S S SSSSSEE9 9 2n BSEEE S 82 2 932 Nr. 94— 1. Blatt— 55. Jahrgang Organ für amtliche Bekanntmachungen Donnerstag, den 23. April 193 3• S 2: FSxSSSG S. 55 SST SEET S S2S S2ES SEFSE *—* 5“"“. „E TOEn hhngeg S5SS3SEES SSS SEF4455 BERE S. F.%SEnTE TüTTPRTS S TEDSSN * O 55i— 11 e 2= ##Joß: Erscheint werktäglich vormittags Bezugspreis der Zeitung mit den 6 Gratis=Beilagen für den Monat durch Boten zugestellt 2,20 RM., einschl. 0,54 RM. Botenlohn.— Postscheckkonto Köln Nr 43133— Bankkonten: Kreissparkasse und Heinsberger Volksbank.— Fernsor Nr. 6. Druck und Verlag: P. W. Jovven, Komm=Ges., Heinsberg. Für die Redaktion: H. Wagner, Heinsberg. S 8*A— 8 PS 7588 ##g 27 S aE ESRE r Söige S2 5555 * 887.6 9 Ssgagg 2 55 35 3 =—** 2 a 22 8 n 2. 2— K— SS•ET S FSSr! FSpS3r S S 95 à 3 m K: 22 * K 2 ZGgug G. 5 S BTgE .* 2 Se.7 * 2 22— B * X * 3 9#EK SaEEs SSS Tors e s Sexs— 5Sn .. S 8* 8 2 5 8 S 9#* S 85. 2 K S93 851 * S 80 *# 2— • 62 2##9 * 3 2 S 2.9. einsberg Anzeigenpreis: das einspaltige mm Höhe 7 Pfennig. Anzeigen mit kompliziertem Satz entsprechend höher. Reklamen pro mm Höhe 20 Pfg.— Störungen infolge höherer Gewalt rechttertigen keine Ersatzansprüche— Die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Stellen wird nicht gewährleistet.— Für telephonische Bestellungen und Diucksehl#r wird keine Haftung übernommen. * 3 Sgx Pres! 6eo 2: 5= " S.an9EE meegs S8 5 S#gfs CT Gratisbeilagen: Sonntagsglocken Am Mittwoch] Aus Welt und Leben Frauengarten Die Heimat Heinsberger Bauernblatt Der Abbau der Tollschranken Leider noch keine Tatsache, sondern nur ein Programmpunkt der Ratstagung WTB. Genf, 22. Aprll. Das Völherbundssekretariat veröffentlicht heute die provisorische Tagesordnung der 63. Tagung des Völkerbundsrates der am 28. Mai unter Vorsitz des deutschen Außenministers Dr. Curtius zusammentritt. Aus dieser Tagesordnung ist hervorzuheben Punkt 31:„Das deutsch=österreichische Protokoll für die Errichtung einer Zollunion gemäß dem Antrage der englischen Regierung vom 10. April 1931. Aus der Vormulierung des englischen Antrags geht bervor, daß eine Prüfung der Vereinbarkeit der lanten Zollunion mit den Verpflichtungen des Genfer rotokolls vom Oktober 1922 bezweckt wird. Ein anderer Punkt der Tagesordnung, der in einem gewissen Zusammenhang mit der Irage der Zollunion steht, ist die Prüfung des durch das Scheitern der Zollwaffenstillstandsbemübungen und der Bemühungen für einen Abbau der Zollschranken in Europa verursachten Zustandes. Berichterstatter über diese Frage ist das deutsche Ratsmitglied. " Der Rat wird sich ferner mit der Frage des Orts und des Vorsitzes der Abrüstungskonferenz sowie mit dem Antrag Deutschlands auf Abschluß einer Sonderkonvention für die Zivilluftfahrt, ferner mit dem britischen und deutschen Antrag bezüglich der Offenlegung des Rüstungsstandes beschäftigen. Weitere Programmpunkte bilden der Wahlterror in Polnisch=Oberschlesien und Minderheitenfragen. Es ist der Bericht, den die polnische Regierung auf Grund eines Beschlusses der letzten Ratstagung über die von Ihr zur Abstellung der Mißstände in Oberschlesten getroffenen Maßnahmen zu erstatten hat, entgegenzu* WTB Gens. 22. April. Der Generalsekretär * d e s V ö l k e r b u n d e s w i r d d i e ö s t e r r e i c h i s c h e u n d d i e tschechoslowakische Regierung einladen, an den Verhandlungen über das deutsch=österreichische Protokoll, das auf der Tagesordnung des Rates steht, teilzunehmen. Das Arbeitslosenproblem im Landtagsausschuß Berlin, 22. April. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages beriet am Mittwoch einen sozialdemokratischen und einen kommunistischen Antrag über Maßnahmen zur Milderung der Erwerbsnlosigkeit. Der sozialdemokratische Antrag forderte eine Senkung der Arbeitszeit auf 40 Stunden für die Woche bei entsprechendem Lohnausgleich sowie Beschränkung der Ueberstundenarbeit. Die Kommunisten verlangen, daß den Gemeinden für die ausgesteuerten Erwerbslosen 200 Milllonen zur Verfügung gestellt werden, daß die Arbeitszeit auf sieben Stunden, für Bergarbeiter auf sechs Stunden, beschränkt werde und daß zur Arbeitsbeschaffung 300 Millionen zur Verfügung gestellt würden. Nach längerer Aussprache fand in der Abstimmung ein Antrag der Berichterstatterin Frau Hanna(S) Annahme, der sich ausspricht für eine Genkung der Arbeitszeit auf 40 Stunden für die Woche bei entsprechendem Lohnausgleich, Beschränkung der Ueberstundenarbeit, Schutz der Arbeitnehmer unter 18 Jahren und für eine Sonderregelung der Arbeitszeit im Bergbau. Ferner sollen für die Arbeitsbeschaffung und zur Ueberwindung der Wohnungsnot der Arbeitnehmer ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden, ebenso für die Gemeinden zur Unterstützung der Erwerbsdlosen. Auch soll ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, der zu einer Vereinheitlichung der Krisenunterstützung und der Unterstützung der Wohlfahrtserwerbslosen führt. schäftsführers Mylius(Frankfurt am Main) sind heute die Vertrerer der Wahlkreise, die in Opposition zur Parteileitung stehen, und zahlreicher Ortsgruppen andrer Wahlkreise hier zusammengetreten. Sie haben einstimmig festgestellt, daß der Vorsitzende Drewitz und der Parteivorstand die Solidaritätserklärung der oppositionellen Wahlkreise kennen, die Spaltung der Wirtschaftspartei also wollen. Die Opposition wird auf dem Parteitag den Antrag stellen, den Abgeordneten Drewitz mit sofortiger Wirkung aus der Partei auszuschließen. Drei Elsässer unter Spionageverdacht verhaftet Berlin, 21. April. Aus Straßburg wird berichtet, daß die dortige Polizei drei der Spionage verdächtige Elsässer festgenommen habe. Die Verhafteten seien sämtlich in Straßburg wohnhaft und hätten eingestanden, wiederholt mit Plänen über Grenzbefestigungsarbeiten über die Grenze gereist zu sein. Die Agentur Havas hat sich über diese Meldung bei der Pariser Sicherheitspolizei erkundigt, dort aber nähere Auskunft nicht erhalten können. Nur soviel stehe fest, daß die drei der Spionage verdächtigen Elsässer in das Gefängnis von Straßburg übergeführt seien. Stuttgart, 22. April. Die von Straßbucg verbreitete Meldung, daß drei Elsässer Spione, die gestern In Straßburg verhaftet wurden, Dokumente über die neuen französischen Befestigungen an der Rheingrenze an Deutschland verkauft und bereits gestanden hätten, diese Pläne dem Chef des Spionagedienstes in Stuttgart übergeben zu haben, gelten als reine Erfindung mit dem Zweck, das allgemeine Tuteresse von der Königsberger Spionagearfäre abzulenken. Sowohl den militärischen wie den politischen Stellen in Stutgart ist von dieser Sache nichts bekannt. Niederländisch-Deutsche Vereinigung Im Haag, 21. April. Die Niederländisch=Deutsche Vereinigung im Haag beging ihr zehnjähriges Be stehen mit einer Feier, zu der neben dem deutschen Gesandten Graf Zech zahlreiche Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden sowie des holländischen Geisteslebens erschienen waren. Die Veranstaltung wurde mit einer Rede des Vorsitzenden der Vereinigung. Professor Dr. Anton van Gijn, eröffnet, der eine Uebersicht über die Arbeit der Ver=einigung in den zehn Jahren ihres Bestehens gab und dem Wunsch Ausdruck gab, daß sie noch viel zur Aufrechterhaltung der guten Beziehungen zwischen Hollanb und dem Deutschen Reich und besenders zur Beredelung des holländischen Kulturlebens mit dem Besten, was germanische Kultur aufzuweisen habe, beitragen möge. Der deutsche Gesandte Graf Zech bezeichnete es als großes Verdienst der Vereinigung, daß sie die Bedeutung des Geisteslebens für die Beziehungen zwischen den beiden Völkern erkannt und in diesem Sinne gewirkt habe. Im Auftrag des deutschen Mi nisteriums des Auswärtigen huldigte der Gesandte dann den beiden auf diesem Gebiet besonders verdienten holländischen Gelehrten, den Professoren van Gijn und Sleewijk, denen er als Anerkennung für ihre Arbeit Vasen aus sächsischem Porzellan überreichte. Die Festrede hielt der frühere preußische Kultusminister Dr. Becker über das Thema:„Nationaler Gedanke und internationale Annäherung". Man könne wohl sagen, daß die Welt im Zeichen des nationalen Selbstbewußtseins stehe; in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur werde alles dadurch bestimmt, am stärksten komme es aber zum Ausdruck in Sprache und Geschichte. Neben der nationalen stehe man vor dem großen Problem der geistigen Spannung zwischen internationaler und nationaler Geschichtsschreibung. Nicht blinder Optimismus oder Pessimismus, sondern offener Blick, guter Wille und Vertrauen seien die Faktoren, die zum Ausgleich vor allem nötig seien. An die Veranstaltung schloß sich ein Empfang, zu dem auch Prinz Heinrich erschien. zum Tode verurteilt Evangelische Kirche und Staat Berlin, 22. April. Die Generalsynode der evan gelischen Kirchen der Altpreußischen Union hat heute den Vertrag der evangelischen Landeskirchen mit Preußen mit 166 gegen 47 Stimmen angenommen. Anerkennung durch Deutschland WTB 20. April. Auf Grund der Mitteilung. die die hiesige spanische Botschaft dem Auswärtigen Am über die Bildung der neuen vorläufigen Regierung in Spanien gemacht hat, ist ihr heute die Annwort erteilt worden, daß die deutsche Regierung ihren“ es ereigneten sich die ersten Ueberfälle und „„„„„ 3 T hor WDarht.II hins Jam. her MishnrSchloon Das Urteil Nach der Wiedereröffnung der Verhandlung verkündigte der Vorsitzende das Urteil. Kürten wird in neun Fällen wegen Mordes zum Tode verurteil:. Wegen der anderen Fälle erhält er insgesamt 15 Jahre Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit, Stellung unter Polizeiaussicht. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig, da der Angeklagte durch seinen Verteidiger erklären ließ, daß er das Urteil annehme. Düsseldorf, 22. April. Am neunten Verhandlungstag, der kurz nach 9 Uhr begann(man hat doch auf Einlegung eines Ruhetages verzichtet), waren auch die Zeugenbänke für Zuhörer freigegeben worden. Der Saal ist dicht gefüllt. Von den medizinischen Sachverständigen war nur noch Prof. Dr. Scioli anwesend. Dagegen waren die Bänke der kriminellen Sachverständigen dicht besetzt. Als erster ergriff Staatsanwaltschaftsrat Jansen das Wort zu seinem Plädoyer, in dem er u. a. ausführte: Wir stehen am Ende eines Prozesses von einem Ausmaße, wie wir ihn gegen eine einzige Person wegen solcher Scheußlichkeiten wohl kaum je geführt haben. Drei Personen haben Kürten als den mutmaßlichen Täter angegeben, aber durch unglückliche Umstände ist es nicht dazu gekommen, Kürten früher zu entlarven. Der Staatsanwalt selbst hatte bei einer Anzeige gegen Kürten einen Beamten ausgesandt, um Nachforschungen anzustellen. Aber sowohl auf der Arbeitsstelle wie in der Nachbarschaft der Wohnung des Kürten waren nur die besten Auskünfte zu erhalten, so daß ein Zugreifen ungerechtfertigt gewesen wäre. Die überfallene Schulte hat nach den Bildern Kürten als Täter erkannt, aber in diesem Falle wäre höchstens ein Vorgehen zu dem Ueberfallt Schulte möglich gewesen. Nachdem der Staatsanwalt noch die Umstände, die zur Verhaftung des Angeklagten geführt haben, geschildert hatte, streifte er das Leben des Kürten, der sich schon von früher Jugeno an zum Verbrecher herausbildete. Er war 17 mal vorbestraft, aber niemals wegen Sittlichkeitsverbrechens. Kürten vervollkommnete in den Gefängnissen seine sadistische Veranlagung durch Phantasievorstellungen. 1913 wurde er aus dem Gefängnis entlassen, und Botschafter in Madrid angewiesen hat, unter Anerkennung der vorläufigen Regierung die amtlichen Beziehungen mit ihr aufzunehmen. Die Verhältnisse in der Wirtschaftspartei Leipzia, 20. April. Infolge des Ausschlusses es Professors Horneffer aus der Wirtschaftsgartei, der Absetzung des Vorsitzenden des Wahlreises Koblenz=Trier, Landtagsabgeardneten von Detten(Kreuznach), und des Ausschlusses des Ge der Mordfall Klein, sowie das Niederschlagen von zwei Männern und verschiedene Brandstiftungen, alles innerhalb zweier Monate. Ueberlegung und Vorsatz sind bei den Morden unbestreitbar vorhanden gewesen. Kürten war durch die Tat in Mülheim(Mordsall Klein) selbst nicht überrascht, sondern er hatte sie sich schon hun dertmal in Bildern vorgestellt. Das Gleiche trifft auch für die anderen Fälle zu. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Oktober 1928 beging Kürten bis zu seiner 1930 er folgten abermaligen Festnehmung acht Morde, ferner die zahlreichen Ueberfälle und 11 Brandstiftungen. Der Fall der Maria Hahn bildet ein Musterbeispiel der Ueberlegung schon vor der Tat. Kürten hat sich gefragt: Soll ich es tun oder nicht? Die Ueberfallene flehte um ihr Leben, aber kaltblütig setzte Kürten sein Mordwerk fort. Am 21. August unternahm der Angeklagte mit einem Dolch drei Mordversuche, und zwar in den Fällen Goldhausen, Mantel und Kornblum. Aus kurzer Entfernung sah sich der Angeklagte die Wirkung seiner Taten an und flüchtete erst, als Hilfe nahte. Drei Tage später geschah der Fleher Kinderdoppelmord. Durch die Fußspuren ist Kürten hier überführt. Am nächsten Tage verübte er den Ueberfall auf die Schulte. Nur durch das Hilfegeschrei und dadurch, daß der Dolch abbrach, ist es hier nicht zum vollendeten Mord gekommen. Zwischen diesen Morden und dem Fall Reuter am 29. September verübte der Täter eine Reihe von Mordversuchen. Im Falle Reuter führte Kürten das Verbrechen mit kalter Ueberlegung aus. Aehnlich liegt der Fall Doerrier am 12. Oktober. Weitere Mordversuche an Frau Meurer und Frau Wanders folgten am 25. Oktober. Auch in diesen Fällen ist seine Täterschaft unwiderleglich festgestellt worden. Der Staatsanwaltschaftsrat kommt zu dem Schluß, daß jede einzelne Tat je nach ihrem Gedeihen bis zum Ende ein Mord bzw. ein Mordversuch ist. Im Falle Reuter liegt außerdem vollendete Notzucht vor. In den Fällen Doerrier und Albermann kann man in dieser Beziehung Zweifel haben; aber in jedem Falle handelte es sich um die Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Gewalt, denn der Angeklagte miß handelte seine Opfer. nachdem er sie niedergeschlagen und wehrlos gemacht hatte. Hierauf hält Oberstaatsanwalt Dr. Eich sein Plädoyer. Er erklärte, die Frage der subjektiven Verschuldung bedürfe noch einer weiteren Erörterung. Ist der Angeklagte zurechnungsfähig?. Hat er mit Ueberlegung gehandelt? Er sei gewiß erblich belastet, insosern Vater und Mutter zur Grau samkeit geneigt hätten, und auch aus der Reihe seiner Ahnen sei er belastet. Aber keine seiner erblichen Belastungen sei, wie die Sachverständigen dargelegt hätten, unbedingt gewesen, und jeder geistig Vollwertige sei persönlich verantwortlich, ob und wie er gegen erbliche Anlagen vorgehe. Alles, was außer halb der ererbten Grausamkeit steht, hat der Ange klagte durch sein eigenes Verschulden zugelernt. Jeder Mensch muß sich zügeln. Kürten hat es nicht getan. Im Gegenteil, er hat seine entartete Reigung konse quent weiter gebildet. Er hat seinen Trieben niemals Hemmungen entgegengesetzt. Nur wo sich ihm eine persönliche Gefahr zu bieten schien, wußte er abzu brechen. Der Angeklagte ist vollständig zurech nungs sähig, ohne irgendeinen Abstrich. Das ha ben die Sachverständigen klargelegt. Er konnt: auch seine Neigungen bekämpfen. Daß er es nicht getahat, war seine große Schuld. Die Strasanträge Dann stellt der Erste Staatsanwalt die Strafan träge, und zwar in neun Fällen die Todesstrafe wegen Mordes, teilweise auch in Verbindung mit gewaltsamer Vornahme von unzüchtigen Handlungen Dann wegen des Falles Schulte wegen Nordversuche: im Verein usw. 15 Jahre Zuchthaus. In den Fällen Kühn, Meurer und Wanders zu je 10 Jahren Zuchthaus, in den Fällen Goldhausen, Mantel und Kornblum je 5 Jahre Zuchthaus, im ganzen 60 Jahre Zuchthaus, die zusammengezogen nach dem Gesetz natürlich nicht höher ausfallen dürfen alt 15 Jahre Zuchthaus. Verteidiger Dr. Wehner Aus dem Plädoyer des Verteidigers Dr. Wehner seien einige Sätze wiedergegeben: Er betonte, daß er vor einer schweren und verantwortungsvollen Aufgabe stehe. Der Angeklagte hat sich für Verbrechen zu verantworten, die in der Kriminalgeschichte einzig dastehen. Stumme Anklagen stehen vor ihm. neun ruchlos gemordete Opfer, darunter vier unschuldige Kinder und ein unschuldig verdächtigter Mann, dem es nicht vergönnt war, seine Rehabilitierung zu erleben. Der Angeklagte war bei seiner Verhaftung noch nicht überführt. Auch das Geständnis seiner Frau gegenüber hätte nicht ausgereicht, ihn zu überführen. Kürten hat sein eigenes Grab durch seine Geständnisfreudigkei gegraben. Kürten ist wahr. Auch ich zweifelte bei der ersten Besprechung mit ihm an seiner Täterschaft. Diese Ueberzeugung erhielt ich erst in der Verhandlung. und ich wiederhole auch im Auftrage Kürtens:„Vor Ihnen steht der langgesuchte Massenmörder". Glauben Sie dem Angeklagten seine Geständnisse, dann müssen Sie ihm auch hinsichtlich seines seelischen Zustandes bei der Begehung der Tat glauben. Ich bitte daher, mange### Beweises die Ueberlegung zu verneinen. Kürten ist eine Einzelerscheinung ganz besonderer Art. Er ist zwar nicht haltlos, in seinem Urgrund sind aber Dinge, für die er nicht verantwortlich gemacht werden kann. Auch er trägt das Antlitz eines Menschen, lassen Sie ihm den Glauben, wenn er die verdiente Sühne trägt. Kürtens letztes Wort Düsseldorf, 22. April. Nach den Ausfuhrungen des Verteidigers, Rechtsanwalts Dr. Wehner erhielt Kürten, wie es dem Angeklagten rechtmäßig zusteht, das letzte Wort. Kürten begann mit der Verabscheuung seiner Taten. Er meinte aber, es bleibe in seinem Herzen doch noch mancher Stachel zurück, so wenn er daran denke, daß ein Dr. Wolf sowie eine Aerztin in Stuttgart von einer gewissen Schicht des Volkes noch gefeiert würden, obwohl ihre Hände durch ein halbes Tausend Morde mit Menschenblu“ befleckt seien. Er trat dann auch dem Gutachter, Professor Dr. Scioli entgegen, daß die häuslichen Verhältnisse für die Entwicklung der Jugend nicht bestimmend seien, und darum könne man es nur bedauern, daß so vieles und mannigsaches unternommen werde zur Zerstörung der Familie. Er wendete sich in diesem Zusammenhang auch gegen die Propaganda der Gottlosen. Kürten erging sich dann nochmals in Schilderungen des Familienlebens in seiner elterlichen Woh nung und kam dann besonders auf den Tag der ersten Kommunion zu sprechen der sonst ale der schönste Tag des Lebens bezeichnet werde, bei ihm aber ein Tag größten Krakeels infolge des Verhaltens seines Vaters geworden sei. Er teilte dann mit, daß er seiner Frau das Geständnis abgelegt habe um ihr eine letzte Wohltat zu erweisen. Er spielte dabei auf die Belohnungssumme an, die er seiner Frau für die Ermittelung des Düsseldorfer Mörders verschaffen wollte. Dann wendete er sich an die Presse. Die Herren von der Presse stellten sich vielleicht gar nicht vor, welch großes Unheil sie damit verhütet hätten, daß sie in ihren Berichten eine gewisse Mäßigung hätten zutage treten lassen. Er hätte ja schon einmal während der Verhandlung angedeutet, daß nicht am wenigsten gerade das Gift, das durch die Sensationsberichte einer gewissen Revolverpresse verbreitet wird, dazu beigetragen habe, daß er das geworden sei, als was er heute hier stehe. Man müsse allerdings auch die Erfahrung machen, daß gerade die von ihrm bezeichnete Presse am meisten nach seinem Blute ruse und anderseits die schrußlichsten Berichte herausgebe. Der neunfache Mörder fühlte sich auch veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß seine Opfer er ihm teilweise sehr leicht gemacht haben. Sie seien ohne weiteres mit ihm dunkle Wege gegangen, viel leicht in der Hoffnung, er würde ihr Bräutigam, denn die Jagd nach dem Manne nehme heute For men an... Hier unterbrach ihn der Vorsitzende mit den Hinweis, daß er sich durch solches Gerede viel verscherze. Kürten geht nun sofort zu einem neuen Ge danken über und gibt noch einmal seinem Bedauern über seine Taten Ausdruck, bedauert die Angehörigen und sagt, er möchte es sogar wagen, die Angehörigen sofern es ihnen möglich sein könne, zu bitten, ihm zu verzeihen. Er möchte ausdrüaklich noch betonen daß in den Fällen, die tödlich verlaufen seien, nie eine Quälung des Opfer stattgesunden hätte. Die Op fer seien nach höchstens dreißig Sekunden bereite bewußtlos gewesen. Er beruft sich dann darauf, daß er schon frühe: beiont hätte, daß er sich der Folgen seiner Taten aicht zu entziehen beabsichtige und er hoffe dadurch doch zu einem guten Teil das wieder sühnen zu können, was er verbrochen habe. Wenn er auch nur einmal die Todesstrafe erleiden könne, so dürfe man anderseits versichert sein, daß doch die Zeir vor der Urteilsvollstreckung von vielen nicht geahnte Qualen bedeute. Sein letzter Satz hieß:„Wenn Sie das alles in Betracht ziehen und meinen wirklich guten Willen für meine Verbrechen Buße zu tun und sie zu sühnen, glaube ich doch, daß das große Rache= und Haßgefühl gegen mich etwas nachlassen könnte und ich möchte Sie dann bitten, seien Sie versöhnt!" Nach etwa eineinhalbstündiger Beratung wurde um 4,15 Uhr das Urteil verkündet. Was der Präsident des Landesarbeitsamts Kheinland feststellt. Köln, 21. April. Die im vorigen Bericht für die 2. Märzhälfte festgestellte Besserung des Beschäftigungsgrades hat sich nur zaghaft fortgesetzt. Mitte April wurden bei den rheinischen Arbeitsämtern 571381 Arbeitsuchende gezählt, mithin nur 456 weniger als zu Anfang der Berichtszeit. In den Saison=Berufen, das sind Landwirtschaft, Industrie der Steine und Erden und Baugewerbe, war insgesamt eine Abnahme um 5500 Arbeitsuchende zu verzeichnen. Auch das unter jahreszeitlichem Einfluß stehende Spinnstoffgewerbe sowie das Bekleidungsgewer be zeigten weitere Besserungserscheinungen. Im erste ren ging die Zahl der Arbeitsuchenden um rund 1000, im letzteren um rund 600 zurück. Erwähnenswerte Abgange waren noch in der Holzverarbeitung und in der Gruppe der Ungelernten zu beobachten. Diese erfreuliche Entwicklung vermochte aber noch nicht die entsprechende Stütze zu finden in den konjunkturellen Berufsgruppen, in denen die Entlassungen stark überwogen. Die Arbeitsuchendenziffer in der Metall=Industrie hat zwar kaum Veränderung erfahren. Dafür aber haben der Bergbau 1900, die Genußmittel=Industrie 250, das Gastwirts= und das Verkehrsgewerbe zusammen 300, die Gruppe der Angestellten und Techniker zusammen rund 4000 und die Gruppe der Hausangestellten 1000 Arbeitsuchende mehr gestellt. Für den konjunkturellen Charakter des Tiefstandes unseres Arbeitsmarktes zeugt in bemerkenswerter Weise der im Zusammenhang mit dem Quartalsschluß besonders erhebliche Zugang aus den Angestellten=Berufen, der den Gesamtbestand an stellenlosen Angestellten auf 48270 anschwellen ließ. Ein Drittel dieser Zahl entfällt auf weibliche Angestellte. Die Angestelltenberufe stellen damit 8.4 v. H. aller arbeitsuchenden Personen überhaupt. Ein etwas anderes Bild bot die Entwickelung in der Arbeitslosenversicherung. Hier hat sich der Rückgang der Unterstützungsziffer, wenn auch bedeutend langsamer fortgesetzt. Die Entlastung kam in der Abnahme um 10000 Unterstützter in der reinen Arbeitslosenversicherung zum Ausdruck, sodaß in dieser um Monatsmitte rund 233 200 Hauptunterstützungsempfänger vorhanden waren. Die Krisenunterstützung hat ihren Bestand mit 120 800 Unterstützungsempfängern behauptet. Daraus ist zu erkennen, daß der Abgang wieder durch Ausgesteuerte aus der Arbeitslosenversicherung ausgeglichen worden ist. Ueber die Gesamtzahl von 354000 Hauptunterstützten hinaus wurden noch für 368000 unterhaltsberechtigte Angehörige Unterstützung in Form von Familienzuschlägen gezahlt. In Rheinland werden daher z. Zt. rund.722000 Personen aus Mitteln der Reichsanstalt unterstützt. Weiterer Rückgang der Arbeitolosigkeit Berlin, 22. April. Die Arbeitslosigkeit hat seit der letzten Veröffentlichung der Reichsanstalt einen weiteren erheblichen Rückgang erfahren. Die Zahl der versicherten Arbeitslosen hat sich um 212000 und die der Krisenunterstützungsberechtigten um 34.000 vermindert. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen ist hingegen nur um 120000 zurückgegangen, was sich zum Teil aus technisch=stattstischen Gründen, zum Teil vermutlich aus einer stärkeren Inanspruchnahme der Wohlfahrtsfürsorge der Städte erklärt. Für Kürzung der Arbeitszeit Berlin, 22. April. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages nahm einen sozialdemokratischen Antrag an, der sich für eine Gen kung der Arbeitszeit auf 40 Stunden in der Woche bei entsprechendem Lohnausgleich, Beschränkung der Ueberstundenarbeit, Schutz der Arbeitnehmer unter 18 Jahren und für eine Sonderregelung der Arbeitszeit im Berab au ausspricht. Stillegungen beim EBD.? Seit einigen Tagen hält sich hartnäckig das Gerücht. daß der Eschweiler Berwerksverein beab sichtige, die Grube Eschweiler=Reserve und die Kokerei Nothberg stillzulegen. In der letzten Zeit müssen die Schwierigkeiten beim Absatz von Großkoks außererdentlich groß geworden sein, da täglich eine gröpere Anzahl beladener Kokswagen in den Abfuhrgleisen stehen, für die keine Empfänger bekannt sind. Die Inbetriebhaltung der Grube Eschweiler=Reserve nach der Stillegung der Kokerei Nothberg ist ausgeschlossen, da die Grube sich durch die hohen Wasserhaltungskosten nur bei dem Betrieb der Kokerei rentiert. Andere Gerüchte sagen, daß bereits Stillegungsverhandlungen stattgefunden haben sollen. Wie das„Echo“ auf Anfrage beim E.B.B erfährt. seien die Gerüchte zum allermindesten stark verfrüht. Tatsache sei, daß auf Eschweiler=Resowve neunmal so viel Wasser, wie Kohlen gefördert werden. In guten Zeiten sei es ein Leichtes gewesen, diese unrentable Zeche weiter in Betrieb zu halten. In schlechten jedoch halte dies außerordentlich sehwer. Trotzdem hoffe man, den Betrieb aufrecht erhalten zu können. schon aus dem Grunde, weil sehr viel Kapital in den letzten Jahren dort investiert worden sei. Stillegungsverhandlungen haben bis jetzt nich. stattgefunden. Man habe wohl schon die Einstellung des Betriebes in Erwägung gezogen. Ob eine Stillegung wirklich erfolgen weide und wann, könne noch nicht gesagt werden. Deutsche Rot in Paris Paris, 22. April. Deutsche Not und Arbeitslosigkeit ist auch in Paris zu ermessen. Einen Augenblick gewährte die Uebersicht über die Unterstützungen, die bei der Jahresversammlung der Mitglieder des Deutschen Hilfsvereins in Paris kürzlich gegeben wurde. In den Monaten September 1930 bis März 1931 wurden insgesamt 538 Fälle behandelt, während 47 andere an studentische und weibliche Vermittlungsstellen weitergeleitet wurden. Der Ehrenvorsitzende, Botschafter von Hoesch, leitete die Versammlung ein, die in den Räumen der deuschen Ausgabenwirtschaft in der Invalidenversicherung Aus parlamentarischen Kreisen wird uns gescheieben: Der frühere Zentrumsab eordnee Andre=Stuttgart, ein bekannter Sozialpolitiker, hat eine Denkschrift über die„Ausgabenwirtschaft in der Invalidenversicherung verfaßt. Abgeordneter Andre ist seit bald drei Jahren Präsident der Lan desversicherungsanstalt Württemberg und seine Kritik verdient darum besonderBeachtung. Weder das Reichsarbeitsministerium. noch das Reichsversicherungsamt, noch der Reichstag, werden an dieser mit Sachkenntnis, Mut und Verantwortung geschriebenen Arbeit achtlos vorübergehen können. Einleitend sagt der Verfasser, daß am 1. Januai 1930 vierzig Jahre seit dem Inkrafttreten der Invalidenversicherung verstrichen waren. Zur Zeit seien 34 Millionen Reutenempfänger vorhanden, deren monatliche Bezüge aus der Invalidenversicherung rund 105 Millionen Mark betragen, gleich 1 250 Millionen Mark pro Jahr. An jedem Arbeitstag werden rund 1400 Renten und 1500 Heilverfahren bewilligt. Nach vierzigjährigem Bestand lasse sich feststellen, daß trotz Krieg und Inflation die Invalidenversicherung eine äußerst segen sreiche Täti gkeit entfaltet und zu einem unentbehrlchen Faktorin unserem öffentlichen Leben geworden sei. Diese Leistungen dürften aver nicht dazu fähren. nur kritiklos die großen Zahlen anzustaunen und die Schattenseiten des gegenwärtigen System: mit dem Schleier der christlichen Nächstenliebe zuzudecken oder, um nirgends anzustoßen, nicht zu sagen. was Pflicht und Gewissen gebieten. Unsere nationale Wirtschaft befinde sich in größter Not, die Beiträge für die Sozialversicherung müßten erarbeitet, von der Wirtschaft aufgebracht, aus ihr herausgezogen werden. Die Iuvalidenversicherung belaste die Wirtschaft jährlich mit über einer Milliarde Mark. Angesichts solcher Zahlen müsse der Ausgabenwirtschaft besondere Beachtung zureil werden. Das jetzige System der solidarischen Haftung der Versicherungsanstalten untereinander(Paragraph 1405 der RVO. zeitige unhaltbare Zustände auf dem wichtig sten Gebiet der Invalidenversicherung, nämlich der Rentenbewilligung und der dauernden, rasch anwachsenden Rentenlast. Trotzdem der Invavaliditätsbegriff durch Gesetz und Rechtsprechung des Reichsversicherungsamts festgelegt sei, habe die Durchführung des Gesetzes zu ganz verschiedenartigen Verhältnissen geführt, eine Versicherungsanstalt habe auf 1000 Versicherte doppelt so viele Reuten lau sen, wie eine andere Anstalt. Der hauptsächlichste Grund liege darin, daß nach dem Paragraph 1405 der Reichsversicherungsordnung die Zahlung der Renten auf sämtliche Verst cherungsträger nach Maßgabe ihrer Beitragseinnahmen im letzten Jahre verteilt würden. Der Paragraph 1405 der RVO. sei die offene. blutende Wunde am Körper der Juvalidenversiche rung, die solange fortwirke, bis diese selbst durch diesen Paragraph 1405 ihr Grab gefunden habe oder bis mindestens alle Vermögensstände aufgezehrt seien. Praktisch und tatsächlich komme es allein au die Rentenwirtschaft und Rentenbewilligungspraxie der einzelnen Anstalten an. Eine Anstalt, die viele Rentenanträge bewillige sei unter der Herrschaft der Paragraph 1405 zur Zuschußanstalt geworden und zwar auch dann, wenn diese Anstalt den größten Vermögenszuwachs gehabt habe. Das führe zu der weiteren Frage, ob die Ausgabenwirtschaft sämtliche: Träger der I. V. im seitherigen un terschiedlichen Umfange solange fortgeführt werden könne, bis die letzte Reichsmark Vermögen aller Anstalten verbraucht sei. Hier handle es sich um das inanzielle Rückgrat der Invalidenversicherung, darum, ob viele Millionen Mark jährsicherspart oder wie seither ausgegeben werden können. Gesetzgebung und Aufsichtsorgane dürften die Nachprüfung des beigebrachten, umfangreichen stattstischen Materials nicht einfach damit abtun, daß sie sich, auf die„besonderen Verhältnisse" bei den einzelnen Versicherungsanstalten berufen würden. Die solldarische Haftung aller Versicherungsträger für einander und untereinander setze eine einigermaßen gleichmäßige Durchführung der Reichsversicherungsordnung hinsichtlich der Gewährung von Invaliden=, Witwen= und Waisenrenten voraus. Wenn aber sogenannte Zuschußanstalten auf 1000 Bersicherte doppelt so viele Renten gewähren, wie Ueberschußanstalten, so müsse nach diesen Zuständen gesehen werden. Oder sei es vertretbar, daß Versicherungsanstilten vorhanden seien, die in den Jahren 1928 und 1929 20. ja 30 Millionen Mark und noch mehr reinen Vermögenszuwachs hatten und gleichzeitig als Zusaupanstalten Millionenbeiträge von leistungsschwächeren„Ueberschußanstalten“ erhalten hätten. Die Uebersicht 1 gibt einen ausgezeichneten Ueberblick über die Zuschuß= und Ueberschußanstalten. Danach standen 24 Zuschußanstalten 11 Ueberschußanstalten gegenüber. Die Bersicherungsanstalten Berlin, Sachsen, Rheinprovinz, Westfalen. Württemberg, Hansastädte, Baden, sowit die Seekasse, haben in der Hauptsache die Rentenlast der anderen Anstalten mitzutragen. Botschaft stattfand. Er dekorierte den verdienten Leiter des Vereins, Paul Block, sowie Jacobson mit dem Ehrenzeichen des Roten Kreuzes. Die dringende Warnung, arbeitsuchende Deutsche sollen nicht das verhängnisvolle Wagnis einer Ausreise nach Paris unternehmen, wurde neuerdings ausgesprochen. Diese Warnung muß an die breiteste deutsche Oeffentlichkeit gelangen. „Am Vorabend einer neuen Organisation Eurovas“ „Wir stehen,“ so sagte der ungarische Ministerpräsident Bethlen am Dienstag in einer Rede,„am Vorabend einer neuen politischen Organisation, die uns vielleicht der Idee der Gerechtigkeit und der Gleichheit näher bringt. Wir haben keinen Beund, zu trauern, müssen vielmehr mit aller Energie in der Richtung arbeiten, daß die bisherige europäische Organisation zu bestehen aufhört. Noch weniger hat sich die durch die Friedensverträge geschaffene wirtschaftliche Organisation bewährt. Im Donaubecken wurde ein einheitliches Zollgeble: mit 50 Millionen Einwohnern zerstört und nichte an dessen Stelle geschaffen. Auch auf diesem Gebiet sind Zeichen einer Besserung zu merken. Heute, wo wir am Vorabend einer neuen politischen und wirtschaftlichen Organisation Europas stehen, müssen wir wachsam die Geschehnisse verfolgen und unser Pulvertrocken halten. Wir müssen darau arbeiten, daß, wenn Europa politisch und wirtschaftlich neu gestaltet wird, der Ruf Ungarns, nach Gerechtigkeit Erhörung findet.“ Diese Gerechtigkeit faßte der Ministerpobsident in vier Forderungen zusammen: Gerechtigkeit für die zu Unrecht Gefolterten. Gleichheit für die in Ungleichheit Gestoßenen, Vereinigung der gegen ihren Willen gewaltsam Getrennten und Lebe nsmöglichkeit für alle unter der Sonne. Dies sei die Rechnung, die Ungarn dem seinerzeit neu zu gestaltenden Europa vorlegen müsse, gleichzeitig aber auch ein Versprechen für Europa. weil der Frieden und die Zivilisation Europas nur unter Berücksichtigung dieder großen Ideen wieder aufgebaut und für ewig gesichert werden könnten. bung bereit, Jugendgruppen und Schulklassen werden sich gerne in den Dienst der guten Sache stellen. Straßen= und Haussammlungen in Verbindung mit Mitgliederwerbungen sind geplant, Umzüge, Saalveranstaltungen und Volksfeste im Freien sollen Zeugnis ablegen von der umfassenden Idee, die hinter dem Jugendherbergswerk steht. In der heutigen Zeit der Not, wo alle behördlichen Stellen eine radikale Sparpolitik betreiben, will der Jugendherbergsverband bewußt das ganze Volk zur Selbsthilfe aufrusen für sein Werk, das in vorbildlicher Weise den Gedanken der Volksgemeinschaft verwirklicht und daher Sache des ganzen Volkes werden sollte. Wer wollte sich dem Ruf zur Mitarbeit und zur Mithilfe entsagen, wenn es um ein Werk geht, das der gesamten deutschen Jugend dient? Wer würde nicht freudig die Gelegenheit benutzen, um sein Scherflein herzugeben für ein Werk, bei dem jeder Pfennig nutzbringend angelegt wird? Wer würde nicht freudigen Herzens mitmachen wollen, wo es sich darum handelt, die große Zahl der schlechten Jugendherbergen auszubessern und mit dem Notwendigsten an Betten, Matratzen und Decken zu versehen? Möge der Ruf ein gutes Echo bringen und der Reichswerbetag für Jugendherbergen und Ingendwandern ein deutlich fühlbarer Ruck vorwärts zu einem vorbildlichen Netz traulicher Jugendherbergen im ganzen Reiche werden! Reichowerbetag für Jugendherbergen und Jugendwandern Wie im vorigen Jahre, so soll auch 1931 wieder in Gestalt eines einheitlichen Reichswervelages für Jugendherbergen und Jugendwandern geworben werden. Der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen, hinter dem mit einer seltenen Einmütigkeit die Jugendverdände aller Richtungen und alle Freunde des Wanderns und der Jugend stehen, hat sich zur Aufgabe gestellt, auch jetzt wieder durch eine Reihe von Veranstaltungen verschiedenster Art die vielzestaltige Bedeutung des Jugendherbergswerkes und des Zugendwanderne als vorhengende Erzsehungsmittel besonderer Art in die breiteste Oeffentlichkeit zu tragen. Die Ortsgruppen und Gaue dieses Reichs verbandes rüsten sich seit Monaten zu umfassender Werhearbeit, wobei sie tatkräftige Unterstützung bei den Jugendverbänden und den Schulen finden. Am 16. und 17. Mai, in einzelnen Gegenden später, soll in möglichst allen Orten des ganzen neiches in irgendeiner Form für das Ingendherbergswerk geworben werden. Filme und Lichtbilder stehen für die WerDo bleibt die Reichsbank? Von F. Baltrusch, M. d. R. und des RWN. Die Reichsregierung versucht alles mögliche, um die Wirtschaft in Gang zu bringen. Sie hat den Reichsetat durch den Finanzminister gründlich zusammenstreichen und rechtzeitig im Reichotag durchbringen lassen. Sie hat die Preissenkungsaktion nicht ohne Erfolg betrieben. Sie hat die Gutachterkommission zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eingesetzt. Sie hat die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten A.=G. zwecks Auftragungsvermehrung gegründet und die Osthilfe mit einem Papitalbetrag von rund 2 Milliarden Mark ins Leben gerufen. Sie ist im Begriff, durch eine Verordnung die weitere Unterbringung von Arbeitslosen zu fördern. Und was tut die deutsche Reichsbauk zur Erleichterung der Wirtschaft und zur Konjunkturbelebung? Sie könnte jetzt sofort etwas sehr Wirksames tun. Die müßte energisch den Reichsbankdiskont von 5 auf 4 Prozent herabsetzen! Der Diskont in Neuyork, Zürich Paris und Brüssel beträgt nur 2½ Prozent. in London 3 Prozent. Das ist zirka die Hälfte des deutschen Reichsbankdiskonts. Die durch die Reichsbank eingeleitete Zinsverbilligung würde in der deutschen Wirtschaft zweisellos belebend wirken. Warum tut die Reichsbank nicht diesen Scheitt? Aus Frankreich und der Schweiz können wir jetzt schon Leihdevisen für 3—3½ Prozent bekommen. und der holländische Gulden ist augenblicklich auch sehr billig. Tagesgeld kostet in Deutschland 5¼ Prozent. Der neue Reichsbankausweis zeigte eine Gesamtentlastung von 480 Mill. Mark. die Verpflichtungen des letzten Ultimos sind fast abgedeckt. der Wechselbestand war zuletzt 80 Mill. Mark nied riger als im Vormonat, die Schatzwechselbestände sind abgestoßen, und die neuen Serien der kombinierten Reichsschatzanweisungen konnten ebenfalls schnell ver kauft werden. Es ist mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten, daß sich in den nächsten Wochen eine Rückwirkung des Status der Reichsbank zeigen wi Der Kreditbedarf des Reiches wird sich nach,### neuesten Entwicklung als wesentlich geringer, u### befürchtet, herausstellen. Eine Erleichterung der schwierigen Wirtschaftsla durch eine schnelle und gründliche Tiskontsentu ist mit größter Sicherheit anzunehmen. Daru Reichsbank handle! Einspruch des Reicholandbundes gegen d Brotpreiserhöhung Berlin, 22. April. Der Bundesvorstand Reichslandbundes hat zur Frage der Brotpreis erhöhung folgende Entschließung einstimmig an genommen: Gegen die Erhöhung des Brotpreises hebt der Reichslandbund energisch Einspru Die Spanne zwischen Kornpreis und Brotpreis trägt zur Zeit über 170 v. H. des Vorkriegs satzes. Ihre Verringerung ist vor allem anzustreber Ferner fordert der Reichslandbund erneut eine## fortige Beseitigung des Nachtbackverbs tes, wodurch eine wesentliche Verringerung Spanne zwischen Roggen= und Brotpreis erzielt den kann. wer Die Verilner KunstseideiVerhendlungen Berlin, 22. April. An den gestrigen Verhand lungen der europäischen Viscose=Hersteller nahmer von deutscher Seite u. a. die Vertreter der Ver Glanzstoffabriken, der I. Agsa, der Spannstoffabrik G. Jarbenindustrie, Abt Zehlendorf u. der Küttner A.=G. teil. Es wurde beschlossen, vier Kommissionen einzusetzen, die sich mit den einzelnen Fragen Bedaue Ei Auf der Geile e ereignet lück. and, war mit sberg ein Bellar aus Heindem Lastwa kommende für Möbeltrausp vorbei, da ßte mit schw örber dem den Driesch rer des holl ransport von vorläusigf verantworten Der Autofahr wesen sei. besassen haben. Diese sind eine Vertragskommist eine Verkaufskommission, eine Produktionskommis und eine verkaufstechnische Kommission. In die tragskommission wurden u. a. zwei Vertreter der kleineren Fabriken außer einem Vertreter der holländischen Gruppe entsandt; die Federführung wurde den Ver. Glanzstoffabriken übertragen. Der Ber kaufskommission gehört u. a. Benrath(Glanzstoff) an. Der Produktionskommission gehören an Dr. Hermann(Glanzstoff) und Wuppermann(Spinnstoffabrik Zehlendorf). Ferner wurde bekanntgegeben, daß die italienische Ausfuhrquote mit 17,64 Prozent des deutschen Verbrauchs vorgeschlagen und von den Italienern angenommen worden sei. Die Kommissionen haben ihre Arbeit sofort ausgenommen. Die Verhandlungen dürsten sich noch einige Tage hinziehen. Die französische Note über die Flottenfrage W2B London, 22 April. Der Oiplomatische Korrespondent des Daily Telegraph schreibt: Die französische Note über die Flottenfrage ist ein langes und verwickeltes Schriftstück, dessen Prüfung mehrere Tage in Anspruch nehmen dürfte, wenn die Sachverständigen zu einem Urteil gelangt sind, wird dieses erst von der Regierung erwogen und mit der Auffassung der italienischen Regierung verglichen werden müssen Soweit gestern in Erfahrung gebracht werden konnte, scheint die französische Note dem englisch=italienischen Standpunkt nicht sehr weit entgegendukommen. Der Aufstand in Honduras W2B. Neuyzrk, 22. April. Associated Preß meldet aus Honduras: an der Nordküste sei es zu einem scharfen Gefecht zwischen Aufständischen und regulären Truppen gekommen. Während die Aufständischen 29 Tote verloren, waren die Verluste der Regierungstruppen nur gering. Ein bahnbrechender Fortschritt in der Luftfahrt WXB. Berlin, 20. April. Prof. Junkers ist es nach 20 jähriger Zorschungsarbeit gelungen, den ersten Dieselflugmotor der Welt zu konstruieren, der für die Luftfahrt einen bahnbrechenden Vortschritt bedeutet. Heute mittag wurde auf dem Tempelhoser Jeld das erste Flugzeug, das mit einem JunkersSchwerölflugmotor ausgerüstet ist.„Juno 4“, vor Vertretern der Reichsregierung, Industrie und Technik vorgeführt. Prof. Junkers erklärte in einem einleitenden Vorirag die wirtschaftliche Bedeutung des neuen Motors. Er betonte, daß die Einfübrung des„Juno 4“ eine Lebolutionierung der Luftfahrt bedeute. Der Schwerölmotor erhöbe die Sicherheit entscheidend, er schaffe neue Grundlagen für die Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs, da sich die Brennstoffkosten um 56 Prozent verringern: er verlängere infolge seines ungewöhnlich geringen Brennsloffverbrauchs die Zlugstrecke der Ilugzeuge um 47 Prozent: das bereits bestehende Verkehrsflugzeug mit einem Marimal=Aktionsradius von beispielsweise 4000 Kilometer kann bei Eindau des„Juno 4“ 5880 Kilometer im Ronstopflug(d. b. ohne anzuhalten) zurücklegen. Beim Tanken entdeckter Autodieb Leverkusen, 22. April. Bei einer hiesigen Tankstelle erkannte ein tankender Autoführer in dem heranfahrenden zweiten Wagen seinen ihm in Köln auf dem Hohenstaufenring am Sonntag gestohlenen Wagen wieder. Er stellte die Insassen zur Rede, worauf diese schleunigst die Flucht zu ergreifen suchten. Der eine Fahrer konnte festgenommen und der Polizei übergeben werden, während der andere entkam. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen Lageristen aus Köln, der dem Opladener Amtsgericht zugeführt wurde. Es sei darauf fern über das Imfange zu hal rgebnis steht n Vergleichende Heinsbe Erkelen Gellenk Die starke A letzten Monaten Bekämpfung pfl großer Besorgni Vertretern der h durch eine Fahrt und einen instr tiesen Einblick in Ursachen, in die nen. Die Vera ligten sehr danke dem Präsidenter Die Führung un ten Herr ZollrHeinsberg und Ganz besonders einer Zollaussich und verwickelten ahrt und der beraus große uristischer Art, orläutert. Wer wird Präsident der spanischen Nepubtir? WTB. Paris, 23. April. Der Sonderberichterstatter des Excelsior in Madrid nennt als Persönlichkeiten für den Posten des Präsidenten der Republik Spanten Dr. Moramon und Sanche: Ramon. Dr. Moramon habe, so vermutet man, den Posten des spanischen Botschafters in Paris und einen Ministerzosten andgeschlagen un eine Zengldetur für die Präsidentschaft aufrecht zu erhalten. Sanchez Ramon genießt als Professor für bürgerliche: Recht an der Universität Madrid grobes Ansehen in intellektuellen Kreisen. ## der Prüß die Geseller Heinrich Knof Rosenthal, Jako Meuterei anf einem spanischen Artogoschl? WTB. London, 23. April. Auf dem Kriegsschift Ceroantes und zwei Zerstörern in Cadiz sollen die Mannschalten gemeuten haben. Zedoch verlautet, daß sie überwältigt würden und sich in Gefangenschaft an Land befinden. Die Meuterei soll kommunistischen Charakter gehabt haben. Tag Dremmen. Gemeinde= u. Or Anwesenheit## abend eine öff hiesigen Volkssa zung und Festst sammlung durch zu Punkt 1) de bühren für neuz Vertriebs=Gesell eins in Eschweil# Tankstelle vor Nobis auf der die an die Ger dühren wurden der Gemeinde auf 25 Rm. fes dierte Benzin=T der Jülicherstra Josef Sämmere sung eines W dieser, wohl der #rforderte eine wonach der Gem genauesten Durc meinde Dremme schluß faßte: D einzuwenden, da Marienstraße i terliche Haus( Haus an das I. hat später Verlegung der derung des Flr und muß vor 0 des ganzen Gru lichen Hauses, a Straßenbaukoste den. Das Trot ohne Genehmig seitigt werden timeter breiten den.— Punkt neuzuverpachten! gangenen öffent wiesen zwecks# Interessenten. Dauer der Verpauf 15 Rm. pr Punkt 4) Vollzi Punkt kam bere Herrn Landrats für die Folge n zettel sowie da sorgen dürfen, che, wo sich de eines Vollziehu konnte. In der zu dem Entschlu en. Die St stellen r R e i c h s b a n k z e i g e n w i ches wird sich nach, d wesentlich geringer, u hwierigen Wirtschaftsla ründliche Tiskontsenku anzunehmen. Daru Aus der engeren Heimat Heinsberg, 23. April. Bedauernswerter Rutounfall Ein Schwerverletzter st 5 Auf der Geilenkirchener Straße an der UeberlandPentrale ereignete sich ein schweres Autounedhund clück. Ein Pferdefuhrwerk, das auf der Straße Häh. gegen digtand, war mit Material beladen worden. Als von 2ecung Sheinsberg ein Kraftwagen herannaht, treien der Bundesvorstand de# Ronteur Bellartz und der Fuhrmann von den Driesch, ließung 22.7eBbeide aus Heinsberg, dicht an das Juhrwerk herau, ung des gust, Am dem Lastwagen den Weg frei zu geben. Das ergisch Einspruchherankommende Auto, ein Zugwagen mit Anhänger seis und Brotpreis belfür Möbeltrausport, fährt aber so nahe an dem Fuhrhor allen za-3###perk vorbei, daß es die beiden wegreißt. Bellartz dbund erner eine F.Zuußte mit schweren Verletzungen am OberNachtbackv=r5- Körper dem Krankenhause zugeführt werden. he Verringerung de von den Driesch erlitt geringere Verletzungen. Der Brotpreis erzielt wer Führer des holländischen Kraftwagens, der einen Transport von Hamborn nach Hoensbroeck hatte, vorläufig festgenommen; er wird sich vor Gericht verantworten haben. Der Autofahrer gibt an, daß er übermüdet gewesen sei. Volksbegehren Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Zifern über das Volksbegehren noch nicht in vollem Imfange zu haben sind. Das amtliche Gesamtgebnis steht noch aus. Vergleichende Uebersicht: Heinsberg 81 Eintragungen. Erkelenz 62 Eintragungen. Gellenkirchen 143 Eintragungen. Eine Zollfahrt Die starke Ausbreitung des Schmuggels in den tzten Monaten erfüllt selbstverständlich die mit der ekämpfung pflichtmäßig betrauten Behörden mit großer Besorgnis. Am Dienstag bot die Zollbehörde Vertretern der hiesigen Justizbehörde und der Presse durch eine Fahrt an einem Teil der Grenze entlang und einen instruktiven Vortrag Gelegenheit, einen tiesen Einblick in das Wesen des Schmuggels, in seine Ursachen, in die Art seiner Bekämpfung, zu gewinnen. Die Veranlassung zu diesen für alle Beteiligten sehr dankenswerten Informationen gingen von isidenten des Landesfinanzamtes Köln aus. rung und die eingehenden Erläuterungen hatten Herr Zollrat Wagner vom Hauptzollamt in Heinsberg und ein Bez.=Zollkommissar übernommen. Ganz besonders bemerkenswert war die Besichtigung einer Zollaufsichtsstelle und der so eigentümlichen und verwickelten Grenzlinie. Bei dieser Besichtigungsfahrt und der späteren Besprechung wurden eine überaus große Reihe von Fragen, zum Teil auch uristischer Art, nach den verschiedensten Seiten hin erläutert. Verhandlungen i gestrigen Verhand rose=Hersteller nahmer e Vertreter der Ver Jarbenindustrie, Abt endorf u. der Küttner en. vier Kommisst einzelnen Fragen— Wertzggdtommisston Froduktionskommissi umission. In die Verzwei Vertreter der n Vertreter der holFederführung wurde bertragen. Der Ber n gehören an Dr ppermann(Spinnzurde bekanntgegeben de mit 17,64 Prozent chlagen und von den u sel. Die Kommist ausgenommen. Die ch einige Tage hindie Klottenfrage Der Diolomatssche fraph schreibt: Die enfrage ist ein landessen Prüfung mehdürfte, wenn die gelangt sind, wird wogen und mit der rung verglichen werErfahrung gebracht zzösische Note dem nicht sehr weit entischen Repubsir? rr Sonderberichternennt als Persönräsidenten der Ren und Sanche: vermutet man, den rs in Paris und um eine Kanoidasecht zu erhalten. or für bürgerliche: grobes Ansehen en Artegoschln Gode sellen bie och verlautet, daß Beiongnichaft. U kommuniduras sted Preß meldet sei es zu einem schen und reaudie Aufstänle Verluste der tschritt Junkers ist gelungen. den zu konstruteren, nden Vortscheitt un Tenheilboser em JunkersIst.„Juno 4“, Industrie und kleitenden Vorneuen Motors. Juno 4“ tfahrt die Sicherdlagen für die die Brenneingern: er ringen Brennjeuge um 47 sflugzeug mit Asweise 4000 “ 5880 Kllo= ) zurücklegen. todieb zen Tankstelle eranfahrenden HohenstausenEr stellte die ie Flucht zu festgenommen r andere entch um einen gericht zugeschrieben werden.— Punkt 5): Haus= und Mietsangelegenheiten des Wohnhauses Mommartzste. Nr. 2. Dieser Punkt mußte bis zur nächsten Gemeinderatssitzung vertagt werden. Punkt 6): Verschiedenes. Man beschloß die Ausbesserung der Straßen der Gemeinde Dremmen mit geteerten Basalt=Splitt vorzunehmen. Die Teerung des Basalt=Splitts soll von den Gemeinde=Wegearbeitern selbst vorgenommen werden. Unter Verschiedenes fanden noch einige sonstige Angelegenheiten ihre Erledigung. Sodann begann an die öffentliche Sitzung anschließend die Verhandlung in der Geheimsitzung, worin man sich mit mehreren Steuerangelegenheiten befaßte. Keine Eintragungen beim Volksbegehren Landtagsaufschsung“ Wehr, 22. April. Im hiesigen Amtsbezirk, Gemeinden Wehr, Süsterseel und Hillensberg. sind Eintragungen für das Begehren des Stahlhelms„Landtagsauflösung) nicht erfolgt. Aus Nachbarkreisen Arbeitsmarkt Kreuzrath. Die hiesige Ringosenziegelei Laumen=Fischenich, wird ihren Betrieb mit dem 1. Mai ds. Is. wieder ausnehmen. Sie wird den hiesigen Arbeitsmarkt wesentlich beeinflussen und die Zahl der Arbeitslosen stark heradmindern. Güterschuppen in Brand gesteckt und beraubt Islich, 22. April. Heute morgen zwischen 2 und 4 Uhr wurde im Bahnhof Titz bei Iülich im Bahnhofsdienstraum und im Güterschuppen eingebrochen. Die Täter haben zahlreiche Gegenstände mit Petroleum begossen und angezündet. Glücklicherweise fand das Feuer keine Ausbreitung und wurde beim Dienstantritt eines Beamten gegen 5 Uhr entdeckt und mit Handieuerlöschern gelöscht. Der Brandschaden ist gering. Auch wurden nur acht Murk Bargeld und eine Kordflasche Beerenwein erbeutet. Eine Einbrecherbande gefaßt Halbwächsige Burschen als Einbrecher Kohlscheis, 21. April. Schon seit mehreren Wochen machte eine Einbrecherbande das Wurmrevier unsicher. Die Leute„arbeiteten“ sehr geschickt, und es bedurfte umfangreicher Recherchen, um die Diebe zu fassen. Vergangene Woche konnte die Kohlscheider Pollzei zwei Mitglieder der Bande festnehmen. Nun gelang es gestern zwei weitere junge Burschen aus Essen im Alter von 19 und 21 Jahren zu verhaften. Die beiden waren gestern zu einem neuen Raubzug eingetroffen und hatten sich in ein der Polizei bekanntes Absteigequartier begeben. Dort wurden sie von der Polizei verhaftet. Die Diebe arbeiteten mit modernsten Mitteln. Schußwaffen, Munition, Gummiknüppel, schwarze Masken, Taschenlampen, Dietriche und Handschuhe wurden vorgesunden. Bis jetzt haben die beiden Burschen elf Einbrüche in Kohlscheid, Richterich, Würselen und Umgebung eingestanden. Der Polizei gelang es, einen Teil des Diebesgutes wieder herbeizuschaffen. Unter den zahlreichen Einbrüchen seien noch zwei genannt: der Einbruch in ein Schuhwarengeschäft in Würselen in der Nacht zum Ostersonntag und der Einbruch ins Bürgermeisteramt Richterich, wo sie Geld und Wertsachen liegen ließen und lediglich Schußwaffen und Munition mit sich nahmen. Das Urteil im Gladbacher Versicherungsbetrugs=Prozeß Gladbach=Rheydt, 22. April. Der gestrige 12. Ber handlungstag in dem Betrugsprozeß Robertz brachte eine Sensan on. Der Angeklagten Frau Nue wer hatten die letzten Verhandlungstage körperlich stark zugesetzt. Sie gab gestern vor dem Gericht, um ihr Gewissen zu entlasten, die Erklärung ab, daß sie ohne zu wissen, warum es sich handelte, bei ihrem Fahrradunfall den Unfallversicherungsvertrag unterzeichnet und Robertz übergeben habe. Von den von der Versicherung ausgezahlten 8000 Mark habe sie entgegen ihrer bisherigen Aussage nur 50 Mark erhalten. Die übrigen 7950 Mark habe August Robertz bekommen. August Robertz will diese Summe für Krankenhausbehandlung, Arztkosten und„Kleideran schaffung" verwendet haben. Sie gab weiter bekannt daß ein weiterer Unfall in Cochem von ihr keine besondere Beachtung gefunden habe und daß sie nur auf Drängen des Robertz zum Arzt gegangen sei Am heutigen 13. Verhandlungstage sprachen die Hauptangeklagten August und Bernhard Robertz zu ihren„Fällen" und baten um vollständige Freisprechung Nach langstündiger Beratung verkündete der Vorsitzende gegen Robertz und Genossen folgendes Urteil: August Robertz(Viersen) 5 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust, Bernhard Robertz (Viersen) 2 Jahre Gefängnis, Frau Noewer 8 Monate Gefängnis. Anton Küppers 3 Monate Gefängnis, Heinrich Feller 3 Monate Gefängnis, Poetter 3 Monate Gefängnis. Alle übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Gerichtliches. Aus dem Kreise Heinsberg Ungemütliche Kirmesgäste er. Am 6. Oktober 1930 wurde in einer Wirtschaft in Dremmen Kirmes gefeiert. Junge Burschen belästigten unter dem Einfluß des Alkohols den Arbeiter W. H. aus Ratheim, der absolut keinen Anlaß hierzu bot, in flegelhafter Weise und mißhandelten ihn dann, wobei als„Waffen“ auch Biergläser benutzt wurden. H. entzog sich weiteren Angriffen, indem er fortging. Seine Gegner suchten aber weiter Streit und einer von ihnen erklärte großsprecherisch, er werde hier schon aufräumen. Sie verabredeten schließlich dem H. auf dem Nachhausewege aufzulauern. Das taten sie auch; H. flüchtete auf seinem Fahrrad und fuhr mit aller Kraft davon; er wurde dem Handwerk „Vor der Prüfungskommission der Bäckerinnung haven die Gesellenprüfung mit Erfolg abgelegt: Heinrich Knorr, Ratheim=Busch, Johann Meuser. Rosenthal, Jakob Hintzen, Hontem. Tagung des Gemeinderates Dremmen, 23. April. Unter dem Vorsitze des Gemeinde= u. Ortsvorstehers, Herrn A. Moll. fand in Anwesenheit von 8 Gemeindeverordneten gestern abend eine öffentliche Gemeinderatssitzung in der hiesigen Volksschule statt. Nach Eröffnung der Sitzung und Feststellung der Beschlußfähigkeit der Versammlung durch den Vorsitzenden schritt man gleich zu Punkt 1) der Tagesordnung: Festsetzung der Gebühren für neuzuerrichtende Tankstellen. Der BenzolVertriebs=Gesellschaft des Eschweiler Bergweiks=Vereins in Eschweiler wurde die Errichtung einer BenzinTankstelle vor dem Wohnhause des Herrn Hubert Nobis auf der Heinsbergerstraße genehmigt. die an die Gemeinde jährlich zu entrichtenden Geführen wurden wie bei den übrigen Tankstellen in er Gemeinde Dremmen laut Gemeinderatsbeschluß uf 25 Rm. festgesetzt. Eine weitere und somlt die ierte Benzin=Tankstelle soll voraussichtlich noch auf er Jülicherstraße vor dem Wohnhause des Herrn sosef Sämmer errichtet werden.— Punkt 2): Errichsung eines Wohnhauses in der Marienstcafe. ieser, wohl der wichtigste Punkt der Tagesordnung, erforderte eine mehr als 1½stündige Verhandlung. wonach der Gemeinderat nach einer vorausgegangenen genauesten Durchsicht des Bebauungsplanes der Gemeinde Dremmen und des Ortsstatuts, folgenden Beschluß faßte: Der Gemeinderat hat nichts dagegen einzuwenden, daß der Neubau der Frl. A. J. in der Marienstraße in derselben Fluchtlinie wie das elterliche Haus(H. J.) errichtet wird, wenn das neue Haus an das andere Haus angebaut wird. Diese J. hat später die anteiligen Kosten, die durch die Verlegung der Fluchtlinie und entsprechende Aenderung des Fluchtlinienplanes entstehen, zu zahlen und muß vor Erteilung der Bauerlaubnis die Hecke des ganzen Grundstückes, auch des bestehenden elterlichen Hauses, auf die Hausfluchtlinie verlegen. Die Straßenbaukosten brauchen nicht hinterlegt zu werden. Das Trottoir vor dem alten Hause. welches ohne Genehmigung angelegt worden ist, muß beseitigt werden und durch Anlage eines 50 Zentimeter breiten Traufpflasters mit Rinne ersetzt werden.— Punkt 3): Festsetzung der Pacht für die neuzuverpachtenden Gemeindewiesen. Nach einer ergangenen öffentlichen Ausschreibung der Gem=indewiesen zwecks Verpachtung derselben, fauden sich 6 Interessenten. Die Jahrespacht für eine 6jährige Dauer der Verpachtung wurde von den Versammelten auf 15 Rm. pro ½ Morgen Wiese festgesetzt.— Punkt 4) Vollziehungsbeamtenangelegenheiten Dieser Punkt kam bereits auf Grund einer Verfügung des Herrn Landrats in Heinsberg, daß die Polizeibeamten für die Folge nicht mehr das Austragen der Steuerzettel sowie das Einziehen der Steuern usw. besorgen dürfen, in einer früheren Sitzung zur Sprache, wo sich der Gemeinderat für die Einstellung eines Vollziehungsbeamten jedoch nicht entschließen konnte. In der gestrigen Sitzung kam man doch zu dem Entschluß, einen Vollziehungsbeamten einzu stellen. Die Stelle soll nunmehr öffentlich ausgeDas Tal des weißen Sandes Ein Besuch im Sandbergwerk Rosenthal Von L. Bürsgens Wenn man an vielen Stellen unseres Heimatkreises Heinsberg, besonders am Selfkant, die jenseits des Rurtales liegenden Höhenzüge genießend man ganz nördlich zwischen dem betrachtet, kann Grün des Waldes stellenweise helle Flecken gewah ren. Es sind Sandwände bei Rosenthal und Dalheim, die, von der Sonne beschienen, weithin leuchten! Die Metropoie dieser Sandwelt bildet das Sandbergwerk bei Rosenthal. Es ist ein warmer Frühlingstag. Rüstig stampfen wir über die sandigen Waldwege, die sich steigend und fallend durch die Rötgener=Wälder schlängeln. Es ist ein Genuß! Im ersten Lenzes auber erwacht der Wald in seiner ganzen Jun fräulichkeit! Die gefiederten Meister des Waldes versuchen in Frühlingswonne ihre ersten Lockrufe! Besonders hier hebt es mit einem Male wie toll an, es ist uns ja auch bald klar, sind wir doch mittlerweile in die Bruchgegend der Dalheimer Mühle ge kommen! Ungewollt schwenken wir unwillkürlich angezogen nach links. Plötzlich hört der Wald auf! Wir können aber auch nicht weiter; denn ein fingerdickes Drahtseil versperrt warnend den Weg! Was sich uns aber vor uns bietet, ist etwas herrliches! Eingebettet in das liebliche Tal liegen dort vor uns Dörschen und Häuschen! Nur die roten Ziegeldächer und die Spitzen der Kirchentürme erkennt man. Und ganz weit rechts erheben sich siluettenhaft auf dem Hügelkamm einige holländische Kirchen! Links dagegen, auf gleicher Höhe wieder Heimatland, Heimatkirchen! Ihr wißt nun mal wie junge Burschen sind: jedenfalls kriechen wir unter dem Seile durch und schlürfen vorsichtig einige Schritte nach vorne! Sehr vorsichtig müssen wir allerdings sein; denn plötzlich hört der Boden wie abgeschnitten auf. Zu unseren Füßen liegt in erschreckender Tiefe„das Tal des weißen Sandes!“ Unwillkürlich klopft das Herz schneller, bei einem Blick in die grausige Tiefe! Hier oben hat man einen prächtigen Ueberblick über den großen Arbeitsplatz des Sandwerkes! Gespenstisch reckt eine Baggermaschine ihren Leib aus dem Sandmeer. Gleich langen Zwirnsäden durchziehen die Gleise der Feldbahnen die weiße Fläche! Eine unheimliche Stille liegt in der Runde! Freilich, heut ist ja Sonntag und das Werk ist wie tot! An Werktagen aber herrscht hier ein anderes Leben! Dann schaffen hier die Arbeiter im Kampfe mit Sand— und brennender Sonne! Fressen sich unerbittlich in den Leib der Erde und gewinnen ihr die Schätze ab — Sand—! Pustend und pfeifend eilen dann die kleinen Lokomotiven heran, eine lange Reihe kleiner Kippwagen hinter sich herziehend. Gleich Schlangen krie chen sie durch die Mulde und schleppen Sand— Sand! Muskel= und Maschinenkraft reichen sich hier verbrüdernd die Hände und kämpfen kräftevereinigend um ihr Dasein! Heute, morgen— Tag um g! Auf weitem Umweg gelingt es uns, nach vielen schwierigen Kletterpartien, ungefähr die Sohle des Betriebes zu erreichen! Ganz heran können wir allerdings nicht; denn Warnungsschilder sind dafür da, damit sie beachtet werden! Das Bild hat sich mit einem Schlage geändert! Vor unseren Augen erhebt sich eine gewaltige Sandwand! Man unterscheidet in ihr die verschiedensten Bodenbeschaffenheiten. Richtiger wäre das Wort Sandbeschaffenheiten, denn er ist es, der hier in den verschiedensten Farben, Feinheiten und vor allem in der Reichhaltigkeit zu Tage tritt. Eine verschwindend dünne Schicht gewahrt man am oberen Rande, die allein in der Lage ist, ein„Begetieren“ möglich zu machen! Das Ganze sieht fast aus wie ein Riesen=FruchtKuchen, aus dem man ein Stück herausgeschnitten! Wir stehen hier auf einer weiten Sandhalde die einen toten Eindruck macht. Keine Begetation ist hier möglich! Hie und da versucht zwar ein Grasoder Krauthalm seine Daseinsberechtigung und es ist doch so gewiß, daß er kläglich sterben muß! Das bischen Leben was er noch aus der Sandwüste sangt, raubt ihm die heiße Sonne und ausgemergelt sinkt auch er bald um! Vereinzelt liegen Wurzelstöcke umher, sie hat man aus dem guten Sand entfernt oder der Regen hat sie aus dem Haldensand herausgewaschen! Die Halden selbst bilden sich aus dem Sande, der zu einer praktischen Verwertung nicht geeignet ist. Links von uns gestattet ein Durchblick durch die Baumgipfel eine schöne Sicht des Dalheimer Klosters „Colleg St. Ludwig". Mächtig und trutzig hebt sich sein großer Bau gegen den Himmel ab. In seinen vielen Fenstern spiegelt sich die sinkende Sonne! Wir schreiten weiter nach rechts und folgen parallel den schmalen Bahngeleisen. Bald erreichen wir das große Vorwerk! Bis hierin schleppen die kleinen Lokomotiven die vielen Wagen und hier wiederum erhält der brauchbare Sand erst die richtige Gestalt, um in den Weiterbetrieben wie Spiegelfabriken, Gießereien usw. verwendungsfähig zu sein! Hier liegen auch die Gleisanschlüsse an die Reichsbahnstrecke Dalheim=Jülich. Von hier aus nimmt der Sand seinen Weg in die weite Welt. Ein Zierstück für das Werk bildet ein hoher Turmbau(Wasserturm), der oben auf einer Wandseite Namen und Insignien der Firma trägt! Ein paar schmucke Häuschen(Werkswohnungen) sind die einzigen, die heute am Sonntag an Menschen erinnern; denn auch im Vorwerk herrscht Totenstille! Wenn uns auch die Gigantik des Sandbruches und die Totenstille ringsum einen tiefen Ernst aufgelegt hat, so lachen wir doch wieder, als wir uns von Fuß bis Knie betrachten! Na, die Hosen wird Mama schon ausbürsten und den Sand aus unseren Schuhen schütten wir schnell selbst aus! Hungrig und müde ziehen wir an dem Bahn körper vorbei nach Rosenthal. Nebenbei bewundern wir noch einige junge Tannen= bezw. Fichtenscho nungen. Wie junge Peterstlienpflänzchen stehen hier tausende kleiner Bäumchen auf dem eingezäunten Felde, bestimmt einstens im Walde eine größere Rolle zu spielen! Als Abschluß dieser Wanderung sei noch folgendes gesagt: Wenn der Naturfreund auch betreten die Mundwinkel hängen läßt, ein gewisser krasser Reiz liegt doch hier im Walde verborgen! Es ist zwar schade, daß systematisch Baum um Baum der Art zum Opfer fällt, aber hier oben ist es ja Gott sei Dank so, daß man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht! Zu bekritteln sind allerdings die toten Hal den! Doch auch hier wird man hoffentlich einmal soweit sein, daß man neue Schonungen anlegt. In einem werden wir uns alle einig sein, die Leute, die hier arbeiten, haben zwar eine gesunde Luft, dafür stellt aber das flimmernde Weiß des ewigen Sandes hohe Anforderungen an den Menschen, die noch verstärkt werden durch den glühenden Brand der Sonne, der unbarmherzig auf die Körper niederprasselt!— Anerkennung euch, schaffende Männer! erst eingeholt, als er die Wirtschaft D. erreichte. Jetzt mißhandelten ihn die„Helden" von neuem. Als Mitbeteiligte hatten sich gestern Nachmittag am Schöffengericht in Aachen zu verantworten ein Bergmann aus Brachelen(er hat auch ein Messer benutzen wollen, wurde aber von J. B. aus Busch daran gehindert), ein Schlosser aus Br.,(der auch dem H. das zurückgelassene Fahrrad unterschlug) und ein 17jähriger Mann aus Br. Angeblich beruhte die Animosität der Brachelener gegen H. auf einer Verwechselung; angeblich sind früher mal Leute aus Br. in Dr. verprügelt worden. H. ist jedenfalls ohne jeden Grund in rohester Weise mißhandelt worden. Das Gericht verhängte Gefängnisstrafen von 3 Wochen bis 2 Monaten. er. Ein nicht alltäglicher Betrugsprozeß über den wir wegen Erkrankung unseres Aachener Berichterstatters erst jetzt berichten können, beschäftigte Freitag voriger Woche das erweiterte Schöffengericht 2 in Aachen; Angeklagt war der Bauunternehmer W. aus Barmen wegen Betrugs, Urkundenjälschung und versuchter Nötigung. Im Jahre 1926 wurde an der Nur zum Schutz der Gemeinden Wassenberg Unterbruch und Ratheim ein Hochwasser deich angelegt und zwar als Notstandsarbeit mit Genehmigung der Regierung; W. hatte die Bauausführung. Er soll den Reichsfiskuzum Vorteil des Bürgermeisteramts W. betrogen haben, indem er durch falsche Angaben über geleistete Arbeilen(Tagewerke) sich und dem Bürgermeisteramt W. einen um 10 745,45 Mark zu hohen Betrag aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge zahlen ließ und Quittungen von Arbeitern in den Lohnlisten jälschte und diese gefälschten Listen dem Arbeitsamt Erkelenz gegenüber zur Begründung seiner Ansprüche benutzte. Er soll dann weiter dem Regierungsassessor Dr. B. und dem Geschäftsführer des Arbeitsnachweises Erkelenz gedroht haben, er werde Material gegen den Arbeitsnachweis veröffentlichen, wenn die Unregelmäßigkeiten weiter verfolgt würden. W. wurde wegen Betrugs zu 1000 Mark und wegen versuchter Nötigung zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt, im übrigen aber freigesprochen. Eine wegen Beihilfe zum Betrug angeklagte Contoristin kam mit 100 Mark Strafe davon Ausbrecherinnen auf Reisen er. Zwei in Gangelt untergebrachte schwachstunge Mädchen aus Köln bezw. Hamborn konnten eines Nachmittags im Sommer entweichen. Sie wanderten zunächst nach Holland, wo sie einem jungen„Freunde“ die Geldbörse und dann einem Straßenarbeiter das Fahrrad stohlen. Mit dem Rad fuhren sie zusammen nach Aachen; hier schwindelte ihnen eine neue„Bekanntschaft" das Fahrrad ab und verschwand auf Nimmerwiedersehen; Die Mädchen benahmen sich schließlich auf den Straßen der Großstadt derartig, daß sie der Polizei auffielen und festgenommen wurden. Das Schössengericht 1 in Aachen verurteilte die Mädchen zu je 6 Wochen Gesängnis, gewährte aber Strafaussetzung, da die Mädchen heute in den Anstalten zu Düren, bezw. Bonn sind. Gemeingefährliche Bande von Viehdieben 3 ½ Jahre Zuchthaus für den Anführer. er. Nachen. Eine Bande von Viehdieben stand gestern vor dem erweiterten Schöffengericht 2; es handelte sich um 5 Leute aus Würselen, die mehr oder weniger an Viehdiebstählen im vorigen Jahre beteiligt gewesen sind. Mit dem Auto eines Spediteurs fuhr man los und stahl von den Weiden Vieh, das dann zu einem Metzger in W. gebracht wurde, der z. T. auch selbst die Diebesfahrt mitgemacht hat. Je eine Kuh wurde s5 nachts in Coslar, Puffendorf, Hünshoven, Boscheln und nochmals in Busbach gestohlen; Diebstähle in Jülich, Pattern und Aldenhoven blieben unaufgeklärt. Der Mezger ist die Seele des gemeingefährlichen Treibene der Bande gewesen; er hat seine Helser— darunter seinen Gesellen— sich gesucht und ausgenugzt. Das Gericht verurteilte ihn zu 3½ Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust. Ferner(je nach Beteiligung) seinen Gesellen zu 2 Jahren Gefängnis, einen erwerbslosen Mann zu 9 Monaten, einen Bergmann zu 7 Monaten Gefängnis und den Spediteur wegen Beihilfe in 6 Fällen zu 1¼ Jahr Gejängnis. Aus aller Welt Wieder eine Jalschgeldfabrik aufgedeckt Köln. Dem Falschgelddezernat der Kölner Kriminalpolizei gelang wieder die Aufdeckung einer Falschgeldwerkstatt, die in der Laube eines Schrebergartens unweit der Endhaltestelle der elektrischen Bahn hinter dem Mülheimer Schlachthof betrieben wurde. Ein Falschmünzer wurde festgenommen. Es handelt sich dabei um einen 30jährigen Arbeiter aus Köln=Mülheim, der zur Zeit ohne Arbeit ist. Er gibt auch die Herstellung des Falschgeldes zu. Die Stücke sind verhältnismäßig gut nachgemacht, dürften nur durch den mangelnden Silberglanz, die schlechte Riffelung und das etwas zu schwere Gewicht auffallen. Zu einer Verausgabung des Geldes ist es anscheinend nicht gekommen. Hohe Zuchthausstrafen für Posträuber Gleiwitz, 22. April. Das Schöffengericht verurteilte am Dienstag den Bauarbeiter Stogniew und den Grubenarbeiter Ksensik aus Hindenburg wegen Raubüberfalles, unbefugten Waffenbesitzes und Freiheitsberaubung zu je sieben Jahren Zuchthaus und sieben Jahren Ehrenrechtsverlust sowie Stellung un ter Polizeiaussicht. Die Angeklagten hatten zusammen mit dem inzwischen bei einem politischen Krawall erschossenen Arbeiter Broja aus Hindenburg am 28. Oktober vorigen Jahres die Landkraftpost von Rudziniz nach Plawuiowitz überfallen und ausgeplündert und den Postschaffner in den Wagen eingesperrt. An Stelle der erhofften 30000 Mark waren ihnen nur 500 Mark in die Hände gefallen. Der Helsershelfer Hauer Knopka wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Edle Menschlichkeit! 300 Kinder Hamburger Erwerbsloser nach Frankreich eingeladen. CNB. Hamburg, 22. April. In der Hauptversammlung der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul= und Erziehungswesens wurde von einer Einladung des französi chen Leyrervereins Mitteilung gemacht, nach der ab 19. Mai 300 Kindern Hamburger Erwerbsloser in einem Heim an der Bie kaya für vier Wochen freie Unterkunft und Verpflegung geboten werden soll. Die Landjägerschule in Trier wieder eröffnet Trier, 20. April. Die von Einbeck(Westfalen) nach Trier verlegte Preußische Landjägerschule wird am Donnerstag ihr erstes Schuljahr in Trier eröffnen. 80 Schupobeamte sollen im Sommersemester 1931 in einem viermonatigen Kursus ausgebildet und von der Schule aus als Landjäger eingestellt werden. Die Leitung der Schule liegt in den Händen des Polizeimajors Pohl. Zwei Familienhäuser innerhalb der Jägerkaserne, in der die Schule untergebracht ist, sind für die verheirateten Ausbildungsbeamten hergerichtet worden. Den Chauffeur mit dem Hammer bewußtlos geschlagen Hamm, 21. April. Zwei junge Leute mieteten eine Autotare für eine Fahrt nach Ahlen. Unterwegs wurde der Chauffeur durch Hammerschläge auf den Kopf betäubt und dann gefesselt. Während einer der Burschen den Chauffeur mit einem Revolver in Schach hielt, lenkte der zweite den Wagen. In der Nähe von Ahlen stieg noch ein dritter Bursche hinzu. Nachdem man in der Nähe von Drensteinfurt den Chauffeur abermals bewußtlos geschlagen hatte, warf man ihn bei langsamer Fahrt aus dem Wagen. Die Täter, drei Burschen im Alter von 20 bis 25 Jahren aus Ahlen, wurden verhaftet. Der Segelflug fordert ein Todesopfer Dülmen=Vorkenberge, 21. April. Auf dem Segelflug=Gelände in den Borkenbergen ereignete sich ein folgenschwerer Unfall. Eine Gruppe junger Flieger der Fliegervereinigung„Dr. Hermann Köhl“ machte mit dem Gleitflugzeug„Stadt Dülmen“ Schulflüge, als bei einem Start, der mit einem Ponny vorgenommen werden sollte, bei den Startvorbereitungen das Zugseil riß und mit einem daran befestigten Holzverbindungsstück zurückschlug. Der in der Maschine sitzende 20 jährige Jungflieger Theodor Schniegand aus Dülmen wurde von dem Holzstück am Kopfe getroffen. Er hat das rechte Auge verloren und einen Schädelbruch erlitten. Der Verunglückte ist inzwischen an seinen Verletzungen gestorben ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Den Bruder erstochen Gelsenkirchen. In der Nacht zum Mittwoch ereignete sich in einem Hause an der Schüttlatenstraße im Stadtteil Horst eine schwere Bluttat. Dei 21= jährige Bergmann Franz Kulla ergriff nach einem kurzen Wortwechsel ein Brotmesser und versetzte seinem 20jährigen Bruder Wilhelm einen wuchtigen Stich in die Brust. Dieser brach lautlos zu Boden und war auf der Stelle tot. Die Kriminalpolizei nahm den Täter fest. Es war in der letzten Zeit zwischen den beiden Brüdern wiederholt Reibereien gekommen. Am Dienstagabend waren beide allein in der Wohnung. Der jüngere stellte das Radio an, was dem älteren nicht gefiel. Als Franz Kulla das Radio abstellen wollte, erhielt er von seinem jüngeren Bruder einen Stoß. Hierüber in Wut geraten, ergriff Franz ein Brotmesser und stach seinen Bruder nieder. Wildwest auf dem Acker Herten, 21. April. Als am Montag nachmittag ein Hertener Landwirt auf seinem Acker mit Frühjahrsarbeiten beschäftigt war, wurde er plötzlich von drei bewaffneten Männern angefallen. Während zwei den Landwirt in Schach hielten, spannte der dritte das im Geschirr gehende Pferd, eine braune Stute mit auffallend langem schwarzen Schweif, aus, schwang sich auf sein Fahrrad und jagte mit dem Tiere in der Richtung Disteln davon. Dann ergriffen die beiden anderen Räuber ebenfalls die Flucht, verfolgt von Strazenpassanten und schnell benachrichtigten Schutzpollzeibeamten. Der eine Räuber konnte bereits nach kurzer Verfolgung von einem Schupobeamten festgenommen werden. Der zweite wurde hinter dem Hertener Schloßpark ergriffen. Bei ihm wurde eine Pistole vorgefunden. Der dritte, der auch das Pferd mit sich führte, ist noch nicht gefaßt. Ein Dorfbrand nach neun Jahren aufgeklärt Am zweiten Pfingstfeiertag 1922 brach auf dem Grundstück des Mühlenbesitzers Rohde in Stresow(Altmark) ein Feuer aus, das in kurzer Zeit sieben Bauerngehöfte und mehrere Scheunen in Asche legte, und bei dem ein Gastwirt, der sein Vieh retten wollte, in den Flammen umkam. Alle Ermittlungen verliefen damals ergebnislos. Jetzt, nach neun Jahren, wurde als Brandstifterin die damals zwölfjährige Tochter des Mühlenbesitzers Rohde ermittelt, der sich zurzeit in Hamburg in Stellung befindet. Sie hat eingestanden, den Brand aus Rache gegen ihre Stiefmutter angelegt zu haben. Hartes Schicksal eines Auslanddeutschen Wegen Verdachtes der Werksspionage von Holland verfolgt. Seit dem Kriege haben zahlreiche Deutsche sich bemüht, von neuem Boden in den westlichen Nachbarländern zu fassen, um sich und ihre Familie unter besseren Bedingungen, wie sie der Lebensraum in Deutschland bietet, durchbringen zu können. Vielen ist es gelungen, auf lange Sicht unterzukommen, aber eine große Zahl der Auswanderer kommt zurück, um in der Heimat unter schwierigen Umständen den Lebenskampf von neuem wieder aufzunehmen. Im Strom der Rückkehrer aus Frankreich hatte die deutsche Botschaft in Paris dieser Tage eine Familie dem Grenzwohlfahrtsamt Perl überwiesen, welche, völlig mittellos, Mann, Frau und Kind, dem Staate nun zur Last fällt. Der Mann war 1920 als Automonteur nach einer großen holländischen Stadt von einer Automobilfabrik verpflichtet worden. Sein reges Interesse, welches er als fleißiger Arbeiter den ihm fremden holländischen Fabrikationsmethoden widmete, belastete ihn bald mit dem Verdacht der Werksspionage. Als schließlich Anzeigen, die an sich völlig unberechtigt waren, bei der Polizei einliefen, konnte der Monteur sich nicht mehr halten und wanderte nach Frankreich. Die wertvolle Wohnungseinrichtung wurde von der Polizei beschlagnahmt. Das Grenzwohlfahrtsamt brachte die Familie, die in Deutschland nirgends mehr einen Rückhalt hat, zunächst in ein Heim. Arm und dazu noch krank, traf dieselbe dort ein. Inzwischen sind mit dem Landeshauptmann der Geburtsprovinz Verhandlungen aufgenommen worden, um die fernere Versorgung und Interbringung der Flüchtlinge zu ermöglichen. Das hier geschilderte Schicksal ist nur eines von den vielen, welche in immer neuen Variationen ihren Niederschlag in den Polizeiakten an der Grenze finden, eine Warnung für alle Deutsche, nicht ohne bestimmte Sicherheiten die Heimat zu verlassen. Selbstmord eines früheren Ubootführers Berlin, 22. April. Nach Meldungen aus Rio de Janeiro hat der frühere deutsche Ubootkommandant Oberleutnant zur See a. D. Boldt in Cali (Columbien) Selbstmord begangen. Boldt, der 1928 nach Columbien gekommen und während des Krieges Kommandant von„U 69“ war, war seiner Zeit mit seinem Kameraden Ditmer vom Reichsgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil beide als Offiziere auf einem Uboot die Torpedierung eines angeblichen Lazarettschiffes nicht verhindert hätten. Im November entwich Boldt aus dem Gefängnis und entkam ins Ausland. SA1•90 Blitzbkankes Lleim., Glittzsalibe#e Wäsche und dars gediegene Sünlicht-Gaben S 99 Nutzen Sie alte Erfahrung und verwenden Sie zum Reinhalten des Hauses die durch Generationen bewährten Sunlicht Erzeugnisse: Lux Seifenflocken, Sunlicht Seife, Vim und Suma. Nehmen Sie Lux Seifenflocken für alle Wäsche- auch für die große; Sunlicht Seife für Wäsche, Hand und Haus; Vim zum Putzen und Scheuern; Suma, das schonende Seifenpulver, für den Waschkessel. Und noch eins: Jedes Paket der Sunlicht-Produkte trägt einen wertvollen Gutschein; die doppelgroßen Packungen von Lux Seifenflocken und Vim, sowie die Suma-Packungen sogar zwei! Sunlicht Produkte jetzt so billig! Lux Seifenflocken Normalpaket 30 Pf. Doppelstüc Doppelgroße Pack. 50 Pf. Gr. Würfel Sunlicht Seife Doppelstück 30 Pf. 25 Pf. Vim Normaldose 30 Pf. Doppelgr. Dose 50 Pf. Suma ½ Pfd.-Pak. 40 Pf. IMAUIN HHELRLNNT SUNLICHT GES. A. G. MANNHEIM- BERLIN Statt jeder besonderen Anzeige! Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unersorschlichen Ratschlusse gefallen, heute nachmittag 3 Uhr unsere liebe Schwester Beriha Natb. Klinkhammer gestärkt durch den Empfang der hl. Sterbesakramente der katholischen Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach kurzer Krankheit, im Alter von 69 Jahren. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für die liebe Verstorbene ditten Lohrer 1. k. Narl Koarehter Franz In Konrehter Erast und die Obrigen Birgelen, Aachen, den 22. April 193 Die feierlichen Exequien finden statt am Samstag, den 25. April, um 8½ Uhr in der Pfarrkirche zu Birgelen. Anschließend die Beerdigung auf dem Friedhofe daselbst, wozu hierdurch freundlichst eingeladen wird. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundduch von Myhl Band 5 Art. Nr 217 eingetragene, nachstehend beschriebene Grundstück am 19. Juni 1931, vormittags 10 Uhr an der Gerichtsstelle Zimmer Nr. 1 versteigert werden Gemarkung Myhl: Flur Nr. 20, Parzelle Nr. 90, Grundsteuermutterrolle Nr. 248, Holzung, im hintersten Bruch. Größe 7,90 Ar, Grundsteuerreinertrag 0.12 Thlr Der Versteigerungsvermerk ist am 24. Februar 1931 in das Grundduch eingetragen. Als Eigentümer war damals die Ehefrau Josef Giesen, Hedwig geborene Kremer, ohne Stand in Köln eingetragen. Heinsberg, den 17. April 1931. Das Amtsgericht. Pat u. Patachon die weltbekannten Fllmkomiker in ihrem ersten Tontlim. Tonhalle Dremmen. Aulo-Gelegenheilskäule 17/s PS Citroyen-Limousine 1½ io Ford-Lieferwagen in gutem dingungen Zustande zu günstigen Zahlungsbebilligst zu verkaufen Heinrich Pannhausen, Heinsberg. Telefon Nr. 360 Hoher Verdienst Leistungsfähige Bausparkasse: Aktiengesell. schaft auf zuusfreter Baste mit günstigen Bedingungen lucht für hiesigen Platz und Umgebung seriöse Bezirka- und Orta-Vertreter im Haupt= oder Nebenberuf auf Provision. Jachleute aus der Versicherungsbrauche bevorzugt. Angebote unter Nr. 380 an die Ann.=Exp.„Dag“ Köln, Stollwerckhaus. Veracherungen aller Art für den Deutschen Versicherungs=Konz, sowie Spereinlagen für die Deutsche Volksbank nimmt entaegen Hudert Bremer, Heineberg, Westprom. 12 Industrie=Saatkartoffel heute bahnstehend 30% billiger durch Saatersparnis weil kleinsortiert. Ein neuer Waggon trifft morgen ein. Tausche einen Zir. Industrie=Saatkartossel gegen 125 Pfd. gesunde Speisekartoffel oder gegen Tagespreis. Alle Gartensämereien mit 20% Radatt und hochkeimfähige allerdeste Sorten. Runkelsamen, erstklassige Züchterware billigst Weißklee 1 Mk., Schwedenklee 75 Pfg., Rotlleesamen hiesiger 85 Pig., Naygrassamen 40 Pfg. Ein Waggon holl. Erstlinge Juli=Nieren. Bontjatins, Böhms allerfrüheste und Odenwälder am Lager vorrätig. M. Coonen, Caatenspeztalgeschäft in Heinsberg an der Molkerei. rücksachen liefert schnell, sauber und zu mäßigen Preisen Buchdruckerei W. JOPPEN, Heinsberg. Die beste Arznei war für mich das Lesen von Westermanns Monatsheften. Durch die Ablenkung, die ich durch sie erhielt und durch die wertvollen Anregungen, die mir Westermanns Monatshefte auf Iiterartschem, künstlerischem und wissenschaftlichem Gediete in reichster Weise gaben, din ich über alle Miderwärtigkeiten des Ledens oiel leichter hinweggekommen. Ich bedaure nur, Westermanns Monatshefte nicht zehn Jahre früher kennengelernt zu haben. Ungezählte schöne und sonnige Stunden verdanke ich dieser Zeitschrift, so schreibt ein begeisterter Leser. Stundenlang betrachte ich die anübertrefflichen Kunstbilder, tagelang wirken die Aufsägze und Abhandlungen nach. Gern sendet der Verlag Georg Westen mann, Braunschweig, gegen Einsendg. von 30 Pf. ein Westermanns Monatsheft im Werte von RM. 2.— Erhielt einen Transport tragender und rischmelkender sowie tragender Rinder Hermann Bähr Fernsprecher 149. Zwei Jungrinder und 1 schwerer 4½jähr Arbeitsochs zu verkaufen oder gegen fetten zu vertauschen. Waldenrath Nr. 3. Gedenket der bedrohten kath. Seemannsmission in der Diaspora! Diese Bitte richtet das Ratholische Seemannoheim Kolping haus, Bremerhaven, Baumstraße 1 an alle Katholiken, damit das Apostolat des Meeres in die Lage versetzt wird, unseren Seeleuten das mit auf den Weg geben zu können, was sie verlangen und branchen: Katholische Worte, Worte aus ihrer Heimat. An alle ergeht der dringende Mahnruf, mit beizutragen zur Stärkung der katholischen Seemannsmission die noch im Anfangsstadium ist und nur über geringe Barmittel verfügt, durch Zusendung finanzieller Hilfemittel oder katholisch. Zeitschriften(Sonntagsdlätter). Der Ceemannspaster. Hochtragender Rind abzugeb. Krickelberg 33 Mutterkalb hat abzug. Unterbruch 13 Schönes 14 Mon. alteRind abzugeben Karken 190 Schöne junge Schweine abzuged. Oderbruch 40 Erhalte noch mit Bestimmtheit l. Laufe dieser Woche 2 Waggons Saatkartoffeln Modrowe Industrie Original u. 1. Abjaat u. blaue Odenwäl. der. Rehme noch Bestellungen entgegen. Josef Derichs Birgden. Heute frische Seesische Leo Hamacher Telefon 207. ZwangsVersteigerung. Am Freitag, den 24. April 1931, vorm. 10 Uhr sollen in Randeraty. Wirtschaft Kamphausen: 1 Theke. 1 Stapel mit 20 Schubladen und Fächern durch den Unterzeichneten öffentlich gegen gleich bare Zahlung versteigert werden. Pslaume. Ober=Gerichtsvollzieher Umzugshalber gegen dar sofort zu verkaufen: 1 Klavier, 1 gr. Küchenherd, Küchenschr., Stühle, Tische, Kleiderschränke, Waschtisch, eine Mangel, Oefen, Volksbabewanne, Weinschrank, Treidbeetsenster, zerlegdarer Hühnerstall 4X4 n daus Wald. heim, d. Daldeim Wohnhaus Nr. 37 in Scheisendahl ist zu vermieten. Auskunft: Scheifendahl Nr. 31. Wer liefert lausend 800—1000 Eier pro Woche? Barzahlung! Auskunft Geschäftsstelle Karosserieausbau geeignet für Hühnerhaus billig abzugeden. Seisten Nr. 80. Ein kath. zuverl. Mädchen von 15—17 Jahren zur Erlernung des Haushaltes und für leichte Hausarbeit für sofort gencht. Bück.=Konditore basen Bange!: Zuverlässiges katholisch. Mädchen welch etwas nähen kann und weniger auf hohen Lohn als auf gute Behandlung sieht, für klein. Etagenhaushalt f. sofort gesucht. Schuhhaus Stmous. Erkelenz Markt 7 Mädchen als Stütze der Hausfrau gesucht, welches melken kann. Hoher Lohn. Auskunft Geschäftsstelle. ung., kräft. 16—17 jährädchen für alle Hausarbeit zum 1. Mai gesucht. Wo sagt die Geschäftsstelle. vermittelt Nolarlat 6 bis 7 Fuhren abzugeben Lumbach 34. Achtung, Wolsscheiden u. Wolfmesser schleift gut u. sauder Schleiferei von der Lien. Erste Referenzen zu Diensten. Lieferung von Ersag= teilen in kuzerr Frist. wohllahris. Geld Lollerie Los 50 Pigzu haben bei Fritr Hermanns. Heinsberg Apfelstr. 16. Das Eckener beg fah In wenigen Ta von der Marinewder akr Aprit lieg an den Londoner reporter putzen scho tive. Den größten scheinend für diese heimnis einer viel kens und Eckene mehr gelüftet. Un gleichen: der„G: Zeit wie Wilkins den Regionen des Vol herum, wollen gegnen. Es wi Welt noch nicht ge Nach einer damit der hundert auf. Noch niemal dieses Mal eröffne o sehr zu Ungun biesesmal. ein. Es wi Man mag geg liche einzuwenden Körgsen Zeppelle setzen— es ist in olches möglich ist absieht, dessen# steht, der außerde prechen einzulöse Wilkins ist die: gezogen ist. Jed kins abwärts bibeneiden. Um allen Eir selbstverständlich gefährlich. Von nicht mehr gefäh nahe— wird es sprechen. Wilkin aber dafür einen Vorhaben kann nungen und die * Fenau stimmen. Ein U=Boot von Akkumulato# 220 Kilometer fest davon überz Wasser bleiden Stellen genu entlich hat er 1 auch für den Stelle an der wie das weilan einem scharfen diese zertrün Zertrümmerung nommen worder keinen allzugroß Lage, die das E Stoß von unter nen, müßte das bringen. Es darf au schwindigkeit ur einem solchen U=Boot kann u Stunde machen lichkeit, von de treibung etwar kohen dei#### Sechetr bche es schon 70 prt Das Unter Der neue Oderbürgermeister der Reichsbauptstadt, Dr. Sahm, hat Montag vormittag seine Amtsgeschafte im Berliner Rathaus offiziell übernommen. Der neue Oberbürgermeister Dr. Sahm(links) und der scheidende Bürgermeister Scholß nach der Amtsübernahme im Berliner Rathaus. 7 Fuhren eden Lumdach 34. ug, Metzger! selden u. Wolfchleift gut u. sauder rei von der Lien. serenzen zu Dienferung von Ersag. knzerr Frist. OhliahrisLollerie S 50 Pign bei manns. Heinsberg lpselstr. 16. Der zwischen London und Leeds verkedrende Expreß wurde aus den Schienen geschleudert. Bei dem Anfall kam niemand ernstlich zu Schaden. und Kind, dem in war 1920 als ändischen Stadt t worden. Sein ißiger Arbeiter rikationsmethodem Verdacht nzeigen, die an Polizei einliekehr halten und olle Wohnungsbeschlagnahmt. Familie, die in ückhalt hat, zunoch krank, traf iit dem Landessandlungen aufVersorgung und möglichen. nur eines von triationen ihren der Grenze finnicht ohne beverlassen. ootführers n aus Rio de Ubootkommanholdt in Cali Boldt, der 1928 end des Krieges seiner Zeit mit sgericht zu vier weil beide als pedierung eines hindert hätten. dem Gefängnis Aus Welt und LebenBeilage zur Reinsberger Volkszeitung Das Pol=Kendezvous von Zeppelin und U=Boot. Eckener begleitet Wilkins in der Luft. Das Rbenteuer der Uantilusfahrt. Byrds Ruhm läßzt seine Kivalen nicht schlafen. Gefahren sind mehr als Wilkins in der Oeffentlichkeit zugeben will. Er hat gewiß nichts unterlassen, was zum Gelingen nötig ist, er hat gewiß alles ins Auge gefaßt und für alle erdenklichen Gefahren Vorsorge getroffen Er selbst wird aber am besten wissen, daß das wichtigste Gepäck, das er mit sich führt, durchaus imaginärer Natur ist: sein persönliches Glück. Dieses Glück ist Wilkins bisher bei all seinen Unternehmen treu geblieben. Um schließlich allen Menschlichkeiten gerecht zu werden, die diesem benteuer erst die rechte Würze geben. sei hier erwähi s in Amerika jedermann weiß: daß itAt In wenigen Tagen bricht der„Rautilus“ Wilkins von der Marinewerft in Brooklyn zu seiner denkwürdigen Fahrt auf. Der Start wird wohl so um den 27. oder 28. April liegen. Am 5. Mai legt der„Rautilus" an den Londoner Docks an. Ein paar hundert Photoreporter putzen schon jetzt für diesen Moment ihre Objektive. Den größten Knalleffekt hat sich Wilkins anscheinend für diese letzten Tage vorbehalten. Das Geheimnis einer vielstündigen Besprechung zwischen Wilkens und Eckener im Februar dieses Jahres ist nunmehr gelüftet. Und siehe da, es ist eine Sensation ohnegleichen: der„Graf Zeppelin" wird zur gleichen Zeit wie Wilkins starten und zum Pol aufbrechen. In den Regionen des ewigen Eises, wenn es geht um den Vol herum, wollen dann die beiden Verkehrsextreme sich gegnen. Es wird ein Rendezvous sein, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Nach einer unverhältnismäßig langen Pause flackert damit der hundertjährige Kampf um den Pol von neuem auf. Noch niemals ist er mit so tauglichen Mitteln wie dieses Mal eröffnet worden, noch nie standen die Chancen 2. sehr zu Ungunsten des hartnäckigsten aller Pole wie ein. esesmal. Es wird dieser Mal wohl um ihn geschehen Man mag gegen das Abenteuer Wilkins alles mögnden haben, man mag dagegen sein, den ag dage Zerreiß Zeit pe rreißprobe auszuZeppel jedem Zweifel leben, in der Grafen Zeppelin“ ERLIN uh. zuverl. dchen 5—17 Jahren zur lung des Hausund für leichte irdeit für sofort t. Bäck.=Konditorei 9 begen. elt. lässiges katholisch. dchen etwas nähen kann beniger auf hohen als auf gute Beung sieht, für klein. nhaushalt f. sofort cht. Schuhhaus S. Erkelenz Markt 7 dchen tütze der Hausfrau ht. welches melken Hoher Lohn. nst Geschäftsstelle. „kräft. 16—17 jährdchen e Hausarbeit zum lai gesucht. Wo sie Geschäftsstelle liche einzuwenden haben, man ma Grafen Zeppelin“ einer solchen setzen— es ist interessant in einer olches möglich is! Wenn man vom absieht, dessen Tauglichkeit wohl außer steht, der außerdem dem toten Rausen ein altes Ver sprechen einzulösen hat— die U=Boot=Expedition von Wilkins ist die tollste und romantischste, die je ausgezogen ist. Jeder einzelne der Teilnehmer, von Wilkins abwärts bis zum Schiffskoch, ist von Herzen zu beneiden. Um allen Einwänden gleich die Spitze zu nehmen: selbstverständlich ist das Unternehmen von Wilkins sehr gefährlich. Von dem Tage ab, da Polarexpeditionen nicht mehr gefährlich sind— diese Zeit ist leider sehr nahe— wird es sich nicht mehr verlohnen, über sie zu sprechen. Wilkins hat nur einen einzigen Feind, aber dafür einen umso furchtbareren: das Eis. Sein Vorhaben kann nur dann glücken, wenn seine Berechnungen und die Annahmen, die darauf gegründet sind, Fenau stimmen. Ein U=Boot fährt unter Wasser bekanntlich mit Hilfe von Akkumulatoren. Der Nautilus kann mit deren Hilfe 220 Kilometer weit unter Wasser fahren. Wilkins ist fest davon überzeugt, daß er niemals solange unter Wasser bleiben muß, daß sich im Sommer eisfreie Stellen genug zum Auftauchen finden werden. Hofsentlich hat er recht. Der Nautilus ist aber bekanntlich auch für den Fall ausgerüstet, daß sich keine eisfreie Stelle an der Oberfläche dietet. In diesem Falle will er wie das weiland schon Jules Verne erzählt hat, mit einem scharfen Sporn gegen die Eisdecke anrennen und diese zertrümmern. Es ist nicht bekannt, ob solche Zertrümmerungsversuche mit dem Nautilus schon unternommen worden sind, aber Wilkins gibt sich wohl selbst keinen allzugroßen Illusionen darüber hin. Denn die Lage, die das Schiff einnehmen müßte, um einen solchen Stoß von unten gegen die Eisoberfläche führen zu können, müßte das Schiff selbst in die schwerste Gefahr bringen. Es darf außerdem bezweifelt werden, daß die Geschwindigkeit unter Wasser genügend groß sein kann, um einem solchen Stoß die nötige Wucht zu geben. Ein U=Boot kann unter Wasser bestenfalls 12 Meilen in der Stunde machen, das sind ungefähr 25 Kilometer. Jeder gute Eisbrecher ist aber, um seiner Aufgabe mit Erfolg können, auf eine mindestens dreimal so große schwindigkeit eingerichtet. Wilkins ges lichkeit, von der treibung etwas pe on beiden . Und auch die zweite Mogesprochen hat, darf ohne Ueberch beurteilt werden: das Ausassers zum Zwecke der Eislzung. In dem Moment, wo dieses meinetwegen sende Wasser sich mit dem Eiswasser vermischt, verliert chon 70 Prozent seiner Wärmekapazität. Das Unternehmen von Wilkins verliert nichts an Sindringlichkett, wenn man rubig alle Gefahrenpunkte herausschält, von denen es bedrobt ik. Der bei diesem Un men eine gewisse Nival deutung gewesen ist. Wenn sich Byrd nicht so dicke Lorbeeren und den Admiralshut am Südvol geholt hätte, dann hätte Wilkins wohl nicht so verzweifelt nach dem zwischen Wilkins und Bord von entscheidender BeJules Verne gegriffen. Und was in Europa ebenfalls sehr wenig bekannt ist, ist die unbestreitbare Tatsache, daß es schließlich ein Gutachten Byrds gewesen ist, das die amerikanische Regierung bewog, Wilkins ein U=Boot kostenlos zu überlassen. Byrde Autorität in Amerika ist so groß, daß gegen ihn kaum ein Widerspruch in der Admiralität laut werden konnte. Es hat einem großen Abenteuer noch nie geschadet, wenn es aus Rivalität heraus geboren ward. Daß gerade die Erforschung der Arktis und Antarktis solchen Rivalitäten außerorbentlich viel zu verdanken hat, weiß jedermann. Es war stets der Ruhm des Vorgängers, der den Nachfolger nicht schlafen ließ. Man erinnere sich in diesem Zusammenhange nur im Falle der Antarktis an das Wettrennen zwischen Scott und Amundsen und im Falle des Nordpols an das groteske Abenteuer Nobiles. den Amundsens Ruhm nicht ruhen ließ. Der Nordvol hat seit Jahrhunderten immer wieder die eine Antwort gegeben, daß er nur dem Mutigsten gehören wird. Don der Klottenschau in Swinemünde. Der Besuch der deutschen Hochseeflotte in der Bucht von Swinemünde hatte insbesondere am „Sonntag viele Tausende aus nah und fern angelockt. Die Matrosen hatten alle Mühe, den Andrang des Publikums in geordnete Bahnen zu lenken. Im„Slacier=Expreß“. Zu den größten Gletschern Europas. Immer wieder werden neue Wunder der Bergbahntechnik gestellt, um die Besucher der Schweiz die schönsten und am schwersten zugänglichen Punkte der Alpenwelt auf eine möglichst bequeme Weise erreichen zu lassen. Kein eisgepanzerter Bergriese ist zu hoch, ihn zu erklimmen, kein Abgrund zu tief, ihn zu überbrücken. Ueberall, wohin es auch den Fremden zieht, die Schönheiten der Natur und die Erhabenheit der himmelanstrebenden Felsenwände zu bewundern, lausen die glitzernden Schienenstränge, damit auch jene in den Genuß all dieser wunderbaren Eindrücke versetzt werden, die körperlich den Anstrengungen hochalpiner Klettertouren nicht gewachsen sino. Aber auch der Mangel an Zeit und Geld hat hierbei mitzusprechen. Nur wenige sind in der beneidenswerten Lage, viele Wochen in der Schweiz zuzubringen, um die unzählig vielen schönen Punkte durch jedesmal längeren Aufenthalt gründlich kennenzulernen; die meisten Besucher müssen sich vielmehr darauf beschränken. in verhältnismäßig recht kurzer Zeit möglichst viel zu sehen und das Wesentlichste nicht auszulassen. Unter diesem Gesichtspunkt hat der Bau der neuen Bahnlinie gestanden, die das Engadin mit dem Wallis verbindet, und über die der„Gletscher=Expreß“ rollt. Diese Bezeichnung hat seine volle Berechtigung darin, weil dieser durchgehende Schnellzug St. Moritz—Zermatt währen seiner 270 km langen Fahrt an zehn Gletschern, und noch dazu an den größten Europas, vorübergleitet; linko und rechts sieht man von den Fenstern der Aussichtswagen die Quellwasser der Nordsee und dem Mittelmeer zuströmen. Am Vormittag einen Abschiedoblick von St. Moritz aus auf die Bernina=Gipfel zu werfen, drei Kantone mit herrlichster Gletscherwelt zu burchfahren und noch am selben Abend in Zermatt am Fuße des Matterhorns zu stehen, das ist in der Tat ein verlockendes Ziel für den Besucher der Schweizer Alpenwelt, der ihre Glanzpunkte gesehen haben will! Der Zug verläßt am frühen Vormittag das Quellgebiet des Inn, schraubt sich dann die teilweise sogar im Berg geführten Kehren der Albula=Strecke hinan, um in Reichenau seine Richtung nach Westen zu nehmen. Ueber den 1800 m hohen Paß gelangt man aus dem Inntal heraus ins Tal des jungen Rheins.= In Disentis grüßt das altberühmte Benediktinerkloster, das hier viele Jahrhunderte lang wirksame Kulturarbeit geleistet hat. Der Zug beginnt nun wieder zu steigen. Durch befestigte Gegenden, die sogenannte„Bastion“, der Schweiz, geht es weiter, hoch über dem Tal. vorbei an weißschäumenden Wasserfällen und dem idyllisch träumenden Oberalpsee, 2050 m hoch, die höchste Stelle des Passes. Die Vegetation wird spärlicher, die Luft herber. Das Reich der Gemsen und Murmeltiere beginnt. Wie durch diese große Einsamkeit erschreckt, gleiret der Zug langsam wieder in die Tiefe, nach Andermatt, 1400 m hoch. Von hier aus geht es über den Furkapaß(St. GotthardGebiet) in Serpentinen nach Furka, wo die Bahn mit 2164 m ihren höchsten Punkt erreicht. Hier befindet sich das „Dach Europas“, die Wasserscheide zwischen Nordiee und Mittelmeer, Neuß und Rhone. Diese Gegend kennt nur Winter und Frühjahr. Felsen, weiße Narzissen und dunkelgrüne Tannen, die ihren Schatten auf das zarte Gras werfen, geben einen wundervollen Akkord. Ist der Furka=Tunnel durchfahren, so dietet sich dem Auge ein unbeschreiblich schöner Anblick: Der Rhone=Gletscher, der mit seinem 500 m hohen, fast senkrechten Abfall einer der imposantesten Schweizer Gletscher ist, liegt im Glanze seiner Eispracht unmittelbar neben der Bahn; aus den bläulich leuchtenden Spalten des Gletschermundes quillt schäumend die Rhone. Ihrem Lauf folgend, kommt man nach Brig, wo die Bahnstrecke nach Zermatt beginnt. Stalden ist der letzte Punkt, den Wagen erreichen, dann ist man einzig und allein auf Maultiere angewiesen und auf den elektrischen Zug, der, eng an den Berg geschmiegt, sich an der Zahnradstange hinaufwindet. Idyllische Plätzchen wie St. Niklaus, Randa und Taesch werden unterbrochen durch mächtige MoräneGletscher, die der Lauf der wildschäumenden Visp aufnimmt und mit fortreißt. Kürz nach der letzten Station kommt die fast dramatisch wirkende, steile Silhouette des Matterhorns in Sicht. Mit dem Einrollen in den Bahnhof von Zermatt hat der„Gletscher=Expreß“ seine Märchenfahrt deendet, ein Erlednis, welches wohl einem jeden unvergeßlich bleibt. Buntes Allerter. im Die Frage. oo Vulkanausbrüche vorausgel agt werden können, beantwortet nach mehreren gleichartigen Erörterungen nun auch der Geograph Reck in der Zeitschrift der Genfer Geographischen Gesellschaft bejahend und gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß Ausbrüche des Besuo und des Aetna bevorstehen. * Die Reste einer vorgeschichtlichen Riesenschildkröte, deren gut erhaltene Schale 2,10 m lang ist und deren Gewicht ungefähr 2000 Pfund betragen haben dürfte, wurden kürzlich in Indien von dem Paläontologen Brown aufgefunden; es dürfte sich um eine Vertreterin derjenigen Urformen handeln, aus der sich die jetzt lebenden Schildkrötenarten entwickelt haben. * Zum größten Naturschutzpark der Welt wurde durch verschiedene Erweiterungen der Newyorker Naturschutzpark von Adrionjack, der mit den Erweiterungen nicht weniger als 12000 akm umfaßt, wovon bestimmungsgemäß 8500 für immer als Urwaldgebiet erhalten werden müssen, in welchem jegliche Art von Forstpflege verboten bleibt. Ein Denkmal für die Opfer der TitanieKatastropbe wird Präsident Hoover am 26. Mai einweihen; das Denkmal gilt den 1517 Personen, die am 14. April 1912 ihr Leben bei dem Untergang des mit einem Eisberg zusammengestoßenen Dampsers„Titanic“ einbüßten. Im Amazonenstrom gibt en elektrische Schläge einen Menschen tötAale, die töten können. Expreßzug entgleist— niemand verletzt. Der neue Oberbürgermeister von Berlin im Amt. vermittelt Mlarlat nderath. Theater im Urwald. Uan inszeuiert einen Orkan. Eingeborene in Tierrollen.„Du bist ein Mensch, ich bin ein Baum.“ Nach der im Indischen Archipel noch allgemein verbreiteten animistischen Auffassung hat jeder Gegenstand eine Seele oder er wird von einem Geist bewohnt, den man sich mehr oder weniger persönlich vorstellt. Nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Pflanzen und Steine, Brunnen usw. sind damit gesegnet. Das ist eine sehr unangenehme Eigenschaft; denn der Geist kann sehr empfindlich gegen von außen kommende Einflüsse sein und darauf wohl einmal in unliebsamer Weise reagieren. Es ist also nötig, mit allen Naturgeistern aut Freund= zu bleiben und für sie zu sorgen; geschieht das nicht, dann fühlen sie sich vernachlässigt und beleidigt und lassen das auf deutliche Weise merken. Dann wird zum Beispiel der Obstbaum keine Früchte mehr geben, der„padi“(Reis) wird verdorren, der Brunnen austrocknen, alles als Folge der Tatsache, daß der Geist sich nicht mehr„senang“(wohl) fühlt in seinem Aufenthaltsort und daher verschwindet Meistens genügt ein kleines Opfer eines SirihPriems(Betelnuß=Priem) oder etwas Palmwein, um die nicht sehr anspruchsvollen Geister zufrieden zu stellen. Im allgemeinen gilt auch für sie glücklicherweise, daß„mehr auf gute Behandlung als auf hohes Gehalt Wert gelegt wird“, so daß freundliche Worte und ein freundliches Auftreten gegenüber den günstig zu stimmenden Geistern die Kraft des largen Opfers wesentlich erhöhen können. Aber die Naturgeister können zuweilen auch rachsüchtig sein. besonders die, die in der richtigen Wildnis hausen, wo sie anscheinend weniger an Menschenmanieren gewöhnt sind. Dann ist es notwendig, die bösartigen Geister nicht zu reizen und ihnen klar zu machen, daß es nicht die unbedeutenden Menschen sind, die ihnen Schwierigkeiten machen, sondern daß es sich um natürliche Ursachen haudelt, die keinen Anlaß zur Rache bieten. keinerlei Juckbeschwerden von ihnen; das beste ist also den Glauben zu erwecken, daß es die Früchte mit einem befteundeten Schwein zu tun haben. Denselben Trick wenden auch die kleinen Ochsenhirten auf Java an, wenn sie Appetit auf die Beeren einer bestimmten Strauchart haben, die für Afsen zwar nicht schädlich sind, wohl aber fur Menschen. Dann benehmen sich die Lausbuben beim Pflücken der sänerlichen Früchte genau wie Afsen, um dadurch zu erreichen, daß sie von dem Baumgeist auch dafür gehalten werden und also von dem Leckerbissen keinerlei Beschwerden bekommen. So handelt auch der Krawanger, wenn er„walikambing“ pflücken geht, das ein sehr wirksames Gift gegen milde Sdneine I. Aber baun hmn## co Prrabe, um die Pflanze zu veranlassen, ihre schädlichen Eigenschaften so intensio wie möglich zu behalten. In der Nähe der Pflanze zieht sich der Sammler dazu vollkommen aus kriecht grunzend und brummend, wie ein Schwein auf Händen und Füßen auf sie zu und beißt in den Stengel. „Warte“, denkt natürlich die Pflanze,„da ist wieder solch ein Schwein, für das ich so giftig bin!“, und sie wird sich bemühen, sich so giftig wie nur irgend möglich zu machen Und wenn sie dann schnell abgeschnitten wird, werden die Schweine die bösen Folgen der Pflichttreue der betrogenen Pflanze um so stärker erfahren. Auch der Toradja(Sumatra=Stamm) schwindelt seinen Baumgeistern gern etwas vor. Ist er zum Beispiel mit dem Saft des Anga=Baumes in Berührung gekommen, der einen starken Juckreiz verursacht, dann nimmt er schnell ein Stück gewöhnliches Holz drückt es erst gegen die verletzte Stelle und dann gegen den Juckbaum und versichert diesem:„Du bist ein Mensch und ich ein AngaBaum!“ Und dann bekommt natürlich der Baum das Jucken und der Mensch bleibt frei davon 5 Ein charakteristisches Beispiel eines solchen Geistererruges sah ich einmal bei ..—„#nmat bei den Patoentoengs, dem hr isoliert lebenden, aussterbenden, noch an seinen alten Inschauungen hängenden Volksstamm aus den unzugänglichsten Berggegenden von Süd=Celebes. Dort wollte ein Hauptling ein neues Pfahlhaus bauen, für das die kämme aus dem angrenzenden Urwald geholt werden mußten. Das ist keine ungefährliche Arbeit, denn ein Waldbaumgeist mit Selbstachtung hat natürlich nichte dafür übrig, daß ein Mensch so mir nichts dir nichts das Beil in den gastlichen Baum schlägt, der ihm zum Aufenthalt dienk. Man läuft daher Gefahr, daß der Geist einen solchen Angriff bestraft, indem er den Baum oder einen Ast genau auf die Köpfe der Holzfäller niedersausen läßt. Und wenn das nicht glückt, ist es immer noch möglich, daß der beleidigte Geist ihnen auf dem Heimweg eine giftige Schlange über den Weg schickt oder sie in einen Abgrund stößt. Aber die Patoentoenas mußten sich zu helfen. Vorher wurden die acht Bäume sorgfältig ausgesucht, die für den Hausbau gefällt werden sollten. Am Morgen des großen reignisses zog eine ganze Schar Männer in den Urwald Zuerst wurden am Waldesrand verschiedene Opfer für die Abrigen nicht bedrohten Naturgeister niedergelegt, um diese günstig zu stimmen und so ihre Neutralität zu gewinnen. In der Nähe der ausgesuchten Bäume begannen alle Männer in einer langen Reihe durch das Unterholz zu ziehen, wobei sie mit zusammengebundenen Zweigen auf die Sträucher schlugen und langgedehnte. kreischende Schreie ausstießen, die das heulende Tönen des Bergwindes nachahmten, der in den hochgelegenen Gegenden oft zu einem wahren Orkan anschwillt. So wurde der erste Baum erreicht; es wurde ein weiter Kreis um ihn gebildet und das eintönige„Heulen des Windes“. wurde immer heftiger.„Jetzt denkt der Baumgeist, daß ein schwerer Sturm tobt!“ erzählte mir das Oberhaupt vertraulich. Als es so eine Zeitlang tüchtig„geweht" hatte, begannen vier Männer sehr schnell den Baum zu fällen. während die anderen immer lauter brüllten und mit ihren Blätterbündeln schlugen, damit der Baum nur glauben sollte, daß der wilde Sturm ihn so heftig erzittern lleß. Endlich siel der Baum unter einem ohrenbetäubenden„hoe... de... de“ der Umstehenden nieder, das täuschend den Orkan nachahmte, und dann konnten die Sturmmacher etwas ruhen, nachdem sie den Wind langlam zu einer sanften Brise hatten abflauen lassen. Zur Sicherheit wurden auf den übriggebliebenen Stumpf einige Opfer niedergelegt(man konnte niemale wissen, ob der Baumgeist nicht nachher hinter den Betrug kam, und dann mußten die Opfer ihm helfen, sich in das Geschehene zu fügen), die Fäller und Helser wurden bewirtet, und dann erhob sich der Sturm wieder, um die übrigen Bäume umzuschlagen. Die Arbeit wurde auf diese Art glücklich vollbracht, die Baumgeister wußten es nicht besser, als daß sie durch den Atem des Sturmes ihres Wohnortes beraubt waren, und konnten deswegen natürlich nicht böse sein. Derartige Gebräuche, die Bäume zum Narren zu halten, sind im ganzen Archipel zu finden. So wird zum Beispiel der Godelarese, wenn er unglücklicherweise mit den bloßen Fühen auf die Juckreiz erzeugenden Früchte der Arenpalme tritt, sofort wie ein wildes Schwein zu grunzen anfangen. Denn ein solches Tier ist gierig auf diese Früchte und bekommt also anscheinend Schicksale einer Postkarte. Sturm unterging. Vor seinem Tode schrieb er einige Zellen an seine Frau und teilte ihr mit, 2## 77.1. junges Mädchen liebte und daß sie ihm eggeschte Todes doch verzeihen möge. Dann warf er die Flasche in Meer. Sohter wurde er onlgellicht gereiiet und van glücklich nach Hause. Drei Monate später leitete seine Frau die Scheldung ein, denn sie hatte seine FlaschenKasi e der eine Balen aur ud Jahre lang. Jetzt auf einmal ist er aufg rbeiter fand die Fetzen des Ballons im daran befestigt die Postkarte, die er natürli Vor fünf Jahren hat ein Kölner Juwelier aus Reklamegründen drei Ballons losgelassen, von denen jeder eine Postkarte mit sich führte. Der Finder sollte die Postkarte abschicken und würde dann einen geldenen Ring im Werte von 100 Mark erhalten. Drei Tage, nachdem die Ballone in den blauen Himmel geflogen waren, meldete sich der erste Finder, weitere sieben Tage später der zweite. Der dritte Ballon aber blieb verschollen. Fün: a.#., l m u dnt# aufgetaucht. Ein s im Dicki natürlich a Das heißt, er sand den Ballon damals, vor fünf und schickte auch die Karte damals weg, aber sie eben fünf Jahre, dis sie den Juwelier erreichte. Der hatte inzwischen seinen Laden ausgeg war recht überrascht von der Mitteilung, daß er jetzt den dritten Rina im Werte von 100 Mark bezahlen müsse, besonders da ihm die Reklame jetzt nichts mehr nützt. Aber der Arbeiter erhielt seinen Ring, der Juwelier dagegen erkundigte sich bei der Post, wie es möglich sei, daß eine Postkarte fünf Jahre unterwegs bleibe. Das ist keine große Seltenheit. Man dat eo schon erlebt, La# Briefe oder andere Sendungen noch viel längere Zeit brauchten, um vom Absender an den Adressaten zu gelangen Besondero„trggig##, die Geschichte senes ung1872 seiner Braut einen Brief schrieb:„Also morgen Mittag rücken wir aus.“ Indien. Wenn Du mich begleitest, werde ich Dich drüben heiraten. Ich erwarte Dich am Bahnhof.“ Wer nicht kam, war die Braut. Der Mann ging mit seinem Regiment nach Indien, diente dort zwanzig Jahre und starh. Inzwischen hatte die Braut, die sich verlassen glaubte, geheiratet, um endlich im Jahre 1926 als uralte Frau den Brief ausgehändigt zu erhalten. Sie las ihn und si### tot um. Das Herz hatte ausgesetzt. Der Briefkasten nämlich war viele Jahrzehnte zu leeren vergessen worden, weil er von Efen umrankt war und man ihn kaum noch entdecken konnte. Solche Fälle sind natürlich selten, aber die Post hat schon mehrfach darauf hingewiesen, daß sich den können. — in solchen Fällen Schadenersatzansprsche stellen dürfen. Diese Anscht ist fallg. Die Posl— unbeabsichtigte Verzögerungen erge Manche sind der Ansicht, daß sie latzansprüche stelle „. Die Post übernimmt zwar gegen wisse Gebühr die Beförderung, garantiert aber eine ge niemale dafür, daß die Tendungen guch den Adessaten erreichen, lehnt alse alle Ersatzansprüche ab. Es ist vorgekommen, daß ein Brief hinter einem Sortierschrank auf dem Postamt verschwand und dort so lange versteckt blieb, bis der Schrank nach zehn Jahren von der Stelle gerückt wurde. Natürlich wird nach Möglichkeit dafür gesorgt, daß so etwas nicht vorkommt. Alle Postsäcke werden täglich mehrfach umgekehrt. die Briefkästen sind so eingerichtet, daß in keinen Stücke hängen bleiben können. Und doch verschwinden Briese oder Karten, um nach Jahren wieder aufzutauchen. Ihre Zahl ist gering, wenn man bedenkt, daß die deutsche Reichspost täglichfen 2 Milliarden Sendungen zu bearbeiten hat Wenn es dabei manchmal vorkommt, daß eine vereinzelte Sendung Jahre hindurch verschwunden bleibt, dann ist das tief zu bedauern, besonders wenn es wie neulich geschieht, daß eine Witwe setzt erst eine von ihrem im Weltkrieg gefallenen Sohn abgeschickte, recht vergnügt gehaltene Karte erhält! Bei Flaschenposten und Ballonposten darf man sich natürlich nicht wundern, wenn sie lange unterwegs sind. In Dresden hatte einmal eine Tafelrunde eine Weinflasche mit einer an sie gerichteten Postkarte in die Elbe geworsen, mußte aber 15 Jahre warten, bis ein Walfischfänger im nhedlichen Eismeer die Post and! Doch können auch soiche Flaschenposten dem=Abender verhängnisvoll werden, wie die tragtkomische Gechichte eines englischen Geschäftsmannes beweist. Der befand sich 1902 auf einem Schift, das im heitigsten Die Keliquien der heiligen Elisabeth. Sie ruhen im Dom zu Halberstadt. Auf der Wartburg, in Marburg und an vielen andern Orten Deutschlands rüstet man zum Elisabethjubiläum. Die 700=Jahrfeier stellt in unster Notzeit die deutsche Heilige der Karitas wieder in den Vordergrund des Interesses. Auch die Wissenschaft, die sich schon lange um die Religuien der heiligen Elisabeth gestritten, zeigt sich grade in diesem Jahr äußerst rege. Man forscht weiter, wo Reliquien, wo echte Nellguten der Heiligen ruhen. In allen Blographien und Aufsätzen, die in letzter Zeit erschienen, in auffälliger Weise ein Ort nicht erwähnt, in dem Religuien der heiligen Slisadeth ruhen, die vor allen anderen das Recht der Echtbeit in Anspruch nehmen können. Die meisten Religuten wurden in resormatorischer oder nachreformatorischer Zeit fortgegeben. In Halberstadt befinden sich nun tatsächlich Reliquien der Heiligen aus vorteformatorischer Zeit. In der Märznummer des„Türmero“ gibt der Vater des jetzigen Burgwarts der Wartburg, Generalsuperintenden D. theol. Gustav Nede, früher Superintendent am Halberstädter Dom, bekannt, daß er von 1874 bis 1883 am Halberstädter Dom Hüter dieser Reliquien gewesen ist. Nach seinem Aufsatz:„Die Reliquien der Landgräfin Elisabeth“ klopfte am 18.Mai 1539 der Hammer der Schloß= kirche Wittenberg auch an das sille Grab der heiligen Elisabeth. Der protestantische Landgraf Philipp von Hessen wollte die immer mehr zunehmende Verehrung unterbinden, ließ das Gradmal der heiligen Elisabeth aufbrechen, nahm die Gebeine heraus und sagte: „Das walte Gott; das ist St. Elisabeths Heiligtum, meines Gebeines ihre Knochen! Komm her, Muhme Elisabeth; die Abgötterei wollen wir verhüten.“ Philipp setzte die Gebeine der Heiligen in der Kirche heimlich bei. Nach der Schlacht von Mühlberg verlangte Kaiser Karl 5. die Rückgabe der Reliquien. Philipp zeigte sich diesem Verlangen willfährig und Johann von Rehen, Landkomtur der Ballei Hessen, berichtet, erhalten zu haben:„das Haupt mit einem Kinnbacken, ebenso fünf Röhrlein klein und groß, eine Rippe, zwei Schulterbein und sonst ein breit Bein.“ Die Gebeine wurden wieder heimlich in der Elisabethkirche vergraben. Seit dieser Zeit hat man für die Echtheit der Reliquien keine sicheren Beweise. Hat Philipp von Hessen echte Reliquien verausgegeden? Wo hat er die echten gelassen? Diese beiden Fragen scheiden aus bei Reliquien, die in vorreformatorischer Zeit herausgegeben wurden. Gibt es solche? Im Jahre 1270 erhielt der Halberstädter Bischof, Konrad von Kranichsfeld, Religien der heiligen Elisabeth. Am Sonntag vor dem Martinstag 1270 wurden die Religuien in feierlicher Prozession vom gesamten Domkapitel und einer großen Menge Volkes von Langenstein aus feierlich in den Dom gebracht. Für jeden Teilnehmer an dieser Feier wurde ein Ablaß von 40 Tagen gewährt. Seit 1270 ruhen also im Halberstädter Dom Reliquien der heiligen Elisabeth. Am 21. September 1591 wurde die Resormation von dem Bischof Heinrich Julius von Brannschweig im Dom eingeführt. Die Schätze des Domer wurden sorgfältig in einer Schatzkammer niedergelegt. Das Domkapitel war noch konfessionell gemischt. Der Dechant. der Senior, der Archivar erhielten je einen Schlüssel zu den drei Schlössern der Schatzkammer, sodaß diese nur geöffnet werden konnte bei gleichzeitiger Anwesenheit der drei Beamten. 1810 übergab Jerome von Westfalen den Schatz der Domkirche, die ihn noch heute besitzt. Das Reliquiar besteht aus einem auf drei Füßen ruhenden, von edelstein= und perlgeschmückten Reifen umkränzten Glaszylinder. Die Reisen lausen nach oben in drei Zierleisten aus, die ein apfelförmiges Gebilde tragen. In diesem Glaszylinder liegen in dicke rote, blaue, gelbe Seide gehüllt, die Religien. An den Religten sind Pergamentstreifen befestigt. Auf diesen stehen die bezeichnenden Worte:„Vom Fleisch, von den Rippen, von den Fingergliedern der hl. Elisabeth“. Alles ist noch unberührt, uneröffnet in der ursprünglichen Umhüllung. Diese Reliquien sind also 660 Jahre in Halberstadt. e Augänglich. Der zugänglich. im„Türmer" Sie waren bisher dem Publikum nicht# Aussatz des Generalsuperintendenten Nebe im„Turmer, dem vorstehende Mitteilungen entnommen sind, wird sicherlich alle Elisabethverehrer in Freude versetzen, daß wenigstens an einer Stelle in unserem Vaterlande verbürgt sichere Religuien der heiligen Elisabeth ruhen, da diese ja mit Philipp von Hessen und seinem zweifelhaften Spiel mit den Religien nichts zu tun haben. Inwieweit die Elisabeth=Reliquien in Halberstadt uns Katholiken zugänglich gemacht werden, muß schwebenden Verhandlungen überlassen bleiben. Vikar Hülsmann, Halderstadt. Neue Bücker. Baedekers Italien von den Alpen die Neapel. Mit 532 Seiten, 3 4Karten, 41 Plänen und 23 Grundrissen. 8. Auflage 1931. Leipzig. Karl Baedeter RM. 12.50 Auch trotz aller Wirtschaftonöte läßzt sich die Sehnsucht nach der Sonne des Südens bei uns nicht unterdrücken. Selbst bei schmalem Beutel macht mancher das scheinbar Unmögliche möglich. Wer nur die Hauptpunkte Italiens besuchen will. findet in dieser furzen Ausgabe des Baedeker, die selbständig neden der größeren, dreibändigen steht, einen altbewährten kundigen Führer. In verdichteter Fassung werden die Hauptreiseztele sachkundig und le vollständig dargestellt, wie es der Raum irgend zuließ, o vor allem Mailand, Venedig. Turin. Genua. Florenz, Rom und Neapel und ihre engere und weitere Umgebung, die eberitalienischen Seen wie die Albaner= und Sadinerberge bei Rom, Pompeji, Capri uso. Wer ein modernes Mißtrauen empfindet gegen das„klassische Bildungoideal“ und gegen Museumsdesuche, der wird überrascht sein, wieviel Neues er hier erfährt über die jüngste Entwicklung im Land des Fasciomus, über Landschaft und Städtebau, Autostraßen und Seebäder. Auch der neue Kirchenstaat ist eingehend gewürdigt und auf einem besonderen Plan dargestellt.— Das Jahr 1931 bringt in Italien einen Abbau der Hotelpreise und wieder mancherlei Fahrpreisermäßigungen, so vom 1. April 1931 bis 30. Juni 1932 für das 700. Jubiläumsjahr des hl. Antonius von Padua. Hierzu sei das vorliegende Reisehandbuch aufs wärmste empfohlen. leitere Wekt. Unverfroren. Patient:„Sie scheinen sich ganz besonders für meine Krankheit zu interessieren. Herr Doktor?“ Arzt:„Ich leugne es nicht, ein aubergewöhnlich interessanter Fall!“ Patient:„Hm, was zahlen Sie denn da für die Beberblung! Herr(der sich in großer Geldverlegenheit befindet): „Was sagen Sie, Johann? Sie können mir mit mehreren tausend Mark ausholfen?.——— De müssen Ste mich a im Laufe der Zeit gehörig bestohlen haben!“ Diener:„Wo blieden wir wesen wäre?!" Tüchtiger Be „Ich kann Ihnen zu diesem alten. schönen Schrank sehr raten. Denken Sie nur an den Altertumswert. Dor Schrank stammt aus der Zeit Ludwige XIV.“ „Ja, ja, das ist alles schön und gut; bloß der Poeis i ein dißchen happig.“ „Aber ich bitte Gie, Sie müssen doch bedenken, wie die Löhne und der Materialpreis gestiegen sind.“ „Großpapo, bist du aud, mal so Mein wie ich gewasen!“ „Natürlich, mein Junge!“ Ach, das muß aber ultig an langon Beit und der Brille!“ In der Abstrakt ist allo etwas, was man sich dendon sich einbilden kann. Was man aber nicht greisen, nicht derühren konn! Klaus, kannst du mir vielleicht ein Beipiel nennen?“ „Jawool, Herr Lehrer— ein glühendes Stück Eisen!“ Das Glück von JürenRoman von Zewada-Schiller. 23) (Nachdruck verboten.) Rosi gahm ihn freundlich an der Hand:„Junge, rede deutlich mit mir, ich din kein Indianer auf dem Kriegspfade, der sich mit seinen Spießgesellen durch eine geheime Zeichensprache verständigt“ Er hob den Blick freimütig zu ihr auf. „Mutter. kann denn nicht Asta die Beeren hingetan haben?“ „Du bist wohl närrisch? Wie käme sie denn dazu?“ „Himmel, sie ist doch in allem so C.: so gedankenlos Sie kann irgendeine Spielerei damit bezweckt haben.“ „Spielerei?— Mit giftigen Beeren?“ „Vielleicht wußte sie garnicht, daß sie giftig waren Es kann doch sein, daß ein Mensch, der in der Großstadt aufgewachsen ist. Nachtschatten nicht kennt!" „Sie hat doch oft genug gehört, daß von den Beeren die Rede war" „Ja, aber Asta ist nicht der Mensch, der sich meldet, wenn er was versehen hat!“ Junger „Schilt mich ruhig. Mutter, ich komme mir selber unsinnig vor, aber stehst du ich komme nicht los von dem Verdacht! Die Art und Weise, wie sie sich ausspielte, als ich sie dort oben auf dem Hügel traf, das war die Art und Weise—— nicht des Schrecks, sondern —— des schlechten Gewissens! Mutter, ich bin ja noch jung, aber manches weiß man doch auch schon, was die Menschenherzen bewegt und was ihnen so oder so zu einem Ausbruch verhilft.“ Abends sprach sie mit ihrem Manne über die Sache „Der Junge sieht Gespenster. Er hat einen abenteuerlustigen Sinn wie alle Jungen in diesem Alter Man kann nichts drauf geben.“ Und so blieb alles ruhen Im Herbst, als es schon stark gegen den Dezember hinging, kam dann ein Tag, welcher alle in einer furchtdaren Weise erregte. Die Dettenheims waren zum Sonntagabendbrot nach Süren geladen. Sie waren zum Kaffee schon herübergekommen. Mutz und Lott trieben sich in Gesellschaft der Brüder im Park herum. Der Weiher war leicht überfroren man beaugenscheinigte mit leuchtendem Blick diese verheißungsvolle Anwartschaft auf eine gute Eisbahn Tante Stumpfe erging sich ein wenig weiter drüben. de erholte sich von der guten Kafseestunde. EIs die Urheberschutz C. Ackermann. Stuttgart. plotzlich mit einem merkwürdigen gurgelnden Laut zur Erde stürzte, dachten die Kinder nichts anderes, als daß sie auf einer überfrorenen Pfütze ausgerutscht sei. Sie eilten hin und versuchten, der alten Frau wieder auf die Beine zu helfen. „O. wie sie die Augen verdreht!“ entsetzte sich Mutz, „ich hole Vater!“ Und fort stob sie. Die ganze Gesellschaft kam herbeigestürzt auf die alarmierende Nachricht des Kindes „Scheint ein Herzschlag zu sein!“ sagte Hans Wilhelm, als er bei der Gestürzten ankam. Die Herren faßten sie an und trugen sie nach ihrer Wohnung. Alfred von Dettenheim half. so gut es ging. Er sprang voran und öffnete die Tür, er riß die Decke von dem Bett, auf das sie die alte Dame legen wollten Da aber das Zusammensalten einer Beitdecke nicht sust zu seinen Allagobeschäftigungen gedörte, so riß er versehentlich ein Vorzellanschälchen mit herunter, das auf dem Nachttischchen stand Während die Herren sich um Frau Stumpfe bemühten. suchte Alfred die Scherben sorgfältig zusammen. Es schien ganz leer gewesen zu sein, das kleine Behältnie. Nur ein Hopfenblatt, an den Rändern eingebogen, weil es dürr war, und mit angeknicktem Stengel war der ganze Inhalt des Schälchens gewesen. Er trug Scherben und Blatt zum Tische und hatte zunächst nur noch Interesse für die Tante „Es ist vorbei!“ sagte eben Hans Wilhelm und legte die Hand der Tante auf die Decke zurück. „Mein Himmel, solch ein plötzliches Ende!“ sagte Charlotte erschüttert.— Die Kinder hatten sich mit ins Zimmer gedrängt Mun spielte mit den bunten Scherden der Porzellanschälchens, aus denen noch eine kleine Blumenzeichnung zu erkennen war „Wie kommt denn hier ein welches Blatt her?“ wunderte sie sich plotzlich, als sie Scherbe um Scherbe in die Hand nahm und betrachtete. „Ach, das ist ja auch solch ein rauhes Blatt! Solch ein Strauch wächst ja gar nicht im Parke Aber draußen hab ich ihn schon gesehen Hopsen heißt er!“ „Fühl“ mal. Alfred, wie es rauh ist, an der Unterseite.“ Alfred fühlte. Auf einmal schrie Mutz:„So sah das Blatt aus, auf dem die Beeren lagen. Ja, genau lo!“ Das Gesicht des jungen Menschen spannte sich. In einen Augen sprangen Funken auf. Lichter eines vollkommen eingeschalteten Denkapparates Er hielt die kleine, runde Kinderhand, welche versuchend über das raschelnde Blatt strich, fest. „Um Gottes willen, es ist dürr, zerbrich es nicht!“ Und wie eine Kostbarkeit ohnegleichen nahm er es in die Hand, strich ganz. ganz leise wieder und wieder über die Unterseite, die wirklich von winzigen Härchen besetzt war.— Kein Mensch achtete auf die beiden, denn alle hatten mit der Toten zu tun. Die hereinstürmenden Dienstboten hatte Charlotte kurz hinausgewiesen Rudi und Lotte sowie Hans von Dettenheim hatte Rosi hinter der lamentierenden Wirtschafterin her hinausgeschoben. So kam es, daß nur die kleine Mutz und Alfred von Dettenheim, welche sich am Tisch, der nahe am Fenster vor dem Sosa stand, mit der zerbrochenen Schale zu schaffen machten, noch im Zimmer waren. „Das Blatt hebe ich mir auf. Mutz, weil es edenso aussieht wie das. auf dem die Giftbeeren lagen!“ „Genau so sieht es aus, Alfred. Ob sich's Tante Stumpfe deshald wohl auch aufgehoben hat?“ „Es kann sein.“ In einem alten Mahagonispinde standen kostbare Porzellantassen und Glarschälchen. Alfred nahm kurzer. band ein Kristallgesäßz, das einen Deckel besaß, und legte das Blatt hinein. Dann ging er, die kleine Mutz an der Hand, hinaus Er strebte ohne Aufenthalt dem alten Steintisch zu. Der jähe Tod der Tante, der aufschreckend genug für seine junge Unerfahrenheit gewirkt hatte, war völlig nebensächlich im Vergleich zu dem, was ihn nun bewegte „Zeig es mir, Mutz, wie das Blatt lag. Bitte, besinne dich ganz genau! Vielleicht können wir nun endich aufklären, durch wessen Achtlosigkeit Karlchen sterden mußte. Mutz, du bist nun schon sast acht Jahre. Begreifst du. was das heißt?“ Die blauen himmelklaren Kinderaugen wurden ganz weit und groß. Rein, die kleine Mutz begriff es nicht, aber die große Erregung des älteren Betiers klopfte wie ein aufschreckender Hammer an ihrer Kinderseele Mit der unerhörten Feinfühligkeit des unverdorbenen Kindes ahnte sie die Zusammenhänge, die unendlich tragisch waren. Mit dem heißen Eiser, der ihrem temperamentvollen kleinen Persönchen eigen war, wollte sie m Better zu Diensten sein. Sie rückte das Blatt, das er vorsichtig hingelegt hatte, zurecht „So lag es. Alfred. So!— Ein richtiges, kleines Häuschen Blaubeeren lag darin.. und hier, am Rande, waren Tauperlchen Ganz. ganz seine, an jedem Härchen eine. Es sah so hübsch aus!“ Damit war begründet, warum sie sich das alles so gut gemerkt hatte. Der kindliche Sinn hatte etwas Hübsches ausgenommen, was das Unterbewußtsein genau registrierte. „Und dann, Nutz?“ „Ach, das habe ich doch schon so oft gesagt.— Also, wir kamen wegen des Eichhörnchens, das weißt du doch?“ da lagen hier die Beeren. Wir kosteten, aber sie schmeckten uns nicht gut. Karl holte sich Zucker, dann mischte er die Beeren mit dem Zuar., dann kostete ich auch noch mal. aber ich wollte lieber andre essen. Es war solch ein Geschmack—.— ich weiß nicht—.— jedenfalls aber schmecken eden Heidelbeeren viel besser. Kar! aber aß sie! Mit dem Zucker schmeckten sie ihm eben.“ „Und dann?“ Ja, dann gingen wir wieder in den Beerengarten zurück und pflückten uns wieder Johannisbeeren. „Und das Blatt?“ Mutz zuckte die Schultern. „Das Blatt? Da kümmerten wir uns gar nicht mehr drum.— Aber wart' mal! Ratürlich dat Karl es wieder auf den Tisch gelegt. Er nahm es so...“ Sie faßte es behutsam und kippte es ein bißchen, als ob sie etwas herausschütte „So nahm er es und schüttete die ganzen Boeren in das Täßchen mit dem Zucker. Weißi du. Fräulein Minna hatte ihm eine alte Kaffeetasse gegeben, weil sie immer sagte, zum Spielen seien die gut, die keinen Henkel mehr haben. Ja, so schüttete er die Beeren auf den Zucker in die Tasse, und das Blatt, das warf er wieder auf den Tisch, und die Beeren zerdrückte er mit dem Teelössel und mischte sie mit dem Zucker durcheinander. Dann kostete ich, und dann aß er alles auf!“ „Weißt du, Mutz, hole doch bitte mal deinen und meinen Vater. Aber der Mutti und... Ach nein, ich werde selber gehen.“ Er hatte sich überlegt, daß die ganze Sach den Damen zu aufregend sein könne. „Bleib mal hier stehen, Mut bei dem Schälchen. Nimm das Blatt nicht heraus. Ich hole die Herren, du sagst ihnen dann alles noch einmal so, wie du es mir eben sagtest.“ Mun nickte. Alfred eilte fort. Er lief den Eltern und Verwandten gerade in den Weg. als sie aus der Wohnung von Frau Stumpfe herunterkamen Unbemerkt von Mutter und Tante gab er dem Vater und dem Onkel einen Wink Sie gingen hinter ihm her in den Garten. „Onkel, Onkel, ich habe das Blatt, aus dem die Giftbeeren gelegen haben. gesunden!“ (Fortsetzung folgt.) „Jeue Doppelg „Wir werden weichend.„Auf helfen Cadczinsk Aufmerksamkeit die beiden nicht immer leichter Sie werden sich die unbegreiflich ten. Denken Sinoch einmal: Kü nicht um seine B halten. Sie wer # ezinsky erkannt einmieten, in da Trotzdem Man bereitet worden große Erregung! kommenen Passa kannte. Es löst immer Menschen, den u Lebenden zu beg Aber das wai erschütterte, sont Vergangenheit. d lichkeit anstarrte sicht blickte. Die eines kleinen, du zösischer Mode Aber die Kran ihren Stempel Gestalt schten in nes, nervöses Ge seines Lebens ze sekundenlang gro Brillengläsern, erraten, wandte Hotelbediensteten ließ. Cadczinsky Manuel hatte der er so fieberh dachte an Slye gemäß beobachte aber nicht den hatte, sondern gleichgültig und alles eine läng Nachdem er di Mehemet Ali ub und in die Rue setzungen schließ Nun bildeten e mäßiges Gewir Basara grell au Plötzlich war Mannel hatte lassen müssen, u zufallen— und Häuser Cadczin Mannel wagte schritt langsam übergehen das scheinlichkeit na merkte sich den des Hauses und seinem Erfolge Tort sand er vor, die ihn be „Alles pa fahrt nach morgen früt 35.6: Manuel schau das Pavier. R war doch das das Cadczinsky ging das zu? packen und ordn Als alles erl mehr zu Hause. # und planlos dur hätte, was er darauf gewußt nem Unterbewu volle Unbekann doch nicht sein Ob sie wohl war wie Cadczi hen. aber er h , er das so recht Fremde an dies würde man doc vermögen fing Dame Aber ihn Seine im weiß es waren der Schrec Gedanker Die Schätze des Domer ammer niedergelegt onell gemischt. Der erhielten je einen Schatzkammer, sodaß ei gleichzeitiger Anibergab Jerome von die ihn noch heute em auf drei Füßen hmückten Reifen umlaufen nach oben in niges Gebilde tragen. ce rote, blaue. gelbe Religten sind Pergasen die bezeichnenden en. von den Fingernoch unberührt, unung. Diese Reliquien Re i re ommen jeude verse m Vaterle heiligen Elisabeth Sessen und seinem sichte zu tun haben. Halberstadt uns muß schwebenden Nr. 94— 2. Blatt— Donnerstag, den 23. April 1931 sind, wird rsetzen, daß rlande verHalderstadt. er. Reapel. Mit 532 id 23 Grundrissen. edeter RM. 12.50 sich die Sehnsucht nicht unterdrücken. icher das scheinbar urtpunkte Italiens Ausgabe des Baeeren, dreibändigen ie Seschese Krus, Fieunz, ##itere Umgebung, ldaner= und Sav. Wer ein moklassische Bil, der wird überüber die jüngste über Landschaft äder. Auch der #würdigt und auf Hotztlgrese und sod, Jobilkumg. ei das vornders für meine auhergewöhnlich da für die Bemheit befindet): u mitt mehreren nüssen Ste mich aben!“ ich ehelich geSchrank Waen er oßt der Preis is denken, wie die 1 * Sie 1c 15 a44. e0 as alles so gut etwas Hübsches — regi. uns wer 6 Juder, dann unn kostete ich #re essen. Es — jedenbesser. Kar! le ihm eben.“ Vermngener Roman-Beilade der Heinsberger Volkszeitung Keierr Weere-ss— und Heinsberger Zeitung bu Taedl.s .... Sie schen, els ob en Boeren in Fräulein segeben, weil t, die keinen Beeren auf das warf er rückte er mit ker durcheinUes auf!“ deinen und Ich nein, ich Sach den Schälchen. Herren, du du es mir rade in den Stumpfe dem Vater m die GiftDas schwarze Kreuz. Copyright 1929 by Karl Köhler& Co Berlin=Zehlendorf. 7.(Nachdruck verboten.) Romau von K. Struppe. „Jene Doppelgängerin Julittas?“ „Wir werden ja sehen“, sagte Doktor Sly ausweichend.„Auf jeden Fall werden Sie mir morgen helfen Cadczinsky zu finden. Lenken Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit auf ihn. Es ist anzunehmen, daß die beiden nicht zusammen gehen. Ein Mann ist immer leichter zu erkennen als eine Frau. über Sie werden sich nicht verraten, selbst wenn Ihnen die unbegreiflichsten Ueberraschungen begegnen sollten. Denken Sie, was auf dem Spiele steht! Also noch einmal: Kümmern Sie sich nur um Cadczinsky. nicht um seine Begleiterin, die Sie für Frau Julitta halten. Sie werden dem Herrn, den Sie als Cadczinsky erkannt haben, folgen und sich in dem Hotel einmieten, in das er sich begeben wird.“ XI. Trotzdem Manuel von Doktor Sly auf alles vorbereitet worden war, hatte sich seiner doch eine Erregung bemächtigt, als er in einem der angePassagiere wirklich Achil Cadczinsky erEs löst immer seltsame Empfindungen aus. einem Menschen, den man für tot hielt, wieder unter den Lebenden zu begegnen. das war es nicht allein, was Manuel so erschütterte, sondern es war ein Stück tieftrauriger Vergangenheit, das ihn plötzlich in schreckhafter Deutlichkeit anstarrte, als er in Cadczinskys bleiches Gesicht blickte. Dieser hatte sich zwar— mit Auenahme eines kleinen, dunklen Spitzbartes, den er nach branzösischer Mode trug— nicht absichtlich verändert. Aber die Krankheit hatte seinem ganzen Wesen ihren Stempel aufgedrückt. Die ehemals so elastisch Gestalt schien in sich zusammengesunken, und sein feines, nervöses Gesicht war von den wilden Irrfahrten seines Lebens zerwühlt. Seine dunklen Augen ruhten. sekundenlang groß und brennend auf Manuels blauen Brillengläsern, als wollten sie irgendein Geheimnis erraten, wandten sich dann aber gleichgültig einem Hotelbediensteten zu. dem er sein Gepäck übergeben ließ. Cadczinsky war allein gekommen Manuel hatte jene geheimnisvolle Fremde. nach der er so fieberhaft suchte, nicht erspähen können. Er dachte an Slys Mahnungen. und seinem Auftrage gemäß beobachtete er von fern Cadczinsky. Der bestieg aber nicht den Hotelwagen, wie Manuel vermutel hatte, sondern schritt langsam der Stadt zu. Ganz gleichgültig und uninteressiert ging er, als wäre ihm alles eine längst bekannte Umgebung. Nachdem er die langgestreckte. baumbepflanzte Place Mehemet Ali überquert hatte, bog er nach Westen ab und in die Rue de France ein, die mit ihren Fortsetzungen schließlich in das türkische Viertel führt. Nun bildeten enge unreinliche Gassen ein unregelmäßiges Gewirr, in denen die Buntheit mehrever Basara grell aufleuchtete. Plötzlich war Cadczinsky verschwunden. Manuel hatte ihm schließlich ziemlich Vorsprung lassen müssen, um in der wenig belebten Gasse nicht zufallen— und nun mußte eines der verschwiegenen Häuser Cadczinsky ausgenommen haben. Mannel wagte nicht stehenzubleiben, sondern durchschritt langsam die Gasse und besah sich im Vorübergehen das Haus, in das Cadczinsky aller Wahrscheinlichkeit nach verschwunden sein mußte. Dr merkte sich den Namen der Gasse und die Nummer des Hauses und kehrte sehr unzufrieden mit sich und seinem Erfolge in die Pension zurück. Tort sand er von Doktor Sly eine kurze Nachricht vor, die ihn verblüffte. „Alles packen. Rechnungen begleichen. Zur Abfahrt nach Kairo fertig machen. Warten Sie morgen früh um 6 Uhr Rue el Missafer Khana 75.8 Manuel schaute noch einmal verständnislos auf das Papier. Rue el Missaser Khana 35½— das war doch das Haus. von dem er eben kam und in das Cadczinsky vermutlich verschwunden war. Wie ging das zu? Nachdenklich machte er sich ans Einpacken und ordnete alles für die morgige Abreise. Als alles erledigt war, litt es ihn nicht länger mehr zu Hause. Eine große Unruhe trieb ihn zielund planlos durch die Stadt. Wenn man ihn gefragt hätte, was er suche, würde er schwerlich Antwort darauf gewußt haben. Und doch schlummerte in seinem Unterbewußtsein der Wunsch, jene geheimnie. volle Unbekannte zu finden, die Julitta war und doch nicht sein konnte. Ob sie wohl mit demselben Schiff angekommen war wie Cadczinsky? Er hatte sie zwar nicht gesehen. aber er hatte Cadczinsky gesehen. Und wenn er das so recht überdachte, konnte er sich keine ganz Fremde an dieses Mannes Seite denken. Vielleicht würde man doch Maria finden. Sein Erinnerungsvermögen fing an. sich zu verwirren. So war jene Dame im weißen Auto also doch Maria gewesen? Aber es waren doch Julittas Augen. Oder hatte ihn der Schrecken in jenem Augenblick getäuscn. Seine Gedanken bewegten sich in einem ergebnislosen Kreislauf. Es schien ihm mit einem Male auf so sonderbar, daß er jetzt in der fremden Stadt eines fremden Erdteils umherirrte. eine Verschollene oder eine Tote zu suchen, nachdem er schon einen Totgeglaubten gefunden hatte. „„ Als er sich am anderen Morgen dem Hause 35½ in der Rue el Missaser Khana näherte. erblickte er zuerst niemand in der verschlafenen Gasse. Später tauchte aus einer Mauernische Sly=Sterner auf und winkte Manuel zu sich her. „Alles fertig?“ fragte er leise. Manuel bejahte. „Gut! Warten wir ein wenig! Innerhalb der nächsten Stunde werden ein Herr und eine Dame jenes Haus dort verlassen. Der Zug nach Kairo geht um 8 Uhr. Gehen Sie nun voraus zum Bahnhof und besorgen Sie alles. Erwarten Sie mich am Perron.“ Nach einiger Zeit traten mehrere Personen aus einer kleinen Tür des Hauses, das Sly=Sterner nicht aus den Augen gelassen. Unter ihnen befanden sich Cadczinsky und eine tiefverschleierte Tame. Sly folgte den beiden zum Bahnhof. Sie schienen ihre Billets schon zu haben und bestiegen ein Kupee erster Klasse. Mannel hatte in einem Abteil nebenan Platz genommen. Sly=Sterner blieb noch vor dem Wagen stehen und verhandelte mit einem Zeitungsverkäufer. Das letzte Abfahrtssignal war gegeben, und alles schickte sich an. die Plötze einzunehmen. Turch den Stoß eines vorüberhastenden Reisenden entglitt Toktor Sly das eben gekaufte Journal und fiel zu Boden Während er sich rasch danach bückte, entstieg dem Kupee nebenan leichtfüßig eine junge Tame. die tiefverschleiert war und wieder dem Ausgang zuschritt. Sterner=Sly hatte gerade noch Zeit, seinem bebrillten Reisegefährten die gekauften Zeitschriften in den Wagen zu reichen und lächelnd zu sagen: „Also recht gute Reise, Herr Professor! Vielleicht habe ich bald das Vergnügen, Sie wiederzusehen: Sie werden von mir hören.“ Schon war der Zug in Bewegung, und SternerSly winkte noch lacheno dem verdutzt dreinschaunden Archäologen nach Dann schritt auch er rasch dem Ausgang zu. um die Spur der schönen Unbekannten nicht zu verlieren. XII. Die Musikkapelle in Shepheards Hotel in Kairo erfreute sich außerordentlicher Beliebtheit. Die elegante Terasse mit der Aussicht auf einen mit Anlagen geschmückten Boulevard war aber nie so mit Gästen gefüllt, als wenn der neue italienische Tenor seine schmachtenden, schwermütigen Lieder sang Der junge Baron Chamfort, der sich nur selten unter die Kurgäste mischte, war heute länger als sonst sitzengeblieben und hörte mit einem versonneuen Ausdruck dem gefeierten Sänger zu. Das Lied, das eben gesungen wurde, hatte es ihm besonders angetan. Die in Schwermut getauchten Töne schwebten in wundervoller Süße durch den Raum. Chamfort griff nach dem Programm und las bei der Nummer des Liedes:„Korsisches Volkslied.“ Ein schmerzliches Lächeln legte sich um seinen schönen Mund. Seine Augen glänzten verträumt, alerstünden vor ihnen versunkene Bilder aus längst entschwundenen Kindheitstagen. Der Sänger sang: Die Rose blüht nur einen Tag Und dann nicht mehr. Das Menschenherz hat seinen Schlag Und dann nicht mehr. Der Liebe Glück ein kurzer Schein Ein füßer Rausch von jungem Wein Und dann nicht mehr. Und dann nicht mehr.— Was kränkst du dich, mein Herz, o sag'? Die Welt ist kalt, die Welt ist leer. Die Winde brausen durch den Hag Und dann nicht mehr. Die Rose blüht nur einen Tag, Das Herz tut seinen letzten Schlag Und dann nicht mehr. Und dann nicht mehr.— Das Publikum klatschte begeistert Beifall und rief so lange da capo, bis sich der Sänger entschloß, die letzte Strophe des Liedes zu wiederholen. Chamfort aber stützte den Kopf in die Hand und schloß die Augen, das Leben um ihn her versank. * Am Nebentisch saß ein Herr, der ihn schon längere Zeit beobachtet hatte, obwohl er eifrig den Führer des„Aegyptischen Museums“ studierte. Eine kaum spürbare Welle der Beunruhigung schien auf Chamfort überzuströmen. Er blickte masichmal aus seiner schwermütigen Versunkenheit auf und schaute— anscheinend gleichgültig, aber doch innerlich prüfend— über seine Umgebung hin. Auch hier spürte man, daß Kairo der Sammelplaz aller Völker des Morgen= und Abendlandes ist. In überwiegender Mehrzahl waren Deutsche und Engländer zu sehen, deren blasse Gesichter, wenn auch von der Sonnenglut Aegyptens gerötet, immer noch sehr abstachen von den dunkelfarbigen Tyven südlicher Länder. Grotesk wirkten einige tiefschwarze Neger, die merkwürdigerweise immer ganz in Wei# gekleidet erschienen. Draußen auf dem Boulevard flutete das Leben noch viel bunter und vielgestaltiger. Da mischten sich grellgewandige, turbantragende Beduinen, gelbbraune Araber, Eunuchen, Fellachen, Türken Derwische griechische Popen, christliche Mönche und Nonnen unter die eleganten Fremden aller Herren Länder, da priesen Verkäufer ihre Früchte und Zuckerwaren an, und bunrkostümierte Sais bahnten mit ihren Stäbchen Platz für eine nachfolgende Staatskarosse, in deren Kissen sich eine exottsche oder abendländische Größe schmiegte. Chamfort hatte kaum einen Blick für dieses buntflutende Leben, dem Sitten und Kultur so vieler Nationen ihr interessantes Gepräge aufgedrückt hatten Sein apathisches Gesicht belebte sich erst, als eine Dame in einem eleganten Reisekostüm aus Rohseide auf ihn zukam. Ihr bastfarbener Hut war von einem weißen Schleier überdeckt, den sie zu beiden Seiten über ihr hübsches Gesicht herabgebunden hatte. Das goldrote Haar, das sich an den Schläfen bauschte. kontrastierte etwas auffallend mit den lebhaften dunklen Augen, und gab ihr jenes unaussprechliche Etwas, das die Blicke der Männer unwiderstehlich anzog. In ihrer Begleitung kam ein hochgewachsener Herr mittleren Alters, seinem deußeren nach Ingländer vom Scheitel bis zur Sohle. Nachdem sie Chamfort begrüßt hatte, machte sie die beiden Herren miteinander bekannt und sagte dann lebhaft. indem sie zwischen den zweien Plaz nahm: „Mister Sterner war so liebenewürdig, mir in einer sehr unangenehmen Situation beizuspeingen. Denke dir, im Basar hatte ich das Unglück, so gestoßen zu werden, daß ich eine kostbare Vase unwarf und beschädigte. Der Händler verlangte von mir vierzig Franken. Um seinem überströmenden Redeschwall möglichst rasch zu entkommen, wollte ich die Summe zahlen. Da merkte ich zu meiner neuen unangenehmen Ueberraschung, daß man mir im Gedränge meine Handtasche gestohlen hatte! Ein Unglück kommt selten allein. Ich besann mich even was ich dem aufgebrachten Händler als Pfand lassen könnte, da war— Mister Sterner so liebenswürdig, das Lösegeld für mich zu erlegen.“ Chamfort verneigte sich höflich dankend gegen Mister Sterner und bat, den Betrag, den er für seine Schwester erlegt, gleich zurückerstatten zu dürfen. So entspann sich eine ungezwungene Konversation, an der sich namentlich die Dame lebhaft beteiligte während Chamfort sehr zurückhaltend war. Einem scharfen Beobachter konnte jener leise Zug des Unwillens nicht entgehen, der sich in seinen Mienen ausprägte, als er seine Schwester mit einem fremden Herrn hatte ankommen sehen. Als er die Ursache der Bekanntschaft erfuhr, gesellte sich zu dem Unwillen noch ein gewisses Mißtrauen. und beider kam in der kühlen Zurückhaltung zum Ausdruck. die er Mister Sterner gegenüber nicht ablegte. Man konnte es zwar als eine Art höflicher Entschuldigung auffassen,###ls er erklärte, das Sprechen streuge ihn bei seinem leidenden Zustand sehr an. Aber Mister Sterner war keinen Augenblick darüber im Zweifel, daß ihn Chamfort am liebsten über alle Berge gewünscht hätte. Dozy schien ihn das wenig aufzuregen. Jella von Chamfort plauderte ganz entzückend und schien auch in ihm und seiner Art Gefallen zu finden. Der Aufenthalt in Kairo bot ja viel des Interessanten, darüber zu reden sich verlohnte. Und Mister Sterner kam von Ceylon, wo er grove Perlenkäufe abgeschlossen hatte. Sein Onkel war Hofjuwelter in London. Er erwähnte diese Umstände nur so nebenbei ale etwas ziemlich Belangloses und glitt darüber hinweg. als hätte er das Interesse nicht bemerkt, mir dem seine Eröffnung von der jungen Dame aufgenommen wurde. „Sie interestieren sich ausschießlich für Perlen?“ sagte sie, anscheinend auch ganz harmlos. Mister Sterner erwiderte lächelnd:„Ich verteile mein Interesse auf alle funkeinden Kostbarkeiten ziemlich gleichmärig, auf Perlen, Diamanten, Smaragde und Rubine und nicht zuletzt auf die Augen schöner Frauen.“ Jella lachte belustigt, ihr' Bruder hingegen zeigte wenig Gefallen an solchem Getandel. Nun entnahm Mister Sterner seiner Brusttasche ein seidenes Säckchen und holte daraus eine doppelreihige Schnur mittelgroßer Perlen von seltener Ebenmäßigkeit. Jella Chamfort konnte einen Ausruf der Bewunderung nicht unterdrücken, als sie die martschimmernden Tropfen durch ihre schlanken Hände gleiten ließ. MAGGI „Aber hier“, sagte sie und zeigte auf den Platinverschluß,„hier fehlt ein Stein.“ Mister Sterner nickte. „Jawohl! Hier soll als Abschluß ein ganz erlesener Stein kommen, vielleicht ein Rubin, der wie ein Blutstropfen auf einem weißen Frauenhals schimmern wird. Ich bin auf der Suche nach einem solch ausgesuchten Juwel.“ „Nach diesem weißen Hals?“ scherzte Jella. „Nein— nach einem Rubin. Der Hals wird sich dann auch finden!" Jellas Augen glänzten, und ihre feinen Finger konnten sich von der Berührung des Peclenhalsbandes kaum trennen. Endlich gab sie es zurück und sagte: „Der glückliche Hals, den es einst schmücken wird! Uebrigens, wie lange bleiben Sie noch hier, Mister Steiner?“ „Nur wenige Tage vermutlich. Ich habe hier noch einige Einkäufe zu machen.“ Jella sagte nun nachdenklich:„Ich kenne hier eine Tame, die einige Rubine zu verkaufen hat. Vielleicht kann ich Ihnen helsen, den erlesenen Stein zu finden.“ Sterner nahm das Anerbieten dankend an. Es stellte sich heraus, daß Mister Sterner in dem gleichen Hotel abgestiegen war, das von dem Geschwisterpaar Chamfort bewohnt wurde. Mon würde sich gewiß öfter treffen. Vielleicht könnte man sogar einige Ausflüge zusammen machen. Antoine Chamfort, der sich nur wenig an der Unterhaltung beteiligt hatte, sagte höflich: „Ich bin leider gezwungen, den größten Teil des Tages im Liegestuhl zuzubringen. Aber wenn Sie meiner Schwester manmal Gesellschaft leisten wollen. so wäre das sehr liebenswürdig von Ihnen, Mister Sterner!" Der bebrillte Gelehrte, der so eifrig in seinem Führer studiert hatte, war durch neu hinzukommende Gäste etwas in die Ecke gedrängt worden. Es war ihm bis jetzt nicht gelungen, das Gesicht der Dame zu sehen, die mit Mister Sterner angekommen war. Sie saß so, daß sie ihm stets den Rücken zuwandte. Auch jetzt, als die drei aufbrachen und die Terrasse verließen, fügte es sich nicht, daß er die Dame unauffällig hätte beobachten können. Manuel Heter war sehr erregt. Ihm war. als müßten die nächsten Stunden wichtige Entscheidungen bringen. Er hatte Doktor Sly seit jener Verabschiedung am Bahnhof zu Alexandrien nicht mehr gesprochen, wußte auch nicht, wann er in Kairo angekommen und in welchem Hotel er abgestiegen war. Um so erstaunter war er, ihn in Gesellschaft Cadzinskys zu finden. Unwillkürlich ging er den dreien nach. Sie schlenderten langsam den Boulevard hinab. Cadczinsky stützte sich ein wenig auf seine Reisebegleiterin. Er war wohl ernstlich krank, das war keine Komödie. Sie verschwanden im Hotel Semiramis, an der Kasr ed Dubara. und Manuel Heter kehrte in seine Pension zurück, um die kommenden Dinge avzuwarten— Abends brachte ein Bote die Nachricht. Professor Brown möge Mister Sterner im Hotel besuchen. Sterner=Sly begrüßte ihn sehr herzlich, aber Manuel konnte seine Erregung kaum bemeistern. „Wer ist die Dame?“ fragte er hastig. Sly zuckte gleichmütig mit den Achseln. „Ich weiß es ja nicht! Bis jetzt Jella Chamfort, die Schwester von Antoine Chamfort, oder von Achil Cadczinsky, wenn Sie wollen.“ „Sind ihre Augen hell oder dunkel?" „Sehr dunkel. Aber beruhigen Sie sich mein Freund! Wenn mich nicht alles täuscht, bekomme ich morgen schon ihren Besuch. Sie sollen hier bleiben, wenn Sie kommt, und von diesem Nebenkabinett aus sie beobachten, ohne sich selbst bemerkbar zu machen"— (Fortsetzung folgt.) Geschäftliches. Frau Krause Man fragte Frau Krause hin und Wie es ihr denn nur möglich wär, sie so oft viel schöne Dinge Für Küche und Heim nach Hause bringe. Frau Krause meinte ganz einfach und s## „So schwierig ist das doch wirklich nicht, Die Töpfe und Pfannen und schönen Die Tücher, die Uhr und diese Decke, Können auch Sie bald zu Hause Denn das find Suulicht Werbegabenl Und wie Sie das machen! Kaufen Sie doch Sunlicht Erzeugnisse heute nocht Die sind zum Waschen ganz wunderbar: Im Ru wird die Wäsche duftend und klan, So daß ich es wirklich ehrlich begreise, Wenn man sich begeistert für Sunlicht Seife, Wenn viel tausend Hausfrauen jubelnd f1 Über die reinen Lux Seisenflocker Und wenn ein jeder, der's einmal erprobt, Immer aufs neue Suma lobt!— Vim dann zum Scheuern, zum Säubern, Das macht wirklich Freude und briugt So fällt Frau Krauses Auskunft aus— Fürwahr,„Sunlicht" bringt Frruoe ins Haust kosten nur noch der Würfel „ Heinsberger Bauernblatt 3. Jahrgang. Bellage zur Hoinsberger Volkszeltung April 1931. aus dem Gebiete des Rechts Das Eigentum und seine Schranken. Es ist im täglichen Leben vielfach die Auffassung vertreten, daß ein jeder inbezug auf sein Eigentum tun und lassen kann, was er will. Zwar wird das Eigentum rechtlich geschützt und wird es insbesondere auch durch Artikel 153 Abs. 1 der Reichsverfassung gewährleistet; aber gleichwohl ist der angeführten Meinung nicht zuzustimmen. Abgesehen nämlich davon, daß dem Eigentümer unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen sogar sein Eigentum entzogen werden kann, unterliegt das Eigentum auch mancherlei Einschränkungen, die sich teils aus dem Gesetz, teils aus Rechten Dritter herleiten. Unser Bürgerliches Gesetzbuch stellt zunächst ganz allgemein ein Schikaneverbot auf, indem es die Ausübung eines Rechtes dann für unzulässig erklärt, wenn sie einzig und allein den Zweck haben kann, einem andern Schaden zuzufügen. Ein solcher Fall ist z. B. gegeben— wie das Reichsgericht in einer Entscheidung ausführt—, wenn der Vater als Eigentümer eines Grundstückes seinem Sohne ohne triftigen Grund den Zutritt zum Grabe der Mutter verweigert, da das Vergehen des Vaters in diesem Falle nur den Zweck haben kann, dem Sohne zu schaden, oder— anders ausgedrückt— da der Vater aus reiner Schikane gegen den Sohn handelt. Eine weitere Möglichkeit, in das Eigentum eines andern einzugreifen, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch durch das sogenannte Notstandsrecht gegeben. Machen wir uns den Begriff des Notstandsrechtes an Hand eines praktischen Falles klar! Nehmen wir z. B. an, ein kleines Kind würde von einem Hunde angefallen, der es zu zerfleischen droht. Jeder, der dies sieht, ist berechtigt, dem Kind dadurch zu helfen, daß er den Hund von dem Kinde wegtreibt, wenn er auch hierbei den Hund verletzen oder sogar töten muß. Ein solches Vergehen ist eben dann erlaubt und rechtmäßig, wenn die Beschädigung oder Zerstörung zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist und der Schaden nicht außer Verhältnis zu der Gefahr steht. Bleiben wir bei dem angeführten Beispiel noch einen Augenblick stehen. Nehmen wir an, ein Vorübergehender sieht, daß das Kind gebissen wird, aber er hat keinen Stock, den Hund zu vertreiben. Auch hier räumt die Rechtsordnung dem Vorübergehenden das Recht ein, einem Dritten meinetwegen den Spazierstock zu entreißen, um damit das Kind zu retten. Der Eigentümer des Stockes darf dies nicht verwehren. In einem solchen Falle ist eben der Eigentümer einer Sache nicht berechtigt, die Einwirkung eines andern auf die Sache zu verbieten, wenn die Einwirkung zur Abwendung einer gegenwärtigen Gefahr notwendig und der drohende Schaden gegenüber dem aus der Einwirkung dem Eigentümer entstehenden Schaden erhältnismäßig groß ist unver #smäßig groß ist. Außer diesen allgemeinen Beschränkungen des Eigentums kennt unser Bürgerliches Gesetzbuch noch eine ganze Reihe von Eigentumsbeschränkungen im privaten Interesse. Es besteht hier der Grundsatz, daß der Eigentümer eines Grundstückes von seinem Grundstück aus nicht störend in das Eigentum des Nachbarn eingreisen darf. Ein Grundstückseigentümer braucht eben nicht alle Einwirkungen von seiten seines Nachbarn zu dulden. Führt mein Nachbar Dämpfe, Gase, Staub oder Sand auf mein Grundstück, wodurch die sich auf meinem Grundstück aufhaltenden Personen dergestalt belästigt werden, daß ein körperliches Unbehagen bei ihnen hervorgerufen wird, oder wirft er Steine, Erdmassen oder andere Gegenstände auf mein Grundstück, so kann ich in all diesen Fällen dem Vorgehen des Nachbarn Einhalt bieten. Dies tut man dadurch, daß man auf Beseittgung der Beeinträchtigung klagt. Besteht die Wahrscheinlichkeit, daß weitere Beeinträchtigungen erfolgen werden, so kann man auch auf Unterlassung klagen. Natürlich darf es sich nicht um ortsübliche oder um unwesentliche Störungen handeln, sondern das Verbietungsrecht des Eigentümers ist auf die übermäßigen Störungen beschränkt. Nehmen wir auch hier ein praktisches Beispiel. Ein Grundstückseigentümer sieht, daß sein Nachbar dauernd Schutt über den Grenzzaun in sein Grundstück schüttet, oder daß er durch ein Rohr Dämpfe oder übelriechende Gase auf sein Grundstück herüberleitet. Hergegen kann sich der betroffene Grundstückseigentümer mit der angeführten Klage— der Eigentumsfreiheitsklage—wehren. Wollte dagegen jemand in einer ländlichen Gegend dagegen vorgehen, daß er durch den üblen Geruch der Dünggrube seines Nachbarn belästigt wird, so würde ihm sein Vorgehen wenig nützen, da etwas derartiges als ortsüblich anzusprechen ist. Es muß noch hervorgehoben werden, daß die Eigentumsfreiheitsklage nur dem Eigentümer oder dinglich Berechtigten, wie z. B. dem Nießbraucher zusteht, nicht aber auch dem Mieter oder Pächter. Unser geltendes Recht geht in dem Schutz des Grundstückseigentümers gegen Beeinträchtigungen von seiten des Nachbarn noch weiter. Der Eigentümer eines Grundstückes braucht nämlich bei Herstellung von Anlagen auf dem Nachbargrundstück, die eine unzulässige Einwirkung auf sein Grundstück zur Folge haben werden, nicht einmal solange zu warten, bis diese Einwirkung tatsächlich eingetreten ist, sondern er kann schon von vornherein mit einer abwehrenden Klage gegen die Errichtung derartiger Anlagen vorgehen. Häufig wird ein Grundstückseigentümer auch dadurch beunruhigt, daß das Nachbargebäude oder Teile desselben einzustürzen drohen, oder aber er sieht, daß der Boden seines Grundstückes durch Abgra bungen von seiten des Nachbarn seine Stütze verliert. In solchen Fällen kann der betreffende Grundstückseigentümer verlangen, daß sein Nachbar auch die zur Abwendung der drohenden Gejahr erforderlichen Maßregeln trifst. Sodann ist noch ein Wort zu sagen über Wurzeln und Aeste, die in das Nachbargrundstück herüberreichen. Wurzeln kann der Nachbar, wenn sie die Benutzung seines Grundstückes beeinträchtigen, ohne weiteres abschneiden und behalten; dagegen muß der Nachbar, bevor er die über seinem Grundstück hängenden Zweige abschneidet, eine für den Eigentümer der betreifenden Bäume angemessene Frist ur Beseitigung setzen. Bezüglich der Früchte, die uuf ein Nachbargrundstück sallen, ist zu sagen, daß sie als Früchte des Nachbargrundstückes gelten und sie infolgedessen in das Eigentum dessen fallen, der das Nutzungsrecht an dem Nachbargrundstück hat. indes der Nachbar die aif sein Grundstück überhängenden Früchte nicht abschütteln oder abpflücken darf, bedarf keiner weiteren Darlegung. Nicht selten bilden bei Nachbarn Grenzstreitigkeiten die Ursache jahrelanger Feindschaft. Inbezug auf die Grenzen der Grundstücke ist nun folgendes zu beachten. Zunächst kann jeder Eigentümer eines Grundstücks von seinem Nachbarn verlangen, daß dieser zur Errichtung fester Grenzzeichen, und, falls ein Grenzzeichen unkenntlich geworden ist, zur Wiederherstellung mitwirkt. Ist die Grenze streitig, so ist sie durch Klage feststellbar. In diesem Prozesse wird dann die richtige Grenze ermittelt oder— falls dies unmöglich— wird die Grenze entsprechend dem letzten Bestand gezogen. Wenn auch dies nicht möglich ist, wird jedem ein gleich großes Stück der strittigen Fläche zugestellt oder es wird die Grenze so gezogen, wie es unter Berücksichtigung der Umstände der Billigkeit entspricht. Trennt ein Graben, eine Mauer, eine Hecke oder dergl. zwei Grundstücke voneinander und dient beiden Grundstücken zum Vorteil, so wird angenommen, daß die Eigentümer beider Grundstücke zur gemeinschaftlichen Be nutzung des Grabens, der Mauer oder der Hecke berechtigt sind. Natürlich steht das Eigentum jedem an dem Teil auf seiner Seite bis zur Grenzlinie zu und die Annahme des Rechtes beiderseitiger Benutzung fällt ganz weg, wenn die Grenzeinrichtung einem der Nachbarn allein gehört oder wenn äußere Merkmale hierauf verweisen. Ist die Benutzung der Grenz einrichtung beiden gestattet, so kann jeder sie insoweit benutzen, als nicht die Mitbenutzung der Grenzeinrichtung beiden gestattet, so kann jeder sie insoweit benutzen als nicht die Mitbenutzung des andern beeinträchtigt wird. Auch darf die Grenzeinrichtung nur mit beiderseitiger Zustimmung beseitigt werden, solange einer der Nachbarn an ihrem Fortbestand ein Interesse hat. Was die Früchte eines auf der Grenze stehenden Baumes oder Strauches betrifft, so gehören diese den beiden Nachbarn zu gleichen Teilen. Die Beseitigung eines Grenzbaumes kann jeder der beiden Nachbarn verlangen, wenn er durch ein anderes Grenzzeichen ersetzt werden kann. Die Verpachtung von Gemeinde= und Kirchenländereien. Man schreibt uns: Die Not unserer Tage macht sich allenthalben außerordentlich stark bemerkbar. Einerlei, ob es sich um privatwirtschaftliche Betriebe oder um öffentliche Körperschaften handelt, sie alle sind mehr oder weniger von der bangen Sorge erfüllt, wie sie ihren durch die allgemeine Wirtschaftsnot gesteigerten Verpflichtungen nachkommen und ihre Einnahme= und Ausgabeverhältnisse wenigstens einigermaßen zum Ausgleich bringen können. Unsere Gemeinden und Pfarreien sind von diesen durch die allgemeine Notlage bedingten Verhältnissen gewiß nicht verschont geblieben. Auch sie können gerade heute, wo ihre Verpflichtungen gegenüber der Volksgesamtheit so große geworden sind, auf die ihnen zustehenden Einnahmen am wenigsten verzichten. Das gilt besonders auch, wenn die Einnahmen einen Entgelt für die Leistungen aus Verträgen darstellen, wie dies z. B. bei den Pachtverträgen unserer landbesitzenden Gemeinden und Pfarreien der Fall ist. Wer die Verhältnisse kennt, wird nicht leugnen können, daß gerade diese Art der Verträge neuerdings Gegenstand lebhafter Debatte geworden sind. Das zeigen die sich in letzter Zeit besonders stark häusenden Klagen der Pächter von Gemeinde= und Kirchenländereien, von denen trotz der grundlegenden Veränderungen in den wirtschaftlichen Verhältnissen vielsach noch Pachtzinsen verlangt werden, die mit der heutigen Wirtschaftslage und dem geradezu katastrophalen Tiefstand der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise nicht in Einklang gebracht werden können. Der Einwand, daß solche Pachtpreise von den Anpächtern selbst geboten würden, mag in manchen Einzelfällen richtig sein, jedoch wird damit dieser Uebelstand nicht aus der Welt geschafft, ganz abgesehen davon, daß die Anpächter angesichts der allgemeinen Landknappheit in sehr vielen Fällen wohl oder übel in die geforderten Pachtzinsen einwilligen müssen, wenn sie ihr vielleicht schon jahrelang angepachtetes Gemeinde= oder Kirchenland nicht auf einmal verlieren und dadurch ihren Betrieb in eine unter Umständen vollständig unwirtschaftliche Lage hineinbringen wollen. Es trifft ohne weiteres zu, daß bei den örtlich sehr verschieden gelagerten Verpachtungsverhältnissen eine allgemein gültige Richtlinie dafür nicht ausgestellt werden kann, was unter den heutigen Verhältnissen als angemessener Pachtzins anzusehen ist. Zudem würden sowohl unsere politischen wie auch unsere kirchlichen Gemeinden bei der Bemessung ihrer Pachtzinsforderungen sicherlich schon das Richtige trefsen, wenn sie sich bei voller Würdigung der Wirtschaftslage im allgemeinen und der betriebswirtschaftlichen Verhältnisse der bäuerlichen Betriebe im besonderen alle insgesamt auf den ausgleichenden Standpunkt„leben und leben lassen" stellen würden. Das ist bei Pachtverträgen erfahrungsgemäß besonders erforderlich. Daraus folgt, daß in den Zeiten schlechtester Konjunktur, wie sie die Gegenwart aufweist, in denen weder das volle Auskommen des Pächters noch auch die gewünschte Verzinsung für den Verpächter zu erzielen sino, beide Vertragsteile sich Abzüge gefallen lassen müssen. Es kann nun einmal nicht angehen und würde dem sozialausgleichenden Wirken unserer Gemeinden und Pfarreien direkt widersprechen, wollten sie die Aus wirkungen des Konjunkturrückganges und der Wirt schaftsdepression lediglich auf die Schultern ihrer landhungrigen Pächter legen. Da letzteres aber neuer dings leider in vielen Fällen trotzdem geschieht, sei es, daß Anträge auf Abänderung von Pachtzinslei stungen aus bestehenden Verträgen ohne jedwede Be rücksichtigung der inzwischen veränderten wirtschaft lichen Verhältnisse kurzerhand abgelehnt wurden, se es, daß auch bei Neuverzachtungen den schwierige Verbältnissen nicht genügend Rechnung getragen wird, dürfte die Bitte und Mahnung an unsere Gemeindevertretungen und Kirchenvorstände, bei ihren Landverpachtungen Ueberspannungen zu vermeiden, wohl am Platze sein. Der Rotlauf der Schweine Der Rotlauf der Schweine ist eine ansteckende, durch den Rotlaufbazillus verursachte, schnell und mit erheblichen Störungen des Allgemeinbefindens verlaufende Krankheit der Schweine, die alljährlich große Opfer fordert. Nach der Aufnahme des Ansteckungsstoffes erkranken die Tiere meist innerhalb ein bis zwei Tagen. Es treten in der Haut, besonders an der inneren Fläche der Hinterschenkel, dem Bauche, der Brust und dem Halse, zuweilen auch an dem Nacken, dem Rücken und den Ohren, rote Flecke auf. Die Rotfärbung der Haut breitet sich schnell aus und nimmt an Stärke zu, sodaß die Tiere bei vorgeschrittener Krankheit an der unteren Fläche rot bis blaurot erscheinen(Rotlauf). Die Krankheit endet meist in kurzer Zeit mit dem Tode. In einem anderen Teile der Fälle kommt es nicht zu einer mehr oder weniger allgemeinen Rotfärbung der Haut, sondern nur zur Bildung scharf umschriebener, rundlicher oder viereckiger erhabener Flecke von roter Farbe in der Haut(Nesselfieber, Bachsteinblattern). Diese Krankheit verläuft oft gutartig, geht aber zuweilen in den echten Rotlauf über und ist deshalb nicht minder gefährlich. Beide Krankheiten gehören zu den anzeigepflichtigen Seuchen und unterliegen der behördlichen Bekämpfung. Aus Laienkreisen werden oft„sicher wirkende“ Mittel gegen die Seuche angepriesen. Vor dem Gebrauch solcher Mittel kann nicht dringend genug gewarnt werden. Gegen die Krankheit gibt es nur ein sicher wirkendes Mittel idie Impfung. Allen Tierbesitzern, die sich vor Verlusten durch Rotlauf mit Sicherheit schützen wollen, kann nicht dringend genug empfohlen werden, ihre Schweine zu Beginn der hiesigen Jahreszeit sämtlich gegen die Krankheit impfen zu lassen. Durch die Impfung wird ein sicherer Schutz gegen die Krankheit auf die Dauer von fünf Monaten herbeigeführt, eine Zeit, die in der Regel ausreicht, da die Seuche fast nur in den Sommer= und Herbstmonaten auftritt. Durch eine etwa 14 Tage nach der ersten Impfung wiederholte Nachimpfung mit Rotlaufkulturen kann der Schutz auf ein Jahr verlängert werden, was sich besonders für Zuchttiere eignet. Da nur die Impfung mit Kultur und Serum einen längeren Schutz gewährt, so ist nur diese zu empfehlen. Impfungen mit Serum allein geben nur einen ganz vorübergehenden Schutz und sind deshalb nicht zu empfehlen. Schutzimpfungen können von Tierärzten ausgeführt werden, da Kulturen nur an Tierärzte abgegeben werden dürfen Es sei daher dringend vor Laienimpfungen gewarnt, da Laien nicht im Besitz der allein wirksamen Impfstoffe sein können. Wer es bisher versäumt hat, seine Schweinebestände impfen zu lassen, der sei daran erinnekt, daß es augenblicklich die höchste Zeit ist, dies nachzuholen, damit größere Verluste vermieden werden. Zur Düngung der Rühe. Wenn man heute die Preise der landwirtschaftlichen Produkte einer näheren Betrachtung unterzieht, so findet man, daß die Erzeugnisse der Tierhaltung immer noch eher eine Rente gestatten als der größte Teil der Ackerbauprodukte. Die Preise für Milch und Fleisch sind gegenüber dem allgemelnen Preisniveau heute viel weniger zurück als die Preise für Kartoffeln, Roggen oder Haser. Aufwendungen für käufliche oder selbst zu produzierende Futterstoffe werden deshalb zu den wirtschaftlichsten zu rechnen sein. Von den letzteren kommt der Rübe eine große Bedeutung zu. Die Rübe in belden Formen, als Zucker= und Runkelrübe, spielt bei der Beschaffung des Winterfutters wohl die größte Rolle unter den Futterpflanzen, die Futterrübe im wesentlichen durch die Verwendung der Rübenkörper, die Zuckerrübe durch die in der Wirtschaft verbleibenden Abfälle; liefert doch eine mittlere Zuckerrübenernte in den Abfällen allein dieselben Nährwerte wie die gleiche Fläche Rotklee! Ausgaben für die Düngung werden sich demnach hier immer noch bezahlt machen. Besonderer Wert ist zunächst auf die sachgemäße Verwendung der natürlich entfallenden Düngemittel, Stallmist und Jauche, zu legen. Während man früher der Ansicht war, daß man zur Erzielung zuckerreicher Rüben nicht direkt mit Stallmist düngen dürse, weiß man heute die gute Wirkung von Stallmist auf den Ertrag und die Qualität desto besser zu schätzen. Zu beachten ist aber die Höhe der Stallmistgabe und die Zeit und die Tiefe der Unterbringung. Höhere Stallmistgaben als 150 Ztn.[Mrg. werden nicht mehr verwertet, bei der Zuckerrübe können sogar Qualitätsverschlechterungen eintreten. Was die Zeit der Unterbringung und die Tiese betrifft, so sollte der Dünger möglichst früh und flach untergepflügt werden Nach Neujahr untergepflügter Stallmist macht das Land zu lose und kann auch die Bestellungsarbeiten stören. Zu tief untergebrachter Dünger kommt nicht mehr in demselben Jahre zur Wirkung. Je schwerer der Boden ist, desto flacher muß untergepflügt werden Die Jauche ist als Stickstoffspender nicht zu unter schätzen. Steht ein Jauchedrill zur Verfügung, der teilt man die gesamte Menge am besten auf zwei Gaben; die erste erfolgt 4—6 Wochen vor der Saal, die zweite spätestens Anfang Juni mit dem Jauchedrill. Ist man lediglich auf den Breitverteiler ange wiesen, kommt nur eine Gabe 4—6 Wochen vor der Saat in Frage. Eine Kopfdüngung der Rüben mit Jauche ist auf jeden Fall zu verwersen. Was die mineralische Düngung betrifft, so ist zunächst auf den Kalkzustand des Bodens zu achten. Die Rübe gebeiht am besten bei neutraler bis schwach alkalischer Reaktion. Bei der Technik der Kalkung ist daran zu erinnern, daß die Rübe besonders auf leichten böden gegen frische Branntkaltung empfindlich ist. Steht nur diese Kalksorm zur Verfügung, so sollte man die Düngung schon im Herbst vorher oder im zeitigen Frühjahr vornehmen. Die anderen Nährstoffe, Kali, Phosphorsäure und Stickstoff sollten in leicht töslicher Form gegeben werden. Die Rübe hat eine Vorliebe für leicht lösliche Düngemittel. Phosphorsäure wird demnach als Superphosphat, Stickstoff als Salpeter zu verabreichen sein. Man muß sich stets vur Augen halten, daß die Rübe nur dann lohnende Erträge bringen kann, wenn sie in ihrem Jugendwachstum möglichste Förderung erfährt. Das geschieht umso besser, je leichter löslich und aufnehmbar die Nährstoffe sind. Als Rübendünger hat sich deshalb seit altersher der Chilesalpeter besonders gut bewährt. Er enthält nicht nur den Stickstoff reiner Salpeter=, also leicht aufnehmbarer Ferm. sondern er ist auch durch seinen Natrongehalt für die Rübe besonders geeignet. Die Rübe ist, vom Meere stammend, eine typische Salz=, also Natronpflanze. Außerdem ist der Chilesalpeter durch einen gewissen Anteil an Jodsalzen ausgezeichnet; das Jod wird von der Rübe ausgenommen und in ihren Organen aufgespeichert. Bei der Verfütterung dieser Rüben kann dann das Tier seinen Jodbedarf mühelos decken, was wegen der großen Rolle des Jodes beim normalen Ablauf der Lebensfunktionen von weittragender Bedeutung ist. Bezgl. der Technik der Chilesalpeterdüngung ist grundsätzlich darauf zu achten, daß die beabsichtigte Menge in 2—3 Gaben ausgestreut wird. Es ist sehr wichtig, daß auch schon zur Bestellung Chilesalpeler Verwendung findet. Durch die treibende Wirkung wächst die Rübe schneller vom Fleck und wird widerstandsfähiger gegen ihre zahlreichen tierischen und pflanzlichen Feinde. Die zweite Gabe— elwa 3 bis 4 Wochen nach der ersten— streut man besonders dann, wenn die Rüben infolge Witterungsunbilden oder anderer ungünstiger Einflüsse im Wachstum zurück sind und einer besonderen Förderung bedürten. Die dritte Gabe erfolgt nach dem Verziehen. Später sollte man keinen Stickstoff mehr geben, da Reiseverzögerungen die Folge sind. Die zu verabfolgende Menge hängt ganz von der Vorfrucht und dem natürlichen Stickstoffgehalt der Bodens ab. Allgemein gültige Zahlen kann man deshalb nicht angeben. Man sollte aber nicht zu kleinlich sein; denn es gibt Fälle, wo auch noch 3 bis 3.50 Ztn.[Mrg. eine erhebliche Verzinsung gebracht haben. Der Saatenstand im Frühjahr. Der Stand der Saaten im Frühjahr ist, wenn auch kein untrügliches, so doch ein wichtiges Zeichen für die Entwicklung der heranwachsenden Ernte. Die junge Saat ist diesmal nicht ohne Schwierigkeiten über den Winter gekommen. Die Wintersaaten wurden durch Nässe und Frost in ihrem Wachstum beeinträchtigt. Besonders das im Februar einsetzende kalte Winterwetter mit erheblichen Schneefällen, Tauwetterperioden und nach olgenden scharfen Frösten hat der Wintersaat arg zugesetzt. Aus verschiedenen Bezirken wurden mehr oder minder große Auswinterungsschäden gemeldet, vor allem unter der Einwirkung der scharsen Frostwinde und des Kahlfrostes bei Fehlen einer Schneeschutzdecke. Vielfach wurde über ein starkes Auftreten von Schädlingen geklagt, in erster Linie über die große Mäuseplage und das Umsichgreisen von Schnecken, was hauptsächlich auf das milde regnerische Wetter in den ersten Wintermonaten zurückgeführt wurde. In der Nähe größerer Waldungen waren beim Fehlen einer Schneedecke Wildschäden zu verzeichnen. Die Mäuse haben mancherorts an den Wintersaaten und vor allem an den Kleefeldern beträchtlichen Schaden angerichtet; manche Kleeschläge wurden durch Mäusefraß vollständig vernichtet. Erfreulicherweise hat der spätere Frost zur Vernichtung dieser Feldschädlinge nicht unwesentlich beigetragen. Im März trat nach den Nachtfrösten tagsüber eine starke Erwärmung ein, was dem Wachstum recht abträglich war. Wiederholt taute unter der Wärme der Mittagssonne der Boden an der Oberfläche auf, während der Untergrund noch gefroren war. In dem Wechsel zwischen Tau und Frost an der Oberfläche reißen leicht die zarten Wurzeln. Wenn die Saat immer wieder unter dem Anreiz der Sonnenwärme zu wachsen beginnt, muß sie schließlich verdorren, weil aus dem gefrorenen Untergrund die Wasserzuführung durch die Wurzeln fehlt. Die alte Bauernregel„Märzenschnee tut den Saaten weh“ hat sich wiederum bestätigt. Bei der Verwendung wirtschaftseigenen Saatgutes kam dessen mangelhafte Keimfähigkeit zur Auswirkung. Das spät einsetzende und lang anhaltende Winterwetter hat die Vorarbeiten für die Frühjahrsbestellung erheblich hinausgezögert. Auch Wiesen und Weiden begannen in ihrem Wachstum später als sonst. Fortschritte unseres Frühgemüsebanes. Der deutsche Gartenbau hat sich, wie jeder andere Zweig unserer Wirtschaft, beim Angebot seiner Ware den Veränderungen des Bedarfs angepaßt und sich in dem letzten Jahrzehnt auf die zunehmende Nach frage nach Frühgemüse eingestellt. Das beweisen die seit geraumer Zeit an vielen Orten entstandenen großen Gemüsetreibanlagen' Ergab die 1927 durchgeführte Bodenbenutzungserhebung eine unter Glas bewirtschaftete Frühgemüsebauflüche von 2432 382 gm, so kann man nach diesjährigen Schätzungen annehmen, daß z. Zt. weit über 4 Mill. am für Frühgemüsekulturen in Glasbauten ausgenützt werden. Zu der jetzigen Jahrezeit kommt allerdings auch viel Treibgemüsse aus fremden Ländern nach Deutschland, das oft nur deswegen auf unseren Märkren so leicht abgesetzt wird, weil viel Verbraucher zu der Vorriegsangewohnheit zurückgekehrt sind, mehr oder minder gedankenlos nach Auslandsware zu greisen, ohne sie bewußt mit deutschen Erzeugnissen verglichen zu haben. Aber wir sollten uns doch stets vor Augen halten, daß Treibgemüse, das aus Holland Frankreich oder Italien den Weg zu uns findet, infolge des langen Transportes nicht so frisch unser: Märkte erreichen kann wie die deutschen Erzeugnisse, die, oft vor den Toren der Großstadt gewachsen, schon wenige Stunden nach der Ernte für uns käuflich sind. Gemüse hat um so höheren Wert, je frischer es ist. Deswegen schätzen wir auch im Sommer so sehr ein Stückchen Hausgarten, aus dem wir „mit eigener Hand in den Mund ernten“ können. Wer Auslandsgemüse kauft, sollte sich darüber klar sein, daß er mit jeder Mark, die er dafür ausgibt, Irbeiter und Unternehmer des Auslandes bezahlt und Landsleuten aus dem Gartenbau und damit auch aus der Industrie— denn der Gärtner braucht viel industrielle Erzeugnisse, wie Eisen, Stahl, Glas, Koh len, Farben, Düngemittel— Arbeit und Verdien raubt. Nr. 95— 1. Ersch Bezugspreis der 3 Monat durch Bot Botenloon.— Post Kreissparkasse und Druck und Verlag: Für die R Reichsk R WTB. Berlin, 23. # pfing heute den Re Besprechung über de regierung. B Berlin, 23. April hatte von einem pri deutschnationale Ab Januschau mit Hammerstein gehabt Unterredung war a von Oldenburg übe erwähnt. Dazu be zeitung Oldenburg= diese Sätze stehen: Ich habe also g Reichskanzler:„Ne Ohne seine Hilfe wi nicht erreicht haber bisher erreicht hat. genschaften erkenne kanzlers an, zu füh führen zu lassen. Der gewiß nicht nuschau, der viele hält also Brüning Bismarck. Daraus Deutschnationale P zen, denn den na nicht, gegen die B sition zu machen. marck nicht anders Urteil des Herrn! Landwirtschaft kan freundlichen Lektür pfohlen werden. Berlin, 23. Apri einmal die soforti antragt. Sie woll lation, in der die 9 lei weitere Abbau sorge vorzunehmer derung muß der den. Er wird### lehnen. Mit solch wird im Laufe de nen sein. Zeutrumsi# Berlin, 23. Apri ßischen Landtages haltsplanes eine ran erinnert, daß Zentrums und an die sich gegen Sch Kiosken, Zei fenstern usw. wandten und vo machung von Ehe Verletzung religiö Die angenommen ersucht, beim Rei ken, die diese# Preußen auf dem *** für In der jetzt b getrag Regierung beschlüsse zur Abf anlaßt und in di Die evangelist CRB. Berli erließ am Schluß Kundgebung, in zu verstärkter Akt nisierten Gottlost D. Dr. Dibeliu zur Annahme un dunklen Hintergri onenheer der Er Freidenkertums 5 sagen der evange Lage sei es ein stärker als bisher der Kirche zurüc darauf einmütig Zwei für einen komn WTB. Leipzig des Reichsgerich Reichstagsabgeor aus Berlin we rischen Unterneh einer staatsfeind haftstrafe von z Der Angeklag mehrere Flugbli zei im kommur sowie eine groß deutschen Zeitun burg. in denen kenden Staatsst werden