nasere Beten sowie bei 2tlage„Iüustriertes Unterhalungsblalt“ und den Dienstagsund Donnerstagsbeilagen„Unterhaltung u. Belehrung“ vierteljährl. 8,40 Mh.; durc den Briefträger ins Haus gebracht 2. Pfg. Bestellg. meyr. Geschäftsstelle: Brückstraße 29 Hernsprech=Anschluß Nr. 1. Erkelenzer Kreisblatt. Erkelenzer Zeitung.— Erkelenzer Volkszeuung. Amtliches Kreisblatt. Erscheint wöchenllich dreimal: Dienslags, Donnerslags und Samslags. Für den Kreis Erhelenz und die Orte, wo unsere Volen gehen 20 Pfg. für die Petitzeile oder deren Raum“, für auswärtige Anzeigen 25 Pfennig. Rehlamezeilen 60 Pfg. Bei Klagen und Konburs wird der Rabatt hinfällig. Postscheck=Konto Köln Nr. 21 719. Telegramm=Adresse: „Kreisblatt“, Erkelenz. Antorisé par la Censure de la 4e Zone. Erstes Blait. Oesterreich und der Weltkrieg. e deeelich wird in Wien das österreichische Rotbuch veröffentlicht, enthaltend Akten über den Kriegsausbruch, die ihre hochpolitischen Bedeutung wichtige Auftlärung über die Vorgeschichte des Weltkrieges geben, und die gleichzeitig das Handeln der damaligen Staatsmänner der österreichisch-ungarischen Monarchie in recht ungünstigem Licht tritt hier klar und deutlich zutage, daß nicht Deutschland den Ausbruch der entsetzlichsten Katastrophe der Weltgeschichte verschuldete, und daß es nur durch seine Bundesweue in den Krieg hineingezogen wurde. Von gegnerischer Seite ist immer die Behauptung aufgestellt und festgehalten, daß ein„Potsdamer Kronrat" am J. Juli 1914 den Krieg beschlossen hätte. Das entspricht nicht den Tatsachen. Denn jetzt liegt das amtliche Protokoll des Wiener Kabinettsrats vom 7. Juli vor, und daraus ergibt sich deutlich, daß die habsburgischen Staatsmänner die kriegerische Auseingndersetzung mit Serbien beschlossen hatten— allerdings in er Hoffnung auf die deutsche Hilfe gegenüber Rußland, aber ohne Wissen und Willen des deutschen Bundesgenossen. In dem Wiener Kabinettsrat vertrat nur der ungarische Ministerpräsident Tisza den Standpunkt der Mäßigung und Vorsicht gegenüber Serbien und dessen Freunden. Die übrigen, namentlich der Außenminister Graf Berchtold, drängten mit einer gewissen Leidenschaft dahin, daß die durch das Attentat von Serajewo geschaffene Lage zu einer gründlichen Abrechnung mit Serbien benutzt werden müsse. Von dem Gesichtspunkt aus, daß der Bestand der habsburgischen Monarchie durch die Wühlereien und Gewalttaten von Serbien her in der gefährlichsten Weise bedroht war, ist der Eifer dieser Staatsmänner zu begreifen. Aber erstaunlich bleibt es doch, daß sie über die Tragweite ihrer Aktion sich keine Vorstellung machten. Sie rechneten wohl mit einem Versuche Rußlands, Serbien zu decken, doch nicht mit dem Eingreifen Frankreichs und Englands. Die russische Macht, dachten sie, würde von Deutschland in Schach geNummer 119. halten werden. Auf das Bündnis zwischen Frankreich Die„Nieuwe Rotterdamsche Courant" führt aus:„Anund Rußland, das soeben noch seine Festigkeit und Ent= scheinend werden gewisse an die Adresse der deutschen Regieschlossenheit bei der Petersburger Fahrt des Präsidenten rung gerichtete und niemals widerlegte Beschuldigingen durch Poincare bekundet hatte, nahmen sie keine Rücksicht, obschon dieses neue Rotbuch nun doch entkräftet, so die Beschuldigung, die Gefahr klar zu Tage lag, daß der deutsche Bundesgenosse daß Berlin den Greyschen Vermittlungsvorschlag in einen Zweifvonteykrieg geraten würde. Und das englische nicht nach Wien weitergegeben habe, und daß der deutschen Bündnis mit Rußland und Frankreich blieb ebenfalts ganz Regierung der Text des österreichischen Ultimatums von unberücksichtigt. Die Herren in Wien trieben eine einseitige und kurzsichtige österreichisch-ungarische Politik, ohne Rücksicht auf die Gesamtlage Europas und ohne eine Ahnung von der ungeheuren Ausdehnung zu haben, die der Streit mit Serbien nehmen könnte. Die pflichteifrige Verteidigung ihres eigenen Reiches kann zur Entschuldigung angerechnet werden: aber es war doch ein verwegenes Spiel, das sie in einseitigem Patriotismus unternahmen, und es war ein Unrecht gegenüber dem Verbündeten Deutschland, daß sie dessen Hilfe unbedingt in Anspruch nahmen, ohne Kaiser Wilhelm und dessen Ratgebern von ihrem gefährlichen Unternehmen richtig zu informieren. Es ist ja längst festgestellt, daß die deutschen Staatsmänner das Ultimatum an Serbien vorher nicht gekannt haben. Es ist ferner die Depesche bekannt, die Herr von Bethmann=Hollweg in den kritischen Tagen Ende Juli nach Wien richtete, um mit auffallender Deutlichkeit zu erklären: wir wollten nicht in den Weltbrand hineingezogen werden, ohne wenigstens erst gehört zu werden. Jetzt ist es klargestellt, daß die österreichisch-ungarischen Staatsmänner absichtlich vollendete Tatsachen schaffen wollten, um ihr Ziel, die gründliche und gewaltsame Zurechtweisung Serbiens, auf alle Fälle zu erreichen. Ueber die Schuld, die auf Wien fällt, mag ja noch gestritten werden. Für uns ergibt sich aus den neuesten Enthüllungen wieder ein weiterer Beweis, daß Deutschland den Krieg nicht gewollt, sondern ihn vielmehr zu verhindern versucht hat. Die holländischen Blätter haben sich mit diesen neuerlichen Enthüllungen des österreichischen Rotbuches befaßt und die„Nieuwe Courant" schreibt dazu:„Die Enthüllungen des österreichischen Rotbuches rücken die Haltung Deutschlands vor dem Kriege, was die Schuldfrage betrifft, in ein viel gunstigeres Licht als das, in dem wir sie bisher erblickten, und liefern damit, wenn sie richtig sind, denen ein starkes Hilfsmittel, die sich für die Durchsicht des Friedensvertrags einsetzen." vornherein bekannt gewesen sei." Das Blatt findet es erstaunlich, daß Berlin der österreichischen Regierung eine Art Blankovol macht gegeben habe, ohne entsprechenden Druck auszuüben, um wenigstens von allem unterrichtet zu werden. Diese Haltung sei ein Leichtsinn, der als unverantwortlich bezeichnet werden müsse. Der preußische Minister „für Landwirtschaft". Der Rheinische Bauernverein hat am 12. September solgendes Telegramm abgesandt: Landwirtschaftsminister Berlin=Leipzigerplat. Der Rheinische Bauernverein erhebt schärfsten Einspruch gegen die Verordnung wonach Demobilmachungskommissar befugt sein soll, Arbeitsbedingungen für die Landwirtschaft eines Kreisgebietes verbindlich sestzusetzen und die Verwaltung landwirtschaftlich genutzter Grundstücke den Besitzern zu entziehen, falls diese sich weigern, solche Arbeitsbedingungen zu erfüllen. Diese Verordnung ist nicht nur ungesetzlich, sondern auch in hohem Maße geeignet, die ohnehin schon schwierige Volksernährung weiter auf das ernsteste zu gefährden. Sie muß deshalb zurückgezogen werden. Rheinischer Bauernverein.“ Der Anlaß zu diesem Telegramm war folgender: Der preußische Landwirtschaftsminister Braun veröffentlichte am 6. September folgenden Erlaß: § 1. In Fällen, in denen der Abschluß von Arbeitsverträgen zwischen Vereinigungen von Arbeitnehmern und einzelnen Arbeitgebern und Vereinigungen von Arbeitgebern in der Landwirtschaft durch die beteiligten Personen verweigert wird, ist der Demobilmachungskommissar befugt, nach Anhörung landwirtschaftlicher Sachverständiger Arbeitsbedingungen für ein Kreisgebiet festzusetzen und sie für verbindlich zu erklären. Der Demobilmachungskommissar Das Testament meiner Tante. Novelle nach dem Französischen von G. de G. I. So weit ich auch in meinen Jugenderinnerungen zurückkehren mag— immer sehe ich mich zu Grenelle, im Pensionat der Fräulein Legrand, welches die beiden würdigen Damen schulmeisterlich leiteten. Alle Zöglinge hatten Verwandte, mit denen sie im Briefwechsel standen, zu Östern verließen sie das Haus auf vierzehn Tage und im Herbst auf sechs Wochen und während des übrigen Teiles des Jahres erhielten ne zahlreiche Besuche. Mir aber begegnete dergleichen nur zweimal im Jahre: am Östermontag und am 1. September verlangte man regelmäßig nach Nicette Brun, dem armen kleinen Mädchen, das von seiner Familie nur dreierlei wußte: der Vater war Hanlungsreisender, die Mutter tot, und die Tante wohnte in Bineennes und hieß Seraphine Grisar. An diesen beiden Tagen ging ich denn, wenn man meinen Namen genannt hatte, in das Sprechzimmer hinunter und fand regelmäßig einen Mann von etwa fünfzig Jahren, eine hagere Gestalt mit kahler Stirn und großen, traurigen Augen. Er trug immer einen verschlossenen Ueberzieher und einen abgegriffenen Hut. Gütig war er ohne Zweifel gegen mich, aber so kalt, so kalt, so ernst erschien er mir, wenn er mich jedesmal fragte: „Arbeitest du fleißig, Nicette?" Du wirst sehr groß, mein Kind, nun mußt du bald ernst werden“ Und dann richtete er ebenso regelmäßig an mich die Frage, die mich immer in Erstaunen setzte:„Antworte aufrichtig, Nicette, du findest doch hoffentlich kein Vergnügen daran, Verse zu machen?“ Diese befremdete, eindringliche Frage geschah immer in drohendem Tone. Dann schüttelte die kleine Nicette stumm den Kopf und entgegnete leise:„Nein, Vater!“ und hatte dann die feste Ueberzeugung, daß Verseschmieden eines der größten Verbrechen sei, deren ein Mensch sich schuldig machen könne. Mein Vater erkundigte sich auch nach meiner Gesundheit, nach meinen Bedürfnissen, die gewiß höchst bescheiden waren; er empfahl mir, meiner Tante Seraphine zu schreiben, zum Geburtstag, wenn er nach Östern bei mir war, und zum Jahreswechsel, wenn es Herbst war. Er gab mir fünf Franken Taschengeld— das sollte auf sechs Monate reichen. Und dann um armte er mich zärtlich, eine große Träne im Auge, und ging. Und dann mußte wieder ein langes halbes Jahr verfließen, bis ich ihn wiedersehen sollte. Ich verbrachte die Ferien allein im Pensionate mit den Fräulein Legrand und einer Hilfslehrerin, die ebenfalls wie ich, das Elternhaus schmerzlich vermissen mußte. Zu den angegebenen Zeitpunkten schrieb ich meiner Tante mit einer bewundernswerten Pünktlichkeit. Die Abfassung dieser Briefe, die an eine unbekannte Verwandte gerichtet waren, deren Alter und gesellschaftliche Stellung mir völlig ein Rätsel blieben, verursachte mir jedesmal nicht geringe Mühe; denn ich hatte das Bestreben, mich nicht zu wiederholen, und es gelang mir fast. Acht Tage nach Abgang meines sorgfältigst abgefaßten Briefes langte dann regelmäßig eine kleine runde Schachtel für mich an, angefüllt mit Zuckerwerk, dessen Qualität viel zu wünschen übrig ließ. Ganz auf dem Grunde der Schachtel fanden sich stets einige Zeilen, in mächtigen Buchstaben, aber in tadelloser Orthographie geschrieben, in denen Tante Seraphine für Nicettens Glückwünsche dankte und sie zu fleißiger Arbeit ermunterte. Das dauerte so acht Jahre laug, ohne daß sich in diesem Programm voll grausamer Eintönigkeit das geringste geändert und irgend ein anderes lebendes Wesen als mein Vater mich in meiner Einsamkeit aufgesucht hätte, ohne daß meine häßlichen schwarzen Kleider mehr als dreimal durch neue ersetzt und meine fünf Franken Taschengeld auch nur um einen Centime vermehrt worden wäre. Wer könnte nun das Stannen der armen verlassenen Nicette schildern, als im Dezember 1864 die Stimme des älteren Fräulein Legrand mich nach dem Sprechzimmer rief. „Nicette Brun!" hatte man wirklich gerufen„Nicette Brun“? Ich erhob mich, bebend vor Freude, und taumelte die Treppe hinunter; denn dieser düstere, schweigsame Vater mit seinem Hasse gegen Verse besaß doch eine große Anziehungskraft für mich, weil er ja der einzige war, der mir manchmal freundlich zulächelte. Aber ich sollte ihn nicht mehr wiedersehen. Es war nur eine junge Dame im Sprechzimmer; sie zählte etwa fünfundzwanzig Jahre und war eine bleiche, mittelgroße Erscheinung. „Bist du, mein Kind", fragte die Fremde,„Nicette Brun?“ „Ja, gnädige Frau." „Ich bin keine Frau, Nicette; ich bin Fräulein Agathe Gervais, deine Cousine.“ Ich machte große Augen.„Wie? meine Cousine? Ich habe also auch eine Cousine?“ „Wie du siehst." „Ja, aber meine Tante Seraphine...?“ „Fräulein Grisar ist auch meine Tante.“ „Merkwürdig, mein Vater hat mir nie von Ihnen geredet." „Wohl möglich, dein Vater kannte mich kaum." „Wirklich? Und nun, was wünschen Sie, Cousine Agathe Gervais?“ Sie setzte sich, ließ mich nahe bei ihr Platz nehmen und sagte kalt, ohne jegliche Vorbereitung:„Dein Vater ist gestorben, Nicette." Ich brauchte einige Sekunden, um dieses grausame Wort zu begreifen, das mich im Innern mächtig erschütterte. Alle Erinnerungen an den kaum gekannten Vater stiegen in mir auf und erfüllten mich mit einem tiefen Schmerze um den Hingeschiedenen.... ich sing an, laut zu schluchzen. Agatha ließ mich eine Viertelstunde weinen, ohne ein Wort zu reden. Dann suchte sie meinem Schmerze Einhalt zu gebieten und sagte in einem Tone, in welchem Ueberlegenheit und Rauheit sich paarten:„Sei vernünftig, Nicette, du bist kein kleines Kind mehr, du bist fünfzehn Jahre alt, und in deinem Leben wird jetzt eine Aenderung eintreten." „Eine Aenderung? Wieso?" fragte ich, plötzlich in einen ganz anderen Gedankengang geleitet. „Du sollst in Zukunft mit mir bei Tante Seraphine wohnen." „O, ich soll fort von hier?" rief ich, die Hände faltend. Agatha nickte bejahend, und betrachtete mich mitleidig. Fräulein Legrand die Aeltere trat ein. „Du willst uns verlassen, Nicette," sagte sie in dem lebhaften Tone, der den Erzieherinnen eigen ist,„ich hoffe, daß du Lehre und Beispiel deiner zweiten Mutter niemals vergessen wirst." Es war das erstemal, daß die würdige Institutsvorsteherin mir gegenüber sich diesen Namen beilegte, der in ihrem Mande eher nachdrucksvoll als gefühlvoll klang. So machte denn nur der Gedanke:„Fort von hier" Eindruck auf mich. „Sei der Tante recht dankbar für ihre Güte gegen dich, Nicette," sagte Fräulein Legrand in demselben Tone.„Kleide dich um, mein Kind, alles ist bereits geregelt zwischen Fräulein Gervais und mir." Ich ging hinaus, ohne ein Wort zu erwidern, ich war ganz betäubt von diesen unvorhergesehenen Ereignissen. Meine Toilette war bald gemacht: mein abgeblaßtes Kleid, ein Mantel, der mir schon längst zu kurz geworden war, und ein altmodischer Hut, das waren die Hauptbestandteile meiner Reisekleidung. Ich packte meine an Eselsohren reichen Bücher ein, meine Hefte, meine Gipsstatue der heiligen Jungfrau— lauter liebe Andenken an meine traurige Jugendzeit. Ich schloß alles in einen kleinen schwarzen Koffer ein, in welchem sich schon der Rest meiner Habe befand. Ich weinte von Herzen, als ich mich von meinen Gespielinnen verabschiedet, und lief noch einmal durch den ganzen Garten, um auch von ihm Abschied zu nehmen. Agathe erwartete nich an der Schwelle des Sprechzimmers. Man hatte schon meinen Koffer auf den Wagen gebracht, der * 355 10 3 e en. 82 soll von dieser Befugnis nur Gebrauch machen, soweit land- und forstwirtschaftliche Spruchkammern noch nicht errichtet sind, oder ihre Anrufung in dringenden untunlich ist; im letzteren Falle ist die Zustimmung der Landeszentralbehörde erforderlich. Weigert sich der Besitzer eines landwirtschaftlich benutzten Grundstückes, die gemäß§ 1 durch den Demobilmachungskommissar festgesetzten und für verbindlich erklärten Arbeitsbedingungen zu erfüllen und wird infolgedessen die rechtzeitige Ausführung der wichtigen landwirtschaftlichen Arbeiten gefährdet, so ist der Demobilmachungskommissar befugt, mit Ermächtigung der Landeszentralbehörde die Verwaltung des Grundstückes einschließlich des Zubehörs dem Besitzer ganz oder teilweise zu entziehen und dem zuständigen Kreiskommunalverband zu übertragen. Der Kreiskommunalverband hat bei der Verwaltung des Grundstückes nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Wirtschaft zu verfahren. § 3. Die Verordnung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft, Dieser Erlaß spricht Bände über die Art und Weise, wie die heutige sozialdemokratische Parteiregierung mit dem Bauernstande umzuspringen waat. Keinem anderen Berufsstande gegenüber würde man sich ein solches, jeder Selbstbestimmung Hohn sprechendes und die persönliche Freiheit aufs schwerste beschränkendes Vorgehen herausnehmen! Der Herr„Landwirtschaftsminister" Braun hat bereits mehrfach unliebsames Aufsehen erregt durch sein Verhalten gegenüber der seinem Ressort anvertrauten Landwirtschaft Er war es, der in der preußischen Landesversammlung am 29. März d. J. der Landwirtschaft keinen besseren Rat zu geben vermochte, als den:„Die Landwirtschaft sollte doch etwas bescheidener sein." Als im vorigen Monat in Pommern auf einigen Gütern ein Landarbeiterstreik ausbrach, verhinderten die streikenden Arbeiter die Bauern, welche sich zur Hülfe anboten, an der Arbeit, wie sie auch die Zurückziehung der zur Erntehülfe eingetroffenen Neustettiner Jäger verlangten. Bei dieser Gelegenheit haben der preußische Kultusminister und der Landwirtschaftsminister sich grundsätzlich dagegen erklärt, daß.ch Schüler der höheren Lehranstalten während eines Landarbeiter streikes den Bauern zur Verfügung stellen. Daß der Herr Landwirtschaftsminister jedes Verständnis für die Lebensnotwendigkeiten der Landwirtschaft vermissen läßt und keine Ahnung von den bäuerlichen Verhältnissen hat, kann ja allerdings bei seinem ganzen Werdegang nicht verwundern. Er teilt eben das Schicksal vieler seiner Ministerkollegen, nämlich an eine Stelle gesetzt worden zu sein, für welche ihm jede Vorbildung und infolgedessen jede Sachkenntnis fehlt. Herr Braun ist seines Zeichens gelernter Stein= und Buchdrucker und war später Redakteur und natürlich sozialdemokratischer— Parteisekretär. Die letztere Eigenschaft genügt bekanntlich heute als Befähigungsnachweis für die höchsten Staats= und Verwaltungsämter! Die Bauern haben aber keine Lust, sich von solchen Leuten fernerhin regieren zu lassen und werden sich gegen solche Verge waltigungen mit allen Mitteln zur Wehr setzen. Der sozialistischen Parteidoktrin wird hier das Wohl eines großen Berufsstandes geopfert und die gesamte Volksernährung ernstlich in Frage gestellt, und währenddessen ziehen die sozialdemokratischen Agitatoren landauf landab und suchen auch unter den Bauern Anhänger zu gewinnen! Sie werden die rechte Antwort bekommen! An die Abgeordneten der bürgerlichen Parteien als die einzige Stelle, an die wir uns im neuen demokratischen Staate wenden können, richten wir die dringende Forderung, mit dieser Mißwirtschaft nun unbedingt ein Ende zu machen und mit allem Nachdruck dabür zu sorgen, daß die fortwährende Beunruhigung der Landwirtschaft aufhört. Die Geduld der Bauern ist nun erschöpft, mit schönen der Parteien ist uns nicht mehr gedient, wir wollen und jetzt Taten sehen, und zwar bald! Deulschland. Willkommen in der Heimat! (Zur Rückkehr der Kriegsgefangenen.) vor der Türe hielt. Die beiden Fräulein Legrand gaben mir eine Fülle der besten Ratschläge mit auf den Weg, von denen ich aber keinen einzigen recht hörte, so bewegt war ich, drückten mir einen Kuß auf die Stirn und blickten dem Wagen nach, der mich einem neuen Leben zuführen sollte. „Nach dem Bahnhof!" hatte Agathe dem Kutscher zugerufen. Ich betrachlete durch die Scheiben des Wagens die Straßen, die Borübergehenden, die Läden mit naiver Neugierde, während Agathe mich mauchmal beobachtend ansah. Ihr eisiges Schweigen ermutigte mich wenig, ein Gespräch zu beginnen. Indes fand ich doch plötzlich den Mut zu einer Frage. „Wie kommt es, Cousine, daß man mir von Ihnen noch nie gesprochen hat, obgleich wir Verwandte sind?“ „Man... wer, man? Dein Vater?“ „Ja, mein Vater." „Taruber wundere ich mich nicht; er redete überhaupt so wenig. Wir sind aver leibliche Cousinen, deine und meine Mutter waren Schwestern. Meine Eltern verunglückten bei einem Eisenbahnunfall, und meine Tante nahm mich, die vermögenslose Waise, m ihr Haus auf, wie sie es heute mit dir tut." sagte ich,„da müssen wir uns also recht lieb haben." „Gewiß, gewiß," erwiderte sie, zerstreut zum Fenster hinausblickend. „Wie ist mein Vater gestorben? und wo? versuchte ich noch einmal zu fragen. „Er starb zu Paris... an einer Lungeneutzündung." „Ist er denn wenigstens gut gepflegt worden." „Sei beruhigt, er wurde vorzüglich verpflegt, nichts ging ihm ab," entgegnete sie mit einem vieldeutigen Lächeln, das mich im Innern erschaudern machte. „Ich ahnte, daß er im Hospital gestorben war. „O, sagen Sie es mir, ich bitte Sie!" rief ich.— Der Wagen hielt an. „Später,“ versetzte sie,„warte auf mich. ich will die Fahrkarten holen." Wir stiegen die Treppe zum Bahnhof empor und ich sah mit Staunen und Schrecken zum erstenmat eine Eisenbahn. Es schien wir, als eb ein phantastischer Traum mich in die Ferne trüge. Ich schloß die Augen, um nicht mehr sehen zu müssen, wie die Bäume gespenstisch an den Fenstern vorüber flegen...: und ich öffnete sie erst, als die trockene Stimme meiner Cousine mir ankündigte, wir seien am (Fortsetzung folgt.) der Vermischtes. Nach teils jahrelanger Gefangenschaft ist ein Teil unserer wackeren Brüder in ihre deutsche Heimat wieder zurückgekehrt und ffestlich empfangen worden. Unser Bild zeigt die Ankunft des ersten Heimkehrer=Transportes auf dem Bahnhof in Göttingen. Schloß Fürstenried als Tuberkulosenheim. § Der Franziskus=Laverius=Missionsperein hal im Rechnungsjahr 1918,19 in Deulschland ein höcherfreuliches zu verzeichnen. Während im Jahre 1917 die an den Generglvorstand in Aachen abgelieferte Summe nur 215 960 Mz betrug, hat sich die Einnahme nach der Weltmission(Sest 4) auf 1657 992 Mh. gesteigert. Zum Loskauf von Heidenkindern(90 an der Zahl) eihell der Verein im Jahre 1917 1978 Mb. um lesien Jahre dagegen 46980 Mk. für 2100 Heidenkinder. Ein seltener So. Das Opiuminenglischen Zigaretten. Die slatk mit Opium getränkten englischen Zigaretten haben in Oberschlelien vier Opfer gefordert. Auch in Breslau liegt eine Anzahl Personen, die englische Zigareilen in großen Mengen rauchten, schwer erkrankl in den Krankenhäusern. Berlin. Im Kreise Eckernförde ist ein Landarbeiterstreik ausgebrochen, der über 500 Gllter umfaßt. Die Streikenden weigerten sich, die Noistandsarbeiten zu verrichten. Nur dadurch, daß die Bauern der umliegenden Dörfer das Füttern und Melken der Kühe besorgten, ist die Belieferung von Kiel mit Milch monna. In fast allen hiesigen ländlichen Schulen besteht seit Montag der Schülerstreik. Die Eitern verlangen unter Androhung der Steuerverweigerung die Zurücknahme des Schulerlases den Rücktritt des unabhängigen Schulinspektors Jacobi und die Wiedereinsetzung des entlassenen Schulinspeklors. Rewyork. Drei Newyorker Schulen des Deutschamerikanischen Schulvereins, in denen die Kinder deutschen Schulunterricht erhalten. haben jetzt wieder ihre Tore geöffnet. Rewyork. Die Newyork Tribune meldel aus Buenos Aires. daß Deutschland einen Kredit von 100 Millionen Dollar von Argentinien erbeten hat. Rewyork. Reuier meldet, daß der früher der HamburgAmerika=Linie gehörige Riesendampfer Imperator von der Cunard=Linie für ihren transallantischen Dienst übernommen worden sei. Chikago. In einer Versammlung von Alhoholgegnern in Chikago wurde beschlossen, auf der ganzen Welt für das Alkoholverbot Stimmung zu machen. Zu diesem Zwecke soll zuerst eine Summe von fünf Millionen Dollar zusammengebracht werden. Zur Versorgung mit Druckpapier. Der 1. Oktober wird dem größten Teile der deuischen Zeitungsleser wiederum eine erhebliche Mehrausgabe für den Bezug ihrer Zeitung bringen. Waren bisher die flufenweisen Erhöhungen in den allgemeinen Teuerungsverhältnissen begründet, so liegen diesmal Ursachen zu Grunde, die sich bei einem geschickteren Verhalten der Regierung hätte vermeiden lassen. Vor allem hätte die Regierung den unerhörten Wucher mit Papierholz unterbinden sollen. Außerdem hat sie jetzt das Aufhören einer während des Krieges für die Papierversorgung der Presse geschaffene Einrichtung angeordnet, die im Interesse der Oeffentlichkeit unter allen Umständen für die Uebergangseit noch hätte weiterbestehen müssen. Es ist der Allgemeinheit wohl kaum bekannt, daß der deutschen Presse in den letzten Jahren das Weitererscheinen nur dadurch möglich war, daß unter Mitwirkung von Reich und Bundesstaaten durch eine Reichsstelle für die Sicherstellung des Papierbedarfs gesorgt wurde. Sie ermöglichte eine bevorzugte Belieferung der Zeitungspapierfabriken mut Kohlen und Papierholz und verhinderte so auch eine allzu starke Erhöhung der Papierpreise. Diese Reichsstelle soll am 1. 10. ds. Is. aufgelöst werden. Die dringenden Vorstellungen der gesamten deutschen Presse haben nicht vermocht, die Regierung von der Notwendigkeit eines Weiterbestehens der Reichsstelle, die ausschließlich im Interesse der Allgemeinheit geschaffen war, zu überzeugen. Die Tätigkeit der bisherigen Reichsstelle soll nun zu einem Teile wenigstens von einer privaten G. m. b. H. fortgeführt werden. Der Wert dieses Planes wird aber dadurch illusorisch, daß es dem den überwiegenden Teil der deutschen Papiererzeugung beherrschenden Verband Deutscher Druckpapierfabriken gelungen ist, schon jetzt den bestimmenden Einfluß in der neuen Gesellschaft an sich zu reißen. Und das merkwürdigerweise mit Wissen des Reichswirtschaftsministeriums, dessen Vertreter in völliger Verkennung der Sachlage diese Bestrebungen des Verbandes ganz offenkundig unterstützt. Gelingt es nicht, diese unter einer so stark sozialistischen Regierung doppelt befremdenden Bestrebungen zu verhindern, so tritt durch die bereits von den Fabriken unverblümt angekündigten Papierpreiserhöhungen eine Verteuerung des Lesestoffes ein, für den die Presse die Verantwortung unbedingt ablehnen muß. Es bleibt ihr, von der große Teile schon seit Jahren schwer um die Existenz zu ringen haben, nichts anderes übrig, als die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit und der Parlamente auf diese im öffentlichen Inleresse tief bedauerlichen Tatsachen zu lenken. Eine große Anzahl einstmaliger fürstlicher Besitze wird gegenwärtig Bestimmungen zugeführt, die vor kurzer Zeit noch deren Inhaber sich nicht hätte träumen lassen. Viele der in der Regel hervorragend gelegenen Gebäude mit schönen gärtnerischen Anlagen und herrlichen Parks, sind bereits zu Genesungsheimen sumgewandelt worden um die durch die Unterernährung in den verflossenen Kriegsjahren gesundheit lich geschädigte Bevölkerung wieder herzustellen und vollauf arbeitsfähig zu machen. So soll auch, in allernächster Zeit bereits, Schloß Fürstenried bei München, der Fürstensitz auf dem der wahnsinnige König Otto von Bayern den größten Teil seines Lebens verbrachte, in eine Heilanstalt und gärtnerische Arbeitsstätte für Tuberkulose aller Formen und Stadien umgewandelt werden. DER BRUGH LT durch die METHODE LEROY Landwirtschaftliches. Wiederaufnahme der Schweinemast für die öffentliche Hand. Die Schwierigkeiten der Fleischversorgung während der letzten Kriegsjahre hingen damit zusammen, daß das Schwein, das früher ½ des Fleischkonsums deckte, für die allgemeine Fleischoersorgung wegen Mangels an Futtermilteln so gut wie völlig ausfiel Auch jetzl kann, ehe die Brotversorgung gesichert ist, an eine Freigabe heimischer Schweinemasifuttermittel, insbesondere der Gerste, vorerst nicht gedacht werden. Dagegen soll mit ausländischen Futtermitteln, die in beschränktem Maße eingeführt werden konnten, wieder ein Anfang mit der Schweinemast für die öffentliche Hand gemacht werden. Die Landeszentralbehörden, denen die Futtermittel zugewiesen werden, sind vom Reichsernährungsministerium ermächtigt worden, Viehverwertungsgenossenschaften oder ähnliche Organisationen mit der Verteilung der ausländischen Futtermittel und dem Abschluß einer der Menge enisprechenden Zahl von Mastverträgen zu heauftragen und mit Kommunglverbänden und einzelnen Gemeinden Abnahmeverträge zu einem Preise abzuschließen, der den durch die Verwendung der ausländischen Futtermittel bedingten höheren Gestehungskosten entspricht. Die Vertragsabschlüsse der Viehverwertungsgenossenschaften mit den Schweinehaltern und den Kommunalverbänden usw. unterliegen der Aussicht und Genehmigung der Landeszentralbehörden sowie des Reichsernährungsministeriums. Nach überschläglicher Berechnung steult sich das im Inland mit den an sich sehr leuren ausländischen Faitermilteln zu erzeugende Schweinefleisch erhedlich billiger als das aus dem Ausland bezogene Fleisch, wozu noch als weiterer Gewinn die Förderung der Produklion im Inland kommt. PLATZVERÉNDERUNGEN DER ORGANE Ein kolossales Glück!!! Diese schreckliche Geissel der Menschheit, der Bruch. ist seiner wirklichen Bedeutung entsprechend erkannt. Die mit Brüchen Behafteten sind sich der Gefährlichkeit seiner Folgen bewusst. Die angewandten Vorbeugungsmassnahmen abef sind leider die Ursachen fortgesetzter Qualen für die Patienten, die dann zu mehr oder weniger fehlerhaften Bandagen ihre Zuflucht nehmen, deren einziges Resultat Quetschung und Zunahme des Gebrechens ist. Ihr alle, die ihr mit Brüchen behaftet seid, brechet ab mit Eurem Leid und befreit Euch von Eurem Gebrechen! Dank der Methode Leroy, des Meisters in der Behandlung von Brüchen, 75 Faubourg, St. Martin, Paris, der Bruch, sofort beherrscht, alsbald schnellstens geheilt, Tausende von Heilungen, welche die Methode Leroy erzielte, wurden in der Presse veröffentlicht. Eine aus der letzten Zeit ist folgende: Herrn Leroy in Paris. Ich erachte es als eine Pflicht, allen bekannt zu geben, dass ich seit 20 Jahren an einem Bruch mit Austreten der ingeweide litt, dass das Leben mir infolgedessen unertraglich wurde, dass es mir unmöglich war, meinen Lehnstunl zu verlassen. Nach vierzehntägiger Anwendung Ihrer wunderbaren Methode habe ich nun das vollständige Wohlbefinden wieder kaun icn mich wieder den anstrengendsten Arbeiten 21. Juli 1919. Veuve Weber, Kolonie Vendel, Post Schremingen(Lothr.) also nicht mehr zu zaudern! Bruchleidende verzweifelt nicht! Der hervorragende Spezialist, der die Methode Leroy verführt, empfängt Männer, Frauen und Kinder in Aachen, Samstag, 4. und Sonntag, 5. Oktober, Hotel International. Jülich, Mittwoch, 8. Oktober, Hotel Hetzer. Erkelenz, Donnerstag, 9.Oktober, Hotel Schwarz. Adler. M.-Gladbach, Freitag, 10. Oktober, Hotel Abteihof. Neuß, Dienstag, 14. Oktober, Hotel zur Post. Bergheim, Mittwoch, 15. Oktober, Bahnhof-Hotel. Viehseuchenpolizeiliche Anordnung. Zum Schutze gegen die Maul- und Klauenseuche wird auf Grund der§§ 18 ff. des Biehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (Reichsgesetzblatt Seite 519) mit Ermächtigung des Herrn RegierungsPräsidenten folgendes bestimmt: § 1. Im hiesigen Kreise wird wegen Ausbruch der Maulund Klauenseuche über die Weiden von Iven in Gevenich die Sperre verhängt. § 2. Im übrigen gelten die Bestimmungen meiner Viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 23. November 1918. Erkelenz, den 24. September 1919. Der Landral: Dr. v. Reumont. Mobilar-Verkauf zu Gerderhahn. Dienslag, den 30. September er., nachm. 1½ Uhr, lassen Geschwister von der Beck aus Gerderhahn an ihrer Wohnung sämtliches Hausmobilar, insbesondere: 1 Herd, 1 Ofen, 2 Schränke, Tische, Stühle, Betlen mit Matratzen, Uhr, fast neue Nähmaschine, Schiebkarre, Einmachkübel, Porzellan usw., öffentlich meistbietend auf Kredit verkaufen. Beträge bis 5 Mark find gleich zahlbar. Erkelenz. Justizrat Meyer, Notar Landverkauf zu Kleingladbach. Dienstag den 30. Sept., nachmiltags 4 Uhr, lassen Erben Specks die nachbezeichneten Grundstücke aus dem Nachlasse der Witwe Anton Borg in der Wirtschaft des Herrn Nießen zu Kleingladbach öffentlich meistbietend versteigern, und zwar: 1. Flur 5, Nummer 140, Acker, Seileracker, groß 15.96 Ar, Flur 7, Nummer 11, Acker, hinter dem Tranbruch, ur 9, Nummer 175/144, Heideland, Holzung, groß 10,71 Ar, ur 9, Nummer 157, Acker, hinter dem grünen Weg, groß 18,95, Flur 7, Nummer 12, Acker, hinler dem Tranbruch, groß 8,65 Ar. 2. 3. 4. 5. Erkelenz. Justizrat Meyer, Notar u. Grundstücksverkauf zu Immerath. Am Montag den 29. Sept., nachmittags 3 Uhr, lassen die Erben der Wilwe Waller Goebels in der Wirtschaft Mieves zu Immeralh die folgenden Haus= und Ackergrundstücke durch den unterzeichnelen Notar öffentlich meistbietend versteigern: 1. Flur J. Nummer 1471/488, Immerath Hausnummer 54, bebauter Hofraum, groß 3,94 Ar, 2. Flur J. Nummer 1336/455, zwischen Pesch, Garten, groß 5,45 Ar. Das Haus ist infolge seiner günstigen Lage auch zum Geschäftshaus sehr geeignet, hat Scheune, Stallung und große Lagerspeicher. Notar Dr. Erkelenz. Ackergeräte= und Land=Verkauf zu Kipshoven. Am Mittwoch, den 1. Oktober 1919 lassen Erben Jos. Heinrichs zu Kipshoven durch den unterzeichneten Notar gegen Ausstand und bekannte Bürgschaft öffentlich meistbietend versteigern: I. nachmittags 2 Uhr im Hause des Erblassers: sämtliche Ackergerätschaften, insbesondere: 1 Dreschmaschine mit Göpel, 1 Wannmühle, 1 Dreischaar, 1 Rübenschneidemaschine, 1 französischer Viehkessel, u. s. w. II. darau anschließend in der Wirtschaft Heinrichs zu Kipshoven und zwar: folgende Grundstücke Gemeinde Beeck: l. Flur 10 Nr. 119, Krappenpeschen, Acker, 18,41 Ar, 2. Flur 9 Nr. 622, Exelsgraben, Acker, 7,05 Ar, 3. Flur 9 Nr. 875/623, daselbst, Acker, 17,12 Ar, 4. Flur 6 Nr. 162/5. auf'm Buschfeld, Acker, 13,59 Ar, 2. Flur 9 Nr. 947/694, Exelsgraben, Acker(Kiesgrube), 46,04 Ar, 6. Flur 5 Nr. 280, Beeckerbusch, Acker, 15,77 Nr. Gemeinde Rheindahlen: 7. Flur M Nr. 597, an der Landwehr, Acker, 43,29 Ar, 8. Flur M Nr. 1474/674 elc., Kipshoverbaum, Acker, 38,87 Ar. Wegberg. Die vor dem Kriege von den Herren Notaren Faber und Hoffacker innegehabte Notarstelle ist mir angewiesen worden. * Mein Büro befindet sich Hindenburgstrasse Nr. 26 Telephon Nr. 229. Dr. jur. Herfs, Notar. Pelzhaus Makowsky Düren Wirtelstr. 22. Wirtelstr. 22. en detail en gros Pelzwaren en detail nur eigene Fabrikation Skunks, Marder, Nerz, Persianer, verschiedene Fuchsarten u. s. w. Pelzmäntel, Câpes, Hüte, Pelzmützen. 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Aber jemandem beizustehen, der vom Lebensschicksal zerwühlt wird, der den herben Wechselfällen des Glückes ausgesetzt ist und unter den harten Schlägen eines schweren Schicksals zusammenzubrechen droht, einem solchen, in schwerer Prüfung stehenden mit Rat und Tat zu helfen, ihn aufzurichten und ihn zu retten, das ist fürwahr eine edle Tat echter Treue! Es gibl nun aber nicht nur eine persönliche Treue, die der Einzelne dem Einzelnen gegenüber gewährt, sondern auch eine Treue im sozialen, wirtschaftlichem und politischen Gemeinschaftsleben. Was ist es anders als Treuegefühl, wenn wir uns, um beim letzten zu bleiben, als GleichgeInnte zusammenschließen, um die uns gemeinsamen wirtschaftlichen, politischen und nicht zuletzt kulturellen Interessen zu wahren. Und verdanken wir nicht diesem Treubekenninis das Wachsen und den heutigen Stand unserer Partei? Aber die Wechselfälle des Glücks haben auch wir durchmachen müssen. Unser ganzes Werden und Wirken war ein steter heißer Kampf, der keine Ruhe duldete, jede Ermattung, jedes Nachlassen in der Anspannung der Kräfte wäre verderblich geworden. Wir haben gewiß viele glückliche Tage gesehen, in denen wir die Früchte unserer politischen Arbeit, die nichts anderes waren, als die Früchte unseres treuen gemeinsamen Schaffens, ernten konnten. Aber auch rauhe Stürme sind über uns hinweg gebraust. Der rauhesten einer durchschüttell gegenwärtig die deulsche Zentrumspartei. Es ist gewiß eine harte Probe, vor die wir alle und namentlich wir Zentrumsanhänger, die den Autoritätsgedanken unverfälscht in unseren Herzen tragen, durch die neuen Ereignisse gestellt sind. Bei den Betrachtungen darüber wird aber immer vielfach noch vergessen, zu bedenken, welche ungeheure Veränderung mit unserem deutschen Vaterlande und allen seinen Einrichtungen, seit dem Verlust des Krieges vor sich gegangen ist. Neue Dinge erfordern ein neues Maß in Betrachtung und Urteil. Das ist auch Sinn und Wesen jeder Politik, die nichts anderes als praklische, den gegebenen Verhältnissen vernünftig angepaßte Arbeit bedeutel. Um diese, für Land und Volk gleicher Weise vernünftige, praktische Arbeit leisten zu können, bedürfen wir eines starken Bandes, das uns alle zusammen hält, das uns eint und festigt. Dieses Band ist für uns Jentrumsanhänger Die Zenkrumspresse! Sie hat eine wahrlich nicht leichte Bürde zu tragen, ihr Kampf um die Ideale der Zentrumspartei ist nichts anders, als der Kampf dieser Partei selbst, um ihren Bestand und ihr Wachtum. Ohne die Jentrumspresse wäre die Zentrumspartei in jeglicher Aktionskraft gelähmt und gehindert. Die Zenkrumspresse ist die Kanzel, von der herab täglich und stündlich zum Volke gesprochen wird. Die Mission, welche die Zentrumspresse auf diese Weise zu erfüllen hat, ist groß und edel. Gerade in unserer heutigen, furchtbar ernsten Zeit, die in ihrer schwere immer noch nicht allerseits, so wie es nötig wäre, gewürdigt wird, müssen wir mit vermehrtem Eifer alle Kräfte sammeln, die bereit sind, im neuen Geiste einer neuen Zeit für die Interessen des Volkes in allen seinen Schichten im Sinne edelster Menschlichkeit, rechter Wahrheit und lauteren Rechts zu wirken. Von diesen Gedanken und Zielen ist unser „Erkelenzer Kreisblail“ getragen. Unser Organ will eine wahre Arbeitsgemeinschaft, die sich stützt auf gegenseittige Treue pflegen, und fördern zum Besten der Zenlrumspartei im Lande. Wir gehen freien Bliches den uns vorgezeichneten Weg, frei in Wort und Sinn, gebunden nur durch die ewigen und unverrückbaren Gesetze von Recht und Moral. In der kommenden entscheidungsschweren Zeit wird, zumal unter Berücksichtigung der zweifellos fortschreitenden Politisterung des Volkes, das politische Zusammenwirken unter Gleichdenkenden und Gleichgesinnten viel ausaeprägtere Form annehmen müssen, als das seilher der Fall war. Wir, die wir uns zum Zentrum bekennen, dürfen dabei nicht zurückstehen, wenn wir nicht ins Hintertresse kommen wollen. Das beste Mittel zur Förderung dieser Arbeitsgemeinschaft ist die Zentrumspress und hier vor allem wiederum unser „Erkelenzer Kreisblalt“. Der Ruf zur Treue möge sich als Sammlungsruf für die Getreuen des Zentrums bewähren! Dieser Ruf muß aber auch, um ihm seine nachdrückliche Wirkung zu sichern, gellen für alle Beziehungen zwischen Zentrumsanhängern und Zentrumspresse. Hier heißt es: es nicht bei Worten bewenden zu lassen, sondern durch die Taldas Treubündnis zu besiegeln. Die kommenden Parlamentswahlen. Am 11. ds. Mts. lagte in Berlin unter dem Vorsitz des Präsidenten des Westfälischen Bauernvereins, Frh. v. Kerckerinck, die Vereinigung der Bauernvereine Deutschlands. Im Millelpunkt der Erörterungen stand die Stellung der Landwirtschaft im öffentlichen Leben, welche in keiner Weise der Bedeutung dieses wichtigen Berufsstandes enisprichl. Allgemein kam die Auffassung zum Ausdruck, daß der Ausfall der nächsten Wahlen für die Nationalversammlung und die Preuß. Landesversammlung entscheidend sein wird über Sein oder Nichtsein unseres Bauernstandes. Es muß deshab die erste und wichtigste Aufgabe der bäuerlichen Berufsorganisationen sein, in der nächsten Zeit die Vorbereitungen zu treffen, damit, wenn die Wahlen ausgeschrieben werden, die deutschen Bauern gerüstet und schlagierlig dastehen in festgeschlossener Schlachtreihe. Vorbedingung für einen erfolgreichen Wahlkampf ist unbedingte Einigkeit und Geschlossenheit im eigenen Lager. Vor den großen Entscheidungen über die Existenzbedingungen des ganzen Berufsstandes müssen die Alllagssorgen insoweit zurücktreten, als deren Abstellung nicht Veranlassung zur Gründung von lokalen Sonderorganisationen geben darf. In dem gewaltigen Ringen der kommenden Tage um das Fortbestehen eines freien Bauernstandes, wie es in den Parlamenten ausgefochten werden wird, sind lokale Organisationen machtlos; nur im Anschluß an die großen bestehenden Organisationen gelangen sie zur Geltung und helfen die Stoßkraft der bäuerlichen Standesbewegung stärken. Die Vereinigung der deutschen Bauernvereine hat für die kommenden Wahlen folgende Beschlüsse gefaßt: Jeder Bauernverein hat bis spätestens 15. November zwei Kandidatenlisten für die Wahlen an die Vereinigung der deulschen Bauernvereine eitzureichen und zwar je eine für den Fall einer Einigung mit den bürgerlichen Parteien und für den Fall eines selbständigen Vorgehens. Bis zu dem nämlichen Zeitpunkle müssen Redner in genügender Anzahl bereit gestellt werden für eine großzügige Agitationsarbeit; ferner sind Flugblätter, Flugschriften, Plakate und sonstiges Verbematerial vorzubereiten. Die Zentralstelle in Berlin wird sich dann nach Eingang der Vorschläge seitens der Bauernvereine sofort mit den bürgerlichen Parteien in Verdindung setzen und bindende Erklärungen verlangen, wieweit sie auf die Forderungen des Bauerstandes eingehen werden und wieviele sichere Mandate sie zu bewilligen bereit sind. Die Entscheidung wird bis zum 15 Dezember verlangt werden. Ist eine Einigung mit den bürgerlichen Parteien nicht erfolgt, so soll zur Gründung einer eigenen Landparlei geschritten werden. Die einzureichenden Kandidalenlisten sollen nur die Namen von Landwirten enthalten oder allenfalls von solchen Personen, welche in innigster Berührung mit der Landwirtschaft leben und deren Bedürfnissen Berständnis und Wohlwollen entgegenbringen. Jeder Bauernverein soll außerdem einen seiner Beamten als Kandidaten aufstellen, welcher seinen Wohnsitz in Berlin nehmen muß und die dauernde Verbindung seines Vereins mit den Reichs= und Staalsbehörden, den Parlamenten und der Zentrale aufrecht erhäll. Die Mitglieder der Bauernvereine werden gut daran kun, dieser Frage die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden, unbedingt für schleunigste Herstellung der Einigung der bäuerlichen Standesbewegung zu sorgen und schon jetzt sofort nach geeigneten Kandidaten Umschau zu hallen. hebung des Kriegszustandes Frankreichs mit Deulschland soll nach definitiver Erklärung Pichons am 1. Okt. erfolgen. Wilson und der Friedensvertrag. Die„Evening Mail“ meldet aus London, daß, falls der Senat wesentliche Aenderungen im Friedensabkommen vornehme, der Präsident den Vertrag in seiner Gesamtheit zurücknehmen und den andern Mächten mitteilen würde, daß die Vorschläge so lange nicht wieder im Senat in Behandlung genommen würden, bis Neuwahlen slattgefunden hätten. Diese würden dann Wilson Gelegenheit geben, die Angelegenheit vor das Forum des amerikanischen Volkes zu bringen und dann gleichzeilig zum drilten Male die Präsidentschaftskandidatur anzunehmen. Besichligungsreisen im zerstörten Gebiek. Bersailles, 23. Sepl. Gestern begannen die Besichtigungsreisen der deuische Sachverständigen für den Wiederaufbau des zerstörten Gedietes. Zunächst findel eine dreitägige Reise nach den Bergwerksbezirken statt. In den nächsten Tagen werden sich Besichtigungsreisen für die Wiederaufräumungsarbeiten anschließen, und zwar je eine in der Gegend von Lille, Peronne, Soissons und Berdun. Das neue französische Diensipflichtgesetz. Aus Paris wird gemeldet: Nach dem neuen Dienstpflichtgesetz, das die aktive Dienstzeit auf ein Jahr beschränkt, wird Frankreich ein Heer mit einer Friedensstärke von 350000 Mann besitzen. Die Kriegsstärke beträgt 1 300 000 Mann mit voller Reserve von weiteren 2 Millionen Mann. Straßburg wird wieder Sitz der 21. Division werden, die sich jetzt in Epinal befindet. Die Truppen an der Ostgrenze werden nicht wie die im Innern des Landes aus einer, sondern aus zwei aktiven Divisionen bestehen. Die Kavallerie wird auf vier Divisionen herabgesetzt. Das Frauenwahlrecht in Fraukreich. London.„Times“ meldet aus Paris: Die französische Senalskommission hat den Gesetzentwurf, der bereits durch die Kammer angenommen war, und der den Frauen das aktive und passive Wahlrecht verleiht, verworfen. Der Handel mit Wasfen und Schießbedarf. Paris. 25. Sept. Die Vertreier der verbündelen Mächte haben das Abkommen über den Handel mit Waffen und Schießbedarf unterzeichnel. Es bezweckt, den Verkauf von Waffen und Schießbedarf zu verhindern, da er eine Gefahr für den Frieden und die Ruhe sein könnte. Es ist vorgesehen, daß der Völkerdund sich nach sieben Jahren darüber ausspricht, ob es nolwendig ist, das Abkommen zu erneuern. Belgischer Ankauf britischer Eisenbahnwagen. Nach einer Meldung aus Brüssel kauft die belgische von der britischen Regierung 8700 Eisenbahnwagen, die der englischen Armee zum Transport in Frankreich gedient haben. Polilisches Allerlei. Der Prozeß gegen den früheren Kaiser. Kopenhagen. 25. Sepl.„Berlingske Tidende“ erfährt aus London, daß der Prozeß gegen den früheren deutschen Kaiser unmittelbar nach der Ralifizierung des Friedensvertrages durch sämtliche Verbündeten statlfinden werde. Als Gerichlsort soll ein Platz außerhalb Londons vorgesehen sein. Wann Frankreich ralifizieri. Der Berliner Presse=Dienst erfährt: Die Meldung, daß Frankreich den Frieden bereils ratifiziert habe, trifft nicht zu. Die Ratifizierung wird aber in dieser Woche, spätestens am kommenden Samstag erfolgen. Die AufDeukschland. Die Heimbeförderung der Kriegsgefangenen. Barmen. 23. Sepl. Dem Zweigverein vom Roten Kreuz in Barmen ist von dem amerikanischen Roten Kreuz in Paris die drahlliche Milteilung zugegangen, daß die Deutschen in amerikanischer Kriegsgefangenschaft in Frankreich von dem amerikanischen Sammellager Gievres in Frankreich zum Abtransport gelangen. Die ersten Züge sind bereits von Gievres abgegangen. Der Austausch vollzieht sich zunächst in der Weise, daß täglich zwei Züge mit zusammen 2500 Kriegsgefangenen in dem Durchgangslager Limburg eintreffen. Da sich in amerikanischen Händen eine verhältnismäßig geringe Anzahl deuischer Kriegsgefangenen befindet, so ist bestimmt damit zu rechnen, daß deren Rückkehr in wenigen Wochen abgewickelt haben wird. Nation Belge teilt mit, daß die belgische Regierung am 25. September mit dem Rücktransport der deutschen Kriegsgefangenen beginnen werde. Täglich werde ein Zug mit 1000 Kriegsgefangenen bis zur Grenze der besetzten Jone gehen. Der Seemannsstreik und unsre Gefangenen. Berlin, 24. Sept. Die Admiralität teilt amtlich mit: Der Seemannsstreik in den Nordseehäfen zeitigt üble Folgen für den Abtransport unsrer Gesangenen aus England. Die Dampfer Vilreal und Melitz sollten gestern von Hamburg nach Bremerhaven auslaufen, um dort ihre Ausrüstung zu beenden. Infolge des Seemannsstreiks ist es bis jetzt nicht möglich gewesen, die Dampfer in Fahrt zu setzen. 10 4 3 Prälal Kleiser+. In Freiburg i. d. Schweiz ist der bekannte Anreger der internationalen Marianischen Kongresse und Gründer des Kanisiuswerkes, Prälat Joh. Ev. Kleiser, in der vergangenen Woche gestorden. Er war 1845 zu Schollach im Preisgau geboren. Zur Förderung seiner Bestrebungen gab er die Kanisiusstimmen in deutscher und französischer Sprache heraus. Der Ausstand in der Verliner Melallindustrie. Berlin. 25. Sept. Nach den Mitteilungen des Deutschen Metallarbeiterverbandes hat sich die Zahl der Belriebe, deren Belegschaften sich an dem Kampf beteiligen wollen, auf 90, die Zahl der im Ausstand befindlichen Firmen auf 30 erhöht. Bei den bereits vom Streik getroffenen Firmen hat der Ausstand eine weitere Ausdehnung erfahren. Die Jahl der Streikenden soll zur Siunde etwa 18000, die Jahl der Ausgesperrien etwa 30 000 betragen. Das Bureau des Reichspräsidenten. Der Haushaltsausschuß der Nationalversammlung beriet am Donnerstagvormittag den Etat des Reichspräsidenten, der in einem besonderen Nachtragsetat vorgelegt ist. Die ursprüng lich vereinbarten Grundlagen der Befoldung des Reichspräsidenten sind umgestoßen worden. Es wird jetzt für ihn ein Gehalt von 120000 M. gefordert, außerdem 200000 M. Aufwandsgelder. Daneben soll er Anspruch auf freie Dienstwohnung mit Ausstattung haben. Außerdem wird ein ganzes Bureau, bestehend aus einem Unterstaatssekretär, drei Vortragenden Räten, einem ständigen Hilfsarbeiter und Unterpersonal, angefordert. Der Reichsfinanzminister begründete die Forderung damit, daß dem Präsidenten eine würdige Stellung wie in anderen Ländern geschaffen werden solle. Lehte Nachrichten. Zur Heimbeförderung der Kriegsgefangenen. Brüssel. 25. Sept.(Drahtb.)„Hel Neuws van den Daag" meldet: Die deutschen Kriegsgefangenen, die seit Abschluß des Waffenstillstandes in den verwüsteten abelen, polen vondeneat ln Grupen von je 1000 Mann heimbefördert werden Oktober von je 1000 Mann heunn Sdee von Addinkerke(Zunge und Krallen golden) auf einem sildernen Schilde dar mit der und Antwerven nach Aachen ab. Vom 3. Oklober ab Snorsft: Siegel der Siadt Berpogennah: ollen die Gefangenen aus den übrigen Vrovinzen abbefördert werden, alsdann gehen Sonderzüge von Brüssel und Lütlich ab. Auslands=Anleihe? der Nationalversammlung Vp.) die Valutafrage, Aufnahme einer großen Im Haushaltungsausschuß besprach Abg. Dr. Rießer(D. die wegen des mangelnden Vertrauens im Auslande für die Wiedergesundung unserer inneren Verhältnisse brennend geworden sei. Durch die fast ungehinderte Einfuhr im Westen, wegen Fehlens der Zollgrenze, durch die Gefahr einer Einmischung des Auslandes in unsere industriellen Verhältnisse, habe sich die Sachlage verschlechtert. Zur Untersucung der Valutafrage hätte längst ein Sachverständigenausschuß be rufen werden sollen. Finanzminister Erzberger ging, wie die„Vossische Zeitung" meldet, vertraulich auf die Valutafrage ein. Im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsamt seien Maßnahmen zur Hebung der deutschen Valuta in Vorbereitung. Die Abbürdung der schwebenden Schulden werde ihm ebenso am Herzen liegen, wie die Hebung der Valuta. Die besten Steuer gesetze würden durch die schlechte Valuta unwirksam gemacht Nichts sei wirksamer gegen einen ungünstigen Valutastand als die Arbeit des deutschen Volkes. Beim Fortbestehen der gegenwärtigen Verhältnisse würde ein Teil Euvopas an der luta verhungern, ein anderer Teil im Fett ersticken. Un bedingt notwendig seien neue Zollgrenzen im West Die gewünschte Sachverständigenkommission sei für den nächsten Montag berufen. Eine allgemeine durchgreifend Sanierung könne nur durch eine große Anleih kommen, die durch eine internationale Konferenz in die Wege geleitet und mit Hilfe Amerikas durchgeführt wird. Standalszenen in der preußischen Landesversammlung. Berlin, 24. Sept. Der Sitzungssaal der Preußi schen Landesverfammlung war heute wieder der Schauplatz großer Skandalszenen. Anlaß waren die Ausführungen gegen die rechtsstehenden Parteien durch Vertreter der Unabhängigen Sozialdemokraten. Insbesondere waren es die Ausführungen des Abg. Adolf Hoffmann, der im Laufe der Debatte au die seinerzeit erfolgte Verbrennung der französischen Fahnen und die Versenkung der deutschen Kriegsschiffe zu sprechen kam und diese Taten als„dumme Jungenstreiche" charakterisierte. Er machte den Rechtsparteien den Vorwurf, daß sie trotz der Lehren des verlorenen Krieges ihre unverantwortliche Hetzarbeit weiter betrieben und am liebsten das Volk wieder ins Unglück stürzen würden. Als der Redner verschiedentlich unterbrochen worden war, wuchs der Unwille der Deutschnationalen und Deutschen Volksparteiler zum Sturm, als Hoffmann erklärte, man müsse den ganzen Unrat des Volkshauses zu kulturell brauchbaren Dingen um schmelzen. Die Abgeordneten der Rechten brüllten ihre „Pfui!"=Rufe. Der Abg. Stendel machte, wie schon früher bei ähnlichen Anlässen, drohende Handbewegungen. Auch andere seiner Parteifreunde taten das Gleiche. Die Anhänger Hoffmanns brachen in üüberlaute Beifallskundgebungen fü ihren so temperamentvollen Führer aus. Die Wühlarbeit der Kommunisten. Aus Halle wird gemeldet: Außer sechs Halleschen wurden in Halle noch zwei Münchener Kommunisten, der Schlosser Graf und der Buchbinder Franta, verhaftet. Diese waren, wie jetzt einwandfrei feststeht, nach Halle entsandt, um den früheren Kommunistenführer Hartung zu ermorden. Bei den beiden Münchenern wurde ein umfangreicher Briefwechsel sowie Morphium und Chloroform vorgefunden. Außerdem wurde festgestellt, daß zu Agitationszwecken Halle von den Kommunisten in sieben Bezirke eingeteilt war, und daß jeder dieser Bezirke einem Führer unterstand. Zweck dieser Orgauisation war angeblich die sofortige Durchführung einer Agitation zu Ueberwachung persönlicher Verhältnisse, um zu verhindern daß sich Spitzel in die Organisation einschmuggelten In einer Versammlung der Kommunistenpartei ansangs Sep tember wurde, wie wir erfahren, die Ermordung von Leuten vorbereitet, die in dem Verdack Spionendienste zu tun. Wie der Berliner„Lokalanzeiger“ meldet, sir den zahlreiche Kommunisten verhaftet worden, u. a sekretär für Ostsachsen, Beckmann, und sein Ge Maßnahmen stehen zweifellos im Zusammen kommunistischen Putschplänen Berveralh. Brand. Mittwoch Abend gegen ½11 Utbrannten auf bisher noch unaufgeklärte Weise die wohlgefülle Scheune und Stallungen des Landwirten Jakob Jansen av. 12 Morgen Roggen, 22 Morgen Weizen, 25 Moigen Hafer und 3 Schweine wurden durch das Feuer vernichtet. Den angestrengten Bemühungen von Wehr und Einwohnern gelang es den Brand einzudämmen. Man vermutet Brandstiflung, der Schaden ist durch Versicherung gedeckl. Herzagenraih. Der Antrag vom Minister des Innern die Führung des nehmigt. Das Stadtwappen stellt den Limburgischen ippens ge Löwen in rot Paris. 25. Sept.(Drahtb.) Aus Neuyork wird gemeldet, daß 15000 deutsche Kriegsgefangene auf der Heimreise sind, fie werden sich auf dem Transportdampfer Pokahontag“ nach Rotterdam einschiffen. Haaa. 25. Sept.(Drahlb.) Die Heimsendung der deutschen Kriegsgefangenen aus England über Rolterdam hat gestern begonnen. Bis auf weiteres werden läglich 300 Kriegsgefangene aus England nach Rotterdam ördert. Die Zahl wird aber sobald wie möglich 1000 Mann am Tag erhöht werden. beauf Kheinland=Westfalen Erkelenz, den 27. September 1919 § Eine Bekanntmachung des Herrn Kreiskommandanten de Soyer im heutigen amtlichen Teil besagt, daß auf allen öffentlichen Wegen durch Hutabnehmen gegrüßl werden müssen; die Resimentsfaynen, wenn sie auseinandergefaltet vorbeigetragen werden, und militärische Leichenzüge. Wird an einem öffentlichen Platz die Nationalhomne einer alliierten Macht gespielt, so muß jeder den Hut abnehmen und aufstehen. § Der Postverkehr zwischen der besetzten Zone und dem un besetzten Deutschland, und zwar in beiden Richtungen, ist un beschränkt, auch für Privalbriese, freigegeben. § Der Winterfahrplan kritt, wie eine Bekanntmachung der Eisenbahndirektion Köln im heutigen amtlichen Teil besagt, erst am 5. Oktober in Kraft, da gleichzeitig an diesem Tage im besetzten Gebiet die Winterzeit eingeführt wird.(Die Uhr wird um eine Stunde wieder zurückgestellt.) Treten Aenderungen im Fahrplan ein, so werden sie am Bahnhof durch Anschlag bekanntgegeben. * Aus der Zentrumspartei. Unter dem Vorsitz des serrn Bernh. Sieben fand dieser Tage in der Zentrumspartei eine Besprechung der Vertrauensleute stalt, die über malige Stadt und Freie Herrlichkeit hatie bis zum Jahre 1815 Städterechte und führte bis dahin auch dieses Stadtwappen. M.=Gladbach. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Gäriners Krinas aus Schlich bei Glehn, der vom hiesigen Schwurgericht am 2. Juli wegen dreifachen Raubuorder zum Tode verurieilt worden war. Köln. Ein Waggon mit Tuch im Werte von einer Million Mark wurde auf dem Gereonsbahnhof gestohlen. Die Diebe haben den Waggon ausgeladen und sind mit der Beule unerkannt entkommen Siegburg. Etwa 300 Arbeiter der staaklichen Geschoßfabrik erhielten die Kündigung. Während des Krieges waren dort an 6000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt. Inzwischen ist die Zahl auf 1800 zurückgegangen. Coblenz. Ein Kaufmann aus Ehrenbreitstein wurde in den Anlagen des Asterstein ermordet aufgefunden. Dem Toten war seine Barschaft in Höhe von 1000 Mark und eine goldene Uhr geraubt worden. Ueber den Täter besteht noch keine Klarheit. Der Ermordete war durch seine Tätigkeit in hiesigen Schieberkreisen sehr bekannt. Kreuznach. Für den Fremdenverkehr sind neue Beslimmungen erlassen worden. Es müssen sich fortan alle hier ankommenden Kurgäste persönlich bei ihrer Ankunft beim Militärverwalter melden, Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, so müssen sie innerhalb 24 Stunden die Stadt wieder verlassen. Die Hotel= und Gastwirte, bei denen sich Kurgäste einmieten, setzen sich der Bestrafung durch das Militärgericht aus, wenn sie nicht gemeldete Fremden bei sich dulden. Münster i. W. Einunerhörler Vorfall hat sich in dem benachbarten Dorfe Nienberge zugetragen. Mehrere Leute von auswärts drangen in einen Obstgarten und pflückten kurzerhand die Pflaumen. Als der Besitzer, ein Landwirt, hinzukam, wurde erklärt, der Herrgolt habe das Obst für alle wachsen lassen. Der Landwirk gab sich aber damit nicht zufrieden, worauf einer der Männer den Revolber zog und auf ihn schoß. Der Landwirt wurde so schwer verletzt, daß er gestorben ist. Die Täter flüchteten. Vermischles. Neuorganisierung elc. berieten. Es wurde beschlossen nach dem Beschluß Berlin. des Rhein. Zentrumsparteitags in Köln zu handeln und von nun av Schinkelplatz wurden zwei Delgemälde gestohlen, die die Parteimitglieder in eingeschriebenen Listen zu sammeln Um nun nach auf Holz gemalt, Martin Luther und Philipp allen Parkeimitglieder Aufklärung über diese Maßnahme zu vermitteln,!. insbesondere über die Zweckmäßigkeit und Unerläßlichkeit der eingeschriebenen Listen, werden die Vertrauensleuke in der kommenden Woche die Mitglieder ihrer Bezirke aufsuchen. Es ist zu erwarten, daß jeder überzeugungstreue Zentrumsanhänger dieser Neuordnung das nölige Verständnis entgegenbringt. Berlin. Von jetzt an werden auch im unbesetzten Deutschland wieder Postpakete nach den Ver. Staaten von Amerika angenommen. Die Pakete werden vorläufig ausschließlich über Hamburg befördert. Berlin. Aus der Bildnissammlung der Nalionalgalerie am Selgemälde gestohlen, die von Lucas CraMelanchton dar= stellend. Lübeck. Das mecklenburgische Besitzsteueramt beschlagnahmte das gesamte im Inland befindliche in Schwerin Vermögen des Reih standen, in Dresder Parteilse. Diese ung mit Die Lichtspiele Erkelenz veröffentlichen in der heuligen Nummer wieder einen neuen Spielplan für Samstag, Sonntag und Montag. Sport. Auf dem Sportplatze an der Westpromenade, wo am vergangenen Sonntage Spielvereins 1. Mannschaft die gleiche des F=C. Preußen Rheydt mit 2: 0 besiegen konnte, findet morgen früh 9½ Uhr das Meisterschaftsspiel der spielstarken 2. Mannschaften des F.=C„Vorussia“ M.=Gladbach=Dahl und der gleichen des Spielvereins Erkelenz statt. Marian. Jünglingskongregation. Erkelenz. Am vorigen Sonnlag fand im Volksgarten zu M=Gladbach der 2. Kreissporttag der kath. Jünglingsvereine des niederrheini schen Kreises statt. Die Beleiligung war trotz der ungünstigen Zeitverhältnisse eine außerordentlich große Aus dem ganzen nördlichen Teil des besetzten Gebietes waren die Teilnehmer herbeigeströmt, vor allem auch aus den Slädten wie Köln, Aachen usw. Vertreten waren 10 Bezirke mik 51 Vereinen und 482 Teilnehmern, die sich insgesamt an 1590 Uebungen bekeitigten. Trotz der großen Konkurrenz gelang es drei Milgliedern der hiesigen Kongregauon, einen Kranz zu erringen. Joseph Jopen erhielt den 1. Kranz im Schleuderballweitwurf; im Dreikampf erhielt Leo Stein den 11. und Peier Theißen den 19. Kranz. Möge dieser schöne Erfolg den Mitgliedern der Kongregation ein Ansporn sein, sich auch weiterhin recht fleißig an den sporllichen Uebungen zu beteiligen, und möge bald auch in den anderen Vereinen des Bezirkes Erkelenz Spiel und Sport eifrig betrieben werden zur Erlüchtigung des Körpers und zur Erfrischung des Geistes EK Es wird uns berichtet: Die hierorts bestehenden drei Gesangvereine: Städtischer Gesangverein, Männergesangverein Glückauf, Gesangverein Harmonie haben auf Anregung von Mitgliedern und alt eingesessenen Bürgern der Stadt Erkelenz den erfreulichen Entschluß gefaßt, sich zu einem großen leistungsfähigen Einheitsverein zusammenzuschließen. Der Werdegang ist folgender: Es wurde zunächst eine Kommission aus Mitgliedern der 3 Vereine gebildet. Dieselbe übernahm den Auftrag, vorab gekrennt in den einzelnen Vereinen für den Zusammenschluß zu werben und sich mit Vollmachten zu versehen, sodann vereint in Ausschußsitzungen alle Anträge zu prüfen und diese einer später einberufenen Vollversammlung zur Beschlußfassung vorzulegen. Nach eingehenden Vorberatungen in den Ausschußsitzungen vom 12. und 19. Juli fand am 22. Juli die erste größere Vollversammlung aus allen 3 Vereinen statt, welche mit großer Stimmenmehrheit den Beschluß faßte, die vorgenannten 3 Vereine aufzulösen und an ihre Stelle den neuen Verein treten zu lassen unter dem Sammel namen: Städtischer Gesangverein Eintracht. Weiter wurde beschlossen, daß alle Vermögenskeile auf den neuen Verein übergehen sollen, und daß die Satzungen des alten„Städischen Gesangvereins" für den neuen Verein sinngemäß abgeändert werde unter Berücksichtigung seines Gründungsjahres 1843. Die anwesenden 43 Herren erhlärten durch Unterschrift ihr Einversländnis, bezw. ihren Beitrikt zu dem neuen Verein. Am 5. August fand dann eine zweile Vollversammlung statt, in welcher der provisorische Vorstand gewählt wurde und man sich einigte, den bisherigen Dirigenten des Männergesangvereins Glückauf, Herrn Leo Hilberath, als Dirigenten zu übernehmen. Der neue Verein hat sich also soweit konstituiert, nur dlieb der Posten eines 1. Vorsitzenden noch offen, da man sich ent schloß, dieses Amt einem einflußreichen und besonders besähigten Bürger der Stadt anzutragen. Der Entwurf der neuen Satzungen wurde benfalls inzwischen durchberaten und liegt nach Vervollständigung des Vorstandes zur Genehmigung vor. Soweit ist die Sache gediehen Der Verein hielt schon während dieser Zeit fleißig seine wöchentlichen Proben ab und hat auch schon eine Anzahl neuer Mitglieder aufnehmen können. Es wird erwartet, daß viele sangeslustige Herren aus allen Ständen dem„Städtischen Gesangverein Eintracht" als lätige Mitglieder bestreten und die Durchführung der neuen Satzung unter stützen. Es sei noch erwähnt, daß die größeren Beratungen an den von der Behörde genehmigten bisherigen Vereinsabenden des Männergesangvereins„Glückauf" ungehindert stattfinden konnten. So möge denn das edle Samenkorn, das hier gelegt wurde, reiche Früchte bringen zur Hebung der Herzen und Gemüter unserer Mitbürger in schwerer Zeit. Schwanenberg. Einem hiesigen Einwohner ist eine größere Summe Geldes durch Einbruch entwendet worden. Diese nichtswürdige Tat veranlaßt uns zu der ernstlichen Mahnung, größere Geldbefröge nicht bei sich aufzubewahren, sondern bei einer Bank oder Sparkasse zu deponieren. Man hört grade in unserer Zeit so viel von Diehstählen und Einbrüchen; da ist diese Mahnung gewißz berechtigt Flugzeugbauers Fokher, weil er die auf Grund eines Sicherheitsbescheides festgesetzte Sicherheit von 14 Millionen nicht beibrachte. Fokker befindet sich in Amsterdam. Bielefeld. In Westfalen sind große Platinfunde gemacht worden. Die ersten Funde halte man in dem Dorfe Wenden bei Olpe gemacht. Ferner wurde bei Arnsberg Platin festgestellt. Das Platinvorkommen im Sauerland soll mächtiger sein wie das im Ural, doch stehen große technische Schwierigkeiten der Ausbeulung entgegen. Schweiz. Grenze. Wie die Stefani=Agentur aus Reggio di Calabria meldet, wütete in der Nacht vom 21. auf den 23. September über etwa 40 Ortschaften der Gegend von Palmi ein Jyklon. Es wird bedeutender Schaden gemeldet. Einige Häuser stürzten ein. Bis jetzt wurden aus Palmi acht Toke und aus Cittanova ein Toter und mehrere Verletzte gemeldet. Die Verbindungen sind unterbrochen; es wurde Hilfe entsandt. Zur Volkshochschule. Höchst erfreulich ist es, daß man nun auch unserer Kreisstadt an den Plan einer Volkshochschule herantreten will. Jeder, der die Gesundung der Volksseele wünscht, der geistige Nahrung oder Erbauung des Gemütes vermilteln kann oder zu genießen das Bedürfnis hal, dessen Innenleben noch nicht erstickt ist von dem Mammonismus und dem Malerialismus, der Genußsucht und unersättlichen Geldgier unserer Zeit, wird mit Freuden die Gelegenheit ergreifen und überlegen: „Was kann eine solche Volksbildungsgelegenheit unserem Volke, das durch das unglückliche Kriegsende verarmt ist, an Schätzen für Geist und Herz bieten?“ Darum sei dem Kath. Lehrerverein des Kreises auch hierzu ein Wort gestattet. Möge die neue Veranstaltung unserm Volke behilflich sein, den versenkten Nibelungenhort des reichen Innenlebens zu heben und mil dem neuentdeckten Schatze das gesamte Berufs- und Gesellschaftsleben glänzend zu vergolden. Wie sagt doch der letzte Hirtenbrief(vom 22. 8. 19) so schön: Auch der Ohnmachtsfriede, der unserer deutschen Großmachtstellung ein Ende gemacht hat und unserem Volke eine bescheidene untergeordnete Weltbedeutung brachte, kann uns zum Heile werden.„Vielleicht haben wir bisher zuviel in der Welt und für die Welt gelebt und zu wenig für uns, zu diel nach außen und zu wenig nach innen.... Möchte doch jetzt für uns anbrechen eine Zeit ruhigen Innenlebens, bescheidener Heimarbeit zur Ausbildung und Veredelung unseres eigenen Wesens, entschlossener Inangriffnahme unserer wichtigsten ewigen und zeitlichen Aufgaben. Wie bald würden wir dann von innen heraus wieder gesunden und erstarken und uns eine bessere Zukunft verdienen Schon längst sehnt sich unser Volk nach Bildungsangelegenheiten, nach einem Mitlel zur Ausbildung und Veredelung des eigenen Wesens zwar kam dieses Sehnen nie so elementar zur Geltung als heute, da man in der Hebung der Innenkräfte eine Rettung aus schwerster Zetl erblicht. Was unsere Volksbildungsvereine in etwa einem Jahrhundert dauernder Arbeit geschaffen und erstrebt haben— oft ohne das notwendige Verständnis und den gewünschten Erfolg— wird heute mit urwüchsigem Drange begehrl. Der Krieg hat die Geister aufgerüttelt wird die aue Trägheit, die so vielfach dem Fortschritt im Wege stand, überwinden, insbesondere auch, gedrängt durch die neuen staalstaalsbürgerlichen Verhältnisse. Der Ruf:„Freie Bahn war das Signal, der das Bolk aufrief nach Bildungsgelegenheit zu verlangen. Er lönk vor allem aus den Volksschichten, denen bis jetzt die Weiterentwicklung, die Ausbildung vielfach aus iaiele indreieaus murelen un ehem doppelten Srtum porzabeigen. Cinnal vermelle etseumlagle Arde aus ihren Stande hinauszubliden: es gilt vielmehr jeden einzelnen Beruf zu adeln, indem man ihm edle Persönlichkeiten schenkt; damil zusammenhängend lege man weniger Gewpicht auf die Uedermitelung von Wissnshranz, sondern erwecke charakterbeeinflussende sittliche Beweggründe Gerade die heutige Zeit zeigt, wie jeder Stand fähige Köpfe, Führernaluren gebraucht. Und nicht mit Unrecht brandmarkt ein bekannter Volksführer und Parlamentarier diese Auslese als ein Raub, unverantwortliche Gewaltlat am Staatskörper. Im Gegenteil stens, wenn die Aufgaben des Kreisberufsamtes, der Vezuisbelng und des Kreissugendamtes erörtert werden, Mittel und wege zu suchen sein, unsere Landzugend den ländlichen Berufen zu heien werden sol, if die Fordernne Arbeltertreisen, 1 e sbildunosschule nicht nur Mien lene toenerareisen, daß diese VPolksbildungsschule nicht nur Wissen lehren, sondern auch Persönsich. heiten heranbilben soll, sehr beachtenswert. Aus ländlichen Kreison wird geschrieben: Daß unsere kranke Volksseele Bildung brauchi richtig, vielleicht auch, daß sie mehr Schulbildung braucht. Aber dat Bildung nur Wissen sei, ist Fieberwahn. Und dieser Fieberwahn draßt sich der guten Bewegung zu bemächtigen, überall kleine Wissengmätechon ganz ehrbarem Gewande in die Welt zu setzen und una alat machen es handle sich um Bildung. Wenn dieser Wea mirtli sich der guten in auch auf dem Lande in größzerem Maße begangen werden sollte werden wir bald über zunehmende Halbbildung klagen, die durch die Volkshochschulen gefördert wird. Unser deutsches Volk krankt nicht in erster Linie an einem Mangel an Wissen, sondern an einem an Gewissen, ist weniger drank im Intellekt als im Gemit und Willen da der Codlamnun und Materialismnus, schendar sedes denle Steben zu erstichen drohen, das Bewußlsein jener Wahrheit noch nicht ab handen gekommen ist, die der große Pädagoge Förster in die Worte faßzt:„Letzten Endes hängt alle Präzision und Konzentration der intellektuellen Arbeit von eihischen Inspirationen ab." Es wäre der schönste Erfolg der neuen Arbeil. ein geradezu ideales Ergebnis, wenn es gelange, die Berufsarbeit und das gesellschaftliche Leben in allen Berufsständen elhisch zu inspirieren d. h. zu durchgeistigen mit den Grundsätzen edler Sitlichkeit. Das Volk mit elewentarer Kraft zur silllichen Lebensauffassung und Lebensführung zu leiten, wuß vornehmste Aufgabe jedes Volksfreundes bleiben. Zwei Hauptlebenskreise erfüllen den Mann und die Frau des Volkes, es sind der Beruf und das Volkstum. Diese Kreise mit edler Gesinnung zu erfüllen ist wahre Lebenskunst. Neben den Uebungsfächern der elementaren Schulung gilt es also besonders im Volkstum und im Beruf Werte zu schaffen. „Volkskum ist das äußere Ausdrucksmittel der Volksseele, beides im umfassendsten Sinne genommen. Alles, was das Volk aus sich selbst geschaffen oder festgehalten hat in Wohnung, Kleidung und Nahrung, in Arbeit und Erholung, in Spiel, Lied, Sage, in Glaube Sitte, Rechts= und Weltanschauung, gehört dazu. Das Volkstum ist nie tok, ist Leben, solange das Volk besteht. Es ändert sich mit der Entwicklung, läßt Zweige und Aeste verdorren, oder auch nur Winterschlaf halten, um bei neuem Frühling sie mit neuem Saft zu durch strömen,— kreibt Jahr für Jahr neue Schüsse, solche, die schnell vergehen und andre, die Jahrhunderte überdauern. Das Volkstum ist ehrwürdig wie das Volk und seine Geschichte. Wer eine Volkshochschule will, muß Volkstum wollen“ Wir Lehrer, die berusen sind, am Jungborn des Volkes zu wachen, legen großen Wert darauf, der Jugend das Volkslum zu erhalten. Unser Volk ist in großer Gefahr, daß es die Fähigkeit zur Freude verliert.„Mehr Freude!" mahnt Bischof v. Keppler.„La triste nation“ sollen wohlmeinende Franzosen uns mit einem Slich ins Doppelsinnige genannt haben. Wir waren stark auf dem Wege, freudlos und freundlos in der Weit zu werden—, trotz erschreckender Zunahme der Sucht nach Vergnügen und Genuß. Vor allem gilt es auch Arbeitsfreude zu erhalten, die zu versinken droht. Aufgabe der Berufsvereine ist es, die einzurichtenden Kurse dahin zu deeinflussen, daß der Bildungssland und die berufliche Tätigkeit weitestgehende Beachtung finden. Die Berufsstälte ist— abgesehen von der Familie— die Keimzelle für die Wiedererneuerung der sitllichen Kraft des Volkes. In unserem rohstoffarmen Lande wird die Zukunft mehr denn je hochwertige Qualitätsarbeit verlangen. deren Schöpfer nicht nur lechnische Fertigkeit, sondern auch weilgehende geistige Fähigkeiten besitzen müssen. Körperliche Leistungsfähigkeit und physische Arbeitskraft stehen in engster Beziehung zur sozialen Lage, der Gesellschaftsstellung, der Freudigkeit und Verantwortlichkeit im Berufe; das ganze Milien des arbeitenden Volkes günstig zu gestalten, die Arbeilsstelle zur freudigen Heimstätte umzuwandeln, in der vor allem Sittlichkeit, Zucht und heiterer Arbeitseifer gedeihen, das muß erste und Hauptaufgabe der Volksführer werden. Die Arbeitgeber, Handwerksmeister, die berufenen Führer des Volkes, die Vorgesetzten überhaupt, müssen siltliche Charaktere sein, weil sie an leuchtender Stelle durch Wort und Tat auf ihre Umgebung besonders ihre Untergebenen den denkbar tiefsten Eindruck machen; sie alle sind berufen leilzunehmen an der sittlichen Erneuerung unseres Volkes. So mag sich die Volkshochschule deutlich von den bisherigen Hochschulen abheben. Der Name, der etwas Bestrickendes, Bezwingendes hat, kann gewißz nicht schaden. Das Volk greift nicht nur im Aeußeren, Stofflichen, sondern fast noch mehr im Geistigen über sich. Es will die allen Volksschranken durchbrechen und auch das, was bisher in schimmernder Höhe unerreichbar über ihm schwebte, erreichen und sich aneignen. Die Hochschulen hatten mit dem Volke nichts zu kun, sie waren eine Welt für sich. Allmählich ist die Mauer hier und da durchbrochen worden. Man schaute etwas verwundert in die geheiligten Räume, man fand allerdings vielfach weniger als man vermutet halte. Nun wird auch diesmal der neue Name allein nichts tun. Entscheidend für den Erfolg ist, ob es gelingt, alle Berusenen zur Mitarbeit und alle in Betracht kommenden zur Beleiligung heranzuziehen. Ueber Lehrplan, Stoffverleilung, Stundenzahl und Zeikeinteilung werden technisch geschulte Lehrpersonen in Verbindung mit praktischen Laien schon brauchbare Wege finden. Man versäume nicht, sich den in Nr. 112 dieser Zeitung erschienenen instruktigen Artikel über„die Volkschule" anzusehen, der auch nach der Richlung hin eine werlvoller Anregungen gibt. Nur auf eines möge noch hingewiesen werden. Allenlhalben erstreben wir heute in dem vielgestaltigen Schulwesen Vereinheitlichung. Um nun die Volkshochschule organisch dem übrigen Bildungswesen anzugliedern wäre eine allgemeine Pflichtforlbildungsschule zu wünschen als deren Krönung sie gellen könne. Wie die Volksschule für unser gesamtes Bildungswesen die Grundlage bietel, weshalb sie heute vielfach Grundschule genannt wird, so vermittelt die Fortbildungsschule die notwendige theoretische Ergänzung in der Lehrlingszeit. An dieser Stelle mögen die landwirtschaftlichen Organisationen erinnert werden an die Notwendigkeit unermüdlich einzutreten für die Heranbildung eines fähigen Nachwuchses in Pflichtfortbildungsschulen, die ebenso wie in der Stadt in jedem Dorfe aber unter Berücksichtigung und Pflege der dorsischen Eigenart einigerichtet werden hann. In diesen Fortbildungsschulen, seien es nun gewerbliche, kaufmännische oder ländliche, seien es Fachklassen oder Winterschulen wirne man aufbauend und gestaltend und zwar in dem Sinne, daß neben umfassender und tiefer geistiger Bildung, Veredelung des inneren Menschen, sittliche Festigung, Stärkung des Verantwortungsbewußtseins durch liebevollste und unausgesetzte Gewissens- und Gesinnungspflege, kurz„christliche Charakterbildung" erstrebt wird. Bis zur Erreichung der obligatorischen Fortbildungsschule moge die vorgeschlagen etwa das 18. Lebensjahr eine Grenze nach unten sein, sodaß einerseits Fortbildungs- und Hochschule herlaufen, anderseits aber auch die nötige Reife der werden hann. Wichliges wäre noch zu sagen über die Volksbildungsarbeit in den einzelnen Landgemeinden und ihre Verorsanpeen in Arbeit in der Kreisstadt; erinnert sei nur an Arbeitsgemeinschaften den einzelnen Orlen. Doch darüber wird die nächste Zeu noch manche Die Aussichten und gult Man gehe ans Werk! Ersolg wird nicht ausbleiben. an Der Vorstand des Katholischen Lehrervereins Erkelenz J. A.: Bierbaum, Vorsitzender. eber und Weberinnen für dauernde Beschäftigung gesucht. Michels& Halcour. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Es ist in Frankreich wie in allen zivilisierten Ländern Brauch, daß jeder seinen Hut abnimmt, wenn ein Leichenzug vorbeikommt. Der Kommandierende General legt besonderen Wert darauf, daß dieser Brauch in der Armeezone beachtet wird sowohl von Seiten der Zivilbevölkerung als von militärischer Seite. Es ist ebenfalls Brauch, daß das Publikum eine ehrfurchtsvolle Haltung einnimmt, wenn in der Oeffentlichkeit die Fahne eines Regiments der alliierten Armeen vorbeigetragen wird oder wenn eine Musikkapelle die Nationalhymne einer alliierten Macht spielt. Infolgedessen ordnet der Kommandierende General an: l. Auf allen öffentlichen Wegen müssen durch Hutabnehmen gegrüßt werden: a) Die Regimentsfahnen der alliserten Armeen, wenn sie auseinandergefaltet vorbeigetragen werden, b) die mililärischen Leichenzüge. 2. Wird an einem öffentlichen Platze die Nalionalhymne einer alliierlen Macht gespielt, so muß jeder den Hut abnehmen und aufstehen. Erkelenz, den 25. September 1919. Der Kommandeur des 22. Jäger=Bakaillons. gez. de Soyer, Kreiskommandant. Bekanntmachung belreffend Zulassung als Karloffelhändler. Die Händler Johann Anton Zohren in Richelrath und Franz Heinrichs in Baal sind als Karkoffelhändler zugelassen. Sie haben daher das Recht zum Ankauf von Kartofseln. Erkelenz, den 24. September 1919. Der Kandrat. Dr. v. Reumonl. Winterfahrplan, Winterzeit. Der Winterfahrplan wird am 5. Oklober eingeführt. Am gleichen Tage wird im besetzten Gebiet auf Anordnung der Besatzungsbehörden wieder an Stelle der Sommerzeit die Winterzeit eingeführt. Der Uebergang wird dadurch bewirkl, daß am 5. Oktober um 4,00 Uhr früh die Uhren auf 3.00 Uhr früh zurückgesteilt werden. Soweit der Zeitwechsel am 5. Oktober früh geringfügige Aenderungen des Winterfahrplans(spätere Ablassung einiger Frühzüge) bedingt, werden sie von den beteiligten Bahnhöfen rechtzeitig durch Anschlag bekanntgegeben. Eisenbahndirektion Cöln. Bekanntmachung. In unser Handelsregister ist bei der Firma„Kommanditgesellschaft Bartmann. Beech“ Folgendes eingetragen worden: Der Kaufmann Joseph Bartmann, Beeck scheidet als persönlich haftender Gesellschafter aus. Ein neuer Kommanditist ist eingetreten. Rechtsanwalt Dr. Ferdinand Herold zu Recklinghausen, demnächst zu Beeck, ist als persönlich daftender Gesellschafter in die Firma eingetreten. Wegberg, den 23. Seplember 1919. Das Amtsgericht. Bekanntmachung. Unter dem Pferdebestand von. Theodor Zillikens in Keyenberg ist die Pferde=Räude abgeheilt. Die über das Gehöft verhängten Schutzmaßregeln sind aufgehoben worden. Kevenbera, den 24. September 1919. Die Polizei=Verwaltung. Der Bürgermeister: Schnitzler. Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit. Wir suchen für die Zweigstelle Erkelenz unserer Spar= und Prämienkasse zum baldigen Eintritt einen Buchhalter. Schriftliche Angebole sind an Herrn Heinrich Behrens, Erhelenz zu richten. Der Vorsland des Vereins. für Hot- und Hausseblachtunger hält sich empfohlen. Peler Thomas, Metzger, Cörrenzig 149. Ein slarker Schmiedelehrling oder angehender Geselle gesucht Joseph Mörs, Holzweiler. Suche zum 1. Oktober oder später ein sauberes Küchenmädchen und zuverlässiges Zweitmädchen. Frau Willibald Renge, Wickrath. Klosterstraße 11. Jüngeres Mädchen für kleineren Haushalt gesucht. Frau Sevenich, An der Kirche 10. A120202 Unserem lieben Kollegen Johann Prinzen und seiner Brauk, Fräulein Anna Gastrich zu ihrer heutigen Vermählung die herzlichsten Glückund Segenswünsche. Gewerkschaft deutscher Eisenbahner, Orisverein Wichrath=Erkelenz. Bin Donnersag den 2. Oklober und von dann ab alle vierzehn Tage Donnerstags, zwischen ½4 u. 6 Uhr, in der Wirkschaft Wimmers in Kleingladbach zu sprechen. Notar Dr. Herfs, Erkelenz. Gottesdienst= Ordnung in der Pfarrkirche zu Erkelenz. Sonntag den 28. September 1919. 6 Uhr 1. heilige Messe, 7 Uhr 2. heilige Messe, gemeinschaftliche heilige Kommunion der Jünglings=Kongregation. 8 Uhr 3. heilige Messe, 9 Uhr hl. Messe nur für die Schulkinder, gemeinschaftliche heil. Kommunion der vorigjährigen Kommunion=Kinder. 10 Uhr Hochamt. ½3 Uhr Rosenkranzandacht für die Kinder. 4 Uhr Herz Jesu=Andacht. Nächsten Sonntag 9 Uhr gemeinschaftliche hl. Kommunion der Kinder der früheren Jahrgänge St. Ankoninshirche. 8 Uhr Schulmesse. 2 Uhr Andacht mit Predigt für die Zünglings=Kongregation. Lehrling für sofort oder späler gesucht. Joseph Theißen, Schmiedemeister, Tüschenbroich bei Wegberg. Bekanntmachung. In dem am 25. 6. 1919 eröffneten Geschäftsaufsichtsverfahren über die Vermögen a) Der Rheinisch=Westfälischen Stahlwerke G. m. d. H. in Dorsten i. Westf., Aktenzeichen Nr. 1—19, b) der Niederrheinischen Stahlwerke G. m. b. H. in Dorsten i. Westf. Aktenzeichen Nr. 3—19, wird zur Erörterung der Lage der Schuldnerinnen, insbesondere dahin, ob die Voraussetzungen für das Fortbestehen der Geschäftsaufsicht gegeben sind,(§§ 66 und 2 der Verordnung über die Geschäftsaufsicht zur Abwendung des Konkurses vom 14. 2. 1916, Reichsgesetzbl. 1916, Seite 1363), eine Gläubigerversammlung Montag den 29. Sepiember 1919, vorm. 11¼ Uhr, vor dem Amtsgericht Dorsten, Lippestraße, Zimmer 6, anberaumt. Ein kurzer Bericht über die Lage der Gesellschaft geht allen Gläubigern durch die Aufsichispersonen vor der Versammlung zu. Anfragen wolle man in erster Linie an Rechtsanwalt Spangemacher. Dorsten, als die dazu in erster Linie bestimmte Geschäftsaufsichtsperson richten. Die weiteren Aufsichtspersonen sind: Bücherrevisor Eberhard Lafeld in Gelsenkirchen, Kaiserstr. 28, und Kaufmann Julius Bernardv in Hervest=Dorsten. Gemäß§ 18 der Verordnung vom 14. 12. 16 kann das Gericht(Amtsrichter) den Gläubigern die Einsicht der Gerichtsakten gestatten. Die Einsicht in die Berichte der Aufsichtspersonen darf keinem Gläubiger verweigert werden. Dorsten, den 15. September 1919. Das Amtsgericht. Buchholz. Verkauf zu Oestrich. Dienstag den 30. September, nachmittags 4 Uhr, läßt Frau Ww. Win. von Hasselt zu Oesirich: 1 Morg. schöne Karkoffeln, 1 Morg. schöne Erdkohlrabi, (stehend am Dorfe, in ½ eingeleilt), öffentlich freiwillig auf Kredit gegen Bürgschaft verkaufen. Versammlung am Gute. Erkelenz, Telefon 177. Vaul Wilms. Mobilar=Verkauf zu Erkelenz. den 1. Oktober cr., nachmittags 1½ Uhr, werde ich im oberen Saale des Herrn Franz Eggerath, Erhelenz. Kirchstraße, nachstehende Mobilar-Gegenstände als:- 1 Büffet(Rußb.) 1 Vertikow(Nußb.) 2 Tische(Nußb., dav. 1 mit 2 Einlagen), 1 rotes Plüschsofa, 1 Ledersofa. 6 hell eich. Rohrsitzstühle(neu), 4 Nußb. Rohrsitzstühle, 1 Trumeauxspiegel, 1 Spiegel in Goldrahmen, 1 Servierkisch, 1 Elagere, 2 Paneelbretter, 1 Polstersessel mit rotem Damast, 2 Uebergardinen mit Vorhang in grünem Tuch mit Messingstangen, 1 Kronleuchter, elektr., Lampen mit 6 Kerzen, 1 Zuglampe, elektr., 1 Klavierlampe, 1 Paar Kandelaber, 1 Paar Messingleuchter(Prozessionsstücke) 1 Füllofen, 1 kleiner Regulierofen, 1 Petrol. Kochofen, 1 Pekrol. Heizöschen, 1 Bett mit Matratze und Keilkissen, 1 Kinderbetichen, 1 Küchenanrichte, 1 Küchenschrank, 1 Eckschränkchen, 1 Küchentisch, 2 Küchenstühle, 1 Sitzbadewanne, 1 Kinderbadewanne, 1 Kinderwagen, 1 Kindertischchen mit Sesselchen, 1 Kinderslühlchen, 1 Vogelbauerständer, 1 Tafelaufsatz, 1 Kleiderfigur, Bilder, Nippsachen usw. usw. öffentlich freiwillig auf Kredit gegen gute Bürgschaft verkaufen. Die Gegenstände befinden sich in gutem Zustande und sind am Verkaufstage zu besichtigen. Bekräge bis 20 Mk. sind gleich zaylbar. Erkelenz, Telefon 17.. Paul Wilms. Verkauf zu Granterath. tontag den 6. Oklober cr., nachmiltags 2 Uhr, werde ich auf dem früheren Scheibenstand zu Granterath: 70 qm. Tannenbord, 1 Partie Tannenhölzer,(9X9 cm.) 1 Partie eich. Balken, cr. 200 Meter Zaundrahl, cr. 70 Eisenpfähle, cr. 2000 steine— auf Abbruch— öffentlich freiwillig auf Kredit gegen Bürgschaft verkaufen. Versammlung in der Wirtschaft Ferfer, Granterath. Erkelenz, Telefon 17.. Paul Wilms. 358 10 4 3 2 Vereinskalender: Marianische Jünglingskongregation. Sonnlag den 28. September in der hl. Messe um 7 Uhr gemeinschaftliche hl. Kommunton. Nachmittags um 2 Uhr Andacht mit Predigt in der St. Antoniuskirche zu Moorshoven. Am Monlag den 29. September, vormittags 10 Uhr, läßt Herr Wilhelm Wefers in seiner Wohnung zu Moorshoven wegzugs halber: 1 Glasschrark, 1 Fliegenschrank, 1 Gaskocher mit Tisch, 1Wringmaschine, eine Partie Stühle, eine kleine Schiebkarre, 1 Einmachkübel, Töpfe und verschiedene andere Gegen= stände öffentlich verkaufen. Beeck. Ed. Herold. Kuckumer Kirmes! Sonntag den 28. und Montag den 29. September: Tanzvergnügen Wilhelm Hermanns. bei raniiskasermarkt 13 INdsSe, I gegeaüber der Patersklrche 1 nimmt Spareinlagen in jeder Höhe an und zahlt 3½% Zinsen bei täglicher Abhebung und 4% bei ½jährl. Kündigung. Biergläser, ½ Liter und ½ Liler, Aufnehmer, extra groß, weiße Friedensware Ww. Jos. Kirchstraße 1. Am Montagmorgen trifft ein: Transpork hochtrag. 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