20,00 bis 23,00, ausländ. 18,50—23,00, Futtergerste ausländ. 00,00—00,00, Wintergerste inländ. 20,00—21,00, Sommergerste inländ. 23,00—26,00, Mais grober 21.00—21,50, Mais kleiner 23,00—23,50, Raps prima trocken 00,00—00,00, Roggenmehl 32,00—33,00, Weizenmehl mit ausl. Weizen 35,00—36,00, Weizenkleie brutto mit Sack 12,75—15,75, Rübkuchen lose 15,50—00,00, Palmkuchen lose 15,50—17,50, Leinkuchen lose 22,00—22,50, Soyaschrot brutto mit Sack 20,00—20,50, Trockenschnitzel 12,25—12,75, Zuckerschnitzel lose 16,00—17,50, Wiesenheu inl. lose 9,50—10,50, Wiesenheu iul. gepreßt 10,50—11,50, Kleeheu inl. 11,50—13,50, Roggenstroh gepreßt 5,40—6,00, Weizenstroh gepreßt 5,40—6,00, Haferstroh gepreßt 3,80—4,50, Rohmelasse 9,00 Mark. Welleraussichten bis Samstag, den 25. April. Zunächst warm bei aufheiternder Witterung, später Neigung zu Regenfällen. Haus=Verkauf zu Kleingladbach. Am Montag, den 27. April, nachmittags 5 Uhr, läßt Herr Heinrich Mertens in der Wirtschaft des Herrn Franz Moll in Kleingladbach: Nr. 3, groß Wohnhaus 2. das dahinter liegende Grundstück, Flur 5 Nr. 264/2. Seileracker Acker, groß 12.40 Ar, durch den unterzeichneten Notar öffentlich unter sehr günstigen Zahlungsbedingungen verkaufen. Teleson 229. Notar Dr. Herfs. Erkelenz. Verkauf zu Erkelenz. Montag, den 27. April cr., morgens 10 Uhr, werde ich für Rechn. dessen, den es angeht, im Hofe der Restauration Jos. Bruns, Brückstraße: 1 Rassepfero(Rappstute, guter Gänger), 1 Lack= und 1 Ledergeschirr, 1 Plakeauwagen, 1 Tonneau, 1 Tilbury, öffenkl. meistbietend auf Kredit gegen gute Bürgschaft ev. gegen Bar versteigern. Besichtigung 1 Stunde vor dem Termine. Erkelenz, Telefon 177. Paul Wilms. Zwangsversteigerung. Am Sonnabend, den 25. April 1925, nachm. 1 Uhr, sollen im Pfandlokal, Wirtschaft Frienen in Wegberg, öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigert werden: 1 Schreibtisch, eine Parlie Cigaretlen und Cigarren, 1 Kronleuchter. Ferner an Ort Stelle eine Ladeneinrichtung. Glindemann, Obergerichtsvollzieher in Erkelenz. Tragende Ziege zu verkaufen Granterath 29. Aelt. Mädchen sucht Stelle in gutem Hause. Es wird mehr auf gute Behandlung, als auf hohen Lohn gesehen. Küchhoven 133. e 4 F *Golt dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen herzensguten Galten, unseren lieben, unvergeßlichen Vater, Schwiegervaler, Bruder, Schwager und Onkel Gustav Schwinges Rittergulsbesitzer auf Burg Grittern, langjähriges Mitglied des Kirchenvorstandes von St. Peter in Düsseldorf, Ritter des päpstlichen Ordens vom hl. Silvester, am 19. April nach plötzlicher, nur zweitägiger Krankheit, versehen mit den Tröstungen der katholischen Kirche, im 70. Jahre seines Lebens zu sich in die Ewigkeit zu rufen. In tiefem Schmerz im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Agnes Schwinges geb. Drechsler Regina Schwinges Dr. Joseph Schwinges Clemens Schwinges Frau Dr. Alex Kebben Maria geb. Schwinges Agnes Schwinges Hildegard Schwinges Dr. Alex Kebben. Grittern, Düsseldorf, Köln, Rheydt, Opherten, den 19. April 1925. Die Beerdigung findet in Doveren am Donnerstag, den 23. April, vormittags 9½ Uhr, vom Trauerhause aus statt. Daran anschließend die feierlichen Exequien in der Pfarrkirche in Doveren. Das feierliche Seelenamt in Düsseldorf ist Freitag in St. Peter um ½9 Uhr. Für die Teilnehmer an dem Begräbnis stehen Wagen an der Bahnstation Baal bereit. Nachruf. Am 19. d. M. verschied plötzlich und unerwartet unser hochverehrter Prinzipal, der Rillergutsbesitzer Wir betrauern in dem Dahingeschiedenen einen allzeit gerechten und edeldenkenden Herrn. Stets werden wir sein Andenken ehren. Die Guts=Fischerei= und Gartenbau=Verwaltung. Grillern, Großkünkel, den 23. 4. 25. Achtung! Hämorrhoiden werden vollständig innerhalb 10 Tagen mit meinen unter Nr. W. 34478 2 patentamtlich geschützten geheilt. Erhältlich bei: Conrao Winkens, Matzerath 48. Bei Existenzsorgen, geben wir Reisenden in Stadt und Land selbständige Position bei gutem Gehalt und Provision. „Mein Heim“ Berlin W. 30 Hohenstaufenstr. 68. Wähler und Wählerinnen! Am Donnerstag, 23. April, abends 8 Uhr, wird im Saale Kniepen zu Lövenich Herr Dr. Roth aus Aachen über die in öffentlicher Versammlung sprechen. Der Reichsblock: I. A.: Albert Merckens. Oeffentl. Zentrumsversammlungen Kleingladbach: am Freitag, den 24. April, abends ½9 Uhr, im Gasthof Wimmers. Redner: Herr Dr. Rosen. Weshalb wählen wir Marx? Lövenich: am Samstag, den 25. April, abends 8 Uhr, im Gasthofe Kniepen. Redner: Herr Syndikus Dr. Zech=Köln. Warum Marx? Alle Wähler und Wählerinnen, die am Sonnlag, den 26. April, ihre Stimmen dem Volkskandidaten Wilhelm Marx geben wollen, sind zu diesen Versammlungen freundlichst eingeladen. Empfehle meine Extra billiges Angebot in Anzugstoffen, fertigen Anzügen u. Mützen. Mützen von 1.— Mark. Wilh. Reuter, Merbeck. Land= und Holzungsversteigerung zu Klinkum. Am Dienslag, den 28. April 1925, nachm. 3 Uhr, in der Wirtschaft Heinrichs zu Klinkum läßt Herr Alex Heinrichs zu Wassenberg durch den unterzeichneten Notar öffentlich meistbietend gegen Ausstand und Bürgschaft versteigern folgende Grundstücke der Gemeinde Wegberg: Flur 4, Nr. 2076/349, Acker, Buscherfeld, 9,82 Ar, 1146, Acker, Klinkumerbusch, 22,79 Ar, 2575 930, Holzung, daselbst, 17,18 Ar, 1277, Holzung, daselbst, 8,57 Ar, 2413 185, Acker, Klinkum, 11.13 Ar, Flur 3, Nr. 839 1 268, Holzung, Wegbergerbusch, 16,62 Ar. zu Gerderalh. Freitag, den 24. April cr., mittags 2 Uhr, werde ich für Rechnung mehrerer Landwirte im Hofe des Landwirten Winand Bedbur in Gerderath, Burgstraße 80, nachstehend aufgeführtes Vieh und einen Wendepflug öffentlich freiwillig auf Kredit bis zum 1. September cr. gegen gute Bürgschaft versteigern. Besichtigung am Verkaufstage 1 Stunde vor Beginn der Versteigerung. 1 kräftiges 2jähriges Stukfohlen(braun), 1 jährlings Hengstfohlen(Fuchs), 1 kräftigen 2jährigen Anspannochsen, 2 Rinder(Jährlinge), 1 hochtragendes Rind(millelschwer), 3 Stiere(eineinhalbjährig u. einjährig), 1 schwere, tragende Kuh, 1 guterhaltenen Wendepflug. Erkelenz. Leo Stein. Gymnasium zu Erkelenz. Am Donnerstag, den 23. April, wird Herr Stubiendirektor Dr. Fischer durch den Dez- rnenten des Provinzialschulkollegiums Herrn Oberschulrat Dr. Langenhorst, in sein Amt eingeführt. Zu dieser Feier sind die Eltern der Schüler sowie alle Freunde der Schule herzlichst eingeladen. Besondere Einladungen ergehen nicht. Ordnung der Feier: I 8.30 Uhr Feierl cher Gottesdienst in der Attoniuskirche II 10 Uhr Feier in der Aula des Gymnasiums: 1a. Klaviervortrag: Fantasie C-Moll(Mozart). 1b. Chor:„Gott grüße dich“. 1c. Deklamation:„Mein Vaterland“(von Hoffmann von Fallersleben) 2. Ueberreichung der Berufungsurkunde durch den Herrn Oberschulrat. 3. An-prache des Herrn Bürgermeisters Spitzlei. 4. Ansprache des Herrn Studienrates Pomp als Vertreter de* Lehrerkollegiums und des Elternbeirates. 5a. Klaviervortrag: Menuett(Paderewsky). 5b. Chorlied: Rheinlied. 5c Deklamation:„Gebet“(von Rittershaus). • 6. Ansprache es Herrn Studiendirektors Dr. Fischer. 7a. Klaviervortrag: Peer Gynt(Suite Grieg) a Morgensummung. b Anttras Tanz. 7b. Deklamation:„Die Worte des Glaubens(von Schiller) 7c. Gemeinschaftliches Lied:„Ich hab' mich ergeben“. Das Kuratorium und Lehrerkollegium. Wegberg. Paltzer, Notar. Baal, Cörrenzig, Coffern, Dovern und Umgegend. Wir richten in Baal in der Wirtschaft Anton Küppers eine Lieferstelle ein, und zwar jeden Dienstag von 10 Uhr vormittags an bis 5 Uhr. Der erste Lieserlag ist Dienstag, den 28. April, Wir stellen noch Näherinnen für Lüster=, Leinen=, Manchesterjoppen, Windjacken u. Breecheshosen ein. S. Friedländer Söhne, M. Gladbach Heule und morgen frische Fische. Frau Franz Krüchten, Franzstraße 15. Ein guterhaltenes 1spänniges Wagengeschirr zu verkaufen. Zu erfragen bei Sattlermeister Baums, Lövenich. Gebildetes Fräulein in allen Büroarbeiten sowie in Stenographie u. Maschinenschreiben durchaus erfahren, mit den Arbeiten der Buchhaltung vertraut, sucht, auf beste Zeugnisse gestützt, für sofort Stelle auf einem größeren oder Privatbüro. Gefl. Angebote unter M 1521 an die Geschäftsstelle d.3. Prima junge, schwere hochtrag. Kuh mit beste Milchzeichen zu verkaufen. Kuckum, Hausn. 18. Schwere, bereits ausgetragene Kuh abzugeben. Bellinghoven 2. Für kleinen Haushalt zum 15. Mai oder früher zuverlässiges Mädchen für Küche und Hausarbeit gesucht. Zweitmädchen vorhanden. Meldungen mit Zeugnisabschriften oder Empfehlungen an Frau Direhtor Zarty, M. Gladbach, Wattstraße 45. Zum beginnenden Schuljahr können noch einige Schülerinnen aus nächster Umgebung von Wegberg aufgenommen werden. Der Lehrplan ist nach dem Marien-Lyzeum M.Gladbach aufgestellt und steht unter dessen Aufsicht. Anmeldungen bei Jos. Kohlhaas, Wegberg. Verkaufe ab Freitag Schweinefleisch eigener Schlachtung. Speck 1 Mk., Schinken 1,20 Mk., Karbonade 1,20 Mk., Bratwursk 1,20 Mk, sowie Blut= und Leberwurst. Heinrich Stumm, Tenholt 7. Harnstoff(Foranin) zur Düngung der Gartenfrüchte und Blumen abzugeben in Blechdosen a 1 Pfund. Molkerei Erkelenz e. f.n.I.h. Fulterrüben abzugeben Grambusch 52. Nehme Rindvieh und Fohlen für die Weidezeit in Pension. Joseph Loogen, Brachelen 217. Aelteres tüchtiges Mädchen für den Haushalt bei Familienanschlutz gesucht. Leo Schmitz, Birdt bei Niederkrüchten. Junge Frau empfiehlt sich im Servieren bei allen Festlichkeiten, auch nach Auswärts. Frau H. Schulz, •Moorheide 10. . ca. 45—50 Jahre alt, zu 2 Personen auf dem Lande gesucht. Offerten unter A B an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. A Zweites Blatt Nr. 48. Erkelenzer Kreisblatt. Donnerstag den 2:8. April. Siegesreise. Es wird uns von besonderer Seite geschrieben: Begeisterung herrscht in den Reihen des Volksblocks. der allverehrte Reichskanzler Marx erscheint, um zu seinen Wählern zu sprechen, wird er mit frohem Jubel empfangen. In Scharen strömen die Menschen herbei, um den Mann zu sehen und zu hören, der das größte Vertrauen im deutschen Lande genießt, der vom größten Teil deutschen Volkes dazu ausersehen werden wird, die höchste Würde zu bekleiden. Gibt es einen Mann im deutschen Vaterlande, der mehr verehrt wird als er? Es muß ein Zauber im Namen Marx liegen, denn wie könnte er sonst ein einigendes Band bilden für die meisten deutschen Volksgenossen. Ueberall begegnet der Name Marx hoffnungsfreudige Zustimmung. Mit diesem Namen verbindet sich für uns die Gewißheit für ein froheres und freieres Deutschland. Marx ist Gewähr für Frieden und Fortschritt. Wir alle fühlen es, daß dieser Mann, und nur er, berufen ist, die Geschicke Deutschlands zu lenken. Die einstimmige freudige Aufnahme, die Marx in allen Teilen Deutschlands findet, ist den Rechtsparteien ein Strich durch ihre so raffiniert ausgeklügelte Rechnung. Die Wirkung, die der Name Hindenburg auf alle Wähler ausüben sollte, ist ausgeblieben. Ein mitleidiges Bedauern, ein leises Achselzucken antwortet. Nicht Begeisterung, sondern Ablehnung. Wie konnte Ihr nur! ist der laute Vorwurf der Anhänger der Rechtsparteien. Alle Zustimmung, die man dort erwartete, erfüllt sich bei seinem Gegenkandidaten Marx, den man schon in langer übler Pressefehde im Ansehen herunterzusetzen versucht hat. Gott sei Dank hat unser deutsches Volk noch ein gesundes Verständnis für wahre echte Entrüstung und üble Polemik und Verhetzung. Ist dem Reichsblock schon der Name Marx ein Dorn im Auge, so ist ihm die Verehrung, die Marx findet, der Nagel zum Sarge. Erdreistet sich doch die„Deutsche Zeitung“ von einem„würdelosen Marxrummel“ zu schreiben. Würdelos? Der Beweis wäre erst einmal zu erbringen. Kann Begeisterung je würdelos sein? Ist Begeisterung nicht der stärkste Ausdruck für die Hingabe an eine Idee. Welches Prädikat gedenkt die„Deutsche Zeitung" übrigens einer Menschenansammlung zu geben, die zu Ehren eines Fürsten veranstaltet wird und deren höchster Ausdruck Devotion und kriechende Untertänigkeit ist? Ist das elwa in ihren Augen würdevoll? Dann lieber würdelos als freier Mann in einer Demokratie, als würdevoll in einem Obrigkeitsstaate, in dem ich nur das bin, was der Monarch in mir sehen will, nämlich Teil der Masse. Meine Herren! Sie versuchen Marx herunterzusetzen. Ganz abgesehen davon, daß ihnen das nie gelingen wird, erkennt man an ihren Worten doch zu sehr Ihren Aerger über die Anziehung, die Marx auf das Volk ausübt. Ein vornehmer Kampf verzichtet auf solche Mittel, er ist nur sachlich, Sie aber verfallen in eine Polemik, die uns nachgerade erkennen läßt, wo Würdelosigkeit zu finden ist. Sollte der „Lokalanzeiger“ übrigens recht haben, wenn er schreibt: „Wir haben gestern wieder deutlich gesehen, daß Herrn Marx und seinen Anhängern die Republik lediglich als Hort der Parteiinteressen erscheint, und daß sie vollkommen außer Stande sind, sich in das überparteiliche Denken Hindenburgs einzuführen.“ so möchten wir uns nur die beschledene Frage erlauben, welche Interessen man zu vertrelen gedachte, als die= Kandi datur Hinndenburg als Verbeugung gegen die Bayerische Volks partei erklärt wurde? Natürlich Vaterlandsinteressen. ist nur eigenartig, wie sich sim Denken der Rechtsparteien ihre Interessen mit denen des Vaterlandes decken. Wenn die politischen Fähigkeiten der Rechtsparteien wirklich daAllheilmittel für den Staat wären, so nimmt es nur Wunder, daß der von ihnen so herrlich regierte Staat im November 1918 ein so jammervolles Ende nehmen mußte. Parteiinteressen hin, Parteiinteressen her. Die frühere Politik der Rechtsparteien endete im Chaos. Unsere Politik bedeutet Ueberwindung des Novemberzusämmenbruchs und stetigen Foortschritt. Hindenburg oder Marx? Der General der Infanterie a. D. von Deimling schreibt unter anderem im„Berliner Tageblatt“: Feldmarschall Hindenburgs Aufruf an die Wähler beginnt mit den Worten:„Vaterländisch gesinnte Deutsche aller Gaue und Stämme haben mir das höchste Amt im Reiche angetragen." Ja, mit Verlaub— sind denn diejenigen Deutschen, die dem Gegenkandidaten Marx das höchste Amt antrugen, nicht auch vaterländisch gesinnt? Und weiter heißt es im Aufruf:„Ich reiche jedem Deutschen die Hand, der national denkt." Nun, was die Kreise um Hindenburg unter„national“ und„vaterländisch“ verstehen, das wissen wir zur Genüge. In ihren Augen ist national und vaterländisch nur, wer Monarchist ist bis auf die Knochen und wer den Revanchekrieg will. Wer aber für die Republik eintritt und für Völkerverständigung, der ist undeutsch, ist ein schlapper Pazifist und ein vaterlandsloser Geselle, der verfehmt und in Acht und Bann getan werden muß. Wie wir das an Tausenden von Beispielen erlebt haben.... Und nun will Hindenburg, wenn er Reichspräsident wird, nicht allen Deutschen die Hand reichen, sondern nur denen, die er und seine Kreise für„national“ halten. Wie anders Marx! Turmhoch steht sein Östergruß an das deutsche Volk über dem Aufruf Hindenburgs. Für Marx gibt es keine„Vaterländisch gesinnten" und„nicht vaterländisch gesinnten Deutschen. Er will allen Deutschen die Hand reichen. Denn mit den ungeheuren Opfern an Gut und Blut, die alle Kreise unseres Volkes ohne Unterschied im Weltkrieg darbrachten, haben alle Deutschen ihre Vaterlandsliebe erwiesen, alle wollen das Beste für ihr Va'erland, und nichts ist unmoralischer, als jemandem die nationale Gesinnung abzusprechen, weil er politisch anders eingestellt ist.— So denkt und fühlt Marx, und deshalb will er „alle Deutschen in gegenseiliger Duldung zu gemeinsaner Arbeit am Vaterland zusammenführen". Das Marx=Programm garantiert den inneren Frieden; wenn aber mit Hindenburg die Reaktion sieg, dann wird der Klassenhaß und die Vergiftung unseles innerpolilischen Lebens verewigt. Kein einsichtiger Deutscher wird daher— ganz abgesehen von den schweren außenpolilischen Folgen einer Pläsidentschaft Hindenburgs— darüber im Zweisel sein, daß er seine Stimme dem Volkskandidaten Marx geben muß. Kann ein überzeugter Protestank Marx wählen? Der protestantische Pfarrer Dietrich Graue zu Brlin nimmt unter obigem Titel zu der Kandidatur Marx Stellung. Er macht geltend, daß die gestellle Frage eine Gewissensfrage sei und er fordert zur Wahl Marx auf, weil am Wahllage kein Papst über die Gewissen, sondern ein Päsi ent für die Staatsgeschäfte zu wählen ist. Pfarrer Graue nimmt auch Stellung zu den Bedenken gegen Marx als Kulturpolitiker, und er sagt in diesem Zusammenhang wörtlich: Wir haben gesehen, daß der ehemalige Kulturpolitiker ein ausgezeichneter Staatspolitiker geworden ist, dem das Vertrauen des ganzen deuischen Volkes gebuhrt. Der Verfasser verweist des weie en oarauf, wie Marx stets jedweder echten Ueberzeugung Achtung entgegengebracht hat, und zum Schluß sagt Pfarrer G aue folgendes: Weil der Katholik Wilhelm Marx den demokralischen Grundzug des Christentums bejaht, geveich ihm meine Stimme unendlich viel lieber als einem noch so verdienten alten General, der von alledem nichts weiß. Und gerade weil ich bis auf die Knochen evangelischer Protestant bin und für diesen Glauben lebe und sterbe, bin ich dreligiös furch los und verabscheue den kleinlichen Kampf der Konfessionen, der den Kirchen nirgends etwas nützt und unser nationales Leben überall vergiftet. Ein erfundenes Attentat auf Hindenburg? Achtung für Wahlüberraschungen in letzter Stunde! Merkwürdige Dinge sind in den letzten Tagen bekannt geworden. In Hannover hat sich seit der Nominierung Hindenburgs ein förmlicher Kriegsrat, bestehend aus nur ehemalig aktiven Militärs, zusammengefunden, der auch einen Propaganda=Apparat nach dem Muster der aus dem Kriege so unrühmlichen Abteilung 3 b des großen Generalstabs sich beigesellt hat. Diese letztere Abteilung steht unter der Direktive des Oberst Nicolai, der im Kriege eine so unheilvolle Rolle gespielt hat. In jenen Kreisen ist man nun außerordentlich peinlich davon berührt, daß die Hindenbur=Pandilalur im Lande so wenig Zugkraft ausübt. Man ist deshalb auf einen ganz aus5) Gräfin Feodora. Roman von Th. Seuberlich. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Endlich aber, das Unschickliche seines Schweigens fühlend, raffte der Künstler sich zusammen. „Ich bin gekommen, um Ihnen und der Frau Gräfin mitzuteilen, daß die Hauptfigur zum Denkmal nach den Angaben der Frau Gräfin modelliert ist," sagte er in geschäftsmäßigem Tone,„es würde mir sehr angenehm sein, Ihnen in meinem Atelier das Modell zeigen zu dürfen, falls,“ fügte er lächelnd hinzu,„den Damen der Weg nicht zu weit und der Gipsstaub nicht zu unbequem ist. Die Werkstatt eines Bildhauers ist freilich nicht salonmäßig!“ Elisabeth gab mit solchem Eifer ihre Zustimmung, sie über sich selbst errötete.„Die Werkstatt eines Künstlers ist stets interessant!" fügt sie hinzu.„Welche große Gedanken werden hier verwirklicht, welche edle Kunstschöpfungen für die Mit= und Nachwelt geschaffen! Uebrigens sprach Mama schon davon, Sie einmal plötzlich bei der Arbeit überraschen zu wollen." „Und Sie würden sich an diesem Ueberfall beteiligt laben?" Ein schelmisches Lächeln, das zwei Grübchen auf die rosigen Wangen hervorzauberte, bereitete sich wie Sonnenglanz über ihre Züge. „Ich war es ja selbst, die Mama auf diese Idee brachte.“ „Sie selbst! O, wie glücklich machen mich diese Worte!“ „Weil ich noch nie das Atelier eines Bildhauers gesehen habe." „Wollten Sie den weiten Weg nur der Werkstatt wegen unternehmen?" Der leise vibrierende Klang seiner Stimme, der fragende, bittende Blick seiner Augen ließen sie erbeben. Verlegen um eine Aniwort, nahm sie hastig ihre Arbeit wieder auf, als ein kurzer Schmerzensruf ihren Lippen entfuhr. Sie hatte sich mit der Nadel unter einem der kleinen, rosigen Fingernägel gestochen. Ein roter Blutstropfen stand auf der Spitze des Fingers Nicht ohne Kühnheit erfaßte Manfred die kleine Hand und zog sie zu sich empor, um den Schaden zu besichtigen. Da öffnete sich, ohne daß man jemand hätte kommen hören, die Tür und, das Gesicht bleich, die Augenbrauen finster zusammengezogen, stand Feodora auf der Schwelle. „Ein heftiges Unwohlsein, das mich im Wagen befiel," ertlärte die Gräfin mit erzwungener Ruhe,„zwang mich, als ich beabsichtigte, heimzukehren. Dasselbe verhindert mich auch leider, Sie zu bitten, uns für den Abend Gesellschaft zu leisten." Manfred, dem sofort die Blässe und Erregung aufgefallen waren, hatte sich erhoben und empfahl sich nun mit dem Wunsche baldiger Besserung. Gerade jetzt war es ihm lieb, der Gräfin entrinnen zu können, deren Gönnerschaft ihm zuweilen überlästig wurde und die bei seinen Besuchen seine ganze Person förmlich in Beschlag nahm, gerade in diesem Moment, wo ihm ein leiser Händedruck Elisabelh's die Gewißheit gegeben, daß er ihr nicht ganz gleichgültig sei. Es wäre ihm unmöglich gewesen, der ihm nichts weniger als sympathischen Gräfin Gesellschaft zu leisten, deren Halbbildung, die sie stets mit größter Schlauheit zu verdecken bestrebt war, eine eingehende Unterhaltung über Gegenstände, die seinem eigenen feingebildeten Geist homogen waren, unmöglich machte. Beseligt trat er den Heimweg an. Zuweilen wohl michten sich leise Zweifel in sein Glücksgefühl. War dieser Händedruck vielleicht eine Sinnestäuschung, oder, wenn dies nicht der Fall, durfte er ihm eine solche Deutung geben? Doch nein, sein Herz wußte es besser, als der kalte, nüchterne Verstand, der sogar den warmen Blick, den sie beim Abschied auf ihn gerichtet, nicht gelten lassen wollte. Manfred Hochberg dachte nicht daran, daß die, welche er so heiß liebte, in der Gesellschaft einen hohen Rang einnahm und dabei ein ziemlich großes Vermögen besaß, während er, ein armer Künstler, dessen Name noch vor wenigen Monaten unbekannt gewesen, nichts besaß als sein Talent. Wie in einem süßen Traum durchwandelte er die endlos langen Straßen und war ganz erstaunt, sich plötzlich weit draußen in der alleräußersten Vorstadt vor seiner bescheidenen Wohnung zu finden. Zunächst betrat er das Atelier. Die alte Haushilterin trippelte ihm schnell mit einer Lampe nach und brannte geräuschvoll noch eine zweite an. Behutsam nahm Manfred ein nasses Tuch von einer Büste und betrachtete dieselbe lange und unverwandt. „Aber doch so nicht, Herr Hochberg!“ sagte jetzt Frau Krause, die ihn kopfschüttelnd beobach'et hatte.„Bedenken Sie doch, der gute, schwarze Rock, kaum erst vom Schneider!“ Der Künstler fuhr aus tiefem Sinnen empor, dann lachte er auf.„Ja so, der Arbeitskittel! Doch der ist unnötig, ich arbeite heute nicht mehr." Ein nicht mißzuverstehender Wink mit der Hand entfernte die Alte. Kaum sah sich Manfred allein, so nahm er die vorige Stellung vor dem halbvollendeten Kunstwerk wieder ein. Doch nicht lange währte es, so regte sich der Schaffensdrang und er begann, trotz der Mahnung der Frau Krause wegen des guten Rockes, fleißig, zu arbeiten. Immer eifriger wurde er und immer zufriedener blickte er auf seine kleine Schöpfung. Der feuchte Ton zeigte die Umrisse eines weiblichen Kopfes; mehr und mehr traten Elisabeths feine Züge hervor. Ihr Bild war es, das ihn beschäftigte und ihn Zeit und Raum vergessen ließ. *** Währenddem war es in dem schönen prunkvollen Hause an der Bürgerwiese nicht so friedlich zugegangen. Kaum hatte Manfred sich entfernt, als Gräfin Feodora zornig emporfuhr und mit einer Heftigkeit, die Elisabeth erschreckte, von der Ungehörigkeit sprach, daß ein junges Mädchen Besuche junger Herren annehme. Ihr Mangel an Tak gefühl könne Mißverständnisse und Mißdeutungen herbeiführen und Elisabeth möge sich daher nicht wundern, wenn man über sie die Achsel zucke oder der eine oder der andere, durch ihr unpassendes Wesen ermuntert, sich schließlich kleine Freiheiten zu ihr erlaube. Eine Röte überzog bei dieser ungerechten Beschuldigung Elisabeths Gesicht. Hocherhobenen Hauptes stand sie vor der Zürnenden. Doch ehe sie ein Wort zu ihrer Verteidigung sprechen konnte, sprudelte Feodora mit erhobener Stimme noch einen ganzen Schwall zürnender Worte hervor und verließ dann mit einem bitterbösen Blick auf die Stieftochter geräuschlos das Zimmer. Elisabeth stand festgebannt und starrte nach der Tür. Zum ersten Male hatte sich ihr die Stiefmutter ohne Maske gezeigt. Wie ein Dolchstich hatten sie die so unverhüllt gehässigen Blicke berührt. „Um Gottes willen, was war das?“ flüsterte sie bebend. „Nehmen Sie es nicht so schwer gnädiges Fräulein," sagte da dicht hinter ihr eine sehr schwache Stimme.„Die Frau Gräfin meint es nicht böse; sie ist nur noch zu sehr alteriert von einer unangenehmen Szene, die sie vorhin auf der offenen Straße hatte. Ihre Nerven werden leider nur allzuleicht erregt." Das junge Mädchen reichte schnell gefaßt mit einem freundlichen Lächeln der sorben aus einem Nebenzimmer eintretenden, der zwar etwas beschränkten, aber höchst gutmüligen und treuherzigen Rätin Haller, welche den Posten einer Gesellschafterin bei Gräfin Feodora bekleidete, die Hand. „Sprechen Sie liebe Rätin, was bat es gegeben? Noch einmal sah ich Mama so erregt, so außer sich!“ „O, es war eigentlich nichts Erschütterndes, für die angegriffenen Nerven der Frau Gräfin war der kleine Vorfall F gefallenen Gedanken gekommen. Irgend ein„Berater“ heckte einen Plan aus, der auf nichts geringeres abzielt, als auf Hindenburg ein Attentat vorzuschwindeln, moglichst am zwei= oder drittletzten Tage vor der Wahl. Das sollte etwa dadurch geschehen, daß eine angebliche Bombe an sein Haus gelegt wird, und daß man dann die Täterschaft auf Linkskreise zuschiebt. Man erwartet offenbar von der Verwirklichung eines derartigen Planes einen starken und entscheldenden Stimmungsumschwung für Hindenburg am Tage der Wahl. Durch die Geschwätzigkeit eines recht jugendlichen„Beraters" sind diese Dinge bekannt geworden. Und das ist gut so. Denn es zeigt, auf welche Ueberraschungen in letzter Stunde wir uns noch gefaßt machen müssen. Aber es ist eine Schande, we man mit der Persönlichkeit Hindenburgs in gewissen Kreisen umgeht. Die Ermordung der Großfürsten. Aus den Tagen des Roten Terrors in Petersburg. In der letzten Nummer der Zeitschrift„Na Tschujo Stovonje"(In der Fremde) befindet sich ein sehr interessanter Artikel des Schriftstellers Orschechowski über die Terrorperiode der Petersburger Bolschewisten in den Jahren 1918 und 1919, worin auch über die Ermordung der Großfürsten zum erstenmal authentische Einzelheiten berichtet werden. Orschechowski wurde nach dem Attentat auf den kom munistischen Führer Uritzky arretiert und, da er krank war, nach dem Krankenhaus der Tscheka auf der Insel Golodatsch gebracht. Bald darauf wurde in dasselbe Krankenhaus auch Großfürst Paul Alexandrowitsch eingeliefert. Bis Mitte Februar 1919 lebte er hier unter einigermaßen erträglichen Verhältnissen. Als aber in Petersburg die Nachricht von der Ermordung Liebknechts und der Rosa Luxemburg bekannt wurde, schlug die Stimmung bei den Bolschewisten um, und die gefangenen Geiseln wurden in großer Zahl erschossen. Eines Tages kam vor dem Kraneknhaus ein Auno mit zwei Matrosen an. Die Matvosen begaben sich nach dem Zimmer des Großfürsten.„Da ich der gewählte Vertreter der Gefangenen meiner Etage war,“ schreibt Orschechowski, „folgte ich ihnen. Dem Matvosen hatten sich eine Anzahl Bolschewisten angeschlossen. Als ich mit den anderen das Zimmer des Großfürsten betrat, rief er aus:„Wie dürft ihr hier so eindringen, ihr Schurken!" Die Matvosen und die anderen antworteten, indem sie den Großfürsten auf die gemeinste Weise beschimpften. Es entstand ein unbeschreiblicher Tumult. Der Großfürst wandte sich laut gegen die Beleidigungen, denen er ausgesetzt war. Niemand kehrte sich daran. Die Matrosen und die bolschewistischen Soldaten verteilten untereinander alles, was der Großfürst besaß, und antworteten auf seine Proteste nur mit Hohngelächter und Schimpfworten.„Zieh ihm die Jacke aus, die Jacke gehört von jetzt ab dir, und du nimm die Stiefel, du kriegst die Mütze und du darfst den Pelz nehmen, nehmt alles, Leute, ein jeder darf sich aussuchen, was er will," so kommandierte der eine der Matrosen. „Alles gehört uns, denn alles ist für unser Geld gekauft!“ Und so wurde alles, was der Großfürst besaß, unter unbeschreiblichem Lachen und Schreien unter die Matrosen und die Soldaten verteilt. Dann führte man den Großfürsten auf den Flur. Er hatte keine Mütze, keine Jacke, keine Weste, aber schon sehr quälend genug. Als wir nach Schluß des Wohltätigkeits=Bazars die Ostra=Allee entlang fuhren und nach dem belebten Postplatz einbogen, mußte unser Wagen wegen einer Verkehrsstockung ein wenig warten. In diesem selben Augenblick klammerte sich plötzlich ein altes, ärmlich aussehendes Weib mit beiden Wanden an den Schlag des offenen Wagens fest, den sie, wie mir nicht entgangen war, verfolgt hatte. „Jenny, endlich gefunden! Gott ist mir gnädig, da die Not am allergrößten. Ich bin gestoßen in Armut von Deinem Vater und nun habe ich gesucht überall mein Kind, meine Jenny, mit wundem Herzen und wunden Füßen, bis ich nun habe gefunden mein einzig liebes Kleinod auf dieser Welt, meine— „Zurück, eine Wahnsinnige!“ Das alte Weib erhob flehend ihre beiden. Hände.„Auch Deine Stimme, die ich so lange nicht gehört, sie ist es!“ „Zurück!“ Und als die Alte immer noch nicht weichen wollte, da schlug sie mit dem Stab ihres Schirmes auf die mageren, braunen Hände, die sich an den Wagenschlag außerordentlich festgeklammert hatten. „Gott der Gerechte,“ kreischte die Alte auf,„kennst Du mich nicht mehr, Deine Mutter, Deine arme, alte.. „Ein plötzlicher Peitschenschlag, den der Kutscher auf einen Wink der Frau Gräfin nach der Wahnsinnigen führte, ließ diese mit einem Jammerschrei zurücktaumeln. In demselben Augenblick war die Passage wieder gänzlich frei und unser Wagen jagte davon. Die Frau Gräfin war so alteriert, daß sie heftig zitterte und ihr die Sprache gänzlich versagte. Ich beruhigte sie, soweit ich das nur vermochte. Sind doch in einer Stadt ähnliche Szenen keine Seltenheit. Ich erzählte ihr, daß mir selbst vor Jahren auf der Brühlschen Terrasse ein ähnlicher Auftritt passiert sei." „Ja, denken Sie nur gnädiges Fräulein, eine kurzsichtige Schöne hatte mich, durch eine Aehnlichkeit betrogen, für die intime Freundin ihres Gatten gehalten und mich Ahnungslose insultiert, bis sie ihren Irrtum einsah und sich bei mir entschuldigte. Ich hatte die Freude, zu bemerken, daß sich die Frau Gräfin während meines Plauderns erholte, ja schließlich über sich selbst und den ganzen Vorfall lächelte. Dennoch gewahrte ich, daß sie angegriffener sei, als sie gestehen wollte. Ihre Heftigkeit vorhin war nur eine Folge ihrer nervösen Gereiz heit.“ „Schlug die arme, alte Wahnsinnige mit dem Schirm, mit der Peitsche!" wiederholte Elisabeth, die stumm und ruhig keine Schuhe und keine Strümpfe mehr an. Im Büro des Krankenhauses wurde die Plünderung des Großfürsten fortgesetzt. Sie zogen ihm die Ringe von den Fingern, holten aus seinen Taschen die Uhr, sein Portemonnaie und alles, was sie fanden. Der Großfürst versuche zu p blestieren, aber das führte nur zu neuen Beleidigungen und Handgreiflichkeiten. Schließlich wurde er nach draußen gebracht. Da auf wurden aus dem Büro zwei andere Großfürsten, die nur noch ihre Hemden anhatten, hinausgestoßen. Alle drei mußten sie auf dem hintersten Sitz des Autos Platz nehmen, während sich ihnen gegenüber zwei bewaffnete Tschekisten setzten. Dann fuhr das Auto davon. Der Arzt des Krankenhauses, der die Hinrichtung beiwohnen mußte, erzählte am folgenden Tage Orschechowski, daß zugleich mit dem Großfürsten Paul Alcandvowitsch in der gleichen Nacht auf dem Platz vor der Peter= und PaulsFeste auch die übrigen Großfürsten erschossen worden seien. Die Großfürsten mußten sich zuvor selber ihre Gräber graben. So fanden sie ihr Ende. Politisches Allerlei. Interessante Enthüllungen eines ehemaligen Kommunisten. Der frühere Redakteur der kommunistischen„Tribüne“, Böse, der Mitglied des Anhallischen Landtags ist, und vor kurzem aus der KPD austrat, veröffentlicht jetzt eine Broschüre„Am Grabe des Kommunismus“. in der er allerhand aus der Schule plaudert. Was von den kommunistischen Verteidigern im Tschekaprozeß mit schlecht gespielter Entrüstung abgeleugnet wurde, findet hier seine Bestätigung, nämlich, daß der kommunistische Aufstandsversuch im Herbst 1923 den Beginn der proletarischen Herrschaft bedeuten sollte. Ueber die Vorbereitungen, die den ganzen Dilettantismus der KPD. offenbarten, teilt Böse mil, daß in drei Tagen die Regimenter zum Bürgerkrieg an der Hand der Mitgliederlisten aus dem Boden gestampft werden sollten. Die„Kampftruppen“ waren fast gänzlich unbewaffnet. Wo Waffen von der Partei ausgeteilt wurden, gelangten sie nicht in ihren Besitz, und oft kam es vor, daß sich ein reges Schiebergeschäft durch Zwischenhändler zwischen Faschisten und Kommunisten entwickelte. Zum militärischen Oberleiter der Hauptbezirke in Sachsen und Thüringen sei ein faschistischer Offizier, Dr. Hans von Hentig, der den Namen„Heller“ führte, ausersehen worden. Als alles bereits verloren war, habe Hentig in einer Sitzung den Vormarsch nach Berlin gefordert. Die Parlei halte sich außerdem aus Sowjetrußland eine größere Anzahl von Generalstabsoffizieren senden lassen, die die Offensivmaßnahmen leiten sollten. Geld spielte keine Rolle. Man halte ja den Dollarfonds der Sowietregierung zur Verfügung. Die Angaben Böses bestätigen im wesentlichen das, was der Abgeordnete Loebe seinerzeit im Reichstag über die kommunistischen Vorbereitungen zum Bürgerkrieg mitgeteilt hat. Vermischtes * Nachdenkliche Warnungstafeln. Während bei uns die Warnungstafeln für Autos mit dem gleichförmigen Text „Langsam fahren! 30 Kilometer“ tragen, dem eventuell noch die zugehört hatte, langsam vor sich hin.„Mein Gott, wie kann man so grausam sein gegen eine Arme." „Es tat mir ja auch weh, gnädiges Fräulein aber es geschah alles so schnell, fast wie von selbst, und ich hatte doch die Hauptsorge wegen der Frau Gräfin; noch dazu hatte ich ja gerade heute das Riechsalz pergessen.“ „Schon gut, schon gut!“ wehrte Elisabeth mit einer müden Handbewegung ab, vergeblich darüber nachgrübelnd, warum die Stiefmutter vorhin so gereizt und zornig gegen sie gewesen sei denn die Straßenszene hatte ja keinen Zusammenhang damit. Elisabeth ahnte nicht, daß die Furien der Eifersucht in der Brust des leidenschaftlichen Weibes erwacht waren, der Eifersucht gegen Manfred, den sie heiß und stürmisch liebte, den Mann, den Elisabeths heiligste, reine und keusche Gefühle galten! In ihrem guten Herzen überwand das junge Mädchen bald den Groll über die Heftigkeit der Stiefmutter und es drängte sie nun, ihr ein versöhnendes Wort zu sagen. Bei all den kleinen, häuslichen Differenzen, die sich leider eher vermehrten, als verringerten, gab sie stets nach, auch wenn es ihr noch so schwer ankam. Sie glaubte aber das Andenken an den unvergeßlichen Vater durch Ungehorsam gegen seine Gattin zu trüben, wenn sich ihr auch immermehr die Ueberzeugung aufdrängte, daß Feodora der Liebe und der Verehrung ihres Gatten nicht würdig gewesen sei. Elisabeth wollte eben das Zimmer der Stiefmutter betreten und hatte bereits die Hand auf die Türklinke gelegt, als der alte, treue Werner, der soeben vorüberging, sie bescheiden davon zurückhielt. „Der Herr Thomas befindet sich jetzt bei der Frau Gräfin," sagte er in leichtem Tone, aus welchem einige Bitterkeit klang,„da darf niemand stören!" Elisabeth preßte unmutig die Lippen zusammen. Sie wußte nur zu gut, Werner hatte immer Recht. Sobald die Gräfin mit Thomas konferierte, war sie für alle Welt, selbst ür sie gänzlich unsichtbar. Diese Unterredungen aber zwischen diesen beiden verstimmten sie. Thomas war ihr im höchsten Grade unsympathisch, obleich er sich stets sehr respektvoll gegen sie benahm und feine, veltmännische Allüren zur Schau trug. Auch versicherte die Bräfin wiederholt, daß er in seiner Eigenschaft als Sekretär mübertrefflich sei. Elisabeth würde gewiß alle Hebel in Bewegung gesetzt aben, diesen Mann, der ihr eine unbestimmte Furcht und prauen einflößte und in dessen Nähe sie immer ein Frösteln efiel, aus dem Hause zu verbannen; doch das starke Geühl der Dankbarkeit zwang sie, sich zu beherrschen und Rücksicht und Nachsicht zu üben. Strafandrohung laut Paragraph so und soviel des Strafgesetzbuches zugesetzt ist, hat der praktische Amerikaner eine wirksamere Methode gefunden, in dem er solchen Inschriften, besonders in kleineren Ortschaften, einen humoristischen Anstrich gibt, womit sie zweifellos viel wirksamer werden. Ein paar Beispiele, die der Zeitschrift„Das Auto“ entnommen sind, mögen zur Nachahmung empfohlen sein. 1. Das Leben ist schön! Fahren Sie langsam! 2. Langsam fahren! Es ist nein Spital in der Nähe! 3. Fahren Sie langsam, so sehen Sie unsere Stadt. Fahren Sie schnell, so sehen Sie unser Gefängnis! 4. Ortsausgang bei 12 Meilen=Tempo in einer halben Stunde erreichbar! Bei höherer Geschwindigkeit in drei Tagen. * Schuh don Sinavögeln. In letzter Zeit nimmt das verbotswidrige Einfangen unserer einheimischen Singvögel wieder zu. Es sind verschärfte Maßnahmen angeordnet, um diesem Uebelstande entgegenzutreten. Die Bevölkerung wird gebeten, die gefiederten Sänger mehr als bisher in Schutz zu nehmen und die Behörden in ihrem Bestreben nachdrücklichst zu unterstützen. Eine tragikomische Liebesgeschichte ereignete sich dieser Tage in der Umgebung von Jarmen in Pommern. Ein Liebespaar wollte sich gern heiraten, doch waren die Eltern des jungen Mädchens entschieden dagegen, weil sie den jungen Mann nicht für fähig hielten, in das Geschäft, das das Töchterchen einmal erben sollte, einzutreten. Da beschlossen die Liebenden zu sterben. Der junge Mann fuhr in die benachbarte Stadt, um in einer Apotheke das für einen Liebestod geeignete Gift zu erstehen. Der Apotheker witterte des Vorhaben des jungen Mannes, aber er war ein Schalk. Er verabreichte also eine bittere starke Medizin, die, um es kurz zu sagen, ein Abführmittel war, stark genug, um ein Pferd in kürzester Frist zu kurieren. Mit diesem Bringer bitterer Schmerzen begaben sich die beiden Liebenden in die freie Gottesnatur, um an einer einsamen Stelle mit dem Zaubertrank im Leibe gemeinsam ihren letzten Atem auszuhauchen. Aber es kam anders. Zwar war die Wirkung radikal und den Leidenden wurde sterbenskrank zumute, doch konnten sie das weitere nicht gemeinsam abwarten. Sie uußten sich trennen und sich— einzeln— in die Büsche schlagen. An diesem Abend sprachen sie nicht weiter, weder von der Liebe noch von dem Tode. Jeder strebte mit der letzten Kraft dem Bett im Elternhause zu, und am anderen Morgen erwachten sie in jeder Hinsicht erleichtert. Auch ihre Seelenpein war matt geworden, die Leidenschaft war, mit manchem andern, aus ihnen entwichen, die Komik hatte die Tragik verscheucht. Ihr Leben war gerettet. Ein Schwabenstreich. Da die Bewohner des Südslawischen Staates vielfach weder lesen noch schreiben können, ist eine Parlamentswahl mit mancherlei Schwierigkeiten verknüpft. Statt der Wahlzettel werden Gummikugel verwendet, die der Wähler in die Urne der zu wählenden Partei werfen muß. Um das Wahlgeheimnis zu waren, hat der Wähler die geballte Faust, welche die Kugel umfaßt, nacheinander in die Urnen aller Parteien hineinzustecken und geballt wieder nach oben herauszuziehen. Ganz unbemerkt ist dabei die Kugel in der „richtigen" Urne fallen zu lassen. Hatte da nun bei den letzten Wahlen zur Belgrader Skupschtina ein Schwabe in einem Dorfe des Banats das Amt des Urnenhüters der deutschen Partei; jedoch wurde ihm vom Wahlvorstand— einem Serben— nicht gestattet, vor Beginn der Wahlhandlung die Urnen zu untersuchen. Der pfiffige Schwabe wußte sich zu helfen. Flugs schüttete er seine Streichhölzer in seine Rocktasche, um bei jedem Wähler, der seine Stimmkugel abgab, eins der Hölzer in die Hosentasche zu stecken. Am Schluß der Wahl waren tatsächlich 100 Wahlkugeln mehr in den Urnen, als Streichhölzer in der Hosentasche des Urnenhüters. Bestünde die Möglichkeit, den Fall im einzelnen nachzuprüfen, so wäre das Ergebnis fraglos, daß diese 100 Stimmen mehr, die vorhanden waren, ohne überhaupt abgegeben worden zu sein, der serbischen Regierungspartei des Herrn Wahlvorstandes zugute kamen. In der Vermännlichung der Frauenmode ist man in Paris einen recht kühnen Schritt weitergegangen. Ein unternehmender Damenschneider hat einen Smoking für Frauen geschaffen. Wie der männliche, so wird auch der weibliche Smoking als Gesellschaftstoilette getragen. Das neue Kleidungsstück taucht bereits an vielen Stellen auf. So sah man kürzlich auf einer Pariser Gesellschaft einen Mann und seine Frau beide im Smoking, wobei die Frau sich nur noch dadurch vom Manne unterschied, daß sie einen einfach geschnittenen Rock trug. Diese neueste Mode scheint aber selbst doch den Pariserinnen etwas zu extravagant zu sein, so daß man daran zweifelt, ob sie sich durchsetzen kann.; War er nicht der Lebensretter des teuren Vaters gewesen, als er während einer Gondelfahrt im Golfe von Venedig bei plötzlich hereinbrechendem Sturm mit eigener großer Lebensgefahr das Leben seines Herrn rettete? Und war er nicht auch der teueste Pfleger seiner Gebieterin, der Gräfin Feodora, gewesen, als diese an der Cholera erkrankt gelegen und in der italienischen Stadt nicht die geringste Hilfe zu finden war? Wie oft hatte Elisabeth diese Heldentaten rühmen hören müssen, wie loft hatte sie sich selbst daran erinnert, wenn sie der Unmut über den sich immermehr als„Herrin" Gerierenden zu übermannen drohte. Trotz aller Mühe, die sie sich gab, konnte sie die Abneigung gegen diesen Mann, der leider ganz und gar das Vertrauen der Gräfin besaß, ja, diese sogar zu beherrschen schien, nicht überwinden, konnte sie diese Antipathie nicht ganz verbergen. (Fortsetzung folgt.) Was ist Gustin? Dr. Oetker's Gustin ist ein sehr feiner Stärkepuder, ein Erzeugnis von höchstem Nährwert, größter Verdaulichkeit und bervorragendem Geschmack. Man nimmt Gustin, um Milch, Früchte, Suppen, Saucen, Gemüse, Fette usw. sämig zu machen oder zu verdicken. Außerdem dient Gustin zur Herstellung von Puddings, Flammeris, Cremes, Kuchen und Süsspeisen aller Art. Es eignet sich ganz besonders zur Bereitung von Kinder- und Krankenspeisen, kurz. Gustin ist unentbehrlich für jede Küche. Ein Versuch wird jede Hausfrau befriedigen. Sie kaufen Dr. Oetker’s Gustin in OriginalPäckchen mit der Schutzmarke„Oetker's Hellkopf“ zum Preise von 33 Pfennig in allen einschlägigen Geschäften. 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