330 Erkelenzer Zeitung. Erkelenzer Volkszeitung. Kreisblatt. Erscheint wöchenllich dreimal: Dienstags, Donnerslags und Samslags. Für den Kreis Orte wo unsere Boten gehen. 70 Pfa für die 3 mm hohe Petitzeile oder der. Raum f. ausw. Anzeigen 90 Pf. Rehlamezeilen 2.50 M. Bei urd Konkurs wird Rabalt hinfällig Poßtschech=Konto Köln Nr. 21710 Lelegramm=Adresse „Kreisdlatt“ Erheleng. 47. Nummer 84 Erstes Blatt. Der deutsche Wiedergutmachungsplan. Der vorgelegte Plan für die Sachleistungen, gemäß Arukel 236, Anlage IV. zu Teil VIII. des Friedensvertrages I. Deutschland schafft eine umfassende Organisation der gesamten Industrie einschließlich des Handwerls für die Durchführung der Lieferungen. 3. Die Sachlieferungen sind zum Weltmarktpreis zu berechnen, damit die Auftragsämter und Fachverbände den gesellten Anforderungen gerecht werden können. 3. Die Spezialauftnüge werden gwischen den mit der Verteilung beauftragten Stellen und Verbönden der liefernden Unternenmer einerseits und durch die von der Industrie geschaffene Vermittelungsstelle für die Wiedergutmachungs andeverseits vermittelt. Die Vermittelungsstelle ist bereits eingerichtet. Sie befindet sich in Frankfurt a. M., Eute=Lautstraße Nr. 8. 4. Es empfiehlt sich, daß von jeder der beteiligten assogtierten und alliierten Mächte eine doppelte Organisation geschaffen wird, die eine für die Prufung der Aufträge sund die andere für die Empfangnahme der Lieferungen. II. 1. Die deutsche Regierung sieht den Zweck der sen darin, daß versacht werden soll, zu einer endgültigen Bestellung ihrer gesamten Repara2 Die deutsche Regierung weist darauf hin, daß nach die bis 1. 6. 21 gu zahlenden 20 Milschon jetzt geleistet sind sondern Betrag regung, googes r Plan Wiederaufbaues gemachte Erfahrung, daß die Materiallieferung nicht ausschließlich dazu Verwendung findet, um den früheren Zustand der gerstörten Gebiete herbeizuführen, dern von den Geschädigten teilweise auch zum Aufbau e neuen Existenz an anderen Orten benutzt werde. b) Die deutsche Regierung gibt daher die Anregung, den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete ein internationales Unternehmen vornehmen zu lassen. Der ist folgendermaßen gedacht: 1. Es wird ein internationales Syndikat von Unternehmern gebildet, an dem allen Staaten die Beteiligung offengehalten wird. 2. Das Syndikat hat die Aufgabe, im Einvernehmen mit den unmittelbar beteiligten Regierungen die Aufräumung der zerstörten Gebiete durchzuführen, die industriellen, landwirtschaftlichen und Verkehrsanlagen wiederherzustellen und neue Heimstätten für die bisherigen Bewohner dieser Gebiete oder anderer Siedler, die sich aus den sonstigen Gebieten der geschädigten Länder dorthin wenden, zu schaffen. 3. Das Syndikat zieht Arbeiter und Unternehmer aus den neutralen Ländern sowie auch Deutschland zu diesen Arbeiten heran. 4. Das Siedlungsunternehmen ist nach geschäftlichen, nicht bureaukratischen Grundsätzen zu leiten und so zu führen, daß von ihm keine übermäßigen Gewinne erzielt werden. 5. Alle Organisationen sind aufzubauen an der Grundparitätischer Arbeitsgemeinschaft von Arbeitgebern und unter Hinzuziehung vor Staaten, die sich beteiligen wollen, ferner von Vertretern der Behörden der gerstörten Gebiete, sowie von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu veranstalten sei. Berer ist. Unter= die Zukunft, die die deutsche Regierung als erfüllbar anerkennen würde, kann nur nach der wirtschaftlichen und finanziellen Leistungssähigkeit Deutschlands bemessen werden. 4 Für das Maß der deutschen Leistungsfähigkeit verweist die deutsche Regierung auf die überreichte Denkschrift. 5. Wird die deutsche Leistungsfähigkeit zu Grunde gee ee duh Anicten ansfücken, die Mindesthöhe der Annuität ist festzustellen. b) Die Pflicht zur Zahlung der Annuitäten wird auf vie im Vertrage von Versailles vorgeschlagene Frist von 00 Jahren vegrenzt. o) Die Mindestannuität ist derart zu bemessen, wie es auf Grund der deutschen wirtschaftlichen und sinanziellen Leistungssähigkeit irgend möglich ist. Sie umfaßt daher alle Verpflichtungen Deutschlands zu Sach= und Geldleistungen nach— Vertrage von Versailles. Also insbesondere auch die Verpflichtung zur Erstattung der Kosten der OkkupationsDie Annnitöten werden zum Teil durch die Sachleistungen, die auf Grund des Vertrages von Versailles zu erwirken sind gedeckt. Diese Sachleistungen sind grundsätzlich zum Weltmarkt=Preis anzurechnen. Zu einem bestimmten anderen Teil soll die Annuität in bar gezahlt werden. Soweit Deutschland Sachleistungen machen wird, die den durch Sachleistungen zu deckenden Teil der Annuitäten überschreiten, sind sio in bar zum Weltmarktpreis zu bezahlen. e) Da die wirtschaftliche Entwickelung der nächsten 30 pare richt zu übrcblichen ist, beil eine Betellgung der iierten an einer wesentlichen Besserung der Finanz= und Wirtschaftslage vorgeschen werden. Hierfür soll ein Indexausgearbeitet werden. 1Es ist eine Höchstsumme zu bestimmen, nach deren Abtragung Deutschland von jeder weitergehenden Entschädie ndige zusammentreten. Anregung für die Durchführung des Wiederaufbaues der gerstärten Gebiete. a) Die Wiederhersteltung der im Kriege zerstörten Gebiete bildet ein gemeinsames Interesse der Völker, da die Alefahr kosteht, daß die Gefühle des Hasses und der Schrei one nach den riedensvertrag eine Verpflichtung zur unmittelbaren Betiligung Deutschlands am Wiederncfban nicht sald nach Unterzeichnung des Vertrages ihre Bereitschaft enart. no an den Wiederaubfauarbeiten zu beteilige.. Sie ven Gcherigen deutschen Lieferungen für die Zwecke des die weitern BetrhgAuf Grund dieses Tarifes kann nun jeder berechnen, wie woß seine Reichsnotopferschuld sein wird. Angenommen, es hat jemand 80000 Mark Reinvermögen. Er sei unverheiratet. Dann bleiben die ersten 5000 Mark frei, von den übrigen 75000 Mark ist Reichsnotopfer zu zahlen, und zwar für die ersten 50000 Mark 10 Prozent ist 5000 und für die folgenden 25000 Mark 12 Prozent ist 3000 Mark, insgesamt also 8000 Mark. Hat ein Verheirateter ohne Kinder ein Vermögen vos 60000 Mark, so bleiben die ersten 10000 Mark frei, von den übrigen 50000 Mark hat er 10 Prozent ist 5000 Mart Steuer zu entrichten. Oder ein drittes Beispiel. Ein Verheirateter mit einem Kinde hat ein Vermögen von 180000 Mark, in diesem Falle bleiben die ersten 10000 Mark frei, von 50000 Mark find 10 Prozent ist 5000 Mark, von weitern 50000 Mark 12 Prozent ist 6000 Mark und von den restlichen 70000 Mark 15 Prozent ist 10500 Mart Steuer, zusammen also 21500 Mark zu entrichten. Auf diese Weise kann jeder Steuerpflichtige bereits den Steuerbetrag errechnen, den er ungefähr wird. Will er genau vorgehen, dann muß er sich aller unterrichten darüber, welche Vermögensvorteile steuerpflicht. sind und wie die einzelnen Vermögensobeikte zu bewerten sind. Darüber gibt Aufschluß eine im Volksvereinsverlag soeben erscheinende gemeinverständliche Broschüre über das „Reichsnotopfer"(Jtk. 5,—), die für jeden Steuerpflichtigen wichtig ist en? S.P.G. Diese Frage kann man gegenwärtig häufig hören, weil eine Reihe von Leuten gerne von der Möglichkeit Gebrauch machen möchte, das Reichsnotopfer schon vor der Veranlagung zu bezahlen wegen der damit verknüpften Vorteile. Bezahlte man nämlich das Reichsnot opfer in Bargeld bereits vor dem 30. Juni, so bekam man acht Prozent der betreffenden Summe geschenkt. Wer nach dem 30. Juni, aber vor dem 31. Dezember dieses Jahres bezahlt, erhält einen Nachlaß von vier Prozent. An sich braucht man nun gar nicht zu wissen, wie hoch eigentlich die Steuersumme ist, die man infolge des Reichsnotopfers gu bezahlen hat, da auch Teile dieser Steuerschuld sofort abgetragen werden können. Im allgemeinen aber möchte mancher gerne wissen, wie groß seine Steuerschuld ungefähr sein wird. Diese kann jeder zunächst ziemlich genau selbst errechnen. Man muß bloß folgendes wissen: Von dem Vermögen bleiben frei die ersten 5000 Mark, ferner bleiben frei für die Ehefrau 5000 Mark und für das zweite und jedes folgende Kind auch je 5000 Mark. Wenn also ein Lediger 25000 Mark Vermögen hat, so hat er von 20000 Mark die Steuer zu entrichten. Hat ein Verheirateter ohne Kinder eine Vermögen von 25000 Mark, so unterliegen nur 15000 Mark der Besteuerung. Hat ein Verheirateter, der drei Kinder aufzuweisen hat, 25000 Mark Reinvermögen, so bleiben frei 5000+ 5000+ 2 X 5000-20 000 Mark; es unlerliegen also nur 5000 Mark der Steuer. Weiter ist wichtig zu wissen, daß von dem der Zahl der Kinder entsprechenden Vielfachen von 50000 Mark des abgabepflichtigen Vermögens die Abgabe nur 10 vom Hundert beträgt. Wenn beispielsweise jemand vier Kinder hat und verheiartet ist, so bleiben die ersten 20000 Mark seines Vermögens frei. Hat er weitere 200000 Mark, so beträgt die Abgabe von diesen 200000 Mark nur 10 Prozent, weil 4 (Zahl der Kinder) mal 50000 Mark nur mit 10 Prozent erfaßt werden. Zur Berechnung der Abgabepflicht ist demnach notwendig, daß man zunächst die eben genannten Abzüge vom Reinmermögen macht. Was dann bleibt, ist steuerpflichtiges Vermögen. Von dem steuerpflichtigen Vermögen sind nun folgende Sätze zu entrichten. Die Steuer beträgt für die ersten angef. od. vollen 50,000 2 des Verm. 10 v. nächsten„„ ie A A AA 50000 100 000„ 200000 200 000„ 200000„ 200 000 500000„ 500 000 1000000 2000000 2000000 1e e1 a 77. 7 A. 2 A 12 15„„ 20„„ 25 30 35 40 45 50 55 60 86 72 * 4. 1 U. J. 7». 2." v6. 6 77 7 "* Bya. *Am Montag nachmiltag fand eine Sonderbesprechung der Slaatsmänner statt, an welcher deulscherseils der Reichskanzler Fehrenbach und Minister Simons teilnahmen. Die Alliierten leilten mit, daß man die auf 2,5 Millionen Tonnen festgesetzte monalliche Kohlenlieferung versuchsweise auf 2 Millionen Tonnen für die nächsten 6 Monate herabsetzen wolle. Minister Simons wiederholle die Bedenken gegen diesen Vorschlag und erklärte, eine Mehrlieferung von 1 bis 1,1 Million Tonnen sei nicht durchführbar, wohl bei Ansiedelung neuer Arbeiler nach seinen Ausführungen, das hann aber erst Abkommen sollle, zöge die zu nefernden Mey= der Wiedergulmachungskommission zu überlassen, die dann die Veranlwortung für die Folgen und die Sorge für die Durchführung ihrer Beschlüsse zu lragen habe. Die alliierten Regierungsvertreter erklärten nach längerer Sonderbesprechung, daß es bei den mitgeteilten Beschlüssen sein Vewenden haben müsse, sofern nicht die deulschen Vertreter ihren Beschluß nochmals in Erwägung ziehen wollten, was besonders Lloyd George dringend empfahl. Reichsminister Dr. Simons versprach nach einem nochmaligen Befragen der deuischen Sachverständigen morgen die endgüllige Antwort zu geben. Alsdann wurde in die Besprechung der allgemeinen Wiedergukmachungsfragen eingetreien. Die alliterten Regierungen machten den Vorschlag, zur Prüfung des ganzen Komplexes der von Deutschland gemachten Vorschläge eine gemischte Kommission einzusetzen, die aus den zuständigen Ministern der alliierten Staaten, serner aus den Volschaftern Frankreichs und Groß=Britaniens in Berlin und den Mitgliedern der Wiedergutmachungskommission als Einzelpersonen bestehen sollte. Die deutschen Belegierten stimmten diesem Vorschlag zu und überreichten im Anschluß daran eine Expose des Reichsernährungsministers, in dem vorgeschlagen wird, auch für die Ernährungsfragen einen besonderen Ausschuß einzu2 Die Sitzung wurde gegen 6 Uhr geschlossen und eine neue Sitzung der Regierungshäupter auf Dienstag nachmiltag 4.30 Uhr angesetzt. Im Laufe der Nachmittagssitzung am Dienstag trat eine neue Wendung ein: Minister Simons schnitt bei der Besprechung einer besseren Kohlenlieferung die oberschlesische Frage an und wünschte eine Aenderung der dortigen Verhältnisse, da die geringe Produktion dort durch polnischAgitation veranlaßt werde. Er schlug in erster Linie eine baldige Abstimmung vor und in zweiter Hinsicht die Verteilung der oberschlesischen Kohlen durch die deutsche Verwaltung. In letzert Linie bitte er die Alliierten, in Erwägungen darüber einzutreten, ob auf der Grundlage des Fortfalls der Abstimmung zu einer dadurch verursachten wesentlichen Steigerung der deutschen Förderung über die vorgesehene Grenze hinaus eine neue Verständigung Nach dieser Erlärung wies der Präsident Delaeroir mit einer gewissenen getragenen Feierlichkeit auf den ungeheuren Ernst des Augenblicks hin, der durch die Erklärung der deutschen Delegation hervorgerufen sei. Dies Urklärung bedeute eine schwere Entchuschung für die 2 liierten, die nach Spa gekommen seien, um gemeinsam mit Deutschand an der Herstellung eines wirklichen Friedens zu arbeiten. Durch den Friedensvertrag sei Deutschland zu einer Lieferung von drei Millionen Tonnen verpflichtet, die Konferenz habe diese Lieferung schon auf zwei Millionen Tonnen ermäßigt, und dennoch wolle Deutschland nicht darauf eingehen. Er hebe die Sitzung auf und behalte sich vor, die deutschen Delegierten von der Festsetzung einer neuen Sitzung zu benachrichtigen. Die Ergebnislosigkeit der Sitzung rief in allen Konferenzkreisen starke Erregung hervor. Unter den Vertretern der Entente verbreitete sich sofort das Gerücht, daß die Marschälle Foch und Wilson dringend nach Spa berufen worden seien, und man muß damit rechnen, daß die Alliierten Deutschland vor ein neues Ultimatum stellen werden. Jedenfalls ist eine neue Stockung in den Verhandlungen zu erwarten, wenn nicht auf die Fortsetzung der Konferenz überhaupt verzichtet wird. Die Lage am Mittwoch. DZB. Spa. 14. Juli.(Drahtb.) Die Ereignisse des gestrigen Tages, vor allem die Verlagung der Konferenz auf undestimmte Zeit sowie die Herbeirufung der Marschälle Foch und Wilson geben überall einer äußerst pessimistischen Beurkeilung der Lage Anlaß. Die Herbeirufung der Generale ist zweifellos bestimmt, einen Druck auf die deuische Delegalion auszuüben, wie auch in der Kohlenfrage zur Unterzeichnung des Abkommens zu zwingen, dessen Unerfüllbarkeit feststehl. Verschiedene Blätler sprechen vom drohenden Abbruch der Verhandlungen und stellen den soforligen Einmarsch in Aussicht. Immerhin scheint diese Ullimaralio nicht gerade entzückend zu sein. Der„Soir" schreibl, nachdem das Blalt die großen Vorteile, die Deutschland bereits in der Kohlenfrage erreicht habe, auseinandergesetzt hat.„Es wäre übrigens besser, mit den Deuischen zu einem Abkommen zu gelangen, als das Ruhrgebiet zu besetzen. Die mililärische Besetzung eines derart großen Gebiels ist nicht nur eine Gesahr, sondern eine sehr kostspielige Angelegenheit. Das mililärische Konlingent, das man hinausschicken müßle, würde so und soviel Arme weniger fur die Industrie bedeuten. Und übrigens werde man schön und gul das Ruhrgebiet besetzen können, aber die deutsche Bergarbeiter nicht hindern kön nen, zu streiken." Es steht jedenfalls fest, daß die nächsten Stunden die Entscheidung bringen werden. *** Eine Denkschrift des Reichsernährungsministers über die Ernährungslage Deutschlands. DZV. Spa. 13. Juli. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat der Konferenz in Spa ein Exposé über die Ernährungsfrage Deutsch lands unterbreitet, in dem es heißt: Die Ernährungsschwierigkeiten Deutschlands rühren her: 1. von dem starken Rückgang der landwirischaftlichen Produktion während des Krieges und noch in der Nachkriegszeit; 2. von der Unmöglichkeit, die für die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion erforderlichen Betriebsmittel, die Futtermittel. Rohphosphale usw. in ausreichenden Mengen einzuführen; 3. von dem Mangel an Zahlungsmitteln für die Deckung des fehlenden Lebensmiltelbedarfs durch Einfuhr. Der Ernleertrag pro Heklar sank in dem Zeitraum 1913—19 für Brotgelreide um 21 Prozent, für Fultergetreide um 25 Prozent, für Kartoffeln um 31 Prozent, für Zuckerrüben um 30 Prozent. In demselben Zeitraum sank der Bestand an Rindvieh, Milchkühen und Schweinen um nicht weniger als 41 Prozent. Deutschland ist daher gezwungen, die im Kriege eingeführte Ralionierung noch für eine Reihe der wichtigsten Lebensmittel fortzuführen. Die Rationen müssen aber so hnapp bemessen werden, daß sie nur elwa die Hälfle des läglichen Kalorienmindestbedarfs eines erwachsenen Menschen decken. In Preußen starben von Kindern im Alter von 1 bis 5 Jahren im Jahre 1914 52924. im Jahre 1918 67 379, obwohl die Geburlenziffer wahrend der Kriegsjahre sich um elwa 40 Prozent verringerl halte. In Mecklenburg=Schwerin, einem Agrarstaat, betrug dieselbe Ziffer im Jahre 1914 360, im Jahre 1918 819. Andererils gestallet der Zustand der chronischen Unlerernährung der erwachsenen Bevölkerung nicht, ihre volle Arbeilsfähigkeit wieder zu erlangen. Die Folge ist die Unmöglichkeit, die gegenwärlig durchaus unzureichenden Leistungen in Industrie und Bergbau zu steigern. Hierzu kommt, daß es einem wachsenden Teil der Bevölkerung unmöglich ist die auf Karlen ausgegebenen Lebensmiltel sämtlich aozunehmen, da der Preis die Kaufkraft der Bevölkerung übersteigt, obwohl das Reich einen Teil der Lebensmitlel verbilligt. Die augenblicklich ausgegebenen Wochenrationen, die einschließlich Hülsenfrüchlen, Zucker, Marmelade und Kunsthonig ein Kalorienwert von elwa 12400 haben, kommen auf 101,04 Mk. zu siehen, während sie vor sechs Jahren 7,77 Mk. kosteten. Unter Berücksichtigung aller vorgetragenen Umstände beziffert sich der Einfuhrbedarf Deutschlands für das nächste Wirtschaftsjahr auf 2 Millionen Tonnen Brotgetreide. 2 Millionen Tonnen Futtergetreide, 750 000 To. Delfrüchte. 180 000 To. Fleisch und Speck, 144 000 To. Fett, 580 000 To. Fische, 500 000 To. Rohphosphak und 350 000 To. Schwefelkies im Gesamtwerte von 3 403 600000 Goldmark. Die deulsche Delegation schlägt daher vor, eine Kommission von Sachverständigen der einzelnen Länder mit größter Beschleunigung zu bilden, um über die Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährung in Deutschland zu beraten. . Lloyd George. Berlin. 13. Juli Aus Spa wird dem Verliner Tageblaitt gedrahtet: Lloyd George ist an Ruhr erkrankt, diese Erkrankung ist auf das schlechte Trinkwasser in Spa zurückzuführen. Austritt Italiens aus der Entenke? Spa. 11. Juli. Blättermeldungen zufolge hat Graf Sforza einem Journalisten gegenüber abermals die Grundsätze der Politik Italiens zu der der Alliierten gegenüber Deulschland betont. Er sagte, daß Italien diese Politik nicht mehr verantworten könne und bald der Tag käme, an dem Italien nicht mehr mitmachen werde. Die holländischen Kohlenlieferungen. Haaa. 12. Juli. Die Aeußerung Millerands, daß der Vertrag über die deulschen Kohlenlieferungen an Holland trotz des Proiestes des Wiedergulmachungsausschusses abgeschlossen worden sei, wird von„Nieuwe Courant“ für unbegreiflich und deunruhigend erklärt. Der Wiedergutmachungsausausschuß habe doch dem niederländischen Gesandlen in Paris ausorucklich erklärt, es beständen keine Bedenken gegen diese Kohlenlieferungen, wenn Deulschland einen entsprechenden Teil seiner Kohlenerzeugung glaube entbehren zu können. Man kann, so schreibt das Blalt, vorläufig nur annehmen, daß Millerand einem schweren Irrtum zum Opfer gefallen ist. Die Stärke der Besatzungskruppen. Paris, 13. Juli. Der„Temps“ meldet, daß eine deutsche Note der Konferenz zugegangen ist, die eine Herabsetzung der Stärke der alltierten Besatzungsarmee in Deutschland auf ein Drittel ihres jetzigen Bestandes fordert. Die deulschen Delegierten werden gleichfalls verlangen, daß Deutschland einige Mandale über seine ehemaligen Kolonien übertragen werden. 50 Milliarden in 50 Jahren. DZB. Spa. 13. Juli. Der Sonderberichterstalter der Agence Havas meldel, daß auf aus deuischen Kreisen eingezogene Erkundigungen die Reichsregierung folgende Angaben über den Plan der Wiederherstellung und Zahlungen machen werde: Enlschädigungssumme von 50 Milliarden zahlbar in 50 Jahresralen, von denen 20 Milliarden für die Wiederherstellung der verwüsteten Gebiete bestimmt sein sollen und in Naturallieferungen zahlbar sind. Die Auffassung des Reichshanzlers. Spa. 13. Juli. Reichskanzler Fehrenbach sagle in einer Unlerredung mil ausländischen Journalisten, den allgemeinen Eindruck kann man im großen und ganzen dahin zusammensassen, daß die Alliierten uns ein wenig zu viel diktteren wollen. Wir verhandeln und wir haben das Gefühl, daß wir zu einer Verständigung kommen werden. Die Alliierten verlangen so viel Kohlen von uns, daß wir diese Menge unmöglich liefern können. Wenn wir nachgeben würden, dann würde unsere Industrie gänzlich ruiniert werden. Am Dienstag werden wir den Alliierten einen neuen Vorschlag in der Kohlenfrage machen. Wir hoffen dann ein Uebereinkommen zu treffen, das günstige Bedingungen für beide Teile enthäll. Auf die Frage, ob die Deutschen hoffen, in der Wiederherstellungsfrage in Spa zu einem Resullat zu kommen, antwortete Fehrenbach, das glaube er nicht, die Frage sei so verwickelt, daß lange andauernde Einzelbesprechungen nölig sein würden. Die Stimmung bei den Besprechungen bezeichnete Fehrenbach als besser. renz und an die bekgische Regierung gerichtet worden. Bon belaischer Seite ist bereits das Bedauern über des Vorkommnis ausgesprochen worden. Die deutsche Regierung hat sich, um volle Genugtuung zu erhalten, weitere Schritte vorbehalten „Corriere della Sera“ meldel: Juli durch Truppen der roten Armee Ein Zwischenfall. NZV. Berlin, 13. Juli. Meldungen aus Köln berichten, daß der Vertreter des Wolffschen Telegraphenbureaus in Spa gestern abend von augenscheinlich betrunkenen Straßen passanten schwer mithandelt wurde. Amerikanische Zeitungsvertreter schützten ihn vor weiteren Mißhandlungen Weitere Nachrichten über den auf den Vertreter des Wolffschen Telegraphenbureaus in Spa verübten Uebersall besagen, daß der Angriff zunächst von einem belgischen Offizier ausging, dem sich später ein augenscheinlich in Be gleitung des Offiziers befindlicher Zivilist anschloß. Ein englischer Soldat machte der Szene ein Ende. Die erforderlichen amtlichen Schritte sind sofort eingeleitet worden. Die TU. meldet zu dem Vorfall das Folgende: Der Zwischenfall spielte sich gegen 12 Uhr nachts in der Nähe eines vielbesuchten Cafes ab, vor dem eine große Menschenmenge sich aufhielt. Die deutschen Herren, darunter auch Staatssekretär a. D. Dernburg, wurden beschimpft Herr Stocklossa erhielt mit einem schweren Spazierstock einen Schlag über den Kopf. Aeußere Verletzungen sind nicht sichtbar, doch ist der Angegriffene heute gezwungen, das Bett zu hüten. In deutschen Delegationskreisen ist die Empörung über diesen Vorfall groß; bei den zuständigen Stellen ist deutscher seits eine Beschwerde eingereicht worden. Als Entschuldigung wird von belgischer Seite angegeben, daß es sich nicht um Einwohner von Spa, sondern um eine Brüsseler Touristen gesellschaft handelte, die stark angetrunken war. Die„.J." läßt sich von ihrem Sonderberichterstatter dazu am 13. Juli melden: Der heutige Polizeibericht über den gestrigen Zwischenfall stellt die Sache so dar, daß ein kriegsbe schädigter Offizier, der seines Geisteszustandes nicht mehr mächtig gewesen sei, sich, ohne herausgefordert worden zu sein, zu der Mißhandlung habe hinreißen lassen. Es ist dabei verwunderlich, daß trotzdem ein Teil der belgischen Presse den Vorfall in unwahrer Weise zu entstellen versucht, indem sie behauptet, es sei von deutscher Seite ein herausforderndes Wesen zur Schau getragen worden. Es wird in dieser Presse behauptet, man habe beim Reichskanzler Fehrenbach eine Beschwerde eingereicht. Das gerade Gegentoil ist der Fall; eine Note ist an den Generalsekretär der KonfePolitisches Allerlei. Friedensbereilschaft der Sowjel=Regierung. London, 12. Juli.„Daily Telegraph" berichtel, daß eine Botschaft der Moskauer Regserung an die britische Regierung eingegangen sei, in der es heißt, Krassin habe den Bericht übergeben. Die SowjelRegierung werde Befeyl zur Einstellung der Offensive gegen Polen geben, sofern die Alliierten die bolschewistische Regierung anerkennen und ihre Einwilligung zum Zusammentritt der Friedenskonferenz geden. Zum Vormarsch der Bolschewisten. Wien. 13. Juli. Nach einer Meldung aus Lemberg ist die Festung Luzk von den Bolschewisten besetzt worden. Eine neue bolschewistische Offensive? London, 13. Juli.„Daily-Chronicle" meldel: Die Bolschewiken unternehmen an der Nordfront eine neue große Offensive. Sie wollen einen Keil in den polnischen Wall stoßen, um so Polen von den baltischen Ländern und von Lilauen zu trennen. Wird dieser Keil gebildet, so ist eine freie Verkehrsstraße zwischen Deulschland und Sowjetrußland gebildel. Das muß verhindert werden. Die Volschewiken in Lemberg und Odessa. Wien. 14. Juli. Nach hier eingegangenen Berichten, sind die Bolschewiken am Sonntagnachmiltag 5 Uhr in die südlichen Vororle Lembergs eingerückt. Die telegraphischen Verbindungen von Warchau und Prag nach Lemberg sind seit Samstag unterbrochen. Zürich. 14. Juli. Odessa ist am 9. besetzt worden. Der„Secolo“ meldet aus Riga: Pinsk ist am 10. ds. Mis. von der rolen Armee genommen worden. Kein Einfall der Volschewisten in Deulschland. Karlsrube. 12. Juli. Aus Basel wird Blättermeldungen zufolge berichtet: Daily Herald berichlet aus Moskau, daß die russische Sowjelregierung keine Fortsetzung ihres Vormarsches über die polnische Grenze nach Westen hinaus plane, und daß ein Einfallen der Rolen Armee nach Deulschland nicht beabsichtigt sei. Polen muß um Frieden bilten. Spa. 13. Juli. Die Alluierten schließen sich an die vier Punkle von Krassin an. Polen soll sofort Frieden eroitten und seine Armeen aus Rußland zurück ziehen. Wenn die Russen dann weiter angreifen, werden alliierte Armeen das eigentliche polnische Gebiet verleidigen. Polnischer Prolest gegen die Abstimmung im Osten. Rotteroum, 14. Juli. Reuter meldet am Dienslag früh: Die polnische Regierung hat dem Alliierten Rat die Protesterhebung über die Abstimmungsergebnisse ist Ost= und Westpreußen angekündigt. Die Begründung des polnischen Prolestes soll innerhalb 14 Tagen dem Alliierten Rat zugehen. Zum Tode der Kaiserin Eugenie. DZB. Paris. 13. Juli. Nach einer Meldung des Malin aus Madrid wird die Leiche der verstorbenen Kaiserin Eugenie mit königlichen Ehren von Madrid über Paris und Soulhampion nach Farnborough übergeführt werden. Die Erregung in China. DSB Rolterdam, 13. Juli. Daily Mail meldet aus Tientsin, daß amerikanische Kriegsschiffe in Taku in der Nähe von Tientsin eingetroffen sind. Man erwartet, daß unverzüglich 1500 amerikanische Seeleute zur Bewachung der amerikanischen Gesandtschaft nach Tienisin gesandt werden. Times aus Peking: Die Bevölkerung der Stadt ist sehr unrubig. Es werden Maßnahmen getroffen, um die Fremden, die im Gesandtschaftsviertel wohnen, in Sicherheit zu bringen. Deutschland. Zusammentrili des Reichslages. Berlin. 13. Juli. Der Reichstag wird voraussichtlich am 28. Juli bis zum August zusammen sein. Vor der Verlagung bis Mite September werden noch die wichtigsten Gesetze verabschiedet und die Beschlüsse der Spa=Konferenz besprochen werden. Wahlen zum Preußenparlament. Berlin. 13. Juli. Die K. V. weiß zu melden: Nach einer halbamllichen Meldung werden die Wahlen zur preußischen Landesversammlung„a absehbarer Zeit" stattfinden. Die Vorbereitungen zur Vornahme der Wahl sind im Gange. Zur Besoldung der Minister. Berlin. 13. Suli. Der Verfassungsausschuß der Preußischen Landesversamlung hat beauftragt, bei Ausarbeitung eines Ministerbesoldungsgsetzes dahin Vorsorge zu treffen, daß ausscheidenden Ministern, die Anspruch auf Ruhegehalt nicht haben, ihr bisheriges Gehalt für sechs Monale nach dem Ausscheiden als Uebergangsgeld weiter gezahll wird, um ihnen den Wiedereintritt in einen bürgerlichen Beruf zu erleichtern. Die Abstimmung in Oberschlesien Berlin, 14. Juli. Wie die„Deuische Allgem. Iig.“ hört, ist die preußische Regierung inoffiztell von alliterter Seile dahin benachrichtigt worden, daß die Abstimmung in Obersch.esien Ende September, spätestens Anfang Oklober stallfinden werde. Ein Atientat auf Hindenburg. DZB. Hannover, 13. Juli. Der Hannoversche Kurier meldet: Gestern abend gegen 7½ Uhr drang ein 20jäbriger junger Mann in die Wohnung des Feldmarschalls v. Hindenburg ein. Als der Feldmarschall seinen Diener rusen wollte, entspann sich zwischen ihm und dem Eindringling ein längeres, hartnächiges Ringen. Dabei zog der Eindringling plötzlich einen Browning und schoß ihn auf den Feldmarschall ab. Die Kugel ging vordei. Dem Verbrecher glückle es schließlich, sich loszureißen und unerkannl zu enikommen. Offenbar handelt es sich um das Mitglied einer Bande, die einen Einbruch in die Villa Hindenburg geplant halle, für den der Eingedrungene die Gelegenheit auskundschaften sollte. Die„K. J.“ schreibt dazu: Kann es einen traurigern Beweis für den Tiefstand unseres Volkes geben als dieser Anschlag auf den besten Deutschen? Wenn man irgendwo noch blind sein sollte gegenüber der Auflösung aller Zucht und Ordnung, die det uns eingerissen ist, so sollte dieser Vorfall wie ein Blitzstrahl wirken. Zwar ist uns die bitterste Scham erspart geblieben, daß ein ruchloser Bube dem Leben des Feldmarschalls Gefahr oder gar ein Ende bereilet hälle. Aber sollen wir es darum bei dem Vorfall bewenden lassen und die Dinge weiter treiben lassen, bis die nächste Untat gemeldei wird? Sollen wir uns nicht endlich darauf befinnen, daß ein Volk verloren ist, das seines Verbrechergefindels nicht mehr Herr zu werden vermag, das nicht mit eiserner Faust in seinen engern Grenzen für Zucht und Ordnung und Sicherheit sorgt? Der Fall in Hannover müßle jedem von uns in der Seele brennen: denn wir sind alle mitschuldig daran, daß heute in Deulschland die Straße und mit ihr die Gemeinheit und das Verbrechen regiert. Einladung Deutschlands zur Brüsseller Friedenskonferenz. London. 13. Juli. Bei der heuligen Zusammen kunft des Völkerbundsrates keilte Balfour mit, daß der Rat den Bericht von Leon Bourgeois und Delacroix betreffend die Vorbereitungen für die Brüsseler Friedenskonferenz am 28. d. M zur Kenninis nahm und er Delacroix ermächtigle, Deulschland zur Teilnahme einzuladen sobald er von den in Spa gefaßten Beschlüssen, betreffend die Festsetzung der Eatschädigung und der Zahlungsmethoden verständigt sei. Stadwverordneten=Sitzung. Eehelenz, 13. Juli 1920. Unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Spitzlei waren 18 Stadtverordnete versammelt, die Herren Kloeiers, Fell, Meyer, Haas, Neuhaus, Kllnecke, Eggeralh, Vieten, Kehren, Schröder, Houben. Lenzen, Herbinger, Banthien, Meißen, Koepe, Pielsticker, Houf. Sechs fehlten mit Entschuldigung. I. Wahl von 3 Mitgliedern zur Wohnungskommission Es handell sich um eine in voriger Sitzung beschlossene Verstärkung dieser Kommission, um die Vorerhebungen für die ev. noch zu de schließende Wohnungsrationierung zu machen. Namens der Zentrums fraktion schlug Stadiv Neuhaus vor: Buchhalter Lichtenberg, Dreyer H. Schiffer, Stadtv. Künecke Die sozialdemokratische Fraktion schlug vor: Stadtv. Banthien und Stadtv. Broich. Da nur drei Mitglieder zu wählen waren und eine Einigung nicht erzielt wurde, mußte der Vorsitzende für die nächste Sitzung Listenwahl ansetzen. 2 Verstärkung der Schuldepulation. In Verfolg eines früheren Beschlusses, diese Kommission zu verslärken, sollte heule ein weiteres Mutglied gewählt werden. Stadtv. Pielslicher schlug zwecks Berücksichtigung der Landbewohner den Stadtv. Fell vor, die sozialdemokr. Fraktion: Lenzen bezw Geltendmachung der letzten Listenwahl dieser Kommission, wobei nach den zwei gewählten Milgliedern des Zentrums, der drille(damals nicht erforderliche) Lenzen gewesen wäre. Eine Einigung kam nicht zustande; der Vorsitzende will die Frage betr. die Zulässigkeit der Anwendung des früheren Wahlergebnisses prüfen und notfalls Listenwahl für die nächste Sitzung ansetzen 3 Geschäftsbericht der Städtischen Sparkasse. Die in voriger Sitzung verlangten Aufklärungen wurden gegeben und dar nach dem Rendanten die übliche Eatlastung erteilt.— Stadtv. Piel sticher konnte milteilen, daß die Einlagen in den letzten Tagen die vierte Million überschritten hällen und im letzten halben Jahr ein Umsatz von 70 Millionen erzielt sei. 4. Benutzung des hiesigen Kinos zu Volksbildungsbestrebungen und Besteuerung desselden. Der Besitzer des hiesigen Kinos hal sich bereil erklärt, wöchenllich Vorstellungen belehrenden und geeigneten unterhaltenden Inhalts für die Schuljugend zu mäßigen Preisen zu veranstalten. Es sollte damit auch erzielt werden, daß die Kinder den sonntäglichen Vorstellungen fern blieben Um den Fortbestand des Unternehmens zu ermöglichen, ist auf Grund eines Beschlusses der Finanzkommission die Lustbarkeitssteuer von 50% auf 80% der Einnahmen bis auf weiteres wieder ermäßigt worden. — Kollegium war einverstanden. 5. Erhebung von Inschlägen zur Grunderwerbssiener. Auf Grund einer erlassenen Regierungsverfügung wurde beschlossen, die Juschläge zur Grunderwerbssteuer nicht allein vom 25. Nov. 1919, dem Tag der Genehmigung des Gesetzes durch die Besatzungsbehörde, sondern vom 1 Oktober 1919, dem Tag des Inkrasttretens zu erheben Anfragen und Mitteilungen. Ein Antrag der Jentrumsrahttion ersuchte die Verwallung, die Bestellung der beschlossenen Schulbarachen vorläufig aufzuschieden und dafür in eine beschleunigte Wiederaufnahme der Verhandlungen betr. den Ankauf des Gebändes, in dem der nunmehr geschlossene Kindergarten des Aachener Vereins zur Beförderung der Arbeitsamkeit untergebracht war, einzutreten.— Die Verwaltung keilte mit, daß die Varachen bereits fest bestellt und nicht mehr rückgängig zu machen sind. Der Vorsitzende berichtete dann über die früheren Verhandlungen mit dem Aachener Verein und die plötzliche Schließung des Kindergartens. Beigeordn. Jvstizral Meyer führte aus, daß es im Interesse der Bürgerschaft und seiner Partei liege, ein Eingehen des Kindergartens zu vermeiden. Die Verwaltung möge Schritte unternehmen, die Wiedereröffsung des Kindergartens unter der bisherigen Leiterin anzustreben, und weiterhin Unterhandlungen in geeigneter Weise zwecs Ankauf der Gebäude aufzunehmen— Je ein Antrag dés Stadtv. Koepe und der sozialdemokratischen Fraktion interpellierte a des augalenden CLtnaGtt6ets Smudieigelt, in mehreren Nachbargemeinden Einmachzucker verteilt wurde, end in Ernelenz bis auf die verringerten Mongismengen und den Krankenzucker kein Zucker mehr vorhanden ist. Die Verwaltung wurde ersucht, beim Kreise für die Vieserung von Einmachzucher vorstellig zu werden Ein weiterer sozialdemokratischer Antrag fordert Hochstpreisefür Karloffel und Gemüse und Bekämpfung des Wuchertums auf diesem Gediet. Der Vorsitzende berichtel über die Bemühungen der Polizel betr. die Einhaltung der Richtpreise der Städtvereinigung für den Niederrhein, die Auffrischung der Verorönung betr Preisschildchen in den Schaufenstern usw warnt jedoch, den Bogen nicht zu überspannen, da erfahrungsgemäß dann die Ware verschwinden würde und in Erhelgnz nicht mehr zu haben sei Die in dem Antrag geforderte wöchenlliche Veröffentlichung der Richtpreise sagte die Verwaltung zu.— Ein Antrag der Mitkelstandspartel ersucht um Vorlage eines Verzeichnisses aller Beamten und Angestellten der Sladtverwallung und ihrer Gehaltsbezüge. Der Vorsitzende sagte dies für die demnächstige Besoldungsreform zu. In der geheimen Sitzung wurde Herr Generald reklor Anton Rahy, früher in Erbelenz, wegen seiner Verdienste um die Stadtgemeinde zum Ehrendürger der Stadt Erhelenz ernannt. Bischofs Segenswanderung durch das Dekanat. Kp. Bei der Reichhalligkeit und Vielgestaltigheit der von unserem treuen Volk dem Herrn Weihdischof bei seiner Anwesenheit und Tätigkeit neulich bereiteten Ehrungen war es leichl erklärlich, daß in dem unter vorstehender Ueberschrift erschienenen Artikel einige Ortschaflen dem Referenten entgangen sind. Aber auch diese dienen es, daß ihrer Erwähnung geschieht. Auf dem Wege nach Venrath begrüßte die Gemeinde Kaulhausen den Bischof in herzlichster Weise. Fahnen über Fahnen nebst Kränzen schmüchten die Häuser, zumal die traule Kapelle. Die Bewohner halten sich an letzterer eingefunden und erwarteten ihn; durch die weil geöffnele Türe erstrahlte der Altar im Kerzenlicht weit in die Straße hinaus und lud zum Eintritt ein. Liebe Worte richtele der Bischof an die Versammelten und spendete ihnen seinen Segen. Als der hohe Herr nachmittags von Venrath nach Rath seine Schritte kenkte, passierte er den zur letzteren Pfarre gehörigen Orl Buchholz Wie der aber im schönsten Sonntagskleide sich zeigte! Es war recht so, denn es war ja Sonntag und seit kausenden von Jahren halte ein Würdenträger der heiligen Kirche wohl noch niemals das herzliebe Kapellchen betreten. Wie hatten die guten Leute es meisterlich verstanden den klitzekleinen Raum würdig von außen und von innen herauszuputzen; nur zu klein, um alle zu fassen, und mitten darunter stand der Bischof und halte für alle ein tröstendes Wort und heiligen Segen. Am Feste ss. Petri Paulique, wie jemand den Tag nannte, suchte er die Gemeinde Hetzerath auf. Es war Festtag, der Namenstag des hohen Herrn und der Sjährige Erinnerungstag seiner Bischofsweihe, und dazu hatle Hetzerath ebenso noch niemals einen Bischof auf seinen Straßen und in seiner freilich erst vor einigen Jahren errichtelen schönen, prächtigen Kirche gesehen. Der Ort war alles dessen sich bewußt und hat es in seinem von jeher echt gläubigen lief religiösem Sinn zu würdigen gewußt, daher der überreiche Schmuck der Straßen und besonders der Kirche. Die gulen Bewohner werden noch recht lange zehren an der Erinnerung dieses wichtigen Tages und eingedenk bleiben der liebreichen Worte, die er an sie richtete und des Segens, den er ihnen gespendel. Nach der kirchlichen Feier nahm er Einkehr bei seinem langjährigen Freunde, dem hier wohnenden emerilierten Herrn Pfarrer Pelers. Von da lenkte er späler seine Schrilte nach Grankerath, um dort dem beglück ten Volke Gnaden und Segen zu bringen. So neigle sich das Namensfest und der Judiläumslag des Bischofs unter dem schlichten, braven Landvolke der Reige zu. Wohl fehlte diesem Tage der Glanz der Metropole, die Gegenwark erlauchter Persönlichkeiten und die Majestäl der Kathedrale, aber aus den Mienen und wiederholten Aeußerungen des Bischofs ergab es sich, daß er sich glücklich fühlte unter dem ihm kreu ergedenen Volke. Der reiche Besuch des Ponlisikalamtes in Erkelenz, die herzlichen ehrerbietigen Glüchwünsche, die ihm mit reichen Blumenspenden von manchen Seiten dort dar gedracht wurden und des Nachmittags die Herzlichkeit und Anhäng lichkeil der Landbewohner, das alles gereichle im sichtlich zur überaus großen Freude und Genuginung und wird ihm der Tag unvergeßlich machen. Zum Schlutz darf nicht vergessen werden der schönste Schmuck, die liebste Zie., die überall auf seinen Gängen von Borschemich bis Elmpi, von Rickelrath bis Gevenich ihm bereitet ward, es waren die Kleinen auf den Armen der Mütter Wie rührend das Bild, wenn die Mutter von ihren Kleinen umgeben und das jüngste auf dem Arm am Wege kniete oder sich in die Kapellen oder Kirchen drängte, um den Segen zu empfangen für jung und alt. Es war in Lövenich, da strampelten furchtlos die Kleinen auf ihn zu, als er sich auf der Straße sehen ließz und gaben dem„lieben Onkel" ihr Patschehändchen er war just so wie ehedem:„Lasset die Kleinen zu mir kommen. Die Segenstage gehören nun der Vergangenheit an; ihre segensreichen Folgen leben fort in ferne Zukunft. unverdrossen an die Arbeit; mögen recht viele aus der Frauenwell dem hehren Beispiele folgen und dem Verein ihre Dienste leihen; über 25 Jahre ist das Jubelfest noch schöner, das verspreche ich, denn tüchtige Kräfte stehen zur Verfügung. e. Wegberg. Am Sonnlag, den 4 und Monlag, den 5. Juli hiell die Ortsgruppe Wegberg der Kriegsbeschädigten und Hinterbliedenen einen Blumentag ab, wodurch ein schöner Ectrag erzielt wurde für bedürftige Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene. Vor allen Dingen sei den Mädchen, welche bet dem Verkauf der Blumen tätig waren sowie allen Spendern von Wegberg und Umgegend herzlichen Dank gesagt Düren. Festgenommen wurde hier eine ganze ZigarettenSchieberbande aus Aachen, welche große Mengen unversleuerte Zigareklen auf dem Leibe verdorgen— im Rock= und Aermelfulter, Unterhosen, Korseits usw— nach Köln bringen wollten. Düsseldorf. Eine Versammlung der Oberbürgermeister und Landräte des Regierungsbezirks Düsseldorf war wie amtlich mitgekeilt wird der Ansicht. daß der in Köln beschrillene Weg, Richtpreise für Obst und Gemüse einheillich für den ganzen Regierungsbezirk oder gar für die ganze Rheinprovinz festzusetzen, nicht der richtige sei, um die Mitzstände dei der Preisgestaltung für Obst und Gemüse zu verhüten Die Versammlung entschied sich dahin, daß in den einzelnen Kommunalverbänden die aus Erzeugern, Verbrauchern und Behördevertretern zu bildenden Ausschüsse je nach der Marktlage Preisgrenzen festsetzen sollen, deren Ueberschreilung die Verkäufer mit dem Wuchegericht in Konflikt bringen würde. Um aber auf diesem Weg möglichst zu einer einheitlichen Preisgestaltung zu kommen, sollen die benachbarten Kommunalverbände dafür Sorge tragen, daß die Preisvor in den einzelnen Städten nicht zu stark voneinander abweichen Zur Erreichung dieses Zwecks sollen die in den einzelnen Kommunalverbänden ermittelten Preisgrenzen in den gelesensten Zeitungen veröffentlicht werden. Diese Veröffentlichung soll dann zugleich den Wucherbehörden die Unterlage für ihr Eingreifen geben. Köln. In Kendenich versuchte ein 17jähriges Mädchen seine Eltern dadurch zu vergiften, daß es Salzläure in den Kaffee goß. Der Vater trank aber nur einen kleinen Schluck und so wurde das Vorhaben rechtzeitig vereitelt. Die unnatürliche Tochter, sowie eine Frau, welche das Mädchen zu der Untat verleitet haben soll, kamen in Haft. Der Grund zu dem schändlichen Verbrechen soll in der ablehnenden Haltung der Eilern gegen eine Liebschaft des Mädchens liegen7 Brühl. Das schwere Gewilter, welches am 18. früh die hiesige Flur durchzog, hat leider ein tief beklagenswertes Unglück im Gefolge gehabt Auf dem Schwadorferhof in Schwadort waren vier junge Leute gegen 5 Uhr beschäftigt, als plötzlich ein Blitzstrahl herniederfuhr. Zwei von den Leuten, der Sohn der Besitzerin und der Allhnecht, wurden sofort getölel, zwei weitere Arbeiter wurden so schwer verletzt, daß sie Aufnahme im Marienhospital fanden. Man hofft die beiden jungen Leute am Leben zu erhalten Die Verunglückten waren damil beschäftigt, einen unweit des Schwadorferhofes stehenden Fruchtbarmen vor dem niedergehenden Regen zu dechen. Hierbei traf sie Egurbrüchen. Eine hiesige beiagte Frau halle sich einen größeren Geldbetrag zusammen gespark, den sie, um vor Dieben sicher zu sein, in einem Versteck in ihrer Wohnung aufbewahrte. Dieses Versleck war so gui gesucht, daß sie das Geld schließlich selbst nicht mehr fand. Darüber versiel sie in eine Ar. Schwermul, und in diesem Zustand öffnele den Gashahn, um sich zu vergisten. Glüchlicherweise siel der intensive Gasgeruch im Hause vorzeitig auf, sodaß die Frau noch gereitet wirden konnte Bet einer Haussuchung wurde laut S. Zig auch der verstechte Geldbetrag durch Polizeibeomte im sicheren Versteck aufgefunden Münster. In einem hiesigen Hotel halten sich zwei Frauen einlogiert, die von ihrem Zimmer aus in das benachbarte Privatzimmer eindrangen und dort Kleidungsstücke, Uhr, Ringe, Koffer und dergl. stahlen. Die Diebinnen sind dann mit dem gestohlenen Gute, das einen Wert von 20000 Mark hat, entflohen. Paderborn. Etwa 800 Meter vom Staumühle entfernt wurde ein russischer aufgefunden. Der Russe, ein Familienvater von acht Kindern, der in diesen Tagen in die Heimat entlassen werden sollte, halte an einem Trinkgelage keilgenommen und war mit einigen Soldaten in Streit geraten. Zwei Soldalen sind verhaftet worden. Rheinland=Westfalen. Erhelenz, den 15 Juli 1920. ... Die Milglieder des christlichen Müttervereins werden auch an dieser Stelle dringend gebeten, heute, Donnerstag nachmittag um 8 Uhr, sich im Lamberlussaal zu einer Besprechung recht rege einfinden zu wollen.(Siehe Anzeige) §(Einmachzucher.) Von zuständiger Seite wird uns mitgeleilt: Infolge der großen Knappheit an Zucker war die Reichszuckerstelle nicht in der Lage. besonderen Einmachzucker zu überweisen Die Gemeinden, die im Laufe dieses Jahres keine Ersparnisse gemacht haben, hönnen daher keinen Einmachzucker ausgeben. Die Stadt Erkelenz hal bei besonderen Gelegenheiten jedesmal eine Extraausgabe gemacht, auch belieferk sie viele Krankenalteste; Erspainisse hat sie daher nicht. Anders ist es in einigen Landgemeinden des Kreises, die keine Sonderausgaben machen und auch keine Krankenatteste beliefern. Diese sind in der Lage, Einmachzucher in geringen Umfange auszugeben Kp. So ganz im stillen und verborgenen, wie er auch arbeitet, hat in diesen Tagen der Pfarr-Paramentenverein sein 25jähriges Jubiläum begangen Eine lange Zeit unermüdlicher, ernster Arbeit ist vorllder; reich an Segen für unsere beiden Kirchen. Die selbstlose Hingabe, die treue Opferwilligkeit und unentwegte Ausdauer der einzelnen Mitglieder verdienen auch an dieser Stelle den aufrichtigsten und lebhaftesten Dank der ganzen Pfarre. Es ist nicht möglich, hier all die mit so großem Kunstfinn und rühmlicher Fertigkeit hergestellten kirchlichen Paramente aufzuzählen, die beim Gottesdienste zur Verherrlichung des Allerhöchsten dienen und Aug und Herz des Volkes erbauen, aber es darf den Milgliedern nicht unvergessen bleiben seitens der ganzen Pfarre, was sie in den langen Jahren getan. Und man glaube nicht, daß bloßz feine Stickereien und kunstreiche Arbeiten unter ihren Händen entstehen, man überzeuge sich nur mal davon an den Donnerstag Nachmittagen, wenn sie in ihrem Arbeilszimmer beisammen sitzen und unter der Anleitung der Schwester Alexis stoppen und flichen, nähen und sorgen, daß das, was aus dem Leim gegangen, wiederum brauchbar gemacht wird. Es war ganz in der Ordnung, daß der Verein das Jubiläum nicht klanglos vorübergehen ließ. Morgens fanden sich alle ein in der Kapelle des Krankenhauses, um durch Beiwohnung der hl. Messe und Empfang der hl Kommunion dem die Ehre zu geben, dem sie ihre Kräfte geweiht. Und daß man sich nachmittags im Lambertussaal zu einem gemütlichen Stündchen traf und dort dei einem Täßchen Muckefuck und gespendetem Beihau sich gegenseitig in die festliche Stimmung zu versetzen suchte, war wieder in der Ordnung. Glüchwunschtelegramme von allen Seiten, sogar den höchsten kirchlichen und weltlichen Spitzen strömten nur so herein; unerwartete Besuche, sogar von Berlin Exzellenz Eberla und von OberCassel Exzellenz Scheidefrau meldeten sich zur Stelle und gratulierten zum Fest; Sängerinnen wetteiferten mit den Nachligallen, kurz einen solch großartigen Verlauf des Jubiläums des in aller Bescheidenheit und Verborgenheit tätigen Vereins halte niemand geahnt: Bescheidenheit ist eine Zier, doch bringt sie viele Ehre ihr! Nun, nach festlich freudiger Feier des Jubeltages geht es jetzt wieder flink und vom Kriegsgefangenenlager Kriegsgefangener erschossen Ein Mahnruf an das Handwerk. Vom Reichsdeuischen Millelslandsverband, Landesausschuß Rheinland und Westfalen wird uns geschrieben: In den letzten Monaten konnte man in den Generalversammlungen der handwerklichen Fachorganisationen, übrigens auch des kaufmännischen Mittelstandes wiederholt die bedeutsame Feststellung machen, daß gerade aus Mitgliederkreisen ein unerwartet hohes Maß von Verständnis und Willenskraft für eine stärkere Organisationsarbeit an den Tag trat und daß von den Mitgliedern selbst Forderungen nach einer nachdrücklicheren Inleressenvertreiung und höheren Beiträgen gestellt wurden, welche die zum Teil bescheidenen Vorschläge des Vorslandes bezw. einzelner Vorstandsmitglieder in den Schalten stellten. Die breiten Schichten des Handwerks, namentlich die vielen kleinen und mittleren Betriebe, sind aufs tiefste beunruhigt; sie sind um ihre-Zukunft besorgt und beginnen, die drohenden Gefahren, vorläufig mehr gefühlsmätzig, zu begreifen. In den lagläglichen Besprechungen mit den einfachen Meistern kann man feststellen, daß sie von ihren Führern in Zukunft ganze Arbeit erwarten, daß sie über die„Kegelhlubbeilräge" spölteln und instinktmäßig nach einer machtvollen Organisation des Handwerks rusen. Das sind ernste Zrichen der Mahnung für die führenden und verantwortlichen Männer, dem Handwerk, in dem es gärt, den richligen Weg ohne Zaudern mit aller Tatkraft zu bahnen. Für das Handwerk kana es sich nur um sofortige Vollendung der jahrelangen Arbeit am Zusammenschluß der Fachorganisationen innerhalb unseres Landeskeils Rheinland, Westfalen, Lippe handeln. Diesen Aufbau der Handwerkorganisation auf fachlicher, von unten nach oben gegliederter Selbstverwaltungsgrundlage hal auch der Reichsverband des deuischen Handwerks in seiner letzten bedeutsamen Kundgebung ausdrücklich zu seinem Programm erklärt Noch in diesem Monat werden dementsprechend die rheinisch-westfälischlippischen Fachverbände des Handwerks ihr Kartell ausbauen. Die Vorarbeiten sind in vollem Gange. Ein neues Zeilungs=Verzeichnis. Die durch Krieg und Revolution auch im Zeitungs- und Zeitchriftenwesen hervorgerufenen Umwälzungen haben die seit langem gelußerte Nachfrage nach einer brauchbaren Liste der periodisch erscheinenden deuischen Druckschriften gewaltig gesteigert. Seit 1914 ist keiner der großen Zeitungshataloge mehr herausgekommen, weil die in tetem Fluß befindliche, durchaus noch nicht zum Stillstand gekommene Aufwärtsbewegung der Anzeigentarife immer wieder von der Herausgabe eines solchen Nachschlagebuches abschreckte. Ein ungefähres Bild von dem heuligen Stande der Presse gidl der jetzt von der Ala, Vereinigte Anzeigen=Gesellschaften Haasenstein& Vogler A. G. Daube& Co. m. b. 5. kroy aller Schwierigkeiten und Unkosten herausgegebene große Zeitungskatalog, der seit längerer Zeit von Haasenstein& Vogler A. G. vorbereitet worden ist. Das gut ausgestattete Werk befriedigt nach Möglichkeit das Bedürfnis, gibt der Handelswelt neben einer umfassenden Uebersicht über das deulsche Zeitungswesen auch einen orientierten Rundblich auf die wichtigere Auslandspresse und wird daher sicherlich sehr beifällig aufgenommen werden. Bestellungen nimmt die Ala(Werbe=Ableilung), Berlir S W 18, sowie deren sämtlichen Zweigstellen entgegen. Köln. 14. Juli. Die Preise für ausländische Jahlungsmitlel waren im allgemeinen nur wenig verändert, mit Ausnahmne von holländischen Gulden, die sich am 18. erhöhten. Es wurden bezahll: (Mark) Englische Roten Französische Noten Belgische Noten Holländische Noten 12. Juli: 1491-150 820—321½ 841-342 1842½—1350 13 Juli: 150%—15 318½-320½ 342—343½ 1357—1365 14. Juli: 151—152 320-323 341—345 1360—1370 * oe Amtlicher Teil. Der Kreisausschußz des Kreises Erkelenz. Erhelenz, den 13. Juli 19 Bekannkmachung betreffend Gewerbegericht. In Abänderung meiner Bekanntmachung vom 16. 6. 20. in Nr. 78 des Kreisblaites vom 19. 6. 20 bringe ich hiermit zur öffent lichen Kenntnis, daß die Wählerlisten der geber und Arbeiter vom 20. ds. Mis den 2u Bürgern sen Arbeitsochen auf eisterämtern des Kreises zur Einsicht offen liegen. Der Landrat: Dr. v. Reumont. Verordnung betr. Erweiterung des Mieterschutzes in der Stadtgemeinde Erkelenz. Auf Grund der Bekanntmachungen vom 28. Sept. 1918 und 2. Juni 1919 betreffend Matznahmen gegen Wohnungsmangel sowie der vom Herrn Regierungspräsicenten in Aachen erteilten Ermächtigung vom 9. März 1926 wird für die Stadtgemeinde Erkelenz folgendes angeordnel: 1. Alle Hausbesitzer bezw. ihre Stellverlreter haben jede Wonnung innerhalb 3 Tagen, nachdem sie gekündigt ist oder feststeht, das sie aus einem sonstigen Grunde zu einem bestimmten Termine von dem disherigen Wohnungsinhaber verlassen wird, dem Wohnungsamt Bis zum 18. Juli 1920 darf der die Wohnräume vorstehend bezeichneter Art erst da dem der Gemeindevorstand erklärt hat, daß er suchenden gemäß§ 4 der Wohnungsmangel=Vei gu dann verfügen, nacheinen Wohnung gemäß§ 4 der Wohnungsmangel=Verordnung für die dem Vermieter nicht zuweisen will, oder eine Woche seit Anzeige verstrichen ist, ohne daß der Gemeindevorstand sich § 2. Mielverträge, die den Vorschriften des§ 1 zuwider abgeschlossen werden, sind rechtsungüllig. F. 3. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden mit Geldstrafe bis zu 1000 Mark bestraft. 4. Diese Anordnung trit mit dem Tage der Verkündigung den 22. März 1920. Der Bürgermeister: Spitzlei. Verordnung wird hierdurch nochmals zur öffenllichen hi mit dem Hinzufügen, daß die im§ 1 Abs. 2 festrist durch Erlaß des Herrn Ministers für Volkswohlfahrt dis zum 30, September verlängert worden ist. den 12. Juli 1920 Der Bürgermeister: Spitzlei Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Landwirlen Peler Heris in Beuralh ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen das Gehöst wurde die Sperre verhängk. Keyenderg, den 18. Juli 1920 Die Polizeiverwallung, Der Bürgermeister: Schnitzler. Landverpachtung zu Borschemich. Am Dienslag, den 20. Juli, nachmittags 5 Uhr, läßt die Wilwe Heinrich Goebels aus Wanlo in der Wirtschaft des Herrn Gormanns in Borschemich die folgenden Grundstücke den unterzeichneten Noiar öffentlich verpachten: 32,13 Ar Acher auf dem Hütz, 54,60 Ar Achker, Schwarzenberg. 25,66 Ar Acher, daseldst, 27,79 Ar Acker, daselbst, 47,33 Ar Acker, Katzerskaul, 26,61 Ar Acher, Brunskaul, 26,45 Ar Acker, Im Forst. Die Pachlzeit beginnt nach der diesjährigen Ernle und endigt mit der Insammenlegung in der Gemeinde Borschemich. Die Grundstücke sind gllostig gelegen für die Einwohner der —den Borschemich und Keyenberg. Notar Dr. Herfs. Erkelen zu Holzweiler. u, den 16. Juli cr., nachmillags 6 Uhr, lätzt Herr Gulsbesitzer Josef Schlick zu Guk Marienfeld: cr. 12 Morg. Weizen(Siewener 104) — stehend am Dackweiler Kreuz, an der Straßenkreuzung Holzweiler—Gevelsdorf und Katzem—Jacheralh, — gegen Sagelschlag versichert— ösfentlich freiw. auf Kredik gegen gute Bürgschaft versteigern. Der Verhauf findel im Hotel Rings zu Holzweiler stall. Erkelenz. Telefon 17. Paul Wilms. Weizen=Berkauf zu Hückelhoven. dlag, den 17. Juli cr., nachmillags 4 Uhr, 1. die Herren Gebr. Kremer zu Hückelhoven: 8 Morg. Weizen, Hub. Küppers zu Vochesmühle und Geschw. Cohnen 2. Zuchtverband III. für die Kreise Erkelenz. Geilenkirehen und Heinsberg. in dem Garten des Gasthofes Schryen am Freitag, den 16. Juli 1920. führte Bullen, Kühe und Rinder. Kataloge mit Abstammungsnachweisen sind von den Wil schulen in Erkelenz und Geilenkirchen und von der Lokalabtei Heinsberg zum Preise von 1,50 Mark zu beziehen, sowie auf Auktionsplatze erhälllich. Kaufberechtigt. sind alle Landwirte der obengenannten Kr Nähere Bedingungen werden vor der Auktion bekannt gegeben. Nierhoven, den 9. Juli 1920. Ehrenbürgermeister Janse Zuchtverbandsvorsitzender. Nach Herrichtung meines früheren Fernsprechanschlusses bin ich unter Fernsprech-Nr. 259 wieder telefonisch zu erreichen. Zahn-Arzt J. Rosenberg, Erkelenz. Zahn-Praxis in Wegberg Tüschenbreicherstr. 9 Herree en, Sprechzeit: 11—1 Uhr und 2-7 Uhr Mentags Mittwechs und Freitags. Selbstversorger! Wir verarbeilen Gerste Hafer Erkelenzer Nährmittelwerke S.E. Daselbst: Schweine= und Hühnersutter zu haben. Nähmaschinen unübertroffen für Haushe und gewerbliche Zwecke in großer Auswahl verrätl Repaiatuien schnellu. gut Hadelp, Cel scwie tämliche frsatzteile (früher P. W. Sieben Söhne.) Verpachtung zu Doveren. Freitag, den 1d. Juli er., nachmitlags 6 Uhr, wird Herr Wilhelm Mackenslein, Doveren, in der Wirtschaft Franz Wilms zu Doveren: cr. 12 Morg. Ackerland, günstig für Doveren und Baal gelegen, davon 3 Morgen am Kirchhof, in Garlenparzellen eingeteilt, auf feste Jahre verpachten seiner wird Herr Peler Hermanns, zu Gensof: 36 74 Ar im Weidenfeld, beiderseits neben Wilh. Mackenstein, 37,45 Ar am Gansbroicheracker auf feste Jahre verpachlen. 4 Morg. Weizen, in Bcernsenerauf Kredit gegen gute Bürgschaft verlleigern mlung in der Wirtschaft Gebr. Kremer zu Hückelhoven. Erkelenz. Telefon 17.. Paul Wilms. Mülter=Verein. lung im Lambertussaal Donnerslag, den 19. ds. 3 Uhr: Wahl des Vorstandes. Um recht rege Bekeiligung wird dringend gedelen. Kaufmann der Alleisen=, Mekallund Rodprodukten- Branche mit großem Kundenkreis und Absatzmöglichkei, sucht stillen oder täligen Teilhaber. Gefl Angebole unter Z. K. 1900 an oie Geschäftsstelle d. Ilg. Suche zum 1. August Slelle als Schweizer zu 8 bis 15 Milchkühen. Wilhelm Weder. bei Matthias Feiler, Golkralh. Dienstmädchen zum 1. August gesucht. Braves, zuverlässiges Mädchen sosoik gesucht. Properes fleißiges Dienstmädchen für alle Hausarbeiten nach Er gegen hohen Lohn gesucht. Tüchliges, selbständiges Mädchen in Küche u. Haushalt persekt gesucht. Zweilmädchen Frau Josef Pilters Becheralhste. Näheres bei A. Gl Erhelenz 18. gegen 2.—Mk. Stundenlohn gesucht Johamlemarkt 6. I. ktage. a. Binde-Game hat billig abzugeben. Wilh. Breuer, Mech. Seilerwarenfabrik, =Gladbach, Telephon 228.. Die Ausstreuung, die ich gegen den Stadtverordneten Josef Lenzen gemacht haben soll, nehme ich hiermit als unwahr zurüch. S. Zement und Gips vorrätig. F. 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