Dreißigster Jahrgang. Ueber 60,000 Abonnenten. für Erscheint täglich Morgens. Bezugspreis den Monat 50 Pfg. durch die Boten, 70 Pfg. durch die Post. Haupt=Geschäftsstelle: Grabenstr. 23. Zweig=Geschäftsstelle: Nordskr. 84. Fernsprech=Anschlüsse: 2327 2328 2329 2330 für Bülleldorf und Amaegend III* mit„Düsseldorfer Handelsblatt“ und„Sonntagsblatt“. Schluß der Anzeigen=Annahme: Größere Anzeigen, Wohnungs= und Immobilienmarkt 1 Uhr Mittags, alle anderen Anzeigen 5 Uhr Nachm. Samstags 4 Uhr Nachm Einrückungsgebühr für die einspaltige Zeile: 15 Pfg. für lokale, 30 Pig. für ausw. Anzeigen, 10 Pfg. für Stellengesuche Letzte Seite eroohte Preise Nr. 180. Düsseldorf, Freitag den 7. 1905. Neueste Nachrichten. Die marokkanische Frage. a Paris, 6. Juli. In den Kreisen der Kammer hält man es für wahrscheinlich, daß Ministerpräsident Rouvier in der nächsten Woche in der Lage sein werde, auf die von Denis=Cochin angekündigte Anfrage über die marokkanische Angelegenheit und die innere Politik zu antworten.— Die radikale„Lanterne“. hofft, daß Delcassé, welcher seit seiner Demission nicht mehr in der Deputiertenkammer erschienen ist, bei dieser Debatte zugegen sein wird, da es seine Pflicht sei, sich vor dem Lande zu verteidigen. Gordon Bennett=Rennen. &am Les Champs, 6. Juli.(Amtlich.) Bei dem gestrigen Gordon Bennett=Rennen wurde Thery(Frankreich) Erster in 7 Stunden 2 Minuten, Nazori(Italien) Zweiter in 7 Stunden 19 Min., Cagno(Italien) Dritter in 7 Stunden 21 Min., Caillois(Frankreich) Vierter in 7 Stunden 27 Min. Es folgen Werner(Deutschland) mit 8 Stunden 3 Minuten, Duray(Frankreich) mit 8 Stunden 5 Min, de Caters(Deutschland) 8 Stunden 11 Minuten, Rolls(England) 8 Stunden 26 Minuten, Clifford Earp(England) 8 Stunden 27 Min., Braun (Österreich) 8 Stunden 33 Min., Bianchi(England) 8 Stunden 38 Min. und Lyttle(Amerika) 9 Stunden 30 Minuter.— Frankreich hat soweit den Preis gewonnen. Der„Automobil-Club de France“ hat, wie bekannt, beschlossen, an dem nächstjährigen Rennen nicht teilzunehmen. Der Preis wird daher seinem Stifter zurückgegeben werden. Von dieser Entscheidung sind die fremden Automobilklubs in Kenntnis gesetzt worden, deren Antwort noch nicht bekannt ist. & Clermont=Ferrand, 6. Juli. Der 25jährige Graf Thiézy, der sich gestern in Begleitung einer jungen Dame im Automobil zum Gordon BennettRennen begeben hatte, wurde bei einer Straßenbiegung aus dem Wagen geschleudert und starb bald darauf. Seine Begleiterin erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Zur Lage in Rußland. „Fürst Potemkin“. a Feodosia, 6. Juli. Von dem„Potemkin“ dazu aufgefordert, begaben sich heute die Vertreter der städtischen Verwaltung an Bord dieses Schiffes, wo sie in der Admiralskabine von dem das Schiff befehligenden Ausschuß empfangen wurden. Dieser forderte, daß binnen 24 Stunden 500 Tonnen Kohlen, Fleisch, Fett, Vieh, Mineralöl, Tabak und Zündhölzer usw. an Bord gebracht wurden. Während dieser Zeit werde die Mannschaft auf dem Schiffe bleiben. Wenn dem Wunsche nicht stattgegeben werde, werde die Aufforderung an die Bewohner ergehen, die Stadt zu verlassen, und diese dann beschossen werden. Der Ausschuß forderte sodann den Bürgermeister auf, der Einwohnerschaft einer Aufruf mitzuteilen, worin die Beendigung des Krieges mit Javan und die Einberufung des Semstwos verlangt und das Volk aufgefordert wird, sich den Revolutionären anzuschließen. Die Einwohnerschaft ist beunruhigt und verläßt die Stadt. Die Arbeiterbevölkerung ist erregt und fordert die Erfüllung des vom„Potemkin“ gestellten Verlangens. Der Gemeinderat beschloß in einer außerordentlichen Sitzung, dem Schiffe Lebensmittel zu liefern, aber keine Kohlen, da die Stadt keine Kohlen habe. a Feodosia, 6. Juli. Auf Anordnung der Behörden verließen die Einwcyner die Stadt. Nur die Truppen und die Beamtenschaft sind zurückgeblieben. Man erwartet, daß der„Fürst Potemkin“ heute Abend auf die Stadt feuern wird. a Feodosia, 6. Juli. Heute Morgen gegen 9 Uhr näherte sich ein Boot des„Potemkin" der Küste; es wurde durch Infanteriefeuer empfangen; zwei Mann wurden getötet, sieben warfen sich ins Meer, wurden aber gerettet Das Torpedoboot, das den„Potemkin“ begleitet, feuerte einen Schuß auf die Stadt. Ter Panzer cntfernte sich um Mittag vom Hafen und setzte gleichfalls in einiger Entfernung seine Kreuzfahrten fort. Der vom Torpedoboot abgegebenc Schuß ist über die Stadt hinweggeflogen. Die Stadt ist in Kriegszustand erklärt. am London, 6. Juli. Wie dem Reuterschen Bureau aus Odessa gemeldet wird, erhielt der Agent der russischen Handelsschiffahrts=Gesellschaft die Nachricht, daß„Fürst Potemkin“ den der Gesellschaft gehörenden Dampfer„Großfürst Alexius“ gestern aufgebracht hat. Der„Großfürst Alexius" war auf der Fahrt von Feodosia nach Sewastopol, als er in der Nähe von Feodosia von dem„Fürst Potemkin" angehalten und ihm Lebensmittel und sogar Geld genommen wurden. Weitere Revolten. □ Petersburg, 6. Juli. Gerüchtweise verlautet, daß an Bord zweier Panzerschiffe in Libau neue Revolten ausgebrochen sind. Gleichzeitig verlautet, daß während der letzten Unruhen in Libau 20 Personen verhaftet wurden. □ Niga, 6. Juli. Die aus dem Kreise Wenden eingetroffenen Reservisten, die mit der Bahn nach Riga transportiert wurden, revoltierten und beschlossen, unter keinen Umständen sich auf den Kriegsschauplatz begeben zu wollen. Als einer der Offiziere einem Soldaten mit dem Revolver drohte, zogen die Soldaten die Notleine und zwangen alle Offiziere, den Zug zu verlassen. Der Maschinist, der mit dem Tode bedroht wurde, mußte den Zug weiterführen. Als der mit roten Fahnen geschmückte Zug in Riga eintraf, demolierten die Reservisten den Bahnhof und schickten sich an, in die Stadt zu marschieren. Inzwischen war Militär herbeigecilt. Bei einem Zusammenstoß wurden 150 Personen verwundet: eine Anzahl Reservisten wurde verhaftet. Erst Kosaken gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. □ Odessa. 6. Juli. Auf dem Damufer der französischen Tonau=Gesellschaft„Bulgarien", der von Ismail nach Odessa fuhr und wegen der Odessaer Vorgänge nur bis Wilkowo kam, wurde die Besatzung meuterisch und weigerte sich, zu arbeiten. Unter großen Schwierigkeiten kam das Schiff nach Ismail zurück, wo cs zunächst verbleibt. Ein allgemeiner bewaffneter Aufstand im Kankasus? a Petersburg, 6. Juli. Im Kaukasus droht der Ausbruch eines allgemeinen bewaffneten Aufstandes. In Tiflis herrschen seit einigen Tagen Unruhen. Dunkle Gerüchte über die Meuterei auf dem„Potemkin“ vermehren die Aufregung. Die Zeitungen erscheinen nicht. Der Personenverkehr zwischen Tiflis und Batum ist seit zwei Tagen und der Warenverkehr zwischen Batum und Baku seit zwei Wochen unterbrochen. Auf den Exarchen von Georgien wurde dem Vernehmen nach auf der Reise nach Petersburg ei Mordanschlaa verübt. Der Ausgang ist unbekannt. Aufruhr und Ausstand. □ Jekaterinoslow, 6. Juli. In der Umgegend herrscht toller Aufruhr. Vor allem revoltieren die Arbeiter in den Gruben und dem Fabrikzentrum Kriewojag des Jekaterinoslawschen Gouternements im Alexandrowschen Bezirk. Die Arbeiter zerstörten in den Kohlengruben, Eisenwerken und auf dem großen Brianska=Etablissement viele Maschinen=Einrichtungen und zundeten die Gebäude an. Da das hiesige Militär nach Odessa abberufen war, hatten die Arbeiter freie Hand. Das Simfcropolsche Infanterie=Regiment, sowie ein halbes Regiment Dragoner wurden aus Odessa eilends zurückberufen. Die Einwohner des Alexandrowschen Bezirks aus dem ein großer Teil der Matrosen des„Potemkin“ stammt, scheinen ihre Solidarität mit diesen bezeugen zu wollen. Auch auf den SüdWest=Bahn=Stationen Razdielnain und Wesolysut sind Unruhen ausgebrochen. □ Nikolajew, 6. Juli. Auf der Regierungswerft wie auf der Privatwerft wurde der Generalstreik proklamiert. Zwischen den Arbeitern und dem zusammengezogenen Militär kam es zu heftigen Zusammenstößen, wobei es Tote, sowie Verwundete gab. Durch die Explosion einer Bombe fanden vier Männer und zwei Frauen den Tod. Ein Arbeiter ist verhaftet. Infolge des Generalstreiks ist jeglicher Verkehr eingestellt worden. Patrouillen durchziehen die Stadt. Große Unruhen werden erwartet. Massenhinrichtungen. □ London, 6. Juli.„Morning Leader“ meldet aus Odessa: 45 Matrosen des Panzerschiffes „Pobjedonoszew“ wurden gestern erschossen, weil sie es abgelehnt hatten, einen neuen Treucid zu leisten. 17 Personen, die im Besitz von Bomben waren, sind gestern aufgehängt worden. Das Standrecht wird noch einen Monat in Kraft bleiben. □ Berlin. 6. Juli.[Brand.] Das Proviantmagazin in Spandau wurde gestern durch einen Blitzstrahl in Brand gesetzt und brannte vollständig nieder. Menschenleben sind glücklicherweise nicht zuschaden gekommen. X Krefeld, 6. Juli.[Stadtratsverhand lungen.] Auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten standen heute nur drei unwichtige Punkte, so daß hierüber wenig zu berichten ist. Dagegen wies die geheime Sitzung, die lange andauerte, eine Reihe wichtiger Beratungsgegenstände, darunter die Landgerichtsfrage, auf. Für die Erbreiterung des Nauenwegs an der Eisenbahnüberführung wurden 2100 Mk. bewilligt, nachdem die Mehrkosten für eine Erbreiterung der überführung gegenüber dem ursprünglichen Plane bereits im vorigen Jahre bewilligt worden waren. Sodann wurde beschlossen, die Baufluchtlinie der verlängerten Roßstraße südlich des Bahndamms so zu ändern, daß die Straße hier eine Breite von 20 Meter hat, während im Bauplan außerdem noch je 10 Meter Vorgärten an beiden Seiten vorgesehen waren, die aber in diesem Stadtteile nicht angebracht scheinen. Zum Schlusse der Sitzung wurde über Baugesuche an unfertigen Straßen verhandelt. über die geheime Sitzung berichten wir noch. 2 Köln, 6. Juli.[Todesurteil.] Das Schwurgericht verurteilte den früheren Gefängnisaufseher Hubert Ittenvach aus Branweiler wegen vorsätzlicher und mit Überlegung ausgeführter Ermordung der Ehefrau van Ruhr, begangen in der Nacht vom 8. auf den 9. November 1904 in Venlo, zum Tode. Ruhrort, 6. Juli.[Zur Vereinigung der Handelskammern.] In der Frage der Vereinigung der Handelskammern Duisburg und Ruhrort ist die Entscheidung dem Handetsminister anheimgegeben. Der Ausschuß der beiden Kammern hat beschlossen, daß die neue Handelskammer in Ruhrort ihren Sitz haben und die Sitzungen in der Schisserbörse abgehalten werden sollen. Die Geschäftsräume in Duisburg und Ruhrort bleiben bestehen. Die Anzahl der Mitglieder ist auf 30 gesetzt, von denen 18 aus dem Bezirk der jetzigen Handelskammer Ruhrort und 12 aus dem der jetzigen Handelskammer Duisburg zu wählen sind. Homberg wird bei dem hiesigen Handelskammerbezirk bleiben und sich nicht, wie es zuerst den Anschein hatte, Krefeld anschließen. r. Dahlhausen a. d. Ruhr, 6. Juli.[Tödlicher Unfall.] Der Heizer des Güterzuges 8554 lehnte sich auf der Fahrt von hier nach Steele nach außen, um etwas nachzusehen. In demselben Augenblick sauste ein Personenzug vorüber und riß dem Heizer den Kopf ab. a Wien, 6. Juli.[Abgeordnetenhaus.] Um gegen die Verhandlung des Handelsvertrages mit Deutschland zu obstruieren, überreichten die Tschechisch=Radikalen gegen 700 Dringlichkeitsanträge, die nicht mit der vorgeschriebenen Zahl- von Unterschriften versehen waren. Der Präsident ließ eine Reihe dieser Anträge zur Unterstützung vorlegen, jedoch wurde diese verweigert. Unter lärmendem Widerspruch der Tschechisch=Radikalen protestierte der Abg. Stein gegen diese parlamentarische Behandlung von Dringlichkeitsanträgen und bezeichnete sic als bübisch. Der Präsident rügte diesen Ausdruck. Nachdem die Unterstützung der Anträge eine Zeitlang fortgesetzt worden war, erklärte der Präsident, er habe gehört, daß unter den Anträgen solche wären, die teils bereits früher von anderen Abgeordneten eingebracht worden und teils erledigt wären; er müßte aus diesem Grunde die eingebrachten Dringlichkeitsanträge einer Revision unterziehen, was jedoch augenblicklich unmöglich sei. Im Laufe der Sitzung würde er die Behandlung der Anträge der Geschäftsordnung entsprechend weiter fortsetzen lassen. Seine Worte wurden mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen ausgenommen. Die Tschechisch=Radikalen erhoben lärmenden Protest. Pernersdorfer legte entschiedenen Protest gegen dieses Verfahren ein, das er als einen Bruch der Geschäftsordnung bezeichnete. Auch Ratajchoc und Klofak protestierten energisch gegen das Vorgehen des Präsidenten, der nach dem Eintreten der Ruhe seinen Standpunkt nochmals darlegte. Ein Antrag Frese auf Unterbrechung der Sitzung zur Durchsicht der Dringlichkeitsanträge wurde mit 153 gegen 30 Stimmen abgelehnt. Sodann erfolgte die Verlesung des Einlaufs.— Derschatta legte die Stelle des Obmanns im Ausschusse zur Beratung des Verhältnisses mit Ungarn wieder nieder.— Während des Berichtes über den deutsch=ungarischen Handelsvertrag unterbrachen die Tschechen den Redner mir ununterbrochenem Pfeifen auf Signalpfeifen, schlugen mit Büchern auf die Pulte 2c. Abg. Stein warf mit einer Streusandbüchse nach ihnen, ohne zu treffen. Die Tschechen stürzten sich darauf nach den vorderen Bänken. Der Lärm dauerte während des ganzen Referats an. Paris, 6. Juli.[Arbeiter=Invaliden= versicherung.] Die Deputiertenkammer begann heute die allgemeine Beratung des Gesetzes, betr. die Arbeiter=Invalidenversicherung. a London, 6. Juli.[Das Einwanderungs= gesetz.] Das Unterhaus nahm nach längerer ErDie heutige Nummer umfaßt 32 Seiten. örterung den Vorschlag Lord Balfours, betreffend die Durchführung der Beratung des Einwanderungsgesetzes, an.(Siehe auch London unter„Politische Tagesübersicht".) Eigene Drahtberichte General=Anzeigers. geplante Auftreten Jaurés' in Berlin. # Berlin. 6. Juli. Der„Nordd. Allg. Zeitung“ zufolge richtete Reichskanzler Fürst Bülow an den deutschen Botschafter in Paris einen Erlaß, in welchem es heißt: Die Presse kündigte für den 9. Juli das Auftreten des Herrn Jaurés in einer sozialdemokratischen Versammlung in Berlin an. Gegen die Persönlichkeit Jaurés' würde ich an sich nichts einzuwenden haben. Ich schätze Jaurés als Redner, achte seine Anschauungen in der auswärtigen Politik, stimme nicht selten mit ihm überein und freue mich, daß er mehrfach für freundliche Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eintrat. Es handelt sich aber hier um eine politische Rolle, die ihm zugeschoben werden soll. Der„Vorwärts“ kündigte an, daß mit der geplanten Versammlung der Anfang eines unmittelbaren Einflusses der Sozialdemokratie auf die auswärtige Politik gemacht und der Klassenkampf auf internationaler Grundlage propagiert werden soll. Noch deutlicher kommt die verhetzende Absicht der deutschen Veranstalter in dem Organ des sogenannten wissenschaftlichen Sozialismus, der„Neuen Gesellschaft", zum Ausdruck. Die deutsche Sozialdemokratie würde die Anwesenheit Jaurés' in Berlin lediglich dazu ausnutzen, gedeckt durch seine Person, ihre staatsfeindlichen Bestrebungen gegen die nationalen Interessen zu fördern. Die kaiserliche Regierung kann nicht darauf verzichten, hiergegen die ihr zu Gebote stehenden Mittel anzuwenden; sie würde sonst die überhevung einer Partei steigern, die die in Deutschland verfassungsmäßig bestehenden Zustände umstürzen will. Die französische Regierung nahm sich immer das Recht, auslandischen Rednern, so bald es geboten und opportun erschien, das Wort zu verbicten, seinerzeit so den Reichstagsabgeordneten Bebel, Bueb und Delsor, und die französische Volksvertretung hieß das Vorgehen der Regierung gut. Wenn auch von dem Takt des Herrn Jaurés zu erwarten wäre, daß er seinerseits alles vermeiden würde, das der deutschen oder der französischen Regierung Unannehmlichkeiten bereiten könnte, so ist die gleiche Zuversicht gegenüber den deutschenVeranstaltern der Versammlung leider nicht gestattet. Unter solchen Umständen würde auch die Sache der deutsch=französischen Verständigung durch den voraussichtlichen Verlauf der Versammlung nichts gewinnen. Ich halte es daher für richtig, daß das öffentliche Auftreten Jaurés' unterbleibt; ich bitte Sie, auf einem Ihnen angemessenen Wege Herrn Jaures zu ersuchen, die Reise nach Berlin zu unterlassen Die Trennung von Staat und Kirche in Frankreich. () Paris, 6. Juli. Ein Kardinal, welcher im Vatikan in hohem Ansehen steht, erklärte einem Mitarbeiter des„Gaulois“, daß das soeben von der Kammer angenommene Trennungsgesetz weniger schlecht sei, als man anfangs befürchtete. Allerdings könne es der Regiernng, wenn sie von feindseligem Geist erfüllt sei, eine furchtbare Waffe gegen die Kirche in die Hand geben. Die Wirkung des Gesetzes werde man ern nach den nachsten Kammerwahlen richtig beurteilen können. Bis dahin dürfte die Regierung jeden Mißbrauch ihrer Gewalt vermeiden. Sollte die gegenwärtige radikale Mehrheit in die Kammer zurückkehren, so müsse man sich aus eine antikatholische Durchführung des Gesetzes gefaßt machen. Falls jedoch eine loyale und vorurteilslose Regierung ans Ruder käme, so würde die Trennung vom rein religösen und geistlichen Standpunkt aus vielleicht vorteilhaft sein. Der russisch=japanische Krieg. Vom Kriegsschauplatz in der Mandschurei. 2 London, 6. Juli.„Daily Telegraph“ meldet aus Tokio vom 6. dss Mts.: Der Abstand zwischen den beiden Armeen bei Hailungtscheng beträgt nur etwa 30 Meilen. Petersburg, 6. Juli. General Linewitsch telegraphiert vom 5. Juli: Nach den ergänzenden Nachrichten über das Gefecht bei Sanwaitse begann der Kampf um 9 Uhr Vormittags. Eine unserer Kolonnen kam zu weit ab und erhielt Befehl zum Anschluß an die Hauptabteilung. Sie stieß dabei auf heftige Hindernisse, was den Angriff behinderte. Endlich griff die Abteilung die japanische befestigte Stellung an. Um 7 Uhr Abends war die Stellung genommen, wobei ein Bataillon japanischer Infanterie vernichtet wurde. Die Japaner zogen sich zurück und wurden verfolgt. Als sie Verstärkung erhalten hatten, wurde der Kampf fortgesetzt, ohne daß die Japaner einen Vorteil errangen. Unsere Abteilung hielt ihre Stellung bis zum Abend, wo sie auf Befehl zurückging. Die Japaner hatten sehr große Verluste. Wir erveurcten viel Munition und hatten viele Schwerverwundete. ein Zeichen dafür, daß die Japaner Dumdumgeschosse gebrauchen. Eine Ansprache des Mikado an die Friedensbevollmächtigten. # Tokio, 6. Juli. Der Kommissar Japans für die Friedensverhandlungen, Baron Komura, ist mit seinem Stabe heute vom Kaiser in Abschiedsaudienz empfangen worden. Darauf gab der Kaiser eine Frühstückstafel zu Ehren der Friedensunterhändler. Bei dieser Gelegenheit richtete der Kaiser an die Friedensbevollmächtigten eine Ansprache, welche folgendermaßen schließt: Wenn gemäß dem versöhnlichen Geist unseres Gegners die Feindseligkeiten zu Ende geführt werden können, so würde nichts erfreulicher sein, als ein solcher Abschluß. Demgemäß haben wir der Anregung des Präsidenten Roosevelt sofort stattgegeben und betrauen Sie hierdurch mit der Mission als Unterhändler, um den Frieden abzuschließen. Mögen Sie sich mit aller Hingebung Ihrer schweren Aufgabe widmen und alle Anstrengungen machen, auf daß die Wiederherstellung des Friedens auf dauerhafter Grundlage gesichert sei. Die neue japanische Anleihe. a London, 6. Juli. Der Vertrag über die neue japanische Anleihe ist heute gezeichnet worden, und zwar zwischen Korekiyo und Takashi als Vertretern der japanischen Regierung und der bekannten englischamerikanischen Gruppe, welche schon die letzte Anleihe übernommen hat, nämlich: Parrs Bank Eim, Yokohama=Specie Bank und Hongkong and Shanghai Banking Corporation=London, Kuhn, Loeb u. Co.=NewYork gemeinschaftlich mit der deutschen Gruppe, vertreten durch Max Warburg in Firma M. M. Warburg& Co., Max Schinkel von der Norddeutschen Bank in Hamburg und dem Direktor Rheders von der Deutsch=Asiatischen Bank. Es handelt sich um eine Anleihe von 30 Millionen Pfund Sterling zu 4½ Prozent, und zwar ist dies die zweite Serie der durch das Tabak=Monopol sichergestellten Anleihe. Jede der drei Gruppen übernahm 10 Millionen Pfund Sterling. Die Emission dürfte bereits Anfang nächster Woche stattfinden. a Halberstadt, 6. Juli. Infolge der Weigerung zweier Zimmerleute, zu einer neuen Kasse für Arbeitslose beizusteuern, war es hier zu einem seit einiger Zeit andauernden Streit zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern gekommen, der damit endete, daß gestern die Zimmerleute in allen Betrieben entlassen wurden. a Nürnberg, 6. Juli. Die hiesigen Metall arbeitererklärten sich bei der heutigen Abstimmung mit großer Mehrheit für die Annahme der Einigungsvorschläge. Da auch die Münchener und Augsburger Arbeiter den Vorschlägen bereits zugestimmt haben, kann die Bewegung als beendet angesehen werden. # Kolding, 6. Juli. Heute früh 8 Uhr unternahm der Kaiser einen Spaziergang im Walde bei Loeverodde. Die Jacht„Hohenzollern“ und die Begleitschiffe lichteten um ½11 Uhr die Anker und fuhren südwärts. S Paris, 6. Juli. Finanzminister Merlou legte in heutiger Sitzung der Kammer den Budgetentwurf für 1906 vor, der an Ausgaben gegenüber 1905 ein Mehr von 67 Millionen aufweist; hiervon entfallen 74 Prozent auf die Gesetze, betreffend militärische Erfordernisse, das Flottenprogramm, die Besoldung der Elementarlehrer, die Handelsmarine und die Unterstützungs= und Pensionsanstalt. Der Finanzminister versicherte, daß er das Budget mittels derselben Finanzpolitik ins Gleichgewicht bringen werde, wie sein Vorgänger Rouvier, und beantragte die überweisung an die bestehende Kommission. Die Kammer nahm die überweisung mit 420 gegen 408 Stimmen an. Hierauf wurde die Besprechung der Vorlage, betreffend die Arbeiterversicherung, aufgenommen. Paris, 6. Juli. Nach einer hierher gelangten Meldung stieg das lenkbare Luftschiff des Herrn Lébaudy in Laferte sous Jouarre auf und passierte bei heftigem Winde Chateau=Thierry um 8,50 Uhr. Als das Luftschiff Epernay um ½11 Uhr erreichte, wurde das Wetter besser. Um ½12 Uhr landete das Luftschiff im Lager von Chalons. a Ferryville(Tunis), 6. Juli. Ein Unterseeboot mit 13 Mann Besatzung ist gesunken. Nach einer weiteren Meldung wurden der Kommandant und zwei Mann in dem Augenblicke, wo das Unglück sich ereignete, in die Luftgeschleudert. 13 Seeleute befinden sich nach lebend in dem Boot, das bis auf den Grund der Bucht sank. Taucher berichten, daß die Untergegangenen auf Rufe antworteten. #e New=York, 6. Juli. Der deutsche Botschafter Freiherr Speck von Sternburg ist in Begleitung seiner Gemahlin mit einem dreimonatigen Urlaub nach Deutschland abgereist. #. New=York, 6. Juli. Die deutsche Turnerriege, die an dem Bundesturnfest in Indianapolis teil genommen hat, hat heute auf dem Dampfer„Blücher“ die Rückreise angetreten. Washington, 6. Juli. Es wird bestimmt gemeldet, daß Root den Posten des Staatssekretärs angenommen hat. Das erste russische Parlament. Der Engländer Dr. Dillon, der dem Kongreß der Semstwo=Vertreter im Mai dieses Jahres in Moskau beigewohnt hat, äußert sich in der„Contemporary Review“ sehr begeistert über die Eindrücke, die er von diesem„ersten russischen Parlament" erhalten hat und entwirft sehr interessante Charakterbilder von den führenden Persönlichkeiten, die auf diesem Kongreß hervorgetreten sind und die vielleicht noch eine Rolle in der Bewegung, die die Schaffung einer Volksvertretung herbeizuführen sucht, zu spielen berufen sind. „Am Freitag, den 5. Mai, Morgens“, so schreibt er,„trat der„Semsky=Kongreß“, diese wichtigste und bedeutsamste Versammlung unter all den Zusammenkünften, die auf eine äinderung und Besserung der russischen Verhältnisse abzielen, zusammen. Er wurde in Moskau von dem Grafen Heyden, dem Präsidenten der „Kaiserlich ökonomischen Gesellschaft", eröffnet. Diese Versammlung war nichts mehr und nichts weniger als ein richtiges russisches Parlament, das von einem großen Teil des Volkes erwählt und bevollmächtigt worden war, über Gesetze zu beraten und grundlegende Entwürfe zu besprechen, die dann mit kaiserlicher Genehmigung hätten in Kraft treten sollen.“ Von dem Präsidenten Grafen Heyden entwirft Dillon folgende Charakterzeichnung:„Es war ein geradezu idealer Verhandlungsführer, dieser ältliche, gütig blickende, vornehme Herr, dessen scharfes und bestimmtes Auftreten die innere Kraft seines Wesens erkennen ließ, ein Mann, auf den das Sprichwort von der Eisenfaust im Samthandschuh paßt. Wohl kaum hätte man in einem Lande, das schon eine lange parlamentarische Tradition besitzt, einen fähigeren, energischeren, liebenswürdigeren und unparteiischeren Präsidenten gefunden. Nur der Geschicklichkeit dieses klugen Mannes, dessen Außeres sehr an die Gesichter mancher englischer Prediger gemahnt, ist es zu danken, daß die Debatten sich nicht ins Unendliche ausspannen, sondern das Programm rechtzeitig erledigt wurde.“„Der schlagfertigste Debatter des Kongresses war Kokoslkin, ein noch unbekannter junger Mann, der von glühendem Eifer und großer Arbeitslust für die Sache des Volkes erfüllt ist. Als Sekretär der Moskauer Provinzialbehörde hat er an den Vorarbeiten, die das Programm der Versammlung festsetzten und ihre Organisation einleiteten, den regsten Anteil genommen und ist so eigentlich die Seele dieser Versammlung geworden. Er verteidigt und erläutert die verschiedenen Gesetzentwürfe, die eingebracht werden, und er beweist dabei eine bewundernswerte Präzision des Ausdrucks, logische Konsequenz und genaueste Kenntnis der Einzelheiten. In seinen Reden empfiehlt er als die beste Form einer repräsentativen Regierung zwei Kammern, von denen die eine, eine Art Unterhaus, aus Abgeordneten gebildet werden soll, die nach allgemeinem Stimmrecht gewählt werden. Die andere Kammer, die man dem Oberhaus vergleichen könnte, sollte aus Delegierten bestehen, die aus den ländlichen Bezirken von den Semstwos, aus den Stadtverwaltungen und anderen nationalen Körperschaften aus den autonomen Provinzen entsandt werden sollen. Der eindrucksvollste und hinreißendste Redner auf dem Kongresse aber war Nikolai Nikolajewitsch Iwow, ein noch junger Edelmann, dessen ganzes Auftreten von einem tiefen Ernst und einer bescheidenen Selbstlosigkeit erfüllt ist. Seine Beredsamkeit quillt nicht aus irgend welchen rhetorischen und eingelernten Mitteln, vielmehr liegt die Wirkung seiner Worte in dem innerlichen, seelischen Mitfühlen; sein Ziel ist nicht auf den Effekt oder irgend welche Mache gerichtet, sondern strebt allein nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Seine glühende Aufforderung, die er an die Arbeiter richtete, fand tausendfältigen Widerhall in gleichgestimmten Herzen und entflammte alle zu einem Enthusiasmus, wie er in der Versammlung vorher nicht empfunden worden war. Eine Unruhe lief durch den Saal, auf vielen Gesichtern lag Begeisterung und Erregung, und man fühlte den ungeduldig pochenden Wunsch aller, von Worten nun zu hilfreichen Taten übergehen zu können, Iwow, der den Bezirk Saratow im Kongreß vertrat, ist in ganz Rußland als ein edler, das beste wollender Mann bekannt. Und das hohe Ansehen, das sein reiner Patriotismus bei allen genießt, verlieh seinen Worten Nachdruck und Gewicht.“„Doch die interessanteste Gestalt dünkt Dr. Dillon der merkwürdige Philosoph tunkowitsch zu sein, in dem vieles von der rätselhaften Seele des russischen Volkes Gestalt geworden zu sein scheint. Er schildert ihn mit folgenden enthusiastischen Worten:„Wenn man sich einen Arbeiter für das soziale Wohl vorstellen könnte, der mit der Reinheit und seelischen Inbrunst eines Heiligen den praktischen Blick des Staatsmannes verbindet, so würde man etwa die Elemente beisammen haben, aus denen die Persönlichkeit von J. I. Petrunkowitsch gebildet erscheint. Sein Auftreten macht sogleich einen überwältigenden Eindruck. Seine Idee, die freilich sehr utopisch anmutet, aber von ihm mit praktischen Gründen verteidigt wird, läßt sich am ehesten dahin präzisieren, daß er alle Politik mit Moral durchdringen und durch Heiligkeit bescelen will.“ Unter anderen hervorragenden Mitgliedern dieser bedeutsamen Versammlung nennt Dillon den beredsamen und unermüdlichen Redytschew, den scharfen Satiriker Schtschepkin, die beiden Fürsten Dolgorukow, den Prinzen Dimitri Schakschowskoi und den Vertreter für Nowgorod Kolybakin.“ Düsseldorfer Handelsblatt. Tägliche Handels- und Verkehrs-Nachrichten des General-Anzeigers. Nr. 159. Düsseldorf, den 7. Juli 1905. 11. Jahrg. Industrie, Handel und Verkehr. # Verein deutscher Eisenhüttenleute. Anstelle des verstorbenen Vorsitzenden des Vereins, Herrn Dr. ing. Carl Lueg wurde heute Herr Direktor Fr. Springorum vom Stahlwerke Hösch zum Vorsitzenden gewählt. —[Stahlwerks-Verhand Düsseldorf.] Der Stahlwerks-Verband hat seine sämtlichen Abteilungen jetzt in das städtische Verwaltungsgebäude Luisenstrasse 105 verlegt, das ihm mietweise überlassen worden ist. Für die Errichtung dieses Gebäudes stellten die Stadtverordneten in ihrer Sitzung voin 9. Juni 1903 den Betrag von 500000 Mark einschliesslich den Nebenausgaben zur Verfügung. Es soll als Direktionsgebäude für die Gas-, Wasserund Elektrizitätswerke dienen, doch ist es dem Stahlwerks-Verbande so lange zur Benutzung überlassen, bis er sein eigenes Geschäftshaus auf dem ehemaligen Exerzierplatz fertiggestellt haben wird. — Die Angabe der Strasse ist vom 1. Juli ab nicht mehr erforderlich, es genügt, wenn Korrespondenzen etc. an den Verband, unter Hinzufügung der betreffenden Abteilung adressiert werden. *[Düsseldorfer Montanbörse.! Auf der heutigen Düsseldorfer Börse wurde amtlich folgende Tendenz festgestellt: Kohlen- und Eisenmarkt unverändert fest. *[Haftpfichtverband der deutschen Eisen- und Stahl-Industrie(V. a. G.).] In der am 29. Juni 1905 in Düsseldorf unter dem Vorsitze des Geheimen Kommerzienrats Schiess- Düsseldorf abgehaltenen Versammlung der Sektion Düsseldorf des Haftpflichtverbandes der deutschen Eisen- und StahlIndustrie konnte der Vorsitzende nach Erledigung der Tagesordnung berichten, dass der Verband sich in erfreulicher Weise entwickeit. Am 31. März 1905 war im ganzen bereits eine Lohnsumme von rund 173 Millionen Mark versichert, wovon auf die Sektion Düsseldorf rund 29 Millionen Mark entfallen. Bis zum Schlusse des ersten Geschäftsjahrs(31. Dezember 1904) haben nur ganz unwesentliche Schadenersatzbeträge bezahlt werden müssen, so dass die Bilanz mit einem Gewinn abschliesst, der auf das neue Jahr übertragen worden ist. Inzwischen nimmt der Verband auch weiterbin einen guten Verlauf. Zur Zeit sind in der Sektion Düsseldorf bereits über 34 Millionen Mark Löhne versichert. Die stetig zunehmenden neuen Versicherungsanträge beweisen, dass der Verband einem offenbaren Bedürfnis entsprochen hat. Für die Mitglieder der Maschinenbauund Kleineisenindustrie-Berufsgenossenschaft befindet sich die Geschäftsstelle der Sektion in Düsseldort Bismarckstrasse 23 a. +[H. Brüninghaus Söhne, A.-G.] Barmen, 5. Juli. In das Handelsregister des hiesigen Amtsgerichts ist am 30. Juni ds. Js. die obengenannte Firma eingetragen worden. Der Gegenstand des Unternehmens ist der Fortbetrieb der von der Firma H. Brüninghaus Söhne, die ihre Hauptniederlassung zu Grottau in Böhmen hat, in ihren Zweigniederlassungen zu Barmen und Berlin betriebenen Handelsgeschäfte, nämlich Herstellung und Vertrieb von Webewaren aller Art und der Erverb der sämtlichen Aktiva und Passiva dieser Zweigniederlassungen. Das Grundkapital beträgt 5 100000 Mk. Gründer der Gesellschaft sind die seitherigen Inhaber der gegründeten Firma August Vorwerk und Witwe Hugo Brüninghaus, sowie vier Angestellte derselben. Kaufmann August Vorwerk bringt gegen Gewährung von 50.95 Aktien à 1000 Mk. und 5000 Mk. in bar in die neugegründete Geselischaft ein: die unter der Firma H. Brüninghaus Söhne betriebenen Fabrikations- und Handelsgeschäfte in Barmen und Berlin mit allen Aktiven und Passiven im Gesamtbetrage von 6324 516,60 Mk., wovon 1 224 516,60 Mk. an Passiva in Abzug kommen, so dass einschliesslich des Betrages von 1 200000 Mk., mit welchem die Gesellschaft an dem von der Firma H. Brüninghaus Söhne zu Grottau in Böhmen betriebenen Geschäfte beteiligt ist, die Gesamtaktiva noch 5 100000 Mk. betrage. Die Mitglieder des ersten Aufsichtsrats sind: Heinrich Osthoff, Bankdirektor in Bielefeld, Gustav Müblinghaus, Kaufmann in Barmen, Otto Dahl, Fabrikant in Barmen, Fritz Hieronymus, Apothekenbesitzer in Krefeld, Bernhard Windhövel, Fabrikant in Langerfeld, Rudolf Ziersch, Fabrikant in Barmen, und Hermann Brüninghaus, Gutsbesitzer zu Haus Döberinghoff bei Erwitte, der Gesellschaftsvertrag der Aktiengesellechaft wurde am 25. Mai 1905 festgestellt. * Hörder Bergwerks- und Hüttenverein.I Wie der„Köln. Zig.“ aus Dortmund berichtet wird, hat der Monat Mai bei dem Hörder Bergwerks- und Hüttenverein einen Rohgewinn von stark einer Million Mark ergeben. Der Rohgewinn für die ersten elf Monate beläuft sich auf einige hunderttausend Mark mehr als in dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. R.[Gewerkschaft Gottfried Wilhelm.] Diese Gewerkschaft, welche sich im Besitz der Gewerkschaft Pörtingsiepen befindet, beabeichtigt in Rellinghausen bei Essen eine grosse Zechenanlage zu errichten Es sind in der letzten Zeit ganz bedeutende Terrain-Ankäufe getätigt worden. Mit dem Niederbringen des Färderschachtes wird man in den nüchsten Tagen beginnen, ferner soll eine grosse elektrische Tagesanlage errichtet werden. * Aplerbecker Hütte(Brügemann, Weiland& Co.), Aplerbeck.] Wie verrautet, will die Gesellschaft demnächst ein eigenes Walzwerk anlegen. Ein Grundstück soll für den Zweck bereits erworben sein. *[Zeche Franziska in Witten.! Auf Zeche Franziska in Witten, die von der Gewerkschaft Hamburg und Franziska in den Besitz der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft übergegangen ist, sind die echon von der früheren Besitzerin, deren Schmerzenskind die Zeche war, begonnenen umfangreichen Neuanlagen jetzt sämtlich in Betrieb genommen. Zeche Franziska hatte besonders viel mit starkem Wasserandrang zu kämpfen, diesem Uebel ist aber durch die neue Wasserhaltung, die wohl die mächtigste hier bestehende ist, abgeholfen. Die drei elektrisch getriebenen Wasserhaltungsmaschinen können nämlich täglich 34 500 Kubikmeter Wasser fördern, während es z. B. das städtische Wittener Wasserwerk auf höchstens 20000 bringt. So wird jetzt der Ruhr durch die Zeche Franzieka mehr Wasser zugeführt, als ihr durch die städtische Wasserleitung entnommen wird. *(Vom Kalisyndikat.] Der Aufsichtsrat des Kali-Syndikats nat in seiner gestrigen Sitzung die bereits angekündigte Vermehrung des für die Propagands ausgesetzten Jahresaufwandes um rund 150000 Mk. genehmigt. Die Beschlussfassung über Errichtung einer Propaganda-Geschäftsstelle in Hamburg wurde vertagt. *[Die Gründungen von Aktiengesellschaften im 1. Semester 1905.] Wie dem„Deutschen Oekonomist“ zu entnehmen ist, ist die Gründungstätigkeit auf dem Gebiete der Aktiengesellschaften im 1. Semester 1905 lebhafter gewesen als in den vorhergehenden Jahren. Die Zahl der neugegründeten Gesellschaften betrug 87 mit einem Kapital von 120,67 Millionen, während in der gleichen Zeit des Vorjanres 59 Gesellschaften mit 70,46 Millionen Kapital gegründet worden sind. Im ganzen Jahre 1904 wurden 104 Gesellschaften mit 140,65 Millionen gegründet, in 1903 84 Gesellschaften mit 300 Millionen und in 1902 87 Gesellschaften mit 118.43 Millionen Kapital. *( C h e m i s c h e F a b r i k G r i e s h e i m- E l e k t r o n. Frankfurt a. M., 6. Juli. Die heutige ausserordentliche Generalversamm ung der Chemischen Fabrik Griesheim- Elektron genehmigte den Erwerb der Anilin- und Anilinfarbenfabrik von K. Oehler in Offenbach a. M, sowie die Erhöhung des Grundkapitals von 9 Millionen Mark um 3 Millionen Mark, wovon 2 Millionen Mark zur teilweisen Abfindung der seitherigen Inhaber der Fabrik K. Oehler diener. Eine Million Mark neue Aktien werden zu 226 Proz. von einem Konsortium unter Tragung der Kosten für die Einführung an den Börsen mit der Verpflichtung übernommen, den bisherigen Aktionären das Bezugsrecht zu 230 Prozent im Verhältnis von 9: 1 anzubieten. Geheimrat Eduard Oebler wurde neu in den Aufsichtsrat gewählt. *[Vergrösserung des Wagenparks der preussischen Eisenbahnverwaltung.] Die Verwaltung ist fortgesetzt auf eine Vermehrung des Wagen- und Lokomotivparks bedacht und sucht mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln den Anforderungen des Güterverkehrs gerecht zu werden, insbesondere auch den Wagenumlauf zu beschieunigen. Der bevorstehende Herbstverkehr wird voraussichtlich die Betriebsmittel der Eisenbahn in aussergewöhnlichem Masse in Anspruch nehmen. Es liegt im Interesse der Verfrachter, die Verwaltung in ihren Bestrebungen auf Beschleunigung des Wagenumlaufs zu unterstützen. Näheres ist im Verkehrsbureau der Korporation der Kaufmannschaft von Berlin zu erfahren. OW(Vom Hopfenmarkt.] Frankfurt a. M., 5. Juli. Man schreibt uns: Die diesmalige Berichtsperiode zeichnete sich durch besondere Ruhe aus, und z. Z. der grossen Hitze und der beginnenden Ferien verflaute sich der Verkehr am Markte zu Nürnberg mehr und mehr.— Die Wochenumsätze beliefen sich wohl auf etwas über 200 Ballen, und zwar ausschliesslich für inländische Kundschaftszwecke.— Hand in Hand mit dieser Verflauung ging ein Preisrückgang von einigen Mark, und die derzeitigen Notierungen sind 110—145(115—145) per 50 Kilo. Die Vorräte am Markt haben sich in den letzten Wochen wieder etwas vergrössert, weil die Umsätze die Ziffern der Zufuhren nicht erreichen. * Kohlenversand im Ruhrbezirk.] Die gesamten Zechen des Ruhrbezirks forderten heute an: 19512 Wagen à 200 Ztr.; gestellt wurden 19512 Wagen, gefehlt haben keine Wagen. Wagengestellungen am 5./7. Gestellt: Ruhrbezirk fehlt wegen Leitungsstörung. Kohlenbezirk bei Aachen 524. Zeche Rheinpreussen 283. Rheinischer Braunkohlenbezirk 541. Börse zu Düsseldork. Düsseldorf, 6. Juli.(Eigenbericht des„Gen.Anz.“) Die ausgesprochen feste Tendenz des Kohlenkuxen-Marktes hielt auch auf der heutigen Düsseldorfer Börse stand, die Kurse hielten sich auf der z. T. recht beträchtlichen Höhe oder setzten ihre Steigerung noch fort wie Altendorf, Konstantin, Dorstfeld, Friedrich der Grosse, Mont Cenis, Trappe. Das Geschäft hielt sich indessen in engeren Grenzen. Auch der Kaliekuxen-Markt hat von seiner festen Haltung nichts eingebüsst, und das Geschäft war auf diesem Gebiet umfangreicher. Höher genannt und teilweise umgesetzt wurden Neustassfurt, Beienrode, Justus I(auf ungünstige Nachrichten zunächst angeboten, später begehrt). Unverändert notierten Alexandershall, Johannishall, Hohenzollern, niedriger Wintershall. Von kleinen Werten gingen Adolfsglück, Sophie zu letzten Kursen um. Vom Erzkuxen-Markt ist Neues nicht zu berichten. Henriette waren mehrfach im Angebot. Amtlicher Kursbericht vom 6. Juli 1905. II. Aktien. Hein. Lehmann& Co. Hochdahl dopp. conv. Hoefel-Brauerei Juno Neu-Essen. Bergb.-Ges. Niederrh. Dampfschlepp.) schitfahrts-Ges. Niederrh. Güter-Assecur. Rhein. Bahngesellschaft Bergb. u. Hüttenw. A.-G. Metallw. u. Maschinenf. Spiegelglasf. Eckamp Schwabenbräu Schalker Grub. u. Hütt. Ver. Vaterl. Lebensvers.-A.-Ges. Wasserw. f. d. nördl. Revier Geld 11830 12550 18100 200 52000B 9900 11900 11060 12430 16275 55000 26750 III. Obligationen und Grundschuldbriefe: Nächste Börse für Wertpapiere am Donnerstag, den 13. Juli. Produkten-Märkte. Fruchtpreise zu Neuss am 6. Juli 1905. Weizen à 100kg 1 2. Roggen a 100kg.„ Hafer per 100 kg Kartoffeln a 50 kg Heu per 50 kg Luzernerheu per 50 kg Maschinenstroh a 500 k M. Pf. Qual. 18 20 „ 17 70 Qual. 16 20 „ 15 70 15 00 300—4 00 2 80—3 80 4 20 22 00 Flegeldrusch per 500 kg 24 00 Butter per Kilo 2 50 Eier(100 Stück) 8 00 M. Pf. Raps per 100 kg 1. Qual. 00 00 „„ 1 0 0 k g 2.„ 0 6 0 0 Aveel 1. Qual. 00 00 Rüböl per 100 kg in Partien von 100 Zentner 49 50 Rüböl per 100 kg fassweise 51 C0 Gereinigtes Oel per 100 kg 3 Mark höher als Rüböl. Rünkuchen per 1000 kg 108 30 in kleineren Partien 112 C0 Kleien per 50kg. 5 20 Drahtberichte des„General-Anzelger“. Berlin, 6. Juli. Fruchtmarkt. Weizen: Juli 172.00. Sept. 172,25, Dez. 174,25 Mk. Roggen: Juli 152.50, Sept. 145.25, Dez. 147,00 Mk. Hafer: Juli 138,25, Sept. 138.25 Mk. Mais: Juli 130,00, Sept. 123,50 Mk. Rüböl: Okt. 47,90, Dez. 48,40 Mk. Weizenmehl: 21,00-22,75 Mk. Roggenmehl: 18,50-19,90 Mk. Der seit gestern herniedergegangene starke Regen kommt zwar den Sommerfrüchten zugute. trifft aber andererseits den Roggen teilweise bereits im Schnitt; deshalb war die Tendenz entgegen den flauen ausländischen Meldungen behauptet, und bei ruhigem Geschäft blieben die Preise fast unverändert. Die Auslandsforderungen waren leicht ermässigt. Hafer war im Lokoverkehr etwas gebessert; Mais unverändert fest; Rüböl still und eher etwas fester. Bremen, 6. Juli. Schmalz niedriger, Tabs und Firkins 36½ Doppeleimer 37¼.— Baum: wolle ruhig, Upland middling 55“. Hamburg, 6. Juli. Kaffee stetig, Sept. 37. Dez. 37¾. März 38¼, Mai 38¾ G.— Rohzucker ruhig, Juli 21,90, Aug. 22,00, Okt. 19,30, Dez. 18,95, März 19,20, Mai 19,45 Geld. Hlamburg, 6. Juli. Gold in Barren: pro Kilogramm 2790 Br., 2784 G.— Silber in Barren: pro Kilogramm 80,10 Br., 79,60 G. Magueburg, 6. Juli. Kornsucker 88 Proz. 10,70-10,80, 75 Proz. 8,60-0,00, ruhig. Die Notierungen in Raffinaden sind gestrichen, weil der Markt geschäftslos. Rohzucker zur Durchf. bordf. Hamburg Juli 22,10 Br., 21,95 G., Aug. 22,10 Br., 22.05 G., Sept. 00,00 Br., 00,00 G., Okt. 19,40 Br., 19,25 G., Okt.-Dez. 19,15 Br., 19,05 G., Jan.-März 00,00 Br., 00,00 G., willig. Antwerpen, 6. Juli. Petroleum rubig, 17½, Sept. 18, Sept.-Dez. 18.— Weizen, Hafer, Gerste und Mais behauptet. Roggen rubig.— Deutscher La Plata-Kammzug kaum behauptet,(Vertrag B.) Sept. 5,17½. Dez. 5,17½. Paris. 6. Juli. Rohsucker 88 Proz. 28 ¼-48½ matt.— Weisser Zucker. Nr. 3 pro 100 kg, Juli 31¾, Aug. 31¾, Okt.-Jan. 29%. Jan.-April 30, matt.— Rüböl. Juli 50½, Aug. 50 ¼, Sept.-Dez. 50¼. Jan.-April 50¾, behauptet.— Spiritus, Juli 54, Aug. 52%, Sept.-Doz. 44½. Jan.-April 40½, behauptet. Havre. 6. Juli. Kaffee kaum stetig, Sept. 45½. Dez. 46 ¼, März 46 ¾, Mai 47. London. 6. Juli. Kupfer g. H. 66 Lstr. 0 sn 9 d.— Zinn(Straits) 140 Lstr. 7 en 6 d.— Zink 24 Lstr. 0 sn 0 d.— Blei 13 Lstr. 12 sh 0 d. Glasgow, 6. Juli. Rohelsen träge. Mixed numb. warrants per Kassa: 00 en 0 d. Liverpool, 6. Juli. Anfang. Weizen. Juli 6 eh 10½ d. Sept. 6 sh 10¼ d, stetig.— Mais. Juli 4 ch 11½ d. Sept. 4 eb 10 d, ruhig.— Schluss. Weizen. Juli 6 sh 10 5/ d. Sept. 6 sh 10°, d, ruhig. — Mais. Juli 4 sb 11½ d. Sept. 4 sh 10 d, träge. Liverpool, 6. Juli. Mittel. Baumwolle Umsatz 7000 Ballen, davon für Spekulationen und Export 500 Ballen. Tendens für Amerikaner: stetig. Middling loko 5,89. Juli 5,75, Juli-Aug. 5,75, Aug.Sept. 5,75, Sept.-Okt. 5,76, Okt.-Nov. 5,74, Nov.-Dez. 5,74, Dez.-Jan. 5,74, Jan.-Febr. 5,74, Febr.-März 5.74, März-April 5,74 d.— Schluss. Baumwolle. Umsats 7000 Ballen. Tendenz für Amerikaner: fest. Juli 5,85, Juli-Aug. 5,85, Aug.-Sept. 5.85, Sept.-Okt. 5,85, Okt.-Nov. 5.83. Nov.-Dez. 5,83, Dez.-Jan. 5,83, Jan.Febr. 5,83, Febr.-März 5,83, März-April 5,83 d. New-Tork, 6. Juli. Anfang. Kaffee stetig. Schwankungen unverändert bis 5 Punkte höher. Umsatz 8000 Sack.— Weizen, Sept. 91, unregelmässig.— Mais, Sept. 00, stetig.— Baumwolle unregelmässig, Aug. 10,36, Okt. 10,50, Dez. 10,63, Jan. 10,69.— Mittel. Weisen, Sept. 91⅛, willig. — Mais, Sept. 61½. willig.— Baumwolle fest, Aug. 10.40, Okt. 10,54. Chicago, 6. Juli. Antang. Weizen, Sept. 87%, Mais, Sept. 55½— Schmalz, Sept. 7,35.— Pork, Sept. 12,85.— Mittel. Weizen, Sept 86 7/8. — Mais, Sept. 55½.— Schmalz, Sept. 7,30.— Pork, Sept. 12,80. Börse zu Düsseldorf. Amtlicher Preisbericht vom 6. Juli 1905. A. Kohlen u. Koks. 1. Gas- u. Flammkohlen a. Gaskohle für Leuchtgasbereitung 11.00-13.00 b. Generatorkohle 10.50-11.80 c. Gasflammförderkohle 9.75-10,75 2. Fettkohlen: a. Förderkonle 9.30-10.00 b. beste melirte Kohlen 10.50-11.50 c. Kokskonle 9.50-10.00 3. Magere Kchien: a. Förderkohle 3.25-9.50 b. melirte Kohlen 9.50-10.00 c. Nusskohle Korn II (Anturacit) 19,50-2400 4. Koks: a. Giessereikoks 16,50.17.50 b. Hochofenkoks 14.00-16.00 c. Nusskoks gebrochen 17.00-18.00 5. Brikets 10,50-13.50 B. Erze. 1. Rohspatn—— 2. Ger. Spatheisenst.—— 3. Somorrostro f. o. b. Rotteraam—— 4. Nassauisch. Rotheisenstein m.en. 50% Eisen—— 5. Rasenerze, franco—— C. Roheisen. 1. Spiegeleisen la. 10 bis 12% Mangan 67,00 2. Weissstrahlig. Qualitäts-Puddelroheisen:—— a. Rh.-Westf. Marken 56.00 b. Siegerlänger 56.90 3. Stahleisen 58.00 4. Engl. Bessemereisen ab Verschiffungshafen—— 5. Span. Bessemereisen Marke„Mudieiz“ cif Rotteraam—— Slark v. Dtsch.Bessemereisen 68.00 7. Thomaseisen tranco Verbrauchsstelle 58,90-59.20 S. Puddeleisen(Luxem burger Qualität) an Luxemburg 46,40-4720 9. Engl. Roneis. Nr. III ab Ruhror.—— 10. Luxemburg. Giessereieisen Nr. III ab Luxemburg 54.00 11. Deutsches Giessereieisen Nr. I 67,50 2. Deutsches Giessereieisen Nr. II—— 13. Deutsches Giessereieisen Nr. III 65.50 14. Deutsches Hämatit 68.50 15. Spanisches Hämatit Marke„Mudela“loco Runrort—— D. Stabeisen. Gewohnliches Stabeisen aus Flusseisen—— aus Schweisseisen" 12800 E. Bleche. 1. Gewöhnl. Bleche aus Flusseisen 117.50-122.50 2. Gewöhnl. Bleche aus Schweisseisen—— 3. Kesselbleche a.Flusseisen 130-135 4. Kesselbleche aus Schweisseisen—— 5. Feinbleche 1,18 1.20 F. Draht. 1. Eisenwalzdrant—— 2. Stahlwalzuraht—— Berechnung in Mark für 1000 Kg. und, wonicht andersbemerkt, ab Werk Nächste Börse für Produkte am Donnerstag, den 20. Juli. Wertpapiere. Berliner Börsenbericht. Juli 5. Juli Lose. Ansb.-Gunzh. 7fl. 1. 2— 12700 b 12750 braunschw. aa. 19930 b 19975 h Cöln-M. Pr.A.-Sch. 3½ 141 400 144 3054 Frelburg. 15 Fr.-L.— 55 250 5400 h Hamb.Pr.-A. 1866 3% 14690b 00000 Lübecker Pr.-Anl. 3½ 14775 b 00000 Meininger-Lose— 4550 b 0000 Neuschat. 10Fr.-I.— 8550 b 0000 Oesterr. 1860er-I. 4% 158 750 158 9015 Raab-Grazer-Lose 2½ 105 10b6 105 1004 ürk. 400 Fr.-Lose—|134 90 b 134 90I Bucarest 4% Anl. 9860 98005 Preussische und Deutsche Fonds. R-Sch. rzb 1906 3½ Pr.-Sch.„ 1906 31 0. R. Anl. 3½ Pr. Gans. 3½ „ 3% Bayr. Anleihe 4% „ Staats-Anl. 3½ Rheinpr.-A. 20,21 4% 22. 23 3 „ 3 g. 4 Cv. 31 „15.12-17.24-273½ „ 19 uk. 1909 31 9. 11, 14 3% Hamb. St.-A. 1902 30 100600 100601 10130 9040 b 101 305 30 4055 10125G 100 400 10320 h 101105 99595 99505 10090 99256 39 206 10060(sSächs. Rente 100606 10130 9040 U 10140 9040 b 10130 10050 B 1030055 101105 9950 9950b 99106 9025 892556 Westf. Pr.-A. 3, 4 „ 4 uk. 1909 „ 2, 3, 4 „ 2 Düsseld. St.-A. 99 „ 1876 „ 88. 90, 94, 1900 u. 03 Westf. lasch. Pfbr. Preuss. Rent.-Br. Rh.-W. Rent.-Br. 3% 8875 b 4% 000 00 33, 101256 3½ 99500 3% 89250 4% 100 7506 3½ 99800 3½ 99006 4% 103501 31„ 93800 4% 102605 3½ 99605 4% 103000 3½ 996056 8890 b 10300 D 00000 9950b 39255 100750 99300 99006 10340 b 989013 103005 99700 103000 99705 Inländische Hypotheken-Pfandbriefe. Goth. Fr.-Pfchr. 13½ 135 BOtb 135 5056 III, IV 3½ 102 8060 1028080 VI, v 4% 100 9016 100 936 Ab. Hp-Pf.uk. 19 10 4% 102 1056 102 20 „ 1913 4% 1032516 103 25 „ 1913 3½ 95.80½ 956096 an. Np. B. Pfd. il1 4% 100 20G 100 20 100606 100 60 100756 101 90 3900 96250 100605 9600 160 6006 97000 V. VI uk. 1906 40 „VII-VIlI ek. 1908 4% 10075G IX„1913 4% 101900 „ 1904 3¾ 99000 I„ 3½ 96250 MtIId.B.-Pf.uk. O9 4% 100 6056 „„„ 66 3½ 96000 „ Grürtendr. 4% 1606056 „„ 3 ½ 9 3 0 0 5 0 Pr. Bod.-C.-Bk.-Pfdbr. 1905 4% 100750 100805 „ 1913 4% 102 30G 102 755 „ 1913 3¾ 100 4000 100 40 „ conv. 1907 3½ 95 5006 95500 Pr. C.-B.-Pf. 1890 4% 101 40hf 101 5050 „ 1599 4% 1032056—— „ ck. 1912 4% „Tf. 89, 94 3½ „ uk. 1906 31 „„ 1913 3½ 103 2006 10320 104 5066 104 600 96 4016 96 500 96 5016 9650 97506 976056 Pr. C. 3. Pf. Cm.-Obl. 4% 00000 00000 „„„ 3½ 9930G 9930 B Pr. H.-A.-B. abg. Pf. 4% 101 JCbS 101 005 „„„„ 3½ 9500t: 950056 Pr. Pfdhrfbk.-Pfddr nk. 1912 4% 102 300f 10250 b „ 1912 3¾ 100 000 100 00b6 „ 1912 3½ 97000r 379016 Rhein. R.-B.-Pfdbr. 4% 160 90G 100 700 „ 3½ 97000 97000 69-82 3½ 97000; 970056 Rhein.-W. B.-C.-Pfdbr. nk. 1905 4% 100 7559 100 7556 „„ 1903 4% 101250 101255 „ 1910 4% 101 936f 101 7506 „„ 1912 4% 102600 10260 b „„ 1915 4% 103 100 103 105 „„ 1904 3½ 957507 9575 h „„ 1903 3½ 9690G 96906 Westd. Bod.-Cr.-Pfdbr. uk. 1904 4% 101096 10100G 40 104 420 1 * „ „ 1 5 4% 101 20G 101 20G 1909 4% 101 806 101806 19 10 4% 102 2056 102 20G 1913 4% 1028056 102 800 1995 3½ 50 20t5 962006 1907 3½ 972005 972056 Ausländische Fonds. tal. Rente 4% 106 1006 106 2596 Russ. Anl. v. 1902 4% 8800hf 880046 „„ reue 4% 00000 00000„ Staatsrente 4% 0000 8450 l Gesterr. Goldrente 4% 101 704; 101 80061 Ungar. Goldrente 4% 99 00b3 89 CCbé Russ. Lb.-Anl. 30 4% 876006 8700961„ Aronenrente 4% 9720 b 0000 „ boldrente 5% 975056 9760 bI Bank-Aktien. Barmer Bank-Verein Gerg.-Märk.-Bank Gerliner Bank-Aktien Lerl. Handelsgesellsch. Lerl. Hyp.-Bank Lit. Cerl. Hyp.-Bank Lit. 8 Pechumer Bank Com.-u. Discanto-Bank Creditverein Reuiges Darmstädter Ban# Deutsche Bank Deutsche Hyp.-Bank Disceato Com.-Ant. Dresdener Ban# Duisb.-Ruhrorter Bank Elberleider Bankverein Essener Lackverein Essener Credit-Anstalt Eanncversche Lank 1290056 156 40# 0000 16990 0 125500 155255 116.001 121 900 00000 140 90 23890 0 140 750 18950 b 155 75 5 60000 121250 141250 163 9096 130001 129 1056 166 4056 00 00 169 50 12550 155 7550 115 50 12175 00300 141 80 b 23890 146 756 189 005 155301 00050 121256 14300 f 169005 129256 Kärkische Bank Mitteld. Credit-Bank Lülheiner Bank Rationalb. f. Deutschl. Oberrheinische Bank Oesterc. Creditanstalt Freuss. Bed.-Cred.-A. reuss. C.-Bod.-Gr.-A. Preuss. Hyp.-Act.-Bk. Preuss. Ftdbrf.-Gank Reichsbank-Antelle Rhein. Lisconto-Ges. FLein.-Westf. Bod.-C. Russ. B. f. ausw. Hand. Schaaffh. Bankverein Solinger Bank Sücdtsch. Goden-Cr. Westd. Bod.-Cr.-Anst. Westtälische Bank 120006 12110 b 1130053 13000 D 00000 20700 b 155 9056 19810 h 127505 146 101 156 205 1399056 1492563 13175 1 146 0055 00003 187756 133900 12325 120000 1212556 150013 13000 00000 206 70 b 155750 127255 146 9095 15630 14000 149250 131000 115900 00000 107105 14400 123250 In- und ausländische Eisenbahn-Aktien. Baltimore-Chis 11340 i 112751 Gotthardbahn- 100000 00030 Ccnada-Pacitic 15100(; 1512558 lübeck-Büchen 18000fr 18070 Cretelder Eisenbahn 141 C6b6 142755# Südöster.(Lombarden) 1820 b. 18 20 b Deutsche Klein- u. Strassenb.-Akt. u. Obl. C.-Elberf. Str. S.-Aet. 135 75/ 136 750 B.-Geisk. Str.-B.-Act. 13040 B 13925 Crelelder Str.-B.-Act. 179 7506 181 0054 Electr. Bechbahn-Act. 125 40 6f 1252556 Gr. terl. Str.-S.-Act. 184 7558 188 0956 B.-Gelsk. Strb.-O. 4½ 00000 60000 Cretelder Str.-B. 4½ 00000 00000 Electr. Hochbahn 4% 104 50 b 104 256; Gr. Berl.-Str.-S. 3½ 99606 99600; Eisenbahn-Prioritäts-Obligationen. Berg. Kärk. 3½ 993013 936013 Böhm. Nordb. Gald 4% 101 50 B 101 400; Lüseck-Büchen 3½ 0000 0000/„„ 1993 3½ 91.506 94.506 Schiffahrts-Aktien. Lambg.-Amer. Paketf. 152 3046 151 9056 Horddeutscher Lloye 1220080 121750 hansa Damptschiff. 130 500s 130 20### Industrie-Obligationen. Berliner Elect.-W. 4½ 00000 10025 b/ Krupp Gussstahl 4% 10210 b 102250 Dortmunder Enion 5% 11180 b 111 70( Neue Boden-Ges. 4% 101 00aß 10060 L unk. 1905 5% 103 100; 1032513.„„ 3½ 95700 957543 4% 100 GUte 103 1067 Elberfeld. Farden 4% 00000 50000 herder Bergnerk 4% 103 3067 103304 Rh.-W. Kalkwerke 4# Rhein. Metallu. 4“ 101756 104256 9525 L 9550 B Industrie-Aktien. Bochum. Victorla.-Br. Dortmunder Union-Br. Düsseld. Küler-Br. „ Lieterich.-Br. „ Hieefel-Br. Elückauf-Br. König Act.-Ges. Gr. Schwabenbräu Wicküler Küpper-3r. Accumul.-Fabrik A.-6. f. Hontan-In1. Allgem. Verl. Omaidus Allgem. Electr.-Ges. Annener Gussstahl Arenberger Bergbau Balcke, Tellering& Co. Baroper Walzwerk Ledburger WVoll-Ind. Berg. Märk. Ind.-Ges. Berl. Electr.-Werke Eschweiler Eergw. „ Eiseaw. Friedrichshütte Fried. Wilh. Vorz.-Act. Gasmoter Deutz Gelsenkirch. Bergw. „ Gussst Geerg Marien-Bergw. „ Vorz.-Act. Gerresheim. Glashäfte Ges. f. elect. Untern. Gladb. Spinn. u. Wed. „ Wollind. Josten Grevenbroicher Masca. Hagener Gussstan Hannev. Masch. Egest. Harkort Masch. „ St.-Pr. Karpener Bergaau Hasper Eisen Laurahütte Louise Tiefbau conv. „„ 81.-Pr. Malmedie& Co. Mathildenhüfte Hülheiner Beraw. Neue Bodengesellsch. Neusser Eisenwerke Kardstern Steink. Cberschl. Eischindust. Crenstein& Koppe. Phönix Bergw. Pongs Spinn. u. Wed. Rhein. Anthracit „ Bergba: „ Chamotte „ Metallwaren „„ Verz.-Act. " Spiegelgias 145005 305500 86 750 179500 190256 133 500 151030 162256 2425010 218250 136 00 303755 2315056 95250 698000 164 0000 58305 78 500 127601 1958055 25250 b 1450000 11750 133 5050 1399350 221 8050 102000 106 5013 1157555 220 005 14325 183250 16290 97005 930016 4160090 1100953 131250 21290 b 22999 0 26025 b 1000 11025 h 129 7556 0000 19700 150 506 5250 h 36 0006 130.00h 2090056 1770010 69.50 140 0056 11060 b 91 100 12325 h 1270056 176 600 145 5005 365750 86750 179590 18100 133 7555 151 000 162 256 242 105 217001 13540 0 3030050 23375 b 96005 697000 16325 56 75 h 78590 121600 190 2550 2410000 146 50tB 1130010 133 00 138 75 23140 U 10200“ 106 0015 115900 21900 14800 U 180500 162005 97 00b 90005 418 600 1110000 13450 21290 226005 26090 39901 11000 129755 0000 19525 150 4000 62.5055 136 005 130 101 208 755 1775016 6950 140 50 110 6056 9130 124 500 128 0050 17750 0 Bliesenbach Berzu. Bochumer Berau. abg. „ Gussstahl Concer dis Bergbau Consolidation Bergw. Otsch.-Afl. Tel.-Ges. Otsch. Gasglühlicht Otsch.-Luxemb. Bergw. Otsch. Spiegelglas bisch. Waff. u. Munit. Dennersmarckhütte Dortm. Union 6 abg. Cüsseld. Eisen u. Drant „ Vorz.-Act. Düsseld. Eiserhütte „ Maschinenbau „ Eisenbahnbed Oynamit-Trust Elnerteider Farbenfb. Elberfelder Papiebrt. Hlein, Lehman& Co. Herbrand Waggonfo. Ribern.a Bergw. Hechdehl soup. Con. Hösch Eisen u. Stahl Aoer d. Bgw. St.-P. Lit. Hörter Godelh. Cement Huleschinsky Humboldt Masch. Kattowitzer Bergw. Klauser Spinaerei Köiner Bergw. „ Gos- u. Elekt. Köln-Hüsener Bergw. König Wilhelm Conv. „ S1.-Pr. Königshorn Bergsau Kronprinz Metall Köppersbusch Lahmeyer& Co. Rhein. Stahlwerke Rhein.-Westf, Kalkw. Rembacher Hüttenw. Schalker Gruben Schuckert Elect.-W. Schulz-Knaudt Siegen-Sotingen Siemens& Halske Stettiner Vulkan Stollberger Zink-Akt. Tiltmacn Weliblech Ver. Köl-Rettw. Pulv. Wasserwerk Gelsenk. Westf. Draht-Ind. " Stahlwerke Wittener Glashütte Wittener Gussstahl Wurm-Revier 56 1057 5210 h 247 10% 333.5050 432501 12975 5 3440006 2115066 24775 5 3180055 26440 b 89905 6375 b 81506 129.500 109000 286 90 0 180 3056 52900 281 7556 11910 U 17100B 00000 127 505 241 5050 171 8050 65 005 13575 b 1305050 210 0056 94500 43125 b 11800 9400h6 270 0056 355005 159Ub 103000 20100“ 14375 b 56 80 b 525001 24790 U 332000 4300053 12960 b 3440059 213505 24900B 317000 264 0556 89.10 6350 h 81500; 12975 b 109755 285 50 ½ 130 25½ 525 3056 2800056 113 5056 17090 00000 125 5013 24150 D 17180 b 65 0051 13175B 131605 210 500 94500 4327506 113 000 941056 271 5056 354 4006 16000 402 0030 201006 14350 0 201 9006 2010055 121 1056 121 2556 22440 b 224 005 5850055 000 00 135 80 b/13500 169 7550 1682596 119 100S 117 50 188 9005 18830 b 32000 b 3190005 171 005B 17075 b 100 00ht 93001 269606 268500: 26900 b 267 50 b 18375 b 19030 b 1332550 133 5050 1332506 132 50G 2212546 219755 156 0006 156 50#6 Auf die gestrige stürmische Hausse im Montanaktienmarkte, speziell in Kohlenaktien, trat heute ein Rückschlag ein, der darauf zurückzuführen ist, dass die Spekulation zu Realisierungen schritt, da das Gerücht über eine Verständigung zwischen der Regierung und der Herne-Gesellschaft in der Hibernia-Angelegenheit nicht zutreffen soll, speziell die Annahme, dass der Fiskus in das KohlenSyndikat eintreten werde. Bergwerksaktien büssten 1 bis 1½ Prozent ein. Nur Deutsch-Luxemburger waren bei 214 um 2¾ Prozent höher auf weitere spekulative Käufe. Banken waren gegen gestern sowohl nach oben als nach unten nur um Bruchteile abweichend. Fonds waren ruhig. Russen von 1902 waren um 0,2 Prozent niedriger, Bahnen anregungslos, Amerikanische Bahnen unregelmässig, später war Canada besser(150,90). Schiffahrtsaktien waren abgeschwächt. Der Gesamtverkehr war schwerfällig wegen der vielfachen Leitungsstörungen, speziell mit den westlichen Börsen. Zu Beginn der zweiten Börsenstunde war der Kursstand bei äusserst geringen Umsätzen nahezu in sämtlichen Umsatzgebieten unverändert. Fonds waren unverändert und warteten die westlichen Börsen ab. Im freien Verkehr lagen Industriewerte des Hassamarktes still. Tägliches Geld 2½ Prozent. Bei Abgang des Berichtes trat Erholung in Kohlenaktien ein. Harpener 213, Gelsenkirchener 231, Prinz Heinrich-Bahn fest(119,25) auf Rückkäufe. Alles Sonstige unverändert.—Privatdiskont 2 Prozent. Nachbörse. Berlin. Handelsgesellsch. Darmstädter Bank Deutsche Bank Disconto-Commandit Dresdner Bank Rationalb. f. Beutschland Bochumer Dortmunder Unlon 16975 16950 14175 14160 23925 23890 18940 18900 15590 15560 13000 12980 24800 24710 8950, 3925 Laurahätte Consolidatien Geisenkirchen Karpener Hibernia Bhein. Stahlwerke Schaafthausen, Bankver Tendenz: still. 26175 26025 43250 00000 23225 23030 2134021250 00000 00000 20210.20125 146 10146 00 Geld- und Wechselkurse. Berlin. 6. Juli 1905. Diskont-Zinsfuss der Reichsbank(seit 25. Februar 1905) 8 Proz. Lombard-Zinsfuse der Reichsbank(seit 25. Februar 1905) 4 Proz. Viehmärkte. ∆ Neuss. 6. Juli.[Viehmarkt.] Auf dem heutigen Zucht- und Milchviehmarkte waren 560 Kühe und Rinder, sowie 18 Stiere aufgetrieben. Die Preise stellten sich für Kühe 1. Qual. auf 500—620 Mk., 2. Qual. auf 410—500 Mk., 3. Qual. auf 320—410 Mk., fur Rinder auf 270—360 Mk., für Stiere auf 280 bis 300 Mk. Bei ziemlich lebhaftem Handel blieb nur wenig Ueberstand. Nächster Markt: Donnerstag, den 20. Juli.— Zu dem am nächsten Montag stattfindenden ersten diesjährigen Fettviehmarkte sind schon grössere Transporte von Kühen hier eingetroffen. Köln. 6. Juli.[Kleiner Viehmarkt. Auftrieb 748 Kälber, 193 Schafe, 1352 Schweine. Bezahlt für 50 kg Schlachtgewicht: Kälber: a. 75 Mk. (Doppellender 87 Mk.), b. 68—70 Mk., c. 60—64 Mk.; Schufe: a. 78 Mk., b. 73—76 Mk., e. 68—70 Mk. Schweine: Bezahlt für 50 kg Lebendgewicht mit 20—22 Proz. Tara: a. 65 Mk., vorgezeichnete 66 Mk., b. 62—63 Mk., c. 57—59 Mk. Kälber ruhig, Sebafe ziemlich lebhaft; geräumt. Schweine schleppend und langsam geraumt. Schiffahrts-Nachrichten. Düsseldorfer Hafen. Angekommen. Am 6. Juli: Schleppkahn „Niederrhein 5“, Schiffer Kierdorf, von Rottordam. Schleppkahn„Niederhein 8“, Schiffer Winter I, von Rotterdam. Schleppkahn„Niederrhein 6“, Schiffer Winter II, von Rotterdam. Schleppkahn„Maartje“, Schiffer Wynen, von Rotterdam. Schleppkahn „Anna Katbarina, Schiffer Vögelein, von Frankfurt. Schleppkahn„St. Antonius“, Schiffer Vermeulen, von Rotterdam. Schleppkahn„Johanna Maria“, Schiffer Maas, von Rotterdam. Schleppkahn„Cornelia“, Schiffer Rozenbrand, von Rotterdam. Schleppkahn „Jobanna“, Schiffer Broeke, von Rotterdam. Schleppkahn„Julie“, Schiffer Terjung, von Basel. Rheindampfer„Ristelhuber 6“, Kpt. Reymers, von Antwerpen. Seedampfer„Leda“, Kpt. Blendermann, von Riga. Seedampfer„Arion“, Kpt. Bern, von Bremen. Rheindampfer„Helvetia“, Apt. Dormolen, von Rotterdam. Seedampfer„Fortuna“, Kpt. Bruns, von Altona. Seedampfer„Themis“, Kpt. Conemann, von Köln. Abgegangen: Am 6. Juli: Schleppkahn „Margaretha“, Schiffer Stahl, nach Duisburg. Schleppkahn„4 Gebroeder“, Schiffer Verwey, nach Ruhrort. Schleppkahn„Hoop doet Leven“, Schiffer Bezemer, nach Ruhrort. Schleppkahn„Cornelia“, Schiffer Kooi, nach Ruhrort. Schleppkahn„Karl Georg“, Schiffer Staale, nach Mannheim. Schleppkahn„Dilles“, Schiffer van Duyen, nach Rubrort. Rheindampfer „Ristelhuber 6“, Kpt. Reymers, nach Köln. Rheindampfer„Helvetia“, Kpt. Dormolen, nach Köln. Seedampfer„Fortuna“, Kpt. Bruns, nach Köln. Seedampfer„Themis“, Kpt. Conemann, nach Danzig. Seedampfer„Arion“ Kpt. Bern, nach Köln. Seedampfer„Leda“, Kpt. Blendermann, nach Köln. Ruhrorter Schifferbörse, 6. Juli. Bergfahrt-Frachten: Koblenz 0,65; MainzGustavsburg 0.88: Mainplätze bis Frankfurt a. M. 0,94; Mannheim 0,88; Karlsruhe 1,18; Lauterburg 1,18; Strassburg i. E. 1,61 Mark. Talfrachten für Koblenladungen: Leiden mittl. Schiffe 1,10; Amsterdam gr. 1,00-1,05; Breda kl. 1.90; Zeeland mittl. 1,35; Antwerpen gr. 1,0 Mark. Die Sätze verstehen sich für die Tonne= 1000 kg. Nr. 186. 2. Beilage. General=Anzeiger für Düsseldorf und Umgegend. Freitag, den 7. Juli 1905. Lokales. (Der Nacht ruck unserer Lokal=Berichte ist nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.) Düsseldorf, den 6. Juli 1905. ([Stadtrats=Sitzung.] Die nächste Sitzung der Stadtverordneten findet Dienstag, 11. Juli, Nachmittags 6 Uhr, im Rathaussaale statt. Tagesordnung: 1. Kenntnisnahme von der überweisung eines Geschenkes. 2. Festsetzung der Anstellungsbedingungen für die durch das Ausscheiden des Herrn Beigeordneten Feistel freiwerdende Beigeordnetenstelle. 3. Verteilung der Zinsen des Jubelstiftungsfonds. 4. Instandsetzung eines Hauses an der Bahnstraße. 5. Einrichtung einer Zweigstelle der Sparkasse im Rathause. 6. Vermietung eines Zimmers in dem südlichen Sperrhäuschen des Ratinger Torcs an die Rheinische Bahngesellschaft als Warteraum. 7. Anderweite Festsetzung der Miete für die Restauration des Zoologischen Gartens. 8. Ankauf des Dellinghofes zur Erweiterung der Anlagen in Grafenberg. 9. überwölbung der Düssel zwischen Grafenberger Allec und Simrockstraße. 10. Errichtung einer gemeinschaftlichen Grenzmauer zur Hälfte auf einem städtischen Grundstück an der Merowingerstraße. 11. Bilanz des Grundstücksfonds für 1904. 12. Verlängerung des IV. Hauptwasserrohres im Zuge der Lindemannstraße. 13. Verlegung von Schulvaracken von der Schule an der Hildenerstraße nach der Schule an der Martinstraße. 14. Bewilligung der Kosten für die Einrichtung der Knaben=Mittelschule. 15. Etat für die KnabenMittelschule pro 1905.(Der Etat weist eine aus Schulgeld bestehende Einnahme von 14 800 Mark und eine Ausgabe von 29 700 Mark auf, so daß der Zuschuß der Stadtkasse 14 900 Mark beträgt.) 16. Errichtung von drei Oberlehrerstellen am Reform=Realgymnasium. 17. An= und Verkauf von Grundstücken. ∆(Aus dem Kunstleben.] In Eduard Schultes Salon ist gegenwärtig ein Porträtbild des Kardinal= Erzbischofs Dr. Fischer ausgestellt, das von der Hand des Malers Christian Heyden stammt. Es zeigt den Kirchenfürsten in sitzender Stellung, im Kardinalspurpur und Hermelin und zeichnet sich durch ein seines Studium der Persönlichkeit des Kardinals und durch die trefflich gelungene Ahnlichkeit aus. Auch in rein malerischer Hinsicht besitzt dieses Bild große Vorzüge, weil der in Rot gehaltene Grundton in allen Nüanzen, auch zu dem Hintergrunde, feinfühlig abgestimmt ist und in frischem Kontrast zu dem weißen Tone des Hermelins steht. Das Bild, das von dem Künstler nach der Natur gemalt ist, ist für das Domkapitel in Köln bestimmt. Volkstümliche Vorstellung des Goethe=Vereins. Wie wir schon mitteilten, sind die Plätze zur Gallerie und zum zweiten Rang für die volkstümliche Vorstellung des Goethe=Vereins an die oberen Klassen der Volksschulen vergeben worden. Es handelt sich um insgesamt 600 Plätze. Die Volksschüler wurden von Herrn Kommerzienrat Leiffmann in dieser erfreulichen Weise bedacht. Für die volkstümliche Vorstellung ist„Wilhelm Tell“ gewählt worden in Würdigung des Umstandes, daß er bei der städtischen Schillerfeier im Mai nicht gegeben wurde. □[Eisenbahn=Unglücksfall.] Heute Morgen um 5½ Uhr gerieten auf dem Bahnhof Mettmann beim Rangieren vier beladene Güterwagen auf das Fahrgeleise Gerresheim=Neanderthal=Mettmann. Infolge des Gefälles der Strecke rollten die Wagen weiter, bald eine große Geschwindigkeit annehmend. So wurde der Bahnhof Neanderthal mit starker Geschwindigkeit passiert. Zwischen Neanderthal und Gerresheim stießen die Wagen mit einer von Gerresheim heraufkommenden Lokomotive zusammem Es gab einen heftigen Anprall. Der Heizer der Lokomotive, Namens Heiermann, wurde getötet, der Lokomotivführer, Namens Römer, kam mit einigen Verletzungen davon. Die vier Güterwagen wurden fast völlig zertrümmert, die Lokomotive ist stark beschädigt. Die Trümmer bedeckten beide Geleise, so daß der Verkehr gesperrt war. Mit den Aufräumungsarbeiten wurde sofort begonnen. Um 8,30 Uhr war das Fahrgeleise Neanderthal=Gerresheim wieder fahrbar, und heute Nachmittag um 4 Uhr konnte auch das zweite Geleise wieder befahren werden. Wie uns von amtlicher Stelle mitgeteilt wird, ist noch nicht festgestellt, wen die Schuld an dem bedauerlichen Unglücksfalle trifft. Die eingeleitete Untersuchung dürfte näheres ergeben. Stadtrats=Wählerliste.) Die für das Steuerjahr 1905 berichtigte Liste der stimmfähigen Bürger der Stadt Düsseldorf liegt vom 15. bis 30. Juli im Rathause, Zimmer A. 5, zur Einsicht eines jeden Einwohners offen. Einwendungen gegen die Richtigkeit der Liste sind bis zum 30. Juli bei dem Gemeindevorstande zu erheben. Spätere Einwendungen können nicht berücksichtigt werden. Bemerkt wird, daß Stadtverordneten=Ergänzungswahlen in diesem Jahre nicht stattfinden. O(Feriensonderzüge.) Die Königlichen Eisenbahn= direktionen in Köln, Elberfeld, Essen, Frankfurt a. M., Mainz und Münster i. Westf. haben eine Übersicht der in diesem Jahre mit Beginn der großen Schulferien abzulassenden Feriensonderzüge herausgegeben. Es verkehren hiernach Feriensonderzüge am 7. und 10. August nach Bremen und Hamburg(den Nordseebädern, Kiel und Glücksburg) am 10. August nach Berlin, am 9. August nach München über Aschaffenburg, nach Basel, Konstanz, Schaffhausen über Karlsruhe und am 10. August nach Straßburg, Colmar, Basel über Weißenburg. Die Übersicht enthält die Beförderungsbestimmungen, die Fahrpläue, Fahrpreise und den Zeitpunkt der Ablassung. Sie kann von dem amtlichen Retsebureau auf dem Hauptbahnhofe in Köln und den Fahrkartenausgabestellen der beteiligten Direktionen unentgeltlich bezogen werden. Am 9. August werden zwei Reisegepäck=Sonderzüge eingelegt, worüber die Übersicht ebenfalls näheres besagt. Die Verausgabung der SonderzugFahrausweise beginnt zwei Wochen vor Ablassung der Sonderzüge und wird am Tage vor der Fahrt 7 Uhr Abends geschlossen. =[Preußischer Landes=Kriegerverband.] Nach der in der„Parole“ Nr. 54 enthaltenen Bekanntmachung des Kyffhäuser=Bundes der Deutschen Landes=Kriegerverbände ist Herr Oberst z. D. Herrlich für die Rheinprovinz als Vertreter des Preußischen LandesKriegerverbandes im Kyffhäuser=Bunde gewählt worden. V[Düsseldorfer Lawn=Tennis=Klub.] Der verhältnismäßig noch junge Lawn=Tennis=Sport findet erfreulicherweise immer mehr Anhänger. Auch in Düsseldorf hat dieser Sport erstklassige Vertreter, denn auf den in der Vorwoche in Bonn abgehaltenen großen Lawn=Tennis=Wettspielen erzielten auch Düsseldorfer Damen und Herren beste Preise. Seit Anfang dieser Woche veranstaltet der Düsseldorfer Lawn=Tennis=Klub täglich Tenniswettspiele auf den Plätzen an der Düsselthalerstraße. Die Nennungen zu den Spielen gingen recht zahlreich ein, und so herrscht denn hier seit einigen Tagen ein ebenso munteres, wie sportlich ernstes Treiben. Man gewinnt bei einem Besuch dieser Spiele sofort den Eindruck, daß diese Leutchen nicht nur zusammengekommen sind, um sich ein bißchen zu amüsieren und zu flirten— zum letzteren soll sich das Lawn=Tennis übrigens auch vorzüglich eignen—, sondern man will hier in ernstem Kampfe seine Kräfte messen. Was Wunder, wenn im Zeitalter der Frauenemanzipation auch zahlreiche Vertreterinnen des schönen Geschlechts hier auf den Plan treten? Und auf diesem Kampfplatz sehe ich sie gern konkurrieren; hier passen sie durchaus hin. Schon äußerlich, denn alle Frauenrechtlerinnen sind garstig, alle Tennisspielerinnen sind hübsch. überhaupt gibt's für mich kein Spiel und keinen Sport, bei dem eine Damc so schön„etwas aus sich machen" kann, wie beim Tennisspiel. Noch selten sah ich z. B. eine schicke Radfahrerin. Aber merkt's Euch, hochgcehrte tennisspielende Tamen, nichts wirkt häßlicher, als eine Dame mit Unlust spielen zu sehen, die sich um keinen Ball bemühen möchte, über jeden scharfen Ball dem Partner zürnt und da nur so ein bißchen auf dem Sande herumkrebst. Tann schon lieber zu Haus bleiben oder zweimal mit dem Rakett und kecken Tenniskostüm über die Königsallee steigen.— Gestern sah ich's anders, welch ein heiliger Eifer, als ging's ums Vaterland, um den Mann oder sonst welche hohen Güter. Nicht nur die befriedigt zuschauenden Mütter(Tennismütter möchte ich sie nennen, als würdiges Pendant zu den Ballmüttern), sondern jeder Sportsfreund mußte seine helle Freude dran haben. So viel frische Bewegung, sicheres Auge, lockeres Handgelenk und nicht zuletzt so prompte Schlagfertigkeit müssen herrliche Partnerinnen für den schwersten Kampf, den wir Ehe nennen, geben. Nur der mutige Mann wird sich Euch dann noch nähern, ihm sollt Ihr auch nur, ihm soll die Welt gehören.— Nach den bisherigen Spielresultaten sind die Schlußspiele, welche die Entscheidung bringen und morgen vor sich gehen, auszufechten im Herren=Einzelspiel ohne Vorgabe(Ehrenpreis der Stadt Tüsseldorf) von Herrn Simon(Partner noch nicht enschieden), im Damen=Einzelspiel ohne Vorgabe von den Damen Pastor und eramann, im Herren=Doppelspiel ohne Vorgabe von den Herren Simon=Frese Partner noch nicht entschieden), im gemischten Doppelspiel ohne Vorgabe von Frl. Pastor, Herrn Bürgers und von Frl. Beramann, Herrn Simon, im Herren=Einzelspiel mit Vorgabe von Herrn König (die übrigen Partner noch nicht entschieden), im Damen=Einzelspiel mit Vorgabe von Frl. Pastor (Partnerin noch nicht entschieden), im Herren=Doppel= spiel mit Vorgabe von den Herren LeendertzLingenberg(Partner noch nicht entschieden), sowie Compes=Reuter und Simon=Frese, im gemischten Doppelspiel mit Vorgabe von Frl. Berton. Herrn Frese und Frl. Holzapfel, Herrn Honigmann, sowie Frl. Salusbury, Herrn König(Partner noch nicht entschieden), im DamenDoppelspiel mit Vorgabe von den Damen Bergmann=Berion und Heimann=Salus= bury. —(Aufhebung einer Straßensperrung.] Die wegen Pflasterarbeiten erfolgte Sperrung der Kaiserswertherstraße von der Bank= bis zur Urdingerstraße ist wieder aufgehoben. = Herbst=Entlassung an der Fortbildungsschule.] Nach der von uns bereits mitgeteilten Verfügung der Königlichen Regierung finden die Herbstentlassungen in den Vorlksschulen erst zum 30. September statt. Dementsprechend werden die für die gleiche Entlassung in Frage kommenden Fortbildungsschüler auch erst zu diesem Zeitpunkt entlassen. Diese Schüler müssen nach den Herbstferien wieder zum Unterricht sich einfinden. *t[Nach dem Sinne— nicht nur nach dem Buchstaben!]„Auf unserer Straßenbahn ist die Bestimmung getroffen, daß bei Lösung eines Umsteigefahrscheins nicht eine believige Haltestelle auf der anschließenden Teilstrecke zur Benutzung des anderen Wagens genommen werden darf, sondern stets die als solche bezeichnete Umsteigestelle. Wer beispielsweise an der Ecke der Königsallec und Graf Adolfstraße die Fahrrichtung nach der Uhlandstraße nimmt und den Unterbilker Wagen benutzt, muß nach unserer Information unvedingt bis zum Ende der Kölnerstraße fahren und kann hier erst in den anschließenden Wagen nach der Uhlandstraße einsteigen. Diese Bestimmung ist unter den Fahrgästen nicht genügend bekannt. Es liegt nahe, daß der Versuch gemacht wird, an der Oststraße abzusteigen und hier den Hafenwagen zu nehmen, wenn man diesen nicht schon an der vorbezeichneten Haltestelle abgewartet hat. Es ware wünschenswert, wenn die Schaffner in solchen Fällen nicht verpflichtet würden, den Fahrgast zur Lösung eines neuen Fahrscheines zu veranlassen. Eine Benachteiligung der Bahn kann darin nicht liegen, wenn jemand von der Oststraßenecke den Weg über diese Straße wählt anstatt die weitere Strecke am Hauptbahnhof vorbei. Die Schaffner würden Auscinandersetzungen vermeiden, wenn sie das Reglement auch nach seinem Sinne, nicht bloß nach dem Buchstaben handhaben dürften. s(Erwischte Ausreißer.] Durch das Lesen von Indianergeschichten waren zwei im Alter von 13 und 14 Jahren stehende Schüler aus Köln auf abenteuerliche Pläne gekommen. Sie stahlen ihren Eltern einen Geldbetrag von 3700 Mark, worauf sie sich Billette nach Amerika, Kleidungsstücke im Werte von 840 Mark, sowie Gewehre und sonstige Waffen und Munition zum Betrage von 900 Mark verschafften. Insgesamt haben die jugendlichen Abenteurer einen Geldbetrag von etwa 2000 Mark aus gegeben, der indessen zum größten Teile zurückzuerhalten sein dürfte. Hier wurden die Jungen von der Polizei aufgegriffen; sie gaben nach ihrer Festnahme an, sie hätten beschlossen gehabt, nach Mexiko zu gehen, um dort als Trapper zu leben. □(Haussuchung.] In einem hiesigen Sportbureau wurde heute Vormittag von der Polizei eine Haussuchung abgehalten, bei der verschiedene Schriftstücke der Beschlagnahme verfielen. s(Mutwillige Alarmierung.] Die Feuerwehr wurde gestern Abend von der Markenstraße aus ohne Grund mutwilligerweise alarmiert. Zum Glück gelang es diesmal, den Täter abzufassen und ihn der Polizei zu übergeben. s Verhafteter Schwiudler.] Auf dem Postamt an der Münsterstraße wurde gestern Abend ein wegen verschiedener Betrügereien gesuchter Reisender festgenommen. Der Verhaftete, der sehr gewandt und sicher auftritt, bewarb sich bei größeren Geschäften um Reiseposten. Mit reichlichem Vorschuß begab er sich dann auf die Reise, von der er täglich Bestellungen mit hinausgeschobener Lieferfrist einschickte, wodurch er sich auch noch Provision verschaffte. Bei Ausführung der Bestellungen stellte sich später heraus, daß ein Schwindel vorlag und von den angeblichen Empfängern keine Aufträge gegeben worden waren. Die Ergreifung des Schwindlers war aus dem Grunde besonders schwierig, weil er sich fast bei jeder Firma unter anderem Namen vorstellte. s(Diebstähle.] Gestohlen wurden einem Bewohner der Marschallstraße zwei in Gold gefaßte Hirschhacken im Werte von 50 Mk. und einem Bewohner der Kreuzstraße verschiedene Wäschestücke. §[Sitzung des Schöffengerichts vom 6. Juli.] Der Hund des Direktors Leon N. lief während der Hundesperre ohne Maulkorb umher und biß sich mit einem anderen Hunde. Der Besitzer des letzteren, ein Kassierer, bat darauf N., seinen Hund zurückzurufen, andernfalls würde er seinem Hunde ebenfalls den Maul= korb abnehmen und es den beiden Kötern überlassen, wer den kürzeren ziehen müsse. Darüber regte sich N. derart auf, daß er den Kassierer beleidigte und einen Revolver mit der Drohung zog, seinen Gegner nebst dessen Hund zusammenzuschießen. N. muß insgesamt 130 Mark Geldstrafe bezahlen.— Der Gelegenheitsarbeiter Ernst Pr. unterschlug einen Geldbetrag, der ihm zur Einlösung eines Wechsels übergeben worden war. Den geständigen Angeklagten traf eine Gefängnisstrafe von 1 Woche.— Der Arbeiter Joseph V. zertrümmerte einer Ehefrau, mit der er in Feindschaft lebte, verschiedene Steine, was er mit 15 Mark Geldstrafe fühnen muß. Seine mitangeklagte Tochter Jose= phine V. ging frei aus.— Der Händler Franzesko S., der hierselbst, ohne im Besitze des erforderlichen Gewerbescheines zu sein, mit Gegenständen hausiert hatte, wurde in eine Geldstrafe von 56 Mark genommen.— Im Verlaufe eines Familienzwistes schlug der Kutscher Franz Pr. seinen Bruder mit einer Kaffectasse auf den Kopf. Das kostet 24 Mark Geldstrafe.— Der Lagermeister v. L.=B. war beschuldigt, an seiner Arbeitsstelle verschiedene Gegenstände entwendet zu haben. Der bisher noch unbestrafte Angeklagte wurde nach längerer Beweisaufnahme für überführt erachtet, einige geringwertige Sachen mitgenommen zu haben, weshalb er mit 2 Wochen Gefängnis belegt wurde.— Unter Ausschluß der öffentlichkeit mußte sich die gewerblose Sophie S. wegen Diebstahls verantworten. Das Urteil lautete auf 3 Tage Gefängnis.— Die Ehefrau Adolf M., gegen die ebenfalls hinter verschlossenen Türen wegen Diebstahls verhandelt wurde, erhielt 1 Monat Gefängnis.— Von der Anklage, eine Pferdedecke gestohlen zu haben, wurden die Arbeiter Peter K., Franz A. und Hubert Schm. freigesprochen.— Der Erdarbeiter Hubert Qu. unterschlug ein Stück Metall, das er bei einer Ausschachtung gefunden hatte. Urteil: 1 Woche Gefängnis.— Der zur Zeit in Lübeck befindliche, von der Verpflichtung zum persönlichen Erscheinen entbundene Arbeiter Karl Heinrich Sp. unterschlug ein auf Abschlagszahlung erworbenes, aber noch nicht ganz bezahltes Fahrrad. Es wurden 2 Wochen Gefängnis gegen ihn festgesetzt.— Der Fuhrmann August St. unterschlug verschiedene für seinen Arbeitgeber vereinnahmte Geldbeträge, was er im Hinblick auf seine Vorstrafen mit 3 Wochen Gefängnis sühnen muß.— Eine Gefängnisstrafe von 2 Wochen erhielt der Invalide Friedrich M., der einen kleinen Geldbetrag, den er für einen Drogisten in Besitz hatte, für sich verbrauchte.— Der Lehrling Wilhelm Z. stahl einem Ingenieur einen Brillantring, den er dann dem Former Hubert M. für 1 Mark verkaufte. Z. erhielt einen Verweis, M. wurde von der Anklage der Hehlerei freigesprochen, da nicht feststand, daß er den Wert des Ringes gekannt hatte.— Am 21. Mai trank sich der Arbeiter Jakob Vl. in einer Wirtschaft einen tüchtigen Rausch an, doch sollte es, so nahm er sich vor, das letzte Mal sein, daß er sich betrank. Zur Bekräftigung dieses Vorsatzes schleuderte er seine Schnapsflasche in weitem Bogen von sich, wobei er unglücklicherweise ein in der Nähe stehendes Kind traf, das dadurch ziemlich erheblich verletzt wurde. Er muß wegen fahrlässiger Körperverletzung 30 Mark Geldstrafe entrichten.— Der Schüler Lothar Pf. mißhandelte im Verlaufe eines Streites einen anderen Jungen, auch machte er sich der üblen Nachrede schuldig, indem er behauptete, die Eltern des Betreffenden hätten in einem Geschäft noch Schulden. Der Angeklagte erhielt einen Verweis. §[(Sitzung der Strafkammer vom 5. Juli.](Schluß.) Die große Gefahr, auf die Gutachten von Schreibsachverständigen eine Verurteilung zu begründen, auf die schon verschiedentlich hingewiesen wurde, ist in der Strafsache gegen den Wirt und Postverwalter Otto Cl. aus Witzhelden wieder einmal in sehr eklatanter Weise dargetan worden. Cl. war in den Verdacht geraten, als ein entfernter Verwandter von ihm sich mit einem Mädchen in Mecklenburg verlobte, an die Braut, bezw. den zukünftigen Schwiegervater des Betreffenden einen mit„Ein Menschenfreund“ unterzeichneten Brief gesandt zu haben, worin angeblich, um dem Mädchen die Augen zu öffnen, in beleidigender Weise allerlei Angaben über das Vorleben des Bräutigams, dessen finanzielle Verhältnisse usw. gemacht wurden. Der Verdacht, diesen Brief geschrieben zu haben, lenkte sich sofort auf Cl. Es fanden sich denn auch derartige Verdachtsmomente, daß gegen ihn Anklage wegen Beleidigung erhoben wurde. Das Schöffengericht zu Opladen hielt den Cl. auf Grund der zahlreichen Verdachtsmomente für überführt und verurteilte ihn zu 3 Monaten Gefängnis. In der Berufungsverhandlung vor der hiesigen Strafkammer sprachen sich die Schreibsachverständigen dahin aus, daß der fragliche Brief zweifelsohne vom Angeklagten Cl. geschrieben worden sei. Auf Grund dieser Gutachten, mehr allerdings durch die übrigen, sehr zahlreichen Verdachtsmomente, gewann auch die Berufungsinstanz die überzeugung von der Schuld des Angeklagten, weshalb sie ebenfalls auf 3 Monate Gefängnis erkannte. Die Revision des Cl. wurde vom Reichsgericht zu Leipzig zurückgewiesen, worauf Cl. am 11. September vorigen Jahres seine Strafe antreten mußte. Am 13. September erhielten nun der Angeklagte und die hiesige Staatsanwaltschaft wieder mit„Ein Menschenfreund“ unterzeichnete Briefe, in denen zum Ausdruck gebracht war, daß Cl. unschuldig sitze. In dem an die Staatsanwaltschaft gerichteten Briefe war ein in der Abendausgabe der„Kölnischen Zeitung“ vom 12. September erschienener Artikel teilweise abgeschrieben worden zum Beweise, daß der Angeklagte, der im Gefängnis doch keine Zeitung gesehen habe, die Briefe nicht geschrieben haben könne. Die Schrift dieser Briefe zeigte mit dem beleidigenden anonymen Briefe eine so verzweifelte ühnlichkeit, daß man, ohne Schreibsachverständiger zu sein, sofort erkennen konnte, daß sie von ein und derselben Person geschrieben waren. Trotzdem nun feststand, daß die Schreibsachverständigen sich in einem vollständigen Irrtume befunden hatten, lehnte die Strafkammer die beantragte Wiederaufnahme des Verfahrens ab mit der Begründung, daß der Angeklagte, wenn er, was ja augenscheinlich sei, die Briefe nicht selbst geschrieben habe, sie habe schreiben lassen, was für die Beurteilung der Beleidigung ganz gleichgültig sei. Auf erhobene Beschwerde verfügte das Oberlandesgericht die Wiederaufnahme des Verfahrens, weshalb die Sache heute nochmals zur Verhandlung gelangte. Auch heute deuteten wieder zahlreiche Verdachtsmomente darauf hin, daß der Angeklagte zu dem beleidigenden anonymen Briefe in Verbindung stehe, bezw. daß ein förmliches Komplott geschmiedet worden sei, das seinen Ursprung in ausgedehnten Feindschaften hat, die innerhalb der Verwandtschaft bestehen, und die auch im Laufe der Verhandlung sehr oft zum Ausdruck kamen. Es wurden verschiedene andere Verwandte beschuldigt, an dem Komplott beteiligt zu sein, einige mußten deshalb Schriftproben ablegen, was aber alles zu keinem greifbaren Resultate führte. Die Strafkammer gewann nach der mehrstündigen Beweisaufnahme die überzeugung, daß der Angeklagte, wenn er die Briefe auch nicht selbst geschrieben habe, doch damit in Verbindung zu bringen, bezw. als geistiger Urheber anzusehen sei, der die Beleidigung beabsichtigt habe. Das Gericht hielt daher das frühere Urteil, das den Angeklagten mit 3 Monaten Gefängnis belegt, aufrecht. Die ausgedehnten Feindseligkeiten innerhalb der Familie kamen nach der Verhandlung noch einmal zum Ausbruch. Im Gerichtsgebäude und auf der Straße bedachten sich die Verwandten mit Beleidigungen und Bedrohungen, die, wenn sic vom Gerichtstische aus abgewogen würden, noch mehr als 3 Monate Gefängnis eintragen dürften. §[Sitzung der Strafkammer II vom 6. Juli.] Die Dienstmagd Hedwig N. stieg am 23. Februar durch das Fenster in ein Haus zu Unterbach ein, worauf sie verschiedene Gegenstände stahl. Die Angeklagte, die eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten verbüßt, erhielt eine Gesamtstrafe von 7 Monaten Gefängnis.— Am Abend des 14. Mai kam es in Huckingen zu einer lebhaften Prügelei, die der Erdarbeiter Heinrich U. und sein Bruder, der Fabrikarbeiter Johann U. veranlaßt haben sollten. Der Angeklage zufolge fielen die beiden ohne jeglichen Grund über eine daherkommende Hochzeitsgesellschaft her und verletzten den Arbeiter August B. durch sechs Messerstiche erheblich. Die Angeklagten behaupteten heute, sie seien von der Gesellschaft zuerst angegriffen worden. Da der Vorfall nicht ausreichend aufgeklärt werden konnte, gingen die Beschuldigten frei aus.— Der Kaufmann Ernst W. und der Wirtschaftsgehilfe Ernst Sch. waren von der Strafkammer zu Elberfeld wegen tätlicher Beleidigung zu 2, bezw. 1 Monat Gefängnis verurteilt worden. Auf ihre Revision hin hob das Reichsgericht das Urteil auf, die Sache an das hiesige Landgericht verweisend. Zu der heutigen Verhandlung waren über 50 Zeugen geladen. Die unter Ausschluß der öffentlichkeit geführte Beweisaufnahme endete mit der Freisprechung der Beschuldigten. §[Schwurgerichts=Sitzung vom 6. Juli.] In der heutigen Sitzung mußte der 21 Jahre alte Schmiedegeselle Adolf Jansen aus Ramrath unter der Anklage des Meineids vor den Geschworenen erscheinen. Der der Anklage zugrunde liegende Tatbestand ist folgender: Der Ackerer Adam A. hatte in seiner Eigenschaft als Vormund einer Minderjährigen beim Amtsgericht zu Grevenbroich gegen den Sattlorgehilfen Johann V. eine Alimentationsklage angestrengt. Zu der daraufhin am 11. Januar daselbst stattgefundenen Verhandlung waren auf Veranlassung des V. verschiedene junge Leute geladen worden, die in der Sache Zeugnis ablegen sollten, darunter auch der heutige Angeklagte. Jansen machte damals und auch in einem neuen Termin am 9. Marz unter Eid Aussagen, die nach der Behauptung der Anklage falsch waren. Die heutige umfangreiche Beweisaufnahme, die bis in die vorgerückten Nachmittagsstunden währte, fand teilweise unter Aus schluß der offentlichkeit statt. Die Geschworenen fanden den Angeklagten in beiden Fällen schuldig, daß er auf den Eid hin die Unwahrheit gesagt habe, sie bejahten indessen auch die Frage, daß es im zweiten Falle geschehen sei, um sich selbst vor einer Strafverfolgung zu schützen. Das Gericht erkannte darnach auf 3 Jahre Zuchthaus und 6 Jahre Ehrverlust, außerdem wurde der Angeklagte für dauernd unfähig erklärt, eidlich vernommen werden zu können. Der Staatsanwalt hatte 5 Jahre Zuchthaus und die Nebenstrafen beantragt. Aus dem Vereinsleben. O Das Protektorat über den Verein ehem. Hohenzollern=Füsiliere Nr. 40, das durch den Tod des Fürsten Leopold verwaiste, hat nunmehr Fürst Wilhelm von Hohenzollern übernommen. = Am Sonntag, den 9. Juli cr., Nachmittags 3 Uhr findet in Gerresheim in den Pöhlen eine Versammlung des Fechtverbandes der Kriegerfechtschulen, sowie darauf eine Verbandsversammlung statt. Im Anschluß hieran veranstalten die Kriegerfechtschulen Gerresheim eine Abendunterhaltung zum Besten der Kriegerwaisenhäuser. Bei den bewährten Kräften ist ein genußreicher Abend sicher. Der Damen=Stenographenverein „Stolzeana“, und der Stolzesche Stenographenverein veranstalten kommenden Sonntag, den 9. Juli, gemeinsam ihren diesjährigen Sommer ausflug nach Erkrath-Unterbach, Restaurant„Am Zault“. Die Abfahrt erfolgt 3,02 Uhr ab Hauptbahnhof. Der Singverein Düsseldorf, veranstaltet am Kirmes=Sonntag, den 16. Juli, in der Städtischen Flora einen Lieder=Abend, mit nachfolgendem geschlossenen Ball. Die Tanzpausen werden ausgefüllt durch Theaterstücke und humoristische Vorträge. Der Dilettanten-Bund„Thalia"=Düsseldorf=Oberbilk feiert am Sonntag, den 9. dss. Mts., im Viktoriasaale, Kölnerstr., sein 2. Stiftungsfest, bestehend in Konzert, humoristischen Vorträgen und Festball. Aus der Umgegend. ∆ Rath, 6. Juli.[Tollwut.] Das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin hat nunmehr an dem Kopfe des vor etwa vier Wochen hier wegen Toll wutverdachts getöteten Hundes festgestellt, daß tatsächlich Tollwut vorgelegen hat. — Kettwig, 6. Juli.[Verschiedencs.] Zur Gründung eines Kreditvereins hatten sich gestern Abend verschiedene hiesige Geschäftstreibende versammelt. Ein provisorischer Vorstand wurde gebildet, der weiter in der Sache tätig sein soll, und der demnächst eine größere Versammlung einberufen wird.— In der letzten Monatsversammlung der hiesigen Bürgergesellschaft sprachen sich die anwesenden Mitglieder gegen den 8 Uhr=Ladenschluß aus, würden es dagegen mit Freuden begrüßen, wenn durch ein Gesetz vollständige Sonitagsruhe eingeführt würde. Auf Wunsch der hier wohnenden und auswärts beschäftigten Arbeiter beschloß der Bürgerverein, bei der Königlichen Eisenbahndirektion dahin vorstellig zu werden, daß der erste Frühzug im Sommer wie im Winter erst nach 5 Uhr hier abfahre, damit die Arbeiter nicht gezwungen sind, unnötigerweise bis zum Beginn der Frühschicht an den Bahnhöfen zu warten. — Eine lebensmüde Frau aus Velbert, versuchte vor einigen Tagen, in der Nähe des Schlosses Left, bei dem Brünningschen Hofe, ihrem Leben in der Ruhr ein Ende zu bereiten. Im Wasser aber begann die Frau zu schreien, worauf einige Knechte und der Besitzer des Hofes herbeieilten und die Frau retteten. Verwandte dr Frau aus Velbert holten diese hier ab und brachten sie nach Hause. &am; Neuß, 6. Juli.[Versammlung.— Fund.] Der Kreisverein Neuß des katholischen Lehrerverbandes des Deutschen Reiches hält Mittwoch, den 12. Juli, Nachmittags 4 Uhr zu Heerdt in der Restauration„Zur schönen Aussicht“ eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen Zahlung der Beiträge, Vortrag über Schiller's Bedeutung im 19. Jahrhundert, Bericht der Delegierten über den Lehrertag zu Remagen, Verschiedenes.— Auf dem hiesigen Polizeiamt liegt schon seit längerer Zeit ein wertvoller Diamantring, dessen Eigentümer bis jetzt noch nicht ermittelt werden konnte. ∆ Grevenbroich, 6. Juli.[Kanalisation.] Der Stadtgemeinde Grevenbroich ist, wie der Reichsanzeiger amtlich bekannt gibt, das Recht verliehen worden, das zur Ausführung der geplanten Kanalisation in der Stadt Grevenbroich erforderliche Grundeigentum im Wege der Enteignung zu erwerben. Neuenhoven(Kreis Grevenbroich), 6. Juli. [Markt.] Der diesjährige Markt in Neuenhoven beginnt am kommenden Sonntage, den 9. Juli, und endigt am Sonntag, den 16. Juli er. Versicherungswesen. Invalidenversicherung.— M. M., Schloßstraße. Wir würden Ihnen anraten, mit allen Aufrechnungsbescheinigungen, welche Sie noch haben, persönlich bei der Versicherungsanstalt(Adersstraße 1), Zimmer 5, vorstellig zu werden. Stellen Sie alles so eingehend dar, wie in Ihrem Briefe, so werden Sie keine weiteren Unannehmlichkeiten haben. Wir raten Ihnen indessen, möglichst bald vorstellig zu werden, damit noch weit genug rückwärts Marken Verwendung finden können.— Unwissender I. G. Erstattung der Hälfte der geleisteten Beiträge findet nur statt: 1. bei der Heirat weiblicher Personen, 2. bei Eintritt dauernder Erwerbsunfähigkeit infolge eines Betriebsunfalles und 3. beim Tode des Ehemannes an die Witwe oder die Kinder unter 15 Jahren. Wir möchten Ihnen anraten, sich freiwillig weiterzuversichern. Arbeits= und Dienstverhältnisse. Gesindedienst.— Kündigung. Dienstboten können hier zu jeder Zeit mit 14 Tagen kündigen und gekündigt werden.— L. N. 76. Sie sind nicht verpflichtet, aufzubleiben; das Mädchen hat sich Ihren Anordnungen zu fügen. Laufbahn als Gefängnisaufseher.— P. I. Diese Stellen sind in erster Linie für Militäranwärter bestimmt. Eine Ausnahme kann nur gemacht werden bei ungenügenden Anmeldungen. Verschiedene Rechtssachen. Lohnnachweise.— H. K. Ihre Anfrage ist schon einmal in Nr. 174 des Briefkastens beantwortet. Wir wiederholen, daß auch wir in der Mitteilung der Lohnnachweise an die Innung nichts Unzulässiges erblicken können. Vielleicht fragen Sie einmal beim Reichsversicherungsamte an. Urteil.— Bilk 100. Das war damals das Friedensgericht. Wenden Sie sich an das Amtsgericht in Köln, vielleicht bekommen Sie noch eine Ausfertigung des Urteils. Wechsel.— Alter Abonnent. Oberbilk. Das ist zulässig. Schadensersatz.— Katze. Die Katze dürfen Sie jetzt nicht mehr töten. Verklagen Sie ihren Eigentümer auf Schadensersatz. Werkvertrag.— Neubau Derendorf. Sie können von dem Unternehmer die Beseitigung der Mängel verlangen. Zu diesem Zwecke müssen Sie ihm eine angemessene Frist bestimmen mit der Erklärung, daß Sie die Beseitigung der Mängel nach dem Ablaufe der Frist ablehnten. Nach dem Ablaufe der Frist können Sie Rückgängigmachung des Vertrages(Wandelung) oder Herabsetzung der Vergütung(Minderung) verlangen, wenn nicht die Mängel rechtzeitig beseitigt worden sind; der Anspruch auf Beseitigung der Mängel ist dann ausgeschlossen. Verweigert der Unternehmer die Beseitigung der Mängel, weil sie einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordern, so bedarf es der Bestimmung der obigen Frist nicht. Statt der Wandelung oder der Minderung können Sie auch Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Am besten übergeben Sie die Sache einem Rechtsanwalte. Viehkauf.— R. F., Neuß. Wenn der Verkäufer der Kuh Ihnen eine Zusicherung gegeben hat, die nicht eintraf, so mußten Sie ihn zunächst innerhalb zweier Tage nach Ablauf der Gewährfrist Anzeige machen. Ob Sie dies getan haben, sagen Sie nicht. Dann mußten Sie binnen sechs Wochen nach Ablauf der Gewährfrist, also binnen sechs Wochen vom 22. Mai ab, Klage gegen den Verkäufer erheben. Dazu ist es jetzt zu spät. Strafsachen. ürgernis.— E. E., Kasernenstraße. Das sind ja ganz tolle Zustände, aber strafbar ist nur die Mißhandlung der Frau. Falsche Anschuldigung.— Johanna Seebusch. Eines Strafantrages Ihrerseits bedarf es nicht. Beschwerde.— Chr. P., Birkenstraße. Strafbar hat sich der Polizeikommissar nicht gemacht. Vielleicht erreichen Sie mit einer Beschwerde etwas. Haussuchung.— P. P. Die Beamten waren zur Vornahme der Haussuchung berechtigt, wenn Gefahr im Verzuge war. Miete. Abonnent W., Oberbilk. Zunächst müssen Sie Beweise dafür haben, daß Ihre Mieter wirklich so sind, wie sie geschildert werden. Dann können Sie auf Auflösung des Mietvertrages klagen. Verschiedenes. Eisenbahnsache.— M. Die betreffende Bestimmung der Eisenbahn=Verkehrsordnung lautet:„Wer ohne gültige Fahrkarte im Zuge Platze nimmt, hat für die ganze von ihm zurückgelegte Strecke das doppelte des gewöhnlichen Fahrpreises, mindestens aber den Betrag von 6 Mark zu entrichten. Derjenige Reisende jedoch, welcher unaufgefordert dem Schaffner oder Zugführer meldet, daß er wegen Verspätung keine Fahrkarte habe lösen können, hat nur den gewöhnlichen Fahrpreis mit einem Zuschlage von 1 Mark, keinesfalls jedoch mehr als den doppelten Fahrpreis zu zahlen.“ Daraus können Sie ersehen, ob Sie zur Zahlung des verlangten Betrages verpflichtet sind. Wir raten Ihnen, wenn es nicht anders geht, das Geld zu bezahlen und sich dann an die Eisenbahndirektion in Elberfeld um Rückerstattung zu wenden. Häutelager.— F. F. Für die Anlage von Häutelagern bestehen bestimmte Vorschriften. Wenn Sie sich als Nachbar durch eine derartige Anlage belästigt fühlen, so müssen Sie sich an die Polizeiverwaltung wenden. Sind die bestehenden Vorschriften nicht eingehalten, so wird schon für Abhilfe gesorgt werden, wenn dagegen die gesetzlichen Vorschriften erfüllt sind, läßt sich nichts machen. Ausbildung als Hebamme.— Alter Abonnent, Degerstraße. Sie erhalten die gewünschte Auskunft auf direkte Anfrage bei dem Herrn Landeshauptmann— Ständehaus— hier. Musterungszeichen.— C. S. Musterungszeichen sind geheim zu halten, wir können Ihre Anfrage daher nicht beantworten. A. Th., Kettwig. Das erfahren Sie am besten auf direkte Anfrage bei der Schloßverwaltung. Synagogen=Gemeinde. Beginn des Gottesvienstes. Freitag den 7. Juli, Abends ¼ Uhr.— Samstag, den 8. Juli, Frühgottesdienst 9 Uhr. Hauptgottesdienst 9½ Uhr. Predigt 10 Uhr. Jugendgottesdienst 3½ Uhr. Abends 9.40 Uhr.— An Werktagen Morgens 6¾ Uhr, Abends 7½ Uhr. Israelitische Religions=Gesellschaft, Bilkerstraße 37. Anfang des Gottesdienstes: Freitag den 7. Juli, Abends 8 Uhr.— Samstag, 8. Juli. Morgens 8½ Uhr. Nachmittags 4½ Uhr. Abends 9,40 Uhr.— An Werktagen Morgens 7 Uhr. 3. Beilage. General=Anzeiger für Düsseldorf und Umgegend. Nr. 186. Freitag, den 7. Juli 1905. Aus Rheinland und Westfalen. X Krefeld, 6. Juli.[Zur Vereinigung der Handelskammern Duisburg und Ruhrort.] Die Herstellung einer Betriebsgemeinschaft zwischen dem fiskalischen Hafen Ruhrort und dem städtischen Hafen Quisburg hat die Vereinigung dieser beiden Städte mit sich gebracht, und eine weitere Folge ist der Entschluß der Handelskammer Ruhrort, ihre Selbständigkeit aufzugeben und sich mit der Handelskammer Duisburg zu verschmelzen. Nichts ist jetzt natürlicher, als daß der ge samte zur Handelskammer Ruhrort gehörige Kreis Ruhrort mit Meiderich, Dinslaken, Beeck, Gahlen, Götterswickerhamm, Hamborn und Sterkrade die Vertretung seiner industriellen und kommerziellen Interessen der Handelskammer Duisburg anvertraut. Dagegen wurde die Zuteilung des linksreinischen Teils des jetzigen Be zirks der Handelskammer zu Ruhrort, bestehend aus den Bürgermeistereien Baerl, Homberg, Hoch=Emmerich und der Gemeinde Bliersheim, von der Krefelder Handelskammer zu ihrem Bezirk beantragt. Ob diese Bestrebungen ganz oder teilweise zu einem Erfolge führen werden, läßt sich noch nicht beurteilen, zumal sich die Verwaltung der Friedrich Alfred=Hütte(Krupp) in Rheinhausen dahin ausgesprochen hat, daß sie für ihr Werk die Zugehörigkeit zur vereinigten Handelskammer Duisburg- Ruhrort wünsche. Sicher ist aber, daß auch manche Gewerbetreibende des linksrheinischen Teils der Handelskammer Ruhrort dem Anschluß an die Handels kammer Krefeld vor der Zuweisung zur Handelskammer Duisburg den Vorzug geben. X Krefeld, 6. Juli.[Rücksichtslose Auto' mobilisten.] Heute Vormittag wurde auf der Friedrichstraße ein Radfahrer von einem Automobil über fahren und am Kopfe nicht unerheblich verletzt. Wie durch einwandfreie Zeugen nachgewiesen ist, fuhr der Chauffeur in der belebten Straße außergewöhnlich schnell und hat während des Fahrens ein Butterbrot gegessen. Mit der einen Hand hat er das Steuer und mit der andern das Butterbrot gehalten. Der Radfahrer ist bis an den Rand des Bürgersteiges ausgewichen und trotz dem überfahren worden. Das Automobil fuhr weiter, da es keine Nummer hatte, mußte man vermuten, daß es sich um ein ausländisches Fahrzeug handle. Es wurde deshalb nach Hüls telephoniert, wo das Gefährt auch festgehalten wurde. Süchteln, 6. Juli.[Unfall.] Im benachbarten Oedt flog gestern dem 18jährigen Sohn des Schmiede meisters Truyen während der Arbeit ein Stück Eisen in das linke Auge, welches sofort auslief, man hofft, dem Bedauernswerten die Sehkraft des rechten Auges erhalten zu können. ) Süchteln, 6. Juli.[Sparkassenabschluß.] Aus dem Abschluß des Rechnungsjahres 1904 der hiesigen städtischen Sparkasse ist Folgendes zu erwähnen: Einlagen am Schlusse des Rechnungsvorjahres 1124557 Mark 63 Pfg. Zugang während des Rechnungsjahres 1904 a) durch Zuschreibung von Zinsen 36 760,25 Mk., b) durch Neueinlagen 237143,13 Mk., zusammen 1398 461,01 Mk. Abgang: Zurückgezahlte Einlagen im Rechnungsjahre 201 698,04 Mk. Einlagebestand Ende 1904 auf 1688 Bücher 1 196 762,97 Mk. Betrag des Reservefonds Ende 1903 123554,57 Mk.; Ende 1904— 133132,27 Mk. Betrag der Zinsüberschüsse des Rechnungsjahres 12896 Mk. Von den Beständen der Sparkasse im Gesamtbetrage von 1 286 873,53 Ml. sind zinsbar angelegt: in Hypotheken a) auf städtische Grundstücke 524 710,85 Mk.; b) auf ländliche Grundstücke 132416,50 Mk.; auf Schuldscheine mit und ohne Bürg schaft 2904045 Mk.; in Inhaberpapieren 404 068,40 Mt.; bei öffentlichen Instituten und Korporationen 196 937,33 Mark Die Sparkasse verzinste die Einlagen im Rechnungsjahr mit 3½ und 4%. 6' M.=Gladbach, 6. Juli.[Verschiedenes.] Der Agitation gegen die Städtevereinigung tritt eine recht lebhafte Bewegung für die Vereinigung gegenüber. Wie man uns mitteilt, ist zur Zeit eine Liste im Umlauf, in welche sich diejenigen Bürger einzeichnen sollen, welche für die Vereinigung sind. Die Liste soll bereits 500 Unterschriften aufweisen.— Da das Oberlandesgericht in Düsseldorf zum 1. September oder 1. Oktober 1906 in Tätigkeit treten soll, so sollen zum gleichen Zeitpuntte auch die gerichte in M.=Gladbach und Krefeld errichtet werden. Natürlich kann bis zu diesem Termine hier ein großes Landgerichtsgebäude nicht erbaut werden. Das Landgericht wird daher hier vorerst in gemieteten Räumen untergebracht werden.— Eine geheime Sitzung der Stadtverordneten wurde gestern Nachmittag abgehalten. U. a. wurden die Bureauassistenten Lumrich, Ludemann, Brandt, Kunze, Preuf= und Goldbach zu Ver waltungssekretären befördert. k. Moers. 6. Juli.[Selbstmord.] Seit einigen Tagen war ein Offiziersbursche spurlos verschwunden. Gestern Nachmittag nun wurde seine Leiche im Stadtgraben aufgesunden. Der junge Soldat hatte wegen Verfehlungen im Dienne den Tod freiwillig gesucht. r Geldern, 6. Juli.[Bomben=Fund.] Vor dem Hause eines Rentners im benachbarten Arcen fand man ein Bombe. Glücklicherneise war der Zünder einige Zentimeter vor dem Sprengstoffe erloschen, und so wurde Unheil verhütet. Von den Tätern fehlt jede Spur. r. Bockum, 6. Juli.[Blitzschlag.) Gestern Morgen gegen 6 Uhr ging hier unter anhaltendem Platzregen, der auch Hagel mit sich führte, ein Gewitter nieder, bei welchem der Blitz in das Hintergebäude am Hause des Herrn Haßloch an der Verbergerstraße einschlug und zündete. Der schnell herbeigeeilten Feuerwehr gelang es, den Brand auf das Haus zu beschränken. Essen, 6. Juli.[Verschiedenes.] Das Resultat der gestrigen Gewerbegerichtswahlen ist folgendes: Bei der Wahl der Arbeitgeber erhielt die Liste A 182 Stimmen, die freie Liste 24 Stimmen; mithin erhielt die erstere 7 Mandate, die letztere 1 Mandat. Die Beieiligung an der Wahl war eine äußerst schwache. Es waren 1016 Wähler eingetragen, von ihrem Wahlrecht haben jedoch nur 206 Gebrauch gemacht. Die Wahl der Arbeitnehmer zum Gewerbegricht fand in 22 Lokalen statt. Es wurden abgegeben für die Liste der freien Gewerkschaften 7099(7892), für die der christlichen Gewerkschaften 7554(7245) und für die der Hirsch=Dunckerschen Gewerkschaft 1002. Die eingeklammerten Zahlen geben das Resultat der Wahl von 1904 an.— Im vergangenen Jahre kaufte Frau Krupp von dem Freiherrn von Vittinghoff=Schell den in unmittelbarer Nähe des Altenhofs belegenen 35 Morgen großen Wald. Dieser ist inzwischen zu einem herrlichen Waldpark umgestaltet worden und hat Frau Krupp bestimmt, daß vom 9. ds. Mts. ab der Park der öffentlichen Benutzung übergeben wird.— Durch den elektrischen Strom getötet wurde auf dem Rheinisch=Westfälischen Elektrizitätswerk hierselbst der Monteur Joh. Pottbrock. In Ausübung seines Berufes kam er mit dem Transformator in Berührung.— Im benachbarten Huttrop kam die Ehefrau des Steigers Vöhl auf schreckliche Weise ums Leben. Als sie an einem Spirituskochbrenner hantierte, explodierte dieser. Hierbei erlitt die Frau so schwere Brandwunden, daß sie alsbald verstarb.— Am Sonntag und Montag feiert der Arbeiter=Sängerbund Rheinland sein 14. Bundesfest hierselbst. Es ist ein Festzelt erbaut worden, welches 8500 Personen faßt. Zur Aufführung gelangen Chöre, welche von 3000, 300, 250, 200, 150 usw. Sängern gesungen werden. O Elberfeld, 6. Juli.[Maschinenvauschulen.] Au den Königl. vereinigten Maschinenbauschulen Elberfeld=Barmen beginnt das Wintersemester in beiden Abteilungen am 4. Oktober. Da nur eine beschränkte Anzahl Schüler, im höchsten Falle 30 pro Abteilung, aufgenommen werden können, empfiehlt es sich, die Anmeldung möglichst baldigst zu bewirken. * Barmen, 6. Juli.[Tod durch Abstürzen. Der Schwebebahn=Hilfsschaffner Alexander Schauf aus Vohwinkel in vorgestern Nachmittag im hiesigen städtischen Krankenhause seinen Verletzungen erlegen. Der Verstorbene, welcher am vergangenen Sonntag Hilfsschaffnerdienst tat, wollte nach Dienstschluß an der Endstation Rittershausen ein Zugschild an seinen richtigen Platz bringen, benntzte aber dazu nicht den vorgeschriebenen sichern Weg, sondern suchte auf der Eisenkonstruktion dieses Ziel zu erreichen. Hierbei stürzte er in die Wupper und erlitt derartig schwere Verletzungen, daß er mittels Sanitätswagens ins Kranken haus übergeführt werden mußte. Der Verstorbene stand im 38. Lebensjahr und hinterläßt eine Witwe mit fünf unmündigen Kindern. * Burmen, 6. Juli.[Vergistet.] Ein 37 Jahre alter Postschaffner trank heute früh in seiner Wohnung in selbstmörderischer Absicht Lysol. Er wurde zum städtischen Krankenhause gebracht, wo er ½10 Uhr Vormittags starb. Was den Lebensmüden, der Frau und ein Kind hinterläßt, in den Tod getrieben hat, ist nicht festgestellt. Vom Rhein. 6. Juli.[Vom neuen Wein.] Die Weinblüte ist bei dem denkbar besten Wetter jetzt selbst in den geringsten Lagen beendet. Wenn jedoch jetzt schon gemeldet wird, es gäbe einen vollen Herbst, so sei bemerkt, daß von einigen durch den Frost zum 24 Mai beschädigten Lagen abgesehen, die Mengeaussichten allerdings als sehr gut zu bezeichnen sind. Stellenweise übertrifft der Behang den seit Jahrzehnten reichsten vom Jahre 1896. Aber der jetzige günstige Stand der Weinberge gibt noch nicht die geringste Gewähr für eine reiche Ernte; nur eine, allerdings die notwendigste Vorbedingung ist erfüllt. Noch 1901 waren Behang und Aussichten dieselben. Auch die Julihitze war groß und anhaltend. Da trat Ende August ein Dauerregen ein; er hielt im ganzen September an. Die Trauben faulten massenhaft, und die Ernte war gering. Auch das Jahr 1896, auf das man sich vergleichend beruft, brachte anhaltende Julihitze, aber schon im August herbstliche Abtühlung und einen sauren Wein, allerdings in Masse. Was der Nachsommer und Herbst bringt, bleibt abzuwarten. §s Koblenz, 7. Juli.[Untersuchung der Invalidenrentenempfänger.] Im Auftrage des Reichsversicherungsamtes bereist zur Zeit eine Kommission höherer Beamten der genannten Behörde den Oberrhein, um die Berechtigung der Invalidenrentenempfänger zum Bezug der Rente in formeller und materieller Hinsicht an Ort und Stelle zu prüfen. Die Kommission läßt sich die Rentenempfänger vorstellen, prüft auf Grund der Akten zunächst, ob ein Anspruch auf Rente überhaupt besteht und dann, ob die Arbeitsfähigkeit auf das Minimum herabgesetzt ist, welches die Voraussetzung für die Rentenbewilligung bildet. Diese Maßnahme ist anscheinend auf die in der letzten Zeit zutage getretenen Klagen über eine beängstigende Steigerung der Zahl der Invalidenrenten zurückzuführen. O Trier, 6. Juli.[Anfechtung von Bierlieferungsverträgen. Vielfach versuchen die Wirte sich von dem durch den Abschluß von Bierlieferungsverträgen geschaffenen Abhängigkeitsverhältnis zu den Brauereien dadurch zu befreien, daß sie auf dem Rechtswege die Vertragsauflösung mit der Einrede, der Vertrag verstoße gegen die guten Sitten, zu erwirken suchen. Die höheren Gerichte stehen jedoch fast ausnahmslos auf dem Standpunkte, daß diese Verträge zwischen Brauereien und Wirten, sofern sie die gewöhnlichen üblichen Bedingungen enthalten, und die Brauerei nicht etwa schlechtes Bier liefert, oder sonst unbillige Bedingungen stellt, gültig sind. So auch in vorliegendem Falle, der Gegenstand einer Entscheidung des 8. Zivilsenats des Kölner Oberlandesgerichts vom 13. Mai ds. Is. war. Ein Wirt zu Trier hatte von einer Brauerei ein Darlehn von 1500 Mk. erhalten und als Gegenleistung hierfür die Verpflichtung übernommen, während der Dauer von fünf Jahren alles in seiner Wirtschaft zu verabreichende Bier ausschließlich von der betreffenden Brauerei zu beziehen. Diese Verpflichtung ist er für den Fall der Vermietung oder des Verkaufes seines Hauses auch für seinen Rechtsnach folger eingegangen. Ferner hat er sich in dem Vertrage für den Fall, der Nichtinnehaltung dieser den Bierbezug betreffenden Verpflichtungen einer Konventionalstrafe von 5 Mark für jedes anderwärts bezogene Hektoliter unterworfen. Da der Wirt den Vertrag nicht respektierte, und das in seinem Geschäftsbetriebe erforderliche Bier auch von anderen Braucreien bezog, erhob die Brauerei, welche das Darlehn hergegeben hatte, Klage auf Zahlung der werfallenen Konventionalstrafe. Das Oberlandesgericht verurteilte im wesentlichen übereinstimmend mit der Vorinstanz den Beklagten zur Zahlung einer Konventionalstrafe von 2223 Mt. und erklärte ferner den Beklagten für verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß bis zum Ablauf der Vertragszeit das in seinem Geschäftslokale erforderliche Bier von der Klägerin bezogen wird, bei Meidung einer Konventionalstrafe von 3 Mt. für jedes anderwärts bezogene Hektoliter Bier. In der Urteilsbegründung des Oberlandesgerichts ist, soweit über die Anfechtung des Vertrages wegen Verstoßes gegen die guten Sitten entschieden ist, folgendes ausgeführt: Die Ansicht des Beklagten, daß die Bindung, welche er mit übernahme dieser Verpflichtungen eingegangen ist, seine wirtschaftliche Bewegungsfreiheit in einem solchen Maße einenge, daß eine solche Bindung demzufolge nicht mehr als im Einklange mit den guten Sitten stehend angesehen werden könne, kann nicht geteilt werden. Die Verpflichtungen beschränken sich auf eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Wirtschaftsbetrieb und gehen nicht über das Maß einer Bindung hinaus, wie sie auch sonst vielfach in dem Geschäftsverkehre zwischen Brauereien und ihren Abnehmern vorzukommen pflegt und im Rechtsleben durchgehends als gültig und nicht den guten Sitten zuwiderlaufend angesehen wird. = Bochum, 6. Juli.[Die Flucht des Hungerkünstlers.] Im Reichshallentheater produzierte sich seit einigen Tagen ein sogenannter Hungerkünstler, der sich bei einer Wette um 2500 Mk. anheischig gemacht hatte, 19 Tage lang bei Mineralwasser und schöner Aussicht in einem Glaskäfig zu fasten. Die Einmauerung des Hungervirtuosen ging in der üblichen feierlichen Weise vor sich und das Fasten begann, nachdem ein Doktor der Medizin festgestellt hatte, daß der Gesundheitszustand des Mannes ein guter sei. Das Publikum verfolgte mit wachsendem Interesse den Verlauf der Hungerkur und prophezeite dem Glaskastenbewohner schon einen glänzenden Erfolg, als gestern Abend plötzlich der ganze Zauber einen unvermutet schnellen Abschluß fand. Ein Gast des Reichshallentheaters ließ sich eine Portion dicke Bohnen mit Speck geben und beging die Unvorsichtigkeit, sich mit diesem Götterschmaus in die Nähe des Glaskäfigs zu setzen. Das konnte der Hungerkünstler, ein Stockwestfale, nicht lange mit ansehen. Kling— klangl zerschlug er die Glaswände seines selbstgewählten Kerkers und heidil machte er sich auf die Lappen. Der Inhaber des Reichshallentheaters und seine Gäste waren über den Verlust der Attraktion zwar sehr niedergeschlagen, aber wie man hört, haben sie dem ausgerückten Hungerkünstler mildernde Umstände zugebilligt. Und das von Rechts wegen. Man bedenke: Dicke Bohnen mit Speck! □ Dortmund. 6. Juli.[Ein sensationeller Pro,eß betr. die Militärrechtspflege.] Am nächsten Donnerstag hat sich vor der hiesigen Strafkammer der Oberst a. D. Huger zu verantworten, der in zwei Broschüren schwere Anschuldigungen gegen die deutsche Militärrechtspflege erhoben hat. Der Fall hat bereits den Reichstag im März d. Is. beschäftigt. Der Straf antrag ist seitens des preußischen und württembergischen Kriegsministeriums und seitens einiger Generäle, darunter Generalleutnant v. Kämmerer=Berlin, gestellt worden. Es sind 30 Zeugen geladen, unter diesen 8 Generäle und 6 Stabsoffiziere. Unter ersteren befinden sich der Inspekteur der 3. Armeeinspektion, v. Lindequist, der kommandierende General des 4. Armeekorps, von Heidenberg und General Keim. aller Welt. Der Snezkanal. Einem Bericht des Präsidenten der Suezkanal= Gesellschaft entnehmen wir folgende interessante Einzelheiten: Der Suezkanal hatte im Jahre 1883 eine Tiefe von 8 Meter bei 22 Meter Breite. Der gegenwärtige Kanal besitzt fast überall 9 Meter Tiefe, während seine Breite, bei 8 Meter Tiefe, wenigstens 37 Meter beträgt. In den Biegungen, die sämtlich begradigt worden sind, ist die geringste Breite von 22 Meter auf 52 Meter gebracht worden. Im Jahre 1883 waren 12 Buchten vorhanden, deren Breite in gerader Richtung 37 Meter betrug und die jetzt ebenfalls 52 Meter aufweisen. Die Länge jeder dieser Buchten ist bedeutend vergrößert und ungefähr verdoppelt worden. Im Jahre 1883 frequentierten 3307 Secschiffe den Kanal; die Durchfahrt von einem Meer zum anderen erforderte damals rund 48 Stunden. Im Jahre 1904 haben 4237 Sceschiffe den Kanal passiert, welche die Fahrt durchschnittlich in 18 Stunden zurücklegten. Die Zahl der an Grund geratenen Schiffe ist von 85 auf 15 per Tausend zurückgegangen; zieht man nur das Auflaufen in Betracht, bei dem ein Mitwirken der Apparate der Gesellschaft erforderlich ist, so ergeben sich nur noch 3 per Tausend. Um sich einen Begriff von den Leistungen der Suczkanal=Gesellschaft zu machen, ist zu berücksichtigen, daß die Gesellschaft seit 1884 die Kosten trägt, die durch Strandungen und plötzliche Unfälle im Kanal entstehen; daß den Schiffen auf den Tarif für Durchgangsgüter eine Reduktion von 2,50 Franken per Tonne gewährt worden ist; daß die Lotsengebühren in Fortfall gekommen sind, daß ferner die Abgabe für beladene Schiffe von 10,50 Franken auf 8,50 Franken herabgesetzt ist, und daß diese mit Beginn des 1. Januar 1906 auf 7,75 Franken per Tonne ermäßigt werden wird. Es soll aber auch hierbei nicht stehen geblieben, vielmehr den Fortschritten Rechnung getragen werden. Man hatte die Suczkanal=Gesellschaft im Jahre 1881 ersucht, den Kanal auf 9 Meter zu vertiefen; sie beabsichtigt ihn sogar auf 10,50 Meter zu bringen und wird, falls es nötig werden sollte, noch eine größere Tiefe erreichen. Die Arbeiten schleiten überall vorwärts. Vom 1. Januar nächsten Jahres ab wird die zulässige Schiffstiefe um 20 Zeutimeter erhöht werden, und es ist zu hoffen, daß die Vertiefung auf 10,50 Meter im Verlaufe einiger Jahre vor sich gehen wird, so daß also eine weitere bedeutende Vergrößerung des Tiefganges möglich sein wird. Durch die größere Tiefe von 20 Zentimeter wird den in Frage kommenden Schiffen die Möglichkeit geboten, durchschnittlich 400 Tonnen Ladung mehr zu befördern, was für manche Schiffe einen großen Vorteil ergiebt. Legt man den Verkehr des Jahres 1904 zugrunde, so ergiebt sich folgendes Bild: während des letzten Jahres haben 207 Handelsschiffe sich die Vergrößerung der Wassertiefe von 7,80 auf 8 Meter zunutze gemacht, von denen zusammen ungefähr 47000 Tonnen Güter mehr befördert wurden, als zuvor, während die Durchgangsabgaben dieselben blieben. Diese Ziffern lassen zur Genüge erkennen, welche wesentliche Bedeutung die sulzessive Steigerung des zulässigen Tiefganges für die Schiffe besitzt. Iu demselben Verhätnis, wie der Kanal vertieft wird, wird er gleichzeitig auch vervreitert werden. Die Absicht geht dahin, alle Buchten in der Weise zu verbreitern, daß die größten Schiffe sich nicht nur an einem beliebigen Punkte zu kreuzen vermögen, sondern ihnen an den korrigierten Stellen noch ein wenig schnellere Fahrt gestattet werden kann. In Port Said endlich werden die großen in Aussicht genommenen Arbeiten fertig gestellt werden, um dem Hasen jederzeit allen Bedürfnissen, welcher Art sie auch sein mögen, anzupassen. Man darf versichert sein, daß nichts unterlassen wird, um dem Handl und der Schifffahrt alle berechtigten Erleichterungen zu gewähren. New=York die zweitgrößte Stadt der Erde. Wie der„Preuß. Korresp.“ aus New=York geschrieben wird, nähert sich die Einwohnerzahl der amerikanischen Metropole mit großen Schritten der vierten Million. Natürlich gilt dies für„Groß=New=York“ und nicht für das„alte“ New=York, das aus den Stadtgebieten („Boroughs“) Manhattan und Bronx besteht und nördlich vom Harlemflusse begrenzt wird. Im Jahre 1898 wurden dem alten New=York durch Eingemeindung die Boroughs Brooklyn, Queens und Richmond angegliedert. Dieses„Greater New=York“ zählt nach den letzten Erhebungen rund 3988000 Einwohner. Das enorme Wachstum New=Yorks seit 1790— dem Jahre, in welchem die erste Volkszählung vorgenommen wurde, Tabelle hervor: Es läßt sich mit annähernder Sicherheit berechnen, wann New=York die Einwohnerzahl Londons(etwas über 4½ Millionen) erreicht haben wird; denn die Bevölkerungszunahme der Hudson=Metropole geht in un gleich schnellerem Tempo vor sich, als diejenige Londons. 2 Berlin, 6. Juli.[Der Kaiserdenkstein in der Rominter Heide.] Ein Kaiserdenkstein in der Rominter Heide ist von den dortigen Forstbeamten errichtet worden aus Dankbarkeit für die 28000 MarkSpende, die der Monarch für die Forstbeamten der Heide und ihre Hinterbliebenen gestiftet hatte anläßlich der im Vorjahre erfolgten Erlegung eines Achtundzwanzigenders. Der Denkstein, der zwei Meter hoch und einen Meter breit ist, trägt auf der Vorderseite die Inschrift:„Von hier erlegten Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. am 1. Oktober 1904 auf der Abendpürsche einen kapitalen Hirsch von 28 Enden und stifteten zur Erinnerung daran am 3. November 1904 die St. Hubertus=Stiftung für die Forstbeamten der Rominter Heide.“ Auf der Rück. seite befindet sich folgende Inschrift:„Diesen Stein setzten ihrem allerhöchsten Jagdherrn Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. mit Weidmannsheil die Forstbeamten der Rominter Heide.“ 2. Berlin, 6. Juli.[Für Briefmarkensammler.] Im Jahre 1903 sind von der Reichspostverwaltung sogenannte Ablösungsmarken ausgegeben und an die preußischen Behörden zum Zwecke der Festlegung einer neuen Pauschalsumme für den Versandt porropflichtiger Dienstsachen verteilt worden. Von diesen Ablösungsmarken, die in acht Werten bestehen, ist ein Restbestand von 5 Millionen nicht ausgebraucht worden. Dieser Rest wurde jetzt vom Finanzministerium an ein Berliner Konsortium verkauft, das die Marken nunmehr in den Briefmarkenhandel bringen wird, in dem sie bisher nicht zu haben waren. 2= Hamburg, 4. Juli.[Ein Radikalmittel.] Ein pfiffiger Landmann aus einem holsteinischen Dorfe bei Wöhrden hat mit großem Erfolg ein Radikalmittel gegen die schädlichen Kohlmaden angewandt. dem er bei einigen Pflanzen kleinere Mengen Petroleum ausgegossen hatte, machte er die erfreuliche Wahrnehmung, daß die Maden infolge dieser Flüssigkeit eingingen. Angespornt durch diesen Erfolg, fuhr der Landmann nach Heide und kaufte ein Faß Petroleum. Alles, was nun auf dem Hofe an Gießgeräten vorhanden war, wurde hervorgesucht und die große Kohlanbaufläche begossen. Der Erfolg war überraschend: Alle Maden waren tot, aber auch alle Kohlpslanzen waren abgestorben.(!) Auf dem betreffenden Acker zieht nun der Pflug wieder neue Furchen. &am Bremen, 5. Juli.(Arbeiteraussperrung.] Nachdem die Verhandlungen der Geestemünder Wersten mit den Kesselschmieden bisher ergebnislos gewesen sind, hat die Norddeutsche Maschinen= und Armaturenfabrik heute 550 Arbeiter ausgesperrt und die Aktiengesellschaft Weser 2500 Arbeitern gekündigt. Wd. Bremerhaven, 5. Juli.[Alle Hungerkünstler übertrumpft.] Alle Hungerkünstler übertrumpft hat der aus Stolv in Pommern gebürtige Heizer Gustke vom Lloyddampfer„Würzburg". Als dieser Tampfer, der in der La PlataLinie des Norddeutschen Lloyd beschäftigt wird, am 17. April d. J. von Buenos Vires hier eingetroffen war, vermißte man am nächsten Tage an Bord den Heizer Gustte. Da er trotz allen Suchens nicht zu finden war und seine sämtlichen Effekten sich an Ort und Stelle besanden, wurde angenommen, daß ihm ein Unfall zugestoßen sei, oder daß der melancholisch veranlagte Mann Selbstmord begangen habe. Eine entsprechende Anzeige wurde, zugleich mit der Anmusterung eines Ersatzmannes, dem Seemannsamte hier erstattet, und etwa acht Tage später ging der Dampfer wieder nach Anenos Aircs in See. Von do.t schreibt nun der Kapitän, daß man bei einer großen Kesselreinigung am 2. Juni den Gustke noch lebend unter dem Backbordtessel gefunden, wo er zweifellos die ganze Fahrt hindurch, also 45 Tage lang ohne Nahrung zugebracht hat. Er gebe an, damals(vor dem 13. April) ein Quanium Bleiweiß und Mennige zu sich genommen und sich unter den Kessel gelegt zu haben, um zu sterben, da er immer so müde sei. Die ürzte haben sich dahin ausgesprochen, daß der Mann nach dem Genusse der Giftstofte in Starrkrampf gefallen sein müsse. Der Mutter Gustkes war seinerzeit dessen Nachlaß mit der Nachricht von seinem mutmaßlichen Ableben übermittelt worden. Straßburg i. Els., 5. Juli.[Eine Vorstellung im Sturm.] Ein Unwetter, das gestern Abend zwischen 8 und 9 Uhr wütete, richtete im Unterelsaß in Feld und Flur großen Schaden an. In Straßburg schlug der Blitz im Finkweiler in den alten Festungsturm bei der Sachsenkaserne, und riß das Dach herunter. Der Turm neigte sich auf die Seite. In der Schwarzwaldstraße hob der Sturm einen Tachstuhl an einem Neubau ab. Aufregende Szenen ereigneten sich während der Aufführung der Operette„Bruder Straubinger", im Edentheater, das zur Zeit renoviert wird. Das Wellblechdach, das früher den Zuschauerraum nach oben hermetisch abschloß, war durch ein auf einem Eisengerüst ruhendes Leinwandzelt provisorisch ersetzt worden. Der Sturmwind drang durch die Leinwand und riß einen Teil des Bühnenvorhangs in Trümmer, der Souffleur warf in der Bestürzung den Souffleurkasten von der Rampe unter die Orchestermitglieder. Der Regen drang in den Zuschauerraum. Das Publikum war genötigt, die Schirme aufzuspannen und sich in die Logen zu flüchten. Der erste Att wurde mit Unterbrechung zu Ende gespielt. Während der Pause stürzte die linke Hälfte des Leinwandzelts unter gewaltigem Krachen zusammen. Die Trümmer bedecken einen großen Teil des Zuschauerraumes. Hinter den Kulissen wurden zwei Darsteller ohnmächtig; auch im Zuschauerraum fiel eine Dame in Ohumacht. Verletzt wurde niemand, da sämtliche Zuschauer während der Pause am Eingange zum Zuschauerraum sich aufhielten. Die Vorstellung mußte abgebrochen werden. 2 Konstanz, 4. Juli.[Der verunglückte Spitzbube.] Hier ereignete sich eine Diebesgeschichte, deren Verlauf an Hauptmanns„Biberpelz“ erinnert. Der Hausbursche eines Gasthauses hatte die Kassette seines Dienstherrn erbrochen, Brechwerkzeuge und die über 3000 Mark enthaltende Kassette in einem Rucksack verwahrt, und also bepackt, ist er auf dem Rade seines Herrn wohlgemut hinaus in die Ferne gewandert. Der Diebstahl wurde alsbald bemerkt und der Bestohlene erstattete die Anzeige. Als der Radler auf seiner Fahrt die Rheinbrücke passierte und am dortigen Schutzmannsposten vorbei mußte, scheint er unsicher geworden zu sein, sein Rad schwankte und blieb am Gartenhag vom„Sternen“ hängen. Der Radler flog kopfüber in den Sternengarten, Rucksack und Kassette öffneten sich und ein großer Teil des Geldes fiel heraus. Zwei Schutzleute und ein Straßenwart nahmen sich des Verunglückten an, halfen ihm das zerstreut herumliegende Geld auflesen und steckten es ihm getreulich in die Hosentasche. Tabei erzählte der Gauner, er sei in der städtischen Gasanstalt angestellt und müsse das Geld ins Wasserwerk bringen.„Gehen Sie nur einstweilen nach Haus, wenn noch mehr Geld gefunden werden sollte, erhalten Sie alles pünktlich zugestellt!" Diesen guten Rat befolgte der Bursche allsogleich, ließ das gebrochene Rad und die Kassette zurück und entfernte sich, indem er für die Hilfe schönen Tank sagte. Erst nachträglich auf der Wachstube hörten die Polizisten von dem Diebstahl und ahnten den Zusammenhang mit dem Unfall von der Rheinbrücke. () München, 6. Juli.[Hitzschläge beim Regimentsexerzieren.] Hier wurden beim Regimentsexerzieren des zweiten Infanterie=Regiments 17 Mann vom Hitzschlag getroffen. Ein Reservist der 7. Kompagnie blieb tot. am Mailand, 5. Juli.[Sturm.] In Musocco stürzten infolge Sturmes 2 Schornsteine der Münzwerkstätte ein. Beim Einsturz eines Gebäudes wurden Arbeiter unter den Trümmern begraben. Fünf Arbeiter wurden dabei getötet, 7 wurden schwer verletzt. a Paris, 5. Juli.[Der„Turm der Jeanne d'Arg“.] Der„Turm der Jeanne d'Arc“ in Compiegne wird nievergeristen; er erinnerte an die berühmte Belagerung, in deren Verlauf die Heroine bei einem Ausfall in die Gefangenschaft der Burgunder geriet. Die Kommission für die Erhaltung der malerischen Denkmäler und Landschaften hat sich die größte Mühe gegeben, den Turm vor der Zerstörung zu bewahren. Aber er war nicht als historisches Denkmal klassifiziert, da die dazu nötige Einwilligung des Besitzers nicht erlangt werden konnte und dieser übertriebene Forderungen dafür stellte. Nur der untere Teil des Bauwerkes wird erhalten werden. Paris. 4. Juli.[Marseiller Aufschnciderei.] über Marseiller Aufschneiderei erzählt Harduin, der Redakteur des Pariser„Matin":„Das Schifflein flog, von frischer Brise getrieben, flott über die Wellen, als ein Stoß von unten es geradezu in die Höhe hob. Der Kapitän heugte sich über die Brüstung und sah einen enormen Walfisch. Da er von Marseille war und Marius hieß, läßt sich denken, daß er keinen Augenblick erschreckt war.„Komm' und sich'," sagte er zum Steuermann,„das Tier hat Hunger. Wirf ihm einen Korb Mandarinen zu: vielleicht läßt's uns dann in Ruhe." Der Steuermann gehorchte und der Walfisch verschlang den Fruchtkorb, griff aber das Schiff von neuem an. Der Steuermann warf ihm eine Bank zu, die auf Deck stand; das Tier verschlang die Bank; dann aber warf es beinahe das Schiff um! Die Situation wurde kritisch; große Entschlüsse taten not. Marius packte einen Chinesen, der sich unter den Passagieren befand, und schleuderte ihn dirett in den geöffneten Rachen. Die Bestie blieb unersättlich. cher Appetit, mein Gott!“ rief Marius, halb in Verzweiflung. Da bemerkte er einen alten Juden, der übers Geländer blickte; er bückte sich, packte ihn an den Veinen, hob ihn und warf ihn im Bogen über Deck. „Wenn dieser Fisch dann noch Hunger hat,“ meinte er, „dann ist's aus.“ Leider hatte er noch Hunger. Da Marius ihm genug Zugeständnisse gemacht zu haben glaubte, hielt er es für angebracht, zu den Ritteln der Gewalt zu schreiten. Der Walfisch wird harpuniert, an Deck gezogen und geöffuet. Und wollen Sie wissen, was ma da sah" Der alte Jnde saß auf der Bank und verkaufte dem Chinesen gerade die Mandarinen.“ &am Les Cha ps, 5. Juli.[Gordon BennetRennen.] Als Thery ats Eister hier eintraf, wurde er von der Menge stürmisch begrüßt. Der Kolonialminister begrüßte ihn und überreichte ihm die akademischen Palmen. s= Kopenhagen, 4. Juli.[Ein verhängnisvoller polizeilicher Mißariff.] In der Nacht vom Sonntag auf den Montag sprang hier ein junger Mann von einer Brücke ins Wasser aus Verzweiflung über seine Arbeitslosiakeit. Weder sein Bruder, noch ein zweiter dabei stehender junger Mann konnten schwimmen, weshalb sie durch die nächsten Straßen eilten und um Hilfe riefen. Ein dem Bruder des Lebensmüden begegnender Mann hielt ihn für toll, andere Passanten stimmten bei, und ein herbeigerufener Polizist verhaftete ihn; sein zorniger Protest und seine Losreißungsversuche bestärkten noch die Ansicht. Mittlerweile ertrank der ins Wasser Gesprungene. Am nächsten Morgen wandten sich die Eltern der beiden vermißten Brüder an die Polizei, die dann mitteilte, daß der eine als Leiche angetrieben und ausgebahrt sei, während der andere in der Irrenabteilung des Gemeindehospitals festgehalten werde. Schließlich erfolgte die Freilassung des letzteren. Vermutlich wird ein Prozeß gegen die Polizei die Folge sein. In der dänischen Hauptstadt hat der Zwischenfall das peinlichste Aufsehen erregt. — London, 5. Juli.[Englisches Einkommen.] Aus den am 4. Juli veröffentlichten Notizen des Schatzamtes sind einige interessante Tatsachen über englische Vermögensverhältnisse zu entnehmen. Im Jahre 1903 waren in England nicht mehr als 20 Personen vorhanden, die ein Jahreseinkommen von mehr als 50000 Pfund Sterlina(1 Million Mark) zu versteuern hatten. Der Gesamtbetrag in dieser Klasse belief sich auf 2022 502 Pfund Sterling. 138 264 Steuerzahler zahlten die geringste Einkommensteuer für Einkommen zwischen 160 und 200 Pfund Sterling jährlich. Einkommen unter 160 Pfund Sterling sind frei von der Einkommensteuer. Nur 428 Personen waren in der glücklichen Lage, Einkommensteuer für Jahreseinkommen zwischen 5000 und 10000 Pfund Sterling zahlen zu tönnen. In Irland fand sich nur ein Steuerzahler, der ein Jahrcseinkommen von mehr als 50 000 Pfund Sterling aufzuweisen hatte. Seine jährliche Einnahme wurde auf 78 823 Pfund Sterling geschätzt. Die Einnahmen aus Farmbetrieben gingen gegen das Vorjahr um 2 Millionen Pfund Sterling zurück, während die Einnahmen der Grundbesitzer um 31 Millionen Pfund Sterling stiegen. Die Einnahmen der Geschäftsleute und der Berufsstände wuchsen um 30 Millionen. = London, 5. Juli.[Eine tapfere Frau.] Von dem Gericht in Old Bailey wurden zwei Raufbolde, die einen Polizisten überfallen hatten, zu je drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Fall ist dadurch interessant, daß eine Frau den bewußtlosen Polizisten gegen weitere Angriffe der rohen Gesellen schützte, indem sie dem einen der Angreifer den Polizeiknüppel entriß und damit um sich hieb. 50 Männer sahen dem ungleichen Kampfe teilnahmslos zu. Die tapfere Frau wurde schließlich durch einen Faustschlag niedergestreckt, hatte aber den Polizisten lange genug verteidigt, um das Herankommen anderer Polizisten und die Verhaftung der Angreifer zu ermöglichen. Das Gericht sprach ihr einen besonderen Dank aus. = Dover, 5. Juli.[Dover als Rivale Liverpools.] Die Cunardgesellschaft hat beschlossen, daß ihre beiden neuen transatlantischen Dampfer von Dover statt von Liverpool fahren sollen. Es ist dies ein ernster Verlust für Livervool. Die Cunardgesellschaft soll verschiedene Gründe zu diesem Beschlusse haben. Zunächst beklagt sie sich über ungerechte Behandlung dieser Schiffe durch die Liverpooler Dockverwaltung. Es wirkte jedoch die Erwägung mit, daß Dover besser als Liverpool für den Passagierdienst nach dem Kontinent und Amerika geeignet ist. Ferner wurde nachgewiesen, daß die beiden 800 Fuß langen Schiffe der Gesellschaft, die augenblicklich im Bau begriffen sind, von Südwales aus ebenso billig in Dover, wie in Liverpool mit Kohlen versehen werden können. Da sie Passagierschiffe sind, kommt der Cargodienst für sie wenig in Betracht. In Liverpool ist man bestürzt über diesen Beschluß der Cunardlinie. Das neue Dock, das augenblicklich gebaut wird, wird durch diesen Beschluß überflüssig. Das Dock sollte groß genug werden, um Schiffe von 800—1000 Fuß Länge aufzunehmen, und kostet 4 Millionen Pfund Sterling.— Dover scheint offenbar in naher Zukunft ein bedeutender Seehafen und ein gefährlicher Rivale für Liverpool werden zu sollen.— Am 4. Juli feierte die Cunardlinie ihren 65. Geburtstag. Am 4. Juli 1840 fuhr der erste Dampfer der Linie, die„Britannia" nach Amerika ab. Es mar ein hölzerner Raddampfer von 1154 Tonnen. Seine Geschwindigkeit betrug 8½ Knoten. (:) New=York, 6. Juli.[Die Nationalfeier.] Bei der gestrigen Nationalseier wurden in 150 Städten durch Feuerwerk und Pistolenschüsse 36 Personen getötet und 1677 verletzt. Nr. 186. 4. Beilage. General=Anzeiger für Düsseldorf und Umgegend. Freitag, den 7. Juli 1905. Das Geheimnis des Dichters. Roman von Antonio Fogazzaro. Aus dem Italienischen von E. Müller=Röder. (11. Fortsetzung.) Jetzt sah der Doktor mich mit offenem Munde an und brachte kein Wort hervor; es schien, daß sein Zorn in Bestürzung überging. Nachdem er mich eine Weile fassungslos angestarrt, zuckte es plötzlich in seinen Augen auf und er sprudelte hervor: Sic sind toll! Sie sind toll! Nein, mein lieber Herr, sagte ich mit einem gewissen Unwillen, glauben Sie das nur nicht! Aber was haben Sie soeben gesagt? schrie er zornig. Haben Sic nicht gesagt, daß Miß Yves Sie abweist? Und jetzt kommen Sie damit heraus, daß sie Sie liebt? Entschuldigen Sie, erwiderte ich nach kurzem Zögern, das Geständnis, das ich Ihnen der Offenheit halber machen mußte, das habe ich gemacht. Nur einem Freunde möckte ich mehr mitteilen. Sie werden mir sagen, daß wir nun keine Freunde mehr sein können. Ich begreife das. Dennoch werde ich Ihnen meine Hochachtung und Sympathie bewahren; und wenn Sie geneigt wären, mich ein letztes Mal als Freund anzuhören... Ich schwieg und er ebenfalls. Dann stand ich mit resignierter Miene auf. Auch er erhob sich und griff nach Hut und Stock. Auf jeden Fall danke ich Ihnen, daß Sie gekommen sind, sagte ich traurig. Er sah mir in die Augen, schien bis auf den Grund meiner Seele zu blicken, warf dann Hut und Stock auf den Tisch und rief: Sprechen Sie! Fast hätte ich seine Hand ergriffen. Doch er zog sich zurück und warf mir einen mißtrauischen Blick zu. Ich tat, als ob ich das gar nicht bemerke und fing an, ihm die Geschichte meiner Liebe zu erzählen, von der ersten Begegnung mit Violet an. Als ich meine Träume erwähnte, um ihm zu bedeuten, welchen Ein druck ihre Stimme mir gemacht hatte, da nickte der Doktor wiederholt mit dem Kopf. als ob er darin eine Bestätigung seiner Vermutung fände. Als ich dann aber von Miß Yves geistigen Anlagen sprach, von ihren herben und traurigen Ansichten und von dem Guten, das ich ihr bereiten zu können und mehr noch von ihr zu empfangen hoffte, da blickte der Alte. der sich bis dahin von mir abgekehrt, mir ins Gesicht und ich sah in seinen Augen ein lebhaftes Interesse aufsteigen, das Mißtrauen schwinden und die Achtung wiederkehren. Ich schwieg über Violets Briefe und ihre letzten vertraulichen Mitteilungen und sagte nur, daß sie mich liebe, mich aber abweise, weil sie ihr dem Professor freiwillig gegebenes Wort halten wolle; dann fügte ich noch hinzu, daß ich so vieler geheimnisvoller Zeichen wegen auf einen höheren Willen vertraue, der für mich sei, und auf eine göttliche Verheißung, mir das zu gewähren, was ich geträumt. Er sah mich eine Weile schweigend an; dann rief er aus: Und was gedenken Sie zu tun? Alles was möglich ist, entgegnete ich. Ta preßte er seine Schläfen mit den Händen und sagte leise: Was für eine Geschichte, was für eine Geschichte! Hören Sie, wagte ich ihm zu sagen, Sie schienen letzthin wenig damit zufrieden, daß Ihr Bruder Miß Yves heirate. Lassen Sie das, lassen Sie das; das kann ich nicht gesagt haben, brummte er, wie von einer unangenehmen Erinnerung berührt. Ich bin wie ein Vater zu meinem Bruder. Ich habe nur ihn und er, der arme Kerl, bildet sich ein, er hätte Gott weiß was, und hat doch am Ende auch nur mich. Wenn diese Heirat eine Unvernunft ist, gut, ich habe mich jetzt damit einverstanden erklärt. Dann wurde er nachdenklich, unruhig. Auf seiner Stirn und in der stummen Bewegung seiner Lippen las ich, daß eine geheime Stimme in ihm anders edete: Er würde glücklich sein, wenn diese Heirat zu Wasser würde, er war stark versucht, selbst dazu mitzuhelfen— aber der Schmerz seines Bruders machte ihm Angst. Sehen Sie, entfuhr es ihm plötzlich, vorgestern Abend, als ich aus meines Bruders Zimner kam, sagte ich Ihnen„die alte Geschichte!" Denn als ich zu ihm kam, saß er und weinte wie ein Kind, weil Miß Violet so kalt zu ihm gewesen war. Ich sagte ihm: Gib sie auf! Wissen Sie, was er mir zur Antwort gab? Er fragte, ob ich seinen Tod wolle. Begreifen Sie? Manches ging mir durch den Kopf, was ich wohl nicht sagen, vielleicht nicht einmal denten durfte. Ich schwieg also. Es schien, als ob der Doktor sehnlichst wünschte, diese Gelegenheit zu ergreifen, um seinen Bruder freizumachen, ohne ihm das werz zu brechen; doch er fand kein Mittel, und wenn er vielleicht auch bereit gewesen wäre, sogar meine Beihilfe anzunehmen, so fühlte er doch, daß das nicht anging. Wir schwiegen beide, aber wir verstanden einander ohne Worte, ohne uns nur anzusehen. Wir fanden keinen Ausweg. #is der Doktor ging, fragte ich, ob wir uns noch sehen würden; ihm die Hand zu geben, schien mir nicht passend. So trennten wir uns ohne irgend ein Zeichen von Freundschaft, doch im Herzen waren wir enger verbunden, als je. Sogleich schrieb ich an Violet:„Ich habe soeben mit Loktor Topler gesprochen. Ich habe ihm gesagt, daß ich Miß Yves liebe, daß sie mich liebt und mich abweist, daß, Gott sic mir gewähren wird.“ * Ich trug das Billett sogleich zur Post, in der Hoffnung, daß Violet es noch am selben Abend erhalte. 21. Zwei Stunden später schritt ich dem Roßmarkt zu, nür um ihre Fenster zu sehen. Ich ging langsam und den Mondschein, gleichsam als ob die Vorübersehenden mich erkennen und in meinen Gedanken lesen könnten. In der Residenzstraße hörte ich Stimmen und Schritte hinter mir und glaubte, das silberne Lachen Fräulein Luises zu erkennen. Vielleicht ging sie zu Treubergs. Ich glitt in den Schatten des Residenzgartens, setzte mich bei der Mariensäule auf eine Bank und horchte auf jene Stimmen; die Gesellschaft ging vorüber und entfernte sich, und ich hörte nur noch das Rauschen der Brunnen. Mir gegenüber beschien der Mond ein langes, steiles, vierfach gestuftes Tach, ruhie auf der hohen Mariensäule und auf den vom Winde bewegten Wipfeln der rotglühenden Kastanien. Ich dachte daran, wie ich mich in ferner Zukunft dieses Abends erinnern würde! Als ich den Rotzmarkt betrat, hörte ich spielen und singen. Die Fenster des Treubergschen Hauses standen offen, und wirklich kamen die Klänge von dort her; mit Herzklopfen ging ich unter der nächsten Straßenlaterne hin und lehnte mich an ein Haus, das im Dunkel lag. Die Nacht war so klar und still; ich hoffte, Violet würde einmal an das Fenster treten; doch niemand kam. Dagegen sang eine Baritonstimme etwas von Wagner in ganz abgeschmackter Weise, und dann stimmte eine junge frische Stimme Schuberts Heidenröslein an. Auch ich dachte an meine arme Rose, die ich hätte küssen und ans Herz drücken mögen... mochte das Ende des Liedes nicht hören und ging. 22. Unter meinen Papieren finde ich die folgenden Verse ohne Datum, die ich wohl an jenem Abend ge schrieben habe. Früher hatte ich eine schlechte Meinung von den Pocten, die sich ans Dichten machen, wenn die Kunst, meiner Ansicht nach, ihren Gedanken ganz fern liegen sollte. Ich bercue cs! Sie, meine Freundin, mögen die metrischen Einschaltungen in meiner Erzählung vielleicht talt finden; dennoch ist es wahr, daß ich damals Verse machte, wie ein anderer Tränen vergossen haben würde, ohne im geringsten an die Kunst zu denken, weil es mir Bedürfnis war und um meiner Leidenschaft Luft zu machen. Sprech' ich mit andern Frau'n, stehst du gelassen Beiseit’ und ich bin aller Sehnsucht voll, Ich tüsse dich im Geist, möcht' dich umfassen, Dich freut's im stillen, denn du weißt es wohl. Ich lächle, leide, weiß nicht, was ich sagc; Wer mit mir spricht, den seh' und hör' ich nicht, Und meine ganze, volle Scele trage Ich hin zu dir, schau' ich nur dein Gesicht. Durch dich nur können Geist und Herz mir frommen, Du bist mein Licht, mein Ruhm, mein Lebenshort; Du bist, was ich im Schatten jüngst vernommen, Im Flüsterton: des Herrn tiessinnig Wort! 25. Als ich am folgenden Morgen aus dem Schwarzen Adler heraustrat, stieß ich direkt auf Professor Topler, der zu mir wollte, um mich nochmals nach italienischen Büchern zu fragen. Ich war im Herzen böse, daß sein Bruder ihm noch nichts gesagt hatte und entgegnete, ich könnte mich durchaus nicht damit befassen, sein„verehrter Herr Bruder“ wisse warum. Oh, ohl sagte der Professor sehr unterwürfig; oh, sehr wohl, sehr wohl. Im förmlichen Deutschland habe ich nicht zwei so förmliche Menschen gekannt, wie Professor Topler, der nicht einmal seinen Bruder ohne respektvolle Adjektive nannte. Es schien, daß er es für unhöflich hielt, mich so stehen zu lassen, und über meine Ablehnung bestürzt, wußtc er auch nicht, worüber er mit mir reden sollte. Gestern Abend haben wir bei Treubergs musiziert, fing er an. Ich verbeugte mich schweigend. Fräulein Luise war auch da, fuhr er fort. Ich verbeugte mich wieder. Er wartete noch eine Weile, dann zog er tief den Hut und ging. Fräulein Luise! Mir schien, daß sie Violet sehr lieb hatte und das machte sie auch mir wert. Ich hätte sie wohl sehen und mit ihr über Miß Yves plandern mögen, aber ich wußte nicht, ob es passend war, ihr einen Besuch zu machen. Da fiel mir ein, daß sie mich um die Verse gebeten hatte, die ich im Bahnhofswald für sie gemacht und ich beschloß, sie ihr zu bringen. Als wir damals nach Eichstädt gekommen waren, hatte der Doktor mir das von Dobrosche Haus in der Marktgasse gezeigt; ich erinnerte mich desselben sehr gut, wegen einer Madonna mit dem Kinde, die zwischen den Fenstern angebracht war. Der Doktor hatte mir gesagt, daß die jungen Damen, die keine Mutter mehr hatten, dort mit ihrem Vater wohnten, der Mitglied des Landgerichts von Eichstädt war. Es schlug gerade elf. Man sagte mir, daß Fräulein Luise vor einer halben Stunde nach der Schule der Benediktinerinnen im Kloster zu S. Walpurga gegangen sei, um ihr Schwesterchen abzuholen. Ich ließ mir den Weg zeigen, ging an dem Kloster vorbei und begegnete vielen kleinen Mädchen, die herauskamen, doch nicht ihr. Ich ging weiter durch die Westenvorstadt und traf sie dann auf einer Wiese an der Altmühl, wo sie mit ihrer kleinen Schwester Blumen pflückte. Sie fragte, ob ich nach Tiefental gehe und schien erfreut, als ich sagte, ich sei vielmehr gekommen, um sie aufzusuchen und ihr meine Verse zu bringen. Auf meine Frage nach Miß Yves erwiderte sie, sie habe einen sehr angenehmen Abend bei Treubergs mit ihr verbracht, eine Cousine von ihr habe sehr hübsch gesungen und ein Herr aus München sehr schlecht. Ihre Cousine hat das Heidenröslein gesungen, sagte ich. O, woher wissen Sic das? rief das Fräulein aus. Als ich ihr sagte, ich sei gerade vorübergegangen, schalt sie mich, daß ich nicht hereingekommen sei. Gestern Abend, fuhr sie fort, hätte man gerade Ihrer bedurft; der alte Topler wollte durchaus die genaue Adresse Ihrer Münchener Freunde wissen und meine Tante war nicht ganz sicher. Ich glaube, es war so. Sie nannte die richtige Adresse, doch ich schwieg, da ich über des Doktors Beweggründe grübelte; ich dachte mir, daß er Erkundigungen über mich einziehen wolle. Und dann? Wollen Sie uns helfen, Blumen pflücken? sagte Fräulein Luise. Wir haben immer Blumen auf dem Tisch; wenn Sie uns helfen, will ich Ihnen nachher einen hübschen Weg in die Stadt zurück zeigen, längs der Pappeln da drüben und an der Burg vorüber. Nicht wahr, unser Eichstädt ist doch reizend? Das große Gebäude mit dem Turm ist das Walpurgiskloster, wissen Sie, und die Kirche da zur Rechten ist die Jesuitenkirche und die weiterhin die Heiligegeistkirche. Und wie schön sind die Wiesen her, nicht wahr? Sie plauderte, pfluckte Riumen und warf sie dem Schwesterchen in die Schürze, hieß mich, das auch zu tun und schalt mich, wenn die Stiele nicht lang genug waren. Ich versuchte, das Gespräch wieder auf Violet zu lenken und fragte, ob sie jetzt wieder ganz wohl sei. Ich glaube, ja, erwiderte das Fräulein; aber sie ist so traurig. Auch gestern Abend, als meine Cousine sang, war sie ganz blaß. Aber es mußte auch wohl etwas besonderes vorgefallen sein. Weshalb? Als ich zu Treubergs kam, war Violet ganz verwirrt; ich fragte, was ihr sei, aber sie antwortete: nichts. Als ich dann meine Tante fragte, sagte diese, Violet habe vor einer Viertelstunde einen Brief berommen und seitdem sei sie so zerstreut. Und die Herren Topler waren auch nicht wie sonst, sie sahen sich so sonderbar an, und der Doktor war so ernst, wie er es sonst nie ist. Zu, ja, neckte Fräulein Luise, Sie denken nur an Violet und nicht an meine Blumen! Als wir genug Blumen gepflückt, wollte sie, daß wir in den Kahn eines Fischers einstiegen, der uns an das andere Ufer der Altmühl brachte. Vom Flusse aus zeigte sie mir das Haus, das Professor Topler für seine junge Frau einrichtete, und sagte, Miß Yves sei schon dort gewesen und werde auch heute wieder hingehen, weil sie früher nach Nürnberg zurückkeheren wolle, als anfänglich bestimmt gewesen sei. Hierüber durfte ich mich nicht wundern und doch preßte es mir die Brust zusammen: Miß Yves wollte also vor mir fliehen; wenn der alte Topler jetzt nicht mit seinem Bruder sprach— was konnte ich tun? Einen Augenblick zuvor war mein Herz voller Hoffnung; jetzt fürchtete ich, mich getäuscht zu haben. Fräulein Luise mochte wohl recht unzufrieden mit mir sein, da ich dummerweise ins Wasser oder ins Gras blickte, statt den liebenswürdigen Kavalier zu spielen, oder wenigstens das reizende Städtchen im Tal zu betrachten und die Ruinen der alten Burg da droben. Da ich schwieg, schwieg sie schließlich auch. Auf dem Rückwege pflückte sie einige wohlriechende Blätter und sagte, sie wolle Violet ihr geliebtes sweetbriar bringen. Dann fragte sie, ob ich am Abend zu Treubergs gehen werde. Ich hatte die Absicht gehabt; aber da Doktor Topler wohl in Italien Erkundigungen über mich eingezogen haben mochte und diese abwartete, um mit seinem Bruder zu sprechen und einen entscheidenden Entschluß zu fassen; da unterdes mein Besuch vielleicht Violets Abreise beschleunigen würde, so schien es mir ratsam, mir einen solchen für jetzt zu versagen, wie schmerzlich mir auch das Opfer war; ich sagte also, ich gedächte nicht hinzugehen. Dann begleitete ich das Fräulein nach Hause, wo sie mich ihrem Vater vorstellte; er war ein sehr artiger Herr und offenbar der ergevene Untertan seines blonden Töchterchens, Sie luden mich auf den folgenden Abend zum Tee ein, und das liebenswürdige Mädchen sagte lächelnd: Sie werden zufrieden sein, unser Tec ist ausgezeichnet. Ich fühlte, daß ich rot wurde, denn ihre Augen sagten: Sie sollen auch Miß Violet treffen. 24. Am folgenden Tage sah ich niemand. Herr Treuberg hatte seine Karte für mich abgegeben und ich hatte einen Brief von meinem Bruder erhalten. Dieser berichtete mir scherzend, daheim gehe das Gerücht, meine Reise haben einen galanten Zweck. Ich kann nicht sagen, welchen ürger, welchen Widerwillen ich darüber empfand! Wie hatte ein solches Gerücht entstehen können? Ich zürnte auch— grundlos— meinem Bruder wegen des verhaßten Wortes: galant! Diese scherzhaften einfältigen Menschen verdarben mir die Liebe. Zum erstenmal widerstrebte es mir, meine Mitbürger mit Violet bekanntzumachen, wenn ich je dahin gelangen sollte, sie zu besitzen. Der Gedanke, unsere Liebe und ihre Person könnte Gegenstand von Bemerkungen und Scherzen sein, war mir unerträglich. Als ich mich am Abend zu Dobras begab, traf ich die Schwestern allein mit ihrem Papa. Fräulein Luise schien weniger vergnügt als gewöhnlich; ihre Schwester hingegen, deren Stimme ich zuvor kaum gehört, sprach viel und betrachtete mich mitunter neugierig. Als sie einmal mit ihrem Vater sprach, sagte Luise leise zu mir: Der Tec wird nicht so gut sein, wie ich dachte. Eine Viertelstunde nach mir kam noch eine alte Dame, ein junger Herr und ein junges Mädchen, das Luise mir als Heidenröslein, ihre Mutter und ihren Bruder vorstellte, mit dem Zusatz, der letztere sei der einzige Dorn des hübschen Rösleins. Nachdem sie eine Weile mit einander geplaudert und gescherzt, fragte Fräulein Heidenröslein: Und Miß Yves? Sie kommt nicht, entgegnete Luises Schwester; und mit einem Blick zu mir hin fügte sie hinzu: Es tut uns allen so leid! Luise sah sie vorwurfsvoll an. Aber der alte Topler wenigstens? fragte jene. Ich möchte ihn so gern spielen hören. Ich glaube, er kommt auch nicht, sagte Luise. (Fortsetzung folgt.) Altbewährte Nahrung für Kinder, Kranke, Genesende. 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Ecke Fürstenwall. 4198 Rus Als nach der Schlacht von 1 größeren Niede über eine neue Welt gesetzt wu begreiflichem aber haben sich und auf die An vereinbart, daß schon im Auge sammentreten Trotz alleder der Diplomati trauisch gegenü den Friedensve noch ein weiter felhaft, daß die dingungen eing gewaltigen Waf lich stellen wü diplomatischen rechtigt, denn stemmte sich an deren Spitze di gegen den Einfl Graf Lamsdor Wie wir jel können, ist in di in den letzten schwung eing und zwar info revolutionären bellion in der Oberhand ü denn nicht nur sollen jetzt end daß angesichts Weiterführen: möglich sei. In der Tat partei über ein noch günstigen setzung, daß es die ziffernmäßi Rechnung ist jet baltische Flotte unumschränkte fügt über kein japanischen Fes hindern. Zur sich ja gezeigt, Schwarze Meer ist. 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Freitag, den 7. Juli 1905. Russisch=japanischer Krieg. Frieden in Sicht! Als nach der Vernichtung der russischen Flotte in der Schlacht von Tsuschima, wie schon vorher nach allen größeren Niederlagen der Russen, die ersten Nachrichten über eine neue Friedensvermit telung in die Welt gesetzt wurden, da wurden diese zunächst mit leicht begreiflichem Mißtrauen ausgenommen. Unterdessen aber haben sich jene Meldungen immer mehr verdichtet, und auf die Anregung des Präsidenten Roosevelt wurde vereinbart, daß die beiderseitigen Friedensunterhändler schon im August zu der verabredeten Konferenz zusammentreten sollen. Trotz alledem und alledem stand man in den Kreisen der Diplomatie diesen Vorbereitungen bisher mißtrauisch gegenüber, denn man sagte sich, daß ja von den Friedensverhandlungen bis zum Friedensabschluß noch ein weiter Weg sei, und man hielt es für sehr zweifelhaft, daß die russische Regierung wirklich auf die Bedingungen eingehen werde, die Japan auf Grund der gewaltigen Waffenerfolge stellen dürfte und voraussichtlich stellen würde. Diese vorsichtige Auffassung der diplomatischen Kreise war in der Tat vollkommen berechtigt, denn noch bis in die letzten Tage hinein stemmte sich am Hofe des Zaren die Kriegspartei, an deren Spitze die Großfürsten stehen, mit aller Wucht gegen den Einfluß der Friedenspartei, in der Witte und Graf Lamsdorff die führende Rolle spielen. Wie wir jedoch aus zuverlässiger Quelle mitteilen können, ist in dieser Beziehung am ofe des Zaren in den letzten Tagen ein vollständiger Umschwung eingetreten. Die Friedenspartei hat, und zwar infolge des gewaltigen Umsichgreifens der revolutionären Bewegung und insbesondere der Rebellion in der Schwarze Meer=Flotte, vollständig die Oberhand über die Kriegspartei gewonnen, denn nicht nur der Zar, sondern auch die Großfürsten sollen jetzt endlich zu der Erkenntnis gekommen sein, daß angesichts dieser vollständigen Zerrüttung ein Weiterführen des Krieges schlechterdings nicht mehr möglich sei. In der Tat beruhten alle Rechnungen der Kriegspartei über einen für das Zarenreich möglicher Weise noch günstigen Ausgang des Krieges auf der Voraussetzung, daß es den Russen doch noch gelingen könnte, die ziffernmäßige übermacht zu gewinnen. Durch diese Rechnung ist jetzt ein dicker Strich gemacht. Seitdem die baltische Flotte vernichtet worden ist, hat Japan die unumschränkte Herrschaft zur See, und Rußland verfügt über kein Mittel mehr, weitere Nachschübe vom japanischen Festlande nach der Mandschurei zu verhindern. Zur See ist Rußland fertig, denn es hat sich ja gezeigt, daß der letzte Rückhalt Rußlands, die Schwarze Meer=Flotte, für den Ernstfall ausgeschaltet ist. Ebenso wenig aber wie Rußland weitere Nachschübe Japans verhindern kann, so wenig ist es selbst noch zu umfassenderen Mobilisationen imstande, denn angesichts der überhand neymenden Unruhen und Aufstände, der Meutereien unter den Reservisten und Soldaten wäre der Versuch, weitere Nachschübe nach Ostasien zu schicken, für den Zarismus gefährlicher als für Japan. Endlich aber sieht sich Rußland nicht nur am Ende seiner militärischen Leistungsfähigkeit, die eben angesichts eines Krieges, den ein Volk mit Widerwillen führt, eng begrenzt ist, sondern auch das Ende seiner finanziellen Leistungskraft stand nahe bevor, denn der Kredit Rußlands— und auf diesem allein beruht ja seine finanzielle Leistungskraft— war durch das Zusammenwirken der revolutionären Erhebung und der gewaltigen Niederlagen völlig erschopft. Die Finanzwelt wollte nicht mehr borgen, und das ist auf den Entschluß Rußlands, Friedensverhandlungen einzuleiten, von noch weit entscheidenderer Bedeutung gewesen, als alle Bemühungen Roosevelts. So haben denn nach unseren Informationen die im nächsten Monat beginnenden Friedensverhandlungen infolge der jüngsten Ereignisse in Rußland weit bessere Aussichten, als man bisher annehmen konnte, obwohl die Friedensbedingungen, auf denen Ja#an besteht, für Rußland sehr hart und demütigend sind. Rußland wird sich dazu verstehen müssen, den Japanern zu lassen, was sie mit stürmender Hand crobert haben, namlich Korea und Porr Arthur, während die Mandschurei voraussichtlich an China zurückgegeben wird. Des weiteren dürfte Rußland gehalten sein, auf die Stationierung von Kriegsschiffen im Stillen Qzean zu verzichten, und endlich wird es eine kolossale Kriegsentschädigung zahlen müssen, die zum Teil vielleicht durch die Abtretung der Insel Sachalin abgelöst werden wird. Wie es heißt, ist in Paris bereits ein Konsortium gebildet, welches die Aufnahme einer Anleihe von 3 Milliar= den Franken für die russische Kriegsentschädigung bewirken will. Die Folgen dieser sensationellen Wendung sind fürs erste unübersehbar. Daß Rußland durch das Eingeständnis der Niederlage und den Friedensschluß als ostasiatische Vormacht abdankt, ist selbstverständlich, aber auch seine Stellung als Weltmacht erleidet eine Einbuße, die vielleicht nie wieder wett zu machen ist. Und wie wird endlich der Friedensschluß auf die Entwicklung im Innern einwirken? Wird sich hier der Kriegszustand fortsetzen, der zur Revolution führen muß, oder wird der Zarismus kapitulieren und durch Reformen an Haupt und Gliedern eine Wiedergeburt des Staatswesens ermöglichen? Der Stapellauf eines japanischen Linienschiffes. Während der Krieg im fernen Osten seinem Ende nahe zu sein scheint, ist Japan unablässig bemüht, seine Seemacht weiter zu stärken Vor einigen Tagen lieferte eine japanische Werft der Flotte wieder einen neuen Zerstörer, und in Port Arthur hob man die russischen Schiffe„Bajan" und„Pereswiet", um sie nach sotdürftiger Reparatur nach Japan zu schaffen und dort gründlich ausbessern zu lassen. Den wertvollsten Juwachs hat die japanische Flotte jedoch in dem Linienschiffe„Natori“ erhalten, das, wie schon kurz gemeldet, am 4. Juli in England auf der Weift von Vickers, Sons& Maxim in Gegenwart des Prinzen und der Prinzessin Arisugawa vom Stapel lief. Die „Katori“ ist das größte der augenblicklich existierenden Schiffe. Sie wird neben vier 12zölligen und vier 10zölligen 33 andere Geschütze tragen. In dem Augenblicke, wo sich das Schiff in Bewegung setzte, wurden aus einem Korbe an der Seite des Schiffes eine Anzahl Tauben befreit, die, einen Regen von Papierstückchen ausstreuend, in die Lüfte stiegen. Diese Zeremonie ersetzt die europäische Mode des Zerschlagens einer Weinflasche. Prinz Arisugawa hielt bei dem nachfolgenden Festfrühstück eine kurze Rede, in der er seiner Bewunderung für die Werft Ausdruck gab, die die Wiege des Linienschiffes„Mikasa“ gewesen sei, an deren Mast die Flagge des Admirals Togo wehe. Die„Katori“, die derselben Wiege entstamme, die gebaut sei aus dem Eisen des Bodens des verbündeten Landes und genietet mit der wärmsten Sympathie der verbündeten Nation, werde eine der mächtigsten Garantieen für den zukünftigen Frieden im fernen Osten und für die Wahrung der nationalen Würde Japans bilden. Inland. Düsseldorf, den 6. Juli 1905. Ueber den Stand der Wohnungsaufsicht in Preutzen wird im neuesten amtlichen Berichte über das Sanitätswesen in Preußen folgendes mitgeteilt: Ebenso wie im Vorjahre ist auch im Berichtsjahre 1903) die besondere amtliche Wohnungsaufsicht nur in einigen Regierungsbezirken zur Durchführung gelangt. Eine polizeiliche Wohnungsbesichtigung unter Zuziehung der Kreisärzte ist im Berichtsjahre in sehr ausgedehntem Maße ausgeführt worden. Auch haben die Gesundheitskommissionen vielfach Erfreuliches geleistet. Der Stadtkreisarzt in Königsberg i. Pr. besichtigte 238 Wohnungen, in Danzig wurden 181, vom Kreisarzt in Frankfurt a. O. 60, im Kreise Lebus wurden 732, in Kiel 105, in Koblenz 298, in Düsseldorf, wo ein königlicher Wohnungsinspektor angestellt ist, 11794 Wohnungen besichtigt. Die Gesundheitskommission in Anklam hat alle Arbeiterwohnungen besichtigt. Fälle, in welchen die beantragten amtlichen Wohnungsbesichtigungen die angevliche Gesundheitsschädlichkeit nicht bestätigten, sind im Berichtsjahre zahlreich gewesen; in Berlin wurden von 307 Anträgen 164 abschlägig beschieden, während in 41 Fällen Räumung der Wohnung veranlaßt wurde. In Gnesen, Regierungsbezirk Bromberg, sind auf Anordnung des Regierungspräsidenten eine Anzahl von Polizeibeamten angestellt, welche mit der Funktion der Wohnungsaufsicht unter Kontrolle des Kreisarztes betraut sind; ihre Tätigkeit wird als einwandsfrei bezeichnet. Die Einrichtung einer Wohnungsaufsicht in der Stadt Bromberg steht in Aussicht. In der Stadt Breslau ist eine besondere städtische Wohnungspolizei vorhanden. Im Regierungsbezirk Hildesheim geschieht die Wohnungsaufsicht teils durch die Polizei, teils durch Baukommissionen, nur die Stadt Göttingen hat mehrere amtlich bestellte Wohnungspfleger. Im Kreise Brilon, Regierungsbezirk Arnsberg, werden auch die Desinfektoren zur Wohnungsaufsicht herangczogen, im Kreise Schwelm findet in der Stadt Schwelm eine regelmäßige polizeiliche Kontrolle der Arbeiterwohnungen statt. Im Regierungsbezirk Wiesbaden besteht die Einrichtung des Wohnungsinspektors wie im Vorjahre fort, in Frankfurt a. M. dagegen ist die ein Jahr lang ausgeführte Wohnungsaufsicht wieder fallen gelassen. Im Regierungsbezirk Düsseldorf haben jetzt die Städte Duisburg, Essen, Elberfeld und Gladbach besondere Wohnungsinspektoren. Eine besondere Wohnungskommission besteht in der Stadt Düsseldorf: an den anderen Orten geschieht die Wohnungsaufsicht durch Kreisärzte und Gesundheitskommissionen, außerdem durch den schon im vorjährigen Bericht erwähnten staatlichen Wohnungsinspektor(einen Baurat). In der Stadt Bonn übt der Stadtbaurat die Wohnungsaufsicht aus. Im Regierungsbezirk Aachen war, wie schon im Vorjahre berichtet, für die Kreise Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg ein Kreisbaumeister mit der Wohnungsaufsicht betraut, welcher, wie erwähnt, die Aufsicht für den Kreis Erkelenz wegen Arbeitsüberlastung wieder abgeben mußte. 0 Zur Eisenbahntarifreform. Der sächsische Eisenbahnrat hat sich unter Vorsitz des Generaldirektors v. Kirchbach mit der Personentarifreform beschäftigt Die„Dresd. Nachr." teilen darüber das folgende mit: Die Versammlung begrüßte die Vorlage im allgemeinen, namentlich wegen ihres einheitlichen Charakters, und sprach sich grundsatzlich dafür aus. Gleichzeitig wurden aber zahlreiche Einzelwünsche laut, so wegen Beibehaltung von Freigepäck, Lösung mehrerer Fahrkarten auf einmal, Verbilligung des Schnellzugszuschlages im Nahverkehr, resp. gänzlichen Wegfalls, wegen Schaffung von Maßregeln zur Verhütung einer überfüllung der Abteile mit Handgepäck, Einführung des englischen Gepäckbeförderungsverfahrens, Führung der 4. Klasse an Sonntagen usw. Die ganze Vorlage wurden gegen 1 Stimme als geeignete Grundlage für eine Personentarifreform erklärt, aber einstimmung die Erwartung ausgesprochen, daß es gelingt, die Frage der gleichzeitigen Entnahme mehrerer Fahrkarten in befriedigender Weise zu lösen. In der Frage der Frachtberechnung für Tiere in mehrbödigen Wagen entschied sich der Eisenbahnrat mit Mehrheit für die Einführung von zwei neuen Tarifklassen für Kleinvieh in Wagen mit 5 bis 8 und mit 9 und mehr Böden. Berlin, 6. Juli.[Beschädigte Reichskassenscheine.] Aus Anlaß eines bestimmten Falles hat die Reichsschuldenverwaltung neuerdings über die staatliche Ersatzleistung für beschädigte und für den Verkehr unbrauchbar gewordene Reichskassenscheine und Banknoten bestimmte Grundsätze aufgestellt. Danach ist die beim großen Publikum fast durchweg verbreitete Ansicht, daß für zerrissene, zum Teil verbrannte oder sonst beschädigte Reichskassenscheine zu 5, 20 und 50 Mt. von den Staatskassen Erjatz geleistet werde, falls noch die Nummer des betreffenden Scheines auf einem Stücke erhalten ist, irrig. Für solche beschädigte oder unbrauchbar gewordene Exemplare wird nach den Bestammungen der Reichsschuldenverwaltung nur dann Ersatz geleistet, wenn das vorgelegte Stück zu einem echten Reichskassenschein gehört und mehr als die Hälfte eines solchen beträgt. Es wird also nicht dem Besitzer der etwa auf einem Stücke noch erhaltenen Nummer, sondern lediglich dem Vorzeiger der größeren Hälfte des beschädigten Stückes Ersatz geleistet. Hannover, 6. Juli.[Die Zulassung von Frauen zur Immatrikulation an preußischen Universitäten.] Die Zulassung von Frauen zur Immatrikulation an preußischen Universitäten wird innerhalb der vreußischen Unterrichtsverwaltung schon seit einiger Zeit ernsthaft erwogen; es besteht wohl auch kein Zweifel darüber, daß die Zulassung schließlich erfolgen muß. In Hannover vorgebildete und in Hameln geprüfte Abiturientinnen haben ein Gesuch an den Kultusminister gerichtet, in dem cs u. a. heißt: „Wir werden zu dieser Bitte veranlaßt durch die überzeugung, daß wir bei gleicher Vorbildung Anspruch auf dieselben Rechte wie die Männer haben, zumal die Bestimmungen bezüglich einiger Staatseramina den Nachweis immatrikulierter Semester verlangen. Da Bayern, Baden, Hessen und Württemberg diese Sache schon zugunsten der Frauen entschieden haben, so wenden wir uns hiermit vertrauensvoll an Ew. Exzellenz in der Hoffnung, daß uns auch in Preußen, das doch den deutschen Bundesstaaten in allen Angelegenheiten vorbildlich sein will, durch Ew. Erzellenz Verfügung unser Recht werde.“ Ein gleichartiges Gesuch mit ähnlicher Begründung geht von Tamen aus, welche die Reiseprüfung an deutschen Gymnasien oder Realgymnasien bestanden haben. Hier wird jedoch nur die Immatrikulation an der Universität Bonn gewünscht. Straßburg, 5. Juli.[Vereins= und Versammlungsrecht für Elsaß=Lothringen.] Das neuc Gesetz über das öffentliche Vereins= und Versammlungsrecht für Elsaß=Lothringen, das unter dem 21. Juni ds. Is. vom Kaiser vollzogen worden ist, wird heute in den Reichslanden verkündet. So ist denn nun mit der bis dahin hier landesrechtlich geltenden alten napoleonischen Gesetzgebung über das öffentliche Vereins= und Versammlungsrecht gründlich aufgeräumt und auf dem Wege der Landesgesetzgebung eine Regelung dieser Materie erfolgt, die zugleich den Grundsätzen der bezüglichen Gesetze der meisten deutschen Bundesstaaten entspricht. Das Erfordernis der vorherigen Genehmigung jeder Vereinsbildung und jeder öffentlichen politischen oder religiösen Versammlung ist beseitigt. Es besteht nur noch eine einfache Anzeigepflicht. An Stelle vorbeugender Maßregeln sind unterdrückende(repressive) getreten. Sodann ist bezüglich der Vereine im Fall eines behördlichen Eingreifens jetzt den Beteiligten der Rechtsweg vor dem Verwaltungsgericht eröffnet und hinsichtlich der Versammlungen die Befugnis, solche wegen Gefährdung des öffentlichen Friedens zu verbieten, jetzt dem Ministerium vorbehalten, das auch die politisch verantwortliche Behörde ist. Schon diese wenigen und durchgreisenden hauptsächlichsten Grundbestimmungen des neuen Gesetzes kennzeichnen den gewaltigen freiheitlichen Fortschritt gegen das frühere Recht. Zur marokkanischen Frage. Eine deutsch=französische Entente. P Der„Temps“, eins der besonnensten Pariser Blätter, das Beziehungen zum Quay d'Orsay hat, überschreibt seinen Artikel zur deutsch=französischen Konferenz mit den Worten: L'entente francoallemande. Was wird man in England zu dieser neuen Entente sagen? Das Blatt meint, nachdem Bülow und Rouvier nun einmal eine tatsächliche Entente geschaffen, müsse man sich schon jetzt vergegenwärtigen, was bei der Sache herauskommen und wie sich der Charakter der Verhandlungen gestalten werde. Schwer zu lösen war die Aufgabe des französischen Ministers, da er immer annehmen mußte, Deutschland werde auf seinen Vorschlag, der Konferenz ein vorläufiges Einverständnis zugrunde zu legen, nicht eingehen. In der Alternative, zugleich den Fireden und das Ansehen Frankreichs zu wahren, war schwer ein Ausweg, angesichts der politischen Meinung des deutschen Auswärtigen Amtes, zu finden. Dies Hindernis mußte genommen werden, und das haben Rouvier und seine Mitarbeiter glänzend gelöst. Gehörte doch schließlich weiter nichts dazu, als daß Deutschland seinen Argwohn und sein Mißtrauen überwand und an die Loyalität und Freimütigkeit der französischen Intensionen glaubte. Im Verlauf der Verhandlungen sind nun ohnehin die deutschen Forderungen allmählich festgestellt worden, eine vorläufige„Entente“ ist fertig. Die Wünsche, welche Deutschland vortragen wird, sind in Paris bekannt, und man konnte sich vorher auf die Antwort bei den bestehenden gegensätzlichen Auffassungen vorbereiten. Meinungsverschiedenheiten bestehen immer bei Interessengegensätzen, deshalb mußte das Reich rund heraus sagen, was es wünsche, damit Frankreich vor späteren überraschungen gesichert ist. Diese sind nunmehr ausgeschlossen. Ist also nunmehr bei rückhaltlosem Austausch der Erfolg der Konferenz gesichert, so ist dies noch nicht einmal das wichtigste Ergebnis, welches vielmehr in dem Wiederaufleben der herzlichen Beziehungen zwischen den beiden Auswärtigen ämtern zu erblicken ist, das vor der Reise nach Tanger bestand. Natürlich soll man nicht allzu viel Aufhebens von der Weisheit machen, welche beide Regierungen durch gegenseitige Konzessionen bewiesen haben. Immerhin darf man nicht annehmen, daß auch sofort eine Entente in der Stimmung der beiden Völker eintreten werde: In beiden Ländern sind lärmende politische Parteien, welche fürchten, Deutschland werde dabei hinters Licht geführt, Frankreich vergebe sich etwas. In Frankreich sagen die einen, der Meinungsaustausch, der vorher erfolgt sei, bedeute die eigentliche Bedingung Frankreichs für die Konferenz, andere sagen umgekehrt, die Annahme der Konferenz sei die Vorbedingung für diesen Meinungsaustausch gewesen. Beides ist Wortklauberei, die nicht ungefährlich ist, da sie den einen Kontrahenten dem anderen gegenüber in Nachteil bringen kann; in Wahrheit war der vorherige Austausch nur ein Korollarium, ein Anhängsel zur Konferenz selbst, die selbstverständliche Formulierung eines Vorschlags, worin für keinen der beiden Beteiligten eine Demütigung gefunden werden kann. Zur Lage in Rußzland. Die Irrfahrten des„Fürst Potemtin". Das russische Rebellenschiff fährt anscheinend planlos im Schwarzen Meere umher. Nachdem es vergeplich in Rumänien Proviant und Kohlen zu erhalten versucht hatte, erklärte es in einem Rundschreiben an die Vertreter der Mächte in Rumänien feierlich den Krieg gegen Rußland, und ging sodann wieder in See. Es soll noch für einen Tag Kohlen und 2000 Granaten an Bord haben. Diese hohe Zahl der Granaten erklärt sich wahrscheinlich daraus, daß das Schiff, als es meuterte, zu Schießübungen kommandiert war. Wohin es sich gewendet hat, weiß man nicht. In Bulgarien befürchtete man, es werde als unwillkommener Gast an der bulgarischen Küste erscheinen, doch diese Befürchtung scheint überflüssig gewesen zu sein. Auch die Annahme, daß es nach Odessa zurückgefahren sei, scheint eine irrige zu sein, denn ein von dort abgegangenes Torpedoboot, das ganz mit Offizieren bemannt ist und die Absicht hat, sich unter der roten Flaage dem Linienschiffe zu nähern, und es dann in den Grund zu vohren, ist an der rumänischen Küste eingetroffen, ohne sein Opfer gefunden zu haben. Man hält es für keineswegs unmöglich, daß die Revellen den Plan gefaßt haben, nach der tautasischen Küste zu fahren, wo sie von den dortigen Rebellen mit Begeisterung empfangen werden würden. Selbst wenn dem Schiffe dies gelingen sollte, würde natürlich dadurch nichts an dem unabwendvaren Geschick geändert werden. m Sofia, 5. Juli. Das mit der Verfolgung des „Fürst Potemkin" beauftragte russische Torpcoovoo:„Srremitelun" lief gestern Abend den Hafen von Varna an. Nach Einnahme von Kohlen und Wasser dampfte es heute früh mit unbetannter Bestimmung ab. Die bulgarische Regierung hat ihre Hafenbehörden angewiesen, alle eventuell anlaufenden meuternden russischen Schiffe sofort zu desarmieren oder zum Verlassen des Hafens aufzufordern und nötigenfalls Gewalt anzuwenden. Amerikanische Einwanderungssorgen und ihre Abhilfe. Der Präsicdent und der Krongreß der Vereinigten Staaten von Nordamerika beschäftigen sich zur Zeit angelegentlich mit der Einwanderungsfrage. Der gewaltige Andrang der Einwanderer in den östlichen Staaten und besonders in deren Hafenstädten ist den Ameritauern in neuerer Zeit sehr lästig geworden; sie erklären, nicht mehr länger das„Asyl der Arbeitsuchenden“ sein zu wollen. Während nun die einen eine hohe Kopfsteuer für das Allheilmittel halten, erklären dagegen die andern, daß das Ploblem auf diese Weise nicht gelöst werden könne, da das Interesse der Vereinigten Staaten keine Beschränkung, sondern nur eine bessere Verteilung der Einwanderung verlange. Deshalb wird von Amerikanern, welche die Besiedelungs=Verhältnisse der Vereinigten Staaten gründlich kennen, der Vorschlag gemacht, den Einwandererstrom von den überfüllten Hafenstädten des Östens in weniger besiedelte Gegenden, ganz besonders in den Süden zu lenken. Die Südstaaten, erklärte jüngst ein einflußreicher Amerikaner, sind wegen ihres ausgezeichneten, nicht zu heißen Klimas, ihrer günstigen Wasserverhältnisse, ihres Reichtums an Baumwolle und Holz, an Kohlen und Eisen und wegen anderer unzähliger Glegenheiten, Arbeit zu bekommen und Geld zu erwerben, für Einwanderung ganz vorzüglich geeignet. Der Aufschwung, den die Südstaaten in den letzten zwei Jahrzehnten genommen, sei noch keineswegs zu Ende, sondern werde auch in absehbarer Zeit noch weiter schreiten, vor allem infolge der Ausdehnung des Eisenbahnnetzes und der Erbauung des Panama=Kanals. überall in den Südstaaten mangele es#in Arbeitskräften, in den Mühlen und in den Minen, in den Waldungen und auf den Farmen, wohin man schaue, überall werden Arbeiter gesucht. Die unter den Europäern vielfach verbreitete Besorgnis, sie würden durch die Konkurrenz der eingevorenen Schwarzen zurückgedrängt werden, sei ganz grundlos; der europäische Einwanderer besitze sein eigenes Feld und komme mit den Schwarzen gar nicht in Berührung. Unschätzbarer Reichtum liege in den Südstaaten vervorgen, es fehle nur an Kräften, ihn zu heben. Deshalb müsse nicht „Beschränkung der Einwanderung“, sondern„Regulierung der Einwanderung" das Losungswort sein. Kanada. Man schreibt uns aus London, den 4. Juli: Trotz aller freundschaftlichen Versicherungen und Verbrüderungsanwandlungen, die zwischen England und den Vereinigten Staaten spielen, scheint die britische Regierung dem amerikanischen Vetter doch nicht zu trauen, und ist nun mehr als die bloße Anregung von London ausgegangen, entlang der ganzen Grenze Kanadas vom Atlantischen Meere bis zum Stillen Ozean eine Kette von Befestigungen und Forts anzulegen. Der kanadische Minister der Miliz(ein britischer Offizier) General Sir Frederick Borden erklärte bei einem Festmahl der Leibgarde des Vizekönigs, daß Kanada dem Mutterlande keinen besseren Dienst erweisen könnte, als die Landesverteidigung gründlich zu organisieren und in stand zu setzen, um imstande zu sein, sich innerer und äußerer Feinde zu erwehren. Seine Politik befinde sich in voller Übereinstimmung mit dem Vorschlage der Anlage von Grenzbefestigungen, und er werde sein bestes tun, um dies der Verwirklichung zuzuführen. Die Nußerungen werfen ein bezeichnendes Streiflicht auf die in Kanada obwaltenden Strömungen und zeigen, daß es mit dem Festhalten an dem Mutterlande nicht allzu weit her ist. Der französische Osten hat sich nie ganz damit ausgesöhnt, daß er unter die britische Herrschaft gekommen. Untern den Kanadiern selbst ist auch der Wunsch weit verbreitet, ganz Kanada zu einer Republik der Vereinigten Staaten von Kanada zu machen und so die volle Unabhängigkeit zu erlangen. Dazu gesellr sich aber jetzt ein neues Element. Unter den vielen eingewanderten Fremden ist der Wunsch rege, sich an die Vereinigten Staaten von Nordamerika anzuschließen, und in den Vereinigten Staaten wird von den Pan=Amerikanern dieser Wunsch geteilt. Er stimmt mit der Monroe=Doktrin„Amerika für die Amerikaner" überein und der außerordentlich starke Zuzug von amerikanischen Bürgern, die sich in auffällig großer Zahl in Kanada ansiedeln— im vorigen Jahre allein über 150000,— hat in den loyalen kanadischen Kreisen und auch in Großbritannien Mißtrauen erweckt, das in dem Vorschlage der Grenzbefestigungen, die nur gegen die Vereinigten Staaten gemeint sein können, Ausdruck gesunden. Wien, 6. Juli.[Desertionen bei der Flotte.] Aus Fiume wird berichtet: Während des Aufenthalts eines übungsgeschwaders sind hier 22 Matrosen, durchweg Ungarn, desertiert und in die umliegenden Dörfer geflohen. Zahlreiche Militärpatrouillen, die ausgeschickt worden waren, ent deckten die Deserteure, die auf ein Torpedoboot gebracht wurden, das sie nach Sebenico bringt, wohin das Geschwader mittlerweile gedampft ist. — London. 5 Juli.[Die Aussichten der Fremdengesetzes.] Mr. Balfour ist fest entschlossen, dafür zu sorgen, daß das Gesetz über die Einwanderung diesmal nicht, wie im Vorjahre, durch Obstruktion und Einbringung von Ergänzungsanträgen aller Art unmöglich gemacht wird. Er hat bekannt gemacht, daß er das Mittel zur Anwendung bringen wird, das die Opposition als „Guillotine“ rezeichnet, d. h., es werden an jedem Beratungstage eine gewisse Anzahl von Paragraphen erledigt werden müssen. Die Majorität ist auf seiten der Regierung, und es wird den Liveralen und Gegnern wenig nützei, daß sie sich über die Beschränkung der Redefreiheit im Parlament aufregen. Es ist nicht das erste Mal, daß Mr. Balfour zu diesem der Opposition so verhaßten Mittel greift. Als Termin für die dritte und letzte Lesung des Gesetzes ist von dem Premierminister der 19. Juli festgesetzt worden. Die Regierungsblätter sind der Ansicht, daß der Premierminister zu diesem Schritte zum Teil dadurch veranlaßt wurde, daß es der Opposition mit Hilfe der von der Regierung abgefallenen Parlamentsmitglieder Mr. Churchill und Major Scely gelang, die Dienstagsverhandlungen bis nach 2½2 Uhr am Mittwoch Morgen auszudehnen, so daß das Parlament in der Mittwochssitzung ziemlich arbeitsunfähig war. Da die Session ihrem Ende entgegen geht und eine große Arbeitslast zu erledigen hat, findet der Plan des Premierministers in der unionistischen Presse volle Anertennung. Kunst und Wissenschaft. Ein„dramatisches Versuchstheater“.] Ein „dramatisches Versuchstheater“ hat die Gesellschaft der Theaterdichter in Italien in Florenz gegründet. In diesem sollen alljährlich Stücke von jungen Dichtern dem Publikum vorgeführt werden. Für das Jahr 1905 hatte ein Florentiner einen Preis von 1000 Lire für das beste Stück ausgesetzt. Die Zahl der Teilnehmer am Wettbewerbe war sehr groß. Indessen erschienen die beiden Werke, die die Auszeichnung erhielten, nicht gerade als vorzüglich; ihre Verfasser waren de Benedetti und Giuseppe Lanciarini. Unter den anderen Stücken, die aufgeführt wurden, waren noch bemerkenswert:„Gli Ozü di Capua“, eine Militärsatire von Augusto Novelli und„Odio Vince", tragisches Sittenbild aus Sardinien von Grazia Deledda. :!Vom Musikleben in Japan.] Die Japaner haben in Tokio ein Konservatorium für Musik, an dem nur deutsche Musiker unterrichten. Der Krieg hat auf die Arbeiten und Studien dieses Instituts keinen hemmenden Einfluß ausgeübt; erst vor kurzem haben die Schüle: des Tokiver Konservatoriums zwei große Konzerte gegeben, bei denen sie unter anderem verschiedene Kompositionen von Palestring und die Musik zur„L'Arlésienne" von Bizet zur Aufführung brachten. Elisée Reclus F.] Einer der namhaftesten Geographen unserer Zeit, der Franzose Elisée Reclus, der seit vielen Jahren als Professor an der Freien Universität in Brüssel wirkte, ist plötzlich auf der Besitzung seines sozialistischen Freundes Debronkere in Thourout im 76. Lebensjahre am Wizschlag gestorben. Ein schicksalsreiches Leben, in dem sich wissenschaftlicher Forscherdrang mit politischer Tatenlust mischte, lag hinter ihm, als er 1894 zum Leiter des geographischen Instituts dieser Universität berufen wurde. 1830 als Sohn eines protestantischen Pfarrers im Departement Gironde gevoren, studierte er in Montauban und Berlin hier unter Karl Ritter), mußte 1851 Frantreich infolge des Staatsstreichs verlassen und bereiste nun Großbritannien, Irland und Amerika. Nach Frankreich zurückgekehrt, trat er während der Belagerung von Paris 1870/71 in die Nationalgarde ein und blieb auch während der Kommuneherrschaft bei dieser; hierfür wurde er später zur Deportation verurteilt, welches Urteil jedoch durch den Präsidenten Thiers in Verbannung aus Frankreich gemildert wurde. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Lugano konnte er durch die allgemeine Amnestie nach Frankreich zurückkehren, zog es aber bei seinen radikalen politischen Anschauungen vor, sich der neu gegründeten sozialistischen Brüsseler Universität anzuschließen, wo er neben seinem ihm auch in seiner politischen Gesinnung verwandten Bruder Elic, der im vorigen Jahre gestorben ist, Geographie und Völkerkunde lehrte. Reclus schrieb eine physikalische Geographie unter dem Titel„La Terre“(1867—68), ein Buch, das auch in deutscher übersetzung erschien und dem sich sein Hauptwert, die groß angelegte„Nouvelle geographie universelle“(1876—94, 19 Bände) anschloß. Andere Schriften befassen sich mit der Gcographic der Alpen oder beschreiben seine Forschungsreisen. Sein politisches Glaubensbekenntnis hat er niedergelegt in:„I.'évolution, la révolution et l’idéal anarchique“(18961. he.[Erster Kongreß der internationalen Gesellschaft für Chirurgie.] Der erste Kongreß der internationalen Gesellschaft für Chirurgie findet vom 18. bis 23. September 1905 zu Brussel statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Wert der Blutuntersuchung in der Chirurgie; 2. Behandlung der Prostatahyver= trophic; 3. chirurgische Eingriffe bei nicht krebsigen Magenerkrankungen; 4. Behandlung der Gelenktuberkulosc; 5. Behandlung der Peritonitis; 6. Diagnostik der chirurgischen Nierenerkrantungen. :[Die Ansteckungsgefahr bei Scharlach.] Die Austeckungsgefahr bei Scharlach scheint bisher noch immer nicht hinreichend verstanden zu sein. Es kommen nämlich von Zeit zu Zeit Erkrantungen an Scharlach vor, die nur aus einer Ansteckung durch Personen erklärt werden können, die aus einem Krankenhaus als geheilt und für ihre Umgebung ungefährlich entlassen worden waren. Daraufhin hat Dr. Williams eine statistische Untersuchung vorgenommen, die im Londoner„Lancet" besprochen wird und über die Dauer des ansteckenden Zustandes der Krankheit und über die Bedingungen, die zu deren Verlängerung mitwirken, ein neues Licht verbreiten. Die Prüfung dieses Arztes hat sich auf 2000 Fälle von Scharlach erstreckt, und von diesen waren 70 mit dem Wiederauftreten der Krankheit in den Häusern, wohin die Geheilten zurückkehrten, oder bei anderen Personen, die mit ihnen in Berührung kamen, in Zusammenhang gebracht worden. Dr. Williams ist darauf näher auf die Art der Ansteckung bei Scharlach eingegangen. Vor allem ist aus den neuesten Forschungen dieser Richtung hervorzuheben, daß man jetzt die Ausflüsse aus Nase, Hals und Ohren bei den in der Genesung befindlichen Scharlachtranken für ansteckender hält, als die sich abschuppende Haut. Sehr ansteckend sind allerdings wohl die ersten Hautschuppen, dic späteren aber vermutlich überhaupt nicht. Di. Williams hat von jenen 70 verdächtigen Fällen festgestellt, daß 13 Ausscheidungen aus den Ohren, 14 aus der Nase und 5 aus Mund und Nase gehabt hatten, während auch die übrigen in dieser Hinsicht nicht als normal bezeichnet werden konnten. Nur die Fälle aber, bei denen Ohrfluß eingetreten war, wurden als krank im Hospital zurückbehalten, so daß sich allerdings annehmen läßt, daß die anderen eine Ansteckungsgefahr für ihre Umgebung mit sich bringen tonnten. Im ganzen nimmt Williams an, daß 1 bis 2 Prozent der Scharlacherkrankungen durch eine solche Vernachlässigung verlängerter Ansteckungsgefahr eintreten dürften, und zwar auch nach einer Isolierung von über 50 Tagen. Unglücklicherweise besitzt die Heilkunde bisher kein Mittel zur bakteriologischen Untersuchung des Scharlachs, aber Vorsicht ist deshalb umsomehr geboten. Die höchsten durch Registrierballons erreichten Höhen.] 24970 Meter und 19750 Meter haben nach„La Nature" im September in Straßburg und Pawlosk aufgelassene Registrierballons erreicht. Das ist das erste Mal, daß so große Höhen erreicht wurden. Meist erhoben sich die Versuchsballons nicht über 10 000 bis 15000 Meter. Allerdings muß man die Genauigkeit dieser Zahlen in Zweifel ziehen, sie stammen nicht aus direkter Beobachtung oder trigonometrischen Berechnungen, sondern aus Angaben der mitgeführten Instrumente. Diese sind zwar vorzüglich für die mittleren Höhen, aber darüber hinaus bedürfen sic der Bestätigung Allerlei. Ein schwäbischer Dorftyrann.] Zu welchen drolligen Einfällen einen echt schwäbischen Schulzen das Gefühl seiner Macht, das ihm seiner„Lebenslänglichkeit“ zuströmt, zu führen vermag, beweist folgende gut beglaubigte Geschichte aus Z., der Schultheiß hatte aus einer ganz geringfügigen Veranlassung Streit mit seiner verheirateten Schwester. Die Schwester schien in der Hitze des Gefechtes den ihrem Schulzen und Bruder gebührenden Respekt wirklich ganz und gar zu vergessen, sie verstieg sich sagar dazu, dem würdevollen Ortsober= haupt eine recht drastische Standrede zu halten. Tief entrüstet über solch despektierliches Verhalten stürmt der Gemeindegewaltige auf das Rathaus und gibt hier dem Amtsdiener Befehl, die Schwester auf der Stelle vor das Tribunal zu zitieren. Die Gerufene erscheint denn auch sofort in der Residenz des gestrengen Bruders. Ihr kommt die Sache zu komisch vor, als daß sie sich ernst zu halten vermochte. Nicht so der„Lebenslängliche". In seiner ganzen Würde richtet er sich in die Höhe, von oben herunter mustert er die Schwester, mit„Sie“ redet er sie an. Er redet nur Weniges mit ihr, aber „was er spricht, ist Schrecken.“„Sie sind verhaftet“, erklärt er ihr,„Sie werden sofort in den Arrest abgeführt werden:: Jetzt wurde der Schwester die Geschichte denn doch zu bunt. Sie erlaubt sich den Herrn Bruder daran zu erinnern, daß sie augenblicklich den Arrest nicht antreten könne, da ihr Ehemann verreist sei und sie daheim ihr krankes Kind habe. Sie müsse sich zum mindesten das Recht ausbitten, vorher eine Person zu ihrer Stellvertretung mit den häuslichen Geschäften zu beauftragen. Allein das half der Armsten nichts. Sie wurde abgeführt, und als sie sich sträubte, legte der Herr Bruder sogar selbst Hand an sie und führte sie hinter Schloß und Riegel. Zum Glück kam der Ehemann der Verhafteten bald nachher heim, erfuhr den Vorgang, telegraphierte ans Oberamt und erwirkte durch dieses den Befehl zur sofortigen Freilassung seiner Frau 6. Beilag An der Hofaar auf Hinterterrain bestehend aus ein. 3 u. ein. 4 Zimmern ganz od. geteilt, sof durchaus ruhige Leute zu vermie W. Mockert, Karl In Marz Provinzialstr. 87, Wohnhans mit! u. Lagerhaus, auch statt geeignet, per vermieten. Zuerfr. Provinzialstraße 1 ganzes& oder Lade! nebst Wohnung sof Näheres Sternstro Einfamilien in schönster Lage, Walde u. an der ele in Rath, Kaiserstr verm. od. verkaufe 3 Hochherrscha : Einfamilier X Brend'amourstr X Obercassel, mit 1 * Räumen, sehr 4 bequem eingeri# 9 vermieten oder ° Näheres in Nr. X Schadowstr. 27, A Haus Kapuzinerg. 7, seit J. Speisew. m. 2 orm. J. Bauer, Flit Geschäfts Bolkerstraße gegenüber der Pass Hartoch, geeignet f geschäft 2c., wird z1 dis. Ihrs. frei und weitig zu vermiet Bolkerstraße 18. 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Alexander Farnese, Prinz von Parma, Neffo des Königs— Herr Maximilian Werrack. Infantin Klara Eugenia— Vera Vogt. Granden von Spanien: Marquis von Posa, ein Maltheser-Ritter— Herr Otto Sommerstorff: Herzog von Alba— Herr Otto Eppens: Graf von Lerma, Oberster der Leibwache— Herr Josef Nesper; Herzog von Feria, Ritter des Vliesses— Herr Max Winter: Herzog von Medina-Sidonia, Admiral— Herr Karl Greiner; Don Raimond von Taxis, Oberpostmeister— Herr Karl Uhlig. Herzogin von Olivarez. Oberhofmeisterin— Frau E. Teller-Habelmann. Damen der Königin: Marquise von Mondecar— Fräulein Charlotte Pils: Prinzessin von Eboll— Fran Luise Willig: Gräfin Fuentes— Fränlein Hilde Knoth. Domingo, Beichtvater des Königs— Herr Moritz Zeisler. Der Grossinquisitor des Königreichs— Herr Max Grube. Ein Page der Königin— Fräulein Erna Arden. Don Ludwig Mercado, Leibarzt der Königin— Herr Karl Eichholz. Ein Offizier— Herr Hermann Parls. 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Kirche, in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet statt Samstag den 8. Juli, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Neustrasse 36 aus. Alle diejenigen, welchen aus Versehen keine besondere Anzeige zugegangen, sind hiermit freundlichst eingeladen. RIKKKKKKLLL4LRAN 4 Statt besond. Anzeige. Ein prächtiges* gesundes lö2sch Mädchen. L.Paul Weidlich u. Prau, Klara,geb. Hesselbein Dässeldorf(Parkhotel) 6. den 5. Juli 1905. 5##TPPPNNE Anmeldungen zum Pflegeverein für arme Eöchnerinnen werden vom 0. Juli bis 10. August Grafenbergerallee 63, nicht Sternstr. 61, angenommen.*n Bessere Herren können an einem Vrinar= Mittagtisch teilnehm.(Nähe Schadowst.). Off. u. A7165 an die Exped. Neu= und Ambauten unter gleichzeitiger Besorgnug v. Hypothekenkapitalien üvernimmt solv. Baugeschäft. Lff. u. 47513 an die Exped. Gelegenheitskauf! Herren aus nur gut. 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Um stille Teilnahme bitten Die tiefbetrübten Hinterbliebenen: Elisabeth Bröckers, geb. Sülzenfuss. Margaretha Dübbers, geb. Bröckers. Heinrich Bröckers. Jean Dübbers. Nettehen Bröckers, geb. Stratmann. Unter-Rath, Düsseldorf und Sigmaringen, den 5. Juli 1905. Die Beerdigung findet am Samstag den 8. Juli, Morgens ½9 Uhr vom Sterbehaus Unter-Rath 28 aus, statt; gleich nachher werden die feierlichen Exequlen in der Pfarrkirche zu UnterRath gehalten, wozu hierdurch freundlichst eingeladen wird. n* fort zum icht. Zu melden Kanalrabenstratzen=Ecke. Gestern Abend verschied zu Brauntels a. d. Lahn nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter, Frau Witwe Louis Weddigen, Meta, geb. Springmann, aus Düsseldorf, im Alter von 64 Jahren Luise Herminghaus, geb. Weddigen, Clara Herminghaus, geb. Weddigen, Ludwig Weddigen, Amtsrichter, Lydia Weddigen, Hans Weddigen, Frieda Weddigen, Carl Herminghaus, Wilhelm Herminghaus, Gustel Weddigen, geb. Pagenstecher, und 8 Enkel. Düsseldorf. Goltsteinstrasse 22, Hilden, Frankfurt a. Main, Dresden, den 5. Juli 1905. Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser treues Mitglied, Herrn Stephan Knellecken, durch einen plötzlichen Tod in die Ewigkeit abzurufen. In dem Dahingeschiedenen verlieren wir ein treues Mitglied, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. n* Gewidmet von der Athleten=Gesellschaft Einigkeit, Düsseldorf=Derendorf. Danksagung. Die Beerdigung findet am Samstag den 8 ds. Mts., Nachmittags 4 Uhr. von der Kapelle des Nordfriedhofes(Tannenwäldehen laus. statt. Für die vielen Beweise aufrichtiger ## Teilnahme bei dem Tode unseres lieben Vaters dankt auf diesem Wege herzlichst Familie Chr. Jägers. Düsseldorf, den 6. Juli 1905. Das feierliche Jahresgedächtnis für meine Schwester, Fräulein Adelheide Rees, findet Samstag den 8. Juli, Morgens 8½ Uhr, in der Kirche zum bl. Petrus statt, wozu hierdurch freundlichst eingeladen wird. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, gestern Abend gegen 7 Uhr, meinen innigstgeliebten Gatten, unseren guten Vater, Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Hermann Böcker, Schankwirt, nach langem, mit christlicher Geduld ertragenem Leiden, vorher gestärkt mit den Heilsmitteln der römisch-katholischen Kirche, im Alter von 45 Jahren, zu sich in die Ewigkeit abzuberufen. Um stille Teilnahme bitten die tiefbetrübten Ninterbliebenen: Maria Böcker, geb. Deprez, Katharina Böcker, „ J o s e p h B ö c k e r, Hermann Böcker, Julius Böcker, Peter Böcker, Anna Carduck, geb. Böcker, Joseph Carduck, Maria Boos, geb. Böcker, Adam Boos. Düsseldorf, 6. Juli 1905. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen. am Dienstag Abend 11½ Uhr, meine innigstgeliebte Gattin, unsere gute Mutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die wohlachtbare Bernhardine, geb. Peters. plötzlich, jedoch nicht unvorbereitet, infolge Herzlähmung, im Alter von 56 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen Die trauernden Hinterbliebenen. Düsseldorf. Steele. Ruhrort, Oberdiebach, den 6. Juli 1905. Die Beordigung findet Samstag den 8. Juli. Vormittags 9½ Uhr, vom Sterbehause Erkratherstrasse 266 aus, statt; die feierliche Seelenmesse wird am selben Tage, Morgens 7¾ Uhr, in der Pfarrkirche zu Flingern gelesen, wozu hiermit freundlichst eingeladen wird. Die Beerdigung findet am Samstag den 8. Juli curr., Nachmittags 2 Uhr. vom Sterbehause Ellerstrasse 131 ans, statt. Die feierlichen Exequien werden am Montag den 10. Juli. Morgens 7¾ Uhr, in der St. Josefskirche zn Oberbilk gehalten, wozu alle, denen aus Versehen keine besondere Einladung zugegangen sein sollte, hierdurch freundlichst eingeladen werden M46* Gestern verschied sanft und gottergeben nach langer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Onkel und Schwager, im Alter von 57 Jahren. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Düsseldorf-Oberbilk, 6. Juli 1905. Die Beerdigung findet am Samstag den 8. Juli e., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Josefsplatz 6 aus, statt, wozu alle, denen aus Versehen keine besondere Ein. ladung zugegangen ist, hierdurch freundlichst eingeladen sind. St. Sebastian.=Schützen=Verein Obervilk. 5. Grenadier=Komp.(Stadtfeld.) Wir erfüllen hierdurch die schmerzliche Pflichtdie Kameraden von dem Ableben unseres unvergeßlichen Kameraden und Vereinswirten, Herrn Hermann Böcker, Schankwirt, gebührend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Samstag den 8. Juli= Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Ellerstr. 131 aus, statt, wozu alle Kameraden dringend eingeladen sind.*M47 Der Hauptmann. W Gestern Abend 7 Uhr verschied plötzlich nach kurzem schweren Leiden unser lieber Sohn Franz Philipp Zindl, im zarten Alter von 10 Monaten. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Eltern: Franz u. Maria Zindl Düsseldorf, den 6. Juli 1905. Die Beerdigung findet Freitag den Juli. Vormittags. vom Trauerhause. Elisabethstr. 50, aus. statt. wozu Freunde und Bekannte freundlichst eingeladen sind. Heute Morgen 3 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden in Neuenahr meine innigstgeliebte, unvergessliche Gattin, unsere treu sorgende Mutter. Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte Frau Clara Sehmale, geb. Imhäuser, im 40. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet: Im Namen der tiefbetrübten Familie Carl Schmale. Kalk, den 5. Juli 1905. 22115 Die Beerdigung findet statt am Freitag den 7. ds. Mts., Nachmittags 5 Uhr. vom Hause Kalk, Hauptstr. 193, auf dem alten Friedhof. Danksagung. Hierdurch sage ich allen Verwandten und Bekannten, besonders dem Infanterie=Regiment Nr. 39, dem Verein ehem. 39er, dem Christlichen Arbeiter= u. Handwerker=Verein und dem Gesangverein Düsseldorfer Liedertafel für die rege Teilnahme bei der Beerdigung meines verstorbenen Mannes, sowie für die reichen Kranzspenden meinen besten Dank. Frau Ww. Kauß. Für die uns beim Hinscheiden unseres unvergesslichen Gatten und Vaters allseitig in so grossem Masse erwiesene herzliche Teilnahme, sowie für die dem lieben Verstorbenen in der zahlreichen Beteiligung bei dem Begräbnis und Exequien erwiesene letste Ehre und liebevolle Kranzspende sagen wir hierdurch allen unsern innigsten Dank. Witwe Albert Bremer, geb. Nöcker, nebst Kinder. Heelenmesse für die verstorbene Frau Franz Nölke, Dieser Kranz mit schöner Bandschleife, ausfrischen oder künstlichen Blumen kostet nur 3 Trauerkränze von 1.50 Mk. an bis zu d. teuersten. Ottilie, geb. Baumann, wird Samstag, Vormittags 6½ Uhr, in der St. Lambertuskirche gelesen, wozu hierdurch freundlichst eingeladen wird. Sechswochenamt für die verstorbene Wwe. Josefine Frauenfelder, verw. Harry Clemens. 2a9569 findet am Samstag den 8. ds. Mts., Morgens 9 Uhr, in der St. Lambertuskirche statt. Die Kinder. Vereinskranze mit jeder Widmung (schöne lange Bandschleife) von 5 Mk. an. 2= 4. 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Wass Mannheim, blainz, Bingen, Kaub, Koblenz, Köln, 1 Düsseldorf, Ruhrorf, Patentlist Anmeldu „Rollenlager fü platten und de Ratinger Röhre Ratingen,„Lok kessellänge sich die Länge des erstreckenden V Wassersammler Hohenzollern A „Schleudergeblä: Düsseldorf-Ober wasserheizungen usw. durchtlosse Hebel wirkende Kiekert, Heiliger anzubringender schiene für den Wichlinghausen, Löschen von Ko Grevenbroich, G Gebrauc Frau Emma Lüc „Ueberdachter Se Ständern an Möb feld,„Spekulatir Düsseldorf,„Gläl Postdar A. 1. Aden, Britisch I und Portug. Colon Mascat(Arabien), schistan, Bassora in Neapel. 18 4. 0 Brindisis 15 jed 2.Ceylon, Straitse gav.), Niederl. Indi lukk.), Niederl. Neuchina u. Kam=bodsch Brit.=Borneo, Labn * Nur nach Colomb a Neapel 19 4. 5 Brindisis 15 14 c Neapel 15 7. 0Marslle. 19 8. Niederländisch=J. schl. Borneo u. Ostki 1) Genua 27(12 #Marslle. 27 /5. 3. China, Formos Hougkong. a) Neapel 30 4. b Brindisi 31 jed c)Marslle. 31 8. Auf Verlangen aud Mandschurei, Dalny über: 4. Japan, Korea( Amerika. aLondonderry 33 1 6 d Cherb. 34.36 Qucenst. 33/36 1 Auf Verlangen Kleinasien. smyrna gehen üb Constantinopel wei wöchentlich Beförd dorf bis Smyrna 5 Orten über Oester 6. Persien, a) Montag u. Freitag Kustenplätzen am Brindisi 20/21 c) nach allen übri Beförderungsdaue Tauris 17 Tage 7. Syrien(Beirnt T sowie Bethlehem, H 8 Brindisil 8 jed 1 Brindisi b Brindisi c) Neapel 6 8 jed 7 8. R. 8. Algerien. Bi den der französ. P terbeförder zugefü von Marseille Mi nerstag und SamLendres Sonntag Beförderungsd. v 9. Capland, Traujeslut=Coloni Eriqualand. Sourhptn. 20 fl 10. Jelagog=Ba Southpt 19i Neapel; 28 8 ° Genuaf 33 Siairike. Genuse c)Marslle. 19 Wasserstand am 6. Juli 1905. Mannheim, 8 Uhr Morgens 4,06 m+ 0.03 blainz, 8„„ 1,33„+ 0,01 Bingen, 8 Uhr Morgens 1,99 m= 0,01 Kaub, 8„„ 2.24"— 0,03 Koblenz, 6„„ 2,33„+ 0,01 Köln, 11 Uhr„ 2.33"+ 0,03 Düsseldorf, 6" Abends 2,09„+ 0,04 Ruhrort, 8" Morgens 1,64"— 0,00 Patentliste rheinischer Erfinder. Anmeldungen: Albert Wirtz, Bochum, „Rollenlager für herausziehbare Backofen-Herd.platten und deren Fahrgestelle“.— DüsseldorfRatinger Röhrenkesselfabrik vorm. Dürr& Co., Ratingen,„Lokomotivkessel mit über die Gesamtkessellänge sich erstreckendem Dampfsammler über die Länge des Kessels hinter der Feuerung sich erstreckenden Wassersammlern und Dampf- und Wassersammler verbindenden Rohrbündeln“.— Hohenzollern A-G. für Lokomotivbau, Düsseldorf, „Schleudergebläse mit Druckausgleich“.— A. Walz. Düsseldorf-Obercassel,„Wärmeregler für Warmwasserheizungen oder dergl. mit vom Warmwasser usw. durchflossenem durch Ausdehnung auf einen Hebel wirkendem Doppelrohrbügel“.— Albert Kiekert, Heiligenhaus,„Im Falz des Fensterflügels anzubringender Fensterverschluss mit Führungsschiene für den Riegel“.— G. Otto Pfarr, BarmenWichlinghausen,„Förderband zum Fördern und Löschen von Koks und dergl.“.— Maschinenfabrik Grevenbroich, Grevenbroich,„Schleudermaschine“. Gebrauchsmuster- Eintragungen: Frau Emma Lücker, Broich bei Mülheim a. d. Ruhr, „Ueberdachter Schutagang aus zusammenschiebbaren Ständern an Möbelwagen“.— Gerhard Janssen, Krefeld,„Spokulatiusteig-Formwalze“.— Hans Rodler, Düsseldorf,„Gläserbürste und dergl., deren vorderer abnehmbarer Teil mit einer durch den Stiel geführten Spindel gehalten wird“.— Arnold Westerfrölke, Düsseldorf-Grafenberg,„Konzepthalter mit Vorschubwalzen“.— Fräulein Melinka Post, Düsseldorf,„Aus mehreren Bahnen zusammengewickelte Kopierrolle für Rollenkopiermaschinen“.— C. W. Hasenclever Söhne, Düsseldorf-Oberbilk, 1.„Seilklemme für Seilförderungen, durch welche das Gewicht des Wagenkastens betätigt wird“. 2.„Kettengreiferscheibe mit Büchse zur Aufnahme der Kettengreifer“.— Heinrich Satzke, Düsseldorf,„Fussbodenöler mit unter dem Oelbehältnis beweglich angeordneter Auftragwalze“. — Johann Suibert Hülser, Kaiserswerth,„Rollenanordnung für Schulbänke“.— Wilh. Berchter, Mülheim-Ruhr, Heinrich Kaiser, Heissen und Franz Landwehr, Mülheim-Winkhausen,„Doppelbauaufzug mit an Nürnbergerscheren angebrachten durch ein Stirnrad beeinflussten Zahnstangen“.— Cornel. Micheels, Düsseldorf,„Feststehender Schornsteinaufsatz ohne bewegliche Teile, bei welchem die Zugwirkung bei jeder Windrichtung gesichert ist und durch besondere Saugklappen erhöht wird“. Konkurs-Nachrichten. Hiesige Konkurse. Ueber den Nachlass der am 13. März 1905 zu Düsseldorf verstorbenen Rentnerin Maria Höhe zu Düsseldorf ist heute am 5. Juli 1905, Vormittags 8½ Uhr, das Konkursverfahren erötfnet. Der Auktionator Carl Kool I. hierselbst, ist zum Konkursverwalter ernannt. Offener Arrest, Anzeige- und Anmeldefrist bis zum 10. August 1905. Erste Gläubigerversammlung am 4. August 1905, Vormittags 10 Uhr, sowie allgemeiner Prüfungstermin am 25. August 1905, Verm. 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Kaiser Wilhemstrasse 12, Zimmer Nr. 7. 421 Königliches Amtsgericht, Abt. 14, in Düsseldorf. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Gesellschaft mit beschränkter Haftung„Cementwarenfabrik und Baumaterialienhandlung A. Wagner“ zu Düsselderf, Engelbertstrasse 10 und Bachstrusse 25, wird mangels Masse eingestellt. Düsseldorf, den 23. Juni 1905. d21 Königliches Amtsgericht, Abt. 14. Kuxenverkehr, Düsseldorf, den 6. 7. 05, mitgeteilt von der' Bankfirma Siegfried Falk: „Nach der in den letzten Tagen stattgehabten stürmischen Aufwärtsbewegung für einzelne Werte griff heute eine kleine Ernüchterung Platz. So wurden Constantin der Grosse mit 42 900, König Ludwig mit 33 100, Friedrich der Grosse mit 17 750 und Lothringen mit 25000 mehrfach offeriert. Höher gefragt waren Victor bei 21 700. Dorstfeld bei 16 200, Fröhliche Morgensonne bis 13000. Lebhaft gehandelt wurden Mont Cenis bei ca. 24 200. Von mittleren und leichten Werten waren Hercules mit 10 250, Eintracht Tiefbau bei 8250 gefragt. Graf Schwerin gingen bei ca. 11 850 um. Von Kaliwerten war die Aufmerksamkeit in erster Linie auf Justus I gelenkt, welche auf unkontrollierbare Gerüchte hin vorübergehend bis 9150 angeboten wurden, verlassen jedoch den Markt infolge Dementierung dieser Gerüchte mit einem Geldkurse von 9350. Hereynis gingen mit es. 25800 um; Wilhelmshall wurden mit 15 400, Burbach mit 14300, Alexandershall mit 9600 mehrfach gesucht. Von kleineren Werten avancierten abgestempelte Hansa vorübergehend bis ca. 550, schliessen jedoch 490 Brief. Hanss Silberberg wurden mit 2325 vergeblich offeriert. Der Erzkuxen-Markt liegt andauernd ohne Animo; nur Altenberg mit 700 und Glückauf Neviges mit 500 gefragt.“ nach außereuropäischen Ländern vom 1./7. bis 15./8. Einschiffungs Ss Letzte Absendung aus hasen. 2S Düsseldorf. A. Asien. . Aden, Britisch Indien u. Birma, Franz. und Portug. Colonien in Vorder=Indien, Mascat(Arabien), Afghauistan, Belndschistan, Bassora in der asiat. Türkei. Neapel. 18, 4. 18. 24. 1./8. 1122 Abds. 0)Brindisis 15 jeden Freitag 1122 Abds. 2.Ceylon, Straits Settlements(Mal., Singav.), Niederl. Indien(Sunda=Inseln, Molukk.), Niederl. Neu=Guinca, Franz.=Cochin= china u. Kam=bodscha, Annam u. Tonkin, Brit.=Borneo, Labnan Philippinen, Siam. * Nur nach Colombo). a Neapel 19 4. 18. 24.“ 1./8. 1122 Ab. 5 Brindisis 15 14. 28. 11./8, 1122 Abends. c Neapel 15 7. 21. 4./8. 1122 Abends. 4Marslle. 19 8. 22. 5./8. 888 Vorm. Niederländisch=Indien außerdem:(ausschl. Borneo u. Ostküste von Sumatra.) 1) Genua, 27( 12. 26. 9./8. 1126 Vorm. ##Marslle. 27 /5. 19. 2./8, 1122 Abends. 3. China, Formosa, Kiautschon, Macao, Hougkong. a) Neapel 30 l 4. 18. 1./8. 1122 Abends. b) Brindisi 31 jeden Freitag 1123 Abds. c)Marslle 31 8. 22. 5./8. 838 Vorm. Auf Verlangen auch über Amerika(s. 4). Mandschurei, Dalny, Kalgan, Port Arthur über Rußland. 4. Japan, Korea(Formosa, s. Nr. 3) über Amerika. L0ndonderry 33 6. 27. 101 früh. b Cherb. 34.36 f 6. 18. 25. 1. 10./8. 94 A. eherb. 34,36 7. 21, 28. 4./8, 714 Ab. Lueenst. 33/36/, 14. 714 Abends. Auf Verlangen auch wie unter 3. 5. Kleinasien. Briefsendungen nach smyrna gehen über Constantinopel. Von Constantinopel weiter u. Smyrna 5—6 mal wochentlich Beförderungsdauer von Düsseldorf bis Smyrna 5 Tage. Nach den übrigen Erten über Oesterreich. 6. Persien, a) nach Teheran— jeden Nontag u. Freitag 122 Mittags, b) nach den Zustenplätzen am persischen Meerbusen. Brindisi 20/21 jeden Freitag 1122 Abds. c) nach allen übrigen Orten über Rußland Veförderungsdauer von Düsseldorf bis Tauris 17 Tage. 12. Deutsch=Südwestafrika. a)Southpt 28 7. 14. 28. 4./8. 7¼ Abds. b) Hamb. 27 114. 29.— Nachm. c Antw. 21|11./7. 8./8. 944 Abends. d) South.t 37 21. 71 Abends. e) Hamb.f 27 14. 227 Nachm. Mittel=Amerika. 23. Britisch=Honduras, Guatemala. 8 Queenst, 20 sljeden Mittwoch 11 früh u. Sneenst.—° jeden Freitag 714 Abends. Nach Guatemala auf Verl. auch über Colon=Panama(s.24.) 13. Egupten a) Brindisi b) Brindisi c) Neapel d) Brind. *)Marsll. (Nubien, Sudan). jed. Freitag 1126 Vorm. jeden Mittwoch 1122 Abds. jeden Montag 944 Abds. 15. 30. 1126 Vorm. jed. Mittwoch 88 Vorm. 14. Kamernn a) Hamb. 24. Costa Rica, Nicaragna, Republik Honduras, Salvador. Briefsendungen wer den über New=York—Colon geleitet. Von New=York nach Colon jeden Dienstag in 7 Tagen. Von Colon bis Neu=Orleans Eisenbahn. Auf Verlangen auch über Southampton—Colon, über St. Nazaire, Bordeaux, Hamburg oder Antwerpen. 19 11. jed. Mts. 611 Vorm. üb. South. b) Liverp. 27 c) Hamb. f 40 15. Kongostaat. a) Antw. 20, 5. 26. 94 Abends. 14. 28. 838 Vorm. 12. 227 Nachm. 19. Tunis. Briefsendungen dahin werden der französ. Postverwaltung zur Weiterbeförderung über Marseille zugeführt. Ab Marseille jeden Montag, Mittwoch u. Freitag Mittags. Beförderungsdauer von Düsseldorf nach Tunis 3 Tage. Auf Verlangen auch über Italien. C. Amerika. Syrien(Beirnt Damascus, Jaffa, Jerus. sowie Bethlehem, Hebron und Ramallah). 9 Brindisis 6 jeden Mittwoch 648 Vorm. 8 jeden Freitag 944 Abds. 7 8./7. 5./8. 944 Abds. Brindisi c)Neapel Nord=Amerika. 20. Vereinigte Staaten von Amerika. a) Bremer=„ Seepost haven II 18. 25. 1. 15./8. 941 Abds. über Cherbourg 7 b) Cuxhav.] 1 Seepost. über 6./7. 10./8. 944 Abends. Cherbg. 7 qQueenst. 8 f 12. 14. 19. 26. 2./8. 11 fr. d) Southp. über Cherbourg 8 1 7. 21. 28. 4./8, 714 Ab. Westindien. 25. Antigua, Barbados, Dominica, Grenada, Moutserrat. Nevis, St. Ritts(St. Christoph), St. Bincent, Tobago. Southptn. 13 4. 18. 1./8, 71 Abends. 26. Cuba(Havana 2c.) über New=York. Beförderungsdauer von Düsseldorf bis Havana 12—14 Tage. Auf Verlangen auch: a)Bremenf 20]13. 1017 Abonds. b) Havre f 19 9. 27. 911 Abends. c) St. Nazaire f 17 20. jed. Mts. 88 Vorm. d) Antw. f 23 22. 28. 944 Abends. Leitvermerk zu an Ueber Bremen direkt. 27. Curacav. Leitung über New=York, von dort nach Curacao jeden Samstag in 8—9 Tagen. Auf Verlangen auch: a) Hamb.f 32 14. 227 Nachm. b) Amster= dam k 33 11. 25. 8./8. 714 Abends. 28. Jamaica über New=York in 14—16 Tagen. Auf Verlangen auch: a)Southtf 17 4. 18. 1./8, 71 Abends. b)Bristolf 14 14. 28. 11./8. 614 Vorm. c) Antw.f 21 14. 944 Abends. a) und b) Leitvermerk: Ueber England direkt. 29. Portorico. a) üb. New=York(s. Nr. 20) von New=York wöchentlich nach San Juan in 5—6 Tagen. b) Bordx. 16 18. jed. Mts. 88 Vorm. c) Hamb. f) 23 14. 227 Nachm. Süd=Amerika. 30. Argentinische Republik, Urngnay. Paragnay über Buenos Aires. a) Genua 19/20] 11. 25. 1122 Abends. b) Genna! 20" 5. 19. 2./8. 1126 Vorm. c) Bordr. 21/22) 32. Chile. a) La Rochelle 27 üb. Lissab. b) Aurw. 32/39 c) London 31 d Cadix 29 e) Antw. 33 9. 23. 6./8 88 Vorm. 28. 521 Nachm. 23. 521 Nachm. 18. 838 Vorm. 14./7. 11./8. 521 Nachm. 33. Columbien, Ecnador, Bolivien, Pern, Panama über Colon=Panama,(s. auch 31): a) über New=York(s. 20). Von New=York jeden Dienstag nach Colon, jeden Samstag nach Cartagena und Savanilla. b) St. Na8. 888 Vorm. 25. 838 Vorm. 14. 28. 11./8. 614 Vorm. 20 □% 18 241 14. 94 Abends. zaire c) Bordx. d) Bristol e) Hambg. üb. Antw.f 34. Guyana(Britisch, Frauzösisch und Niederländisch). a)Southpt 15 4. 18. 1./8, 7¼ Abends. b) St. Nazaire o) Amsterd 19 19 8. jds. Mts., 888 Vorm. 11. 25. 8./8. 71 Abends. 35. Venezuela. a) Southptl 17 4. 18. 1./8. 7¼ Abends. b) St. Nazaire1 17 18. 88 Vorm. c) Bordx. 18 25. jed. Mts. 828 Vorm. d) über New=York(s. Nr. 20) von New=York weiter jeden Samstag bis La Guayra 7—9. Maracaibo 10 Tage. Auf Verlangen auch über Hamburg oder Amsterdam. 7./7. 4./8. 944 Abends. R. Afrika. 8. Algerien. Briessendungen dahin wersen der französ. Postverwaltung zui Weierbeförder zugeführt. Abgang der Schiffe #21, Marseille Montag, Mittwoch, Donverstag und Samstag 1 Nachm., von Port Lendres Sonntag 8 Abends nach Algier, Leförderungsd. v. Düsseld. bis Algier 3 T. 9. Capland, Natal, Betschnanaland. Fraujefluß=Colonie, Trausvaal, Rhodesia, Eriqualand. Sburhptn. 20 jeden Freitag 714 Abds. Auf Verlangen auch über Havre. 21. Canada(Neu=Schottland, Neu=Braunschweig, Prinz Eduards=Insel, Brit.=Columbia.). Wie nach den Verein. Staaten von Amerika, siehe Nr. 20. Von New-York weiter mittels Eisenbahn nach Montreal in 14 Std., nach Quebec in 24 Stunden. Außerdem direkt Halifax: a) London= 10 derryl 13. 20. 27. 3./8. 11 früh. 21 20 □% über Lissabon 18/19) a12a Roch. üb. Lissab. e) Southt. über Lissabon 21 1) Boulog. 21 sur mer Auf Verlangen auch über Genua, Antwerpen, Marseille oder Hamburg. 31.Brasilien.(Staat Matto Grosso wie 30). D. Australien. 36. Deutsch=Neu=Guin.(Niederl., s. 2. Englisch s. 38.) a) Neapel] 43 18./7. 15./8. 944 Abends. b) Brindisi 41 28. 94 Abends. a) Nur nach Herbertshöhe und Matupi. 37. Neu=Seeland.(Auf Verlangen auch wie 38.) aQueenst. 34 16. 27. 711 Abends. b) Brindisis 31 l7. 21. 28. 4./8. 1123 Abds. ba. Neapel! 38. Neu=Süd=Wales, Queensland, SüdAustralien, Tasmania über Melbourne, Victoria, Neu=Caledonien, Tonga=Inseln über Sydney, engl. Neu-Guinea. 9. 23. 944 Abends. 14. 28. 944 Abends. 6. 21. 944 Abends. 10. TelagoaSouthpt 19 MNeapel; 28 °) Genuaf 33 Bay(Louren zo=Marqnez). 1 22. Mexico. Briefsendungen dahin werden jed. Freit. 7¼ Abds. über New=York geleitet. Von New=York tägliche Weiterbeförderung mittels Eisenbahn, Fahrtdauer bis zur Stadt Mexico 5 age. Auf Verlangen des Absenders auch 8./7. 5./8. 1122 Abends. 22. 1122 Abends. a) Bordx. über Lissabon b) Southt. über Lissabon c) La Roch. üb Lissab. 14 13 14 11 14 12 7. 21.“ 4./8. 941 Abds. 14. 28. 11./8. 944 Abds. 9.723. 6./8.* 82 Vorm. Leutsch=Ostafrika, Zanzibar, Brit.= Lstafrika. a) Neapel 18 0 Genua 24 c)Marslle. 19 8./7. 5./8, 1122 Abends. 22. 1122 Abends. 9. jed. Mts., 648 Vorm. 2) Hamp.!] 3g 2. 6.17. 24. 227 Nachm. b) St. Nazaire f# 20|20. jed. Mts. 88 Vorm. * Nicht nach Pernambuco und Bahia. Auf Verlangen auch über Hamburg— Lissabon, Genua oder Oporto. Nach Nord=Brasilien(Para und Amazonas), sowie u. d. peruan. Ortschaften am Amazonenstrom: 16.10. 26. 29. 838 Vorm. a)Lissabon 16 f1 16/7. 6./8. 94 Abends. a) Neapel b) Brindisi c) Neapel d) MarfJ. e) Quees.= stowa k) Queenstown 36 31 31 31 35 37 24./7. 21./8. 1122 Ab. jed. Freitag 1122 Abds. 8./7. 5./8. 828 Vorn. 7. 28. 71 Abends. 7./1. 4./8, 714 Abends. e) Leitvermerk: Ueber San Franzisco. 1) Leitvermerk: Ueber Bancouver. 39. Samoa-Inseln. Queenst. 26 17. 28. 71 Abends. 40. West=Australien. a) Neavel b) Brindisi c) Neapel d)Marfll. 36 24./.7 21./8. 1122 Abds. 31 jeden Freitag 112 Abds. 8./7. 5./8. 88 Vorm. 31 31 * Von Düsseldorf bis zum Ausschiffungshafen, wenn mehrere, bis zum ersten. f Nur auf Verlangen mit Augabe des Ausschiffungshafens als Leitvermerk wenn nichts Anderes angegeben, z. B.: Ueber Hamburg. Nachdruck verboten. Düsseldorf. Aktien-Kapital: M. 60,000,000. Rücklagen: M. 17,300,000. 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Di nommen waren, Der Bestand der gewahrt. Verm Karthäuserkloster Posa, wofür frei zwischen König! meistens dem R wurde. Dankens das überreiche rh zung, ein Verfal Stelle des Werke künstlerische Harl schnur hinstellte. Der Darstellu der Schwung, ohn rung nicht genie wahre Menschen Herr Adolf s gendste Zeugnis liche im Charakte weise herausarbe den Konflikten, w gebend. Keine§ ließ Herr Klein rakterbildes erhie kann wohl sagen des Herrn Christ quis Posa des H# den ganzen Aber dem ersten zeremt von Aranjuez Großinquisitor, n gehorsames Werk, leidslosem Fanat beugsame Kardir mit dämonischer auf den Knien d brochene Monarch geßlicher, aufrege tend gestaltete He der König zu Ge senden möge. B seinem König doc Bewegung, seine schlossen, ungeach und starken Leide liche Schöpfung. In der Titel das schöne Feuer Kraft, und dabei Spiels Nüancen v Las war insbeso der Fall, währen sende Stürme der feinste durchdacht hin durchgeführte fanten, bei dem Kopf. Der Ma storff war eine bald nicht wieder Momente einer Lichter eines über töne von hinreiße rollende Pat Eigenschaften, die Die Rheinischen Goethe=Festspiele in Düsseldorf 1905. III. „Don Carlo (D) Düsseldorf, den 6. Juli 1905. Auch die gestrige Aufführung war ein Festspiel nicht, weil die Veranstalter sie so nannten, sondern weil ihre Qualität ihr souverän diesen Titel zuerkannte. Sie stand unter einem günstigen Stern, alles wirkte zusammen, um die Vorstellung auf das denkbar höchste künstlerische Niveau zu stellen. Wie Goethes„Götz von Verlichingen“ wie aus einem Guß vor uns erstieg, so war auch dieser„Von Carlos“ ein köstliches, schimmerndes harmonisches Ganze, das uns erhob und entzückte. Dabei bekannte sich das empfängliche Publikum zu warmherziger Dankbarkeit. Es war nicht ganz so zahlreich erschienen wie am Samstag, aber dieses Manko ward ersetzt durch erhöhte Begeisterung in den Beifallsbezeugungen. Schiller bleibt immer noch Schiller, das ging aus dem gestrigen Abend aufs neue unzweifelhaft hervor. Der Nation in ihrer Gesamtheit steht er heute noch so nahe wie vor hundert Jahren, da er eben die Augen zur ewigen Ruhe geschlossen, und so lange die deutsche Sprache in der Kulturwelt fortlebt, wird auch Friedrich Schiller deutsche Herzen entzünden und entflammen und als ein Held deutschen Geistes gepriesen werden..... übrigens ist in der Festschrift und in dem Theaterzettel beharrlich von Friedrich von Schiller die Rede. Der große Schwabe ist ja richtig und in aller Form in den Adelsstand erhoben worden, aber bei einer Gelegenheit wie der vorliegenden so geflissentlich sein Adelsprädikat zu betonen, berührt seltsam, zum mindesten recht unliterarisch— liest denn der verantwortliche Redakteur der genannten Drucksachen keine Zeitungen? Darin hätte er gelegentlich der Feier des hundertjährigen Todestages Schillers aus den plausibelsten Ausführungen entnehmen können, was von„Friedrich von Schiller" zu halten ist, und auch wie Schiller selbst über das Wörtchen„von“ gedacht hat. Eugen Kilian, der Dramaturg des Karlsruher Hoftheaters, von dem eine sehr brauchbare Bühnenbearbeitung des„Don Carlos“ herrührt, hat festgestellt, daß diese Dichtung 5370 Verse umfaßt. Will man sie ungekürzt aufführen, so bedarf es dazu mindestens sechs volle Stunden, wobei Drehbühne, Szenenwechsel bei verdunkelter Bühne, ganz einfache Ausstattung Voraussetzung sind. In Wien hat man diesen Versuch gemacht und wenig Freude damit gehabt. Die gestrige Vorstellung dauerte, alle Pausen eingerechnet, fünf Stunden und zehn Minuten, auch noch eine ganz anständige Anforderung an das Interesse und die Aufnahmefähigkeit der Zuschauer. Aber wir besitzen keine Drehbühne, und obendrein war die szenische Ausstattung, wenn auch nicht prunkvoll, so doch außerordentlich würdig. Die Striche, die in dem Stücke vorgenommen waren, verrieten Geschick und Verständnis. Der Bestand der Szenen blieb im großen und ganzen gewahrt. Vermißt haben wir nur die Szene im Karthäuserkloster zwischen Don Carlos und Marquis Posa, wofür freilich die bedeutungsvolle Unterredung zwischen König Philipp und dem Großinquisitor, die meistens dem Rotstift zum Opfer fällt, beibehalten wurde. Dankenswerter Weise trug in der Hauptsache das überreiche rhetorische Beiwerk die Kosten der Kürzung, ein Verfahren, das wohl manche liebgewordene Stelle des Werkes beseitigte, dafür aber wenigstens die künstlerische Harmonic des Ganzen als oberste Richtschnur hinstellte. Der Darstellung gemeinsam war der große Stil und der Schwung, ohne den nun einmal eine Schilleraufführung nicht genießbar ist. Dieser Schwung schließt ja wahre Menschengestaltung nicht aus, wofür vorweg Herr Adolf Klein als König Philipp aufs schlagendste Zeugnis ablegte. Es war gerade das Menschliche im Charakter Philipps, das der Künstler vorzugsweise herausarbeitete, so recht eigentlich dadurch erst den Konflikten, wie der Dichter sie geschaut, ihre Schärfe gebend. Keine Falte dieses differenzierten Charakters ließ Herr Klein unausgearbeitet, jede Linie des Charakterbildes erhielt die gebührende Beleuchtung. Man kann wohl sagen: Trotz des glänzenden Don Carlos des Herrn Christians und des genial erfaßten Marquis Posa des Herrn Sommerstorff stand Herr Klein den ganzen Abend im Mittelpunkt des Dramas, von dem ersten zeremoniell gemessenen Auftreten im Garten von Aranjuez an bis zu der furchtbaren Szene mit dem Großinquisitor, wo Philipp II. wieder dessen gefügiges, gehorsames Werkzeug wird und den eigenen Sohn mitleidslosem Fanatismus überliefert. Der uralte, unbeugsame Kardinal=Inquisitor, von Herrn Grube mit dämonischer Eindringlichkeit dargestellt, vor ihm auf den Knien der körperlich und geistig zusammengebrochene Monarch— das war eine Szene von unvergeßlicher, aufregender Wirkung. Nicht minder bedeutend gestaltete Herr Klein die prachtvolle Szene, worin der König zu Gott betet, daß er ihm einen Menschen senden möge. Bei aller menschlicher Wahrheit fehlte seinem König doch keinen Augenblick die Grandezza der Lewegung, seine Haltung wirkte imposant und geschlossen, ungeachtet der gelegentlichen heißen Wallung und starken Leidenschaftlichkeit. Es war eine meisterliche Schöpfung. In der Titelrolle entfaltete Herr Christians das schöne Feuer seines Temperaments mit sieghafter Kraft, und dabei ließ ihn die tiefe Innerlichkeit seines Spiels Nüancen von zartestem Stimmungsglanz treffen. das war insbesondere in den Szenen mit der Königin der Fall, während er an der Leiche Posas durch brausende Stürme der Empfindung erschütterte. Eine aufs seinste durchdachte und auf wirkungsvollste Steigerung hin durchgeführte Charakteristik des unglücklichen Insanten, bei dem das Herz so viel lauter spricht als der kopf. Der Marquis Posa des werrn Sommerstorff war eine künstlerisch reife Tat, wie man sie so bald nicht wieder finden wird. Da waren wirklich große Momente einer großen Persönlichkeit, aufflammende Lichter eines überlegenen Geistes. Wir hörten Herzenstone von hinreißender Unmittelbarkeit, wir bewunderten das rollende Pathos und den Zauber der Vornehmheit, Eigenschaften, die wir von dieser echtesten Schillerschen Gestalt nicht zu trennen vermögen. Er war wirklich ein„Abgeordneter der ganzen Menschheit", den wir da sahen. Natürlich gabs stürmischen Applaus bei offener Szene nach der Unterredung des Malthesers mit dem König, jedoch erreichte Herr Sommerstorff den tatsächlichen Höhepunkt seiner Leistung in dem letzten Abschied des dem Tod Geweihten von der Königin. Die Rolle der rührenden Königin erfüllte Frl. Elfriede Mahn mit vornehmer, von leichter Schwermut überschatteter Weiblichseit, und eine Fülle von Geist, Leidenschaftlichkeit und Anmut verwandte Frau Luise Willig auf die Darstellung der Prinzessin Eboli. Die große Szene zwischen der Prinzessin und dem Infanten gehörte mit zu dem schönsten, was die Aufführung bot. Wie die sinnliche Liebessehnsucht dieses Mädchen kokettierend werben ließ, wie es stets neue Listen ersann, den Geliebten zu umgarnen, und schließlich nach Erkennen des Irrtums in jäher, tödlicher Rachsucht aufloderte— das wurde mit eminent künstlerischen Fähigkeiten zum Ausdruck gebracht. Ein finsterer Alba voll Eiseskälte, eine Art Schillerscher Hagen war Herr Evvens. ein markanter, doch nicht aufdringlicher Domingo Derr Zeisler, ein würdiger Graf Lerma Herr Nesper, eine stattliche Oberhofmeisterin Frau Teller=Habelmann. Die Inszenierung durch Herrn Grube bot eine gediegene Grundlage für die famose Interpretation der Dichtung. Auch diesmal wieder hatte er in erster Linie die Stileinheit mit sicherer Hand zu wahren gewußt. Nur eine Ausstellung haben wir an seiner Tätigkeit zu machen: der Aufruhr der Madrider, über den der König halb ohnmächtig wird, trat gar zu sanft in die Erscheinung. Da wäre kein Alba nötig gewesen, Frieden zu schaffen, das hätte schon eine Feuerspritze fertig gebracht. Zivilstand der Stadt Düsseldorf. Eheversprechen: 26. Juni: Lehrer Aug. Janssen u. Elisabeth Schwenk, b. h.— Fabrikarbeiter Wilhelm Jonas und Elisabeth Gyzen, b. h.— Kellner Oskar Steffens und Laura Pilgram, b. h.— Fabrikarbeiter Adolf Arenz und Selinde Tillmanns, e. h., l. Byfang.— Anstreicher Jakob Edel und Beate Böker, b. h.— Rhein= und Seeschiffer Franz Bremecke und Anna Busch, e. Bremen, l. hier.— Dachdeckergeselle Paul Kremer und Dorothea Fritz, b. h.— Fabrikarbeiter Peter Schöneburg und Margarete Brans, b. h.— Anstreichergeselle Aug. Windhoff und Christine Funk, b. h.— Eisendreher Heinrich Wimmer und Ernestine Meine, e. h., I. Hörde.— Bautechniker Franz Macharäcek und Konstanzia Koenen, b. h.— 27.: Fabrikarbeiter Joseph Schmierer und Elise Faust, b. h.— 28.: Fabrikarbeiter Gottfried Latzen und Klara Moser, b. h.— Ingenieur Johannes Salau und de Bruyn, b. h.— Postassistent Friedrich Schwarz und Maria Beeking, b. h.— Anstreicher Karl Krieger und Anna Eckhardt, b. h.— Postbote Johann Walsdorf und Maria Haas, b. h.— 30.: Anstreicher Otto Weber und Maria Kleinjohann, b. h.— Schreinermeister Emil Werbeck und Anna Hommel, e. Anrath, I. h.— 28.: Handlungsgehilfe Lud. Wiemes und Luise Böhmer, beide h.— Anstreichergeselle Heinrich Schöller und Isabella Dann, b. h.— 30.: Expedient Adolf Staat und Maria Vollmer, b. h.— 1. Juli: Tagelöhner Adolf Martin und Franziska Bröcker, beide hier.— Schneider Friedrich Zelunczyk und Gertrud Rohland, b. h.— Geschäftsinhaber Peter Schukart und Gertrud Mlottek, b. h.— Reisender Julius Stöcklein und Karoline Röcher, b. h.— 26. Juni: Fabrikarbeiter Anton Heinrich Sinnenbrink und Margareta Brachle, b. Bochum.— Postassistent Friedrich Wilh. Sommerfeld und Klara Hedwig Therese Wesenberg, e. h., l. Bublitz.— Fabrikarbeiter August Jäger und Anna Fischer, e. h., l. Hückeswagen.— Kaufmann Joseph Conrath und Anna Maria Rademacher, e. Kalk, I. Ohligs.— 27.: Handarbeiter Richard Seiler u. Milda Alma Vincenz, e. Untschen, I. Lohma bei Schmölle.— 28.: Diener Hermann Hinrich Würdemann und Friederike Karoline Rosendahl, e. Elberfeld, I. Osnabrück. — Böttcher Johann Gerhard Settje und Luise Klein, e. h., l. Eifa, Kr. Biedenkopf.— Schneider Johann Baptist Horsch und Hubertine Elisabeth Plum, e. h., I. Aachen.— 30.: Fabrikarbeiter Bernhard Brings und Anna Spanier, e. Itter, l. h.— Arbeiter Heinrich Nollen und Mechtildis Rätz, e. Harff, l. Winkelheim. — Maurer Paul Ernst Hermann Märter und Sophie Emma Minna Lübck, e. Nauen, I. Berlin.— Requisiteur August Graf und Johanna Luise Karoline Sonnenburg, ersterer hier, l. Hildesheim.— Peter Paul Margraf und Gertruida Mana Vertoppen, b. Venlo.— Steinhauer Johann Franz Brandt und Maria Anna Theresia Teipel, e. Grevenbrück, I. Niederhelden.— Zuschneider Neander Schmidt und Maria Theresia Svetlick, b. Stuttgart.— 1. Juli: Handlungsgehilfe Wilhelm Heinrich Drubel und Mathilde Tackenberg, e. h., l. Langenberg.— Gerichtsdiätar Philipp Schmitt und Wilhelmine Susanna Kröber, e. h., I. Koblenz.— Kohlenhauer Franz Styzinski und Antonie Rawecki, beide Schmitthorst.— Maschinist Heinrich Schmitt und Johanna Kretzmann, beide hier.— Schriftsetzer Leonhard Mex und Helena Herentrey, b. h.— Fabrikant Arnold Kleinertz und Maria Wenders, b. h.— Küfer Gerhard Lindlau und Katharina Schmitz, b. h.— Restaurateur Karl Privon und Maria Koenen, b. h.— Schreiner Karl Merk und Maria Berres, b. h.— Polsterer und Dekorateur Eduard Becker und Elisabeth Bock, b. h.— Eisendreher Hermann Hagen und Josephine Fink, b. h.— Tagelöhner Heinrich Rohm und Maria Stienen, geb. Großnießen, e. Unterrath, I. h. Heiraten: Den 19. Juni: Katasterzeichner Rudolf Schön und Margareta Lorenz, e. Arnsberg, l. h.— Dekorationsmalermstr. Peter Loskill u. Christine Dohmen, b. h.— 20.: Architekt Julius Huscher und Katharina Müller, b. h.— Schneider Franz Scheideler und Klara Alt, b. h.— Fabrikarbeiter Martin Mis und Maria Solheid, b. h.— Geschäftsreisender Hermann Hesse und Adelgunde Jamé, beide Ohligs.— 21.: Kaufmann Mar Engelhardt und Valeska Gang, b. h.— Tagelöhner Wilhelm Terkatz und Helene Born, b. h. — Buchhalter Rudolf Pauli und Henriette Fischer, e. Oberkassel=Neuß, l. h.— Zementarbeiter Jakob Ohmer und Johanna Wilhelmine Klein, b. Echthausen. — Handlungsgehilfe Willy von Grünhagen und Karoline Antwerpen, b. h.— Geschichtsmaler William Pape und Leonora Brand, e. Schöneberg, l. h.— 22.: Kutscher Karl Wever und Martha Loepert, b. h.— Platzarbeiter Karl Czauderna und Juste Czekay, b. h. — 23.: Fabrikarbeiter Franz Telzer und Maria Janssen, b. h.—— Dekorationsmalergehilfe Wilhelm Marr und Elisabeth Vasen, b. h.— Anstreicher Franz Thinnes und Margareta Blocher, b. h.— Lagerarbeiter Karl Velbers und„Henriette Gamerschlag, b. h.— Dreher Johann Könen und Margareta Schneider, b. y. — Orchesterdiener Albert Haase und Helene Perzler, b. h.— 24.: Tagelöhner Georg Kalb und Mathilde von Eigen, b. h.— Hobler Peter Poensgen und Katharina Arnoldy, b. h.— Eisendreher Wilhelm Knöß und Fricderike Wahrmann, b. h.— Anstreichergeselle Theodor Wiegard u. Ida Jehle, b. h.— Werkmeister Franz Müller und Katharina Dautzenberg, e. Oberkassel, I. h.— Schlosser Peter Erdel und Maria Frielingsdorf, e. Osterath, l. h.— Handlungsgehilfe Gerharr Hövel und Ida Block, b. h.— Rentner Gottfried Plöger und Maria Scarselli, e. Höhenberg, l. h.— Fabrikarbeiter David May und Ida, gen. Anna Klemp, b. h.— Reisender Joseph Knops und Else Grüne, b. h. Geborene: 21. Juni: Johanna Maria Theodora, T. d. Tagel. Franz Drenhaus, Erkratherstr.— 15.: Adolf Otto, S. d. Geschäftsreisenden Franz Schmitt, Herderstr.— 23.: Friedrich, S. d. Tagelöhners August Müller, Brückenstr.— 20.: Johanna Sophia Renate, Tochter d. Porträtmalers Richard Vogts, Grafenbergerallee.— Klara Paulina, Tochter des Schriftsetzers Franz Heider, Adlerstraße.— 15.: Georg, S. d Tagel. Joh. Sisterhenn, Lindenstr.— 18.: Maria Amalie, T. d. Schlossers Herm. Kempkes, Bandelstr.— 16.: Margarete Josephine Mechtildis, T. d. Bäckermstrs. Heinr. Dietzen, Birkenstr.— 13.: Karl August Joseph, S. d. Friseurs Aug. Fritzsche, Herzogstr. — 17.: Artur Franz Max, S. d. Geschäftsinhabers Maximilian Daelen, Karlstr.— 16.: Heinrich David, S. d. Installateurs Franz Crumfinger, Neußerstr.— 19.: Frida Helene Martha, T. d. Stuckuturers Peter Diehl, Behrenstr.— 18.: Therese Susanna, T. d. Schreiners Viktor Hougardy, Bogenstr.— Philipp Hermann, S. d. Schreiners Herm. Hennemann, Hohestr.— 19.: Maria Theodora, T. d. Obermstrs. Jos. Engels, Ellerstr.— 17.: Oskar Joh. Theod., S. d. Schreinermstrs Johannes Rust, Schützenstr.— Rudolf Hugo, S. d. Möbelpolierers Ewald Rendel, Kronprinzenstr.— 19.: Herta Ernestine Ida, T. d. Landesbankdirektors Friedr. Teske, Lorettostr. — 17.: Katharina, T. d. Reisenden Franz Frangenberg, Birkenstr.— 19.: Lorenz, S. d. Schlossers Jos. Walter, Fürstenwallstr.— Christine Franziska, T. d. Gärtners Peter Theisen, Volmerswertherstraße.— 20.: Heinrich Rudolf, S. d. Zimmerm. Wilh. Amsel, Querstr.— 20.: Philippine Elisabeth, T. d. Stellmachers Valentin Klag, Gerresheimerstr.— 15.: Wilhelm Joseph, S. des Obermaschinenmeisters Wilh. Herrmann, Palmenstr.— 17.: Max Joseph, S. d. Kutschers Anton Münch, Scheurenstr.— 18.: Rudolf, S. d. Schriftsetzers Karl Götteng, Ziegelstr.— Peter Karl, S. d. Fabrikarbeiters Peter Druen, Aachenerstr.— 21.: Anna, T. d. Tagel. Louis Gilissen, Pfeilstr.— 16.: Paula Anna Maria, T. des Schriftsetzers Jakob Ludwig, Ziegelstr.— 20.: Hans Karl, S. d. Schlossers Johann Nachtigall, Jahnstr.— Gertrud, T. d. Handelsmannes Joh. Stodden Kölnerstraße.— Heinrich, Sohn des Briefträgers Lorenz Engelskirchen, Talstr.— 15.: Alfred Eugen Karl, S. d. Versicherungs=Oberinspektors Alfred Biehler, Immermannstraße. Wetterbericht des„General-Anzeiger“ (aufgenommen 6 Uhr Abends). Barometer Hygremete: 5. Juli 6. = 80 — 100 5. Juli 6. Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte. Hamburg, 6. Juli. Das Maximum über 767 Millimeter liegt über dem südwestlichen Irland, Minima unter 750 Millimeter liegen über dem norwegischen Meer und übre Finnland; Ausläufer des niedrigen Luftdrucks erstrecken sich bis Ostdeutschland. Deutschland hat durchschnittlich kühleres und ziemlich trübes Wetter; außer im Nordwesten traten gestern Gewitter auf. Wetteraussicht für den 7. Juli: Meist ziemlich kühles Wetter, im Osten Gewitter wahrscheinlich. Spezial-Arzt für Haut=, Geschlechis= u. Frauenleiden, nervöse und vorzeitige Schwächezustände. Dr. med. Weisbrod, Düsseldorf, Cbarlottenstraße 32, nächst der Graf Adolfstraße Von 10—1 u. 4—8 Abs. Sonn= u. Feiertags 9—1 Uhr Fischerhaus. Heute Abend Militär-Konzert.: Königl. Musikdirigent Herr Harsing. Anfang 7½ Uhr. Anfang 7½ Uhr. Entree mit Programm 30 Pfg. Parkrestauraut Hubertushain, Rath. Haltestelle der elektrischen Bahn Düsseldorf=Ratingen. 11 Morgen große Waldanlagen.— Großer Kinderspielplatz.— Terrassen.— Saal. f183 Prima Getränke.— Ff. Küche.— Pension. — 24 Fremdenzimmer.— Besitzer: H. Priester. Freitag den 7. u. Samstag, 8. Juli. für Damen und Herren, in reichhaltiger, moderner Auswahl. Damen- und Herren-Uhren in Gold, Silber, Tula und Stahl, nur besseres Fabrikat. Joseph Ditzen, vorm. Balth. Ditzen, Hof-Juwelier. Elberfelderstrasse 6—8. — Gegründet 1838.— Telephon Nr. 3082. 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