22. Jahrgang Nummer 286 Haupfgeschäftsstelle und Schriftleitung: Düsseldorf. Pressehaus am Martin Luther Platz Auruf: 20471. Nachtruf: Schriftleitung 225 51, Anzeigenannahme 2 25 24. Pförtner 224 84. Drahtwort: Drosteverlag Düsseldorf. Postscheckk. Essen 964. Reichsbank Düsseldorf Kto 36/8612. Monatlicher Bezugspreis: Durch Boten 2.60 RM. und 30 Rpf. Botenlohn, dureb die Post 2.90 RM. einschließl. 18.6 Rpf. Postzeitungsgebühr zuzügl. 36 Rpf. Bestellgeld. Anzeigenpreis: 1 mm hoch, 22 mm breit. 18 Rpf.: Textzeile 1 mm hoch, 84 mm br., 90 Rpf. Preisliste Nr. 3. Droste Verlag Düsseldort Illustrierte Tageszeitung für Politik IVerkehr: Sport, Kunst Freitag, 5. Dezember 1941 Geschäftsstellen: Aachen. Adalbertstraße 1. Ruf 307 26. Berlin SW 68, Friedrichstraße 203. Ruf 11 29 47/48. Bielefeld. Bahnhofstr. 36. Ruf 64 84. Dortmund. Hiltropwall 2, Ruf 250 50. Duisburg. Königstr. 9. Ruf 206 02. Essen, Hollestraße Ih, Ruf 32357. Frankfurt a. M., Kirchnerstr. 10. Ruf 24087. Hannover. Georgstr. 52, Ruf 966 90. Koblenz. Markenbildchenweg 12. Ruf 38 96. Köln, Zeppelinstr. 2, Ruf 22 50 82. Saarbrücken I. Eisenbahnstr. 37. Ruf 2 06 40. Wien III. Eslarngasse 1. Ruf B58337. Wuppertal-Elberfeld, Adolf-Hitler-Straße 79. Ruf 27133. Einzelpreis 20 Rpf. Anglo=amerikanische Angriffspläne gegen Französisch=Westafrika Wie steht's heute mittag? Der gestrige OKW.=Bericht ist ein Ehrenblatt der Kriegsmarine, und zwar im besonderen für ihre kleinen Einheiten. In der Ostsee kam es zu der wahrhaft abenteuerlichen Aufbringung des größten sowjetischen Truppentransporters Josef Stalin, der mit seinem Namen dem ganzen Vorfall schon fast den Beigeschmack eines Sinnbildes gegeben hat. Daß gerade die kleinen Kriegsboote immer wieder einen Unternehmungsgeist an den Tag legen, der mit seinem Schneid und seinen Erfolgen weit über das hinausreicht, was im eigentlichen Aufgabenbereich und in der beschränkten Kampfkraft dieser Fahrzeuge zu liegen pflegt, zeigt auch das Seegefecht im Kanal. Hier hat ein deutscher Sperrbrecher, also ein Fahrzeug, das im allgemeinen anderen Schiffen den Weg durch minengefährdete Gewässer freilegt, zwei britische Schnellboote versenkt und zwei weitere mit Volltreffer beschädigt. Vorpostenboote, die dem Sperrbrecher zu Hilfe kamen, versenkten im weiteren Verlauf ein britisches Kanonenboot und schickten ebenfalls ein britisches Schnellboot schwer beschädigt heim.— Vor Moskau hat der deutsche Angriff trotz verzweifelter Abwehranstrengungen der Sowjets weiter an Boden gewonnen. Moskau selbst berichtet, daß die deutschen Panzerdivisionen mit überlegener Waffenwirkung von Norden, Süden und Westen weiter vorstoßen. Auch die wilden Offensivversuche der Bolschewisten bei Rostow und im Donezgebiet vermögen also den bolschewistischen Verteidigern in der Mitte der Front keine Entlastung zu bringen. Im Nordabschnitt liegt die Murmanbahn mit den Nachschubzügen des Gegners im Bombenfeuer der deutschen Stukas.— Für den Stand der Kämpfe in Nordafrika ist die Meldung bezeichnend, die der New=Yorker Rundfunk im Einvernehmen mit dem britischen Informationsministerium ausgab. Sie lautet:„Die allgemeine Lage, so erklärt man an maßgebender Londoner Stelle, ist durch die Fallen, die General Rommel in Libyen gestellt hat, sehr verwirrt. Diese Operationen können daher nicht planmäßig fortgeführt werden. Die Dinge sind sehr verzwickt, und es ist jetzt noch zu früh, den Ausgang der Schlacht in Libyen vorauszusagen.“ Damit ist genug über das ausgesprochen, was mit so viel krampfhafter Verlegenheit umschrieben werden sollte. * Der Alltag der Vorpostenboote ist aufreibend, voller Mühseligkeiten und Gefahren. In weit auseinandergezogener Bewachungslinie liegen die kleinen Fahrzeuge, die vor dem Kriege meist in der Fischerei tätig waren, weit draußen auf See und erfüllen nun schon zweieinviertel Jahre hindurch Tag und Nacht ihren aufreibenden Dienst. Er ist eine schlechte Gelegenheit zu lautem Ruhm, aber wer diese ständigen, so oft erfolgreichen Auseinandersetzungen dieser nur schwach bewaffneten Schiffe mit den Fliegern und leichten Seestreitkräften des Gegners verfolgt hat, der begreift, daß sich hier unter entsagungsvollen Umständen ein hohes Soldatentum bewährt. Joachim Ringelnatz, der im Weltkriege monatelang auf einem Vorpostenboot draußen vor der Ems= und Jadebucht dabei gewesen ist, hat den Nöten und Beschwernissen dieser Seemannschaft in seinen Erinnerungen ein melancholisch=heiteres Ehrenmal gesetzt. Der Dichter, der nach dem Kriege vielleicht wiederum den Wächtern vor den Küsten Seelieder singen wollte, müßte wohl auf die gleichen Bilder zurückgreifen, die sich für den Vorpostenmann aus Sturm und Wetter, Kameradschaft, Arger, Kampf und Einsamkeit zusammensetzen. Es ist, als habe ein freundlicher Kriegsgott jetzt vieles gutmachen wollen, was er dieser tapferen, aber so unbekannt in der Stille wirkenden Waffe bisher an allgemeiner Beachtung versagte. Die achtzig deutschen Marinemänner auf den zwei Vorpostenbooten, die am Mittwoch den havarierten Transvorter der Sowjets von 12000 BRT. mit 6000 Soldaten an Bord kurzerhand an die Schleppleine nahmen und mitsamt seiner wehrhaften Fracht in einen deutschen Hafen einbrachten, haben ein Seemannsstück vollführt, dem auch in der an gewagten Bravourleistungen nicht armen Geschichte der deutschen Kriegsmarine über die Gegenwart hinaus ein Sonderplatz sicher ist. * In Hellas hat es keine Sibyllen gegeben. Zwar machen sie schon im 5. Jahrhundert v. Zw., heranschreitend aus dem Orient bis an die Peripherie des griechischen Kulturkreises, von sich reden, freilich ohne jemals in Hellas volkstümlich zu werden. Einmal ist eine solche Frau bis nach Delphi vorgedrungen und hat sich dort, nach ihrem eigenen Bekenntnis, eine Niederlage geholt.— Hat diese kühne Frau etwa mit dem delphischen Gotte gekämpft? Dazu bot das Ritual keine Handhabe; vielmehr hat sie nur, wie alle Besucher des Weiheortes, um eine persönliche Auskunft gebeten. Hierin nun tut sich der trennende Abgrund zwischen orientalischer und hellenischer Zukunftsschau vor uns auf. Ungefragt sprach der leise Gott des Lichtes überhaupt nicht— wenn aber gefragt, nur zu dem einzelnen Menschen, ob König oder Privatmann. Der Bescheid, wenn auch dunkel, zielte mitten in die Führung des Lebens hinein—„Weistümer“ als solche ertönten nie am kastalischen Läuterungsquell.— Die Sibyllen dagegen ließen unaufgefordert ihre Zukunftsposaune über ganze Völkerräume erschallen und kündeten deren Geschicke in Visionen von Blut, Strafe und Elend. Merkwürdig ist nun, wie die Römer, im Gegensatz zu den Hellenen, zum krafsesten Aberglauben neigend, dennoch als Lebenspartner ohne jeden Vergleich, die ungeheure Gefahr der inzwischen zu einer enormen Literatur angeschwollenen„Sibyllinen“ abzuwenden verstanden. Sie trafen eine kanonische Auswahl daraus und entzogen diese dem Zugriff und dem Einblick des Publikums, indem sie eine Priestergesellschaft zu ihrer BeFortsetzung 2. Seite zur Abwehr entschlossen Drahtmeldung unseres Sonderberichterstatters Lausanne, 5. Dezember. Der französische Kolonial= minister Admiral Platon äußerte nach seiner Besichtigungsreise durch das französische Kolonialgebiet, die rund 14 000 Kilometer umfaßte, bei seiner Ankunft in Vichy Pressevertretern gegenüber, daß Dakar, das begehrte Objekt der Amerikaner, jeden Angriffsversuch zum Scheitern bringen werde. Der französische Minister unterstrich den gewaltigen Eindruck der Selbstsicherheit, den man heute von einer Reise nach dem französischen Kolonialgebiet mit nach Hause nehmen könne. Auf militärischem Gebiet seien beachtenswerte Anstrengungen gemacht worden, und es seien genügend Mittel angehäuft, um jeden Angrisssveruch zu verhindern. Rüstungsmaterial tresse auch weiter in Französisch=Westafrika ein. Der Minister schloß mit der Versicherung, daß der Marschall moralisch wie materiell auf das Kolonialreich rechnen könne. Diese bedeutsamen Worte des französischen Kolonial= ministers sind sicher auch in London und Washington gehört worden. Die Warnung war allzu deutlich, als daß Herr Roosevelt sich ihr verschließen könnte. Jenseits des Ozeans aber hat im Rummel der Rooseveltschen Abenteurerpolitik die solide Monroe=Doktrin längst ihren Weg in den Papierkorb genommen, so daß man in den USA. gar keine Bedenken mehr hat, den Einmischungswillen der Gankees in außeramerikanische Angelegenheiten laut zu bekunden. Die Tribune de Lausanne prangert diese Ansprüche der Amerikaner folgendermaßen an:„Jenseits des großen Teiches behauptet man unumwunden, Dakar sei für die Amerikaner von lebenswichtigem Interesse. Wenn also ein de Haulle mit seinen Söldnern vor Jahresfrist Dakar angreisen und Franzosen gegen Franzosen einem Blutbad ausliefern konnte, ohne daran durch die Nächstenliebe der Amerikaner gehindert zu werden, so erscheint das heute, nachdem das Leihund Pachtgesetz auch auf den abtrünnigen de Gaulle erweitert worden ist, um so begreiflicher. Es liegt auf der Hand, daß Dakar und Senegal einem vereinten britisch=amerikanischen Angriff preisgegeben sind.“ Selbst in London mußte man zugeben, daß das Frankreich Marschall Pétains um jeden Preis gewillt ist, sein Kolonialreich gegen jeden Angriff zu sichern. Der Londoner Sonderberichterstatter der Neuen Züricher Zeitung, der die Ansicht britischer Kreise weitergibt, bemerkt hierzu wörtlich:„Die Entschlossenheit der Franzosen, Westund Nordafrika gegen angelsächsische Angriffe um jeden Preis zu verteidigen, wird hier als seststehend betrachtet.“ Auch die Times bringt in einem aufschlußreichen Bericht Nachrichten eines Gewährsmannes, der aus Dakar zurückgekehrt sei, und der von sieberhaften Vorkehrungen zur Abwehr eines Angriffs gesprochen habe. Großbritannien und die USA. werden aber nicht nur mit der militärischen Abwehr auf dem schwarzen Erdteil zu rechnen haben, sondern auch gleichzeitig mit dem Widerstand der weißen und schwarzen Bevölkerung, die durch ihre Treuekundgebungen bewiesen hat, daß sie einmütig hinter dem Marschall und seinem Aufbauwerk unter dem Leitspruch„Frankreich und sein Kolonialreich den Franzosen“— und nicht den Briten!— steht. Stützpunkte in Mittelost Drahtmeldung unseres Sonderberichterstatters Ankara, 5. Dezember. Wie hier verlautet, hat der Oberbefehlshaber des Fliegerkorps der nordamerikanischen Armee. Generalmajor Brett, am Dienstag in Kairo bekanntgegeben, daß anerikanische Instrukteure nach dem mittleren Orient kommen werden, um dort Versorgungs= und Ausbesserungsstützpunkte einzurichten. Alle in Nordamerika zusammengestellten und von beitischen Fliegern geflogenen Maschinen des mittleren Ostens werden diesen Stützpunkten zugeteilt, die unter unmittelbarer Aufsicht der Regierung der Vereinigten Staaten stehen. Die Bekanntgabe von Verstärkungen der britischen Luftslotte in Mittelost durch nordamerikanische Maschinen sei, wie gut unterrichtete Kreise erklären, auf persönlichen Wunsch des Generals Auchinleck erfolgt, der diese Tatsache bei den ihm unterstellten Streitkräften propagandistisch auszuwerten gedenke. Generalmajor Brett hat ferner bestätigt, daß amerikanische Flieger auf Malta stationiert sind. PK. Kriegsberichter Wurm(Atl.) Deutsche Nachrichtenheiferinnen, die im Südosten eingesetzt and. bewundern das Minarett einer Moschee Funkbilddes„„ Presse-Hoffmann Reichsmarschall Göring und Marschall Pétain bei ihrer Besprechung in St. Porentin-Vergignv. Links Darian, in der Mitte Marschall Pétain, rechts Reichsmarschall Göring Fortgang der Kämpfe in Libnen Drahtmeldung unseres Sonderberichterstatters Rom, 5. Dezember. Wie ein Bericht von Stefani zu der Lage in der Marmarica feststellt, weist die Schlacht im Grunde dieselben Züge auf wie in den vergangenen Tagen: Heftige Angriffe und Gegenangriffe der beiden Seiten in einem schwer festzulegenden Kampfgebiet. Mit Sicherheit ergebe sich jedoch, daß in den einzelnen Operationen, vor allem bei den Engländern, weder die Stoßkraft noch die Schnelligkeit festzustellen sei. die den Beginn der Schlacht charakterisiert hätten. Es sei, so betont der Bericht, verständlich, daß sich nach so viel Tagen rastlosen Kampfes unter den ungünstigsten Witterungsverhältnissen Erschöpfungserscheinungen bemerkbar machten, die auf beiden Seiten durch immer größer werdenden Versorgungsschwierigkeiten an Lebensmitteln, Brennstoffen und sonstigem notwendigen Kriegsgerät erhöht würden. Die Achsenstreitkräfte seien jedoch nach wie vor im Mittelsektor besonders tätig und hätten in den letzten 48 Stunden beträchtliche Mengen an Gefangenen und Kriegsmaterial einbringen können. Nach einem Frontbericht von Giornale d'Italia ist die wichtige Eisenbahnlinie, die von Alexandria über Fuka nach Marsa Matruk führt, am Dienstagabend in acht aufeinanderfolgenden Wellen von italienischen Bombern angegriffen worden. Angesichts der schlechten Sichtverhältnisse gingen die italienischen Maschinen bis auf wenige Dutzend Meter herab, um in der eintönigen Ebene die Gleisstränge ausmachen zu können. Im Laufe des Mittwochnachmittags meldeten italienische Aufklärungsflugzeuge südlich von der Oase Gialo bedeutende feindliche 100 000 Fischer reiten u Kraftwagenansammlungen, die mit zahlreichen leichten Panzergeschützen in der Wüste lagerten. Offenbar handelte es sich um Brennstoff= und Lebensmittelversorgungskolonnen für die in Gialo befindlichen britischen Streitkräfte. Bevor der Gegner Zeit hatte, das Lager abzubrechen und die einzelnen Fahrzeuge auf der endlosen Ebene zu verstreuen, waren die italienischen Luftgeschwader zur Stelle, die die eng zusammenstehenden Wagen mit Spreng= und Brandbomben belegten. Französische Freiwillige im Kampfe gegen den Bolschewismus Drabtmeldung unseres Sonderberichter statters Vichn, 5. Dezember. Eine weitere Anzahl von Freiwilligen hat dieser Tage Marseille in Richtung Paris verlassen, um in die Reihen der französischen„Legion zum Kampfe gegen den Botschewiomis" zu treten.————— Wieder Zusammenstöße in Palästina Drahtmeldung unseres Sonderberichterstatter Lissabon, 5. Dezember. Aus Alexandrette verlautet, daß es am Dienstag in der Nähe von Nablus zwischen stark bewaffneten Arabern und englischen Truppen zu einem neuen blutigen Zusammenstoß gekommen ist. Die Aufständischen haben sich eines britischen Militärtransportes bemächtigt, nachdem sie die Begleitmannschaften in die Flucht geschlagen hatten. Als Vergeltungsmaßnahme ließen die Engländer sechs palästinensische Nationalisten hinrichten, die mit vielen anderen Geiseln in Sebustyich gefangengehalten wurden. ber das Asowsche Meer Kleiner Querschnitt durch die Akraine Wenn unser Interesse heute auf Grund der letzten Ereignisse der Ukraine gilt, so geschieht dies nicht nur aus dem Umstande heraus, daß Deutschland zur Ukraine stets in besonders guten Handelsbeziehungen stand, sondern in besonderer Berücksichtigung des Umstandes, das die Ukrainer zweimal in ihrer Geschichte eine Blutmischung mit den Germanen erlebten, eine Blutmischung, die noch heute diesem Volk den Stempel aufprägt. Das erstemal mit den West= und Ostgoten, die einige Jahrhunderte lang das Gebiet der heutigen Ukraine beherrschten, von denen ein Teil im Lande blieb, während ihre anderen Volksgenossen weiter nach dem Westen wanderten. Die zweite Blutmischung erfolgte mit dem skandinavischen Volke der Waräger, die ebenso wie Ost= und Westgoten in der einheimischen Bevölkerung aufgingen. Diese Blutmischung bildet das erste Glied in der langen Kette der Beweise, daß die Akrainer keine Russen sind, sondern eine eigenartige alte Mischung, die vollkommen verschieden von der polnischen oder russischen ist. Wir haben in der heutigen Ukraine nichts anders als die Urheimat der indogermanischen Stämme vor uns, den Sitz des indogermanischen Stammvolkes, und die Ukrainer sind von allen indogermanischen Völkern das einzige, das bis heute auf seinem ursprünglichen Mutterboden verblieben ist. Aus diesen Völkern ist die heutige ukrainische Nation hervorgegangen. Name und Volk Der Name Ukraine bedeutet Grenzmark. Sie ist tatsächlich das Grenzland Europas gegen Asien. Klimatisch, geologisch, biogeographisch, sie liegt an den Grenzen der europäischen Völker, an der Grenze des Slaventums und an der Grenze der europäischen Kultur. Das wichtigste Merkmal des ukrainischen Volkes ist seine Verbundenheit mit dem Schwarzen Meer. Die ukrainische Küste des Schwarzen Meeres beginnt am Donaudelta und endet an den westlichen Ausläufern des Kaukasus. Die Steppenplatte bricht steil in das Meer ab, nur wo ein Fluß mündet, wird dieser Abfall unterbrochen. Die Westküste der Krim zeichnet sich durch besondere, gegen Süden immer höher werdende Steilabfälle aus. Der Steilabfall des Jailagebirges ist durch die Abrasionstätigkeit des Meeres in eine herrliche Küstenlandschaft verwandelt worden, die Eruptivgesteine bilden prachtvolle Klippen, zwischen denen Häfen und Buchten liegen. Der ewig blaue Himmel, das prachtvolle Klima an diesem Teil der Küste und die wundervolle Landschaft haben dort ganze Städte von Erholungsheimen und Lungenheilanstalten erstehen lassen. Anders die halbkreisförmige Bucht von Feodosija, die Küste wird dort niedrig, es bilden sich salzige Strandseen und Nehrungen. Ebenso die Küsten der Straße von Kertsch. die in das Asowsche Meer führt Der merkwürdigste Teil des Asowschen Meeces ist der Ssiwasch, ein Meeresteil, der durch eine hundert Kilometer lange Nehrung vom Asowschen Meere abgetrennt ist. Die rotlehmigen Ufer, die Salzsümpfe und Inseln, das brackige, stinkende Wasser haben dem Ssiwasch den Namen„Faules Meer“ gegeben. Die Hafenarmut, die Abgeschlossenheit und die Abgelegenheit von den Hauptlinien des Weltverkehrs haben die Ukrainer von der Seefahrt abgehalten, die Küstenbewohner sind Fischer geblieben. Das kühn aufragende Hochgebirge des Kaukasus bildet den Grenzpfeiler der Ukraine gegen Osten. Wie eine Felswand liegt dieses Gebirge zwischen Europa und Asien. Auf einer Strecke von 700 Kilometer gibt es nur zwei Übergänge unter 3000 Meter. Er ist somit schwerer überquerbar als die Alpen. Die Ebenen der Ukraine bilden einen wahrhaft ungeheuren Raum. Zusammengenommen erreicht die Oberfläche dieser Ebene die Hälfte der Oberfläche Europas. Die Ukrainer— eines der höchstgewachsenen Völker Euraggs Die Ukrainer sind eine vollkommen selbständige, slawische Nation mit germanischem Einschlag. Das alte ukrainische Reich von Kyjiw ist seit dem heiligen römischen Reich deutscher Nation gleichaltrig. Die Entwicklung wurde allerdings durch die 500 Jahre lange Tartarennot gehemmt. Der Mongolenansturm des 13. Jahrhunderts vernichtete den alten Staat von Kyjiw und bildete den Übergang zur Tartarenherrschaft. Die Ukraine kam unter die Herrschaft Litauens und Polens, Länder, die keineswegs geeignet waren, solch altes Kulturvolk zu fördern. Da ermannte sich die ukrainische Nation. Sie schuf die großartigste kriegerische Organisation, die je ein Land in früheren Jahrhunderten besessen hatte: das ukrainische Kosakentum. Im 17. Jahrhundert wurde das polnische Joch abgeschüttelt, es entstand die Kosakenrepublik. Sie wurde als Lehenstaat Rußland angegliedert. Rußland brach jedoch die Verträge und teilte die Ukraine mit Polen. Polen und Russen waren sich in einer Sache klar: es gibt keine Ukraine, sagten sie. Die Verschiedenheit der Sprache, der Kultur wurde als Ausfluß literarischer Bestrebungen abgetan. Auf die Dauer konnten diese Unterdrückungsmaßnahmen nicht die nationale Idee in der Ukraine töten, aber sie vermochten etwas anderes: in Europa vergaß man, daß in der Ukraine mehr als dreißig Millionen Menschen lebten, die ihre eigene Sprache, ihr eigenes Volkstum und ihre eigenen nationalen Ziele besaßen. Nicht die Tatsache, daß die Ukraine in einem anderen Staat leben mußte, wirkte sich ungünstig aus— sondern lediglich die Tatsache, daß man dieser Nation kein eigenes völkisches Dasein innerhalb des großen russischen Staates vergönnte. Das ukrainische Landvolk ist in seinem Volkstum zu kernfest, daß es nicht einmal in ostsibirischen Kolonien im Laufe von Jahrhunderten russifiziert wurde. Betrachten wir das Volk der Ukrainer einmal vom anthropologischen Standpunkt. Der mittlere Wuchs des Ukrainers beträgt 168 Zentimeter. Er gehört somit zu den höchstgewachsenen Völkern Europas. Die Kubanjukrainer erreichen eine mittlere Höhe von 171 Zentimeter. Der Unterschied im Wuchs fällt im Vergleich mit den Russen schon von weitem auf. da die Russen stark mit mongolischen Elementen gemischt sind. Auch an Brustumfang übertreffen die Ukrainer alle Nachbarvölker. Die Nase ist gerade und schmal. Es würde hier zu weit führen, alle rassischen Merkmale statistisch anzuführen. sie zeigen jedenfalls wenig anthropologische Ahnlichkeit mit den Polen, Weißrussen oder Russen. Sie sind also keineswegs polonisierte Russen oder russifizierte Polen, wie vielfach behauptet wurde. Neun Zehntel des Volkes schaffen in der Landwirtschaft Der gebildete Ukrainer erlernte in den Schulen— und dies mit Mühe— die russische Sprache. Das Landvolk verstand und versteht nicht Russisch, und mußte in früheren Jahrzehnten viel Leid ertragen, da es der Amts= und Gerichtssprache unkundig war. Wortschatz und Lautcharakter sind gänzlich verschieden. Wirtschaftlich ist die Ukraine hinter allen ihren Nachbarn zurückgeblieben. Schon bei der Jagd und Fischerei, diesen Urformen des Wirtschaftslebens eines Volkes, sehen wir, daß der Raubbau Wild und Fische arg ausgerottet hat. Die Seefischerei erzielt nur 24 Millionen Kilogramm Fische, ein chlechtes Eregbnis für die weite Meeresküste. In den Flußmündungen wird bedeutend mehr gefangen, mehr als 140 Millionen Kilogramm jährlich. Im Winter werden auf dem gefrorenen Asowschen Meere mit zwei Kilometer langen Netzen unter dem Eis Fische gefangen, wobei sich oft mehr als hunderttausend Fischer versammeln, von denen gut die Hälfte beritten ist. Die dichten Netze fangen die Brut mit ab, die weggeworfen wird. Schonzeiten werden nicht eingehalten. Eine geregelte Bewirtschaftung der Fischerei könnte hier Nahrungsmittel für mehrere hundert Millionen Menschen heranzüchten. Etwas mehr als hunderttausend Quadratkilometer der Ukraine bestehen aus Wald. Im Verhältnis zur Gesamtfläche ist die Ukraine daher waldarm. Nicht einmal 0.1 Prozent der Bevölkerung beschäftigt sich mit der Waldwirtschaft. Der Ackerbau bildet seit den Uranfängen der Geschichte der Ukraine die Hauptbeschäftigung ihrer Bevölkerung. Neun Zehntel des Volkes beschäftigen sich mit der Landwirtschaft. Das Klima der Ukraine begünstigt die Kultur von Getreide wie kein anderes Land. Drei Viertel der Ukraine liegen im Schwarzerdegebiet, und sogar die schlechteren Bodenarten sind den besseren Bodenarten Deutschlands ebenbürtig. Unter den Getreidearten nimmt die erste Stelle der Weizen ein. Roggen wird im Norden und Westen angebaut, Gerste in der Südukraine, auch Gemüse= und Obstkultur ist stark entwickelt. Die Viehzucht ist natürlich überall eng an den Ackerbau gebunden— Rindvieh, Pferde, Schweine und Schafe werden in allen Teilen des Landes gezüchtet. Daneben spielt die Federviehzucht eine große Rolle. An Mineralschätzen werden in der Ukraine Silber und Blei gewonnen. Kupfererz im Donezplateau und Quecksilber. Wichtig ist die Manganproduktion in der Umgebung von Nykopyl am unteren Dujepr. Aber alle Metallschätze verschwinden neben dem ungeheuren Eisenreichtum des Landes. Die meisten Lager sind noch nicht genügend ausgebaut. Das wichtigste Zentrum der Eisenerzgewinnung ist Krywyj Rih. Ebenso wichtig sind die großen Kohlenfelder im Donezplateau und die Erdölgebiete, die sich von dem Ostzipfel der Krim und der Tamanshalbinsel bis zum Kaspischen Meer erstrecken. Der Großteil ist noch nicht erbohrt. A. von Thayer. Wie steht's heute mittag? Fortsetzung von Seite 1 wahrung einsetzten und in Notzeiten dann diese Priester beauftragten, den kritischen Augenblick in den Sibyllinen nachzuschlagen. Auf diese Weise durfte sogar der jeweils stärkste politische Mann im voraus einer brauchbaren Auskunft gewiß sein, die ihm zudem, weil er ja keineswegs selber vom Aberglauben verschont war, Mut und Kräfte noch mehrte. Man könnte behaupten, es sei auf Umwegen in Rom der Sinn des Orakels von Delphi wiederaufgefunden worden, wenn nicht die Hintergründe von dort und hier so verschieden wären. Denn hinter dem Dreifuß der Pythia ragte der Gott, der den Menschen auf seine einzige Verantwortung stellte— hinter den Regalarchiven der Sibyllinen verbarg sich der Staat, der von Menschen nicht wußte und erst vom Mißerfolg her den Menschen, den römischen Bürger, zur Verantwortung zog. * Allbekanntlich sind die Bolschewisten auf das rücksichtsloseste mit dem Eigentum der begüterten russischen Adelsfamilien unter der Zarenherrschaft umgegangen. Ein Beispiel dafür bietet allein die schnöde Behandlung, die man dem Eigentum der Jussupoffs hat angedeihen lassen. Das waren steinreiche und weiland bei Hof angesehene Leute. Man entsinnt sich, daß einer von ihnen sich nicht gerade rühmlich dadurch hervorgetan hat, daß er im Bunde mit andern Adligen den Abenteurer und Schwärmer Rasputin auf höchst grausame Weise ermordete. Die Jussupoffs besaßen nun u. a. ein herrliches Schloß in der Krim. Und zwar in deren herrlichsten Teil, in der sogen.„Riviera der Krim“, die sich durch ihr mildes, fast südliches Klima auszeichnet. Ohne jedes Bedenken hatte der russische Außenminister Molotow von diesem wunderschönen Landsitz, der seit dem Sturz des Zarentums leer stand, Besitz ergriffen und sich dort wohnlich eingerichtet. Leider haben sowjetrussische Soldaten das Schloß, das jetzt von unseren Truppen besetzt ist, völlig zerstört. Unter anderem sind die kostbaren Wandteppiche, die dort hingen, ihrer Vernichtungswut zum Opfer gefallen. Sie stellten zum Teil Szenen aus der Sage der Iphigenie dar, die ja hier in der Krim, dem Tauris der Alten, unter dem König Thoas als Priesterin weilte und Menschenopfer darbringen mußte. Der wundervoll gewebte farbige Wandschmuck des Schlosses ist nun teilweise für immer aus der Welt geschafft und vertilgt worden. Lynkeus Spaniens Filme- für Spaniens Kulturkreis Eine Welle neuer Aktivität ersaßt die Filmschaffenden Madrid, Ende November. Die Wege der spanischen Filmpolitik zeigen sich deutlich an den wichtigen Verordnungen, welche in den letzten Wochen das Madrider Industrie= und Handelsministerium, dem Carceller Segura vorsteht, erlassen hat. Sie offenbaren Spaniens Willen, den einheimischen Film mit staatlicher Unterstützung qualitativ und quantitativ zu heben. Der Film als kommerzieller, politischer und geistiger Faktor wird heute auf der Halbinsel sehr beachtet, dem entspricht andererseits die nicht minder große Regsamkeit in der hiesigen Filmwelt, der Produktionseifer, die Zahl der Pläne und Projekte. In acht Ateliers, davon sich vier in Madrid und vier in Barcelona befinden, und davon einige durchaus schon moderneren Ansprüchen genügen, wird zur Zeit gedreht. Das große Atelier in Aranjue soll demnächst wieder eröffnet werden. In Madrid ist ein weiteres Atelier im Bau. Man rechnet für das Filmjahr 1941/42 mit über dreißig langen Spielfilmen. Mittels drei Institutionen nimmt der Staat auf den Film Einfluß. Da ist das Departemento Nacional de Cinematograsia im Innenministerium, das für Zensur, Dreherlaubnis sowie allgemeines Filmleben zuständig ist. Da ist ferner die Subcomission Reguladora de la Cinematogratia, eine Stelle im Industrie= und Handelsministerium für Import und Export. Weiter gibt es das halbstaatliche Sindicato Nacional del Espectaculo, innerhalb der nationalsyndikalistischen Organisation der Falange Espafiola Tradicionalista, das die Gruppen Theater, Film, Musik, Zirkus, Sport und Stierkampf umfaßt. Der Leiter der Gruppe Film ist übrigens jetzt Vizepräsident der Internationalen Filmkammer. Nachdrückliche Förderung der einheimischen Produktion Beschränkung der Einfuhr ausländischer Filme wegen Devisenersparnis und zum Schutze des eigenen Films, Förderung der spanischen Produktion und Ausfuhr, das sind die Tendenzen der Verordnungen der letzten Zeit. Ein anderer Gedanke war der, die Einfuhrabgaben für ausländische Filme zu erhöhen und mit den daraus fließenden Geldern den einheimischen Film zu unterstützen. Neuerdings besteht die Verpflichtung, jeden ausländischen Film, soweit er nicht ohnehin in spanischer Sprache ist, spanisch nachsprechen zu lassen. Man will von nun an nur mehr jenen Firmen oder Personen die Einführung ausländischer Filme gestatten, die selber Filme in Spanien herstellen oder jetzt damit beginnen. Für jeden Film, den ein Importeur dreht— er muß mindestens 750000 Pesetas gekostet haben, also ziemlich an den durchschnittlichen Gestehungspreis von einer Million Pesetas herankommen und ein gewisses künstlerisches Niveau erreichen — für jeden solchen Film darf er, je nachdem, drei bis fünf Filme einführen. Auch hier Filmkredite und Staatspreise Der Einfluß des Syndikats auf die künftige Filmptoduk= tion Spaniens ist gewaltig. Der Spezialsonds zur Förderung der einheimischen Produktion ist nämlich dem Syndikat anvertraut, und dem Fonds fließen aus den Einfuhrabgaben erhebliche Gelder zu. Es wurde ein Filmkredit eingerichtet, der jedem spanischen Produzenten offensteht. Mit ihm will man erreichen, daß sich die Manuskriptverfasser freier entfalten können, daß mit dem Monopol gebrochen wird, welches die Möglichkeit des Produzierens auf die Kapitalkräftigsten beschränkt und daß sich die Produktionszahl als solche erhöht. An diesen Kredit sind wirtschaftlichkünstlerische Bedingungen geknüpft. Als Belohnung, Ehrung und tatkräftige Unterstützung gedacht, wurden in Spanien erstmals staatliche Filmpreise geschaffen. Eine ewige Klage der Filmindustrie wie auch der schriftsteller ist die Frage des Manuskripts. Das Syndikat hat jetzt ein Preisausschreiben für Manuskripte erlassen. Spanische wie spanisch=amerikanische Autoren können sich daran beteiligen; diese, soweit sie in Spanien wohnen. Die fünf besten von den Manuskripten— sie müssen bis 31. Dezember eingereicht sein— werden mit je 50000 Pesetas ausgezeichnet. * Einfluß auf den Spielplan— Stipendien Im Spielplan der spanischen Kinos ist der Anteil des einheimischen Films bereits gewachsen. Er soll sich noch steigern. Deshalb ist jetzt vorgeschrieben, daß im Programm eines Filmtheaters mindestens nach sechs Wochen Auslandsfilm ein spanischer Film den Spielplan unterbrechen muß. Auch ein Erfolgsfilm, der sich vielleicht noch länger halten könnte, muß dann einem spanischen weichen. Ferner hat jedes Kino bei jeder Vorführung einen einheimischen Kurzfilm zu zeigen. Der Mängel seines jungen Films ist sich Spanien durchaus bewußt. Man weiß, daß sich mit der Quantität auch die Qualität heben muß. Der Chef des Sindicato Nacional del Espectaculo, der Schriftsteller Tomas Borras, wies im Zusammenhang mit den neuen Maßnahmen darauf hin, daß der spanische Film in Europa mit Respekt und mit aller Liebe betrachtet würde. Deutschland habe die Internationale Filmkammer geschaffen und habe das Vizepräsidium Spanien eingeräumt.„Die Stellung Spaniens im europäischen Film wird also leitend und mitarbeitend sein. Deshalb ist die Verbesserung unserer Filme unerläßlich.“ Der Staat tut darum ein weiteres. Auf der Basis des Filmfonds wurden zeha Stipendien für junge Filmschaffende gegründet, für jedes mehr technische Fach, wie Regie, Montage, Photograpie, Ton, Kulturfilm, Wochenschau usw. ein Stipendium, zu jeweils halbjährigem Studium in jenen europäischen Ländern, welche die bestentwickeltste Filmtechnik haben. Kein Zweifel, daß auch in Deutschland bald die ersten„Filmpraktikanten“ aus Spanien auftauchen werden. Die Filmpläne der spanischen Regierung sind damit noch nicht erschöpft, so bedeutsam auch bereits die neuen Schritte sind. Der Plan einer spanischen Wochenschau soll noch verwirklicht werden, nicht zuletzt auch wegen des mit so viel Liebe kultivierten Gedankens der Hispanität. Man bedauert hier, daß es noch keine Wochenschau gebe, welche wenigstens das Leben der großen iberozamerikanischen Familie widerspiegle und mit einem brüderlichen Band umschließe. Man bedauert auch, daß man den drüben dominierenden angelsächsischen Hollywood= Filmen in Spanisch=Amerika noch nicht entsprechend mit spanischen Filmwerken entgegenwirken könne; wie man hier überhaupt gern an die 150 Millionen der ibergramerikanischen Welt als einem einzigartigen Absatzmarkt denkt. Freilich ist man sich darüber im klaren, daß das so lange theoretische Betrachtungen bleiben müssen, als sich der spanische Film in der ersten jugendlichen Entsaltung befindet. Schon die Eigenproduktion mancher spanisch=amerikanischen Länder übertrifft die des Mutterlandes. Argentinien stellt rund 60 Filme jährlich her, Mexiko 40, Kuba 10, und darunter entstammt eine ganze Reihe von Filmen vorzüglich eingerichteten Ateliers. Dennoch weist ganz deutlich eine Linie der spanischen Filmbestrebungen über den Ozean hin. Von den 19 langen und 34 kurzen Filmen, welche Spanien 1940 exportiert hat, ist die überwiegende Mehrzahl nach Spanisch=Amerika gegangen. Der Gedanke einer iberoamerikanischen Film=Union ist hier sehr lebendig. Die allgemeine Aktivität, von einem starken Optimismus getragen, welche heute das hiesige Filmleben charakterisiert, wird sich ieser Lieblingsidee weiter auswirken. Wilhelm L. Krist! auch im Sinne dies Das OKW.=Bericht vom Donnerstag Aus dem Führerhauptqnartier, 4. Dezember. Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Denetbecen wurden stärkere seindliche Angriffe unter blutigen Verlusten für den Gegner abgewiesen. Vor Leningrad scheiterten erneute Ausbruchsversuche des Feindes. Die Luftwasse zerstörte eine Teilstrecke der Murman=Bahn und bombardierte Leningrad bei Tag und Nacht.— Finnische Truppen haben Hangs besetzt. Bei der Flucht aus Hangö lief der Tonnen große sowjetische Truppentransporter Stalin au isch 12 000 Tonnen eine deutsch=finnische Minensperre und wurde durch deei Minentreffer beschädigt. Zwei deutsche Vorpostenboote mit einer Besatzung von zusammen 30 Mann nahmen den Transporter in Schlepp und brachten ihn mit den an Bord befindlichen 6000 Soldaten aller Dienstgrade sowie reichlichem Kriegomaterial in einen deutschen Stützpunkt ein. Bei einem Seegesecht im Ranal versenkte ein Sperrbrecher zwei beitische Schnellboote und beschädigte zwei weitere durch Volltresser. Vorpostenboote grifsen in den Kampf ein, versenkten ein britisches Kanonenboot und beschädigten ein Schnellboot schwer. In Nordafrika sanden gestern keine größeren Kampfhandlungen statt. In der Zeit vom 26. November bis 2. Dezember schossen Verbände der deutschen Luftwasse und Einheiten der deutschen Kriegsmarine 44 hritische Flugzeuge ab. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien sechs eigene Flugzeuge verloren. Neuer Kurs der britischen Indienpolitik Drahtmeldung unseres Sonderderichterstatters Ankara, 5. Dezember. Nach den über Kabul eingelaufenen Meldungen hat der passive Widerstand der Inder in den indischen Rüstungsbetrieben derart zugenommen, daß die Arbeitsleistungen bei weitem nicht den britischen Forderungen und Erwartungen entsprechen. Die britische Regierung sah sich aus diesem Grunde gezwungen, die beiden indischen Kongreßführer Nehru und Abul Kalam wieder aus der Haft zu entlassen. Es dürfte, wie es weiter heißt, sogar noch mit weiteren Entlassungen zu rechnen sein, woraus politische Beobachter die Folgerung ziehen, daß Großbritannien eine weitere Zunahme des passiven Widerstandes in Indien vermeiden möchte. alt oder historisch geworden Auch Dr. Soebbels ehrte Mozart Wien, 5. Dezember. Kurz vor dem Abschluß der MozartWoche des Reiches sprach Dr. Goebbels auf einem Staatsakt in der Wiener Staatsoper unter großem Beifall über die Bedeutung Mozarts für unser Volk. Schon in den einleitenden Worten erwähnte er, daß in diesen 150 Jahren, seit er von uns ging, nichts von seinem genialen Schaffen alt oder auch nur historisch geworden sei. Stärker als irgendein anderes künstlerisches Werk der Vergangenheit sei seine Musik in den Besitz der breiten Massen unseres Volkes übergegangen. Wie kaum ein anderer begnadeter Musiker erfüllte gerade er die große Mission der Kunst, die Herzen der gequälten Menschen zu erheben und sie in eine bessere Welt zu entrücken. Der Minister charakterisierte Mozarts fast unvorstellbare musikalische Konzentrationskraft und daß er, der Beherrscher der vollendeten mustkalischen Formen, sich nicht darauf beschränkt hat, nur für Kenner und bevorzugte Stände zu schreiben, sondern ein Volkskünstler in des Wortes bester Bedeutung ist. Ihm heute tiefe Verbundenheit und Dankbarkeit zu bekunden, sei eine menschliche Freude und Genugtung, denn er gehöre uns und werde uns ewig gehören. Niederländische Betriebe auf der Auftragsbörse in Berlin Drahtmeldung unseres Sonderderichterstatters Den Haag, 5. Dezember. An der am 11. Dezember in Berlin stattfindenden großen Auftragsbörse werden nicht nur so gut wie alle Wirtschaftsbetriebe des Reiches, sondern auch die besetzten Gebiete des Westens teilnehmen. Zum erstenmal werden auch holländische Betriebe Vertreter nach Berlin entsenden, so daß sich nunmehr also nicht ausschließlich die östlichen Wirtschaftsgebiete beteiligen. Zwangsweiser Zusammenschluß der Juden in Belgien Drahtmeldung unseres Sonderderichterstatters Brüssel, 5. Dezember. Der militärische Befehlshaber in Belgien hat am 25. November eine neue grundlegende Verordnung über die organisatorische Zusammenfassung der Juden in einem Verband erlassen. Danach werden alle in Belgien lebenden Juden zu einer„Judenvereinigung" zusammengeschlossen, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts mit dem Sitz in Brüssel, die der Aufsicht des Innenministeriums untersteht. Gewisse Ausnahmen von der Mitgliedschaft sind nur für die Juden, die in Mischehen leben, vorgesehen. Zweck dieses zwangsweisen Zusammenschlusses ist, den Juden eine eigene Vertretung zu geben und ihnen die Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten zu ermöglichen, insbesondere die Vorbereitung der Maßnahmen für eine spätere geregelte Auswanderung. Zu den wichtigsten Aufgabengebieten der Judenvereinigung gehört das jüdische Schulwesen. Hierüber ist bereits eine Ausführungsverordnung des Militärverwaltungschefs ergangen, die den Verband verpflichtet, jüdische Volksschulen zu errichten und für die Ausbildung jüdischer Lehrer zu sorgen. Außerdem kann er Schulen mittleren und technischen Unterrichts errichten und Lehrgänge über Probleme der Auswanderung veranstalten. An diesen Lehranstalten dürfen, von der Übergangszeit abgesehen, nur jüdische Lehrkräfte unterrichten. Sobald in Belgien die jüdischen Volksschulen errichtet sind, scheiden alle im schulpflichtigen Alter stehenden jüdischen Schüler aus den nichtjüdischen Schulen aus. Die nicht mehr oder noch nicht im schulpflichtigen Alter stehenden jüdischen Schüler müssen die nichtjüdischen Lehranstalten bereits zum 31. Dezember dieses Jahres verlassen. Mehlschieber vor dem Sondergericht Düsseldors. Wegen umfangreicher Mehlschiebungen hatte sich der 37jährige Bäckermeister Walter Schlick aus Solingen=Wald vor dem Sondergericht zu verantworten. Wie alle Bäcker, hatte er in bestimmten Zeitabständen die eingenommenen Brotmarken in großen Umschlägen gesammelt der Wirtschaftsstelle abzugeben. Auf den Umschlägen war die Zahl der Brotmarken anzugeben. Die Richtigkeit der Angaben wurde hin und wieder geprüft. Bei einer solchen Prüfung ergab sich, daß Schlick sich in den ersten beiden Kriegsjahren insgesamt 5000 Kilo Mehl über sein rechtmäßiges Kontingent erschwindelt hatte, indem er auf den Umschlägen viel höhere Zahlen angab und den Leerraum mit Brotstammkarten und— Packpapier ausfüllte. Vor dem Sondergericht gab Schlick alles zu, beteuerte aber, nur Mehldiebstähle hätten ihn zu den Schiebungen veranlaßt. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis. 15000 RM. Ordnungsstrafe Düsseldors. Der Regierungspräsident— Preisüberwachungsstelle — in Düsseldorf hat gegen den Inhaber einer niederrheinischen Weingroßhandlung eine Ordnungsstrafe von 15000 RM. und 750 RM. Gebühren verhängt, weil er gegen die Anordnung des Reichskommissars für die Preisbildung vom 30. April 1941 über die Preisgestaltung für französischen Konsumwein und gegen die Anordnung des Reichskommissars für die Pkeisbildung über die Festsetzung von Weinverteilerspannen vom 25. Juni 1941 verstoßen hatte. „Deutschlands europäische Sendung“ Essen. Im Rahmen der Sondervortragsreihe der Verwaltungsund Wirtschaftsakademie Industriebezirk(in Gemeinschaft mit den Volkobildungsstätten Dortmund und Bochum) spricht Ministerial= direktor Dr. Friedrich Stieve(Berlin) am Sonnabend, um 17 Uhr, im Festsaal des Alten Rathauses, Dortmund, und am Sonntag, um 10.45 Uhr, im Gebäude der Verwaltungs= und Wirtschaftsakademie, Bochum, Wittener Straße 61, über„Deutschlands europäische Sendung im Laufe der Geschichte". I Wirtschaftliches 1 Ausbau des Versicherungsbestandes im Gerling=Konzern Nach dem erst jetzt vorgelegten Bericht über das Geschäftsjahr 1940 konnten die Gesellschaften ihre Tärigkeit auf Holland, Belgien, Frankreich, Luxemburg, Elsaß und Lothringen ausdehnen. Der Versicherungsbestand erhöhte sich ganz allgemein mit Ausnahme der Kraftfahrversicherung, wo sie unter dem Einfluß des Krieges um rund 10 Mill. RM. zurückgegangen ist. In der Lebensversicherung ist ein Anwachsen des Versicherungsbestandes auf 1,9 Mrd. RM. zu verzeichnen. Die sämtlichen in dem Gerlingkonzern zusammengeschlossenen Gesellschaften vereinnahmten an Prämien 123.2 gegen 132 Mill. RM. Der Rückgang ist die Folge des oben erwähnten schwächeren Geschäftes in der Abteilung Kraftfahrversicherung. In der Gruppe Sachversicherung hat sich das Geschäft im lausenden Jahre so günstig entwickelt, daß der durch die besonderen Verhältnisse des Jahres 1940 verursachte Prämienausfall voraussichtlich wieder aufgeholt werden kann. Der Schadenverlauf war bisher ein befriedigender. Beim Gerling=Konzern Allgemeine Vers.= AG. wird die Aktionärdividende von 12 auf 8 Prozent gesenkt, bei Gerling Leben geht sie von 7 auf 6 Prozent und bei der Magdeburger Lebens=Vers. AG.(Alte Magdeburger) ebenfalls von 7 auf 6 Prozent zurück. Die Gewinnanteile für die Versicherten sind bei allen Gesellschaften aber die gleichen geblieben. Zu: Frage der Erhöhung der Deckungsrücklagen in Verdindung mit den sinkenden Zinserträgen sagt der Bericht der GerlingLeben u. a., daß das anhaltende Abnehmen der Zinserträge auf dem deutschen Kapitalmarkt sich auch für die Lebensversicherungen dahin auswirkt, daß für die Deckungskapitalbildung der im Durchschnitt sehr langfristigen„Lebensversicherungsveriräge auf die Dauer nicht mehr mit der Erzielung des rechnungsmäßig fast allgemein auf 4 Prozent veranschlagten Zinssatzes gerechnet werden kann. Die Lebensversicherungen sind daher gehalten, ihre Deckungsrücklagen zu erhöhen. Die Gerling=Leben hat damit bereits zu einem erheblichen Teile begonnen. Für die Versicherten wird diese Belastung eine entsprechende Senkung der Gewinnanteile zur Folge haben müssen. Im übrigen vertritt zu dieser Frage die Verwaltung den Standpunkt, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen der Einfachheit halber an Stelle von völlig neuen Tarifen eine allgemein gültige Korrektur der bestehenden Tarise in Pauschform vorgenommen werden sollte. Hauptschriftleiter: Franz Tepel. Verlag und Druck: Droste Verlag und Druckerei. Düheldors. Pressehaus. Preisliste Nr. 8. K. G., rwelind une wielst zue viel Romen ven Karl Roben Alle Rechte vorbehalten. 21. Fortsetzung 10. Karin Folk fuhr den kleinen Klaus Dieter spazieren. Es gab da einen schattigen Höhenweg, der werktags wenig begangen wurde und den sie in diesen sommerheißen Tagen bevorzugte. Ein paar Bänke standen hier, und man hatte einen wunderschönen Blick hinab auf die Oder und die grünen Wiesen am jenseitigen flachen Ufer, zwischen denen da und dort ein schmaler Wasserlauf silbern glitzerte. Schlief das Bübchen oder vertrieb es sich in vergnügtem Spiel mit seinen eigenen Beinchen die Zeit, so konnte man hier in der grünen Stille gut seinen Gedanken nachhängen, und diese Gedanken waren heiter und lebensfroh, wie die sonnige Natur ringsum. Sie dachte viel an Herrn Weinert: Ja, und wenn er eines Tages erfahren würde, daß sie noch unverheiratet war— was dann? Bei ihrer Rückkehr zum Haus begegnete Karin dem Postboten, der ihr einen Brief übergab. Den Wagen in den Garten schiebend, las Karin den Absender auf der Rückseite des Briesumschlages: Tilo Weinert, Dresden. Sie drehte den Umschlag wieder herum und las die Anschrift: Frau Irmelind Bornemann... Ja, was tun? Dieser Brief war doch nicht für Irmelind bestimmt, den konnte sie doch Irmelind nicht nach München nachsenden. Mit diesem Schreiben wandte Tilo Weinert sich doch an sie, Karin Folk, die er für Jörg Bornemanns Frau hielt. Also gehörte der Brief ihr, wenn er auch nicht ihre Anschrift trug, und sie war berechtigt, ihn zu öffnen und zu lesen. Freude war in ihr: Er schreibt an mich! Er denkt wirklich noch immer an mich!— Sie rollte den Wagen mit dem eingeschlafenen Bübchen auf den Rasen und lief hinunter zu der Bank unter dem Apfelbaum und setzte sich. Noch einen Augenblick zögerte sie, dann riß sie den Umschlag auf. Einen weißen, handgeschriebenen Bogen nahm sie heraus, und da sie ihn entfaltete, fiel ihr ein kleines Bild entgegen. Überrascht griff sie danach und betrachtete es. Das war ja sie selber mit Klaus Dieter. Sie hatte Irmelinds hellblauen Morgenrock an, den diese mitzunehmen vergessen hatte. Also hatte Tilo Weinert sie insgeheim geknipst, als er am zeitigen Vermittag herauskam, um sich von ihr zu verabschieden. Reizend war die Aufnahme. Wie lustig Klaus Dieter lachte. Aber plötzlich erschrak Karin: Lieber Himmel! Nun würde Tilo Weinert dies Bild womöglich überall herumzeigen und allen sagen:„Dies ist Jörg Bornemanns Frau mit ihrem Kindchen!“— Was für Folgen konnten sich daraus ergeben? Vielleicht wurde nun alles vorzeitig aufgedeckt. Hatte Irmelind doch mit ihren Bedenken recht? Sie legte das Photo beiseite und begann zu lesen. Volle vier Seiten schrieb Tilo, er gedachte ausführlich seines Besuchs bei ihr, er schwärmte von dem sreundlichen Empfang, den er bei ihr gefunden hatte, er beklagte es, daß er so rasch scheiden mußte, und er versicherte, nun habe er Jörgs Vater über das wahre Wesen seiner Schwiegertochter aufgeklärt, nun wisse Onkel Max, welch ein Juwel an Schönheit und echtem Frauentum Jörg sein eigen nenne. Karins Wangen glühten längst, als sie zur letzten Briefseite kam, sie hatte auch alle Bedenken vergessen, sie fühlte nur noch Freude in sich und ein ganz neues Glücksempfinden. Weiter glitten ihre Augen über die Zeilen. Da stand: „Ich muß immer wieder einen schweren Kampf mit mir ausfechten; denn es kommt täglich wieder über mich, daß ich Jörg beneiden möchte, darum, daß er Sie sein eigen nennen darf, Frau Irmelind. Aber ich will stark sein und Jörg sein Glück gönnen und selbstlos mich dieses seines Glückes freuen. Der eine findet eben den Himmel auf Erden, und der andere muß abseits stehen und zuschauen. Ich stehe abseits. Eigentlich sollte ich das nicht niederschreiben.; aber warum nicht? Sie dürfen und sollen wissen, daß ich Sie verehre, jetzt und immerdar. Damit nehme ich ja Jörg nichts weg. Nur das eine erwarte ich von ihm; daß er immer gur zu Ihnen ist und Ihr Dasein so schön wie möglich gestaltet. Ich könnte es nicht ertragen, wenn er Sie etwa eines Tages vernachlässigen würde, wenn Sie sich an seiner Seite unglücklich fühlten. Dann würde ich handeln.“ Karins Herz schlug unruhevoll, während sie diese Worte las, durch die eine heiße, sehnende Liebe schwang: War es nicht unrecht, ihn derart zu quälen? War es nicht ihre Pflicht, ihn aufzuklären, daß sie gar nicht Irmelind und auch gar nicht verheiratet war? Aber wie konnte sie das? Damit hätte sie ja alles verraten. Und das durfte sie doch nicht. Sie mußte warten, bis Irmelind den Zeitpunkt für gekommen fand, die Wahrheit zu bekennen. Sie las die letzten Briefzeilen:„Ich muß nun doch für heute schließen und von Ihnen Abschied nehmen, liebe Frau Irmelind. Zwei große Bitten will ich noch aussprechen: Schreiben Sie mir recht bald einmal. und schicken Sie mir ein Bildchen von sich. Mein eigenes Photo ist insofern verunglückt, als ich gerade knipste, während Sie den Kopf wandten, und nun habe ich Ihr Antlitz nicht mit auf den Film bekommen; gerade daran war mir aber viel gelegen. Bitte erfüllen Sie mir diesen meinen Wunsch. Sie bereiten mir damit eine unsagbare Freude. Und nun noch recht herzliche Grüße von Ihrem Tilo Weinert.“ Voll Eifers überlegte Karin: Welches ihrer letzten Bilder sollte sie ihm senden?— Doch jählings erschrak sie: Rein, das durfte sie doch nicht! Sie konnte ihm doch nicht ihr Bild schicken. Er würde es sicher Max Bornemann zeigen und auch anderen Leuten: Seht, das ist Jörgs Frau! Wohin sollte das schließlich noch führen, und was würde Irmelind dazu sagen? Gut nur, daß ihr Antlitz auf Tilos eigener Aufnahme nicht zu sehen war, daß sie dem Apparat den Rücken kehrte. Niemand konnte also aus diesem Bild ersehen, wie diese angebliche Frau Jörg Bornemann, die da gerade das Bübchen durch die Luft schwang, aussah. Es konnte ja ebensogut Irmelind selber sein. Seufzend dachte Karin an Tilo: Wie würde er enttäuscht sein, wenn ihrem Antwortschreiben kein Photo von ihr beilag. Und neue Bedenken kamen ihr: Wie sollte sie ihm überhaupt schreiben? Sie mußte ihm doch als Irmelind Bornemann antworten. Das war im Grunde ein Unding. Aber ganz plötzlich fand sie wieder ein Lachen. „Ach, ich finde mich in diesem Wirrwarr selber nicht mehr zurecht. Aber ich werde ihm antworten, ganz gewiß, Antwort soll er von mir bekommen.“ * Max Bornemann war mit Irmelind draußen am Starnberger See gewesen. Sie hatten dort miteinander einen herrlichen Sommertag verlebt, waren über den weitgedehnten See gefahren, der mit seinen reizvollen grünen Ufern und dem schönen Fernblick auf die Alpenkette dem Auge immer neue entzückende Bilder darbot. Im Garten eines großen Gasthauses, ganz nahe dem goldig gleißenden Wasser, atten sie zu Abend gegessen, und dann fuhren sie nach München zurück. Jeder dieser ersten Ferientage war für Bornemann ein glückhaftes Erlebnis gewesen er war bester Laune und getand Irmelind immer wieder, daß er noch bei keiner Ferienreise so schöne Stunden verlebt habe, wie diesmal, da sie ihn begleitete. Irmelind konnte mit Genugtuung feststellen, daß sie in diesen Tagen nun auch mit ihrer Absicht, Bornemann wieder mit Jörg zu versöhnen, gute Fortschritte machte. Er hatte bereits am zweiten Tage ihres Hierseins an Jörg nach Drontheim eine Ansichtskarte geschrieben und dabei einen durchaus freundlichen, familiären Ton angeschlagen, der nach Irmelinds Überzeugung— sie hatte den Wortlaut gelesen— Jörgs Groll gegen den Vater um vieles mildern würde. Bei ihrer Rückkehr zu ihrem Münchener Hotel wurde Bornemann ein Brief ausgehändigt. Er besah sich den Umschlag. „Von Tilo. Na, hoffentlich verschont er mich mit geschäftlichen Fragen. Ich will jetzt mal von dem ganzen Kram nichts hören.“ Er schlug Irmelind vor, noch ein Glas Wein mit ihm zu trinken, und sie willigte gern ein. Wünschte sie doch, unbedingt noch heute abend zu erfahren, was in dem Brief stand. Nachdem Tilo in Stettin gewesen war und draußen in Grünau Karin besucht hatte, argwöhnte Irmelind, daß durch ihn noch mehr Verwirrung in ihr heimliches Spiel gebracht werden könnte. Karin hatte ja bereits reichlich dafür gesorgt, daß die Irrtümer und Mißverständnisse sich mehrten, und wer konnte wissen, wie sich die Dinge weiter entwickelten. Fortsetzung folgt. — ein enchlisches Piralenschicksnl allen-Akelen nacherzähltII. Unter schwarzen Menschen Während das Boot im schnell hereinbrechenden Abenddunkel auf den Strand knirschte und Matrosen unter Flüchen und Schreien mit brennenden Fackeln nach mir suchten, hatte ich mich in dem Wipfel einer Palme geborgen und lachte ihres Argers. Als meine Augen die Nacht ringsum nicht mehr zu durchdringen vermochten, gab mir das taktmäßige Aufklatschen der Niemen die Gewißheit, daß man die Suche nach mir aufgegeben hatte. Ich habe, so weh mir der Rücken von dem umbequemen Hochsitz tat, in meinem Baumzipfel geschlafen, und als die Morgensonne durch die Bäume stach, sah ich eben die Segel der Arethusa am Horizont verschwinden. Aber in welch einer Lage befand ich mich! Mutterseelenallein, verschlagen ans Gestade eines fremden Erdteils, wo die Eingeborenen noch ihren Götzen blutige Menschenopfer zu bringen pflegten. Ich hatte im Brustlatz noch ein paar Schilling vernäht, wenig genug. Aber würden die Wilden nicht dieser Münze lachen? Und schließlich meldeten sich Gevatter Hunger und sein argerer Bruder, Gevatter Durst. Würde der gnädige Gott, der mir bisher treulich beigestanden weiterhelfen? Oder würde ich an dieser verlassenen Küste elendiglich zugrunde gehen? Noch dachte ich fieberhaft über alle, auch die absonderlichsten Wege zur Rettung nach, erwog, ob es mir mittels eines Baumstammes, den ich nicht weit entfernt liegen sah, gelingen würde, ein zweites Mal die von Haien wimmelnde Bucht zu durchqueren und irgendwo an der Küste eine Ansicdlung von Weißen zu erreichen. Da sah ich Wilde aus dem Gebüsch treten, die unter den Steinen des Strandes nach Schildkröten suchten und einander mit lauten Schreien jeden glücklichen Fund verkündeten. Aber wilder noch wurde ihr Geschrei, als sie mich auf meinem Baumwipfel erblickten. Indes hatte ihr Geschrei nichts Feindliches und klang mehr nach freudiger Überroschung. So versuchte ich klopfenden Herzens mein Glück, rutschte von meinem Hochsitz herunter und stand bald mitten unter den mich neugierig musternden Menschen. Zumal meine glänzenden Rockknöpse hatten es ihnen angetan. Lachend riß ich sie ab und bot sie dem von ihnen, der mir der Vornehmste zu sein dünkte, dar. Er betastete mich, stieß erneute Freudenrufe aus und gab mir ein Stück roh herausgerissenen Schildkrötenfleisches. Später habe ich verstanden, was ich in diesem Augenblick nur ahnen konnte: die Freundschaft war geschlossen. Sie brachten andere Schildkröten herbei und sahen nun bewundernd zu, wie ich mit meinem kurzen Schiffsmesser die Tiere viel fauberer spaltete und zerlegte, als sie mit ihren kunstlosen Steinwerkzeugen. Als sie genug hatten, zogen sie sich in das Innere des Waldes, einem kaum erkennbaren Fußpfad folgend, zurück, und zögernd, aber doch in dem Gefühl, unter gutartige Wilde geraten zu sein, folgte ich ihnen. Heirat mit einer Verwandten des Stammeshäuptlings Viel des Wunderbaren stürmte in den nächsten Wochen auf mich ein, zuviel, als daß ich es hier noch einmal zu beschreiben vermöchte. Ich gewöhnte mich an meine neuen Freunde, nahm mit Selbstverständlichkeit die Früchte und aromatischen Wurzeln, die sie mir als Nahrung boten, lernte allgemach ihre nur aus wenigen Ausdrücken bestehende, aber melodische Sprache und machte mich ihnen hinwiederum unentbehrlich, indem ich sie in den wenigen Handfertigkeiten unterwies, die mir der Schiffszimmermann beigebracht hatte. Bald war es so weit, daß man meiner Hilfe zu jedem Hüttenbau, zu jeder Herrichtung von Opferstätten bedurfte, und das Auge des Stammesältesten ruhte mit Wohlgefallen auf meinen geschickten Händen. Mit noch mehr Wohlgefallen betrachtete mich eine junge, wohlgewachsene, aber ebenholzschwarze Verwandte des Stammeshäuptlings; immer wieder fand sie einen Vorwand, um unter verführerischem Wiegen ihrer schlanken Hüften an mir vorbeizustreichen und in Blicken und Gebärden die unzweideutige Aufforderung zu legen, ihre Neigung zu erwidern. Aya hieß das schöne Kind, das mir, der ich ein Faulenzerdasein im Schatten des Waldes führte und keinen Mangel litt, am Ende nicht gleichgültig blieb. Meine Blicke erwiderten alsbald die Sprache ihrer großen schwarzen Augen, und da ich bei den Männern des Stammes keine Mißgunst, sondern eher Ermunterung und lächelndes Gutheißen meines Tuns bemerkte, so begriff ich endlich, daß der ganze Stamm Wert darauf legte, Aya mir verbunden und mich selbst so dem Stamme zugehörig werden zu sehen. Drei Tage dauerte die Hochzeitsfeier, während welcher ich meine Braut nicht zu sehen bekam. Wilde Tänze, unblutige Opfer von Blumen und Früchten und das gemeinsame Trinken einer wohl aus Palmensaft genwonnenen, stark berauschenden Flüssigkeit bis spät in die von Freudenfeuern erDroste Verlag Ein solches Negermädchen wollte den Geflüchteten für immer glücklich machen leuchtete Nacht, lösten einander ab, bis ich am nächsten Abend zu einer mit Matten verschlossenen Hütre geführt wurde. Zwei Männer rissen die Matten zur Seite. Aus dem Dunkel der Hütte fuhr katzengleich Aya empor und riß mich mit einem Schrei in ihre Arme... Der Lockruf der Küste Ich mochte gut drei Vierteljahre im Kreise dieses fröhlichen Völkchens gelebt haben. Den Inhalt meiner Tage bildeten kleine Handreichungen und Unterweisungen an die lerneifrigen Männer, den Inhalt meiner Nächte die immer glühender werdenden Umarmungen Ayas. Da verkündeten die Urwaldtrommeln, die dumpf und aus weiter Ferne durch die Büsche klangen, ein aufsehenerregendes Ereignis. An der Küste, wenige Tagereisen von unserm Dorf, waren andere weiße Männer gelandet, hatten den Donner und den Blitz in engen Röhren mitgebracht und jeden zerschmettert, der sich ihnen harmlos zu nähern und sie bei ihrer Tätigkeit, dem Fällen von Bäumen und dem Errichten einer riesigen, gegen Pfeile und Speere schützenden„Hütte“ zu beobachten wagte. Unter den Wilden herrschte Trauer, aber mir schlug das Herz höher. Meine Ruhe war hin, und mein einziger Gedanke blieb nur noch, wie ich zu den Weißen kommen, wieder ein menschenwürdiges Dasein beginnen könne. Lästig waren mir jetzt Ayas erschöpfende Umarmungen, zur Qual ihre vorwurfsvollen Blicke, aus denen die Erkenntnis meines Freiheitsdranges sprach. Und in einer dieser von hartherziger Abwehr und ihrem demütigen Liebesverlangen erfüllten Nächte reifte in mir der schnödeste Entschluß meines Lebens: ich verkaufte Aya an einen jungen Mann ihres Stammes, der schon lange mit begehrlichem Blick ihren freien Schritten gefolgt war und sich nur wegen des Ansehens, das ich genoß, nicht getraut hatte, seinem Verlangen offenen Ausdruck zu geben. Ich verkaufte sie, und hundert Schalen jenes berauschenden Palmsaftes, den man mir zur Hochzeit gereicht, waren der Preis, mit dem ich mein ehrloses Gewissen betäubte. Ich weiß nicht, ob es dem Käufer gelungen ist, sein Recht auf die teuer erkaufte schöne„Ware“ geltend zu machen, denn ich schlug mich denselben Abend noch in die Büsche, den Sternen als Wegweisern zur Küste vertrauend. Wie ein gehetztes Tier lief ich durch Busch und Dorn, die Nacht hindurch, den folgenden Tag, mich nährend von den Wurzeln, über deren Esbarkeit mich meine arglosen schwarzen Freunde unterrichter hatten. Erschöpft suchte ich in der zweiten Nacht Ruhe auf einem Baumwipfel, von dem süßen Gedanken gewiegt, daß der andere Tag mich an die Küste, unter weiße Menschen bringen würde. (Fortsetzung folgt.) Kurzgeschichte des„Mittag“ Die leichte Kunst Meister Frans Hals saß wie gewöhnlich im Wirtshaus, den gefüllten Becher vor sich, die glimmende Tonpfeise im Mundwinkel, zechte, paffte und ließ es sich wohl sein. Eben als er im allerbesten Zuge war, das Leben wieder einmal so recht lebenswert zu finden, erschien hastig und außer Atem sein Lehrjunge in der Tür, spähte forschend in der verräucherten Gaststube umher und eilte dann auf Hals zu. „Gut, daß ich Euch finde, Meister!“ rief er.„Wollet sogleich nach Hause kommen! Es hat sich ein reicher Kaufherr von auswärts eingestellt, der wünscht, daß Ihr alsobald sein Bildnis malet!“ Ein reicher Auftraggeber,— diese Kunde war dem stets geldbedücftigen Frans Hals Anlaß genug, um schleunigst den Becher Becher sein zu lassen, die Pfeise auszuklopfen, die Pelzmütze aufs Haupt zu stülpen und der nahegelegenen Werkstatt zuzueilen. Dort fand er einen Herrn wartend vor, dem man die vornehme Herkunft und den vermöglichen Stand schon auf den ersten Blick ansehen konnte. Dafür zeugte nicht bloß der kostbare, mit edlen Fellen verbrämte Rock aus feinstem Tuch. sondern auch noch Form und Farbe der schönen, blassen Hände und der Schnitt des von einem kecken Spitzbart gezierten Gesichtes. Der Fremde begrüßte den Maler freundlich, schlug ihm gegenüber einen Ton an, der weder hochfahrend noch herablassend zu nennen war, und wurde bald mit ihm wegen des Preises für das zu malende Porträt handelseins. Wenn es dem Meister recht sei, meinte er schließlich, so könne die Sitzung sogleich beginnen. Da es noch hell am Tage war, machte Hals sich alsbald ans Werk, richtete Staffelei, Pinsel und Farben zurecht und hieß den Fremden in dem für solche Zwecke bestimmten Lehnsessel Platz nehmen. Nachdem er bereits eine ganze Weile gemalt und mit einigen frisch hingesetzten Strichen das spitzbärtige Antlitz auf der Leinwand hatte erstehen lassen, äußerte der Auftraggeber, der sich bis dahin schweigend verhalten, den Wunsch, er wolle das bisher Geschaffene betrachten. Hals unterbrach daher die Arbeit, jener trat vor die Staffelei und musterte eine Zeitlang das im Entstehen begriffene Bild. „Vi. ei“, sagte er schießlich,„ich hätte aar nicht gedacht, daß die Malerei eine so leichte Kunst sei!“ TEE Hotel„Der Rautenkranz“ Eisenach Führendes Haus seit 1480 Bes.: Albert Jordan „Eine leichte Kunst?“ fragte Hals verwundert.„Wie meint Ihr das, lieber Herr?“ „Nun, ich sehe doch jetzt, wie Ihr dabei verfahrt! Hier ein Strichelchen, dort ein Pünktchen hingepinselt, und eins, zwei, drei ist das Bild fertig. Das reine Kinderspiel!“ Hals lachte. „Das scheint Euch nur so“, sagte er,„weil Ihr dergleichen noch nie im Leben versucht habt. Glaubt mir, es gehört die harte Arbeit von Jahrzehnten dazu, diese Strichelchen und Pünktchen, wie Ihr sagt, so hinzusetzen, daß daraus ein sprechendes Kontersei entsteht!“ „Papperlappapp! Harte Arbeit! Das mögt Ihr anderen Leuten erzählen, doch mir macht Ihr dergleichen nicht weis! Ich wette, ich treffe das Malen ebensogut wie Ihr selbst!“ „Die Wette halt ich!“ rief Hals, dem des anderen törichtes Gerede nun doch zu bunt wurde. „Topp!“ erwidert jener.„Wenn ich Euch in der nächsten halben Stunde ebenso ähnlich male, wie Ihr mich gemalt habt— wollt Ihr dann mein Bild an Zahlungsstatt für das Eure annehmen!“ „Und wenn Ihr das nicht zuwege bringt?“ „Dann verdopple ich den vereinbarten Preis!“ „Und wer soll über Gelingen oder Mißlingen Eures Versuches urteilen?“ „Ihr selbst!“ Dagegen konnte nun Hals nichts vorbringen. So stellte er also eine frische Leinwand auf die Staffelei, richtete dem Gast die Palette zurecht und ließ sich selbst in den Sessel nieder, den vorhin sein Modell eingenommen. Jener begann sogleich die seltsamsten Farbenmischungen durcheinanderzurühren und hieb dann mit dem Pinsel in wirrem Durcheinander bald dahin, bald dorthin auf die Leinwand, daß Hals alle Mühe hatte, nicht hell aufzulachen. Eine ganze Weile ging das so fort, bis der Fremde plötzlich innehielt, noch einen prüfenden Blick auf sein Werk warf und sagte: „Nun, ich denke das dürfte genügen! Seht selbst, ob Malen nicht wirklich eine leichte Kunst ist!“ Hals erhob sich und trat hinzu. Wer aber beschreibt seine Verblüffung, als er ein zwar ungemein kühnes, aber zum Greifen ähnliches, meisterhaft gemaltes Abbild seiner selbst vor sich sah! Ratlos starrte er bald auf das Bild, bald auf den Fremden. Seine Augen waren vor Staunen geweitet, doch plötzlich leuchtete in ihnen ein Funken des Verstehens auf. „Ihr seid kein anderer als Antonius Van Dyck!“ rief er. „Auf der ganzen Welt gibt es keinen zweiten Menschen, der dies hätte vollbringen können!“ Ein Weilchen später saßen die beiden Meister einträchtig in der Kneipe, lachten wieder und wieder über Van Dycks gelungenen Schelmenstreich und hoben die Becher auf das Gedeihen der„leichten Kunst"... P. E. Nicodet. Strauch-Noach machen Generalprobe Zwei Ellener Eislporttage mit bunter Karte Ehe sich in Köln die besten deutschen Amateur=Eislauspaare zum Kampf um die freigewordene deutsche Meisterschaft treffen, wird man bei der Eröffnung der Kunsteisbahn in Essen das Favoriten= paar Gerda Strauch Günther Noack sozusagen bei seiner Generalprobe erleben. Die Vorführungen der jungen Berliner stehen im Mittelpunkt der gebotenen Karten, und da man beide hier gut kennt, wird man auch sehen können, od sich weitere Leistungssteigerungen ergeben haben, in der Meisterkür und in Tänzen gleiten Gerda Strauch und Günther Noack in die Spuren ihrer großen Vorbilder hinein. Man freut sich auch auf den Berliner Kunstlaufmeister Erich Zeller, dessen akrobatisches Können überall viel Beisall sand. Der einheimische Kunstläufernachwuchs kommt natürlich ebenfalls zur Geltung, und dazu gibt es an beiden Tagen„großes Eishockey“, die Düsseldorfer EG. gegen Rot=Weiß Berlin, Begegnungen, die man mit Spannung erwartet, gehören doch beide Mannschaften zur absoluten deutschen Spitzenklasse. Reit- und Fahrturnier in Köln Ein Turnier größeren Ausmaßes veranstaltet der Kölner Reitund Fahrverein in der Reithalle am Stadion in Müngersdorf. Von den bekanntesten westdeutschen Ställen wurden für die zweitägige Veranstaltung am Wochenende rund 300 Meldungen abgegeben. Verteter sind dabei die Wehrmacht. Polizei, SA. und die Reiter9J. aus Düsseldorf, Duisburg, M.=Gladbach, Wuppertal, Bonn, Fulda, Wiesbaden, Herborn, Köln usw. Das Programm umsaßt Material= und Dressurprüfungen, Fahr= und Springwettbewerde. Der Badewärter als Prost Komisches aus dem Schwimmerlager Einen Vorstoß gegen die im internationalen Schwimmsport sehr scharfen Amateurbestimmungen haben die Verbände der nordischen Lander mit einem Antrag an die FIRA.(den internationalen Schwimmverdand) unternommen, um schwimmsportlich tätigen Personen die Erteilung eines Elementarschwimmunterrichts gegen Vergutung zu ermöglichen, ohne daß darin eine Verletzung des Amateurbegriffs gesehen wird. Da es vielsach an gen gend Kräften sehlt, um den Anforderungen an Lehrkräften fur den ersten Schwimmunterricht nachzukommen, war deutscherseits bereits vor Jahren ein Antrag in dem gleichen Sinne gestellt, wie dieser jetzt von den nordischen Ländern ausgeht. Ob der Internationale Schwimmver= band Anderungen vornehmen wird, das hängt von der Haltung der Nationalverbände ab. Solange kein anderer Beschluß erfolgt, sind die alten Amateurbestimmungen für alle der F3NA. angeschlossenen Landesverbände verbindlich. * Es ist recht interessant, daß gerade die nordischen Länder nun mit diesem Vorstoß kommen; denn gerade dort hat man sich bisher stets recht„eisern“ an die überaus scharfen Amateurbestimmungen der FIRA. gehalten. Sie sind tatsächlich ja auch übertrieben scharf. Denn nicht nur jemand, der Schwimmunterricht erteilt, ist nach diesen Gesetzen kein Amateur mehr, sondern jeder Badewärter, der anders nichts zu tun hat, als Kabinentüren aufzuschließen, mit dem Schrubber die Böden zu reinigen und etwa die Leihwäsche auszugeben und wieder anzunehmen. Die Definition der FINA. damals anläßlich des deutschen Vorschlages einer Milderung ging dahin, daß jeder, der in einer Badeanstalt arbeitet, und zwar innerhalb der Abgrenzung des Schwimmbeckens gegen die Außenwelt, als Berufsschwimmer anzusehen sei. Daraus ergaben sich ganz komische Situationen. In einem Bade beispielsweise waren zwei tüchtige Sportschwimmer als Badewärter eingestellt worden. Der eine tat Dienst an der außerhalb der Beckenumgrenzung liegenden Wäscheausgabe, er war also dem Wortlaut der Bestimmungen nach Amateur und durfte weiterstarten, der andere wurde als Zellenschließer eingesetzt und war— Berufsschwimmer. Und eines Tages wechselten die beiden auf Geheiß der Direktion ihre Posten, damit wäre der„Profi“ wieder Amateur geworden, wenn das möglich wäre, und nun war der andere nicht mehr startberechtigt, weil er ja nun sozusagen am Rande des Schwimmbeckens selbst Dienst machte. Es wäre gewiß an der Zeit, hier einmal eine weniger starte, dafür der lebendigen Gegenwart angepaßte Regelung zu schaffen. Die Reichswettkämpfe in Mainz Nachwuchs turnt den neuen Zehnkampf vor Am Wochenende treten rund 125 junge Geräteturner aus allen Gauen des Reiches zum Reichswettkampf der Meisterklasse(Jahrgange 1918 bis 1923) in Mainz an. Dieser Wettbewerb stellt den ersten Höhepunkt der eingehenden winterlichen Schulung der Spitzenklasse und des Nachwuchses dar, viele der beteiligten Turner gehören schon seit geraumer Zeit zu den Besten überhaupt. Wesentlich ist, daß in Mainz zum ersten Male der neue TurnerZehnkampf durchgeführt wird, nachdem man das Turnen am Seitpferd ganz fallen ließ und nicht mehr an den still hängenden, sondern an Schaukelringen turnt. Die Turner, von denen eine Anzahl noch nicht 16 Jahre, die ältesten auch erst 23 sind, bestreiten den Zehnkampf in dieser Form: An Reck, Barren, Ringen, im Pferdsprung und in der Bodenübung sind jeweils Pflicht= und Kürübung vorgeschrieben. Bei der letzten Prüfung, die im Januar 1941 in Kassel stattsand, schnitten vor allem die westdeutschen Teilnehmer ausgezeichnet ab, denn neben dem Sieger Kiefer aus Bad Kreuznach standen noch weitere sechs Turner der rheinisch=westfälischen Gaue unter den zwölf Besten im Endkampf. Die Bereiche Westfalen und Niederrhein und die Sportgaue Köln Aachen und Moselland sind auch jetzt wieder besonders stark beteiligt, zahlenmäßig stellen sie etwa ein Fünftel der gesamten Besetzung, und in der Leistung dürften sie auch ein Wort mitzureden haben. Ganz besonders eifrig ist in den acht Arbeitsgemeinschaften an der Ausfeilung der Pflichtübungen gearbeitet worden. Es ist nicht einfach, aus der großen Zahl der Bewerber diejenigen herauszugreisen, die voraussichtlich die Spitze bilden werden, man kann vermuten, daß es ein sehr hartes Ringen um den Sieg und die besten Plätze geben wird, bei dem eiserne Selbstbeherrschung neben dem nötigen Können entscheidende Bedeutung hat. So ist diese Prüfung zugleich auch eine gute Kampfschulung für die Turner, die heute oder morgen zu bedeutenden Aufgaben herangezogen werden müssen. Der Sieger von Kassel, Kiefer, ist nicht dabei, es fehlen auch der Dritte und Vierte jenes Wettbewerbs, Bantz und Schmidt, aber gerade das könnte dem Kampf einen noch größeren Reiz geben, da nun viele andere den Weg zur Spitze frei seben. Schirner Jakob Kiefer(Bad Kreuznach), der Sieger der letzten Reichsmeisterkämpfe, kann diesmal nicht dabei sein Heerschau des Hallenradsport: Kriegsmeisterschaften und Reichssiegerwettbewerbe Am bevorstehenden Wochenende, 6. und 7. Dezemder, rollt in Hannover die große Heerschau des Hallenradsports ab. ein Sportzweig, der nirgends auf der Welt so entwickelt ist wie bei uns in Deutschland. Was man bei diesen Hallenradsportveranstaltungen vor allem auf dem Gebiete des Kunstfahrens zu sehen bekommt, ist Akrovatik in höchster Vollendung. Die Fachamtsleitung hat daher auch bei der Hannoverschen Veranstaltung, deren Schirmyerrschaft Gauletter Hartmann Lauterbacher übernommen hat, das EinerKunstsahren vom Reichssiegerwettbewerb wieder zur Deutschen Meisterschaft erhoben. 25 Bewerber treten zur Meisterschaft an, aber nur drei. Max Frev(Chemnitz), Heinrich Compes(Neuwerk) und Josef Poschgan(Graz), kommen für den Titel ernstlich in Frage. Die doppelte Zah' von Nennungen, nämlich 50, liegt für die Kriegs meisterschaft im Zweier=Radball vor. Die Vorjahrsmeister. Ge brüder Simeth(Leipzig), sind zwar als Paar gemeldet, bei den in der heutigen Zeit bestehenden Schwierigkeiten muß man aber doch damit rechnen, daß in letzter Stunde noch Umbesetzungen vorgenom men werden. Die erste Mannschaft der Tgd. Leipzig=Lindenau. mag sie nun Gebrüder Eimeth oder Erhard Simeth=Selle heißen, ferner die ehemaligen Weltmeisterpaare Köping=Schnoor(Hamburg) und Schreiber=Blersch(Frankfurt a. M.), G. Stoltze=Lohseld(Erfurt), Stöckle=Kaiser(Konstanz), Rudolpy Lindner(Chemninz), Scholz= Bielski(Breslau) und Schäfter Strohschenk(Berlin) sind die Mannschatten, zwischen denen sich die Entscheidung abspielen sollte. Von den Reichssieger Wettbewerben ist der im Zweier=Kunst fahren der Frauen, der mit acht Paaren besetzt ist, zum ersten Maic ausgeschrieben. Die gleich starke Beteiligung weist das ZweierKunstfahren der Männer auf, und auch im Sechser-Kunstfahren sind acht Mannschaften am Start. Die Reichssieger=Wettbewerbe im Gruppenfahren sind mit 5 Mannschaften bei den Männern und mit 13 Mannschaften bei den Frauen besetzt. Bei der starken Beteiligung sind zahlreiche Vorkämpfe notwendig. die am 6. Dezember im Kuppelsaal der Stadthalle parsenlos von 8 Uhr früh dis gegen 20 Uhr abgewickelt und am Sonntagvormittag ab 8 Uhr fortgesetzt werden. Das„Fest der deutschen Hallenradsport meister 1941“ bringt dann ab 15 Uhr die Endkämpfe im Radball sowie die Vorstellung sämtlicher deutschen Metster und Reichssieger. Aus Trotz den Sieg verscherzt Daß einer aus Wut einen Weltrekord erzielt, ist nicht ganz unbekannt: Arne Borg schwamm seinerzeit in Bologna 1500=MeterWeltrekord aus Arger, weil ihm im Wasserballspiel ein paar Zähne ausgeschlagen worden waren. Aber man kann auch aus Trotz einen Sieg vervassen. So geschehen 1928 bei den Olympischen Winterspielen in St. Moritz: Der Held des großen Skispringens war nicht einer der Sieger, sondern ein Unterlegener. Einer, der aus Trotz und sportlicher Empörung seine guten Aussichten verscherzte, Tullin Thams war's, seines Zeichens Seemann und„Erfinder" des aerodynamischen Stiles. des Stiles der Mammutsprunghügel, von welchen die Olympiaschanze von St. Moritz einer der ersten war. Bei diesem olympischen Sprunglauf begehrten einige mitteleuropäischen Springer, die mit dem kräftigen Absprung der norwegischen„Storhopper“ noch nicht vertraut waren, einen längeren Anlauf, um mit der dadurch gegebenen höheren Schnelligkeit weiter zu springen. Das Kampfgericht verweigerte dies— mit Recht, nebenbei gesagt—. eine Weile aber wurde zwischen ihm und den Vertretern des Wunsches nach längerem Anlauf sogar gestritten. So daß eine sehr peinliche, allgemein bemerkte Pause eintrat. Da packte Tullin Thams die Wut. Mit dem Ausruf:„Jetzt werde ich euch zeigen, was ein Springer bei kurzem Anlauf machen kann!“ setzte er zum Sprung an, und nun erlebten die atemlos wartenden Zehntausende der Zuschauer den weitesten und waghalsigsten Sprung jener Olympiade, weiter als er damals an der bis zu 65 Meter reichenden Schanze zu stehen war, einen Flug auf 73 Meter, aber allerdings auch einen Sturz, der wie Vernichtung aussah. Doch der schwere, starke Steuermann der norwegischen Handelsmarine hielt ihn aus und war eine Viertelstunde darauf eifrig beschäftigt, Hunderte von Autogrammen, weit mehr als die Sieger, zu schreiben. C. J. I. Dänenboxer In Stuttgart 719 geschlagen Als Kopenhagener Stadtmannschaft traten die dänischen Boxer vor ihrer Heimreise in Stuttgart gegen die dortige Auswahl an. Sie konnten keinen Vertreter im Fliegengewicht stellen und verloren biese beiden Punkte kampflos, dadurch blieben sie auch bei sonst ausgeglichenen Leistungen im Gesamtergebnis mit 7:9 Punkten im Hintertrefsen. Sie kamen durch Brandstrup gegen Baumbach im Bantam= und durch Zmuda gegen Aeckerle im Federgewicht zu den ersten Gewinnpunkten, Brems holte im Mittelgewicht gegen Ph. Bihler zwei weitere dazu, und Lehmann holte im Schwergewicht ein Unentschieden gegen Berg heraus. Stuttgarter Siege errangen F. Bihler gegen Franck im Leichtgewicht, Ranz gegen Topp im Welter= und Held gegen Aage Chrinensen im Halbschwergewicht. Tandberg und Musina reihen sich ein Die Schwergewichtskämpfe in neuem Licht Niemand wird beyaupten wollen, die Kämpfe unserer deutschen Schwergewichtsklasse unter sich seien uninteressant geworden. Es lag und liegt immer neue Spannung über dem Ring, wenn sich Paarungen der Spitzengruppe ergeben, und wer das stete Auf und Nieder in den Begegnungen zwischen Lazek. Neusel, Heuser und Kolblin verfolgt hat, wird darüber im Bilde sein. Frisches Leben wollen nun unsere besten Halbschwergewichtler hineinbringen, sie gedenken fröhlich mitzutun im Turnier der schweren Meister, und die Abfuhr, die Heinz Seidler beim ersten Versuch gegen Neusel erlitt, vat an dieser Einstellung nichts geandert, Richard Vogi und Jean Kreitz werden ungeachtet ihrer Nachtelle an Gewicht und Reichwette in der obersten Klasse kampfen, Kreitz, wenn er wieder dabei sein kann, Vogt moglichst bald, denn seine Herausforderung an Lazek hat ja inzwischen die Billigung des Verdandes gefunden. Recht lebendig, dunt und noch weit interessanter wird der Reigen dieser Auseinandersetzungen aber erst, wenn sich die Pläne mit den beiden Meistern aus Italien und Schweden, Luigi Musina und Olle Tandberg, verwirklichen. Musina in jedem Boxsportfreund bekannt, er war als Amateur zweimal Europameister und hat nun als Berufsboxer eine glänzende Laufbahn durchgemacht, seit einigen Monaten bereits trägt er den Titel eines Schwergewichtsmeisters von Italien, und das, oowohl er eigentlich, genau wie Seidler und Vogt. ein Halbschwergewicht in. Wer Musina den jungen starken und sehr begabten Sendel in Berlin förmlich deklassteren sah, weiß um die Klasse, die der italienische„Adonis des Boxrings“ wirklich darstellt. Und wie er, so ist auch Tandberg als Guropameister. allerdings der Schwergewichte, vom Amaieursport geschieden, seine ersten Kampfe schon haben jedem Fachmann deutlich den gevorenen Klasseboxer verraten. Man wird ihn nun an die ersten größeren und großen Aufgaben heranführen. Besonders augenfallig ist, daß sich gerade diese beiden ausländischen Spitzenboxer zuerst unter sich begegnen werden, nämlich am 10. Januar in Stockholm. Am 1. Februar will dann ####ttgart den Kampf Kölblin gegen Tandberg bringen, und Musina vemüht sich stark um Tressen mit Vogt und Lazek auf deutschem Boden. Wenn alle diese Pläne verwirklicht werden, bedt ein Schwergewichtsturnter an, wie es Europa auch in Friedenszeiten kaum erlebt hat. Kuriositäten Die vor einiger Zeit aufgetauchten Meldungen, daß Spaniens früherer National=Torwächter Zamora Stierkämpfer geworden ist, werden dahin richtiggestellt, daß es sich bei der Betätigung von Zamora auf diesem Gebiete nur um eine Liebhaberei handelt, die auch anderen bekannten spanischen Sportlern eigen ist. Es handelt sich dabei um ein Antreten gegen kleine Stiere, um die Künste der Toreros zu erlernen. Im übrigen ist Zamora nach wie vor als Trainer des spanischen Ligameisters Atletico=Aviacion tätig. In Venedig können Spieler und Zuschauer bei den Spielen der Venezia nur auf dem Wasserwege zum Sportplatz gelangen, da der Venezia=Platz auf der kleinen Insel Sankt Helena liegt. Bei einem großen Meisterschaftsspiel, wie letzthin bei dem Trefsen von Venezia gegen den Meister Bologna, besorgen zahlreiche Schiffsfahrzeuge aller Arten die Beförderung der Zuschauer. Münster(westi.) Hotel„Der Fürstenhof“ Ludgeristr. 54, Telephon 23451— Inhaber: Erast Brockhof . Das Haus von traditionellem Rut Zimmerpreise ab RM 3.50 Eine Lanze für Wildenbruchs historisches Schauspiel „Die Tochter des Erasmus" in Bochum Schöpferische Theater=Dramaturgie ist nicht immer die, die sich nur für das Neue, Gegenwärtige, Unbekannte einsetzt. Schöpferische Dramaturgie ist gerade solche, die auch einst erfolgreiche, gestrige Stücke für ihre Bühne und ihre Darsteller wieder nutzbar zu machen versteht. Als vor einigen Jahren die fleißigen und instinktsicheren Roses in ihrem berühmten Theater im Berliner Osten Ernst von Wildenbruchs „Die Haubenlerche" wieder hervorholten, trafen sie damit genau das Interesse ihrer Zuschauer für ein Volksstück aus den„Gründerjahren“, sie trafen das Stück für ihre Schauspieler und sie hatten einen kräftigen Erfolg damit. Nun ist unter ganz anderen Umständen der Intendant einer auf reiche theatralische Entfaltung, auf buntes historisches Schauspiel eingestellten Bühne, ist Saladin Schmitt in Bochum darauf gekommen, wieder einmal eines der großen, um die Jahrhundertwende vielgespielten„historischen“ uspiele Wildenbruchs in seiner Wirkung auf das Publikum der Gegenwart zu erproben und eine Nachprüfung seiner Qualitäten als Bühnendichtung vorzunehmen. Er wählte „Die Tochter des Erasmus“. * Im Kern behandelt das Schauspiel den Gegensatz zwischen dem geistigen Kopf der Reformation Erasmus von Rotterdam, der passiv in seiner Welt darüberstehender Betrachtung verbleibt von den Leidenschaften, die der Sturm der Reformation entfacht, nichts wissen will, von Wildenbruch aus, in rein selbstischem Eigendünkel verhaftet ist und Ulrich von Hutten, der hier als eine Art junger Genius der Deutschen verherrlicht ist und in der Reformation eine Kraft sieht, das „Reich“ im Sinne einer Unabhängigkeit von allen fremden Mächten, politisch und geistig zu verjüngen und zu aktiEKOR-DESTILLERIE VAN ENSTSCO MAINZ vieren, und der deshalb als ein trotziger, keiner vermittelnden Einsicht zugänglicher, kämpferischer Geselle einhergeht. * Die Außerungen, die hier fallen, sind oft so verblüffend aktuell, daß man immer wieder erstaunen mag, daß sie schon vor mehr als vierzig Jahren unter Wilhelm II. niedergeschrieben wurden. Aber so klar und deftig die Anschauungen Wildenbruchs auch sind, so ist doch seine Sprache auch ganz verschieden von dem Reichtum, der Weite, dem Gehalt und auch der Gewalt klassischer Dramen, bei einem Gegenstand, der in das Zentrum der seelischen und geschichtlichen Wende der Reformation zielt. Ja, man braucht nur 14 Tage vorher im Holland=Gastspiel der gleichen Bochumer, zufällig wieder einmal das eigentlich gegen alle Gesetze der Bühne— was Wildenbruch gerade nicht hat— geschriebene Drama des deutschen Bauernkrieges„Florian Geyer“ erlebt zu haben, um zu spüren, wo die eigentliche Fantasie und Stimme eines Dichters einsetzt und wo sie aufhört. Denn so dramatisch Wildenbruch in seinen Gegenüberstellungen zu sein glaubt, so tapfer und weitblickende Erkenntnisse er hatte, so lebhaft er für das Theater schreibt— in der letzten Wirkung bleibt das meiste hier nur arrangiert, und nicht komponiert, um sich einmal musikalischer Verdeutlichung zu bedienen. Das Wichtigste ist zu glatt gegeben, zu glatt erlebt. Trotzdem, wenn man im ersten Akt noch über manche Ausdruckswendung—„Ich möchte wilde Männer sehen, wilde!", ruft da zum Beispiel des Erasmus hochmütiger Fratz Maria in dem gediegenen deutschen Renaissancehaushalt der reichen Peutingers zu Augsburg aus— in den nächsten beiden Akten verliert man nie seinen Respekt vor den Erkenntnissen des Stücks und vor seiner Theatersicherheit. * Über undankbare Rollen können sich die Schauspieler nicht beklagen. Lehrreich sieht man mal wieder, was diese Bühnendichter aus dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts handwerklich konnten. Sie schrieben führende, aktfüllende, sich steigernde Rollen, sie waren um entscheidende Szenen nicht verlegen. So konnte Heidi Kuhlmann sich aus einer eingebildeten, geistig loketten Tochter eines„berühmten“ Vaters, einer hochmütigen Renaissancejungfer überraschend zu einer im Stolz getroffenen, leidenschaftlich Liebenden entfalten; so zeigte Geert Brüdern als Hutten, daß er nicht nur aus ihrer Substanz her ekstatische, jähe, schroffe, junge Temperamente zu spielen versteht— sondern daß er seit seinem Auftreten als Prinz von Homburg inzwischen auch zu stillerer, gehaltener Beherrschtheit hingefunden hat. So ermöglichte die Rolle des Erasmus dem Schauspieler Walter Kaltheuner, die irrisierende, versponnene Charakterisierung eines geistig eitlen, zwiespältigen, innerlich verwundbaren Menschen zu zeigen.(Nicht ganz frei von jener leichten Theatralisierung, die schon vom Ton her eine Gefahr des Bochumer Stils werden kann.) Für über ein Dutzend das Schauspiel belebende Figuren fanden einzelne Darsteller wirksame Profile: etwa Heinz Mooa in der saftig vitalen humorigen Studie des bauernschlauen Theologen Dr. Eck— eine Rückversetzung von Ludwig Thomas geriebenen bäuerlichen Abgeordnetengestalten ins 16. Jahrhundert. So der als dramatischer und aggressiver Männertyp stets wirkungssichere Friedrich Mahnert(Don Ignatio); Heinz Hinze(Alba); Willi Busch(Frundsberg); Lenore Fein(Katharina von Glombig. Einigermaßen verblüfft sah man den oft apostrophierten Luther, von dessen Worten man sich einiges versprach, nur stumm durch einen rein raffinierten Aktschluß schreiten.(Zensur der wilhelminischen Zeit oder bewußter Bühnentrick?), Die zu dekorativen Auftritten verführenden Stellen wurden unter Verwendung des einzigartigen Bochumer Kostümfundus entsprechend genutzt.(Inszenierung: Saladin Schmitt] Johannes Schröder 1 Charlotte Flemming.) Wildenbruch: nicht so sehr Dichter wie deutscher Edelmann und Bühnenpraktiker. Das Publikum blieb ihm und der Vorstellung dankbar. H. A. Bopp. Die Mozart=Woche im Rundsunk Das„Nequiem“ unter Leitung von Wilhelm Furtwängler, mit dem die Mozart=Woche des Deutschen Reiches im Großen Wiener Musikvereinssaal am 5. Dezember ausklingt, wird als Aufnahme am Sonntag, dem 7. Dezember, von 11.30 bis 12.30 Uhr gesendet, womit der Großdeutsche Rundfunk auch seine MozartSendereihe abschließt. An Stelle der Sendung des„Figaro“ bringt der Großdeutsche Rundfunk am 5. Dezember von 20.20 bis 22 Uhr aus der Wiener Staatsoper den zweiten und dritten Akt von„Idomeneo“ unter Leitung von Richard Strauß. Helmut Henrichs inszeniert am Württembergischen Staatstheater Stuttgart Goethes„Clavigo". Die Titelrolle spielt Rudolf Fernau. Das Stadttheater zu Mainz(Intendant Hans Tetzmer) hat für die Bühnenkunstklasse der Staatlichen Kunstakademie einen Wettbewerb zur Erlangung von Bühnenbildern und Kostümen für die Komödie„Kirschen für Rom“ von Hans Hömberg ausgeschrieben. Damit wird nun neben der seit Jahren bewährten Arbeitsgemeinschaft zwischen den Städtischen Bühnen in Düsseldorf und der von Professor Walter von Wecus geleiteten Bühnenkunstklasse der Staatlichen Kunstakademie auch eine Arbeitsgemeinschaft zwischen der Staatlichen Kunstakademie und dem Stadttheater in Mainz hergestellt. Die zyklische Mozart=Feier der Kölner Bühnen In für Februar 1942 vorgesehen. Geplant sind Aufführungen der sechs in der Wiener Mozart=Woche zur Darstellung gelangten Werke einschließlich einer völligen Neuinszenierung des„Don Juan“, außerdem zwei Morgenfeiern, von denen die eine Tänze und den„Schauspieldirektor“, und die andere weniger bekannte Orchesterstücke und Chöre sowie ein Orchesterkonzert bringen wird. Westdeutsche Buntbühnen Groß=Essen. Ein schwieriger Luftakt wird mit Tempo und Eleganz von Los Validos geboten. Dolly und Daisy erfreuen durch übsche Tanzvariationen. Flotte Fangspiele treibt Gery auf der rollenden Kugel, zugleich ist er ein geschickter Handstandkünstler. Die drei Milis, wohl Vater, Söhnchen und Töchterchen, sind meisterlich geschult in wirbelnder Akrobatik und erstaunlichen Gelenkigkeitsübungen. Auf Xylophon, Tubaphon und Akkordion und Schellenbändern musizieren die vier Imperials so schmissig, daß sie sich durch Zugaben loskaufen müssen. Ein= und mehrstöckig radeln Brucks und Brucks; die artistische Leistung steckt in komischem Gewand. Rudolf Klär nennt seine schön gestaltete Darbietung olympische Spiele. Anmutigem Tanz ist Barbara Steger verschrieben. Aufs Drahtseil schwingt sich Friedel Hardt, um droben durch Können und Komik zu wirken. Den munteren Beschluß bringt Paultons lustige Hunderevue. Gustav Hensel. Künstlerspiele Grasenhof, Dortmund. Edith Eistert tanzt scharmant akrobatisch und zeigt sich in ihrem wirklichen Element, wenn sie mit Fredyanes als ausgezeichnete Aquilibristin auftritt. Der Japaner Pasuda beherrscht die schwierigen Tricks seiner Heimat, und Kuckartz belustigt durch clownerische Ausgelassenheit. Bei Hilde Stadtler sehen wir Tanzkunst eigener Art mit parterre=akrobatischem Schwung. Auf„ostpreußisch“ unterhält Gerta Thoma, indem sie als Marketenderin Soldatenerlebnisse zum Besten gibt. Dr. E. Uelsmann. Oronung zu einem Hestspiel gewonnen: die vier Eduardis, deren entfesseltes Haus von geradezu entfesselten Lachstürmen umbrandet wird, eine Nummer von hinreißendem Tempo! Besonders notiert zu werden verdient auch der Südamerikaner Enos Frazere mit einem atemberaubenden Fersensturz vom fliegenden Trapez. Das auf vielen Bühnen bekannte Jo=Tello=Ballett findet gleichermaßen Anklang wie die fünf Potroffs in ihren Bronzeplastiken(beide Gruppen stammen übrigens aus Gelsenkirchen). Den übrigen Programminhalt bestreiten: die jugendliche Kautschukakrobatin Mary Teloh, die Geschwister Normay mit äquilibristischen Figuren, die drei Jrooklyns als musikalische Scherenschleifer und der sehr sympathische Wiener Chansonnier Rudi Hoffmann. G. Kill. EHKATAEHE beit Janrzennten wegen seiher anerkannten Güte und seines vollmundigen Geschmacks von allen immer bevorzugt getrunken Westfälische Großbrauerei Andreas. IICEE Pissschenn im Ersgeschoss waeiher FIIm: Gelsenkirchen PILSAUSSCHANK im Erdgeschoß Die schönen Räume im Obergeschoß DIELE Was geschah in dieser Nacht Auf der Bühne: W.-ziverfeid Artistische Höchstleistungen Gelsenkirchen DAS VARIETE DE SONDERKLASS werktags um 4.00 Uhr und 7.15 Uhr sonntage um 3.00 Uhr und 4.00 Uhr SeS Gelsenk.-Buer Palast- u. Grinzing-Betriebe Gelsenkirchen-Buer— Inhaber: Friex Gallist Im Palast-Café ist täglich zu hören OSEF STAROSTA mit seinen 6 Solisten Oas erscklassige Tanzorchester 1.—15. Oezember, täglich 20 Uhr, mietwoche, samstags und sonntags auch 16 Uhr Viollnata— Henry Dogs— Gustav jürgens — Carlheinz Götteng— Umberto Basso— Gastsplel K. E. Gnidley— Fred Hett Das neuzeitliche und schöne KONZERTCAFE Bonn De Sr ee S S-HEIT Gelsenk.-Buer Konzertcafé Schaubur g. Geisenkirchen-Buer Morster Straße S— Inhaber: Willy Bungere Sie hören täglich KAPELLE ZISKA STRELLY Besuchen Sie die bekannte Schauburg-Olele EI-TEIT Braunschweig •KONZERT · KAFFEE OTAGES-KAFFEE Spitzenorchester OTANZ-KAFFEE FRANZESKO OHANSA-STUBCHEN SCARPA Robert-Schumann-Konservatorlum der Stadt Oüsseldort Leitung: Generalmusikdirektor Prof. Hugo Balzer Operettenhaus, Jahnstraße 1 a Montag, den 8. Deze mber, 17¼ Uhr Oberklassenschüler-Vorträge unter Milwirkung des Stüdt. Orchesters Werke von: Beethoven, Grieg, Klein, Mogart, Schumann, Verdi. Weber; für: Klavter, Violine, Violoncello, Gesang u. Klarinette. Eintrittskarten zu 0.50, 0,70 und 1,00 RM. Im Ibachhaus und an der Abendkasse. C Mortasube Hagen Oezember—anuar Eimbal-Orchester LAIOS SOVANYKA LEITE -IXET Braunschweig Die Großgaststätte Inmitten der Stadt KONZERT-KAFFEE BAR„BLAUER TEPPICH“ Münchener Braustübl Stehblerhalle Sittchl MEE Hamm Täglich nechmittags 4—7 Uhr. abends 8—11 Uhr eine Parade der Artierik mit WALTER GROHLICH der von allen Reichssendern her bek. Filmstarparodist Das Seiano-Prunk-Ballett In Prachtkostümen mit 10 Tänzerinnen, und weit. 9 hunstl. Darbietungen 80 K-MENT Im Monat Dezember 1941 hören Sie die Kapelle SVEND ERIKSEN 100%ges Varieté! Willy Lille, Meisterparodist von der Berliner Skala— Polly Pfeiffer,„Berlin mit Herz und Mund“— Norma Travis und Orloff, erlesenste Tanzpantomimen— Kurzspiel„Vater und Tochter“ und weitere 7 Großstadeattraktionen— Mans Broich sagt das Programm an Täglich 4 Uhr und 7.30 Uhr. Sonntags ½ Stunde früher Täglich nachmittags und abends auserwählte KUNSTLERSPIELE GASTSPIEL MARIETTA LENZ 4—5¼ die Zilletype ½8—10 Toni Fluß und sein Orchester Dortmund Täglich das auserwählte VARIETE-PROGRAMM Täglich Nachmittagsvorstellung Abendvorstellung: Beginn 19.30 Uhr CEINNEE Buchprüfer erfahren, von großem Gaststätten betrieb für 4 Wochen zur Prufung einer umfangreichen Finanzbuchhaltung gesucht. Ausführliche Be werbungen von Spezialisten aus der Branche u. D. D. 4493 an„Der Mittag", Dutsburg, Königstr. 9 Restaur.-Geschäftsführer für besseres Bierlokal in Düsseldorf zum sofortigen Eintritt gesucht. Verlangt wird Fleiß, Umsicht und tadelloser Umgang mit dem Publikum. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften, neuestem Lichtvild und Gebaltsansprüchen unter A. 134 an D. Schürmann, Anz. Mittl., Düsseldorf. Büfettler sowie älteres Zimmermädchen gesucht. Bewerb an Hotel Berliner Hof. Nachen. Hauskellner tüchtig, sofort od z. 15. Dezember ei voll. Verpfl. gesucht. Anruf 71 20 63 Düssel dorf Benratb. Beiköchin Kaltmamsel! Hausmädchen und Küchenmädchen sofort gesucht. Mü Hotel ünchener Hof. Düsseldorf, Jahnstraße 1a. UAN LLOSSAS der berühmte Weitschlager- und Tangokomponist mit seinen 18 Solisten splelt 4 Uhr nachmittags und 7.30 Uhr abend: Einerietspreis RM4 0.30. Wehrmachtangehörige RA4 0.25 Das elegante Tanzlokal mit Herrenbar TIEI Düsseldort CARL HEINZ CHARLES Vortragskunstler LENI ENGELHARDT, Komikerin und das neue große Programm RE SIII Oüsseldorf Da: vornehme Abendrestaurant Ungarisch in Aufmachung. Speisen, Getranken und Musik Köln GLI-I Köln WAIANA Schönheitstänzerin PETER KANTE, moderner Humorist ARNOLDa DELSINI, ein auserlesener Radakt und das übrige Programm Wochentags 16 und 19.30. sonntags 13.30 und 19 Uh e. She Düsseldort Das Konzert-Café auf der Kö! Es spielt KAPELLE PAUL Geschäftsführer (Platzanweiser) gesucht. Beweibun gen mit Zeugnisabschriften, Licht bild und Levenslauf erbeten unter M. 8412 an Pressebaus, Düsseldorf. Büfettler guter Bierpfleger) von Großzwirtschaftsbetrieb in Düsseldorf für so fort oder später gesucht. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften, neuestem Lichtbild und Gebalts ansprüchen unter B. 135 an D. Schurmann, Anz.=Mittl., Düfseldor“. Kellner für unseren Puszta=Keller gesucht. Dienst ab 16.30 Udr. Mainz Be triebe, Düsseldorf, Schadowstr. 40 Bürohllfskraft für die Bonkontrolle und alle sonstigen Büroarbeiten für unser kaufm. Buro gesucht. Etwas Ste nographie und Maschinenschreiben ist erforderlich. Nur schriftliche Be werbungen mit Zeugnisabschriften, neuestem Lichtbild und Gehalts ansprüchen an Münchner Löwen bräu, Düsseldorf, Europahaus. en Köln Direkt an der Hohen Straße Telephon 226319 Am Flügel: Engelbert SCHORN ee Düsseldort WINTERGARTEN und BAR Täglich ab 19 Uhr geöffnet MUSIKALISCHE UNTERHALTUNG FTEVErste Küchenbeschließerin —E“I erfahren, für größeren Betrieb in Vertrauensstelle gesucht. Bewerbun gen mit Zeugnisabschriften und Lichtbild an Hotel Schwarzer Bock, Wiesbaden. HIE MET Mandeburg 1.— 1S. Oetember NANA DE HERERA CRUCET und viele Attraktionen Täglich 16 Uhr und 19.15 Uhr TAGLICH VORFOHRUNGEN 19.30 Uhr Kabarett und Barbetrieb Minden HIIAALIHA IITIIIAT: Münster I. W. Gurr KLEINKUNSTBUHNE FRANZ BOTT Madeleine Dinon Sirlus Dr. Fred Braune Edich ap; Henny Reichelt G EH-ST MR NE Neuß Es spleit die KAPELLE MILBERGER C Osnabrück ORCHESTER A. TIMMERBEUL Ke W.-alberfeld Erstklassige Kabarettkräfte Täglich 8 Uhr abends Mietwochs, donnerstags, samstags und sonntags auch nachmittags 4 Uhr Das vornehme Konzertcafé Es spielt EDWIN SCHAFFER Lie neus Kleinkunstbühne der Altstadt Konzert— Kabarett— Tischpost Steeler Straße 24 HAMBURG-AHOI, I. Etage 1 tüchtige Köchin nicht über 45 Jahre, in frauen losen Restaurationsbetrieb, sowie 2 tüchtige Hausmädchen in Küchenbetrieb für sofort oder später gesucht. Heidbreders Restau rations Betriebe, Herford, Backer straße 35. Essen Der vornehme Abendbetrieb RITTERECK am Haus der Arbeit HE Essen Im Monat Dezember BELA SARKÖZ mit seinen deutsch-ungarischen Solisten der Sängerin Ruch Blaß und MIs Essen KELLER-RESTAURANT Täglich splelt ab 16 Uhr SCHNEIDER-ANDRE Original Wiener Schrammeln(O’Weaner Fiaker) nhaber: J. W. Dorrer sen., Adolf-Mieler-Straße 40 ALIE S Esson Rheinterrassen— Bayerndorf— HamburgAhol— Bunte Laterne— Im Krug— Lichtergarten— Palette— Westfälische Bauernstube— Kajütte AIEIE Essen Täglich zweimal, 4.00 und 7.30 Uhr das Programm der Varieté-Attraktionen Köchln tüchtig, arbeitsfreudig, für mittle ren Restaurationsbetrieb in an genehme Dauerstellung zum 1. od. 15. Januar gesucht. Muschelhaus Reusch, Düsseldorf, am Buraplatz Büfettfräulein gesucht. Bewerbungen an Bahn hofswirtschaft. Worms am Rhein. Tüchtiges Büfettfräulein sowie ein 2. Zapfer u. Gläserspüler für sofort oder später gesucht. Münchner Löwenbräu, Düsseldorf, Europahaus. Stütze oder Haushälterin tüchtig, die meinen kleinen Villenhausbalt selbständig führen kann, da ich tagsüber tätig bin, sofort gesucht. Frau C. Neubeck, Köln Braunsfeld. Am Morsdorfer Hof 3. Bardame gesucht. Gut. Ausseben u. gt.Garderobe Bedingung. Bildbewerbungen an Rhein. Stuben, Hagen in Westf., Telephon 250 30. Büfettfräul. tücht., perfekt im Zapsen u. Bonkontrolle, 2. sof. Eintr. in Dauerstellung gesucht. Gaststätte„Zur goldenen Rose“. Düsseldorf, Wild.= Klein Str. 10/1 Stütze und Kaltmamse!! od.Belköchin ges. Bahnhofswirtschaft. Hamm in Westsalen 4 vor 2 Uhr# ver 5 Uhr DAS MEISTERWERK MIT Birner-Marin Rardt. IN DE44 BAVARIA-GROSSFILM: KAMERADEN SPIELLEITUNC: HANS SCHWEIKART Auf der Apollo-Bühne: HEINRICH KOHLBRANDT 3SORELLENNUA-ERICFIDETTT COMP UGEND HAT ZUTRITT! HEUTE VORVERK AUF FOR SONNTAC ½ vor 2 Uhr ¼ vor 8 Uhr Die ¼-ver-11-Uhr-Frühverstellung ist ausverkauft! C Was geschahin dieser Nacht? rene von Meyendortf, Theo Lingen Lucie Englisch, Hane Brausewetter SPIELLEITUNG: THEO LINGEN EINE TOLLE GESCHICHTE VON VERWICKLUNGEN! KULTURFILM· MICHELANGELO NICHT FORIUGENDLICHE HEUTE FREITAG 2.25 5.13 Uhr GEUROPA PALAST AEL Fernruf 206 81 OPERNHAUS Freitag geschlossen.— Samstag. 16½ Uh:(Reihe 9):„Die Hexe von Pasaau“, Oper von Gerster.— Sonntag, 16 Uhr:„Ein Maskenball“. Oper von Verdi. BCHAUSPIELMAUS Freitag geschlossen.— Samstag, 14 Uhr: Das Weihnachtsmärchen „Diekedel auf Zauberfahrt“: 17½ Uhr:„Ula von Naumburz“, Schauspiel von Dhunen.— Sonntag, 11 Uhr:„Dickedel auf Zauberfahrt“: 16 Uhr:„Emilia Galottl“, Schauspiel von Less ng. OPERETTENHAUS Freitag. 17—19½ Uhr(Reihe u. 8); „Glückliche Reise“. Operette von Kürneke.— Samstag, 17 Uhr: „Frauen haben das gern“, Operette von Kollo.— Sonntag, 18 Uhr: „Glückliche Reise.“ Es empfichlt sich, den Kartenvorverkauf von 10 bis 13½ Uhr. sonntags von 11½ bis 13 Uhr zu benutzen. Die für Samstag und Sonntag vorbestellten Karten werden bis 13 Uhr des Vorstellungstages bereit gehalt. Theater-Spielsläne Mizer routinierter Fachmann, 20 J. Auslandsprarks, sucht Alleinstellung 3. 1. 1. 42 od. spät. In erstkl. Herrenbar. Zuschr. unt. K. M.6891 Mittag, Köln. Zeppelinst.2 Küchenchef erfahren, über nimmt Werks= od. Lagerküche, eotl. auf eig. Rechn., a. lbst. Westdtschl. Zuschr. K. M. 6084 an Mittag, Köln. Zeppelinstraße 2. C 2. WOCHE! HANS MOSER PAUL HÖRBIGER ELFIE MAYERHOFER, HANS HOLT in dem köstlichen Wien-Flim der Terra WIR BITTEN ZUM TANZ TACLICN: 1.40 3.20 5.30 UHR OGEND AB 14)AHRE ZUTRITT! NALLEN DREITHEATERN: Die deutsche Wochenschau DUSSELDORF Mittlerer Garagenbetrieb möglichst im Süden der Stadt, zu mieten oder kaufen gesucht. Angebote unter P. 126 an D. Schürmann, Anz.=Mittler, Düsseldorf. Freitag, 5. Dezember: Auchen: 17 Uhr: Don Carlos. Bielefeld: Stadtth., 18—20½ Uhr: Aufruhr im Damenstlft. Bochum: Stadtth., 17½—20 Uhr: Minna von Barnhelm. Geschl. Vorstellung. Bonn: Stadtth., 16½—20 Uhr: Don Juan und Faust. Detmold: Zärtliche Verwandte. Dortmund: Stadtth., Hiltropwall, 18—22 Uhr: Die Hochzeit des Figaro. NSG. KdF. Serie 5, Preise II.— Kammerspiele z. Zeit geschlossen. Düren: 17: Lilofee. Erstauff. Duisburg: Opernh., 17—20 Uhr: Idomeneo. Essen: Opernh.(Tel. 33460). 17 bis 19½ Uhr: Idomeneo.— Schauspielh.(Tel. 31577), 17 b. 20: Nora. Geschl. Vorstellung. Hanau: 19½: Cosi fan tutte. Gießen: 19—21½ Uhr: Ariadne. Kalserslautern: Zauberflöte. Karlsruhe: Staatsth., Gr. H., 17—19¼ Uhr: Klingende Seele. Kassel: 14: Schneewittchen: 17½: Torquato Tasso. Koblenz: 16½: Der Biberpelz. mannnelm: Nationalth., 17½ b. 20 Uhr: Kirschen für Rom Münster: Kammersp., 18—20; Der zerbrochene Krug. Neuß: Rh. Landesth., I. Mariaweller: Minna von Barnhelm: i. Eschweller: Schön ist die Welt. Oberhausen: Stadtth., 16½: Die Entführung aus dem Serall. Osnabrück: Die Zauberflöte. Remscheid: Stadtth., 18—21¼; Don Giovanni. Trier: Graf von Luxemburg Wunpertal: Stedtth., 17½—21 Uhr: Maria Stuart. C S Bar-Kellner Fachmann, gute Reserenzen, sucht zum 1. 1. 42 od. spät. Stellung in erst. Hause. Zu schrift. K. M. 6892 an Mittag, Köln Zeppelinstr. 2. mit Matthias Wiemit FranServierfräul. 25 J. alt, sucht sofort oder zum 1. 1. 42 Stellung in Gaststätte. schrift. u. Nr. 212 a. d. Wanne=Eicke ler Stadtanzeiger Wanne=Eickel Düsseldort Essen: EEINE WE Adler-Junior Limous., in best. Zustand, abzug Frz. Nes, Kfz., Dfds.=Oberkassel, Achillesstraße 3, Tel. 522 76 Lieferwagen 1—1½ Tonne, geschloss. od. offen, zu kauf. gesucht. 3-To.-Lastkraftwagen in guterhalt. Zu stand. geg. Kasse zu kauf. gesucht Zuschr. M. 8401 Pressebaus. seldorf. DüsDer Mittag erfaßt u umspannt den ganzen deutschen Westen und Südwesten kraft setner als musterucht. Ang. u. gültig anerkannten Angebote 2, M.] D.M. 4940 Presse=[Verteilung organisation Lieferwagen 1—1½ To., geschl od. offen, zu kauf gesucht. Ana. u nacbote D. M. 4940 Pressehaus,] Düsseldorf. DKW. Sonderklasse Kabriolent, gut erhalten, aus Privatband zu verkf Josef Fliege, Kamp=Lintfort, Rheinberger St.34 Telephon=Nr. Lintfort 331. Wesel Ufa-Palast:„Kadetten man. Carsta Löck. „Die Kellnerin Anna“ ziska Kinz, Hermann Brix. V'fa-Odeon: 2. Woche„Was geschah in dieser mit Karl Ludwig Diehl, Lilli Muratti Sud-Theater:„Der Weg ins Freie“ mit Zaral. Leander. Lichtburg:„Eeine Angst vor Liebe“ mit Adolf Wohlbrück, Theo Lingen, Liane Haid. Metropol:„Der Mann. von dem man spricht. Schadow-Lichtsplele:„Der Gasmann“ mit Heinz Rühmann, Anny Ondra. Lichtburg:„Kadetten“. Ufa-Film von Carl Ritter mit Matthias Wieman, Carsta Löck Scala:„Weiße Sklaven“, ab Dienstag„Vier Musketiere“ mit Fritz Kampers, Hermann Speeimans. Carsta Löck. Schauburg:„Ich klage an“ mit Heidemarie Hatheyer, Paul Hartmann, Matthias Wieman „Heimkehr“ mit Paula Wessely. Attila Hörbiger. Peter Petersen Kammerspiele:„Die Tochter des Korsaren. Apollo:„Was geschah in dieser Nacht!“ nion:„Eva“, ab Dienstag„Mädchen im Vor zimmer“. Apollo:„Die Kellnerin Anna.“ 2 gebr. PKW. zum Taxpreis zu verkaufen. Milch verwertungsgenossenschaft. Essen, e. G. m. v. H., Essen Altenessen, Palmbuschweg 38/42. 2 Personenkraftwagen gebraucht, zum Tarpreis zu verkaufen. Milchverwertungsgenossen schaft Essen e. G. m. d. H., Essen Altenessen, Palmbuschweg 38/42. Personenwagen wenig gebraucht, gegen Kasse zu kaufen gesucht. Ausführliche Angebote unter D. F. 2551 an G. Geerkens, Anz.=Mittl., Hagen(W.) Personenwagen wenig gebraucht, gegen Kasse zu kausen gesucht. Ausführliche Angebote unt. D. F. 2551 an G. Geerkens, Anz.=Mittl., Hagen(Westf.).