* — itta Einzelpreis 20 MJ. Beig. 2.— fr., Engl. 4 Pence. Frankr. 2.— fr., Holland 15 ets. Italien 1.20 Lire, Luxemburg 2.— fr., Oesterr. 40 Grosch., Portugal 1 Ese., Schweis m0 Rp., Illustrierte Tageszeitung für Sport verkehrspolitik Kun Versandort: Düssel dorf. Haupigeschante Markn=Luther=Blaz. Ruf 204 71. Rech Anzeigenpreis 1 mm doch 22 mm breit 18 9 Ang= umd ngedete 10 Apl: Texitesl:1 Boten 2.60 RM und 30 Rpi. Boi 39.36 Rpf. Postzeitungsgebühr zuzüglich 36 Rpf. Preileben DS1lelber1— 9 nsnelle. Verlag u. Schrifitig.: Dusseldorf, Pressehaus. 1• Nr.; Pförtner: 22484. Schriftleitung: 225 51.— dren 18 Npi.: Gamilsenanzeigen, Steilen* 90. Rpf. Monat! 2.90 KM . 1 mm doch 84 mm dreit Botenlodn. durch die Post EGE####. Bost 2,90 RM einsch Bestellgeld.— Dradtanschrift: ostichedkonte Eisen Nr. 964 Donnerstag, 10. September 1937 Berliner Schriftleitung und Geschäftsstelle: Berlin SW 68. Friedrichstraße 203, Fernruf 11 29 47 und 11 29 48.— Geschäftsstellen: Nachen, Theaterplatz 2. Fernruf 307 26.— Btelesel d. Bahnhofstraße 36, Fernruf 6484.— Dortmund. Otltropwas 2. Fernruf 250 50.— Dulsdurg. Königstraße 9. Fernruf Süd 206 02.— Eisen. Haus der Technik, Hollestr., Fernruf 323 57.— Frankfur: a. M., Kaiserstr. 46. Fernruf 310 87. *—Kn Dischhaus, Herzogstraße. d.###dols=Hitler=Str 79. Fernruf 271 33. Kodlen: Markenbildchenweg 12. Fernruf Fernruf 225 082— Wuppertal=Elbersel Schwere Sorgen Englands Der Grenzkrieg in Indien kostet England jede Woche über eine Million Reichsmark landet weiter Truppen in China Neue Unruhen an Indiens Nordwestgrenze Reben Bomben und Granaten rollen auch geldene und silberne Kugeln Wie steht's heute mittag? Was hat eigentlich der südafrikanische Kommissar in London, Te Water, über die dewtsche Kolonialfrage gesagt? Der holländische Telegraaf behauptet, er hätte erklärt, die südafrikanischen Außenminister seien bereit, sich an einem Abkommen über die Rückgabe der früheren deutschen Kolonien an das Reich zu beteiligen. Diese Aeußerung hat die englische Presse so hoch gebracht, daß sich einzelne Blätter unverzüglich mit Herrn Te Water in Verbindung gesetzt haben, andere— nach der üblichen Methode— sofort mit dem schärfsten Geschütz gegen ihn vorgegangen sind. Evening Standard gibt ein Ferngespräch mit ihm wieder, bei dem er erklärt haben soll. niemals dächte Südafrika an eine Rückgabe des Mandatsgebiets an Deutschland. Seine private Meinung sei. Südafrika werde sich den Konferenzen zur Erörterung der oeutschen Kolonialansprüche nicht verschließen. Nach einer Reutermeldung aber hat Te Water geäußert, die Nationen sollten nicht mehr länger zögern, im Geiste der Vernunft und Mäßigung den Standpunkt Deutschlands in dieser wie in allen anderen Fragen, die den Weltfrieden betreffen, zu prüfen. In einigen Ergänzungen wiederum, die die Daily Mail aus seinem Munde veröffentlicht, sagt Te Water, seine Außerung(welche?) sei die Reaktion auf Hitlers freimütige Nürnberger Rede über Kolonien. Die Frage der deutschen Kolonien dürfe auch seiner Ansicht nicht verzögert werden. Er betrachte sie als eine offene Wunde. Die Staatsmänner sollten den Mut haben, dies einzusehen. Südafrika sei dazu bereit.— Das Durcheinander wird auch dadurch nicht klar, daß General Hertzog in Kapstadt erklärt haben soll. er habe gegen die Aeußerung Te Waters nichts einzuwenden. Der Kern dieses Wirrwarrs scheint uns zu sein, daß Te Water eine vernünftige Prüfung der deutschen Kolonialansprüche durch offene Worte befürwortet hat, daß man ihn aber sowohl von London als auch von Kapstadt schleunigst„zurückgepfiffen“ hat, um nicht in den Verdacht zu geraten, man sei etwa in der Kolonialfrage „weich" geworden. Immerhin hat die Aufregung um die ehrliche Meinungsäußerung eines aufrechten Mannes, der nichts weiter als Gerechtigkeit für Deutschland befürwortet hat, wieder einmal gezeigt, wie fern man gerade in England vom guten Willen bei der Lösung der durch nichts zu erschütternden deutschen Kolonialansprüche ist. * Der Versuch der in Nyon zu einer„Mittelmeerkonferenz“ zusammengekommenen Staaten, nach eigenem Gutdünken Maßnahmen zur Bekämpfung des Piratentums für das gesamte Mittelmeer verbindlich zu treffen, ist von Italien mit berechtigter Entrüstung zurückgewiesen worden. Angesichts der Tatsache, daß man Italien als der bedeutendsten und zentralen Mittelmeermacht einfach eine fertige Entscheidung vorgesetzt hat, kann man die Empörung der Italiener wohl verstehen. Italien verlangt keine Vorrechte, aber Gleichberechtiaung vor allem ist es nicht gewillt, im Mittelmeer Vorrechte anderer zu dulden. Angesichts der italienischen Ablehnung können daher die so schnell zustande gekommenen Beschlüsse von Nyon noch keineswegs als ein positives Ergebnis oder gar ein Erfolg bezeichnet werden, da sie niemals zu einer praktischen Lösung der Frage führen können, wie man die sowjetrussischen Piraten im Mittelmeere ausrotten kann. Ein derartiges Ergebnis könnte, wie in der deutschen und in der italienischen Antwort bereits betont, nur in der Londoner Nichteinmischungskonferenz, also unter Beteiligung aller ernsthaft an einer Beschränkung des spanischen Unruheherdes interessierten Staaten, und auch dort nur unter Ausschaltung der Sowjets und bei ehrlichem Willen aller Beteiligten, erzielt werden. * Die auf dem Parteitag in Nürnberg erfolgte Kampfansage an den Weltfeind Bolschewismus findet allenthalben starke Beachtung. Die Presse des Auslandes befaßt sich mit den Reden des Führers und seiner Mitarbeiter und würdigt ihre historische Bedeutung. Einzelne Blätter bringen auch Ergänzungen zu dem kommunistischen Schuldkonto. So unterstreicht z. B. die griechische Zeitung„KathiFortsetzung 2. Seite Der Privatkrieg des Empire Drabtmeldung unseres Londoner Sonderberichterstatters London, 16. September. Ueber den Kampf gegen die unruhigen Stämme in Waiziristan an der Nordwestgrenze Indiens, und insbesondere gegen den gefährlichen und unheimlichen Fakir von Ipi verlautet in den letzten Wochen sehr wenig. Wenn überhaupt etwas berichtet wurde. so hieß es, daß der Grenzkrieg seinem Ende nahe sei. Man sprach sogar schon von Friedensverhandlungen. Soweit von einer Beruhigung in Waiziristan überhaupt die Rede sein Henner Henkel schlägt Budge Gottsried von Cramm besiegt Riggs New Vork, 18. September. Was Gottfried von Cramm in diesem Jahre dreimal vergeblich versucht hat, das ist dem deutschen Tennismeister Henner Henkel gestern in Chilago geglückt. Er konnte den dreisachen Wimbledonsieger und USA.=Meister Donald Budge in einem harten Zweisatzkampf 6:4, 10:8 schlagen. Der junge Amerikaner Bobby Riggs, der S. von Cramm schon in der amerikanischen Meisterschaft einen harten Kampf geliefert hatte, leistete Cramm auch diesmal hartnäckigen Widerstand und verlor 6:2, 6:8, 4:6. Die Polin Jadwiga Jedrzejowska schlug Marielnise Horn, die in Amerika eine überraschend starte Form gezeigt hat und auch diesmal ein sehr gutes Spiel lieferte, erst nach hartem Kampf 6:4, 8:6. Der Franken sinkt weiter kunn, handelt es sich um den Stamm der Tori Khels, die von dem Fakir von Ipi selbst geführt werden. Mit dem Ende des Sommers sind die Kämpfe in Nordwestindien jedoch wieder aufgeflammt, und zwar diesmal ausgehend von den Mabsuds. einem Stamm, der bisher den Engländern gegenüber recht freundlich gewesen war. Unter den Mahsuds haben sich Banden gebildet, die auf eigene Faust gegen die Engländer Krieg führen. Der bekannte Führer des aufrührerischen Stammes ist Meillah Sher Ali, der als ein Gegenstück zum Fakir von Ipi angesehen werden kann, der aber der Außenwelt bisher noch nicht halb so bekannt gewesen ist wie der baumlange rothaarige Fakir. In mancher Hinsicht ist der Krieg gegen die Mahsudsbanden noch gefährlicher als der Krieg gegen die Tori Khels. Die Banden deunruhigen die Nordwestgrenze Indiens ganz außerordentlich, sie verüben Ueberfälle auf Hindudörfer, rauben Häuser und Geschäfte aus und greifen auch britische Truppenabteilungen aus dem Hinterhalt an. Die Briten sind daher gezwungen, Fortsetzung siebe 2. Seite Manövertage in der Eifel: Wichtige Funde bei den Höllenmaschinen Drabtmeldung unseres Pariser Conderberichterstatters Paris, 16. Sept. Die französische Währung hat gestern einen neuen, schweren Stoß erhalten. Während noch an der amtlichen Börse der Franken auf 138 und 144 gegenüber dem Pfund abglitt, wurde er nach der Börse noch tiefer gehandelt, nämlich mit 146. Die Aufgelder für Monats= und 3=Monats=Wechsel waren dementsprechend ebenfalls erhöht und bewegten sich bis zu sechs Franken. Damit hat die französische Währung beinahe den Tiefpunkterreicht den man ihr vor Monaten voraussagte, als der Franken aufing, sein Verhältnis zum Golde aufzugeben und eine sogenannte bewegliche Währung zu werden, nämlich 150 gegenüber dem Pfund. Fragt man sich, woher dieser neue Frankensturz kommen kann, so zeigt es sich, daß in erster Linie wieder einmal die ungeklärte politische Lage im Innern und nach außen der Grund ist. Ohne Zweifel ist die Angstpsychose, von der wir vor einiger Zeit schon einmal gesprochen haben, in Frankreich noch nicht überwunden, eher ist das Gegenteil der Fall. Das Ergebnis der Konferenz von Nyon, das in den ersten Tagen so groß gefeiert wurde, sieht jetzt, von der Kehrseite her betrachtet, doch ein wenig anders aus und läßt immerhin nach der Auffassung vieler Leute die Möglichkeit zu, daß im Mittelmeer eine neue gefährliche Spannung entuent. wenn es nicht gelingt, die berechtigten Forderungen der Italiener mit den Anschauungen der Franzosen und Engländer in Uebereinstimmung zu bringen. Dazu kommt, daß die bevorstehenden französischen Kantonalwahlen mit einiger Sicherheit wiederum einen Ruck nach links in der öffentlichen Meinungsbildung ergeben, zumindestens erwartet man das in den sogenannten eingeweihten Kreisen, so daß auch von dieser Ecke her die besitzenden Kreise in Frankreich zumindestens nicht ermuntert werden. Endlich hat auch noch der Anschlag vom vergangenen Sonnabend auf das Gebäude des Arbeitgeberverbandes, der bisher noch immer nicht aufgeklärt ist. seinen Einfluß ausgeübt. Im Zusammenhang mit den Arbeiten der Polizei steht eine Maßnahme, die die Regierung jetzt endlich ergreifen will, nämlich die scharfe Ueberwachung aller Fremden, besonders aller politischen Flüchtlinge, die sich im Laufe der letzten Jahre in Frankreich angesammelt haben. Die Polizei hat gestern eine erste Verhaftung in der Angelegenheit des Bombenanschlages gemacht, und zwar hat sie einen, wie die Mehrheit der französischen Blätter von heute morgen schreibt, antifaschistischen Italiener mit Namen Tambourini an der französisch=spanischen Grenze in dem Augenblick verhaftet, als er offenbar gerade sein Tätigkeitsfeld nach Rotspanien verlegen wollte. Die französischen Linksblätter allerdings, wie die Blätter der Sozialisten und Kommunisten, behaupten selbstverständlich, daß Tambourini ein italienischer Geheimagent sei. In unterrichteten Kreisen nimmt man immer mehr an. daß die Attentäter vom vergangenen Sonnabend die gleichen sind, die im Mai dieses Jahre den großen Tunnel von Cerbere auf der Ausweise mit Fingerabdrücken Ministerpräsident Chautemps plant schärfste Maßnahmen gegen unbotmäßige Fremde Drabtbericht der United Pres Paris, 16. September. Ministerpräsident Chautemps hat vorgeschlagen, für alle Fremden Ausweise mit ihren Fingerabdrücken einzuführen, um dadurch eine bessere Kontrolle der Fremden zu erzielen. Ebenso schlug der Ministerpräsident eine besondere Fremdengerichtsbarkeit vor, ähnlich derjenigen während des Krieges. Vergehen gegen die bestehenden Fremdengesetze sollen besonders streug geahndet werden, unter Umständen mit der Ausweisung. Ein besonderer Ausschuß ist bereits eingesetzt worden, um die von Chautemps vorgeschlagenen Gesetzesmaßnahmen zu prüfen. Der Ausschuß setzt sich aus Vertretern des Ministerpräsidenten, des Innenministers, Iustizministers, Außenministers und Arbeitsministers zusammen. Eisenbahnlinie Perpignin—Barcelona in die Luft sprengen wollten. Jedenfalls fand man unter den Trümmern des zusammengebrochenen Hauses einen Stein, an dem sich Ueberreste der explodierten Höllenmaschine befanden. Man hat festgestellt, daß das Material, aus dem sie zusammengesetzt war, das gleiche ist wie das der Höllenmaschinen, die man seinerzeit rechtzeitig in dem Tunnel gefunden und vernichtet hatte. Knauer Der Kommandeur der roten Division, Generalleutnant Kühne(in der Mitte), empfängt Meldung über den Fortgang der Operationen gegen blau (Ausführlicher Bericht über den gestrigen Manövertag auf der westdeutschen Seite im Innern dieser Ausgabe) „Siege auf der ganzen Linie“ melden die Japaner Drahtbericht der United Pres Tientsin, 16. September. Die Japaner melden„Siege auf der ganzen Linie“ an der norochinesischen Front. Wie ein japanischer Sprecher erklärte, stehen die japanischen Truppen seit dem Beginn der Offensive am Mittwoch jetzt 24 Kilometer jenseits des Yungtin=Flusses. Nachdem die chinesischen Linien durchbrochen worden sind, befinden sich die chinesischen Truppen auf dem Rückzug von Kuan nach Patschau westlich von Tientsin. „Lokale Aktion der Formosa=Garnison“ Tokio, 16. September.(Drahtb. Ostasiendienst des DRB.) Das Hauptquartier der Formosa=Garnison macht Mitteilung von der erfolgreichen Landung japanischer Truppenteile aus Formosa an der chinesischen Küste gegenüber von Formosa. Obgleich aus der Meldung nicht hervorgeht, wo die Truppenlendung erfolgte, läßt sie doch erkennen, daß diese entweder in Fulien oder im Norden der Provinz Kwantung stattfand. Bei der Landung stießen die japanischen Truppen auf chinesischen Widerstand, der jedoch nach kurzem Kampf überwunden wurde. Die Mitteilung des Hauptquartiers der FormosaGarnison wurde in Tokio mit größter Anteilnahme aufgenommen, obgleich die Ansicht vorherrscht, daß nur eine lokale Aktion der Formosa=Garnison beabsichtigt sei. Britische Flugzeuggeschwader für das Mittelmeer Eine stürmische Sitzung des Nichteinmischungsausschusses , i n L o n d o n s t e h t b e v o r Drahtmeldung unseres Londoner Sonderberichterstatters London, 16. September. Wie das britische Luftfahrtministerium mitteilt, wird ein Geschwader von Aufklärungsflugzeugen am Donnerstag von seinem englischen Standort nach Malta fliegen, um an der Antiviratenkontrolle im Mittelmeer teilzunehmen. Ein zweites Geschwader wird in Kürze folgen. Die genauen Aufgaben dieser Geschwader sind noch nicht bekanntgegeben worden, doch nimmt man allgemein an, daß die Ueberwachung der britischen und der französischen Kriegsschiffe im Mittelmeer ergänzt werden soll. Jedenfalls haben britische und auch französische Fachleute Pläne für einen Kampf gegen Piratenflugzeuge im Mittelmeer ausgearbeitet. Nachdem Italien, wie es von Anfang an zu erwarten war, den Plan der Konferenz von Nyon in seiner gegenwärtigen Form abgelehnt hat, ist es klar, daß England und Frankreich in Europa neue Schwierigkeiten geschaffen haben. Besonders deutlich wird das am Freitag werden, wenn der Nichteinmischungsausschuß in London zu einer neuen Tagung zusammentritt. Nach dem jetzigen Stande der Dinge wird die Sitzung wohl einen recht stürmischen Verlauf nehmen, da verschiedene gegensätzliche Auffassungen aufeinanderprallen werden. Bezeichnenderweise spricht man schon jetzt von Kompromißbemühungen. Nachdem man Italien durch sein Verhalten verletzt hat, will man offenbar für ein kleins Pflästerchen sorgen. Der Privatkrieg des Empire Fortsetzung von Seite 1 in dem zerklüfteten und schwer zugänglichen Gebirgsgelände eine starke Truppenmacht mit allen modernen Kampfmitteln wie Tanks, Gebirgsartillerie und Bombenflugzeuge, zu unterhalten. Im ganzen sind über die Nordwestgrenze Indiens nicht weniger als 33000 Mann verteilt, also immer noch so viel wie im Frühjahr dieses Jahres, als die Offensive gegen die Tori Khels ihren Anfang nahm. Die finanziellen Kosten des Grenzkrieges sind erheblich und fallen selbst bei einem reichen Lande wie es England ist, fühlbar ins Gewicht. Woche für Woche kostet die Unterhaltung der 33.000 Mann britischer und indischer Truppen fast eine Million Reichsmark. Dazu treten noch erheb liche Beträge für„Abfindungs“= und„Beruhigungs“=Zahlungen, wie man die Geldsummen nennt, die man den freundlichen Eingeborenenstämmen und ihren Häuptlingen zahlt, um sie bei guter Laune zu erhalten. Dieser Krieg mit goldenen und silbernen Kugeln ist von England auch an der indischen Nordwestgrenze schon mit vielem Erfolg angewandt worden. Auch jetzt noch werden Banden und Stammesgruppen, nicht immer durch Granaten, Bomben und Bajonette besiegt, sondern durch Gold= und Silbermünzen unterworfen. Während die Lage im Mittelmeer und in Fernost der englischen Diplomatie schwere Sorgen bereitet, tobt im Lande der Fakire des britischen Weltreiches ein Krieg, der dauernd Blut= und Geldopfer erfordert. Nach den letzten Meldungen aus Indien ist ein Ende des beitischen Privatkrieges innerhalb des Empires noch gar niar abzusehen. Unter diesen Umständen ist von rechtsstehenden britischen Kreisen schon die Frage ausgeworsen worden, ob es richtig sei, daß Großbritannien sich so stark im Mittelmeere engagiere und dort auch den Schutz nichtbritischer Schisse übernehmen wolle, während wichtige militärische Probleme im Empire selbst aus Lösung warten. Unstimmigkeiten unter den baltischen Staaten Kauen(Kowno), 15. September.(Ost=Expreß.) Anläß= lich des dreijährigen Bestehens der Entente der baltischen Staaten bringt der halbamtliche„Lietuvos Aidas“ einen Leitartikel, in dem er die Bedeutung dieser Entente für die baltischen Staaten selbst und„für die gesamte politische Konstellation“ in Osteuropa hervorhebt und auf ihre Erfolge und ihre Beständigkeit hinweist. Zum Schluß wird jedoch auch die Kehrseite beleuchtet und folgendes ausgeführt:„Es wäre ein großer politischer Fehler, anzunehmen, daß die baltische Entente, die drei Jahre lang die Probe bestanden hat, nunmehr keinerlei Mühe und keinerlei Maßnahmen zu ihrer Aufrechterhaltung und Stärtung erfordere. Es wäre deshalb ein Fehler, so zu denken, weil auch die stärksten Felsen im Laufe der Zeit zerbersten, falls man sie bei Wetterwechsel nicht schützt. Auch die baltische Entente kann von atmosphärischen Veränderungen berührt werden. Die Lage real betrachtend, dürfen wir solche Möglichkeiten nicht außer acht lassen. Wenn wir wollen, daß die baltische Entente immer blüht, daß sie den Völkern der baltischen Staaten immer das gibt, was sie ihnen bisher gegeben hat, dann müssen wir Litauer wie auch unsere Verbündeten, die Letten und Esten, dafür Sorge tragen, daß keine fremden Winde in den Bau der Entente eindringen, müssen auch alles tun, damit die sich entfaltende Blüte der Entente nicht erfriert. Ueber den Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens dürfen wir die Grundlage nicht vergessen, die uns in der Entente zusammengeführt haben. Dann wird die Entente auch wirklich stark sein.“ Nach AMSTERDND denn HOTEL SCHILLER“ 31380 Am Rembrandtsplein- Zentrale Lage Aller Komfort- Sehr gute Küche- Zivile Preise noch ein A=BahnSchienenstrang Interessanter Kampf gegen den Lärm Verschweitzung der Schienen verbindert Erschütterung Ueberschätzte Wettereinflüsse London, 15. September. In den nächsten Wochen beginnt man mit einem großen Umbau in dem ausgedehnten Londoner U=Bahn=System. Man hat sich entschlossen, mit einem Aufwand von 200 000 Pfund Sterling die ganze Einrichtung der Londoner U=Bahn insofern umzugestalten, als man das Schienensystem verschweißt und auf diese Weise überhaupt nur noch, symbolisch gesprochen einen einzigen Schienenstrang in der Londoner „Unterwelt“ hat. Der Zweck dieser großzügigen und sehr kostspieligen Umstellung ist der, den Lärm möglichst herabzumindern, der in den Schächten der U=Bahn erzeugt wird, wenn die Wagen über die kleinen Abstände rollen, die bis heute zwischen den einzelnen Schienenstücken gelassen wurden. Man hatte sich vor vielen Jahren(genau wie bei der Eisenbahn) auf derartige Abstände geeinigt, um Zugunglücke zu ------REE SE HLLLIE-EUTLL LEEILLNLITIEHGUTD A-IL-E LEELLLIGRTEMI verhüten. Heute geben die Fachleute zu, daß man sich geirrt hat. Vor zwei Jahren begann man in Kanada, in einzelnen Tunnels große Schienenstränge zu legen, um auf diese Weise das Angreifen der Schienen durch den Rost innerhalb der feuchten Tunnels zu verhindern. Es hatte sich gezeigt, daß die Schienen viel weniger den Wettereinflüssen ausgesetzt sind und sich viel weniger verändern, als man bisher angenommen hatte. Die früheren Befürchtungen gingen dahin, daß z. B. im Sommer bei großer Hitze die Schienenstränge viel länger würden, und die Züge dann leicht entgleisen könnten. Nun aber stellte sich heraus, daß die Veränderung des Metalls gar nicht so erheblich war, und außerdem die Züge selbst sich in viel stärkerem Maße anzupassen vermochten, als man vorher berechnet hatte. In London wird man nun so vorgehen, daß man erst einmal Schienenstücke von 27 Meter Länge in die U=BahnSchächte schafft und dann dort mit einander verschweißt. Wenn diese Schienenstränge dann poliert werden, so findet der darüber hinwegrollende Wagen keine Möglichkeit mehr, durch Erschütterungen Lärm zu verursachen. Außerdem versieht man gleichzeitig die Wände mit Asbest und anderen schallsicheren Anlagen, um die noch verbleibenden geringen Geräusche aufzufangen. Auf diese Weise soll die Londoner Untergrundbahn die ruhigste und leiseste der Welt werden. Wie steht's heute mittag? Fortsetzung von der 1. Seite merini“ mit besonderem Nachdruck die Stelle in der Nürnberger Rede des Reichsministers Dr. Goebbels betreffend die Enthüllung eines Moskauer Befehls an die Leitung der spanischen Kommunisteupartei zum Beginn der Revolution am 9. August 1936. Das Blatt erklärt, daß ein ebensolcher Befehl die kommunistische Revolution in Griechenland auf den 5. Mai 1936 festgesetzt habe, woraus die revolutionären Absichten Moskaus klar hervorgingen. Die beiden Befehle zeigten den unmittelbaren Zusammenhang zwischen den bolschewistischen Absichten in Spanien und in Griechenland. Später würde der ganze Balkan in dasselbe Spiel einbegriffen. Europa sollte an zwei Nervenzentren getroffen werden. In der Westecke des Mittelmeeres hoffte man, die englische Flotte an der Einfahrt ins Mittelmeer durch die Besetzung von Gibraltar zu verhindern. Im Osten wollte man die Aufstände vorbereiten, um die Bahn für den Bolschewismus zu brechen. Aber in Griechenland hätte die Nationalregierung von Metaxa die Ausführung dieses Plans gehindert. * Auch in Frankreich finden zur Zeit große Herbstmanover statt. Ihr Schauplatz ist diesmal der Norden des Landes, zwischen den beiden normannischen Städten Alencon und Falaise, die beide noch Reste ihrer mittelalterlichen Befestigung haben. Den Uebungen liegt ein ähnlicher Gedanke wie den großen italienischen Manövern in Sizilien zugrunde. Es wird angenommen, daß eine rote Armee ins Land eingedrungen sei und ihren Hauptstützpunkt in Falaise bezogen habe. Gegen sie soll nun die blaue Armee, die sich nach Alencon zurückgezogen hat, vorrücken. Sie wird dies aber erst tun, nachdem sie dort vollständig neu geordnet und umgebildet worden ist. Ob es den Blauen gelingen wird, in einem geplanten Gesamtangriff Herr der Roten zu werden, sollen die Manöver erweisen. Als bevorzugten Ehrengast hat General Gamelin, der Chef des Generalstabes des französischen Heeres, den Sekretär im britischen Kriegsministerium, Herrn Hore=Belisha, begrüßt. Von den Kosten, die eine motorisierte Truppe im Kriege erfordert, kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man hört, daß die blaue Armee allein an einer Stelle in einem Walde bei Alencon über 160000 Liter Benzin versteckt hält. * Man ist jetzt in Wien auf einen alten Brauch zurückgekommen, der schon vor einigen Jahren dort wie auch in München öfters beobachtet worden ist. Man hat eine Anzahl junger Schwalben, etwa zweihundert, mit einem Flugzeug nach Venedig befördert. Die Tierchen stammten aus der dritten Brutzeit ihrer Eltern und waren nun, nachdem diese sie verlassen hatten, um nach dem Süden zu fliegen, unfähig, sich selbst vor Hunger und Kälte zu schützen. In dem rauhen und stürmischen Wetter, das auch in der österreichischen Hauptstadt eingesetzt hat, bargen sich die Vögelchen in die Keller, wo sie nun, von der Kälte erstarrt, von mitleidigen Leuten aufgelesen wurden. Man hat die also eingesammelten kleinen Schwalben zusammengetan und wird nun wie früher den ganzen Schwarm nach der wärmeren Adria bringen, wo sie neue Kräfte zum Weiterflug gewinnen können. Da sie noch ganz mager und unansehnlich sind, besteht wohl auch kaum die Gefahr, daß die Tiere Vogelstellern in die Hände fallen. Denn sie wären selbst für Liebhaber von gebratenen Lerchen und Schwalben in Italien ein zu schmaler Bissen. Lynkeus Starczensk Der Präsident der französischen Frontkämpferverbänge, Nr. Maitre Ribardière, läßtt sich die deutschen Teilnehmer am deutsch-französischen Jugendlager in München vorstellen. Daz Lager findet in Deutschland in Bad Reichenhall und in Frankreich an der französischen Riviera bei Cannes statt. (In der Beilage dieser Ausgabe erscheint eine ein gehende Schilderung der Fahrt nach Frankreich) Wetter am 16. und 17. September Wetterübersicht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Köln Lebhafte bis starke, auf Südwest bis West drehende Winde, wechselnd bewölkt, Regenfälle, später in Schauersorm, Temperaturen vorübergehend etwas ansteigend. Weitere Aussichten: Unbeständig und kühl. Ein Ausdruck der Würde der Arbeit Anerkennende Worte eines englischen Majors für das neue Deutschland London, 16. September.(Drahtb.)„Daily Telegraph“ verössentlicht die Zuschrift eines englischen Majors F. Aeath Brown, der sich augenblicklich in Bamberg befindet und während des Parteitages in Nürnberg war. In dem Brief heißt es, daß der Nationalsozialismus ungeheuer viel dazu beigetragen habe, die körperliche Ertüchtigung zu verbessern und zu vertiefen. Das habe er, Yeath Brown, in Nürnberg bei dem Vorbeimarsch der deutschen Jugend vor Adolf Hitler beobachten können. Tausende von Jungen des Reichsarbeitsdienstes seien mit bloßem Oberkörper vorbeimarschiert. Das sei ein eindrucksvolles Schauspiel gewesen und bestimmt kein militärisches Schauspiel, sondern im Gegenteil ein Ausdruck der Würde der Arbeit. In England verliere man viel Zeit, indem man sich den anderen gegenüber überlegen fühle und indem man mißachte, was ungewöhnlich sei. Auf diese Weise verliere der Engländer den Anschluß an wichtige Dinge, die sich aus dem Festland abspielten. Eines dieser Dinge sei die Organisation des deutschen Arbeitsdienstes. Das neue Deutschland mache aus jeden Besucher den Eindruck körperlicher Gesundheit. Es habe endgültig die„Steife=KragenMentalität" überwunden, die in England noch vorherrschend sei. Nürnberg, das man zu Unrecht und mit Abschätzigkeit die Stadt der Uniformen genannt habe, könne man nur als „Stadt der Jugend" bezeichnen. nommen hat. Nach einem so deutlichen Wink von seiten des führenden Parteiorgans wird dies aber vermutlich jetzt geschehen, so daß das Nachspiel zum Prozeß noch ein Nachspiel haben dürfte. Ueberführung der Leiche Masaryks nach Draytbericht der United Preßz Prag, 16. September. Die Leiche des Altpräsidenten Masaryk wird heute nach Prag übergeführt, wo sie bis zu den am Dienstag stattfindenden Trauerfeierlichkeiten im Hradschin aufbewahrt wird. Nach dem Begräbniszeremoniell wird die Leiche wieder nach Lany übergeführt und dort vorläufig beigesetzt werden Frankreich wird bei den Feierlichkeiten durch Minister Léon Blum, Südslawien durch den Ministerpräsidenten Stojadinowitsch und Rumänien durch den Ministerpräsidenten Tatarescu vertreten sein. TE WHLET LTEE In Kürze Am---NALII HNE Der„innere Zeind auch in der Sowjetukraine Ein Prozeß und seine Folgen O. E. Moskau, 15. September.(Drahth.) Dieser Tage ist vor dem Sowjetgericht in Charkow ein Prozeß verhandelt worden, in dem es sich wieder einmal um die Bekämpfung der sogenannten Schädlingstätigkeit des inneren Feindes handelte. Nach der Anklage hatten im Bezirk Solotschew des Charkower Gebiets„Verräter“ es verstanden, sich verschiedene einflußreiche Posten zu erschleichen. Ein gewisser Schaljony war Vorsitzender des Bezirksexekutivkomitees geworden, auch die Abteilung für Landwirtschaftsfragen und die Leitung der Maschinen= und Traktorenstation waren von den angeblichen Verrätern erobert worden. Auf diesen Posten sollen sie nun„die Kollektivwirtschaft ausgebeutet, den Viehbestand vernichtet, die Sowjetgesetze verletzt und die Kollektivbauern tyrannisiert haben". Das Sowjetgericht verurteilte sie zu längeren Gefängnisstrafen. An diesem Prozeß fällt zunächst nur auf, daß wieder ein mal Personen, die im Sowjetregime nicht genehm sind, einflußreiche Posten gewonnen haben, ohne daß man erfährt, welche Wege sie dabei eingeschlagen haben. Der Prozeß hatte aber noch ein Nachspiel. Die offizielle Zeitung des Charkower Gebietskomitees veröffentlicht nämlich das Urteil mit einer gleichzeitigen Uebersicht über den Lebenslauf der Verurteilten. Diese wurden dabei keineswegs in der sonst üblichen Weise geschmäht und verächtlich gemacht, das Blatt berichtete vielmehr ausführlich über ihre Beteiligung an den russischen Revolutionskämpfen, wies auf ihre Abstammung von armen Bauern hin und schien überhaupt, wie die „Prawda“ entrüstet feststellt, nur das Ziel zu verfolgen, die Verurteilten in einem möglichst günstigen Licht darzustellen. Die„Prawda“ ist nun entrüstet, daß das Charkower Komitee der Kommunistischen Partei nichts gegen diese Sache unterBerlin. Im Hinblick auf die bevorstehenden Wehrmachtmanöver wird darauf aufmerksam gemacht, daß die ausländische Spionage eine verschärfte Ausspähtätigkeit versuchen könnte. Die Bevölkerung ist deshalb aufgefordert worden, bei verdächtigen Wahrnehmungen den nächst erreichbaren Polizeibeamten zu verständigen. Es wird allerdings erwartet, daß alle Anzeigen gut begründet sind. London. Der„Star“ glaubt, daß der englische Ministerpräsident Chamberlain darauf bestehen werde, die italienische Forderung nach völliger Gleichberech= tiaung bei der Durchführung der Seekontrolle im Mittelmeer anzuerkennen. In London spricht man von weiteren Vorschlägen, die auf einer neuen Konferenz in Nyon vorgelegt werden sollen. Moskau dam wietrußland zur koskau. Die Mannschaft des versenkten Sowjetpfers„Timirjasew“ ist dieser Tage nach Soußland zurückgekehrt und in Leningrad festlich empfangen worden. In den Blättern wurden lange und schwülstige Berichte über die Ankunft„der heldenhaften Mannschaft“ veröffentlicht. Im Hafen fand, wie stets bei ähnlichen Gelegenheiten, ein großes Meeting statt, das mit einer Huldigung für Stalin schloß.— Für die geheimnisvollen Sprengstoffanschläge in Paris hat man in Moskau schnell eine Erklärung gefunden: es handle sich um„faschistische Provokationen“, denn die französische Arbeiterpresse habe ihrer Entrüstung über die Anschläge Ausdruck gegeben! Brandkatastrophe Dradtbericht der United Pres New York, 16. September. In einer Drogenfabrik in Weehawken(New Jersey) ereignete sich eine Explosion, bei der zwanzig Personen, darunter vier Feuerwehrleute, verletzt wurden. Die Befürchtung, daß eine große Anzahl von jungen Arbeiterinnen in dem Gebäude eingeschlossen seien, stellte sich später als unbegründet heraus. Auch die Mehrzahl der zweihundert Arbeiter konnte rechtzeitig ins Freie entkommen. Das der Explosion folgende Feuer bot einen schaurigen Anblick. Dreißig Meter hohe Flammen schossen aus dem Gebäude zum Himmel. Nur wenige Minuten, nachdem eine hundert Meter entfernte Schule geräumt worden war, fing auch das Dach des Schulgebäudes Feuer. Die Feuerwehr hatte drei Stunden lang zu tun, um das Feuer einzudämmen. Ueber den beträchtlichen Sachschaden liegen Einzelheiten bis jetzt noch nicht vor. Wirtschaftliches Die Frankenabwertung setzte sich am Mittwoch an der Londoner Devisenbörse in schnellem Tempo fort. Die Währungsstellen hatten verschiedene Male einzugreifen, um ein allzu schnelles Abgleiten des Frankenkurses im Vergleich zum Pfund zu verhindern. Der letzte Kurs an der Londoner Börse war 145,50 zum Pfund gegen 132,875 am Donnerstag voriger Woche, als die neue Frankenabwertung begann. Die Terminkurse für den Franken glitten ebenfalls schnell ab. Für Dreimonatsfranken wurde ein Diskont von 7,25 Franken zum Pfunde bezahlt, so daß sich ein Kurs von 153.25 für den Franken gegenüber dem Pfund ergibt, die für Pfunde gegen Franken in drei Monaten zu liefern sind. Paris verkaufte Franken sehr stark und versuchte, das Pfund in Dollar umzuwandeln. Um eine Störung des PfundDollar=Kurses zu vermeiden, mußte der britische Währungsausgleichsfonds ebenfalls verschiedentlich eingreisen und dem Markt erhebliche Dollarbeträge zur Verfügung stellen. Auch wurden am Goldmarkt erhebliche Goldbeträge zur Verfügung gestellt, und zwar, wie man glaubt, von amtlichen Stellen. Diese Beträge wurden von der Arbitrage aufgenommen, um nach New York verschickt zu werden. * Die neue Abwertung des Franken ist in Londoner Bankkreisen nicht unerwartet gekommen, doch hat das schnelle Tempo, mit dem die Entwertung am Mittwoch vor sich gegangen ist. Beunruhigung hervorgerufen. Man fragt sich, ob die Abwertung nicht schon zu weit gegangen ist, als daß ein natürlicher Widerstand bei dem jetzigen Kursstand gefunden werden könnte. Die weitere Entwertung des Franken kann dem französischen Ausfuhrgeschäft helfen, aber es fragt sich, ob die französischen Exporteure den Ausfuhrerlös nach ihrem Lande zurückbringen werden, und es fragt sich weiter, ob die Vorteile für den Außenhandel lange andauern werden, da die Preise in Frankreich selbst schnell steigen. Man hofft in London, daß Paris keine Währungsbeschränkungen einführen wird, denn das würde eine zusätzliche Behinderung des internationalen Handels und einen Schlag gegen das Dreimächte=Währungsabkommens bedeuten, das man als eine der besten währungspolitischen Maßnahmen für viele Jahre glaubte ansehen zu können. Durch das Frankenchaos ist dieses Abkommen jedenfalls bedroht. Die Flucht des französischen Kapitals in britische Regierungsanleihen und südafrikanische Goldaktien hat die Befürchtungen vermehrt, daß die Frankenkontrolle in den nächsten Tagen sehr schwierig sein wird, denn wie man glaubt, sind die Mittel des französischen Währungsfonds zu einem erheblichen Teil bereits erschöpft. Düsseldorfer Hof, Königswinter Altbekanntes Familien-Hotel, modern. und trotzdem preiswert Das Pheinhotel ohne ständige Musik. Tel. 598- Wochenende- Prospekt Früher als im Vorjahr hat bei der Reichsbahn in diesem Jahr Wagenmangel eingesetzt. Diese Entwicklung war vorauszusehen, denn die gegenüber dem Vorjahr um mehr als 12 Prozent höheren Verkehrsleistungen müssen mit einem der Zahl nach geringeren Wagenpark bewältigt werden. Da in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen ist, daß durch Neueinstellungen der Wagenpark allen Anforderungen gerecht werden kann, müssen Auswege gesucht werden, um die Umlaufgeschwindigkeit der Wagen zu erhöhen. In einer vor einigen Tagen in Bamberg abgehaltenen Besprechung über die Gestaltung des neuen Güterzugfahrplanes, der am 3. Oktober in Kraft tritt, wurden daher Maßnahmen beschlossen, die eine Beschleunigung des Wagenumlaufs bezwecken. Demnächst werden neue Güterzuglokomotiven in Dienst gestellt, mit deren Hilfe die Zuggeschwindigkeit nochmals erheblich erhöht wird. Außerdem soll durch Fahrplanänderungen, Verbesserung der Wagenübergänge, Aenderung der Leitungswege und durch neue Zug= und Gruppenbildung eine erhebliche Verkürzung der Beförderungsdauer erreicht werden. Weitere Verbesserungen sollen auch im Nahgüterzugverkehr vorgenommen werden. Zu diesem Zweck hat die Reichsbahn schon vor längerer Zeit Kleinlokomotiven in Auftrag gegeben, mit deren Hilfe die Zugfolge derart verdichtet werden soll, daß innerhalb eines bestimmten Reviers ein ununterbrochener Verkehr entsteht, bei dem die Wagenstillstandstunden auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden. Außerdem soll im Nahverkehr der Kraftwagen stärker eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang hat der Reichs= und preußische Verkehrsminister eine Anordnung getroffen, wonach sich die Reichsbahnbeamten noch besser als bisher mit dem Wagendienst vertraut machen sollen. Wegen der im Herbst mit der Einbringung der Hackfruchternte und der Durchführung erhöhter Kohlentransporte zu erwartenden Wagenverknappung soll dieser Sonderunterricht sofort ausgenommen werden. Die Aktien der Niederrheinischen Bergwerks Aktien=Gesellschaft in Neukirchen(Kreis Mörs), haben in den letzten Wochen ihren Kursstand bis zu 150 Prozent und damit auf einen für ein vorläufig noch dividendenloses Papier recht hohen Kursstand bringen können. Jedoch war das Interesse nur von kurzer Dauer, denn in den letzten Tagen wurde das Papier erheblich billiger und war mit 144 Prozent angeboten, wobei sich Aufnahmeneigung nicht zeigte. Die Mehrheit des Aktienkapitals liegt in engem Kreis fest, überwiegend beim mitteldeutschen Michel=Braunkohlen=Konzern, der etwa 80 Prozent des Aktienkapitals besitzt. Ein weiteres Aktienpaket besitzt die Verwaltung selbst, so daß das schwimmende Material gering ist. Die Gründe für das Interesse an der Gesellschaft dürften in der mit besonderer Sorgfalt seit Jahren eingeleiteten Konsolidierung der technischen und finanziellen Verhältnisse liegen. Die günstige Entwicklung eröffnet die Möglichkeit zur Aufnahme der Dividendenzahlung wohl schon für das laufende Jahr, zumal die Aussichten des Kohlenbergbaus auf weite Fristen allgemein als gut bezeichnet werden können. Selbstverständlich ist die Kursbesserung auch durch die Marktenge bedingt. AIIIEENLE Ei-U--LEE KEELIT UII-ATLLEII Grundstücke, die ihren Besitzer wechseln Aachen. Am 7. Oktober wird zwangsversteigert Wohnhaus mit Nebenanlagen, Markt 26. Einheitswert 16 400 RM. Nutzungswert 2045 RM. Köln, Hohe Straße 4. Dieses Geschäftshaus in einer Größe von 0.80 Ar. Nutzungswert 5100 RM, steht am 17. September vor dem Amtsgericht in Köln zur Zwangsversteigerung. Köln, Gereonshof 9. Wohnhaus mit Anbau und Hofraum, 2.52 Ar groß. Nutzungswert 4200 RM. soll am 23. September in Köln vor dem Amtsgericht zwangsversteigert werden. * Duisburg. Wohn- und Geschäftshaus der Pa. Assen, Sonnenwall, wurde für 55 000 RM von der Bodenkreditbank, Köln, erworben. Bochum. Die Versteigerung des Fürstenhofs ist erst für den 13. Oktober, vormittags 10¼ Uhr. vor dem Amtsgericht Bochum, Zimmer 52. vorgesehen. Berliner Banknotenkurs: Amerikan. 1000—5 Dollar, 1 Dollar Belgische 100 Belga Engl. 1 Pfd. u. darunter 1 Pfd. Französlsche 100 fre Holländische 100 Gulden Italien, 100 Lire u. darunter Schweizer, 100 Fr. u. darunter 14.9. Prief 2.475 42.00 12.365 8.91 137.52 13.13 57.32 Donnerstag, 16. September PMittag Nummer 216 * Präsident Masargk auf dem Totenbett Weltbild * Deutsche Fralr teist ih Ghihe Peking- Schaugta i-— Hongkong- Singapore FOR DEN MITTAG ERZÄHLT VON ANNA-MARIE VON WELEK X. Nach dem Dinner gingen wir ins Lido, ein bekanntes, mondänes Tanzlokal. Als wir gegen 11 Uhr eintraten, war es in vollem Betrieb. Um eine violett erleuchtete Tanzflache herum saßen in langen Reihen die Tanzmädchen, die Attraktion des„Lido“. Hinter ihnen die Gäste an kleinen Tischen. Eine Kapelle in einer meergrünen Muschel spielte gut und zügig einen Tango, und rechts und links von ihr saßen zwei chinesische Herren an Pulten, die eifrig in einem Buche schrieben. Die Tanzmädchen waren fast durchweg Chinesinnen, nur wenige blonde Russinnen waren darunter. Wie Hühnchen auf der Stange saßen sie da, eine neben der anderen, und eine hübscher und anmutiger als die andere. Ohne Ausnahme waren die Mädchen klein und überschlank, alle trugen Ischangs, die sich eng an ihre feinen Körper legten. Sie trugen Kleider in den verschiedensten Farben und Mustern, sie glichen lieblichen bunten Blumen, o zart, sein und zerbrechlich in den reizenden Gewändern. Die Stoffe waren meist ziemlich dick, Samte mit eingewebten Mustern waren sehr beliebt und auch hier herrschten sanfte und weiche Farben vor, Silbergrau und Beige, Nilgrün und Gelb, dazu viel Schwarz und sehr viel geblümte Stoffe. Die Aermel waren kurz und ließen die unglaublich feinen, bräunlichen Kinderarme sehen, und die bezaubernden Hände, die sich wie zarte Pflanzen bewegten. Alle Gesichtex waren weiß und rosig geschminkt, mit sehr roten Lippen, seinen messerscharfen Brauen und blau untermalten Augen. Die Haare waren meist glatt und kurz geschnitten. Alle diese vielen Mädchen unterschieden sich für uns Fremde zunächst nur durch die verschiedenen Stoffe der Ischangs, die im Schnitt alle völlig gleich waren. Die eng anliegenden Gewänder sind für Chinesinnen ein entzückendes Kleidungsstück, für diese überschlanken Kinderkörper mit den zerbrechlichen Taillen und schmalen Hüften. Unten ist der Ischang geschlitzt— eigentlich werden Hosen darunter getragen, die aus dem Schlitz hervorsehen; hier aber war ein seines Beinchen in hellen Seidenstrümpfen darunter, das beim Tanzen bis zur halben Wade sichtbar wurde. Dies ist wohl die einzige Lockung dieser Mädchen. Zwar lächeln ihre roten Lippen unablässig und maskenhaft, und ihre dunkel bewimperten Augen locken— sonst aber geht es sehr dezent zu. Neu ankommende Europäer oder Amerikaner müssen zuerst einmal gänzlich umlernen, wenn sie denken, diese Tanzmädchen mit irgend etwas in Europa oder Amerika verleichen zu können. Sie dürfen nicht anders als Damen beandelt werden. Man muß lernen, daß man zwar mit jedem Mädchen tanzen kann, soviel man will und dafür auch bezahlt— daher heißen sie Taxi=Girl—, und daß diese Mädchen Geld verdienen durch ihren Reiz und ihre Schönheit—, daß es aber fast unmöglich wäre, den Mädchen irgendwie näher zu treten. Sie machen sich sehr rar, diese entzückenden Geschöpfe, und bringen es fertig, sich trotz ihrer abhängigen Lage die Stellung einer Frau zu geben, die ihre Gunst verschenkt, wenn sie sich nur zu jemanden an den Tisch setzt. Auch wir waren erfreut und geehrt, als es uns gelang, Rosemary zu bewegen, sich zu uns zu setzen. Ein reizendes, sehr liebes und vergnügtes Mädchen, harmlos und unschuldig aussehend, in einem geblümten Ischang, mit jungen rosigen Wangen und einer Pfirsichhaut, mit einem koketten roten Mund kam lächelnd zu uns und blieb in voller Unbefangenheit lange Zeit bei uns. Rosemary sprach ausgezeichnet englisch, weil ihre Schwester an einen Engländer verheiratet war. Sie hatte wunderbare Manieren, eine tadellose Haltung, sie saß ungezwungen, fröhlich und bescheiden da. Ich glaube sie war noch sehr jung, vielleicht 18 Jahre. Trotzdem erhielt sie mit ihrem Verdienst ihre Eltern und Geschwister. Sie erzählte schließlich eine ganze Menge—, daß sie 300 bis 400 Dollar monatlich verdiente (225 bis 300 Mark), was in China eine sehr hohe Summe bedeutet. Sie tanzte viel, jeden Abend vis in die späte Nacht, da sie eins der beliebtesten Girls war und so verdiente sie eine Menge. Für jeden Tanz muß ein Herr ein Billett nehmen und er muß für 15 Tänze 5 Dollar= 3.75 Mark zahlen. Die eine Hälfte bekommt der Besitzer des Unternehmens, die andere das Girl. Diese sammeln ihre Billette, die sie am Abend abliefern und für die sie Geld bekommen. Oft wird Rosemary eingeladen, zu Abendfesten und sie geht meist hin, zeigt sich oft nur kurz, singt etwas oder auch nicht, lächelt und tanzt, gerade wie sie gelaunt ist, und bekommt viel Geld für den Abend. Es ist gewissermaßen schon viel, daß sie einem die Ehre ihres Kommens schenkt. Rosemary kennt ihren Wert sehr genau. Sie schenkt sich nicht her. Wenn jemand„komisch mit ihr spricht", wie sie sich ausdrückt, so zieht sie sich sofort zurück. Sie läßt den Betreffenden nicht im Zweifel darüber, daß er nichts zu hoffen hat. Hinter Rosemarys klarer Stirn sind klare Gedanken. Sie will Geld verdienen, sie rechnet sehr genau und spart, und eines Tages will sie beiraten. Einen Bankbeamten oder irgend einen Mann in festen, gesicherten Verhältnissen. Denselben Traum träumen bei uns die meisten Mädchen, wie sie erhofft Rosemary keinen Generaldirektor, sondern sie will ein bescheidenes, sicheres Glück. Viele Tanzmädchen saßen unbeschäftigt herum, wie die Mauerblümchen. Oft auch tanzten zwei Mädchen zusammen, niemand findet etwas dabei. Sie zeigen dabei ihre Tanzkunst und ihre Schönheit. Die meisten haben feste Freunde, die mehrmals in der Woche kommen und durch die sie dann verdienen. Ich hielt Rosemarys Tanzheft in der Hand. Da sie stundenlang bei uns saß, hat sie nichts verdient, und so überreicht man ihr zum Schluß drei Heftchen zu 5 Dollar, sie lächelt und dankt und freut sich. Das heißt, ich nehme an, sie freut sich, denn natürlich ahne ich nicht, was hinter dieser glatten liebenswürdigen Maske vor sich geht, wie sie denkt, fühlt und rechnet. Denn was weiß man von ihr? Ihre Lebensgeschichte hat sie zwar erzählt— und dennoch: Was weiß man von ihr? Die Mädchen wurden genau kontrolliert von den beiden Chinesen, die an den Pulten schrieben. Jeder Tanz wurde aufgeschrieben, und die Mädchen, die viel, und die wenig tanzten. Die erfolglosen armen Mauerblümchen wurden nicht lange behalten, man kann sie nicht brauchen, sie ziehen keine Gaste an. Es gibt neben den Europäern viele Chinesen hier. Sie tragen alle die chinesische Kleidung, den langen Ischang, schwarze, unten enge Hosen, schwarze Stoffschuhe. Sie sind stets bartlos. ihre Gesichter sehen sehr jung aus. Wahrscheinlich sind sie längst verheiratet und haben zu Hause eine strenge eifersüchtige Frau und viele Kinder. Und manchmal entweichen sie hierher, erfreuen sich harmlos an der Lieblichkeit und Freundlichkeit der Tänzerinnen, an der Unverbindlichkeit ihrer Beziehungen zu diesen Geschöpfen, die einzig und allein zu dem Zweck hier sind, schön zu sein und das Herz der Männer zu erfreuen. Gegen 2 Uhr nachts kamen wir am Hafen an. Mein „Hotel“ schimmert weit draußen. Der letzte Tender ist längst fort, Motorboote gibt es nur auf der anderen Seite. Ueber finstere Kais, über feuchte hölzerne Bohlen, vorüber an einem großen italienischen Schiff, auf dem fieberhaft geladen wird. Fortsetzung folgt. Will Rußland den Krieg? Die Ergebnisse von Ryon unbefriedigend, weil Rom ausgeschaltet wurde Kampfansage gegen die italienische Mare-Rostro=Idee (Von unserm ständigen Pariser Mitarbeiter) H. B. Paris, 14. September. Mit Ausnahme der in französischer Sprache geschriebenen Bolschewistenblätter ist die gesamte Pariser Presse einmütig in der Beurteilung des Ergebnisses von Nyon. Außenminister Delbos hat in den fünfzehn Monaten seiner Amtstätigkeit am Quai d’Orsay noch niemals von allen Seiten soviel Anerkennung und Lob erhalten, wie diesmal für seine Initiative und seine Konferenzführung. Damit soll aber nicht gesagt werden, daß man in den eingeweihten französischen Kreisen nicht doch die Palme dem zuerkennt, der sie nach ihrer Meinung in erster Linie verdient hat: Bansittard, der englische Unterstaatssekretär, der„Mann in der Kulisse", wie man ihn hier nennt. Als Donnerstag abend nach dem französischenglischen Diner die ganze versammelte Diplomatengesellft auf dem Lyoner Bahnhof in den Genfer Zug stieg, sagte uns ein Freund, der die letzten Ereignisse genau verfolgen konnte:„Dieser Mann dort“, und sein Finger zeigte auf den auffallenden Kopf des englischen Diplomaten,„wird diesmal handeln. Er weiß genau, was er will, und er hat die absolute Unterstützung Frankreichs.“ Wenn es in der Absicht der Russen lag, durch ihren Bubenstreich in Rom von vornherein die allgemeine Atmosphäre zu vergiften, so war der Wille von Paris und London, diesmal zu einem Resultat zu kommen, noch eindeutiger. Litwinow hatte, als er nach den Methoden eines Straßenräubers die Italiener brüskierte, offenbar in Rechnung gestellt, daß er dabei die Sympathien eines großen Teiles wenigstens der französischen öffentlichen Meinung auf seiner Seite haben würde. Und dabei hatte er sich, wie die Kommentare der Volksfrontpresse auf den römischen Zwischenfall bewiesen, auch nicht getäuscht. Die französische Diplomatie war also durch dieses Manöver in eine Lage versetzt worden, die ihr ganzes Können beanspruchte. Es mußte etwas geschehen, damit die aufgeregte Meinung des Landes befriedigt wurde. Es mußte etwas unternommen werden, was der Einschätzung Italiens in Frankreich im allgemeinen SéschfuArbeilsjahres eines Jabakbauern wies Surch den Jag gekennzeichnen. an dem er seine Tunie in Ballen manipulionl zum Sammellagon öringl. ERNTEN 33 818 33 · MUSTERCIGARFTTEN · MISCHUNGSNUMMEN RGoIN ∆ 55 Diese Cigeretten werden in den Faths## gegen unseres technischen Musterbetriebes in Allona-Bahrenfeid nach# vollig neuen Methoden hergestellt. Der ungewöhnlich zarte und reine Charatier dieser Mischung berutt dereul, daß sämtliche Tabake zweimaED E E P/TO UR Aieuird aussc hießlich ohne Mundstück hergestelltl. DF EE Fol. A. 1. 82 A 14 aus lolgenden Oistrikten: Die Cigeretten: methoden, die 10 S an Me un peues kabrcabeEO## De Meiktellunde M. F.&a PH.F REEMTSMA ·p CIGARETTENFABRIK EN · ALTONA-BANRENFELD ## entsprach, And gleichzeitig sollten die Russen eindeutig erfahren, daß man hier ihr risikoreiches Spiel nicht mitmachen werde. Nach den Nachrichten, die Freitag abend aus Nyon hier vorlagen, schienen die Russen im Mittelmeer festen Fuß gefaßt zu haben. Denn die Pläne, die zu diesem Zeitpunkt für die Lösung der gestellten Aufgabe in den Pariser politischen Kreisen besprochen wurden, sahen die Mitwirkung russischer Seestreitkräfte an der Sicherheit des östlichen Mittelmeers vor und hätten, wenn sie zum Beschluß erhoben worden wären, naturgemäß jede Aussicht auf eine Verständigung mit Italien zerstört. Wie nun die Balkanentente mobilisiert worden ist, wie zwei in allen Hintergründen des großen europäischen Spiels so erfahrene Diplomaten wie Politis und Puritsch, die Gesandten ihrer Staaten in Paris, auf die Suche nach einer neuen Formel geschickt wurden, und wie schließlich gegen den Widerstand von Ankara England und Frankreich aufgefordert wurden, den Platz einzunehmen, den ursprünglich die Russen besetzen sollte:— alles das zusammen ist ein so raffiniert ausgeklügeltes und meisterhaft durchgeführtes Spiel mit mehreren Kugeln, daß man Lust verspürt, es in allen Einzelheiten genau zu beschreiben. Aber begnügen wir uns mit der Feststellung, daß Moskau in eleganter Form aus dem Mittelmeer herauskomvlimentiert worden ist, und daß auf diese Weise die Verständigung zwischen der Konferenz und Rom wenigstens eine schwere Belastung verloren hat. Es bleibt jetzt ie Frage, wie sich Italien gegenüber dem Ergebnis von Nyon verhält. In der politischen und diplomatischen Welt von Paris würde man ungemein überrascht sein, wenn Mussolini ohne Zögern und Vorbehalte seine Zustimmung gäbe. Man sagt hier, daß der aufgestellte Plan, der bekanntlich die Garantie der wichtigen Schiffahrtswege im Mittelmeer durch 60 unter dem Union Jack und der Trikolore vereinigte Torpedoboote sichern will, genau den Vorstellungen von der Verteilung der Macht im Mittelmeer entspräche, die Paris und London haben. Ein Blick auf die Karte genügt jedoch, um zu zeigen, daß dieser Plan die schärfste Kampfansage gegen die italienische Mare=NostroIdee darstellt. Das Angebot an Italien, im Adriatischen und im Thyrrenischen Meer die Schiffahrt in gleicher Weise zu sichern, wie Frankreich und England das in den übrigen Teilen des Mittelmeers tun wollen, geht nicht wesentlich über die Aufgabe hinaus, die die Staaten der Balkanentente in ihren ausgesprochenen Hoheitsgewässern zu erfüllen haben Denn sowohl die Adria wie auch das Thyrrenische Meer, das auf französischen Karten etwa von Genua bis Sizilien reicht, sind so typisch italienische Gewässer, daß man sie schlecht unter den Schutz einer fremden Flagge stellen konnte, ohne Italien direkt zu beleidigen. Dagegen sollen die englischen und die französischen Reichsstraßen von Gibraltar nach Alexandria und von Marseille nach Oran trotz Sizilien und Pentelleria von dem Schutz durch italienische Seestreitkräfte ausgeschlossen werden. Die englische und die französische Diplomatie wollte. als sie diesen Plan nach der Ausbootung der Russen zustande brachte, ganz offensichtlich an einem Präzedenzfall einmal zeigen, wie sie sich eine Kräftevecteilung im Mittelmeer vorstellt. Es liegt jetzt bei Italien, sein Wort dazu zu sagen. In den Rahmen einer solchen Betrachtung gehört auch, die Befriedigung zu verzeichnen, die hier darüber besteht, daß sich die Balkanentente um den Schutz durch England und Frankreich bemüht hat. So wichtig die Tatsache ist, daß durch ihre Inttiattve die Russen wieder aus dem östlichen Mittelmeer herausgebracht wurden, so eifrig notiert man hier, daß diese Staaten keinen Augenblick lang sich unter den Schutz der italienischen Flagge zu stellen trachteten. Dabei hätte es eigentlich nahegelegen, daß Italien wenigstens dort eine Polizeiaufgabe erhielt, wo es von seinen Stützpunkten im Dodekanez aus diese mit erheblich geringeren Unkosten und einer größeren Sicherheit hätte durchführen können als zumindest Frankreich, das in jenen Gewässern normalerweise überhaupt kein Kriegsschiff stationiert hat. Sicherlich ist über diese Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen. In der italienischen Kolonie von Paris herrschte jedenfalls gerade über diesen Punkt des in Nyon ausgearbeiteten Plans eine Stimmung, die man nur mit dem guten deutschen Wort „wütend“ ausdrücken kann. Man machte dort geltend, daß die Engländer und Franzosen am Genfer See geglaubt hätten, alle Anstrengungen des faschistischen Italiens um eine stärkung seiner Seemacht und das auf diesen Tatsachen gewachsene Prestigebedürfnis Roms einfach ignorieren zu können. Man ist deshalb sehr unzufrieden und kritisiert insbesondere die Engländer, die auf diese Weise dem Gentleman=Agreement aus dem vergangenen November eine Auslegung gegeben hätten, die den selbstverständlichsten Voraussetzungen einer solchen Art von Uebereinkommen nicht entspricht. Die gesamte französische Presse unterstreicht, daß der Plan von Nyon eine Anerkennung des Rechts der Kriegführung für die beiden spanischen Parteien nicht enthalte. Die kommunistischen Zeitungen verzeichnen, daß die Seestreitkräfte Francos auch weiterhin die nach Rotspanien fahrenden Handelsschiffe aufbringen und versenken könnten, wenn sie sich dabei an die in Nyon erneuerten Abmachungen aus dem Londoner Abkommen über den Seehandelskrieg des Jahres 1932 hielten. Die Rechtspresse beglückwünscht auf der anderen Seite den Außenminister Delbos, daß er entgegen allen kommunistischen Bemühungen diesen gefährlichen Zündstoff von der Konferenztafel ferngehalten habe. In Wirklichkeit war es nach dem französisch=englischen Diner vom Donnerstag abend in Paris bereits sicher, daß die eigentliche spanische Frage, wenn sie mit ihren Begleiterscheinungen auch die Ursache der Konferenz gewesen ist, auf dieser nicht zur Sprache gebracht werden sollte. Das dürfte vielmehr im genügenden Umfange von Dienstag ab auf der Tagung des Rats und der Vollversammlung des Völkerbunds geschehen. Gleich in den ersten Tagen wird es sich darum handeln, an Stelle des aus dem Rat ausscheidenden roten Spanien ein neues Ratsmitglied zu wählen. Bei dieser Gelegenheit wird Außenminister Delbos der Tatsache seinen Tribut zollen müssen, daß er der Minister einer Volksfrontregierung ist. Frankreich wird also, wenn es keine andere Macht tut, die Initiative dafür ergreifen, daß Rotspanien wiedergewählt wird, um auf diese Weise eine Demonstration des ganzen Völkerbundes für Valencia zu erreichen. Dabei findet er sicher die Unterstützung Litwinows. Selbst#wenn das Spiel nicht gelingt, wird es Gelegenheit dazu bieten, die französischrussische Freundschaft erneut in Erscheinung treten zu lassen. Denn obwohl in den letzten Tagen infolge der Seitensprünge Moskaus eine starke Verstimmung in Frankreich über Rußland aufkam, so ist die Einsicht in die Gefährlichkeit dieses Bundesgenossen noch längst nicht so weit vorgedrungen, daß die russische Walze hier schon ausgespielt hätte. Foto: Droste-Verlat Deutsche Zeitschriftenverleger legen in Paris einen Kranz am Grabmal des Unbekannten Soldaten nieder der Zeitschriften. Für die Formate der Zeitschriften sollen Normen aufgestellt bzw. angestrebt werden. Für rchiv= und Dokumentationsfragen wurde eine Zusammenarbeit mit dem Weltwirtschaftsarchiv in Hamburg beschlossen. Weiterhin wurden bestimmte Beschlüsse für die Mitwirkung und Hilfeleistung der Fachzeitschriftenverleger bei Errichtung von Fachschulen in verschiedenen Ländern gesaßt. Ein Plan der Internationalen Handelskammer zur Errichtung eines internationalen Werberates wurde gutgeheißen unter der Voraussetzung, daß in einem solchen Rate die Zeitschriftenverleger gemäß ihrer Bedeutung für das Werbewesen vertreten sind. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß von französischer Seite alles geschehen ist, um dem Kongreß einen glanzvollen Verlauf zu verschaffen. Die Eröffnungssitzung fand in der Sorbonne statt und während der ganzen Dauer der Verhandlungen war der französische Staatspräsident Lebrun anwesend. Der Schluß der Tagung stand im Zeichen deutsch=französischer Sympathieerklärungen. Der Leiter des Reichsverbandes der deutschen Zeitschriftenverleger, Willi Bischoff. wurde mit Wirkung ab 1. Januar 1938 zum Präsidenten des internationalen Verbandes und der stellvertretende Leiter des Reichsverbandes, Alfred Hoffmann, zum Ehren=Schatzmeister gewählt. Ferner wurde die deutsche Einladung, den nächsten, das ist der X. Internationale Kongreß der Zeitschriftenpresse im Jahre 1939 in Berlin abzuhalten, einstimmig angenommen. Der verdiente Ehrenpräsident der französischen Sektion, Senator Mauger, wurde von der deutschen Delegation auch zum Ehrenpräsidenten der deutschen Sektion ernannt. Dieser Entschluß wurde von den Teilnehmern am Kongreß mit besonderer Freude aufgenommen, ebenso die Ehrungen, die von deutscher Seite dem derzeitigen Präsidenten der Fédération, M. Bosc. und dem Geschäftsführer zuteil wurden. Kongreß der internationalen Zeitschriftenpresse in Paris Nächste Tagung 1939 in Berlin Bischoff(Berlin) neuer Verbandspräsident Hindenburg=Spende in den beverstebenden 90. Seburtatag Iinerburn rurt d1e der Unteretütsung von Krtegebeschädigten und Kriegehinterbliebenen d1enende iadesbera-Spende an einer beuen Semlung auf. Ich hoffe, dase viele Volkagenosern eich m ihr betei ligen verden Paris, 15. September. Dem diesmaligen Kongreß der in der„P'édération Internationale de la Presse Technique et Periodique" zusammengeschlossenen Zeitschriftenpresse gab die starke Beteiligung der deutschen Verbandsmitglieder ras Gepräge. Nicht angeschlossen sind der Fedération von großen Ländern: England und die amerikanische Union. Aber mit England sind erneut Verhandlungen wegen des Beitritts ausgenommen worden. Feste Zusagen liegen von den noch außenstehenden Ländern Holland, Tschechoflowakei vor. Verhandlungen schweben noch mit Mexiko, der Türkei und Argentinien. Jedenfalls ist die Vereinigung auf dem Wege, die internationale Fachpresse geschlossen zu repräsentieren. In den einzelnen Ländern ist die Struktur des Zusammenschlusses noch verschieden; während z. B. in Deutschland und Italien das ganze Zeitschriftenwesen zusammengesaßt ist, sind in den Sektionen der anderen Staaten meistens nur die technischen oder Fachzeitschriften vereinigt. In den Verhandlungen des Kongresses wurden u. a. die Beziehungen von Tagespresse und Zeitschriftenpresse berührt und dabei hervorgehoben, daß auch die Zeitschriften als wichtiges und ebenbürtiges Glied der Presse jede Förderung seitens der öffentlichen Verwaltungen verdienen. Um die weiteren Arbeiten zu fördern, soll eine Fachgruppengliederung (etwa 10—12 Gruppen) international eingeführt werden. utschland hat bekanntlich schon auf nationaler Grundlage eine sehr gute Fachgruppeneinteilung. Weitere Besprechungen betrafen die Erleichterung und Förderung des Versandes Pspahtaamden. den 13. Ausast 1937. Spenden nehmen alle Bostanstalten, Banken und Sparkassen des Reichrs entgegen Bostscheckkonte der Hindendurg=Spende Berlin Nr. 73500 (Geschattsselle der Hindendurg=Spende, Gerlin D 0 Unter den Einden 13 u. 14) Beiträge zur Hindenburg=Spende nehmen bis zum 30. September dieses Jahres alle Banken, Postanstalten, Sparkassen und das Postscheckkonto der Hindenburg=Spende — Berlin Nr. 73.800— entgegen. Auch im Pressehaus am Martin=Luther=Platz in Düsseldorf ist eine Annahmestelle. Rundfunk-Tips des Mittag Donnerstag, 16. September 10.00 Köln: Volksliedsingen. Liederblatt 12. 12.00 Köln: Die Wertpause. Uebertragung aus der Firma Rawe & Co., Nordborn. 14.00 Deutschlandsender: Allerlei— von zwei bis drei. 16.00 Köln: Musik am Nachmittag vom Deutschlandsender. Frankfurt: Fröhliche Weisen von Mosel und Rhein. 17.00 Köln: Von Mühlen, Müllern und Wassergeistern. Von Dr. Müller. Deutschlandsender: Zeppelin und Medea. Eine buchstädlich wahre Geschichte von Michael Neumann. 17.30 Köln: Mir ist ein sein's braun Maidelein gefall'n in mein'n Sinn. Schöne alte Volkslieder und kleine Musiten. 18.00 Köln: Musik zum Feierabend. Tanzerische Musik. Deutschlandsender: Ein junger Deutscher reist durch Marokko. 18.45 Deutschlandsender: Was brachte uns das Rennjahr 1936/377 Ein Bericht von W. Sohnemann. 19.00 Köln: Kumpels aus allen deutschen Gauen. Ein Besuch in dem Beramanns=Erbolungsheim„Rosenau“. Hamburg: Silvana und ein Wiegenlied. Hörbilder um eine Anetdote aus dem Leden Carl Maria von Wevers. Von Ad. Winds. 19.30 Gaarbrücken: Aus Holz wird Zucker! Funkbericht aus den Bergin=Werken, Mannheim=Rheinau. 20.15 Deutschlandsender: Musik aus der Queenshall in London. Dirigent: Sir Henry Wood. 20.30 Köln:„Das Katbchen von Heilbronn.“ Romantisches Ritterschauspiel von Deinrich von Kleist. Mit der Musik von Hans Psitzner. Funkbearbeitung von F. Waltber Ilges. 21.00 München: Mattdias Claudius. Eine Hörfolge von G. Siöve. 21.15 Stuttgart: Konzert. Werke von Rosellus und Turina. Dirtgent: Dr. Buschkötter. Frankfurt: Das Kleeblatt. Ein heiteres Spiel von Editd Merten=Hierl. me ee S#lras 22.30 Köln: Volks- und Unterhaltungsmusik von Stuttgart. eld Schuarze Kamel un Rast beerüülggere Copyright oy A. A. Papse, verlag Leipzig 32. Fortsetzung. Der Urlaub, den er seinem Gehirn hatte geben wollen, war recht kurz gewesen. Seine Gedanken arbeiteten wieder lebhaft Also verstand Tarneverro chinesisch. Aber er wünschte nicht, daß Charlie Chan, dem er doch in der Suche nach Shelah Fanes Mörder so eifrig helfen wollte, dies erfuhr Warum? Ein Lächein breitete sich langsam über Charlies rundes Gesicht. Das war endlich einmal eine einfache Frage. Das einzige Mal, bei dem Tarneverro seine ehrliche Bereitwilligkeit. Charlies Arbeit zu unterstützen, wirklich bewiesen hatte, war, als er die Manipulation an der Uhr erklärte und die Alibis für die Zeit von zwei Minuten nach acht dadurch wertlos wurden. Würde er das aber auch getan haben, wenn er nicht vorher Charlies Unterhaltung mit dem Koch gehört und verstanden hätte— wenn er nicht gewußt hätte, daß Wu Knoching Shelah Fane zwölf Minuten nach acht noch lebend gesehen hatte und die Sache mit der Uhr also wertlos war? Die plötzliche Zurschaustellung seiner detektivischen Fähigkeiten hatte gestern als Beweis für seine Aufrichtigkeit gegolten. Wenn er aber chinesisch verstand, machte er in dem Augenblick scheinbar nur aus der Not eine Tugend und war weit entfernt von wirklicher Aufrichtigkeit. Charlie saß lange Zeit und überdachte diese neue Wendung. War sein eifriger Assistent, Tarneverro, wirklich so eifrig, wie er zu sein vorgab? Neunzehntes Kapitel Wie Tarneverro half Val Martino, der Filmregisseur, kam die Stufen zur Hotelhalle heruntergeschritten, hochelegant in weiß=seidenem Anzug und flammend rotem Schlips. Er hätte das Titelbild des Katalogs für eine Dampfergesellschaft abgeben können, gemalt, um unschlüssige Reisende nach den Tropen zu locken. Sein Blick fiel auf Charlie, der gemütlich in seinem Liegestuhl ausgestreckt lag und aussah, als hätte er keine Sorgen. Umgehend eilte Martino auf ihn zu. „Na, Herr Kommissar“. bemerkte er,„ich hätte nie erwartet, Si; gerade jetzt in so seclenruhiger Stimmung anzutreffen. Oder haben Sie gar den Mörder von gestern abend schon herausgefunden?“ Chan schüttelte den Kopf.„So gut meint es das Schicksal nicht mit mir. Geheimnis ist noch immer Geheimnis. Lassen Sie sich nicht täuschen: meine Gedanken arbeiten, wenn auch der Körper ruht.“ „Dann ist es ja gut“, antwortete Martino.„Und ich hoffe, daß Sie bald vorwärtskommen.“ Er ließ sich neben Charlie in einen Stuhl fallen.„Diese Sache gestern abend, müssen Sie wissen, hat einen Film kaputtgemacht, der schon 200 000 Dollar gekostet hat. Ich müßte eigentlich mit dem nächsten Schiff nach Hollywood rüberfahren, um zu sehen, was noch zu retten ist. Wer auch immer Shelah getötet haben mag, das Wohl und Wehe unserer Filmgesellschaft lag ihm sicher nicht sehr am Herzen. Sonst hätte er gewartet, bis wir fertig waren. Na ja, jetzt kann man nix mehr tun. Immerhin muß ich sobald als möglich von hier fort, und darum möchte ich Sie nochmals dringend bitten, die Sache umgehend aufzuklären.“ Chan seufzte.„Die ganze Menschheit scheint mir einen Ungeduldskomplex zu haben. Eine ungewöhnliche Situation für Hawait. Ich bin schon gänzlich außer Atem. Dürfte ich fragen— was ist eigentlich. Ihre persönliche Ansicht über den Fall?“ Martino brannte sich eine Zigarette an.„Ich weiß kaum, was ich daraus machen soll. Und Sie?“ Er warf das Streichholz auf die Erde. Sofort erschien der alte Chinese mit seinem Kehrblech und warf Charlie einen Blick zu, der deutlich zu sagen schien:„Das ist so die richtige Sorte Leute, die ich in Ihrer Gesellschaft erwartet hätte.“ „Meine Ansicht habe ich noch nicht definitiv formuliert", bemerkte Chan.„Ich weiß nur eins; es arbeitet mir bei dieser Sache eine Person von ungewöhnlicher Klugheit entgegen.“ Der Regisseur nickte.„So sieht es aus. Und gestern abend waren in Shelah Fanes Haus verschiedene recht kluge Leute.“ „Unter anderem auch Sie“, warf Charlie hin. „Danke. Natürlich, so was mußten Sie sagen. Aber schließlich haben Sie ja recht.“ Er lächelte.„Ich möchte jetzt selbstverständlich ganz im Vertrauen sprechen. Es war nämlich ein Mann da, an dessen Klugheit ich niemals im geringsten gezweifelt habe. Ich mag ihn nicht, aber ich fand ihn stets ausnehmend gerissen. Ich meine Tarneverro.“ Chan nickte.„Ja, er ist rasch im Denken und Handeln. Das habe ich bei den ersten Worten gemerkt, die ich mit ihm wechseln konnte.“ Der Regisseur ließ die Asche seiner Zigarette neben sich auf den Fußboden fallen. Wieder erschien der alte Chinese und stellte ostentativ einen Aschenbecher auf ein Tischchen neben die Herren. „Es nähren sich eine Menge Wahrsager und Hellseher von der Leichtgläubigkeit der Leute in Hollywood“, fuhr Martino fort.„Aber dieser Kerl schießt den Vogel ab. Wenn die Frauen zu ihm kommen, erzählt er ihnen Sachen, die Gott allein wissen kann. Daher—“ „Woher weiß er das alles?“ fragte Charlie. „Spione", antwortete der Regisseur.„Ich kann's nicht beweisen, aber ich bin sicher, daß er Tag und Nacht Spione für sich arbeiten läßt. Sie horchen überall herum und tragen ihm zu, was sie erlauschen konnten. Das arme kleine Mädel vom Film denkt, er ist mit dem Teufel im Bunde und erzählt vor lauter Angst den Rest von selber. Der Mann weiß so viel Geheimnisse, daß er die Filmkolonie jeder Zeit kaputtmachen könnte, wenn er seine Skandalgeschichten auspackte. Wir haben versucht, ihn zu entfernen, aber er ist zu schlau und gibt sich keine Blöße. Wissen Sie, es tut mir hinterher fast leid, daß ich Jaynes daran gehindert habe. ihn einmal tüchtig durchzuprügeln. Es hätte mir einen Heidenspaß gemacht. Leider wäre nur Shelahs Name in die Sache verwickelt gewesen, und darum griff ich lieber ein. Mein Beruf ist der Film, und es sind viele grundanständige Leute dabei, denen ich gerne unangenehme Nachreden ersparen möchte. Unglücklicherweise müssen sie meist darunter leiden, wenn der üble Rest sich schlecht benimmt.“ „Wollen Sie mir zu verstehen geben“, erkundigte sich Chan vorsichtig,„daß Tarneverro Shelah Fane getötet haben könnte?“ „Durchaus nicht", erwiderte Martino hastig.„Verstehen Sie mich nicht jalsch. Ich wollte nur sagen, daß bei Ihrer Suche nach dem klugen Gegner in diesem Falle Sie auch ihn in den Kreis Ihrer Ueberlegungen einbeziehen sollten. Denn es gibt nicht viele Leute, die so klug sind, wie dieser Wahrsager. Mehr will ich durchaus nicht behaupten. Ich habe keine Ahnung, ob er es gewesen sein kann oder nicht.“ „Für die fragliche Zeit von acht bis halbneun“, teilte ihm Chan mit,„hat Tarneverro ein unumstößliches sicheres Alibi.“ Martino stand auf.„Klar bei ihm. Wie gesagt, er ist ein galglatter Bursche. Na also, auf Wiedersehen. Viel Glück— ich meine das wirklich ehrlich und von Herzen.“ Damit wanderte er zu dem glitzernden Meer hinüber und überließ Chan wieder seinen Gedanken. Der Detektiv überlegte eine Weile, stand dann mit plötzlichem Entschluß auf und ging zu der Telephonzelle in der Hotelhalle. Er rief seinen Chef an. „Haben Sie gerade viel zu tun?“ fragte er. „Nichts Besonderes, Charlie. Ich habe zwar eine Verabredung mit Mr. und Mrs. Master für halb sechs, aber bis dahin ist ja noch eine gute Stunde Zeit. Ist etwas los?“ „Könnte sein“, antwortete Charlie.„Ich kann noch nichts Bestimmtes sagen. Aber ich würde gern möglichst bald Ihre Autorität als Rückhalt haben bei einer kleinen Durchsuchung im Grand=Hotel. Es wäre eine glänzende Idee, wenn Sie in Ihren Wagen stiegen und herkämen.“ „Ich werde gleich da seip“, versprach der Chef. Charlie rief jetzt vom Haustelephon aus Alan Jaynes an, der in verschlafenem Ton antwortete. Der Detektiv teilte ihm mit, daß er einmal zu ihm hinaufkommen würde, und trat dann ins Hotelbüro. „Können Sie mir, ohne vorher anzurufen, mit Bestimmtheit sagen, ob Mr. Tarneverro in seinem Zimmer ist?“ fragte er den Angestellten, der einen Blick auf das Hakenbrett hinter sich warf und sagte:„Sein Schlüssel hängt nicht hier. Da müßte er also oben sein.“ „Schön“, nickte Chan.„Nun tun Sie mir bitte einen Gefallen. Rufen Sie Mr. Tarneverro an und bestellen Sie ihm, daß Kommissar Chan hier vorbeigekommen wäre, ohne genügend Zeit zu einer Rücksprache mit ihm zu finden. Da ihm aber daran sehr viel gelegen sei, bäte er Mr. Tarneverro so schnell wie möglich in die Halle vom Young=Hotel unten in der Stadt zu kommen. Sagen Sie, daß es von außerordentlicher Wichtigkeit ist und ich ihn umgehend erwarte.“ Der Angestellte staunte.„In der Stadt unten?“ wiederholte er. Chan nickte.„Die Idee ist, ihn für kurze Zeit aus dem Hotel zu entfernen", erklärte er. „Ach so“, lächelte der junge Mann.„Ich verstehe. Also gut, ich werde das schon besorgen.“ Charlie ging jetzt hinauf zu Alan Jaynes, der ihm gähnend entgegentrat. Er hatte Schlafrock und Hausschuhe an, und sein Bett war in ziemlicher Unordnung. „Kommen Sie herein, Herr Kommissar. Ich habe gerade „nur ein Viertelstündchen“ geruht. Man möchte hier einfach die ganze Zeit verschlafen.“ „Ein Malihini— wie hier die Neuankömmlinge heißen— ja“, lächelte Chan.„Wir Alteingesessenen lernen es, dieser Lockung zu widerstehen. Sonst kämen wir ja auch überhaupt nicht heiter.“ „Also kommen Sie wenigstens weiter, ja?“ fragte Jaynes lebhaft. „Das möchte ich nicht gerade behaupten, immerhin legen wir ein ganz nettes Tempo vor— für hiesige Verhältnisse“, entgegnete Charlie.„Mr. Jaynes, ich bin zu Ihnen in der Absicht gekommen, vollständig aufrichtig zu sein. Ich din bereit, meine Karten offen aufzudecken.“ :„ G u t“, s a g t e J a y n e s h e r z l i c h. „Heute morgen erzählten Sie mir, daß Sie niemals im Pavillon gewesen sind, niemals auch nur in die Nähe dieser Platzes gekommen seien.“ „So ist es.“ Charlie nahm einen Briefumschlag aus der Tasche und ließ daraus den Rest einer Zigacillo auf den Tisch gleiten. „Wie erklären Sie sich dann die Tatsache, daß ich dies hier ausgerechnet vor dem Fenster des Zimmers gefunden habe, in dem Shelah Fane ihren plötzlichen Tod fand?“ Jaynes starrte eine Weile fassungslos auf das eigenartige Beweismaterial. Dann wandte er sich an Charlie mit zornsprühenden Augen.„Setzen Sie sich. Ich kann und werde Ihnen das erklären.“ „Das würde mich außerordentlich freuen“, sagte Chan. „Als ich heut' früh gegen acht im Bade saß. klopfte es an meine Tür. Ich dachte, es wäre der Boy und rief ruhig herein. Die Tür wurde geöffnet, und im Zimmer erklangen Schritte. Ich rief, wer drüben sei und— warum hab' ich ihm bloß gestern nicht das Genick gebrochen?“ „Dies bezieht sich scheinbar auf das Genick Tarneverros?“ fragte Charlie interessiert. „Allerdings. Er war hier im Zimmer und erklärte, mich sprechen zu wollen. Ich war zwar sehr erstaunt, bat ihn aber, zu warten. Ich richtete mich auf in meiner Wanne und wollte mich schnell abreiben. Würden Sie bitte mal mit mir ins Badezimmer kommen, Mr. Chan?“ Erstaunt erhob sich Charlie und folgte ihm. „Sie sehen hier diesen langen Spiegel, der in das Innere der Badezimmertür eingelassen ist, Herr Kommissar. Wenn von der Tür nur ein Spalt aufsteht— so etwa-, kann man, im Bad stehend, einen Teil des Zimmers drüben übersehen, den Teil nämlich, wo der Schreibtisch steht. Als ich mich nun gerade wusch, sah ich plötzlich etwas, was mein lebhaltes Interesse erweckte. Ich hatte mein Etui mit einigen Zigarillos auf dem Schreibtisch liegen. Im Spiegel konnte ich sehen, daß Mr. Tarneverro vorsichtig einige davon aus dem Etui nahm und in die Tasche steckte.“ „Sehr fein“, bemerkte Chan gelassen.„Dieser Spiegel ist eine nützliche Einrichtung.“ „Zuerst dachte ich, es sei nichts weiter als eine ziemlich harmlose Bereicherung. Trotzdem ärgerte ich mich maßlos und hatte die Absicht, ihn umgehend rauszuwerfen. Als ich mich aber fertig abgetrocknet hatte und meinen Schlafrock überzog, kam mir plötzlich der Gedanke, daß etwas dahinterstecken müßte. Ich entschloß mich also, stillschweigend abzuwarten und zu versuchen, ob ich nicht herauskriegen könnte, was der Kerl vorhatte. Ich bin allerdings darauf nicht verfallen— dazu bin ich scheinbar zu schwerfällig—, daß er versuchen könnte, den Verdacht auf mich zu lenken. Ich wußte, daß er gerade keine besondere Vorliebe für mic hegt. aber das war immerhin ein bißchen zuviel. Fortietzung foigt. Modenschau der guten Linie Düsseldorf. Wenn die Mode darauf verzichtet, mit überraschenden Neuheiten zu bluffen und von vornherein ihren Stil festzulegen, zeigt sich erst die wahre Kunst der Gestaltung. Wo die richtungweisende Allgemeingültigkeit aufhört, beginnt das Talent des einzelnen Modeschöpfers. Wie individuell und persönlich eine Modelinie gedeutet werden kann, das bewies wieder einmal die Modenschau des Hauses Emilie Schneider, die, schon zur Tradition geworden, im Beisein zahlreicher Gäste in den Räumen des Breidenbacher Hofes stattfand. Zum erstenmal wurde hier die schöpferische Eigengestaltung stärker betont, die sich mit Scharm, Ueberlegenheit, und man möchte sagen, künstlerischem Takt offenbarte. Es war eine Modenschau des guten Geschmacks, der großen damenhaften Linie, der einige reizende Extravaganzen, schillernde Lichter, gleich wirkungsvollen Beleuchtungseffekten in einer gutaufgezogenen Nevue aufsetzen. Man sah nicht nur eine große Anzahl von Modellen, sondern man überzeugte sich auch, wie variabel eine Mode sein kann, deren Exponente Schlichtheit und frauliche Kultur sind. Denn gerade dadurch, daß nur eine langsame Weiterentwicklung sich bemerkbar machte, kam die Phantasie des Gestalters doppelt zu Ehren. So einfach manchmal die Linie schien, bei näherem Betrachten erwies sich die Feinheit des Modells, die Eigenart der Ausarbeitung. Eine einzige Bewegung enthüllte mitunter die Eleganz des Schnitts, und erst der Gang vorriet die Raffinesse einer tadellosen Linie. Es wäre unsinnig, hier im einzelnen auf die Modelle eingehen zu wollen. Man sah von fabelhaften, aparten und auffallenden Wintersportkostümen aus handgewebten Stoffen(meist mit Knickerbockers) angefangen über die strengen sportlichen Vormittagsanzüge bis zu den vornehmen, weichfallenden Teekleidern und hocheleganten Abendtoiletten von klassischem Schnitt eine solche Fülle außerordentlich schöner Stücke, daß man ein ganzes Kapitel darüber schreiben könnte. Auffallend war das Vorherrschen von Schwarz, das erst am Abend durch lebhaftere Farben— Weiß, Hellblau, ein eigenartiges Rose, Goldbrokat und Pastelltöne— ausgelochert wurde. Am Vormittag gab es sehr hübsche braune und grüne Nuancen, und zu im Ton karierten oder abstechend gehaltenen Mänteln ein weiches, warmes Bordeaurrot. Wenn dann zum Tagesende, wie gesagt, Schwarz dominierte, so bedeutete das keine Eintönigkeit; denn die sparsamen farblichen Effekte erhöhten die interessante Note solcher Gewänder. So sah man eine bezaubernde schwarze Schöpfung mit breiten Perlstulpen, oder ein andermal unterstrich eine leuchtend kirschrote Schärpe die Schmalheit der Taille, wie überhaupt farbliche Streifen des öfteren die weichgezeichnete Linie unterbrachen. Ein sehr kühnes, reizvolles Modell mit schwarzem Tülloberteil, genannt„Bagatelle“, und Turban erregte Aufsehen. Daß natürlich auch die Abendkleider in neuen Brokaten, Taften, Samtvelours und zartem Chiffon mit üppig weitem Rock, oder schlank anliegend, mit gezogenen Effekten verarbeitet, die Pelze und witzigen phantasievollen Hüte in diesen Rahmen damenhafter Eleganz hineinpaßten, versteht sich von selbst. Es war eine Modenschau, die wieder einmal das Privileg Düsseldorfs, auch mode schöpferisch führend zu sein, in jeder Beziehung klar herausstellte und den Beweis erbrachte, wieviel Anmut, Grazie und großzügiger Stil in dieser neuen Wintermode 1937/38 liegt, sofern— man sie beherrscht. Sybill. Fleischesser müssen Steuer zahlen In Frederichstown, in Alabama, in dem die Vorkämpfer der amerikanischen Vegetarierbewegung sitzen, wurde vom Stadtrat eine Sondersteuer auf Fleisch in Höhe des doppelten Fleischpreises erhoben. Der Ertrag ist für die Anlegung von Mustergemüsegärten vorgesehen. Damit ist in Frederickstown der Fleischgenuß unter Strafe gestellt worden. Die Fleisch= esser haben beim Gouverneur Protest eingelegt. Die„gelbe Rlagge Die letzte Aufnahme für den bei der MärkischenPanorama=Schneider erscheinenden Hans=Albers=Film„Die gelbe Flagge“ ist gemacht— der gewaltige Szenenkomplex wird zusammengefügt— die Fertigstellung des Films geht mit Riesenschritten vorwärts. Unter Gerhard Lamprechts Spielleitung wirkten mit: Hans Albers. Olga Tschechowa, Dorothea Wieck. Aribert Wäscher. Gothart Portloff. Rudolf Klein=Rogge, Alexander Engel, Adalbert Schlettow. Erwin Klietsch, Otto Stöckel u. a. Das Buch schrieben nach dem Roman der Berliner Illustrierten Helmuth Brandis und Otto Linnekogel. Die Musik komponierte Guiseppe Becce. Die Einstudierung der Tänze besorgte Jens Keith. Vollmerg& Co., nicht Ufa Die Lichtspieltheater=Betriebsgesellschaft Vollmerg& Co. gibt uns zur Kenntnis, daß sie die Besitzerin des soeben in Trier eröffneten Theaters„Capitol“ ist, das wir irrtümlich als ein Ufa=Theater bezeichneten. Spiel mit sechzehn Zahlen Idee Dr. van Nüß 18——„ — 15—— ——— 13 An Stelle der Striche sollen die Zahlen von eins bis sechzehn eingesetzt werden, soweit sie nicht schon Verwendung gefunden haben. Das Einsetzen soll so geschehen, daß in den waagerechten und senkrechten Zahlenreihen sowie in den beiden Diagonalen die Summe 34 entsteht. Wieviel Lösungen gibtes? Welche? Auflösung des letzten Rätsels: Aus der Hand— ohne Fünf: Vorderband hat Kreuz=, Herz= und Karo=Buben: Kreuz=Dame und=Acht, Pil=Zeyn und=Acht. HerzZehn und=König und Karo=As. Mittelhand var Pik=Buben, KreuzZehn. Pik=Dame und=Neun, Herz=As.=Dame.=Neun,-Achi und =Sieden, Karo=König. Im Stat: Pil=Zieben und Karo=Zieben. Gedrückt werden Pik=König und=Tieben. Spielverlauf: 1. Stich: Kreuz=Acht,=Zehn.=As. 2. Stich: Karo=Acht.=As.=König. 3. Stich: Kreuz=Tame, Pik=Bude, Kreuz=Zieden. 4. Stich: Herz=Tieben. KaroZehn, Herz=König. 5. Stich: Pik=As. Pik=Acht, Plk=Neun. 6. Stich: Kreuz=König. Karo=Bube, Herz=As. 7. Stich: Kreuz=Buve. PikTame, Karo=Acht. 8. Stich: Herz=Bube. Herz=Dame. Karo=Neun. Die anderen Karten bekommt der Spieler. AB HEUTE Se 10 JAHRE BLATZHEIM-BETRIEBE Quati Stark-Ostettenbaur Der bekannte Filmschauspieler Robert Grüning Der geistvolle Conterencier Pusztay& Co. Wunder der Oresaur ARIETE·KABAREI OORTMUND Das große Programm vom 16. September bie 30. September 1927 Dro Link& Vilma Suzy Köns“.— 400 Könstlerische Tänze Charley and Roberts Allerlei Exzentrik * Looringe.# e uttakt Margot& Charlotte Musikalische Tanzattraktion Tatjana Birkigt Vortragskünstlerin u. weifere Attrakt. 2 KöLN, SALOMONSGASSE 11 Fins und Franz sagen das Pregramm an Elenor Schubert Die entzückende Tänzerin Tagon! Company Fünf stramme deutsche ungs In Marine-Undorm, ein fesches Mädel, ParterreAkrobst., wie sle sein sollen 2 Holgsers Lachender Tanz Kapellmeister HenryPehre mit seinen Solisten In der Ber: Dae Brink-Duo Mietwochs, nachmictags 4 Uhr: Hausfrauen-Kaffeestunde mit vollem Programm Samstage, nachmietags 4 Uhr: Tanz-Tee mit auserlesenen Darbietungen Sonntage, nachmietags 4 Uhr: Große Familien-Vorstellung Kaffechaus-Preise! 2 Oladlos Der Wunderschlag des Fechtkünselers Fips und Franz Die eanzenee- lustigen Ggger 3 Artis Elegante Krafe- Balancen Smott Komlscher imlestor In Wier und Humor Mittler und Förderer des Verkehrs ist „Der Mittag“, die lebendige Tageszeitung CIIEITTLILITEEE S ENAS- TETE LeS 1420 Dusseldort Le Ernst von Senden konferiert das geaße NEUE Trggramm 9 Attraktionen Täglich 4- Uhr- Kaffes 6XVariete u. Tanz. Eintr. frei Kännchen Kaffee 91 PI. la Bergen vonfertert an 23 Unr 12 E NachtProgrann Dusseldort Gerade auf Ihre Anseige wartet die kaufkräftige Leserschaft Heute Donnerstag(16. September) 00 Uhr Beginn mit l’fa-Kulturfilm „Röntgenstrahlen“ Ufa-Tonwoche vor dem Haustflm! (Einlaß ab 3 Uhr 8 1 00 Uhr Beginn mit I'fa-Kulturfilm Röntgenstrahlen“ Ufa-Toswoche vor dem Hauptflim! Ende 11 Uhr) Vorverkauf ab l2 15 Uhr frnh. Zwei urobe Fest-Premieren Vorstellungen des hervorragenden Film- und Verieté-Progremms der 2. September-Hälfte! Im Filmteil: Der UFA-Film von Weltiormat! Der Film, weleher auf der„Biennale" in Venedig In einer Abendvorstellung den bieher greßten Reifall aller dentschen Filme gehabt hat! EE Fernruf 206 8l. Obernhaus Freitag. 20 Uhr:„TURANDOT“ SchausplelhauDonnerstag, 20 Uhr:„MORAL“ Freitag. 20 Uhr: „Das kleine Hofkonzert“ (Konzerte der Stadt) Düsseldorf Donnerstag, 16. September. 20 Uhr Tonhalle Kaisereaal Festkonzert außer der Reihe: des„Mittag“ In Verkäufer nicht unter 25 Jahren, für meine Abtellung Herren-Großkonlektion und jüngerer Verkäufer für meine Abtellung Hosen und Berufs kleidung, per 1. Oktober oder I. November gesucht, Herren, die unbedingt fachkundig sind, vollen Angebote mit Bild, Zeugnisabschriften u. Gehaltsansprüchen richten an K. Orlob. v.-Ruhrort 24 42000 Mark — Geldpreise u. a. Preis der Rheinprovinz... 10000 (19. 9.) Vilheim-Leatges-Rennen.. 3800 (22. S.) Sonntag: See-Jagdrennen Milltar(in Uniform), Frauen und Kinder zahlen nur halbe Eintrinsprelle Friseuse W TEHATT-LE: Die bekannte und vegante Tanzstätte Westdeutschlands raglich TANZ-TEE Kapelle Helmut Opel Gastspiel AMORI SISTERS Japanische Tanz-Attraktionen in Dauerstell. bei gutem Lohn ges. Salon Blage, 125 Jahre alter zuverlässiger Düsseldorf. Am Wedrbadn.84 Aachener Tuchversandhaus mit reichhaltiger Kollektion in allerb. 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Noort, Tenor R. Watzke, Boß Mitwirkende Der Chor des Städtischer Nuslkvereins Der Chor der Städtischen Bühnen Das Städtische Orchester Eintrittskarten bei Bayrhoffer-Jäger. Schadowstraße 58: Verkehrsverein, Ludwig-Leewe-Haus: Suppan, KarlNr. 15: Deiters, Königsallee 96. und an der Abendkasse. 19•. Uhr: Zaubertlöte Automobilverkäufer von Genoralvertretung erster Marke gesucht. Bewerbg. von Herren mit langi. Verkaufstätigkeit, die beste Verkaufserfolge nachweis, können, unter D. M. 2082 an den„Mittag“. Dortmund, Hiltropwall 2. Einige Verkäufer für das Für Großgaststätte werden mehrere Büromaschinenfach tücht. Büfettfräulein für eine der besten deutschen Schreibmaschinen(Reise=, Büro= u. gerausch lose Maschinen), sowie einige Herren für den Verkauf von Buchungsmasch. (rechnende u. Automaten), mögl. aus der Branche(evtl. Einarb.) baldigst gesucht. Angeb. mit Lichtb., Lebenslauf, Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. unter E. M. 4935 an den„Mittag“ Essen, Haus der Technik. 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Wenn man das köstliche, klare Wupperwasser von ehedem sehen will, dann muß man schon flußauf zum Oberlaufe der Wupper, der Wipper, wandern; dort findet man auch noch die prachtvoll grünen, vollsaftigen Wiesen und stille Wälder. In Wuppertal selbst aber ist der kleine Fluß von dem Gewerbefleiß des rastlos tätigen, zähen bergischen Volkes ausgenutzt worden. Die Urgroßväter und Großväter der heutigen bodenständigen Wuppertaler haben die große Textilindustrie entwickelt und haben den Namen Wuppertals in die weite Welt hinausgetragen. * Die Barmer Artikel waren ein textiler Begriff. den man in Sidney ebenso gut kannte wie in San Franzisko. In Wuppertal entstanden weitere Zweige der Textilindustrie, die ganz den handwerklichen und geistigen Fähigkeiten der Bergischen entsprachen: die seinen, kostbaren Möbelstoffe und Teppiche. In diesen Tagen laufen auf den Webstühlen herrliche Muster; sie werden in Bauten Verwendung finden. die mit der Geschichte des neuen Deutschland allzeit verbunden sein werden. Die Schaffung der Kunstseide gab dem Forscherdrang und der auch durch Fehlschläge nicht zu beugenden Hartnäckigkeit der bergischen Fabrikanten neue, weitgesteckte Ziele. Im Textilgroßhandel Wuppertals aber fanden sich Tausende von Kollektionen aller deutschen Fabrikanten zusammen, deren beite Auswahl seit jeher in die weitverzweigten Kanäle der Textilwarenversorgung geleitet werden. * Dieses schaffende Wuppertal schuf und schafft Tag für Tag Mode. Natürlich in erster Linie in den Artikeln seiner Erzeugung, in den kunstvoll gezeichneten Spitzen, den bunten Bändern mit den tausend Feinheiten, in den breit auslaufenden Schmuckstoffen, in Futterstoffen, in Wäsche und Kleidern. Es entspricht bergischer Art, daß es verhältnismäßig lange dauert, bis diese Summe von modischem und geschmacklichem Können in ihrer eigenen Kleidung Ausdruck fand. Die Bergischen sind nämlich trotz ihrer hohen geistigen und handwerklichen Werte überaus bescheiden und anspruchslos So blieb vielen, die nicht das Fachgebiet der Textilien beherrschten, das Können und Schaffen des modischen Wuppertal verborgen, zumal dessen Leistungen, die überall in Bändern, Litzen, Spitzen, Posamenten, Stoffen einer ganzen Welt geboten wurden, nicht auf ihre Hersteller in Wuppertal hinwiesen, wenn sie irgendwo in der Welt im Magazin oder Store angeboten wurden. Heute offenbart sich das modische Wuppertal nicht nur in den dicken Musterbüchern, sondern es stellt sich mit Hilfe und in Gestalt des modischen Einzelhandels stärker denn je heraus. Der Einzelhandel hat eine Rolle als Mittler nicht nur von Waren, sondern auch von Geschmack aufs tiefste erkannt. Seit vielen Jahren ist ein großer Umbau der Einzelhandelsläden in der großen Stadt im engen Tal im Gange. Die Zahl der repräsentativen Häuser ist so groß geworden, daß ein Bumme, durch Wuppertals Hauptgeschäftsstraßen heute eine ebenso unterhaltsame wie erfreuliche und von großen Leistungen überzeugende Angelegenheit ist. Wagener Geschäftig surrt zwischen den Bergeshängen die Schwebebahn durch die fleißige Stadt im Tale der Wupper. Zweimal im Jahre, so wie es der Gang der Jahreszeiten vorschreibt, tritt Frau Mode mit völlig neuen Gedanken, die sich in allem, was man trägt, von Kopf bis Fuß, samt allem entzückenden Beiwerk von Schmuck, Handtasche und Schirm ausdrücken, in Erscheinung. Wuppertal versteht es, dank der rührigen Werbegemeinschaft, die neuen Schöpfungen des modischen Wuppertals wirklich eindrucksvoll vorzustellen. Sowohl im Stadtteil Elberfeld wie auch in Barmen, werden große Gemeinschaftsmodeschauen durchgeführt. Auf geselligen Abenden gibt in festlichem Rahmen Frau Mode ihre Karte ab. Die Schausenster sind Fenster einer Schau des modischen Wuppertal. Auch die Gaststätten schalten sich ein; sie bewillkommnen den Besucher der Textilstadt und fesseln ihn an das gastliche Wuppertal mit besten Leistungen. Eine ganze Woche lang steht Wuppertal mitten in dieser Folge von Veranstaltungen, die zwanglos und vielseitig, jeden ansprechend, das Thema vartieren:„Das modische Wuppertal laderein..!“ * Einen kleinen Vorgeschmack dessen, was die Woche uns bringen wird, haben wir am vergangenen Sonntag in der Stadthalle in Elberfeld und im Park=Kasino zu Barmen bekommen.(Der„Mittag“ hat in seiner Ausgabe Nr. 214 von Dienstag, den 14. Dezember, ausführlich darüber berichtet.) Klar trat bei diesen Vorführungen der Werbegemeinschaft Wuppertal zutage, daß die zähe und zielbewußte Arbeit der Gemeinschaft bereits reiche Früchte getragen hat. Der Beifall, der den Darbietungen gezollt wurde, galt nicht nur der Güte der Leistung, galt nicht der Höhe der Leistungsfähigkeit des Wuppertaler Einzelhandels, sondern er galt auch der tragenden Idee, die hier in geschmackvollem elegantem Rahmen klarer denn je zuvor offenbar wurdet die Doppelstadt im Tale der Wupper wieder zum Einkaufszentrum des Bergischen Landes zu machen. Der hohe Stand der Wuppertaler Fachgeschäfte, der sich bereits in den am vergangenen Sonntag vorgeführten Stücken der Herbst= und Wintermode zeigte und der in den kommenden Tagen eindeutig unter Beweis gestellt werden soll, gibt dieser Idee ihre innere Berechtigung. Die sorgfältige Vorbereitung der großen Aktion, der reichhaltige„Schlachtplan“, der— wie man so zu sagen pflegt—„jedem etwas bringen“ wird, die Mitwirkung aller berufenen Kräfte in einer Richtung bieten die Gewähr dafür, daß der Erfolg nicht ausbleiben wird. 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Tausend Künstler haben ihn uns so, von den Tagen der Antike an ein wenig gewandelt, je nach dem Charakter der Zeit, dargestellt, und die Dichter haben ihn in Heldenliedern beungen.— Ach, der Held, von dem ich hier berichten will, hatte nichts von alledem, so gar nichts Strahlendes; ich fürchte fast, meine Leser werden ihn höchst alltäglich, langweilig, vielleicht sogar ein wenig komisch finden; denn er war ein ganz simpler, einfacher Mensch, er hatte das Pulver nicht erfunden, seine Kleidung war schäbig, in den letzten Jahren ging er, ein vertrocknetes, ein wenig säbelbeiniges Männchen, schon etwas geduckt dahin und war froh, wenn er die vier Treppen zu seiner Wohnung hinaufgekrabbelt war; denn das Asthma plagte ihn. Nun haben sie ihn sang= und klanglos begraben, da draußen auf einem Riesenfriedhof der Millionenstadt; es wehten keine Fahnen an seinem Grabe, ja, es ging alles ein wenig formlos und hastig zu. Ein paar Arbeitskameraden, ein paar alte Mitbewohner des Hauses hatten sich der Witwe und den Kindern zugesellt, und die alte Mutter Zaddicke, in ihrem selbst hier stark unmodern wirkenden schwarzen Umhang, hatte der allgemeinen Empfindung Aus druck gegeben, als sie, mit der dürren Hand ins Ungewisse weisend, ihre Gefühle in die Worte zusammenfaßte:„Na, nu hat er et überstanden!“ Neumann hieß er, oder Lehmann, ich weiß es nicht ganz genau, und kein Sang, kein Heldenbuch wird von ihm künden. Weshalb auch? Viele Leute werden der Meinung sein, es sei kein Aufhebens von der Sache zu machen; denn im Grunde habe Herr Neumann im Leben nichts weiter getan als seine Pflicht, seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit erfüllt. Wo war da Heldentum? Ja, ich komme in Verlegenheit, wenn ich Ihnen das nun so im einzelnen auseinandersetzen soll. Für mich war dieser Mann ein Held, auch ohne Ordenssterne auf der Brust, auch ohne rauschende Schlachtmusik und grünenden Lorbeer. Bedenken Sie doch: Ein ganzes langes Leben hat dieser Mensch einfach und unbeobachtet auf seinem bescheidenen Arbeitsposten gestanden, gering gelohnt, kaum je gelobt, seine Pflicht getan, im schweigenden, langsam zermürbenden Grau der Alltäglichkeit! Als Junge schon hatte er so einen kleinen Posten, der ein paar Groschen einbrachte, die der Mutter zuweilen letzte Hilfe und Zuflucht waren, und er hat diesen Kampf mit dem Leben, mit den kleinen Anforderungen des Alltags, sechzig lange Jahre duchgehalten, ohne zu wanken, ohne zu straucheln. In jungen Jahren hatte er irgendein Lieschen oder Gretchen geheiratet; Kinder kamen, Kinder starben, neue entstiegen dem Schoß der rundlichen, die geringe Habe treu verwaltenden Frau und starrten mit verwunderten Augen in dieses verworrene Labyrinth, das wir„die Welt“ nennen. Bunt rauscht das Leben vorüber, das immer reicher, immer forbiger, immer verwirrender werdende Leben. aber es rauschte wirklich vorüber, es war ein glitzernder Strom, an dessen dürrem und kargem Afer dieser Herr Lehmann oder Neumann stand, ein Leben lang ohne die Möglichkeit, die Mittel, davon zu schöpfen, geschweige denn hineinzutauchen. Immer und immr langte es grade nur für das Nötige, das Erforderliche; die Wünsche glitten nur als bunte, schwebende Traumbilder durch die zwei kleinen Hinterhausstuben, die Freuden, die erregenden Erlebnisse, die jubelnd aufrauschenden Beglückungen wurden hier nur als Spieglbilder einer ferneren Wirklichkeit ausgenommen. Es gab derlei draußen, in der bunten, reichen Welt. Es hat da draußen im Felde, an allen Fronten, bei allen Völkern, die sich nach einem seltsamen Beschluß des Schicksals gegenüberstanden, Helden gegeben, die über alle Pflicht inaus ihr Leben einsetzten, stark und ruhig, den anderen ein Vorbild, und selbst Menschen, denen im bürgerlichen Leben, im Trott des Alltags, nichts von Heldenhaftigkeit anzumerken ist, hatten Momente, in denen sie, mitgerissen von der Größe des Erlebens, vom aufpeitschenden Zwang des Augenblicks, über sich hinauswuchsen. Mit Recht senken sich vor ihnen die Fahnen, reichen wir ihnen den Lorbeer! Ich sah einen Mann, der den Schwarm der gestikulierenden Neugierigen energisch durchbrach, von hoher Brücke hinuntersprang in den Fluß, um einen Ertrinkenden zu retten, und der, den Beifallssturm der Menge ironisch abwehrend, sich eilig davonmachte. Dennoch ist das alles ein Heldentum andrer Art, eines, das etwas von der rauschenden Beglückung der Kraft, des Könnens, der gefühlten Berufung in sich trägt. Es gibt ein lautes und ein stilles Heldentum, eines, das sich völlig im Verborgenen abspielt, und eines, das beflügelt ist durch den Zuruf Tausender. Es gibt Momente, wo der rechte Mann nicht mehr zurück kann, wo er die Ehre oder das Leben zu verlieren hat. Solche großen Augenblicke erleichtern heroische Entschlüsse, sie zwingen selbst dem Gegner Achtung ab. Ach, nichts von all solchem beglänzten Heldentum erleichterte unserem Mann seine Aufgabe, ihm winkten weder Ruhm noch Ehre, nicht einmal Dank. Und eben darum war er ein Held, wie eben alle ungesehene, unbelohnte, ein ganzes Leben hindurch erfüllte Pflicht, die mit ständiger Entsagung verbunden ist, zum Heldentum wird, nur deswegen nicht geehrt und bewundert, weil es ohne Glanz ist und eine Alltäglichkeit! Sind wir nicht ungerecht, indem wir nur das glänzende, das weithin sichtbare Heldentum ehren und nicht das stille und verborgene, das in einem grauen Gewand in der Menge dahinschreitet?— Alle Hochachtung vor dem Mann, der seinen Kameraden durch sein Heldentum das Tor zur feindlichen Stellung öffnet, unsere Verbeugung dem energischen Helfer, der von der Brücke sprang, um ein Menschenleben zu retten, aber es wäre einmal ganz interessant, zu fragen, ob sie es fertiggebracht hätten, sechzig Jahre lang, ein ganzes Leben hindurch, ohne im Blickkreis Hunderter zu stehen, ohne dem Zauber, dem Rausche, dem Fanfarenruf des Augenblicks gehorchen zu müssen, so durchzuhalten! Der Augenblick kann uns durchglühen, die Dauer zermürbt uns; für den Moment können wir die Kräfte eines Riesen aufbringen, aber das Grau der Alltäglichkeit, der Staub der Bedürftigkeit raubt uns den Elan. Da liegt's!— Ich sah den etwas kümmerlichen, säbelbeinigen Herrn Neumann zuweilen vor Schaufenstern stehen und all die aufgestapelten Schätze betrachten. Wir gern wohl hätte er dieses und jenes gehabt, auch der Frau seines Herzens, dieser verblühten, abgerackerten Lebensgefährtin das eine und andere heimgebracht. Verwegene Wünsche! Zuweilen murmelte er dann irgend etwas, es sah so aus, als rechnete er, doch das Ergebnis war immer dasselbe: Es ging nicht! Aber die Kinder! Welche tiefe Wahrheit liegt in dem Wort, daß ein Vater eher sieben Kinder ernähren kann, als sieben Kinder einen Vater!— Nun, nun, man war ja alt. man brauchte nicht mehr viel und hatte wenig Wünsche; die Kinder indessen waren noch begehrlich, die mürrische graue Dame „Entsagung“ hatte noch nicht die dürre Hand auf ihr Herz gelegt; man tat, was man konnte. Da liegt er nun in seinem hölzernen Schrein!=Es war sein einziges Versagen in einem langen Leben, sich nun schon davonzumachen, da man ihn noch brauchte.— Auf dem Kleiderschrank oben liegen die paar Bücher, die er liebte, liegen der Tabakskasten und die beiden Pfeifen, ohne die er nicht auskommen konnte. Für mich— auch wenn Sie widersprechen— ist er ein Held gewesen; ich verneige mich vor ihm! Zusammenklang mit der Wesensart der Bevölkerung seinen eigenen Stil prägen, soll. Die Oper wird spielplanmäßig und durch einen wesentlich vergrößerten Chor bedingt wieder stärker in den Vordergrund treten— die geistige Diskussionsebene im Sinne jünger Dramatik wird das Schauspiel sein. Als vorläufige Uraufführungen sind angenommen: Heinz Schwitzke:„Der heilige Sturm“, Hannes Razum:„Die Machthaber“, als westdeutsche Erstaufführung:„Ritter vom Mirakel“ von Lope de Vega— Hans Schlegel. Die Arbeit der Tanzgruppe hat, über die laufende illustrative Verpflichtung hinausgehend, eine eigenschöpferische Bedeutung— die Operette wird den Spielplan auflockern und ist in ihrer künstlerischen Disziplin den anderen Spielgattungen stilistisch entsprechend eingegliedert. Eine Anzahl wesentlicher Neuverpflichtungen in allen Spielkategorien(Tuerschmann, Osenberg, Keßler, van Heer, Großmann, Moll, van Rappard, Bausch, Blume, Panney, Winter. Ziems) ergänzen den vorhandenen Personalbestand. Dutzen Sie ein Klovier mit Sand? Das würde seinem Glanz wohl nicht bekommen. Genau so ist's mit lhren Zähnen. Für sie ist das Feinste gerade gut genug. Probieren Sie den leinen Putzkörper der Niveo-Zahnpasta. Der erhält ihre Zöhne blitzblank und schont den Zahnschmelz. Im Zuge der Aufbauarbeit wurden beide Theaterräume durch ein großzügiges Entgegenkommen der Stadtverwaltungen von Prof. v. Wecus, Düsseldorf, grundlegend erneuert resp. vollkommen umgestaltet. Das neuzeitliche Kammerspielhaus in Rheydt erhielt eine räumliche Ausgestaltung, die in ihrer Gepflegtheit und künstlerischen Linie den Besuch zu einem festlichen gestaltet. In M.Gladbach wurde die Kaiser=Friedrich=Halle vollkommen umgebaut— ein neuer Raum wurde in den alten eingearbeitet— statt Jugendstil— Linie, ausgeführt in Holz, Glas und Stoff. Die Eröffnung findet am 17. 9. in Rheydt mit„Maria Stuart“ statt(Inszenierung: Winds), in M.Gladbach am 19. 9. mit„Lohengrin“(Inszenierung: Dr. Wiesner, musikalische Leitung: Wünschmann). Im Vordergrund des Spielplanes steht das zeitgenössische Schaffen, vertreten im Schauspiel durch die Namen Haerten, Langenbeck, Rehberg, Möller u. a.— Gerster, Reutter, Kusterer im Musikalischen. Mein Bestreben wird es sein, das künstlerische Eigenleben der Städtischen Bühnen M.Gladbach=Rheydt aus den örtlichen Gegebenheiten zu entwickeln und zu steigern. Bad Homburg hat den Forschungsreisenden Wilhelm Filchner, dem vom Führer der Nationalpreis verliehen worden ist, bereits vor einigen Jahren durch einen Gedenkbrunnen geehrt, dessen Bildnisbüste von Bildhauer Prof. Fehrle stammt. Oer-Mittan, notien. Das Klopstock=Haus zu Quedlinburg hat von dem italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini dessen Porträt mit eigenhändig geschriebener und in herzlichen Worten gehaltenen Widmung erhalten. Die feierliche Uebergabe des Geschenkes erfolgt während einer am 16. Oktober im Quedlinburger Klopstock=Haus in Gegenwart führender deutscher und italienischer Persönlichkeiten stattfindenden Feier. Das Geschenk des Duce ist ein erneutes Bekenntnis zu dem Dichter Klopstock und dem von ihm vertretenen Kunstideal. Schrieb er doch im Jahre 1908 an der Universität Bologna eine Doktorarbeit über„Die Poesie Friedrich Klopstocks“. Ursprünglich sollte anläßlich des 75. Geburtstages Gerhart Hauptmanns am 15. November das kürzlich vollendete neueste Werk des Dichters„Ulrich von Liechtenstein“ in Berlin zur Uraufführung gelangen. Das Werk sollte gleichzeitig im Wiener Burgtheater herausgebracht werden. Nunmehr will Hauptmann sein neues Stück vorläufig überhaupt noch nicht den Bühnen überlassen, so daß die Geburtstagsfeiern auf diese Uraufführung verzichten müssen. Das Staatliche Schauspielhaus Berlin hat dafür „Die versunkene Glocke“ mit Werner Krauk in der Rolle des Heinrich und Käthe Gold als Rautendelein angesetzt. Im Wiener Burgtheater gelangt„Kollege Crampton“ mit Treßler in der=Titelrolle in einer Neuinszenierung zur Aufführung. Das Stadttheater Aachen hat folgende Werke zur Uraufführung in der Spielzeit 1937/38 angenommen: „August der Starke“, eine Tragödie von Franz Büchler, „Die unbekannte Geliebte“, ein Lustspiel von Lope de Vega in der Nachdichtung von Hans Schlegel, ferner ein Werk des Holländers E. Lomann in Nachdichtung von Hannes Razum, endlich die Operette„Die Nacht vorher“ des Münchners Artur Wagner, Musik von Walter Petzl. Im Rahmen der Gaukulturwoche findet am 9. und 10. Oktober auf Schloß Burg ein Bergisches Brahmsfest statt, bei dem der Vizepräsident der Reichsmusikkammer und Präsident der Fachschaft Komponisten, Professor Dr. h. c. Paul Crgener die Festansprache hält. Die Deutsche Dante=Gesellschaft hielt unter dem Vorsitz von Geheimrat Walter Goetz(München) auch ihre diesjährige(72.) Hauptversammlung wieder in Weimar ab. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Festrede von Prof. Dr. Duroff über„Dante und die Antike“. Der Bonner Gelehrte beleuchtete in seinem Vortrag die Einflüsse der Antike und ihrer Dichter auf die geistige Haltung und das dichterische Schaffen Dantes. Dr. von der Gabelentz, der Burghauptmann der Wartburg. deutete in einem weiteren Vortrag Dantes„Paradies"=Dichtung als malerische Offenbarung aus. Freiherr Christian von Falkenhausen las einen Abschnitt der„Göttlichen Komödie“ in seiner eigenen deutschen Nachgestaltung vor. Komische Oper in Düsseldorf Rossinis„Der Barbier von Sevilla“ in neuer Einstudierung Die neuen Leiter westdeutscher Bühnen Nach den Theaterleitern von Krefeld, Dortmund und Oenabrück äußern sich anschließend die Inten danten der Pfalzoper Kaiserslautern und der Städtischen Bühnen von M.Gladbach-Rheudt über ihre Arbeit Bruno von Niessen Clausen Bruno von Niessen, Pfalzoper Kaiserslautern: Der Aufgabenkreis eines Theaters im Grenzlandgebiet erfordert stärkste Anspannung aller zu Gebote stehenden Kräfte. Ich betrachte es als meine oberste Pflicht, die Kulturpolitik des Dritten Reiches auch in der Pfalz Wirklichkeit werden zu lassen. Durch selbstlosesten Einsatz für echte, wahre Kunst wird es das Bestreben der Leitung der Pfalzoper sein, alle Schichten der Bevölkerung an die Kulturgüter der Nation heranzuführen und damit bei jedem Volksgenossen das Interesse zu erwecken an der Errichtung unseres deutschen Nationaltheaters. Bei der Spielplangestaltung wurde dem zeitgenössischen Opernschaffen in erhöhtem Maße Beachtung geschenkt, in praktischer Durchführung meiner als Opernreferent der Reichstheaterkammer aufgestellten Richtlinien. Es gehört zu den wichtigsten Obliegenheiten einer Bühne, dem lebenden deutschen Komponisten jede nur irgend mögliche Förderung angedeihen zu lassen. An deutschen Opernwerken sind in Aussicht genommen: Richard Strauß„Arabella", Fritz von Borries„Magnus Fahlander“, Wolf=Ferrari„Die vier Grobiane", Paul Graener„Don Juans letztes Abenteuer“, Norbert Schultze „Schwarzer Peter“, Wilhelm Kempf„Die Fastnacht von Rottweil", L. Lederer„Der Vormund wider Willen“; ferner Mozarts„Entführung aus dem Serail", Lortzings„Die beiden Schützen“(in der Originalfassung), d'Alberts„Tiefland" und Cornelius'„Der Barbier von Bagdad“. Die ausländische Oper wird vertreten sein mit Puccini„Mädchen aus dem goldenen Westen", Donizetti„Don Pasquale“, Verdi„Ein Maskenball“, Pergolesi„Die Magd als Herrin Auber„Fra Diavolo“. Als Ballett wird„Der Zauberladen“ von Rossini in der Bearbeitung von Respighi zur Aufführung gelangen. Der Operettenspielplan enthält Werke von: Supeé„Fatinitza“, Johann Strauß„Ali Baba und die 40 Räuber“, Millöcker„Der Feldprediger“, Zeller „Der Kellermeister", Heuberger„Barfüßle", Sullivan „Mikado", Lecogg„Giroflé=Giroflà", Linke„Gri=Gri“, Künnecke„Lady Hamilton“. Snaga„Wenn Liebe befiehlt", Vetterling„Die Dorothee", Dostal„Die Vielgeliebte“, Stauch„Ping=Pong“, Corzilius„Prinzessin für eine Nacht“ Als Gastdirigenten sind vorgesehen: Dr. Richard Strauß, Operndirektor, Pros. Clemens Krauß(Bayer Staatsoper München), Prof. R. Krasselt(Städt. Bühnen Hannover), Intendant Erich Orthmann(Volksoper Berlin), Staatskapellmeister Joh. Schüler(Staatsoper Berlin). Als Bühnenbildner haben ihre Mitwirkung a. G. zugesagt: Reichsbühnenbildner, Prof. Benno v. Arent, Prof Adolf Mahnke, Dresden, Edmund Erpf, Paul Haferung, Gortfried zum Winkel, Berlin. Als Gäste werden Mitglieder der Staatsoper Berlin sowie anderer nan hafter Bühnen des Reiches an der Pfalzoper tätig sein und damit ihren kameradschaftlichen Willen bekunden, mitzuhelfen am inneren und äußeren Aufbau unseres südwestdeutschen Kulturinstitutes. Erich A. Winds, M. Gladbach-Rheydt: Die grundsätzliche Absicht meiner Arbeit ist, lebendiges, kämpferisches und zugleich auch gepflegtes Theater zu spielen. Der Spielplan und das von mir zum Teil neu verpflichtete Personal sind Ausdruck dieses künstlerisch entsprechend ausge richteten Willens, der dem Schaffen der Städtischen Bühnen M.Gladbach=Rheydt ein persönliches Gesicht geben und im 733 Privat E. A. Wind: Es kommt selten vor, daß ein Kapellmeister zum Regiefach überwechselt. Kurt Puhlmann, bisher Schauspielund Operettenkapellmeister in Essen, hat diesen Sprung über das Orchester weg getan und den Dirigentenstab gegen das Regiebuch eingetauscht. Man durfte gespannt sein, wie ein Musiker die Inszenierung von Rossinis komischer Oper anfassen würde. Wenn sich der Vorhang hebi, sieht man Figaros Rasierstube auf einen Prospekt aufgemalt, vier gemalte „Kunden“, für die nach Art des„Blauen Vogels“ Statisten ihren„Kopf ins Loch stecken“, lassen sich von Figaro, der dabei seine berühmte Kavatine singt, bedienen. Die Kavatine wird zur Ouvertüre, die Ouvertüre zur Zwischenaktmusik Das ist eine ziemlich überraschende Entscheidung des Regisseurs Puhlmann gegen den Musiker Puhlmann, der zwar die störende Verwandlungspause im ersten Akt überbrückt, dafür aber einen störenden Eingriff in den dramaturgischen Organismus vornimmt. Oder: während des Duetts FigaroRosine ziehen sich Bartolo und Basilio hinter einen Vorhang zurück, bleiden aber in starker Gegenbeleuchtung als Schattenbilder sichtbar und führen ein komisches Komplimentiertheater auf. Die Zuschauer interessieren sich(wie stets) mehr für das Sichtbare, haben dementsprechend ihr Vergnügen an dem Schattentheater und schenken dem Duett nur wenig Aufmerksamkeit. Auch hier hat sich der Regisseur gegen den Musiker entschieden. * Nun reizt allerdings kaum eine komische Oper den Regisseur so sehr, ihren Witz und ihre heitere Laune mit möglichst vielen szenischen Einfällen sichtbar zu machen, wie gerade der „Barbier von Sevilla“. And da Puhlmann in der eigentlichen Durchführung der Komödie viel beschwingten szenischen Witz zeigt, sein Ensemble gleich beim erstenmal bereits mit fester Hand selbst bis in die Nebenszenen hinein zu führen weiß und sich somit fraglos als eine Begabung ausweist, wäre hier nur noch der Rat der szenischen Dämpfung und behutsameren Anpassung an die musikdramaturgischen Gesetze zu geben.(Denn wir haben schon öfter ausgeführt, daß„musikalisch inszenieren“ nicht heißt, alle Achtel und Sechszehntel der Partitur in Bewegung umzusetzen, sondern das dramaturgische Gesetz einer Oper. z. B. ihre organische Entwicklung von Arie, Ensemble. Finale, sichtbar zu machen, folglich aus dem Auftrittslied der vierten Szene keine Ouvertüre für die ganze Oper. aus einem Duett kein szenisches Quartett zu machen). Mit seinem(wohl für eine Drehbühne gedachten) luftigen Spielgerüst schuf Heinrich Hofmann(früher Duisburg) dem Spielleiter viele Bewegungsmöglichkeiten. Sie zeugen von einem guten, offensichtlich durch Josef Fennecker beeinflußten Farbengeschmack. Dem Ensemble stand Alfred Poell als ein äußerst wendiger Figaro vor: überlegen in der Inszenierung der ganzen Intrige, männlich elegant im Spiel, bravourös im Gesang. Als Rosine gastierte für die erkrankte Elisabeth Reichelt die frühere Koloratursängerin der Düsseldorfer Oper, Nelly Bisaoff, mit sicherer Beherrschung der Partie. Hans Blessin, der sich in der Rolle des Grafen als lyrischer Tenor vorstellte, war durch eine Indisposition gehindert, seine von Bonn her bekannte schlanke und helle Stimme den Erfordernissen des Düsseldorfer Hauses entsprechend voller einzusetzen. Berthold Pütz, ein nervös aufgeblasener Bartolo und Walter Hagner als korrupt feister Basilio boten ihre grotesken Rollen mit erheiternder Wirkung. Die musikalische Leitung. des mit Siegfried Anheißers neu übersetzten Rezitativen gebotenen Werkes hatte Eduard Martini, der mit sicherem Stab Bühne und Orchester in einem gedeckten, mitunter ewas stumpf klingenden Musizieren zusammenhielt. Kurt Heifer Uraufführung in Münster Haus Kyser:„Wolken am Horizont“ Im Stadttheater Münster ist ein neues Schauspiel von Hans Kyser unter dem Titel„Wolken am Hocizont“ zur reichsdeutschen Uraufführung gekommen. Es behandelt das Thema der deutschen Minderheiten zwischen fremden Staats gewalten. Kyser entwickelt in der Form eines auf einfache, deutlich formulierte Kontraste gestellten Theaterstücks das Schicksal eines 250 Jahre alten Gasthofes, der im Verlauf der Handlung von Usurpatoren aus einem fremden Volkstum zugrunde gerichtet wird. Der Schauplatz des Stückes ist nicht bestimmt lokalisiert, aber es ist durchzuspüren, daß es sich um deutsches Volkstum im Osten handelt. Ein Stück auf der Linie von Kysers Schauspiel„Es brennt an der Grenze" und von Kaergels„Andreas Hollmann“ mit dem spürbaren Ziel, durch die Form des Bühnenstücks anschauliche Aufklärungsarbeit für den Kampf deutschen Volksiums im Ausland zu leisten. * Intendant Willi Hanke setzte sich als Spielleiter persönlich für die bühnengerechte Verwirklichung des Abends ein. Er schuf dem Stück eine saubere und werkgerechte Wiedergabe, die das Stück von den darstellerischen Charak teren her zu prägen bemüht war. In Heinz Petersen hatte die Aufführung für die Rolle des Schmarotzers Czibuk einen in seiner Schwerblütigkeit hier sehr trefflichen Charakterspieler, in Sylvia Malin eine treffende Darstellerin ür die Maschka zur Verfügung. Edmunda Veigt, Willy Thiemann, Gustav Römer=Hahn u. a. charakteriierten die vom Schicksal der Entwurzelung betroffenen heutschen Gastwirtsleute und Dorfbewohner ebenso wirksam wie Heinz Ladiges den fremden Gendarmen. Ludwig Zuckermandel machte sich um die Aufführung verdient durch ein übersichtliches und atmosphärisch=charakteristisches Bühnenbild. Im Schlußbeifall konnte mit den Darstellern der anwesende Autor persönlich mehrfach auf der Bühne danken. Walter Kordt. Guido Lehrmann 25 Jahre in Wiesbaden Im vierten Akt von Rosenows Komödie„Kater Lampe“ sitzen die erzgebirgischen Waldarbeiter, Schnitzer und Bauern beim Reih'schank im Haus des Briefträgers Ulbrich. Da steht einer von den Waldarbeitern auf(Axel Ivers) und bringt seine Glückwünsche zum fünfundzwanzigährigen Jubiläum des Briefträgers Albrich.(Das steht zwar nicht im Text, aber Guido Lehrmann, der„Briefträger Ulbrich“, ist jetzt 25 Jahre am Wiesbadener Theater). Der Waldarbeiter spricht weiter, wie der Briefträger all die Jahre hindurch die Briefe gebracht hat, die großen wie die kleinen, die dicken wie die dünnen, immer pünktlich und genau. Eine Welle herzlichen Beifalls verband Bühne und Zuschauerraum. Guido Lehrmann, ein gebürtiger Berliner, kam über Breslau, Freiburg und Darmstadt 1912 an das damalige Wiesbadener Hoftheater, dem er nun unter sieben Intendanten angehört hat.„Geßler",„Mephisto",„Falstaff“ und die anderen großen Rollen seines Fachs hat er hier gespielt. sein Schauspielertum, seine Charakterisierungskunst aber auch in kleinen Rollen oft bewährt. Am Schluß seiner Jubiläumsvorstellung dankte ihm das Wiesbadener Problikum dafür mit langem und herzlichem Beifall. —5 Das neue Buch: Matrosenschicksal Robert Seitz:„Der Leuchtturm Thorde.“ Roman. 284 Seiten. Leinen 5,50 Mark. Paul=Zsolnay=Verlag, Berlin, Wien, Leipzig. Es ist die Geschichte des heimgekehrten Matrosen, der den Willen hat, nun auf dem festen Land zu bleiben. Aber das Meer läßt ihm keine Ruh, der Leuchtturm lockt aus der Ferne mit seinem Blinklicht. Da hilft schließlich weder Frauenliebe noch Landbesitz, der Seemann geht wieder auf und davon. Es sind im Grunde nur simple Geschehnisse und Menschen, aber der Verfasser versteht es, sie gerade wegen ihrer Einfachheit und Natürlichkeit uns liebenswert erscheinen zu lassen. Hulda Pankok. Städtische Bühnen, Düsseldorf. „Ja suche meine Frau“, u M. Hergeth. H. Kindler. Musik von Herdert Walter, gelangt am kommenden Sonntag im Operettenbaus zur westdeutschen Erstaufführung. Die Inszenterung besorgt Frivz Landsittel, die musikalische Untermalung besorgen an zwei Flügeln Josef Vorsmann und Hanns Reinart: die Bühnenbilder dat Heinz Hoffmann entworfen. Hauptschriftleiter: Franz Tepel Stellvertreter des Hauptschriftleiters und Chef vom Dienst: Heinz Gorrenz(zur Zeit verreist). Verantwortlich(auch für Bilder für Sport: Hubert Benedict: für Politik: Franz Tepel: für Theater und Kultur: Dr. M. A. S.tommel: für Film: Helmut Heidelaus: für Wirtschaft: Paul Freytag: für Frauenfragen: H.-.-—— fragen: Annemarie Wildelm Kranesel) garg; verantwortlich Spiller ausgabe über 46 000. davon Bezirk Nord über 28000, Bezirk Süd über 17000. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 7 gültig.— Druck und Vertag: Droste Verlag u. Druckerei K.=G. Düsseldorf. Pressehaus. Hulda Pankok; für Jugendpitzfaden: für Westdeutschland: Anzeigenleiter: Wolfram Vonrantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hans sämtlich in Düsseldorf. D.=A. VIII. 1957: Gesamt Nachrichten aus Westdeutschland „Der Mittag“ Nummer 216 „Alles gesund! Eifelstrapazen gut überstanden! Letzter Tag der herbstübungen des VI. Armeekorps van Bevern Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsen, läßt sich durch Oberst Auleb. den Kommandeur des I.-R. 39, über die Lage unterrichten. Ende gut... Sonderbericht des Mittag Schleiden, 16. September. Der Himmel versprach ein lächelndes Gesicht, als wir in der frischen Frühe dieses Morgens die übliche Fahrt auf die Höhen des Eisellandes antraten. Und einige Stunden hielt er sein Versprechen. Die Sonne ließ die nun schon halb vertrauten Bergzüge und Talsenken wie Bilder aus einem Märchenbuch erscheinen. Die Hohe Eisel präsentierte sich im vollen Glanze ihrer bald rauschenden, bald verträumten, bald heroischen, bald romantischen Pracht. Nur die von Tausenden von schwersten und leichten Fahrzeugen, von Motorwagen und Pferden zerstampften Nebenstraßen waren braune Schlammseen geworden. * Die Truppen hatten die schauderhaft verregnete Nacht im Freien verbringen müssen, um den kriegsmäßigen Charakter der Uebungen in jeder Richtung zu erhalten. In die Zeltbahn gerolkt, die Decke über die Ohren gezogen, ging dies ebenso vorzüglich, wie es uns im Weltkriege gar nichts Besonderes schien. Und Rum wurde auch zu den Nachtübungen dieses Manövers ausgegeben, so daß der alte bewährte Kriegsbrauch nirgends gebrochen wurde. Soldaten, Kameraden waren denn auch in brillanter Verfassung. Und bereits in den frühen Morgenstunden gerieten sich Freund und Feind, gleich Blau und Rot, in die Haare. Der Wald auf der Höhe tickte voller Merkwürdigkeiten, und den Rehen war die Geellschaft der Gäule, Wagen und Männer, die so viel Lärm machen konnten, gar nicht sympathisch. Manch verdutzter Bock sauste im Hoppelgalopp mit den Seinen durch die Gegend. Auch die Besatzungen der Panzerspähwagen waren nicht faul, und so war denn das erste Kampfbild des Tages ein lebhaftes Feuergefecht zwischen blauen stählernen Maschinengewehrnestern und den mit vielen Wagen belasteten roten Kolonnen, die den dichten Fichtenwald als Nachtlager erkoren hatten. Die Schiedsrichter hatten es nicht leicht, dem Schneid der Truppen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, das heißt der Lage, wie sie sich im Ernstfalle gestaltet haben würde. Auch die außer Gefecht gesetzten„Leichen“ waren zufrieden. Beide Armeen hatten Aufgaben, die noch am letzten Tage der Uebungen außerordentliche Ansprüche an die Mannschaften und die Pferde, an die Führung und an das Material stellten. Das Gelände war infolge der ständig zu überwindenden erheblichen Höhenunterschiede der aufgeweichten Waldund Feldwege eines der schwierigsten, die für Uebungen großer Verbände in Frage kommen können. Andererseits gab es vielfältige Gelegenheit zur Durchführung militärisch interessanter Aufgaben, zur Erprobung der Leistungsfähigkeit motorisierter Waffen und dergleichen. Die Truppen haben alle damit verbundenen Strapazen großartig überstanden. Der Wechsel von Regen, Sonnenschein und schneidender Höhenluft hat weder die Aerzte besonders beschäftigt noch die Leistungen herabgedrückt. So zeigte denn auch der letzte Kampftag Eindrücke, die nach jeder Richtung erfteulich waren. Die Täler und Höhenzüge waren belebt von Soldaten, die voll und ganz bei der Sache waren. Es war eine Freude, das prachtvoll geregelte Durcheinander des weiten Schlachtfeldes, der Stellungen der schweren und der leichten Artillerie, der Maschinengewehre und Insanteriegeschütze, der Nachrichtentrupps usw. zu beobachten. Auch die Tiefflieger hatten angesichts der ausgezeichnet gelungenen Tarnung nicht allzu viel zu melden. Und als der Donner der Geschütze, das Tacktack der Maschinengewehre, das dumpfe Bellen der Paks übertönt werden sollte (der Wind erlaubte es nicht) von den schmetternden Haltrufen der Hornisten, war die Entscheidung infolge der Gleichwertigkeit der beiden Gegner noch nicht erzwungen. * Und das war die Ueberraschung. Die rasch und geschickt eingesetzte Verstärkung der Blauen Armee(Generalleutnant Glokke) hatte dem Angriff überlegener und bis zuletzt stark nachrückender Gegner(Generalleutnant Kühne) solchen Widerstand entgegengesetzt, daß in dem Augenblick, als der Kommandierende General des VI. Armeekorps, General der Artillerie von Kluge. die Uebung zum Stillstand brachte, beide Parteien sich in einer fast geraden Front gegenüberstanden. Aber da diese Uebungen sa nicht den Zweck haben, eine Partei über die andere siegen zu lassen, sondern die Leistung der Truppe und den Umfang ihrer Ausbildung zu erproben, konnte man es verstehen, daß der Kommandierende in sichtbar bester Laune„Das Ganze halt!" blasen ließ. Dies geschah auf dem Birkenberg, zwischen den kleinen Orten Eiserfey und Harzheim, südlich Mechernich gelegen. einer Höhe, von der man einen so großartigen Rundblick auf das Eifelland hat, daß ihre Wahl zum Feldherrnhügel trotz der strategischen Bedeutung des Berges an diesem„Kampftage“ begreiflich war. Hier hatten sich auch Gauleiter Staatsrat Florian und Reichsstatthalter Meyer neben zahlreichen anderen Gästen der Manöverleitung eingefunden. Die Manövergäste und auch die Schulklassen, die mit ihren Lehrern vom Birkenberg den Verlauf des Kampfes beobachteten, dürften überaus befriedigt, wenn auch stark durchgeschüttelt vom Eiselsturm, von diesem Feldherrnhügel geschieden sein. Allein das prachtvolle Landschaftspanorama konnte den Schlachtenbummler, der offene Augen hat, begeistern. Dazu traten die Bewegungen der kämpfenden Truppen, die Sprünge der Infanterie, der Stellungswechsel der Paks und Flaks, das Vorgehen von Panzerspähwagen und Kavalleriespähern, die Tätigkeit der Flieger und der gesamte Schlachtenlärm, den, wie oben bereits gesagt, die Hornisten nicht zu übertönen vermochten, obwohl alle Beteiligten naturgemäß sehnsüchtig auf den Ruf des Kommandierenden warteten. * Insbesondere diejenigen Truppen, die am Donnerstag an der großen Parade bei Euskirchen teilnehmen werden. Hier schließt eine der interessantesten Großübungen der jungen deutschen Wehrmacht, und zwar in einem Gelände, das als Grenzmark wie als Landschaft größere Beachtung aller Freunde der Natur erzwingt, die nirgends im Mittelgebirge eigenartigere und abwechslungsreichere Landschaftsbilder als in diesem Eifellande schuf. Wir haben allen Grund. auf deutsches Land und deutsche Menschen stolz zu sein. Dieses Bekenntnis kann als Erfahrungssatz am Schluß der Herbstübungen des VI. Armeekorps in der Eifel stehen. Heinz Gorrenz. Gute Aussichten für die Kölner Herbstmesse Ausstellungskläche mußte um 8 v. S. vergrößert werden Vielseitige Auswahl Eigendericht des Mittag Köln. Die Aussichten für die Kölner Herbstmesse, die vom 19. bis 21. September in den Hallen zu Köln=Deutz abgehalten wird, sind, wie der Leiter der Messe= und Ausstellungsgesellschaft. Direktor Dr. Compes. am Mittwochnachmittag bei einer Pressebesprechung betonte, auch in diesem Jahre wieder recht günstig. Die Zahl der Ausstellerfirmen hat sich wie üblich gehalten, während die Ausstellungsfläche um acht Prozent vermehrt werden mußte. Beweis dafür, daß die Kölner Herbstmesse sowohl für den westdeutschen wie für den südwestdeutschen Wirtschaftsraum verstärkte Bedeutung hat. Auch aus dem nähen westlichen Ausland werden interessierte Einkäufer erwartet, die bekanntlich auf den bisherigen Messen in Köln nicht fehlten. Westdeutschland mit seinen dicht besiedelten Gebieten hat in der Kölner Messe den Markt. der die notwendige Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage. Erzeugung und Handel für die Gebrauchsgüterindustrie übernimmt. Durch ihre Entwicklung zeigt die Kölner Messe, daß sie diese Aufgaben im Interesse der beteiligten Wirtschaftskreise erfüllt. Die Anfragen aus Ausstellerkreisen waren so stark, daß schon vor Monaten die zur Verfügung stehende Fläche belegt war. Am stärksten sind die Aussteller aus dem westdeutschen Industriegebiet, vor allem aus Rheinland und Westfalen. vertreten, jedoch gehört ein Drittel der Aussteller zu den Gebieten Bayern, Sachsen und Thüringen, die ihre westdeutschen Abnehmerkreise durch die Kölner Messe beliefern. Die ausstellenden Firmen der Branchen für Gas=, Küchenund Wohnbedarf erwarten auf der Herbstmesse ein lebhaftes Geschäft, da gerade in Westdeutschland ein starker Warenbedarf besteht. Bis in die letzte Zeit hinein hat sich diese Entwicklung. vor allem wegen des noch immer hohen Zuganges an neuen Wohnungen fortgesetzt. Besondere Aufmerksamkeit wird der Handel den neuen Werkstoffen und den Aufbaustoffen zuwenden, die im vorigen Jahre in größerem Umfange eingeführt wurden. Inzwischen haben diese ihre Feuerprobe bestanden und sich heute in der Fabrikation der Haus= und Küchengeräte weitgehend durchgesetzt. Die Auswahl in den einzelnen Artikeln ist vielseitig geworden. Gegenstände, die früher nur aus einer Metallart hergestellt werden konnten, bietet man heute in neuer Form und in den verschiedensten Werkstoffen an. Die deutschen Fabriken der Fertigwarenindustrie führen eine erstaunliche Anzahl neuer Artikel vor. Die Fabrikanten sind erfinderisch geworden, und der Handel beteiligt sich durch Anregungen. Der Siegeszug der Kunstharzpreßstoffe. die zusammen mit Metall. Keramik. Porzellan und selbst mit Holz verarbeitet werden, hat sich fortgesetzt. Sie treten in allen Farben herdurchsichtig. teils undurchsichtig. Der deutsche Aufbaustoff Aluminium tritt, wie aus den Ankündigungen der Firmen hervorgeht, stark in Erscheinung. Man kann daher schon von einem gewissen Erfolg der Rohstoffverlagerung sprechen. Nur in einzelnen Zweigen, die bei ihrer Produktion stärker auf Stahl und Eisen zurückgreifen müssen: werden auf dem Binnenmarkt mit Rücksicht auf Ausfuhr und Aufträge längere Lieferzeiten benötigt, die sich aber in durchaus tragbaren Grenzen halten. Dr. Joseph nach Königsberg versetzt Eigenbericht den Mittag Köln. Der Finanzdirektor und Leiter der Verwaltung und Verkehrsabteilung bei der Reichsbahndirektion Köln, Dr. jur. Joseph. wird am 1. Oktober unter Beförderung zum Vizepräsidenten nach Königsberg in Preußen versetzt. Dr. Joseph wurde im Jahre 1882 geboren und trat 1911 bei der Reichsbahndirektion Köln als Assessor ein. 1917 wurde er Regierungsrat, und seit 1926 wirkte er als Eisenbahn= oberrat bei den Direktionen Mainz, Saarbrücken, Erfurt, Essen und Frankfurt am Main, wo er auch das Pressedezernat leitete. In Frankfurt war er fünfzehn Jahre lang tätig und wurde 1934 als Direktor nach Köln versetzt. Den Krieg machte er von 1915 bis 1918 im Feldeisenbahndienst mit. Erwähnenswert ist, daß Dr. Joseph 1933 mit der Geschäftsführung der ersten Bauleitung der Reichsautobahn in Frankfurt betraut wurde. Er war der erste Jurist bei der Reichsautobahn und verstand es, alle Schwierigkeiten zu überwinden, die in jener Zeit beim Grunderwerb der Reichsautobahnen auftauchten. Winzerfesttage am Siebengebirge Eigenbericht des Mittag Honnes. Im Reigen der mittelrheinischen“ Winzerfeste folgt nun Honnef, die Kurstadt am Fuße der sieben Berge, die am Sonnabend, dem 18., und Sonntag, dem 19. September, ihr Fest der Weinlese feiert. Von allen beteiligten Stellen werden die beiden Festtage bestens vorbereitet, und es ist zu erwarten, daß ein starker Fremdenzustrom nach Honnef einsetzen wird. Schon am Sonnabendnachmittag beginnt das rheinische Winzerfestleben auf dem Marktplatz, der in ein Wein= und Winzerdorf umgestaltet wird. Winzerinnen in schmucken Trachten kredenzen den an den sonnigen rheinischen Hängen des Siebengebirges gewachsenen Wein. Im Mittelpunkt des Weindorfes steht die historische Weinstätte der Ritter von der Löwenburg. Eine Festbeleuchtung verleiht dem mit Baumgrün geschmückten Platz in den Abendstunden einen besonderen Reiz. Der Sonntag bringt als Höhepunkt des diesjährigen Winzerfestes den Festzug, der unter dem Motto„Der Wein im Lied“ steht. Ueber zehn prachtvolle Wagen und eine Anzahl sorgfältig und sinnvoll zusammengestellte Fußtruppen versinnbildlichen den im deutschen Lied verherrlichten Rheinwein. Das Weinsest der Westmark am 17. Oktober Eigenbericht des Mittag Linz. Der Westmarkgau Koblenz=Trier veranstaltet in diesem Jahre erstmalig ein großes Wein= und Winzerfest in Bernkastel=Kues. Das für die gesamte Westmark mit den Weingebieten Rhein. Mosel, Ahr. Nahe. Saar und Ruwer geltende Fest wurde endgültig. auf den 17. Oktober, den Tag des deutschen Weines und der Traube, festgelegt.. Die Gauleitung der NSDAP. des Gaues Koblenz=Trier=Birken= feld hat einen Aufruf zur Mitarbeit aller Weinorte erlassen und bringt zum Ausdruck, daß das Fest über den Charakter der örtlichen Winzerfeste hinaus zu einer machtvollen Gemeinschaftsleistung hinauswachsen soll. Der Ausschuß für das große Winzerfest der Westmark hat seinen Sitz in Bernkastel=Kues(Mosel), an ihn sind auch die Meldungen der teilnehmenden Orte zu richten. Reichssiegerprüfung für Gebrauchshunde in Krefeld Eigenbericht des Mittag Kreseld. Die Reichsfachschaft für Gebrauchshunde e. V. (Sitz Duisburg) veranstaltet am 25. und 26. September hier ihre Reichssiegerprüfung 1937, auf der die besten Diensthunde aller Gaue des Reiches, die in der Reichsfachschaft zusammengefaßt sind, vorgeführt werden. Die Veranstaltung wird also der Treffpunkt zahlreicher Gebrauchshundleute aus ganz Deutschland bilden. Mit der Durchführung der Reichssiegerprüfung wurde die Ortsgruppe Krefeld um Umgebung beauftragt. Am Freitag, dem 24. September. ist Empfang der Richter, Leitmänner und auswärtigen Gäste im Hotel„Krefelder Hof“. Am Sonnabend beginnt die Prüfung mit den Suchübungen auf dem Golfplatz bei Traar. Der Sonntag bringt dann auf dem Sportplatz des VfL. Preußen am Sprödental die Prüfungen in Gehorsamsübungeun und der Mannarbeit mit Konzert der Polizeikapelle. Vertreter der Wehrmacht, der Polizei und der Behörden werden der interessanten Prüfung beiwohnen. 3. Deutsch=Niederländische Kulturtagung in Quisburg Hervorragende slämische Dichter und Schriftsteller nehmen teil Eigendericht des Mittag Duisburg. Heute(Donnerstag) wird in Duisburg die 3. Deutsch=Niederländische Kulturtagung der deutsch=flämischen Arbeitsgemeinschaft abgehalten als der Abschluß einer mehrtägigen Erkundungsfahrt durch das niederrheinische Land, wobei die Städte Kleve. Geldern, Goch, Xanten und Kalkar eingehend besichtigt wurden. Die Arbeitstagung am Donnerstagnachmittag im Ratsherrnsitzungssaal des Duisburger Rathauses steht unter der Leitung des Kölner Universitätsprofessors und Mitgliedes des Reichstages M. Spahn. Die Tagung, an der eine Anzahl bekannter flämischer Dichter und Schriftsteller teilnimmt, ist ausgerichtet vom Außenamt der Reichsstudentenführung. Ui küren Platt! Ha moß ab Düsseldorfer Mundart En Burescholl hät Besök gekritt vom Schollinspekter. Dene Jöngkes on Weitches es et schwöl, dem Lehrer noch mieh. Besondersch et Könebergs Jüppke hät d’r Zedder en de Box; denn et Rechne es eme Book met sibbe Siegele. De Lehrer well et öm leicht maake on frögt: „Wieviel ist vier weniger drei?“ Et Jüppke mäckte Gesecht wie en Hipp, wenn et donnert. „Wenn du von vier Fingern drei wegnimmst, wieviel bleiben dann übrig?“ Aewer et Jüppke weeß ei nit. Do hät de Schollinspektor Metleid met dem Jüppke, on hengerm Röcke vom Lehrer böhrt hä verstohle d'r rechte Zeigefenger en de Höh. Eescht kickt et Jüppke verwondert op de Fenger, bis op eemol öm en Tronslamp opgeht. Et Jüppke wenkt dem Lehrer on röft: „Herr Lehrer, d'r Herr Inspekter moß emol ab!“ Hans Müller=Schlösser. Im Auto verbrannt Schweres Verkehrsunglück bei Krefeld Krefeld. Am Mittwochnachmittag gegen fünf Uhr stießen auf dem Bahnübergang Fütingsweg ein Wagen der Rheinischen Bahngesellschaft und ein Personenkraftwagen zusammen. Der Kraftwagen, der in westlicher Richtung den Fütingsweg befuhr, prallte auf den von Düsseldorf kommenden Triebwagen auf und geriet durch Explosion des Benzinbehälters sofort in Brand. Dem Führer des Personenkraftwagens als einzigem Insassen gelang es nicht, sich in Sicherheit zu bringen. Die sofort zur Hilfeleistung herbeigeeilte Feuerlöschpolizei konnte den Fahrer nur noch als Leiche bergen. Der Wagen ist vollständig verbkannt. Neue Erfolge der Ausgrabungen im Teutoburger Wald Eigendericht des Mittag Bielefeld. In der Lippischen Gemeinde Oerlinghausen am Teutoburger Wald. in der durch den Reichsbund für deutsche Vorgeschichte die erste Germanensiedlung errichtet und durch Reichsminister Rust eröffnet wurde, sind unter der Leitung des Vorgeschichtsforschers Diekmann wieder umfangreiche Grabungen durchgeführt worden, die jetzt neue, überraschende Ergebnisse gebracht haben. So konnten drei Häuser freigelegt werden, die von Sachsen um die Zeitenwende errichtet worden sind. Es handelt sich um ein Pfostenhaus mit vorbildlicher Herdanlage, um ein Fachwerkhaus und um ein Küchenhaus mit Feuergrube. Auch zahlreiche andere Funde, vor allem von Gebrauchsgegenständen, wurden gemacht. Für die Erforschung der Vorgeschichte im Raume des geschichtsreichen Teutoburger Waldes sind die neuen Funde von großer Bedeutung. Bibelforscher vor dem Sondergericht Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren Eigenbericht des Mittag Dinslaken. Mit ihren letzten Werbeaktionen sind die „Internationalen Bibelforscher“, die Mitglieder jenes verbotenen Geheimbundes, der unter religiösem Deckmantel jüdisch=kommunistische Ziele verfolgt und in Stalin seinen „Heiligen Vater und Messias“ sieht, ganz erheblich hereingefallen. Im Dezember und Juni führten die„Ortsgemeinden“ eine„Großaktion“ durch, die ganz Deutschland mit Flugschriften überschwemmen sollte. Der Erfolg war negativ und bestand lediglich darin, daß überall die Sendboten der„Bibelforscher“, gleich rudelweise festgenommen wurden, daß die Staatsanwaltschaften und die Sondergerichte Arbeit in Hülle und Fülle bekamen. Z. B. kann das Sondergericht für den Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf die damals erwischten Bibelforscher nur bezirksweise aburteilen und steht immer noch in der Arbeit. In den letzten Monaten wurden bereits über hundert Bibelforscher aus den Bezirken Düsseldorf. Wuppertal. Duisburg und Krefeld abgeurteilt. Diesmal hatten sich neun Personen, fünf Männer und vier Frauen, aus der Gegend von Dinslaken und Wesel vor dem Sondergericht zu verantworten. Die Anklage legt ihnen Vergehen gegen die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat zur Last. Bis auf einen Angeklagten, der jede Antwort verweigerte mit der Begründung.„er sei nur Jehova verantwortlich", gaben alle Angeklagten ihre Zugehörigkeit zu dem Geheimbund und mehr oder weniger aktive Betätigung zu. Nur die Hauptangeklagten haben sich auch an der Verteilung der verbotenen Flugschriften beteiligt. Die vom Sondergericht verhängten Strafen entsprachen dem Maß der Schuld. Besonders schwer belastet war der 41jährige Ludwia Oberegger. der, im Dezember bereits als„Bibelforscher" zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, den ihm gewährten Strafaufschub zu weiterer illegaler Betätigung mißbrauchte. Er wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Eineinhalb Jahre Gefängnis erhielt der 34jährige Heinrich Dickmann, ein Jahr drei Monate der 45jährige Otto Holtz. ein Jahr Gefängnis die 41jährige Ehefrau Julius Meyer. Die übrigen Angeklagten kamen mit geringeren Gefängnisstrafen davon. (D G Tipp und Topp. Nr. 18. Zeichnungen von Richard Bloos, Donnerstag 16. September 1937 Sport des Der„Mlttag“ Nummer 216 Jadwiga Jedrzejowska Dorothy Little-Round Schirner „Fliegengewichte brauchen nicht so viel zu essen“ Darum erhalten sie meist nur kleine Börsen Wie oft ist schon davon die Rede gewesen, daß man im Berufsboxsport den Kämpfern der sogenannten kleineren Gewichtsklassen bitter unrecht damit tut, sie weitaus geringer zu bezahlen als die Männer der schweren Klassen, und wie oft ist schon dargetan worden, daß die„Kleinen“, diese Fliegen=, Bantam= und Federgewichtler oft die schönsten, technisch und auch kämpferisch besten Gefechte liefern. Ein wirklich stichhaltiger Grund für die bessere Bezahlung der Schwergewichte ist bis heute natürlich noch nicht gefunden worden; einfach, weil es keinen gibt, und es nur deshalb so ist, weil die Boxer mit dem höchsten Gewicht eben, wie man im Boxen sagt, zugleich die Meister„aller Kategorien“ sind. Der Londoner Mitarbeiter der deutschen Boxsportfachzeitschrift scheint jetzt den Stein der Weisen entdeckt zu haben. Er plaudert über den kommenden Weltmeisterschaftskampf im Fliegengewicht zwischen dem Titelhalter Benny Lynch und dem großartigen, in drei Dutzend Kämpfen gegen große und größte Klasse siegreich gebliebenen„Schmied von Colborne“, Peter Kane, der am 13. Oktober in Glasgow steigen soll, stellt fest, daß durch den Wettlauf der Veranstalter um die Durchführung dieses Sensationstreffens die Börsen gewaltig in die Höhe geschraubt worden sind(rund 85.000 Mark für beide zusammen!)), und sagt dann nebenbei und nicht ohne Humor:„Für Fliegengewichtler, die nicht so viel zu essen brauchen, ein ganz annehmbarer Betrag.. Jetzt wissen wir also, warum die„kleinen Boxer“, auch wenn sie größte Weltklasse sind und die herrlichsten Kämpfe liefern, in den Börsen so sehr hinter die Schweren zurückgesetzt werden, eben, weil sie nicht so viel zu essen brauchen! Rico Droog holläntischer Meister Der in Krefeld lebende holländische Berufsboxer Nico Drooa stand in Amsterdam im Titelkampf dem holländischen Halbschwergewichtsmeister Rinus de Boer gegenüber. Der „Krefelder“ konnte seinen Herausforderungskampf erfolgreich gestalten, er lag durchweg im Angriff und hatte in den meisten Runden klare Vorteile. In der 13. und 15. Runde mußte der Titelverteidiger die schützenden Bretter aufsuchen. doch kam er über die Distanz, so daß Nico Droog sich mit einem hohen Punktsieg begnügen mußte. Eder=Kampftag in Berlin Die Reihe der Berufsboxveranstaltungen in der Reichshauptstadt wird nach dem Kampfabend am kommenden Sonnabend mit einem Großkampftag am 1. Oktober im Sportpalast fortgesetzt. Die deutschen Meister Gustav Eder und Josef Besselmann, der in den Vereinigten Staaten so erfolgreiche Weltergewichtler Alfred Katter und der Halbschwergewichtler Arno Przybilski erhalten gute Gegner aus dem Ausland. DSC. Hagen bei Tus Stollwerck Köln Die Boxstaffel des DSC. Hagen, die in diesem Jahre noch ungeschlagen ist, trifft morgen, Freitag, in Köln auf die starke Mannschaft des Tus Stollwerck. Man darf auf der ganzen Linie überaus spannende Kämpfe erwarten. Tennis Die„letzten Acht“ stehen fest Deutsche Meisterschaft der Tennislehrer —4 Weltbild William Tatem Tilden und Lester Stoefen. Berlin, 16. September. Bei schönstem Spätsommerwetter üllten gestern 4000 Zuschauer die Tribünen bei den Meisterchaftskämpfen der Tennislehrer in Berlin. Schon in den rühen Nachmittagstunden standen in Rüßlein, Stoefen (USA.), Messerschmidt, Ramillon(Frankreich), Goritschnig, Rott, H. Bartelt und Tilden(USA.) die letzten Acht fest. Nüßlein hinterließ gegen Blenk einen sehr guten Eindruck, aber auch Tilden, Messerschmidt und Ramillon verrieten wieder ihre große Klasse. Einzel:„Dieckhoff gegen Nasuch 6:4, 6:4, 7:5; Nüßlein gegen Unverdroß 6:1. 6:2, 6:0; Stoefen gegen Eckner 6:0, 6:2, 6:0; Messerschmidt gegen Schultz 6:2, 6:2, 6:0; Ramillon gegen Weudland 6:3. 6:3, 5:7, 6:0; H. Richter gegen Gulcz 4:6, 6:3, 6:1, 8:6; 3. Runde: Nüßlein gegen Blenk 6:2, 6:3, 6:2; Stoefen gegen Dieckhoff 3:6, 6:2, 6:2, 6:4; Messerschmidt gegen Kautz 6:3, 6:3, 6:3; Ramillon gegen Eppler 1:6, 6:4, 6:4, 6:1: Corttschnig gegen Schmidt(Ungarn) 7:5, 4:6, 6:4, 3:6. 6:1: Rott gegen Schlüter 3:6, 10:8, 0:6. 6:2, 6:2; H. Bartelt gegen H. Richter 6:3, 6:3. 6:2; Tilden gegen Solc(Tschecoslowakei) 6:3. 6:2. 6:3. Doppel: Tilden=Stoefen gegen Zank=Unverdroß 6:1, 6:1, 6:0; Eppler=Messerschmidt gegen Fabra Hopfenheit 6:3. 6:0. 6:1: RottNasuch gegen Probst Erder 6:1, 6:0, zurückgczogen: Ni#lein=Ramillon gegen Händler=Gutcz 6:2, 6:2, 6:3. Um die Tennistermine 1938 Der Kalenderausschuß des internationalen Tennisverbandes ist zu einer Sondersitzung einberufen worden, die am 23. Oktober in Paris stattfindet. Es gehl um die Festlegung des Terminkalenders für 1933. Der Beschluß der Franzosen, ihre Meisterschaften vom Mai auf den Juli zu verlegen, hat einen deutschen Einspruch zur Folge gehabt, da dieser Termin für uns sehr ungünstig ist. Man darf um so mehr auf die weitere Entwicklung der Dinge und die nächstjährige Terminliste gespannt sein, als die Möglichkeit besteht, daß Deutschland im nächsten Jahre vielleicht in der amerikanischen Davispokalzone spielt, womit natürlich, unsere Spitzenspieler für die europäischen Juni= und Juliturniere ausfallen würden. Suowest=Mannschaft für Meden=Schlußspiele Bei den Meden=Schlußspielen in Bad Nauheim wird der Gau Südwest durch folgende Spieler vertreten sein: Dr. Landmann, Dohnal, Dr. Henke, Kleinlogel, Psaff und Kaiser. Ersatzspieler ist Dr. Müller. Radsport Schindlers Sieg in Ehemnitz Chemnitz, 16. September. Als letzte Abendveranstaltung in Chemnitz in diesem Sommer wurde gestern ein Steherrennen über 100 Kilometer um den Großen Preis der Industrie abgewickelt. Das Rennen wurde in einem Lauf entschieden. Den Sieg errang der Chemnitzer Schindler, dessen Erfolg stürmisch bejubelt wurde. Der deutsche Meister Schön ließ jeden Kampfgeist vermissen, auch der Franzose Lemoine versagte und gab auf. Schindler setzte sich schon bald an die Spitze, hatte jedoch vor allem mit Hille ernsthafte Kämpfe zu bestehen, ehe er sich endgültig behaupten konnte. Groter Preis der Industrie(100 Kilometer): 1. Schindler 1:29:03 Stunden, 2. Stach 480 Meter, 3. Krewer 490 Meter, 4. Hille 1620 Meter, 5. Schön 1970 Meter, 6. Lorenz bei 86 Kilometer aufgegeben, 7. Lemoine bei 75.4 Kilometer ausgegeben. Halle, 16. September. Einen neuen deutschen Stundenrekord im Radfahren ohne Schrittmacher stellte der Chemnitzer Amateur=Straßenfahrer R. Thoß auf der Radrennbahn in Halle auf. Unter offizieller Kontrolle verbesserte Thoß die bisherige deutsche Höchstleistung von Gruhn(Berlin) um zehn Meter auf 42,090 Kilometer. Leo=Hiller=Gedenkrennen Als letztes diesjähriges Rennen im Gau Niederrhein wird am Sonntag das für die Gaue Niederrhein und Westfalen ausgeschriebene Leo=Hiller=Gedenkrennen vom NV. Delta Düsseldorf durchgeführt. Die Strecke verläuft wieder auf dem bewährten Grafenberger Rundweg und ist für die A= und B=Klasse 125 Kilometer lang, während die Eichenkranzfahrer 75, und die Jugend 40 bzw. 30 Kilometer zu fahren haben. Es ist mit einer großen Beteiligung zu rechnen. Man erwartet bestimmt Fischer(Düsseldorf), Paffrath(Solingen), Müller(Wuppertal) und andere bekannte Fahrer aus den beiden Gauen am Start. 100000-DollarAngebot für Budge Der Meisterspieler aus Kalifernien bleibt Amateur New York, 16. September. Nach seinem Sieg in der amerikanischen Tennismeisterschaft hat Amerikas Spitzenspieler Donald Budge wieder neue Angebote erhalten, zum Berufssport überzutreten. Budge soll ein 100 000=Dollar=Angebot abgelehnt und erklärt haben, daß er Amateur bleiben will, um im nächsten Jahr in der USA.=Mannschaft den Davispokal zu verteidigen. Wer sind die zehn Besten? Welttennis im Spiegel der Ranglisten Eigendericht des Mittag Das Tennisjahr 1937 ist ein amerikanisches geworden. Der Triumph der„stars and strives“, der im Querschnitt auch auf den in Kürze zu erwartenden Weltranglisten erscheinen wird, wurde aber erst vollständig durch den heißerkämpften Endsieg im Davispokal. An der Spitze aller Erfolge des Sternenbanners aber steht der Name Donald Budae, der kalifornische Komet und unbestritten beste Spieler der Welt. Dann aber muß man Deutschland nennen, auch wenn wir im Frauentennis noch nicht wieder soweit sind, um mit Sicherheit einen der zehn Weltplätze beanspruchen zu können. Nichts hat diese Stellung besser befestigen können, als die unerwartet großen Erfolge in Amerika. Es will schon etwas heißen, nach schwerer Davispokalsaison auf Anhieb die Dovpelmeisterschaft zu gewinnen, oder, was von Cramm anbelangt. mit Sicherheit ins Einzel=Endspiel zu kommen. Weder die Franzosen, noch die Engländer haben das im ersten Jahre ihrer Amerikastarts fertiggebracht. “ So sicher, wie Budge an erster Stelle erscheint, ist von Cramms zweiter Platz. Wäre Adrian Quist nicht durch Krankheit für dieses Jahr ausgefallen, man würde ihn sicher an Nummer drei wiederfinden. So erhebt sich die Frage: Wer wird es sein? Legt man die Weltrangliste rein nach dem Erfolgsauerschnitt an, so kann es nur ein Mann sein. Ein junger Mann, der in diesem Jahre vier international anerkannte Meisterschaften auf seinen Namen vereinigt: Henner Henkel. Meister von Frankreich und von Deutschland, mit von Cramm gleichzeitig Doppelmeister von Frankreich und USA. Gerade diese letztere Meisterschaft, die seit den großen Zeiten der Australier ab 1919 ausschließlich in amerikanischen Händen blieb. wiegt außerordentlich schwer Fragt sich, durch welche Brille Wallis=Muers schauen wird! Nehmen wir Paris. Wimbledon. Forest Hills. Hamburg. den Davis= und den Wightman=Pokal als Grundlage, dann kann die Weltrangliste der Männer und Frauen nicht viel anders aussehen, als so: Männer: Donald Budae(USA.) G. von Cramm(Deutschland) Heinrich Henkel(Deutschland) Wilfred Austin(England) Frank Parker(U8A.) Brvan Grant(USA. Vivian MeGratb(Australien) Jack Crawford(Australien) John Riags(USA.) Roderich Menzel(Tschechei) Frauen: Dorotdy Round(Enaland) Jadwiga Jedrzciowska(Polen) Antia Lizana(Cbile) Aliee Marbie(U13N.) Hilde Sperlina(Dänemark) Simonne Matbien(Frankreich) Helen Jacobs(USA.) Dorotbv Bundv(USA.) Tarab Fabvan(USA.) Marv Hardwick(England) Schirner Anita Lizana Bei den Männern ist, wenn die ersten fünf untergebracht sind, nicht mehr viel zu wählen. Jack Crawford fällt von Jahr zu Jahr mehr zurück, weil seinem ballartistischen Können nicht mehr der nötige Kampfeswille zur Seite steht. John Riggs. der neue Mann und Nummer vier der amerikanischen Rangliste, empfiehlt sich durch sein Abschneiden in Forest Hills. wo er in der Vorschlußrunde von Cramm hart an den Rand einer Niederlage brachte. Schade, daß Roderich Menzel körperlich nicht mehr auf der Höhe ist. In der geistreichen Anlage seines Spiels ist er gar manchem seiner Vorderleute klar überlegen. Schwieriger ist die Wahl bei den Frauen. Aber da Wimbledon hier in der Beurteilung höchstwertig ist, läßt sich der erste Platz nur an Dorothy Round geben. Die Jedrzejowska hätte es in London gut schaffen können. wenn ihr die Platz= und Siegesangst nicht einen bösen Streich gespielt hätte. Sie wurde auch in Forest Hills Zweite, eine Leistung, die im Querschnitt immer noch besser ist, als Anita Lizanas Amerikasieg. Alice Marble wird sicher vor Hilde Sperling erscheinen, nicht nur ob ihres Sieges über die Deutschdänin in Wimbledon. Tatsächlich hatte Frau Sperling ja auch keine ausgesprochen gute Saison, trotz Paris und Hamburg, wo es ihr auch nicht sehr schwergemacht war. Frau Mathieu, seit Jahren der„eiserne Bestand“ der Weltrangliste, hält auch ebensolange einen guten Mittelplatz. Dagegen hat sich Helen Jacobs verschlechtert, war sie doch Anno 1936 noch Nummer eins. Dorothy Bundy. eine Tochter der früheren Wimbledon=Siegerin May Sutton=Bundy, gilt als große, amerikanische Hoffnung. Nummer zehn, Mary Hardwick, buchte ausgezeichnete Ergebnisse im Wightman=Pokal. Sie erschien in diesem Jahre zuverlässiger, als Kay Stammers, ihre eigenwillige Landesschwester. Hoffen wir, daß Marieluise Horn auf ihrer Weltreise an Erfahrung und Spielstärke wieder soviel gewinnen wird, um im nächsten Jahre den Anschluß an die eigentliche Weltklasse wiederherzustellen! Was Pierre Gillen meint Als erster veröffentlicht Pierre Gillou, der langjährige Präsident des Internationalen Tennisverbandes und jetzige Vorsitzende des Französischen Verbandes seine Rangliste. Sie lautet: Männer: 1. Donald Budge, 2. Gottfried von Cramm, 3. H. W. Austin, 4. Heinrich Henkel, 5. R. Riggs(USA.), 6. F. Parker(USA.), 7. B. Grant(USA.), 8. Crawford (Australien), 9. Roderich Menzel, 10. MeGrath(Australien). — Frauen: 1. Dorothy Round=Leigh Little, 2. Sperling, 3. Mathien, 4. Lizana, 5. Jedrzejowska, 6. Marble, 7. Bundy, 8. Jacobs. 9. Wynne(Australien), 10. Horn(Deutschland). Vieles läßt sich an dieser Liste kritisieren. Wir beschränken uns darauf festzustellen, daß Monsieur Gillou offenbar vergessen hat, daß Heinrich Henkel im Endspiel der Frankreich= Meisterschaft in Paris Austin mit 6:1, 6:4, 6:3 besiegt hat. Dieses Ergebnis ist so klar, daß man gar nicht erst Spiele mit anderen Gegnern zum Vergleich heranzuholen braucht, um die richtige Rangfolge festzustellen. Forstgraf stellt sein Mülheimer Versagen richtig Regen in Horst Eigendericht des Mittag Horst=Emscher, 16. Sept. Ohne den nassen Segen von oben, der manchen Turffreund veranlaßt haben dürfte, zu Hause zu bleiben, wäre auch dieser Horster Wochenrenntag ein hundertprozentiger Erfolg geworden. Immerhin waren die Lücken auf den Tribünen nicht groß, ein Beweis dafür, daß die Unentwegten des Turfs, die es nicht übers Herz bringen, einen Renntag auszulassen, vollzählig zur Stelle waren. Mit einem Toto=Umsatz von 123000 Mark wurde der Tag trotz Regens für den Veranstalter noch ein schöner Kassenerfolg. Sportlich ging es natürlich weit ruhiger als am vergangenen Sonntag zu, da ja die Ausschreibungen bewußt mehr auf das mittlere und bescheidene Material zugeschnitten waren. Daß sich aber auch Pferde geringerer Klasse recht spannende Kämpfe liefern können, hat man gestern mehr als einmal feststellen können. Hart umkämpft war auch die Hauptprüfung, der Preis der Stadt Essen, ein Zweijährigenrennen, in dem Forstgraf sein Mülheimer Versagen schnell richtigstellte. In Mülheim hatte der Hengst des Stalles Rösler mit Thammo nicht leben können. Diesmal aber drehte er prompt den Spieß um, denn er fertigte Thammo, der aus der Maschine heraus in schnellster Fahrt bis zur Distanz geführt hatte, trotz Wegbrechens kurz vor dem Ziel noch sicher mit halber Länge ab Dicht hinter Thammo endete Anfänger, von dem wir den Eindruck hatten, daß er nicht mehr angesaßt wurde, als der Sieg seines Stallgefährten feststand. Von dem Rest war nur Hansemann einige Zeit im Bilde, während Einschlag seine Chancen schon am Start ließ. Trainer Lincke konnte auch im Preis vom Sauerland, einem Verkaufsrennen, den Sieger satteln, und zwar Polarstern, der trotz langer Abwesenheit von der Rennbahn seinen mäßigen Gegnern überlegen das Nachsehen gab. Der Fuchs brauchte zwar einige Zeit, um Rücklauf abzuschütteln, war aber in der Geraden bereits praktisch ohne Gegner. Um die Plätze gab es noch einen scharfen Kampf zwischen Selim, Sextus und Heidjer. Noch leichter holte sich Mauritza den Preis vom Münsterland. Die schnelle Stute war wie der Blitz aus der Maschine, dehnte unterwegs ihren Vorsprung auf ungezählte Längen aus und gewann schließlich im gewöhnlichsten Kanter gegen Dill und Seeräuber. Aus der niedrigen Siegquote geht im übrigen hervor, daß Mauritza einen überzeugten Anhang gehabt haben muß. Vollig formgemäß war dagegen der Ausgang des Preises der Roten Erde, eines Jagdrennens, in dem Segelflug seine Gegner vom Start bis ins Ziel beherrschte. Der Hengst hat jetzt seine frühere gute Form wiedergefunden. Er sprang glänzend, ging im Schlußbogen an die Spitze und wies auf der Flachen den Angriff von Sirene mühelos ab Ein knappes Ende gab es im Preis vom Emschertal wischen Gildetraut und Sarafan, von denen letzterer wieder sein Heil in der Flucht suchte und fast das ganze Rennen führte. Erst kurz vor dem Ziel tauchte plötzlich Gildtraut auf, die nach kurzem Kampf Sarafan noch sicher das Nachsehen gab. Storm=Flower war Ende der Gegenseite in 9 e großem Stile aufgekommen. Die Stute endete zwar unplaciert, dürfte aber bald ein ähnliches Rennen gewinnen. Elodie, die das Trost=Flachrennen mit zwei Längen gegen Cirano gewonnen hatte, ging ihres Sieges wieder verlustig, da sie von der Rennleitung wegen Behinderung auf den zweiten Platz gesetzt wurde. Der Favorit Landsknecht, der mit großem Vertrauen gesattelt worden war, konnte schon an der letzten Ecke die Fahrt von Cirano und Elodie nicht mehr mitgehen. Eine knappe Ankunft gab es im Preis vom Ruhrland, in dem es endlich einmal für Sagius reichte, auf dem aber Lommatzsch alle Register seines Könnens ziehen mußte, um den Wallach vor Harald, Fohre und dem ohne Wetten laufenden Prasser über die Ziellinie zu bringen. Fohre brachte das Feld in die Gerade. Sagius fand erst in der Distanz Anschluß an die Spitzengruppe und rang seine Gegner im Ziel nieder. 1. Rennen: 1. Polarstern(M. Schmidt); 2. Sertus; 3. Heidser. Ferner liefen: Obersteiger, Rücklauf, Selim. Tot.: 17:10; Platz: 16, 3:10. Lg.: 1/, K., 1. Einlauswette: 100:10. 2. Rennen: 1. Mauritza(Werner); 2. Dill: 3. Seeräuber. Ferner liesen: Lonsky, Tivo, Ala, Saarfreund. Tot.: 44:10; Platz: 16, 16, 38:10. Lg.: 12, 1½, 1. Einlauswette: 296:10. 3. Rennen: 1. Segelflug(Broda); 2. Sirene; 3. Herkules. Ferner liesen: Fabrewohl, Ivanboe, Saubatz, Ancona, Feste Lup.— Tot.: 19:10: Platz: 17, 15, 16:10. Lg.: 4, 8, 6. Einlauswette: 84:10. 4. Rennen: 1. Forstgraf(M. Schmidt); 2. Thammo; 3. Ansanger. Ferner liefen: Hansemann, Einschlag, Bribora. Tot.: 24:10; Platz: 13, 14, 22:10. La.: ½, 1, 5. Einlauswette: 132:10. 5. Rennen: 1. Gildetraut(K. Buge); 2. Sarafan; 3. Galalitb. Ferner liefen: Storm Flower, Partisane, Höllenfabrt. Tot.: 27:10; Platz: 12, 13, 12:10. Lg.: K. 1½, 1. Einlaufwette: 264:10. 6. Rennen: 1. Cirano(Pinter); 2. Elodie: 3. Landsknecht. Ferner liesen: Mungo, Pomerol. Tot.: 36:10: Platz: 14, 21:10. La.: 2, 4, 6. Einlauswette: 70:10. 7. Rennen: 1. Saaius(E. Lommatzsch): 2. Harald: 3. Fodre: 4. Lavant.— Ferner liefen: Prasser, Mauser, Heidekönig, Denar, Giazza, Heroine, Sintflut. Tot.: 64:10; Platz: 20, 65, 50, 38:10.— Lg.: ½, ½, 1. Einlauswette: 2114:10. Berlin=Karlshorst Donnerstag, den 16. September Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Herzbube— Schnörkelbarsch 2. Rennen: Wendelgard— Wittekind 3. Rennen: Marcia— Zentaur 4. Rennen: Angreiser— Amaranthue 5. Rennen: Steinbutte— Jambus 6. Rennen: Stall Mitzlaff— Fundulue 7. Rennen: Montebello— Corsica 8. Rennen: Winifred— Graf Nici. Enghien Donnerstag, 16. September Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Vorreca— Cuenca 2. Rennen: Charleroi— Quadi 3. Rennen: Espoir V— Hardol 4. Rennen: Le Petit Savoyard— Ramadus 5. Rennen: Dalagos— Bill 6. Rennen: Golden Clipper Estafette 7. Rennen: Trabfahren. Starterliste: 1. Priz de Montlucon.— Verkaufs Hürdenrennen.— 7500 Francs. 2800 Meter Empressee(A. Bates) 69 Gerard(J. Frigoul) 69 Tantoria(R. Dudus) 67 Borreca(M. Lollieron) 67 Cuenca(E. Timmons) 65 2. Prix de 1 Allter.— Hürdenrennen.— 10 000 Frcs.— 2500 Meter. Caro(C. Lombard) 65 L Aurelten(J. Lachaud) 64 Vert ei Fort(J. Lachand) 64 Tchiart(M. Brunetz 60 Indestradle(Lobiron) 62 Maggto(A. Bates) 62 Cvarleroi(R. Galaurcht)62 Lus d'Angals(R. Lucas)62 Monte en 1 Air(R. Bates) 62 Quadi(R. Dubus) 62 Maimon(G. Garnter) 62 Incompris 2(Baantard)62 Taraun(M. Bonaventure)62 Trame(A. Necl) 60 Agrase(R. Tremeau) 60 La Deluree(M. Denton) 60 Girardiere 60 Gazelle 6(G. Garnier) 60 Franconia(R. Baantard) 60 La Heziere(C. Maubert) 60 Muscadele(P. Tentier) 60 Cobe(H. Bonneau) 60 Livie(P. Hieronimus) 60 Um den Preis des Führers Das für die deutschen Straßenfahrer bisher so erfolgreiche Rennjahr 1937 findet am bevorstehenden Wochenende mit der großen Dreietappenfahrt von Mailand nach München einen glanzvollen Abschluß. Je acht Fahrer aus Deutschland, Italien und Oesterreich nehmen auf der 566,4 Kilometer langen, überaus schwierigen Strecke den Kampf um die wertvollen Ehrenpreise auf, die in reicher Zahl von führenden Männern des Staates und der Partei zur Verfügung gestellt worden sind. Im Brennpunkt des Interesses steht natürlich der Ehrenpreis des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, der der in, der Gesamtwertung siegreichen Nationalmannschaft zufällt. Nach der Ausschreibung sollen die sechs besten Fahrer von jedem Land für den Führer=Preis gewertet werden. Da aber bei der Schwere der Strecke die Gefahr besteht, daß die Ausfälle doch größer sind als man annimmt, hat der Deutsche Radfahrerverband vorgeschlagen, nur die vier besten Fahrer jedes Landes zu werten. Vor Beginn der Fahrt am Freitag wird man über diesen Punkt noch in Mailand beraten, und es ist wahrscheinlich, daß dem deutschen Vorschlag zugestimmt wird. Es wird also bei dieser Fahrt vor allem auf den Mannschaftsgeist ankommen. Nicht weniger heiß begehrt als der Mannhaftspreis der Führers wird der Mussolini=Preis sein, der vom Duce für den Sieger in der Einzelwertung gegeben worden ist. Die Strecke stellt an die Ausdauer und das Leistungsvermögen die 24 Amateurstraßenfahrer die denkbar größten Anforderungen. Verhältnismäßig leicht ist noch die erste Etappe Mailand—Trient am Freitag, die mit ihren 241,1 Kilometer zugleich die längste des Rennens ist. Fast vollkommen flach zieht sich der Weg durch die landschaftlich reizVon Mailand nach München Morgen beginnt die große Straßenfernfahrt der drei Länder vollen Gegenden Oberitaliens dahin. Ganz anders geartet ist die zweite Etappe Trient—Innsbruck über 195,2 Kilometer am Sonnabend. Die Strecke bleibt zunächst von Trient über Bozen bis Meran weiter ziemlich flach, dann beginnen aber die schweren Steigungen. In St. Leonhard fängt der Aufstieg zum 2199 Meter hohen Jausenpaß an; auf 15 Kilometer langer, in endlosen Windungen emporkletternder Strecke sind hier 1500 Meter Höhenunterschied zu bewältigen. Es folgt die Talfahrt nach dem malerischen Sterzing, von wo aus der 1370 Meter hohe Brenner=Paß. der noch eine Steigung von 420 Meter bringt, in Angriff genommen wird. In sausender Fahrt geht es dann talwärts zum Tagesziel Innsbruck. Eine der steilsten Bergstraßen der Alpen, die zum Zirler Berg, bildet den ersten Teil der Schlußetappe Innsbruck—München am 19. September, die 150,7 Kilometer lang ist. Die ersten 21,3 Kilometer von Innsbruck über Zirl nach Seefeld mit 606 Meter Höhenunterschied werden zweifellos die Entscheidung bringen, falls diese nicht schon vorher am Jaufen= oder Brenner=Paß gefallen ist. Der Rest der Strecke über Mittenwald und Kochel bis zur Hauptstadt der Bewegung bietet keine großen Schwierigkeiten mehr. Deutschland ist mit Scheller, Hackebeil, H. Schmidt, Meurer, Krückl, Dömling, Irrgang und Böttcher bestens gerüstet. Es sind fast alles Fahrer; die sich schon in schweren ergigen Rennen bewährt haben. Unsere Leute haben wohl weniger die Oesterreicher als die erstklassigen Italiener zu fürchten. Cottur. Bisio und Santambrogio zeigten bei der Weltmeisterschaft in Kopenhagen eine sehr gute Haltung, Moro, Cerasa, Menapace, Tommasoni und Montobbio sind vielleicht nicht ganz so schnell, dafür aber ausdauernd. Für Oesterreich starten Höfner, Sztrakati, Puhane, Hrabe, Augusti, Strohmayer, Huber und Mayr, von denen Höfner und der Gewinner der Ungarnrundfahrt, Sztrakati, die besten sind. Auto und Motorrad 3. Priz de Moulins.— Verkaufs Jagdrennen.— 7500 Francs. 3500 Meter. Dark Mosterv(S. Nochet) 66 Carrousel(S. Catverine) 66 Masizy(E. Lethien) 60 Petit Diadie(R. Le Fur) 71 Espoir 5(A. Bates) 1 Gold Rusd(R. Bates) 68 Hardol(C. Maubert) 68 4. Pouic d’Essai de Trois Aus.— Hürdenrennen.— 25 000 Francs 2700 Meter. Le Calme 62 Pevin ie Brei(R. Tremeau) 65 Le Petit Savovard(Ricard) 62 Les Bouleaux(M. Davo) 62 Atlas 2(M. Brunet) 62 Ramadus(R. Lock) 62 Quadt(R. Dubus) 62 Guillaume Tell(Bonneau)62 Satinella 60 Mignonne 4 60 5. Prix du Limonsin Milan 66 Dalagos(H. Bonneau) 66 Maunganni(M. Bridour) 66 Bill(T. Dunn) 66 Jagdrennen.— 12 000 Frcs.— 3600 Meter. Carrousel 66 Passe Partout(A. Kallev) 64 Trismond(R. Bates) 62 Buzzard(T. Nochet) 62 6. Prix des Domdes.— Jagd Ausgleich.— 12 000 Fr.— 3900 Meter. L'Indigene(R. Bates) 68 Golden Clipper(Galaurchi) 67 Dalagos 66 Deucalion(A. Neel) 65 Patrician(A. Batcs) 61 Estafette(H. Bonneau) 64 Milau(R. Tremeau) 68% Kaba Kaba(C. Maubert) 62 Bozantine(H. Bonneau) 60 Pettt Diadie(R. Le Fur, 60 7. Prix de la Have.— Internationaler Tradfahr Ausgleich. 8000 Francs.— 2000 Meter. Maisons=Laffitte Freitag, 17. September Unsere Voraussagen: 1. Rennen: Blue Stone— Simouste 2. Rennen: Scotland Pard— Gafseur 3. Rennen: Valetta— Cleres 4. Rennen: Wild Violet— Ma Normandie 5. Rennen: Stall Lazard— Charlie II 6. Rennen: Argolide—. Debaucheur 7. Rennen: Castel Gandolso— Falstaff. Mittwoch Ergebnisse von Le Tremblay. 1. Rennen: 1. Kremlin(Duveau); 2. Hernank; 3. Biricchina. Ferner liesen: Falirette, Queente, Orly, Pre Sale.— Tot.: 144:10; Platz: 49, 25:10. Lg.: 5. k. H., 2. 2. Rennen: 1. Epi Normand(Besitzer): 2. Armentenne: 3. Hornets Cap. Ferner liefen: Savannab, La Tempete. Tot.: 17:10; Platz: 13, 17:10. Lg.: H., 4, 6. 3. Rennen: 1. Sambo(A. Faugerat); 2. Pazid: 3. Miß Laeken. Ferner liefen: Printemps, Tendresonds, Prisunie. Scamp, Cartolina, La Mirandule. Tot.: 74:10; Platz: 26, 48, 18:10. Lg.: 3. ½, 1½. 4. Rennen: 1. La Favortte(Rochetti): 2. La Rebourstere; 3. Kiß Curl. Ferner liefen: Lokma, Cynara. Vers 1'Aurore. Hobal Morga. Tot.: 28:10: Platz: 20, 32:10. Lg.: 6, 5. 8. 5. Rennen: 1. Santonina(A. Papin): 2. Cornet: 3. Triquette. Ferner liefen: Jessie, Marmone, Mon Ctoile, Bleine Lune, Cote asque, Darsine, Fies. General Urse, Espadonne.— Tot.: 232:10; Platz: 56, 19. 79:10. La.: ½, 2½, 1½. 6. Rennen: 1. Lord Bov(di Cicco): 2. Magalo: 3. Terek. Ferner liefen: Benozzo, Diadle a Quatre, Hai Hui. Bueno, Pregor, La Nonette. Tot.: 14:10; Platz: 20, 20, 25:10. Lg.: 2, 1½, 2. Turniersport Deutsches Aufgebot für Wien Die Kavallerieschule Hannover wird mit ihrem Springund Vielseitigkeitsstall am großen internationalen Reitturnier teilnehmen, das vom 26. September bis 3. Oktober in Wien durchgeführt wird. Dressurpferde werden nicht nach Wien gesandt. Unter Führung von General Volk werden folgende Reiter und 24 Pferde in Wien starten: Springstall: Rittmeister Momm mit Baccarat; Hauptmann von Barnekow mit Olas, Nemo, Schncemann, Tora, Aeolus: Rittmeister Hasse mit Nike, Fridolin, Baron 4 und Goldammer; Oberleutnant Brinkmann mit Alchimist, Wotansbruder und Erle: Oderleuinant v. d Bongart mit Oberst, Wange und Mosel. Vlelseitigkeitsstall: Masor v. Heyden=Linden mit Od'n: Odlt. Habel mit Fortung und Gründer; Oblt. Huck mit Fasan und Immerglück; Odlt. Netto mit Preisträger und Wandersalke. Der nicht zur offiziellen Mannschaft aus Hannover zählende Major Schunck wird sich mit Nelke der Expedition anschließen. Die Pferde treten am 22. September die Reise nach Wien an; am 24. September folger ihre Reiter Senern Zeim Training zum Großen Preis von Douglas auf der Insel Man kam der Motorradfahrer E. A. Rudse mit seiner Maschine aus dem Gleichgewicht, stürzte und landete auf den Beinen, während das Fahrzeug einen Kopfstand machte. Unser Bild: Ganz verdutzt betrachtet Rudge seine Maschine, es will ihm gar nicht in den Kopf, wie er einen so vorbildlichen Salto drehen konnte. Ein Dutzend Gegner im Donington=Park Am 2. Oktober bestreiten die deutschen Rennwagen im letzten Rennen des Formel=Schlußjahres ihren ersten Kampf in England beim Großen Donington=Preis. Vier MercedesBenz und drei Auto=Union gehen an den Start. Ihre Geaner sind etwa ein Dutzend überwiegend englischer Fahrer. Tongue und Whitehaed steuern zwei 1,5=Liter=ERA., von denen auch ein 2=Liter=Modell lausen soll. Charlie Martin, der Sieger des Kleinwagenrennens auf der Avus, setzt sich entweder in den damals gefahrenen 1,5=Liter=ERA. oder in seinen 3=Liter=Alsa Romeo. Der siamesische Prinz Birabongse fährt entweder das gleiche ERA.=Modell oder einen 3=LiterMaserati. Hyde meldete auf Maserati, Powys=Lybbe auf Alfa. Ehrung eines Automobil=Pioniers Gestern wurde Herr R. Vogt(Düsseldorf) 80 Jahre alt. Aus diesem Grunde begab sich der Ortsgruppenführer der 0DAC.=Ortsgruppe Düsseldorf, Polizeipräsident i. R. Langels, sowie Architekt Niebel, in die Wohnung des alten Herrn, um ihm ihre persönlichen Glückwünsche sowie die des Clubs zu überbringen. Der Jubilar gehörte mit zu jenen Pionieren, die seinerzeit in Deutschland das Hochrad einführten und somit die Grundlage zum heutigen Radsport legten. Herr Vogt hat manchen Wettbewerb auf dem Hochrad gewonnen. Später wandte er sich dem Automobilismus zu, und sein Wirken in dem früheren Rheinisch=Westfälischen Automobil=Club wissen die Automobilisten an Rhein und Ruhr heute noch zu schätzen. Der alte Herr erfreut sich noch guter Gesundheit und nimmt lebhaften Anteil an der Entwicklung des deutschen Kraftfahrwesens sowie des Sportlebens überhaupt. Fußballsport Mittwochspiele auf dem britischen Inselreich London, 16. Septembek. Gestern gab es auf dem britischen Inselreich einige Meisterschaftsspiele, die folgende Ergebnisse brachten: England: 1. Liga: Birmingbam gegen Leicester City 4:1. Bolton Wanderers gegen Arsenal 1:0, Chelsea gegen Grimsby Town 1:0. Derbo Countv gegen Everton 2:1. Leeds United gegen Portsmouth 3:1, Liverpool gegen Stoke Ciww 3:0. Manchester Ciw gegen Huddersfield Town 3:2, Wolverhampton Wanderers gegen Sunderland 4:0: 2. Liga: Newcastle Untied gegen Luton Town 1:3, Nottingham Forest gegen Barnsley 2:1. Southampton gegen Plymouth Argole 0:0. Schottland: Aberdeen gegen Falkirk 1:2, Arbroatd gegen Motherwel 2:1. Hamilion Academicals gegen Et. Johnstone 8:3. Hearts gegen St. Mirren 4:0. Kilmarnock gegen Partick Thistle 1:3. Morton gegen Celtic 213. Queen of ide Soutb gegen Third Lanark 2:4, Rangers gegen Oibernt 2:0. Oesterreichs Elf gegen die Schweiz Für den am Sonntag in Wien stattfindenden FußballLänderkampf gegen die Schweiz ist die österreichische Nationalmannschaft wie folgt aufgestellt worden: Platzer Admira); Sesta(Austria), Schmaus(Vienna); Adamek Austria), Pekarek(Wacker), Nausch(Austria); Geiter Sport=Club), Stroh(Austria), Sindelar(Austria), Jerusalem(Austria), Pesser(Rapid). 8:1 für Schalfe 04 Gegen eine Kombination von Rot=Weiß Oberhausen, Hamborn 07 und SC. Osterfeld Oberhausen, 16. September. Das Mittwochspiel in Oberhausen zwischen einer Kombination von Rot=Weiß Oberhausen, Hamborn 07 und SC. Osterfeld und dem deutschen Meister Schalke 04 hatte trotz des Regenwetters 5000 Juschauer angelockt. Die Schalker gewannen mit 8:1(6:1), wobei sie sich in der zweiten Hälfte mit technischen Glanzleistungen begnügten und weniger auf Torerfolge ausgingen. Für Schweißfurth spielte Sontow linker Verteidiger, während der Sturm an Stelle von Pörtgen von dem jungen Berg geführt wurde. Die Kombination kam in der 20. Minute durch den Hamborner Rechtsaußen Petry zum Führungstreffer, der ihr einziges Tor bleiben sollte. Innerhalb von fünf Minuten schossen die Schalker Stürmer in der Reihenfolge Urban, Kuzorra, Kalwitzki, Berg vier Tore. Bis zur Pause machten Berg und Urban das halbe Dutzend voll. In der zweiten Halbzeit reihten Berg und Urban noch zwei Erfolge an. Das achte und letzte Tor der Schalker hätte der allgemein schwach spielende Jürissen verhüten müssen. Recht gut hielt sich die Verteidigung Gipka=Duch. Bester Spieler war der rechte Läufer Schweiger. Im Angriff stellten nur die Außenstürmer Petry und Heidkamp zufrieden. Die Schalker Elf gefiel in ihrer Gesamtheit. Kursistenelf verliert 0:5 Glatter Sieg der Südwest=Gauelf Frankfurt=Main, 16. September. Eine Fußballelf der zur Zeit in Frankfurt unter der Leitung von Reichstrainer Herbeiger zu einem Kursus zusammengezogenen Nachwuchsspieler trug gestern ein Spiel gegen eine starke SüdwestGauelf aus und unterlag mit 0:5(0:2). Die Gaumannschaft war eine Klasse besser als die Kursisten, bei denen der Mittelläufer Dietsch, der Linksaußen Gärtner sowie die Torhüter Remmert und— nach der Pause— Held gefielen. Fath erzielte das erste Tor. und Eckert verwandelte einen Elfmeter zum zweiten Treffer. Nach dem Wechsel traten die Kursisten mit einer wesentlich umgestellten Mannschaft an, mußten sich aber noch drei weitere Tore durch Fath, Adam Schmitt und Eckert gefallen lassen. Der Sieg der Südwest=Gauelf ist auch in dieser Höhe verdient. Fünf deutiche Länderspiele Gegen Norwegen, Schweden, die Schweiz, Luxemburg und Ungarn Das Spielprogramm für die deutsche National=Fußballmannschaft sieht vorerst nur drei Begegnungen vor, gegen Norwegen am 24. Oktober im Berliner Olympiastadion, gegen Schweden am 21. November in Hamburg und gegen die Schweiz am 6. Februar in Köln. Zwei Treffen kommen aber wahrscheinlick noch hinzu, gegen Luxemburg und gegen Ungarn. Außerdem wird die Weltmeisterschaft, je nachdem wie unsere Nationalmannschaft sich durchzusetzen vermag, weitere Begegnungen bringen. Aus diesem Grunde ist es daher notwendig, die Nationalmannschaft vor Ueberlastung zu schützen. Der Mai ohne Endspiele Wie das Fachamt Fußball mitteilt, wird zwischen der Ermittlung der vier Gaugruppensieger, die am 8. Mai feststehen müssen, und den Vorschluß= und Endspielen zur deutschen Meisterschaft eine durch die Fußball=Weltmeisterschaft bedingte mehrwöchige Pause eingeschaltet. Der Monat Mai soll av 8. frei von Endspielen bleiben und ganz der Vorbereitung unserer Nationalelf auf die schweren Kämpfe in Frankreich dienen. Im Hintergrund steht aber noch die Möglichkeit eines Länderkampfes Deutschland gegen England im Olympiastadion, der im Falle einer Londoner Zusage Mitte Mai stattfinden würde. SV. Beuel hat Pech Vom Pech verfolgt ist die Mannschaft des SV. Beuel. Nachdem kürzlich Franz Elbern mit einer Schienbeinverletzung vom Platz getragen werden mußte, hat sich jetzt der Mittelstürmer Römer einen Bluterguß im Kniegelenk zugezogen, so daß auch er in den nächsten Wochen nicht dabei sein kann. 50 Jahre Hamburger 6B. 1. FC. Nürnberg und Schalke 84 zu Gast Der Nordmark=Gaumeister Hamburger Sd., der in der diesjährigen deutschen Meisterschaft bis in die Vorschlußrunde vorstieß, begeht in diesen Tagen das Fest seines goldenen Vereinsjubiläums. Der HSV. wurde dreimal deutscher und zehnmal norddeutscher Meister. Die Festwoche wird am Wochenende mit einem Freundschaftsspiel gegen den 1. FC. Nürnbera eröffnet. Den Abschluß der Feierlichkeiten bildet das Treffen mit dem deutschen Meister Schalke 04 am 26. September in Hamburg. #essct e NE E.SFEEEE Schirner Bei den schottischen Heimatspielen in Aboune wirft Sham die 20 Pfund schwere Kugel mit mächtigem Satz in die Gegend. Selbstverständlich sehlt auch nicht das kurze schottische Röckchen. Griechenland an der Spitze Balkanspiele beendet Bukarest, 16. September. Die in Bukarest ausgetragenen Balkanspiele endeten mit einem großen: Erfolg Griechenlands, das mit 120 Punkten den ersten Platz vor Rumänien mit 104, Jugoslawien mit 69, der Türkei mit 26 und Bulgarten mit 11 Punkten belegte. Erwähnenswerte Ergebnisse des Schlußtages, dem 25000 Zuschauer beiwohnten, waren: 110 Meter Hürden: Mandikas(Griechenland) 15.2; 400 Meter: Jordache(Rumänien) 49,1; 4X100 Meter: Griechenland 42,1. Handballsport Zum drittenmal gegen Schweden Am Sonntag in Göteborg Die dritte Begegnung der Handball=Nationalmannschaften von Deutschland und Schweden kommt am Sonntag in Göteborg zum Austrag. Wenn auch die Schweden verhältnismäßig große Fortschritte gemacht haben, so ist an einem klaren deutschen Siege nicht zu zweifeln. Allerdings dürfte er nicht so hoch ausfallen wie in den beiden ersten Länderkämpfen, die Deutschland 1934 in Stockholm mit 18:7 und 1935 in Hannover mit 21:3 gewann. Schwedens Nationalelf hat erst kürzlich Dänemark mit 8•4 geschlagen, und greift nun gegen Deutschland fast auf die gleiche Mannschaft zurück, so daß die Schweden sich in ihrer Heimat gewisse Aussichten einräumen. Gerade beim Handballspiel spielt die Austragung des Kampfes in der Heimat eine gewisse Rolle. Wir dürfen daher die Aufgabe der Deutschen nicht als leicht ansehen, sondern es wird des ganzen Kräfteeinsatzes bedürfen, um den Kampf siegreich zu gestalten. Unsere Auswahlspieler haben noch vor wenigen Tagen bei den glanzvoll verlaufenen 1. NS.=Kampfspielen in. Nürnberg Gelegenheit gehabt, sich einzuspielen, so daß die deutsche Sportgemeinde dem Verlauf des Göteborger Länderkampfes mit Vertrauen entgegensehen kann. Die Aufstellung der deutschen Elf lautet: Reich(Hamburg); Knautz(Minden), Bandholz(Neumünster); Krause (Magdeburg), Hammerich(Weißenfels), Hansen(Königsberg); Zimmermann, Spengler(beide Mannheim), Ortmann(Breslau), Jäger(Altenstadt), Reinhardt(Leipzig). Deutsches Turn- und Sportfest Durch eine Verfügung. in der die sportpolitische Bedeu d Tradition diese: hat rchführung des Dieses Fest der Gemeinschaft des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, das sich von den Kreis= und Gaufesten dieses Jahres zum 16. Deutschen Turn= und Sportfest Breslau 1938 steigert, soll ein Fest der Deutschen aller Welt sein. tung und Tradition dieses Festes herausgestellt wird, der Führer und Reichskanzler kürzlich die Du Deutschen Turn= und Sportfestes genehmigt. . bundes für Schwerathletik 1 Düsseldorf empfing Weltmeister Liebsch Düsseldorf, 16. September. Gestern abend lraf der bei den Weltmeisterschaften der Gewichtheber erfolgreiche Düsseldorfer Federgewichtler Georg Liebsch(Fortuna Düsseldorf) in seiner Heimatstadt ein. Seine Vereinskameraden und zahlreiche Düsseldorfer Sportinteressenten hatten sich zu seinem Empfang am Bahnhof eingefunden. Dem Weltmeister wurde ein goldener Kranz überreicht. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Fortuna=Vereinsführers ging es unter den Klängen einer Musikkapelle zum Vereinslokal der Fortuna=Schwerathleten, wo eine Siegesfeier in kleinem Kreise stattfand. Luftsport 1 Deutsche Fliegerinnen ausgezeichnet Liesl Schwab und ihre Begleiterin Frau Seefeld wurden beim internationalen Sternflug gelegentlich der Pariser Ausstellung vom Aeroclub von Frankreich mit dem Ausstellungs=Pokal ausgezeichnet. Liesl Schwab schaffte auf einer BFW.„M 25“ die beste Frauenleistung. Leichtathletik Schweden stellt um Die Schweden haben ihre Leichtathletik=Mannschaft erneut auf einigen Posten geändert. Ueber 100 Meter werden nun endgültig Strandberg und Ternström eingesetzt, die 200 Meter bestreiten Strandberg und Lindgrenn, während über 400 Meter von Wachenfeldt und Danielsson am Start stehen. Für das Hammerwerfen bringen die Schweden neben w. Jansson und Linnee auch Malmbrand mit. Gau Westfalen tritt fünfmal an In den kommenden Monaten werden die westfälischen Geräteturner fünf Gaukämpfe austragen. Am kommenden Sonnabend steigt bereits der Rückkampf gegen Bayern in München. Die erste Begegnung wurde von den Bayern knapp gewonnen. Inzwischen haben aber die Westfalen durch Walter Steffens eine wertvolle Verstärkung erfahren, so daß man auf das Ergebnis des Rückkampfes gespannt sein darf. Der Münchener Begegnung folgen Kämpfe gegen das Rheinland und Baden auf westfälischem Boden. Der Kampf gegen Hessen wird voraussichtlich in einer ostwestfälischen Stadt durchgeführt, während die Begegnung mit Niedersachsen, ebenfalls ein Rückkamnf. in Hannover ausgetragen werden dürfte. „Gebts eahm halt a Maß, der kann ja bloß französisch! Erlebnisse aus dem deutsch=französischen Jugendlager 1937 Sonderbericht des Mittag Nicht die offiziellen Empfänge und Reden, sondern das kameradschaftliche Zusammensein von deutscher und französischer Jugend und die Berührung mit der Bevölkerung beider Lander soll der folgende Aussatz behandeln. Mehrere Fragen wurden uns in Deutschland und Frankreich immer wieder vorgelegt: Wer hat das Lager organisiert? In Deutschland wurde das Lager vom Gebiet Hochland der Hitlerjugend mit Unterstützung der Reichsjugendführung durchgeführt. In Frankreich wurde zur Durchführung dieses und ähnlicher Lager die Organisation „Le camp franco-allemand“(deutsch=französisches Lager) durch die Initiative des französischen Frontkämpferführers Dr. Ribardière gegründet. Die Regierungen der beiden Länder standen dem Lager in jeder Beziehung wohlwollend gegenüber. Wer hat das Lager bezahlt? Die Lagerkosten wurden teils durch die Teilnehmergebühren und andernteils durch Zuschüsse bestritten. Infolge der langen Reise(3500 Kilometer) war es nicht möglich, die Lagerkosten allein durch die Teilnehmer zu decken. Wie wurden die Teilnehmer ausgesucht? In Deutschland wurden bewährte Hitlerjungen und HJ.= Führer, die besonderes Interesse für das Lager zeigten, ausgewählt. In Frankreich wurde durch Zusammenarbeit verschiedener Organisationen eine Gruppe zusammengestellt, die einen Querschnitt durch die französische Jugend darstellte. Es waren insbesondere Vertreter ganz verschiedener politischen Ansichten im Lager. Grundsätzlich wurde in Deutschland und Frankreich Wert darauf gelegt, daß neben Schülern und Angestellten auch Arbeiter an dem Lager teilnahmen. Der Geist, der in dem Lager herrschte, läßt sich am besten durch kleine, unscheinbare Erlebnisse zeigen, wie ich sie im folgenden schildere. veim Verkehr mit der Bevölkerung ergaben sich manchmal lustige Verwechslungen: Beim Mittagessen des deutsch=französischen Lagers in einem bekannten Keller will ich mir in Uniform ein Bier von der Schänke holen und sage:„Bitt schön, a Halbe!“—„Na, gibts net, bloß die Kellnerin kriagt oans“, war die Antwort.„Gebts mir halt doch oans!“ In dem Augenblick kommt die Kellnerin, die die Unterhaltung gehört hatte, und sagte:„Gebts eahm halt a Maß, der kann ja bloß französisch!!!“ In B. gehe ich in einen Laden, um eine Kleinigkeit zu kaufen. Da höre ich, wie eine Frau zur anderen sagte:„Da schau her, jetzt kommens schon aus Spanien zu uns her!“ Ich bin im Augenblick ganz verblüfft, was hatten wir mit Spanien zu tun? Des Rätsels Lösung war die französische Ausschrift auf der Armbinde, die unter der deutschen stand: Camo FRANCO-allemand, was wörtlich heißt: Lager französisch=deutsch. Mehrere fragten mich schon: Wie steht es mit den Sprachkenntnissen? Sind die Jungen schon in den Geist der französischen Sprache eingedrungen? Dazu möchte ich nur ein Beispiel anführen: Ein junger französischer Arbeiter, der außer„ja“ und„nein“ kein deutsches Wort sprach, und ein deutscher Jungarbeiter, der auch nicht über größere französische Kenntnisse verfügte, verstanden sich während der sechs Wochen Lagerzeit so ausgezeichnet, daß sie auch weiterhin in enger Verbindung bleiben werden. Denn wenn die deutsch=französische Verständigung von den gegenseitigen Sprachkenntnissen abhinge, dann müßte sie doch eigentlich schon längst erreicht sein. Es ist Tatsache, daß sich die jungen Franzosen in Deutschland am wohlsten bei ihrem Zusammensein mit Münchner Jungarbeitern gefühlt hatten, die keine französischen Kenntnisse besaßen. Und dabei waren Franzosen im Lager, hinter denen zu Hause immer mehrere Diener stehen. Alle Lagerteilnehmer beteiligten sich an dem täglich wechselnden Zimmer= und Tischdienst, und bei solchen zusätzlichen Diensten und bei der Arbeit im Lager erkannte man am besten die Kameradschaft. Was die Kameradschaft formte, war das gemeinsame Erlebnis. Die Jungen sahen gemeinsam große Teile Starczewsk Der Führer des Gebietes Hochland(19). Obergebietsführer Emil Klein, im Gespräch mit einem jungen Franzosen. Rechts von Klein steht der Präsident der französischen Frontkämpferverbände, Maitre Ribardiere. Links: Der Führer der französischen Mannschaft am deutsch-französischen Jugendlager. Jean Pré. Deutschkands und Frankreichs, verkebten gemeinsam schöne und trübe Tage, und so kam es, daß Freundschaften für später geschlossen wurden, die bestimmt nicht in ein oder zwei Jahren vergangen sein werden. Man hörte in Gesprächen, ohne, daß dies von der Lagerleitung irgendwie veranlaßt worden war, wie sich Deutsche und Franzosen für spätere Zusammenkünfte verabredeten, sei es zum Schifahren in den bayerischen Bergen, sei es zur Erholung an der französischen Küste. Ein großes Erlebnis war der Grenzübergang bei Breisach. Die Formalitäten waren alle schon vorher erledigt worden, so daß wir als erste Gruppe mit wehender Hakenkreuzfahne in Marschkolonne und Uniform die französische Grenze überschreiten konnten. In Frankreich war einer unserer größten Eindrücke das Zusammensein mit dem 18. französischen Alpenjägerbataillon in Grasse. Eine Ehrenkompanie präsentierte das Gewehr, als wir vor dem Kriegerdenkmal einen Kranz niederlegten. In der Kaserne der Alpenjäger fand dann ein Vorbeimarsch des gesamten Bataillons mit allen Spezialwaffen statt. Anschließend erhielt jeder Lagerteilnehmer das Traditionsabzeichen der Elitetruppe. Als sich nun die Lagermannschaft in den Kasernen verteilte, um die Unterkünfte, Lehr= und Speiseräume zu besichtigen, war im Nu ein Band der Verständigung mit den jungen französischen Soldaten geschlossen. Ueberall standen Gruppen von Hitlerjungen und französischen Soldaten. Dabei hörte ich, wie einige französische Lagerteilnehmer den Soldaten stolz berichteten, mit wieviel Freude und wie diszipliniert die deutsche Bevölkerung die ranzösische Flagge gegrüßt hatte. In Antibes, in der Nähe unseres Lagerplatzes an der Riviera, legten die deutschen Lagerteilnehmer sämtlich die Prüfungen für das französische Sportabzeichen ab. Hierbei und bei dem bei den Franzosen nicht sehr beliebten 3000=Meter=Lauf zeigte sich wieder eine ehrliche Sportkameradschaft. Eine Nacht marschierte das gesamte Lager vom Lagerplatz nach Cannes, um dort Herrn Ribardière für seine Beförderung zum Commandeur der Ehrenlegion zu beglückwünschen. Die verschiedenen Schrittarten machten es notwendig, daß die Deutschen und die Franzosen diesen 23 Kilometer langen Gepäckmarsch getrennt marschierten, aber vereint zur Gratulation in Cannes antraten. Nach einem sehr schönen Aufenthalt in Paris, wurde das Lager auf dem Fort Douaumont bei Verdun aufgelöst. Der Weltreisende Colin Roß schilderte packend den Heldenkampf von Verdun, den er selbst mitgemacht hatte, und zwar, wie durch Zufall, gerabe gegenüber von Herrn Rabardière, unserm französischen Gönner. Hier in der blutdurchtränkten Erde von Douaumont wurde uns die ganze Größe unserer Aufgabe klar: nach dem gewaltigen für beide Völker ehrenvollen Ringen auf der Grundlage vollkommener Gleichberechtigung zu einer dauernden Verständigung zu gelangen und dadurch das Vermächtnis der Toten des großen Krieges zu erfüllen. Heinz Priehäusser. Der Marsch der H3. nach Landsberg Sonderbericht des Mittag Nürnberg, 14. September 1937 Wie Stabsführer Hartmann Lauterbacher bei der Verabschiedung der Marschkolonne Ostland des Adolf=Hitler= Marsches am 20. Juli in Königsberg angekündigt hat, wird der Adolf=Hitler=Marsch der deutschen Jugend in diesem Jahr zum ernenmal nach Abschluß des Nürnberger Parteitages über Nürnberg hinaus nach Landsbeig am Lech in Oberbayern weitergeführt. Diese Neueinführung soll dann ebenso wie der bereits traditionell gewordenc Adolf=Hitler=Marsch nach Nürnberg selbst ständig beibehalten und zum festen Bestandteil des Adolf=Hitler=Marsches und damit der Nürnberger Reichsparteitage sowie des gesamten HJ.=Kalenderjahres werden. Die 1800 Teilnehmer des Adolf=Hitler=Marsches, die von allen Teilen und Gegenden des Reichs auf Marschwegen, die gleich Sternenstrahlen von Nürnberg ausgehen bzw. nach Nürnberg hinführen, in die Stadt der Reichsparteitage marschiert sind, werden also in Zukunft Jahr für Jahr von Nürnberg in geschlossenem Zug nach Landsberg weitermarschieren und die mehr als 400 Fahnen ihrer Banne auch über diese Verlängerung des Weges vorantragen. Sie werden, in Landsberg angekommen, zur Gefängniszelle des Führers ziehen, werden sie durchschreiten und dann im Gefängnishof eine gemeinsame Feierstunde erleben, die dem Gesamterlebnis des Adolf=Hitler=Marsches und Parteitages die abschließende Krönung und Weihe geben wird. Die Idee zu diesem Marsch nach Landsberg ist bereits in den Worten des Führers enthalten, der in seinem Buch „Mein Kampf“ seinerzeit schrieb:„Ich weiß, daß die Gefängniszellen des Nationalsozialismus einmal Wallfahrtsorte einer neuen deutschen Jugend sein werden.“ Die neue deutsche Jugend, die dem Führer damals in der Gefängniszelle von Landsberg als Zukunftsbild vor Augen stand, ist heute Wirklichkeit geworden. Diese Jugend hat die innere und äußere Uneinigkeit und Zerrissenheit jener Zeit, deren Glaubens= und Haltlosigkeit überwunden und steht nun heute geeint und nach einem festen Ziele hin ausgerichtet da, erfüllt von einem neuen Glauben, der sich seine neuen, ihm entsprechenden Opfer=, Bekenntnisstätten und Heiligtümer sucht. Welche andere Bekenntnisstätte aber ist mehr zum Walljahrtsort einer solchen Jugend geeignet als die Zelle, in der ihr Führer dereinst um seines Bekenntnisses willen gefangen gehalten wurde, in der er sein berühmtes, für alle Generationen richtungweisendes Kampf= und Bekenntnisbuch schrieb? So haben sich also am 12. September 1937 zum erstenmal die Einheiten des Adolf=Hitler=Marsches in fünf großen Marschblöcken mit ihren 370 alten und 80 in Nürnberg neu geweihten Fahnen geschlossen nach Landsberg in Bewegung gesetzt und noch einmal den schon vom wochenlangen Marsch nach Nürnberg her so wohlbekannten Staub der deutschen Landstraßen unter ihre Füße genommen. 693 Tage lang, 12 267 Kilometer, fast ein Drittel des Erdumfanges, mit einem Tagesdurchschnitt von 23 Kilometer sind sie vorher schon in ihrer Gesamtleistung bis nach Nürnberg marschiert, weitere 200 Kilometer und sieben gemeinsame Marschtage stehen ihnen nun noch bevor. * I n d i e s e n ä u ß e r e n Z a h l e n u n d Z i f f e r n d e s m a r s c h i e r ten inneren Bekenntnisses deutet sich die Stärke und die Kraft des neuen Glaubens an, der die Jugend eines ganzen Volkes wie mit magnetischer Gewalt an seine Wallfahrtsorte zieht. Wenn jeder Glaube nur so viel wert ist, als er Menschen in Bewegung zu setzen und damit Geschichte zu machen vermag, so beweist der Marsch der Hitlerjugend nach Nürnberg und von dort weiter nach Landsberg den Wert und die Tiefe eines Glaubensbekenntnisses, dem die Jugend und damit die Zukunft und Geschichte dieses Volkes gehört. Dr. J. Barth. Pressefreiheit und internationale Zusammenarbeit Dr. F. A. Six, Dozent an der Universität Königsberg, hat bei der Hanseatischen Verlagsanstalt in Hamburg unter obigem Titel eine lesenswerte Broschüre(Preis: 1 Mark) erscheinen lassen, in der er darlegt, daß die deutsche Presse im Gegensatz zu den meisten Zeitungen anderer Länder nur der Gemeinschaft des Volkes dient und daher auch in der Lage ist, einer internationalen Verständigung die Wege zu bahnen. Die Schrift sollte nicht zuletzt im Ausland zur Kenntnis genommen werden. 1 of generalüberholt, billig abzugeben. Preis 1500 Mark. Anhänger-Jasper. Köln-Ehrenfeld. Vogelsanger Straße 172. 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Es sind Berge voll besonderem Charakter, die um die 3300 m hohe Reichenspitze geschart sind, Felsriffe aus Urgestein, die in der Eigenart ihrer Bergformen in den gesamten Ostalpen nicht mehr ihresgleichen haben. Die riesigen Kletterwände im Wilden Kaiser oder Karwendel und die Felszinnen der Dolomiten sind mit diesen schwarzen Plattenfluchten nicht vergleichbar, man muß schon bis in das Bergell, das einen Segantini zu seinen wundervollen Schöpfungen angeregt hat, oder in den Mont Blanc zu den Nadeln von Chamonix gehen, um solchen phantastischen Bergbildern wieder zu begegnen. Spaten, Schwarze Wand und Nadel vermitteln Kletterfahrten von Rasse und erheblicher Schwierigkeit; in der Reichenspitze, Gabelkopf, Richterspitze und einer großen Zahl anderer Berge findet der nicht ganz so „Zünktige". Ziele, die ebenfalls die Eigenart jener Berggruppe spüren lassen. Doch auch der Bergwanderer, dem es weniger darum zu tun ist, stolze Gipfel zu stürmen, der mehr danach trachtet, auf schönem Pfad den Zauber der Bergweit zu schauen und zu erleben, wird hier mehr wie irgendwo anders zur Erfüllung seiner Sehnsucht kommen. Die Wege über die Roßkarscharte, über die Gamsscharte, Wimbachscharte, Rainbachscharte und noch verschiedene andere Verbindungen zwischen den Hütten untereinander und den umliegenden Tälern, führen mitten durch das Herz der Gruppe, überall fesseln wunderbare Blicke, die den ganzen Reiz dieser zersplitterten Grate und Felsriffe offenbaren. Mayerhofen im Zillertal und Krimml im Pinzgau bilden die Talstützpunkte, die jetzt neuerdings durch eine landschaftlich sehr schöne Autostraße mit interessanten Bergblicken über die Pinzgauer Höhe eine wertvolle QuerverFoto(2): Jurischek. Die Reichenspitzgruppe von der Gerlosplatte bindung erfahren haben, an der Gerlos als dritter Talort gelegen ist. Von Mayerhofen gelangt man durch das Zillergründl zur Plauener Hütte, doch sind das Wildgerlostal und Rainbachtal nicht nur unvergleichlich reizvoller, sondern auch viel kürzer, so daß dieses Tal meist nur von dem Wanderer begangen wird, der nach den Bergfahrten um die Zittauer- und Richterhütte in das Zillertal gelangen will. Der gegebene Talstützpunkt ist das idyllisch gelegene Krimml, das von Deutschland über Kufstein mit dem Postauto schnell erreichbar ist. Auf wunderbaren Waldspaziergängen und in gepflegten Gaststätten kann man zwischen den Bergfahrten Tage der Ruhe pflegen, vom Schwimmbad zu den Bergriesen aufschauen und dem Tosen der Wasserfälle lauschen, die 380 Meter über eine Felsbarre herunterstürzen, daß gleich einem Silberschleier der Wasserstaub über dem dunklen Grün der Fichten hängt. Diese gewaltigsten Wasserfälle der Alpen begleiten den Wanderer, der seinen Weg durch das schönste aller Täler, durch das Reinbachtal, zur Reichenspitzgruppe nimmt. Immer wieder führt der ausgezeichnet angelegte Steig zu guten Blickpunkten, von denen man aus unmittelbarer Nähe die gischtsprühenden und tosenden Wasser zu schauen bekommt. Hoch oben vom Bergknick, über den die Krimmler Achse mit gewaltigem Satz in die Tiefe stürzt, erfaßt man noch mit einem letzten Blick das sattgrüne Talbecken mit den verstreut liegenden Häusern des Bergdorfes und seinem spitzgiebeligen Kirchturm, dann öffnet sich das Tal, durch weite Almböden führt der Weg bachaufwärts. Doch bevor man zu den gletscherumsäumten Bergen des Talschlusses gelangt, ladet ein altes Paßgasthaus mit schwerem braunen Gebälk zum Verweilen. Primitive Malereien decken die Wände des Gastzimmers im Krimmler Tauernhaus, in dessen dämmriger Kühle der Tiroler Rote gar so gut mundet. Man sitzt in der„alten Stube in der Taferne in der Acher“, die in den Chroniken aus dem 15. Jahrhundert erstmals erwähnt wird. Für das Landesmuseum in Salzburg sind jene Farbbilder und Sprüche der Bergknappen nachgebildet worden, die als kulturgeschichtliche Dokumente jener Zeit von hohem Wert sind. Hier am Tauernhaus verläßt man das Achental und wendet sich nach rechts dem Rainbachtal zu. Nach wenigen hundert Schritten schreitet der Wanderer durch den grünen Dom gewaltiger Arven, die im Frühsommer aus einem roten Meer blühender Alpenrosen mit ihren Baumriesen in die Höhe wuchten. Durch das Geäst schimmern die Felsburg der Reichenspitze und das wildzerklüftete Eis des Krimmler Keeses. Dieser Zirbenwald, einer der letzten in den Ostalpen, wird LLATEIETESTEIEHAEFEN für jeden zu einem Erlebnis, der mit offenen Augen solch einmalige Schönheiten der Natur in sich aufzunehmen vermag. Die letzten Bergbäume bleiben zurück, das Tal öffnet sich nach Westen, und unvermittelt steht die Reihe wildgezackter Grate im Talschluß über dem gleißenden Eis. Als dritter Zugang führt das Wildgerlostal von Norden zum Wildgerloskees und zur Zittauer Hütte. Von Krimml leitet ein Pfad westwärts durch die Hänge des Plattenkogels, bis man oben auf der Gerlosplatte zwischen weiten grünen Almböden steht, die über und über mit Blüten bedeckt sind. Mitten durch diesen duftenden und blumenübersäten Grasteppich wandert man auf ebenem Weg, sieht über dem blauen Dunst der Ferne die Felswände des Dachsteins und Hochkönigs in die Höhe ragen— ein: Bild seltener Ruhe. Das Sporthotel Gerlosplatte ist zwischen diese grünen Matten gebettet, hier kann man köstliche Tage der Beschaulichkeit verleben. Der Weg senkt sich zum Durlasboden, den man auch von Gerlos zu erreichen vermag, der Blick öffnet sich zu den Felszacken der Reichenspitze und das Gabelkopfes, der Steig wird schlechter und schmaler, der am Wildbach zum ehemaligen Seebecken der Finkau führt. Noch eine kurze Steilstufe, dann durch ein stilles weites Kar und über eine Felsleiste— man hat die Zittauer Hütte am Wildgerlossee erreicht. Ein riesiger Bergsee von fast tausend Meter Krimmler Wasserfälle mit der Dreiherrenspitze(3505 m) Länge und Tiefen bis zu achtzig Meter, in 2300 Meter Höhe spiegelt die stolzen Zinnen der Berge. Eine nächtliche Fahrt auf seinen Wassern, wenn das Mondlicht silbern die Gletscher erglänzen läßt und die Felsgipfel mit schwarzen Wänden in den sternenübersäten Himmel ragen, gehört zu den Eindrücken um das Erleben in der Reichenspitzgruppe, die jene Berge nicht so schnell vergessen lassen.— Und doch ist es nur eine der vielen Melodien, mit denen jenes unbekannte Bergland zwischen Venediger und Zillertaler Bergen in seiner Vielheit zu den Sinnen des Wanderers spricht. Deutscher Bädertag 1937 Vom 25. bis 27. September in Bad Salzutlen Vom 25. bis 27. September 1937 findet in Bad Salzutlen der Deutsche Bädertag statt, dem besondere Bedeutung zukommt, da es sich um die erste derartige Veranstaltung nach der Machtübernahme handelt. Die Teilnehmer der Tagung werden durch den Reichsstatthalter in Lippe und Schaumburg-Lippe, Gauleiter Dr. Alfred Meyer, begrüßt. Die Eröffnungsansprache hält der Präsident des Reichstremdenverkehrsverbandes, Staatsministers a. D. Hermann Esser. Im Verlauf der Tagung werden sprechen: Kurdirektor i. R. Horstmann(Bad Salzullen), Prof. Reiter, Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Prof. Pfannenstiel(Marburg), Direktor Dr. Ronnefeld vom Reichsfremdenverkehrsverband, Dr. Hörmann, Sachverständiger für Gesundheitswesen bei der Reichsleitung der NSDAP., Prof. Raabe. Präsident der Reichsmusikkammer, Berlin, und Bürgermeister Heide(Binz). Die Schlußansprache hält Staatsminister a. D. Hermann Esser. Das Septemberheit der„Reise-Illustrierten“ Das Septemberheft der„Reise-Illustrierten“ der Hamburg-Amerika-Linie bringt einen interessanten Aufsatz über das neue Segelschulschiff der Hamburg-AmerikaLinie„Admiral Karpfinger“, das in diesem Monat für den nautischen Offiziersnachwuchs in Dienst gestellt wird. Ein Aufsatz über die japanische Frau und ein zweiter über Korea, beide reich bebildert, füllen weiter das Heft. Schließlich setzt Josef Maria Frank mit einem Bericht über Curacao seine Artikelserie fort. Im Zaubergarten des Sachsenlandes Wer das fast vor den Toren Dresdens liegende einzigartige Wandergebiet mit seinen merkwürdigen Tafelbergen, hohen Steilwänden und tief eingeschnittenen Schluchten kennengelernt hat, wird verstehen, daß der Sachse mit Stolz dieses Miniatur-Felsgebirge den gewaltigen Dolomiten, was Menge und Schwierigkeiten der Kletterfelsen anbelangt, gerne gleichstellt. So ist es auch zu verstehen, daß alljährlich Hunderttausende, von der Eigenart und Schönheit der Sächsischen Schweiz begeistert, immer wiederkehren, um in die unerschöpflichen Geheimnisse des Gebirges einzudringen. Es ist schon wahr, schier unerschöpflich scheint die ganze Felsszenerie in ihrem Formenreichtum. Kühne Kletterer erproben ihre Fertigkeit an dem himmelanragenden, oft zu Kanzeln und Bänken abgeschnürten Felsbrocken. Da ist die Barberine, jener berühmte Kletterfels, von Bergsteigern gern erprobt. Mit ängstlichen Blicken schauen dann Wanderer, die gerade dem Pfaffenstein einen Besuch abstatten, den oft waghalsig scheinenden Kletterern zu, und manches freudige Aufatmen und vergnügte Winken lohnt den Mutigen, wenn er seine wohlverdiente Gipfelrast hält. Das ist das Schöne an der Sächsischen Schweiz— alles Sehenswerte ist räumlich nah beieinander, und doch läuft man nicht Gefahr,„alles gesehen zu haben“. Von der 200 m hohen Steilwand der weltberühmten Bastei schaut man auf anmutige Ortschaften, und die gelblichen Elbfluten wälzen sich gen Norden, der Landeshauptstadt zu. Merkwürdig gestaltete Felsgruppen auch hier: Da ist wahrhaftig eine„Lokomotive“, dort scheint ein„Lamm“ zu sitzen und gleich daneben machen es sich die„Gänse“ bequem. Gewaltige Felsentore, wie der einzigartige„Kuhstall“ und das ungeheure Prebtschtor, das schon jenseits der deutschen Landesgrenze liegt, lassen immer wieder ob der Vielgestaltigkeit dieser Landschaft staunen. Wuchtige Felsnadeln, die Schrammsteine, einzeln und zu Ketten geeint, ragen südlich von Schandau in den Himmel. Felsgründe, dicht umgrünt, gähnen in zerklüfteten Tiefen. Da gibt es sogar welche mit angestautem Wasser, auf denen Boote die Besucher durch die von zerrissenen Sandsteinwänden einzeengten Schluchten hindurchfahren. Immer wieder hat man seine Freude an den phantastischen Namen, jeder Stein, jeder Felszacken erzählt dem W 1 E S 8 Hotel und Badhaus A D E N Hotel und BaunausBEYTEII Wilnelmstr. 32 am Park SELLEVUE Das e Zimme B E S.: W. A. HEES und W. SCHAEFER lorgtältig geführte Haus. Neue Gesellschaftsräume er ab RM 3.50— Pension ab RM 8.50 Wanderer mit seinem Namen Geschichten und Wundermären aus alten Zeiten: Teufelskammer, Teufelsküche, Schneiderloch, Himmelsleiter, Raubschloß, Diebeskeller, Schiefertafel usw. führen uns gleich mitten hinein in die Romantik dieses Felsreviers. Auch die„Ebenheiten“ haben ihren eigenen Zauber. Tief im Tal gleitet der Elbstrom dahin und Ort an Ort umsäumt seine lieblichen Ufer. Während sich Fluß und Bäche im Laufe der Jahrtausende wunderlich geformte Täler in weiches Gestein genagt haben, blieb die 40 km lange Sandsteinplatte stehen, aus der nun die phantastisch gebildeten Tafelberge emporwachsen. Besonders die Jugena liebt die Sächsische Schweiz. Für ihre Unermüdlichkeit, ihren Tatendrang und ihren romantischen Sinn gibt es kaum ein abwechslungsreicheres Gebiet. Für alle, die jung bleiben wollen, die die Berge und die mühsam erarbeitete Gipfelrast lieben, ist das sächsische Felsengebirge ein Zaubergarten, der sich nicht erschöpft. Leonie Cleff. Verantwortlicher Schriftleiter: Heinz Gorrens(verreist). In Vertretung: Helmut Heidelauf, Anzeigenleiter: Wolfram Bongartz, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hans spiller. Druck u. Verlag: Droste Verlag u. Druckerei K. G., Düsseldorf. Pressehaus. D.-A. II. Vj. 1937 Gesamtauflage über 62 000, davon als Beilage der Deutschen Bergwerks-Zeitung über 10 700, des Mittag über 45 000. Z. Z. ist Preisliste Nr. 7 gültig. 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