t Nr. 95— 1. Blatt— 55. Jahrgang Organ für amtliche Bekanntmachungen Freitag, den 24. April 1931 1931. jahr. st., wenn auch Zeichen für nte. Die juntigkeiten über aten wurden hstum beeinisetzende kalte len, TauwetFrösten hat hiedenen Beze Auswinteder EinwirKahlfrostes elfach wurde ngen geklagt, lage und das ptsächlich auf rsten Winterkähe größerer Schneedecke haben manallem an den ichtet; manche llständig verere Frost zur unwesentlich tagsüber eine tum recht abr W ä r m e d e r iche auf, wähbar. In dem er Oberfläche un die Saat Sonnenwärme ch verdorren, die Wasserzualte Bauernveh“ hat sich g wirtschaftste Keimfähigide und lang beiten für die zögert. 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Später u. da Reisesanz von der offgehalt des kann ma per nicht zu ch noch 3 bis ung gebracht Erscheint werktäglich vormittags Bezugspreis der Zeitung mit den 6 Gratis=Beilagen für den Monat durch Boten zugestellt 2.20 RM., einschl. 0,54 RM. Botenlohn.— Postscheckkonto Köln Nr 43133— Bankkonten: Kreissparkasse und Heinsberger Volksbank.— Fernsor Nr. 6. Druck und Verlag: P. W. Jovven, Komm=Ges., Heinsberg. Für die Redaktion: H. Wagner, Heinsberg, einsberge 6 Anzeigen preis: das einspaltige mm Höhe 7 Pfennig. Anzeigen mit kompliziertem Satz entsprechend höher. Reklamen pro mm Höhe 20 Pfg.— Störungen infolge höherer Gewalt rechtfertigen keine Ersatzansprüche— Die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Stellen wird nicht gewährleistet.— Für telephonische Bestellungen und Druckseh###r wird keine Haftung übernommen. Gratisbeilagen: Sonntagsglocken Am Mittwoch] Aus Welt und Leben Frauengarten Seitung 1 Die Heimat Heinsberger Bauernblatt Reichskanzler Brüning beim Reichspräsidenten von Hindenburg W2B. Berlin, 23. April. Der Reichspräsident empfing heute den Reichskanzler zu einer eingehenden Besprechung über das Arbeitsprogramm der Reichsreaierung. „Nach Bismarck der Beste“! Berlin, 23. April. Die Osnabrücker Volkszeitung hatte von einem privaten Gespräch berichtet, das der deutschnationale Abgeordnete von OldenburgJanuschau mit dem Abgeordneten Frhrn. von Hammerstein gehabt hat. In dem Bericht über diese Unterredung war auch ein Urteil des Kammerherrn von Oldenburg über den Reichskanzler Brüning erwähnt. Dazu veröffentlicht jetzt in der Kreuzzeitung Oldenburg=Januschau eine Erklärung, in der diese Sätze stehen: Ich habe also gesagt in dem Gespräch über den Reichskanzler:„Nuch Bismarck der Best2“. Ohne seine Hilfe würde der Minister Schlele auch das nicht erreicht haben, was er für die Landwirtschaft bisher erreicht hat. Abgesehen von persönlichen Eigenschaften erkenne ich den Willen des Herrn Reichskanzlers an, zu führen und sich nicht vom Reichstag führen zu lassen. Der gewiß nicht unerfahrene von Oldenburg=Januschau, der viele Minister kommen und gehen sah, hält also Brüning für den besten Reichskanzler nach Bismarck. Daraus ergäben sich eigentlich für die Deutschnationale Partei gewisse politische Konsequenzen, denn den nationalen Interessen entspricht es nicht, gegen die Besten im Lande unentwegt Opposition zu machen. Aber schließlich erging es Bismarck nicht anders als seinem besten Nachfolger. Das Urteil des Herrn von Oldenburg=Januschau über die Landwirtschaft kann dem Reichslandbund zur freundlichen Lektüre nicht angelegentlich genug empfohlen werden. Kommunistischer Antrag auf Einberufung des Reichotagen Berlin, 23. April. Die Kommunisten haben wieder einmal die sofortige Einberufung des Reichstags beantragt. Sie wollen die Beratung einer Interpellation, in der die Regierung aufgefordert wird, keinerlei weitere Abbaumaßnahmen in der sozialen Fürsorge vorzunehmen. Ueber die kommunistische Forderung muß der Aeltestenrat zwar formell entscheiden. Er wird sie aber voraussichtlich wieder ablehnen. Mit solchen Anträgen von der Opposition wird im Laufe des Sommers immer wieder zu rechnen sein. Zentrumointerpellation gegen Schund und Schmutz Berlin, 23. April. Die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages hat zur dritten Lesung des Haushaltsplanes eine Große Anfrage eingebracht, die daran erinnert, daß der Landtag mehrere Anträge des Zentrums und anderer Fraktionen angenommen habe, die sich gegen Schund und Schmutz bei Aushängen in Kiosken, Zeitungsständen, in den Schausenstern usw. sowie Auswüchse im Theaterleben wandten und vor allem, soweit eine Verächtlichmachung von Ehe, Familie und Mutterschaft oder die Verletzung rellgiöser Empfindungen in Frage kommt. Die angenommenen Anträge hatten die Regierung ersucht, beim Reich auf eine Gesetzgebung hinzuwirken, die diese Auswüchse beseitigen könnte und in Preußen auf dem Wege von Verwaltungsmaßnahmen unverzüglich für Abhilfe zu sorgen. In der jetzt vorgelegten Interpellation wird die Regierung gefragt, was sie auf die beiden Landtagsbeschlüsse zur Abstellung der Mißstände bis jetzt veranlaßt und in die Wege geleitet habe. Die evangelische Generalsynode Gottlosen=Aktion CRB. Berlin, 23. April. Die Generalsynode erließ am Schluß ihrer außerordentlichen Tagung eine Kundgebung, in der sie die edangelischen Gemeinden zu verstärkter Aktivität gegen den Ansturm der organisierten Gottlosigkeit aufruft. Generalsuperintenden: D. Dr. Dibelius, der der Synode die Kundgebung zur Annabme unterbrettet hatte, wies dabei auf den dunklen Hintergrund der Gegenwart mit ihrem Millionenheer der Erwerbslosen und dem Ansturm der Freidenkertums hin, aber auch auf das vielfache Versagen der evangelischen Christenheit selbst. In dieser Lage sei es eine entscheidende Aufgabe, die Laten stärker als bisher zur großzügigen Aktion im Dienste der Kirche zurückzuführen. Die Kundgebung wurde darauf einmütig ohne Aussprache angenommen. Zwei Jahre Festungshaft für einen kommunistischen Reichstagsabgeordneten. WTB. Leipzig, 23. April. Der Vierte Strafsenat des Reichsgerichts verurteilte den kommunistischen Reichstagsabgeordneten Marimilian Maddalena aus Berlin wegen Verbreitung eines hochverräterischen Unternehmens in Tateinheit mit Unterstützung einer staatsfeindlichen Verbindung zu einer Festungs= haftstrafe von zwei Jahren. Der Angeklagte hat in den Jahren 1928 bis 1930 mehrere Flugblätter veröffentlicht, welche die Polizei im kommunistischen Sinne beeinflussen sollten. sowie eine große Anzahl von Artikeln in der Norddeutschen Zeitung und in der Volkszeitung in Ham burg, in denen der gewaltsame Umsturz der gelzenen Staatssorm als Ziel der KPD. pcopaziert werden. Eingabe des Beamtenbundes an den Kanzler Berlin, 23. April. Der Deutsche Beamtenbund hat sich mit einer Eingabe an den Reichskanzler gewandt, in der er glaubt, auf die durch die ständigen Erörterungen und weiteren Gehaltskürzungen in der Beamtenschaft erzeugte und stets wachsende Beunruhigung hinweisen zu müssen. Er lenkt vor allem die Aufmerksamkeit des Reichskanzlers darauf,„daß die Beunruhigung durch radikale Einflüsse genährt wird" und meint, vor deren Folgen warnen zu müssen. Des weiteren gibt der Bund der Bezürchtung lusdruck, daß die„stehengebliebene Prelssenkung„nur einen unzulänglichen und zeitweiligen Ausgleich biete. und daß die Maßnahmen der Reichsregierung zu gunsten der Landwirtschaft auf einen Preisabbau hemmend wirken. Die Eingabe schließt: Auf Grund unserer genauen Kenntnis der wirtschaftlichen Lage der Beamtenschaft, wie aus beamtenrechtlichen und staatspolitischen Gründen bitten wir dringend, eine weitere Gehaltskürzung, die insbesondere für die Beamten mit geringen Bezügen von katastrophalen Folgen sein würde, nicht vorzunehmen. Gleichzeitig bitten wir die Reichsregierung, uns vor einer endgültigen Entscheidung Gelegenheit zu einer Aussprache zu geben. Anklage gegen die Führer des Stahlhelms Berlin, 22. April. Die Staatsanwaltschaft I hat gegen die Stahlhelmführer Seldte und Düstererg Anklage wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz erhoben. Das Vergehen wird in der Veröffentlichung eines von Seldte und Düsterberg unterzeichneten Aufrufs mit der Ueberschrift:„Kampf dem Zwischenreich" im Stahlhelm vom 18. Januar erblickt. Städtetag gegen erhöhte Berliner Brotpreise Berlin, 23. April. Der Deutsche Städtetag hat in einer dringlichen Eingabe das Reichternährungsministerium gebeten, in sofortigen Verhandlungen eine Wiederherabsetzung der Berliner Brotpreise durchzusetzen. Der deutsche Städtetag verweist namentlich auf die großen Gefahren, die das Berliner Beispiel nicht nur für die Entwicklung in den übrigen Städten. sondern auch für die gesamte PreisLohn= und Wirtschaftspolitik haben muß. Katstagung und Abrüstungskonferenz Besprechungen Drummonds mit Curtius Berlin, 23. April. Die Besprechungen des Generalsekretär des Völkerbundes. Sir Eric Drummond, mit dem Außenminister Curtius, die für Dennerstag und Freitag in Berlin vorgesehen ind, befassen sich im wesentlichen mit der Durchführung der Genfer Ratstagung, da der deutsche Außenminister diesmal als Ratspräsident in Funktion tritt. Im Vordergrund steht, wie aus Mitteilungen, die der Demokratische Zeitungsdienst aus diplomatischen Kreisen veröffentlicht, hervorgeht, die Durchjührung der Aussprache über die deut sch=österreichische Zollunion. Nicht minder wichtig aber sind die Fragen der Abrüstungskonferenz, und zwar im Hinblick aus Zeit, Ort und Vorsitz. Am Zeitpunkt— Frühjahr 1932 — dürfte voraussichtlich nichts mehr geänder: werden. In der Frage der Präsidentschaft wird die Einigung auf Henderson zustandekommen. In diesem Zusammenhang wird auch die Wahl des örtes von Bedeutung sein. Der urspiüngliche Plan, in Barcelona zu verhandeln, wird deshalb wohl nicht mehr zur Ausführung kommen, weil es Henderson nicht zugemutet werden kann, monatelang dem Sitz der englischen Regierung fernzubleiben. Bei der Haager Konferenz war in ähnlicher Weise auch zuf die Wünsche der englischen Regierung Rücksicht genommen, und es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß Haag oder London als Sitz der Abrüstungskonserenz bestimmt wird. Die Stellungnohme Frankreichs ist noch unklar. Weiter wird das Gespräch zwischen Drummond und Curtius sich auf die angeregte Abrüctungspropaganda beziehen. Hier war geplant. durch Publikationen dem Abrüstungsgedanken Vorarbeit zu leisten. Es hat sich dann aber gezeigt, daß im Völkerbund selbst wenig Neigung war, diese Arbeit zu übernehmen. Dann hat Lord Cecil die Initiative ergriffen und sich bereit erklärt, mit bilfe der Völkerbundsliga und der völkerbundsfreundlichen Orga nisationen eine solche propagandistische Arbeit einzurichten. So dankenswert diese Initiative sein mag, so muß doch von deutscher Seite darauf hingewiesen werden, daß Lord Cecil selbstverständlich auf dem Boden des Konventionsentwurfs steht, dem die deursche Regierung nicht zuzustimmen vermag. Auf der Meltagung des Völkerbundsrats werden alsdann noch die Minderheitenfragen zur Behandlung kommen, und zwar wird sich an den Bericht der polnischen Regierung über die ergriffenen Maßnahmen eine Aussprache anschließen. Einstweilen aber— und das ist bemerkenswert— liegt dieser Bericht überhaupt noch nicht vor. Schließlich werden zwischen Curtius und Drummond auch noch Fragen der deutschen Vertretung beim Völkerbund besprochen werden. Ebenso, wie der italienische und japanische Untergeneralsekretär, wird auch der deutsche Untergeneralsekretär Dufour=Ferronce spätestens mit Ablauf des Jahres aus seinem Amt scheiden, und es wird eine Neubesetzung notwendig sein. Eine weitere Neubesetzung ist auch für den deutschen Vertreter in der Informationsabteilung in Aussicht genommen. Englands Rolonialabsichten Am 25. April treffen drei„Vertreter" der Negerbevölkerung des ehemaligen Deutsch= Ostafrika in London ein, um vor dem Völkerbund die Vereintgung des einstigen deutschen Schutzgebiets mit den benachbarten britischen Kolonien zu befürworten. Weil England auf anderen Wegen nicht zum Ziele kommt, veranlaßt es jetzt Abgesandte der Neger zu fordern, daß das bisherige Mandatsgebiet mit den britischen Kolonien zusammengeschlossen werde, um so eine einheitliche britische Kolonie darzustellen. Der Völkerbund soll diesen„Wunsch“ der dortigen Eingeborenen berücksichtigen, was die Aufgabe der Negerabordnung ist. Sehr gut ausgedacht! Aber diese„Vertreter" haben nicht das Recht, für die Bevölkerung des ehemaligen Deutsch=Ostafrika vor dem Völkerbund zu sprechen. Sie haben höchstens eine Minderheit hinter sich, niemals aber die Eingeborenen=Mehrheit Ostafrikas. Der deutschen Regierung erwächst die Pflicht, diese von England befohlenen Wünsche der Vertreter rechtzeitig zu prüfen. Wenn es nicht anders geht, verlangen wir vom Völterbund, daß unter völlig neutrater Leitung eine Abstimmung aller Eingeborenen stattfindet, die darüber entscheidet, ob Deutsch=Oftafrika weiterhin englisches Mandat bleiben oder wieder unter deutsche Verwaltung kommen soll. Wir Deutsche brauchen diese Entscheidung nicht zu fürchten. Der Kampf um den deutsch-österreichischen Tollplan Die Tschechoslowakei gegen den Plan Prag, 23. April. Der Minister des Neußern, Dr. Benesch, hielt heute im Abgeordnetenhaus eine ausführliche Rede, die ausschließlich der Frage des österreichisch=deutschen Zollabkommen s gewidmet war. Einleitend befaßte er sich mit den Beweisgängen des Reichsministers Dr. Curtius und bezeichnete seinen Stadpunkt, daß der Zollvereinsplan als wirtschaftliche und politische Aktion ausschließlich nach der juristischen Seite überprüft werden soll, als unhaltbar. Ueber die Verletzung internationaler Verbindlichkeiten durch den Plan des Zollvereine heute zu streiten, wäre überflüssig. Es sei gewiß, daß sich mit dieser Frage der Internationale Gerichtshof im Haag beschäftigen werde, und er, Dr. Benesch, bezweifle nicht, welchen Standpunkt dieser einnehmen werde, weil der Sinn und der Text der Verträge von Versallles und St. Germain und des Genfer Protokolls von 1922 unbedingt klar seien. Wichtig seien auch die politischen Gründe gegen den Plan. Politisch würde die Tschechoslowak ei in einem 70= Millionenblock fast völlig verlorengehen. Paris zollt Benesch Beisall Paris, 23. April. Starke Aufmerksamkeit wird der Rede des tschechoslowakischen Ministers des Auswärtigen Benesch gewidmet. Man stellt sich hier bewußt und mit einer gewissen Siegessicherheit hinter diese Auffassung. Satz für Satz wird der Rede des tschechoslowakischen Staatsmannes Beifall gezollt. Sie enthält zweifellos die Richtlinien, die für die Behandlung der österreichisch=heutschen Frage auch der Quai d’Orsay zu verfolgen sich entschlossen hat. Eine amerikanische Stimme W2B. Neuyork, 22. April. Die„Epening Post“ sagt in einem Leitaussatz zu dem österreichisch=deut chen Zollvertrag unter anderm: Angesichts des rein wirtschaftlichen Charakters des Zollvertragsplans und des Beitrittsrechts andrer Staaten sei es wenig wahrscheinlich, daß Frankreich den Plan werde hintertreiben können. Wäre ein Zollvertragsplan zwischen zwei andern Staaten als Deutschland und Oesterreich zustande gekommen, so wäre Briand der erste gewesen, der ihn als einen Schritt zur Verwirklichung seiner eignen Pläne begrüßt hätte. Es sei eine ironische Wahrheit, daß Briands Land schärfster Gegner seiner Europapolitik sei. Die neue Regierung in Thüringen Eine volksparteiliche Darstellung der K. 3 vom 22 April führt aus: Der Thüringer Landtag hat sich heute nach der erfolgreichen Vornahme der Ergänzungswahl zur Regierung auf den 4. Mai vertagt. Das geschah entgegen der ursprünglichen Absicht, unmittelbar nach der Regierungswahl in die Haushaltberatung einzu treten. Dem widersprachen aber mehrere Fraktionen. deren Wunsch Rechnung getragen wurde. Wenn auch diese Verzögerung der Haushaltberatung zu bedauern ist, da die Verabschiedung des Haushalts ohnehin durch die Regierungskrise verschleppt wurde, so int doch der Vorgang nicht allzu tragisch zu nehmen. Denn Thüringen hat nun wieder eine verfassungsmäßig zusammengesetzte und vom Landtag bestätigte Regierung, die getreu dem bisherigen Kurs des Ministers Baum alles daran setzen wird, die Haushaltverabschiedung und damit ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Die Wahl der neuen Regierung,(deren Ergebnis wir schon kurz meldeten,) wurde heute im Landtag mit dramatischen Redekämpfen eingeleitet. Noch einmal versuchten die Nationalsozialisten durch einen ihrer schärfsten Kämpen, den Fraktionsführer Sauk, kel, die Schuld an der neuen Entwicklung von sich abzuwälzen, wurden aber von dem volksparteilichen Redner Dr. Witzmann in wirksamer Weise zurechtgewiesen. Die Nationalsozialisten, so betonte Dr. Witzmann, würden zwar weiter behaupten, daß sich die Volks partei in Abhäng.gleit der Sozialdemokraten begebe. Die Volkspartei sei aber niemals von der SpD oder irgendeiner andern Partei in unerwünschter Weise avhangig gewesen un werde es auch in Zukunft nicht sein. Bei den Haushaltberatungen könnten die Nationalsozialisten zeigen ob sie dem Lande wirklich dienen wollten. In ihrer Erklärung, daß sie den Haushalt ablehnen würden zeigten sie, daß ihnen nicht das Wohl des Landesondern das der Partei vorangehe. Einer nochmaligen Attacke Sauckels entgegneten in ähnlichem Sinne die Vertreter des Landvolk: und der Wirtschaftsvartei. Sie sagten, die Nationalsozialisten hätten die Tatsachen verdreht und wenn nicht mehr die alte Regierung zustandgekommen sei, sei dies nur ihre Schuld. Die dann vorgenommene Ergänzungswahl zur Regierung ergab, wie schon kurz gemeldet, die Bestätigung der neuen Regierung mit 19 Stimmen der drei Regierungsparteien unter Stimmenthaltung des Staatsparteilers und der Sozialdemokratie. Daß dieser letztern Partei der Entschluß nicht leicht wurde, die neue Regierung durch Stimmenthaltung zu stützen, zeigte der Umstand, daß von den 18 Abgeordneten der Sozialdemokratie es fünf vorzogen, außerhalb des Saales zu bleiben. Aber sie bewiesen Disziplin genug, nicht mit Nern zustimmen. Dieses Nein vereinigte vielmehr die 13 Abgeordneten der Nationalsozialisten, der Deutschnationalen und der Kommunisten. Aus diesem seltsamen Bund geht am besten hervor, aus wie verschiedenen Elementen der vergebliche Ansturm gegen die Regierung versucht wurde, die dem geschickten volksparteilichen Unterhändler ihr Dasein verdankt, ohne sich an die Sozialdemokratie auf Gnade und Ungnade gebunden und ohne Ueberzeugungsopfer gebracht zu haben. (Diese volksparteiliche Darstellung gibt aber also doch mittelbar zu, daß unter Umständen auch mit der Sozialdemokratie regiert werden muß). Das Wetter Mutmaßliche Witterung: Ledhafte Winde von Süd bie West, wechselnd bewölkt, strichweise Niederschlagneigung, im ganzen milder. Röln Flughafen Maximum plus 9.4 Grad Minimum Mus 3,0 Grad=Celsius, Niederschlag 2,2 Millimeter Industrie- und Militärspionage Werksspionage Aachen, 23. Apcil. In einem Nachener Werk int man einem Fall von Industriespionage auf die Spur gekommen, die zur Verhaftung eines Betriebsingenieurs geführt hat. Wie wir hierzu erfahren, dandelt es sich um die Neuter Sicherheitoglas S. m. b. in Nachen=Forst. Der Verhaftete ist der 28 Jahre alte Diplomingenieur Theodor Pesch aus Nachen, der seit zwei Jahren bei der Neuter G. m. v. H. beschäftigt war. Die Verhaftung, die bisher geheimgehalten wurde, erfolgte bereits vor einigen Wochen. Pesch wird vorgeworsen, daß er Fabrikationsgeheimnisse über das Herstellungsverfahren des sogenannten Panzerglases an Sowjetrußzland verraten und Panzerglas nach dort geschafft hade. Dieses Panzerglas ist eine Spezialität der Firma Neuter, die hierfür alleiniger Hersteller is. Es is ein auderordentlich wertvolles Glas von verschiedener Stärke, das schußsiche: ist von der leichten Pistolenkugel bis zum schwersten Insanteriegeschot. Verrat militärischer Geheimnisse WTB. Meseritz, 23. April. Das hiesige Erweiterte Schöffengericht verurteilte heute nach sechsstündiger, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit abgehaltener Sitzung den Brunnenbauer Kocioler, den Arbeiter Spychalla und den Kraftwagenführer Ko nieczek wegen Verrats militärischer Geheimnisse zu je drei Jahren Gefängnis und Stellung unter Polizeiaussicht. Das Gericht hat den Tatbestand der Spionage als erfüllt angesehen, da die Angeklagten seit dem Jahre 1924 erwiesenermaßen mit polnischen Grenzbeamten in Verbindung getreten sind und ihnen Mitteilungen über die Reichswehr, über die Zollbehörden und über den Stahlhelm sowie Pläne von wichtigen Arbeiten haben zugeben lassen. 4 Wird Kürten hingerichtet? Berlin, 23. April. Das preußische Staatsministerium, das das Begnadigungsrecht ausübt, wird sich schon in den nächsten Tagen mit dem Todesurteil des Düsseldorfer Gerichts gegen den Massenmörder Kürten beschäftigen. Das Urteil ist rechtskräftig geworden, da Kürten auf Revision verzichtet und übrigens auch kein Gnadengesuch ein gereicht hat. Bei der Entscheidung des Staatsministe riums wird im allgemeinen auf die Berichte des Gerichtsvorsitzenden, des Anklagevertreters und des Gefängnisdirektors großer Wert gelegt. Im Falle Kürten werden sich, wie verlautet, alle drei Instanzen für Vollstreckung des Urteils aussprechen, und es gilt als selbstverständlich, daß sich das Staatsministerium dieser Auffassung anschließen und das Todesurteil bestätigen wird. Die letzte Hinrichtung ist in Preußen im Januar 1928 in Berlin an dem Raubmörder Böttcher vollzogen worden. Seit dieser Zeit hat das Staatsministerium, wie übrigens auch die meisten andern Länder, den Standpunkt vertreten, daß die Todesstrafe solange nicht vollstreckt werden solle, bis durch das neue Reichsstrafgesetzbuch die Frage der Todesstrafe grund sätzlich entschieden ist. Im Falle Kürten wird aber das Staatsministerium von dieser Praxis abgehen, so daß eine Begnadigung des Massenmörders nicht in Frage kommt. Es handelt sich ja hier auch um einen besonderen Fall, an den nicht der übliche Maßstab angelegt werden kann. Im preußischen Staatsministerium tst man daher der Meinung, daß die Scheußlichkeiten, die der Düsseldorfer Prozeß aufgedeckt hat, nicht nach der bisherigen Praxis beurteilt werden können und daß man der Gerechtigkeit freien Lauf lassen muß. Es entspricht das ja auch dem allgemeinen Volksempfinden und dem Gerechtigkeits gefühl. Soziales. Manteltarisverhandlungen im Nurbergbau gescheitert Essen, 23. April. Die heutigen Verhandlungen zwischen dem Zechenverband und den Arbeitgeberorganisationen über die Neuregelung des Manteltarifs im Ruhzrnergbau wurden, da eine Einigung zwischen den Parteien nicht zu erzielen war, ergebnislos abgebrochen. Erwerb von Grundstücken durch Kriegsbeschädigte oder Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern Wie die Deutsche Beamtenbund=Korrespondenz erfährt, hat der Reichsfinanzminister mit Rücksicht auf den herrschenden Kapitalmangel folgendes bestimmt: Beim Erwerb von Grundstücken durch Kriegsbeschädigte oder Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern ist künftig dem Antrage des Steuerschuldners, die Grunderwerbsteuer nebst Zuschlägen zinelos zu stun den und die Bescheinigung aus Paragraph 24 GrStc alchald zu erteilen, im allgemeinen nur noch dann zu entsprechen, wenn das bindende Veräußerungsgeschäft vor dem 1. Mai 1931 abgeschlossen und auch der Antrag auf Gewährung einer Kapitalabfindung vor dem genannten Zeit punkte bei dem zuständigen Hauptversorgungsamt gestellt ist. Der Steuerschuldner hat dabei durch ein Bescheinigung des Hauptversorgungsamts nachzuwei sen, daß der Antrag auf Kapitalabfindung mangels Mittel abgelehnt worden ist. In Fällen dieser Art ist die Stundung für die Dauer eines Jahres zu bewilligen; sie kann jedoch für ein weiteres Jahr verlängert werden, wenn das Hauptversorgungsamt bescheinigt, daß die Kapitalabfindung im Laufe des zweiten Jahres voraussichtlich bewilligt werden wird. Nach Ablauf dieser Frist behält sich der Minister weitere Entscheidung vor. Die Finanzämter(Grunderwerbesteuerstellen) haben von jeder Stundung in den vorerwähnten Fällen das zuständige Hauptversorgungsamt zu benachrichtigen. Die Hauptversorgungsamter werden Anträge auf Kapitalabfindung in solchen Fällen bevorzugt bearbeiten, wenn wieder Mittel zur Verfügung stehen und dem Finanzamt(Grunderwerbssteuerstelle) die endgültige Entscheidung über den Kapitalabfindungsantrag mitteilen. Chicago in Berlin Nachefeldzug eines Unterweltvereins Berlin, 23. April. Ein unglaublicher Vorfall, der an das Treiben der Chicagoer Gangsters gemahnt, hat sich heute am hellen Nachmittag im Südosten Berlins zugetragen. Rund zwölf Mitglieder des Unterweltvereins„Hand in Hand“ versuchten, mit Gewalt in die im Hinterhause gelegene Wohnung des Schlossers Soppa einzudringen, gegen den sie offenbar deshalb einen Rachefeldzug planten, weil er an ihrem Treiben nicht mehr teilnehmen wollte. Soppa setzte sich zur Wehr und verjagte die Eindringlinge mit Revolverschüssen. Ehe sie jedoch aus dem Treppenhause über den Hof flüchten konnten, beugte er sich aus dem Fenster und verhinderte ihre Flucht, indem er auch den Hof mit Schüssen bestrich. Das durch die Tetonationen alarmierte Ueberfallkommando konnte acht von der Bande festnehmen. Die übrigen dürften über die Dächer entkommen sein. Die Festgenommenen sind dem Volizeipräsidium eingeliefert worden. Wettbewerb mit dem Revolver Chilago, 22. April. Der Krieg unter den einzelnen Banden der Chikagoer Verdrecherwelt, der infolge der Bürgermeisterwahl eine Zeitlang ruhte, st wieder ausgebrochen. Es hat allen Anschein, als ob er mit großer Schärfe wieder einsetzen wird, besonders da die Bandenmitglieder sich nicht allein die Vorherrschaft im Verkauf von Alkohol streitig machen, sondern jetzt auch das Monopol über die Geschäftszweige an sich reißen wollen, die bisher in vollkommen normalen Bahnen liefen. Den Auftakt zum Wiederbeginn des Kampfes gab ein Revolveranschlag, den drei unerkannt entkommene Männer auf ein Wirtshaus im Südteil Chikages verübten. Dabei töteten sie den Bandenführer Edward Fitzgeraid und verletzten seinen„Leibgardisten" Edward Courtney schwer. Fitzgerald war ein sogenannter Ingwerbier=(ginger=ale) erkäufer für seinen Kumpanen O'Donnell. □ Dieser Zwischenfall zeigt, daß die Chikagoer Verbrecherwelt jetzt bemüht ist, auch den Handel mit dem alk oholfreien Ingwervier dem normalen Geschäftsverkehr zu entreißen. Bisher wurden die Bandenkriege in Chilago und andern amerikanischen Großstädten fast ausschließlich um Alkohol und Rauschgifte ausgesochten. Es scheint aber, daß die Geschäfte hiermit so sehr zurückgegangen sind, daß die Banditen sich andere Erwerbszweige suchen müssen, um leben zu können. Es bemühen sich einzelne Banden jetzt auch, den Handel mit gerosteten Kartoffelflocken, einem beliebten Lekkerbissen, vollkommen in ihre Hände zu bekommen. Gleichzeitig sind andre Gruppen der Unterwelt darauf aus, die Verkäufer von heißen Tamalas zu zwingen, nur von ihren Mitgliedern zu beziehen. Tamalas ist in Teig gebackenes mexikanisches Würzfleisch, das sich in den Vereinigten Staaten großer Beliebtheit erfreut. Wie trotzdem noch Millionen am Rauschgiftschmuggel verdient werden, zeigt eine Razzia im Hause eines Zuchthäuslers in Neuyork. Dort drangen unerwartet Detektive in die Wohnung des früheren Zuchthäuslers Jakob Jacobs an der Ostseite der 4. Straße ein und beschlagnahmten dort für viele tausend Dollar Rauschaifte. Jacobs, der in seiner Wohnung anwesend war, wurde verhaftet. Bei ihm fanden die Detektive ein Buch mit den Namen von über 100 angesehenen Bewohnern der Filmstadt Hollywood. Hierunter befinden sich viele hervorragende Filmschauspieler und eine Reihe von Aerzten. Wie es heißt, brachte der Rauschgift handel dem verhafteten Jacobs rund eine Million Dollar jährlich ein. Einer der Hollywooder Aerzte, der auch auf dem aufgefundenen Verzeichnis erwähnt ist, steht bereits seit langer Zeit unter PolizeiaufEine weitere Aufregung hatte Neuyork als am selben Tage der Führer der Neuyorker Unterwelt, Jack Diamond, der noch krank an Schußwunden daniederliegt, die er vor ungefähr einem Monat erhielt, am Dienstag, unter starker Polizeibedeckung vor Gericht gebracht wurde. Er wird beschuldigt, den Autoführer Grover Parks aus Kairo(Neuyork) in der letzten Woche gefoltert zu haben, um, wie es heißt, von ihm die Angaben über die Lage einer unterirdischen Schnapsfabrik herauszubekommen. Eine peinliche Ueberraschung erlebte Jack Diamond, als der Richter ihm mitteilte, daß er nur gegen Zahlung einer Kaution von 25.000 Dollar in Freiheit gelassen werden könnte. Obwohl Diamond ein reicher Mann ist, hat er anscheinend große Schwierigkeiten, diese ganz ungewöhnlich hohe Kautionssumme aufzubringen. Es sieht im Augenblick so aus, als ob er trotz seiner— Uniuswurde“ ins Gesängais wandern müßte. Jack Diamond hatte bekanntlich kurz vorher sich den Nachstellungen seiner Feinde zu entziehen versucht, indem er eine Reise nach Deutschland antrat. Er kam aber nur bis Aachen, wo er von der Kriminalpolizei auf dem Aachener Zollbahnhof empfangen und wieder abgeschoben wurde. konnte sich aus dem offenen Personenwagen durch Schwimmen retten. Mit einem Drahtseil, das ein Fischer um den Wagen gelegt hatte, zogen aus den Weinbergen herbeigeeilte Winzer und Winzerinnen schließlich das Auto wieder aus der Mosel. Förderung der Eifelsischerei Dann. Der Kreisfischereiverein Daun beschloß auf seiner diesjährigen Frühjahrshauptversammlung den Einsatz von 13500 Stück Jungforellen, die auf die einzelnen Fischereigewässer nach dem Anteil der jährlichen Pachtsumme verteilt werden. Wie verlautet, sind zur Hebung der Eiselfischzucht aus Mitteln des Westsonds weitere 1000 Mark zur Verfügung gestellt worden, die zur Beschaffung von Forellenbrut ir die fischarmen Gewässer des Kreisgebiets verwandt werden sollen. Hierbei handelt es sich um die Aussetzung von rund 100000 Stück, so daß für die Zukunft eine fühlbare Besserung im Fischbestand der Eiselgewässer zu erwarten ist. Kapitalflucht— in den Bodensee Eine drakonische Strafe für beabsichtigte Kapitalverschiebung traf dieser Tage ganz unverhofft ein älteres Fräulein aus der Gegend von Mecktenbeuren. Das Fräulein, das wegen seiner übergroßen Sparsamkeit bekannt ist, fuhr über den Bodensee und warf gerade den Möwen Brotstücke zu, als sich plötzlich ihre Handtasche vom Arme löste und ins Wasser fiel. Die Verzweifelte trauert dem Verluste von über 8000 Mark nach, die sie— auf einer Schweizer Bank anlegen wollte! Da der See an der Stelle außerordentlich tief ist, mußte sie die Hoffnung auf eine Wiedererlangung begraben. Im Verfolgungswahn vor einen D= Zug gelaufen Kamen, 22. April. Die hiesige Polizei griff Sonntag einen Mann auf, der an Verfolgungswahn leidet. Er wurde zunächst in Schutzhaft genommen und am Spätnachmittag seiner Frau, die aus Dortmund ge kommen war, übergeben. Auf dem Wege nach Dortmund gelang es dem Mann, in einen nach Hamm fahrenden Eilzug zu springen. Als er in Hamm bemerkte, daß er nicht nach Kamen gelangte, rief er einem Bahnbeamten zu, er wolle nach Kamen. Er lief dann über die Geleise und wurde von einem einfahrenden D= Zug zermalmt. Staatsdomäne in Flammen Detmold, 22. April. Die 50 Meter lange Scheune der staatlichen Domäne Breda bei Lemgo brannte mit reichem Inhalt bis auf den Grund nieder. Während es gelang, zehn Pferde sowie ein Füllen zu retten, wurden sieben große Erntemaschinen, über 250 Zentner Kunstdünger, mehrere Fuder Holz, die gemten Stroh= und Heuvorräte und vier Kastenwagen sowie landwirtschaftliche Geräte vernichtet. Sofor nach Bekanntwerden des Feuers begann eine ein gehende Untersuchung nach der Entstehungsursach Landwirtschaftl. Gehöft niedergebrannt Retum. Durch unbekannte Ursache ist das Gudes Landwirten O. L. bis zur Erde niedergebrann. Alles wurde vernichtet und ein Raub der Flammen Sämtliche Futtervorräte, samt Vieh und Mobilar alles ist verloren gegangen. Vier Stück Rindvieh sechs Schweine und etwa fünfzig Hühner fanden der mmentod. Eine Kuh die aus den Flammen ge rettet werden konnte, mußte infolge der erlitte nen Brandwunden abgeschlachtet werden. Der Scha den ist zum Teil durch Versiche ug gedeckt. Mit dem Kruzifir gegen den Staatsanwalt Warschau, 21. April. Vor dem Warschauer Bezirksgericht kam es gestern zu einem aufregenden Vorall. In einer Verhandlung gegen zwei Banditen. die Raubüberfälle verübt hatten, verkündete der Richter gerade das Urteil, als einer der Räuber über die Schranke sprang und das vor den Richtern stehende metallne Kruzifix ergriff, um damit den Staatsanwalt niederzuschlagen. Zwei Wachtmeister stürz ten sich auf den Banditen und es gelang ihnen noc im letzten Augenblick, den Schlag abzulenken sodaf niemand getroffen wurde. Der Bandit konnte überwältigt und abgeführt werden. Eie zächtiger“ Oeschästsfährer Verantreuugg beim Gewerkschaftsbund der Angestellten Berlin, 22. April. Vor dem Schöffengericht Verlin=Mitte, begann heute der Prozeß gegen den Verlagsbuchhändler Marius Matthiessen, der den GDA. um 700000 Mark geschädigt hat. Er war im Jahre 1926 als Geschäftsführer des SiebenstäbeVerlages und des dem GDA. ebenfalls angeschlosse. nen Buchverlages sowie der Buchdruckerei R. Voll angestellt worden. Gegen gefälschte Quittungen von Schriftstellern, die mit dem Siebenstäbe=Verlag in Verbindung standen, über angeblich empfangene Honorare entnahm er Beträge aus der Kasse. Der Angeklagte ließ sich ferner Wechsel über 450000 Mk. geben, die er bei einem Bankhaus mit dem gefälschten Giro des GDA. für 150000 Mark diskontierte. Außerdem entnahm er noch der Kasse 25000 Mark und ergriff die Flucht. Im Juni 1930 kehrte er nach Deutschland zurück und stellte sich der Staatsanwaltschaft. Das Schöffengericht verurteilte Matthiessen unter Freisprechung von den übrigen Anklagepunkten wegen fortgesetzter Urkundenfälschung zu sechs Wochen Gefängnis mit dreijähriger Bewährungsfrist. Auf Eisenbahnunglück in Frankreich Aus aller Welt Wasser aus dem Eifelkalk im Landkreis Aachen Der heiße Sommer des Jahres 1929 hat deutlich gezeigt, daß die Staubeckenanlagen im Aabener Gebiet nicht ausreichten, um die Bevölterung und die Industrie in Zeiten der Trockenheit ausreichend mit Wasser zu versorgen. Die Dreilägerbachtalsperre mit 4,3 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen reicht in trockenen Zeiten nicht aus. Der Wasserspiegel senkt sich zu sehr, und in nassen Monaten laufen Millionen Kubikmeter über, weil sie von dem vorhandenen Raum nicht erfaßt werden können. Be kanntlich beabsichtigt der Landkreis Aachen im Kallbachgebiet eine Sperre mit einem Fassungsvermögen von etwa zwei Millionen Kubikmeter zu erbauen. Die Verwirklichung dieses Planes dürfte jedoch noch einige Zeit dauern, da zunächst einmal der Prozeß der Stadt Düren gegen die Wasserwerksgesellschaft des Landkreises Aachen(der inzwischen im Sinne des Landkreises entschieden worden ist) hindernd im Wege stand; dann aber auch, weil zur Erlangung der Konzession usw. zeitraubende Vorarbeiten notwendig sind. Se hat man denn versucht, in der Zwischenzeit bei Hahn aus dem sog. Eiselkalk Wasser zu gewinnen. Man legte zunächst einen Schacht von etwa 60 Mtr. Tiese an und trieb von hier aus einen 140 Meter langen Stollen in den Bera. Die Versuche waren von Erfolg gekrönt. Man stieß auf ein größeres Wasservorkommen. Täglich konnten 7000—8000 Kubikmeter Wasser gepumpt werden. Der Landkreis Aachen wird nunmehr eine eigene Pumpe einbauen. Dann soll der Berg noch einmal abgesümpft werden. Bis die Arbeiten erledigt sind, dürften noch etwa 6—8 Wochen vergehen. Es ist unmöglich, heute schon zu sagen, in welcher Menge und in welcher ualität(Härtegrade usw.) das Wasser gewonnen werden dürfte. Man rechnet schätzungsweise mit etwa 3000 Kubikmeter täglich. Die Angestellten in der Nachener Textilindustrie Kreseld, 21. April. Der Angestelltengehaltstarif der Aachener Textilindustrie war am 27. Februar zum 30. April d. J. gerunoigt worden. In den inwischen geführten Verhandlungen mit den Angetelltengewerkschaften wurde nun am 14. April in freier Vereinbarung der laufende Angestelltengehaltstarif um 5 v. H. avgebaut. Von diesem Abbau befreit sind alle Tarifgehälter, die 125 Mark und weniger betragen. Der neue Tarifvertrag tritt am 1. Mai in Kraft. Ein Molkereiprogramm für die Rheinprovinz Koblenz, 22. April. In einer Beratung unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten und mit Beteiligung der Regierungspräsidenten von Koblenz, Aachen und Trier sowie Vertreter der Genossenschafteverbände Koblenz und Köln wurde ein Molbereiprogramm besprochen. Selbständige Molkereien sollen überalt da ründet werden, wo täglich mindestens 1000 Liter lch erzeugt werden. In den Bezirken Aachen und Trier wurde das Programm schon festgesetzt. Auch im Bezirk Koblenz soll es durchgeführt werden, was edoch zunächst noch von den zur Verfügung stehenden Ritteln abhängt. Bezahlt werden für Großmolkereien 30000, für kleinere 20000 Mark Zuschuß, für Rahmstellen 4000 bis 8000 Mark. Mit dem Auto in die Mosel gestürzt Traben=Trarbach, 22. April. An der Moselfähre bei Wolf geriet ein Auto, das über die Mosel setzen wollte, plötzlich in Bewegung und fiel an einer sehr tiesen Stelle in den Fluß, sodaß Wagen und Wagenführer in den Fluten versanken. Der Wagenführer setzt 14 Cote Letzte Drahtnachrichten. WXV. Paris, 23. Aprtl. Auf einer Kleinbahn strecke bei Fromelles in der Rähe von Lille stieß heute nachmittag ein mit Arbeitern vollbesetzter Autodus mit der Lokomotide eines Kleinbahnzuges zusammen. Dem Lokomotivführer wurde ein Arm fortgerissen. Rach den letzten von Havas erhaltenen Meldungen sollen 14 Tote und 20 Verletzte gezählt worden sein. Einzelheiten fehlen noch. Paris, 23. April. Die Eisenbahnstrecke, an der sich das Unglück ereignete, wird heute nur noch ganz selten befahren, da die Verbindung, die der Zug aufrechterhalten sollte, seit einiger Zeit durch einen regelmäßigen Autobusdienst versehen wird. Heute nachmittag hatte man dennoch einen Zug auf die Strecke geschickt. Der Autobus, der die Arbeiter und Arbeiterinnen von der Arbeit nach Hause bringen sollte, kam zu gleicher Zeit mit dem Zuge am Bahnübergang an, an dem weder eine Schranke noch ein Signaldienst die Ankunft des Zuges anzeigt. Der Zusammenprall war nach Angaben von Augenzeugen furchtbar. Der Autobus wurde von der Lokomotive des Zuges in voller Breitseite erfaßt, einige Meter weit mitgerissen und dann auf den Bahndamm geschleudert. Gendarmerie und Sanitätsmannschaften wurden sofort benachrichtigt und richteten einen Rettungsdienst ein. Aus dem Trümmerhausen zog man nach und nach 14 Leichen und etwa dreißig Verletzte, von denen ein großer Teil in hoffnungslosem Zustand in das Liller Krankenhaus übergeführt wurde. Die Liller Gerichtsbehörden haben bereits eine Untersuchung zur Feststellung der Schuldfrage eingeleitet. Der bieherige spanische Botschafter verläßt Berlin Berlin, 23. April. Amtlich wird mitgeteilt: Der Botschafter Dr. Espinosa de Los Mouteros, der Berlin in den nächsten Tagen verläßt, hat die Geschäfte der spanischen Botschaft dem ersten Botschaftesekretär Prieto Billabrillo übergeben. Spaniens Vertretung in Gen WTV. Madrid, 24. April. Außenminister Verroux wird Spanien bei der im Mai stattfindenden Völkerbundstagung in Genf vertreten. Zollverhandlungen zwischen England und Frankreich Rein greifbares Ergebute WTB London, 24. April. Die informellen Besprechungen, die zwischen den Vertretern des britischen Handelsamtes und des französischen Außen= und Handelsministeriums in London stattgefunden haben, haben. so schreibt der Diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph, kein greifbares Ergebnis gezeitigt und bieten auch für die Zukunft wenig Aussichten. Die französischen Beamten stellten sich auf dem Standpunkt. das britische Verlangen nach einer Herabsetzung der französischen Zölle um 25 Prozent, könne nur dann in den Bereich der Möglichkeit gezogen werden, wenn britische Elnfuhrabgaben auf französische Luxuswaren, wie Wein, Seidenstoffe und Parfüm aufgehoben oder herabgesetzt würden. Die beiden französischen Vertreter sind gestern nach Paris zurückgekehrt. Seiner Am Abend des Nachricht, daß der Monteur Bella schweren Verl Wie wir erfahren Grund des Sachve Geffers, Heinsberg, schaft abgegeben ha schaft freigegeben wagens ist nach Ac Gericht zugeführt Die Ergebr Von der Kreisft das Ergebnis der Londtagsauflösung mitgeteilt: Gemeinde: Aphove „ Arsbed " Dashel Tremu Selasb lfart Raubmord WTB Neumünster, 23. April. Der Lokomotivführer Johannes Runge wurde gestern nachmittag in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Der Tote wier eine Stichwunde am Hals auf und lag vor seinem Bett. Der Mörder hatte ihn in das Bertzeug eingewickelt. Nach dem ärztlichen Besund ist die graufige Tat schon vor mindestens acht Tagen begangen worden. Es handelt sich zweifellos um Raubmord. Im Goldbergwerk verschüttet WTB. London, 23. April. In den Goldbergwerken von Oorsand in der Provinz Mysore trat unvermutet ein schwerer Gesteinssturz ein, durch den eine größere Anzahl von Bergleuten verschüttet wurde; 17 wurden verletzt und 2 getötet, 13 werden vermißt. Ueberschwemmungen in Rußland Rookan. 23. April. Das Wasser der Moskwa, auf der gestern der Eisgang begann, ist auf fünf Meter über den normalen Stand gestiegen. Bis jetzt sind einige Straßen und Fabriken unter Wasser gesetzt. Auch auf der Wolga setzte Eisgang ein: das Wasser steigt täglich ein Meter. Die weißrussische Hauptstad: Miusk steht völlig unter Wasser. Die Mehrzahl aller Betriede, das Elektrizitätswer“ und die Zeitungen sind stillgelegt. In einigen Stadtteilen erreicht das Wasser bereits die Häusergiebel und steigt fortwährend. Der Verkehr ruht vollständig. Die Brücken sind beschädigt. Gestern und heute trafen aus Moskau kein Berlin=Warschauer Schnellzüge ein; sie sind vor Minsk aufgehalten. Die Zugverdindung mit dem Westen wird auf der Strecke über Dünaburg aufrechterhalten. Das Nachspiel der Todesnebel im Maastal Brüssel, 22. April. Von der Lütticher Staatsanwaltschaft ist jetzt Klage erhoben worden gegen den Dircstor dortiger chemischen Werke wegen Fahrlässigkeit bei der Einrichtung eines neuen Werks in der Nähe von Tilleur. Diese Entscheidung der Lütticher Justizbehörde steht im Zusammenhang mit den Todesnebeln im Maastal. Allerdings haudelt es sich bei dieser Anklage nicht um die Vorgänge vom Dezember, sondern um die vom Januar und Februar dieses Jahres. Man wirft dem genannten Direktor vor, nicht genügend Sorgfalt auf die Unschädlichmachung gefährlicher Abgase verwandt zu haben. Brand in einer Wiener Technischen Hochschule Wien, 22. Aprtl. In der hiesigen Technischen Hochschule ist ein Großfeuer ausgebrochen. Der Dachstuhl steht in Flammen. Der Brand in der Technischen Hochschule, der wahrscheinlich auf Ueberheizung zu rückzuführen ist, war im alten Trakt ausgebrochen und wurde erst nach 10 Uhr vormittags entdeckt, nachdem er vermutlich schon längere Zeit gewütet hatte. Der Dachstuhl geriet in einem Ausmaß von 200 am in Brand. Das Uebergreisen des Feuers auf den neuen Trakt konnte von der Feuerwehr verhütet werden. Verbrannt sind Altmaterial, alte Möbel und Hefte, die auf dem Dachboden eingelagert waren. Nach halbstündigen Bemühungen der Feuerwehr war die Gefahr beseitigt. Wertvolle Funde in Südslawien Wien, 21. April. Nach einer Blättermeldung aus Marburg(Südslawien) wurden bei der Niederreißung des Geburtshauses des österreichischen Admirals Tegetthof ein vergoldeter Säber des Admirals, sowie in einem eingemauerten, mit einer Steinplatte bedeckten Tongesäßz einige hun dert Goldmünzen gefunden. Die Archäologen erklären daß die Münzen aus dem alten Karthagostammen und im 2. oder 3. Jahrhundert vor Christi in das heutige südslawische Gebiet gelangt sein müfsen, als Hannibal im Lause des zweiten Punischen Krieges sein Heer über die Alpen gegen Rom führte. Die Goldmünzen haben einen großen Wert. Der Säbel Tegetthofs wird dem Städtischen Museum übergeben. Kemge Kirchh Myhl Oberbr Orsbec Rathei Schafh Schier Unterk Walde Waldf Wasse Wilde In den nicht a tragungen erfolgt. Stande vom Sepi Neue Spo Wie verlautet, Gründung eines rückt. Man hat chen angekauft, legt werden soll. Das n Rat Zur Lehr un Deutschland die tholiken, jung un Ertüchtigung, abe griffe auf den### lung der deutsch chen. Zwar ist die aten die Vater wagte, ja sogar zustellen sich erd Zeit, als Windth lische Deutschland schen Kathollken ihres Einflusses rief. Aber auch noch aus radikal genommen könnt keine Vaterlands wollten. Wenn ein paar Worte sten Rechten nich Friedensliebe ge den verlorenen K heißt es gleich, d der Vaterlandsli genannte Wort dem Nationalisn mäßer ist es, we Volksvereinszeit einem ausführlich Lehre von de den obigen unbe voll die Spitze a Heft behandelt Arbeitslosigkeit und Jugend handelt in eine Leben der hl. E Elisabeth b hefte! 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Seinen Verletzungen erlegen Am Abend des gestrigen Tages erhielten wir die Nachricht, daß der von dem Unglücksfall betroffene Monteur Bellartz im Krankenhause seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Wie wir erfahren, wurde der holl. Kraftwagen auf Grund des Sachverständigengutachtens, das Herr Geffers, Heinsberg, im Auftrage der Staatsanwaltschaft abgegeben hat, gestern von der Staatsanwaltschaft freigegeben worden ist. Der Führer des Lastwagens ist nach Aachen gebracht worden, wo er dem Gericht zugeführt wird. Vollchegehren Die Ergebnisse im Kreise Heinsberg Von der Kreisführung des Stahlhelms wird uns das Ergebnis der Eintragung für das Volksbegehren „Landtagsauflösung" im Kreise Heinsberg wie folgt mitgeteilt: Gemeinde: Aphoven=Laffeld 3 „ Arsbeck 15 „ Birgelen4 " Dalheim=Rödgen... 35 „ Dremmen 22 „ Effeld „ Heinsberg 81 Eusn:::::.9 " Marren „ Kempen..... 1 „ Kirchhoven „ Myhl „ Oberbruch 22 „ Orsbeck 22 „ Ratheim 109 Schafhausen=Schleiden Schierwaldenrath Unterbruch Waldenrato Waldfeucht Wassenberg 3 1 15 1 1 21 Wildenrath 4 zusammen 442 In den nicht aufgeführten Orten sind keine Eintragungen erfolgt. Wahlberechtigt waren(nach dem Stande vom Sept. 1930) rund 27000 Wähler. Neue Sportbetätigung in Heinsberg Wie verlautet, ist jetzt die schon häufig beabsichtigte Gründung eines Tennisklubs in die Nähe gerückt. Man hat eine Wiesenfläche hinter dem Klevchen angekauft, auf welcher der Tennisplatz angelegt werden soll. Das neueste Volksvereinsheft Katholik und Vaterland Zur Lehr und Wehr sollen dem katholischen Deutschland die Volksvereinshefte dienen. Den Katholiken, jung und alt, zur Schulung, Bildung und Ertüchtigung, aber auch zur Abwehr gegnerischer Angriffe auf den katholischen Glauben und die Stellung der deutschen Katholiken im öffentlichen Lechen. Zwar ist die Zeit vorbei, wo man den Katho##ken die Vaterlandsliebe überhaupt abzustreiten wagte, ja sogar sie als vaterlandslose Gesellen hinzustellen sich erdreistete. Das war der Fall zu der Zeit, als Windthorst den Volksverein für das katholische Deutschland als Gesamtorganisation der deutschen Katholiken zur Wahrung ihrer Einheit und ihres Einflusses im öffentlichen Leben ins Dasein rief. Aber auch in unserer Zeit kann man öfters noch aus radikalen völkischen Kreisen hören: streng genommen könnten die deutschen Katholiken so recht keine Vaterlandsliebe haben, wenn sie vielleicht auch wollten. Wenn irgendwo ein katholischer Pazifist ein paar Worte sagte, die den Leuten auf der äußersten Rechten nicht passen, wenn katholischerseits von Friedensliebe gesprochen wird statt von Rache für den verlorenen Krieg und von Kriegsbereitschaft, dann heißt es gleich, der Katholiziemus sei eben ein Feind der Vaterlandsliebe, oder es wird das heute viel genannte Wort zitiert: der Katholizismus breche jedem Rationalismus die Glieder.— Um so zeitgemäßer ist es, wenn das eben erschienene Heft 2 der Volksvereinszeitschrift in dem Männerheft sich in einem ausführlichen Beitrag mit der katholischen Lehre von der Vaterlandsliebe besaßt und den obigen unberechtigten Vorwürsen sehr wirkungsvoll die Spitze abbricht. Ein zweiter Beitrag in dem Heft behandelt das angenblicklich in den Zeiten der Arbeitslosigkeit so wichtige Thema„Jugendnot und Jugendrertung— Das Frauenheft behandelt in einer überaus ansprechenden Weise das Leben der hl. Elisabetb und„Was uns von Elisabeth bletom.— Lest die Volksvereinshefte! Arbeitet sie durch in der Familie, in den Ortsgruppen des Volksvereins und macht sie zur Unterlage von Besprechungen nicht zuletzt auch in den Standesvereinen! Rentenbankscheine gültige Zahlungsmittel letzter Zeit begegnet man vielfach einer irrigen Auffassung über die Gültigkeit der umlausenden Rentenbankscheine. Nach Mitteilung der Deutschen Rentenbank vom 22. 8. 30 ist nach Anfrage von privater und behördlicher Seite darauf hingewiesen worden, daß sowohl die Rentenbankscheine zu 1000, 500 und 100 Rentenmark mit Ausstellungsdatum vom 1. 11. 1923(ohne Kopfbilder) als auch die Rentenbankscheine zu 50 Rentenmark(mit Kopfbildnis eines Landmannes) vom 20. 3. 1925, zu 10 Rentenmack (mit Kopfbildnis einer Landfrau) vom 3. 7. 1925 und zu 5 Rentenmark(mit Kopfbildnis eines Landmädchens) vom 2. 1. 1926 nicht aufgerufen, sondern nach wie vor gesetzlich zugelassene Zahlungsmittel sind und unbedenklich in Zahlung genommen werden können. Beschädigte Reichsbanknoten Seit einiger Zeit werden Noten in den Verkehr gebracht, die in betrügerischer Absicht aus Teilen verschiedener Reichsbanknoten zusammengesetzt sind. Diese Noten sind an ihrer Zusammensetzung aus verschiedenen Teilen und an dem Klebestreisen guterkennbar. Die einzelnen Teile weisen meist verschiedene Nummern auf. Es wird deshalb allgemein vor Annahme zusammengeklebter Roten gewarnt, da die Möglichkeit vorhanden ist, daß es sich um Fälschungen handelt und der Empfänger Gefahr läuft sie bei der Reichsbank nicht umgetauscht zu erhalten. Um sich vor solchem Schaden selbst zu bewahren, verweist man zweckmäßigerweiser jeden Vorleger der in Rede stehenden Noten an die Reichsbank, die ihrerseits die Richtigkeit der Noten überprüft. Speisung erholungsbedürftiger Schulkinder * Ratheim, 21. April. Ab 20. April ds. Irs. hat in den Volksschulen des v Bezirks die Speisung der erholungsbedürftigen Kinder begonnen. Jedes in Frage kommende Schulkind erhält täglich und zwar unentgeltlich 2 Brötchen und 1/ Liter gekochte Milch. Finanziert wird dieses Unternehmen von der Gemeinde mit Zuschüssen der Provinz. EITKERAA Vogelschußfeiern Natheim. Den Vogelschußseiern der Bruderschaften, die seit Jahrzehnte an der Rurbrücke abgehalten wurden, haben sich Schwierigkeiten bedenklicher Art entgegengestellt, die wohl aller Voraussicht nach dazu führen werden, das fortan diese Feiern von dort verlegt werden müssen.— Es sind Verhandlungen im Gange, daß in den binter dem Jägerhof liegenden Anlagen ein Schießstand errichtet und dort von den Sebastianus=Schützen der Königsvogel geschossen wird. Die St. Josefs=Schützen planen die Verlegung des Schießstandes nach der Zentralhalle, Kirchstraße. Deutsche Jugendherberge noch vor Pfingsten in Betrieb Wassenberg, 21. April. Gestern abend fand im Hotel zur Post eine Sitzung des Vorstandes der Ortsgruppe Wassenberg der Deutschen Jugendher= bergen statt, um die endgültige Einrichtung einer Jugendherberge hier durchzuführen. Der stellv. Vorsitzende Rentmeister Graab eröffnete die Sitzung und gab einen kurzen Rückblick über die bisherigen Vorarbeiten. Der Geschäftsführer Hauptlehrer Kessel erstattete alsdann einen genauen Bericht über die stattgehabten Verhandlungen. Hieraus ist zu entnehmen, daß die Gelder für den Ausbau des gemieteten Raumes gesichert sind, nachdem die umliegenden Ortsgruppen M.=Gladbach, Rheydi, Odenkirchen nennenswerte Zuschüsse gestiftet haben Da gerade aus diesen Städten eine große Anzahl Wanderer Wassenberg häufig besucht und z. Zt. fast täglich Anfragen über Unterbringung von Wandergruppen eingehen, ist die baldige Eröffnung der Jugendherberge hier ein Bedürfnis. Da auch von Seiten der Gemeinde Wassenberg und des Kreises der Bau der Herberge finanziell unterstützt wird, beschloß der Vorstand den Architekten Meurer zu beauftragen, die Ausschreibung der Arbeiten sofort in die Wege zu leiten. Es soll möglichst ecreicht werden, daß die Herberge noch vor. Pfing= sten in Berrieb genommen werden kann. Zum Schlusse nahm der stellv. Vorsitzende Rentmeister Graab noch die Gelegenheit wahr, dem Geschäftsführer für seine aufopfernde Tätigkeit in herzlichen Worten den Dank des Vorstandes auszusprechen. Gemeinderatssitzung in Millen Unter dem Vorsitze des Gemeindevorstehers Schoffelen versammelte sich hier der Gemeinderat um über folgende Punkte zu beraten: Einführung der Viersteuer. Nach Beratung und Renninisnahme der gesetzlichen Bestimmungen bezgl. Erhedung einer Biersteuer deschloß die Gemeindevertretung eine solche nicht einzuführen. Der voraussichtliche Jahrevertrag an Biersteuer ist so unbedeutend daß er auf die Gestaltung des Haushaltsplanes keinen fühlbaren Einfluß hat. E0 jUhrung der Bürgersteuer Die gesetzlichen Vorschriften detr. die Erhebung einer Bürgersteuer wurden der Gemeindevertretung bekannt gegeden. Hierauf wurde die Erhedung der Bürgersteuer zum einfachen Landessatze nach den gesetzlichen Bestimmungen beschlossen. Vorbesprechung des Hauehaltsplanes 1931 Der Haushalteplan für 1931 wurde in den wichtigsten Punkten besprochen, wobei die notwendigen Erläuterungen gegeben wurden. Goldene Hochzeit in Schalbruch Die Eheleute Landwirt Johann Heiurich Decker: und Kornelia geborene Rademacher feiern am Sonntag, dem 26. April 1931 das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Von einer öffentlichen Feier soll Abstand genommen werden, wohl findet eine solche im engeren Fomilienkreise statt. Die Hochbetagten erfreuen sich noch guter Gesundheit und sind seit Bestehen der„Heinsberger Volkszeitung“ Bezieher und eifrige Leser derselben. Zu dem seltenen Jubelfeste unsern herzlichen Glückwunsch Möge dem alten Paare ein noch langer und gesegneter Ledensabend beschieden sein. Gerichtliches. Aus dem Kreise Heinsberg Starke Behauptungen— Ein betrunkener Zeuge er. Ein Bauarbeiter aus dem Kreise Heinsberg war an der kleinen Strafkammer in Aachen angeklagt, im Juni v. Is. den Jagdausseher A Cr., den Weber P. G. und den Weber K. bei dem Polizeihauptwachtmeister E. beschuldigt zu haben, sie hätten sich des Jagdvergehens schuldig gemacht, nämlich Eisen zum Zweck des Kaninchenfangens gelegt. Später zeigte er den A. Er. beim Gemeinde vorsteher wegen Jagdvergehens an und behauptet: von ihm, er habe den Anstreicher M. nicht angezeigt, damtt dieser zum halben Preis für ihn arbeitete. Weiter wurde behauptet, der Bauarbeiter habe einen gewissen W. mit Totschlag bedroht und zu ihm von„Kaltmachen" vor einem Gerichtstermin gesprochen. Der Einzelrichter in Heinsberg hat ihn wegen verläumderischer Beleidigung und übler Nachrede zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Nach den Aussagen der Zeugen hat der Bauarbeiter sich seine starken Behauptungen aus den Fingern gesogen, doch blieb er bei seinen schweren Beschuldigungen und erklärte, die Zeugen leisteen einen Meineid. Er ist 2 mal wegen Wilderns vorbestraft und aus verständlichem Grund auf A. Er. nicht sehr gut zu sprechen. Die Berufsverhandlung konnte aus einem nicht alltäglichen Grunde nicht zu Ende geführt werden. Der Zeuge war morgens schon„angesäuselt“ im Gerichtsgebäude eingetroffen. Das etwas lange Warten— oder vielleicht wollte er sich auch Courage zu trinken— kürzte er damit, daß er aus einer Flasche reichlich„Klaren“ zu sich nahm. Schließlich siel er durch seine Redereien und sein Gebahren auf. Als er aufgerusen wurde, war er sinnlos betrunken, mußte von zwei Wachtmeistern in den Sitzungssaal geschlevpt werden und setzte sich dann auf die Stufen vor dem Richtertisch. Nun wurde er wieder auf den Flur gebracht, schlief auf einer Bank etwas und redete dazwischen. Als man ihn nach einer Stunde wieder aufrief, konnte er bereits wieder selbst gehen. Als ihn nun der Vorsitzende fragte, wo er sich so betrunken habe, erwiderte er:„Das gehe das Gericht gar nichts an.“(!) Wegen Ungebühr vor Gericht wurde er in eine Ordnungsstrafe von 3 Tagen Haft genommen und sofort abgeführt. In der Zelle hat er dann noch ein Weilchen gesungen. Die Weiterverhandlung mußte auf Samstag vertagt werden. Ein trübes Bild er. Geilenkirchen. Ein Maurer von hier war am Aachener Schöffengericht I angeklagt, fortgesetzt seine kränkliche Ehefrau mißhandelt zu haben: die lange Verhandlung ergab ein trübes Bild einer unglücklichen Ehe. Das Gericht erkannte auf 6 Monate Gefängnis. Tagung rheinischer und Kriegerhinterbliebener Am Sonntag, den 19. April 1931, fand in Bonn der 14. Landesverhandstag des Landesverbandes Rheinland des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener statt. Er wurde von weit über 200 Delegierten besucht, die sich aus dem ganzen Rheinland und einem Teil von Westfalen hier zusammenfanden. Die Stadt Bonn bot allen Gästen freundliche Aufnahme. Die Tagung wurde eingeleitet durch einen Begrüßungsabend der gastgebenden Ortsgruppe am Abend vorher. Der Tagungstag selbst wurde eingeleitet durch die Gottesdienste der verschiedenen Konfessionen. Um 10 Uhr begannen die Verhandlungen in der Beethovenhalle. Frau Göttina, die Vorsitzende des Landesverbandes Rheinland eröffnete mit herzlichen Willkommworten an die Delegierten und Gäste. Sie dankte der Stadt Bonn für die gastliche Aufnahme und wies auf die Bedeutung hin, die gerade die Stadt Bonn als Tagungsstadt auf die Gestaltung des Verbandstages und seinen Verlauf habe. Sie ließ einiges Be merkenswerte aus der geschichtlichen Entwicklung der Stadt vor dem geistigen Auge der Hörer vorüberziehen. Nach ihrer Begrüßungsansprache übertrug sie die Leitung der Verhandlungen dem Vorsitzenden des Bezirksverbandes Niederrhein Herrn Schreurs. Es wurde zunächst dem Geschäftsführer des Lan desverbandes Rheinl. Herrn Ungermann, das Wort erteilt zu seinem Jahresbericht. Entsprechend dem Chara'ter des Verbandes als soziale Organisation wurde großes Gewicht gelegt auf den Bericht über den Stand auf sozialpolitischem Gebiet. Durch die politischen Maßnahmen im verflossenen Jahr, durch die Notverordnungen und Verwaltungseinschränkungen wurde die Arbeit auf sozialpolitischem Gebiet sehr erschwert und die Erfolge auf ein fast unerträgliches Maß herabgedrückt. Es waren vor allem die Bestimmungen der absoluten Ausschluß frist für Kriegsbeschädigte in Bezug auf Beantra gung von Versorgung, die Ausschlußfrist für Krieger eltern und die Durchbrechung des Prinzips der freien Heilbehandlung für Kriegsbeschädigte. Es wurde betont, daß durch die Verwaltungsrichtlinien vom 4. April auch die sozialpolitische Arbeit des kommen den Jahres im großen und ganzen maßgebend bestimmt sind. Die Verordnung über die grundsätzliche Ablehnung aller Kannansprüche wirft schwere Schatten auf das kommende Jahr. Trotz allem war der tatsächlich erzielte Erfolg im Verhältnis zu den enormen Schwierigkeiten, die entgegenstanden, recht bedeutend und zufriedenstellend. Nur im Verhältnis zu der erforderlichen unverhältnismäßig starken Arbeitsbelastung war der Erfolg verschwindend gering. Um so eindeutiger erhellt aus allem die Notwendigkeit eines festen Zusammenschlusses aller von diesen Maßnahmen Betroffenen in einer Organisation. Dem Bericht über Sozialpolitik folgte der über Organisation. Hier waren große Erfolge zu verbuchen. Lbwohl an sich die Mitgliederbewegung sinkende Tendenz hat, ist ein großer Zuwachs zu verzeichnen gewesen durch den Anschluß der K. H. M. Mörs und durch den Verband hirnverletzter Krieger an den Zentralverband im Rheinland. Es folgte dann der Kassenbericht. An diesen schloß sich eine Aussprache an. Die gestellten Fragen konnten zufriedenstellend beantwortet werden. Der Kassenführung konnte einstimmig Entlastung erteilt werden. Bei der Vorstandswahl wurden die bisherigen Mitglieder des Vorstandes, Frau Stadtveroronete Götting. Lüsseldorf, Herr Ungermann, Köln, Herr Schmitz, Köln, einstimmig wiedergewählt. Anstelle des im Luufe des vergangenen Jahres zurückgetretenen Vorsitzenden Herrn Scholz. Essen, wurde Kreistagsabgeordne.er Paul Klein, Altenkirchen, gewählt. Nach Behandlung der eingegangenen Anträge wurde folgende Entschließung angenommen: Es verlautet, daß weitere einschneidende Sparmaßnahmen in der Kriegsopferversorgung bevorstehen. Die zahlreich in Bonn versammelten Abgeordneten des Landesverbandstages Rheinland im Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener E. B. erheben gegen eine solche Ansicht schärfsten Protest und erklären zugleich, daß jedwede weitere Rechtsverschlechterung absolnt untragbar ist. Mit Entrüstung wenden sie sich gegen die den Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen fortgesetzt zugefügten Benachteiligungen, und sie erwarten die bald möglichste Beseitigung der durch die Notverordnungen und die nachfolgenden Sparmaßnahmen zahlreich eingeführten Härten. Die Tagung in Bonn nahm einen ruhigen und würdigen Verlauf. Sie wird einen Merkstein darstellen in der Geschichte des Zentralverband. London—Kom in 5 Stunden 22 Minuten Der Amerikaner schlug Smitho' Rekord um mehr als sieben Stunden Rotlandung beim Rückslug. Rom, 22. April. Der amerikanische Flieger Frank Lawks hat bei seinem Flug von London nach Ron eine Höchstleistung aufgestellt, die die von Kingsford Smith erreichte Leistung um mehr als sieben Stunden übertrifft. Lawks legte die Strecke von Croydon bis zu dem römischen Flughasen Centicello in insgesamt 5 Stunden 22 Minuten zurück, während Kingsford Smith 12½ Stunden brauchte. Dabei erzielte Lawks. obwohl sein Motor etwa 380 Stundenkilome= ter leistet, nur eine Geschwindigkeit von durchschnittlich 279 Kilometer, da er mit Gegenwind zu kämpfen hatte. Der Flieger, der um 11,40 Uhr hier eintraf, startete um 13,41 Uhr zum Rückflug nach London. Um 15 Uhr mußte er in Pisanotlanden, da die Oelzuleitung undicht geworden war. Der Schade konnte jedoch rasch beseitigt werden, und Lawks stieg um 15,15 Uhr zum Weiterslug auf. Frank Lawks ist durch schlechtes Wetter zu einer zweiten Notlandung auf freiem Feld etwa 150 Kilomeler südlich von Paris gezwungen worden. Trotz des unebenen Bodens bliev seine Maschine intakt, und der Flieger wird nach Ergänzung seiner Benzinund Oelvorräte morgen früh zum Weiterflug nach London aufsteigen. Ein Großflugzeug überschlug sich London, 22. April. Das Personen=Großflugzeug Stadt Edinburg, mit dem ein Flieger heute auf dem Flugplatz Croydon einen Probeflug unternahm, überschlug sich beim Start, stürzte ab und verbrannte Der Pilot konnte sich durch Absprung retten. Wo das Gold liegt Paris, 22. April. Die New=Yorker Filiale der Bank Lazard Freres hat bekanntgegeben, daß der gegenwärtig nach New York unterwegs befindliche Dampfer„Paris“ eine Goldsendung von 3½ Millionen Dollar an Bord habe. Auch die Bank von Frankreich hat Goldbarren im Werte von 2 Millionen Dollar nach New York verfrachtet. Dies sind die ersten Goldsendungen, die seit längerer Zeit wieder von Frankreich nach den Vereinigten Staaten gehen. Riesenhafte Aufstapelung in Amerika Neuyork, 22. April. Gegenwärtig defindet sich in den Vereinigten Staaten mehr münzdares Gold als zu irgend einer Zeit ihrer Geschichte. In den Gewölden der Bundesreservedank liegen 42 Prozent allen münzdaren Goldes, das heißt, mehr als die doppelte Menge des in Frankreich und die siedenfache Menge des in Großbritannien bewahrten Goldes i in in in Ur. Wr MC-CPH I muß nach Rechr und Billigkeit das Gute immer Bahn sich brechen. Die SALE M-Märken weit und breit, durch ihre Qualität bestechen! SALEMZaaefen Jubiläums-Preise Fürden Herrn Jubiläums-Anzug Reines Kammgarn blau a.K. Seide 37 Jubiläums-Anzug Reines Kammgarn blau solide Qualität 4500 * Jubiläums-Anzug Reines Kammgarn schwere Ware 075 Jubiläums-Anzug Reines Kammgarn farbig 75 Jubiläums- Anzug Reines Kammgarn solide Ware 1 Jubiläums-Anzug Reines Kammgarn neueste Ausmusterung * 0 Herren Kammgarn-Hose 045 195 Als damals vor 50 jahren zum erstenmale die Ladentüre aufging, wurde auch schon der erste Kunde reell, zuvorkommend und billig bedient. Dieser Grundsatz, der 50 Jahre besteht, hat Früchté getragen, denn heute weiß man es in Stadt und Land: Der große Tag soll aber nicht klang- und sanglos vorübergehen— er wird uns Gelegenheit geben, den Dank an unsere geehrte Kundschaft abzutragen. Und so veranstalten wir denn einen goldenen Jubiläums-Verkauf mit großzügigen, ungeheuer vorteilhaften Jubiläums-Angeboten. Jedes Stück im Hause ist billiger und dazu Lommen noch Jubiläums-Waren, die uns zum Gelingen der Festtage von ersten Fabrikanten weit billiger als üblich zur Verfügung gestellt werden. 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Seche und neunzehn Leit zusammen und vere schienen(es sind 3 5 Schienen für 114 53 Schaltfeldern(4 Volt, in denen sie der verbunden wer! Aber die Energ sondern auch tra auf höhere oder u schieht in mächtige Jubiläums Mänlel Weitere Preislagen 30.- 35.- 40.— 55.- 65.- 75.— 1 Paar Strümzple Macco oder W.-Seide Wasserspeler 6— # □ Auf dem E origineller übergeben, Marktplatze Aus Welt und LebenBeilage zur Reinsberger Volkszeitung Elektrisches Hauptquartier am Khein. In der größten Schaltstation der Welt. Der Mann, der 3 Ulilliarden Kilowattstunden beherrscht. Wo sich das rheinische Vorgebirge gegen Köln din senkt, liegt ein Städtchen, dessen Name im Rheinland einen etwas unsympathischen Beigeschmack hat: es ist Brauweiler mit seiner großen Strasanstalt. Unweit dieses Ortes, im Mittelpunkt eines phantastischen Gewirrs von elektrischen Hochspannungsleitungen, hat ein gewaltiger Besehlshaber sein Hauptquartier aufgeschlagen. In einer lichten, hellen Halle mit einem in halber Höhe ringsum laufenden Gang sitzt in einer erkerartigen Verbreiterung am Schreibtisch ein Betriebsingenieur, allerlei Telefongerät vor sich, einen Stapel Korrespondenz, und— ein Fernrohr, durch das er zuweilen hindurchblickt. Sein Blick streift auf der gegenüberliegenden Wand eine Unzahl von Meßinstrumenten mit allerlei geographischen Bezeichnungen darüber; bis nach den Alven hin finden sich die Namen und bis nahe an die Nordsee. Jeder Name hat sein Feld und jedes Feld seine Meßinstrumente. Ab und zu klingelt das Telefon; der Mann am Schreibtisch fragt nicht, er ordnet an, er ist zu befehlen gewohnt. Zuweilen veranlaßt ihn ein Blick auf dieses oder jenes Instrument, selbst eine Leitung zu wählen und seine Anordnungen zu erteilen. Er tut das mit der Ruhe und Selbstsicherheit des Ingenieurs, der seine Arbeit kennt und beherrscht. Unter seiner Hand aber strömen die Energien nach allen Richtungen, Hunderttausende von Menschen und Tausende von Fabriken aller Größe und Art mit dem gewaltigen Hilfsmittel der elektrischen Energie versorgend. Denn das ist die Aufgabe jenes verantwortungsvollen Kommandeurs: die ungeheuren Energien, die die Kraftwerke von Rheinland dis zu den llpen erzeugen und die hier in einem mächtigen Knotenpunkt zusammenströmen, sach= und fachgemäß in die Verbraucherkreise hineinzuleiten, das Gleichgewicht herzustellen zwischen dem ständig wechselnden Strombedarf der unzähligen verschiedenen Abnehmer und der Stromerzeugung der zablreichen Kraftwerke. Warum er das muß, das lehrt uns ein kurzer Blick in das Gebiet der elektrischen Energieversorgung. Wir sehen da, wie die einzelnen Versorgungsgebiete sich immer mehr zu größeren, viele Tausende von Kilometern umfassenden Netzen zusammenschließen und wie oft viele Kraftwerke ihre Energien in ein gemeinsames Netz liefern müssen. Die Gründe für diese Entwicklung liegen auf wirtschaftlichem Gebiet; hier kommt es nur auf ihre Auswirkungen an. In solchen Fällen kann nämlich die einzelne Kraftquelle nicht mehr nach eigenem Belieben arbeiten, es wird vielmehr eine zentrale Kommando= Instanz notwendig, die jedem angeschlossenen Werk den von ihm zu liefernden Anteil an der gesamten Stromerzeugung vorschreibt. Ein solches Zentralorgan, das die elektrische Belastung verteilt, nennt man„Lastverteiler“. Um aber die erzeugten Energien planmäßig verteilen zu können, muß man sie zunächst an einem gemeinsamen Punkte, in einer gemeinsamen Schalt= und Transformatorenstation zusammenfassen. So entsteht der elektrische Knotenpunkt als Durchgangsstation für die Energien auf ihrem Wege von der Erzeugung zum Verbrauch. Eine solche Durchgangsstation— und zwar zugleich die größte der Welt— ist die Schaltstation Brauweiler; das ektrische Hirn darin, das die strömenden Kräfte sinnvoll lenkt und leitet, ist jener Herrscher in dem hellen und freundlichen Saal, dessen Wände von Instrumenten starren. Er beherrscht etwa ein Fünfte! der gesamten elektrischen Energie, die in Deutschland im Jahr in öffentlichen Elektrizitätswerken erzeugt wird. oder, um in Zahlen zu reden, rund 3¼ Milliarden Kilowattstunden. Sechs Drehstromleitungen für 220 000 Volt und neunzehn Leitungen für 110 000 Volt stoßen hier zusammen und vereinigen sich über gewaltige Sammelschienen(es sind 3 Sammelschienen für 220 000 Volt und 5 Schienen für 110000 Volt vorhanden) in zusammen 53 Schaltfeldern(40 für 110 000 Volt und 13 für 220 000 Volt, in denen sie in der verschiedensten Weise miteinan. der verbunden werden können. Aber die Energie wird hier nicht bloß weitergeleitet, sondern auch trausformiert. d. h. je nach Bedarf auf höhere oder niedere Spannung gebracht. Das geschieht in mächtigen Transformatoren, von denen jeder 9 Meter hoch ist und das respektadle Gewicht von rund 180 Tonnen besitzt. Neben den Sammelschienen bilden die Transformatoren und die Oelschalter die wichtigsten Wasserspelende Fische als Brunnen. Auf dem Fischtorplatz in Mainz wurde ein origineller Brunnen der Oeffentlichkeit übergeben, den als Wahrzeichen des Marktplatzes zwei wasserspekende Fische zieren. Teile der Schaltstation. Die Oelschalter sind runde stehende Kessel, in denen die Kontakte der Strombahnen unter Oel geschlossen und geöffnet werden. Die gesamte Anlage bedeckt eine Fläche von 300 X 500 Meter. Man kann leicht einsehen, daß es eine ungeheure wirtschaftliche Belastung wäre, wollte man alle Anlagenteile überdachen. Bis auf die Kommandowarte und die Meßräume hat man daher die gesamte Anlage als Freiluftstation ausgeführt, man kann solche Freiluftstationen heute so betriebssicher bauen, daß selbst außergewöhnliche klimatische Verhältnisse, wie etwa der strenge und lange Winter 1928/29 ihnen nichts anzuhaben vermögen. Alle beweglichen Teile, Antriebsmotoren usw. sind natürlich eingekapselt. Wir sprachen eingangs von der telefonischen Verständigung zwischen dem Energiebefehlshaber und seinen Werken; die ist natürlich von besonderer Wichtigkeit. Oft ist im Bruchteil einer Minute ein unprogrammäßiger Vorfall störend eingetreten. Rascheste und zuverlässigste Verbindung der Stirn des gewaltigen elektrischen Systems mit allen seinen Gliedern ist dringendstes Erfordernis. Man verläßt sich daher nicht auf die postalische Verbindung und auch nicht auf den Funkverkehr, man baut auch keine besonderen Kabelverbindungen, sondern benutzt die Hochspannungsleitungen selbst als Träger für die Sprechströme. Man telesoniert heute auf Leitungen, die unter einer Spannung von 220000 Volt stehen, genau so sicher und zuverlässig wie auf dem besten unterirdischen Fernsprechkabel. Ja man kann heute über die Hochspannungskabel sogar Fernmessungen ausführen, beispielsweise die Anzeige eines Zeigerinstruments in irgendeinem beliedigen Kraftwerk zur Schaltstation fernübertragen. Wir können noch mehr: von der Fernmessung ist nur mehr ein Schritt zur Fernsteuerung und zur Automatisierung des Kraftwerkbetriebes. Wir haben heute bereits zwei Kraftwerke in Deutschland, die bedienungslos arbeiten und vom Lastverteiler aus gesteuert werden. Die Zukunft wird uns in dieser Richtung noch manche Ueberraschung bringen. Seltsame Afrikaner in Berlin. Der Zoologische Garten der Reichshauptstadt eröffnet in den nächsten Tagen eine exotische Völkerschau, auf der eine Gruppe Lippennegerinnen aus dem afrikanischen Stamme Sara-Kada sowie einige Negerzwerge gezeigt werden. Charakteristisch für die Lippennegerinnen ist die radförmig herausgetriebene Unterlippe, die sie auf der Reise durch Deutschland vorsichtig verhüllt haben. Die Ankunft der Lippennegerinnen und afrikanischen Zwerge in Berlin; in der Mitte Geheimrat Heck, der Direktor des Berliner Zoo. Spaziergang im versteinerten Wald. Stämme von 3 Uleter Durchmesser. Dalmen in Rliaska. Der amerikanische Pellowstonepark, der so viele Merkwürdigkeiten umschließt, hat auch einen versteinerten Wald, dessen Bäume aus einer fernen Vorzeit stammen; man nimmt an, daß sie Hunderttausende von Jahren alt sind, während sie doch so vollkommen erhalten sind, daß soga lige versteinerte—.— man ihnen in dieser Form noch weitere Jahrtausende same Zeugen jener fernen Zeit, als dies Land von Schnee und Eis in der Fülle tropischen Wachstums Prozeß ein. m Wasser ab, Bestand zuspricht. Die Gelehrten haben den Versuch gemacht, die Zeit, als jene Bäume noch nicht versteinert waren, sondern #bende, wachsende, grüne Bäume waren, vor unsern Augen erstehen zu lassen. Menschen, sagen sie, gab es damals nicht. Mächtige Wälder bedeckten das Land, Tiere vom unvorstelldarer Größe und schreckeinflößendem Aussehen erfüllten die Luft. Bulkane umgaben den Wald. Regen fiel auf das Trümmerfeld. Nun setzte der naturgemäße chemische Kalk und Kieselsäure sonderten sich aus dem drangen in die Bäume ein und machten so die einst lebenden Jellen ganz allmählich zu hartem Stein. Ueber dem versteinerten Walde aber sproßten im Laufe der Jahrtausende neue Bäume; ein neuer Wald wuche heran und lebte im Sonnenlicht, andere Riesentiere kämpften, jagten und pflanzten sich fort, bis ein neuer Vulkanausbruch auch diesen Wald und dieses Leben vernichtete, und auf gleiche Weise die Versteinerung vor sich ging. Nachgewiesenermaßen dat sich dieser Vorgang ünszehumal wiederholt, dis die vulkanischen Erdschichten 700 Meter hoch waren und die Hochfläche bildeten, auf der sich der heutige Pellowstone=Park befindet. Dann erloschen die Vulkane, die Menschen kamen und nahmen den Boden in Besitz. Nun begannen die Ausgradungen. Ein versteinerter Wald unter dem anrn wurde aufgedeckt, die Vergangenheit schlug die Augen auf. Riesenbäume, die lange vor dem Menschendasein gelebt hatten, kamen zum Vorschein, stolz ragen sie auf wie zu jenen Zeiten, als Dinosaurter und Riesenechsen in ihrem Schatten sich ergingen. Klein wie Zwerge steben die heutigen Menschen neben den uralten Riesen, die noch heute wie lebendig aussehen. Es ist fast wie ein ungeveures Wachsfigurenkabinett der Natur, das mit einem Schein von Lebensähnlichkeit etwas Erschreckendes hat. Manche der versteinerten Bäume haben eine Höhe von zehn Metern. Der größte von ihnen hat einen Stamm von 3 Metern Durchmesser. Man sieht ganz deutlich die versteinerte Rinde. Von einem andern versteinerten Riesenbaum ist nur ein etliche Meter hoher Stumpf vorhanden, der aber neun Meter im Um. kreis mißt. Die Gelehrten haben die Bäume mit Hilfe des Mikrokops genau studiert und konnten auf diese Weise feststellen, was für Bäume im Laufe der Jahrtausende an dieser Stelle gewachsen sind. Man hat Eichen. Brotfruchtdäume, Birken=, Walnußbäume, Eschen, Ahorne, Feigenbäume und viele andere Baumarten gefunden, die jetzt in der Gegend und überhaupt in den Vereinigten Staaten nicht mehr wachsen, wie man zum Beispiel in Alaska ja sogar mächtige versteinerte Palmen gefunden hat, selt blühte. Besonders interessante Versteinerungen hat man bekanntlich auch auf Spitzbergen gefunden, wo das Vorkommen gewaltiger Farnkraut= und Bärlappwälder festgestellt ist. In der Jurazeit scheint der verbreiteste Baum auf Spitzbergen und damit in der arktischen Zoue der Gingko gewesen zu sein, dieser eigenartige zur Familie der Nadelbäume gehörige Baum, der vollkommen blattähnliche Nadeln hat und heute in China und Japan wächst. In Europa finden wir ihn eigentlich nur in Botanischen Gärten. Aus der Tertiärzeit hat man versteinerte Ueberreste von Nadel= und Laubbäumen gefunden, nämlich Pappeln, Eichen, Linden, Ahorn, Haselnüsse und andere. Unter den Nadelbäumen scheinen Sumpfzypressen und Niesensichten besonders häufig gewesen zu ein. Die Flora jener Zeit muß der heutigen in den Mittelmeerländern ähnlich gewesen sein. Die„Könige des Hüdpols“. Die Vernichtungsarbeit der„Walfischkönige".— 50 000 Walfische, die Beute eines Jahres.— Die letzten großen Meeresriesen sterden aus. In Norwegen leben drei Männer, die sich stolz die „Könige des Südpols“ oder auch die„Walfischkönige" nennen lassen, die aber in Wirklichkeit den Titel von Jerstörern unersetzlichen Naturgutes verdienen. Sie sind die Besitzer der größten Walfischjagdflotten „Großindustrielle der Naturzerstörung". Der kleine Badeort Sandefjord ist die Zentrale der Walsanggroßindustrie, deren Tätigkeitsfeld allerdings jegzt nicht der Nordvol sondern jetzt der Südpol ist. Eo lohnt sich aber. große Flotten von Norwegen viele tausend Kilometer weit nach der Antarktis zu entsenden, denn es ist ein Millionengeschäft, das hier mit der Massentötung von Walen gemacht wird. Der Präsident der Walfangreedervereinigung Konsul Nasmussen erklärte jüngst einem Zeitungsberichterstatter mit Stolz, daß im letzten Jahre me hr als 40 000 Wale getötet worden seien. In Wirklichkeit waren es ungefähr 50 000, wie andere zuverlässige Zahlen berichten. Aus diesen Angaben erkennt man, daß ein geradezu unsaßbarer Raubbau an unwiederbringlichem Naturgut Deutsche Technik im Ausland. Vom Bau einer Klappbrücke in Buenos-Airese ein Schwingkran hebt eine Eisendeton=Hilfskonstruktion für einen Brückenpfeiler. Die Brücke wird von einem deutschen Werk gebaut. ausgeübt wird. 50000 Niesentiere als Jagdstrecke eines einzigen Jahres! Das ist eine geradezu unglaubliche Angelegenheit, denn es ist selbstverständlich, daß unter diesen mständen der letzte, Riesenbewohner der Ozeane aussterben muß. Die„Walfischkönige" haben zwar, wie die Presse mitteilte, den Beschluß gefaßt, im nächsten Jahre den Fang der Walfische einzustellen. Dazu sind sie erwa nicht durch Rücksichten auf die Erhaltung der letzten Wale bestimmt worden, sondern durch rein wirtschaftliche Gründe. Infolge der gewaltigen Fangergebnisse des letzten Jahres konnten die Tranvorräte nämlich nicht an den Mann gebracht werden. Die Gewinnsucht der Walfischjäger war zu groß und ihre Vernichtungsarbeit zu erfolgreich, als daß ihre Beute vollkommen hätte abgesetzt werden können. Auch auf diesem Gediete reguliert die Nachfrage das Geschäft und die Rücksichten auf die Verpflichtung des Menschen gegen die Schätze der Natur. Da für ungefähr 2 Jahre Tranvorräte vorhanden sind, so hätten neue Walsagden keinen Sinn. Die Walfischkönige sind sich darüber klar, daß ihr Massenmorden zum Aussterden der Walfische beitragen muß. denn Rasmussen bemerkte melancholisch zu den Journalisten, daß voraussichtlich durch diese einjährige Ruhepause der Walfisch vorläufig vor dem Aussterben bewahrt werden wird. Die modernen Walfischfangmethoden mit besondere dazu hergestellten Harpunen haben diese ungeheure Schlächterei in den Gewässern des Südpols und die Vernichtungsarbeit der Walfischjäger stark begünstigt. In früheren Jahrzehnten konnten die Wale in derartigen Massen nicht getötet werden. Die Walfischjagd war ein Kleinbetrieb im Gegensatz zu der Großindustrie, die sie heute darstellt. Eine Flotte von 30 bis 50 Fangschiffen ist nicht nur in der Antarktis, sondern auch in anderen Gewässern unterwegs, um diese ersehnten Spender von Tran und Fischbein, zu erlegen. Es ist ganz gewiß nicht zu unterschätzen, daß ungefahr 50000 Menschen in den verschiedenen Ländern von der Walfischjagd leben und zum Teil sogar vielfache Millionäre werden. Haben doch manche Walfischjäger Einkünfte von mehreren Hunderttausend Mark im Jahr, von den Walfischkönigen, den Großunternehmern, ganz zu schweigen, deren jährliche Einkünfte in die vielen Millionen gehen. Aber im Interesse des Naturschutzes muß gefordert werden, daß die Wale vor dem Aussterben durch internationale Abmachungen bewahrt werden. Augendlicklich ist es so, daß diese Ueberreste vorgeschichtlicher Riesentiere nur dazu da sind, um drei oder viel Walfischkönigen in Norwegen alljährlich Einkünfte von Millionen zu bringen. Früher wurden die Walfische hauptsächlich in den nordischen Meeren gefangen. Schon Im 9. Jahrhundert waren die Norweger als Walsischjäger bekannt. Später gingen die Holländer und Engländer auf Walfischjagd aus, die Jagdgebiete waren bei Grönland und im Eismeer. Damals war im 17. Jahrhundert eine Jahresbeute von 500 Walen beträchtlich. Durch die rücksichtslose Verfolgung sind die Walfische aber in den nordischen Gewässern völlig ausgestorben. Ein Walfisch enthält aber sehr beträchtliche Werte. Ein mittleres Tier von ungefähr 60 000 bis 70000 kg Gewicht liefert mehr als 20 000 kg Tran und ungefähr 1500 kg Fischbein. Man hat sich darum entschlossen, das Jagdgediet in die Gewässer der Antarktis zu verlegen.. Aus aller Wett. 500 000 Mozart=Doppelschillinge werden geprägt. Dao österreichische Münzamt arbeitet an der Herstellung der Mozart=Doppelschillinge. Zunächst werden 500 000 Stück geprägt. Doch ist diese Ziffer keine Endsumme, da über die Stückzahl noch keine feststehenden Beschlüsse gesaßt wurden. Die Mozart=Doppelschillinge werden hereits Anfang Juni in Verkehr gesetzt werden. Die Ausgabe der Havdn=Doppelschillinge wird erst im nächsten Jahr erfolgen. Die im Vorjahr ausgegedenen WalterSchillinge sind fast vollständig— offenbar von Sammlern— aufgekauft worden. Gesprochene Briefe. Die Bewohner von Hollywood brauchen jetzt ihre Briefe nicht mehr zu schreiben, sondern sie können ihre Mitteilungen mit ihrer eignen Stimme dem Adressaten vorsprechen. Nach einem Bericht der„Umschau“ sind Aufnahmeapparate wie die öffentlichen Fernsprecher in den Straßen aufgestellt, die gegen eine Gebühr von 25 Cents oder eine Mark ein Phonogramm aufnehmen. Die Platte wird dann als„Brief" durch die Post bestellt. Der Empfänger legt sie in sein Grammophon ein, worauf er die Stimme seines Absenders vernimmt. Die Straßenapparate mit Mikrophon sind im Gilette=Atelier zu Hollywoob ausgearbeitet worden. Nr. 95— 2. Blatt— Freitag, den 24. April 193 Roman-Beilace der Heinsberger Volkszeitung und Heinsberger Zeitung Nr. 95— 2. C Lebenslän Das schwarze Kreuz. Copyright 1929 by Karl Köhler& Co Berlin=Zehlendorf. S.(Nachdruck verboten.) Roman von K. Struppe. Nicht nur Manuel Heter, auch Antoine Chamfort war in großer Erregung.„Was alles hattest du in deiner Handtasche, die man dir gestohlen hat?“ Mit dieser hastigen Frage wandte er sich sofort an Jella, als Mister Sterner sich endlich verabschiedet hatte. Jella schwieg, bis sie im Zimmer waren, schloß dann vorsichtig alle Türen zu, und vergewisserte sich einigemal, ob keine unerwünschten Zuhörer zu fürchten seien. Dann sagte sie etwas schuldbewußt: „Ich kann es nicht mehr ändern. Es war viel Geld in der Tasche— dreitausend Franken.“ „Wir sind ruiniert!“ fuhr Antolne auf. „Doch nicht ganz“, meinte sie schon wieder gleichmütiger.„Wir haben ja den Schmuck! Wir werden etliche Rubine an Mister Sterner verkaufen. ich habe mich bereits nach dem Wert der einzelnen Steine erkundigt. Für die zwei größten kann ich allein 18000 Franken bekommen. Zum Glück trug ich sie in einem kleinen Beutel auf der Brust und nicht in der Handtasche.“ Aber Antoine konnte sich noch immer nicht beruhigen. „Was war denn noch in der Tasche?“ wollte er wissen. „Ein Taschentuch, ein Notizbüchlein und kleine Toilettengegenstände— nichts von Belang. Beruhige dich nur!“ „Besinne dich! Eine Kleinigkeit kann uns verraten. Hattest du nichts Schriftliches bei dir?“ „Nein, nein—“ „Ich habe dich unzählige Male vor Vorsicht ermahnt, aber du bist und bleibst einmal leichtsinnig. Was stand denn in dem Notizbüchlein?“ „Ach. gleichgültige Notizen.“ „Was du eben unter gleichgültigen Notizen verstehst", warf Antvine gereizt ein. „Nein wirklich— Notizen über Besorgungen. So gut wie nichts. Das Buch war fast ganz neu. Ich habe erst auf dem Schiff angefangen, es zu benutzen.“ „Wo hattest du es gekauft?“ „Gekauft? Ich habe er überhaupt nicht gekauft. Ich habe es bei einem Wohltätigkeitsbazar in Mentone gewonnen.— Der Geldverlust ist entschieden al schmerzlichsten. Aber ich werde ihn wieder hereinbringen. Gibt es hier keine Roulette?“ Antoine schien ihre letzten deußerungen gar nicht gehört zu haben.„Ich traue Mister Sterner nicht". sagte er unvermittelt. „Du traust keinem Menschen, das ist nichts Neues!“ „Ich spüre, wie uns Feinde verfolgen, wie sich Schlingen um uns legen.“ Antoine hatte sich müde in den tiefen Korbsessel zurückgelehnt In seinen siebrig glänzenden Augen war fast etwas Visionäres, als er mit tonloser Stimme vor sich hin sprach: „Meine Bahn war ein Hasten und Nasen über die Erde. Ich bin ein Mensch, für den es nur die Fremde und nirgends eine Heimat gibt. über bald wird meine Mission erfüllt sein. Ich späre meine Feinde näher und näher kommen. Ich spüre, wie sie mich umkreisen, und weiß nicht, ob ich ihnen entgehen kann. Aber meine Kraft darf mich noch nicht verlassen— noch nicht.“ Jella hatte sich vor einem Spiegel ihr goldrotes paar zurückgesteckt und dann in einer eleganten Reisetasche umhergekramt. Sie hörte nur halb auf die seltsamen Reden ihres Bruders und sagte nun gleichmütig:„Das hat dir die Alte in der Rue el Missafer Khana in den Kopf gesetzt. War deshalb dein erster Gang zu ihr, damit sie dir solche Torheiten vorschwatzte?“ Antoine sah sie traurig an.„Jella, ich habe dich aus deiner Bahngerissen. Ich war ein Schicksal für dich.“ „Du für mich! Und ich für dich? Früher sagtest du es so. Im Weltenraum zwei irrende Sterne. die auf ihrer Bahn sich begegnen mußten, weil keiner der Anziehungskraft des anderen entgehen konnte.“ „Ja, es mag sein, daß ich so sagte. Aber nun sehe ich bloß mehr den schwarzen Abgrund, in den die beiden aus ihrer Bahn gerissenen Sterne endlich stürzen müssen.“ Jella sah nun doch ängstlich zu ihm hinüber und es wunde ihr unheimlich zumute. Er phantasielt. dachte sie, er ist wohl sehr krank. Vielleicht ist es besser. nach Assuan zu reisen oder nach Luksor. Aber das kostet Geld, viel Geld. Und aus dieser Erwägung heraus faßte sie neuerdings den Entschluß, sich auf alle Fälle Geld zu verschaffen. Sie entnahm einem kleinen Ledertäschchen noch zwei Rubine und steckte sie zu sich, um sie Sterner anzubieten. Jella wurde mit ihrem Partner bald handelseinig. Mister Sterner bot für die zwei großen Rudine 15000 Franken. Jella Chamfort war damit zufrieden und nahm den ausgestellten Scheck in Empfang. Sie saß so, daß das volle Tageslicht auf ihr schö nes, blasses Gesicht ftel. Den Schleier, den sie immer zu tragen pflegte, hatte sie nun zurückgeschlagen. Sie blieb noch obwohl der geschäftliche Teil ihres Besuches erledigt war. Sie wußte Mister Sterner in eine graziöse Unterhaltung zu verwickeln. Ch. sie würde so sehr gern auf dem Ril einen dreiwöchigen Ausflug nach Assuan unternehmen. Ob Mister Sterner sich nicht daran beteiligen würde? Und vielleicht noch ein paar Teilnehmer wüßte? Für vier bis fünf Personen käme eine Fahrt nicht allzu teuer. Allerdings in der Wahl der Reisegefährten müsse man sehr vorsichtig sein, da man gezwungen sei, wochenlang in engstem Rahmen zusammenzuleben. Und zudem sei ihr Bruder so sehr empfindlich, man könne fast sagen menschenschen. Mister Sterner werde das neulich wohl auch bemerkt haben. Mister Sterner lächelte nur flüchtig und sagte dann teilnehmend: Ihr Herr Bruder ist wohl sehr leidend. Madame?“ „Allerdings. Ich dachte schon, ob es nicht besser sei, ganz nach Assuan oder Luksor überzusiedeln.“ „Das müßte der Arzt entscheiden“, meinte Mister Sterner.„Kairo selbst kommt als Krankenstation eigentlich weniger in Betracht. Das unruhige Leben, der Lärm auf den Straßen und die hohr Feuchtigkeit der Luft infolge der Nähe des Teltas machen es als Kurort wenig geeignet. Aber Sie finden ja in der Nähe der Stadt schon einige gute Kurorte, z. B. die Oase Neu=Heliopolis oder auch Heluan. Am besten sind natürlich Luksor und Assuan. Ihr Herr Bruder ist lungenleidend?“ Die Dame nickte ernst. „Das wohl auch. Aber der Charakter seines Leidens ist kompliziert. Sein Hauptleiden ist nervöser Art. Seine Nerven sind vollständig zerrüttet. Das übt natürlich auf seine ohnehin schwachen Lungen einen ungünstigen Einfluß aus.“ „Sie, Madame, sind seine getreue Pflegerin“, sagte Mister Sterner anerkennend. Jella errötete ein wenig und lächelte geschmeichelt. „Was bleibt mir anders übrig? Er will sonst niemand um sich haben.“ Ihre schönen Augen ruhten einen Moment auf Mister Sterners Gesicht. Was ihr Mund verschwieg, sollte Mister Sterner aus ihren Blicken lesen; die stumme Klage über das bedauernswerte Los, an die Seite eines Kranken gebannt zu sein— wenn auch in freiwilligem Opferdienst aus schwesterlicher Liebe. Willst on nicht ein wenig Abwechselung in dieses Schicksal tragen? fragten diese dunklen Augen. Mister Sterner spielte seine Rolle gut. Seine kühle Zurückhaltung bei aller weltmännischen Gewandtheit reizte sie, diesen Mann für sich zu gewinnen. Seine scharfen grauen älugen mit dem zwingenden Blick ruhten erwartungsvoll auf ihr. Gie wurde sich nicht klar über ihn. Der Mann gab Rätsel auf. Um so besser. Solch ein Abenteuer paßte in die märchenhafte Welt des Orients. Wie langweilig waren die Huldigungen der meisten Männer! Aber hier war es anders. Wie reizvoll mochte es sein. an der Seite dieses interessanten Mannes durch die Straßen Kairos zu gehen und sich all das Sehenswerte von ihm zeigen zu lassen, das diese Wunderstadt unter ihrer blendenden Oberfläche für den Eingeweihten noch barg.— Aber nun wollte sie gehen. „Wann darf ich Sie wiedersehen. Madame?“ fragte Mister Sterner. Kühl und sachlich klang das. „Ich will morgen auf das französische Konsulat. Wollen Sie mich begleiten?“ Mister Sterner sagte erfreut zu. „Erwarten Sie mich nach dem Dejeuner im Lesezimmer. Mein Bruder wird den Tag im Liegestuhl zubringen müssen. Auf Wiedersehen, Mister Sterner!“ XIII. Manuel Heter trat aus dem Kabinett. „Sie ist es.“ Er nahm den Platz ein, den Julitto eben verlassen hatte, und legte das Gesicht auf die Arme. Doktor Sly war ganz ruhig und nicht im mindesten überrascht. „Es gibt gar keinen Zweifel mehr“, sagte Mannel. „Es ist Julitta. Aber wie ist denn das möglich? Maria lebt nicht mehr. O mein Gott!“ „Maria lebt nicht mehr“, sagte Doktor Sty ernst. „Maria ruht seit zwei Jahren in der Sigmarschen Jamiliengruft auf dem Friedhof zu Budapest. Toch jetzt ist es nicht die Zeit, von Vergangenem zu reden. Jetzt gilt es rosch zu handeln. Ich habe noch ein paar sehr wichtige Gänge zu machen. Inzwischen beruhigen Sie sich einigermaßen, mein armer Freund! Und lesen Sie den Brief, der heute aus Beaulten ankam!"— Als Doktor Sly vom französischen und ungarischen Konsulat zurückkehrte und noch eine längere Unterredung auf der Pollzeiagentur hatte, waren ihm für den anderen Vormittag zwei tüchtige Polizeibeamte zur Verfügung gestellt worden. Aber er hatte am Abend zuvor noch sehr viel mit Mannel zu besprechen. Auf seinem Schrelbtisch lag die elegante Handtasche Jellas. Sie hatte sie, während sie im Bazar den Filigranschmuck eines Silberarbeiters sehr eingehend besichtigte, unvorsichtigerweise neben sich gelegt, so daß sie Sly, der in Begleitung eines Helsers gefolgt war, leicht wegnehmen konnte. Die Erwartungen, die er an dieses geschickt inszenierte Basarabenteuer knüpfte, hatten sich nur tellweise erfüllt. Der Verlust der immerhin bedeutenden Geldsumme sollte sie zum Verkauf des Schmuckes veranlassen, falls sie ihn noch hatte. In diese Falle war sie gegangen. Sie Steine, die sie ihm gebracht hatte. entstammten ohne Zweisel dem kostbaren Rubinschmuck, der der Baronesse Mirjam von Therhalten in Mentone gestohlen worden war. Selbst auf der photographischen Abbildung, die an Doktor Sly inzwischen geschickt worden war, konnte man den cha rakteristischen Schliff erkennen, den die beiden größten Steine aufwiesen. Auf Grund dieses bedeutenden Hoteldiebstahls hatte er einen Verhaftungsbefehl erwirkt. Saßen die beiden erst hinter Schloß und Riegel, dann mußte sich jenes geheimnisvolle Verbrechen aufklären, um dessentwillen sie verfolgt wur den. Es fehlte merkwürdigerweise nur noch Sigmars Einverständnis mit der bevorstehenden Verhaftung des Paares. Aber die würde nicht ausbleiben, wenn der letzte Bericht Doktors Slys in die Hände des Kommerzienrats gelangt war. Sly ärgerte sich jetzt, daß er damals Sigmar sein Ehrenwort hatte geben müssen, nichts Offizielles ohne seine ausdrückliche Einwilligung zu unternehmen. Nur daraufhin hatte ihm Sigmar den Fall übertragen. Das band ihn jetzt. Das hemmte ihn in seinem Handeln und stellte womöglich den Erfolg in Frage. ly kam sich vor wie ein Jagdhund, der die Spur des Wildes gefunden, nein, mehr als das, der das Wild selbst gestellt hat und nun an der Kette gehalten wird und nicht zupacken darf. Er war nervös, unmutig und gereizt und hatte Mühe, über diese Gemütszustände Herr zu werden. Außer dem Gelde fanden sich in der Led=rhandtasche Jellas noch allerlei kleine silberne Toilettengegenstände, die zur Ausstattung einer eleganten Tamentasche gehören: ein kleiner Spiegel, ein Rlechfläschchen. ein Döschen, eine kleine Börse aus Silberdraht, die einige Goldstücke enthielt, und ein kleines Notizbuch. Sämtliche Gegenstände trugen ein zierlich verschlungenes I. C.— Jella Chamfort— Jella Chirolin. Der letzte Name war zweifellos frei erfunden. Darin zeigte sich die bemerkenswerte Reigung aller Verbrecher, bei der Wahl eines falschen Namens Anlehnung an ihren wirklichen zu suchen, und sei es auch nur in der Wahl der gleichen Anfangsbuchstaben. Doktor Sly hatte die Tasche und deren Inhalt auf das genaueste untersucht. Sie hätte ja eine wahre Fundgrube für ihn sein können, aber bis jetzt hatte sie sich nicht als solche erwiesen. Aus dem kleinen Notizbuch waren mehrere Blätter herausgerissen. Auf den ersten Seiten janden sich flüchtige Aufzeichnungen einzelner arabischer Ausdrücke, wie man sie den allzu aufdringlichen Strabenjungen und=händlern in Aegypten zuruft. Und dann kam die Adresse eines Damenfriseurs und die Rufnummer des Hotels. Die übrigen Seiten waren leer. Das letzte Blatt war auf den Einband geklebt und trug die Geschäftsmarke des Ladens. dem das Büchlein entstammte. Auf dieser letzten Seite halten wohl einmal einige Zeilen gestanden, waren aber gut und gründlich ausradiert worden. Toktor Sly blickte enttäuscht auf die kleinen Karos des goldgeränderten Papiers und durchblätierte langsam noch einmal Seite um Seite. Manche Blättlein hafteten so fest aneinander, daß man annehmen konnte, sie seien noch nie voneinander gelbst worden. Da— mittendrin erspähte er noch etwas, das er bis jetzt übersehen hatte. Er sprang auf und hielt das Büchlein unter die elektrische Tischlampe. Eine Adresse: Rue Blondel 17. Und daneben war— wie im müßigen Spiel der Gedanken gezeichnet— ein kleines schwarzes Kreuz. Ein müßiges Spiel mit dem Stift mochte es sein, ein gedankenloses Nachfahren der Linien des Buches, das unwillkürliche Anstreben einer symmetrischen Vereinigung. Dann ausschraffiert. So, wie man es unzählige Male schon selber gemacht, wenn man ein Stück Papier und einen gut gespitzten Stift vor sich hatte und auf Gedanken wartete. Ja, so war es. Aber es bestand vielleicht doch eine Ideenverbindung zwischen jener Adresse und der spielerischen Zeichnung? Wie oft ertappte man sich dabel, daß man während eines Gespräches oder während man sich über eine Arbeit besann, scheinbar ganz gedankenlos den Stift über die glatte Fläche gleiten ließ— und am Schluß stand die Zeichnung doch in irgendeinem Zusammenhang mit dem Gedankeninhalt. Zufall? Nein! Das Unterbewußtsein erbeitetvin solchen Momenten und beeinflußt unmerklich das Spiel der Muskeln. Sly glaubte hier an keinen Zufall. Das kleinschwarze Kreuz spielte eine verhängnisvolle Rolle in dem Lebensdrama der Julitta Sigmar. Sie kannte es. Es hatte schon einmal auf dem Kissen ihres Bettes als mysteriöses Zeichen des nahen Todes gelegen. Eine unbekannte Hand schickte es nach Jahren ihrem Gatten als Erinnerungszeichen an dunkle Geheimnisse, von denen die Welt nichts wußte. Von Paris aus war es damals geschickt worden. Und das hier schien eine Pariser Adresse zu sein. Sly klingelte und ließ sich aus der Hotelbibliothek das Straßenverzeichnis von Paris bringen. Jawohl, es stimmte! Rue Blondel, eine jener Gassen, die kaum hundert Schritte hinter einem der glänzendsten Boulevards liegen und voll Armut, Grauen und Verbrechen sind. Die weitere Untersuchung des Tascheninhaltes ergab nichts mehr von Bedentung. Aber Toktor Sly war zufrieden. Er behielt das Notizbuch und schickte alles andere mit einem durzen Schreiben zur Polizeistation.— Als er am anderen Tage Jella Chamfort im Lesezimmer des Hotels erwarten wollte, teilte man ihm mit, daß die Herrschaften bereits frühmorgens mit dem ersten Zug abgereist seien. XIV. Wenige Monate. nachdem Frau Thulja Cadezins= cy die Nachricht von dem Tode ihres Adoptivsohnes Achil erhalten hatte, war sie von dem Herrenhause ihres Gutes Wostock in die nahe Hauptstadt Warschau übergesiedelt, um den größten Teil des Jahres im Hause ihrer verwitweten Schwester zuzubringen. Das Besitztum hatte sie verkauft und sich nur ausbedungen, jedes Jahr etliche Monate in einem kleinen Seitenflügel des altertümlichen Herrenhauses gegen entsprechende Vergütung wohnen zu dürfen. So war neues Leben auf dem stillen Wostock eingezogen, und der alte Gutsinspektor Dollinow, de der neue Besitzer als„lebendes Inventar“ mit übe nommen hatte, gewöhnte sich nicht leicht an da Lärmen und Lachen, das fünf dralle, gesunde Gut besitzerskinder um sich verbreiteten. Ja, ja, unter den Cadczinskys war es immer sti gewesen, viel zu still für einen Gutshof, auf de nun einmal Kinder gehären wie Tauben in de Taubenschlag. Aber die Cadezinskys waren von jeher ein kinde armes Geschlecht gewesen. Tollinow hatte schona un ter dem Vater des letzten Cadczinsky gedient, de das Gut bald seinem einzigen Sohn Stanislaw übe geb. Der Inspektor erinnert sich noch gut an die Hoc zeit des jungen Herrn mit der schönen stillen ja. Eine glühende Julisonne brannte auf den statt lichen Brautzug, und der Himmel war wolkenlo und blau wie eine Riesenglocke aus Glas. Die alter Weiber des Dorfes sagten es damals schon: trockenes Hochzeitswetter bedeute eine unfruchtbar Ehe. Und sie hatten recht behalten. Aber Dollinow wußte es, was für eine Sehnsucht nach Kindern in den beiden lebte. im ersten Jahre ihrer Ehe richtete die junge Frau die untere große Stube. in die das Sonnenlicht so verschwenderisch hineinflutete, als Kinderstube ein Ein großer Tisch kam hinein. Fünf Mädchen und fünf Knaben sollten daran Platz haben. Dollinon hatte gelacht„Ein bißchen viel“, meinte er.„Bö# Wostock ein bißchen zuviel. Ob Wostock eine zwölf köpfige Familie ernähren könne?" Nun, vorderhand hatte es ja noch Zeit, darüber nachzudenken. Der erste Sproß ließ lange auf sich warten. Inzwischen füllten sich die Schränke der Kinder stube mit hübschem Weißzeug und mit buntem Spiel gerät. Nur die kleinen Händchen sehlten noch, die sich danach ausstrecken sollten. Aber dann nach drei Jahren kam doch die Zeit. da die junge Frau seligen Auges umherging und in stiller, frommer Freude ihrer schweren Stunde entgegensah. Die alte, reich geschnitzte Familienwiege der Cadczinskys glänzte neu poliert in der sonnigen Stube. und die schneeweißen Leinenkissen waren frisch mit Taunen gefüllt worden. Aber man legte das Kindchen nicht in das wunderschöne Daunenbett. Man legte es in einen kleinen Eichensarg, und statt des bunten Spielzeugs, des in den Schränken glänzte, gab man ihm ein Sträußchen Immortellen in die winzigen Hände. (Fortsetzung folgt.) umsassenden Der luxuriöseste drücken kann, dür wirkt mehr wie Leuchtturm auf sel Seähascen Kant. 9 bleiben lange Ze Komfort nicht gon Sehr streng sir einem Leuchtturm Malta und Gibra! Klippeninsel ein beden doen Lieibe, Mhust d 8 wird aus Spanien # S. Bach as Peie Scheilkl Auf den Neue Leuchttürme, von Diese Männer sin meist eine Lange Leben verläuft seh turm zu bedienen. nicht schlecht Ueberfluß, an Gränkung Frauen nicht vier Monate Männer, die dort kommen. Wenn e das Dasein allerdi Jahre lang wi kam das Lotsenbo as Dr Cähe. nach dem Schiff zeitig in ihrem B Tage kamen sie 2 mals die Sirene sie ein Beot aus Der Leuchtturn darin. Und auch Wesen zu erblicken sehlten. ind darau Brieftaubensport. Nurteler Mosseneroizigung Mit der gleichen Kraft wie im Vorjahre hat die Reisevereinigung das Reisen eröffnet. Am Sonntag, den 19. April wurden 1575 Brieftauben nach Brühl gesetzt. Zielbewußte, jahrezehnte lange Organisationsarbelt zeigk ihre Leistung. Liebhaber mit 17 Vereinen, zwischen Randerath und Kirchhoven, von Kempen bis Wassenberg, von Myhl bis Hückelhoven beginnen mit der Konkurrenz. Auch in diesem Jahr ist Kreuzburg in Schlesien mit 900 klm die Endreise. Die Endtour von 900 klm kostete pro Tier in der Rurtaler Reisevereinigung im Vorjahr 60 Pfa., wohin gegen eine andere Reisegemeinschaft für die gleiche Kllometerzahl 2 Mark pro Taube zahlen mußte. Das ist der Erfolg der Einigkeit. Einigkeit macht stark! Bücher und Zeitschriften. Die Handschrift guter und schlechter Lehensgefährten untersucht Bernhard Schultze=Raumburg auf Grund eines sehr umfangreichen Materials im soeben erschienenen Maiheft von Westermanns Monatsheften. Den vielen Beispielen und Schriftproben kann auch der Laie entnehmen, welche Eigenschaften und Veranlagungen dem ehelichen Glück hinderlich oder förderlich sind. Der Artikel ist so lebendig geschrieben, daß sicher jeder unserer Leser wertvolle Anregungen aus ihm schöpfen wird. Die Handschriftdentung erfaßt immer weitere Kreise, ihnen soll die Abhandlung wertvolle Fingerzeige geben. Dunt und abwechslungsreich ist der weitere Inhalt des Hestes. Pros. Dr. Roloff, Gießen, spricht über die Entstehung der Entente England und Frankreich. Mit 14 vortrefflichen Aufnahmen der bekanntesten und besten Tierphotographen schmückt Dr. Arno Dohm seine Abhandlung„Tausend Tiere— zehntausend Wunder". Ernst Zahn ist wieder mit einer Novelle vertreten„Amis Ende“, eine psychologisch sehr sein aufgebaute Exzählung dieses großen schweizer Dichters. Richard Braungart, der Münchner Kunstschriftsteller, gibt manches Interessante aus dem Leben und den Werken des in München lebenden Malers Colombo Max. Viele andere wertvolle Abhandlungen, Artikel und Aufsätze, von denen die meisten illustriert sind, finden sich neben dem neuen Roman„Die Herren vom Fjord“ von Karl Friedrich Kurz. Gegensätze zwischen Alt und Jung, zwischen der großen Welt und der heimatlichen Enge treten auf, müssen aber schließlich in der alles um Heimatliebe Roman als als Meister#s Millen= und Telattschilbetungen. Mainummer von Westermanns Monatshesten ist wie, der so inhaltsreich, daß sie Anspruch erheben darf, in die Hand jedes literarisch und künstlerisch inter essierten Menschen zu gelangen. Nicht weniger als 85 Abbildungen, darunter viele fardige Kunstbilder, be reichern das Heft. Auf Grund eines Abkommens mit dem Verlag haben unsere Leser das Recht, gegen Einsendung von 30 Pig. ein früher erschienenes Probeheft zu verlangen. Wir bitten unsere Leser, von diesem Anerbieten in ihrem eigenen Interesse recht regen Gebrauch zu machen und das Heft von dem Verlag Georg Westermann in Braunschweig anzufordern. Neue Er Wenn Th Vielleicht haben einen Großteil ause der Prozeß des — der reinen Gensatton eignis gehandelt vo Diese Krone saß etr dessen Reich die So Momentbild hebt sl# heuren Kämpfen re Von Hamilkar und Schlachten des puni schlugen. Um das damals wie heute. den Vorzügen eine Den Westgoten fällt im Glauben ist ihr schwarze Tag von von Cordoba und märchenhaften mar Katholizismus erwäc Entdeckung Amerika Hände Ferdinands ohnegleichen folgt. Kusten. Spanische# allen Schlachtfelder Bega und Calderon, in der Weltliteratur. von Gott, Johanne: tara, Theresia von kann sie nur alle i April 1931 Nr. 95— 2. Blatt— 55. Jahrgang Seinsberger Volkszeitung Freitag, den 24. April 1931 Einsame Leuchttürme. Lebenslünglich verbannt. Eine Tragödie auf den Neuen Hebriden. Aitung dor Dollinow, de ventar“ mit übe ht leicht an da lle, gesunde Gut sar es immer sti. Hutshof, auf der Tauben in de jeher ein kinde v hatte schoa un isky gedient. de Stanislaw übe gut an die Hoc nen stillen Thu te auf den statt war wolkenl. Glas. Die als schon: ine unfruchtbart für eine groß en lebte. Schon die junge Frau Sonnenlicht s# Kinderstube ein Mädchen und aben. 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Man erzählt sich, daß auf dieser Klippeninsel ein Schatz vergraben und daß irgend ein schauerliches Geheimnis mit diesem Platz verknüpft sei. Jedenfalls darf keiner, der den Fuß auf die Insel gesetzt hal, sie jemals wieder verlassen. Er muß für sein ganzes Leben dort bleiben. Nur unter dieser Bedingung kann er Dienst im Leuchtturm tun. Im ganzen sind fünfzehn Männer dort beschäftigt. Wenn einer von ihnen stirbt, wird aus Spanien ein neuer Mann geholt, der bereit IR, für den Rest seines Lebens in der Verbaunung m leben. Merkwürdigerweise finden sich immer mehr s genügend Bewerder um diesen Posten. Wieviele von Schritt später bereuen, ist nicht bekannt. uen Hebriden befinden sich verschiedene ößte der auf der Sie ihnen den Schrit — don Neuen Hebriden befinden sich, verscht ne, von denen der größte der auf der Sieden el ist. Es sind auf diesem Leuchtturm drei Mann t, von denen jeden Monat einer abgelöst wird. ese Männer sind an Einsamkeit gewöhnt und haben meist eine lange Diensterfahrung hinter sich. Ihr Leben verläuft sehr einfach; sie brauchen nur den Leuchtturm zu bedienen. In Bezug auf die Ernährung sind sie nicht schlecht gestellt; sie haben Obst und Gemüse im Ueberfluß, an Fischen ist kein Mangel. Die einzige Einänkung besteht darin, daß die Leuchtturmwärter ihre Frauen nicht bei sich haben dürfen. Aber sie kommen alle vier Monate nach Hause. Die Hauptsache ist, daß die Männer, die dort zusammen leben, gut miteinander auskommen. Wenn ein Unerträglicher unter ihnen ist, kann 5 E kam und Dasein allerdings zur Hölle werden. Jahre lang war alles gut gegangen. Eines Tages das Lotsenboot, um den fälligen Mann abzuholen. hißte die Flagge, edwohl das sonst gar nicht nötig va die Leuchtturmwärter lange vorher mit Ungeduld nach dem Schiff auszuspähen pflegten und immer rechtzeitig in ihrem Boot zur Stelle waren. Aber an diesem Tage kamen sie nicht. Das kleine Dampfboot ließ mehrmals die Sirene ertdnen, keine Antwort kam. Da setzten sie ein Boot aus und ruderten an Land. Der Leuchtturm war leer. keiner der Wärter war darin. Und auch in der Amgehung war kein menschliches Wesen zu erblicken. Alles war in bester Ordnung, nur die —n sehlten. In der Wohnstube war der Tisch gedeckt nd darauf. Auf dem Herd brannte ein Feuer, friedlich und behaglich aus. Nichts deutete daß sich irgend etwas Außergewöhnliches ereignet hätte. Das Logbuch war dis zum Morgen desselben Tages weitergeführt. Man stand vor einem Rätsel. Das einzig Verdächtige. was man sand, war ein kleiner Blutfleck auf dem Fußboden der Wohnstube. Vielleicht war es kein Menschenblut. Jedenfalls setzten nun umfangreiche Nachforschungen ein. Ueberallhin wurden die Steckbriefe der drei Männer verbreitet, die zuletzt auf dem Leuchtturm geDe“= keine wesen waren. Doch wurde Spur von ihnen gefunden. Das ist jetzt dreißig Jahre her. Fast ist das rätselvolle Geschehnis vergessen. Niemals ist irgend eine der Leichen gefunden worden, keine Spur hat jemals zur Aufdeckung des seltsamen Geheimnisses geführt. Natürlich sind allerlei Vermutungen über den Zusammenhang dieses mehr als merkwürdigen Geschehnisses laut geworden. Es wurde angedeutet, die drei Männer wären vielleicht zum Strande hinuntergegangen, als sie das Dampfboot in der Ferne kommen sahen, und von einem Felsvorsprung hätte eine Woge sie weggerissen. Das wäre immerhin möglich gewesen. Es bleibt nur die Frage. ob nicht, da sie alle drei schwimmen konnten, nicht wenigstens einer sich durch Schwimmen hätte retten können? Es ist auch daran gedacht worden, daß einer von ihnen vielleicht die beiden andern ermordet, dann die Flucht ergriffen oder Selbstmord begangen hätte. Aber wo sollten die Leichen geblieben sein? Man würde doch sicherlich irgend eine Spur der Tat gefunden haben. Auch die Annahme, daß etwa die Wilden an der Tragödie die Schuld hätten, ist durch keine Beweise gestützt worden. Man hätte auch dann irgendwie verdächtige Spuren finden müssen Viele Leuchttürme stehen überall in der Welt.— wieviele Tragödien mögen sich um sie herum abspielen? Das Standesamt für Plugzeuge. Wüchter über Luftfahrzeuge und Fluggüste. Richt nur die Menschen brauchen ein Standesamt. wo ihre Geburt, ihr Lebensgang und ihr Tod aktenmäßig festgehalten werden. Es gibt auch tote Dinge, deren „Personalien“ im allgemeinen Interesse jederzeit einzuehen sind. So haben auch die Flugzeuge ihr„Standesamt“. Es ist dies die im Jahre 1912 aus Mitteln der Nationalflugspende errichtete Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, die auf der Adlershofer Seite des früheren größten Militärflugplatzes Deutschlando BerlinJohannisthal liegt. Allen Nöten der Zeit zum Trotz hat sie sich bis heute erhalten. Die Bedeutung, die sie bis 1919 für die Militärliegerei hatte, besitzt sie heute für die weitverzweigte Zivilluftfahrt; se ist ihre technisch=wissenschaftliche Prüfstelle. Ihr„standesamtlicher" Charakter prägt sich in ihrer Prüsabteilung aus. In deren Akten ist der Lebensgang jedes Flugzeugs und jeder Motorentype mit peinlicher Genauigkeit festgehalten. Bevor ein Passagier=, Fracht= oder Sportflugzeug eine Nummer erhält, — ein Vorgang, der an die Abnahme von Automobilen auf den Kraftverkehrsämtern erinnert,— muß es in Adlershof oder wenigstens von bevollmächtigten Vertretern der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt auf Material und Motor geprüft worden sein. Ihre Beauftragten sitzen heute in allen Teilen des Reiches und auch in den großen Flugzeugfabriken, wo sie über die Herstellung der Flugzeuge und damit über das Wohl der Piloten, Monteure, Funker und Passagiere wachen. Auch die Luftschiffe unterliegen der streugen Kontrolle der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. In Neue Erfindung auf dem Gebiete der Elektrotechuik. Ingenieur Paul Hoffmann tritt mit einem neuartigen Verfahren an die Oeffenteit, das den Wirkungsgrad der Dynan Der Berliner Ingenieur Paur Possn——.— das den Wirkungsgrad der Dynamomaschine von 87 Prozent auf über 100 Prozent Die Verbesserung wird durch ein neues Wicklungsverfahren erzielt; Hoffmann arbeitet mu einer Art Resonanzerscheinung innerhald des sich dredenden Ankero, die ihm gestattet, die bisherigen Eigenverluste der Maschine zu kompensieren. Es bleidt abzuwarten, ob die Erfindung Hoffmanns sich in der Praxis bewähren wird. Ingenieur Paul Hoffmann mit der von tom konstruierten Donamomaschine. der Oeffentlichkeit ist kaum bekannt, daß es bei einem vor einigen Jahren erfolgten Start des„Graf Zeppelir“ zu lebhaften Auseinandersetzungen mit der Luftschiffleitung kam, weil die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt bestimmte Bedenken hatte. Für die Fluggäste ist er daber eine Beruhigung zu wissen, daß Luftschiff und Flugzeug so gründlich geprüft werden, wie es nur im Bereich menschlicher Fähigkeit liegt. Eine Flugzeugtragfläche, die dem starken Luftdrus ausgesetzt ist, wird z. B. im Versuchsraum von Adlershof mit 5000 ka belastet, eine Stahlstange von 2.5 cm Durchmesser muß sogar eine Belastung von 10000 kg aushalten. Sind an einem Material auch nur die geringsten Anzeichen eines möglichen Versagens zu erkennen, so wird es sofort zum Alteisen geworsen. So peinliche Sorgfalt ist nötig, denn der kleinste Riß in einem Flugzeugkörper kann unübersehbare Folgen haben. Die Motorenabteilung in Adlershof prüft gewissermaßen das Herz des Flugzeuges aus Ausdauer und Kraft. Bei der Probe ist ein Flugzeugmotor oft tagelang im Gang. Jede Bewegung, jedes Geräusch wird genau überwacht. Im phosikalischen Laboratorium werden alle Meßgeräte untersucht, in der Funkabteilung das Empfangs= und Sendegerät, in der Werkstoffabteilung alle toffe, aus denen ein Apparat zusammengesetzt ist. Insgesamt sind in Adlershof 200 Menschen beschäftigt. Geschieht so alles, was für die Sicherheit unserer Flugzeuge überhaupt geschehen kann, so sind trotzdem Unfälle nicht völlig auszuschließen. Bei aller Genauigkeit der Prüfung gibt es eine höhere Gewalt. So bald nun ein Flugzeugunfall gemeldet wird, begeben sich Vertreter der Deutschen Versuchsanstalt für Luffahrt an die Stelle der Katastrophe und sorgen für die Ueberführung der Trümmer nach Adlershof. Dort werden die Ursachen des Unglücks gründlich erforscht. Es gehört nun einmal auch zur Aufgabe des Standesamtes, Todesfälle zu registrieren, und so kommt auch die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt leider immer wieder in die Lage, ein schweres Unglück zu den Akten zu nehmen. Ein millionär ohne Millionen. Glück und Pech eines Lotteriegewinners. Es ist erst wenige Wochen her, daß der kleine italienische Konditoreibesitzer Emilio Seala aus der Londoner Vorstadt Battersea den Haupttreffer in der Riesenlotterie anläßlich der Liverpool Grand National gezogen hat. Der bis dahin arme Teufel gewann plötzlich nicht weniger als 354 533 Pfund Sterling, das sind also weit uver sieden Millionen deutsche Mark. Dieser Haupttreffer ist jedoch bis heute nicht zur Auszahlung gelangt, denn zwei Italiener sind mit der Behauptung aufgetreten, mit Scala die Vereinbarung getrossen zu haben, daß sie einen Teil des Gewinnes erhalten würden Scala wiederum will nur mehrere Verwandte an seinem Los beteiligt haben, denen ein ansehnlicher Teil des gewonnenen Geldes zusteht. Mit den beiden Italienern will er jedoch keine Abmachung getroffen haben. Diese liefen jedoch sogleich zum Gericht und verklagten Scala Da eine Klärung vorerst nicht möglich war, wurde die Auszahlung des Haupttreffers vervoten. Scala ist also ein Millionär ohne Millionen. Vor einigen Tagen war in dieser höchst interessanten Angelegenheit ein Verhandlungstermin angesetzt worden. Die beiden Italiener als Kläger und Scala als Beklagter erschienen selbst vor den Schranken des Gerichte Sogleich bei Eröffnung des Rechtsstreites legten die Kläger ein Dokument vor, daß Scala unterschrieben hat. und aus dem einwandfrei hervorgeht, daß die beiden Landsleute an dem Lotteriegewinn beteiligt sind. Scalo war über dieses Schriftstück sehr erstaunt, las es durch und behauptete dann, daß es verschiedene Zusätze enthält, die ohne sein Wissen dem Dokument nach seiner Unterschrift hinzugefügt wurden. Es handelt sich demnach um eine plumpe Falchung. Der Richter schloß sich dieser Tleinung an und unterbrach das zivilgerichtliche Verfahren so lange, bie die mosteriöse Dokumentenfälschung einwandfrei aufgeklärt ist. Die Millionen aus dem Lotteriegewinn bleiben immer noch im Besitz des Sweepstate=Trusts. Scala ist also auch jetzt noch ein Millionär ohne Millionen. Buntes Allerkei. 200 Jahre Mahagonimöbel. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte der berühmte englische Arzt Dr. Gibdons. von seinem Bruder, einen Kapitän im Dienste der Westindischen Handelskompagnie, der ein paar Stämme Mahagoni heimgebracht hatte, diese geschenkt bekommen. Dr Gibbons, der sich damals gerade ein Haus in Covent Garden in London bauen ieß, wollte das kostbare Holz als Balkenwerk verwenden. Doch die Zimmerleute fanden es zu hart, als daß es mit den gewöhnlichen Handwerkszeugen bearbeitet werden konnte. So wurden denn die unverwendbaren Stämme in den Garten geschafft, wo sie lange Zeit unbeachtet liegen blieben. Eines Tages brauchte man ein paar Bretter und fand beim Suchen unter den Mahagonistämmen auch einige lose Bretter aus demselben Holz Dr. Gibbons war so entzückt von der Schönheit des Holzes, daß er einen Schreibtisch aus dem gleichen Material haben wollte.# er das Glück hatte, einen geschickten Tischler zu finden, gelang das Werk auch über Erwarten. Dr. Gibdons, der nicht wenig stolz war, zeigte den schönen Tisch Freunden und Bekannten, so auch der Herzogin von Buckingham, die sich Material zur Anfertigung eines Schreibtisches erbat. Damit gelangte das Mahagoniholz in England zur Anerkennung. Um 1730 wurde es in der Tischlerei allgemein verwandt. Von England verbreiteten sich dann die Mahagonimöbel über Europa. Verbrecher als Studenten. Als Studenten wurden 36 Insassen des Leningrader Gefängnisses versuchsweise bei der Technischen Hochschule immatrikullert: es drückt sich darin offenbar der in Rußland herrschende Mangel an bildungsfähigen, zu qualifizierbarer Arbeit erziehbaren Personen aus Neue Bückter. Seistes. Ein Heilig Geist. 32 S. Text und Die Heimat der Büchlein von A. Obendorser. 32 S. Text 1 8 Kupfertiefdruckbilder. Preis 0.40 Mk. Verlag Ars sacra" Josef Müller, München 13. Friedrich= straße 18. Ein Pfingstbüchlein! Es handelt von dem Heiligen Geist und seinem Wirken. Er wohnt in den Tiefen der Gottheit als die ewige Liebe des Vaters und des Sohnes. Eine weitere Heimat ist die ganze Gottes— Situng iligen Geistes ist dann auch unser Menschenherz, in dem er wohnt durch die heiligmachende Gnade. Reitere Welt. Nachdem jetzt die Ingenieute genau ausgerechnet haben, wie man das Leben der Autos verlängern kann darf man wohl hoffen, daß sie nun auch ein ähnliches Mittel für Fußgänger erfinden. Die Mitgift. „Lehmanns Frau hat tausend Mark mit in die Ehe gebracht. Er trägt sie auf den Händen.“ „Man hört das Gegenteil „Ich meine die tausend Mark! Er hat sich zwei Brillantringe dafür gekauft!“ Wahre Geschichte. Der Wärter einer Menagerie tränkte die Elefanten und demerkte, daß einer von ihnen hustete. Er gab ihm einen Eimer Wasser, in das er vorher eine Flasche Whisky hineingesprudelt hatte. Am nächsten Tage husteten alle Elefanten. Bergaloppiert. Professor:„Haben Sie meine Erklärung verstanden, Fräulein?“ Fräulein:„O vollkommen, Herr Professor!“ Professor:„Na also, ich hatte sie ja auch so zurecht gelegt, daß sie der Dümmste begreifen mußte. Gewonnen. „Ich wette mit dir um zehn Mark, daß du nicht rätst, warum ich dich heute besuche!" „Na, du bist sicher gekommen, um mich anzupumpen!“ „Falsch! Ich wollte dir nur mal Guten Tag sagen! Her mit den zehn Mark!“ sten. bendgeführiburg auf s im soeben Monarsheie roben kann chaften und derlich oder ig geschrietvolle Andschriftdenoll die AbOunt und des Heftes. die Enttreich. Mit testen und rno Dohm ehntausend einer Noogisch sehr schweiz ter Kun s dem nden Ma volle denen em neuen Friedrich zwischen ige treten ifassenden in diesem kunst und ngen. Die n ist wie, ben darf, sch inter er als 85 llder, benens mit gen EinProbevon diecht regen Abdie Wenn Throne stürzen... Bor Friedrich Muckermann S. Vielleicht haben die spanischen Ereignisse einen Großteil anserer Presse weniger beschäftigt, als der Prozeß des Massenmörders Kürten. Was darüber berichtet wurde, stand nicht selten unter dem Zeichen der reinen Gensation. Dennoch hat es sich um ein Ereignis gehandelt von unerhörter tragischer Schwere. Diese Krone satz einst auf dem Haupte Karls V., in dessen Reich die Conne nicht unterging. In einem Momentbild hebt sich der ganze Glanz einer an ungeheuren Kämpfen reichen Geschichte ins Bewußtsein. Von Hamilkar und Hasdrubal erzählt sie, die dort die Selechtn bei punlichn Autmannd poen die Ddeee en. Um das Silber der Berge ging es damals, damals wie heute. Die römische Provinz folgt mit all den Vorzügen eines hochorganisierten Staatswesens. Den Westgoten fällt schließlich das Erbe zu, die Einheit Im Glauben ist ihr weittragendster Erfolg. Bis der schwarze Tag von Jeres de la Frontera die Kalisate von Cordoba und Sevilla heraufführt mit all ihrer märchenhaften maurischen Pracht. Ein ritterlicher Katholizismus erwächst, bis schließlich im Zeitalter der Entdeckung Amerikas das herrliche Granada in die Hände Ferdinands und Isabellas fällt. Eine Blüte ohnegleichen folgt. Spanische Schiffe erobern ferne Küsten. Spanische Kerntruppen kämpfen flegreich auf allen Schlachtfeldern Europas. Ceroantes, Lope de Bega und Calderon, nurergänglich stehen ihre Werke in der Weltliteratur. Heilige und Mystiker, Johannes von Gott, Johannes vom Kreuz, Petrus von Alcantara, Theresia von Jesus, Ignatius von Loyola, wer kann sie nur alle nennen. Männer und Frauen, in denen sich oft wunderbar die unendliche Einsamkeit der kastilischen Hochebene mit dem Geist der an Erzen reichen und zu Tätigkeit anspornenden Randländer verbindet. Als um das Jahr 1700 die Bourbonen kamen, hatte der Abstieg schon begonnen. Krieg und Revolution ließen dem Land seitdem nicht mehr Ruhe, ## endlich in unseren Tagen das Schicksal sich zu o genden scheint. Das Land, das schon in der Kolonisationszeit der Griechen und Phöniker in die Geschichte eingetreten ist, steht vor einer entscheidenden Wende. Lassen wir es dahingestellt sein, ob die deutschfreundliche Haltung der Spanier, die uns im Krieg und auch nachher so zustatten kam, und die wir nicht immer mit der gleichen Grandezza beantwortet haben, auch in Zukunft bleiben werde. Die neuen Männer sind durchweg Kinder der französischen Zivililation. und Paris hat schon gewußt, warum es den letzten Bourbonen des spanischen Thrones mit solchen Huldigungen empfing. Das sind Sympathien und Apathien wechselnder Epochen, nicht vergleichbar mit dem, was dort unter welthistorischer Perspektive geschehen ist. Ein katholischer König, aus den sich die christliche Zivilisation des Abendlandes verlassen konnte, ist nicht mehr. Eine in Jahrhunderten gewachsens Stütze des Weltkatholigismusingebrochen. In einem Augenblick, in dem LateinAmerika und das Mutterland zerrissene Fäden neu knüpften, ist der katholische Einfluß zunächst geschwächt. In einer Weltstunde, die durch den Vormarsch der bolschewistischen Revolution gekennzeichnet ist, erbebt eine ebenfalls revolutionäre Macht im konservatiosten Lande der Welt ihr Haupt. Wir haben nicht vergessen, welcher Geist sich einst im internationalen Ferrerrummel offenbart hat, nein, das haben wir nicht vergessen, und es bedarf keines Beweises, daß eben jene Kräfte, die damals am Werke waren, auch heute noch nicht schlummern und wahrscheinlich ihren Riesenanteil an den jüngsten Ereignissen beanspruchen dürfen. Das gibt zu denken. Kein Zweifel, daß Rom, falls sich in Spanien die demokratische Republik durchsetzt, auch zu ihr ein Verhältnis finden wird. Die unwandelbare Kirche hat einfack, mit den wandelbaren Mächten dieser Welt zu rechnen. Immerhin wird es auch im günstigsten Falle noch eines langen Prozesses bedürfen, ehe Kräfte, denen nun dahingesunkenen an Rang und Kraft gleich, die richtige Einstellung zum Katholizismus finden werden. Wer möchte nicht voraussagen, daß nun auch in Spanien die Teilung unter den Katholiken fortschreiten wird! Auf der einen Seite monarchistisch, auf der anderen Seite republikanisch, werden politische Gegensätze stärker hervortreten als ihre Gemeinsamkeit im religiösen Ideal. In eine furchtbare Problematik ist jedenfalls ein Land geworsen, das eins der Schirmmächte des Katholizismus gewesen ist. Und die Folgerung für uns? Wir wollen nicht darüber Ktreiten, ob der spanische Katholizismus in soztaler Hinsicht alles getan hat, was notwendig war, um den Umsturz innerlich unmöglich zu machen. Wir wissen, daß vieles geschehen ist und jedenfalls mehr, als die europäischen Verbündeten der neuen Mächte zuzugeben pflegen. Darüber wollen wir nicht stretten, wohl aber etwas herausstellen, was keiner Diskussion bedarf und durch keinen Einspruch erschüttert werden kann. Der weltliche Arm, dessen die Braut Christi auf dieser Welt nicht entbehren kann, ist nicht mehr der gleiche wie in früheren Tagen. Wir können uns auf Kaiser und Könige nicht mehr verlassen, wo nun wieder eine Krone in den Staub rollt. Die Rolle, die jene gespielt haben, muß heute vom politischen Katbolizismus übernommen werden. Ein Katholizismus muß das sein, der, soweit es auf ihn ankommt, dafür sorgt, daß in den modernen Demokratien und Republiken hinreichende Mehrheiten vorhanden sind für den Schug der christlichen Idee. Die Kadinette der Fürsten sind ersetzt worden durch den Boden der Parlamente, und wer dort zu agieren hat, das sind nicht mehr ein paar durch Blut und Tradition hervorragende Menschen, sondern es ist das Volk selber, das christliche, das katholische Volk. Uns ist politische Macht niemals etwas Letztes, sondern immer nur das Mittel, um die geistige und um die religiöse Ueberlieferung zu schützen. So wird in dieser Schicksalsstunde die hohe Weihe fühlbar, die um alle politische Arbeit des katholischen Volkes schwebt. Wir sind nicht Interessenpolitiker und ämtergierige Parteimänner. Wir schützen durch unsern politischen Einsatz das Heiligste, das Gott der wandelbaren Geschichte anvertraut hat, die Kirche seines einzigen Sohnes. Unsere vaterländische Pflicht erhält hier erst ihre volle religiöse Heiligkeit und ihre erhabenste Würde, denn kein besserer Dienst kann einem Volke geleistet werden als der, daß man ihm seine Religion als die Seele seines Volkstums erhält. Für den Augenblick haben sich die Machtverhältnisse im Sinne des Weltkatholizismus verschlechtert. Aber es kann eine große Verbesserung daraus folgen, wenn dieses weltgeschichtliche Ereignis dazu beiträgt. die Katholiken aller Länder auf jene Aufgaben hinzuweisen, die man doch mit Händen greisen kann, wenn solche Throne stürzen..... „Karlchen, wenn sich dein Vater etablieren will. und r hat 20000 Mark, braucht aber 50000, was sehlt ihm ann?“ „Nichts. Heer Lehrer. für den Restt gibt er— Wechse!“ egen ##lag fordern. ee D cee Se 188 Kufwertungsfragen nach Ablauf der Anmeldungsfrist am 31. März 1931. Am 31. März 1931 lief bekanntlich die Frist ab, bis zu der die Anträge auf Eintragung der Aufwertung gestellt werden mußten. Falls bis zu diesem Zeitpunkt kein dahingebender Antrag beim Grundbuchamt eingegangen war, ist die Hypothek(Grundschuld, Rentenschuld, Reallast) erloschen. Sie wird nunmehr an der alten Stelle von Amts wegen gelöscht. Der Gläubiger hat das Recht — zum mindesten mit dem alten Rang— verloren. Eine Wiedereintragung an dieser Rangstelle ist nur unter den Bedingungen wie für die Begründung des Rechts vor Bedingungen wie für die Begründung des Rechts vorgeschrieben möglich, d. h. auf Grund öffentlich beglaubigter Einwilligungverklärung des Eigentümers und der im Range gleich= und nachstehend Berechtigten. Diese Einnachstehend willigungen werden in der Regel nicht zu beschaffen sein. Reneintrggung. Es ist aber noch nicht alles für den säumigen GläuGrundbuchbe biger verloren. Das Grundbuchbereinigungsgesetz gibt ihm großzügigerweise noch die Möglichkeit, an nächstbereiter Stelle eine neue Hypothek in Höhe des gesetzlichen Aufwertungsbetrages eintragen zu lassen. bedarf es eines einfachen privatwirtschaftlichen des Gläubigers oder seiner Rechtsnachfolger ee Antrages an das 5läubigers oder seiner Grundbuchamt in etwa folgender Form: Im Grundbuch von... stand in Abt. III unter Nr... eine Hypothek von..... Papiermark(Taler) für mich eingetragen. Den Antrag auf Eintragung der Aufwertung habe ich bis zum 51. 3. 31 nicht geA stellt. Ich beantrage daher, auf Grund des§ 4 Grundbuchbereinigungsgesetz anstelle der genannten Hypothek für mich an bereitester Stelle eine neue Hypothek in Höhe des gesetzlichen Aufwertungsbetrages einzutragen. einen neuen Brief zu bilden und ihn mir eingeschrieben zu übersenden. Einer Einwilligungserklärung des Eigentümers bedarf es zu dieser Neveintragung nicht. Der Antrag— dem der alte Brief beizufügen ist— wird zweckmäßigerweise bald gestellt, da die Eintragung der neuen Hopothek dann nicht mehr stattfindet, wenn das Eigentum an dem Grundstück durch Zuschlag in der Zwangoversteigerung oder durch rechtsgeschäftlichen Erwerd infolge eines nach dem 31. Dezember 1931 gestellten Eintragungsantrages gewechselt dat. Ein neuer Brief wird nur gebildet, wenn der Aufwertungsbetrag 500 Goldmark(RM.) übersteigt. Rangserbehalt des Eigentämere. Mit dem Ablauf des 31. 3. 31 ist auch die dem EigenAAmer nach 8 7 des Aufwertungsgesetzes verliehene Möglichkeit, an der ihm vorbehaltenen Rangstelle eine Hypothek oder Grundschuld eintragen zu lassen, erloschen, falls der eingetragene Vorbehalt nicht bis dahin ausgenützt ist. Hypothekenbrief. Briefe, die noch auf Mark oder eine andere inländische Währung lauten, werden kraft Gesetzes mit Ablauf des 31. Dezember 1931(nicht März) kraftlos. Falls die Aufwertung des durch sie verbrieften Rechts nicht bis zum 31. 3 31 beantragt ist, tritt die Wirkung des Kraftloswerdens schon mit dem 31. 3. 31 ein. Die übrigen Bestimmungen der Aufwertungsschluß ——— hinreichend erörter:— Er sind im Schrifttum hinreichend erörtert worden ei nur auf die wichtigsten hingewiesen: Kladigung. Eine Kündigung der Aufmertungs=Hypothek ist jederzeit möglich. Sie muß schriftlich erfolgen und ist nur au das Ende eines Virteljahres zulässig. Die Kündigungsfrist beträgt 1 Jahr. Spätestens am 3. Werktag der Jahresfrist muß die Kündigu tungshypotheken können deshal den 30. Juni 1932 gekündigt muß das Kündigungsschreiben muß das Kündigungsschreiben dem Schuldner spätestens zugegangen sein. gung erklärt.. halb 2. Zt. mit Wirkung auf st werden. Am 3. J Am 3. Juli 1931 Eigentümer und Zahlungsseißt. Bei solcher Kündigung hat der nicht über die Mittel zur Rückzahlung verfügende Eigentümer die Möglichkeit, innerhalb 3 Monaten nach Zustellung der Kündigung eine Zahlungsfrist für das Kapital zu erlangen. Er muß zu diesem Zwecke schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle der Aufwertungsstelle(d. i. das Amtsgericht, bei dem das Grundbuch geführt wird) einen entsprechenden begründeten Antrag einbringen. Bei Hypotheken unter 100 Goldmark wird kein Zahlungsaufschub gewährt. Dieser wird übrigens nur einmal und längstens bis zum 31. Dezember 1934 bewilligt und kann außerdem an besondere Bedingungen geknüpft werden. Die Aufwertungsstelle kann bis zur endgültigen Entscheidung über den Antrag einstweilige Anordnungen treffen. Gegen solche Anordnungen können sich Eigentümer und Gläubiger beim übergeordneten Landgericht beschweren(Frist 14 Tage nach Zustellung) Nach Ablauf der Zahlungsfrist wird die Hopothek ohne weitere Kündigung fällig Dr. H. dem Gedüchtuis des Preiherrn vom Stein. üt Schloß Cappenberg bei Lünen. Aus Anlaß des bevorstehenden 100. Todestages der großen Staatsmannes Freil Stein hat der westsälische Provinzial=Landtag im Schloß Cappenberg bei Lünen, Freiderrn vom Stein, einige Gedächtnisräume eingeweiht. Freiherrn vom und# dem Sterbehaus Das„Spionage-Netz“ nach dem Kriege. nr. Nr. 96— „Offizlelle Mission“ und„Besuche“ Die Aufdeckung der Spionage zweier französischer Offiziere in Ostpreußen hat mit Recht das größte Aufsehen erregt. Dadurch wird wieder einmal beleuchtet, wie auch in der Nachkriegszeit in Deutschland umfangreiche Spionage betrieben wird, obwohl unser kleines Heer für keinen der waffenstrotzenden Nachbarn eine Gefahr bedeuten kann. Es ist auch kein Zufall, daß die zwei französischen Spionageoffiziere in enger Verbindung mit dem französischen Konsul in Königsberg und mit dem französischen Militarattachs stehen. Im allgemeinen sind besonders die Militärattachés der verschiedenen Botschaften unter dem Schutz ihrer amtlichen Stellung Helfer der Spione ihrer Länder. In dieser Beziehung haben die Militärattachés besonders in der Vorkriegszeit Erstaunliches geleistet. So war;. B. der russische Oberst Basarow. der Militärattachs der russischen Botschaft in Berlin im Jahre 1914 gezwungen, Berlin zu verlassen, weil man ihm auf seine Spionagetätigkeit gekommen war, die er gar zu bunt betrieben hatte. Oberst Gurko, der russische Militärattaché in der Schweiz, hat in der unglaublichsten Weise gegen Oesterreich spioniert, bis er eines Tages Pech hatte. Er hatte Verbindungen mit zwei Damen, die ihm einen Herrn als Helfer vorstellen wollten. Dieser Herr war zufälligerweise ein Geheimpolizist und verhinderte die Spionagetätigkeit. Oberst Zankiewitsch, der russische Militärattachs in Wien, leitete geradezu eine große Spionagezentrale, die sich mit den militärischen Verhältnissen auf dem Balkan besaßte. Vor dem Kriege erregte die Spionageaffäre des russischen Hauptmanns Kostewitsch in Berlin großes Aufsehen. Dieer Hauptmann war in„offizieller Mission“ nach Berlin gekommen, war aber trotzdem ein Spion, der besonders von dem russischen Militärattachs Oberst Masarow geschützt wurde. Besonders gefährlich sind fremdländische Offiziere„auf Urlaubsreisen“, wie in dem Falle der beiden Franzosen, die bekanntlich angeblich nur eine Urlaubsreise nach Deutschland gemacht hatten, um die Schlachtfelder von Tannenberg zu besichtigen. Wenn er sich gar noch um Geuera IRabs=Offigtere haudelt, dann kann man davon überzeugt sein, daß es zumindesten„Amateur=Spione“ sind. Die Konsuln dienen auch häufig weniger dem Handel und der Aufrechterhaltung der internationalen Beziehungen, als der Spienage. Wenn an irgendeiner Stelle, wo ein Konsul nicht durchaus notwendig ist, plötzlich ein Konsulat errichtet wird, dann kann man stets davon überzeugt sein, daß dahinter mehr oder weniger Spionage steckt. Das„französische Spionage=Netz“, das in der Nachkriegszeit als Spionage=Organisation von General Goureaud geschaffen wurde— die„sureté militaire“— spinnt seine Fäden über ganz Europa. In Deutschland ist die Tätigkeit dieser Spionage=Organisation besonders eifrig. Es sind mehrfach bereits Leute verhaftet worden, die ohne jede Frage für Frankreich Spionage trieben. Vor zwei Jahren wurde ein dänischer Infanterie=Hauptmann Lembeurn verhaftet, der unter dem Namen Brown in Deutschland Spionage tried, ganz offendar im Auftrage Frankreicho. Erst jüngst sind ein Baumeister und seine Frau wegen Spionage verhaftet worden, die er zugunsten Frankreicho betrieben hat. Das Reichsgericht het sich häufig mit derartigen Fällen zu beschäftigen. Auch Polen unterhält ein großes Spionagenetz in allen angrenzenden Ländern, besonders aber in Deutschland. Wenn die Spionage im Kriege eine der größten Gefahren für die Heere war, so ist sie im Frieden durchaus nicht ungefährlicher, obwohl sie nicht so mittelbar wie im Kriege eine Bedrohung der Sicherheit der betreffenden Völker ist. Die verschiedenen Armeen würden nicht ungeheure Summen aufwenden, wenn sie nicht das Bewußtsein hätten, daß auch die größten Ausgaben sich lohnen. Die Methoden der Spionage bleiben immer dieselben. Hauptsächlich wird mit Verbindungsmännern oder Verbindungsfrauen gearbeitet. Frauen sind viel argloser und leichter auszuforschen als Männer, die bei Fragen von Ausländern noch deutschen Heereseinrichtungen in den meisten Fällen den Verdacht auf Spionage haben. Aber den Frauen, die irgendwie mit Reichswehrangehörigen Verbindung haden, nähern sich die„interessanten" Ausländer als Verehrer, und dann gelingt es ihnen häufig, die Arglosigkeit dieser Frauen zu mißbrauchen und sich Kenntnilse von geheimzuhaltenden Dingen zu verschaffen. Auch der photographische Apparat spielt eine erhedliche Rolle. Richt immer wird er so plump gebraucht wie jüngst von den französischen Offizieren, die offenbar nicht daran dachten, daß man ihre Tätigkeit beargwöhnen würde. Sonst hätten sie sich photographische Apparate mitgebracht, mit denen man Aufnahmen machen kann. ohne daß es sofort sichtbar wird. Welche verheerenden Folgen unter Umständen die militärische Spionage haben kann, geht aus der berüchtigten Tätigkeit des österreichischen Generalstabsobersten Nedl hervor. Dieser größte Verräter aller Zeiten war schuld daran, daß die Russen über den Aufmarschplan des österreich=ungarischen Heerer aufs genaueste unterrichtet wurden. Nur durch einen Zufall konnte der Mann entlarvt und beseitigt werden. In der Nachkriegszeit geht, wie zahlreiche Beispiele beweisen, die Spionagearbeit der Mächto ihren weiter. Bezugspreis Monat dur Botenlohn. Kreissparkaf Druck und Für de CRB. Verl Der Vermischtes. Nur 6 Prozent fahren Polsterklasse Der Personenverkehr der Reichobahn Berlin, 18. April. Die Benutzung der Polsterklasse ist, wie die jetzt veröffentlichte Verkehrsstattstik für das Jahr 1930 zeigt, im vergangenen Jahr um 17 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der Holzklasse betrug insgesamt 93.6 Prozent. Nur 29 Prozent aller Reisenden wurden zum Regeltarif befördert; alle anderen genossen ermäßigte Tarife. Der gesamte Verkehr des vergangenen Jahdes betrug 1.83 Milliarden Personen, davon entfallen 1,30 Milliarden auf den allgemeinen Verkehr, 429 Millionen auf den Berliner Stadtbahn= und Vorortverkehr und 102 Millionen auf den Vorortverkehr Hamburg=Altona. Gegenüber dem Vorjahre ist der Rostigen Ragel ins Auge geschossen 22. April. Beim Spiel bat ein achtIn diesem ab. Die Ladung, ein rostiger Nagel, drang m Kleinen ins Auge. Das Kind wurde sofort zur Operation dem Krankenhause zugeführt. Das Auge dürfte verloreürfte verloren sein. Mord und Totschlag in USAl. im Jahr 1930 Wie die amer tator und von 1925 nahegekommen. In den Städten der Vereinigten Staaten belief Höchstzahl 1925 aus 11,3 Morde und Totsc brechen auf je 100000 Personen. 1900 hatte die entsprechende Zahl 5,1 betragen, und 1930 betrug sie 10,9. Unter diesen 31 Städten mit einer Gesamtbevölkerung von rund 25 Millionen, steht Chikagmit 14,4 an der Spitze. Es folgen Detroit mit 13.3, Philadelphia mit 7,7, Los Angeles mit 6,6 und Neuvork mit 6,1. Im ganzen wurden in den 31 Großstädten im vorigen Jahr 1425 Menschen umgebracht gegen 1333 im Jahre 1929 Ito abend 8 Uhr Schauburg-Lichtspiele Dremmen Kriegsopfer! Rentenabbau droht. Am Conntan, den 28. April 1931 nachmittags 3 Uhr müssen deshalb alle und Kriegerhinterbliebenen zu der im Gaale des botel Herso, Inh. Anton Claßen, Heinsberg 2 MfansenS staltsinbenben öllenu. Versammlung erscheinen. Es gilt einmütig zu protestieren gegen die geplanten Abbaumaßnahmen der Regierung. Reserent: Oberpostsehretär Haus Freitag, 2. Bezirksvorsitzender. Rameradinnen und Rameraden! Erscheint alle. Im Augenblick höchster Gefahr darf keiner fehlen. Reichsbund der KB. KT. u. K9. Ortogruppe Heinsberg. J. A. 8d. 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