Dr. Peter Weller Pelzgarnierung. chwanzkrawatte. Puchspelz. Quens eine Burleske von dem Sohne...“ W. J. maler n Kölner Straßenertoire delle Beget r Art seltene Darosen Kugel. Sie entine hinauf und Olanders mit wirdatik in vielfältigrd ebenso ehrlicher verschiedenen Aufenfrohe und ideender u. a. in einem Caprans als vorW. 3. ie Zuhörer s mit idrer schter müts und Wesens Eigenartiges um le bei aller WeichWunder, wenn sie je ist, die von dem betreut wird. Er nierten Zieltreifer seiner Seite. Gein der artistischen den Steffen, waderen zu fesseln vering und Klasse vor. chicke Tänzerin die hlen läßt. B. H. uf: 20681 rnhaus hr: Zigennerliebe. splelhaus hr: Hahn kräht. Ihr: belungen. zerte Düsseldert lbeginn lov. 1939 7 Uhr 0 Uhr 113 ZI. November Ihr: Kreuzgang. Reisebegleiterin tspiel D. Wieck). th., 20 b. geg.— arald Kreutzberg istapiel, Vormiete . Haus, 19½—22: iptmiete A). dtth., 20—23 Uhr all. Oper v. Verdi rie A. 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Pföriner 2 24 84.— Anzeigenpreis: 1 mm boch. 22 mm breit 18 Rpf.: Familenanzeigen: Stellengesuche und Stellenangevote 10 Rpf.: Terttell: 1 mm doch, 84 mm breit, 90 Rpf Monau Bezugspreis durch Boten 2,60 RM und 30 Rpf. Botenlohn: durch die Pon 2.90 RM einschließlich 39 Rpf Postzeitungsgebühr zuzuglich 36 Ryi Bestellgeld— Drabianschrift: Drosteverlag— Postschedkonio: Eslen Nr 964— traße 203. Fernruf Nr. 11 29 47 und 2. Fernruf 3 07 26— Bielesel d. Bahnbofstraße 36. Nr. 250 50.— Qulsvura. Konigstraße 9 Fernruf 3 23 57— Frankturt a M. KaiserFriedrichstraße 203. Fernruf Nr m 3 07 26—•* Berliner Schriftleitung und Geschaftsstelle: Berlin SW 68, Nr. 11 29 49.— Geschaftsstellen: nachen Theaterplatz Fernruf 6484— Dorimund. Hiliropwau 2. Fernrut Nr. 216 02.— Eisen, Haus der Technik Hollestraße 1d. Fernruf 3.— straße 46. Fernruf 3 10 87.— Kovlenz. Markenbildchenweg 12. Fernruf 3896— Köln Zeppelinnraße 2 (Schwertvof). Fernruf 22 50 82.— Wuppertal=Elversel d. Adolf=Hitler=Straße 79. Fernruf Nr 27133. Nach der Aufklärung des Münchener Verbrechens: Geständnis des Attentäters Geldgeber bzw. Auftraggeber: der britische Intelligenee Cervice 7 Organisator des Verbrechens: Otto Strasser 1 Als Täter festgenommen und überführt: Georg Elser Englands Geheimdienst für Westeurova in deutscher Falle Seltsame Folgen des Genusses französischen Militärweins Wie stob“'s heute mittag? Herr Albert Lebrun, der Präsident der Französischen Republik, hat gestern auf einer Reise in das Kohlenrevier Nordfrankreichs in Lens eine Ansprache an die Bergarbeiter gehalten. Bemerkenswerter als das, was er bei dieser Ge= franzosisc.. legenheit vortrug— es war das alte offizielle Pariser Lied!den. Darob ist nun ein großer Streit entstanden, wie der genheit vorting.„„####lande und Frankreichs Pariser, Korrespondent des„Popoio d'Italia" berichtet. von dem angeblich gerechten Krieg Englands und Frankreichs — ist die Tatsache, daß der Präsident überhaupt einmal vor Bergarbeitern und an deren Arbeitsstätte gesprochen hat. Es war, wenn uns das Gedächtnis nicht trügt, das erstemal, daß sich dergleichen in Frankreich begeben hat. Die hohen Würdenträger der westlichen Demokratien entfalten seit Jahr und Tag eine reiche Redetätigkeit, sowohl in ihren Hauptstädten wie auch in der Provinz. Sie haben schon vor vielen Gremien gesprochen, mit Vorzug vor solchen, die für Wahlzwecke wichtig sind. Aber daß einmal das Staatsoberhaupt vor Bergarbeitern, vor Arbeitern an der Arbeitsstelle geredet hätte, das hat es bisher in Frankreich noch nicht gegeben. Und als König Eduard VIlI. vor einigen Jahren eine Reise in die Waliser Elendgebiete unternahm und dort zu den ewigen Arbeitslosen sprach, empfand man im amtlichen und parlamentarischen England diese Geste als etwas Unzulässiges, geradezu als etwas, das gegen die Verordnung verstieß, und wogegen das Parlament, um seine eigenen Privilegien zu schützen, opponieren müßte. Es gibt nur ganz wenige Staatsoberhäupter in Europa, die sich eine unmittelbare Verbindung mit den breiten Volksschichten erlauben können oder dieses für notwendig halten. Beispielsweise König Leopold III., der junge und sehr moderne König der Belgier, der zum Entsetzen seines Hofes sogar einmal mit einigen tausend Bergarbeitern in der Gegend von Charleroi an einem Tisch gespeist hat. Und wer sonst noch? Wer hat in Europa diesen Schritt von der höchsten Staatswürde bis zu dem unmittelbaren Verkehr mit den breiten arbeitenden Massen als erster getan und daraus geradezu die Grundlage seiner Repräsentationsformen gemacht? War es nicht der Führer des Dritten Reiches, Adolf Hitler? * Ist es nicht des Nachdenkens würdig, daß diese nationalsozialistische Methode, die man ebenso gut eine faschistische nennen kann und die eine Revolution der überlieferten euroräischen Staatssitten war, heute in einem Lande nach dem anderen Nachahmer findet? Ist es nicht besonders pikant, daß gerade diejenigen, die öffentlich behaupten, sie führten gegen Hitler und den Nationalsozialismus Krieg, sich die Sitten des Führers und seiner Bewegung nach und nach anzueignen versuchen? Wenn nun Herr Lebrun, der übrigens von Privatberuf Bergingenieur ist, zu den Bergleuten von Lens geht, um von ihnen und zu ihnen zu reden, so tut das amtliche Frankreich damit kund, daß es doch zumindest in diesem Punkt die nationalsozialistische Praxis in Deutschland für richtig hält. Aber ist es nicht auch in vielen anderen Dingen so? Ist nicht die Umstellung von einer krisengeschwächten liberalen Wirtschaftsführung auf die dirigierte Wirtschaft, die in Frankreich und in England seit einigen Monaten vollzogen worden ist, eine Ehrenbezeigung, die von den Westmächten heute dem Beiviel Deutschlands, wo der Liberalismus bereits seit mehr als echs Jahren liquidiert worden ist, erwiesen wird? Wie würden Frankreich und England, so kann man fragen, mit ihrer Wirtschaft den Bedürfnissen ihrer Kriegführung gerecht werden, wenn sie nicht das Vorbild Deutschlands vor Augen hätten? Der Staatsvertrag, der zwischen Deutschland und der Slowakischen Republik unterzeichnet wurde, lenkt wieder einmal die Aufmerksamkeit auf die deutsche Methode der Wiedergutmachung politischen Unrechts. Der Benesch=Staat hatte in den Jahren 1920, 1924 und selbst bei der Auflösung der Tichecho=Slowakei 1938 Gebiete der Slowakei, die ausschließlich von Slowaken bewohnt waren, auf den Druck der polnischen Regierung den Polen ausgehändigt, obwohl hierzu weder eine politische noch eine volkstumsbedingte Notwendigkeit vorhanden war. Dieser Verrat slowakischen Gedietes an Polen ist jert wiedergutgemacht worden. Mehr Fortsetzung 2. Seite Wer mit was gegen wen? Drabtmeldung unseres römischen Berichterstatters Rom. 22. November. Um den Mut der Poilus etwas anzufeuern und um gleichzeitig den Weinbauern zu helfen, war, wie man sich erinnert, die tägliche Weinration des französischen Feldheeres bei Beginn des Krieges erhöht worNicht über die Qualität. Aber in Dutzenden von Fällen, wie man festgestellt hat, sind Soldaten nach dem Genuß des von der Intendantur gelieferten Weines gewisser, der Bevölkerungspolitik notwendiger Fähigkeiten verlustig geworden. Ein ernsthafter Bericht ist darüber an das Oberkommando abgegangen, in dem die Fälle genau beschrieben werden. Man ist sich nur noch nicht im klaren, ob der böse Feind, eifersüchtige Gattinnen oder der Teufel selbst hier die Hand im Spiele haben. Radikaler AntiKriegsvorschlag an Präsident Roosevelt Leider blieb er unbeantwortet Trahimeldung unseres römischei Tonderberichterstatters Rom. 22. November. Präsident Roosevelt hat vor einiger Zeit, so berichtet„Regime Fascista“, ein Manifest erhalten. auf das er leider bisher nicht geantwortet hat Darin wurde ihm vorgeschlagen, um die Abänderung des Neutralitätsgesetzes zugunsten des jüdischen Waffenhandels zu verhindern, daß 1. im Falle des Krieges sämtliche arischen Männer sofort vom Wassendienst dispensiert werden müßten. Dafür solle ein ausschließlich züdisches Heer ausgestellt werden. 2. Alle Kriegsschiffe, Flugzeuge und Unterseeboote werden mit Juden bemannt. Fortsetzung siehe zweite Seite .O. warintelligenterals Intelligenee Service Die Chefs des britischen Geheimdienstes für Westeuropa im Gewahrsam der Gestapo Englische Brandstifterzentrale im Haag Berlin, 21. 11. Amtlich wird verlautbart: Die im Haag befindliche Zentrale des britischen Intelligence Service für Westeuropa versuchte seit längerem, in Deutschland Komplotte anzuzetteln und Anschläge zu organisieren bzw. Verbindung mit von ihnen vermuteten revolutionären Organisationen aufzunehmen. Auf Grund einer ebenie verbrecherischen wie albernen Aufklärung durch deutsche Emigranten lebte man in der beitischen Regierung und in dem ihr unterstellten Intelligence Service in der Meinung, es befände sich im Staat, in der Partei und in der Wehrmacht eine Opposition mit dem Ziel, im Reich eine Revolution herbeizuführen. Unter diesen Umständen wurden Beamte des Sicherheitsdienstes der# beauftragt, Verbindung mit dieser britischen Terror= und Revolutionszentrale im Haag aufzunehmen. In dem Glauben, tatsächlich mit revolutionären deutschen Offizieren zu verhandeln, offenbarten die Vertreter des britischen Intelligence Service den deutschen Beamten ihre Absichten und Pläue, ja, um eine dauernde Verbindung mit diesen vermeintlichen deutschen Offizieren aufrechterhalten zu können, lieferten sie ihnen außerdem ein bestimmtes englisches FunkSende= und Empfangsgerät, durch das die deutsche Geheime Staatspolizei bis zum heutigen Tage die Verbindung mit der britischen Regierung aufrechterhalten hatte. Am 9. November versuchten nun die Leiter dieses britischen Intelligence Service für Europa, Mr. Best und Kapitäu Stevens. die holländische Grenze bei Benlo nach Deutschland zu überschreiten. Sie wurden dabei von den sie überwachenden deutschen Organen überwältigt und als Gesangene der Staatspolizei eingeliefert. Die widersprechenden Angaben über ihre Gefangennahme. ob auf noch holländischem oder deutschem Boden, werden zur Zeit geprüft. Wer kennt Georg Elser? illegalem Wege über die deutsche Grenze in die Schweiz zu gelangen. Es handelte sich dabei um den 38 Jahre alten Georg Elser, zuletzt wohnhaft in München. Die inzwischen getrossenen Feststellungen der von der Sicherheitspolizei nach München entsandten Sonderkommission ergaben zahlreiche Hinweise auf die Vorbereitung und Ausfühung der Tat. Als Täter schien eine Person in Frage zu kommen, von der bereits am 12. November eine genaue Beschreibung veröffentlicht werden konnte. Weitere Feststellungen verstärkten den Verdacht, Edens Frühstücksreise an die„Front“ Die Weltpresse hat sich darüber lustig gemacht, daß Anthony Eden, Englands gegenwärtiger Dominienminister, gelegentlich seiner in den britischen Blattern groß aufgemachten Reise an die„Pront“ anscheinend von Frühstück zu Frühstuck gefahren ist, weil der amtliche Bericht nichts anderes erwähnte. Allzu gefahrvoll gmg es auch in dem Abschnitt nicht zu, in dem unser Bild den Minister(ohne Hut) zeigt. Links der Herzog von Gloucester, der als Verbindungsotfizier swischen der britischen und französischen Armee tätig ier. Prompte Arbeit der deutschen Sicherheitsorgane Berlin, 21. November. Der Reichsführer H und Chef der deutschen Polizei gibt bekannt: Sofort nach dem ruchlosen Anschlag im Büegerbräukeller am 8. November wurden Maßnahmen getrossen, die zur Aufklärung des Verbrecheue geeignet erschienen und die Fest=]—..„„ nahme des Tätere oder der Täter ermöglichen konnten. Im Weitere Feststellungen verstärkten den Verdacht, daß Zuge dieser Fahndungsmaßnahmen sand eine augenblickliche 9#ots. Tiler zumindest in irgendeiner Beziehung iu dem Sperrung aller deutschen Grenzen in Verbindung mit einer nitentat stehen mußte. Unter der Last des von der Sonderverschärften Grenzkontrolle statt. Unter den noch in dieser kommission szwohl am Tatort als auch in seinen inzwischen Nacht Verhafteten besand sich ein Mann, der versuchte, auf ermittelten Zusluchtsstätten sichergestellten Beweismateriale und nach mehreren Gegenüberstellungen legte Elser nach erst hartnäckigem Leugnen am 14. November 1939 ein volles Geständnis ab. In einer in der Kriminalgeschichte einzig dastehenden Weise hatte er in wochenlanger Kleinarbeit in eine der Tragsäulen des Bürgerbräukellers eine Zeitzündung eingebaut, deren Uhrzeit auf sechs Tage oder 144 Stunden eingestellt war. Die Planung des Verbrechens geht auf den September bzw. Oktober 1938 zurück. Im August 1939 sand der Einbau der Sprengkammer statt. Die Sprenglodung brachte er am siebenten Tage vor der Kundgebung im Bürgerbräukeller an. Sechs Tage vorher versuchte Elser zum ersten Male, die unterdes eingestellte Zündmaschine in die Sprengkammer zu bringen. Dies mißlang. Auch die fünfte Nacht vorher war ihm ungünstig und führte wieder zur Aufgabe des Unternehmens. Die Nacht vom vierten zum dritten Tag vor dem 8. November gab aber Elser die Gelegenheit, seine Zündmaschine in die vorbereitete Sprengkammer einzubauen. Der Täter fuhr daraushin sofort ab, um sich über Stuttgart zu den in der Schweiz bereits auf ihn wartenden Auftraggebern zu begeben. Aus unbestimmten Gründen fuhr Elser am Nachmittag des 7. noch einmal nach München zurück. Es gelang ihm, in der Nacht vom 7. zum 8. neuerdings in den Bürgerbräukeller einzudringen, um sich noch einmal durch persönliches Horchen von dem Ticken des Uhrwerks zu überzeugen. Der Verbrecher hatte hier nicht vergessen, für eine Abdämpfung des Geräusches zu sorgen. Er wiederholte diese Probe in der Nacht vom 7. aus den 8. einige Male. Am 8. morgens frühstückte der Verbrecher dann in einer Münchener Wirtschaft in der Nähe des Isartores im Tal und begab sich daraushin mit der Bahn über Ulm an die Grenze. In der Nacht vom 8. auf 9. versuchte er nun, in der Nähe von Konstanz die Grenze nach der Schweiz hin zu überschreiten. Die unterdes eingetretene allgemeine Alarmierung machte ihm dies jedoch unmöglich und führte zu seiner Verhaftung. uftraggeber bzw. Geldgeber für das Unternehmen war der britische Intelligence Service. Organisator des Verbrechens Otto Strasfer. Die Ermittlungen nach seinen Auftraggebern und Komplicen hatten bisher Veröffentlichungen noch nicht angezeigt erscheinen lassen. Nunmehr aber ist jedenfalls ein Teil der mit dem Verbrechen im Zusammenhang stehenden Subjekte bereito verhaftet. Zur weiteven Aufklärung werden Associated Preß N “ wolgende Fragen an dis Oftentlichtett gerichtet: 1. Wer kennt noch Elser? 2. Wer lann noch Augaben machen über seinen Umgang? 3. Wer kann noch Hinweise geben, mit wem E. verkehrte? l. Wo ist E. in den letzten Jahren aufgetaucht? i. Wo oder bei wem hat er Einkäuse getätigt oder Bestellungen ausgegeben? i. Wer weiß noch, daß sich E. mit Erfindungen, technischen Zeichnungen, Konstruktionen, Bauplänen usw. beschäftigte? 7. Wer hat bei anderen Personen Zeichnungen oder Pläue des Bürgerbräukellers gesehen? s. Wer hat E. in Lokalen, auf Bahnhösen, in Zügen, Autobussen usw. allein oder mit anderen gesehen? 9. Wer hat E. noch im Auslande gesehen? Wann? Wo? Und mit wem? Radikaler Anti=Kriegsvorschlag an Präsident Roosevelt Fortsetzung von der ersten Seite 3. Die Juden müssen, um in die Schlacht gehen zu können. ihre Wassen, Tornister und sonstige Ausrüstung bei arischen Firmen kaufen. 4. Das dazu notwendige Geld sollen ihnen arische Banken zu einem Zins von nicht unter 12 vom Hundert vorstrecken. „Bravo!“, sagt„Regime Fascista“ dazu.„Das ist das einzige Mittel, um für immer den Krieg aus der Welt zu schaffen Das gleiche Blatt berichtet aus London, daß die Engländer allmählich auch genug von den jüdischen Geldverdienern haben. So wurden Filialen des Gastwirtschaftsbetriebes der bekannten Londoner Firma Lyons. deren Besitzer ein gewisser Isidor Salomon ist, zum Teil völlig demoliert, und zwar als Protest dagegen, daß die Lyons=Betriebe das britische Heer beliefern. Verschiedentlich kam es auch zu Demonstrationen, deren— wie sogar„Daily Mail“ zugeben muß — die Polizei nicht Herr werden konnte. Immer wieder konnte man dabei die Rufe hören:„Wir haben genug von den Juden!“ Der englische Kriegsminister Hore Belisha hat aus Anlaß eines Besuchs in Paris seine Ansicht vom Kriege wie folgt geäußert:„Ich bin sicher, daß wir den Krieg mit aller Bequemlichkeit führen können.“ Ja, die Juden im sicheren Hinterland werden es bequem haben,„aber an der Front ist der Krieg weniger schön und äußerst unbequem“, antwortet der„Popolo d'Italia“ darauf. An der Front wird man Herrn Hore Belisha und seine Rassegenossen allerdings vergeblich suchen. Wie steht's heute mittag? Fortletzung von Seite 1 als 40 000 Slowaken sind in ihre Heimat zurückgekehrt und gehören jetzt wieder dem slowakischen Staatsverbande an. Die Unterzeichnung des Staatsvertrages ist in der Slowakei mit lauter Freude aufgenommen worden. Betrachtet man doch in Preßburg die Freundschaft zu Berlin als ein großes Verdienst des Staatspräsidenten Dr. Tiso. Seine Freundschaftspolitik hat sich im Kampfe gegen den gemeinsamen Feind besonders bewährt. Staatspräsident Dr. Tiso hat die Unterzeichnung des Staatsvertrages zum Anlaß einer Rede genommen in der er sich scharf dagegen verwahrt hat, daß bei den Demokratien immer wieder ein lächerliches Spiel mit untergegangenen tschecho=slowakischen Größen getrieben wird. Wenn man sich in Paris oder London darüber aufrege, daß „deutsche Truppen die Slowakei besetzt halten“, so sei jedermann ebenso berechtigt, darauf zu verweisen, daß ja auch englische Truppen Frankreich besetzt hielten. Der Tatbestand sei in beiden Fällen der gleiche. Auch der slowakische Außenund Innenminister hat vor dem Parlament eine Erklärung abgegeben, in der er unterstrich, daß die Zusammenarbeit swischen der Slowakei und dem Deutschen Reich den Slowaken zur Selbständigkeit verholfen, sie vor dem Einbruch polnischer Truppen bewahrt und das ihnen von den Polen angetane Unrecht wiedergutgemacht habe. Der deutschslowakische Staatsvertrag erweist sich in allen seinen Teilen als ein Beweis der aufbauenden deutschen Politik mit den Staaten, die zu vertrauensvoller Zusammenarbeit Berlin bereit sind. * In Dantes Paradies findet sich ein Lob auf die Ordnung. von der es heißt:„Die hohen Wesen sehn in ihr die Spur allewiger Tatkraft.“ Von diesem segensreichen Wirken scheinen die Herren, die, von blindem Haß erfüllt, ihre Völker gegen Deutschland hetzen, nichts zu wissen. Sie machen sich mit satanischem Zynismus über die Aufräumungsarbeiten lustig, die seit Beendigung der Kämpfe in Polen in den von Volksdeutschen bewohnten Gebieten eingesetzt haben. Sie sagen: erst zerstören die„Barbaren“ alles und dann schaffen sie die Trümmer fort und bauen neue Häuser, Brücken und Straken. Es scheint den gewissenlosen Demagogen jenseits unserer Grenzen unverständlich zu sein, daß wir keine Freude am Chaos haben. Gewiß, es gibt Kreaturen, die sich an Stötten der Verwüstung voller Schadenfreude vergnügt die Hände reiben. Aber solche Wesen haben zweifellos wenig getan, das der Menschheit Gewinn brachte. Der Fremde, der nach Deutschland kam, hat von jeher die Ordnung bewundert, die in unserem Lande herrschte und dann diese Ordnung. wenn er wieder nach Hause zurückgekehrt war, als nachahmenswert empfohlen. Mit einem Male spottet man nun über eine Eigenart, die jeder ruhig und vernünftig denkende Mensch anerkennen muß. Muß man da nicht glauben, daß viele von denen, die über das Wohl und Wehe ihrer Völker bestimmen wollen, nicht mehr ruhig und vernünftig denken können? Nicht nur Liebe. nein: auch Haß macht blind! Hier hat man einen neuen Beweis dafür. Wehe den jetzt Blinden, wenn sie einst wieder gewaltsam sehend gemacht werden! Geschichtskundige mögen sich heute einer Frau erinnern, de, vor 175 Jahren in Riga geboren, einmol eine sehr wichbige Rolle im europäischen Leben des vovigen Jahrhunderts gespielt hat. Es ist Juliane Freifrau von Krüdener. die Tochter eines Deutschbalten, gewesen, die einen starken Einfluß auf den mächtigsten Herrscher nach Napoleons Sturz, auf den Zaren Alexander den Ersten von Rußkand, ausgeübt hat. Der Zai, der stets ein empfängliches Herz für schöne und geistreiche Frauen hatte, ließ sich eine Zeitlang völlig von ihr einspinnen und war besonders für die frömmlerischen Ansichten dieser Schwärmerin sehr empfänglich. Die Krüdener war es, die dem Zaren den Plan zu der Heiligen Allianz einredete, zu jenem Zusammenschluß aller damaligen christlichen Monarchen Europas unter der Führung des Zaren. Damals sicherten sich sämtliche Fürsten des Abendlandes gegenseitige Hilfe und Bruderliebe zu und erklärten, in ihren Reichen die Religion, die Gerechtigkeit und den Frieden wahren zu wollen. Be##chnenderweise schloß sich der leichtsinnige Prinzregent von England damals von jenem heiligen Bündnis aus. Die stark überspannte Krüdener fiel später beim Zaren in Unde und starb in völliger Vergessenheit im Jahre 1924 in der Krim. Lynkeus. Behram ist Aga Khan für 50.000 nicht seil Tradtmeldung unseres Conderderichterstatters Umsterdam. 22. November. Aaa Khan hat ein Gebot von 50 000 Pfund Sterling auf das erfolgreiche Rennpferd Behram abgelehnt. Die höchsten Preise, die bieher für ein Rennpferd bezahlt wurden, waren 60 000 Pfund Sterling, die Sir Mallado Deely für den Derbosieger Call Voy und Martin Benson für das italienische Pferd Nearco anlegten. Die Kriminalgeschichte kennt keinen Parallelfall Wie der Verbrecher überführt wurde Zu der Aufdeckung des Münchener Attentats erfährt der „Deutsche Dienst" noch folgende Einzelheiten: Sofort nach der furchtbaren Untat am Abend des 8. Novembers im Münchener Bürgerbräukeller traten durch Befehle des Reichsführers H sämtliche Teile der deutschen Polizei mit höchster Alarmstufe in Tätigkeit. Es begann in der Stunde des Verbrechens bereits von außen nach innen gleichsam schon eine Einkreisung des Täters. Sämtliche Grenzübergänge wurden gesperrt, offene Grenzabschnitte besonders scharf überwacht, keiner auch nur irgendwie verdächtig scheinenden Person wurde der Grenzübertritt gestattet, ehe nicht die besondere Genehmigung des Reichssicherheitshauptamtes dazu vorlag. In einem äußerst knappen Zeitraum waren damit also die Spuren, die aus dem Reich führen konnten, hermetisch abgedichtet und verschlossen. Gleichzeitig begab sich eine kriminalpolizeiliche Spezialkommission(Tatortkommission), besondere Fachleute und Spezialisten der Sicherheitspolizei, nach München, wo ebenfalls sofort nach dem Abtransport der Toten und Verwundeten der eigentliche Tatort völlig abgeriegelt wurde. Es begann dann hier noch in den Nachtstunden zum 9. November eine besonders mühevolle Arbeit; der ganze Sprengschutt wurde sorgfältig gesichtet und systematisch durchgesiebt und geordnet. Nach tage= und nächtelangem methodischen Suchen unter genauester Druckberechnung und Beachtung der Eigenart dieser entsetzlichen Sprengung kam die Sicherheitspolizei in den Besitz einzelner, teils geringfügig scheinender Splitter, Schräubchen und Federteile. die zur ersten Rekonstruktion des objektiven Tatbestandes die notwendige Voraussetzung waren. Es konnte nunmehr ein klares Bild gewonnen werden über das Uhrwerk, das die Explosion auslöste, über die Art des Sprengstoffes und den ungefähren Umsang des zu diesem Verbrechen benötigten Sprengmaterials sowie über den mutmaßlichen Anbringungsort der Höllenmaschine sowie deren eigentliche Bauart. Vorgefundene Teile eines Spezialuhrwerks machten wichtige Schlüsse auf deren Herstellerfirmen möglich und gaben damit ganz besonders wertvolle Fingerzeige für die Fahndung nach dem Täter. Auf dieser Unterlage der Tatortkommission baute dann die Täterkommission der Sicherheitspolizei, aus Beamten der Geheimen Staatspolizei zusammengesetzt, ihre weitere Arbeit auf, und unter diesen gewonnenen Gesichtspunkten konnten nun die tausend und aber tausend Angaben aus dem ganzen deutschen Volk durchgekämmt und abgesondert werden. Der Kreis um den Verbrecher wurde enger und enger, da man nun ja jetzt in der Lage war, das Wesentliche vom Unwesentlichen, des Zugehörige vom Nichtzugehörigen zu trennen. Alle Arbeit konnte darum in erster Linie sich auf den mutmaßlichen Täterkreis konzentrieren, um so dann systematisch auf den Täter. den Verbrecher selbst zu stoßen und dann die von ihm ausgehenden Verbindungslinien zu verfolgen. In Richtung der ersten Untersuchungsergebnisse wurden auf Weisung des Reichsführers H aus dem ganzen Reichsgebiet und von den Grenzen her alle nun zu dem engeren Verdachtskreis gehörenden Personen zur Sonderkommission nach München überstellt, die wiederum nochmals nach den neuesten Befunden den Kreis nach eingehendsten Vernehmungen immer weiter einengte. Wer den Ausdruck„Kreuzpeilung" im Funk und in der Navigation beherrscht, der versteht am besten, wie klar und logisch zwingend die Überschneidung der Arbeitsergebnisse von Täter= und Tatortkommission im Kreise der verhafteten Verdächtigen dann den wirklichen Täter bezeichnete. Die Vernehmung eines jeden Verbrechers bedingt Abtasten und Kennenlernen seiner psychologischen Substanz; als sich der Verdachtskreis um Elser dann geschlossen hatte, als sämtliche persönlichen Bindungen, sein Lebensweg, seine Kreise bis auf die Sekunde genau festzulegen waren, konnte in wieder neuen, mehrfachen Vernehmungen und Gegenüberstellungen dann die Überzeugung gewonnen werden, d wirklichen Täter in Händen zu haben. Unter der Last des Beweismaterials und der inzwischen in seinen Zufluchtsstätten sichergestellten Einzelheiten konnte das Geständnis des Verbrechers dann nur noch das Untersungsergebnis bestätigen. Wir haben diesen Mann gesehen. Das ist der Mörder der Opfer jenes furchtbaren Planes, das ist der Mann. der den Führer und mit ihm die Führerschaft des Reiches treffen wollte. Man mußsich das alles immer wieder vor Augen halten, denn dieser Mann dort hat keine auffällige Verbrecherphysiognomie, sondern intelligente Augen, leise, vorsichtig abwägende Ausdrücke, die Vernehmungen dehnen sich endlos, jedes Wort überlegt er lange und genau, bis er Antwort gibt, und wenn man ihn dabei beobachten kann, vergißt man im Augenblick, vor welchem satanischen Untier man steht, welche Schuld, welche grausige Last dieses Gewissen dort scheinbar so leicht zu tragen imstande ist. Die Kriminalgeschichte kennt keinen Parallelfall für dieses gemeinste und raffinierteste aller Verbrechen.„„ Wie genau und systematisch dieser Verbrecher gearbeitet hat, dafür spricht folgende Einzelheit, die sich im Laufe der Vernehmung ergab. Nach seinem eigenen Geständnis sollte Elser zur Klärung einiger Fragen an den Tatort in den Bürgerbräukeller nach München gebracht werden. Elser erklärte diesen Weg für überflüssig und fertigte zum Beweis dafür im Vernehmungsraum freihändig aus dem Kopf eine maßgerechte bis in die letzte Einzelheit gehende Tatortskizze an, die den gesamten technisch komplizierten Mordplan genau und wahrheitsgetreu enthielt. Der Polizei war im Laufe der Fahndung ein Rätsel geblieben, das der Verbrecher dann zu lösen imstande war. Warum hatte der Täter in Anbetracht der langen Laufzeit der Uhr in seiner Höllenmaschine auf seinem Weg ins Ausland noch einmal kehrtgemacht? Die erste öffentliche Bekanntgabe der Absage der Feierstunde im Bürgerbräukeller sowie die spätere Umlegung des Termins der Führerrede zum Abend des 8. November hatte den Täter bewogen, sich nochmals in die Nähe des Tatortes zu begeben. Die glückliche Fügung, die den Führer und damit uns alle vor einer entsetzlichen Katastrophe bewahrte, wurde dem Verbrecher zum Verhängnis. Er konnte gefaßt werden, ehe er sich im Ausland dem deutschen Zugriff entziehen konnte. Wir alle haben dieser Fügung doppelt dankbar zu sein, denn die Ergreifung dieses Mannes hat in allen ihren Konsequenzen eine Bedeutung, deren Tragweite überhaupt nicht abzuschwächen ist. Zu den bereits vorhandenen klaren Anhaltspunkten für die Hintergründe dieses schändlichen Verbrechens wird nun die deutsche Offentlichkeit unendlich viele kleine Fingerzeige und Einzelheiten im Verein mit der Sicherheitspolizei zusammentragen, damit zu aller eindeutigen Kenntnis auch eine lückenlose, bis ins kleinste gehende Kette des Beweises allen jenen, die es angeht, zum Verhängnis wird. Peinliche Feststellungen Leon Degrelle beleuchtet das Paris=Londoner Kriegsdunkel Brüssel, 22. November. Leon Degrelle prangert im „Pays Ree!“ die Widersprüche an, die in den englisch=französischen Erklärungen über die„Kriegsgründe und Kriegsziele" enthalten sind und die das ganze Lügengebilde aufzeigen, hinter das sich die englisch=französische Politik verschanzt. Man werde niemanden glauben machen, so sagt Degrelle, daß das Hinschlachten von 10 oder 20 Millionen Menschen Versailles wiederherstelle. Man müsse sich wirklich fragen, ob es notwendig sei, zwei= oder dreimal mehr Deutsche. Franzosen und Engländer zu opfern, als es Tschechen gebe, um dieses Zwittergebilde wiederherzustellen, das sich TschechoSlowakei nannte. Man behaupte ferner, Krieg„für die Freiheit" zu führen. Man müsse sich nun die Frage stellen, wer sich mit Deutschland verbündet habe, als es gegen Prag marschierte und wer das Teschener Gebiet eingesteckt habe. Wenn Paris und London damals Deutschland den Krieg erklärt hätten, so hätten sie sich auch mit Polen schlagen müssen. Schließlich behaupte man. Krieg gegen die„Gewalt= streiche" zu führen. Warum führe man dann aber keinen Krieg gegen Sowjetrußland? fragt Degrelle, denn dieses hätte dasselbe getan wie Deutschland. Trotzdem habe man Sowjetrußland in Frieden gelassen und Halifax habe sogar erklärt, daß die Sowjets das behalten könnten, was sie sich genommen hätten. Wo bleibt da das Recht? so fragt Degrelle. Zum Überfluß habe die englische Regierung erklärt, daß sie„die englisch=sowjetische Freundschaft auszubauen wünscht". Eine andere Frage sei die Albaniens. Warum habe England hier anerkannt? Paris und London erklärten immer wieder, daß sie gegen die„Diktaturen“ Krieg führten, aber sie führten einen wahren Kampf, um sich die Gunst des„Diktators" Mussolini zu sichern. Man schlage sich auf der einen Seite gegen die „Diktaturen“ und auf der anderen Seite tue man alles, um einen„Diktator“ für sich zu gewinnen. Man sei bereit, dem Faschismus eine goldene Brücke zu bauen, damit sich sein„Diktator“ mit den„Antidiktatoren“ verbinde. Einer, der in Polen einmarschiert sei, sei ein Feind, der vernichtet werden müsse und die anderen wolle man mit Zinn und Kupfer überhäufen. Die„Gewaltstreiche" rarifiziere man im Adriatischen Meer und verurteile sie im Baltilum, und 10 oder 20 Millionen Menschen sollten für einen derartigen Unsinn sterben. Langsame Erkenntnis der Lage in Frankreich Drahtmeldung unseres Sonderverichterstatters Brüssel, 22. November. Im„Figaro" warnt Romier die Alliierten davor, sich allzusehr auf die Lieferungen aus Amerika zu verlassen. Deutschland werde alles versuchen, alle diese Lieferungen zu verhindern. Die französische Industrie dürfe daher nicht erlahmen und alles, was nur irgendwie in Frankreich hergestellt werden könne, müsse auch in Frankreich fabriziert werden. Das klingt schon anders als die hochmütigen Bemerkungen, mit denen man in Francreich zu Beginn des Krieges die Wirkungen des deutschen Unterseebotskrieges abtun zu können glaubte. Ist das denn gar nichts...? Drahtmeldung unseres Sonderderichterstatters Amsterdam, 22. November. Nach einer Mitteilung der beitischen Admiralität sind in den letzten Tagen zehn englische Handeloschiffe mit insgesamt 35 000 Tonnen auf Minen gelaufen. Unter Hinzufügung der Kriegsschiffe sind vom letzten Sonnabendmittag die Montagabend insgesamt zwölf Schisse mit 36 500 Tonnen durch Minenexplesionen zerstört worden. Der mysteriöse Sonderauftrag des Monsieur Torres Drahtmeldung unseres Sonderberichterstatters Brüssel, 22. November. Trotz allen Dementis ist der aus zahlreichen Sensationsprozessen bekannte Pariser Rechtsanwalt Henry Torres. dem vom französischen Informationsministerium ein„Sonderauftrag“ in Belgien zugedacht ist, in Brüssel eingetroffen. Die belgischen Zeitungen fragen sich mit Recht, worin denn dieser Sonderauftrag, für den die französische Regierung nicht weniger als 3 Millionen Franken je Monat zur Verfügung stellt, wohl bestehen wird. Offiziell soll Torres den Auftrag haben, die Beziehungen zwischen dem französischen Informationsministerium und den in Paris akkreditierten Vertretern der belgischen und der holländischen Presse zu regeln. Schlechtes Gewissen der französischen Kriegsmacher erzeugt Angst vor Defätisten Trahtmeldung unseres Sonderberichterstatters Brüssel, 22. November. Für die zunehmende Tätigkeit der kriegsfeindlichen Elemente in Frankreich sprechen die zahlreichen neuen Verurteilungen wegen sogenannten Desätismus. Die französischen Kriegsziele scheinen bei der Bevölkerung nicht besonders populär zu sein; denn immer wieder versucht die Presse dem Volk weiszumachen, daß Deutschland in Wirklichkeit nicht nur England, sondern vor allem, ja sogar in erster Linie, Frankreich vernichten wolle. Wie sehr die defätistische Strömung in Frankreich im Zunehmen ist, geht auch schon daraus hervor, daß die Regierung jetzt mit den schärfsten Maßnahmen gegen den Defätismus vorgeht und schon wegen geringfügiger Bemerkungen hohe Gefängnisstrafen verhängt. So wurden gestern in verschiedenen französischen Städten wieder zahlreiche Urteile gegen defätistischer Außerungen gefällt, wobei sich die Strafen zwischen sechs Monaten und vier Jahren Gefängnis bewegen. Zweite japanische Großoffensive in Südchina erfolgre ich Drahtmeldung unseres Sonderberichterstatters Amsterdam, 22. November. Aus dem Hauptquartier des japanischen Expeditionsheeres in Südchina wird mitgeteilt, daß die zweite Großoffensive der japanischen Truppen begonnen hat. Die Landungsmanöver seien ordnungsgemäß zur Durchführung gelangt. Die Chinesen büßten bei der letzten Aktion 3000 Tote und 1500 Gefangene ein. Der westliche Teil der Provinz Kwantung ist jetzt von den Japanern besetzt. Durch die erfolgreichen japanischen Operationen bei Taschyu wird die strategisch wichtige Straße von Kwangsi nach Französisch=Indochina bedroht. Bei zwei der Landungshäfen zwischen Fangtscheng und Tschinghau sind noch Kämpfe im Gange. Bisher haben die Japaner über 8000 Mann gelandet. Wie verlautet, ist das Ziel des neuen japanischen Vorgehens Itschang und Tschantscha. Verkehrsautobus fuhr ins Restaurant 39 Verletzte Dradtmeldung unseres Sonderderichterstatters Brüssel, 22. November. In Asnieres bei Paris ist gestern früh ein Verkehrsautobus, der einem Motorradfahrer ausweichen wollte, auf den Bürgersteig und dann in die Fenstertür eines Restaurants gefahren. Durch den heftigen Zusammenprall wurden 39 Fahrgäste verletzt. Acht Personen sind mit ziemlich schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wieder deutsche Flieger über England und Frankreich In der Nord= und Ostsee herrscht Ordnung Berlin, 21. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen an einzelnen Stellen der Frout geringe Spähtrupptätigkeit und schwaches Artilleriefener. Die deutsche Luftwaffe setzte am 20. November ihre Aufklärung gegen die seindlichen Staaten fort. In England wurden Scapa Flow, Schottland und Südengland, in Frankreich der Raum nördlich Paris aufgeklärt. Trotz feindlicher Abwehr führten die Flugzeuge ihre Aufträge planmäßig durch. In den Monaten September und Oktober haben deutsche Überwasserstreitkräfte gemeinsam mit Luftstreitkräften in der Ost= und Nordsee mehrere hundert Handelsschifse auf Bannware untersucht. Während zahlreiche Schisse unmittelbar nach der Untersuchung in See freigelassen werden konnten, da sie keine Bannware an Bord hatten, sind insgesamt 127 Schisse mit 245 455 Bruttoregistertonnen in deutsche Häsen zur genaueren Untersuchung eingebracht wor: den. Soweit nicht Schiff und Ladung der Beschlagnahme versiel, wurden sie wieder freigelassen. Starke Beunruhigung Englands durch die deutschen Aufklärungsflüge Amsterdam, 22. November.(Drahtb.) Die Tatsache, daß deutsche Flugzeuge im Lause des Montags nicht nur über den sudlichen Grafschaften Englands, sondern auch über London und den Orkneys gewesen sind, hat in der englischen Ofsentlichkeit starkes Aufsehen erregt. Die Londoner Morgenblätter berichten in größter Aufmachung und in aller Ausführlichkeit über diese rege deutsche Lusttätigkeit. Die Blatter bringen eine ganze Reihe von Augenzeugenberichten, u. a. von Londoner Einwohnern, die beobachteten, wie ein hoch über London liegendes deutsches Flugzeug von Flakartillerie unter Feuer genommen wurde. Aus den Schilderungen von Bewohnern südöstlicher Küstengebiete geht hervor, daß nur wie durch ein Wunder keine Verluste unter der Zivilbevolkerung durch die Granatsplitter der Flak entstanden sind. Fahrt aus und nach England lebensgefährlich Amsterdam, 22. November. Der japanische 12 900. Tonnen=Dampfer„Ternkuni Marn“ ist an der Ostküste Englands auf eine englische Mine gelausen und gesunken. Alle Passagiere und die gesamte Besatzung konnten gerettet werden. Mehrere Boote mit Geretteten sind bereits gelandet, andere sind unterwegs. Am Montag ist der 329 Tonnen große Trawler„Sweapear“ aus eine englische Mine gelaufen.— Die Mannschaft konnte durch einen anderen Dampfer geborgen werden. Weite Strecken Hollands unter Wasser Drahtmeldung unseres Sonderderichterstattere Nymwegen, 22. November. Rhein, Waal. Lek und Maas sind in den letzten Tagen stark gestiegen. Der Rheinpegel in Nymwegen erreichte am Dienstagabend elf Meter. Unübersehbare Weideflächen sind überflutet. Wirtschaftliches Die Berliner Handels=Gesellschaft behandelt in ihren Wirtschaftlichen Nachrichten die sich zur Zeit auf dem wirtschaftlichen Kampffeld der europäischen Auseinandersetzung abspielenden Vorgänge. Schon heute sei die Feststellung am Platze, daß die Neuordnung der Weltwirtschaft durch die von England eingeleitete Blockade eine gewaltige Beschleunigung erfahren werde.„Mit anderen Worten: Das Wirtschaftssystem, auf das sich die Kriegführenden stützen, und dem sie eine feste Grundlage zurückzugewinnen hoffen, wird gerade durch die Blockade noch schneller ausgehöhlt, als dies im normalen Verlauf der Dinge der Fall gewesen wäre.“ Der Bericht äußert sich nun näher über die in England eingeführte Devisenkontrolle und sagt, diese Kontrolle liege„wie ein tödliches Gift auf dem früher so feingliedrigen und vielseitig leistungsfähigen Londoner Banken= und Währungsapparat, dessen wichtigste Gruppen, wie die Merchant=Banken, die Akzepthäuser und die Brokers zu einer Rückentwicklung auf bescheidenste Formen gezwungen werden.“ * Mit der Schwächung des Londoner Bankenplatzes gehe auch die Zentralstellung Englands auf den Versicherungs= und Frachtenmärkten verloren; daß das Frachtengeschäft heute von einem Lande wie Portugal aus verwaltet werden muß, bedeute eine ungeheure Prestigeeinbuße. Als noch empfindlicher für Englands Wirtschaft bezeichnet die Berliner Handels=Gesellschaft die Verlagerung des Schwergewichts großer Warenmärkte nach den Vereinigten Staaten. Wo der Versuch gemacht werde, gewissermaßen einen Teil der englischen Kosten der wirtschaftlichen Kriegsführung durch Preisforderungen und kommerzielle Zwangsmaßnahmen auf die Neutralen umzulegen, setze nun eine Abwehrtätigkeit ein, die sich selbstverständlich für Deutschlands Wirtschaftsführung auf lange Sicht günstig auswirken müsse.„Aber auch diese Folgen sind geeignet, die Umrisse einer neuen Außenhandelsorientierung schärfer heraustreten zu lassen. Der Handel strebt nach den Linien der geringsten Widerstandes, und diese liegen heute zweisellos in machsendem Ausmaße in dem verkehrssicheren kontinentaleuropäischen Wirtschaftsraum. der im Gegensatz zu der in den englischen Metboden erkennbaren Verteidigung unhaltbarer Imperiums=Fiktionen schon bemerkenswert viele Ansätze konstruktiver Natur erkennen läßt. Hier aber liegen die entscheidenden Gedankengänge im Wirtschaftskrieg, und hier liegt auch die für Deutschland günstige Hebelwirkung zwangsläufiger Vorgange: auf der gegnerischen Seite gehen imperialistische Machtpositionen Schritt für Schritt verloren. in Deutschland aber wird keine Zeit vergeudet, um neben der Wahrnehmung jeweils nowendiger Defensivmaßnahmen auch die langfristige Einordnung in einen größeren Wirtschaftsraum beschleunigt durchzuführen.“ Um etwaige organisatorische Schwierigkeiten von vornherein auszuschließen, wie sie sich durch die möglicherweise eintretenden Absatzverlagerungen auf dem einen oder anderen Gebiet der Kartoffelverwertung einstellen könnten, ist die Bildung einer Reichs=Kartoffelreserve in Höhe von 2 Millionen Tonnen verfügt worden, die unter Berücksichtigung der jeweiligen örtlichen Verhältnisse bei den Erzeugern auf Lager zu nehmen und nur nach besonderer Weisung zur Verwertung heranzuziehen ist. Durch eine besondere Kaufaktion wird weiter dafür gesorgt, daß auch in den Sommermonaten unter allen Umständen genügende Speisekartoffelmengen bereit liegen. Eine möglicherweise eintretende Beschränkung in der Zufuhr ausländischer Frühkartoffeln kann also keine Versorgungsschwierigkeiten nach sich ziehen. Weitere Läger werden schließlich in den Großstädten gebildet, damit auch bei vorübergehenden Stockungen im Transportwesen, wie sie bei längeren Kälteperioden eintreten können, die Verbraucherschaft die notwendigen Kartoffelmengen erhalten kann. Hauptschriftleiter: Franz Tepel. Stellvertreter des Hauptschriftietters und Cpef vom Dienst: Heind Gorrenz. Verantwortl. s. malitik: Heinz Gorrenz; s. Sporl: Huvert Menedict(erkrankt); i. V.: Heinz Gorrenz: für Theater und Kunst: Dr. M. Stommel: für den unterhaltenden Teil und für Bilder laußer Sport): Dr. Horst Kaestner: sur Westdeutschland: Wildelm Kranefeld: für Kraftverkehr und Weorfragen: Heinz Gorrenz: für Wirtschaft: Baul Kre#“ tag: für Jugendfragen: Annemarie Spitztaden. Berliner Toriftleiter: Heinz Dieter Vilgram.— Anzeigenleitet: Wolfram Bongartz. Verantwortl. für den Indalt der Anzeigen: paus Spiller, sämtlich in Düsseldorf. Zur Zeit in Preisliste gültig.— Druck und Verlag: Droste Verlag und Druckerei 80. Düffeldorf, Pressehaus. Mittwoch, 22. November 1939 P0Mittag Nummer 274 Empfang für den Reichssportführer In Bukarest Assoclated Preß Am 17. November traf der Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten in der rumänischen Hauptstadt ein, um dem Pußbalkampf zwischen einer Berliner und einer Bukarester Auswahlelf beizuwohnen. Unser Bild zeigt den Reichssportführer während des ihm zu Ehren gegebenen Empfanges in einem Bukarester Hotel. In der Mitte der Gruppe Minister Marinesen, der Präsident des Rumänischen Sportverbandes, der deutsche Gesandte Fabricius und der Reichssportführer. Copyright by Bohn und Sohn. Leipzig X. Die Zarin beschließt zu fliehen Als Anna, die Tochter des Kaufmanns Lukow, durch die Zimmer und Gänge der Alexandrowskaja Sloboda, in Todesangst flüchtend, nichtsahnend sich in die Gemächer der Zarin verirrt hatte, war mit diesem Augenblick eine entscheidende Wendung in ihrem Leben eingetreten. Maria hatte sie unter ihren Schutz genommen. Gefallen an ihr gefunden und sie zu ihrer nächsten Vertrauten gemacht, von der richtigen Erkenntuis geleitet, daß dieses Mädchen, das seine Rettung ihr verdankte, die zuverlässigste Hüterin ihrer Geheimnisse ein würde. Seitdem ihr Bruder Michail, im Dienst der Opritschnina aufgehend, seine kaukasische Herkunft völlig vergessen zu haben schien und sich nur selten um sie kümmerte, entbehrte sie, die noch immer kein Empfinden für die neue Heimat, aber wohl häufig schmerzliche Sehnsucht nach der alten verspürte, eine teilnehmende Seele. Und diese glaubte sie durch eine Fügung des Himmels in dem schönen Russenmädchen gefunden zu haben. Sie täuschte sich auch nicht. Das vereinsamte Mädchen, das niemand in der weiten Welt besaß, der sich ihrer hätte annehmen können, war ihr mit hündischer Treue ergeben. Alles. was es von den Begebenheiten außerhalb des Terems in Erfahrung bringen konnte, berichtete es sofort ihrer Gebieterin. So erfuhr Maria auch durch Anna— denn in Moskau blieb nichts geheim—, daß der Zar nach Stockholm Gesandte geschickt hätte, um von dort eine Frau zu holen. „Woher weißt du das?“ fragte Maria. „In der Begleitung der Gesandten, welche die Fremde an der Grenze in Empfang nehmen sollen, befindet sich ein Kaufmann. ein Freund meines Vaters. Der hat es mir erzählt.“ „Ist es eine Schwedin?“ „Nein. Mütterchen, eine Polin. eine Schwester Sigismunds. die den Schwedenprinz geheiratet hat. Aber sein Bruder, der König, will sie ihm fortnehmen und dem Zaren schicken. Das hab' ich gehört.“ Die Zarin begann hastig im Zimmer auf und ab zu gehen. Gesicht und Körper verrieten eine heftige innere Unruhe. Plötzlich blieb sie vor Anna stehen. Ihre Augen funkelten, und ihre Stimme bebte: „So sieht seine Liebe aus, die er mir immer beteuert... Eine andere will er nehmen... Maria ins Kloster schicken... Aber Maria geht nicht... lieber sterben...“ Anna hatte ihre Herrin noch nie so erregt gesehen. Sie versuchte sie zu beschwichtigen und zu trösten. „Ach, wenn meine Heimat nicht so weit wäre!“ rief Maria in ohnmächtiger Verzweiflung aus.„Dann könnte ich fliehen... Aber wer soll mir helfen aus diesem Gesängnis, in das keine Luft, kein Licht hereinkommt?...“ Geheimnisvolle Vorbereitung Flucht! Das Work prägte sich plötzlich Anna in das irn ein und verfolgte sie seitdem Tag für Tag, Nacht um acht. Wenn sie morgens zu ihrer Herrin kam. stand es mahnend vor ihr, und wenn sie abends jene verließ, lag es flüsternd in ihren Ohren. Schreckte sie mitten in der Nacht plötzlich aus dem Schlaf auf. so trat es in Flammenschrift aus dem Dunkel heraus. Zu einer unheimlichen Mahnung Schlegel-Scharpenseel Brauerei A.-G. Lochum wurde es allmählich, die alle ihre Gedanken auf das eine Ziel hinlenkte: die Zarin vor dem Schicksal zu bewahren. daß sie fürchtete. Ofters erbat sie sich jetzt Urlaub, blieb auch zuweilen über die Zeit fort und war dann bei der Rückkehr zerstreut und befangen. Schon begaan Maria an ihrer Ehrlichkeit zu zweifeln und wollte ihr dieses Fortrennen ohne Angabe der Gründe verbieten. Da erschien Anna— es war Spätsommer— eines Tages mit hochroten Wangen, begleitet von einem jungen Bauernweib. „Mütterchen“. sagte sie,„hier bringe ich Agafja Prostokurowa. Du wünschtest doch schöne Stickereien für einen Sarafan zu kaufen. Agasja ist die beste Stickerin, die ich kenne. Mein Vater hat oft von ihr gekauft. Willst du dir nicht ihre Ware ansehen?" Dabei zwinkerte sie ihr mit den Augen zu. als wollte sie andeuten, daß die Frauen, die neugierig mit in das Zimmer gekommen waren, überflüssig seien. Maria verstand sie und sagte zu den Zuschauerinnen: „Was steht ihr herum? Geht hinaus. Ich brauche nicht euren Rat.“ Gehorsam zogen sich die Frauen zurück. Ein treuergebener Helfer „Zeig. was du hast. wandte sie sich jetzt zu der Bäuerin, die umstandlich ihre in Tücher eingewickelten Stickereien auszupacken begann. „Mütterchen, ich habe dich betrogen“, flüsterte jetzt Anna. „Agasja ist keine Bäuerin, unter dem Ssarafan verbirgt sich Iwan Newjeschin, der Sohn des Falkners, den der Zar aus seinen Reihen ausgestoßen hat, weil er gegen die vielen Grausamkeiten war. Er weiß alles, er will dir und mir zur Flucht verhelfen.“ Über das Gesicht der Zarin glitt ein Lächeln. „Uns retten willst du? Hast du dir auch überlegt, wie gefährlich das ist?“ „Alles. Gossudarynja. Es gibt keine Schwierigkeit für mich, wenn es gilt, ein edles Wild den Krallen des Tigers zu entreißen.“ „So sprich: Was hast du vor?“ Der junge Newieschin erzählte, daß der Zar in der nächsten Zeit bei Tula eine große Jagd abhalten werde. Diese Gelegenheit wolle er benutzen, um die Gossudaronja und Anna Lukowa zu entführen. Die großen Wälder jener Gegend. die ihm seit frühester Jugend vertraut seien, gewährten herrliche Schlupfwinkel, und im übrigen fließe der Don nur wenige Wegestunden entfernt vorüber. Dort erwarte sie eine Barke, die, von zuverlässigen Leuten bedient, die Flüchtlinge stromab und aus dem Reich der Moskowiter bringen werde. Der tollkühne Jüngling verabredete mit den Frauen alle Einzelheiten der geplanten Flucht und schärfte ihnen ein, nur ja nicht durch aufgeregtes Verhalten sich etwas anmerken zu lassen: denn der Zar habe überall Späher, und wenn er einmal Verdacht schöpfe, seien sie alle verloren. Newjeschin hatte recht. Wenige Wochen später eröffnete der Zar Maria sein Vorhaben, in den ersten Septembertagen eine große Hetzjagd zu veranstalten und hieß sie, sich für den Aufbruch bereitzuhalten. Sie lächelte, als er ihr das sagte. „Oh. Maria ist glücklich“, rief sie aus.„Schon lange war Maria nicht so glücklich.“ Dabei gebärdete sie sich ganz ausgelassen. klatschte in die Hände und hüpfte. ihre Zarinwürde vergessend. vergnügt im Zimmer herum. Dieser Übermutsausbruch versetzte Iwan in einige Verlegenheit. Ein Kind ist sie. ein richtiges Kind. dachte er. Sonst trägt sie den Kopf stolz wie ein Pfau, und ein Jagdvergnügen verwandelt sie in einen Springinsfeld. (Fortsetzung folgt.) Landstreicher verprügeln Sochzeitsgesellschaft Sonderbericht des Mittag Zagreb, Mitte November. In dem Dorfe Mrzljakoma bei Karlovac hatte der reiche Bauer Grga Antolic seinen Sohn mit der Tochter eines ebenso wohlhabenden Landwirtes aus einem Nachbardorf verheiratet. Nach der Trauung hatte er in seinem Hause, wie es üblich ist, eine reiche Hochzeitstafel ausgerüstet, zu der alle Nachbarn und Freunde der beiden Familien geladen worden waren. Die große Gesellschaft, etwa zwanzig Männer und ebensoviele Frauen, saß gerade beim Essen, da taucht aus einmal ein Dutzend wüster Gesellen auf, an ihrer Spitze drei Brüder Markovic, die im Dorfe als gefährliche Raufbolde bekannt waren. Die Burschen kamen unverfroren in die große Diele, in der die Festgesellschaft beisammen saß, drängten sich zwischen die Gäste und erklärten dem erstaunten Hausherrn, sie seien gekommen, um sich auch einmal einen guten Tag zu machen. Grga wollte sie hinausweisen, da sie in seinem Haus nichts zu suchen hätten. Das ließen sich aber die ungebetenen Gäste nicht gefallen, sondern begannen, mit ihren derben Stöcken auf die Teilnehmer an dem Festmahl einzuschlagen. Im Nu war eine Rauferei im Gange, die drei Markovics und ihre Freunde waren aber die Stärkeren und prügelten schließlich das Brautpaar und die anderen Teilnehmer an der Feier aus dem Haus hinaus. Dann setzten sie sich an den Tisch und ließen sich Braten und Wein gut schmecken. Zum Schluß schlugen sie noch alle Fenster im Hause ein und suchten dann das Weite. Der alte Antolic war inzwischen mit seinen Gästen zur Gendarmerie geeilt und hatten dort die sonderbare Geschichte angezeigt. Die Eindringlinge hatten etwas Ahnliches geahnt und sich rechtzeitig davon gemacht. Einer der Brüder Markovic, der mit zwei seiner Spießgesellen beisammen geblieben war. bemerkte schon von weitem den alten Antolic, der in Gesellschaft eines Bauern von der Gendarmerie zurückkehrte. Die drei Burschen versteckten sich daraufhin hinter einem Gebüsch, um die beiden an sich vorbei zu lassen. Wie einer von ihnen, der später festgenommen wurde, hatten Markovic und seine Gefährten keine bösen Absichten gegen den alten Antolic gehegt. Ein unglücklicher Zufall wollte es aber, daß er, just als er an dem Versteck vorbeikam, zu seinem Freund sagte, die Banditen hätten in der Zwischenzeit sicher sein ganzes Haus ausgeplündert und eine größere Summe Geldes, die er in einer Lade liegen hatte, gestohlen In seiner Aufregung sprach der Landwirt so laut, daß ihn die drei Männer in ihrem Versteck hörten. Diese ungerechtfertigte Beschuldigung brachte den Markovic so auf, daß er hervortrat und dem Bauern ein paar Ohrfeigen verabreichte Der hielt ihn fest und begann laut um Hilfe zu schreien. Daraufhin hat Markovic einen Revolver gezagen und seinen Die Insel der Pantoffelhelden Bei den Arukus regiert die Frau Sonderbericht des Mittag New York, Mitte November. Einige Meilen östlich von der Mündung des Rio Teffe stieß eine Expeditionstruppe des amerikanischen Forschers Professor Cliß auf einen Indianerstamm, der sich durch überaus merkwürdige Lebensgewohnheiten auszeichnet. Die 700 Familien, die zum Stamme der Arukus zählen, werden ausschließlich von der Frau regiert. Die Männer haben die niedrigsten Arbeiten zu verrichten und stehen in den Diensten der herrschenden Frauen. Häuptlinge und Zauberärzte, Richter und Verwalter sind Vertreter des„schwachen“ Geschlechtes. Recht eigentümlich berühren uns die Methoden der Brautwerbung. Will ein Mädchen heiraten, so#ibt sie sich zur Mutter ihres Auserwählten und bittet in überschwenglichen Beteuerungen der Liebe um die Hand des Sohnes. Die Mutter entscheidet, ob das Mädchen die richtige Lebenskameradin ihres Sohnes ist, erkundigt sich nach der Vermögenslage der Brauteltern und setzt im gegebenen Falle den Termin zur Hochzeit, die fast eine Woche gefeiert wird, fest. Ist ein Mann verheiratet, steigt er im Ansehen der Arukufrauen, die dann einen wilden Kampf beginnen, um der Ehefrau ihren Gatten zu stehlen. Merkt die eigene Frau von diesem Vorhaben ihrer Rivalin etwas, flüchtet sie sofort mit ihrem Mann in ein anderes Lager, das jedoch meist sehr schnell von der Nebenbuhlerin entdeckt wird. Nun beginnt ein wilder, durchaus ehrbarer und erlaubter Kampf um den Mann. Mitten im Wald findet unter Anwesenheit des Mannes und einer Zuschauermenge ein Duell statt, wobei sich die beiden Frauen beschimpfen und gegenseitig die Haare ausreißen. Sie schlagen sich mit Holzknüppeln und werden Kosressrassse 5 Kloster-Klause gemütl. Wein- u. Plisstube— Ab 14 Uhr geöffnet bei ihren Kämpfen von den Umstehenden durch Schlachtrufe angefeuert. Erst wenn eine Duellistin wirklich in Lebensgefahr ist, darf ihr Hilfe zuteil werden. Sonst warten der Mann und die Zuschauer so lange, bis eine der Frauen regungslos am Boden liegt. Die Siegerin führt dann den eroberten Mann heim und muß sich darauf vorbereiten, daß schon in Kürze eine neue Rivalin ein Auge auf ihr teuer erkämpftes Besitztum wirft. Es ist selbstverständlich, daß der Mann waschen und kochen muß, um auf dieser Insel zu Ansehen zu gelangen. Presscbildzentrale Die Gründungsstätte der faschistischen Partei„Covo“ m Mailand. Diese Stätte wurde jetzt zur Besichtigung für das Publikumfreigegeben. Englischer„Front“bericht „Gegenwärtig weilt eine Gruppe englischer Minister in Frankreich, um einen Blick in die vordersten Linien zu werlen... Die ersten Kriegsphotographen Droste Verlag Eine der Altesten Kriegsphotographien Stellung einer russischen Batterie in der Nähe von Sebastopol Täglich sehen wir in den Tageszeitungen und Zeitschriften die neuesten Bilder von den Ereignissen an den Frontabschnitten. Durch Kriegsphotographen und Kameramanner wird heutzutage ein lückenloses Bilddokument des Krieges hergestellt. In früheren Kriegen war man nur auf die Berichte durch das Wort angewiesen. Zum erstenmal in der Geschichte trat ein Kriegsphotograph bei der Belagerung von Sebastopol durch die Engländer, Franzosen und Türken im Jahre 1854 auf. Es war der amerikanische Photograph James Robertson, der bei den Kämpfen seine Kamera wie eine Kanone aufbaute. Damals war das noch für ihn eine äußerst schwierige Sache, da er bei dem damaligen Stand der Phototechnik nicht nur unbedingt Sonnenschein haben mußte, sondern auch sehr lange Belichtungszeiten nötig hatte. Der erste deutsche Kriegsphotograph war der Aachener August Kampf, der Vater der großen deutschen Maler Arthur und Eugen Kampf. August Kampf betrieb in Aachen ein Photoatelier. Als der Krieg von 187071 ausbrach, erhielt er den Auftrag. Aufnahmen auf den Kriegsschauplätzen zu machen. Mit einer für heutige Verhältnisse riesengroßen Kamera, einem hohen Gestell und seinem übrigen Gepäck am Rücken zog er los, um die Bilder des Kriegsgeschehens auf der Platte festzuhalten. Unser erster Kriegsphotograpy galt nicht als Soldat. sondern ging als Zivilist mit in den Krieg und trug am Arm eine Binde des Roten Kreuzes. Gegner niedergeschossen. Dann ist er entflohen. Der alte Bauer aber ist nach wenigen Minuten seinen Verletzungen erlegen. Erst nach mehreren Tagen gelang es, die Banditen zu verhaften. Der enttäuschte Don Juan Prügelei statt einem Liebesabenteuer Sonderdericht des Mittag Mailand, 21. November Mauro C., Reisevertreter mehrerer erstklassiger Firmen Norditaliens, ist zweifellos ein schöner Mann. Es mangeln ihm nicht jene Eigenschaften, die man haben muß, um Frauenherzen widerstandslos zu erobern. Elegant, gewandt, gepflegt und magnetisch wie er ist, kann sich Mauro, der seinen Zauber sehr wohl kennt, vieler gebrochener Herzen rühmen. Da kam jenes Abenteuer in Mailand... Am Vormittag war Mauro in dem vornehmen Hotel abgestiegen, hatte gespeist und sich anschließend auf seine Geschäftstour begeben. Auch das Abendessen nahm er im Hotel ein, um sich anschließend in sein Zimmer zu begeben. Verblüfft gewahrte er auf der Komode einen mächtigen Strauß dunkelroter betäubend duftender Rosen. Auch aus dem Tisch und dem Nachttisch standen Rosen, und zu allem Überfluß war auch das breite Bett mit roten Rosen überstreut. Mauro streichelte sinnend sein kleines Bärtchen. Welche zarte Aufmerksamkeit! Aber was sollte das bedeuten? Plötzlich kam es ihm zum Bewußtsein. Schon beim Mittagessen und auch am Abend hatte er mit einer entzückenden brünetten Dame Blicke gewechselt. Der schöne Mauro tat das ganz gewohnheitsmäßig, er hatte in jedem Hotel seinen Flirt. So nahm er die bewundernden Blicke jenes Fräuleins zunächst ganz gedankenlos hin. Jetzt aber wurde es ihm klar, daß sich die Dame, die sich in Begleitung einer älteren Verwandten befand, zweifellos in sein Zimmer eingeschlichen hatte, um es mit Rosen zu schmücken und ihn auf diese sinnige Weise wissen zu lassen, daß sie ihn liebte und daß sie bereit war zu einem Abenteuer— vielleicht schon in dieser Nacht. So war es— so mußte es sein, dachte der schöne Mann gerührt und harrte erwartungsvoll der Dinge die da kommen sollten. Stunden vergingen. Ein wenig enttäuscht hatte sich Mauro auf das Sofa gelegt und grübelte, während er das Licht löschte, darüber nach, wie lange ihn die Holde wohl noch warten lasse. Da endlich öffnete sich leise die Türe. Eine Frauengestalt huschte in das Zimmer, und während sich Mauro klopfenden Herzens aufrichtet, bemerkt er, daß auch noch— ein Mann der Dame auf den Zehenspinen folgt. Die beiden haben scheinbar gar keine Eile, das Licht anzudrehen. Sie umarmen sich, verliebtes Geflüster wir„Amore mio" und„Tesoro" wird hörbar. Das wird Mauro nun doch zu bunt. Er springt auf, dreht das Licht an und donnert:„Was wollen Sie hier in meinem Zimmer, wer sind Sie?“. Wie vom Blitz getroffen, fahren die beiden auf. „Wer sind denn Sie?“ fragt der fremde Mann.„Erklären Sie mir, was Sie in meinem Zimmer zu suchen haben!“ „In Ihrem Zimmer?“ Mauro bebt vor Wut, und während die junge Frau angsterfüllt um Hilfe ruft, ist zwischen den beiden Männern schon ein erbittertes Handgemenge entstanden. Keuchend ringen die beiden und rollen auf die Kokosmatte des Korridors hinaus, während sich andere Türen öffnen, und der Ruf der jungen Frau„Ein Räuber, ein Dieb, ein Mörder!“ ein hundertfaches Echo findet. Der Hotelportier ruft das Überfallkommando an. Die Polizei trennt die Kämpfenden. Und dann machte man dem entsetzten, mit mehreren Beulen geschmückten Mauro klar, daß sich sein Zimmer zwar an derselben Stelle des Korridors, aber einen Stock tiefer befindet. Die fremden Koffer hatte der träumende Don Juan vor Freude über die Rosen ganz übersehen. Die Rosen aber waren bestimmt, das Gemach eines jungen Hochzeitspärchens zu schmücken. Betrübt und um eine Erfahrung reicher, trat Mauro unter vielen Entschuldigungen den Rückzug an. Auch ein unwiderstehlicher Mann muß Niederlagen ertragen können. Ahnentafeln berühmter Deutscher Die Uhnentafeln berühmter Deutscher, die von der Zentralstelle für Deutsche Personen= und Familiengeschichte herausgegeben werden, liegen bereits in der fünften Folge vor. Die dritte Folge enthält die Ahnentafel des Führers, die vierte Folge die Ahnentafeln von Hermann Göring und Rudolf Heß, die fünfte Folge die Ahnentafel von Erich Ludendorff. Fachleute von Ruf haben die Tafeln streng wissenschaftlich aufgebaut, und dem nachforschenden Laien leuchtet aus dem trockenen Zahlenbau der ewige Lebensstrom auf, der die Geheimnisse des Blutes fortträgt von Geschlecht zu Geschlecht. Gesetze der Vererbung finden hier ihre beweiskräftige Illustration. Ein besonders einleuchtendes Beispiel dafür gibt die Ahnentafel des Philosophen Grafen Hermann von Keyserling; vom Standpunkt der Vererbungsforschung erscheint es viel bedeutsamer als doder Vererbbarkeit der musikalischen Begabung bei den Bachs, wie Otto Magnus Freiherr von Stackelberg=Doberan in der Einführung sagt. Alle Keyserlinge sind— wir folgen der erwähnten Einführung in großen Zügen— durch eine philosophische Grundhaltung und ironische Überlegenheit, eine seltene Vielseitigkeit und die besondere Fähigkeit charakterisiert, von hoher Warte her den verschiedensten Lagen, Ansprüchen und Tätigkeitsgebieten gerecht zu werden. Friedrich der Große schätzte von all seinen Freunden Diedrich von Keyserling am höchsten, und dieser übte auch den nachhaltigsten Ein fluß auf ihn aus. Reichsgraf Carl Hermann, der Hauptmäzen von Johann Sebastian Bach, war ein hervorragender Staatsmann unter Katharina II. von Rußland. Der Großvater des Philosophen, Alexander, war ein Freund Bismarcks, von dem dieser einmal sagte, er sei der einzige Mensch, vor dessen Verstand er Angst gehabt habe. Besaßen diese Keyserlinge nicht den eigentlichen Willen, sich durchzusetzen und die Rolle in der Geschichte zu spielen, die sie eigentlich dank ihrer hohen Begabung hätten spielen können, so wurden durch die Erbfähigkeiten anderer Familien in dem Philosophen Keyserling die Ureigenschaften der Familie gewissermaßen wieder mobilisiert. In der Hauptsache waren es die Familien der Truchseß=Waldburg, Cancrin, Uxküll, Tiesenhausen und Ungern=Sternberg, deren Bluterbe in dem Grafen Hermann fortlebt. Wir erinnern an Willibald Truchseß=Waldburg, den Staatsmann und Bezater mehrerer Kaiser im sechzehnten Jahrhundert. Durch die Cancrinschen Vorfahren läßt sich eine Verwandtschaftstafel Keykerlings mit Goethe und Georg Christoph Lichtenberg aufstellen. Die Ungern=Sternbergs waren praktisch, vital, weltklug, überlegen und mitunter abenteuerlich und phantastisch; man denke an den Mongolen=Condottiere= Roman von Ungern=Sternberg! Kurz noch einiges über Persönlichkeit und Werk des Grafen Hermann Keyserling. Er wurde 1880 auf dem Waldgute Könno in Livland geboren und verbrachte seine erste Jugend ganz als Naturkind. Schon früh zeigte er eine erstaunliche Neigung und Gabe zur Naturbeobachtung. Sein Studium in Genf. Dorpat, Heidelberg und Wien schloß er 1912 mit der Promovierung zum Doktor phil. ab. In Wien lernte er Houston Stewart Chamberlain kennen, und dieser wurde„zur eigentlichen Hebamme seines Geistes, wie Adolf von Harnack sich einmal ausdrückte. Chamberlain widmete übrigens dem damals Fünfundzwanzigjährigen sein großes Kant=Werk. Keyserling selbst sagte, daß er durch Chamber= lain„den Weg zur Selbständigkeit“ fand.„Das Reisetagebuch eines Philosophen", das als Niederschlag einer Weltreise in den Jahren 1911 und 1912 entstand, machte ihn berühmt. Nach der russischen Revolution 1917. die dem Philosophen Heimat und Vermögen raubte, schuf er sich in Deutschland eine neue Existenz. 1919 vermählte er sich mit der Gräfin Goedela von Bismarck=Schönhausen, einer Enkelin von Otto von Bismarck. Als Redner und Schriftsteller entwickelte Graf Keversing in diesen und den nachfolgenden Jahren eine fruchtbare Tätigkeit. Eine Reihe bedeutender Werke wurden durch die „Südamerikanischen Meditationen“ gekrönt, die 1932 fast gleichzeitig in vier Sprachen erschienen. 1936 erschien sein wohl lebenswichtigstes Werk„Das Buch vom persönlichen Leben“, mit dem wohl der Zyklus abgeschlossen ist, der mit dem Reisetagebuch anhub. Oper in Lanau Eines schönes Beispiel dafür, wie die Konzentration und Intensivierung der vorhandenen Kräfte die eng begrenzten Möglichkeiten zu steigern und dem Werkanspruch anzugleichen vermag, gab das Hanauer Stadtrheater mit seiner Erstaufführung von Puccinis„Fuoame Butterfly“. Die einsatzfreudige Hanauer Theaterarbeit hat schon des öfteren bewiesen, daß sich das, was rein matcriell noch nicht zureichend ist, durch eine Verfielfältigung der Energie wettmachen läßt. Der gemalte Blitz Von Georg Britting Weit hinten lag das Dorf, zierlich, wie aus dem Spielzeugkasten, die Häuser und die Kirche, und hoch über dem Dorf schwebte eine kleine, eisengraue Wolke, die hatte das Ansehen eines ruhenden, krauswolligen Lammes, wie es bei uns in Bayern die Zuckerbäcker an Ostern in ihre Schaufenster stellen, und in dieses Wolkenlamm war wie ein Feuersäbel der Blitz gefahren, und hatte es durchbohrt, bös und mitleidlos, und unten aus dem Bauch sah die Spitze des Säbels fürchterlich hervor. Unbeweglich stand die Wolke und unbeweglich steckte der rote Blitz in ihr. Alles war friedlich und heiter auf dem Bilde sonst, nur über dem fernen, hingeduckten Dorf die kleine, eisengraue, blitzdurchzuckte Wolke kündete Gewitter und Sturm an. Weil aber eine gemalte Wolke auf einem Bild sich nicht vergrößeren, nicht dunkler werden und näher rücken kann, so hatte das fern sich sammelnde Unheil für uns Schuljungen nichts, was uns hätte bange machen oder entsetzen können. Der Himmel über den Feldern im Vordergrund war heiß und blau und leer. Rechts hinten trennte der schwärzliche Zug eines Waldes Himmel und Erde, und aus dem Dorf schlängelte sich der hellblaue Faden eines Baches. Da der Maler dieses Bildes, und mehr noch jener gewissenhafte Schulmann, der es so, genau so, zu malen befohlen hatte, glauben mochten, daß man Kindern, mageren, dummen Stadtkindern, nicht deutlich genug kommen könne, wolle man den kleinen Nichtswissern eine richtige Vorstellung des ländlichen Sommers geben, so war man darauf verfallen, auf dem Bilde im leeren, reinen Schönwetterhimmel doch auch jene kleine, unheilverheißende Gewitterwolke schweben zu lassen, mit einem unbeweglichen Blitz im Leibe. Und so kam es auch, daß die Leute auf den Feldern nicht alle gemeinsam die gleiche Arbeit verrichteten, sondern jeder einer anderen Beschäftigung nachging. Wir Kinder sollten erkennen, wie mannigfaltig die Mühen des bäuerlichen Lebens wären, und darum also schnitt der eine Landmann mit sausender Sense das Korn, wendete es ein anderer mit der Gabel, band eine Frau Garben, aß ein Knecht am Feldrain sitzend mit dem Löffel aus einer irdenen braunen Schüssel, und daneben schlief ein Mann lang ausgestreckt im Schatten eines Apfelbaumes. Und ein kleines Mädchen im roten Kopftuch betete vor einem Wegkreuz. Das schwarze Gewitter fern zu halten, betete das kleine Mädchen so eifrig, sagte man uns. Und wir glaubten auch gleich, das Wolkenlamm bliebe nur deswegen so klein und unbeweglich über dem Dorf stehen, weil das fromme Mädchen so inbrünstig und unentwegt mit gefalteten Händen im Gebete verharrte, wie nur je eine Heilige. Das Bild war zwischen zwei weiße Holzleisten gespannt. und als man es zum erstenmal, an einem grauen Wintertag. über die große, schwarze Wandtafel hängte, als sich der herrliche gemalte Sommer in seiner Märchenpracht vor unseren staunenden Blicken entrollte, da erfüllte er uns mit unbeschreiblichem Entzücken, und weil die Kinder jener damaligen Zeit noch gerne schwärmten, und sich gern auch ein wenig geziert und wichtig tuend äußerten, so riesen wir fünfzig kleinen Burschen auf den hölzernen Schulbänken ein zwar echt empfundenes, aber doch auch absichtlich übertreibendes, lang gezogenes„Ah!“— und der junge Lehrer im hohen Stehkragen zwirbelte seinen weißblonden Schnurrbart und lächelte gnädig über unsere Begeisterung. Es war keineswegs ein Kunstwerk hohen Grades, das uns da so bezauberte und hinriß. Was einzig dem Maler geglückt war, oder was auch nur irgend ein Zufall bewirkt haben mochte, oder das noch mangelhafte Druckverfahren jener Zeit, das war die trockene, raschelnde, heiße Bräune, welche die Landschaft seltsam überzog. Das Korn war von bräunlichem, üppigen Gelb, in das helle Blau des Himmels war Gold gemischt, und ein weniges vom Braun und ein weniges vom hitzigen Golde steckte heimlich glühend in jeder der Farben auf dem Bilde. Da war es nur gut, daß der Feuersäbel glaskalt und unbewegt aus dem Wolkenlamm ragte, daß die knisternde, verborgen schwelende Bräune sich an einem gemalten Blitz nicht zu entzünden vermochte, sonst wären das Dorf und die Felder vor unseren Augen prasselnd und Funken werfend in hellen Flammen aufgegangen. Es war ein einfältiges Gemälde, das mir damals einen so tiefen und unvergeßlichen Eindruck machte. Der gemalte Sommer schien mir vollkommen schön, gewaltig prangend in Fülle und Hitze, und der wirkliche blieb für meinen Sinn weit dahinter zurück. Wenn ich in den Ferien dann über die Felder ging, barfüßig und bloßhäuptig, und den gleichmäßigen Bewegungen der Schnitter zusah, die ihre Sensen schwangen, so wartete ich mit Ungeduld, wann denn einmal einer etwas anderes täte, wann denn einer aus einer Schüssel hungrig seine Suppe löffeln, wann denn endlich einer müde genug sein würde, um sich im schwarzen Schatten eines Apfelbaums in das Gras zu legen? War der Himmel auch zuweilen blau und goldflimmernd in seiner riesigen Leere, so spähte ich dann vergebens doch nach einer kleinen, weißen Wolke aus, die, wie ich's doch gelernt hatte, drohendes Unheil anzuzeigen verpflichtet war. Und nie sah ich jemals im Leben ein kleines Mädchen mit gefalteten Händen kniend vor einem Wegkreuz beten. Jetzt wird man das veraltete Sommergemälde von damals wohl nicht mehr im Anschauungsunterricht der Schulen verwenden, darüber jeder mitleidig lächeln würde, man hat sicher längst ein Bild, das sich treu und mit Genauigkeit an die Wirklichkeit hält, aber ob es den Sommer so heiß, so raschelnd braun und geheimnisvoll glühend zu zeigen vermag, wie jenes unserer Zeit, das irgendwo zwischen Speichergerümpel verstaubt, glaube ich nicht. Und fast auch will ich nicht glauben, daß heutigen Tages die kleinen und viel klügeren und sachlicheren Schuljungen durch ein fünfzigfaches, übertriebenes und ein wenig geziertes „Ah!“ ihr Entzücken bekunden werden— aber das ist vielleicht nur Hochmut, oder die Unfähigkeit des Gealterten, sich auch nur vorzustellen, daß der Glanz seiner Jugend unverblaßt bei anderen dauert. Konstantinopek den zum Islam übergetretenen Philosophes Friedrich Arndt heiratete, der als Türke den Namen Omar al Raschid Bey annahm. Man konnte sie um diese Zeit vielfach neben diesem in morgenländische Tracht gekleideten Herrn in den Anlagen von München wandeln sehen. Ihre späteren Erlebnisse in dieser ihrer Wahlheimat fanden ihren Niederschlag in einem damals viel gelesenen Roman:„Der Rangierbahnhof“, in dem sie die Münchener Künstlerwelt um die Jahrhundertwende geschildert hat. Kurz vor dem Weltkrieg erlebte sie noch die Freude, daß ihre gesammelten Werke herauskamen. Seitdem ist es stiller um sie geworden. Aber vielleicht beschert die Böhlau ihrer kleinen Gemeinde noch einen letzten Band ihrer Erinnerungen an Altweimar, einen Abglanz jener großen Zeit für Ilmathen, da hier Deutschlands geistiger Mittelpunkt war.„Die Lust am Fabulieren“, wie Goethe sie hatte, nimmt ja mit dem Alter nicht ab, sondern wächst eher mit den Jahren und läßt einen dann mit Vorliebe aus seiner Jugend erzählen. Und die Kinder und Enkel sie hören es gerne. H. E. Das tügliche Farbige Kugeln Idee: Dr. van Nüß Hans, Karl und Ludwig haben blaue, rote und gelbe Kugeln. Jeder von ihnen hat von allen 3 Sorten Kugeln, und zwar jeder fünszehn insgesomt. Zusammen sind fünfzehn blaue, fünfzehn rote und fünfzehn gelbe Kugeln da. Ubrigens hat auch keiner von den dreien von irgendeiner Sorte ebenso viel Kugeln wie einer der beiden andern vor irgendeiner Sorte. Ludwig hat eine blaue Kugel weniger und Hans eine gelbe Kugel mehr, als Karl rote Kugeln hat. Zählt man die blauen Kugeln von Ludwig, die roten Kugeln von Karl und die gelben Kugeln von Hans zusammen, so sind das ebenfalls fünfzehn Kugeln Ludwig hat weniger rote als gelbe Kugeln. Wieviel Kugeln von jeder Sorte hat Auflösung zu Bridge=Aufgabe Nr. 107: ) ü b e r n i m m t W e s t S t i c h 4 n i c h t, s o s p i e l t S ü d n o c h m a l s K a r o, und Nord nimmt mit Herz 4. Was hören wir heute? Dertmund Hauptbahnhofs-Gaststätten küche n. Keller Hagen. u. Bahnhofswirtschaftsbetriebe KUn Gaststätte Hauptbahnhof C. Henste: 5# Blere: Wicküler I’llsener, Spaten hell u. dunk„Thomas heil Urtyp. Plisner Urquell.- Neuer Eingang Domselte v. d. Sperre, dorts. Park-elegenheit Walter B. Tueoben, der Dirigent und Spielleiter der Aufführung, weckt diese Energien durch das mitreißende Tomperament seiner Führung, aber er sammelt sie auch in offenkundiger sorgfältigster Vorbereitung und lenkt sie sicher dem Ziel einer einheitlichen künstlerischen Wirkung zu. Seine sinnvoll durchdachte, um jede Einzolheit des szenischen Ausdrucks ersichtlich bemühte Spielführung läßt im Verein mit den geschickten Bilderlösungen Walter Gondolfs, die Raumenge der Bühne vergessen, und ebenso erfährt das klare Volumen des kleinen Orchesters durch die verdichtende Spannungskraft des Musizierens eine Steigerung, die das innere dramatische Maß erfüllt. Manches geriet naturgemäß noch etwas angestrengt und laut; die Intensivität der Stille wird noch zu erobern sein. Das gilt auch für die Butterfly von Esther Mühlbauer, eine eindrucksstarke und em hingebungsvollen Einsatz hoch anzuerkennende Leistung, bei der jedoch die Intensivität noch eine allzu lebhaft dramatische Aktivität bewirkte. So hatte ihre Butterfly noch nicht die Poesie des stillen, blütenhaften Geschöpfes, das unter dem eisigen Anhauch einer mitleidlosen Welt vergcht. Sicher geführt und ansprechend in der natürlichen Erfüllung ihrer Aufgaben der Linkerton Fritz Grumanns und der Konsul Robert Amanns. Im ausverkauften Haus lebhafter Beifall. Wolfgang Steinecke. Deutsche Schillerstiftung Weimar Die Deutsche Schillerstiftung Weimar kann seit dem 10. November, dem 180. Geburtstag Friedrich Schillers, auf ein 80jähriges Bestehen zurückblicken; denn sie wurde am 10. November 1859 in Weimar von Franz v. Dingelstedt gegrundet. Bekanntlich betreibt die Stiftung die Unterstützung unverschuldet in Not geratener deutscher Dichter und deren nachsten Hinterbliebenen, zu welchem Behuf ihr lausend Zuwendungen von einer Reihe von Landesregierungen und hohen Dienststellen, darunter vom Reichsminister für Wissenschaft und Volksbildung, zufließen. Namentlich Reichominister Dr. Goebbels hat durch mehrfache erhebliche Spenden sein Interesse bekundet. Bei den Unterstützten befanden sich im Lauf der Jahre Dichter von großem Ruf, wie v. Holtei, Möricke, Stifter, Naabe, Louise v. Francois, Claus Groth, Fritz Stavenhagen, Paul Ernst, Carl Hauptmann. Seit 1919 betreut der bekannte Schriftsteller und Dramatiker Dr. Heinrich Lilienfein mit dankenswerter Aufopferung die Stiftung als Generalsekretär. Die Kosten der Verwaltung bestreitet die Stiftung aus eigenen Mitteln R. 10.30 10.55 15.00 16.00 17.05 19.10 19.25 20.00 Deutschlandsender:„Die Schöpfung", Oratorium von Haydn. Köln: Konzert des Bielefelder Kinderchors. Köln: Deutsche Frauenlvrik der Gegenwart. Köln: Zum 76. Geburtstag von Richard Strauß. Deutschlandsender: Konzert des Thomanerchors. Leitung: Pros. Straube. Leipzig: Sinsonie C=Moll Nr. 8 von Anton Bruckner. Leitung: Hans Weisbach. Wien: Englische Zwingburgen. Die westindischen Inseln. Prag:„Das Land des Lächelns“, Operette von Franz Ledár. Köln: Nachrichten. Anschließend Wunschkonzert für die Wehrmacht. 20.15: Breslau:„Maria Magdalene". Trauerspiel von Fr. Heboel. V K We IEEEEE Duisburs Hotel Gemälde Gaierie Oegenhard W.-Barmen, Germanenstr. 49, Tel. 5 31 37 Große Sammlung hervorragender Meister. Mäßige Preise Helene Böhlau 80 Jahre alt In jungen Jahren wirbelte die heute achtzigjährige Böhlau die deutsche Leserwelt eine Zeitlang durch ihre Romane:„Das Recht der Mutter" und„Halbtier“ auf. Darin klagt sie, die damalige Vorkämpferin für Frauenrechte, über den Mangel an Liebe, die manchen Frauen ihr Leben lang versagt bliebe. Insbesondere der letztere Roman wandte sich scharf gegen die Selbstsucht und Genußsucht der Männer. Aber auf die Dauer lag ihr, der im Grunde Gütigen und Mitleidvollen, die Härte nicht. Mit ihren anmutigen Ratsmädelgeschichten, denen sie später Erzählungen aus Altweimar folgen ließ, schrieb sie sich erst ganz in das Herz der deutschen Frauen und Mädchen. Diese reizvollen Geschichten beruhten teilweise auf eigenen Anschauungen und Erfahrungen, da sie als Tochter eines Buchhändlers in Weimar ausgewachsen war und aus der Goethe=Zeit noch manches von Tanten und Verwandten zu hören bekam. Eini es Aufsehen erregte die Böhlau, als sie in den achtziger Jahren in Roman von Oskar Gluth Copyright by Carl Duncker Verlag. Berlin W 35 28. Fortsetzung Mein Dude=Kind bekam ich kaum zu Gesicht. Es nahm die freiwillig übernommene Aufgabe, heute abend die Hausfrau zu spielen, entzückend ernst, ihre Wangen glühten vor Eifer. Das muß ich den Scheggleschen nachrühmen, es war wirk: lich alles, im Geschmack der Zeit damals, ganz reizend für das Fest gerüstet. Der parkähnliche Garten, der sich vom Haus zum Fluß hinab zog, und den vom Werk und dem großen Holzstapelplatz eine dichte Baumgruppe völlig abhied, war an sich eine natürliche Festbühne von besonderem Reiz. Ich hatte den Garten vordem nie betreten und war nun auf das angenehmste überrascht. Unsichtbar für die Gäste hinter Buschwerk aufgestellt, spielte eine kleine Streichkapelle heitere und auch schmachtende italienische Weisen, im Schatten weitausladender Ulmen und Rotbuchen standen auf dem kurzgeschorenen Rasen kleine Tische, überreichlich beschickt mit den appetitlichsten kalten Gerichten. Die Tische waren so angeordnet, daß der Hausherr von dem seinen aus, der, mit Blumen förmlich überschüttet, ungefähr in der Mitte stand, ungezwungen mit den Gruppen seiner Gäste an den anderen Tischen Fühlung halten und daß doch jede Gruppe für sich ihre Unterhaltung pflegen konnte. In den Bäumen waren bunte Lampions in großer Zahl angebracht, ein paar Boote, ebenfalls mit Lampions ausgerüstet, luden am Ufer zu nächtlichen Lustfahrten ein, der Fluß war hier ja seeartig gestaut durch das große breite Wehr der Fabrik. Kurz. alles war danach angetan, um einen reizenden vergnügten Abend zu verheißen— und doch. Sie können mir glauben, war mir fast unheimlich zumute, ich hatte das bestimmte Gefühl, es lag etwas in der Luft, worauf unser festlich gestimmter Wirt nicht gefaßt war. Eben eilte er dem Haus zu, er hatte— ungeduldig lauschend— gehört, daß dort ein Wagen vorgefahren war. Und da kam auch schon, wie ich ja erzählte, Frau Lora mit ihrem heutigen Ehrenkavalier, dem„Windhund von Neffen, wie sie ihn einmal genannt hatte, in den Garten. Alles erhob sich und eilte ihr entgegen. Es war ein Auftritt, der an ihr Erscheinen vor den Gästen im Schulzenhaus am Tag ihrer Ankunft in Biberloh erinnerte, nur daß ihr damals eine andere den Rang streitig gemacht hatte, Frau Alwine. Die war heute mit an der Spitze derer, die sie begrüßten. Wenn Frau Lora Wert darauf legte, ihr Triumph war heute vollkommen, denn nun spielte die unsichtbare Kapelle auch einen Tusch, und wenn das Haus Scheggle über eine eigne Hymne verfügt hätte, dann wäre sie anschließend feierlich erklungen. Jetzt mußte Frau Lora es noch ertragen, daß ihr Schwager Eustach sie scherzhaft, aber doch gleichsam auf ernsthaftere Wiederholung später vorbereitend. umarmte, um sie dann, gefolgt von seinem Sohn und Erben, als herzlichst willkommenen Gast dem Ehrenplatz an seinem Tisch zuzuführen. Hier stand nun Frau Lora und schaute sich lächelnd im Kreise um, den Rosenstrauß im Arm. den ihr der Schwager und Freier herzlich aufgezwungen hatte. „Aber, Kinder, was macht ihr für Geschichten!“ sagte sie, ein wenig außer Atem.„Es ist wirklich sehr nett von euch, das muß ich sagen! Es ist schon ein großer Trost für mich alte, arme Frau, so viel Unterstützung und so viel Freundschaft bei den lieben Verwandten zu finden. Ich wollte, ich könnte es euch lohnen! Ja, wenn mir das Schick: sal nicht meinen ganzen Besitz genommen hätte!“ Da lachten die anderen, als hätte sie einen ausgezeichneten Witz gemacht, und jedes bemühte sich, ihr etwas recht Herzliches zu sagen und von ihr auch richtig bemerkt zu werden. Sie war sehr einfach, ja in Anbetracht des Anlasses auffallend schlicht gekleidet. Das leichte, graublaue Kostüm, zu dem sie eine dunkelgrüne Seidenbluse trug, das satte Grün paßte wundervoll zu ihrer gebräunten Haut und dem schimmernden Schwarz der Haare, wirkte fast wie ein Reisekleid, aber ich bin überzeugt, so viel verstand ich auch als Mann, das Kostüm stammte von einem ersten Schneider in New Dork oder Hamburg und hatte mehr gekostet als das aufprunkende Staatskleid der Bürgermeisterin. Die große Überraschung jedoch war: Das unbedeckte Haar trug sie heute nach Art der vornehmen Spanierin, mit halbhohem Steckkamm und hauchdünnem schwarzen Spitzenschleier, und an ihrem Hals funkelte wieder der Schmuck mit den großen Steinen, über dessen Wert in Biberloh neuerdings phantastische Zahlen genannt wurden. Schelmerei und Spott traten in Frau Loras Blick, als er mich traf. Ich war ja der einzige, der wußte— und es glaubte, daß die großen Steine nicht echt waren. Die leichte Kostümierung, die gewollt theatermäßig war, ihr aber eine unerhört neue, starke Wirkung gab, ließ alle staunen, und die Frauen drängten sich herzu, damit ihnen nur ja nichts entging, und bewunderten das herrliche Spitzentuch. Ich aber verstand das nicht recht, und meine Unruhe wurde stärker. Ja, wenn sie ganz spanisch gekommen wäre, das hätte mir eingeleuchtet, aber so war es etwas Halbes. Wenn sie den Schmuck und den Kamm mit dem Spitzentuch abnahm, war nichts Auffallendes, nichts Festliches mehr an ihrer Kleidung.— Ich wurde den Eindruck nicht los, daß das Absicht war. Aber was bezweckte sie, was hatte sie vor? Als ich endlich zu ihr vordringen und einen Händedruck mit ihr tauschen konnte, sagte ich halblaut:„Trägt man das in Mexiko so?“ Sie stutzte, sah mich scharf, ja verweisend an— und lachte.„Dort trägt man das, was einem selbst am besten gefällt, Doktor.“ Ich hörte ihren Wunsch heraus, darüber nicht weiter befragt zu werden, und ich achtete ihn. Man setzte sich jetzt. Onkel Martin und Frau Alwine hatten mit Frau Lora ihren Platz am Tisch des Wirts. Die Bürgermeisterin und ihre Schwägerin saßen sich gegenüber. Der fast anschließende Tisch war Vater Dude, meiner Braut, dem wackeren Sohn des Hausherrn und mir vorbehalten. Wir konnten jedes Wort verstehen, das nebenan gesprochen wurde, und mühelos in die Unterhaltung eingreisen, wenn wir wollten. Da Emma und Vetter Ernst, der heute schon ganz als Haziendero auftrat in seinem Reitanzug und seiner rotseidenen Krawatte auf dem blauseidenen Hemd, erst etwas später Zeit fanden, sich bei uns niederzulassen, hatte ich meinen Platz so wählen können. daß ich den Nebentisch vor mir hatte und Frau Lora ebenso wie Onkel Eustach und Frau Alwine unauffällig beobachten konnte. Onkel Martin kehrte mir den Rücken zu. Er war sehr schweigsam, ich hörte kaum einmal seine Stimme. Jetzt war ein sorglich mit Eissäcken bedecktes Fäßchen Bier angezapft worden unter fröhlichem Zuruf durstiger Gäste. Die gefüllten Gläser wurden herumgereicht, und diese Gelegenheit benützt der Kommissionsrat, der sich wohl schon dem Ziel seiner großen Planung nahe sah, seiner strahlenden Laune nach zu schließen, um in einer heiter gewürzten, kleinen Rede seine lieben Gäste willkommen zu heißen. Ein wenig störte ihn sichtlich die ungewohnte Kürze seines modisch zugestutzten Vollbarts, aus dem er seine Pointen gleichsam herauszuziehen liebte, aber er sprach trotzdem fließend und mit einer Gewandtheit, die ihn wohl als Landtagskandidaten seiner Partei empfohlen hatte. Man wisse hoffentlich, daß es nicht seine Schuld und nicht ungastliche Gesinnung gewesen sei, wenn sein Haus schon so lange nicht mehr willkommene Gäste fröhlich begrüßt habe, sagte er und ließ seine tiefe Stimme ein wenig tremolieren, er spielte doch auf den einstigen Verlust seiner guten Klara an, aber er hege die Zuversicht, daß der heutige frohe Abend Auftakt sei für eine heitere, ja beglückende Belebung seines einsamen, stillen Hauses.— Alle starrten lächelnd Frau Lora an, sie aber schaute dem Sprecher unverwandt ins Gesicht, als wolle sie sich auch nicht die leiseste Regung in dessen Miene entgehen lassen.— Und wenn es so komme, wie er sehnlichst erwarte, dann — des sollten seine lieben Verwandten gewiß sein— dann werde das Scheggle=Haus wieder ein Hort und ein Tempel geselliger Freuden sein. Bewegt nahm er den goldenen Kneifer ab.„Ich kann— und darf nicht mehr sagen, so sehr es mich drängt, aus meinen Gefühlen kein Geheimnis mehr zu machen, aber noch ist die mit Ungeduld erwartete, die glückliche Stunde nicht gekommen! Jetzt holte er erst den verträumten Blick aus Himmelshöhen zurück und heftete ihn, nachdem er den Kneifer wieder aufgesetzt hatte, herzlichst bewegt auf seine liebe Nachbarin und Schwägerin Lora, als wollte er stumm ihr Einverständnis kraft seines liebenden Blicks erzwingen. Aber ich hoffe zuversichtlich, daß dieser Abend noch eine Überraschung bringen wird, die eine neue und schönere Aera, eine herrliche Zeit heraufführt, für mich, für das ganze Haus, ja— ich denke— in gewissem Sinne für alle, die hier versammelt sind—!“ Er machte eine kleine Pause, er schien auf ein Zeichen, auf ein Wort von Frau Lora zu warten. Da sie aber nur regungslos, mit einem undeutbaren Lächeln zu ihm aufsah. schloß er etwas überstürzt:„In diesem Sinne erhebe ich mein Glas—“ Als der munter=laute Beifall rings verstummt war, hörte ich, wie Frau Lora eben fragte:„Mein Gott, die arme Klara,— wie lange ist sie nun schon tot?“ „Dreizehn Jahre“, sogte Onkel Martin, als der Kommissionsrat, etwas in seiner Begeisterung gedämpft, nicht gleicht antwortete. „Dreizehn Jahre—“ wiederholte sie.„Eine lange Zeit, ja. Es ist sehr schön von dir, Eustach, daß du ihr die Treue so lange gewahrt hast. Ihr Männer seid im Grunde doch viel besser, als ihr von uns Frauen verrufen werdet.“ Sie nickte Onkel Eustach zu. Der machte ein komisches Gesicht. Er schien sich nicht klar zu sein, scherzte sie, oder war es ihr Ernst. Er kannte sie als Frau, bei der man oft nicht so recht wußte, wie sie es meinte. Es wurde jetzt so unruhig an unserem Tisch, daß wir lange nicht mehr hörten, was am Nebentisch gesprochen wurde. Ich sah nur, daß ich nicht der einzige war, der ihn nicht aus dem Auge ließ. Mein Schwiegervater hatte so wenig wie ich ein Ohr für das heitere Geplänkel unseres Dude=Kindes mit ihrem aufgeregt lustigen Haziendero. Er scheute sich, allzu offen hinüberzuschauen, aber wenn er sich unbeachtet wähnte, dann ging sein Bick rasch zu der geliebten Frau, und ich bekam eine Ahnung davon, was sie ihm bedeutete. Auch in mir steigerte sich die dunkle, unruhige Erwartung, daß ich es kaum noch ertrug. War der Kommissionsrat denn von allen guten Geistern verlassen, daß er es nicht merkte; es saß doch eine Frau neben ihm, die ganz anderes im Sinne hatte, als ihn nach dem Feuerwerk, das nach Einbruch der Dunkelheit das Signal zu der von ihm erhofften Entscheidung geben sollte, um den Hals zu fallen und bewegten Herzens ihr ja zu stammeln! Die ungewohnte Haartracht machte Frau Lora noch indianischer', aber auch schöner denn je. Kannte er sich selbst so wenig, dämmerte ihm nicht die Erkenntnis, wie töricht, ja, vermessen seine Hoffnung war, dieses eigenwillige, im tiefsten Grunde so traurige Frauengesicht werde sich je wieder liebend zu dem seinen neigen? Mir war manchmal einen bangen Atem lang so, als lächle dort nur ihre Maske. Er hatte sie einst geliebt oder doch leidenschaftlich begehrt— und begehrte sie heute wieder. Was sein altes Herz aber noch an Liebe geben konnte, gehörte wohl seinem Sohn, und es konnte der Tag kommen, wo diese Liebe des Vaters würde zahlen müssen für viele Sünden. Immerhin, er begehrte auch die Frau, nicht nur den goldenen Hort, zu dem sie ihm der Schlüssel sein sollte, aber er kannte noch nicht das Geheimnis ihrer Stimme, dieser bezaubernden, dunkel tönenden Stimme, die so voller Liebe, so voller Haß und Hohn sein konnte! Er kam mir vor wie ein Mann, der. ohne es zu ahnen, über einer tiefen, nur mit dünnen Brettern zugedeckten Grube tanzt. (Fortsetzung folgt.) Pozzos Sensation für Berlin Nur Neri blieb von der Züricher Mannschaft in der Nationalelf gegen Deutschland Fc. Genua 93 in Front Eigenbericht des Mittag Mailand, 22. November. Seit dem 3t1=Siege der Schweizer Fußballelf über Italien in Zürich hat ein großes Rätselraten darüber angesetzt, was Vittorio Pozzo. Italiens ußballkapitän, unternehmen würde, um in Berlin gegen eutschland mit einer besonderen Leistung dieses Verlustspiel gutzumachen. Allgemein erwartete man ein Zurückgreifen auf die bei der Fußball=Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich so erfolgreiche Mannschaft, aber eine Reihe dieser Spieler stand Pozzo nicht zur Verfügung. Andreolo hat sich eine schwere Hüftverletzung zugezogen. Piola ist von seiner Verletzung noch nicht hergestellt, der famose Verteidiger Rava fehlt ebenfalls. Pozzo hat nun die Mannschaft für Berlin bekanntgegeben und seine Auswahl hat selbst in italienischen Fachkreisen allgemeine Überraschung hervorgerufen. Die Stimmen, zu denen auch„Der Mittag“ gehört, die mehrfach darauf hingewiesen haben, daß Pozzo dem FC. Genua 93 und seinen Erfolgen besondere Aufmerksamkeit schenken würde, haben Recht behalten; denn in Italiens Fußballelf gegen Deutschland spielen nicht weniger als sechs Spieler dieses in den letzten Wochen o erfolgreichen Vereins. Die Aufstellung: Olivieri (Turin) Marzhi Gordelli (beide FC. Genua 93) Genta Battistoni Locatelli (beide FC. Genua 93)(Ambrosia Marland) Neri Sansone Boffi Searabello Colaussi Genua 93)(8C. Bologna)(8C. Mailand)(Genua 93)(BC. Trieft Von der Mannschaft, die in Zürich gegen die Schweiz pielte, ist also nur der Rechtsaußen Neri geblieben. Pozzo scheint von dem vernünftigen Standpunkt auszugehen, daß es zweckmäßig ist, eine einheitliche Mannschaft zu stellen. Der FC. Genua 93 lieferte in diesem Jahre ausgezeichnete Spiele und erzielte die meisten Tore. Eine der besten Leistungen der Mannschaft war das 6:2 gegen Venedig, den in den ersten Wochen der Meisterschaft ungeschlagenen Tabellenführer. Genua spielt einen sehr modernen Fußball und ist zum Dreiverteidigerspiel übergegangen. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb man auf Foni verzichtet hat, der mit seinem verletzten Partner Rava in den letzten Jahren Stammverteidiger der italienischen Elf war, und auch mit Olivieri und Rava den Abwehrblock der europäischen Mannschaft gegen England in London bildete. Marzhi und Sardelli verstehen sich mit Battistoni ausgezeichnet, und das dürfte Pozzo bewogen haben, diese Lösung zu wählen, die mehr oder weniger ein Experiment darstellt. Locatelli, der gegen die Schweiz verhindert war, ist aus der Weltmeisterelf, ebenso der Linksaußen Colaussi. Bossi wurde schon einmal genannt, als die deutsche MannSchirner Hart, gewandt und souverän als Verteidizer: Ollvieri schaft im Frühjahr in Florenz spielte. Er ist ein technisch groß veranlagter und dabei schußgewaltiger Mittelstürmer, der sich neben Sansone und Scarabello glänzend zurechtfinden müßte. Sansone war beim Probespiel in Florenz eefolgreichster Stürmer und hat vor allem durch seine glänzende Spielübersicht imponiert. Italiens Mannschaft wird von Verona aus am Donnerstag die Reise nach Berlin antreten. Es ist nicht mehr mit nennenswerten Anderungen zu rechnen, obwohl gerade bei Vittorio Pozzo alles möglich ist und er gewohnlich irgend einen Strumpf noch im letzten Augenblick ausspielt. Wie steht’s um die Kriegs-Meisterschaften in den Fußballgauen? Am kommenden Sonntag werden in zahlreichen weiteren Gauen des RSRL. die Kriegs=Meisterschaftsspiele im Fußball in Angriff genommen, so zum Beispiel in Ostpreußen, Sachsen, Mitte, Niedersachsen, Hessen und Südwest. In einigen Gauen steht immer noch die Entscheidung über die endgültige Zusammensetzung der Kriegs=Gauklasse aus, die aber nun bald getroffen werden muß, wenn die vorgeschriebenen Termine eingehalten werden sollen. Im Gau Mittelrhein soll es, wie auf Anfrage mitgeteilt wurde, bei der vorgesehenen Beteiligung von dreizehn Mannschaften in zwei Gruppen bleiben. In Schlesien steht die Gauklasse bis auf eine Mannschaft fest; in der Oberschlesischen Gruppe spielen Vorwärts=Rasensport Gleiwitz, Preußen Hindenburg, Sportfreunde Klausberg, Reichsbahn Gleiwitz, Natibor 03 und SV. Beuthen 09, in der Breslauer Gruppe BC. Hertha, Breslau 02, Breslauer FV. 06, STC. Görlitz, VfB. Breslau und SV. Klettendorf oder 1. FC. Breslau, die noch ein Ausscheidungsspiel bestreiten. Im Gau Niedersachsen ist in der Nordstaffel für den zurückgetretenen Osnabrücker SV. 97 der SV. 05 Wilhelmshafen eingruppiert worden. In Hessen ist die Gruppe Süd dadurch auf die vorgeschriebene Zahl von sechs Mannschaften gekommen, daß der VfB. Friedberg freiwillig zurückgetreten ist. In der Gruppe Nord muß noch eine Mannschaft ausscheiden. Die letzte Entscheidung steht noch in den Gauen Nordmarkt, Südwest und Baden aus Eine Minute Gedenkpause am Totensonntag Die RSRL.=Reichsführung hat für alle Veranstaltungen am Totensonntag, 26. November, angeordnet, daß sie vom Spiel= oder Veranstaltungsleiter aus eine Minute zum Gedenken an die für Führer, Volk und Vaterland Gefallenen des Krieges und der Bewegung zu unterbrechen sind. Auf den Spiel= und Sportplätzen vorhandene Flaggen sind für die Gedenkminute halbstock zu setzen. Wintersport-Paradiese im Sudetenland Eines der schönsten Wintersportgebiete des Grotzdeutschen Reiches In das Sudetenland, das mit seinen Gebirgen und Kammen viele Moglichkeiten zur wintersportlichen Betatigung gewährt. Seit Jahrzehnten schon hat der Wintersport dier eine Pflegenatte gesunden: und es sind überall ausgezeichnete Wintersvortgelände geschaften worden. Jede Art von Wintersport kann im Eudetenland betrieben werden, Sti= und Eislauf, Rodeln und Bodfahren, und nicht allein geübte Wintersportter finden hier ein reiches Tummelfeld, sondern veras sind auch für den Anfanger bequeme übungsmöglichkeiten vorbanden. Im Mittelpunkt des ausgedehnten Wintersportgebiets steht das Riesengevirge mit der 1605 Meter hohen Schneekoppe, das noch bis in den Mai eine reiche Schneclage hat. Einen besonderen Reiz bat „Den Ausweis, bitte!“ NSK. Schwarz wie chinesische Tusche war der Abend Selbst Fräulein Hilde, von Natur ein helles Stadtkind, tappte auf dem Weg vom Büro zur Wohnung im Dunkeln. Und doch hatte es Hilde heute besonders eilig. Daheim wartete nämlich eine Freundin, die sich zweimal in der Woche gegen acht Uhr abends einzufinden pflegte, um die fortbildungshungrige Hilde in der Kunst des Stenographierens zu unterweisen. Wie nun Hilde, einen Leuchtlöwen am Mantelaufschlag. mit tunlichster Beflügelung der Schritte die Finsternis der Straße durchschnitt, blitzte plötzlich eine Taschenlampe auf: „Polizei!“ „Betrifft mich nicht!" dachte Hilde, denn noch nie in ihrem 22jährigen Dasein war sie von einem männlichen Wesen auf offener Straße angesprochen worden. Ausweichend wollte sie... „Bitte sohr mein Fräulein, dürfte ich um den Ausweis bitten?“ Das Erschauern des Leuchtlöwen deutete an, wie tief Hilde erschrak. Vor ihr stand bestimmt und widerspruchslos der Lichtkegel der Stopplaterne. „Ausweis? Warum denn das?“ Hilde, öffnete ihr Handtäschchen, fingerte nervös zwischen Lippenstift und Puderdöschen und brachte schließlich einen Kassenzettel über ein Paar Seidenstrümpfe hervor. „Bitte! Genügt das hier?“ Die Taschenlampe des Schupos warf einen undefriedigten Blick auf den Zettel:„Nein, Fräulein, das reicht nicht ganz aus! Haben Sie keinen Ausweis von einer Behörde oder einer parteiamtlichen Dienststelle, mit Lichtbild natürlich?“ Trotz der Dunkelheit blieb dem Polizisten die holde Verwirrung Hildes nicht verborgen. In sein amtliches Herz schlich sich eine weiche Falte:„Eigentlich müßte ich Sie zur Feststellung Ihrer Personalien zum Revier mitnehmen...“ „Ach... Ich bitte... Wo ich so eilig bin...“ klang es wie gestotterte Stenographie von Hildes bebenden Lippen. „Na ja...“ Aber für jeden Deutschen. ob Mann oder Frau, über 15 Jahre, besteht Ausweispflicht. Am besten. Sie besorgen sich eine Kennkarte von Ihrem zuständigen Polizeirevier. Holen Sie sich einen Antragsvordrug ad... Vier Lichtbilder... Personalien auf die Rückseite schreiben und dann aus dem Revier abgeben. In ein paar Tagen ist die Sache gemacht. Dann kann Ihnen niemand an den Wimpern klimpern, mein Fräulein!“ Bald wird Hilde neben Lippenstift und Puderdose ihre Kennkarte im Täschchen tragen und im Busen ein wohltuendes Gefühl der— Sicherheit! Glücksbriefe warten im Kasten Früher als in den vergangenen Jahren erscheinen heuer die Glücksmänner, die in ihren Kästen die Losbriefe des Winterhilfswerkes tragen, auf der Straße. Sie haben in diesem Kriegsjahr ganz Besonderes zu leisten. Diese grauen Glücksmänner sind als Mitarbeiter des Kriegswinterhilfswerkes auch dazu bestimmt, an der Festigung der inneren Front mitzuhelfen. Gewaltige Aufgaben für das Winterhilfswerk sind durch den Krieg ausgelöst. Das Elend der Flüchtlinge war zu bekämpfen, ihre Rückführung ist im Gange. Eine Kriegsaufgabe ist die vom Führer bestimmte Umsiedelung der Deutschen des Ostens. Das besetzte Gebiet ist wieder aufzubauen, und zahllos sind dort die Wohlfahrtsmaßnahmen der NSV. Eine weitere Sorge ist die Betreuung von Frau und Kind unserer Soldaten. Freudig ist das deutsche Volk dem Apell des Führers gefolgt, und schon in den ersten Wochen des Kriegswinterhilfswerkes hat eine Gebefreudigkeit eingesetzt, die verspricht. die gigantischen Opfer des Vorjahres noch weit zu übertreffen. Die Winterhilse=Lotterie ist seit dem Bestehen des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes ein nicht wegzudenkender Teil desselben, und sie wird auch in diesem Kriegsjahre nicht fehlen. Die Form wird die gewohnte sein, die seit Jahren sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Die Losbriefe mit sofortigem Gewinnentscheid sind in Serien eingeteilt, deren jede eine Million Gewinne ausspielt. Bei Flakbeschuß sofort Deckung nehmen! UXZ. Berlin, 21. November. Volksgenossen! Beachtet, daß es vorkommen kann, daß einzelne und hochliegende seindliche Aufklärungsflugzeuge von unserer Flai artillerie beschossen werden, ohne daß notwendig war, FlieUnsere Amateurboxer vor größen Aufgaben Länderkämpfe gegen Böhmen-Mähren, Dänemark und Italien Eigendericht des Mittag Vier deutsche Meister im Ring Nach ihrem prächtigen Start gegen Ungarn in Budapest, gegen Ung der als erster Länderkampf im Kriege zustande kam, stehen den deutschen Amateurboxern jetzt viele neue Aufgaben bevor. An der drei aufeinanderfolgenden Sonntagen, 26. November, 3. Dezember und 10. Dezember, haben sie Länderkämpfe mit dem Protektorat Böhmen=Mähren, mit Dänemark und Italien auszutragen, und zwar in Dresden. in Berlin und in Rom. Da nicht für alle drei Kämpfe die gleiche deutsche Staffel aufgestellt werden kann, wird der Nachwuchs erneut Gelegenheit finden, sich zu bewähren, so wie er sich schon bei einem ersten Aufgebot gegen Ungarn bewährte. Im Fliegengewicht haben wir in Obermauer unseren besten Mann, aber es stehen auch noch der junge Braunschweiger Sonnenberg und der immer besser werdende Essener Koschir zur Verfügung. Für die Bantamgewichtsklasse kann vielleicht Meister Wilke gestellt werden, aber Wilke ist Soldat und sollte auf keinen Fall mehr als einmal verfügbar sein. Wahrscheinlich wird man dann den deutschen Jugendmeister Hein aus Duisburg wieder heranziehen, der in Budapest gegen den Europameisterschaftszweiten Bondi einen so feinen Kampf machte. Gold u. Silber kauft Juweller Münstermann Dussel dorf. Blumenstraße 7,(Gm. II/ 70006 Meister Graaf wird im Federgewicht dabei sein, auch er steht unter den Waffen, und so könnte jetzt einmal der ausgezeichnete junge Westfale Norek seine Chance bekommen. Im Leichtgewicht haben wir zwei Vertreter von europäticher Klasse, Europameister Herbert Nürnberg und seinen Bezwinger in der deutschen Meisterschaft, den Düsseldorfer deese, beide tun jedoch Dienst fürs Vaterland, und wenn es gelingen sollte, sie je einmal aufzubieten— was ja nicht zuletzt auch von ihren Trainingsmöglichkeiten und der damit erreichten Form abhängt, so sollte für den dritten Kampf auf jeden Fall der famose Hannoveraner Trittschack in Frage kommen, der sich in Budapest die Sporen verdiente und als Leutscher Jugendmeister seiner Klasse auch schon allerhand Erfahrung hat. Michel Murach und der Wuppertaler Herchenbach sind unsere besten Weltergewichtler, und auch sie stehen unter den Fahren, junge Leute sind die Nächstbesten Raeschke aus Hamburg und Fiedler aus Wuppertal, Raeschke dürfte wohl wieder mit einer internationalen Aufgabe betraut werden, vor allem, da auch Fiedler Soldat ist und, im Polenfeldzug verwundet, im Lazarett liegt. Für das Mittelgewicht braucht man auch keine Sorgen zu haben, denn da haben wir ja in dem Dortmunder einen blutjungen Burschen als deutschen Meister, außerdem ist der Herner Kubiak für eine Aufstellung in Betracht gezogen. In der halbschweren Klasse ist die Auswahl groß, aber einen überragenden Mann haben wir hier zur Zeit nicht, Neister Schnarre dürfte kaum verfügbar sein, Hach ist Bekufsboxer geworden, der Kölner Krumm nicht besonders in Form, da wird man wohl den Hamburger Schmidt einsetzen, der zwar in Budapest gegen Szigeti verlor, aber technisch gut genug ist, gegen weniger ausgekochte und starke Gegner zu bestehen. Olympiasieger und Meister Herbert Runge sollte sicher für die eine oder andere Gelegenheit zur Verfügung stehen, er erzählte uns jüngst, daß er für Rom Urlaub bekäme, aber es hangt natürlich erst einmal davon ab, ob das Fachamt ihn zur Zeit dem aufstrebenden jungen ten Hoff vorziehen wird, der in Budapest den großen K.o=Sieg über Nagy landete. Die Länderkämpfe dürften in der Reihenfolge, in der sie #sgetragen werden. größere Anforderungen stellen, der schwerste für uns müßte also der in Rom gegen Italiens Auswahl sein— und dorthin sollte das Reichsfachamt auch die unbedingt stärkste Staffel dirigieren. Ob das die ist, die sich aus den Meistern 1939 zusammensetzt, steht allendings auf Elem anderen Blatt, das wird sich aus den Abungen und Probekämpfen ergeben, die zur Vorbereitung der LänderAmpse abgehalten werden. Deutsche Auswahl boxt heute In Hannover Zur Vorberettung auf die kommenden Länderkämpse wird eine deutsche Voxstaffel am Mittwochabend in Hannover gegen die kampfervrobte Mannschaft des BC. Heros Eintracht antreten. Die in letzter Zeit so erfolgreich gewesene Mannschaft von Heros Eintracht wird durch die Gaumeiner Biumenthal(Hildesheim) und ten Hoff Oldenburg) vernarkt. In der deutschen Acht sehen mit Graaf, Hrese und Pepper drei deutsche Meiner, dazu kommt noch im Bautamgewicht auf setten der Hannobe anler Erich Wille. Nußerdem werden der deutsche Exmeister Koopers und zahlreiche Gallmeister im Rina erscheinen. Bei dieser erstklassigen Besetzung in mit großen und auch guten Kämpfen zu rechnen. Es doxen: Fliegengewicht: Szymansti(Hannover) gegen Koschir(Altenessen): Bantamgewicht: Wilke(Hannover) gegen Hein(Mörs): Federgewicht: Bialas(Hannover) gegen Gruas(Berlin): Leichtgewicht: Diekmann(Hannover) gegen Heese(Düsseldors): Weltergewicht: Blumenthal(Hildesheim) gegen Schonl=(Wuppertal): Mittel gewicht: Kotigen(Bremen) gegen Pepper(Dortmund): Holbschwer gewicht: Koppers(Hannover) gegen Schoul 1(WLupvertals: Schwer gewicht: zen Hoff(Oldenburg) gegen Kleinholdermann(Brünn). Das Groß-Programm der Deutichlandhalle Die Kampffolge für den zweiten Kriegs Boxkampsabend der Deutschlandhalle an. 25. November steht nunmehr fen. Es ist wieder eine überaus zugkrättige Karte zusammengestellt worden. Im Mittel. punkt steht die Bautamgewichts Europameisterschaft zwischen dem Wiener Titelverteidiger Ernk Weiß und dem schnellen italienischen Meister Wino Cattaneo. Der Berliner Halbschwergewichtter Heinz Seidler hat es mir dem mit allen Wassern gewaschenen Italiener Oldoni zu tun, der mit Kreitz üder die Runden ging. Die dritte deutsch ttallentsche Paarung in die im Schwergemicht zwischen Paul WaIlner und Mario Anniballt. Dazn kommt noch ein wetteres Schwergewichtstressen zwischen Jarod Schönraig unt Kreimes(Mannheim), während die Leichtgewichte Willn Seistler und Hans Heuser den Einleitungsampf bestreiten. Mittelrhein— Niederrhein erneut verlegt Der Gaukampf der Amateurvoxer vom Mittel. und Niederrhein kann auch am kommenden Freitag nicht stattfinden und wird nun endgültig am Mittwoch, 29. November, durchgeführt. Als Austragungsort bleidt Köln bestehen. Purann vor Bergomi und Smits Radamateure In der Deutschlandhalle Die Radrennbahn in der Deutschlandhalle gehörte am Dienstag zum ersten Male in diesem Winter den Amateuren allein. Prachtvolle Fliegerrennen bekamen die zahlreichen Zuschauer von den Weltklassesprintern zu sehen, die hier mit Ausnahme des Italieners Bergomi schon zum dritten Male innerhalb der letzten zehn Tage zusammenkamen. Der deutsche Meister Purann konnte im Fliegertreffen den Gewinner der Weltmeisterschaftsrevanche, Bergomi, und den Holländer Smits knapp aber sicher schlagen. Weltmeister Derksen(Holland), der im Vorlauf bereits ausgeschieden war, entschädigte sich im Runden=Zeitfahren und stellte hier bei seinem Siege mit genau zwölf Sekunden Puranns bestehenden Bahnrekord ein. Im Stunden=Mannschaftsfahren waren die beiden Holländer ihren Gegnern um eine ganze Klasse überlegen. Mit zwei Runden Vorsprung und nach Zurücklegung von 44.200 Kilometer gewannen sie vor dem Berliner Paar G. SchulzThoma. Im einleitenden Rennen der HJ. setzte sich von den ansprechenden Nachwuchsfahrern Diedler erfolgreich durch. Ergebnisse: Internationales Fliegertreisen: 1. Purann, 2. Bergomi, 3. Smits, 4. Schorn.— Runden=Zeitfahren: 1. Derksen 12 Sek., 2. Purann 12,2 Sek., 3. Scorn 12.3 Sek.— StundenMannschaftsfahren: 1. Derksen=Smits 18 Pkr.(44.200 Kilometer), zwei Runden zurück: 2. G. Schulz=Thoma 14 Pkt., 3. BergomiSteinkrauß 13 Pkt., 4. G. Purann=E. Schulz 12 Pkt., 5. SchopflinSchmidt 7 Pki. Eriter Gaukampf im Rugby Den ersten Gaukampf in der neuen Rugon Spielzeit lietern sich geralarm zu geben. Baden und Ludwest am 26. Novemder in Heidelberg und setzen da:] In solchen Füllen haben alle Personen, die sich im Freien mit die Tradition des früheren Main Reckar Spiels fort. Sallsen E.1I—#I— lof.„„— Lanins. und Brandenburg werden dem Beispiel folgen, jedoch stedt für diese1##ppe“..##### Deckung in Hausern. 9. Begegnung der Termin noch nicht seß. schützten Stellen zu nehmen, damit sie nicht durch herabauch das Ektvatergedirge, das bis zu 1490 Meter ansteigt. das Adlergebirge, das über 1100 Meter erreicht. Auch hier finden sich viele Winiersportstätten, die gern besucht werden. Wahrend das Riesengebirge von denjenigen bevorzugt wird, die lange Abfahrten und große Schneemassen lieben, so find das Jeschken= und Isergebirge besonders berühmt wegen ihrer schonen Wälder, die auch im Winter eine einzigartige Pracht entsalten. Unter den vielseitigen Wintersportstätten muß die Rodelbahn am Jeschken besonders hervorgehoben werden, da sie europäischen Nut genießt. Weit bekannt sind ferner das Lausitzer Gebirge, das Erzgebirge mit Karlsbad und Teplitz=Schönau, sowie der Kaiserwald mit dem Kurort Marienbad und schließlich noch der Böhmerwald. In allen diesen Gebirgen gibt es Wintersport=Varadiese in großer Zahl, so daß man wirklich sagen kann, das das Sudetenland eine ganz eigenartige Bergwelt für Sport und Erholung auch Cortina rültet für die FIS.-Rennen Italiens internationaler Winterkurort Cortina d'Ampezzo trifft wetter seine Vorbereitungen für die Durchführung der FIS Rennen 1940. Die Sprungschanze wird gegenwärtig umgebaut, sie sonl mit einem üder 40 Meter hoben Anlaufturm versehen werden und dann Sprünge dis zu 20 Meter zulassen. Die Bodbahn, im Vorjahre noc Schauplayz einer Weltmeisterschaft, wird gleichfalls verdessert, und im Frühjahr win man mit dem Bau eines großen Ski Stadions deginnen. Vom 22. bis 26. Januar in Cortina Austragungsort der italienischen Meisterschaften im Eislaufen und Bobfahren, wahrend die Stimeister vom 23. dis 28. Februar in Cervinia ermittelt werden. Fortan: Großer Preis von Brescia An die Stelle des 1000 Metlen Rennens von Brescia, das in den letzten Jahren nach Nordafrika verlegt worden war. tritt im Italienischen Automobiirennkalender im kommenden Jahre der 1. Große Preis von Brescia. Die 167 Kilometer lange Rundsrecke Brescia— Cremona— Mantua— Brescia, die für diese Zeit für jeden Verkehr gesperrt wird, in neunmal zu durchfahren, so daß sich eine Gesamtlänge von 1503 Kilometer für das am 28. April vorgeschene Rennen ergidt. Die„1000 Meilen“ wurden früher auf unabgesperrten Stratzen gefahren, wovei sich leider immer eine Anzahl Unfälle ereigneten. Diese Gefahr wurde nunmehr ausgeschaltet. Heute in Grafenberg Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Irmgard— Geradeaus— Thorlind 2. Rennen:(Agnus) Nappa— Lebensart— Agnat 3. Rennen: Risiko— Patent— Seuse 4. Rennen: Barsdorf— Steinbach— Widerspruch 5. Rennen: Bandora— Waldteusel— Aguns 5. Rennen: Orione— Janiculus— Pomponins 7. Rennen: Prophet— Melizza— Soldprobe Karlshorlt Mittwoch, den 22. November 1939 1. Rennen: Granadina— Artiser 2. Rennen: Landvogt— Ramerad 3. Rennen: Amern— Walthari 4. Rennen: Marco Polo— Jdeolog 5. Rennen: Fridericus— Amern 6. Rennen: Sonntagsmädel— Senitze 7. Rennen: Luzie— Morgengruß liegende Sprengstücke unserer Flakartillerie getrossen werden. Bergtsch=Land sammelte 20 000 Bücher Nemscheid. Ein hervorragendes Ergebnis hatte die von der Partei für die Frontsoldaten angeregte Bücherpende im Kreise Bergisch=Land(Nemscheid und RheinWupper=Kreis). Jusgesamt wurden bis jetzt rund 20000 Bände zur Verfügung gestellt, wobei es sich in der Hauptsache um Unterhaltungsstoff handelt. Liederabend für die Soldaten Düsseldors. Der Deutsche Sängerbund, Kreis Düsseldorf, veranstaltete am Sonntagabend im Kaisersaal der Städt. Tonhalle ein Männerchorkonzert für die Soldaten der Garnison Düsseldorf. Kreisführer Toni Wilbert berüßte die zahlreich erschienenen Freunde des deutschen jedes, von denen die meisten im grauen Wassenrock waren. Die Werkmusikgemeinschaft Rheinmetall=Borsig, die Chorvereinigungen Bähr, Schorcht, Becker. Allhoff und Ricken brachten ein ausgewähltes Programm von Musikstücken und Liedern zu Gehör. Besonders eindrucksvoll waren die Massenchöre der gesamten Sänger unter der Leitung von Kreis=Chorleiter Hubert Becker. Sangesfroh und liedbegeistert erwiesen sich auch die Soldaten bei den gemeinschaftlich gesungenen Liedern von der„Rosemarie", der „Erika“ und den„Heckenrosen". Die bösen, bösen Pferdchen Eigendericht des Mittag Düsseldors. Fast vier Jahre hatte sich der 40jährige Wilhelm Krinas. der 1932 wegen Unterschlagung von 50000 Mark zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, nach der Strafverbüßung tadellos geführt. Wieder einmal wurde die Rennwettleidenschaft ihm zum Verhängnis. Auch sein auskömmliches Gehalt bot ihm nicht die nötigen Mittel für seine verwegenen Wetten. Krings half sich mit Unterschlagungen einkassierter Beträge und mit Darlehnsschwindel. Seine törichte Hoffnung, durch einen großen Totogewinn alles zurückzugewinnen, ging natürlich nicht in Erfüllung. Als er festgenommen wurde schuldigte er den Geschädigten rund 3500 Mark. Vor dem Amtsgericht konnte ihn seine bewegliche Klage über das„unerklärliche“ Versagen seiner Lieblingspferdchen nicht vor der verdienten Strafe retten. Krings wurde zu einem Jahr Gesängnis verurteilt und nahm die Strafe sofort an. Lang gesuchte Fahrraddiebe gefaßt Eigendericht des Mittag Remagen. In der letzten Zeit wurden am Mittelrhein zahlreiche Fahrräder gestohlen. Wie die hiesige Polizei mitteilt, konnten jetzt die Täter durch das schnelle Zusammenwirken der Polizeistellen Remagen und Boppard in Boppard gefaßt werden. Es handelt sich um zwei bereits länger von der Polizei gesuchte Burschen ohne festen Wohnsitz. die u. a. auch in Remagen in der vergangenen Woche zwei Räder stahlen. Ein Rad hatten sie in Andernach gegen ein besseres ausgewechselt. Die Buntbühne Anmutige Tänze und fesselnde Akrobatik Czardas=Palast. Düsseldorf Das Hunvady=Ballett erfreut auch in der zweiten Hälfte des Monats die Besucher mit beschwingter Anmut. Vor allem gesallt die Leiterin der Trupoe, Gerda Hunivadv, mit einem eindrucksvollen Schleiertanz aus Spitze. Im übrigen sesseln Haller und Sohn mit gekonnter Parterreakrobattk und Fred Harlev und Co. mit einem schwierigen Balance=Akt. Für liebenswürdige Ansage sorgt nach wie vor Pia van Berg, die ebenso heiter wie temperamenwol zu plaudern versteht. Fröblicher Bummel über die Reeverbahn St. Pauli, Düsseldor Man sieht eine unterbaltsame, von Paul Weidmann und Charlie Reitz geschickt zusammengestellte Revue, die Einblicke in das nächtliche Leven der Hamburger Hasengegend gibt und mit lorem vointenreichen Dialog und ihrer gesälligen, von der Hauskapelle Harms=Wessoleck zu Gevör gebrachten Musik viel Beisall findet. Flotte, von temperamentvollem Tanz getragene Szenen wechseln mit bebaglichen Episoden voll niederdeutschen Humors. Von den Mitwirkenden gefallen vor allem Lena Lorenz als Madchen aus der Kleinstadt, Addi Brager als biederer Westfale. Cvarlie Reit als ungarischer Magnat und Kudell Dutt und Paul Rudolf als kesse Jungs aus Schangbal. AHEUIE E Mittwoch 22. November 1939 Rummer 274 20. Jahrgang FÜHRENDE KLEINKUNST-BUHNEN UND MUSIK-CAFES IN WESTDEUTSCHLAND •EET OTTOMAR SCHUMERE und sein Kammerorchester täglich nachmittags und abends GASTSPIEL Marita Gründgens und ein großes Varieté-Pregramm 4 Uhr 8½ Uhr -H LLLELEII ITLL AUIZLT! KTL Das Varieté der Sonderklasse Allabendlich 8.10 Uhr KIi. Hier trifft man sich bei TANZ und guter MUSIK der Kapelle WILL zACH EDEN OONNERSTAG AMATEUR· KUNSTLER-WETTSTREIT nhaber Alb. Kollecker— Am Kopstadtplatz Vergnügungspalast der 2000. 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Schausplelhaus Mittwoch, 19½ Uhr: Die Nibelungen Donnerstag, 19½ Uhr: Der Maulkorb EE AEI SAATELECIIEE SIN LT-EI-TLLAETA-Dortmunder Ritter und Edelbitter Für die überwachung der Betriebssicherheit der Fahrzeuge eines größeren Krastahrzeugbetriebes wird eine technische Hilfskraft (Angestellter) für sofort gesucht. Moglichst abgeschlossene Leyrzeit als Automobilmechaniker. Fübrerschein der Klasse II und III erforderlich. Gute Aufsassungsgabe und die Fäbigkeit, statistisch zu arbeiten u. Betriebsergebnisse auszuwerten, ist Voraussetzung. Bewerbungen mit selbstgeschriebenem Levenslauf. Zeuanisabschriften und Lichtbild sind mit Angabe der Gehaltsansprüche sowie des frübesten Eintrittstages unter Nr. 10/168739 einzureichen an den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf. Mittwoch, 22. November 1939, 13 Uhr Hauptrennen: Ernst-Bischoff-Rennen Ehrenpreis und 5000 RM. Düsseldorter Reiter-und Rennverein Wagnerstraße 26 Ruf 10666 Die Kleine Anzeige" der beste Mittle. zwischen Angevo und Nachtrage. 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