Nr. 259— 1. Blatt— 55. Organ für amtliche Bekanntmachungen Freitag, den 6. November 1933 Erscheint werktäglich vormittags Bezugspreis der Zeitung mit den 6 Gratis=Beilagen für den Monat durch Boten zugestellt 2.20 RM., einschl. 0,54 RM. Botenlohn.— Postscheckkonto Köln Nr. 43133— Bankkonten: Kreissparkasse und Heinsberger Volksbank.— Fernspr. Nr. 6. Druck und Verlag: P. W. Jovven, Komm=Ges., Heinsberg. Für die Redaktion: H. Wagner, Heinsberg. einsberge Anzeigenpreis: des einspaltige mm Höhe 7 Pfennig. Anzeigen mit kompliziertem Satz entsprechend höher. Reklamen pro mm Höhe 20 Pfg.— Störungen infolge höherer Gewalt rechtfertigen keine Ersazausprüche.— Die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder au bestimmten Stellen wird nicht gewährleistet.— Für telephonische Bestellungen und Druckfehler wird keine Haftung übernommen. Gratisbeilagen: Sonntagsalocken Am Mittr leinsber Gratisbeilagen: Sonntagsglocken Am Mittwoch] Aus Welt und Leben Frauengarten Die Heimat Heinsberger Bauernblatt Brüning vor dem Reichspartetausschuß des Zentrums: Vor harten maßnahmen und Entscheidungen Dolkssammlung die erste forderung der Stunde Stegerwald kündigt die Entscheidungsstunde der Reparationspolitik an Berkin, 5. Nov. In einer Zeit gärender Unruhe ist heute morgen im Großen Versommlungssaal des Reichstages der Parteiausschuß der Zentrumspartei zu einer Sitzung zusammengetreten. Die Tagung hal fast den Charakter eines kleinen Parteitages. Das kam nicht nur in dem überaus za hlreichen Besuch zum Ausdruck. Alle Gaue Deutschlands waren vertreten. Zahlreiche Politiker aus dem Reichstage und den Länderparlamenten, alle führenden Persönlichkeiten aus unseren Reihen, an der Spitze Reichskanzler Brüning. waren anwesend. Etwa 400 Personen füllten den Saal. Diese Tagung des Reichsausschusses hat eine besondere Aufgabe zu erfüllen, freilich nicht im Sinne der Hoffnungen der Parteien rechts und links von uns, die von diesen Beratungen weitgehende Beschlüsse und eine Klärung jener Fragen erwarten, die in den ösfentlichen Auseinandersetzungen über das Thema Brüning und Hitler eine besondere Rolle gespielt haben. Diese Debatte ist außerhalb des Zentrums begonnen worden, aber für den Parteiausschuß liegt nicht die geringste Veranlassung vor. sie fortzuführen. Denn es hat sich nichts ereignet. was die Zentrumspartei veranlassen könnte, von ihrem bisherigen Wege abzuweichen oder sich auf eine Diskussion einzulassen, die als eine Vorbereitung für koalitionspolitische Veränderungen aufgefaßt werden könnte. Die Aufgabe des Parteiausschusses ist eine ganz andere: Er wird noch einmal in feierlichster Form bestätigen, daß die Partei völlig geschlossen ist, in voller Einmütigkeit hinter dem Reichskanzler Brüning steht und gewillt ist, ein Bekenntnis abzulegen zu den Grundsätzen, die von altersher bis heute in der Deutschen Zentrumspartei maßgebend und lebendig gewesen sind. Prälat Dr. Kaas Der Parteivorsitzende Prälat Dr. Kags begrüßte den an der Tagung teilnehmenden Reichskanzler Dr. Brüning sowie die Vertreter Danzigs und des Saargediets und wies auf den Ernst der politischen Entscheidungen hin, die in diesen Tagen zu treffen seien. Es gelte jetzt, das Auseinanderbrechen des Volkes in zwei gleichstarke, den gegenseitigen Vernichtungskampf verkündende Lager unter allen Umständen zu verbindern. Wenn irgend wann, so sei jetzt Volks sammlung die Forderung der Stunde, und nicht Volks. entzweiung. In der gegenwärtigen Lage hätten koalitionspolitische Erörterungen keinen Platz. Die Stunde gehöre der staatspolitischen Tat und nicht den unfruchtbaren parteiund koalitionspolitischen Gesprächen. Generalsekretär Ruffini Darauf sprach Generalsekretär Ruffin!(Köln) über die Irage„Wie sehen Land und Volk die Politik des Kabinetts Brüning?“ Der Redner stellte fest; daß der Kanzler deshalb gesiegt habe und sein zweites Kabinert die Arbeit des ersten fortsetzen könne, weil das Volk aus dem richtigen Gedanken heraus: Hände weg von der Währung! jede nationalsozialistische Binnenwährung und jede deutschnationale Helffe. rich=Mark ablehnte. Der Redner dankte dem Reichskanzler für die Eeklärung, daß er einer neuen Inflation unter keinen Umständen den Weg ebnen würde. Es sei jetzt notwendig, ein Auseinanderfallen des Volkes in zwei Kampfronten zu verhindern. Es müsse beschleunigt dafür gesorgt werden, daß es gewissen Kreisen in allen deutschen Ländern enwöglich gemacht würde, sich gegenseitig durch öffentliche politische Kundgebungen bis aufs Blut zu reizen. Der Redner verlangte dringend eine Notgemeinschaft zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Ein weiterer allgemeiner Lohn= und Gehaltsabbau sei nach Meinung großer Volkskreise kein Heilmittel mehr. In seinen Schlußworten forderte der Redner eine aktive und lebendige Parteiorganisation. Wenn es dem Reichskanzler gelinge, das Gefühl für die Zusammenhänge der Fragen zu vermitteln, würde er Sieger sein und bleiden. Der Redner sprach auch ein besonders herzliches Dankeswort dem Parteichef Dr. Kaas aus. Die Verehrung und Wertschätzung des Zentrumsvolkes zu Dr. Kaas sei so groß, daß sie auch durch die von nationalsozialistischer Seite gegen ihn abgeschossenen Giftpfeile wie auch durch die unerhörten Verleumdungen und Verdächtigungen nicht gemindert werden könne. * Im Mittelpunkt der Verhandlungen des Reichsharteiausschusses der Zentrumspartei stand die Rede, die der Reichskanzler über die gegenwärtige Lage und die nächsten Zukunftsaufgaben hielt. Reichskanzler Dr. Brüning führte u. a. aus: Der Vorredner hat eine Reihe von Sätzen voller Anerkennung für meine Tätigkeit ausgesprochen. Ich danke ihm aufrichtig dafür. Der Reichskanzler fuhr dann fort: Ja diesem Winter kommt es entscheidend darauf an zu verhindern, daß die varteipolitischen Gegensätze sich zur Explosion in Deutschland steigern.(Lebhafte Zustimmung.) Was soll denn eine Reichsregierung machen parteipolitisch, koalitionsgemäß in einem Augenblick, wo die Weltwirtschaftsentwicklung politisch und wirtschaftlich Deutschland von Monat zu Monat vor immer neue Situationen stellt? Es gibt nur einen Weg, und den sind wir gegangen und werden wir alle zusammen im Kabinett weitergehen, nämlich den Weg der Ergreifung sachlich notwendiger Maßnahmen. Wir werden uns nicht daran stören, ob wir heute hier oder morgen da die schärfste Opposition bei diesen Vorgängen gegen uns erwecken.(Zustimmung.) Es gibt nur einen Wen. den Deutschland jetzt geht, den Weg, alles zu tun, und alle Maßnahmen, die notwendig sind, heute und später, so anseinander abzustellen, daß bei der Gratwanderung an den Abgründen vorbei das dentsche Volk endlich wieder auf einen sicheren Weg gelangen kann. Das Verlangen, das man jeden Augenblick an die Oeffentlichkeit mit einem neuen Programm herantreten soll, die Kritik, die an der Nichterfüllung dieses Verlangens geübt wird, beweisen, daß viele den Ernst der Situation, in der sich Deutschland befindet. überhaupt noch nicht ersaßt haben. Es wäre wirklich sehr wünschenswert, wenn auch ein Teil der deutschen Presse etwas mehr sich mit den politischen und wirtschaftlichen Ereignissen in der übrigen Welt im Vergleich zu der deutschen Entwicklung beschäftigen möchte und so Sinn für die internationale Gesundheit eines Teiles dieser Maßnahmen schaffen würde. Statt dessen habe ich feststellen müssen, daß sogar umgekehrt ein Mitglied der Deutschen Volkspartei in einer ausländischen Zeitung sich bemüht, das Verständnis des Auslandes für die Lage in Deutschland zu erschweren. Wenn man schließlich unter allen Umständen Auseinandersetzungen herbeiführen will, so kann es geschehen. Ich habe keine Augst vor solchen Auselnandersetzungen, aber ich suche sie bewußt zu vermeiden, weil ich mir immer sage, es hat wirklich keinen Zweck, in diesem Winter sich auf sinnloses Geplänkel und parteipolitische Auseinandersetzungen einzulassen, statt jede Minute dazu zu benutzen, um sich zusammenzufinden und gemeinsam an der Rettung des Vaterlandes zu arbeiten. Die Zentrumsfraktion hat, weil sie fest war, weil sie klug war, weil sie verantwortungsbereit war, allen diesen Anstürmen gegenüber glänzend ausgehalten. Wenn andere Parteien denselben Mut gehabt hätten, dann würde sie heute nicht derartige Verluste an die radikalen Parteien zu verzeichnen haben. (Lebhafter Beifall.) Ich möchte hier ganz klar aussprechen, daß ich nicht beabsichtige, das Parlament etwa dauernd oder auf längere Zeit auszuschalten. Auch die Krise des Oktobers, die ich vorher gefühlt habe, hat ihr ungeheuer Gutes gehabt, denn es sind für gewisse Stimmungen Ventile geschaffen worden. und die Reichsregierung ist sehr viel stärker augenblicklich für die außenpolitischen Verhandlungen, als wenn sie die Entscheidungen, die in der Oktoberwoche gefallen sind auf den November oder Dezember vertagt hätte. Die Reichsregierung denkt an alle Kreise und alle Berufsschichten der Bevölkerung bei allen ihren Maßnahmen nicht nur in Opfern, sondern auch in der Hilfe. Hier aber fehlt es an dem Verständnis für die Zusammenhänge wirtschaftlicher Art, namentlich im deutschen Volke, ganz außerordentlich. Die Abstimmung der Landvolkpartei im Reichstage zeigt doch in großer Deutlichkeit daß ein Teil der Landwirtschaft die wirkliche Lage Deutschlands und die eigene Situation noch nicht erfaßt hat. Wir haben, um ein Beispiel zu nennen, praktisch doch jede Vieheinfuhr unmöglich gemacht. Wir sind also sozusagen zu dem lückenlosen Schutz in dieser Beziehung gekommen. der jahrzehntelang die Forderung der Landwirtschaft war. Ist denn dadurch nun etwa eine Rentabilität der Landwirtschaft, die sich besonders auf Viehzucht einstellt, erzielt worden? Die Preise sind weiter heruntergegangen, und hier kommt doch der Punkt, wo jeder Landwirt endlich einmal erkennen muß: Wenn man sich überhaupt zollpolitisch oder durch Devisenbewirtschaftung völlig auf allen Gebieten von der Einfuhr landwirtschaftlicher Prodikte abschließen würde, dann würde nicht mehr die Höhe des Zolles, sonderv die Kaufkraft der Bevölkerung allein den Preis bestimmen. Das muß in alle Kreise der Landwirtschaft hineingetragen werden. Wie soll man sonst die außerordentlichen Maßnahmen, die für die Landwirtschaft in den anderthalb Jahren getroffen worden sind, vertreten und burchhalten vor der überwiegenden Zahl der deutschen Bevölkerung, die nun einmal Konsumenten sind? Es ist die Pflicht auch unserer Führer und unserer Freunde in der Landwirtschaft, für die Aufklärung dieses Tatbestandes Sorge zu tragen. Wer ist denn überhaupt in der Lage, dieses Weltbild, das sich seit einem Jahr entwickelt hat und sich von Tag zu Tag verändert, in seiner Gesamtheit und in seinen bedeutenden Einzelzügen gleichzeitig zu überblicken? In diesem Augenblick hat das deutsche Volk mehr denn je ein Interesse daran, seine eigene Währung stabil zu halten. Viele Leute meinten, als das Pfund vom Goldstandard herunterging, nun müßten wir die Marz gleichsfall vom Golde abhängen. Ich werde mich bis zum Letzten dagegen wehren, irgendeine inflatorische Maßnahme irgendeiner Art zu treffen. Und zwar nicht nur aus Gerechtigkeit, nicht nur zum Schutze der Schwachen, sondern weil ich der Ansicht bin, daß die ehrliche Bilanz in der deutschen Wirtschaft trotz aller Bitternisse unbedingt wiederhergestellt werden muß, und daß jeder Versuch und jedes Verlangen nach inflatorischen Maßnahmen letzten Endes auch den Zweck haben kann, diesen Prozeß der klaren Bilanz der gesamten deutschen Wirtschaft zuschanden zu machen und wiederum einen Schleier über die Fehler der Vergangenheit zu ziehen. Viele soziale und berufliche Spannungen würden nicht die Schärfe angenommen haben, auch der politische Radikalismus würde nicht so hochgekommen sein, wenn man früher gewisse Heilungsprozesse betrieben hätte und in der Privatwirtschaft wie in der öffentlichen Wirtschaft das Messer des Chirurgen rechtzeitiger und radikaler angesetzt hätte. Das Jahr 1932 wird für Reich, Länder und Gemeinden, soweit die normalen Ausgaben in Betracht kommen, in finanzieller Hinsicht das allerschwerste sein. Denn in diesem Jahre fließen die Steuern auf Grund des wirklichen Einkommens des Jahres 1931 mit seiner furchtbaren Wirtschaftskrisis, und deshalb werden wir, auch ohne Reparationslasten, für 1932 nicht um weitere ganz schwere und harte Maßnahmen auf allen Gebieten herumkommen. Ich sage das jetzt gleich offen und sage es auch in dieser Stunde wo das Reparationsgespräch mit dem Ausland in vollem Umfang in Gang gekommen ist. Aber bei all diesen Opfern muß es darauf ankommen, daß das Volk das Gefühl der unbedingten Gerechtigkeit hat, das Gefühl der gleichmäßigen Verteilung der Lasten. und Opfer. Es müssen solche Maznahmen hinzutreten, die zwar weitere Ersparnisse möglich machen, aber nicht zu einer solchen Verschlechterung der Lebenslage und der Kaufkraft der breitesten Schichten der Bevölkerung in allen Berusen führen, daß auf der anderen Seite wieder ein neues Loch aufgemacht wird. Das ist die schwierige Lage, in der wir seit Monaten stehen, die wir allerdings schon lange vorauegesehen haben. Es kommt jetzt darauf an, die Opfer so zu verteilen und sie in eine solche gemeinsame Linie hineinzustellen, daß sie nicht nur keine Schrumpfung bedeuten, sondern auch dazu führen können, eine Belebung des Arbeitsmarktes gleichzeitig herbeizuführen. Notwendig ist aber, daß Stegerwald über Koalition, Schulden, Löhne, Preise und über die Bezwingung des Notwinters Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald erklärte eine koalitionspolitische Froutverbreitung sei heute nicht moglich, weder nach links noch nach rechts. Nach links deshald nicht, weil damit eine Mehrheit nicht zu erzielen wäre, und nach rechts nicht, weil damit außenpolitische Erschwerungen bei den Reparationsund Stillhalteverhandlungen eintreten würden. Die nationalsozialistische Partei sei kein homogen gewachsenes Gebilde, womit die schwierigen Aufgaben der Regierung in dem bevorstehenden schweren Winter gelöst werden könnten. Die Gruppen, die in der gegenwärtigen Stunde eine Heranziehung der Rechten zur Regierung wünschen, tun es meist nicht aus staatspolitischen Gründen, sondern aus der Hoffnung heraus, daß dabei die Gruppen der Rechtsopposition auseinanderfallen und abwirtschaften würden, so daß nach dem Zusammenbruch der bürgerlichen Mitte durch ein solches Experiment neue Zukunftsmöglichkeiten für bürgerliche Mittelparteien sich ergeben würden. In einer Stunde aber wo es um Kopf und Kragen eines Sechzigmillionenvolkes geht, kann man nicht taktisch operieren, sondern muß die Politik nach sachlichen Gesichtspunkten machen.(Lebhafter Beifall.) Außenpolitisch haben wir in den nächsten Wochen uns darüber zu entscheiden, ob wir für einige Jahre noch die Zahne auseinanderbeißen oder ob wir uns auf Jahrzehnte in die Gefangenschaft anderer Völker begeben wollen. In den nächsten Wochen wird der außenpolitische Kampf darum entbrennen, ob und wie die politischen Schulden gleichberechtigt neben den privaten behandelt werden können. Erst wenn wir Klarheit über den Stand der Reparations= und Stillhaltefragen haben, ist die feste Basis gewonnen für eine starke deutsche Innenpolitik. Wir kommen um eine innere Stillhaltepolitik nicht herum. Diese Basis ist notwendig, damit wir auch an die Zinsenfrage herankommen können. Die Regierung ist der Meinung, daß dem deutschen Volk eine zweite Inflation innerhalb eines Jahrzehnte nicht zugemutet werden kann.(Beifall.) Durch inflatorische Maßnahmen, von denen man in Deutschland wohl den Anfang, aber nicht das Ende sieht, würde bei uns der Spargedanke zerschlagen werden, und ohne den Spargedanken ist es ausgeschlossen, daß wir wieder zu einem vernünftigen Kreditaufbau in Deutschland kommen können. Wir werden, wenn wir nicht inflatorische Wege gehen wollen, in den nächsten Jahren den jetzigen nominellen Stand des Volkseinkommens nicht halten können, sondern werden uns mit einem kleineren Einkommen begnügen mussen. Der Reallohn muß bei vermindertem Nominallohn bestehen bleiden Das Geld muß verstärkte Kaufkraft gewinnen. (Od es nach zwölf Monaten Wartezeit wahr wird?*) Wenn man nur nach den Notverordnungen sieht. so ist es richtig, daß die Arbeitnehmerschaft die größten Ovfer gebracht hat; im ganzen gesehen ist es anders. Die Löhne sind im letzten Jahr um etwa zwei Milliarden gekürzt worden. Wenn wir aber die Bilanzwahrheit mit dem neuen Aktienrecht durchführen, dann wird sich herauestellen, daß von den 24 Milliarden, die in unseren' Aktiengesellschaften investiert sind, kaum viel mehr als 10 Milliarden erhalten bleiben werden. Im sozialen Abbau ist schon viel mehr geschehen, als die Oeffentlichkeit glaubt. An der Arbeitslosenfürsorge sind mindestens 750 Millionen in den letzten Jahren praktisch gekürzt worden. Wir haben im nächsten Winter zwar eine größere Arbeitslosigkeit als im letzten Winter zu erwarten, aber sie wird uns nicht mehr kosten, als im letzten Winter.(Das bedeutet härtestes Opfer der Erwerbslosen.) Weitere Ersparnisse sind in der Arbeitelosenfürsorge nicht zu schaffen, wenn nicht eine Preissenkung großen Stils kommt. In der Invaliden= und Unfallversicherung werden wir noch zu größeren Veränderungen kommen müssen. Es bleibt im übrigen dabei, daß ich den Kern der Sozialversicherung zu erhalten suche und ebenso den Kollektivvertrag und die Verbindlichkeite erklärung, wenn auch in der Handhabung Aenderungen in mancher Hinsicht getroffen werden mussen. Wir werden bestimmt über den Winter hinwegkommen. Wir müssen und werden dafür sorgen, daß das Volk nicht zu hungern braucht. Dann müßte es aber sonderbar zugehen, wenn wir nicht die Kraft aufbrächten, auch die übrigen Aufgaben zu bewältigen. Wir sind über den Inflations= und Stabilisations= winter 1923 1924 auch nur hinweggekom: men mit dem Belagerungszustand. und wenn alles hart auf hart geht, ist der gegenwärtige Staat noch lange nicht am Ende seiner Kraft angelaugt.(Lebhafter Beifall.) Wenn unser Volk vor der klaren Situation steht. die ich gekennzeichnet habe, und wenn man dann vom Radikalismus trotzdem die Zurunft eines Staates zerschlagen ließe, für solche Kälber dürfte tatsächlich der selbstgewahlte Metzger das Messer schleifen.(Lebhafte Zustimmung.) Wenn dafür gesorgt ist, daß die Menschen nicht zu hungern brauchen, dann wird es möglich sein, äußerstenfalls mit dem Aufgebot aller staatlichen Machtmittel Ordnung zu schaffen. Man darf sich nicht Illusionen hingeben, man darf aber auch nicht stindig jammern. Zwischen Illusionen und ewigem Gejammer ist noch eine breite Mittelstraße Die muß das deutsche Volk im nächsten Winter deschreiten. Dann wird es wieder auf festem Boden zum Aufsties gelangen konnen. ## * ersrens die Selbstkosten der deutschen Wirtschaft zwar insgesamt gesenkt werden, um unsere Konkurrenzfähigkeit aufrechtzuerhalten, daß aber dabei unter dem Problem der Selbstkosten nicht einseitig das Lohnproblem verstanden wird. Denn dann würde bei der Landwirtschaft das Problem auftreten, das ich schon gestreift habe, daß nämlich die Landwirtschaft ihre Produkte nur zu immer weiter sinkenden Preisen und in immer geringerem Umfange verkaufen könnte. Dasselbe gilt vom Mittelstand, Einzelhandel und Handwerk und vom Hausbesitz. Ich glaube, daß es wohl die Möglichkeit gäbe, wenn man, frei von politischen Stimmungen und Leidenschaften, sich zwischen den Berufsgruppen über die Tariffrage und die unbedingt notwendige Elastischmachung der Tarifverträge unterhielte, zu elnter Verständigung zu kommen. Verhindert wird diese Möglichkeit immer nur von denen, die entweder nicht den Mut haben für volle Verantwortung gegenüber ihrer Berufsgruppe, oder die glauben, ihr Weizen könne nur blühen, wenn das Chaos in Deutschland herbeigeführt wird. Für die Fragen, die den Mittelstand ganz besonders angehen, haben ja die Erklärung der Reichsregierung und andere Verlautbarungen den Weg einigermaßen gezeigt. Ueber eins müssen wir uns klar sein— ich sage da nichts Neues—, wir haben, als wir nach der Inflation durch ausländische Anleihen plötzlich wieder Geld in die Hände bekamen, nicht mehr gewußt, was wir vernünftigerweise damit tun sollten; wir haben nicht mehr gewußt, was überhaupt Geld bedeutet und was die Zurückzahlung eines Tages bedeuten würde. Darüber ist es zweifellos in stärkstem Maße zu einer Kapitalfehlleitung in Deutschland gekommen. Darunter hat niemand mehr gelitten als die kleine und mittlere Industrie und der gesamte deutsche Mittelstand. Auf die Kreditbedürfnisse dieser Gruppen muß das reorganisierte deutsche Bankwesen unter allen Umständen in stärkstem Maße eingestellt werden. Das ist nicht nur eine Forderung des Mittelstandes, sondern ich habe von zweien unserer hervorragendsten Industriellen in den vergangenen Wochen immer und immer wieder Ausführungen gehört, die dahin gingen: Es hat wirklich keinen Zweck. die kleine und mittlere Industrie zum Erliegen zu bringen, selbst vom Standpunkt der Großindustrie aus, im Gegenteil, wir sehen es als unbedingt notwendig an, daß diese kleine und mittlere Industrie auch in Zukunft als bester Käufer der deutschen Großindustrie erhalten und gestärkt wird. Was ich hier von der kleinen und mittleren Industrie gesagt habe, gilt in gleicher Weise tür den ganzen Mittelstand. Die verschiedenen Herabsetzungen der Beamtengehälter sind eine außerordentliche Härte gewesen, aber ich habe schon in einem früheren Stadium ausgesprochen, daß wir durch diese rechtzeitigen Herabsetzungen dem deutschen Beamtentum einen außerordentlichen Dienst erwiesen haben. Das wird man in Zukunft anerkennen, und man beginnt schon, es anzuerkennen, denn nach meiner Meinung gibt es nichts Gefährlicheres und nichts. was den Glauben an eine sichere Disposition der öffentlichen Hand stärker erschüttert, als wenn die Beamtengehälter und ähnliche Ausgaben des Staates tropfenweise im Laufe eines Monats ausgezahlt werden müssen. Das schädigt den Gedanken des Berufsbeamtentums ganz außererdentlich. Das Berufsbeamtentum wird immer gesichert sein, wenn seine Führer den Mut haben, abzusehen von taktischen, von agitatorischen Dingen und den eigenen Berufskollegen die Pflicht zum Opfer gegenüber dem Staat klarzumachen, so wie unsere Freunde aus der Zentrumspartei und auch über die Partei hinaus, soweit sie Beamtenführer sind, es getan haben. Sicherer als andere verfassungsmäßige Bestimmungen, die nie von dieser Reichoregierung angetastet werden, ist noch immer der Glaube des Volkes an die unbedingte Rotwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Institution des Berufsbeamtentums. Diesen Glauben schafft und stabilisiert man, wenn man seinen eigenen Berufskollegen sagt, daß die Opfer, wie sie gefordert worden sind, notwendig waren im Interesse des ganzen Staates, des ganzen Volkes, in diesem Sinne aber auch im Interesse des Beamtentums. Ich habe bereits früher schon gesagt, daß die Etatslage des Jahres 1932 überall außerordentlich schwierig und ernst werden wird. Wir werden uns darauf einstellen müssen, daß wir auch neue Opfer vom Volke zur Sicherung des Etats der öffentlichen Hand verlangen müssen. Das Zweite ist, daß es gelingen muß und gelingen wird, durch eine Reihe von Maßnahmen, die allerdings getragen sein müssen auch von der pspchologischen Verantwortung der zu den Geratungen mit hinzugezogenen Kreise, daß der Schrumpfungsprozeß in der Wirtschaft aufgehalten wird, daß dieses Aufhalten des Schrumpfungsprozesses bei der kleineren und mittleren Industrie, beim Handwerk auch durch eine nach der einen oder anderen Seite anders eingestellte Politik der Banken in kürzester Irist erfolgen muß. Es ist die Aufgabe, das Genossenschaftswesen zu konsolidieren, unter allen Umständen in allen öffentlichen und privaten Kreditinstituten schnellstens zurückzukehren zu den absolut soliden Marimen der Vorkriegszeit. Das ist das Entscheidende und viel wichtiger, als jeden Augenblick einzelnen Instituten oder größeren Organisationen Staatshilfe zu bieten. Und endlich wird es die Aufgabe sein, dafür zu sorgen, daß in den nun beginnenden Verhandlungen und Besprechungen eine Lösung des Reparationsproblems erfolgt, die dem deutschen Volke erträglich ist und die außerdem der ganzen Welt das Vertrauen wiedergeben kann, daß nunmehr nicht mehr erneut von der Seite der Reparationen eines Tages das Kreditsystem der Welt gefährdet werden kann. Dazu gehört es, daß gleichzeitig mit den Repara tinosfragen die Stillhaltefrage so gelöst wird, daß wir luch nach innen und außen von der Seite der privaten kurzfristigen Kredite eine absolute Beruhigung der Atmosphäre im In= und Auslande und damit auch eine Sicherstellung unserer ganzen wirtschaftlichen Unternehmungen, Pläne und Maßnabmen erreichen. Sicherlich ist es so, daß gerade dieser Winter dem deutschen Volke die schwerste Nervenprobe auferlegen muß. Aber soll es sich denn wieder in der Geschichie wiederholen, wie so oft in den letzten anderhalb Jahrzehnten, daß im letzten Augenblick, wo man so weit ist, daß man die Aussichten in eine bessere Zukunft hat, das deutsche Volk die Nerven verliert? Dagegen müssen wir uns wenden, und dagegen werden Sie mit uns kämpfen bis zum äußersten. Es ist möglich durchzukommen und in eine bessere Lage zu gelangen, aber eines ist die Voraussetzung, daß man dem Volke auch klar macht, daß eines nur letzten Endes diese Dinge tragen kann und tragen muß zu einer sicheren Zukunft hin, wenn das deutsche Volk etwas wiedergewinnt, wat es doch vielleicht in der Vergangenheit in starkem Maße verloren hat: Aus dem christlichen Glauben ergibt sich auch der Glaube an die eigene Kraft. Wer einen religiösen Glauben hat, wer verankert ist in etwas Anderem, der ist auch in der Lage, hineinzusehen in eine dunkle Zukunft, wo man nicht alles mathematisch und rational vorher errechnen kann. Es muß das wieder in das Volk hineinkom. men, was es auch schon in früheren entscheiden. den Stunden der Geschichte bewiesen hat, daß man nicht verzagt, wenn alles dunkel ist, daß man nicht nur an das Chaos glaubt und in Resignation versällt, sondern daß man einen religtösen Glauben hat und aus diesem Glauben die Kraft gewinnt, mutig den Dingen entgegen. zutreten, jede Aufgabe anzugreisen, mag sie noch se hart sein. Wenn man diese Seistesein. stellung im deutschen Volke wieder erreicht, so wird das deutsche Velf, das gepeinigt und be. drückt wird, sich letzten Endes trotz aller Schwie: rigkeiten in der ganzen Welt, an Grund seinen Glaubens, auf Grund seiner Kraft, auf Grund eines Bleißes endlich einmal sicher durchsetzen. Die Rede wurde von der Versammlung mit sehr slarkem Beifall ausgenommen, der sich schließlich zu einer lebhaften Rundgebung für Reichskanzler Dr. Brüning steigerte. Die Haltung, die die Versammlung und darüber hinaus die ganze Partei zu dem Reichskanzler Brüning einnimmt, faßte Prälat Kaas in seiner Dankrede an den Kanzler in die Worte zusammen „Dem Fachmann B üning unser Vertrauen, dem Staatsmann unsere Gefolgschaft, dem Kämpfer unsere kameradschaftliche Treue!“ Die Schmugglerjagd in Rachen Berlin, 4. Nov. Der nationalsozialistische Abgeordnete Kube hat im Preußischen Landtag unterm 14. August folgende Kleine Anfrage eingebracht: „In unglaublicher Weise hat die Aachener Polizei bei der Verfolgung eines angeblichen Schmugglerwagens das Leben zahlreicher Passanten gefährdet. Dabei ist ein völlig unbeteiligter junger Mann von der Aachener Polizei getötet worden. Der Bevölkerung aller Stände und Schichten hat sich eine begreifliche Erregung über die Schießerei der Polizel bemächtigt. Ich frage das Staatsministerium: 1. Welcher Beamte trägt die Verantwortung für die Tötung des erwähnten Volksgenossen? 2. Ist von seiten der Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlaggegen den verantwortlichen Beamten und gegen den, der den tödlichen Schuß abgegeben hat, erhoben worden? 3. Welche Disziplinarmaßnahmen sind gegen die Leitung der Aachener Polizei, die Derartiges duldet, durchgeführt worden? 4. In welcher Weise werden die Hinterbliebenen des Getöteten entschäbtgt?“ Die Antwort des preußischen Innenministers, die jetzt veröffentlicht wird, lautet: „Es handelt sich um die durch ein Ueberfallkommando der staatlichen Polizeiverwaltung Aachen vorgenommenen Verfolgung eines mit Kaffee beladenen niederländischen Schmuggelautos, das die deutsche Zollstelle, ohne anzuhalten, in Richtung Aachen durchfahren hatte. Der Gebrauch der Schußwasse, der nach den gesetzlichen Bestimmungen berechtigt war, erfolgte in den zur Nachtzeit fast menschenleeren Straßen Aachens. Daß dabei gleichwohl ein Zuschauer, der durch die Schüsse angelockt wurde, tödlich verletzt wurde, ist auf einen bedauerlichen Zufall zurückzuführen. Der Oberstaatsanwalt in Aachen hat das gegen den Urheber des tödlichen Schusses eingeleitete Ermittlungsverfahren eingestellt, weil dieser sich nach dem Ergebnis der Ermittlung bei der Abgabe des Schusses in Notwehr befunden hat.— Dadurch erübrigt sich die Beantwortung der Fragen 1 bis 3. Nach den bisherigen Feststellungen sind Angehörige des Getöteten, zu deren Unterhalt eine Verpflichtung vorläge, nicht vorhanden. gez. Severing.“ Voruntersuchung wegen Hochverrats Berlin, 3. Nov. Gegen den kommunistischen FunkUeberbrü tionär Klaus ütz ist nunmehr wegen des bei ihm gefundenen Sprengstofflagers die Voruntersuchung wegen Hochverrats und Verbrechens gegen das Sprengstoffgesetz eröffnet und gleichzeitig Haftbefehl erlassen worden. Ueberbrück ist noch am Samstag in das Untersuchungsgefängnis übergeführt worden, wo jetzt seine Vernehmung durch den Untersuchungsrichter des Reichsgerichts, Landgerichtsdirektor Braune, beginnt. Da Dr. Braune in Berlin amtiert, wird eine Ueberführung nach Leipzig vorläufig nicht erfolgen. Aushebung einer kommunistischen Paßsälscherwerkstatt Wien, 4. November. Unter dem Verdacht, Pässe und andere Urkunden gefälscht zu haben, hat die Polizei den Reichsdeutschen Willv Klose und den österreichischen Kommunisten Emmerich Kliewer verhaftet. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung sand die Polizei eine Druckmaschine, zahlreiche rmulare von Pässen, Taufscheinen und Heimatscheinen, Chemikalien und sonstige Materialien, die zur Fälschung, besonders ausländischer Urkunden dienten. Die Fälschungen sollen in großem Umfange betrieben worden sein. Lloyd George legt den Vorsitz der liberalen Fraktion nieder London, 4. Nov. Lloyd George erklärte in einem Schreiben an Sir Herbert Samuel, daß er von dem Zeit gefühl standen gen rt worden sei. in keiner Weise einvergenehen. 20000 Siedlerstellen und 30000 Kleingärten Ein Sechsmonatsplan des Siedlungskommissariats. Berlin, 5. Nov. Im Reichsarbeitsministerium hat das neue Reichskommissariat für die Siedlung mit einem kleinen Stab von Sachbearbeitern seine Tätigkeit ausgenommen. Wenn nicht unerwartete Schwierigkeiten auftauchen, werden am 10. November die allgemeinen Richtlinien des Reichskommissars veröffentlicht werden. Vorgesehen ist ein Sechsmonatsplan, für dessen Durchführung man##"—.——„ vom werden. Land umfassen und nur eine einfache Wohngelegenheit sowie die notwendigste Elnrichtung an Geräten und Kleinvieh erhalten. Eine solche Erwerbslosensiedlerstelle soll in ihren Gesamtkosten 2500 Mark nicht übersteigen. Damit die Reichsmittel für eine möglichst große Zahl von Stellen nutzbar gemacht werden können, soll versucht werden, auch fremde Mittel flüssig zu machen, die als Sicherheit vor den Reichsdarlehen stehen. Das Halbjahresprogramm rechnet etwa mit der Schafffung von 20000 Siedlerstellen und 30000 Kleingärten, deren Kosten man auf 100 bis 200 Mark herunterzudrücken hofft. Für die Siedlerstelle soll die Belastung der Erwerbslosen mit Rentenzahlung 12 bis 15 Mark im Monat nicht übersteigen. Bei der Auswahl der Siedlungsbewerber sollen langfristig Erwerbslose und Kinderreiche besonders berücksichtigt werden. Im Lohnstreit der Deutschen ReichobahnGesellschaft werden die Schlichtungsverhandlungen am Dienstag, den 10. Rovember, in Berlin wieder ausgenommen. Die Verhandlungen sinden vor dem Sonderschlichter, Oberlandesgerichtsrat Dr. Joetten, Röln, statt. Eisenbahner=Kundgebung in Röln Der Reichstagsabgeordnete Groß(Stuttgart) spricht am Sonntag, dem 8. November, vormittags 10½ Uhr im großen Saale des„Gildenhauses" in Köln in einer Kundgebung der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner. Reichstagsabgeordneter Groß ist Sachverständiger über Eisenbahnerfragen im Deutschen Reichstage und dürfte aus diesem Grunde der Besuch dieser Kundgebung durch alle Eisenbahner wertvoll sein. Groß wird sich vor allen Dingen mit der zukünftigen Entwicklung des Berufsbeamtentums und der Erhaltung des Arbeitsplatzes bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigen. „Richts von wesentlichen Rechten opferr“ Lavals Aufsassung von der internationalen Zusammenarbeit Paris, 5. Nov. Ministerpräsident Laval war heute Gast des amerikanischen Klubs von Paris. Bei dieser Gelegenheit hielt er eine Rede, in der er es als Pflicht der beiden gesund und kräftig gebliebenen Länder Frankreich und Amerika bezeichnete, sich gemeinsam um die Wiederherstellung des Vertrauens und des Kredites zu bemühen. Er habe auf seinen Reisen durch die verschiedenen Hauptstädte die Ueberzeugung gewonnen, daß die verschiedenen Regierungen die gebieterische Pflicht hätten, alles für die Währung und Festigung des Friedens zu tun. Man müsse die Vorurteile, die die Völker trennten, beseitigen, und dürfe aber nichts von den wesentlichen Rechten opfern, für die sie vor ihren Ländern verantwortlich seien. Zum Schluß betonte Laval nochmals, wie notwendig es sei, daß Frankreich und die Vereinigten Staaten mehr und mehr zusammenarbeiteten. Französische Einfuhrdrosselung Kohle und Porzellan Paris, 4. Novdr. Der Ministerpräsident Ladal hat heute Vertreter der Arbeitergewerkschaften aus dem nordfranzöstschen Bergwerksgebiet empfangen. Diese forderten dringlich eine strenge Durchführung der Beschlüsse zur Verminderung ausländischer Kobleneinfudr, um die Arbeitslosigkeit einzudämmen. Laval glaubte wegen des durch die Wirtschaftskrise verringerten Kohlenverbrauchs die Forderung der Gewerkschaftsvertreter billigen zu müssen. Er sagte eine weitere Drosselung der Kohleneinfuhr zu. Das Handelswinisterium hat seit einiger Zeit Verdandlungen zwischen der französischen PorzellanIndustrie auf der einen, der deutschen und der tschechoslowakischen auf der andern Seite in die Wege geleitet. Die Franzosen streben dabei gleichfalle eine Drosselung dieser„für die Zukunft einer der altesten französischen Industrien beunruhigenden" Einfuhr an. Bisher waren bereits eine Reihe von Besprechungen in Paris, Karlebad, Berlin und Genf geführt worden'. Vom 9. November an sollen im biesigen Handelsministerium die abschließenden Verhandlungen begingen. Man plant den Abschluß neuer industrieller Verständigungen, welche die französtsch=deuschen Wirtschaftsbeziehungen erleichtern würden, unter voller Berücksichtigung der von den französischen Erzeugern gestellten berechtigten Ansprüche. Das beigische Sprachengesetz Im Genat verabschiedet Brüssel, 5. Rov. Der belgische Senat, der zu einer außerordentlichen Tagung zusammengetreten war, beschloß diese gestern mit der Verabschiedung des Sprachengesetzes über die Anwendung des Ilämischen im Mittelschulunterricht. Das Gesetz wurde mit 118 Stimmen gegen eine bei sieden Enthaltungen angenommen. Unter den Stimmen, die weder sa noch nein sagten, befinden sich die Senatoren der flämischen Nationalisten. Sie gaben eine Erklärung ab, in der sie ihr Verhalten damit begründeten, daß zwar das Gesetz einen Jortschritt gegenüber dem setzt gältigen darstelle, daß es aber noch lange nicht weit genug gehe. Das Gesetz, das von katholischer Seite eingebracht war, sieht in groben Jügen folgende Sprachregelung vor. In den rein flämischen Gebieten werden zwei Drittel aller Lehrfächer flämisch erteilt und ein Drittel französtsch. In der Wallonie soll der Unterricht einheitlich französisch werden. Für Brüssel und die Gemeinden der sogenannten Sprachenscheide sind beide Sprachen ungefähr gleichgestellt. In der Anwendung dürfte das Gesetz dabin fübren, daß die Wallonie ihre volle Einsprachigkeit erbält. wäbrend Zlandern zweisprachia bleibt. Dieses Gesetz wird nunmehr in der Kammer zur Behandlung kommen, wo es gleichzeitig mit einem Gesetz über die Neureglung des Grundschulunterrichts verkoppelt wird. Es steht fest, daß die Verhandlungen in der Kammer nicht mit derselben Einmarigreit zu Ende kommen werden wie im Senat, denn in der Kammer liegt eine andre parlamentarische Kräftegliederung vor. Der Krieg in der Mandschurel Mukden, 5. November. Nach dem neuesten Bericht von dem Kampffeld am Ronnifluß ist eine Wendung zugunsten der Japaner eingetreten. Wie das sapanische Hauptquartier mitteilt, haben die sapanischen Truppen nach einem furchtbaren Angriff auf den linken Zlügel der Chinesen mehrere befestigte Stellungen östlich von Iputschih eingenommen und stoßen setzt in der Gegenoffensive nach Nordwesten vor. Zurzeit finden überaus erbitterte Kämpfe statt. Wie weiter mitgeteilt wird, soll der chinesische General Ma versuchen, in aller Eile Verstärkungen heranzuziehen. Schlußdienst. Explosion auf einem Dampfer Jabrikdrände in Thüringen 4. Nov. In der Nacht zum Mittwoch richteten mehrere Brände im Kreise Arnstadt großen Schaden an. Durch ein Großfeuer wurde die Thüringer Gelantine=Fabrik in Stadtilm bis auf das Siede= und Kesselhaus vernichtet. Der Brand gefährdete ein ganzes Stadtviertel. Ueber 100 Arbeiter sind brotlos geworden. Bei Ausbruch des Feuers befand sich die Stadtilmer Motorspritze gerade in Hettstedt, wo ein Gehöft in Flammen stand. Kurz nachdem die Ilmenauer Motorspritze nach Stadtilm geeilt war, mußte sie zurückgerufen werden, da in Ilmenau ebenfalls ein Großfeuer ausgebrochen war. Dort wurde die Isolierflaschenfabrik Urania durch einen Brand vollkommen in Asche gelegt. Die Zahl der durch dieses Feuer brotlos gewordenen Arbeiter beträgt etwa 60. Ueber die Entstehungsursache der Bräude ist noch nichts bekannt. Schluß des Sechstagerennens Broccardo—Tietz die Sieger in Berlin vor Schön—Göbel Rausch—Hürtgen nur an achter Stelle Selten hat man einem Sechstageschluß so mit Spannung entgegengesehen wie dem des 2o. Berliner am Donnerstagabend. Noch bei Aufhedung der Neutralisation lagen zwei Paare punktegleich in Front und erst am Nachmittag konnten Broccardo=Tletz einen kleinen Punktevorsprung vor Funda Charlier erzielen. In den Adendstunden verringerte sich das Feld durch die Aufgaben von Kroschel und Kroll, so daß Ehmer=Maidorn eine neue Mannschaft bildeten, die auch bald eine Bahnlänge gutmachte. In der vorletzten Stunde war das Feld sehr nervös, die Unruhe steckte alle Teilnehmer an. Richli=Siegel, Ehmer=Maidorn und Rausch=Hürtgen kamen wiederholt gut weg, doch als Funda=Charlier, wieder aufschlossen, wurde die Jagd jedesmal gestoppt. Odwohl sich die Fahrer mit Argusaugen beobachteten konnten Schön=Göbel und Broccardo=Tietz erneut davonziehen und fost eine halbe Runde gew unen, doch Funda=Charlier kamen noch einmal heran. Tietz war unermüdlich und in bravouröser Fahrt gelang es ihm, dank der tarkräftigen Unterstügzung von Broccardo dem gesamten Felde eine Kunde abzunehmen und sich allein an die Spitze zu setzen. In diesem Momene suhr der Belgier Charlier sehr schwach und als später Göbel=Schön ebenfalls eine Ueberundung glückte, wurde die deutsch=belgische Mannschaft sogar auf den 3. Platz zurückgeworfen. Der Kölner Hürtgen stürzte bei zwei Reifenschäden, kam aber mit dem Schrecken davon. Die Schlußrunde begann sehr ruhig und auch die einzelnen Spurts brachten wenig Aufregung. Gesamtergebuis: 1. Broccardo=Tietz 118 P. Eine Runde zurück: 2. SchönGöbel 2 9 P. 3. Funda=Eharlier 195 P. Zwei Runden zurück: 4. Richli=Siegel 268 P.; 5. Wolke=Wamdst 144 P. Drei Runden zurück: 6. Bulla=Miethe 196 P. 7. Ehmer=Maidorn 156 P., 8. Rausch=Kürtgen 130 B. Sechs Runden zurück: 9. Petri=Manthey 264 P. Zurückgelegt wurden in 145 Stunden 3249.320 Klm. Acht Opfer W7B San Pedro(Kalifornien), 5. Rovember. An Bord des Schlachtschiffes Polorado ereignete sich eine Explosion, der acht Mann der Besatzung zum Opfer sielen. Eine Frau vergiftet sich und ihre 4 Kinder Dresden, 5. Nov. In der vergangenen Nacht hat die 38 Jahre alte Frau eines hiesiger. Postschaffners sich und ihre vier Kinder im Alter von ein bis zwölf Jahren mit Leuchtgas vergistet. Aus einem Abschiedsbrief der Frau ergibt sich zwar die Absicht des freiwilligen Todes, aber nicht der Beweggrund. Beim Eintreffen der Polizei war bei allen fünf Toten bereits die Leichenstarre eingetreten. Der Sohn einer Pförtnerin erwürgt Berlin, 5. Nod. In einem Haus der von den Maiunruhen her bekannten Kösliner Straße im Norden der Stadt wurde heute mittag der 19 Jahre alte Sohn einer Pförtnerfrau tot aufgefunden. Die Täter hatten es wohl auf die einkassierten Mieten abgesehen. Ganzes Bauerngehöft durch Felosturz zerstört Durch die seit einigen Tagen in Norwegen herrschenden außerordentlich starken Regenfälle hat sich in der Nacht zum Mittwoch ein Felssturz im Westlande ereignet. In dem Kirchspiel Viki ist ein ganzes Bauerngehöft von einem abstürzenden Fels verschüttet worden. Von den sieben Bewohnern des Hofs konnten nur vier gerettet werden, während die übrigen drei, darunter zwei Frauen, unter dem Geröll ums Leben kamen. Das Vieh des Gehöfts wurde erschlagen. Auch aus andern Gegenden des Westlandes werden große Felsstürze gemeldet, durch die mehrere Gehöfte zerstört worden sind. Geschoßerplosion auf einem Ererzierplatz Zwei Soldaten schwer verletzt. Thoru, 4. Nov. Auf dem Exerzierplatz in Thorn explodierte ein Beichoß im Rohr eines 7, cm Geschützes. Zwei Soldaten erlitten schwere Verletzungen und wurden in hoffnungslosem Zustand in das Militärlazarett eingeliefert. Ein Offizier und ein Artillerist erlitten leichtere Verletzungen. Sprechstunden der nachmittags# Auaste Die Ortskran Krankenscheine Kasse oder bei Dieses Verfahr manchen Versich lichkeiten. Der 1 Acheitgeber per ermächtigen, sot Verpflichtung de dürfte der Arbe den Krankenschei von der Erkran bisher häufig die Beschäftigte sein hat und er dahe der Beschäftigte Grund des Fer für den Arbeitg damit er weiß, abmelden muß, hältnis durch sei Fällen muß der da er satzungsger Eingangs der### muß. Im Fall braucht die Abme für die Dauer träge zu zahlen stellung des Kro für den Versiche lichkeit. Der Ar kenschein auf der dadurch Wege un Der Arbeitgeb enschein ars“. von 50 Apfg. er Der Krankenschei Tatsache enthalte hiernach abgefaßt gewissen Bedarf Dadurch, daß de welcher die Besch führung der Gel stellt, haftet er Betrag. Der Kra dar. Ferner hat er einen Kranker und solange der 1 steht. Es wird wenn die Arbeit; fordert, um im krank zu feiern. seltene Erscheinun vor, daß der Ver hin: Wird erst bei ein Krankenschein Versicherten an di ist also dann ul auszustellen. 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Ausstellung von Krankenscheinen Die Ortskrankenkasse in Heinsberg teilt mit: Die Krankenscheine wurden bisher ausschließlich bei der Kasse oder bei den früheren Sektionen ausgestellt. Dieses Verfahren hat sich überlebt und führt für manchen Versicherten zu Laufereien und Umständlichkeiten. Der Vorstand hat deshalb beschlossen, die Arbeitgeber zur Ausstellung von Krankenscheinen zu ermächtigen, soweit diese hierzu bereit sind. Eine Verpflichtung der Arbeitgeber besteht nicht. Indessen dürfte der Arbeitgeber ein Interesse daran haben, den Krankenschein selbst auszustellen, weil er dadurch von der Erkrankung schnellstens erfährt. Er wird bisher häufig die Erfahrung gemacht haben, daß der Beschäftigte seine Erkrankung ihm nicht gemeldet hat und er daher nicht wußte, aus welchem Grunde der Beschäftigte von der Arbeitsstelle fernblieb. Der Grund des Fernbleibens von der Arbeitestelle ist für den Arbeitgeber auch deshalb von Wichtigkeit, damit er weiß, ob er den Versicherten von der Kasse abmelden muß, wenn dieser das Beschäftigungsverhältnis durch sein Ausbleiben gelöst hat. In solchen Fällen muß der Arbeitgeber sich vor Schaden schützen, da er satzungsgemäß die Beiträge bis zum Tage des Eingangs der Abmeldung bei der Kasse fortzahlen muß. Im Falle der Krankheit des Versicherten braucht die Abmeldung nicht vorgenommen werden, da für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit keine Beiträge zu zahlen sind. Andererseits bedeutet die Ausstellung des Krankenscheines durch den Arbeitgeber für den Versicherten eine begrüßenswerte Bequemlichkeit. Der Arbeitnehmer kann sich seinen Krankenschein auf der Arbeitsstelle geben lassen; er spart dadurch Wege und Zeit. Der Arbeitgeber hat bei Ausstellung der Krankenscheine folgendes zu beachten: Für jeden Krankenschein muß er vom Versicherten eine Gebühr von 59 Apfg. erheben und an die Kasse abführen! Der Krankenschein muß die Bescheinigung über diese Tatsache enthalten. Die Krankenscheinvordrucke sind hiernach abgesaßt und können dieselben für einen gewissen Bedarf bei der Kasse angesordert werden. Dadurch, daß der Arbeitgeber ven Krankenschein, welcher die Bescheinigung über Erhebung und Abführung der Gebühr von 50 Rpfg. enthält, ausstellt, haftet er der Kasse gegenüber für den gen Betrag. Der Krankenschein stellt also eine Urkunde dar. Ferner hat der Arbeitgeber zu beachten, daß er einen Krankenschein nur ausstellen darf, wenn und solange der Versicherte bei ihm in Beschaftigung steht. Es wird vorkommen, daß ein Beschäftigter, wenn die Arbeit zu Ende ist, sich einen Krankenschein fordert, um im Anschluß an die Arbeitslosigkeit krank zu feiern. Diese Fälle sind leider eine nicht seltene Erscheinung. Selbstverständlich kommt es auch vor, daß der Versicherte wirklich krank ist. Immerhin: Wird erst bei Ende der Beschäftigung oder später ein Krankenschein gefordert, muß der Arbeitgeber den Versicherten an die Kasse verweisen. Der Arbeitgeber dann nicht berechtigt, den Krankenschein auszustellen. Tut er es doch, so haftet er der Kasse für einen eventuellen Schaden. Ein solcher kann entstehen, wenn nach Gesetz oder Satzung kein Anspruch auf Krankenhilfe besteht, da nach dem Ausscheiden aus der Beschäftigung die vorgeschriebenen Versicherungszeiten erfüllt sein müssen. Die größeren Arbeitgeber können die Krankenscheingebühren gesammelt jeden Monat unter Bezeichnung der betr. Personen zugleich mit den Beiträgen an die Kasse abführen. Soweit der Arbeitgeber den Krankenschein nicht ausstellt, muß natürlich der Versicherte denselben bei der Kasse anfordern. Dies muß nicht persönlich geschehen, sondern kann auch schriftlich erfolgen; allerdings muß die Krankenscheingebühr von 50 Rpfg. in Briefmarken sowie Porto für Uebersendung beigefügt werden. Für die Familienhilfe können die Krankenscheine nur bei der Kasse beantragt werden, da hierbei Fristen zu beachten sind. Der Arbeitgeber ist also zur Ausstellung von Familienkrankenscheinen nicht berechtigt. Rotkundgebung der Geflügelwirtschaft Aus der Eierverwertungs genossenschaft wird uns geschrieben: Der katastrophale wirtschaftliche Zusammenbruch der deutschen Geflügelzucht veranlaßt den Club Deutscher Geflügelzüchter, Gau Rheinland, unterstützt von den rheinischen Mitgliedern des Bundes Deutscher Geflügelzüchter, dem Verband rheinischer landwirtschaftlicher Genossenschaften e. V., Köln und dem Rheinisch=Trierischen Genossenschaftsverband Raiffeisen, Koblenz zur Veranstaltung einer großen die einzelnen ück: 2. Schön. i Runden zut 144 P. Drei hmer=Maidorn unden zurück: in 145 StunRotkandgebung der rheinischen Geflügelwirtschaft, am Tonntag, dem 8. November 1931, vorm. 11 Uhr Im großen Saale der Kölner Bürgergesellschaft, Köln, Appellhosplatz. Dem so erfreulichen Aufstieg der deutschen Geflügelund Eierproduktion in den letzten Jahren ist ein geradezu vernichtender Rückschlag gefolgt, den aufzusangen nicht nur die direkt betroffenen Produzentenkreise, sondern schlechtweg jeder Deutsche aus volkswirtschaftlichen Gründen das denkbar größte Interesse hat, gehen doch jährlich Hunderte von Millionen deutschen Geldes für Erzeugnisse der Geflügelwirtschaft ins Ausland, die ohne Schwierigkeit im Inlande produziert werden können. Herr Professor Dr. Beckmann von der landwirtschaftlichen Hochschule in Vonn wird das Hauptreferat über die Zatastrophale Rotlage der deutschen Geflügelzucht halten. Der Regierung soll ein in sorgfältigster Vorarbeit vorbereiteter Vorschlag für die mögliche Hülfe übermittelt werden. Die Teilnahme an dieser Kundgebung ist allen Geflügelbaltern dringend zu empfehlen. 50jähriges Stisttunggfest (=) Der Marienchor begeht am kommenden Sonntag, dem 8. ds. Mts. die Feier des 50jährigen Bestehens. Morgens ist in der Pfarrkirche feierliches Hochamt für die lebenden und verstorbenen Mitglieder des Chors. In der Schützenhalle findet ein Unterhaltungsabend statt, für den die verschiedenartigsten Gesangvorträge wie auch theatralische Darbietungen ein gut ausgewähltes Programm bilden. Gewiß eine Seltenheit Esseld. Bei einer hiesigem Famille hatte sich über Nacht der Viehbestand um 3 Stück vergrößert. Die schwarze Kuh hatte nämlich 3 gleichfardige und fast gleichschwere Käldchen zur Welt gebracht. Das 1. wog 55, das zweite 54 und das dritte 51 Pfd. Es ist wirklich eine Freude, dieses gesunde und muntere Kleeblatt zu besichtigen. Besitzerin ist Wwe. Heinrich Rauschen Nr. 51. Versouenstandsanfpahen: Havert, 6. Nov. Bei der am 10. Oktober 1931 stattgesundenen Personenstandsaufnahme zählte a. die Gemeinde Havert 1349(1328) Einwohner b. die Gemeinde Millen 441( 427]„ c die Gemeinde Tüddern 898( 864)„ d. die Gemeinde Hoengen 1042(1030)„ e. die Gemeinde Saeffelen 846( 815 zus. 4576(4473 Linwoyner Der Amtsbezirk Havert umfaßt somit 2688(2619) und der Amtsdezirk Saeffelen 1838(1854) Seelen. Die Angaben in Klammern stellen die Personenstandsaufnahme des Vorjahres dar. Sammlung für die Kriegsgräber im Auslande Havert=Saesselen, 4. November. Trotz der großen Not der Zeit und obschon in diesem Jahre außerordentliche Ansprüche an die Bevölkerung auf dem Gebiete der Wohltätigkeit gestellt wurden, zeigt doch das Ergebnis, daß man volles Verständnis für den Zweck dieser Sammlung hat. Es ergaben die Sammlungen: in der Gemeinde Havert 79.32 RM., in der Gemeinde Millen. 24.91 RM., in der Gemeinde Tüddern 16.39 RM., in der Gemeinde Hoengen 44.23 RM., in der Gemeinde Saeffelen 41.80 RM., zusammen 209.65 RM. Aus Nachbarkreisen Gem=inderatssitzung in Gangelt Sangelt, 4. Nov. Unter dem Vorsitze des Bürgermeisters und Gemeindevorstehers: Laumen hatte sich gestern nachmittag um 4 Uhr die Gemeindevertretung Gangelt im Sitzungssaale des Rathauses zu Gangelt versammelt und saßte folgende Beschlüsse: 1. Die Rechnnung der Gemeinde Gangelt für das Rechnungsjahr 1930 wird nach erfolgter Vorprüfung durch die Rechnungsprüsungskommission festgestellt in Einnahme auf 143187,34 Rm. und in Ausgabe auf 139055,10 Rm. Der Verwaltung und dem Amtsrentmeister wird Entlastung erteilt. 2. Ein Antrag auf Ermäßigung der Gemeindesteuern wird insofern stattgegeben, als die Hälfte der an die Gemeinde Gangelt zu zahlenden Steuern bis zum Jahresschluß gestundet wird, mit der Maßgabe, daß die erste Hälfte sofort zu zahlen ist. 3. Die in der Sitzung vom 26. 1. 31 auf einen besonderen Antrag hin beschlossene Stundung der Pacht für 1930 wird mit sosortiger Wirkung aufgehoben. 4. Der Punkt betreffend die Neuordnung des Begräbnis= und Privatbegräbnisses wird vertagt. Die Sitzung fand gegen 6½ Uhr ihren Abschluß. Gemeinderatssitzung in Schümmerquartier Gangelt, 5. Nov. Unter dem Vorsitze des Bürmeisters Dr. Laumen hatte sich gestern nachmittag um 5 Uhr der Gemeinderat Schümmerquartier zu einer Sitzung im Schulsaale zu Brüxgen versammelt. Als einziger Punkt stand auf der Tagesordnung die Wahl eines Gemeindevorstehers und Stellvertreters für den Bereich der Gemeinde Schümmerquartier, wozu die Vertretung folgenden Beschluß faßte: Durch Akklamation wird einstimmig der Landwirt Wilhelm Wilms aus Schümmerquartier als Gemeindevorsteher gewählt, der erklärte, die Wahl anzunehmen. Zum stellvertretenden Gemeindevorsteher wurde einstimmig der Landwirt Leonhard Corsten aus Hastenrath gewählt. Bevölkerungsbewegung im Monat Oktober 1931 Gangelt, 5. Nov. Der Bevölkerungsstand am 30. September 1931 stellte sich im Amtsbezirk Gangelt auf 2207 männliche und 2651 weibliche Personen; im Amtsbezirk Schümmerquartier auf 535 männliche und 558 weibliche Personen. Im Monat Oktober sind zugezogen: Im Amtsbezirk Gangelt 4 männliche und 7 weibliche Personen, im Amtsbezirk Schümmerquartier 2 männl. und 5 weibliche Personen. Es wurden geboren: im Standesamtsbezirk Gangelt 2 männl. und 2 weibl. Personen; im Standesamtsbezirk Stahe keine Geburten, im Standesamtsbezirk Birgden keine männl. und 4 weibliche Personen, im Standesamtsbezirk Schümmerquartier 2 männliche und 2 weibliche Personen. Es sind gentorben: im Standesamtsbezirk Gaugelt 1 männliche und 2 weibliche Personen, im Standesamtsbezirk Stahe 1 männl. und keine weibl. Person, im Standesamtsbezirk Birgden 1 männliche und keine weibl. Person, im Standesamtsbezirk Schümmerquartier 2 männliche und keine weibl. Person. Es wurden Ehen geschlossen: im Standesamtsbezirk Gangelt keine Eheschließung, im Standesamtsbezirk Stahe ebenfalls keine, im Standesaamtsbezirk Birgden 1 Eheschließung, im Standesamtsbezirk Schümmerquartier 1 Eheschließung. Der Bevölkerungsstand am 31. Oktober 1931 stellte sich daher im Amtsbezirk Gangelt auf 2203 männliche und 2649 weibliche Personen, gegenüber 2207 männliche und 2651 weibliche Personen im Monat September, im Amtsbezirk Schümmerquartier auf 533 männliche und 560 weibliche Personen, gegenüber 534 männliche und 557 weibliche Personen im Monat September 1931. Die beiümbste Prabinzhelumlage Geilenkirchen, 5. Nov. Der Kreisausschuß der Kreises Geilenkirchen, der keinerlei kurzfristige Kredite bei der Landesbank der Rheinprovinz aufgenommen hat, sprach sich in seiner letzten Sitzung gegen die vom Minister des Innern diktierte Erung der Provinzialumlage aus, durch die der Kreis eine Nachtragsumlage von rd. 40000 Mark erheben müßte. Er beschloß nach längerer Beratung einmütig, gegen diese Erhöhung der Provinzialumlage, die ein glattes Geschenk des Kreises an die Landesbank sein würde, nach Paragraph 28 des Kreisund Provinziglabgabengesetzes Einspruch beim Provinzialausschuß zu erheben. Wenn dessen Entscheidung ungünstig ausfallen sollte, will man Klage beim Oberverwaltungsgericht einleiten. Stedtderochneten=Sihung Erkelenz, 4. Nov. In der heutigen Stadtverordneten=Sitzung berichtete der Vorsitzende, Bürgermeister Spitzlei über die Finanzlage der Stadt und deren murmaßliche Gestaltung bis Ende des Rechnungsjahres 1931. Der Haushaltsplan für 1931 wies einen ungedeckten Fehlbetrag von 54.500 Rm. auf. Nach der in diesen Tagen gefertigten Zusammenstellung der mutmaßlichen Rechnungsergebnisse muß damit gerechnet werden, daß am Jahresschluß ein ungedeckter Fehlbetrag von rund 31000 Rm. vorhanden sein wird. Aus dem Rechnungsjahre 1931 ergibt sich ein Fehlbetrag von rund 61000 Rm., aus 1929 und 1930 sind rund 60000 Rm. Fehlbetrag vorhanden. Von dem Gesamtsehlbetrag von 121 000 Rm. sind gemäß Beschluß der Stadtverordnetenversammlung mit Genehmigung des Bezirksausschusses 90000 Rm. durch einen kurzfristigen Kredit gedeckt worden. Vorsitzender berichtete dann über die Mindereingänge, die infolge von Steuerrückgängen, verminderten Ueberweisungen usw. zusammen die Summe von 52000 Rm. ausmachen. Demgegenüber belaufen sich die durch Einsparungen, Gehaltsstreichungen usw. ersparten Gelder auf 45 200 Rm. Trotzdem bleibt aber ein Fehlbetrag von 31000 Rm. am Jahresende bestehen, vorausgesetzt, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht noch schlechter werden. Die Aussprache bezog sich auf die weitere Erhebung der Bürgersteuer. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Erhöhung der Kreis= und Provinzialabgaben, den erheblichen Rückgang der Reichssteuerüberweisungen und des Gewerbesteueraufkommens, die Beteiligung des Kreises an der Biersteuer sowie die wahrscheinliche Erhöhung der Wohlfahrtsausgaben, ist eine Erhöhung der Bürgersteuer erforderlich geworden. Die Regierung fordert diese Erhöhung; evtl. werde sie durch die Regierung festgesetzt. Um dieser Zwangsmaßnahme aus dem Wege zu gehen und weil eine Steuererhöhung wirklich nicht mehr aufzuhalten war, hat Vorsitzender als Verwaltungsorgan der Gemeinde zum Ausgleich Die llot der Landwirtschaft 500000 Zentner Zuckerrüben verfaulen— Folgen der zweiten Kontingentierung.— Das Ausland kauft den Tentner Zuckerrüben für 40 Pfennig Grevenbroich. Den kleinen Landwirten im KreisGrevenbroich=Neuß(und anderswo ist es nicht besser!) geht es schlecht. Infolge der nachträglichen Herabegung des Zuckerrübenkontlngente durch die Zuckerkonzerne besteht keine genügende Absatzmöglichkeit mehr für die Zuckerrüben. Diese zweite Herabsetzung des Zuckerrübenkontingents erfolgte kurz vor der Ernte, ein anderweitige Rutzbarmachung der Parzellen war dadurch nicht mehr möglich. Schwer betroffen wurde davon besonders das in der fruchtbaren Gilbachniederung gelegene Amt Ebinghoven. Allein in diesem Amt sollen 50.000 Zentner Zuckerrüben nicht abgesetzt werden können. Diese Nachricht lockte viele Ausländer aus Belnen und Frankreich herbei, die die nicht absetzbaren Zuckerrüben, die sonst der Fäulnis ausgesetzt sind, für einen Spottpreis, man spricht von 40 Pfennig je Zentner, aufkausen. Die aufgekauften Rüben werden in Waggons nach Frankreich und Belgien verladen. Ueberall auf den Bahnhöfen sieht man solche Waggons. Das eingenommene Geld reicht nicht einmal aus, um die Pacht zu bezahlen. Es herrscht infolgedessen eine starke Erregung unter der Landwirtschaft. Im Landkreis sollen insgesamt über 500000 Zentner Zückerrüben nicht abzusetzen sein. Durch den billigen Verkauf wird mit einem Ausfall von 300000 Mark gerechnet. Die Landwirtschaft fordert ein Eingreisen der Regierung. Durch die Oeffnung der Elsener Zuckerfabrik, so ist die Meinung der Landwirtschaft, könnte einer großen Anzahl von Erwerbslosen Arbeit verschafft und der so mehr verarbeitete Zucker als verbilligter Zucker an die Erwerbslosen abgelassen werden. Für die rübenliefernden Landwirte würde dann noch ein annehmbarer Preis übrig bleiben. Man bedauert jetzt in Kreisen der Landwirtschaft, daß das Linnicher Projekt einer eignen Bauernzuckerfabrik der Not der Zeit zum Opfer gefallen ist und nicht zur Ausführung kommt. 10 Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1931 Landessatz der Bür des S#######ts: zum Landessatz der Bürgersteuer einen weiteren Zuschlag in Höhe von 100 Prozent festge setzt. Es kommen somit Landessatz und 200 Prozent Zuschlag zur Exhebung. Diese Festsetzung hat die Zustimmung des Oberpräsidenten, die bis zum 26. Oktober erteilt sein mußte, erfahren. Sämtliche Fraktionen des Stadtrates nahmen einmütig gegen die Erhöhung der Bürgersteuer Stellung. Leider müsse man einsehen, daß ein solcher Protest nichts nütze, da ja der Regierungskommissar über den Kopf der Selbstbestimmungskörperschaften hinweg die Erhöhung anordne. 4 Linnicher Pferdemarkt Linnich, 4. Nov. Den am Dienstag abgehaltenen Pferde= und Rindviehmarkt kann man gegenüber anderen Märkten als gut bezeichnen. Es wurden zirka 40 Pferde und 50 Stück Rindvieh ausgetrieben. Efiel angenehm auf, daß die sonst in großer Anzahl vertretenen Zigeuner fast ganz ausgeblieben waren. Aus dem holländischen Grenzbezirk. (=) Diergaarde,(Limb.) Am Sonntag, dem 8. November feiert der hochw. Pater Lambertus im Passionisten=Kloster„Maria=Hoop“ das Fest der 25jährigen Klosterjubiläums. Der Jubilar ist in den deutschen Grenzorten eine bekannte und wegen seines zuvorkommenden Wesen und seiner Diensteifers eine beliebte Persönlichkeit. Pater Lambertus hat auch längere Zeit die Rektoratsstelle in Eschweiler(b. Oberbruch verwaltet. In der Pfarre „Maria Hoop“ ist er mit gutem Erfolg in dem dortigen Arbeiterverein tätig, dessen Leitung in seinen Händen liegt. Möge es dem hochw. Herrn vergönnt sein, noch viele Jahre in unserer Pfarre, wo er allseitig sehr geehrt wird, zu wirken. Zwei Straßenräuber in Heerlen festgenommen Heerlen, 4. Nov. Wie wir s. Zt. berichteten, wurde am Abend des 14. September ein bejahrter Mann zu Heerlerbaan in der Nähe der Hebammenanstalt von zwei Unbekannten überfallen und seiner arschaft im Betrage von 1000 Mark(600 fl.) beraubt. Die Untersuchung ist endlich vom Erfolg gekrönt worden. In den letzten Tagen wurden zwei Deutsche, W. J. K. und G. M., unter dem dringenden Verdacht, zahlreiche Diebstähle begangen zu haben, verhaftet. Sie haben auch den eingangs enwähnten Straßenraub ausgeführt. Sie hatten gesehen, wie der alte Mann das Geld an der Post in Empfang nahm und waren ihm unauffällig gefolgt. An einer einsamen Stelle zu Heerlerbaau überfielen sie ihn und raubten ihm das Geld. Sie haben es in der Zwischenzeit durchgebracht. Die beiden Täter sind in das Maastrichter Gefängnis eingeliefert worden. Sie haben außerdem noch verschiedene Fahrraddiebstähle, die in der Umgebung von Heerlen in letzter Zeit verübt worden sind, auf dem Gewissen. Aus der ferue • Köchin im Bunde mit Einbrechern Nachen, 4. Nov. Ein verwegener Einbruch wurde heute mittag bei hellichtem Tage in der Nizza=All== versucht. Gegen 3.30 Uhr erhielt das Uebersallkommando von bisher unbekannter Seite einen Auruf. der sich auf die lakonische Mitteilung beschränkte: „Ueberfall Rizza=Allee 20“. Die Beamten eilten sofort dorthin, und die Köchin öffnete ihnen in Anwesenheit der Herrschaft die Tür, sagte aber sehr erstaunt, sie wisse von nichts. Vorsichtshalber gingen die Beamten mit der Köchin durch die Zimmer und entdeckten schließlich im Wohnzimmer drei junge Leute, die sich dort zu schaffen machten, die aber auch im gleichen Augenblick schon durch das offenstehende Fenster verschwunden waren und durch den Vorgarten auf die Straße eilten, die Beamten schleunigst hinterher. Halterufe und Warnungsschüsse nützten nichts, alle drei eilten durch die Nizza=Allee und Theresienstraße bis zur Kupferstraße. Hier gab endlich einer von ihnen das Rennen auf und stellte sich. Der zweite wurde an der Ecke der Kupferstraße von einem Bauchschuß getrofsen und brach zusammen. Der dritte eilte noch etwa ein Kilometer weiter und konnte schließlich in der Ludwigs=Allee von den Beamten erreicht und gestellt werden. Er wa: wohl der Verwegenste von den dreien, alle drei sehr junge Burschen aus Aachen. Der jüngste von ihnen war erst 17 Jahre alt und führte in der Tasche eine funkelnagelneue Pistole belgischen Fabrikats mit sich Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er sehr schwer daniederliegt. „Graf von Schlieffen" Köln, 4. Nov. Ein 21jähriger Kaufmannslehrling aus Trier, der seit drei Wochen wegen eines Einbruchsdiebstahls gesucht wird, wurde in einer hiesigen Pension festgenommen. Er hatte sich dort unter dem Namen Graf von Schlieffen einquartiert und dabei 50 Rm. gestohlen. Der junge Mann, Sohnes eines Postbeamten, besaß auch einen salschen, selbst ausgefüllten Paß auf diesen gräflichen Namen. Das Formular dazu will er in Trier von einem Unbekannten gekauft haben. Vor einigen Tagen hatte er auch im Domhotel in Köln gewohnt unter dem Namen eines Grafen von Spee. Dort hat er seine Zeche bezahlt und nur ein Handtuch mitgehen lassen. Er soll auch in der Zwischenzeit noch in anderen Orten Deutschlands unter falschem Namen aufgetreten sein. Ueberfallen und niedergeschlagen Detmold, 4. Nov. Im„Heimatdorf“ bei Augustdorf, einer Niederlassung der Anstalt Berhel wurde ein Tischlermeister von zwei Männern überfallen und mit harten Gegenständen zu Boden geschlagen. Man brachte den Mann bewußtlos und mit sehr schweren Verletzungen ins Krankenhaue An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Die Polizei hat die rabiaten Gesellen bereits ermittelt. 1 5 4 ∆ er. in fü de 11 11 se 1 b 11 p b 0 d Die Kolonialfrage Keine Auswanderungsmöglichkeiten Von Abgeordneten Andree=Stuttgart b 1v st * 1 Die Weltkrise hat zur Abkapselung der deutschen Auswanderungsmöglichkeit geführt. Das Ausland hat so gut wie überall seine Tore geschlossen und damit auch die deutsche Auswanderung beinahe zum Stillstand gebracht. Im Jahre 1870 wanderten 162.000 Deutsche aus: 1931: bis jetzt nur 7000! Im Jahre 1930 waren es noch im ersten Halbjahr über 20.000 deutsche Auswanderer, die über den„großen Teich“ gingen. Wir haben heute die schönsten Schiffe, die für die Auswanderer zur Verfügung stehen würden— wenn sie benützt werden könnten. Statt dessen ist ein erheblicher Teil des gesamten Schiffsparks stillgelegt. Auch hierin zeigt sich die ganze Unmöglichkeit unserer heutigen Verhältnisse. Die Auswanderer kommen nirgends mehr unter. Nordamerika hat die Einwanderung vierfach abgeriegelt; in Südamerika sind die Zustände derartig trostlos, daß auf lange Jahre hinaus mit eineer Auswanderung dorthin nicht mehr zu rechnen sein dürfte. Immer wieder neue Revolutionen sind der Ausdruck der trostlosen Wirtschaftslage— Australien läßt„keine Maus“ mehr durch. Wer aber nach Afrika will, muß Geld mitbringen. Asien wird durch Ueberschwemmungen, kriegerische Handlungen, Hungersnot und ansteckende Krankheiten in seinen Grundlagen erschüttert. Wohin soll also noch der Deutsche auswandern können, zumal die Welt mit jedem Tag ärmer und damit auch kleiner wird. Und das weise Sprichwort: „Bleibe im Land und ernähre dich ehrlich“, klingt angesichts der Arbeitslosigkeit auch wie ein Hohn. Hier rächt sich vor allem auch die Wegnahme deutscher Kolonien an der ganzen Weltwirtschaft. Man gebe Deutschland seine Kolonien zurück und ein weltwirtschaftlicher Gesundungsfaktor ist geschaffen. Die Friedensverträge haben die Weltwirtschaft aus ihren Angeln gehoben.„Unrecht Gut gedeiht nicht gut.“ Ohne Erkenntnis der Krankheitsursachen gibt es keine geeigneten Abhilfsmittel. Die„Staatsmänner" haben das Wort! Reichsregierung und Handwerk Von der Handwerkskammer wird uns geschrieben: Der Reichsverkehrsminister Treviranus hat dem Führer des rheinischen Handwerks, Reichstagsvizepräsidenten Esser(Euskirchen) Kenntnis von nachfolgendem Schreiben gegeben, das er auf Veranlassung des Reichskanzlers am 29. Oktober an die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft gerichtet hat: „Die schwere Not, unter der jetzt insbesondere die mittleren und kleineren Betriebe in Gewerbe und Handwerk leiden, hat den Herrn Reichskanzler veranlaßt, auf die Notwendigkeit hinzuweisen, bei der Vergebung von Leistungen und Lieferungen die Bestimmung der Verdingungsordnung über eine Teilung der Aufträge in Lose scharf zu beachten. Ebenso wird in dieser Zeit, wo Mangel an Aufträgen manche Unternehmer zu Angeboten bewegt, die nur mit Verlust ausgeführt werden können, die Bestimmung, daß der Zuschlag nicht an die niedrigste Geldsorderung zu binden, sondern nur ein Angebot zu berücksichtigen ist, dessen Preise bei einwandfreier Ausführung auskömmlich erscheinen, bei allen vergebenden Stellen unbedingt durchgeführt werden müssen. Darüber hinaus hält der Herr Reichskanzler in der jetzigen Notzeit es für nötig, daß folgende volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte nach Möglichkeit berücksichtigt werden: 1. Bei der Vergebung ist es geboten, bewußt darauf hinzuwirken, daß ein möglichst großer Kreis von Bietern mit Arbeit bedacht wird. Größere Arbeiten sind daher, soweit irgend zulässig, in Lose zu verteilen und jedes der ausgeschriebenen Lose einem anderen Bieter zuzuschlagen. Soweit eine Aufteilung in Lose nach der Art der Arbeit technisch nicht möglich ist, wird die Gründung von Arbeitsgemeinschaften anzustreben sein. Bei gleichwertigen Angeboten werden Arbeitsgemeinschaften gegenüber Einzelfirmen zu bevorzugen sein. 2. Zur Stützung des Handwerks werden alle Arbeiten, die für handwerksmäßige Ausführung geeignet sind, in weitestem Umsange an Handwerker zu vergeben sein. 3. Soweit Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, Mittwoch abend gegen 8 Uhr zu Großwehrhagen unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante die wohlachtbare Jungfrau Maria Zaunbrecher nach langer, schwerer Krankheit im jugendlichen Alter von 27 Jahren, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um ein Gebet für die liebe Verstorbene bitten Die tiefbetrübten Eltern und Geschwister. Grotzwehrhagen, Bocket, Spanisch= Häuschen(Holland) u. Rimburg(Hollano), den 4. November 1931. Die Beerdigung findet statt am Samstag, den 7. Nov., morgens ½9 Uhr, hiernach die feierlichen Exequien in der Pfarrkirche zu Höngen. Die Erneuerung der Lese für die 2. Klasse muß gegen Vorzeigung der alten Lose umgehend ertolgen Rauslose: ¼/ Los Mk. 20.— vorrätig. Fritr Hermanna, Heinsbern. Apfelstraße 19. ere Arbeiten an Unternehmer vergeben werden, wird in der Ausschreibung vorzuschreiben sein, daß die bei der Arbeit anfallenden Unteraufträge auf eine tunlichst große Zahl von Firmen verteilt werden, und daß alle handwerksmäßigen Arbeiten nur an Handwerker vergeben und hierbei die örtlichen Handwerker bevorzugt werden. Ich bitte, nach diesen Gesichtspunkten des Herrn Reichskanzlers zu verfahren. Um die Wirkung dieser Maßnahmen übersehen zu können, wünscht der Herr Reichskanzler in gegebenen Zeiträumen(etwa vierteljährlich bis halbjährlich) von mir Bericht. Ich bitte daher, mir in halbihrlichen Zeitabschänitten, möglichst unter Angabe von zahlenmäßigen Ergebnissen, entsprechende Mitteilung zu machen.“ Im gesamten deutschen Handwerk wird dieser Schritt der Reichsregierung, der sich seine Forderungen an das öffentliche Verdingungswesen mit einem bisher noch nicht dagewesenen Verständnis restlos zu eigen macht, große Befriedigung auslösen. Es bleibt nur der Wunsch übrig, daß alle Stellen, an die dieser Apell des Reichskanzlers gerichtet ist, ihn im rechten Geiste auffassen und praktisch durchführen. Das Handwerk wird dem Reichsverkehrsminister für seinen Schritt und dem Reichskanzler, der dazu die Initiative gab, dankbar sein. Das Schreiben trägt das Aktenzeichen E. II. 22 Nr. 7980. Die Vertretungen des Handwerks können sich im gegebenen Falle darauf berufen. Wenn von den vielen Millionen, die der Reichsbahn aus der Steueramnestie=Anleihe demnächst zufließen, ein Teil im Sinne dieses Schreibens verwendet wird, so bedeutet das im vollsten Sinne des Wortes praktische Handwerksförderung in schwerster Notzeit. Kaffee und Kuchen bei der Nachprüfung Berlin, 5. Nov. Im Sklarekvrozeß wurde heute früh gegen den Angeklagten Roderich Luding verhandelt, dem passive Bestechung zur Last gelegt wird. Luding war bis zum Oktober 1929 Buchprüfer beim Finanzamt Berlin=Mitte und bekam als solcher im Jahre 1926 den Auftrag, die Bücher der Sklareks auf die Richtigkeit der abgegebenen Steuererklärungen und Gewinne zu prüfen. Er soll dabei an der Neuaufstellung der Sklarekschen Bücher gearbeitet haben, um sie in Einklang mit den Steuererklärungen zu bringen. Luding bestreitet jede strafbare Handlung und will lediglich in nebenberuflicher Arbeit Sklarek steuertechnisch beraten haben. Der Angeklagte Tuch erklärte, daß im Hause der Sklareks große Aufregung geherrscht habe. Es stellte sich nämlich heraus, daß der Umsatz der Firma Sklarek für das Jahr 1926 nur mit einem Drittel des wirklichen Wertes angegeben worden war. Die weitere Verhandlung ergab, daß Tuch von Willy Sklarek einen Auftrag erhalten hatte, sämtliche Bücher umzuschreiben und den Umsatz der BAG herauszulassen, da das Konto der BAG und das Bankkonto salsch gewesen seien. Die Fälschungen waren so plump, daß man die Bücher nur aufzuschlagen brauchte, um zu sehen, daß sie nicht stimmten. In der Nachmittagsverhandlung beschäftigte man sich weiter mit den Vorwürfen gegen die Angeklagten Luding, der mit dem Mitangeklagten Buchhalter Tuch erheblich belastet wurde. So bekundete Tuch, daß dem Luding bei der Buchprüfung das Warenkonto nicht vorgelegt worden sei. Der Vorsitzende stellte fest, daß dadurch ein Umsatz von rund einer Million Mark unter den Tisch gefallen sei. Der Vorsitzende kommt dann darauf zu sprechen, daß die Kontrollbeamten der Bezirksämter bei den Nachprüfungen von den Brüdern Sklarek mit Kaffee und Kuchen bewirtet worden seien. Leo Sklarek sagt, er wisse davon nichts. Dann meldete sich Willi Sklarek zu Wort:„Herr Vorsitzender, aber ich weiß etwas: Wenn Frau Oberbürgermeister Boeß zu ihren Wohltätigkeitsveranstaltungen etwas brauchte, und zu uns kam, um zu kaufen, dann wurde ihr Kuchen und Schokolade vorgesetzt. Willi Sklarek erklärte dann noch, daß sie mit den Berliner Bürgermeistern gesellschaftlich so verkehrt hätten, als ob sie Verwandte seien. Es wird dann noch erörtert, daß bei der Lieferung von Anzügen an die Magistratsbeamten die Ziffer 70 bedeutet habe, daß diesen Beamten keine Rechnungen zuzustellen seien. Die Brüder Sklarek behaupten, daß sei eine Verordnung von Max Sklarek gewesen. Vorsitzender:„Ist es richtig, daß die Magistratsbeamten keilweise Anzuge ohne Rechnung erhalten haben?" Leo Sklarek:„Herr Vorsitzender, ich muß offen sagen, es ist nicht schön von diesen Leuten, die bei der Stadt Berlin Gehälter von 30 bis 40000 Mk. bezogen und trotzdem bei uns kauften.“ Vorsitzender: „Sie kauften, aber bezahlten nicht?" Leo Sklarek: „Was soll ich dazu sagen. Wir haben manchen eine Rechnung geschickt; die Anständigen bezahlten und die Unanständigen bezahlten nicht. Ich müßte ein Ochse gewesen sein, wenn ich Beamte bestochen hätte. Das war garnicht nörig. Die Beamten kamen uns ja nachgelausen.“ Auerkennungen für den Volksverein Dem Volksverein für das katholische Deutschland sind in den letzten Wochen von höchster kirchlicher Seite ganz besondere Anerkennungen zuteil geworden. Die Bischofskonserenzen von Fulda und Freising haben ihm mit diesen Anerkennungen einmütig ihr Vertrauen ausgesprochen. So teilte der Vorsitzende der Fuldaer Bischofskonferenz, der H. H. Kardinal=Fürsterzbischof Dr. Adolf Bertram der Volksvereinszentrale in M.= Gladbach unter——— Schulungsarbeit auf religiösem, kulturellem und sozialem Gebiet geleistete reiche Arbeit des Volksvereins, besonders dessen Arbeit gegen rechts= und linksradikale Strömungen der Gegenwart, Arbeiten, die ganz im Rahmen der Katholischen Aktion liegen. Es ist der Wunsch der Bischofskonferenz, daß der Volksverein überall in Stadt= und Landaemeinden eingeführt oder neu belebt werde. Die Bischofskonferenz billigt den Plan des Volksvereins, am Christkönigesonntag eine große Abwehrarbeit gegen die immer mehr überhandnehmende Arbeit der Gottlosenverbände zu organisieren und den Christkönigssonntag als Werbesonntag für den Volksverein zu benutzen. Allseitig wird die Arbeit des Volksvereins mit herzlichem Segenswunsche begleitet, vertrauend, daß die Winke für regsamere Benutzung seiner Hilfe und seines Schrifttums in den einzelnen Ortsgruppen nicht fruchtlos bleiben.“ Im gleichen Sinn schreibt der H. H. Erzbischof von München=Freising Kardinal Dr. Michael Faulhaber unter dem 10. September:„Ich habe an die Konferenz der bayerischen Bischöfe in Freising am 8. September 1931 den Antrag gestellt, dem Volksverein in seiner neuen Gestalt die Abwehr der holschewistischen und kommunistischen Gefahr, überhaupt der radikalen politischen und kulturellen Strömungen zu übertragen, und habe für diesen Antrag die freu— bayerischen Bischöfe geZustimmung der bayerischen Bisch Otge„ funden. Wir bayerischen Bischöfe haben zum # er in Volksversa verein das Vertrauen, daß er in Volksversammlungen und Kundgebungen größeren Umfanges, wie auch in den überaus fruchtbaren Führerkursen für Geistliche und Laien, aufklärende und abwehrende Arbeit leistet. Die bayerischen Bischöfe werden in ihren Amtsblättern dem Klerus und dem Volke bekannt geben, der Volksverein möge dort, wo er früher schon bestand, neu belebt. und dort, wo er noch nicht besteht, neu eingefuhrt werden.“ Mit diesen Entschließungen haben sämtliche deutschen Bischöfe ihren Entschluß kundgetan, daß der Volksverein überall in Stadt und Land eingeführt und neubelebt werden soll. Sache des katholischen Volkes und seiner Führer ist es nun, im bevorstehenden Winter diesen Entschluß auf der ganzen Linie zur Durchführung zu bringen und den Volksverein zu machen zu dem das ganze kaholische Volk in allen seinen Ständen mfassenden großen Volksbund der deutchen Katholiken. th 11 sch Aus dem kirchlichen und Missionsleben Jahrbuch 1932 des Apostolates der katholischen deutschen Auslandmission. ben von Bischof Xaver Geyer. 48 S. mit vielen Bildern, geheftet 1.— Rm. Verlag: Gemeinschaft von den hl. Engeln, e. V., Bad Godesberg am Rhein. Die von Bischof Xaver Geyer gegründete Pflanz= stätte für Seelsorge bei den kath. Auslanddeutschen, deren Mitglieder sich zu einer religiösen Gemeinschaft zusammengeschlossen und diese unter den Schutz der hI. Engel gestellt haben, dringt zum ersten Male ein sprechender—„„„„ in ansprechender Form gehaltenes Jahrbuch heraus, das in Wort und Bild die großen Aufgaben aufzeigt, die in der Seelsorge der kath. Auslanddeutschen zu bewältigen sind. Da gibt es keinen Erdteil, kaum ein außerdeutsches Land, wo nicht deutsche Seelen nach dem Worte Gottes dürsten— und doch oft überhaupt keinen Priester, noch seltener einen solchen ihrer Muttersprache finden. In überzeugender Weise wird vom bischöflichen Herausgeber die Wichtigkeit der feelsorglichen Betreuung der Auslanddeutschen betont und der Aufbau seiner Gründung erklärt. Ein weiterer Aufsatz erzählt von der bisherigen Entwicklung derselben, während einige kleinere Artikel und mehr als 30 ausgezeichnete Abbildungen die weltweite Diaspora der kath. Auslanddeutschen sehr anschaulich vor Augen führen. So ist das kleine Jahrbuch nicht allein ein schätzene über werter Beitrag zur Kunde über das Auslanddeutsch= tum, sondern auch vor allem ein begeisternder Weck. I##A#1 1 ruf für solche Jünglinge, die als Ordenprie=#NDOT ster oder Laienbrüder im Auslanddeutschtum Oer Auslanddeutschtum wirken wollen, weshalb man ihm weiteste Verbreitung wünschen möchte. Landwirtschaftliches Rohe Zuckerrüben als Juttermittel Die wirtschaftliche Ausnutzung der teuren eiweißreichen Futtermittel, die zumeist noch vom Auslande bezogen werden, kann nur erreicht werden, wenn der Landwirt die entsprechende Menge Kohlehydrate mit verfüttert. Deshalb spielt die größtmöglichste Verwendung der einheimischen Zuckerrübenernte im Wirtschaftsbetriebe eine ganz besondere Rolle. Rohe Zuckerrüben sind ein vorzügliches kohlehydratreiche Futtermittel für unsere Nutztiere. Pferde, Milchvieh, Zugochsen und Schafe verwerten die geschnitzelte rohe Zuckerrübe sehr gut. Es sind aber einige Vorsichtsmaßregeln bei der Verfütterung zu beachten. Die Zuckerrüben müssen gut gewaschen sein, besonders für Pferde und Schafe. Auf eine feine Zerkleinerung der rohen Zuckerrübe ist Wert zu legen, da die Schweinefütterung empfiehlt es sich, die Zuckerrüben unzerkleinert zu dämpfen; das Dämpfwasser, welches reichliche Mengen an Zucker enthält, sollte mit verfüttert werden. Sehr wichtig für den Wirtschaftsbetrieb ist, daß der Landwirt in der Zuckerrübe vom Ende der Grünfütterung im Herbst an, ein vorzügund bekömmliches Kärkmitte liches und bekömmliches stärkereiches Futtermitte! in der Hand hat. Die Haltbarkeit der Zuckerrüben ist eine sehr gute. Die Mieten sollten nicht zu groß angelegt werden, damit auch im Winter eine leichte Abfuhr der Rüben ermöglicht ist und weil sich in kleineren Mieten die Rüben am besten halten. Nach Erfahrungen, die namhafte Wissenschaftler, wie: Professor Dr. Paul Ehrenberg, Breslau, und Professor G. Fröhlich, Halle Saale gesammelt haben, können ganz bedeutende Mengen roh geschnitzelter Zuckerrüben im Wirtschaftsbetrieb verbraucht werden. Neben entsprechenden eiweißhaltigen Futtermitteln können Pferde etwa täglich je Stück 25 eg gegeben werden. Die Beifütterung von längerem Häcksel empfiehlt sich. Milchkühe, Mastvieh und Zugochsen können noch größere Mengen gut verarbeiten. Die Milchleistung der Kühe wird ganz bedeutens gefördert. Evenso weiß der Praktiker, daß ausgezeichnete Masterfolge durch Verwendung der Zuckerrübenfütterung erzielt werden. An Mastschafe von etwa 50 kg gibt man etwa 3 kg, an andere Schafe 1 bis 1½ ra geschnitzelte Zuckerrüben. Bei der Anwendung der Zuckerrübenfütterung ist selbstverständlich ein plötzlicher Fu#terwechsel unbedingt zu vermeiden. Die rohen Zuckerrüben werden also unter Beibehaltung oder allmählicher Aenderung des bieherigen Futters, zuerst in kleinen Mengen verabfolgt. Gleichzeitige Grünfütterung darf nicht stattfinden. Die bestmöglichste Verwendung der Zuckerrübenernte im eigenen Betrieb ist für einen bestimmten Teil der Ernte in diesem Jahre nur durch Verfütterung möglich. Aber auch die Besitzer angrenzender Betriebe sollten den guten Futterwert der Zuckerrüben nicht verkennen und evtl. als gute Winterbeifütterung die Zuckerrübe heranziehen. Diplomlandwirt Behrend. helft denen, die Not leiden Ab heute 8 Uhr Der größte Lacherleig aller Zeiten! Pellx art als Rekrut Kuhlicke in Arterienverkaltung, Herzleiden Dankerfüllt teile ich kostenlos mit, wie ich und andere Leidende durch ein einfaches, auch ärztlich verordnetes Mittel in niegeahnter Weise geheilt wurden. Steueramtmann a. D. H. Frederoter! Schwerin 233(Meckld.) Der Schrecken der Garnison Was Sie aucn vorhaben schieben Sie es auf! Sie diesen Rekord- Lachschlager miterieben! Schlag auf Schlag ein Witz! Ein Trommelfe * Alle Bruchleidende Folgende! den Riesenerfolg Films: D. R. G. M. finden bei mir, was sie suchen. Das Band ohne Feder, oder die Bauchbinde ohne Stange.(nach Maß), welches von mir selbst augefertigt wird nach eigener Idee. Durch zahlreiche Dankschreiben bestätige ich meine gute Arheit usw. Sprechstunden in M.Gladbach täglich, vorherige Anmeldung erbeten. Spezialbandagist Th. Obers, N. Sladbach, Poscherstr. 26. Uraufführung Berlin, 3 260 0 Zweit-Aufführung in 46 Kinos, 18.—24. August 139 Europapalast Düsseldorf, 4 Wochen Laufzeit Besucher. Asta-Nielsen-Theater Düsseldorf, 6 Wochen Laufzeit 82 000 Berucher. Aloxlanorbrüder (Mutterhaus Nachen). Jünglinge, die als Orbensbrüder im Dienste des barmherzigen Samaritaus durch Ausübung der Krankenpflege und aller übriger Berufszweige Glück und Frieden suchen, mögen Anfragen und Anmeldungen richten an den Provinzialrektor der Alexianer. Kreield am Rhein. Außerdem ein erstklassiges Beiprogramm: Die Loreley (Ich hab heut nacht vom Rhein geträumt) Die Tragödie einer Liebe. Fahrräderaufbewahrung unter Garantie. Schauburg Drommen Aut v Wansch läuft der Großtonfilm Das Fidlenkonzert von Sanssoucl ab heute(Freitag) abend 8 Uhr, sowie das ereiklassige Beiprogramm Gedenket der bedrohten kath. Seemannsmission in der Diaspore! Diese Bitte richtet das Ratholische Geemannsheim Rolpinghaus, Bremerhaven, Baumstraßel an alle Katholiken, damit das Apostolat des Meeres in die Lage versetzt wird, unseren Seeleuten das mit auf den Weg geben zu Iunen, was sie verlangen und branchen: Katholische Worte, Worte aus ihrer Heimat. An alle ergeht der dringende Mahnruf, mit beizutragen zur Stärkung der katholischen Seemannsmission die noch im Anfangsstadium ist und nur über geringe Barmittel versügt, durch Zusendung finanzieller Hilfsmittel oder katholisch. Zeitschriften(Sonntagsblätter). Der Ceemannspaster. Auto mit Anhänger fährt Samstag oder Montag leer nach Röln=Vonn Evtl. Frachten anzumelden Leo Schafhausen Roermonderstr. 3(part.) Drogenschrank zu verkaufen Au Auskunft Geschäftsstelle Haus mit anschließend. Garten in Heinsberg zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unter Nr. 155 an die Geschäftsstelle. Wohnung von 3 u. mehr Zimmern, sowie Garten und Obstwiese in Dremmen zu vermieten, evtl. mit Vorkaufsrecht oder auch zu verkaufen. Näheres zu erfahren: Dremmen Nr. 135d. Wohnung mit 3 bis 5 Zimmern in Wassenberg oder Umgebung für sofort zu mieten gesucht. Schriftl. Angd. u. Nr. 45 a. d. Geschästsstelle Zuverlässiger, 3½ jähriger, Würtemberger Arbeitsochs zu verkaufen. Auskunft Geschäftsstelle LAIAALEHTEI Am 6. November 1 pieler Peter Senefeld soren. Ihm verdankt ten Erfindungen auf krfindung des S kenefelders ist eine sa sehrungen, Sorgen, gewesen, zwischen dei egte, ständig Neuerun der Knabe, der in Mi ers, eine gute Gymna n Ingolstadt Rechtswi rachte Nahrungssorg sicht zu erhalten; der sichter, aber der einm deu. Die hohen Dru en den Gedanken ervielfältigen. Da ihm aber das ichen Einrichtungen se selbst herzustellen; er st preßt sie in eine weiche gelwachs aus. Aber erfahren auszubauen, bei dem die Buchsta letzgrund überzogene Er erfindet eine Tinte per leicht verbessern ka gelschrift schreiten nur upferplatte, die er be uche bald abgenutzt. dr sich ein Stück Kehll hewonnener Kalkschiefe hdieser Platte glatt pol se an Stelle der kostba Aber die Behan leiche; der polierte St In die Schicht werden beder eingegraben und sitzt, sodaß die Schriftzei die Farbe hängen blei Papier übertragen wir duf den Steindruck. I asch einen Wäschezette kur Hand, da schreibt Auf einen frisch poliert sapier abzuschreiben. eht. kommt ihm der ätzen. Gedacht, getnicht von Tinte bedeck Schriftzeichen aber stat artenblattes, erhaben en Stein mit einem? uf Papier ab. Die sie Farbe auch in die lläche gesetzt hatte. D Fallen, der nur die er un erzielt er mit die in kürzerer Zeit u it dem tiefgeätzten. Doch die Mittel wa erpfändet die Einkünf reicht nicht. Alois ver deren als Soldat zu d abgewiesen. Er wendet dem Hofmusikus Fr ollen Gefährten, der leißner gründet. Do er Bedeutung der Sei Firma hat erhebliche S r Pressen zu überwir Schulden, geeignete weit macht Senefelder d Am Druckfarbe nicht a signet ist, beim Einsch pen nicht mit Zeichen erfindet damit den„### zanze Steindruckgewerk dieser Erfindung war Schrift wird mit der E ben und mit dem hre 1799 entwickelt E ein, im gleichen Jah en ein Privilegiun er bekanntesten Musik Indré aus Offenbach, #rwirbt das Druckrecht, etn, gründet Filialen er will in die Das größte Links: ein vernehmongen, Hamne und #f. rsten Male ein Jahrhuch heroßen Aufgaben ath. Auslandes keinen Erdnicht deutsche n— und doch seltener einen überzeugender eber die Wichder Auslandner Gründung von der bisnd einige kleieichnete Abbilath. Ausland1 führen. So ein schätzensluslanddeutschisternder Weckrdenprielanddeutschtum iteste Verbreiermittel uren eiweißreivom Auslande werden, wenn Kohlehydrate größtmöglichste rübenernte im e Rolle. Rohe lehydratreiche rde, Milchvieh, schnitzelte rohe tige Vorsichtsbeachten. 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Er hat nämlich ein Mittel erfunden, durch das die Gifte verschiedener Reizmittel wie Kaffee, Morphium usw. durch Bindung unschädlich gemacht werden. Professor Much hüllt sich über sein Präparat noch in Schweigen, gibt aber schon soviel bekannt, daß er bestimmte Livoide und Pflanzensäurestoffe verwendet, die den Reizmitteln nicht die Reizwirkung, aber— und das ist das Wichtigste— die Giftigkeit nehmen oder zumindest stark vermindern. Wie der Gelehrte in der„Medizinischen Welt" berichtet, will er eine genauere Beschreibung des giftbindenden Stoffes in einer ausführlichen Arbeit geben. Eine genaue chemische Analyse ist insofern nicht möglich, weil sowohl die Lipoide wie die Pflanzensäurestoffe, die für die Giftbindung verwendet werden, chemisch ja nicht rein bestimmbar sind. Professor Much gibt weiter bekannt, daß die giftbindender Stoffe, die an sich geschmacklos sind, in ein kleines Täfelchen zusammengepreßt werden, das sich im Augenblick löst und nun nach Belieben, ebenso wie man Zucker zum Kaffee gibt, dem fertigen Kaffee zugesetzt wird, was zu tun auch in der feinsten Gesellschaft nicht die geringste Schwierigkeit macht. Mit der Feststellung, daß der Geschmack und die Güte des Kaffees nicht verändert werden, ist erst ein Teil, wenn auch ein wichtiger, der Aufgabe erfüllt. Der Beweis für die Giftbindung ist schwerer. Es gelang Professor Much, an zahlreichen Menschen, bei denen sich nach dem Genuß von Kaffee immer Störungen(Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Nervosität usw.) einstellten, zu erproben und damit den Beweis zu erbringen, daß sein giftbindender Stoff die Giftigkeit des Kaffees aufhebt, aber nicht den Geschmack verändert oder die Reizwirkung ausschaltet. Der Kaffee, dem das Präparat also beigegehen ist, ist unschädlich geworden, was der Kaffeetrinkende jedoch nicht merkt. In vielen Fällen ist der Geschmack des Kafsees nach Hinzufügung des Präparates sogar noch besser geworden. Dieselben Erfolge wie beim Kaffee hat der Gelehrte mit dem Morphium erzielt. Auch hier konnte er den Giftstoff binden, wodurch erreicht wurde, daß das Morphium seine schmerzstillende segensreiche Wirkung behielt, aber die Gefahr einer Gewöhnung an das Morphium völlig ausschloß. Versuche führten zu dem Ergebnis, daß Patienten, die an das Morphium gewöhnt waren, dieses Reizmittel sofort entzogen werden konnte. Die bieher notwendig gewesenen qualvollen Entziehungskuren sind also in diesem Falle nicht mehr nötig. Die Entdeckung Professor Muchs wird bereits in allerkürzester Zeit viel von sich reden machen, und die Zeit, wo eine Kaffeeschwester die andere darum bittet, ihr das Tafelchen zu reichen, dürfte ebenfalls nicht mehr in weiter Ferne liegen. Buntes Allerker. Wie kann ein Schwanken der Ozeandampfer verhütet werden? Eigentlich ist sie keine Krankheit, die Seekrankheit, aber daß sie die Freude an Seereisen schmälert, steht außer Frage. Bisher sind alle Versuche, ihrer Herr zu werden, fehlgeschlagen. Neuerdings behauptet man, daß das Gyroskop, das in die Maschinerie des Schiffes eingebaut wird, imstande sei, ein Schwanken und Erschüttern des Schiffes zu verhüten. Die Idee ist nicht neu. Aehnliche Versuche sind schon vor fünfunddreißig Jahren auf englischen Schiffen gemacht worden; man baute gyroskopische Stabilisatoren ein und hoffte auf dem„Polyphem“ so ruhig wie in einem Lehnstuhl über die Meereswogen zu fahren. Da dies Schiff von seiner Besatzung sofort den Namen„Nolly=Polly" bekam, kann man sich vorstellen, wie wenig erfolgreich die Maßnahmen gewesen sein mußten. Später wurde ein anderer Passagierdampfer mit einer Art von„schwingendem Salon" ausgestattet, der auf rollenden Kugeln lag, aber der Dampfer schwankte schlimmer als ein Frachtschiff. und auf der ersten Fahrt wurden nicht nur die Passagiere seekrank. sondern auch die Mannschaft. Der Franzose Bazan versuchte ein Gleichgewicht zu schaffen, indem er an dem Dampfer eine Art von Radscheiben anbrachte, die sich halb in halb über dem Wasser bewegten. Er meinte, daß dies Fahrzeug so rasch und ruhig wie ein Schnellzug über den Kanal fahren werde. Aber bei bewegter See kam dieses Schiff überhaupt nicht von der Stelle. Jetzt ist der neue große italienische Dampfer Conte di Savoia mit drei riesenhaften Gyroskopen ausgestattet worden, deren jedes hundert Tonnen wiegt und die dis zu 750 Umdrehungen in der Minute machen können. Die Einbaukosten betrugen etwas über fünf Millionen. Ob vor diesen Zahlen und Anstrengungen die Seekrankheit wohl die Flucht ergreift? Man muß abwarten. Frankreich will das größte Schiff der Welt bauen. In Frankreich beginnt man augenblicklich mit den Vorarbeiten, um das größte und schönste Passagierscilf der Welt zu erbauen. Es soll der„Isle de France“ im Typ gleichen, dem Schiff, mit dem der französische Ministerpräsident seine Reise nach Amerika unternommen hat. Das neue Schiff aber wird sein Vorbild in den Ausmaßen bei weitem übertreffen, denn es wird das größte Schiff der Welt werden. Fachleute. die die Zeichnungen und Entwürfe gesehen haben, versichern, daß man es tatsächlich mit einer schwimmenden Stadt zu tun haben wird, denn man wird ganze Straßenzüge anlegen, richtige Gärten werden sich an Bord befinden. Selbstverständlich fehlen weder Theater. noch Schwimmbad oder Tennisplätze. Man trägt sich sogar mit dem Gedanken, auf dem Schiff eine Art Autostraße anzulegen, damit die Bewohner der Luxuskabinen eine ihnen liebgewordene Beschäftigung nicht zu vermissen brauchen. Man wird auf dem Schiff auch eine Reihe Garagen vorfinden. Es wird in der neuen schwimmenden Stadt eine sichtige Kirche geben, und ebensowenig wird ein mit allen Errungenschaften der Technik eingerichtetes großer Krankenhaus fehlen. Obwohl man den Ausmaßen nach erwarten könnte, daß das Schiff viele tausend Passagiere aufnehmen kann, will man doch die Zahl der Schiffsgäste auf 2000 beschränken, damit die Passagiere möglichst viel Bequemlichkeit haben. Selbstverständlich wird sich die Fahrt auf dieser schwimmenden Seadt nicht gerade billig gestalten. Der Erfinder des Steindrucks. Zum 100. Geburtstag von Alois Sennefelder. Don Dr. Werner holten. Am 6. November 1771 wurde dem fränkischen Schaupieler Peter Senefelder in Prag ein Sohn Alois georen. Ihm verdankt die Menschheit eine der bedeutendten Erfindungen auf dem Gebiet der Drucktechnik: die #rfindung des Steindrucks. Das Leben Alois enefelders ist eine fast ununterbrochene Kette von Ent sehrungen, Sorgen, Fehlschlägen und Enttäuschungen gewesen, zwischen denen sich der rastlose Erfindergeist egte, ständig Neuerungen und Verbesserungen schaffend. der Knabe, der in München, der neuen Heimat des Vaers, eine gute Gymnasialbildung erhalten hatte, studierte Ingolstadt Rechtswissenschaften. Der Tod des Vaters rachte Nahrungssorgen. Eine Berufsanstellung war sicht zu erhalten; der Jüngling versucht sich als Theaterichter, aber der einmal erzielte Erfolg bleibt ihm nicht en. Die hohen Druckkosten seiner literarischen Werke in den Gedanken in ihm, seine Dramen selbst zu wielfältigen. Da ihm aber das Geld zur Beschaffung der erforderichen Einrichtungen fehlt, ist er genötigt, sich die Lettern selbst herzustellen; er sticht sie in Stahl, gräbt sie in Holz, preßt sie in eine weiche Masse ein und gießt sie mit Sieelwachs aus. Aber die Mittel reichen nicht, um diese erfahren auszubauen, er wendet sich dem Kupferstich bei dem die Buchstaben in Spiegelschrift auf eine mit etzgrund überzogene Kupferplatte geschrieben werden. r erfindet eine Tinte, bei deren Anwendung man Feher leicht verbessern kann, aber seine Uebungen in Spielschrift schreiten nur langsam vorwärts und die einzige upferplatte, die er besitzt, ist durch die zahlreichen Veruche bald abgenutzt. Zum Anreiben der Farben hatte r sich ein Stück Kehlheimer Platte, ein bei Solnhofen jewonnener Kalkschiefer, erstanden. Da die Oberfläche ieser Platte glatt poliert werden konnte, verwendet er e an Stelle der kostbaren Metallplatte für seine Uebunn. Aber die Behandlungsweise bleibt zunächst die leiche; der polierte Stein wird mit Aetzgrund abgedeckt. die Schicht werden die Buchstaben mit einer Stahleder eingegraben und nach Art des Radierens tief geitzt, sodaß die Schriftzeichen Vertiefungen bilden, in denen ie Farbe hängen bleibt, die dann beim Druck auf das sapier übertragen wird. Ein Zufall bringt Senefelder uf den Steindruck. Im Juli 1796 braucht die Mutter asch einen Wäschezettel: Tinte und Papier sind nicht ur Hand, da schreibt Alois die Stücke mit seiner Tinte uf einen frisch polierten Stein auf. um sie später auf apier abzuschreiben. Wie nun die Schrift auf dem Stein ht. kommt ihm der Gedanke, den Stein, so wie er ist, ätzen. Gedacht, getan und nach kurzer Zeit war die nicht von Tinte bedeckte Steinoberfläche weggeätzt, die chriftzeichen aber standen, etwa in der Stärke eines artenblattes, erhaben auf dem Stein. Nun schwärzt er n Stein mit einem Buchdruckerballen ein und zieht ihn Papier ab. Die ersten Abzüge mißlingen, weil sich e Farbe auch in die vertieften Partien der Steinoberäche gesetzt hatte. Dann aber verfertigt er sich einen allen, der nur die erhabenen Partien einschwärzt und u erzielt er mit diesem hochgeätzten Stein bessere Abge in kürzerer Zeit und mit weniger Kraftaufwand als dem tiefgeätzten. Doch die Mittel waren knapp geworden; die Mutter pfändet die Einkünfte aus ihrer kleinen Pension, es eicht nicht. Alois versucht in Ingolstadt für einen aneren als Soldat zu dienen, er wird als„Ausländer“ bgewiesen. Er wendet sich dem Notendruck zu und findet dem Hofmusikus Franz Gleißner einen verständnisllen Gefährten, der mit ihm die Firma Senefelder u. leißner gründet. Doch die Zeit ahnt noch nichts von r Bedeutung der Senefelderschen Erfindung; die neue irma hat erhebliche Schwierigkeiten in der Durchbildung Pressen zu überwinden, sie kann nicht liefern, gerät Schulden, geeignete Hilfskräfte fehlen. In dieser Notmit macht Senefelder die Beobachtung, daß GummiarabiUm Druckfarbe nicht annimmt und daher besonders gegnet ist, beim Einschwärzen des Steins die Farbe an en nicht mit Zeichen bedeckten Stellen abzustoßen. Er rfindet damit den„chemischen Druck“. auf dem sich das nze Steindruckgewerbe aufbaut. Die weitere Folge er Erfindung war der Uebergang zur Gravour: die rift wird mit der Graviernadel vertieft in den Stein ochen und mit dem„chemischen Druck“ abgezogen. Im re 1799 entwickelt Senefelder die Kreidezeichnung auf in, im gleichen Jahr erhält er vom baverischen Kurn ein Privilegium(Patent) auf 15 Jahre. Einer bekanntesten Musikalienhändler jener Zeit. Hofrat 74 aus Offenbach, hört von Senefelders Erfindung. erwirdt das Druckrecht, richtet in Offenbach eine Druckerei En, gründet Filialen in London, Paris und Berlin, r will in diesen Ländern ebenfalls Privilegien Da treten in Wien unberechtigte Konkurrenten auf. Senefelders Mutter und Gleißners Frau suchen die Privilegien zu retten, erfolglos. Auch Senefelder selbst, der hinzueilt, hat keinen Erfolg. Es kommt zum Bruch mit André, neue Nöte und Sorgen brechen herein. Doch in Wien findet er in der Person des Kaiserl. Hosagenten J. Hartl von Luchsenstein einen neuen Gönner, der sich für den Kattundruck von Steinen interessiert. Erst 1803 erhält Senefelder ein Privileg darauf, da sieht sich Hartl wegen großer finanzieller Verluste genötigt, seine Fabriken aufzugeben. Nach rastlosem Ringen bleiben Senefelder und Gleißner in drückender Armut in Wien. Das Geheimnis des Kattundrucks stahl ihnen ein gewissenloser Werkmeister, der es an mehrere Geschäfte verkaufte. Senefelder hatte inzwischen in München einen neuen Gönner gewonnen, der eine lithographische Anstalt einrichtete. Aber auch hier blieb der Erfolg aus. In ihrer Not verkauften Senefelders Brüder das Geheimnis seiner Drucktechnik und nun richtete der bayerische Staat selbst eine Reihe von Druckereien ein, die Senefelder das Brot wegnahmen. Es kam zu einer Auseinandersetzung mit der Regierung, die ihm ja ein Privileg verliehen hatte; sie endete damit, daß man dem schwergeprüften Erfinder 1809 ein sorgenfreies Alter=gewährte, indem man ihn zum Inspektor der Lithographie bei einer neu errichteten Steuervermessungskommission machte. Auch Gleißner fand hier durch Senefelders Fürsprache ein Unterkommen. 25 Jahre lang konnte der Erfinder, nunmehr von den Sorgen ums tägliche Brot befreit, der weiteren Durchbildung der von ihm geschaffenen Technik leben; er schuf in dieser Zeit den Mosaikdruck, fand ein Papier als ErDas erste Bild vom Aufruhr in Typern. Die Ruinen des von den griechischen Aufständischen in Brand gesteckten englischen Regierungsgebäudes in Nikosia auf der Insel Zypern. Der Aufruhr der fast rein griechischen Bevölkerung der Insel gegen die englische Herrschaft ist inzwischen zusammengebrochen. Die Hauptstadt eines neuen Staates. Das arabische Königreich Jrak, bisher unter dem Protektorat des Völkerbundes als Mandatsgebiet verwaltet, soll demnächst zu einem selbständigen Staat erklärt und als gleichberechtigtes Mitglied in den Völkerbund aufgenommen werden. Panzerwagen und Uinenwerfer als Ulnseumsstücke. Das größte Heeresmuseum Deutschlands, das Jeughaus in Berlin, wurde vor kurzem durch zwei interessante Neuerwerbungen bereichert. Links: ein Vanzerkraftwagen, der den Siegeszug Mackensens durch Rumänien mitgemacht hat; rechts: ein Minenwerfer aus Holz, Kaliber 35 cm der als ein kriegstechnisches Kuriolum gelten darf. Die Abenteuer des Kochs Rssad. Legende von Selma Lagerlös. In Kairo in Aegypten lebte vor mehreren hundert Jahren ein armer Koch, namens Assad. Er war der wohlmeinendste Mensch, den man nur treffen konnte, und da er überdies sehr geschickt in seinem Fach war, hätte man erwartet, daß er in irgendeinem vornehmen Haus angestellt würde, wo man seine Diener jahraus jahrein behielt und ihnen einen guten Lohn zugestand. Aber so kam es keineswegs. Zu Anfang seiner Laufbahn bekam der Koch allerdings einige portreffliche Stellen, aber er verlor sie gleich wieder. Und immer ging es auf dieselbe Weise zu. Der arme Koch, der eine alte Mutter und eine junge Frau zu erhalten hatte, sah sich genötigt, mit immer schlechteren und schlechteren Posten vorlieb zu nehmen und schließlich mußte er sich bequemen, bei Said Effendi zu dienen, einem alten Geizhals, der sein Vermögen durch Wucher und Sklavenhandel erworben hatte und in dem denkbar schlechtesten Rufe stand. Dieser Mann war wie alle anderen überglücklich, als er merkte, daß sein Koch Speisen bereitete, wie sie einem Großvezir zugestanden hätten. Er wußte, daß Assad unzählige Male den Herrn hatte wechseln müssen, aber er gelobte sich selbst, daß er nie die Dummheit begehen würde, ihn zu entlassen. Das Unglück wollte es jedoch, daß in Said Effendis Haus zwei Backösen waren, der eine war neu errichtet und wurde jeden Tag benützt, der andere hingegen war so alt und zersprungen, daß er gar nicht mehr in Gebrauch genommen wurde. Kein Koch in Said Effendis Diensten hatte ihn auch nur eines Blickes gewürdigt, aber Assad war noch nicht lange im Hause, als er in diesen alten Ofen guckte, der dicht vor der Küchentüre stand und einem hohen weißen Bienenkorb ähnelte. Er fand ihn bis zum Rande mit Kehricht und Fetzen angefüllt, und da er ein überaus ordnungsliebender Mann war, geriet er ganz außer sich. „Mag sein, daß dieser Osen hier nicht mehr benützt wird,“ sagte er,„aber es ist doch auf jeden Fall ein Backofen, und es ist eine wahre Schande, daß man ihn als Mistkiste benützt. Said Efsendi wäre mit Recht erzürnt, wenn er einen solchen Unfug entdeckte.“ Damit nahm der Koch eine Feuerzange, hob ein brennendes Scheit aus dem Herd und steckte es in den Backofen. All der Plunder, der sich seit Jahren da angehäuft hatte, fing sofort Feuer und verbreitete dabei einen schweren übelriechenden Rauch. Als Said Effendi einige Stunden später aus seiner Kammer trat, um die Abendkühle im Hof zu genießen. lag dieser unangenehme Rauch noch in der Luft. Er wollte sehen, woher er kam und begab sich sofort in den Küchenflügel, um dort zu fragen. Noch bevor er die Küchentür erreicht hatte, sah er jedoch, daß Funken und Rauch aus dem alten Backosen stoben und im nächsten Augenblick stand er wutbebend vor dem Koch, fragte ihn. wie er sich unterstehen konnte, in dem ausgemusterten Ofen Feuer anzuzünden und befahl ihm, unverzüglich sein Haus zu verlassen „Aber Herr“ sagte der Koch, der geglaubt hatte, dem alten Herrn eine Wohltat zu erweisen,„der Backofen war doch voll Kehricht und ich dachte———“ „Man soll nie denken,“ rief Said Effendi und hob den Stock.„Hinaus mit dir!“ Der Koch wich dem Stock aus und näherte sich der Türe. Hier blieb er jedoch stehen, um an den Lohn zu erinnern, den er noch zu sordern hatte. Aber Said Effendi, der gleich allen wirklichen Geizhälsen sein Geld und seine Wertpapiere nicht seiner Kasse anzuvertrauen wagte, sondern sie an allen möglichen und unmöglichen Stellen verwahrte, hatte vor ein paar Tagen einen Schuldschein auf ein pgar tausend Zechinen in den alten Backosen gesteckt, und P##er nun hörte, daß der Mann, der die Ursache war, daß dieses Geld verloren ging, noch Ansprüche auf Lohn erhob, geriet er vor Erbitterung ganz außer sich. Said Effendi sah in seinem Zorn so furchtbar aus, daß der Koch nicht wagte, ihm Trotz zu bieten. Er stürzte auf die Straße hinaus und lief noch lange immer weiter und weiter, aus Furcht, daß der Herr seine Diener auf ihn hetze. Endlich wagte er stehen zu bleiben, und als er sich nun klar darüber wurde, was ihm geschehen war, ergriff ihn die düsterste Hoffnungslosigkeit. Er erinnerte sich der reichen Kaufmannswitwe Fakima, die ihn ganze drei Monate in ihrem Dienst behalten hatte. Sie war eine freigedige und kluge Herrin gewesen, und er hatte gehofft, sein ganzes Leben lang bei ihr bleiben zu dürfen. Aber einmal hatte er zufällig entdeckt, daß ihr kleines Söhnchen sich in seine Speisekammer schlich und seine Honigkuchen und verzuckerten Früchte stahl. Er hatte es bedauerlich gefunden, daß der Sohn einer so vortrefflichen Mutter sich Unarten angewöhnte, die für seine Zukunft gefährlich sein konnten, und eines Tages erteilte er ihm eine recht ernstliche Züchtigung. Aber da war die Witwe so zornig geworden wie vorhin Said Effendi. Sie hatte seine Erklärungen gar nicht anhören wollen, sondern ihn sofort weggejagt. Er dachte ferner an Selim Ben, seinem ersten Herrn, der ihn aus seinem Hause getrieben hatte, weil er ihn an das Verbot des Propheten. Wein zu trinken, erinnert hatte. Er dachte an all die anderen, die ihm wegen Dinge gezürnt hatten, die er aus reinem Wohlwollen unterommen hatte. „Allbarmherziger!“ rief er aus,„warum verfolgst du mich in dieser Weise? Du verfolgst mich härter, als wenn sch gestohlen oder gemordet hätte. Laß dieses Staubkorn, das nun zu dir ruft, doch wenigstens wissen, was es verbrochen hat.“ Und er ging geradeaus weiter. Er ließ das Stadttor hinter sich, und nachdem er durch einige Friedhöfe gewandert war, kam er in die weite Sandwüste, die sich auf dieser Seite bis zur Stadt erstreckte. Bald stand er auf der großen Karawanenstraße zum Roten Meer, die sich hier zwischen niedrigen, mit Flugsand bedeckten Hügeln bahinschlängelte. Aber beim Anblick dieser Hügelkette erwachte eine Kindheitosrinnerung in dem verzweifelten Flüchtling. Ekam ihm in den Sinn, wie er und sein Vater eines schönen Morgens zwischen diesen Hügeln gewandert waren, um Mustafa Halils Jahrestag zu seiern. Auf dem Wege hatte der Vater ihm von dem alten Mustafa erzählt, der einmal ein sehr heiliger Mann gewesen war, viele Wunder gewirkt und eine große Schar von Derwischen um sich versammelt hatte. Das Grab des Heiligen, ein kleiner, weißer, kuppelbedeckter Bau, hatte so versteckt zwischen den Flugsandhügelchen gelegen, daß sie es kaum finden konnten, aber als sie glücklich hingekommen waren, hatten sie gesehen, daß eine große Menschenchar sich dort schon versammelt hatte, und das Fest war in vollem Gange gewesen. Jetzt, wo er sich traurig und erbittert über die tiesen Furchen der Karawanenstraße schleppte, sagte er plötzlich zu sich selbst:„Es ist wahr, daß Mustasa Halils Verwische tot sind, und ich glaube kaum, daß nunmehr jemand daran denkt, seinen Jahrestag zu feiern, aber das hindert nicht, daß er noch heute im Besitz seiner Macht ist, und vielleicht könnte er mir die Aufschlüsse geben, die ich brauche, er erinnert sich vielleicht noch, daß mein Vater einer seiner getreuesten Anhänger war.“ Ohne Zögern verließ er die Kargwanenstraße und schlug den Weg durch die Hügel ein. Das Glück war ihm hold, so daß er nach kurzem Suchen das kleine HeiligenFad emeicht. Eo sah witrtlich ans, els bei Mosache lil vollkommen vergessen. Der Flugsand hatte sich unzindert vor den Wänden aufgehäuft, der Gehpfad war ganz verschüttet und die beiden Treppenstufen, die zu der Grabkammer hinaufführten, waren kaum mehr sichtbar. Als Assad dieser Vernachlässigung gewahr wurde, geeiet er so außer sich, daß er ganz vergaß, an seine eigene Rot zu denken. Augenblicklich machte er sich daran, mit den Händen den Sand vom Gehpfad zu entfernen.„W. dies so weitergeht," dachte er,„ist ja bald das gans Grab versandet, und man wird es nicht von einem gewöhnternedmungen, Planr und Es war eine schwere, langwierige Arbeit, die der Koch begonnen hatte, und er war kaum zu den beiden Treppenstufen vorgedrungen, als die Sonne ganz plötzlich im Westen versank und die Dunkelheit sich beinahe unmittelbar darauf auf die Erde herabsenkte. Der Koch, der nach einem so anstrengenden Tage recht müde war, empfand sofort heftig Lust, zu schlafen.„Ich muß mich niederlegen Weilchen ruhen," dachte er.„Es hat ja keinen und ein Weilchen ruhen, Zweck, in der Dunkelheit zu arbeiten. Sowie ich mich ausgeschlafen habe, werde ich weitergraben.“ Kaum war er auf dem warmen Sandbett eingeschlummert, als er im Traum sah, wie die Türe der Grabkammer sich öffnete und ein kleiner buckliger Alter auf der Schwelle erschien. Seine Gedanken waren so klar, als wenn er wach gewesen wäre, und er entsann sich sofort, daß der fromme Mustafa Halil bei Lebzeiten bucklig gewesen war. Er zweifelte also keinen Augenblick, daß es der Heilige selbst war, der sich ihm jetzt zeigte. Seltsamerweise schien Mustafa Halil im höchsten Grad gereizt zu sein. Er schwang einen langen Wanderstab durch die Luft, sein alter Kopf wackelte vor Erregung und aus seiner Kehle drang ein Heulen, das nicht drohender hätte klingen können, wenn ein Löwe oder eine Hyäne es ausgestoßen hätte. „Was soll das heißen, Wanderer, daß du den schützenden Sand von meiner Wohnstätte entfernst?“„Damals, als der Weg zu meinem Grabe noch offen und leicht zu befahren war,“ fuhr der Heilige fort,„war es ein Zufluchtsort für eine Schar roher Räuber. Diese Gottlosen hieltest mich ab. Mein Zorn wurde nicht gestillt, und als ich ihm das nächste Mal bezegnete, schlug ich ihm eine tödliche Wunde. Nun wage ich mich nicht mehr in Katro zu zeigen. Ich bin ein vogelfreier Wüstenräuber geworden. und all das ist deine Schuld.“ Damit schleuderte Selim Bey mehrere Schaufeln Sand auf den Liegenden, dessen Seele nunmehr ebenso belastet von Gewissensbissen war wie seine Glieder von Sand. „Nein, überlasse auch mir etwas von der Arbeit,“ rief Said Effendi, der der Dritte im Bunde war.„Du heuchlerischer Schurke, du hattest natürlich den Schuldschein entdeckt, der im Backosen versteckt war. Das Feuer legtest du nur an, um zu bemänteln, daß du ihn gestohlen hattest. Du Betrüger mit deinem scheinheiligen ich dachte, ich glaubte— ich werde dir schon einiges für das Denken geben!“ „Du sollst wenigstens nie mehr Gelegenheit haben, dich in das zu mischen, was dich nichts angeht,“ zeterte die Witwe und warf gleichzeitig eine große Schaufel Sand dem Träumer auf Brust und Schultern. Dieser, der fühlte, wie sich der Sand über ihm häufte, ohne daß er auch nur einen Finger zur Gegenwehr rühren konnte, sah ein, daß sein letztes Stündlein gekommen war. Sein Wille arbeitete, so daß der Schweiß ihm aus allen Poren drana, seine Muskeln spannten sich, aber es kam zu nichts. Er vermochte weder um Gnade zu bitten, noch zu entfliehen. Das Blut stockte ihm in den Adern, die Brust vermochte sich nicht mehr zu heben und zu atmen. Der mehlfeine Sand füllte seine Augen, seine Nasenlöcher, seine Ohren und seinen Mund. In wenigen Augenblicken mußte er erstickt sein. In diesem Moment der Verzweiflung hörte er Mustafa Halils Stimme:„Genug jetzt, Freunde,“ sagte er.„Euer armer Diener hat jetzt seine Lektion bekommen, und ich glaube, wir können ihn laufen lassen. Sein Vater, der fromme Koch Jussuf, war einer meiner treuesten Anhänger, und ihm zul sucht, seinem Sohn stand zu verhelfen. sucht, seinem Sohn zu ein bißchen gesundem Menschenverand au nschallen Der Winter zieht ein! In ganz Südbayern ist dichter Schnee gefallen: In München liegt eine 40 Zentimeter starke Schneedecke auf den Straßen. Bliek über die verschneite Münchener Altstadt. Angeschneite Schubkarren der bellnchener Bhebenzeinigung. machten mein Haus zum Schauplatz ihrer Trinkgelage und Ausschweifungen. Nun seit der barmherzige Sand den Weg hierher schwerer zugänglich gemacht hat, kann ich in Ruhe schlummern. Glaubst du, ich wünsche mir, daß der frühere Zustand wieder eintrete? Glaubst du, es wäre mir nicht am liebsten, wenn der ganze Bau vom Sand bedeckt wäre? O du Missetäter! Ich sehe kein anderes Mittel zur Verhinderung deines bösen Vorsatzes, als dich unter dem Sande zu begraben, so daß du nie mehr das Licht des Himmels schauen kannst.“ Kaum war dies gesagt, als der entsetzliche Alte sich über den Träumenden beugte und Sand über ihn zu schütten begann, ohne daß dieser imstande war, ein Glied zu rühren, um dem sicheren Tode zu entgehen. „Was um Himmels willen soll ich tun?" dachte der Koch.„Wie wird es mir ergehen? Mustafa Halil wird sicherlich seinen Vorsatz ausführen und mich lebendig begraben.“ Wie um die Gefahr noch furchtbarer zu machen, erschienen in diesem Augenblick drei neue Personen, zwei Männer und eine Frau auf dem Platze vor dem Grab, alle drei mit riesengroßen Schaufeln bewaffnet. Mit slatternden Gewändern eilten sie zu Assad heran, kreischend vor Freude über das Unglück, das ihm zugestoßen war. Erkennst du mich, du Ungetüm von einem Koch?“ rief die Frau.„Ich bin jene Fatima, die einst das Unglück hatte, dich im Hause zu haben. Mein Sohn hatte eine schwere Ohrenerkrankung gehabt, doch sie war schon fast ausgeheilt als du dir herausnahmst, ihm eine furchtbare Ohrfeiege zu versetzen. Da kam das Uebel wieder, und jetzt ist er für sein ganzes Leben taub. Ich will nur zu gerne behilflich sein, dich zu begraben.“ Und sie begann den auf dem Boden ausgestreckten Träumer mit rasender Eile mit Sand zu überschütten. Der arme Assad, der ein guter, mitleidiger Mensch war, konnte nicht umhin, Schmerz über das Unglück zu fühlen, das er angestiftet hatte. Er wurde von solcher Neue beallen, daß er beinahe den Tod zu verdienen glaubte, der hm drohte. „Laß mich auch bei diesem guten Werke mithelfen.“ sagte der andere der Neuankömmlinge.„Du kennst mich doch. Freund Assad, ich bin Selim Bey, dein erster Herr. Eines Tages war ich sehr betrübt, weil mein bester Freund mich betrogen hatte, ich gedachte mich mit Wein Als dies gesagt war, merkte der Träumende zu seiner unsäglichen Erleichterung, wie der Sand von seinem Körper entfernt wurde. Die Brust konnte sich wieder zum Atmen heben und die drückende Last, die auf ihm geruht hatte, hörte auf, ihn zu beschweren. Er konnte sich wieder frei umsehen. Die drei„Nachsüchtigen waren verschwunden. Nur Mustafa Halil neigte sich über ihn:„Vergiß nie die Lehre, die du heute erhalten hast.“ sagte er in ernstem Ton. Wenn du in Versuchung kommst, dich in fremde Angelegenheiten zu mischen, so wiederhole dir immer selbst diese Worte: Man soll nie denken. Aber glaube nur ja nicht, mein Sohn, daß ich dir damit alles Denken verdieten will. Merke dir nur, daß, wenn ein Unglück eintrifft, wenn ein Haus brennt, wenn eine Brücke einstürzt, wenn zwei Schiffe zusammenstoßen, dies meistens daher kommt, daß irgendein wohlwollender Mensch da war und „gedacht" hat. Vor derlei will ich dich lehren, dich in acht zu nehmen. Erfülle deine Pflicht, tue, was dir aufsgetragen ist, und sei gewiß, daß sogar Mohammed, Allahe Prophet, einen Anhänger, der schlicht und fromm seinen Befehlen gehorcht, den vielen vorzieht, die klüger sein wollen als er selbst.“ Als der Koch Assad am nächsten Morgen erwachte, erinnerte er sich haargenau an den furchtbaren Traum, der ihn in der Nacht gequält hatte. Und von diesem Tage an, erzählt die Geschichte, hörte Koch Assad auf, sich ungebeten in fremde Angelegenheiten zu mischen. Er besaßte sich nur damit, was zu seinem Beruse gehörte und wurde so ein so gesuchter Koch, daß eine Beförderung die andere ablöste und er schließlich eine Stelle als Meisterkoch in der Küche des Sultans selbst bekam. * Das Frühlingslied. „Kinder.“ sagt die Lehrerin.„heute ist so herrliches Wetter, da wollen wir mal Frühlingslieder singen!— Wer weiß eins?— Du, Lieschen?— Also, dann heraus damit!“ Stellt sich Lieschen vor die Klasse und schmettert hell und unvekummert:„'raus mit der Mutter an die Am Seil. Von feitz Müller, Partenkirchen. In einer Handvoll freier Schwünge schwebst du von Ehrwald hinauf zur Zugspitzhöhe. Wenn du aussteigst, hast du von hier nur eine kleine Strecke noch zum Gipfel. Die Tiroler hatten recht: Das letzte Stück zur Majestät sollst du erwandern, nicht„erfahren“. Freilich, das Erwachen muß auch darnach sein: Langsam, schweigsam, einsam, dann und wann verweilend, daß dein Aug' sich weite und die reinen Schauer dieser Hochwelt sich in deine Seele gießen. Laßt uns sehen, wie das zugeht. Aus dem Tellerklirren und Gebabbel des Hotelsaals bist du ausgerissen. Schweigend grüßt dich rings die erlauchte Pracht der Firne. „Wünschen der Herr einen Führer?“ Ich versuche durch ihn durchzusehen. Es gelingt nicht Par An den friserlich angexappten Läcerla anf der srerstirne—„erzen“ heißt sie in den andern, den gekten Führern— bleib ich hängen. Wo hab' ich diese Schneckerln schon gesehen? Richtig, bei dem Hausknecht, der beim„Donisl“ in München die Betrunknen rausschmeißt. „Aber die gnädige Frau werden's oone Führer schwerlich machen können.“ Die Gnädige schwankt. Zweifelnd blickt sie mich an: „Ist es wirklich so gefährlich?“ „Grau—en—haft!“ versuche ich zu scherzen. Aber sie nimmt's ernst:„Dann freilich—“ „Nummer fünf.“ murmelt der E'schneckelte, die bereits gesicherten vier andren überschauend,„wenn sich jetzt der Herr auch noch entschließen wollte—?“ Der Herr entschließt sich nicht. — auch entschließen wollte,“ wiederholt er schon fast drohend.„dann— dann—“ Ich fasse ihn ins Aug':„Was dann?“ „Dann,“ stottert er,„dann wären's grade sochs.“ „Je drei Mark, macht achtzehn Em, nicht wahr?" Er starrt mich an. Er wendet sich einem andern sechsten zu. Ich entweiche: Berg, tue dich auf, ich möchte dir gehören. Ja, wenn nicht Grenzen wären. Ein paar hundert Schritte weiter starrt mir eine ins Gesicht: Hie Oestreich und hie Deutschland— hie Bayern, hie Tirol. Auf der Völkerscheide— ist es eine?— stehen neue Erz'ne. „Aha, Respekt!— der Herr will einen deutschen Führer, gelln S•?“ Ich zeigte mit dem Daumen rückwärto:„Die dahtnten „Nur Tiroler, Herr— die Zugspitze selm is bayrisch.“ „Und ihr wollt deutsche Führer sein?— da kenn sich einer aus!“ stelle ich mich dumm und ich entweiche wieder. „Sie werd'n's berei'n, Herr“, ruft mir einer nach,„ sag Eahna nur soviel: Sie werd'n's berei'n!“ Da reißt es mich doch nochmal rum:„Depp, damischer, halt's Maul!“ Er hält es wörtlich: Die Bergführerpranke— gußeisern heißt sie im Gedruckten— ist ihm an das vor Erstaunen off'ne Bergführermaul gefahren:„Aha“, blinzelt er und neckt er,„Sie san oaner von de Insern— was kost't's. wenn Sie's aa halten, Eahner Mäu“?“ „Die Feder wird sich bei mir schwerer halten lassen.“ „O mei', schreib'n dersen C. was S' woll'n, scheener Herr— jetzt da schaug her, da hat oaner von de Tirolerischen glei' sechs am Seil fürig' fangt— so an ausgschaamter Baazi, so an ausgschaamter!“ Der Ausgschaamte befehligt unbeirrt mit gramdurchfurchter Stirne seine Truppen. Der Gram kommt davon her, daß er sich, um verstanden zu werden, auf hochdeutsch hat umstellen müssen, was ihm schwerer fällt, els den Andren ihre Steigerei. Er zieht das gewaltige Seil straff:„Achtung, meine Herrschaften, Achtung!“ Die Sechse stehen stramm, ganz Ohr und leicht erschauernd. „Hür, meune Hörrschaften, göht er scharf röchts hörum— links, nücht hinunterschauen, bitte, von wegen dem krausamen Schwündel, so eunen befahlen könnte— oo, jetzt wüder geradeaus— hobts eich brav gehalten, annder und Weiber—“ „Köstlich. Justav, Weiber heißt er uns der Sohn der Berge!“ Justav hörte nicht. Justav hatte sich, da er von Schwindel hörte, entschlossen, seinen Schwerpunkt in die Sitzfläche zu verlegen. Diese Sitzfläche war eine im Tal gekaufte echte Gamslederne, auf der er fürsichtiglich die Felsen abrutschte. Bei diesem Anblick fiel der konzessionierte Bergführer einen Augenblick lang aus der Rolle:„Hättst dir l halt aa nageln lassen, dei Gamslederne— und hür, verehrte Hörrschaften söhen Sü ins öwige Glötschereus hinab— sapprawolt, höb'n halt auf, dein' Hintern, sonst braucha ma a Stund für die zwanzg Minuten und i kimm z' spaat für die naxten— schleur' di', sag' i, oder— oder ich müßte den Hörrschaften die doppelte Tax—“ Die Aussicht auf die doppelte Taxe hob den Mann vom Boden trotz der Schrecken des Gebirges hoch. Alles hat seine Grenzen: Auch ein Schwindel kann von einer Doppeltaxe in die Flucht geschlagen werden. Er griff zähneknirschend aus. Als er an mir vorbeigeseilt wurde, schrie er:„Führer, beda Führer, da geht einer ohne Führer, ist denn das erlaubt!“ „Erlaubt scho', aber gfaahrli, liaber Bua, schröcklich gfaahrli— i siech'n scho' drunten lieg'n, den— den notigen Hanswurschten, dem drei Markl z' viel san, und seine sparsamen Boaner z'sammaklaub'n—“ „Wo unten?“ hielt jetzt eine schreckensbleiche in dar zitternde Seil geknüpfte Dame den Führer an. „Do drunten“, sagte gleichmütig der Führer. „Oh. kann man sich denn auf der andern Seite nicht erstürzen, Führer?“ Da fiel von dem durch das Kulturgezeugs verhunzten Führer plötzlich die verlog'ne Hülle ab, und streng und sachlich sagte er die Wahrheit:„Da balst abifallst, wer'st ; Lermoos begrab'n, und da halst abifallst, wer'st# Partakirch begrab'n.“ Uebel, kein Hindernis mehr für den Flieger. ch sähzig auch der Ebenso wie der geübte Maschinenschreiber auch sein muß, blind schreiben zu können, sollte heute au Flieger sein Flugzeug blind lenken, das heißt, es selbst durch den dicsten Rebel nur mit Hilfe seiner Instrumente an Ort und Stelle bringen können. Zurzeit werden in der amerikanischen Armee und zwar auf dem Flugübungsplatz zu Kelly Field in Texas bereits Uebungen im lindfliegen vorgenommen. Die Uebungen begannen damit, daß man zuerst drei Flugzeuge bei einem Wetter aussandte, das zwar stark neblig war, aber zeitweise doch eine Sicht zwischen den Wolken gestattete, um den Piloten den Weg zu zeigen, wenn sie ihn verloren hatten. Darauf folgten Flugübungen im dichten Nebel, und als diese ohne Unfall verliefen, versuchte man, ein aus sechs Flugzeugen bestehendes kleines Geschwader bei starkem Nebel Flüge ausführen zu lassen. Auch diese Flüge, bei denen die Piloten nur auf ihre Instrumente angewiesen waren, gelangen sehr gut; die Flugzeuge fuhren hintereinander, sodaß der Führer des letzten zwar das erste Flugzeug nicht mehr wahrnehmen konnte, sich aber immerhin nach dem vor ihm fliegenden Flugzeug zu richten vermochte, dessen Umrisse er auch im Nebel sah. Die Uebungen im Blindfliegen werden nunmehr sortgesetzt da sich gezeigt hat, daß es tatsächlich möglich ist, ein Flugzeug nur mit Hilfe guter Instrumente zu lenken. ein Ergebnis, dem sowohl im gewöhnlichen Luftverkehr, als auch im Kriege zweisellos eine grobe Bedeutung zu Schloß.—(Na Anfschmere „ein wenig“ „Na ja, jetzt der ganze Sie say ihn „Erinnern Si weiß u zeug...“ Und p „Wo ist Dr. K „War das d fuhren?“ Ja.— Ist Der Arzt war ce.„Er wird kanbigen: Sie klammert „Rein, lassen mich vor ihm!“ ist Korlheinz? mir ja im Aut ist verunglückt.? „Er ist hier.“ Sie gab des hastig auf. Und hellstes Glück. Er war bei ih Schultern.„Nich und weiche nicht Sie bettelte. mir lassen. Kar „Er wird nich „Ist er verw „Ja. er ist be Flehend sah si volle Wahrheit. Er nickte leis Ruth sank mit „Dann wird er können?—Ja, — Karlheinz, je getrennt werden Liebkosend strie jetzt bleiben wir meine Ruth bei immer, Augen und fiel einen ruhigen. er Sanft bettete! auf das Lager. aber trug einen Ruths Seite. Ein war in seiner Br. Professor Klüb beitszimmer auf Bert Ibenstei: einem Klubsessel ner Zigarette vo „Lautwoit hatte zeichnungen über eine Fälschung ten Geheimpapiel snid Fälschungen. sächlichen Papier Klüber hob in mehr denken! Mi Sie?— Erst u — Hatte Erlsing er überhaupt u0 gramm hinkam? Ihnen, Ibenstein: reise ich sel gen will ich s! Ich werde! weitz, daß Ruth befreit ist!“ Die Tür ging Schweille.„ater. WT il. Nr. 259 2. Batt— Freitag, 6. November 1931 mkirchen. ünge schwebst du von Wenn du aussteigst, trecke noch zum Gipfel. etzte Stück zur Majehren“. darnach sein: Langwann verweilend, daß Schauer dieser Hochabbel des Hotelsaals igt dich rings die err?* en. Es gelingt nicht en Löckerln auf der den andern, den ge1. 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Sie say ihn ängstlich an.„Was ist geschehen?“ „Erinnern Sie sich nicht?“ „Ich weiß nichts mehr.“ Sie sann.„Das Flugzeug...“ Und plötzlich zuckte sie in Angst zusammen.. „Wo ist Dr. Kanomoki?“ „War das der Mann, mit dem Sie im Auto fahren?“ „Ja.— Ist er hier?“ Der Arzt war unschlüssig, was er antworten sollce.„Er wird sich später nach Ihrum Befinden erGanbigen: Sie klammerte entsetzt die Hände um seinen Arm. „Rein. lassen Sie ihn nicht zu mir! Retten Sie mich vor ihm!" Jäh kam ihr das Erinnern.„Wo ist Korlheinz?— Er kam doch im Auto! Er folgte mir ja im Auto!“ Sie stöhnte.„Oh, unser Wagen ist verunglückt. Aber Karlheinz— wo ist Karlheinz?“ „Er ist hier.“ Sie gab des Arztes Arm frei und richtete sich hastig auf. Und da sah sie ihn. Ihre Augen strahlten hellstes Glück. Sie jubelte:„Lieber Karlheinz!“ Er war bei ihr und schlug den Arm innig um ihre Schultern.„Nicht aufregen. Ruth! Ich bin bei dir und weiche nicht mehr von dir!“ Sie bettelte.„Du darfst den Japaner nicht zu mir lassen. Karlheinz, bitte, bitte!“ „Er wird nicht kommen. Ruth.“ „Ist er verwundet?“ „Ja. er ist verwundet. Er ist schwer verwundet.“ Flehend sah sie ihm in die Augen.„Sage mir die volle Wahrheit. Karlheinz! Ist er tot?“ Er nickte leis. Ruth sank mit erlöstem Aufatmen an seine Brust. „Dann wird er mich nicht mehr von dir reißen können?—Ja, nun darf ich ohne Sorgen sein. — Karlheinz, jetzt will ich aber nie mehr vor dir getrennt werden!" Liebkosend strich er ihr über das Haar.„Rein, Ruth, jetzt bleiben wir beisammen. Ich will jetzt immer meine Ruth behüten und beschirmen.“ „Ja immer, Karlheinz!“ Sie schloß müde die Augen und fiel an des geliebten Mannes Brust in einen ruhigen, erquickenden Schlaf. Sanft bettete Karlheinz mit des Arztes Hilfe Ruth auf das Lager. Dann schied der Arzt. Karlheinz aber trug einen Stuhl herbei und setzte sich an Ruths Seite. Ein freudevolles Singen und Klingen war in seiner Brust. 18. Professor Klüber schritt unruhig in seinem Arbeitszimmer auf und ab. Bert Ibenstein saß neben dem Schreibtisch in einem Klubsessel und blies grübelnd den Rauch seiner Zigarette vor sich hin. „Lautroit hatte gemeint, er hätte die echten Aufzeichnungen über„Omega“ in Besitz, und es war eine Fälschung. Salenzyca schwor darauf, die echten Geheimpapiere sich ergaunert zu haben, und es snid Fälschungen.— Wo sind nun die wirklichen, tatsächlichen Papiere über Omega hingewandert?“ Klüber hob in Abwehr die Arme.„Ich will nicht mehr denken! Man wird verrückt! Und was wollen Sie?— Erst meine Tochter, dann die Papiere! — Hatte Erlsing Erfolg, hatte er keinen?— War er überhaupt noch in Wladiwostok, als das Telegramm hinkam?— Wo ist Ruth?— Das sage ich Ihnen, Ibenstein: Findet Erlsing meine Tochter nicht, daun reise ich selbst nach Japan. Mein ganzes Vermögen will ich daran wenden, Ruth wiederzufindus! Ich werde keine Ruhe haben, solange ich nicht daß Ruth aus dem Zwang dieses Menschen befreit ist!“ Die Tür ging auf. Klaus trat mit Hilde über die Schwelle.„Vater, ich war eben bei Hildes Mutter. Hilde hat mich hierher begleitet. Sie ist voll Sorge um Ruth, und sie kam zur rechten Stunde mit mir.“ Der Professor fragte rasch:„Was heißt das? Ist Nachricht da von Erlsing?“ „Jetzt zog Klaus ein Telegramm hervor.„Ja. Eben als wir das Haus betraten, brachte der Bote das Telegramm.“ Klübers Hände zitterten.„Hast du es gelesen, Klaus?" „Ich habe es gelesen, ja! Es steht gut, Vater.“ Klüber hob die Hand.„Gib.“ Mit unsicherer Stimme las er vor:„Habe Ruth gefunden. Sie ist gesund und hat mich lieb. Erbitte Heiratspapiere für Ruth. Wir wollen uns hier trauen lassen. Karlheinz Erlsing, Wladiwostok, Hotel Eu7304 Bert Ibenstein rief in heller Freude:„Geglückt! — Jetzt bin ich zufrieden!“ Klübers Gestalt schien zu wachsen. Seine Augen schauten voll neuen Hoffens den Sohn und Hilde an. „Ruth ist gesund! Sie ist gefunden. Erlsing kam nicht zu spät!— Er— ja, sie soll sein Weib werden.— Wenn er nicht gewesen wäre...!“ Er streckte Bert Ibenstein beide Hände entgegen.„Und wenn wir Sie nicht gehabt hätten, lieber Ibenstein! Si: sind es, der uns auf Ruths Spur brachte!“ Der aber wehrte.„Wir wollen Fedor Galjonemski nicht vergessen. Herr Professor! Er hat uns den Weg gezeigt.“ Klüber nickte ernst.„Ja!— Ibenstein, schützen wir ihn und— seine Gattin!“ „Es wird geschehen. Ich habe mir bereits einen Plan zurechtgelegt.“ Klüber schaute voll Freude auf Klaus und Hilde. „Jetzt dürft auch ihr euch ungetrübt eures Gükes freuen. Ihr zwei! Weiß Gott. ihr habt es reolich verdient, daß jetzt die Sonne für euch aufgeht.“ Bert Ibenstein meinte zögernd:„Ja,— einiges ist mir geglückt. Ich habe jezt viele Fäden geordnet. Aber ich darf noch nicht zufrieden sein! Wo sind die Aufzeichnungen?“ Der Professor schien jetzt plötzlich wieder regsteInteresse an seinen Aufzeichnungen zu finden.„Ibenstein, bringen Sie mir diese verwünschten Papiere herbei! Das ist das Letzte. was mir zu meinem Glück fehlt.“ Klaus forschte:„Und weshalb wünschst du jetzt so dringend die Papiere herbei, Vater? Soll diese Entdeckung neues Leid heraufbeschwören? Soll der Kampf von neuem anheben?“ Klüber wehrte.„Nein!„Omega“ hat mir und euch Leids genug gebracht. Wenn es schon jetzt solch schlimmen Kampf entfachte, was sollte erst werden, wenn es eines Tages in der Hand eines ganzen Volkes gegen ein anderes ausgespielt würde! Klaus. du hattest von Anfang an recht: Es war eine unglückliche Erfindung!— Jetzt bin ich bekehrt.— Und wenn ich die Aufzeichnungen über„Omega“ herbeiwünsche, dann jetzt nur deshalb...“ Klaus jubelte.„Um die Gewißheit zu haben, daß das Geheimnis über Omega keinem fremden Auge offenbar wurde.“ Klaus Klüber preßte des Vaters Rechte.„Das ist die größte Freude, die nu mir bereiten kannst. Jetzt will ich sprechen!“ Bert Ibenstein hob die Hand.„Halt. Herr Doktor! Ich will zuvor etwas sagen!“ Er zog einen verschlossenen Briefumschlag aus der Tasche.„Hier drin steht der Name dessen, der die echten Geheimpapiere beiseite brachte. Ich habe mir diesen Namen aufgeschrieben. Wenn ich alles und alles zusammenstelle, komme ich zu einem einzigen Schluß. Denken Sie: Max Ohlemark stahl die Papiere nachts aus dem Schrank. Diese Papiere brachte er Lia Nissander. Er und auch Lia Nissander hatten keine Zeit und sicher nicht die Absicht, die aus dem Tresor Professor Klübers entwendeten Papiere durch gesälschte zu ersetzen. Lokadziej, der bei Lia Rissander einbrach und ihr die Aufzeichnungen über„Omega“ stahl, eignete sich unbedingt die gleichen Papiere an, die dem Tresor entnommen worden waren. Er fertigte— das hat ja Salenzyca eingestanden— von den Aufzeichnungen eine entstellte Abschrift an; deshalb, weil er fürchtete, man könne ihm die Papiere, die er Lia Rissander entwendet hatte, abjagen. Diese gestohlenen Papiere aber sandte er als Wertbrief an Salenzyca. Er fuhr dann mit den von ihm gesälschten Papieren nach Dobromierzyce. Lautroit war ihm auf der Spur, erwürgte ihn und holte sich bei ihm völlig wertlose Papiere. Unzweifelhaft sind also die Papiere aus dem Tresor bis zu Salenzyca gewandert; Salenzyca aber hatte die Papiere bei sich, und sie stellten sich als Fälschung heraus.— Demnach hatte Max Ohlemark schon aus dem Tresor gesälschte Papiere geraubt!“ Klüber starrte Ibenstein an.„Das klingt alles ganz logisch. Aber jetzt kommt ja das Schünste! Wenn Max Ohlemark gefälschte Papiere in meinem Tresor fand, dann muß vor ihm ein anderer Dieb sich die echten Aufzeichnungen angeeignet haben und an deren Stelle die Fälschungen in das Fach gelegt haben!“ Ibenstein nickte.„So muß es gewesen sein.“ „Wo ist aber dann der Dieb zu suchen? Wer hat die echten Papiere entwendet?" Bert Ibenstein reichte dem Professor den Umschlag. „Bitte, jetzt öffnen Sie Sie werden auf einem weißen Blatt den Namen dessen finden, der die Aufzeichnungen in Ihrem Tresor vertauscht hat.“ Klüber griff rasch nach dem Umschlag. Er riß ihn auf. zog einen Bogen Papier heraus und entfaltete ihn. Er las und las wieder.„Was soll das. Ibenstein?“ „Lesen Sie laut. Herr Professor!“ „Sie haben wohl ein falsches Blatt in den Umschlag geschoben?— Da steht ja: Dr. Klaus Klüber!“ Hilde rief staunend:„Klaus, also du?“ Und Klaus Klüber erklärte:„Herr Ibenstein. Sie haben gut überlegt. Mein Vater kann mit Ihnen zufrieden sein.“ Der Professor sah ratlos von einem zu anderen. „Was soll das?— Herrgott, macht mich doch nicht ganz verrückt.“ Klaus trat zu dem Vater.„Es ist wahrhaftig so!— Ich war es, der die echten Aufzeichnungen über „Omega" durch eine Fälschung ersetzte. Und wenn dies geschah und damit verhütet wurde, daß die echten Aufzeichnungen in unrechte Hände fielen. so ist dies vor allem Hilde zu verdanken.— Ich sprach manchmal mit Hilde über deine Erfindung. Vater, und ich verbarg ihr nicht, wie ich die furchtbaren Folgen fürchtete, die„Omega“ in der Welt auslösen könnte. Ich versuchte immer wieder, dich zu bewegen. deine Entdeckung nie der Welt bekannt zu geben. Hilde flehte mich an, es doch zu verhüten, daß diese Blätter jemals freinden Händen übergeben würden.— Und außerdem war Hilde in Angst. die Papiere könnten eines Tages geraubt werden, und deine unglückselige Erfindung, Vater, könnte sich— in Feindeshand— vielleicht eines Tages gegen unser eigenes Volk wenden.— Ohne Hilde zu verraten, daß ich ihrem Wunsch willfahre, entschloß ich mich, die echten Aufzeichnungen durch eine Fälschung zu ersetzen.— Es geschah. Der Dieb fand wohl Geheimpapiere. aber wertlose Aufzeichnungen. Die echten Papiere liegen wohlverwahrt in der Stahlkammer der Staatsbank. Hier ist der Schlüssel zu dem Stahlfach, Vater! Hättest du vorhin nicht erklärt, eigenhändig diese Aufzeichnungen vernichten zu wollen, sobald du sie wieder erhielst— du würdest diese Papiere nie wiedergesehen haben.— Ich wollte die Welt vor„Omega“ schützen?“ Klüber griff sich an den Kopf.„Das ist ja unerhört!— Du warst es!“ „Ja. ich war es.— Du kannst die Papiere holen, Vater, und dann zögere nicht: Beende du den Kampf um„Omega“ für alle Zeit!“ Klaus sah Hilde an. „Bist du zufrieden mit mir?" Da jubelte sie hell auf.„Klaus, das war eine herrliche Tat!“ Und sie achtete nicht Bert Ibensteins und des Professors, sie schlang die Arme um Klaus' Nacken und küßte ihn in froher, seliger Liebe. „Du lieber Klaus!“ Und als die Nacht zur Erde sank, fuhr ein Auto durch das weite Land. Bevor der Morgen dämmer: befanden sich Fedor Galjonewski und Lia Alexandrowna Galjonewski in Sicherheit vor allen Verfolgern. Professor Klüber aber hatte in dieser Nacht keine Ruhe gefunden. Er saß vor dem Bilde, das Lia Rissander in russischer Volkstracht zeigte, und das sie ihm durch Bert Ibenstein als Abschiedsgruß gesandt hatte. — Ende!— Längere Eisenbahnschienen Die Länge der Schienen wird durch die Transport fähigkeit und durch die Notwendigkeit bedingt, daß das Gleis in gewissen Abständen Wärmelücken aufweisen muß, in die sich die Schienen bei Wärme ausdehnen können. Der durch die Wärmelücken erforderliche Schienenstoß ist jedoch ein ausgesprochen schwacher Punkt des Gleises. Daher hat, so lesen wir in der„Reichsbahn", die Entwicklung des Oberbaus im Laufe der Jahre zu immer längeren Schienen geführt, durch die die Zahl der Stöße bewußt herabgemindert werden sollte. Zunächst wurden 15 Meter lange Schienen verwandt: bei Brücken, Ueberwegen und Tunneln ginz man bis 18 Meter Länge; in den letzten Jahren wurden 30 Meter lang gewalzte Schienen(Langschienenoberbau) verlegt, die sich im Betriebe durchaus bewährt haben und auf den wichtigsten Strecken, die dem internationalen und dem FD=Zugverkehr dienen, eingebaut worden sind. Der ruhigere Lauf des Fahrzeugs bei 30 MeterSchlenen infolge Herabminderung der Schienenstöße um die Hälfte gegenüber 15=Meier=Schienen, bietet großen Vorteil. Bis Ende 1930 waren etwa 3800 Kilometer Strecken mit 30 Meter=Schienen ausgerüstet. Die neuesten Versuche der Reichsbahn, 30. Meter=Schienen aneinanderzuschweißen, um so eine durchgehende Schiene von 60 Meter zu halten, lassen Gutes erhoffen. Mit Schienen von 60 Meter Länge waren Ende 1930 bereits 60 Kilometer und mit solchen von mehr als 60 Meter Länge etwa 10 Kilometer vorhanden. Der Knabe mit den zwei Zungen Doppelzüngigkeit kannte man bisher nur als Charakter= eigenschaft. Man hat auch von Kindern mit zwei Köpfen gehort. Von jedem Organ, das der gewöhnliche Mensch nur in einfacher„Aussertigung“ besitzt, gad es wohl schon eine von der Natur regelmäßig nicht vorgesehene doppelte Ausfertigung. Nur die duchstädliche Doppelzüngigkeit kannte man disher noch nicht. Diese Erscheinung hervorzuhringen, ist unserer Zeit vordehalten geblieden. Ein sechs zehnjähriger Wiener Knade weist nämlich eine zweite Zungs auf, die auf einer Rachenmandel gestielt sitzt und frei in die Mundhöhle hineinragt. Se besitzt das Gewebe und die Oberfläche des Hauptorgaus. Beide Zungen reden gleichzeitig. Die Wiener Geleyrten, Professor Fischl und Dr. Menzel, erklären die Erscheinung damit, daß nicht nur jeue Zellen des Emdryos, aus denen päter die Zunge hervorgeht, zur Bildung dieser Organs befähigt sind, sondern daß auch andere Zellen dies zu tun vermögen, durch bestimmte Kräfte aber daran gehindert werden, die bei diesem unglückseligen Kuaben nicht zu voller Wirksamkeit gelangten. Merkwürdig sei nicht die Tatsache, daß ein Mensch zwei Zungen besitzt, sondern daß dies disher noch niemals vorgekommen ist. Der Greis, der zu lange lebte Eines schönes Tages kam von Neuseeland herüber ein Mannn nach Bournemouth, um in seiner englischen Heimat sterden zu können. Denn der Fünfundsechzigjährige war ein menschliches Wrack, und ein untersuchender Arzt meinte erstaunt:„Ich hade noch niemand gesehen, in dessen Körper sich derartig viele Krankheiten Stelldichein gegeden hätten.“ Bestenfalls konnte Mortimer Clossold vielleicht noch ein Jahr leben. Ek hatte aus Neuseeland eine runde halde Million mitgebracht, und die wollte er nun vor seinem Ende noch möglichst gut unter die Leute dringen. Freilich gelang ihm das nicht innerhald eines Jahres. Aber das Schicksal schien ihm Gelegenheit geden zu wallen, sich seines Geldes noch länger zu erfreuen, als die Aerzte es seiner Zeit wahr haden wollten. Auch das zweite Jahr verging, und statt zu sterden, erholte sich der Greis immer mehr. Heute sind nun sieden Jahre vergangen, seitdem Clossold von den Aerzten zum Tode verurteilt wurde, und dem alten Herrn geht es gesundheitlich so gut wie noch nie. Dagegen steht es mit seinem Vermögen recht schlecht. Vor wenigen Tagen war der letzte Penny ausgegeden, und Cloffold mußte sich an das Wohlfahrtsamt wenden. Dem wird der Greis wahrscheinlich noch lange zur Last sein, denn ein Arzt, der den Neuseeländer kürzlich untersuchte, erklärte ihn für kerngesund:„Sie werden bestimmt noch Lundert Jahre alt.“ Clossold ist Stoiker. Er nahm die Verurteilung zum weiterem Leden gefaßt auf. Sie einmal diese Poße4 - verreiben Sie erwas Ata zwischen den Fingern. Weich und angenchm fühlt sich das Pulver an. Das kann weder schrammen, kratzen, noch die Haut angreifen. Ja, in Ata haben wir ein Putz- und Scheuermittel von beispielloser Wirkung. ein Wunder an schäumender, reinigender Kraft. Mit Ats zaubern Sie im Nu Hygiene u. appetitliche Frische. Für Pfennige schenkt Ats Ihrem Heim spiegelnden Glanz u. strahlende Sauberkeit. Für wenige Pfennige den finksten Helfer im häuslichen Reich. Wer kann Ihnen für so wenig Geld Gleiches bieten? der ftU: proktische Streuslet verschlel III Nehmen Sie Hergestellt in den zum Aufwaschen. Spü ersil-Werken. en und Reinigen Henkels nie dazu, sich Exsparnisse zurückzulegen. Er zu sagen, daß Bargeld Armut und Bankand bedeuteten. Als dann die Revolution ab der Festessen Seite. Freunden legte er unter das—. von ansehnlicher Höhe, und ihren Frauen widmete prächtige Juwelen und dergleichen. Ter Akopow war eigentlich nur kurze Zeit im Winter in Tiflis, während er sonst in seinen anderen Palästen einen herrlichen Tag lebte. Da er sehr leichtsinnig war, kam er nie dass*-pflegte immer kredite Wohlstand in Rußland ausbrach, stand er plötzlich vor der vollen deten Tatsache, daß er ein armer Mann war. Er floh nach der Schweiz und machte es sich dort in seinen Villen gemütlich. In Lausanne träumte er von den vergangenen Jahren, in denen er bedenkenlos mehrere Millionen Rubel ausgegeben hatte. Jetzt besaß er nur noch seine Paläste, aber kein Bargeid. Er wandte sich getreu seinem Wahlspruch an den Schweizer Bankier Axus, der annahm, daß die Revolution in Rußland bald vorübergehen würde. Deshalb zahlte er bedenkenlos dem Kaukasier drei Millionen Schweizer Franken aus, die dieser sofort verjubelte. Während der Inflation war er in allen Nachtlokalen Berlins als splendabelster Gast gut bekannt. Ter Akopow warf damals in übermütiger Sektlaune Gläser an die Wand und zerschlug alle Spiegel. Nicht selten hielt er alle Gäste frei und verschenkte Bündel von schweizerischen Banknoten. Bald waren die geliehenen drei Millionen Schweizer Franken ausgegeben und von Ter Akopow hörte man nichts mehr. Er war spurlos verschwunden. Der Bankier Axus aber trauerte seinen drei Millionen nach. Vor vier Jahren jedoch erhielt er von seinem Schuldner einen eingeschriebenen Brief aus Brüssel. In diesem teilte Ter Akopow mit, daß seine erste Frau gestorden sei und ihm sowie ihrer Tochter aus zweiter Ehe Nikisocowa 30 Millionen Rubel hinterlassen habe. Das Vermögen sollte angeblich in einer Newyorker Bank deponiert worden sein. Nikoforawa war aber unauffindbar. Der leichtgkäubige Bankier bildete ein Konsortium, und der russische Rechtsanwalt Meisis wurde mit der Wahrnehmung der Interessen beauftragt. Er erhielt von den Mitgliedern des Konsortiums die Mittel, um Nikisorowa ausfindig zu machen. Arus erbat sich zwar die Einsicht in das Testament, begnügte sich aber damit, als ihm der Anwalt Meisis eine Bescheinigung vorlegte, nach der die Verfügungen im Sase einer Pariser Bank eingeschlossen waren. Ter Akopow ließ sich das Geld vom Rechtsanwalt Meisis aushändigen, bemühte sich aber nicht um die Auffindung der Nikisorowa, sondern lebte wieder einen herrlichen Taa. Er erwarb sofort in Paris eine heerlsche Villa und benutzte seine Beziehungen, um verschiedene Geldgewaltige zum Eintritt in das Konsortium zu bewegen. Der Bankier Axus war aber inzwischen etwas ungemütlich geworden und verlangte die Einsicht in das Testament. Nachdem er 250000 Franken hinterlegt hatte, wurde ihm das Testament der Fürstin Petrowskaja gezeigt. Es datierte aus dem Jahre 1917 und schien echt zu sein; jedenfalls überprüfte es der Bankier unverständlicherweise nicht. Die Nachsorschungen nach der geheimnisvollen Nikiforowa wurden fortgesetzt, was natürlich stets mit neuen Geldvorschüssen verbunden war. Das Konsortium zahlte und zahlte, ohne den Schwindel zu merken. Ter Akoxow machte sich keine Sorgen und lebte ganz so, wie er es als ehemaliger kaukasischer Oelmagnat gewohnt war. Der Bankier und die anderen Geldgeber hofften immer noch, durch die Auffindung der Nikiforowa die bisherigen Verluste wieder decken zu können, weshalb sie auch immer wieder neue Geldbeträge vorstreckten. Ter Akopow schien es aber plötzlich nicht mehr ratsam, zu verlangen. Er knobelte stets auf die gleiche Art Geld daher einen neuen Trick aus und benachrichtigte eines Tages Axus, daß seine verstorbene Frau bei einer mexikanischen Bank sechs Millionen Dollars devoniert hatte. Auch wollte er ein Telegramm aus Rußland erhalten haben, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß Nikiforowa gefunden sei. Angeblich sollte sie von der 6PU. nach der berüchtigten Insel Solowetzki verbannt worden sein. Ter Akopow wollte jetzt eine Flucht der jungen Mädchen vorbereiten. Er erhielt von dem Konsortium 15000 Dollars und schickte einen gewissen Hermann nach Rußland. Es vergingen wieder viele Wochen, bis Ter Akopow plötzlich von dem bewußten Hermann ein Telegramm erhielt, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß er in Polen und dort eine Unterredung erforderlich sei. Ter Akopow ließ sich von dem Konsortium für diese Reise erneut Geld gebe in Paris eintraf, meldete er den jeben. Als er wieder Geldgebern, daß 30000 Dollars proe as mehr als Dom Oelmagnaten zum Hochstaplerkönig Die aussehenerregenden Betrügereien eines kaukasischen Millionärs.— Aus höchsten Höhen in tiese Rot. Paris hat wieder seine ganz große Sensation. Keine Zeitung, die nicht über die Verhaftung des kaukasischen Oelmagnaten Ter Akovow. und keine Gesellschaft, die nicht über die Affären dieses Mannes spricht. Die phantastischen Schwindeleien des einst mächtigen Mannes erregen ganz ungewöhnlich großes Aufsehen. In dieser Geschichte entrollt sich ein Menschenschicksal, das nicht abenteuerlicher in Romanen geschildert werden kann. Im Zarenreiche war Ter Akopow einer der reichsten und mächtigsten Oelmagnaten. Er besaß im Kaukasus riesige Petroleumgruben, die einen großen Gewinn abwarfen. So konnte er es sich leisten, ein mehr als luxuriöses Leben zu führen. Nicht nur in Tiflis, sondern auch in der Schweiz und an der Riviera kaufte er prächtige Villen, in denen es stets hoch herging. Die Gastfreundschaft des Millionärs war in Vorkriegszeiten berühmt. Ter Akopow richtete sich nach der altkaukasischen Sitte und schenkte jedem Gast, was dessen Interesse erweckte. Es war unter diesen Umständen nichts Ungewöhnliches, daß er mehrmals im Jahr seine Villen neu einrichten ließ, weil er fast sämtliche Möbel verschenkte. Während der Festessen zeigte er sich stets von seiner besten —— das Tischtuch Schecks er nötig seien, um Rilibefreien. Auch diese Summe bezahlte leichtgläubige Konsortium. Jetzt folgte eine Sensation der anderen. Die Geldgeber erhielten bereits wenige Tage später aus Brüssel von Ter Okopow die Nachricht, daß der Rechtsanwalt Meisis mit Nikiforowa nach den Vereinigten Staaten gefahren sei. Das junge Mädchen sollte ein neues Testamenk besitzen, durch das die Verfügungen aus dem Jahre 1917 ungültig wurden. Jetzt erst gingen den Geldgebern die Augen auf, und das Kartenhaus der Hoffnung brach zusammen. Diesen plumpen Schwindel glaubten sie nun doch nicht mehr. Der Betrug war plötzlich zu auffällig geworden. Die Geldgeber zeigten Ter Akopow, den einstigen Multimillonär und Oelmagnaten, wegen fortgesetzten Betruges und Hochstapelei bei der Staatsanwaltschaft an, worauf vor kurzem die Verhaftung Akopows erfolgte. Die französische Presse beschäftigt sich in langen Arstaplerkönig“ mit Recht, denn es ist bestimmt eine einzigartige Leistung, dreizehn Jahre hindurch hohe Geldsummen zu erschwindeln. Mit zynischem Spott und Humor behauptet er, daß ihm diese Zahl dreizehn Unglück georacht hat. Jetzt kann er im Untersuchungstikeln mit diesem Sensationsfäll, der bestmmn noch vrel von sich reden machen wird. Man kann nicht verstehen, daß sich das Konsortium jahrelang hinhalten ließ. Ter Akopow muß es äußerst geschickt verstanden haben, zu bluffen und zu blenden. Der Arm der Gerechtigkeit, dem er sich lange genug entziehen konnte, hat ihn aber doch erreicht. Ter Akopow verdient die Bezeichnung„Hochstaplerkönig“ mit Recht, denn es ist bestimmt eine einzigeizehn Jahre yin—##- GeldsumHumor ahl dreizehn Un —„ gunn er im Unterst gesängnis von seinem einstigen Reichtum und seiner Verhwendungssucht träumen. Sein Wahlspruch, daß Bargeld Armut und Kredit Reichtum bedeuten, hat sich nun doch nicht bewährt. Dieses Emigrantenschicksal ist eins von vielen. Zahlreiche einst reiche Russen sanken in den Jahren nach 1918 von Stufe zu Stufe, bis sie den Weg des Verbrechens beschritten. Nur wenige derartige Fälle kommen an die Oeffentlichkeit. Wer Gelegenheit hat, in den Polizeichroniken zu blättern, wird darin erschütternde Lebensschicksale finden. Russische Aristokraten sind heute in aller Welt zu finden. Sie betätigen sich in den verschiedensten Berufen. Nicht alle sind Kellner, Barmixer oder Eintänzer geworden, auch das Verbrechen lockte! Vierre Boundot. Mittelalterliche Trachten im modernen England. Anläßlich eines Besuches in Boston nahm der Bürgermeister der Stadt Manchester an einer Parade teil, bei der er und seine Begleitung durch die traditionelle, aus dem Mittelalter stammende Tracht auffielen. Gold aus dem Mieere dura,„Ultra=Pilter' Wird der Soldkrieg durch ein Patent beseitigt? Der„Gold=Krieg" tobt in der Welt mit einer Heftigkeit, die an echte Kriege erinnert. Gepanzerte Goldtresors, die durch die Lüfte fliegen oder auf den Ozeanen schwimmen, enthalten das edle gelbe Metall, das die Völker einander abringen, während Bankfeldherren, die Direktoren der Notenbanken, mit ihren Stäben strategische Pläne entwerfen, um den Ansturm der Goldseinde abzuwehren und die durch die Goldabzüge bedrohten Währungen zuschützen. Wir wissen, daß Englands Pfund in diesem Goldkrieg auf der Wahlstatt geblieden ist, daß der amerikanische Dollar auch von ungeheuren feindlichen Mächten bedroht ist und daß zahlreiche andere Währungen in dieser furchtbaren Schlacht schwer geschädigt wurden. Gerade in dieser Zeit des Goldkrieges hat ein amerikanischer Ingenieur namens Treadwels ein Patent erfunden, mit Hilfe eines Ultra=Filterauf billige Weise Gold aus dem Meere zu gewinnen, billiger als Gold bisher dem Erdboden entrissen werden konnte. Und nicht nur billiger, sondern, was viel mehr bedeutet, in so ungeheuren Mengen, daß das Ringen der Völker um das Gold gegenstandslos wird Wir wissen, daß die Ozeane die größte Goldquelle der Erde sind. Sie enthalten das edle Metall allerdings in so geringen Mengen, daß sich, wie es vor kurzer Zeit deutsche Forscher festgestellt haben, die Ausbeute nicht lohnt. Dieses Gold würde teurer sein. als das normal gewonnene, und damit ist das Meer als ungeheure Goldquelle erledigt. Welche ungeheure Massen von Gold aber in dem Meere enthalten sind, geht aus der Tatsache hervor, daß sich in 1000 Kilogramm Meerwasser an manchen Stellen des Ozeans bis zu 35 Milligramm Gold befinden. An anderen Stellen ist der Gehalt allerdings geringer. Man müßte also ungefähr 30 000 kg Meerwasser bearbeiten, um ein einziges Gramm Gold zuerhalten. Das ist zu umständlich und zu kostspielig. Nun hat Ingenieur Treadwell durch langjährige Versuche festgestellt, daß der Meersch. amm in Wirklichkeit das Gold enthält, daß also dieses Meeresgold leicht in großen Rengen zu gewinnen wäre, wenn man es lediglich mit Schlamm. aber nicht mit Meerwasser zu tun hätte. Der goldhaltige Schlamm ist im Meere ziemlich gleichmäßig und sehr dünn verteilt, und zwar kommen auf ungefähr 100 Kubikmeter Meerwasser ein halber Kubikmeter goldhaltiger Meeresschlamm. Die Menge des Schlamms zu der Menge des Wassers verhält sich also wie 1:200. Unter diesen Umständen muß die Menge Meeresschlamm, die aus 1000 kg Wasser gewonnen wird, den 200=fachen Betrag an Gold enthalten wie das Meer. Durch Versuche wurde angeblich festgestellt, daß in dieser Menge des goldhaltigen Meeresschlamms ungefähr 7 bis 10 Gramm Gold enthalten sind. Durch langjährige Versuche ist es dem Ingenieur Treadwell nun gelungen, einen„Ultra=Filter" herzustellen, durch den der Goldschlamm zurückgehalten wird. Die Maschen dieses Ultra=Filters sind so sein, daß der lose, zusammenhängende Goldschlamm durch sie nicht hindurchgeht. Man hat derartige Ultra=Filter für chemische Zwecke schon lange fertiggestellt. Zur Goldgewinnung müssen sie aber solche große Ausmaße haben, und das Patent Treadwells ermöglicht es, Ultra=Filter von der erforderlichen Größe zu schaffen. Die Versuche werden schon seit Jahren in Santa Barbara in Californien gemacht. Das Verfahren hatte aber noch viele Mängel, so daß sie bisher noch nicht ganz erfolgreich waren. Inzwischen sind angeblich alle diese Fehler beseitigt worden, so daß die Apparate gut arbeiten. Das Meerwasser wird durch die Ultrafikter mit ungeheurem Druck gepreßt, der goldhaltige Schlamm, der auf diese Weise gewonnen wurde, wird in besondere Gefäße getan und sofort bearbeitet, um das Meeresgold zu gewinnen. Da die Maßnahmen sehr kurz und wenig kostspielig sind und an einem Tage ungeheure Mengen von Meerwasser filtriert werden können, so ist auch die Ausbeute an Gold recht beträchtlich. Der Gestehungspreis für dieses Schlammgold ist ungefähr 20—25 Prozent billiger als der des gewöhnlichen Goldes, das dadurch einen sehr gefährlichen Konkurrenten erhalten wird. Noch sind die Mitteilungen über dieses Ultra=Verfahren nicht verbürgt. Es sind schon mehrfach Versuche geBezugspreis de Monat durch Botenlohn.— Kreissparkasse Druck und Ver Für die magt worden, on ungeheuten Mengen von Gold aus dem Nr. 260— Meere zu gewinnen, ohne daß bisher greifbare Ergebnisse gezeitigt worden sind. Man wird darum abwarten müssen, od es sich im vorliegenden Falle um aussichtsreichere Bestrebungen handelt. Falls das Ultra=Filter=Verfahren erfolgreich sein sollte, würde der Gold=Krieg ein ganz neues Aussehen gewinnen, denn dann wäre es möglich, Gold in beliebigen Mengen zu gewinnen. Die Zeiten, wo Gold in ungeheuren Klumpen gefunden wurde, wo man in West=Indien einen einzigen Goldklumpen von 1350 Kilogramm. in Chile einen von 153 Kilogramm und in Süd=Afrika zahlreiche Goldklumpen von mehr als 50 Kilogramm fand, sind heute vorbei. Heute muß das edle Metall mühselig durch dis verschiedenartigsten Abbaumethoden, die schwierig und kostspielig sind, dem menschlichen Verbrauch oder vielmehr den großen Panzertresors der reichen Völker zugeführt werden. Eine neue unerschöpfliche Goldquelle wie der Ozean, wo Gold leicht und viel gewonnen werden kann, wäre ein Segen für die Menschheit, da dadurch vielleicht die große Goldschlacht beendet würde. Buntes Allerlei. In Paris verschwinden die Straßendahnen. Im modernen Großstadtverkehr bildet die Straßenbahn, weil sie infolge des festen Schienennetzes nicht ausweichen kann, oft ein starkes Verkehrshindernis und auch bei uns wird immer wieder angeregt, daß man die Staßenbahn gänzlich aus den Zeutren der Großstädte verschwinden lassen und durch Autobus= und Untergrundbahnlinien ersetzen soll. Bei der jetzigen mißlichen Wirtschaftslage in Deutschland geht die Entwicklung naturgemäß nur sehr langsam vor sich. In Paris hingegen, wo das Gewühl der Autos im Stadtzentrum auch ungeheuer stark ist, hat man der Straßenbahn bereits ernsthaft Fehde angesagt. Eine Linie nach der anderen wird eingezogen. Allein in diesem Jahre sind 11 Linien verschwunden. Im Laufe der letzten fünf Jahre hat man insgesamt schon 34 Straßenbahnlinien sortgeschafft. Sie werden durch Autobusse ersetzt. Geplant ist ein Autodus, der gleichzeitig 50 Passagiere befördern kann. Wenn die Straßenbahnlinien in diesem Tempo weiter abgebaut werden, so wird schon in wenigen Jahren Paris völlig ohne Straßenbahn sein. Vatkkanische Münzen und Briefmarken vergriffen. Zu Beginn des nächsten Jahres wird der Vatikanische Staat eine neue Reihe von Marken und Münzen in den Verkehr bringen. Dabei mag daran erinnert werden, die 1931 ausgegebenen Münzen vergriffen sind. ObI diese Münzen in einem Gesamtbetrag von einer lion Lire geprägt wurden, sind auch sie in Nom bereits recht selten geworden und in anderen italienischen Städten überhaupt nicht zu sehen. Sie haben so gut wie ganz ihren Weg in die Sa funden und sind so mmlungen der Liebhaber gedem Verkehr entzogen. Obwohl ein besonderer Satz von Münzen im Jahre 1929 ausschließlich für Sammelzwecke ausgegeben worden war. Man hofft aber, daß der Markt der Liebhaber jetzt gesättigt ist, und daß die neuausgegebenen Münzen dem Verkehr erhalten bleiben werden. Neue Bücker. (Die Redaktton überntmmt nicht die Verpfüchtung, underlangt gangenes Schrifttum anzukündigen, zu besprechen oder zurückzusenden) Das Weltmeer in seiner wirtschafts= und verkehrsgeographischen Bedeutung. Von Professor Dr. E. Fels. 151 Seiten. In Sammlung„Wissenschaft und Bildung“. Gebunden.K 1,80. Verlag von Quelle& Meyer in Leipzig. Einleitend macht uns Verfasser mit der geographischen Gliederung der Weltmeere bekannt. Er untersucht das Meerwasser auf seine chemischen und physikalischen Eigene schaften sowie auf seine Bewegunggerscheinungen. Die Fortschritte der Tiefenforschung werden dabei berücksichtiat. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen sodann Seefischerei, Salzgewinnung und die übrigen Wirtschaftsgüter, die aus dem Meere gewonnen werden können. All diese Fragen sind für die Wirtschaftswissenschaft und die geographische Forschung von gleicher Bedeutung. Der aktuellste Teil des Bändchens ist unzweifelhaft der letzte. Er vermittelt einen Ueberblick über den Seeverkehr in seiner historischen Entwicklung und geographischen Bedingtheit. Verfasser geht dabei auf die Bedeutung der Segel= und Dampfschiffahrt sowie auf die Ausbildung der und der riesigen Hasenanlagen der Welthafenstädte ein. Es ist erstaunlich, wie viel Wissenswertes Verfasser hier auf knappem Raum zusammengetragen hat. Paul Keller:„Das letzte Märchen“. Ungekürzte Volksausgabe. In Ganzleinen gebd. 2.85# illustr. Bergstadtverlag, Breslau I. „#s letzte Märchen“ ist ein urwüchsiges Buch voll tiefer Poesie. Es enthält die Geschichte eines Literaten, der in der Sylvesternacht in das Märchenland„Herididasufoturanien“ gerufen wird, um das Land durch Gründung der ersten Zeitung auf eine hohe Kulturstufe zu bringen. Es ist nun drollig zu lesen, wie die Zwerge im Märchenland leben, von ihren Gebräuchen, wie sie ihre Politik machen und welches Aufsehen das Erscheinen #k###en Nummer der neuen Zeitung erregte. Durch das Erscheinen eines Konkurrenzblattes im Nachbarstaat bricht zwischen beiden Staaten Krieg aus. Dies ist alles mit seltenem Humor geschildert. Die sprühende Erzählungskunst Paul Kellers reißt den Leser mit. Die witzigen Einfälle überstürzen sich, man muß lesen und lachen wird in eine wehmutsvoll gespannte Stimmung versetzt und schlägt man sacht den Deckel des Buches zu, so kann man nur sagen:„Es war köstlich“. Spiel und Sport. Deutsche Jugendkraft. Abteilungsleiterkursus in Dremmen. Morgen abend um ½8 Uhr beginnt im Kloster zu Dremmen der Abteilungsleiterkursus. Tagungsplan folgender: ½8 Uhr Abendessen; danach Heimabend. 7 Uhr(Sonntag) Gemeinschaftsmesse mit Kom.; 8 Uhr Gymnastische Uebungen; 9 Uhr Beginn der Referate: 1) Geschäftsführung in der Abteilung, 2) Das Sofortprogramm, 3) Die ideale Abteilung. Nach den einzelnen Referaten Aussprache. 12 Uhr Mittagessen; 1 Uhr Ballspiele, ½2 Uhr Singstunde. ½3 Uhr: Referat des Bezirksvorsitzenden. Nach dem Kafsee: Frohe Heimstunde. ¼ vor 5 Uhr Schluß in der Kapelle. Alle Abteilungsleiter sind verpflichtet, an dem Kursus teilzunehmen. Die Teilnehmer mögen schon am Sametag beichten. Schreibmaterial für Notizen sind mitzubringen. Standard=Dreißigtagefahrt auf dem Nürburgring und Einfahrzeit Nürburgring, den 2. Nov. 31. Wohl noch nie stand bei einer Kraftwagenveranstaltung der Gedanke der Wirtschaftlichkeit so im Vordergrund aller Ueberlegungen wie jetzt bei der Standard=Dreißigtagefahrt auf dem Nürburgring! Schon die Auswahl einer Reihe der meist gefahrenen Kraftwagen durch eine neutrale Kommission des ATAC und AvD aus den Händlerlagern bezw. Fabrikniederlassungen gibt der Oeffentlichkeit die Garantie, daß es sich hier um völlig normale Serienfahrzeuge handelt, wie sie jeder Kraftwagenliebhaber beim Händler heute kaufen kann. Die Wagen wurden nach Adenau verfrachtet und von dort zum Nürburgring geschleppt, um die Fahrzeuge unter Bedingungen zu erproben, wie es jeder Käufer tun muß: so wurden die Wagen hier zumersten Mal in Lauf gesetzt. Aus dieser Tatsache ist zu folgern, daß die auf dem Nürburgring festgestellten Ergebnisse in vollem Umsang auf den normalen Fahrbetrieb übertragen werden können. Einer der ersten und wichtigsten Punkte, die von maßgebender und ausschlaggebender Bedeutung für Wirtschaftlichkeit und Lebensdauer eines Kraftwagens sind, ist das sorgfältige Einfahren des Wagens. Bei Anschaffung eines Kraftfahrzeugs wird dem Käufer von seiten der Fabrik die Vorschrift mit auf den Weg gegeben, den Wagen einoder mehrere Tausend Kilometer mit geringen Geschwindigkeiten erst einzufahren. Zweck dieses Einfahrens ist die Vermeidung einer übermäßigen Beanspruchung der Triebwerksteile, da selbst bei sorgfältigster Bearbeitung die Oberfläche der auseinander gleitenden Teile des Motors und des Fahrwerks wie Kolben, Zylinder, Glektlager, Ventilschäfte= und=führungen, Zahnräder usw. nach der Montage noch mehr oder weniger rauh ist und erst im Lauf des Betriebs so weit geglättet wird, daß übermäßige Reibung velmieden wird. Daß hierbei besonders gründliche Schmierung und die Verwendung von reinem Markenöl von größter Wichtigkeit ist, darf als bekannt und selbstverständlich angesehen werden. Da ein sorgfältiges Einfahren mit geringer Fahrtgeschwindigkeit ausschlaggebend ist für die spätere Leistung des Motors, so war selbstverständlich das Einfahren ein wichtiger Punkt der Erprobungen der „Standard= Dreißigtagefahrt.“ Durch tägliche Leistungs= und Verbrauchsprüfungen auf dem StandardPrüfstand konnte der Gang des Einlaufens, die Steigerung der Motorleistung usw. genau festgestellt werden. Mit Beendigung des Einfahrens fielen die festgesetzten Geschwindigkeits=Beschränkungen fort. Durch dieses sorgfältige Einfahren wurde eine ständige Steigerung der Motorleistung erreicht; irgendwelche Motorpannen konnten nicht verzeichnet werden, ein Beweis, daß übliche Anstände vermieden werden können, wenn das Einfahren nach Vorschrift der Fabrik erfolgt. Jetzt laufenn die meisten Wagen in dem schwierigen Gelände des Nürburgrings bereits über 15000 Kilometer und befinden sich, trotz der schweren Prüfbedingungen, noch in ausgezeichneter Verfassung und auf der vollen Höhe ihrer Leistungsfähigkeit. Reparaturen waren bisher fast gar nicht zu verzeichnen und so weit sie sich in einigen wenigen Fällen als notwendig erwiesen, hande“, es sich um Nachstellung von Ventilen und ähnliche Kleinigkeiten. Es kann also schon aus den bisherigen Ergebnissen der Dreißigtagefahrt für alle Kraftfahrer die Nutzanwendung gezogen werden, daß das deutsche Kraftfahrzeug, so wie es der Konsument erhält, ein zuverlässiges und betriebssicheres Beförderungsmittel ist und daß Reparaturen auf ein Minimum beschränkt werden, wenn das Einfahren mit der notwendigen Sorgfalt geschieht: mäßiges Tempo, Wagenpflege und gute Betriebsstoffe. Ein Schlußbeweis: für die auf dem NürBerlin, 6 schuß des Rei ##s mit der hilfe. hierzu lagen z ndvolk und ein sich ziemlich de en sollen ten der Lau Rinisterialr inisterium des flevigr zu bet seit langem in Ge für den notleidend sind. Der Regierungs: Reichsregierung ift ausschli für Kleingewe z besonders die e Förderungsn h die Auswahl den sehr sch Arbeitsmarkt eine serden, denn die siele Jahre hindur i um ein Bedeu rer, nicht von de Die Arbeitsmarkten nahme von Mel Landwirtschaft, dur bauten, Straßenbrü Fertigstellung der fertigen Eisenbahn Ferner wurde## die bei den Heilbät er preußischem St redite zur Mode Jebenewichtiger Ein mgfristige Komm diese Aktion ist zu m Haushalt 1930 Prenzziehung auer notleid Pestens bereitgeste Reichsmark sind zu erbraucht. Der Regierungsv aß die Frage, wie schwierigen Finanzl zukünftigen der Westhilfe b sschließliche Fina mehrere Jahre nerhalb eines be uß eine organisch ngsamem Tempo, ver sich auch de " für die Zuk bewußt bleiben renze zu stär s Mögliche mu daß mit ihm ten Kräfte dieg iner dauernd ruhenden Gesn serden können. Dem Wunsch des en alsdann die als durch die digt erklärt. Angenommen wur Bachmann(Land ersucht wird, bei 1 Reichswesthilfe und er besol 8000 Runden, die bisher von den gesamten Fahrzeugen zurückgelegt wurden, ist es bisher nur in erwa drei bis vier Fällen vorgekommen, daß ein Wagen diese genaue Durchfahrtzeit wegen irgendeiner kleineren Reparatur nicht einhalten konnte! Landwirtschaft. Königin Alexandra von England, die Gattin Edward VII., war von Geburt eine dänische Prinzessin. Einmal besuchte sie eine landwirtschaftliche Ausstellung in der Grafschaft Devonshire, wobei man ihr mit besonderem Stolz die berühmten Molkereiprodukte dieser Gegend zeigte. Die Königin kostete sogar von der dargebotenen Butter und wandte sich lobend an den Präsidenten der Ausstellung:„Wirklich vorzüglich, Herr Präsident!“— Dann aber machte sie die Einschräntung: „Die beste Butter kommt allerdings aus mein.“ Zeimat Dänemark." „Verzeihung. Majestät, wenn ich Ihnen widerferechen muß", sagte der Präsident.„Es ist zwar erwiesen, daß die besten Königinnen aus Dänemark stammen, aber die beste Butter liefert immer noch Devonshin Unterstützt die Winterhilfe soll die Reic daß die Mittel irtschaftlichen ahmen des Gesamt zur Förderung der: besonders gefährdeter Verwendung finden. Dom Berkin. 6. schuß des Reich eine Aussprache Ministerialdiri ingsministerium ung des Zol Reichsregierung en Durchschnitt Inkrafttreten de Rißverhältnis zu lichen und anden sich durch geeig serabsetzung von inwirken sollte, Hährung über 13 Der Regierung Schnittliche Brot Schnitt der Mona 8.70 Pfg. im O