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Fernsprech=Anschlüsse: 9327 2328 2329 2330 ülleldorf und Schluß der Anzeigen=Annahme: Größere Anzeigen, Wohnungs= und Immobilienmarkt 1 Uhr Mittags, alle anderen Anzeigen 5 Uhr Nachm. Samstags 4 Uhr Nachm. mit„Düsseldorfer Handelsblatt“ und„Sonntagsblatt“ Einrückungsgebühr für die einspaltige Zeile: 15 Pfg. für lokale, 30 Pfg. für ausw. Anzeigen, 10 Pfg. für Stellengesuche. Letzte Seite erhöhte Preise Nr. 108. Dienstag den 18. April. 1905. Neueste Nachrichten. Der Eisenbahner=Ausstand in Italien. Rom, 17. April. Heute früh 5 Uhr wurde der hauptbahnhof von 300 Grenadieren besetzt. die Eisenbahnzüge konnten mit Verspätung nach Ancona, aisa, Florenz und Neapel abgehen. Die Weichensteller und das Rangierpersonal, welche Punkt 6 Uhr beim offziellen Beginn des Streiks den Bahnhof verließen, purden durch andere Arbeiter ersetzt, die unter Leitung der Inspektoren die Rangierarbeiten verrichten. An Stelle der ausständigen Lokomotivführer und Heizer trat Militär. In den Bureaus der Eisenbahngesellschaften sanden sich 200 Lokomotivführer und Weichensteller ein, die sich dem Ausstande nicht anschließen. Vereine von Kaufleuten und Industriellen und die Hotelbesitzer veröffentlichen heftige Proteste gegen den Ausstand. Fünf Kriegsschiffe sind von Gaêta nach Genua abgegangen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Der Telegraphendienst von Stadt zu Stadt ist auf Besehl der Regierung vorläufig eingestellt worden. Auf dem Bahnhofe feiert nur das Zugperional. Fast alle anderen Arbeiter sind tätig. Die Züge, deren Abfahrt gestern festgesetzt war, fuhren mit nur wenigen Minuten Verspätung ab; diese wurde hauptsächlich durch die Notwendigkeit verursacht, wegen der großen Anzahl von Reisenden Wagen anzuhängen. Dar Bahnhof ist mit Militär besetzt. Auch alle abjahrenden Züge werden von Soldaten begleitet. a Rom, 17. April.„Popolo Romano“ zufolge ist in Neapel nur das Zugpersonal vollständig in den Ausstand getreten; man versucht jedoch, dieses durch andere Personen und Soldaten zu ersetzen. In Mailand ist die öffentliche Meinung gegen die Ausständigen. Auch diese sind persönlich gegen den Ausstand, da sie die Überzeugung haben, daß er bei der Unpopularitat, die er bei der Bevölkerung findet, keinen Erfolg haben wird. In Turin giebt es unter dem Eisenbahnpersonal nicht viele Anhänger des Ausstandes, doch dat man ihn gemäß dem Willen des römischen Agitations= komitees proklamiert. Man ist der Ansicht, daß der Ausstand nur ein teilweiser sein werde. Das Eisenbahnversonal in Asti stimmte einer Tagesordnung auf Einnitt in den Ausstand mit der Erklärung zu, daß der Ausstand für das Eisenbahnpersonal und die Nation nachteilig sei, und unter Protesten gegen die Beschlüsse der Agitatoren. Die Nachrichten aus den Provinzen, die im Ministerium eingetroffen sind, besagen, daß überall Ruhe herrsche.„Messaggero“ sagt, der Minister der öffentlichen Arbeiten habe Nachrichten erhalten, wonach es ausgeschlossen ist, daß das gesamte Personal bezüglich des Ausstandes solidarisch ist. In Rom stehen 150 Geniesoldaten bereit, den Eisenbahndienst zu übernehmen. Rom, 17. April. Ein für die gegenwärtige Lage carakteristisches Gerücht sagt, daß die Betriebssesellschaften selbst die Eisenbahner zum Auskand insgeheim ermutigen und sie mit großen Summen zu unterstützen bereit seien, um dadurch der Regierung de Übernahme des Staatsbetriebs unmöglich zu machen. # Rom, 17. April. Telegramme aus den Praeinzen melden: Auf allen Bahnhöfen herrscht tollkommene Ruhe. überall ist nur ein Teil der Etenbahnangestellten aller Klassen ausständig. Außer eem Minimaldienst, der für den Fall eines Ausstandes Kreits in allen Einzelheiten geregelt worden war, ist F auf vielen Bahnhöfen möglich, auch andere Züge abzulassen. S Lugano, 17. April. Infolge des Ausstandes vekitalienischen Eisenbahn=Angestellten eerkehrte heute Vormittag auf der Linie Porto Cekelic=Mailand kein einziger Zug. Man hofft, Lengstens zwei Züge täglich laufen lassen zu können. an der internationalen Gotthardlinie eertehrten die direkten Züge bis 10 Uhr Vormittags eselmäßig; der Güterverkehr ist dagegen eingestellt. ##nagno, 17. April. Die italienische „forde untersagre den Fernsprechvertehr mit der Schweiz. Ein Gespräch mit Como Nailand wird nicht mehr vermittelt. — Rom, 17. Axril.[Kammer.] Das Haus ###t mit der verarung über das Projekt des Be„##de:# der Eisenbahnen durch den „:4cl. Caovinna tritt dafür ein, der Regieste# Unumschränkte Nollmacht zuzugeen cr Kundaebung gegen den Versuch des Eisen„ahn=Baundgebung gegen den Versuch des Eisen * eetionals, dem Parlamente seinen Willen aufzu im G." Lebhafte Zustimmung.) Alessio beklag der der radikalen Partei, Au½enbahn=Angestellten, der notwendige Ruhe des Urteils genommen habe, um über das schwere Problem der Regelung des Eisenbahnbetriebs sich schlüssig zu machen. Alessio bemerkt schließlich: Die Haltung der Bahnbediensteten komme einer Empörung gegen die Volksvertretung und gegen den Staat gleich. Die radikale Partei könnc diese Empörung gegen den Staat, der der Ausdruck des Rechts und der Hingabe der Bürger sei, nicht zulassen.(Lebhafter Reifall.) Arnaboldi erklärt, er sei zwar gigen den Betrieb durch den Staat, werde aber für die Artikel, betreffend die Aufsicht über die Angestellten, stimmen, da sie die Mittel darztellen, der Regierung in Augenblicken, wo sie hohe Interessen des Landes zu verteidigen habe, die dazu nötige Kraft zu geben. Colojanni(Republikaner) betont, der Ministerpräsident Fortis habe gestern einen Beweis großen Billigkeitssinnes gegeben. Er wünscht, daß jedermann auf allen Seiten bei seiner Abstimmung und seinem sonstigen Vorgehen sich daran ein Beispiel nehme. Es handelt sich darum, schließt Colojanni, Mittel zu finden, um unter Achtung des Rechtes und der Gerechtigkeit einer dem Lande und der Volkswirtschaft Italiens schädlichen Bewegung ein Ende zu machen. Colojanni erklärt noch, einige der angesehensten sozia listischen Devutierten hätten in der Presse erklärt, die Ansprüche der Eisenbahner seien übertrieben.(Sehr lebhafter Beifall.) Die Sitzung wird hierauf unterbrochen. Der Aufruhr in Rutzland. Staatsreformen. 2 Petersburg, 17. April. Das Ministerkomitee ordnete heute die Vornahme von Adelswahlen in den neun westlichen Gouvernements an. Der Reichsrat beschloß heute die Einführung des neuen allgemeinen Kriminalrechtes am 14. nuar 1906, dessen Teile, betreffend Presse= und Religionsvergehen, sofort in Kraft treten, sobald die Ausarbeitung der Bestimmungen hierüber gemäß dem Ukas vom 25. Dezember 1904 erfolgt ist. E Petersburg, 17. April. Die Akademie der Wissenschaften reichte heute der unter dem Vorsitz des Geheimrats Kobeko tagenden Kommission einen Vorschlag ein, in welchem die Notwendigkeit betont wird, daß schon jetzt die Presse durch vorläufige Maßnahmen bis zur Ausarbeitung des neuen Zensurgesetzes von dem übermäßigen Druck befreit werde. Petersburg, 17. April. Eine kaiserliche Ver fügung beauftragt den Militärgonverneur von Irrutsk, Grafen Kutaissow, Vorschläge zur Einführung des Semstwo in dem ihm unterstellten Gebiet auszuarbeiten und sie dann dem Minister des Innern einzuschicken, der bezüglich dieser Vorschläge, wie auch bezüglich der Vorschläge für die Einführung des Semstwo in den Gouvernements Tobols“ und Tomsk das weitere veranlassen soll. Berlin, 17. April.[Todesfälle.] Unterstaatssekretär a. D. Wirkl. Geh. Rath Meinecke, Mitglied des ist heute Mittag gestorben.— Der LandProfessor Eduard Pape ist am Samstag Staatsrats, schaftsmaler gestorben. Berlin, zählung.] ng angenommen beklagt daß der Ausstand den Charakter einer habe, der Kammer die 17. April.[Berufs= und Gewerbe .. Im kaiserlich Statistischen Amt sind Vertreter der statistischen Zentralstellen im Deutschen Reich zu mehrtägigen Konferenzen zusammengetreten, um die Vorarbeiten für die im Jahre 1907 zu veranstaltende Berufs= und Gewerbezählung zu besprechen. 2 Berlin, 17. April.[Zur Marokkofrage.] Die„Nationalzeitung“ schreibt: Die Pariser Meldung eines hiesigen Morgenblattes, wonach der französische Botschafter in Berlin, Bihourd, bereits am Freitag eine längere Unterredung mit dem Unterstaatssekretär des Auswärtigen, Mühlberg. über die Marokkofrage gehabt habe, ist unzutreffend. Wohl könnte es geschehen, daß die angekündigte Unterredung bevorsteht. In Deutschland kann man jedenfalls eine solche Unterhaltung in Ruhe abwarten. a Memel, 17. April.(Fischerlos.] Fünf kurländische Fischer, die am Samstag in See gegangen waren, kenterten mit ihrem Boot und ertranken. P#reslau, 17. April.[Denkschrift über die deutsche Alters= und Invaliditätsversicherung.] Die Schlesische Landesversicherungsanstalt hat eine Denkschrift über die deutsche Alters= und Invaliditätsversicherung ausgearbeitet, die zu dem Ergebnis gelangt, daß wegen des stetigen Wachsens der Ausgaben eine allgemeine Erhöhung der Beiträge, allmählich bis auf einige 60 Prozent steigend, vorzunehmen sei; andernfalls werde ein Fehlbetrag eintreten, der im Jahre 1908 7, 1909 28, 1910 aber bereits 53 Millionen Mark betragen würde. „* Essen, 17. April.[Verschiedenes.] Nach langen Verhandlungen mit der holländischen Regierung ist es endlich erzielt worden, daß der in Holland verhaftete Einbrecher und Dieb Heinrich Stratmann, der lange Zeit hindurch den westlichen Industriebezirk unsicher gemacht hat, nach hier ausgeliefert werden konnte. Er sitzt bereits hier hinter Schloß und Riegel.— Die Platzfrage füe das hier zu errichtende Landgerichtsgebäude hält die Gemüter in äußerster Spannung. Bekanntlich hat der Fiskus sich für den Haumannshof in Rüttenscheid entschieden. Hiermit ist man in der Altstadt aber ganz und gar nicht einverstanden. In einer öffentlichen Bürgerversammlung wurde beschlossen, einen Aufruf an die Bürger der Altstadt ergehen zu lassen und eine Eingabe an die Stadtverordneten zu richten.— Über Essen ist die Hundesperre und zwar bis zum 3. Juli verhängt, weil in Mülheim a. d. Ruhr bei einem Hunde Tollwutverdacht festgestellt worden ist.— Am Mittwoch findet eine Sitzung der Stadtverordneten statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. Wahl eines besoldeten Bei geordneten an Stelle des verstorbenen Beigeordneten Goerres. Antrag an das Bürgermeisteramt Rüttenscheid auf Feststellung des Bebauungsplanes für einige Straßen zwecks Aufschließung des Haumannshofes und Erschließung des Grundstückes für das neue Landgericht.— Das bekannte„Hotel zur Post“. ging zum Preise von 230000 Mk. in den Besitz des Essener Brauhauses über.— Die An- und Verkaufsvereinigung der vereinigten Milchproduzenten beabsichtigt von der Stadt ein großes Grundstück an der Ecke„Auf der Donau" und„Michaelsstraße" zu erwerben. Auf dem Terrain soll ein der Neuzeit entsprechendes Geschäftshaus errichtet werden.— In Borbeck fand ein Schulknabe auf einem Schutthaufen eine mit Pulver gefüllte Blechbüchse, die er in Gemeinschaft mit seinen Spiel kameraden zur Explosion brachte. Hierbei erlitten drei Knaben erhebliche Brandwunden im Gesicht und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.— Die Obduktion der Leiche des in Bottrop ermordeten Berg manns Knura hat ergeben, daß der Tod infolge Erwürgens eingetreten ist. Der des Mordes verdächtige Bergmann Janocha, welcher der Leiche vorgeführt wurde, leugnet die Tat hartnäckig. X Krefeld, 17. April.[Besuch der Kaserne.] Der kommandierende General des 7. Armeekorps von Bissing besuchte heute Nachmittag in Begleitung des Beigeordneten Dr. Oppermann das Kasernen gelände. Die Bauten, die bis zur Fertigstellung der Zimmerarbeiten gediehen sind, hatten dem Besuch zu Ehren Flaggenschmuck angelegt. n. Viersen. 17. April.[Aus dem Stadtrat.] Der erste Punkt der heutigen Stadtverordnetensitzung betraf den Antrag auf Abbruch des der Stadt zugehörigen Hauses von Adams=Nellen auf dem Neumarkt. Zu dem Kaufpreis von 8500 Mark hatte der Verein des südlichen Stadtteils 3000 Mark beigetragen und sich auch bereit erklärt, für das zweite Haus die Hälfte des Kauf preises aufzubringen. Die Ausschüsse beantragten die Niederlegung des Nellenschen Erbes, da keine weiteren Folgen für die Stadt daraus erwachsen. Das Kollegium erhob den Antrag zum Beschlusse, so daß nunmehr mit der Freilegung des Neumarktes der Anfang gemacht ist. Der Antrag auf Beleuchtung der unteren Krefelderstraße wurde seitens des Ausschusses befürwortet. Die Erweiterung— es kommen 7 Laternen in Betracht— erfordert einen Kostenaufwand von 2100 Mark. Die laufenden Beleuchtungskosten betragen jährlich 160 Mk. Das Kollegium genehmigte die Vorlage. Die Ausbaukosten für die Verbindungsstraße zwischen Gladbacher und Gereonstraße belaufen sich auf 20.000 Mark. Die Versammlung war mit der übernahme der Straße, die nun eine öffentliche wird, einverstanden. Bezüglich der Benennung der Straße soll der Bauausschuß nochmals in Beratungen eintreten. Der folgende Punkt betraf Auslegung der Kasinostraße auf die stadtbauplanmäßige Breite. Zu erwerben sind Grundstücke im Gesamtbetrage von 16 842 Mark. Die Angelegenheit wurde an den Bauausschuß zur weiteren Erledigung überwiesen. Zu dem Antrag auf Ermäßigung des elektrischen Lichtes auf 50 Pfg. pro Kilowattstunde wurde mitgeteilt, daß noch 69 Anschlüsse für Licht erfolgt sind. Es bestehen demnach 186 Anschlüsse für Licht und 30 für Kraft. Das Kollegium beschloß einstimmig, den Preis für Lichtzwecke auf 50 Pfg. pro Kilowattstunde festzusetzen und den Münsterschen Tarif fallen zu lassen. Weiter wurde be schlossen, den Ausbau der Gartenstraße nur dann aus zuführen, wenn bis zum 1. Juli das Eigentum unentgeltlich abgetreten ist. Bezüglich des Antrages auf Auslegung und Ausbau der Hofstraße wurde ebenfalls beschlossen, nur dann der Sache näher zu treten, wenn bis 1. Juni das Gelände abgetreten ist. Als Verwaltungssekretär wurde Herr Jakob Krins angestellt. Augsburg, 17. Avril.[Die Genickstarre.] Die„Augsburger Abendzeitung“ meldet das Auftreten der Genickstarre in hiesiger Gegend. Am Samstag ist ein Gärtnerlehrling in Haunstetten gestorben. Die heutige Nummer umfaßt 40 Seiten. 91 a Metz. 17. Aprik.[Dynamiterplosion. Auf der Strecke Metz=Bolchen, die viergeleisig ausgebaut wird, stand bei der Station Bolchen in einem Tunnel eine Arbeiterbude, worin mit Erlaubnis der Behörde 25 Kilogramm Dynamit aufbewahrt wurden. Gestern Vormittag geriet die Bude, wahrscheinlich infolge Umfallens einer brennenden Petroleumlampe in Brand. Ein Schachtmeister rief den in der Nähe befindlichen Leuten zu, sich in Sicherheit zu bringen, er selbst kam aber nicht mehr weit genug, als das Dynamit explodierte und ein Pfosten der Bude ihn mit solcher Gewalt traf, daß er sofort tot war. a Paris, 17. April.[Parlamentarisches.] Das vom Senat nur in wenigen Punkten abgeänderte Budaet wird wahrscheinlich am Mittwoch an die Kammer gelangen. Die radikalen Gruppen werden beantragen, daß die Beratungen über das Budget Vormittags stattfinden, damit die Beratung über die Vorlage, betreffend die Trennung von Staat und Kirche, keine Verzögerung erleide. Zu einer längeren Debatte wird wahrscheinlich nur das Budget des Außeren Anlaß geben. Jaurés besteht in der heutigen Ausgabe der„Humanité“ abermals darauf, daß in dieser Debatte die marokkanische Frage gründlich erortert werde. Es sei, so schreibt er, die Pflicht der Kammer, Aufklärung von dem Minister des Außern zu verlangen. Eine klare versöhnliche, die Rechte aller respektierende Politik werde die Autorität der französischen Diplomatie zur Verteidigung der Rechte Frankreichs nur vermehren. Paris, 17. April.[Zur Trennung von Staat und Kirche.] In der fortgesetzten Beratung des Gesetzentwurfes, betreffend Trennung von Kirche und Staat, nahm die Kammer Artikel III des Entwurfes, betreffend die Güter der öffentlichen Kultusinstitute, mit 341 gegen 222 Stimmen an. Ein Zusatzantrag, der dahin ging, daß das Vermögen der reiigiösen Institute, welches der Nation gehört, verkauft und das Erlös den Kassen für die Altersversicherung der Arbeiter zugewiesen werden soll, wurde mit 520 gegen 51 Stimmen verworfen. #. Nanies, 17. April.[Hafenarbeiteraus stand.] Der seit einiger Zeit hier herrschende Hafenarbeiterausstand nahm heute einen heftigen Charakter an. Es kam zu Kundgebungen der Streikenden, wobei 10 Gendarmen durch Steinwürfe verletzt wurden. Mehrere Ruhestörer wurden verhaftet. Die Läden im Hafenviertel sind geschlossen. Malmö, 17. April.[Arbeiter=Aussperrung.] Heute wurden sämtliche Arbeiter des Baugewerbes, ungefähr 2000, ausgesperrt. Fort de France(Martinique), 16. April.[Der Mont Pelé.] Aus dem Mont Pelé steigt seit einigen Tagen wiederum starker Rauch auf, auch beträchtliche Lavamassen strömen aus. Eigene Drahtberichte des General=Anzeigers. Zur Mittelmeerfahrt des deutschen Kaiserpaares. S Giardini, 17. April. Der Kaiser verblieb heute Vormittag an Bord der Jacht„Hohenzollern“ und hörte die Vorträge der Chefs des Militärkabinetts und des Marinekabinetts. Die Kaiserin unternahm heute Morgen von Taormina einen Ausflug auf den Monte Benere. Der russisch=japanische Krieg. Das baltische Geschwader auf dem Kriegspfade Saigon, 17. April. Admiral Jonquières ist mut dem Torpedojäger„Takou" zu dem Kreuzer „Descartes“ in die Kamrauh=Bucht gefahren, in deren Nähe eine Anzahl russischer Schiffe ankern. Eine fran zösische Firma in Saigon kaufte den Dampfer„Eridanan, der gestern Abend mit voller Ladung von Lebensmitteln verschiedener Art, die von dem russischen Ge schwader bestellt worden waren, in See gegangen ist Das russiiche Geschwader verlor seit seiner Abfahrt von Europa nur acht Mann an Krankheiten bei einem Effektivbestand von 18•000 Mann. Ein von der Beriberi befallener russischer Offizier liegt im Hospital in Saigon.— Die Japaner nahmen auf der Höhe der Küste viel Kohlenschiffe wea, sind aber durch das plötz liche Erscheinen des Admirals Roschdjestwenski in Unruhe versetzt worden. Es wird bestätigt, daß das russische Hospitalschiff„Orel“ keinen Verwundeten an Bord hatte, da keine Schlacht stattgefunden hat. Unter den wenigen Kranken befindet sich Fürst Cantakuzene. Sechs Personen japanische! Herkunft landeten am Kap St. Jacques in einer anami tischen Dschunke, schifften sich aber denselben Abend wieder ein " Hongkong, 17. April. Der deutsche Dampfer „Brunhilde", der heute morgen hier angekommen ist, sah am 14. April 30 Seemeilen nördlich von Kap Padaran an der Küste von Cochinchina drei russische Kreuzer. Japan. Frantreich und das baltische Geschwader. Tokir, 17. April. Man rechnete hier aus, daß das baltische Geschwader am 12. April, Mittags, in der Kamrauhbucht angekommen ist; es muß sich also, als es am 14. April, Mittags, gesehen wurde, 48 Stunden im Hafen aufgehalten haben. Die Meldungen von dem verlängerten Aufenthalt in den Gewässern von Cochinchina haben in Tokio überraschung hervorgerufen, da man es allgemein in Zweifel gezogen Hafen der Flotte einer kriegführenden Macht erlauben würde, die in Angriffsoperationen begriffen ist. Man erwartet, daß Japan unverzüglich bei Frankreich Vorstellungen erhebt. Die Antwort darauf wird mit Spannung erwartet. Wenn Frankreich in Abrede stellen sollte, daß die Flotte sich innerhalb der Grenzen der französischen! Territorialgrenze befinde, so würde das Japan Gelegenheit geben, die Schiffe Roschdjestwenskis anzugreifen, ohne die französische Neutralität zu verletzen. Vom Kriegsschauplatze in der Mandschurci. Tokio, 17. April. Fünf Schwadronen der feindlichen Kavallerie zogen in der Nacht zum 15. April in Sanyenching auf der Fakumen=Fanghua=Straße ein. Die Japaner machten einen Nachtangriff und schlugen den Feind nach Norden zurück. Der Feind ließ acht Totc zurück. Unsere Verluste betrugen zwei Mann. Es finden häufig Zusammenstöße mit Kavallerie statt, doch sind keine wesentlichen Veränderungen eingetreten. Der Krieg und die Finländer. * Helsingfors, 17. April. Der Antrag der russischen Regierung, daß Finland an den russischen Staatsschatz von 1905 bis 1908 für militärische Bedürfnisse alljährlich 10 Millionen Mark zahle, wurde von den finländischen Landständen mit der Einschränkung angenommen, daß die Zahlung nur für 1905 geleistet werden soll Der Krieg und die Mächte. Pari;, 17. April. Der Marineminister hatte mit dem Admiral Fournier eine Unterredung wegen der Verteidigung der Küsten von Indochina. Es heißt, Fournier habe die Ansicht geäußert, diese Verteidigung könne mit 10 Unterseebooten hinlänglich gesichert werden. Die Kosten hierfür würden 15 Millionen Franken nicht übersteigen. ereignisreiche Reger=Abend, welchen die„Musikalug, Gesellschaft" in Essen in dieser Saison veranstaltete un dem zahlreiche Düsseldorfer Musikfreunde(auch senProfessor Buths) beiwohnten, den Ausschlag gegehen haben, wenn sich unsere einheimische Kammemusitvereinigung trotz einer erdrückenden beitslast entschloß, in letzter Stunde eine Aufgabe an stunde eine enorme Ansprüch in letzter Angriff zu nehmen, die ganz Ausführenden stellt. Und so sind wir in erster Linie den Herren. trich, Morawetz, Köhler und Klein Tan schuldig, wenn sie uns heute Abend einen musikalischer Genuß seltener Art bereiteten und obendrein mit ihren Reger=Abend die Kunststadt vor dem Vorwurieiner bedenklichen Rückständigkeit schützten. Anläßlich der Essener Veranstaltung haben wu en, gehend über Reger und sein Schaffen berichtet auch die heute hier zur Wiedergabe gelangten Komyo. sitionen einer kritischen Beurteilung unterzogen. können uns somit(auf unsere früheren außerunce Nr 9 vom 9. Januar ds. Is.] verweisend) hier daran beschränken, vor allen Dingen der Ausführung der Stücke unsere wohlverdiente Anerkennung zu zollen und über den Eindruck zu referieren, den Reger diesma hinterließ. über die Werke selbst wiederholen wir m das wichtigste. Voll und ganz aber möchten wir doch he stätigen und doppelt unterstreichen, was wir über dae monumentale Streichquartett lop. 74) u D- moll schrieben: Es reiht sich den erhabensten uaf. sischen Vorbildern würdig an. Die Erfindung emganz großen Meisters tritt uns in demselben entgegender Quartettstil in seiner ganzen Reinheit und Erhaben heit ist mit dieser Komposition dem zeitgenössischen Zon empfinden gerettet, angepaßt worden. Jede Aadieses Quartettes atmet Criginalität, geläutert a Bachs und Beethovens Vorbildern. Jede Note bewen daß die Form, so meisterlich behandelt, dem moderrer Ausdruck nicht hinderlich im Wege steht, sobald nur en Berufener wirklich neues zu sagen, zu offenbaren wei Der erste Satz ist inhaltlich sehr bedeutend, reich a Edelwerten in klarer Anordnung. Im zweiten sprudech ein hinreißender Humor. Die Variationen des drine zeigen Regers Spezialität, seine unvergleichliche E, staltungskraft in helistem Lichte, sie wirken originel und zündend. Das Finale in freiester Rondofor# überrascht durch den Fluß, die Leichtigkeit, mit welche Berlin, 17. April. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet: Der Kronprinz von Rumänien stattete am Sonntag dem Reichskanzler Grafen Bülow einen längeren Besuch ab. Paris, 17. April. Bei der Beratung des Voranschlages der Staatseinnahmen im Senat wurde mit großer Mehrheit der Titel angenommen, durch welchen 15 Millionen Franken Entschädigung den Inhabern der vom ersten Kaiserreich geschaffenen Majorate zugesprochen werden zum Ausgleich des Verzichtes auf die jährlichen Zahlungen, die ihnen vom Staate bisher geleistet wurden. Minister Rouvier hatte lebhaft einen Abänderungs= antrag bekämpft, wonach die Majorate ohne Zahlung der Entschädigungen abgeschafft werden sollen und hatte die Vertrauensfrage gestellt. Konstantinopel, 17. April. Der Divisions general Mahmud Schewkat Pascha, bisher Vizepräsident der Versuchssektion der Großmeisterei der Artillerie, wurde zum Wali von Kossowo ernannt. Schakir Pascha, der Wali von Usküb, wurde zum Präsidenten der neugebildeten Reform Kom mission ernannt, die in Yemen die Ruhe wieder herstellen soll. Konstantinopel, 17. April. Der Vertrag mit der Deutschen Bank über die 60 Millionen Franken Anleihe ist gestern unterzeichnet worden. Tanger, 17. April. Der Vertreter des Sultans Ben Said gab halbamtlich bekannt, daß Raisuli zum Kaid der Stämme in der Umgebung von Tanger ernannt worden sei, die bereits seiner Autorität in den letzten Monaten tatsächlich unterstanden hätten Washington, 17. April. Heute ist eine Entscheidung des obersten Gerichtshofes veröffentlicht worden, durch welche das New=Yorker Gesetz, das die Arbeitszeit in den Wäschereien auf 10 Stunden täglich und auf 60 Stunden wöchentlich festsetzt, für verfassungswidrig erklärt wird, weil es der freien Ausübung der Kontraktrechte widerstreite. Pittsburg, 17. April. Der osterreichisch ungarische Generalkonsul suchte die Unterstützung des Staates und der Bundesregierung nach, um der rücksichtslosen Vernichtung der ungarischen Angestellten bei den Stahlwerken vorzubeugen. Hier werden jährlich Dutzende von fremden Arbeitern durch Unfall getötet: in den Berichten heißt es dann aber nur, sie seien verschwunden, und der Leichenschaubeamte erhält von den Fällen keine Mitteilung. sich der Autor so interessant zu geben weiß. Das Ganzist ein würdiger Nachfolger der Brahmsschen Quartene ie Wiedergabe gereichte unseren eingangs genam ten Quartettisten zur Ehre, stellte ihrer Leistungsfähigten auf dem Gebiete moderner Kammermusikkunst das beste Zeugnis aus. Dies Lob soll nicht dadurch eingeschräm werden, daß wir nebenbei bemerken, wir hätten in ersten Allegro das„agitato" etwas stärker betont, m Finale eine konzisere Fassung der Themen gewünsct Mit Freude konstatieren wir vielmehr, daß den wackeren, unermüdlichen Künstlern reicher Applaus für ihre Zu gespendet wurde. Eine nicht minder begeisterte, ja infolge der leicteren Verständlichkeit des Werkes vielleicht noch au richtigere Anerkennung und Würdigung fand das Trie op. 77b)(A-moll) für Violine, Viola und Violoncello, eine Perle der Literatur, in welcher das rei musikalische Element überzeugend stark betont wurr Formell und inhaltlich wundervoll gibt si# der erste Satz; dem Larghetto entströmt eitel Kla# zauber, gepaart mit tiefem Empfinden. Das Scher# entzückt nicht nur durch Modulation und Rhythmu sondern auch durch seinen fast populären Charatte: Das Finale gefiel uns diesmal noch besser, wie bein erstmaligen Anhören. Die Herren Dietrich, Köhler Klein wurden auch diesem Reger weitgehends gerec. Den Schluß des Abends bildete der Vortragn vielgepriesenen Variationen(op. 86) für z Klaviere. Die Art und Weise, wie Reger das schlicht Beethoventhema(aus einer Bagatelle) variiert, i einfach staunenswert. Wie Becthoven, Brahms ist Rezei hier Meister der Variationsform, und Anlage und halt des Werkes erinnert an die Größe Joh. Sch Bachscher Werke. Die Schlußfuge entfesselte denn aur einen an Kammermusikabenden ganz ungewohnten enthusiasmus. Die Ausführenden, Mar Reger und Prof. Buths, hatten übrigens auch ihr ganzes Konnen für die Lösung dieser herrlichen Aufgabe eingeseet Ersterer zeigte sich bei dieser Gelegenheit obendrein mo als feinnerviger, technisch glänzend beanlagter Piam. Tritter Kammermusik=Abend des städtischen Musikvereins. Max Reger=Abend. § Düsseldorf, den 17. April 1905. Angesichts der großen Erfolge und der bedingungslosen Anerkennung, die sich in letzter Zeit allenthalben Mar Regers Genialität zu erzwingen wußte, sah sich unser stadtischer Musikverein veranlaßt, den letzten seiner dieswinterlichen Quartettabende dem weifellos hervorragendsten absolnten Musiker de hatte, daß Frankreich das Anlaufen seiner Gegenwart einzuräumen. Vor allem mag aber der Zivilstand der Stadt Düsseldorf. Geborene: 23. März: Hildegard, T. des Bankdirektors Herr Witscher, Schadowplatz.— 2. April: Gerhard Joham S. d. Fbkarb. Karl Davipont, Ellerstr.— Arnold Jato. S. des Straßenbahnwagenführers Arnold Willemsen Birkenstr.— 3.: Elisabeth Anna, T. d. Schriftsetzer Gust. Solitär, Ackerstr.— 5.: Hubertine Auguste,; des Drahtziehers Jos. Mäder, Kölnerstr.— I Albertine, T. d. Schreiners Bernh. Habrock, Birkenitt — 31. März: Heinr. Hans, S. d. Parfümerienhänt Hrch. Hüther, Mittelstr.— Maria Anna Johanna.= d. Tagel. Alfons Kluger, Hildebrandtstr.— 5. Elisabeth, T. d. Ibkarb. Joh. Stöpfer, Markenstr.—. Irene Therese Magdalena, T. d. Uhrmachers Wilkem Waldhausen, Friedrichstr.— 31. März: Elfriede El Henriette Karola, T. d. Buchhalters Friedr. Helmholtzstr.— 1. April: Josephine Bernharom Perronella, T. d. Müllers Hrch. Vennecker, Lindenstr.= Peter Friedrich, S. d. Bautechnikers Peter Gerresheimerstr.— 6.: Agnes Johanna Jakobine,= des Polizeisergeanten Arnold Heekeren, Adersstr. 3. Ottilie Franziska Elisabeth, T. d. Volksschullehre# Anton Liese, Charlottenstr.— 4.: Wilhelmine Gertre, T. d. Fabr.=Arb. Wilh. Struck, Ackerstr.— Johann, S. d. Klempners Franz Rütter, Liefergasse. 3.: Maria, T. d. Pliesterers Nikol. Schäfer, Kronen G.. Winlich, T. b. Inrsteleir Riler, Wan.0 — 2.: Wilhelm Karl, S. d. Tagel. Hub. Belgo, Hur— straße.— 5.: Wilhelm August Karl. S. des Aug. Wrobel, Kölnerstr.— 4.: Anna Luise, T. d. Tb postassistenten Wilh. Scheuerhorst, Scheurenstr.— Maria Elisabeth, T. d. Obermaschinisten=Maats Jansen, Bruchstr.— 4: Wilhelm Rudolf, S. äß meisters Karl Zimmermann, Wallstraße.— 1.: f# mine Emma Elisabeth, Bachstr. T. d. Schlossers Herm Arnol Nr. 92. Industrie, Pongs Spi nienkirchen. Au ung waren 998 A #rrne petrüg 10 Abschreibungen 12 Mara. Die Verwa scherheit im Baun besonders abzuschr fonds zu überweise in der heutigen Seiten bemänge u. a.: die Vorräte auf Basis des d. 35/36 Pfg., middl. dies geschehen ser kunft— sei die E nötig. Weiter ta und die Höhe der unrentable Drucke Die Verwaltung der ein Konku detaillierte Auskur antragte die Ver 4 Prozent. Die V und es wurde der der besonderen Al kontos mit 812 ge enthaltungen ang also nicht verteilt. mit 553 gegen 109 tungen, und dem bei 25 Stimmenen # Land- u. S Köln, 17. April. versammlung der Rechnungsabschluf vertei ung genehm dende zur Verte Entlastung erteilt aus acht Mitglied Aufsichtsrat bilde Kommerzienrat T%h rat Mar von Gui Guilleaume, Kom Heiliger, Oberregi direktor Dr. Wie rurde Oberrechnu stellvertretenden vählt. * E s s e n e r M Hontanbörse stel Marktlage unver den 25. April. * Kohlenvers Zechen des Ruhr Wagen à 200 Zti gefehlt haben kei 15./4. Gestellt: I Aschen 654, Zec Eraunkoblenbezir Ess Amtlicher Kt (Eigenberic Gewerkschaf Alte Haase Altendor: Auausta Vie blarkenbare Berassis Caicine Chreius Mag ver. Constan ve#. Daulhau Derstielc Ew. 14 kneanen ur Morg .1. Bisma. 50ene u1 * randershal! ras nund 418 saur b. Sonders Keig eanten. ruessen 510 G. ** G, Gas m Vert Essen. 17. A dem Koh: und eine nstaltete und (auch her tag gegehen Kammer ückenden A Aufbe in prüche derren Dielein Tan musikalischen in mit ihren Vorwurfe iben wir emberichtet und igten Kompoerzogen. Außerungen hier darau sführung dr zu zollen und leger diesmal solen wir nur n wir doch bewir über das op. 74) in sabensten klasfindung eines ben entgegen: und Erhabenössischen Ton Jedc Rotgeläutert an Notc bewein dem moderner obald nur ein enbaren weiß send, reich an heiten sprudelt in des dritten zleichliche Eerken originel r Rondofor# t, mit welcher ß. Das Ganzden Quarteite jangs genannstungsfähigten unst das beste h eingeschrän dir hätten in ker betont, in ien gewünscht z den wackeren. für ihre La olge der leichicht noch aufand das Trie 1 und Violonscher das rein betont wir? I gibt si t eitel Klarg. Das Scher# nd Rhpthmu ren Charatte: sseir, wie bein etrich, Köhler, ehends gerech Vortrag 86 für zu er das schlichte variiert, ii ahms ist Reger nlage und In ße Joh. Sch selte denn aus gewohnten en Reger und ganzes Können abe eingesett. obendrein 20 lagter Pianm. ldorf. rs Hern Johann. 11d Jako. Lillemsen sriftsetzer: guste 2. Birkenin rienhänt! anna. 5. April istr. Wilhelm de Elisab ruhardine denstr.“ ter Kall obine. ersstr. hullehrer: Gertrus 1.: Karl ergasse. Kronenn Zitadel Maurer. Joser Arnold Düsseldorfer Handelsblatt. Tägliche Handels- und Verkehrs-Nachrichten des General-Anzeigers. ME GE EENE A assme Smme Nr. 92. Düsseldorf, den 18. April 1905. 11. Jahrg. Industrie. Handel und Verkehr. Pongs Spinnereien und Webereien, A.###nkirchen.] Aut der heutigen Generalversammwaren 998 Aktien vertreten. Wie mitgeteilt, „„ ger Bruttogewinn des Jahres 1904 177 296 Mk., bschreibungen 122 102 Mk., der Reingewinn 55194 gorg. Die Verwaltung schlug vor, wegen der Uncherheit im Baumwollmarkt 30 000 Mik. auf Vorräte besonders abzuschreiben, 20 000 Mk. dem Sicherheitstonds zu überweisen. Diese Vorschläge wurden der heutigen Versammlung von verschiedenen Ceiten bemängelt. Herr Otto Pongs betonte # die Vorräte müssten in der Bilanz per 31. Dez. zur Basis des damaligen Preises der Baumwoll“, 5136 Pfg., middl. amerik., bewertet sein. Wenn dies geschehen sei— und darüber bitte er um Auskunft— sei die Extraabschreibung auf Vorräte unnötig. Weiter tadelte er die Grösse der Vorräte und die Höhe der Lagerbestäude. Auch riet er, die unrentable Druckerei zu verkaufen oder zu vermieten. Die Verwaltung erklärte, sie könne Herrn Pongs, der ein Konkurrenzgeschäft habe, nicht detaillierte Auskunft geben. Herr Hölscher beantragte die Verteilung einer Dividende von Prozent. Die Verwaltung verteidigte ihre Anträge, und es wurde der Antrag der Verwaltung bezüglich der besonderen Abschreibungen und des Delkrederekontos mit 812 gegen 162 Stimmen bei 14 Stimmen enthaltungen angenommen; eine Dieidende wird also nicht verteilt. Sodann wurde dem Aufsichtsrate mit 553 gegen 109 Stimmen bei 23 Stimmenenthaltungen, und dem Vorstande mit 785 gegen 96 Stimmen bei 25 Stimmenenthaltungen Entlastung erteilt. # Land- u. Seckabelwerke, A.-G., Köln-Nippes. Köln, 17. April. In der heutigen ordentlichen Hauptversammlung der Gesel schaft wurde der vorgelegte Rechnungsabschluss und die vorgeschlagene Gewinnverteilung genehmigt. Es kommen 6 Prozent Dividende zur Verteilung und wurde der Verwaltung Entlastung erteilt. Der Aufsichtsrat soll künftig zus acht Mitgliedern bestehen; den gegenwärtigen Aufsichtsrat bilden die Horren: Carl H. Deichmann, Kommerzienrat Theodor von Guilleaume, Kommerzienrat Max von Guilleaume, Kommerzienrat Emil von Guilleaume, Kommerzienrat Louis Hagen, Justizrat Heiliger, Oberregierungsrat a. D. Schröder, Generaldirektor Dr. Wiegand-Bremen. Zum Vorsitzenden rurde Oberrechnungsrat a. D. Schröder und zum stellvertretenden Vorsitzenden Justizrat Heiliger gevählt. * Essener Montanbörse.] Die heutige Essener Hontanbörse stellte amtlich folgende Tendenz fest: Marktlage unverändert. Nächste Börse: Montag, den 25. April. * Kohlenversand im Ruhrbezirk.] Die gesamten Zechen des Ruhrbezirks forderten heute an: 19•337 Wagen à 200 Ztr.; gestellt wurden 19 337 Wagen. getchlt naben keine Wagen. Wagengestellungen am 15./4. Gestellt: Ruhrbezirk 20 195, Kohlenbezirk bei dachen 654, Zeche Rheinpreussen 302, Rheinischer braunkoblenbezirk 718. Essener Börse. Amtlicher Kursbericht vom 17. April 1905. (Eigenbericht des„General-Anzeiger“.) Wertpapiere. Gewerkschaftlich betriebene Bergwerke in 1000 Kuxe eingeteilt. Kohlen-Kuxe. beobachten, wenngleich sich die Umsätze noch in engen Grenzen hielten. Von kleineren Werten wurden Alte Haase, Altendorf, Dahlhauser Tiefbau, Freie Vogel und Unverhofft. Gottessegen, Rudolf und Siebenplaneten bei zum Teil höneren Preisen gehandelt. Für mittiere und schwere Werte bestand Nachfrage nach Graf Schwerin, Lothringen und Mont Cenis. Auf dem Kalikusen-markt war die Tendenz weniger einheitlich. Nachfrage bestand für Alexandershall, Burbach und Carlsfund, während Bcienrode, Desdemona, Hedwigsburg, Jobannashall und Wintershall billiger offeriert blieben. Von kleineren Papieren wechselten Neuronnsdorf, Hattorf, Hoffmannshall, Emilienhall und Albrechtshall ihre Besitzer. Erzkure ruhig. Produkten-Märkte. Fruchtpreise zu Neuss am 11. April 1905. Juni-Juli 28,60 Br, 28,45 G., Aug. 28.50 Br., 28,70 G., Okt. 23.50 Fr. 23,35 G., Jan.-März 23,05 Br., 22,95 G., still. Antwerpen, 17. April. Petroleum ruhig, 17¾, Mai 18, Sept. 18¾.— Weizen und Mais behauptet, Roggen, Hafer und Gerste ruhg.— Deutcner La Plata-Kammzug runig,(Vertrag B.) Mai 5,07½ Juli 5,12½. Paris. 17. April. Rohzucker 88 Proz. 35-35¼, ehauptet.— Weisser Zucker. Nr. 3pro 100 kg, April 38¾, Mai-Aug. 39 3/8, Juli-Aug. 39½ Okt.-Jan. Weizen 100 Kilo Roggen 100 Kilo 1 2. 1 * Quai Qurl. Hafer per 100 Kilo Neue Kartoffeina 50 K. 300 licu per 50 Kile 330 Lrzernerneu per 50 Kic M##schinenstron a 500 Klle Fiogeldrusch per 500 Kilo Butter per Kito Eier(100 Stück) M. Pf. 13 17 50 14 60 14 10 14 20 —4— 4 80 5 20 22— 24— 2 50 2— M. Pt Raps per 100 Kilo 1. Qual. 60 50 " 100" 2." 00 L0 Ave-i 1. Qnz.. 03 90 Rübol per 100 Kilo n Partien von 100 Zontner 50 25 Rubol per 100 Ktio lassw. 51 75 Gereinigtes Oel per 100 Kilo 2 Mark höner als Rühol. Rübkuenen per 1000 Kilo 106— in kleineren Partien 110— Kleien per 50 Kilo 5 8 Duisburger Fruchtmarkt. Privatbericht des„Gen.-Anz.“(Nachdruck verboten.) Notierungen von Montag, den 17. April 1905. 16.50 M. 3.75 Weizen, inländ. 13.00 " Donau 18.00 Schwarzmeer 17.75 Mais, 12am 17.75—18.75 " Amerikaner 18.60—19.00 Roggen, inländ. 14,75 15.25 " Donau „ Schwarzmee „ Azeu " Amerikane llafer. inländ. " D nau " russischer " Amer kane 00.00—CC.C0 15.25—16 25 15.25-10.25 60.00-00.00 13.70—25 0r.05- 99.50 13.50 15.50 6000- 60.00 Futtergerste rum. 60.00—00.00 M. Amerikaner 00.00—00,00 Amerikaner 11.75—12.00 " Donau 06,00—00.00 " Cinquant 15.00—16.00 " russischer 0000- 00,00 Buchweizen 1700—18.00 Wei enmehl N. 00023.25—23,75 „„ 0 0 2 2, 5 0— 2 3. 0 0 Roggenmehl„ 0 19.50—20,00 „ 0/ 1 1 8. 7 5— 1 9. 2 5 Bollmen! 11,75—12.00 Grand 10.50—10,70 Kleie 11,00—11,25 Futtergerste#uss. 12.25—12.60„ Per 100 Kilo frei Waggon Duisburg-Hafen. Wochenbericht: Die Frage nach Weizen blieb auch in vergangener Woche sehr massig, da die Mühlen bei sehr schwachem Mchlabsatz wenig Kauflust zeigen. Auch Rorgen musste etwas billiger erlassen werden, da die vom Asow unterwegs befindlichen Partien auf den Markt einigen Druck ausübten. Gut gefrast waren aber Hafer und Gerste, die auch erwas besseren Preis erreichten. Essener Fruchtmarkt. Privatbericht des„Gen.-Anz“.(Nachdruck vernoten.) Notierungen von Montag, den 17. April 1905. Weizen, inländ. 17.90—18.25 M. Mais. Amerikan. 11 70—1210 fl " Don u 1820—1890„ " russischer 17.85—13.90„ Amerikan. 18.10—19.00„ " Donau „ Cinquantin " russischer Buchwei#en Weizenmehl 000 „ 00 Roggenmehl 0 0/1 Bollu#ch (Frand Kleie Roggen, inlänt. 1480—15 30 " Donnu 30,00—00.30 " russischer 15.40—15.43 klafer, inländ. 13.90—14.50 Donau 00.60—00.00 russischer 13,70—1570 Futteigerste russ. 12.35—12.65 " rumän. 00.00—00.C0 Wochenbericht: Schwache Kauflust das Geschäft still und den Umsatz recht mässig. Weizen wurde fast gar nicht verkauft, dagegen etwas mehr Roggen, Hafer und Gerste, die aber auch nur knapp die vorwöchigen Preise halten konnten. Drahtberichte des„General-Anzeiger“. 00.00—00.00„ 15.25—16.25 00.00- 00.C0 17.25—18.00„ 23.40—24.00 22.70—13.00 19.60—20,10„ 18.80—19•35 11.80—12,00 10.61—10.75 11.00—11.30 nü ssen 510 G., 520 Br., Essener Aktien-Bierbrauerei Glas und Spiegel 180 G., 185 B., Westd. Vers.-Akt.-Bank 1400 Br. Essen, 11. April.(Eigenbericht des„Gen.-Anz.“) und— Konienkuxen-Markt war im grossen sänzen eine leichte Aufbesserung der Kurse zu Die schwächeren amerikanischen und ungarischen Berichte berührten den Markt ebenso wenig, wie die starke russische Ausfuhr, weil die durch Deckungen hervorgerufene Festigkeit in Roggen auch Weizen in stetiger Haltung beliess. Hafer und Mais tendierten bei reichlichen Ankünften träge. Rüböl ziemlich leb haft und behaupter. Bremen, 17. April. Schmalz ruhig, Tabs und Firkins, Doppeleimer 38½.— Baumwolle ruhig. Upiand middling 39¾. Hamburg, 17. April. Gold in Barren: pro Kilo gramm 2790 Br., 2784 G.— Silber in Barren: pro Kilogramm 79,50 Br., 7•,00 G. Magueburg, 17. Anril. Kornzueker 88 Proz 13,90-14,00, 75 Proz. 11.00-11,25, ruhig. Die Notier ungen in Raffinaden sind gestrichen, weil der Markt still. Rohzucker zur Durchf. bordf. Hamburg April 28,40 Br., 28,10 G., Mai 28,50 Br., 28,35 G., 4 Aug. 50¼, ril 49, 43½ runig — Rüböl. April 501 Sept. Dez. Mai 48¼, 50½ ruhig Mai-Aug. Mai 49¼, Mai— Spiritus, 48 1/, Sept.-DezLondon, 17. April. Kupfer g. II. 67 Lstr. 8 sn d.— Zinn(Straits) 140 Lstr. 0 sh 0 d.— Zink 23 Lstr. 15 su 0 a.— Blei 12 Lstr. 17 ch 6 d. Havre, 17. April. Kaffee ruhig, Mai 43½ Sept. 43½. Dez. 44, März 44½. Liverpool, 17. April. Anfang. Weizen. Mai 6 an 7⅛ d. Juli 6 sh 7 5/8 d, ruhig.— Mais. Mai 4sh 3½ d. Juli 4sh 3½d, ruhig.— Schluss. Werzen, Mai 6 an 7½ d. Juli 6 an 7¾ d, ruhig.— Mais, Mai 4 sn 3¼ d. Juli 4 sh 3% d ruhig. Liverpool, 17. April. Mittel. Baumwolle. Umsatz 7000 Ballen, davon für Spekulationen und Export 300 Balien. Tendenz für Amerikaner: runig. Middiing loko 4,18. März 4,03, März-April 4,03, AprilMai 4,04, Mai-Juni 4,06, Juni-Juli 4,08, Juli-Aug. 4,09, Aug.-Sept. 4,10, Sept.-Okt. 4,11, Okt.-Nov. 4,12, Nov.Dez. 4.13 d.— Schluss. Baumwolle. Umeatz 000 Ballen. Tendenz für Amerikaner: ruhig. April 4,03, April-Mai 4,03, Mai-Juni 4,04, Juni-Juli 4.06, Juli-Aug. 4.08, Aug.-Sept. 4,09, Sept.-Okt. 4,10, Okt.Nov. 4,11, Nov.-Dez. 4,12, Dez.-Jan. 4,13 d. New-Tork, 17. April. Anfans. Kaffee träge, Schwankungen unverändert bis 5 Punkte höner. Umsatz 00 Sack.— Weisen. Juli 93, fest.— Mais. Juli 00, stetig.— Baumwolle ruhig, April 7.30, Mai 7,45, Juli 7,42, Okt. 7,57.— Mittel. Weizen. Juli 92¾, kaum stefig.— Mais. Mai 53¼, willig.— Baumwolle rubig, Mai 7,43, Okt. 7.54. Chicago, 17. April. Anfana. Weizen. Juli 88¼, Mais. Juli 48½.— Schmalz. Mai 7.42.— Pork, Juli 12,95.— Mittel. Weizen. Juli 87¾.— Mais, Mai 47%.— Schmalz, Mai 7.40.- Pork, Mai 12,85. Wertpapiere. Berliner Börsenbericht. April 15. 17. April 15. 17. P’renssische und Deutsche Fonds. Bl.-Sch. rzb 1906 31 Pr.-Sch.„ 1906 31 C. R.-Anl. 31 3% Pr. Cons. 3½ Bayr. Anleihe Staats-Anl. 31 Rheiner.-A. 20,21 4 „ 22. 23 3¾ „ 3 u. 4 cr. 31 „10.12-17.24-2731 „ 19 uk. 1909 3½ „ 9. 11, 14 3% Hamb. St.-A.1902 30 Ansb.-Gunzh. 7fI.I.— 0000 Craunschw.zo# 2000094 203 5050 Cbin-M. Pr.A.-Sch. 3½, 149 20 50 148 SOh Freiburg. 15Fr.###.— 0000 4330 b Hamb.Pr.-A. 1866 3% 00000 14875 1. 100600 10060: Sächs. Rente 3% 89400i 89•3007 100 5061 100 60/ Westf.Pr.-A. 3, 4 4% 10340 b 00000 1013090 101 7500, 4 uk. 1903 3% 00000 00000 91 10* 90 90 101, 2. 3, 4 31, 10000 0 100 0007 1013096 1016011/2 30 89250 892501 91 101, 909013 ässeld. St.-A.99 4% 101 5055 101 400; 101500i 10160331„ 1876 3½ 99500; 995007 M0401 10030f1„ 58. 90. 94, G0o0o 1042001 1900 u. 03 31 99100 9910 b cooc 1012567/Westf.ldsch. Pfbr. 4% 10375(1 1040007 997055 9960011„„„ 3½ 9910b 98900; 99 709B 9966/1 Preuss. Rent.-Br. 4% 10320 r 1032006 99996 999001„„ 3½ 998000 99900 90 2056 90200; IRh.-W. Rent.-Br. 4% 104 6006 194 6006 89.40 8940011„„ 3½ 999041 1000056 Lose. 0000 MMeininger-Lose— 46 1056 46 1065 Neutchaf. 10fr.-I.— 0000 6000 Oesterr. 1860er-L. 4% 162 00bb 16190 b Raab-Grazer-Lose 21. 105 3000 1053006 Türk. 400 Fr.-Lose— 138 6006 13790 b Lübecker Pr.-Anl. 3½ 154 90 1. 1542 5 b Bucarest 4% Anl. 98 7056 986056 Inländische Hypotheken-Pfandbriefe. Goth. Fr.-Pidbr. 1 3½ 133 90h i 135 2505 Pr. C. B. P f. Cm.-Obl. 4% 104 250r 104 2567 „ IN, W0 31 102 700 10270 5 VI. VII 4% 100 100; 101 0cb Ab. Ap-Pf.uk. 19 10 4% 102 8005 102 50½ „„„ 1913 4% 103 22# 103 25h „„„ 1913 3½ 9700½ 9700 Kan. Lp. B. Ptd. 1l 4% 100 20Ci 10020 IV. VI uk. 1905 4% 100 4007 100•0 100 80h 100750 101900 10150 9900 9625 10050 9600 10060 9600 „VII-VII uk. 1908 4 „IX„19134 „„ 1904 3¾ 9900 „I„ 3½ 9625 MItId.B.-Pf.uk. 09 4% 100 50 „„„ vO 5% 9500 Grürtendr. 4% 10050 „„ 3½ 9600 Pr. Bod.-S.-Sk.-Pfdbr 1905 4 101 0019 10100 „ 1913 4% 103000 10300h „ 1913 3% 100.500i 100 50 „ conu. 1907 3½, 95 50h1 95 5060 Fr. C.-B.-Pf.1890 4% 101 60 b 10140 „ 1099 4% 103350 103255 „ ck. 1912 40 „ 66. 69. 94 31 „ uk. 1805 31 „„ 1 9 1 3 3 1 31, 995056 993007 Pr. H.-A.-B. abg. Pf. 4% 101 OUer 101 0056 31. 95000 950006 Pr. Pidbribk.-Pfdbr. rk. 1912 4% 102000r 102000f „„ 1912 3% 100 00bv 1000056 „„ 1912 3½ 97000i 970056 Rhein. H.-B.-Pfübr. 4% 100 700 10090 b „„ 3½ 970Uir 970007 „ 69-32 3½ 97501 975007 Khein.-W. B.-C.-Pfdhr. ux. 1905 4% 100750 19075/7 „„ 1908 4% 10125 b 101250 „ 1910 4% 19. 9056 101 9007 1912 4% 102 6000 102600 „ 1915 4% 103100; 103190 „„ 1904 3½ 957556 957554 „„ 1903 3½ 96906 96 9007 Westd. Bod.-Cr.-Pldbr. uk. 1904 4% 101 m 101000 „ II 4% 101 2006 101 20 „ V„ 1909 4% 101800 101 300 „ VI„ 1910 4% 102 10¼ 102 100 „VII„ 1913 4% 102790 102700 „ II1„ 1905 3½ 96 00b6 96 90h0 „ 10„ 1907 31 97200 97200 Ausländische Fonds. 10•1 4000 104 40 96706: 9680½4 95706 96801 7406 97400 Itel. Kente 4% 105 801 90000 Russ. Anl. v. 1902 4% 88.0050 88 nans 40 cohhn nenon1 Staateranta 40! 019a1. 04 Staatsrenie 4% 84754 Ungar. Gcidrente 4% 100 100: 1001 „ Aronenrente 4% 98:0h: 98. reue 4% 00000 60000 Cesterr. Golc#ente 4% 102 101; 102 20 Kuss. Eb.-Ant. 80 4% 8780 b 8780 „ beldrente 5% 9320b 93201 In- und ausländische Eisenbahn-Aktien. Baltimore-Chio 111 301 11075 1 Gatthardbahn 00000 00000 Canada-Pacifie 15260 l 152 00 b Lübeck-Rüchen 00000 181500 Crefelder kisenbahn 139 10h0 1397510 Sügöster.(Lombarden) 16 50 b 1630 5 Deutsche Klein- u. Strassenb.-Akt. u. Obl. b.-Elberf. Str. B.-Act. 136 00bf 1.•8 000 B.-Gelsk. Str.-S.-Act. 131 2506 131 3006 Grefelder Str.-B.-äct. 130 2509 182 COb Llectr. Rochbahn-Act. 12660 b 12640 1 Cr. Berl. Str.-B.-Act. 1830000 18290 b B.-Gelsk. Stre.-9. 4½ 00009 03000 Creielder Str.-3. 4½ 00000 690.00 Electr. Hochbahn 4% 104 75hv 10460 1 Gr. Berl.-Str.-S. 3½ 99800 99750 Eisenbahn-Prioritäts-Obligationen. Berg. Märk. 3½ 9980|ß 9980 B Böhm. Hordb.Goid 4% 101 5056 101 3650 Lübeck-Büchen 3½ 0000 0000 I„„ 1993 3½ 946099 946006 Bank-Aktien. Barmer Bank-Verein 13025B 13000b5. Kärkische Bank Geld- und Wechselkurse. Berlin, 17. April 1905. Berg.-Märk.-Bank 1662507 165250 Berliner Bank-Aktien 10000bf 998015 Berl. Handeisgesellsch. 16975 b 169 10b6 Berl. Kyp.-Gank Lit. A 127 1006 127 506 Berl. Hyp.-Sank Lit. 8 160 50bv 1608055 Gochumer Bank 11275( 112106 Com.-u. Disconts-Bank 121 30¼ 12430 b Creditverein Neuiges Harmstädter an Deutsche 62nk Deutsche Hyp.-Bank Cisconte Com.-Ant. Dressener Bank Dulsb.-Ruhrorter Bank 114 25 Elberfelder Bankveren 118600 135 1007 135 10 143 7566 14340 23090 b 240 8550 14550G 147 50 18990 5 139 70 b 15725b 157005 111 506 113606 12500G 125005 1240005 123 5006 11525G 115 250 1308056 130 751 10760G 108 0803 Nitteld. Credit-Bank Kulheimer Bark Nationalb. f. Beutsch Cberrheinische Bank Oesterr. Creditanstalt 209 25Z, 206 752, Preuss. Bod.-Cred.-A. 158 805S 157 005 Preuss. C.-Bod.-Gr.-A. 200 70% 200 00bb Freuss. Hyp.-Act.-Sk. 129 1990 129 7556 Preuss. Pfdhrf.-Bank 1470053 147 0013 156 50B3 156 50 B 13775 B 137 755 Reichsbank-Anteile Spein. Liscont#-Ges. Fhein.-Westf. Bod.-C. 14950 0B 14930 G Russ. B. f. ausw. Hand. 13500 b 13370 b Schaaffh. Bankverein Solinger Bank Süadisch. Boden-Gr. Westd. Bod.-Cr.-Anst. Westfälische Bank Essener Bankverein 130 50G 130.500 Essener Credit-Anstalt 16700B 1669056 Banneversche Bank 129756 12990 b Schiffahrts-Aktien. Gambg.-Amer. Paketf. 154 CObC 153 1006 Norddeutscher Lloyd 123 5056 hansa Dampfschift. 138 50 b 13770 b Industrie-Obligationen. Berliner Elect.-W. 4½ 102 30 b 10275 b Krupp Gussstahl 4% 10260 b Dortmunder Union 5% 111900 111 90GiHeue Boden-Ges. 4% 101 40 b unk. 1905 5% 103 400 103 40G1„„ 3½ 95006 4% 9990b 9990GIfb.-W. Kalkwerke 4½ 00000 Elberfeld. Farben 4% 00000 00000 jRhein. Metallw. 4% 9520 b hörder Bergwerk 4% 103 2085 103 106 Industrie-Aktien. 146 7506 147 0056 129500 126 506 00000 01000 140 10 b 140 0056 11825G 118 4006 12360 b 10220 b 101 5056 950056 00000 95255 Bechum. Victoria.-Br Oertmunder Union-Br. Dasseld. Adler-Br. „ Pieterich.-Br „ Hostel-Br. GlEckauf-Sr. König Act.-Ges. 6r. Schwadenbräu Wicküler Küpper-Br. Accumul.-Fabrik A.-6. f. Mentan-ind. Aligem. Berl. Omnibus Allgem. Electr.-Gcs. Annener Gussstah Arenberger Bergbau Balcke, Tellerinz& Co. 180 5005 186 0006 Baroper Walzwerk 1050045 104 90b 13200G 133 5016 00000 09000 850017 85 100 18100¼ 180 500 18250G 181 5000 1392516 13940 b 150000 148 00B 163 0012 163 5050 24180 b 24125 22580 b 223 5030 135 30 b 135 755 314755 31475% 2427506 2412556 96 dub6 100 001 669 0006 68105 b Bedburger Woll-ind. Berg. Märk. Ind.-Ges. Berl. Electr.-Werke Eschweller Bergw. „ Eisenw. Friedrichshütte 810016 80 70 131 0000 151 255 19390b 20000B 25750(: 00000 156 5006 15675 b 1316056 13230 b 326605 1260056 126 2556 341005 Fried. Wilh. Verz.-Act. 142 60hs 1428006 Gasmoter Deutz Gelsenkirch. Bergw. „ Gussst. 168 7506 1120056 Georg Marien-Berqw. 1110000 110 105 Vorz.-Act. 126 5016 12600P Gerreshelm. Glashäfte 217534 2180050 Ges. f. elect. Untern. 14575 b 145 7556 Gladb. Spinn. u. Wed. 173 7556 174 256 „ Wellind. Josten 15770 b 1577556 Grevenbroicher Masch. 99256 93256 Nagener Gussstahl 822514 882596 Hannov. Masch. Egest. 431 5006 431 605 Harkort Masch. 120 75 b 121 1000 St.-Pr. 14600 b 14675 b Harpener Berghse 1215 10b 21625 b Nasper Eisen 23400B 232000 Lahmeyer& Go. 1470056 146 255 Laurahütte 2775093 27730 b Lorise Tiefbau conv. 38 5095 3875 k. „ St.-Pr. 110 75 h 199255 Maimedie& Co. 12600 1, 12775 b Mathildenhütte 74507 74250 Mülbeiner Bergw. 191 500 1917555 Neue Bodengesellsch. 154 5008 15420 Neusser Eisenuerke 7160b 71601 Kerostern Steink. 2685006 269 00b0 Bliesenbach Bergw. 620006 Bochumer Bergw. abg. 5600t5 Gussstahl 25250#E Gencerdia Bergbau Consolidation Bergw. Otsch.-All. Tel.-Ges. Etsch. Gasglühlicht Otsch.-Luxemb. Bernw. 202 005 Otsch. Spiegelglas 2530006 Otsch. Waff. u. Munit. 32225h6 Donnersmarckhütte 2720006 Dortm. Union C adg. 9290b Düsseld. Eisen u. Draht 64 90 h „ Vorz.-Act. 87005 Ousseid. Eisenhütte 1289000 „ Maschinenbau 105 7519 „ Eisenbahnbed. 290 6506 Oynamit-Trast 126 30½ Elbertelder Farhenfb. 526000; Elbertelder Papiebrf. 29100b Hein, Lehmann& Co. 1287550 Herbrand Waggonfe. 1740058 Aach. Led.-F.(f.Hess.) 61 0086 Hibernia Berzw. 000 30 — n n 1 3 5 0 0 B 25309B Hoer d. Bgw. St.-P. Lit.A 175 255 Höxter Godeln. Cement 35250 Huloschinsky 1430008 Humbeldt Masch. 138 3020 hattowitzer Bergw. 2152550 Klauser Spinnerei Kölner Bergw. „ 6as- u. Elekt. Köln-Müsener Bergw. König Wilhelm conv. „ St.-Pr. Königsborn Bergbau Kronprinz Metal Köppersbusch 620056 5600G 25150b 145 50 h 1460056 Hechdant dopp. conv. 234 90 b 234 6056/ lösch Eisen u. Stah 0000 125 00B 1175156 96605 282 00B3 355 055 158 40 b 52750 b 2026006 328 005 426 2556 126 5056 3410016 29200 2520050 322.005 270 00hs 9290b 6490 b 86 0050 13150 b 105 506 29140 h 1957063 5250050 299 1056 120 750 17350 b 59506 00000 13500B 25080 b 176 250 85256 00900 136 6050 215 5050 0000 42375 0 117506 9650 b 28000 b 355 256 157 505 52775 b 20150 b Oberschi. Eisenindust. 135 60bb 136 00b6 Stollberger Zink-Akt. Grenstenn& Koppei Phönix Bergw. Pengs Spina. u. Wed. Rhein, Anthrackt „ Bergoa: „ Chamotte „ Metallwaren 179 5096:62 0016 18423#6 185 0056 7675B 7675B 141 5006 1438056 116 7506 1170018 88 5056 882596 133 5096 1320050 Verz.-Act. 14500 b 14425 b Rhein, Spiegelglas „ Stahlwerke Rhein.-Westt. Kalkw. Rombacher Küttenw. Schalker Greben Schuckert Eleot.-W. Schelz-Fnaudt Liegen-Solingen Siemens& halske Steitiner Vrlkan 18290h 18290h 2072506 2070013 1222550 122 5016 2222596 22500 00000 58000#6 39006 13890 166 501 168 00#6 1230015 125 5056 18930 h 1892-50 29175 5 29389 1706056 17030 U 100 5500 111 3010 IIllmann Welldlech Ver. Kölr-Rottw. Pulv. 278 2595 27775¼ Hasserwert Geisenk. 2690055 16900 5 Westt. Draht-Ind. Stahlwerke Wittener Glashätte Wittener Gussstahl Wurm-Reuler 1917506 1930006 145 5006 1170316 137 500R 13725 b 23175 b 23170 b 15905B 1595056 Mit Rücksicht auf die am Schluss der Weche eintretende mehrtägige Unterbrechung des Börsenverkehrs war die Spekulation geschäftsunlustig, wanrend gleichzeitig aus dem gleichen Grunde verschiedentlien Neigung zu Realisierungen bestand. Auch die unsichere Haltung der westlichen Börsen und die Abschwächung New-Yorks wirkten ungünsig ein, so dass die Kurse zunächst vorwiegend nachgaben. Nur Harpener setzten infolge der andauernden regen Meinungskäufe ihre Aufwärtsbewegung fort. Ferner hoben sch Nordd. Lloyd auf die Mitteilungen in der Generalversammlung. Eisen- und Kohlenaktien zeichneten sich überhaupt durch grossere Wideretandsfähigkeit aus. Laurahütte stiegen nuch etwas ermässigtem Anfangskurs. Von Banken lagen Schaaffhausenscher Bankverein und Dresdner Bank, wie es hiess, wegen ihrer Beziehungen zur internationlen Bohrgesellschaft, fest, während die übrigen gleichartigen Papiere sich nicht behaupten kounten. Bei schleppendem Geschäft erfuhren im späteren Veraufe die Kurse nur wenig Veränderungen.— Privatdiskont 1? Prozent. Nachbörse. Laurahütte Berlin. Handelsgesellsch. 17000 169•40 Darmstädter Bank 14370 11340 Deutsche Bank 24100 24075 Disconto-Commandit 18970 18950 Dresdner Bank 15710 15700 Nationalb. f. Deutschland 13060 131 00 Bechumer 25229 25125 Dortmunder Unien 9270 9260 Tendenz: Consolidation Seisenkirchen Karpener hibernia Rhein. Stahlwerke Schaaflhausen. Bankver 27760 27590 12810 42800 23570 3450 21570 21600 00000 f000 20729 20675 14600 14725 still. Diskonf-Zinstuss der Reichsbank(seit 25. Febraar 1905) 3 Lombard-Zinsfuss der Reichsbank(seit 25. Februar 1905) 4 Proz. Proz. Viehmärkte. Köln, 17. April.[Schlachtvienmarkt.] Auftrieb: 755 Ochsen, 533 Kalben(Färsen) und Kühe, 79 Bullen, 706 Kälber, 55 Schafe, 2962 Schweine. Bezahlt für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochsen: a. 77, b. 73—74, c. 66—69, d. 60—63 Mk.: Kalben (Färsen) und Kühe: a. 70—71, b. 67—69, c. 63—66, d. 57—60 Mk.; Bullen: a. 68, b. 65—66, c. 62—63, d. 58—60 Mx: Kälber: a. 80,(Doppellender 92), b. 74—76, c. 60—70 Mk.: Schafe: a. 75, b. 70—72, c. 00—00 Mk.: Schweine: a. 65. vorgezeichnete 66, b. 62—63, c. 56—60 Mark. Ia Ochsen und Kühe flott. Mittelware und Bullen ruhig. Voraussichtlich wird ausverkauft. Kälber ziemlich lebhaft, Schafe fast unbegehrt und zumeist unverkauft. Sehweine gute reife Ware flott, unausgemästete vernachlässigt, geräumt. Elberfel d, 17. April.[Viehmarkt.] Bericht der amtlichen Notierungs-Kommission am Schlachtviehmarkte. Zugetrieben waren: 310 Stück Grossvieh, 1389 Schweine, 1061 Kälber und 69 lebend und 143 geschlachtete Schafe. Es kosteten: Ochsen: a. 70—72 Mk., süddeutsche bis 3 Mk. höher, b. 60 bis 67 Mk, c. 60—63 Mk.: Bullen: a. 66—68 Mk., b. 63—65 Mk., c. 00—60 Mk.: Rinder und Kühe: a. 66—68 Mlk., b. C0—65, c. 54—57 Mk. Schweine: (nach Lebendgewicht mit 20 Proz. gehandelt) a. 00 bis 66 Mk., b. 64—65 Mk., c. 00—63 Mk., d. 60—63 Mk., e. 55 Mk.: Kälber:(pro 50 kg Schlachtgewicht) a. Doppelender 92—94 Mk., b. 80—82 Mk, c. 74 bis 78 Mk., d. 68—72 Mk.,(pro 50 kg Lebendgewicht) a. 00—65 Mk., b. 51—53 Mik., c. 48—50 Mk., d. 40 bis 44 Mk.: Schafe:(pro 50 kg) a. 62—64 Mk., b. 58—60 Mk. Tondenz des Marktes: Grossvieh mässig, Schweine und Kälber gut. Schiffahrts-Nachrichten. Verkehr im Düsseldorfer Hafen. Da die Wasserverhältnisse des Rheins fortgesetzt sehr gute sind, kommt dieser Umstand dem Schiffahrtsbetrieb besonders zustatten. Das Wasser ist noch im Steigen begriffen. Die Aufahrt im Düsseldorfer Hafen war in der letzten Woche etwas stärker als in der vorhergehenden, es kamen zirka 117 Schiffe zu Berg und zu Tal hierselbst an. In der Hauptsache waren es Stückgüter und Frucht, ausserdem wurden angefahren Zement, Holz. Wein und Glassteine, letztere werden von den Schiffen „Helene“ und„Cyristine“, welche eine regelmässige Fahrt von Brohl nach Düsseldorf für die Gerresheimer Glashüttenwerke unterhalten, gelöscht. Die Verfrachtung nach Holland, Königsberg. Danzig, Steitin, Bremen, London war im hiesigen Hafen sehr tlott, auen hatte der Sand- und Kiesversand eine starke Zunahme zu verzeichnen. An Flossholz wurden zirka 1800 Stamm im Hafen eingebracht. Für den Hafenneubau sind hierselbst ein grosser Bagger, sowie ein grosser Sandsanger, der Firma Goeduart-Düsseldorf gehörend, von Holland kommend eingetroffen, und liegen die beiden Fahrzeuge behufs Zollrevision vorläufig im Zollhafen. Düsseldorfer Hafen. Angekommen: Am 17. April: Schleppkahn „Pauline“, Schiffer Kukuk, von Rotterdam. Schleppkahn„Confiance“, Schiffer Taien, von Rotterdam. Schleppkahn„Myn Genoegen“, Schiffer Münsters, von Antwerpen. Schleppkahn„Maasstrom 28“, Schiffer de Lege, von Rotterdam. Schleppkahn„Helena“, Schiffer de Reuvers, von Rotterdam. Rheindampfer „Egan 15“, Kpt. Rüttges, von Rotterdam. Seeschleppkahn„Saale, Schiffer Vogler, von Hamburg. Schleppkahn„Niederrhein 5“, Schiffer Kirdorf, von Rotterdam. Schleppkahn„Anna“, Schiffer Schmelz, von Aschaffenburg. Seedampfer„Stella“, Kpt. Brehme, von Köln. Seedampfer„Flora“, Kpt. Haesloop, von Köln. Seedampfer„Elin“, Kpt. Evers, von Stettin. Seedampfer„Egeria“, Kpt. Hinnrichs, von Königsberg. Rueindampfer„Badenia 7“, Kpt. Meffert, von Ruhrort. Senleppkahn„Prinz Wilh. v. Baden“, Schiffer Schmidt, von Ruhrort. Schleppkahn„Ruisseau“, Schiffer de Bot, von Rotterdam. Serleppkahn„Helene“, Schiffer Bock, von Brohl. Abgegangen: Am 17. April: Schleppkahn „Hardinasveld“, Schiffer de Vries, nach Ruhrort. Schleppkann„Aeolus“, Schiffer de Bot, nach Ruhrort. Seedampfer„Flora“, Kpt. Haesloop, nach Lübeck. Seedampfer„Elin“, Kpt. Evers, nach Köln. Seedampfer„Egeria“, Kpt. Hinnrichs, nach Köln. Seedampfer„Stella“, Kpt. Breime. nach Hamburg. Seefurt. Rheindampfer„Badenia 7“, Hpt. Meher.* Mannheim. Am 18. April: Schleppkahn„Prin- u## v. Baden, Schiffer Schmidt, nach Raunheim, Sei. kahn„Ruisseau“, Schiffer de Bot, nach Ruhrort Ruhrorter Schifferbörse, 17. April. Bergfahrt-Frachten: Mainz-Gustavsburg o Mainplätze bis Frankfurt a. M. 0.80, Mannhein Karlsrune 1,03, Strassburg i. Els. 1,49 Mk frachten für Kohienladungen: Tiel mittl. Schiff. bis 1,15, Rotterdam mittl. 1,10-1,15, Schiedam ni 1.20-1,25, Zeeland gr. 1,10-1,15, Antwerpen k mittl. 1,4%, gr. 1,00-1,10, Boom mittl. 1,40-1,45, R. mittl. 1,90-2,00, gr. 1,80-1,85 Mark. Die Sätz, stehen sich für die Tonne= 1000 kg. 8 76. Wasserstand am 17. April 1905. *„ 8 Uhr Morgens 8„ * 0.07 * 0.07 Mannheim. 8 Uhr Morgens 4,46 m— 041 Mainz. 8 00 Bingen, Kaub, Koblenz. 6„„„ Trier, 9 Uhr Morgens Köln. 11 Uhr„ Düsseldorf. 6" Abends Ruhrort, S" Morgens 1.83 2.53 m 2.92„ 3.15„ 1.20 m 348 3.40„ 3.03„ 90 *%068 + 0.04 — 014 * 0.12 L. W. CRETSCHMAR Gegründet 1830. SCHIFFSMAKLER. Gegründat im Spedition.— Kommission.— Reederei. Düsseldorf, Telephon Nr 1. und 1391. Neuss, Telephon V.## Abfahrten direkter Seedampfer von Düsseldorf nach Hamburg- Altons am 15. 25. 29. April, 3., 7. Mi Kiel-Lübeck am 28. Apl. 8., 10. Mai Stettin jed. Samstag Mitiuz Danzig jed. Samstag Minz Königsberg i. Pr. jedn Samstag Mittag Riga am 20., 26. Aprl. 1., 6. Mai nach Düsseldort ve# Bremen am 20., 25., 29. Bremen am 18., 22, 7. April, 4. Mai April, 2. Mai Hamburg- Altona am 16., 19., 23., 28 April, 3. Mai Lübeck- Kiel am 23., 27. April Stettin jeden Mittwoch Kopenhagen jed. Mittwoch Danzig jeden Donnerstag Königsberg j. Donnerstag Riga am 1. 8., 15., 22. Mai Rostock am 1., 15. Mai Aarnuus am 27. April, 8., 22. Mai St. Petersburg am 22. April 6. Mai Genua- Livorno- NeapelMessina- Palermo via Antwerpen 29. April London jeden Samstag Havre via Antwerpen jed. Mannheim und Zwische Samstag stationen 4 Dampie London jeden Freitag wöchentlich. Mannheim 3—4 Dampfer Antwerpen jed. Mittwoei wöchentlich. u. Samstag ein Dampis Antwerpen jed. Mittwoch Rotterdam jeden Diensta u. Samstag ein Dampfer. und Donnerstag. Rotterd m jeden Dienstag Lenderungen vorbehalen und Donnerstag. St. Petereburg am 29. And 6. Mai* Genua- Livorno-Messine Palermo- Catanis i# Antwerpen 2 Dampia monatlich Kuxenverkehr, Düsseldorf, den 17. 4 c mitgeteilt von der Bankfirma Siegfried Falt: „Der Kohlenkuxen-Markt war heute in einzelne# Werten lebnaft und fester veranlagt. Es gingen un Altendorf anziehend auf 1450, Alte Haase bei 1310, Mont Cenis steigend auf 21 400, Siebenplaneten bei 3250 und insbesondere Gottessegen, welche bei mehrfacher Nachfrage von 4300 auf 4650 neuerdings un zogen. Viktoria Lünen wurden in einem grossen Posten mit 3600 bezahlt. Der Erzkuxen-Markt lag sehr ruhig. Nachtrag besteht für Apfelbaumerzug bei 1500, während Kuhlerbergerzug bei 1400 angeboten sind. Wildbers notieren ca. 1000, Peterszeche ca. 450, Viktoris Enr ca. 500, Fernie ca. 3340. Auf dem Kalikuxen-Markte war heute die Stin mung eine bessere und der Verkehr in den einzelnen VVerten lebhafter. Im Verdergrunde standen wieder um Carlsfund, welche auf bedeutende Käufe vor guter Seite bis 10 200 arzogen. Ferner Verkehr n Alexandershall bei ca. 8875, Beienrode bei 10130 Burbach anziehend auf 18 200, Grossherzog 7o0 Sachsen bei 8025, Wilhelmshall bei 15000, währene die sonstigen schweren Werte meist ruhig lag, Angeboten und rückgängig sind Wintershall, weichen bis ca. 13 400. Von kleinen Werten wiederum Nach frage für Ronnenberg-Aktien, welche unter grossen Käufen den Geldkurs von ca. 2225 erreichten. Dei weiteren Hattorf gesucht bei 1160, Sachsen-Weind mit 860, Emilienhall bei 240, während Hoffmannsh#l wiederum mit 525. Neuwunstorf mit 350 erhältliet waren. Albrechtshall schwächten sich wieder## 260 ab. Nachfrage besteht noch für deutsche Al Aktien bei 190 Prozent, Bismarckshall-Aktien## 113½ Prozent, während entsprechend höher Mater!“ erhältlich ist. Hansa Erdöl gingen mit ca. 1900 um.“ Gemälde, Waldlandschaft, von hiesigem Künstler, in elegantem Goldrahmen, Große 112:142 cm für 120 Mark zu verkaufen Adersstraße 54, parterre. Antik. Hohes Konzert1159 wenig gebr., Pland. 10 J. 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Er bringt a Lald ein starkes Te Klang der Sprac gnz verführt ihn u zum kommentatorisch Blut um. Es gib spieler. Wiecke hat dat gleich ihm die B des Wortes, die auf auch im jagenden un laßt, keinen Ton um ihm ein Mensch de iindung, sensibel bis mizität geladen. A kainz=Nachahmer ol Erunde genommen, und so ist der Men gaanz anderer Präc Theaterreferent, St Vicckes Hrrodes:„ Dieckes Darstellung geren deutschen Scha ganz besonders befi zumal Paul Wiecke, wir noch manch ein Indet dieses Gasts ran wohl kaum zu: olter Zimmerm den folgenden Jahl dauernden Einrichtt sind die Dresdener geschlossen, weshalb werden. über diee Gastspiels in Szene um empfehlendes rerden bekanntlich genie auf Taus und Mariann und sein Ring Aus dem Burca darauf aufme Gastspiele von Mit eroffnete Abonneme geschlossen wird.E zicht berücksichtigt 11 Uhr der Einz sellungen beginnt. gelangenden Werke Lichtungen„Herode Rina“ zum er Stadttheaters. (Ordensverlei sädtischen Gymnasi Juckweiler ist subiläums der Krot 0 verliehen worde Lammgarnspinnerei Schramm wurd hen, die ihm al den Königlichen Ge (Militärisch vs 7. Armeekorp Abend hier bacher Hof“ Wohn einzelne Abteil mipizieren. Er k nach Münster zuri s8(Besuch ein Lus Kiel mitgeteilt ## unter dem Kon Sachse stehende To se mit Anlegung in Köln. Die Re (Rhein Dam #. der Kölnische sei dem 15. April Büsettschr. 191359456 tikow, Nähm., Sporh abz. Kölnerst. 226, Obstgesa V#n, findet hier numspartei statt. ur. Zürgergeselsch Sriammlung auf sammlung im Kai er, nach 8a, es, nach Nn Lu.- ou k bu„Prige Wi nheim. ich Rubrort April. Stavsburg#11 Mannheim 1.42 Nk. 13 ittl. Schiße 10 Schiedam mitt werpen kl. 1/3 40-1,45, Brüng Die Satze u 9 9 Beilage. General=Anzeiger für Düsseldorf und Umgegend. Nr. 108. Dienstag, den 18. April 1905. i 1905. m— 00 S"— 007 m— 0 *„— 08 5„„ 906 m+ S"- 008 9 2— 011 3"— 0.12 MAR: ** Gegründet 139 Reederei. s, Telephon Jr. 9. dampfer seeldort we m. 18, 24, 2 Mai Altona am 18 Apri, 3., 7. Mu ck am 28. Aprl. lai Samstag Mitta, „Samstag Mittu, g. i: Pr. jeia Mittag 20. 26. Apri. a Jurg am 29.Apn. vorno- Messine - Catanis v en 2 Dampia h. den Samstag und Zwischer 4 lich. jed. Mittvoei ag ein Dampis jeden Dienstaz nerstag. gen vorbehalter den 17. 4 G fried Falt: e in einzelnen Es gingen un laase bei 1310 enplaneten bei elche bei mehrneuerdings aneinem grossen ig. Nachtrag ährend Kuhlernd. Wildder 0, Viktoris Enr heute die Stin den einzeinen tanden wieder de Käufe von per Verkehr i de bei 10150 rossherzog Von 5 000, während t ruhig lagen shall, weichend riederum Nacc: unter grossen rreichten. Dei achsen-Weimu hältlich ier ie Kal ien b# Uateris um. okales. a nachdruck unserer Lokal=Berichte ist nur mit vollständige: Quellenangabe gestattet.) Düsseldorf, den 11. April 1905. Gastspiel des Dresdener Hoftheaters.] In dieser nache vermittelt uns das Stadttheater einen seltenen P, wir meinen das Gesamtgastspiel von +„„„" C„„„ H# PL L des Dresdener Hofthe##ita liedern das, drei Vorstellungen umfassend, am MittLich den 19. April, beginnt. So willkommen auch die Sispiele einzelner hervorragender Bühnenkünstler und zinütlerinen in unserem städtischen Musentempel sein wägen, so haben sie doch mehr oder weniger ihre Stattenseiten. Der einzelne Gast wird nie ganz im kiemble aufgehen, im Gegenteil sich umsomehr aus # herausheben, als er Bedeutung besitzt, berechtigte A= unberechtigte, in letzterem Falle vielleicht noch um uiges auffälliger. Nun bekommen wir ein ganzes Ensemble darstellerischer Kräfte von Rang zu schen, zirsten also außer bedeutenden Einzelleistungen auch entsprechendes Ensemblespiel erwarten. An der spitze der Dresdener Truppe stehen zwei Namen von ksonderem Klang: Paul Wiecke und Klara Salach. Letztere war ein berühmtes Gretchen in Goethes zaust“, bevor sie zum Heroinenfach überging, in dem sie nunmehr, nach ihrem künstlerischen Ansehen in der sächsischen Hauptstadt zu schließen, ebenfalls auf respekgabler Höhe stehen muß. Herr Wiecke gastierte als zerodes im Raimundtheater in Wien, und da schrieb am angesehener Kritiker, Rudolf Lothar, in der„Wage ker ihn u. a.:„Der Schauspieler, der Hebbel spielt, ieht vor der furchtbaren Aufgabe, die Figuren des Lichters uns nahe bringen zu müssen, ohne sie dem Lichter zu entfremden. Herr Wiecke ging an diese Ausabe mit Parzivals naivem Mute im Ringen um den Fral. Er bringt als Wegweiser durch den finsteren Pald ein starkes Temperament, eine große Intelligenz, een Klang der Sprache und der Scele mit. Seine Intellignz verführt ihn nie zu nücterner Verstandesarbeit, um kommentatorischen Spiel. Sein Denken setzt sich Blut um. Es gibt kein größeres Lob für den Schauspieler. Wiecke hat viel ühnlichseit mit Kainz. Er tat gleich ihm die Biegsamkeit des Körpers, die Melodie des Wortes, die außerordentlich gute Artikulation, die auch im jagenden und rasenden Tempo keine Silbe fallen laßt, keinen Ton um seinen Wert betrügt. Er ist gleich ihm ein Meusch der Nerven, überzuckend von Empiindung, sensibel bis zum äußersten, mit geistiger Elekmzität geladen. Aber er ist nichts weniger als ein sainz=Nachahmer oder ein Kainz=Schüler. Denn in Erunde genommen, ist er doch ein ganz anderer Mensch, und so ist der Menschlichkeitswert seiner Figuren von ganz anderer Prägung.“... Ein anderer Wiener Theaterreferent, Stauf v. d. March, sagte u. a. von Nieckes Herodes:„Gewaltig wie die Dichtung war auch Lieckes Darstellung, und wenn einer unter den jüngeren deutschen Schauspielern zur Tragödie großen Stils ganz besonders befähigt, ist dies meiner Ansicht nach zumal Paul Wiecke, von dessen wahrhaft genialer Kunst vir noch manch eine große Tat erwarten können.“ Indet dieses Gastspiel den gebührenden Anklang, woran wohl kaum zu zweifeln ist, so beabsichtigt Herr Diatter Zimmermann dankenswerter Weise, es in den folgenden Jahren zu wiederholen, es zu einer duernden Einrichtung zu machen. In der Karwoche ind die Dresdener Hoftheater, wie schon mitgeteilt, geschlossen, weshalb ihre Künstler für diese Zeit frei verden. über die Stücke, die während des diesmaligen Gastspiels in Szene gehen, brauchen wir schlechterdings lem empfehlendes Wort zu verlieren. Gegeben reiden bekanntlich am Mittwoch: Goethes„Iphi genie auf Tauris", am Donnerstag:„Herodes und Marianne" und am Samstag:„Gyges und sein Ring“ von Hebbel. Aus dem Burcau des Stadttheaters.] Es sei nochvurauf aufmerksam gemacht, daß das für die drei kastspiele von Mitgliedern des Dresdener Hoftheaters eroffnete Abonnement morgen, Dienstag, Mittag 1 Uhr seschlossen wird. Später einlaufende Bestellungen können icht berücksichtigt werden, da am Mittwoch Morgen 11 Uhr der Einzelkartenverkauf für alle drei Vor kellungen beginnt. Von den drei hier zur Aufführung Klangenden Werken erscheinen die beiden Hebbelschen Lichtungen„Herodes und Mariamne“ und„Gyges und I Ring“ zum ersten Male auf der Bühne unseres Stadttheaters. „[Ordensverleihungen.] Dem Vorschullehrer am Adtischen Gymnasium und Realgymnasium Herrn Karl Sückweiler ist anläßlich seines 50jährigen Dienstvoilaums der Kronenorden vierter Klasse mit der Zahl L verliehen worden.— Dem seit 50 Jahren in der Lmmgarnspinnerei angestellten Packer Herrn Heinrich Schramm wurde die silberne Verdienstmedaille vertehen, die ihm am Saristag in feierlicher Weise durch een Königlichen Gewerbe-Inspektor überreicht wurde. „„G. Militärisches.] Der kommandierende General #. Armeekorps, Freiherr von Bissing, traf Abend hier ein und nahm im Hotel„Breidender Hof“ Wohnung. Der Kommandeur wird mora einzeine Abteilungen des Füsilier=Regiments Nr. 39 Er kehrt bereits morgen Mittag wieder nam Münster zurück. 88(Besuch einer Torpedoboots=Division.] Wie uns #el mitgeteilt wird, rüstet auf allerhöchsten Befehl „Anter dem Kommando des Kapitänleutnants zur See „#e stehende Torpedobootsdivision sich zu einer Rheinin altit Anlegung in Düsseldorf und Schlußpunkt An. Die Reise soll Mitte Mai angetreten werden. sok. Rhein Dampfschiffahrt.] Die Rhein=Dampfschiff= s####er, Kölnischen und Düsseldorfer Gesellschaft erfolgt * 2en15. April nach dem Sommerfahrplan. 3 g5.(Larteitag der Zeutrumspartei.] Am Mittwoch, zumsn##ndt hier ein Parteitag der rheinischen Zender g.# statt. Vormittags wird im großen Saale a.„bürgergesellschaft, Schadowstraße, eine Delegiertensammte13 abgehalten, Abends ist öffentliche Vereumlung im Ke sersaale der Tonhalle. —[Freie Gewerkschaften.] Nach dem soeben erschienenen Geschäftsberichte der freien Gewerkschaften von Rheinland und Westfalen ist in dem Zeitraum von 1899 bis Ende 1904 die Mitgliederzahl von 40000 auf 140000 angewachsen. Seitdem ist hauptsächlich infolge des Bergarbeiterstreiks eine abermalige bedeutende Steigerung eingetreten. O(Unfallentschädigungen und Juvalideurenten.] Im Jahre 1904 sind durch die Postanstalten des ReichsPostgebiets an Unfallentschädigungen im ganzen 107508 692 Mk. gezahlt worden, wovon auf den OberPostdirektionsbezirk Düsseldorf 7761301 Mk. entfielen. An Invalidenrenten wurden bei den ReichsPostanstalten ausgezahlt 88 116 287 Mk. Hiervon kamen auf den Bezirk Düsseldorf 4617173 Mk. Hinsichtlich der Höhe der gezahlten Beiträge stand im Jahre 1904 der Ober=Postdirektionsbezirk Düsseldorf an zweiter Stelle. .-(Kohlensaure Bäder in der Badeanstalt an der Münsterstraße.] Wie sehr die Einrichtung kohlensaurer Bäder in der Badeanstalt an der Münsterstraße einem Bedürfnis entspricht, beweist die außerordentlich starre Inanspruchnahme dieser Bäder. Um das Publikum rascher bedienen zu können, mußten noch zwei Wannen an die kohlensauren Bäder angeschlossen werden. *(Straßenbespreugung.] Wer sich gestern, Sonntag, von der Sonne zu einem Spaziergang durch die Stadt verleiten ließ, ist ohne Zweifel zu der Überzeugung gekommen, daß die Art, wie die Straßen Düsseldorfs mit Wasser besprengt werden, viel zu wünschen übrig läßt. Große Staubwolken wirbelten die Straßen der inneren Stadt entlang, und wo man auch hinguckte, suchten sich die Spaziergänger des lästigen Staubes zu wehren, rieben sich die Augen oder wendeten den immer wieder daherkommenden Wolken den Rücken, um nicht eine frische Ladung ins Gesicht zu bekommen. Vom sanitären Standpunkt aus sollte für schleunigste Abhilfe Sorge getragen werden. Genügende Einrichtungen für die Besprengung der Straßen sind doch vorhanden. s=] Frecher Raubaufall im Eisenbahnzuge.] Ein äußerst frecher Raubanfall wurde gestern Abend in dem Schnellzuge Nr. 14 Berlin—Köln, der um 9 Uhr 11 Minuten in Düsseldorf eintrifft, auf der Strecke zwischen Duisburg und Düsseldorf an dem Leiter der Köln=Bonner Kreisbahn, Direktor Rohlfs aus Köln, verübt. Der Genannte, der von Hannover nach Köln zurückfuhr, befand sich allein in einem Abte## erster Klasse. In Duisburg stiegen zwei Personen in das Coupé, die, als sich der Zug kaum in Bewegung gesetzt hatte, über Rohlfs herfielen. Sie rissen ihn vom Sitz und schlugen mit Werkzeugen auf den zwischen den Polstern am Boden liegenden ein. Rohlfs erhiett dabei insbesondere mehrere Schläge gegen die Stirn, so daß ihm das Blut aus einer tiefen Wunde quoll. Einer der Mordbuben hielt ihm einen geladenen Revolver vor die Brust und drohte, ihn sofort zu erschießen, wenn er einen Laut von sich gebe. Währenddessen stahl ihm der andere die goldene Uhr nebst Kette und 55 Mark, nahm die Visitenkarte des überfallenen, der halb betäubt war, an sich, und drohte ihm, falls er in Düsseldorf oder Köln irgendwie Anzeige mache, werde man ihn zu finden wissen und über den Haufen schießen. In der Nähe der Station Derendorf mußte der Zug langsam fahren. Diese Gelegenheit benutzten die frechen Räuber, um aus dem Zuge zu springen. Der überfallene, der stark blutete und halb bewußtlos war, unterließ es, in Düsseldorf sofort Anzeige zu erstatten; er kam erst bei der Ankunft in Köln wieder zur Besinnung und machte dem Stationsvorsteher sofort Meldung von dem Vorfall. Er wurde auf der Hilfswache vom Roten Kreuz verbunden. In der Nacht noch wurde durch den königlichen Eisenbahnbetriebsinspektor Laué die Kriminalpolizei in Düsseldorf und Duisburg, sowie die Stationen der ganzen Strecke telegraphisch eingehend von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt und ebenso die Leihämter der Städte benachrichtigt. Als das Telegramm in Düsseldorf einlief, waren die übeltäter indessen schon festgenommen. Die Burschen hatten sich in den Hofgarten begeben, wo sie sich im Gebüsch versteckten, anscheinend um die Beute zu teilen und die Nacht zu verbringen. Hier wurden sie von einem Polizeibeamten bemerkt, der sie der Wache vorführte. Es sind der 16jährige Schlosserlehrling Hermann Schütze aus Oberhausen und der im gleichen Alter stehende Fabrikarbeiter Albert Stracha, ebenfalls aus Oberhausen. Im Besitze der Festgenommenen wurden die sämtlichen geraubten Sachen gefunden. Sie haben bereits ein Geständnis avgelegt, die Tat begangen zu haben. Wie noch festgestellt wurde, sind die beiden Räuber mit einer Fahrkarte vierter Klasse von Oberhausen nach Duisburg gefahren, wo sie, ohne im Besitze einer gültigen Fahrkarte zu sein, den Schnellzug bestiegen. Was die Burschen auf die Idee gebracht hat, eine derartige Räuberei zu begehen, war noch nicht aus ihnen herauszubekommen. Jedenfalls sind sie aber schon lange mit dem Plane umgegangen, einen Raubzug zu unternehmen, wenigstens lassen die bei ihnen vorgefundenen Mordwerkzeuge darauf schließen. Außer dem mit fünf scharfen Patronen geladenen Revolver größten Kalibers fanden sich noch in ihrem Besitz mehrere haarscharf geschliffene Handwerkszeuge vor, die geeignet wären, im Gebrauchsfalle einen menschlichen Körper vollständig zu durchbohren. Die Wertzeuge sind bereits der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Da die Verhafteten noch nicht das achtzehnte Lebensjahr erreicht haben, kann die Angelegenheit nicht vor das Schwurgericht verwiesen werden, sie muß vielmehr von der Strafkammer abgeurteilt werden, die, ebenfalls im Hinblick auf das jugendliche Alter der Räuber, nicht auf Zuchthaus, sondern nur auf Gefängnis erkennen kann. Ob die Strafkammer in Düsseldorf oder Duisburg für zuständig erachtet wird, kann noch nicht gesagt werden. §[Mißhandlung.] Gestern Abend gerieten die Brüder Franz und Alexander P. in der Wohnung ihrer Mutter miteinander in Streit, in dessen Verlauf Franz B. seinem Bruder durch einen Wurf mir einer Tasse eine blutende Kopfverletzung beibrachte. Der Verletzte mußte auf der Polizeiwache verbunden werden. § Verhaftungen.] Festgenommen wurde der Fabrikant Karl O. von hier wegen umfangreicher Betrügereien. Wahrscheinlich wird gegen O., der sich seit kurzer Zeit in Konkurs befindet, auch ein Verfahren wegen betrügerischen Bankrotts eingeleitet werden. Außerdem schweben gegen den Bezeichneten noch einige Verfahren wegen Unterschlagung von Mündelgeldern und Untreue, wobei es sich um ein Objekt von 15000 Mark handelt. Ob sein früherer Teilhaber St., der seit dem 9. Dezember vorigen Jahres verschwunden ist, an den Straftaten beteiligt ist, war noch nicht festzustellen— Ferner wurde ein wegen Unterschlagung und Fahnenflucht steckbrieflich verfolgter Metzgergeselle verhaftet. §(Diebstähle.] Gestohlen wurden einem Kaufmann in der Jacobistraße eine goldene Uhr mit Kette im Werte von 600 Mark, zwei Arbeitern in der Liefergasse Kleidungsstücke im Werte von 50 Mark, einer Witwe in der Wielandstraße Kleidungsstücke im Werte von 160 Mark, einer Ehefrau in der Kaiserstraße ein Geldbetrag von 40 Mark, einem Schreinermeister in der Talstraße ein Federwagen im Werte von 90 Mart und einem Kaufmann in der Schützenstraße ein Fahrrad im Werte von 170 Mark §[Schwurgericht.] Zum Vorsitzenden der am 8. Mai beginnenden dritten diesjährigen Schwurgerichtsperiode wurde Herr Landgerichtsrat Criege ernannt. §[Sitzung der Schöffengerichts vom 17. April. Der Schlosser Christian S. hatte sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Kost und Logis verschafft. Als er gedrängt wurde, seine Schuld zu bezahlen, verschwand er heimlich, wobei er auch einen Geldbetrag seines Wirtes mitgenommen haben sollte. Von der Anklage des Diebstahls wurde S. freigesprochen, wegen des Betrugs traf ihn eine Gefängnisstrafe von 1 Woche. — In der Nacht vom 3. zum 4. März sollte der Arbeiter Hermann F. groben Unfug verübt und dem einschreitenden Beamten Widerstand geleistet haben. F. wurde nur des letzteren Vergehens für schuldig be funden und mit 1 Woche Gefängnis bestraft.— Die Arbeiter Theodor R., Wilhelm E. und Friedrich K. hatten sich in einer Wirtschaft mit mehreren Ulanen geneckt, diese aber schließlich beleidigt. Urteil: je 10 Mk. Geldstrafe.— Der Gelegenheitsarbeiter Heinrich R. stahl in der Wohnung seines Onkels verschiedene Bilder, Möbelstücke und sonstige Sachen, die nicht nietund nagelfest waren. R. suchte seine Schuld in Abrede zu stellen, er wurde aber für überführt erachtet und mit 6 Wochen Gefängnis bestraft.— In der Nacht vom 17. zum 18. November hatte der Otto R. auf dem Maxplatze durch lautes Singen grobenUnfug verübt. Sein Begleiter Joh. L. folgte, als R. zur Feststellung seiner Personalien der Wache vorgeführt werden sollte, dem Transport und blieb auch trotz der mehrfachen Aufforderung des Beamten nicht zurück. Außerdem beleidigten die Angeklagten mehrer Beamte. Da die letzteren heute die Strafanträge zurückzogen, erfolgte bezüglich der Beleidigung die Einstellung des Verfahrens. Wegen der Straßenpolizeikontraventionen muß jeder der Beschuldigten 6 Mk. Geldstrafe entrichten.— In eine Geldstrafe von 10 Mk. wurde der Händler Ernst S. genommen, weil er einen Jungen mißhandelt hat.— Der Metzgermeister Franz R. und sein Geselle Albert Gr. hatten eines Abends in ihrem Hause einen Schuhmacher mißhandelt. Da die Angeklagten in dem Irrtum gewesen waren, sie hätten einen Dieb vor sich, erachtete das Gericht für jeden der Beschuldigten eine Geldstrafe von 3 Mk. für ausreichend.— Die gleiche Strafe erhielt der Speisewirt Peter R., der einen jungen Mann, der sich in seinem Hause unnütz benahm, mißhandelt hatte.— Die Eheleute Arbeiter Heinrich W. hatten sich dadurch der Unterschlagung schuldig gemacht, daß sie eine auf Abschlagszahlung erworbene Uhr auf 14 Tage als Sicherheit für rückständige Miete verpfände ten. Das Gericht nahm die heute allein erschienene Ehefrau W. in eine Geldstrafe von 3 Mk.; gegen den Mann soll später verhandelt werden.— Vier Sachen mußten vertagt werden. §[Sitzung der Strafkammer I vom 17. April. Des mehrfachen Betrugs und der Wechselfälschung waren angeklagt der Buchhalter Joseph B. und die Schreiner August N. und Wilhelm G. von hier. Die Angeklagten, die gemeinschaftlich eine mechanische Schreinerei betrieben, befanden sich öfters in mißlichen Vermögensverhältnissen, infolgedessen sie die fälligen Zahlungen nicht leisten konnten. Die Firma hielt sich daher durch die Ausgabe von Wechseln, auf denen der Name des Akzeptanten gefälscht war, über Wasser. Im Verlaufe der mehrstündigen Verhandlung suchten sämtliche Angeklagte die Schuld von sich abzuwälzen. Das Gericht hielt schließlich die Schuld der beiden Schreiner, die hauptsächlich im technischen Betrieb tätig gewesen waren, für nicht erwiesen, weshalb deren Freisprechung erfolgte. Den Angeklagten B. traf eine Gefängnisstrafe von 8 Monaten.— Die Arbeiter Aloys F. und Friedrich R. hatten sich in einer Wirt schaft zu Neuß des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht, F. hatte außerdem den Wirt mißhandelt. Gegen wurden deshalb unter Berücksichtigung seiner Vorstrafen 6 Monate und 1 Woche Gefängnis festgesetzt, während R. mit 2 Wochen Gefängnis davonkam. Eine Reihe von Diebstählen legte die Anklage dem Fuhrknecht Karl B. von hier zur Last. Zunächst sollte er in Gemeinschaft mit dem Fuhrknecht Theodor H. am Güterbahnhof verschiedene geringwertige Sachen, wie Lampendochte usw., entwendet haben. Die Einwendung des H., die Sachen seien versehentlich auf seinen Wagen gekommen, erschien nicht widerlegt, weshalb er wegen Unterschlagung mit 2 Tagen Gefängnis bestraft wurde. B. erhielt wegen Hehlerei 6 Monate Gefängnis. Weiterhin hatte B. mit dem Arbeiter Wilhelm K. einen Sack Mehl gestohlen. In diesem Falle war B. geständig. Unter Einrechnung der vorerwähn ten 6 Monate Gefängnis wurde eine Zuchthausstrafe von 1 Jahre und 3 Monaten gegen ihn festgesetzt. K. erhielt 6 Monate Gefängnis. Schließlich sollte B. noch selbständig das Kopfstück eines Pferdegeschirrs und zwei Haarschneidemaschinen gestohlen haben. Es handelte sich um drei Fälle. Der Angeklagte suchte sich durch alle möglichen Einwendungen reinzuwaschen, was ihm indessen nicht gelang. Das Gericht erhöhte für # diese Fälle die gegen ihn festgesetzte Zuchthausstrafe auf 1 Jahr 4 Monate.— Der Monteur Ludwig H. von hier zeigte die Ehefrau H., mit der er seit langer Zeit in Feindschaft lebte, bei der Polizei an, sie habe, wic ihm von anderen Hausgenossinnen mitgeteilt worden sei, auf dem Friedhofe Blumen gestohlen. Er sollte sich dadurch der wissentlich falschen Bezichtigung schuldig gemacht haben. Heute wurde festgestellt, daß im Hause tatsächlich derartige Beschuldigungen verbreitet worden waren, so daß der Angeklagte, wenn er auch, wie er selbst zugeben mußte, aus Rache gehandelt hatte, im guten Glauben gewesen sein konnte, daß seine Anzeige richtig sei. Das Gericht erkannte deshalb auf Freisprechung.— Der 17 Jahre alte, aber schon im strafschärfenden Rückfalle befindliche Arbeiter Michael H. von Neuß versuchte am 3. März aus einem Fabrikgrundstück eine Ziehkarre mit Eisenteilen zu stehlen. Den Angeklagten, der aus Not gehandelt haben wollte, traf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten.— Die gewerblose Margarete F. und ihr Bruder Jakob F. aus Urdenbach sollten im Verlaufe einer Auseinandersetzung eine Nachbarin mit heißem Wasser beschüttet und auf sonstige Weise mißhandelt haben. Das Gericht hatte Bedenken, auf die die Angeklagten allein belastende Aussage der angeblich Verletzten hin, die noch dazu in manchen Punkten mit den Bekundungen der übrigen Zeugen in Widerspruch stand, eine Verurteilung ein treten zu lassen. Es sprach deshalv beide Angeklagte frei.— Bei einer zu Firheide stattgefundenen Schlägerei sollte der jugendliche Arbeiter Anton D. in Gemeinschaft mit einem zur Zeit nicht aufzufindenden Italiener einen Mann durch Messerstiche erheblich verletzt haben. Es wurde festgestellt, daß es sich um eine gegenseitige Rauferei handelte. Da dem D. der Gebrauch eines Messers nicht nachgewiesen werden konnte, kam er mit 20 Mark Geldstrafe davon.— Gegen den Militärpflichtigen Johann F. von hier, der sich durch Verzug ins Ausland seiner Militärpflicht entzogen hat, wurden 160 Mark Geldstrafe festgesetzt. Die Konkurrenzklausel.] Zur Frage der Aus legung der Bestimmungen über die Konkurrenzklausel leistet folgender Fall einen Beitrag: Das Gericht hat bekanntlich das Recht, eine Vertragsklausel, worin sich der Handlungsgehilfe seinem Prinzipal gegenüber ver pflichtet, für den Fall, daß er nach seinem Austritt in ein Konkurrenzgeschäft eintritt, eine Vertragsstrafe zu zahlen, für rechtsunwirksam zu erklären, wenn sie die gewerbliche Bewegungsfreiheit des Gehilfen in erheblicher und unbilliger Weise beschränkt, oder aber die Vertragsstrafe zu ermäßigen, wenn sie unverhältnismäßig hoch ist. In den Kreisen der Handlungsgehilfen herrscht nun vielfach die unrichtige An sicht, die Klausel sei schon dann rechtsunwirksam, wenn ein Gehilfe durch eine soziale Notlage gezwungen ist, nach seinem Austritt in ein Konkurrenzgeschäft einzutreten, ebenso, wenn er nur aus Zwang, um eine Stelle zu erhalten, überhaupt auf die Konkurrenzklausel eingegangen ist. Beide Einwände erbob ein von seinem früheren Prinzipal auf Zahlung der vereinbarten Vertragsstrafe verklagter Handlungsgehilfe in einem Rechtsstreit, der in der Berufungsinstanz das Kölner Oberlandesgericht beschäftigte. Das Oberlandesgericht ließ die Einwände nicht gelten und verurteilte den Beklagten. Die Behauptung des Beklagten, daß er die Vertragsklausel nur der Form halber eingegangen und sie deshalb unverbindlich sei, widerspreche allen geschäftlichen Gepflogenheiten und Grundsätzen einer zielbewußten Geschäftsführung; eine soziale Not lage berechtigte ihn auch nicht, seiner Vertragsverpflichtung entgegen in ein Konkurrenzgeschäft einzutreten. ichen Worten für alle ihre selbstlose Mühewaltung im Dienste der sozialen Fürsorge. Die gemeinsam gesungene Nationalhymne beschloß die Feier, zu deren Hebung auch Gäste aus Krefeld, Düsseldorf, Koblenz usw. erschienen waren; letzteren sei auch an dieser Stelle noch herzlich gedankt für das große Interesse, welches sie der guten Sache entgegengebracht haben. a Selbeck, 17. April.[Messeraffäre.] Gestern Abend nach 11 Uhr entstand vor der Wirtschaft Plöncs zu Selbeck zwischen verschiedenen Personen eine chlägerei. Es wurde zum Messer gegriffen und der Bergmann Rudolf H. durch zwei Stiche in den Leib lebensgefährlich verlitzt, so daß dessen Aufnahme im Mülheimer Krankenhaus notwendig wurde. Nach der Stecherei wurden von den Messerhelden noch zwei Schüsse auf ihre Gegner abgefeuert. Die bis dahin unbekannten Täter ergriffen die Flucht, wurden jedoch noch in der Nacht von dem Gendarm G. aus Selbeck ermittelt und einer derselben, Friedrich A., heute früh in Saarn festgenommen und nach Vernehmung auf dem hiesigen Bürgermeisteramt dem Amtsgericht Ratingen zugeführt. := Benrath, 17. April.[Schillerfeier.] Am Sonntag, den 7. Mai, soll in Benrath eine große offizielle Schillerfeier stattfinden. Eine von Vorstandsmitgliedern des Vereins„Volksbibliothek" auf gestern einberufene Versammlung, in der auch Herr Bürgermeister Steinhauer erschienen war, stellte folgendes Programm für die Schillerfeier auf: Die vereinigten Gesangvereine„Frohsinn",„Cäcilia",„Benrather Männer=Gesangverein",„Sängerkreis" und„Einigkeit" werden zwei Gesamtchöre„Das deutsche Lied“ von Kaliwoda und„Sängers Gebet“ mit Orchesterbegleitung zum Vortrag bringen, außerdem wird jeder Gesangverein einen Einzelchor singen. Ferner sollen einige Deklamationen aus Schillers Werken gesprochen werden und verschiedene Aufführungen von lebenden Bildern stattfinden. Die Musik wird wahrscheinlich von den Düssel schaft bringe, sehr erheblich. Von jetzt ab sollen den Zweck der Anstalt zu erfüllen, in Kursen von k.“ Dauer Landwirte, sowie deren Frauen und#### in der rationellen Geflügelzucht ausgebildet w. Kreistierarzt Eckardt hob die Verdionste des Vorr## um die Anstalt hervor, dankte Bürgermeister g#### Anstalt stets u. für das seitens der Stadt der Anstalt stets begig Entgegenkommen und brachte beiden Herren g.: 5 aus. Einer der Teilnehmer an dem ersten Lehrfu## dankte in seinem und der übrigen Teilnehmer##### den Herren Müller und Eckardt für ihre Bemühm. während des Kursus. Bürgermeister Gielen##### e Teilnehuir dem Kursus einen Teil ihrer Osterferien opfert hätten, um sich praktische Kenntnisse au Gebiete der Geflügelzucht zu erwerben und in. Heimat zu verwerten. Er hoffe, daß sie auch der:.,“ Neuß ein gutes Angedenken bewahren würden. v. einem Hoch des Lehrers Grün aus Allmersbach zuf d., Stadt Neuß schloß die Versammlung.— Morgen firie eine Sitzung der Stadtverordneten statt. Auf der ordnung stehen u. a.: Tarif=Nachtrag für die RinahzzEntwässerungs=Anlage für die Neußerweyhe, Bemist, gung eines Ehrenpreises für die diesjährigen Reurund die Bewilligung von Mitteln zur Beschaffung anSchiller=Denkschrift für die Schüler der oberen der Volksschule. &am Neuß 17. April.[Verschiedenes.] Eier hiesigen Arbeiter ist man hinter einen eigenanig Schlich gekommen. Wenn er Nachtschicht hatte, ba er den Treibriemen in der Fabrik mit Öl, so daß Riemen von der Scheibe absprang. Die Zeit, z. zum Wiederaufbringen des Riemens und der aufnahme des Betriebes nötig war, jedesmal ein Stunden, benutzte der Arbeiter zum Schlafen. 3 M n. E.„„„ 8½ dorfer llanen ausgeführt werden. Zu dieser Schillerseier ist bereits ein größerer Fonds vorhanden, doch soll der Gemeinderat noch um einen kleinen schuß angegangen werden. Benraty, 17. April. jUnglücksfall auf der Kleinbahn.] Gestern Vormittag gegen 11 Uhr wurde hier im Kleinenbruch das etwa dreijährige Mädchen des Schaffners Winterhagen von einem Wagen der elettrischen Bahn überfahren und sofort getötet. Verschiedene kleine Kinder spielten gewohnheitsgemäß in dem königlichen Forst an der Hildenerstraße im Kleinenbruch. Das Kind des Schaffners Winterbagen trat nun gerade in dem Augenblicke in das Bahngeleise der Kleinbahn, als ein Wagen von Anen herangefahren kam. Obwohl der Wagenführer sofort die Gefahr erkannt hatte, und den Wagen zum Stillstand brachte, wurde das Kind doch Aus dem Vereinsleben. 0 Der Männer=Gesangverein„Philomele“ hierselbst veranstaltet am Ostermontag, Abends 7½ Uhr, im Kaisersaale der städtischen Tonhalle einen volkstümlichen Liederabend, das Programm enthält nur Lieder im Volkston. Aus der Umgegend. Lohausen, 17. April.[Schlußfeier des ( Lo. Kochkursus.] Gestern fand in dem Greißschen Saale das Examen der Kochschülerinnen statt, welche durch Fräulein Blust aus Mannheim ausgebildet worden waren. Die zahlreich erschienenen Angehörigen der Schülerinnen wurden erfreut durch recht anerkennenswerte Leistungen auf dem Gebiete der Kochkunst. Nachdem die Schülerinnen durch Servieren von selbstangefectigtem schmackhaftem Weißbrot und leckerem Kuchen sich von vornherein die Gunst der gestrengen Richter zu erwerben verstanden hatten, bewiesen sie beim theore tischen Examen durch sichere und präzise Antworten, daß sie das Erlernte sich völlig zu eigen gemacht hatten und sowohl über die Art der Zubereitung der Speisen, wie über die Gründe, warum so und nicht anders, sich und anderen Rechenschaft zu geben wußten. Herr Kaplan Gener wies darauf in einer Ansprache auf die hohe Wichtigteit solcher Kochkurse hin, sowohl in bezug auf den Beruf des Mädchens und der Frau, als auch in Hinsicht auf Familie und Staat. Mit Recht sprach er sodann den Damen des katholischen Frauenhundes, welche sich um die Sache verdient gemacht, den wohlverdienten Dank aus, wobei namentlich erwähnt wurden Frau Rittergutsbesitzer Lantz und Frau Sassen als erste und zweite Vorsitzende des kathol. Frauenbundes, Zweigverein Lohausen, Frau Wolff als Kassicrerin, Fräulein Weis als Schriftführerin und als Beisitzerinnen im Vorstand Fräulein Kraus und Frau Huntgeburt.— Herr Rittergutsbesitzer Lantz dankte mit anerkennenden Worten Fräulein Blust für die liebevolle und erfolgreiche Art ihrer Unterweisung der Schülerinnen, während Herr Rektor Hurrmann die Frauen Lohausens zur Mitarbeit aufforderte in den Bestrebungen des katholischen Frauenbundes. Zwischen den Reden boten musikalische und deklamato rische Spenden eine angenehme Abwechselung. Besondere Erwähnung verdiente noch die Vorführung der „Kochkiste" durch Fräulein Blust. Wer sich für die Sache interessiert, mag demnächst sich im Marienheim, Tüsseldorf, Leopoldstraße 30, einfinden, wo Fräulein Blust einen neuen Kochkursus einrichten wird. Zum Schluß dankte Herr Bürgermeister Terpmann der verdienten Vorsitzenden Frau Lantz in herzLohn wurde ihm für die Zeit natürlich ausbezahlt.— Vorgestern Abend sprang eine Arbeiterin von Neug weyhe vor dem Obertore in selbstmörderischer Absich: die Erft. Sie wurde noch rechtzeitig herausgeholt. Ein aus einer Anstalt in der Eifel ausgerissener zu. sorgczögling wurde hier aufgegriffen.— Gestohla wurden einem Wirte auf der Furtherstraße ein Zu betrag von 1800 Mark und verschiedene Goldjacr und einem Dienstmädchen von einem Schleichdiebez Mark und ebenfalls mehrere Goldsachen. & Neuß, 17. April.[Kölner Männer=Ge. sangverein.— Schillerfeier.] Der Kölnr Männer=Gesangverein beabsichtigt, im Laufe des nächin Monates unter Mitwirkung mehrerer Damen von den dortigen Stadttheater im Hotel Pelzer hierselbst en großes Konzert zu geben.— Für die öffentliche Schillefeier ist Dienstag, den 9. Mai, in Aussicht genomm. sie soll ebenfalls im Pelzerschen Saale stattfinden. total zerstückelt in das hiesige Krankenhaus gebracht. % Hilden, 17. April.[Stadtratssitzung.] Am Mittwoch, den 19. April cr., Nachmittags 5 Uhr, findet im Rathause eine Sitzung der Stadtverordneten statt. Zur Beratung gelangen folgende Gegenstände: 1. Geschäftliche Mitteilungen. 2. Wahl von zwei Mitgliedern der Armenverwaltung. 3. Wahl der Mitglieder der verschiedenen Rechnungs=Revisions=Kommissionen. 4. Benennung neuer Straßenzüge. 5. Verwaltungsbericht pro 1904 X Hilden, 17. April.[Festlichkeiten.] Am Samstag, den 29. ds. Ms., feiern die Eheleute Brauweiler im Lokale der Frau Witwe Klees auf dem Kleef ihre goldene Hochzeit.— Am Sonntag, den 30. April, begeht der hiesige Humoristenverein„Thalia“ sein 15. Stiftungsfest, verbunden mit einem großen nationalen Humoristen=Wettstreit. &am Neuß, 17. April.[Städtische Verwaltung.] Die Geschäftsverteilung bei der hiesigen Stadtverwaltung ist die folgende: Bürgermeister Gielen: 1. Gesamte Dienstaufsicht und Durchsicht der eingehenden Schriftstücke. 2. Finanzwesen. 3. Personalien. 4. Vorsitz in der Stadtverordneten=Versammlung. 5. Bauverwaltung. 6. Berichte an die oberen Behörden. 7. Baupolizei. 8. Volksschulwesen, Rearschule, Fortbildungsschule. 9. Stadtausschuß. 10. Hafenverwaltung. 11. Ringbahnverwaltung. 12. Schlachthausverwaltung. 13. Eichamt. 14. Vorsitz in der Armenverwaltungs= und der Hospitalverwaltungsdeputation. 15. Vorsitz in der Verwaltungsdeputation für das Gas= und Elektrizitätswerk. 16. Desgleichen für das Wasserwerk. 17. Vertretung der Rheinischen Provinzial=Feuer=Sozietät und alle übrigen den Beigeordneten nicht ausdrücklich zugeteilten Sachen. Beigeordneter Klein: 1. Steuersachen(mit Ausnahme der Gemeindegrundsteuer). 2. Armenpflegesachen und Fürsorge=Erziehung. 3 Waisenratssachen. 4. Polizei (mit Ausnahme der Personalien, der Bau=, sozialen und politischen Polizei).. 5. Militärwesen. 6. Invaliditäts- und Altersversicherung, Krankenkassen, Unfallversicherung. 7. Beglaubigung von Unterschriften. Bergrordneter Melchers: 1. Landwirtschaftliche Kommission. 2. Vieh= und Wochenmärkte. Beigeordneter Zirkel; 1. Gemeinde=Grundsteuer. 2. Vorsitz in der Straßen= Auflegungs=Kommission. Beigeordneter Lenchtenberg: Promenaden und Stadtgarten. Beigeordneter Kallen: 1. Sparkasse und Prämiensparkasse. 2. Verwaltung der Anleihe zur Beleihung kleiner Häuser. Neuß, 17. April.[Verein Fauna.— Stadtverorductensinung.] Der Geflügelzuchtverein„Fauna“ hielt gestern in der Restauration V. Müller seine Monatsversammlung ab, zu der sich nuch Bürgermeister Gielen und die Vollsschullehrer aus der Provinz eingefunden hatten, welche an dem Lehrursus in der hiesigen Zentral=Geflügelzucht- und Lehr instalt teilgenommen haben. Der Vorsitzende des Ver eins, Geflügelzuchtinspektor Müller, hielt nach einer urzen Begrüßungsansprache einen längeren Vortrag iver die Geflügelzucht in der Rheinprovinz und die Bedeutung der hiesigen Anstalt. Er führte u. a. aus, daß es deren hauptsächliche Aufgabe sei, Sinn und Ver ständnis für die Geflügelzucht in weitere Kreise zu tragen, sich mit der Versorgung guten Nutzgeflügelzu befassen, Versuche mit Brut= und Aufzuchtapparaten zu machen und Futter=Mitboden und Mittel auszuprohieren. Wenn hierdurch auch tein direkter finanzieller Nutzen erzielt werde, so seien doch die indirekten Vorteile, welche die Anstalt namentlich der LandwirrWetterbericht des„General-Anzeiger“ (aufgenommen 6 Uhr Abends). 20= 10. April 17 —.90 = sei 00 16. April! Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte. Hamburg, 17. April. Das Maximum von 7 Millimeter liegt über Lappland, das Minimum unter Millimeter westlich Italien. Deutschland hat mäßige östliche und nordöstliche Winde, die Witterung ist kühmeist trübe und trocken. Wetteraussicht für den 18. Apri Die Fortdauer der gegenwärtigen Witterung ist zunach noch wahrscheinlich. Zum Umhängen für die Reise in wirkungsvollen Düsseldorfer Rat schlägerkrügen und ein fröhliches Andenken.: Düsseldorf sind Radschläger=Tropfen. Spezia Düsseldorfs. In Delikatessen= und Drogengeschaft 0514.7 zu haben. Wo ist das Mädchen? Auf niesem Bilde ist. F: 1 9 käppchen und der S 1/-144 Sie hat sich versteckt. abel d. rWolf weiss, duss Sie ##der Nähe ist. Können S Rotkäppchen entderse Wenn Sie es können. u randen Sie gell die Stell wo sie sich befindet, in Time oder Bleistift, sune den Sie die Annonce auf und senden Sie uns dieselbe mit 50 Pfg. in Hr.; marken. 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Gewährleistun reu im weitesten S Entlassung Brauerei Alteburg. 6. Entlassung welche an Stelle de nreikenden getreten Auch auf die Brauereien wird, 1 aine Einigung her Streik übergreifen. Köln, 17. Ar Lamstag Abend sta iimmlungen wurd etens des Boyko land und Westfalen nerrung sämtlicher arbeiter genommen allen Mitteln den schaften verhängte durchzuführen. Di meis mit 35 Brat auf Lieferung bot rossen. 32 Braue und Bann erklärt rheinisch=westfälische besen Tagen Voll m der Tagesord ihme zu der Aus gewerbe. Werden, bolzarbeiter aus L. Löllten& C in den Ausstand Bürgermeisters: hartnäckigen Hal tiebe bleiben in 0 Großenb on der Nacht Bewohner des der eiwa 7 Mete Der Mann be nternehmer T. einige Kinder die hause befinden. Ruhrort, 1 lage.] Die rage kommt sch dachte. Die Er unserer Gemein Reife nahe gebr der Ruhrorter Klein=Ruhrorts einflußreichr S hafenteils mit meinsamen Gen lichen Arbeiten den Antrag auf auf Vereinigun Meiderich unter er ist nur mit lungen in der V weilen zurückge deser Woche. Barme ie Barmer konzertsaison #ir am verc Leuung des #e durch Kü Erpündung Ausdruckes ab sollen.„ irsen von kussn und ebildet werig des Vorrchr.= rmeister stets bewiesenherren ein sag sten Lehrturs.= nehmer Namre Vemühung Gielen stiag Teilnchmier g. Isterferien g itnisse auf im und in I. auch der S.# würden. Ni nersbach auf de Morzen firdg Auf der Tage:. r die Ringöni, weyhe, ihrigen Rern #eschaffung em oberen Klase enes.] Eine en eigenartigen cht hatte, biaon Ll, so daß der Die Zeit, u# nd der Wieder jldesmal ein Schlafen. 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Infolge der Boykottierung einer in Brauetet seitens des Verbandes der Brauereiie hat der Verband Rheinisch=Westfälischer Brauereizuuer bekanntlich beschlossen, vorläusig die Hälfte aller „ganisierten Brauereiarbeiter auszusperren. Der erste hm zu dieser Maßregel ist am Samstag gemacht warden, indem auf allen dem Ringe angehörenden srauereien 50 Prozent der Arveiterschaft Ffündigt worden ist, so daß am 28. April für diese gue das Arbeitsverhältnis aufhört. Mit der ganzhen Arbeitseinstellung, bezw. mit dem allgemeinen zueit der Brauereiarbeiter beschäftigte sich bereits eine Samstag in Dortmund abgehaltene größere Versammlung der im Brauereigewerbe beschäftigten Arbeiter, i welcher der Gauleiter des Brauereiarbeiter=Verbandes einen Vortrag hielt und die Situation als eine recht ritische bezeichnete. Es wurde schließlich eine Resolution ungenommen, in welcher„gegen die systematischen Maß „lungen organisierter Arbeiter Protest eingelegt und zeu bereits im Ausstand befindlichen Kölner Brauerei arbeitern volle Sympathie und finanzielle Unterstützung zgesagt wird. Zu dem brutalen Gewaltakt der Gesamtaussperrung am 28. April,“ so heißt es in der Resolution, erklären sich die Versammelten mit ihren Kollegen solidarisch und werden am genannten Tage einhellig die Arbeit einstellen.“ Bei den Vergleichsvrhandlungen wurde von dem Gewerkschaftskartell verlangt: 1. Wiedereinstellung der von der Brauerei Alteburg entlassenen beiden Brauer in dieselben Posten. 2. Wiedereinstellung sämtlicher Aus gesperrten und Streikenden unter voller Vergürung des Lohnausfalles ebenfalls n dieselben Posten. Anerkennung des gewerkschaft schen Arbeiternachweises für das gesamte heltungsgebiet des Rheinisch=Westfälischen Bonkottschutzverbandes. 1. Gewährleistung der Koalitionsfreireu im weitesten Sinne des Wortes. Entlassung des Brauführers der Brauerei Alteburg. 6. Entlassung derjenigen Arbeiter, eche an Stelle der ausgesperrten oder eikenden getreten sind. Auch auf die Düsseldorfer Brauer#en wird, wenn nicht rechtzeitig iine Einigung herbeigeführt wird, der Streik übergreifen. Köln, 17. April.: In sieben am camstag Abend stark besuchten Volksver mmlungen wurde Stellung zu der jeuens des Boykottverbands für Rheinid und Westfalen ausgesprochenen Ausverrung sämtlicher organisierten Brauereiabeiter genommen und beschlossen, mit allen Mitteln den seitens der Gewerkmasten verhängten Wirtschaftsboykott nrchzuführen. Diese Wirtschaften haben beeits mit 35 Brauereien ein Abkommen Lieferung boykottfreien Bieres genonen. 32 Brauereien wurden in Acht und Bann erklärt. Auch in anderen meinisch=westfälischen Städten finden in desen Tagen Volksversammlungen statt m der Tagesordnung der Stellungzühme zu der Aussperrung im Brauereigewerbe. Seb. Bach vor zahlreichen hiesigen und auswärtigen Musikfreunden zu glanzvoller Aufführung brachte. Die Faktoren dieser einzigartigen Darbietung waren der von echt Bachschem Geiste erfüllte Dirigent, der gut geschulte, machtvolle und schlagfertige städtische Singverein, dessen Soprane und Tenöre sich wiederholt in tonschöner Weise zu schwindelnden Höhen emporschwangen, während die Altstimmen und Basse eine solche Fülle von Wohlklang und Kraft entfalteten, daß sie das höchste Lob herausforderten. Wie der Chor, so hat auch das aus erstklassigen Kräften zusammengesetzte Solisten- Quartett, repräsentiert durch Meta Geyer=Dierich=Berlin, Agnes Leydhecker=Berlin, George Hamlin=Chikago und Arthur van Eweyk=Berlin, seine keineswegs leichte Aufgabe durch gute Stimmittel, feinsinnige Auffassung und wirkungs vollen Vortrag in trefflicher Weise erfüllt. Durchaus befriedigend erwiesen sich auch die Leistungen des Stät tischen Orchesters, das stets auf guten Ausgleich des Stärkeverhältnisses zwischen Streich= und Blasinstrumenten bedacht war und dessen von dem Konzertmeister Wachsmann Barmen gespielte Solovioline die verschiedenen Solopartien klangschön und ausdrucksvoll begleitete. Und da auch das Orgelspiel von Ewald Flockenhaus= Elberfeld sich den übrigen Tonkörpern mit kunstsinnigem Empfinden angliederte, so konnte es nicht fehlen, daß die großartige Tonschöpfung in denkbar möglichster Vollendung der aufmerksam folgenden und ihre Anerkennung in warmen Beifall ausdrückenden zahlreichen Zuhörerschaft dargeboten wurde. Durch die so glanzvolle Wiedergabe der Bachschen H-moll-Messe hat die Barmer Konzert gesellschaft ihren ohnedies schon reichen Ruhmeskranz durch ein weiteres schönes Blatt vermehrt. diesen auch für zulässig gehalten, ein Fabrikat, das keine Essenzen, sondern nur Weindestillat mit Zusatz von Alkohol und Wasser enthalte, als„Kognak“ schlechthin zu zeichnen. Dem Gutachten anderer Sachverständigen, daß die Bezeichnung des Angeklagten für seine Ware statt haft sei, da sie nach der von ihnen angestellten Ge schmackprobe Essenzen nicht enthalten habe und unter diesen Umständen in Fabrikantenkreisen die Bezeichnung „Kognak“ für statthaft gehalten werde, hat sich die Straf kammer nicht angeschlossen. Weiter nimmt das Gericht an, daß die von dem Angeklagten gewählte Bezeichnung „Kognar“ geeignet sei, bei dem Publikum die Täuschung herbeizuführen, daß die so bezeichnete Ware, wenn auch nicht nach dem Herkunftsorte bezeichnetes, so doch ledig lich aus Weindestillat und Wasser hergestelltes spirituoses Getränk sei. Die von dem Angeklagten gegen das Straf kammer=Urteil eingelegte Revision hatte keinen Erfolg Durch eingangs genannte Entscheidung schloß sich der Strafsenat des Kölner Oberlandesgerichts in allen Teilen den Rechtsauffassungen des Vorderrichters an und verwarf die eingelegte Revision. :: Vom Rhein, 16. April.[Leichenfund. Gegenüber dem Orte Osterspay ist die Leiche eines unbekannten, vielleicht 48 bis 50 Jahre alten Manne gelandet worden. In den Taschen befand sich ein Portemonnaie mit etwas mehr als 17 Mk. Inhali. Am Ringfinger der linken Hand war ein goldener Trauring mit den Buchstaben A. S. und den Zahlen 13. 9. 02. Die Leiche mag vier bis sechs Wochen im Wasser ge legen haben. Vonn, 17. April.[Selbstmord.] Im Zuge er schossen hat sich gestern Nachmittag zwischen Köln und Bonn ein Soldat aus Dortmund, und zwar in Gegenwart seiner Mutter. Es soll ein Artillerist gewesen sein, der in Koblenz diente. Der junge Mensch hatte sich eine Kugel durch die Schläfe gejagt und war sofort tot. Das Motiv ist un bekannt. Die Tat geschah kurz vor der Station Rolandseck. Bahnbeamte brachten die Leiche in den Wartesaal. Nähere Nach richten über die Persönlichkeit des Unglück lichen fehlen noch. :: Boppard, 16. April.[Land wirtschaftliches.] Die Ausstellung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen wird hier vom 23. bis 28. September stattfinden. Die einzelnen Aus schüsse für die Veranstaltung sind bereits in Tätigkeit getreten. r. Koblenz, 17. April.[Ertrunken.] Heute Morgen gegen 10 Uhr sprangen ein junger Mann und ein junges Mädchen im Alter von ungefähr 17 bis 20 Jahren in den Rhein und ertranten. Die Leichen der beiden unbekannten jungen Leute konnten noch nicht aufgefunden werden. er. Hattingen, 17. April.[Streik nachklänge.] Während des Bergarbeiterstreiks spielte die Ehefrau Bergmann Plume aus Essen eine Rolle. Sie zog von Ort zu Ort und predigte in Versammlungen vor Männern und Frauen von der Not der Bergarbeiter und den besseren Tagen, die aber nur erreicht werden könnten, wenn alle einträchtig zusammenhielten und den Streik fortsetzten. In einer Versammlung zu Herbede sprach sie von den Arbeitswilligen als Verrätern. Das brachte ihr aber eine Anklage wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbeordnung ein, und das hiesige Schöffengericht ver urteilte die Volksrednerin zu drei Wochen Gefängnis. Dortmund, 16. April.[Pferde Was bringt Erfolg! Lies! den General-Anzeiger für Dösseldort und Umgegend: Abonniere! auf den General-Anzeiger für Düsseldert und Umgegend;: Inseriere! Im General- Anzeiger für Düsseldort und Umgegend: Das bringt Erfolg! 0 Werden, 16. April.[Ausstand.] Etwa 100 bolzarbeiter aus den hiesigen Holzbearbeitungsfabriken &a. Löllten& Cie., Friedr. Gerling, J. Hobrecker traten den Ausstand, nachdem die unter Mitwirkung des Burgermeisters Breuer geführten Verhandlungen an der hartnäcigen Haltung der Arbeiter scheiterten. Die Beebe bleiben in vollem Umfange aufrecht erhalten. 0 Großenbaum, 17. April.[Tödlicher Unfall.] in der Nacht vom Samstag auf Sonntag stürzte ein bewohner des Hauses Albertstraße 4 aus dem Fenster ger eiwa 7 Meter hohen Dachetage und blieb totliegen. Ler Mann befand sich seit 14 Tagen bei dem Bauenternehmer T. in Arbeit, ist Witwer und hinterläßt Inge Kinder die sich aber seit längerer Zeit im Waisenhause befinden. Ruhrort, 17. April.[Zur EingemeindungsTage.] Die„R. Zta“ schreibt: Die Eingemeindungssähe kommt schneller ihrer Erledigung nahe, als man rachte. Die Ereignisse, die sich außerhalb des Bereichs inserer Gemeindeleitung vollzogen, haben die Sache der leise nahe gebracht, und neben manchem anderen ist es eer Ruhrorter Hasen— dieses Lebenselement Alt= und klein=Ruhrorts—, der den Ausschlag geben wird. An mslußreichr Stelle wollte man die Vereinigung dieses Lasenteils mit dem Duisburger Hafen auf einem gensamen Gemeindegebiet, und der Minister der öffenticen Arbeiten hat diesem Ansinnen recht gegeben, da er Antrag auf Ausgemeindung dieses Hasenteils und w.,„Vereinigung mit der neuen Gemeinde Duisburgstewerich unterstützte. Der Antrag war bereits gestellt; s: nur mit Rücksicht auf die bevorstehenden Verhandaugen in der Vereinigungsfrage Ruhrort=Duisburg einsteren zurückgestellt. Diese Verhandlungen beginnen in dieser Woche. . 5 Barmen, 17. April.[Konkordia=Konzert.] g. Darmer Konzertgesellschaft hat ihre dieswinterliche Leitzertsaison dadurch in würdiger Weise geschlossen, daß “ im vergangenen Samstag unter der gediegenen s des königlichen Musikdirektors Richard Stronck durch Kühnheit der Konzeption, hehren Schwung der K. 8ug und erschütternde Macht des musikalischen teoruckes sich auszeichnende H-moll=Messe von Joh. 2 Köln, 17. April.[Was ist Kognak?] Im Handelsverkehr mit Kognak herrscht in den beteiligten Kreisen allgemeine Rechtsunsicherheit darüber, welche Eigenschaften er besitzen muß. Eine bestimmte gesetzliche Vorschrift, welche Produkte als„Kognak" zu verstehen sind, gibt es nämlich nicht, so daß die Gerichte bei diesem Mangel an einer Normativ=Vorschrift an das Gutachten von Sachverständigen gebunden sind, die in der Mehrzahl auf dem Standpunkte stehen, daß die für Spiri tuosen verwendbare Qualitätsbezeichnung„Kognak“ nur für ein reines, lediglich durch Wasserzusatz bis zur Ge nußfähigkeit verdünntes Weindestillat zulässig ist. So auch in nachstehendem Falle, der Gegenstand einer von dem Strafsenat des Kölner Oberlandesgerichts am 14. April dieses Jahres in der Revisionsinstanz gefällten Entscheidung war. Ein Polizeikommissar kaufte in dem Geschäfte eines hiesigen Kaufmannes eine von ihm verlangte Flasche„Kognak“, deren Etikette die Be zeichnung„Kognak“ ohne weiteren Zusatz enthielt, zum Preise von 2,50 Mk. Die chemische Untersuchung ergab, daß die Flasche Weindestillat in geringer Menge enthielt, welches durch Zusatz von Kartoffelspiritus und Wasser vermehrt und so auf das nötige Quantum gebracht worden war. Es erfolgte dieserhalb Anklage gegen den betreffenden Kaufmann auf Grund des§ 10,2 des Nahrungsmittelgesetzes, weil er ein Genußmittel„Kognak“ dem echten„Kognak“ nachgemacht und unter Verschwei gung dieses Umstandes verkauft hatte. Während das hiesige Schöffengericht auf Freisprechung erkannte, hat die Strafkammer des Kölner Landgerichts den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 100 Mk. verurteilt. Die Verurteilung stützt sich auf das Gutachten eines Sachverständigen, welcher den Standpunkt vertritt, daß als„Kognak“ ohne nähere Bezeichnung nur reines Weindestillat bezeichnet werden könne, welches durch Wasserzusatz auf die zum Genusse geeigneten Prozente verdünnt sei. Ein Getränk, dem Spiritus zugesetzt worden, sei, wenn auch sonstige Essenzen nicht zugesetzt würden, als„Facon=Kognat“ oder„Verschnitt=Kognak“ oder mit den Zusatz andeutenden Worten zu bezeichnen. Die hiesigen besseren Geschäfte dieser Branche befolgten auch diese Regel; dagegen sei es unter den Fabrikanten vielfach üblich und werde von rennen.] April-Flachrennen. 600 Mark, ferner 200 Mark 1500 Meter. 1. A. Seiden fadens Sapientia(E. Gasch), 2. P. Trollsens Guntram, 3. E. Bischoffs Feindschaft. Tot. Sieg 13:10, Pl. 13, 14:10.— Offizier=Jagdrennen. Drei Ehren preise den drei ersten Reitern und 1000 Mark. 3000 Meter. 1. Lt. v. Aulocks(4. Hus.), Regalis.(Besitzer), 2. Lt. Graf Nayhauß=Cormons(19. Drag.) Oradora, 3. Lt. Kiekebuschs(5 Drag.) Buckingham Palace. Tot. Sieg 57:10, Pl. 24, 22:10.— Verkaufs-Jagdrennen. 1000 Mk. 3000 Meter. 1. E. Kracker von Schwartzenfelds Parma(Reinicke), 2. H. v. Hausens Erwin, 3. H. Suer mondts Augustus Imperator. Die Siegerin wurde für 2050 Mk. von Herrn E. Bischof(Gelsenkirchen) gekauft. Tot. Sieg 76:10, Pl. 14, 12, 12:10.— Brünning hauser Jagdrennen. Ehrenpreis dem siegenden Reiter und 800 Mk., ferner 250 Mk., 150 Mk. Herrenreiten. 3500 Meter. 1. Lt. Frhru. v. Steins(7. Hus.) Rambler II(Besitzer), 2. E. Kracker von Schwartzenfelds Dr Nikola. Tot. Sieg 18:10.— Buschmühler Jagdrennen. 600 Mk., ferner 250 Mk., 150 Mk. 3000 Meter. 1. Aug. Klönnes Horrido(Zaijzeck), 2. H. Suermondts Colenso, 3. E. Bischoffs Eddie.— Westfälisches Jagdrennen. 1000 Mk., ferner 300 Mk., 200 Mk. 3500 Meter. 1. Fr. Wemmers Baron(Hoge), 2. H. Suermondts Botha, 3. J. Hillebrands Etoclés. Gewinnbeteiligung der Arbeiter. V London, 15. April. Heute hält die Vereinigung für Gewinnbeteiligung der Arbeiter Labour Copartnerhin Association) ihre übliche Halbjahresversammlung ab und begeht dabei die Feier ihres 21jährigen Bestehens. über 50 Jahre ist es her, daß die englischen christlichen Sozialisten, wie der Dichter Charles Kingslen und Maurice, der nachmalige Gründer des Work mens Institutes, einer der segensreichsten englischen Bildungsanstalten, die ersten Produktiv=Genossenschaf ten ins Leben riefen. Diese ersten Versuche mißglückten zwar, und die Enttäuschung war umso schmerzhafter, als die edelmütigen Gründer voll hoch gespannter Er wartungen und in Idealen vertrauend an die Arbeit gegangen waren. Aber der Mißerfolg war nur ein zeitweiliger, und heute haben die englischen Produktiv= Genossenschaften eine ganz außerordentliche Blütc erreicht. Im Jahre 1903 betrug ihr Umsatz über 3 Mill. Pfund Sterl., der Gewinn nahezu 180000 und die Arbeiter erhielten, abgesehen von ihren Löhnen noch weitere Vergütungen von zusammen 23000 Pfd. Sterl. Die Gesellschaft, deren ursprünglicher Titel lautete „Arbeiter=Vereinigung zur Beförderung genossenschaftlicher Produktion auf Grundlage der Beteiligung der Arbeitenden", war auf folgenden Regeln aufgebaut: Jeder Arbeiter solle eine direkte Beteiligung an dem von ihm erzeugten Gewinn erhalten und außerdem das Recht haben, ein Mitglied der Gesellschaft zu werden, für die er arbeitete, mit einem Anteil am Kapital und schließlich mit dem Stimmrecht für die Wahl der Geschäftsleiter. Es war also gemeint, daß die Arbeiter selbst als solche all den Gewinn, das Kapital und die Leitung des Unternehmens in den Händen haben sollten. Diese Grundregel konnte nicht aufrecht erhalten werden, und in den heutigen Produktiv=Genossenschaften sind die bei ihnen Beschäftigten keineswegs die Herren des Unternehmens, sondern stehen eher im Verhältnis von Arbeitern eines Aktienunternehmens. Nur wenn hie und da eine kleine Gruppe von Arbeitern sich zu einer derartigen Genossenschaft zusammentut, wie jetzt zum Beispiel einige Schuhmacher von Northampton, wird die Verwirklichung des alten Ideals angestrebt. Der eigentliche Aufschwung der Produktiv=Genossenschaften setzte erst mit dem Jahre 1862 ein, als eine Abänderung des Gesetzes es einer Produktiv=Genossenschaft gestattete, Anteilscheine in einer anderen Genossenschaft zu erwerben. Dies führte zur Gründung der genossenschaftlichen Großeinkaufsgesellschaft Coloperative Wholesale Society), die gar bald ihre eigenen Werkstätten und Fabrikon zu errichten begannen. Je größere Ausdehnung dieses Unternehmen gewann, desto mehr mußte der eigentliche Grundgedanke der Genossenschaftsbewegung, daß es sich um eine Beteiligung der Arbeiter an der von ihnen betriebenen Industrie handle, in den Hintergrund treten. Daher wurde im Jahre 1881 die Gesellschaft für die Beteiligung der Arbeiter gegründet. Der Gedanke der Beteiligung der Arbeiter an den Gewinnen eines Unternehmens wurde hie und da auch in der Privatindustrie adoptiert und es gibt eine Reihe bekannter Firmen, die in dieser Beziehung dem alten Ideal der christlichen Sozialisten sehr nahe gekommen sind, wie zum Beispiel die Tucherzeuger J. T. and J. Taylor in Batley und andere mehr. Aus aller Welt. Die Mädchenmorde in Hannover stellen die Kriminalpolizei, wie man von dort schreibt, vor eine äußerst schwierige Aufgabe. Der Mord an der vor acht Tagen verschwundenen kleinen Erna Schare ist durch das Geständnis des Schaffners Büther sowic durch das Zeugnis der Hausbewohnerin Engelke aufgeklärt. die gehört hat, wie der Täter durch den Ruf:„Dickerchen! Kuchen!“ das Kind in seine Wohnung lockte. Der Schuhmacher Paul kommt hierbei mindestens als Mitwisser in Frage, wie sein verdächtiges Benehmen dritten gegenüber, das einc zielnewußte Ablentung der Spur im Auge hatte, beweist. Viel schwieriger liegt die Aufklärung der vier Jahre zurückliegenden Bluttat an der kleinen Kassel. Hier kann nur der Indizienbeweis einsetzen. Mit dem Geständnis der Täterschaft im Falle Schare glaubt sich Büther seiner eigenen Bekundung nach das Recht auf mildernde Umstände erkauft zu haben. Darüber hinaus ist er stumm, während sein Mordgenosse Paul sich nicht scheut, seine Freude kundzutun über die harte Nuß, die er der Untersuchungsbehörde zu knacken gibt. Bei dem Ermittelungsverfahren in Sachen Kassel läßt daher die Kriminalpolizei wenigstens vorläufg eine Aussage der Schuldigen ganz außer Ansatz. Schwer ist Paul in diesem Falle verdächtigt durch seine Bemühungen, die unrechtmäßige Tochter der Kasselschen Eheleute als das richtige Kind darzustellen; er zog mit dem Mädchen in der Stadt umher und stellte es vor, mit Berücksichtigung der als wohltätig bekannten reichen Familien. Sache der Untersuchung wird es sein, zu prüfen, wodurch die Kasselschen Eheleute seinerzeit so schwer getäuscht worden sind, daß sie das Kind als das ihrige ansahen, und ob sie durch das Verhalten des Paul hierin bestärkt wurden. Im Laufe des Freitags fanden erneute peinliche Turchsuchungen der Bütherschen Wohnung statt, die sich viele Stunden hindurch ausdehnten. Funde in bezug auf die Ermordung der Else Kassel wurden hierbei nicht gemacht. Dagegen kamen die Einzelheiten des Mordes an der Erna Schare insofern zur weiteren Aufklärung, als der Beweis erbracht zu sein scheint, daß das Opfer in der Wohnung ausgeblutet hat, und daß dann ein Verwaschen der Flecke versucht wurde. Die ganze Stadt steht unter dem Banne der schrecklichen Untat, um wie viel mehr die stille, kleine Straße— der Schauplatz des Verbrechens! Die zählt nur zehn bescheidene, zweistöckige, ältere Häuser. Dicht aneinander gedrängt wohnt man dort in nächster Nachbarschaft. Die Ehefrau des Paul ist Besitzerin des Hauses Nr. 1, das sie seit zwölf Jahren inne hat. Sie gilt als musterhafte Wirtschafterin, wogegen der wegen Meineids mit Zuchthaus vorbestrafte Gatte als liederlicher, roher Patron in der ganzen Nachbarschaft gefürchtet wurde. Große Ansammlungen fanden ständig vor dem Hause statt. Schließlich sperrte die Polizei die Straße. Nachdem Nachmittags die Besichtigung beider Leichen vorgenommen worden war, wurden diese für das gemeinschaftliche Begräbnis am Scuntag Nachmittag auf dem Stöckener Friedhof freigegeben. Opfer des Straßenpublikums. über das Benehmen der Leute in den Straßen der Großstadt, das gar sehr der Besserung bedürftig wäre, wird im Londoner„Lancet", der angesehenen medizinischen Zeitschrift, lebhaft Klage geführt. Der Londoner Verkehr, so heißt es da, fordert täglich seine Opfer, und man wundert sich nur, daß ihre Zay! verhältnismäßig so klein ist. Die Gedankenlosigkeit der Fußgänger ist für die meisten Katastrophen, die sich auf der Straße ereignen, verantwortlich; für die Sicherheit des Fußgängers ist es in der Großstadt unumgänglich nötig, daß alle die Augen offen halten und nicht in Gedanken versunken ihres Weges ziehen. Wer ganz von seinen Ideen in Anspruch genommen ist und nicht bemerkt, was auf der Straße vorgeht, ist die„béte noire" der Straßen, den anderen ein Hindernis und sich selbst gefährlich. Wir wollen die Aufmerksamkeit weniger auf die Gefährlichkeit des Straßenverkehrs als auf die Unachtsamkeit des Publikums auf den Bürgersteigen lenken. Viele von den Passanten— wenigstens ist das in London der Fall— geben sich nicht die geringste Mühe, einen Zusammenstoß mit den ihnen Entgegenkommenden zu vermeiden, und versperren ruhig den anderen den Weg. Sie werfen die abgebrannten Enden ihrer Zigaretten achtlos fort und speien noch aus, so viel auch in der öffentlichkeit gegen diese schmutzige Gewohnheit agitiert wird. Besonders veranlassen auch Stöcke und Schirme, die falsch getragen werden, victe Unfälle. Man soll den Griff in der Hand halten und die Spitze nach unten kehren. Ein aufgeregter Mensch, der mit Schirm oder Stock gestikuliert, kann sehr leicht anderen Schaden zufügen.„Vor kurzem.“ so schreibt dazu ein Korrespondent des„Lancet",„sah ich, wie ein Herr durch einen übereifrigen Passagier in einem Omnibus schwer am Auge verletzt wurde, als dieser plotzlich seinen Schirm erhöb, um dem Schaffner zu winken. Oft sieht man Damen, die einen Schirm unter dem Arm tragen. Man pflegt Unterricht im„guten Benehmen" zu annoncieren; aber es hat den Anschein, als ob die Handhabung von Stock und Schirm dabei vernachlässigt würde: was eine schmückende Zutat zu der Toilette sein sollte, wird eine gefährliche Plage, wie das Tandystöckchen, das der elegante junge Herr quer unter die Arme steckt, oder das er sorglos hin= und herschlenkert." Alle Eltern sollten ihre Kinder lehren, auf den Straßen aufmerksam zu sein und auf alles, was um sie herum vorgeht, zu achten und auch auf die Umgebung Rücksicht zu nehmen. Algeneng nicht mit rauchlosem Pulver Staunen, das sich in homerisches Gelächter man den Flintenlauf des braven Mügelner Ringel blauen Zigarrenrauchs entsteigen sah.„ 4 Beilage. „Gemiedliche" war nämlich mit der Zigarre dde imn Ban angetreten und hatte, als ihm beim Herannaben# Königs das Unschickliche der Situation aufging, die garre, die er nicht wegwerfen wollte, aber auch nirg, anders unterzubringen wußte, in— den Flin lauf gesteckt. Tableau! Der König hat nachber über die eigenartige Zigarrenspitze gelacht. Langensalza, 15. April. Ernstellungy, injährig=Freiwilligen.] Auf eine beane liche Anfrage des hiesigen Magistrats ist heute preußischen Kriegsministerium die Mitteilung hiegetroffen, daß das am 1. Oktober hier zu bildende g, giment Jäger zu Pferde Nr. 2 ß, Erlaubnis hat, bereits im ersten Jahre Einjährig Freiwillige zu führen. Das Husaren=Regimen „Landgraf von Hessen=Homburg“ in Kassel ist heau tragt, ab 1. Juli die Anmeldungen zum Einjährig —in Einjährig, Freiwilligendienst beim Langensalzaer Regiment zu Pferde entgegenzunehmen. # London, 15. Apr l.[Die Belagerung von Port Arthur in Bioskopbildern.]. skopbilder, die die Szenen bei der Einnahme von Arthur, den Einzug der Japaner, die Begegnung Genceräle Stössel und Nogi, das Einfallen großer G##. naten, die Einnahme der Forts und die Abreise Gefangenen zeigen, werden binnen kurzem in Lond## im„Alhambra Theatre" zu sehen sein. Die Bile sind, wie Londoner Blätter berichten, von dem spondenten“ der Urban=Bioskop=Gesellschaft, Mr. Rosen, thal, während der Belagerung der Festung aug, nommen worden; es ist die einzige vollständige Sen Eine Reihe Films zeigt einen Angriff auf die Urlung, Forts bei Port Arthur, während die schweren Geschugerade tätig sind. Anderc zeigen, wie die Japaner di Forts nach ihrer Einnahme betreten. Die toten Russen liegen umher; man sieht die furchtbare Verheeru, die von der schweren Artillerie angerichtet ist. Ander Films zeigen Artillerie= und Infanteriegefechtem den Schaden, den die elfzölligen Granaten angerichte haben. Zum Schlusse sieht man den Einzug der jan nischen Truppen; ein Regiment nach dem anderen zien in die eingenommene Festung ein. ## New York. 16. April.[Das großte Theater der Welt.] Das größte Theater der Welt, das NeuYorker„Hippodrom", wurde am Mittwoch Aben eröffnet. 6000 Leute waren anwesend; jeder Platz hau 100 Mt. gebracht. Das Gebäude hat einen Aufwan von 6000000 Mk. erfordert; es soll als Zirkus und fü Balletts, Melodramen, lebende Bilder und Wasserschauspiele dienen. # Berlin, 16. Avril.[„Lieber Herr Kaiser!“] Der bei dem Fuhrherrn Wagner in Pankow beschäftigte Arbeiter Krause hat einen zwölfjährigen Sohn Wilhelm, der jetzt die erste Klasse der dortigen Gemeindeschule besucht. Da der aufgeweckte Knabe gern eine höhere Schulbildung genießen möchte, faßte er den Mut, an den Kaiser folgendes Schreiben zu richten:„Lieber Herr Kaiser! Ich sitze hier in Pankow dani der Bemühungen meiner Herren Lehrer als zwölfjähriger Schüler in der ersten Klasse der Gemeindeschule. Ich möchte so sehr gerne weiterkommen, aber Mutter und Vater können es nicht schaffen. Da ich nun, wie Du, lieber Kaiser, auch Wilhelm heiße und auch am 27. Januar geboren bin, habe ich die große Bitte, helfe mir.“ Die Bitte aus Knabenmund ist, wie der„Lokalanz.“ mitteilt, nicht ungehort verhallt. Der Kaiser ließ Erkundigungen einziehen, und als die Angabe sich bewahrheiteten, erhielten die Eltern die Nachricht, daß ihr Sohn auf Kosten der kaiserlichen Schatulle seine Weiterausbildung in der Pankower Realschule erhalten soll # Berlin, 16. April.[Telephonverkehr.] Berlin dürfte unbestritten das größte Fernsprechnetz der Welt besitzen. Die Gesamtzahl der Fernsprechanschlüsse in Groß=Berlin hat jetzt die Summe von 8 6 000 überschritten. Auf die Vermittelungsämter von Berlin selbst entfallen davon fast 69 000 Anschlüsse. Die größte der Berliner Vermittelungsanstalten ist das Amt I mit 13 538 Anschlüssen. Von den Berliner Fernsprechstellen sind, abgesehen von dienstlichen Anschlüssen 44 526 Hauptanschlüsse. Etwa die Hälfte, 21 821, entfallen auf die von der Post hergestellten Nebenanschlüsse. Privatnebenanschlüsse, das heißt solche, die von Privaten ausgeführt sind, gior cs 1428. O Leipzig. 16. Avril.[Der Flintenlauf als— Zigarrenspitze.] In Mügeln nahm letzthin Konig Friedrich August die Parade der Schützenkompagnie ab. Plötzlich blieb er vor einem der Schützen mit der Frage stehen:„Soldat gewesen?" Schütze:„Nein, Majestät". Der König(auf die Waffe des Schützen zeigend):„Ah, Sie schießen noch Wieder Schlaf und Appetit! Herr A. R. aus Spandau, der sein Leiden vergeblich mit allen möglichen Mitteln bekämpft hatte, schreibt nach einer Kur mit 15 Flaschen Lamscheider Stahlbrunnen: „Es freut mich, über den wunderbaren Heiltrauk nach Verbrauch von 15 Flaschen, der sich glänzen bewährt hat, Mitteilung machen zu können. Beschwerden sind verschwunden; Kräftigung des Körpers. Avpetit und ruhigen Schlaf habe ich wieder erlangt Ich kann nun wieder arbeitsfreudig in meinem Bern# wirken.“ Frau E. H. in Köln schreibt:„Ersuche hierdu#t um nochmalige Sendung von 30 Flaschen Lamscheie Stahlbrunnen. Das Wasser enthält wirklich Wunder kraft. Seitdem ich Ihr Eisenwasser trinke, fühle ih mich so gesund wie nie in meinem Leben. Nächst Gon verdanke ich dem Lamscheider Stahlbrunnen die Wiederherstellung meiner Gesundheit.“ Frau A. B., Bautzen, schreibt:„Das Lamscheider Stahlbrunnen=Wasser ist das einzigste Mittel, welches mir in meinem schweren Nervenleiden Hilfe brachte. 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Königsallee 67,— Amtsrichter Bogr über die unbegreif sreundes Probus n Daß der kluge nents, welches er m bedacht haben sollte, venig konnte er di gessen haben, wenn nicht in Verbindung Trotzdem stand d nur jederzeit als s# und dies öfters geg er auch vor drei Ja getroffen und er d zurückberufen, zu d Tas er nic ein eben das allgemeine de Enterbung Wili Und jetzt stellte weder zu dem erst eine Berechtigung jenem ersten, da? Anfang an zum M simmt gewesen. Sonderbar., daf vor so vielen Jahr reklamiert hatte, w war! Vielleicht we gewesen, wie sie il so besonnen, nicht e leutschen RechtsgelUnd nun entsta artiges Testament i Wenn dem so n nur freuen, aber Claas bedauern U nehr und mehr S wollte: er hatte je ei Leid getan. W gewesen, so hatte für Wilm und de es auch Claas Ge ost schroffer Grad worden. Ja, dies nan auch kein VeWas den brave nachte, war die ül Nann war, wenn Beweise entschied kreis, weil er selbs Leziehungen wiede Nan würde ihr und Wilm würde Armer Wilm! Und in dem A von Wilms Unschu Die weltentleg eer Aufregung ge Was die beide wollten, das erfuh sie m dieser Zeit, nangelte, ohne wurde man ihnen und der Wirt vo zugerufen hätten: in die Stadt! Wi m größerer Zahl Außerdem war „Glanz“ zu beoba gelegenen einfache Tapezierer, M so mn Anspruch ge , n e u e T a p e t e n, allen Stuben Pracht! Selbst C. sortserernchin Fer“! sionsfreundin in Um so verdut zn. Schreiben, da m erhielt, Kls. Iignes Fraz beabsich robusschen letzte im Gesdeng a Verkena das gan vorfindende Vern die Sache sei klich anhäng uns zum Ter S##ein einem Fußen schwankt, Allgenen er auflöste, g. Sch arre im vexannahen d. ufging, die ** Ech uiren olinten. t. nacher 14 fellung von ur. eine bezig ist Ferite in nlung hier ein. hildende Ke. Nr. 2 Einjähr Gte eaiemn ist beauf, jum Einjährs legiment Jäg. gerung von dern. ahme von Pon Begegnung dei i großer Gradie Abreise# sem in London 1. 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Garum wurde denn das Testament gerade an dem Anigen Tage, wo er nicht auf Elfstein war, geschrieben? sien da nicht eine Frage nach dem Grunde nahe?“ ch nein, Kind, der alte Mann war physisch und aluch gebrochen. Er hat wohl nur diese Abwesenheit nutzt, um sich Aufregung zu ersparen.“ uind Claas Gerdena? Wo war er z uind Claas Gerdena? Wo war er zu jener Zeit?“ Juf der Jagd, Alice! Es ist alles klug bedacht Der Ton Frau Adelheids verriet nicht, was sie dachte, ihre Augen ebensowenig. Tennoch sagte das junge Mädchen:„Wir denken wide dasselbe, Frau Amtsrichter.“ acher wir wollen das achte Gebot auch im Herzen halten, Alice.“ Das junge Mädchen schwieg und ging nachdenklich, von tiefem Mitleid mit Wilm bewegt, nach Hause. nicht der leiseste Gedanke an Liebe kam ihr in dn Stm. 15. Kapitel. Amtsrichter Bogner dachte und grübelte unaufhörlich uter die unbegreifliche Handlungsweise seines alten sreundes Probus nach. Daß der kluge Mann die Tragweite jenes Testanents, welches er mit seiner Gattin einst gemacht, nicht bedacht haben sollte, war nicht anzunehmen. Ebensorenig konnte er die Existenz seiner Stieftochter ver gessen haben, wenn er dieselben auch seit langer Zeit nicht in Verbindung gestanden Trotzdem stand die Tatsache fest, daß er Wilm nicht zur jederzeit als seinen dereinstigen Erben betrachtet und dies öfters gegen Freunde geäußert, sondern daß er auch vor drei Jahren, als ihn der erste Schlaganfall gerroffen und er den Pflegesohn von der Universität zurückberufen, zu dessen Gunsten testiert hatte. Tas er nie ein Geheimnis daraus gemacht, so war eben das allgemeine Erstaunen und die Entrüstung über bereits in die Enterbung Wilms um so größer. setzte finster Und jetzt stellte sich vielleicht heraus, daß Probus peder zu dem ersten noch zu dem zweiten Testament eine Berechtigung gehabt, ja, nicht einmal Grund zu inem ersten, da der Sohn seiner Schwester ja von Anfang an zum Miterben neben der Stieftochter besiimmt gewesen. Sonderbar., daß die energische Mrs. Frazer jenes, vor so vielen Jahren deponierte Testament nicht schon reklamiert hatte, wo sie doch Koblenz so nahe gewesen Der Stil des Schreibens und die juristisch klare Fassung waren ihm in seiner momentanen Erregung zuerst fast unverständlich; wie aufgescheuchte Vögel flatterten seine Gedanken durcheinander. Da er von den persönlichen Verhältnissen dieser Mrs. Frazer keine Ahnung haben konnte, gleichwohl aber wußte, da dieselbe identisch war mit der vor kaum einer Woche in das Deinertsche Haus gezogenen Amerikanerin, die mit Bogners und den Steenbrinkenern bereits Bekanntschaft geschlossen— den Freunden Wilms— so kombinierte er in seiner Verwirrung einc zu Wilms Gunsten oder von diesem selbst eingeleitete Intrigue. Es dauerte Stunden, bis er sich so viel Ruhe erkämpft, um zum Amtsrichter gehen zu können, unter dem Vorhaben, sich Rat zu erbitten. Bogner werde mehr von der Sache wissen, vermutete er ganz richtig; denn der Wirt vom„Walfisch“ hatte ihm erzählt, daß Mrs. Frazer den Amtsrichter aufgesucht habe. Er steckte also das Schreiben des Justizrats Böswig zu sich und jetzt, wo Bogner es ihm noch einmal vorlas, schämte er sich beinahe, es nicht verstanden zu haben. Die Sache war sonnenklar, es existierte das zwischen den Ehegatten vereinbarte Testament, welches zu ignorieren, oder ein späteres zu machen, Probus nach dem Tode seiner Gattin kein Recht gehabt. „Wenn nicht irgendwie sonst ein Haken einzuschlagen ist, der es ungültig macht!" sagte er endlich ganz betäubt vor Schrecken. Allerdings! Irgend ein wesentlicher Mangel oder Formfehler könnte das vielleicht ermöglichen. Mit aller Willenskraft, die er aufbieten konnte, zwang sich Claas zu einem tadellosen Benehmen. Es gelang ihm auch, auf Bogner wiederum einen guten Eindruck zu machen, so daß sich für ihn ein gewisses Mitleid in dessen Herzen regte. „Wissen Sie, Herr Gerdena, daß Wilms Sache definitiv vors Schwurgericht verwiesen ist?" fragte der Amtsrichter mit seiner zartfühlenden Scheu in Blick und Ton, denn man wußte, es war Claas jedesmal sehr peinlich, an Wilm erinnert zu werden. „Der Tierarzt war bei mir und erzählte, es stehe bereits in der Landeszeitung," erwiderte Claas und hinzu:„Wenn dann Elfstein noch mir gehören sollte, so verreise ich in der Sitzungszeit; denn ich halte es nicht aus, jeden Tag von Hinz und Kunz in dieser Sache angeredet zu werden!“ „O, so schnell wird der Prozeß der Mrs. Frazer nicht zu Ende sein. Sie werden sich auch Ihrerseits einen tüchtigen Rechtsbeistand nehmen, und die beiden Herren werden die Sache nicht so bald erledigen.“ Auf dem Heimwege— es war ein herrlicher Aprilabend, die Sonne versank im Westen, als der Mond „Das sind sie nicht, Tante Grietje. Ich habe sie eingeladen, zu uns zu kommen. Mrs. Frazer wird Ihnen sogar gefallen!“ widersetzte sich Alice schüchtern und mit Tränen in den Augen. Es zu weit zu treiben, dazu war die alte Dame viel zu klug. Es wäre ja auch dumm gewesen, sich mit Alice zu erzürnen, die ihr hier ein Leben bereitete, wie sie es nie wieder bekommen würde. Claas kam Alice übrigens zu Hilfe. Er erzählte— sich immer wie, zu ihrem Schutze an Frau van Grimberghe wendend— daß Bogner Mrs. Frazer für eine seltene Frau erklärt habe, und daß Frau Adelheid fast jede freie Stunde in dem tleinen Hause bei ihnen stecke. „Und von Alices Freundin wissen wir, daß sie„entzückend",„reizend“,„ein Engel“ ist,“ rief der alte Herr. „Die Damen werden also eingeladen, selbst wenn sie gesellschaftlich nicht zu graduieren wären,— hier, sieben Meilen hinter Weihnachten kommt ein Mißgriff unsererseits nicht an die große Glocke. Da können Sie Ihre Prozeßgegnerinnen mit allen Kräften bezaubern, Herr Gerdena. Vielleicht gelingt es, und statt Ihnen Elfstein zu nehmen, gibt die Frau Mama Ihnen noch das Beste, was sie hat, obendrein dazu!“ Der Kammerrat liebte zuweilen derbe Späße. „Ich beanspruche das wirklich nicht, Herr von Helden, lachte Claas.„Elfstein jedoch werde ich mit den Zähnen festhalten, wenns nicht anders geht. Ich denke übrigens gar nicht schlecht von den Damen, wenn sie die Rechte wahren wollen, die sie vermeintlich haben. Meine Objektivität geht sogar so weit, daß ich bereits überlegte, ob ich nicht meinen Besuch dort machen solle.“ „Da seh' mir einer den Fuchs an!“ rief mit dröhnendem Lachen der alte Herr und Claas stimmte bescheidener ein. „Sie tun mit solchen Scherzen unrecht an meiner Freundin, die eine Dame ist. und für die ich mich beleidigt fühle!“ sagte Alice mit bebender Stimme, allen Mut zusammennehmend. „Gnädiges Fräulein, ich bin Offizier gewesen und Dank dem Wohlwollen meines Vorgängers jetzt Herr auf Elfstein. Es kann Sie nicht beleidigen, denke ich, wenn ich die Absicht ausspreche, den Damen eine hier gebräuchliche Höflichkeit zu erweisen. Gesellschaftlich stehe ich auf derselben Stufe, wenn ich im übrigen auch nicht mitzähle!“ „Aber Sie mißverstehen mich ja vollständig, Herr Gerdena,“ bat Alice, die unter Claas zornig blitzenden Augen bald rot, bald blaß wurde. Er hatte zwar ruhig und höflich, aber doch nicht ohne Schärfe gesprochen Jetzt änderte er seinen Ton uno fuhr bedrückt und unsicher fort:„Womit ich Ihre Gnade verscherzt habe, Fräulein von Groothusen, weiß ich nicht. Sie standen mir von Anfang an hart und abgeneigt gegenüber; aber seien Sie versichert, was ich etwa vervar! Vielleicht war sie doch niahr so sicher überzeuzt voll und groß im Osten aufstieg— hatte der Besitzer von fehlte oder wodurch ich in Ihren Augen an Wert vergenesen, wie sie ihm gegenuber getan? Oder war sie Elfstein seine Energie schon in vollem Maße wiederge= loren, das ist mir so unbewrußt, wie es mich bedrückt!“ tschem Pechtsgelehrten au.... uiesei S seine ganze Eristenz auf dem„Aber nein, Herr Gerdeng!“ stammelte Alicc, die deutschen Rechtsgelehrten zu unternehmen? Und nun entstand noch eine Frage: war ein derartiges Testament in dortiger Gegend überhaupt gültig? Wenn dem so war, so konnte ihn das für Wilm ja nur freuen, aber jeder gerecht Denkende mußte dann Claas bedauern Und der letztere gewann sich offenbar nehr und mehr Sympathien. Wenn man ehrlich sein wollte: er hatte ja auch keiner Seele weit und breit ein Leid getan. Wenn man gegen ihn voreingenommen gewesen, so hatte das seinen Grund ind er Vorliebe für Wilm und dessen Enttäuschung, andererseits war 6 auch Claas Gerdenas glattes Wesen, das Wilms ist schroffer Gradheit gegenüber, noch fühlbarer geDeshalb gewann spiele! „Ich werde mich meiner Haut wehren bis zum letzten Atemzuge! Vor allem aber will ich doch nun mal etwas mehr Feuer in meine Bewerbung um Alicc legen. Habe ich Dich gewonnen, spröde Gnädige, so frage ich am Ende nichts nach Elfstein. Aber wird es mir auch gelingen?“ Plötzlich hielt er in seinem raschen Gange inne. Ein großartiger Gedanke war ihm gekommen, den er sofort ausführte. Die junge Herrin saß mit ihren beiden alten Beschützern beim Abendessen, als Claas gemeldet wurde gar nicht wußte, wodurch sie dies hervorgerufen. Na— papperlappap! Zankt Euch ein andermal weiter!" beendete der Kammerrat diese kleine Szene. Im Grunde gönnte er und Frau van Grimberghe es Alice, daß Claas ihr so schroff entgegentrat. Seit er ihnen ein so angenehmer Gesellschafter geworden, hätten sie es längst gern gesehen, wenn Alice ihn freundschaftlicher behandelte. „Daß Sie übrigens auch ein bißchen übertreiben, Gerdena, beweist Ihnen hoffentlich die Einladungskarte, die Sie zu Hause vorfinden werden. Alice selbst worden. Ja, dieses glatte Wesen! man auch kein Vertrauen zu ihm. Was den braven Bogner schließlich tief aufseufzen nachte, war die überzeugung, daß Wilm ein verlorener Nann war, wenn das Schwurgericht auf mangelnde Leweise entschied— verloren für seinen Freundenkeis, weil er selbst der letzte sein würde, der die alten Leziehungen wieder aufzunehmen trachtete. Nan würde ihm die Versicherungssumme auszahlen und Vilm würde damit das Land verlassen. Armer Wilm! Und in dem Amtsrichter leuchtete die überzeugung von Vilms Unschuld heller denn je auf. Die weltentlegene kleine Stadt Neustadt sollte aus der Aufregung gar nicht mehr herauskommen. Was die beiden Amerikanerinnen eigentlich hier vollten, das erfuhr vor der Hand noch niemand. Daß sle in dieser Zeit, wo es in Neustadt so an Wohnungen nängelte, ohne weiteres die teuerste mieteten, de burde man ihnen nicht verziehen haben, wenn Tönnings und der Wirt vom„Walfisch“ den Neustädtern nicht sügerufen hätten:„Seio doch still, sie bringen ja Geld i die Stadt! Wir sollten froh sein, wenn solche Leute i größerer Zahl zu uns kämen.“ Außerdem war es in höchstem Grade interessant, den lanz“ zu beobachten, der sich in dem kleinen, abseits Klegenen einfachen Häuschen entfaltete. Lapezierer, Maler und Scheuerfrau waren noch nie Vi Anspruch genommen worden wie in diesen Tagen. iceue Tapeten, feine Möbel, elegante Vorhänge und „ allen Stuben und Kammern Teppiche! Eine solche ni#c Selbst Claas Gerdena konnte sich der Neugier verschließen, die Alices Schilderung ihrer Pensonsfreundin in ihm geweckt. im so verdutzter starrte er eine Woche später auf Schreiben, das er aus der Residenz von Justizrat erhielt, in welchem dieser ihm mitteilte, daß *#ignes Frazer auf Grund der und der vorliegenden gecheise, beabsichtige, die gesetzliche Ungültigkeit des tousschen letzten Testaments darzutun, indem sie— un gines im Jahre 186. zu Koblenz verfertigten g## vort amtlich deponierten Testaments— mit Wilm vortin s., 24 ganze nach dem Tode des p. p. Probus sich #e Vermögen beanspruche. „. Sache sei von seiten der genannten Mrs. Frazer ladun anhängig gemacht und werde ihm eine Vor zum Termn zugehen. Er wurde freundlich empfangen; Herr von Helden und hat die Liste der zu Ladenden zusammengestellt, und Sie Frau van Grimberghe hatten ein dankbares Interesse standen obenan.“ su#.. einem Menschen plötzich der Boden unter den ben schwankt, so ist as ein sehr unbehagliches Gefühl. für ihren jungen Spielpartner. Ein neues Kuvert wurde neben das Alices gelegt; Claas sollte mitessen, und er sträubte sich auch nicht. Dennoch meinte er mit seinem eigentümlichen Lachen— das immer vermuten ließ, er sage nicht alles, was er wisse— der Appetit sei ihm freilich vergangen bei der schlimmen Neuigkeit, die er heute erfahren. Der Kammerrat und Alices Tante sahen ihn mit harmloser Neugier an, Alice aber wurde sehr rot. „Sie wissen es längst, gnädiges Fräulein," wandte er sich mit vorwurfsvollem Blick zu ihr,„Sie wissen es und stehen auf der Seite meiner Gegner.“ Dabei flog über sein hübsches männliches Gesicht ein Schatten von tiefer Melancholie. „Ich weiß, aber ich wünsche Ihnen darum doch nichts Böses!" entschuldigte sich Alice, durch diesen direkten Anen, das griff verlegen und fassungslos gemacht. önnings„Was weißt Du? Was ist denn los? Weshalb sollte sie Ihnen feindlich gesinnt sein? Sie haben ihr ja stets nur Freundlichkeiten erwiesen!“ riefen die alten Herrschaften durcheinander. Und nun berichtete Claas. „Alice, das hast Du schon lange gewußt und uns kein Wort gesagt!“ rief ihre Tante beleidigt. „Nein, Tante, ich weiß es erst seit Sonntag. Vor kaum drei Tagen hat Isabel es mir anvertraut!" entschuldigte sich Alice erschrocken.„Wie erfuhren Sie denn, daß ich es wußne. werr Gerdena? Haben Sie Isabel—“ „Verzeihen Sie, wenn ich meine Quelle nicht neune, gnädiges Fräulein; aber bitter war es mir zu hören, daß Sie mir so unhold sind, während ich—“ Claas Gerdenas Blick hatte sich noch nie so tief in Alices erschrocken blickende Augen gesenkt, wie jetzt. Er wußte nichts, er hatte nur alles erraten. „Das bin ich aber doch nicht,“ schien sie sagen zu wollen. Der Kammerrat nahm aber zu ihrer Erleichterung Claas in Anspruch. Er fragte ihn dies und jenes, und als er Auskunft erhalten, meinte er ziemlich ruhig:„Lassen Sie sich wegen der Absichten dieser Amerikanerin kein graues Haar wachsen, Herr Gerdena. Ich kannte Probus besser als mich selbst; der würde es nie vergessen haben, wenn er ein seit dem Tode seiner Frau unabänderliches Te stament gemacht.“ „Und Du bist befreundet mit diesen Leuten? Ich möchte darauf wetten, daß es Abenteuerinnen sind!" rief Frau van Grimberghe „Als nächster Nachbar!“ wehrte sie ab. „O, gnädiges Fräulein, seien Sic ohne Sorge! Ich bin nicht so kurzsichtig, als daß ich das nicht selbst bemerkt hätte,“ sagte Claas, sich tief verneigend. Er spielte den Gekränkten und zeigte den Abend über, während er am Kartentische weilen mußte, ein niedergeschlagenes Gesicht. Innerlich jubelte er, daß er Alice aus ihrer stolzen Gleichgültigkeit aufgerüttelt hatte. Er wußte sehr genau, daß sie sich jetzt Vorwürfe machen würde, daß er ihr leid tat; denn in ihrer großen Herzensgüte wollte sie ja niemand kränken und bereute nun gewiß, es ihm gegenüber getau zu haben. Es kitzelte ihn förmlich, sie mit so nachdenklicher Miene dasitzen zu sehen. Zweimal hatte sie ihn bei Gelegenheit sogar angeredet; sie fühlte offenbar den Wunsch, ihre Härte gegen ihn wieder gut zu machen. O, er hatte richtig gerechnet! Er kannte doch die jungen Mädchen! Die waren fast alle unglücklich, wenn man sich für beleidigt erklärte. Als die Karten dann weggelegt wurden und die Herren sich Zigarren anzündeten, flüsterte Alice eine kurze Weile mit ihrer Tante, und diese stimmte dem, was sie sagte, offenbar befriedigt zu. Dann trat Alice leicht errötend zu ihm und sagte befangen:„Ich möchte Ihnen beweisen, daß Sie sich in Ihrer Annahme, ich sei Ihnen abgeneigt, irren, Herr Gerdena, und bitte Sie deshalb, mir bei unserem Feste als Tanzordner zur Seite zu stehen.“ Claas konnte vor überraschung seinen Triumph doch nicht so ganz verbergen. Er dankte gerührt, küßte Alices Hand und versprach sein bestes. Das Funkeln seiner Augen verri#t seine Genugtuung. Als er fort war, meinte der Kammerrat unzufrieden:„So weit brauchtest Du nun auch nicht gerade zu gehen, liebes Kind. Das stellt ihn uns den alten Freunden gegenüber nun wieder zu nahe.“ „Aber Tante Grietje meinte es auch, ich fragte sie," sagte Alice bescheiden. „Ja, die Frau Tante hat geradezu eine Schwäche für den hübschen Burschen," versetzte er ärgerlich. „Er fühlte sich so gekränkt," entschuldigte sie sich weiter. Sie fühlte sich nie als Herrin ihres Tuns. „So seid Ihr Weiber, erst schlagt Ihr und dann—“ „küßt Ihr“, hatte er sagen wollen, aber er besann sich und schwieg. (Fortsetzung folgt.), S ## 1 zu billigsten Preisen. Allein-Verkauf der echt Aegyptischen Makko-Unterkl. Königsallee 11 Fernsprecher Nr. 4169. Geschwister Lenders, llee 11. 4169. kommen heute u. folgende Tage auf den Galerien der„arntnalle(früher Spielwaren-Ausstellung und Emaille-Verkauf) 8 CKTT zum Verkauf. Obertassen, dekoriert und weiss. 5 Pfg. Untertassen 3 Pfg. Becher, fein dekoriert. 8 Pfg. Speiseteller 7 Pfg. Fein dekorierte Tassen mit Untertassen 15 Pfg. Dekorierter Kuchenteller 22 Pfg. Kaffeekannen 36 Pfg. 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D., Herr auf Laubach im Kreise Mettmann, Ritter des Königlichen Kronenordens III. Klasse mit Schwertern, des Eisernen Kreuzes u. s. w., nach längerem schweren Leiden, wiederholt gestärkt durch die Heilsmittel der römisch-kath. Kirche, zu sich zu nehmen. Namens der Verwandten: Franz Freiherr von Eynatten. Oberstleutnant z. D., Eugen von Lezaack. Düsseldorf, den 16. April 1905. 8a5767 Die Beerdigung findet vom Sterbehause Bilkerstrasse 30 ans am Mittwoch den 19. April. Vormittags 11 Uhr, statt; die feierlichen Exequien werden am selben Tage, Vormittags 9 Uhr, in der Pfarrkirche zum heil. Maximilian gehalten. Kranzspenden im Sinne des Verstorbenen höflichst verbeten. Heute Nachmittag 3¼ Uhr verschied sanft, infolge von Altersschwäche, unser lieber, guter Vater, Grossvater, Urgrossvater und Schwiegervater 0 im fasst vollendeten 88. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Düsseldorf, den 16. April 1905. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch . April, Nachmittags 3½ den Trauerhause Friedenstrasse Gestern verschied nach schwerem Leiden der Königliche Kammerhern Ausgestattet mit reichen Gaben des Geistes, gepaart mit grosser Herzensgüte, hat der Verstorbene während 30 Jahren unserem Aufsichtsrate als Mitglied angehört und seine reichen Erfahrungen dem Gedeihen unserer Gesellschaft gewidmet Wir verlieren in ihm einen lieben Freund und treuen Berater, dessen Andenken wir allezeit in Ehren halten werden. 485802 Düsseldorf, den 17. April 1905. Der Aufsichtsrat und der Vorstand der Düsseldorfer Baubank. E2 F. u. w. Em.=Herd wegzugsh. f. 30 M., Nähmasch. f. 18 M. verk. Fr.Höse, Flurstr.81, II. Gebr. Sofa auf Roßh. gevolst., vol. Waschkomm. m. Marmorplatte, Nachtkons., ar. Pfeiler spiegel. Majolikaherd f. 25 M., Itür. Kleiderschr. u. Eisschrank bill. zu verk. 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Tag und Stunde des trancramts in der Hospitalkapelle wird Später bekannt gegeben. a5809* Leuchs Adreßbuch Rheinpreußen, 2 Bände, neueste Auflage, 1904, wie neu, statt für 23 Mk. franko. 36334 Ottosche Buch=Handlung in Leipzig. Küchentisch, neu, für 6,50 M. zu verkaufen Gerresheimer= straße 94, 1. Etage. 4 Eleg. Spitzenkragen billig zu verkaufen Birkenstr. 59, II.„ Emaill. Herd 20 u. 40 i. k., Anrichte, Topfbank, Sofa, Vertikow, 2schl. Bett, Leinenschr., Theke und Sportwagen billig abzugeb. Bilkerallee 171b. Gestern früh ½6 Uhr verschied nach langjährigem Herzleiden meine innigstgeliebte Gattin, unsere teure Schwester, Schwägerin und Tante. geb. Lucke. Um stille Teilnahme bitten die tiefbetrübten Hinterbliebenen: A. Becker, Ingenieur beim Kanalbauamt. und Verwandten. Düsseldorf. Hamburg, Parey, Förderstedt. Stassfurt, Magdeburg, Strassburg i. E. und Frankfurt a. M., den 17. April 1905 Die Beerdigung findet am Mittwoch den 19. April, Nachmittags 3 Uhr. vom Trauerhause Fischerstrasse 3 aus, statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Gestern Nachmittag 3¼ Uhr entschlief sanft, infolge Altersschwäche, unser allverehrter SeniorChef, Herr im fast vollendeten 88. Lebensjahre. Wir betrauern in dem Entschlafenen, welcher sich durch leutseligen biederen Charakter auszeichnete, ein treues Vorbild in pünktlicher Pflichterfüllung und hat sich der Verewigte ein bleibendes Denkmal in unserem Herzen aufgerichtet. 985781 Die Beamten und Arbeiter der Firma Ferd. Emil Jagenberg. Düsseldorf, den 17. April 1905. am#em Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, Mittag 2½ Uhr meinen lieben Gatten, ern guten Vater und Bruder, den Gärtner Karl um####e-Ewigkeit zu abzurufen im stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Lusseldorf, den 17. April 1905. vomVeerdigung findet Dienstag Mittag um 3½ Uhr ###Tbang Krankenhaus, Fürstenwallstr., aus, statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, meine gute einzige Tochter, unsere Nichte Clara Vetter nach langwierigen Leiden, gestärkt durch die Heilsmittel der kathol. Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu berufen. Unkel, den 11. April 1905. *26441 Die trauernde Mutter. Gestern Nachmittag 3¼ Uhr verschied der Vater unseres Chefs, Herr Emil Jagenberg sen, im fast vollendeten 88. Lebensjahre. Wir betrauern in dem Entschlafenen einen Herrn, welcher stets das Interesse und das Wohlergehen unserer Firma im Auge hatte und werden ihm über das Grab hinaus ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beamten und Arbeiter der Firma Klein, Hundt& Co. (Inhaber Emil u. Max Jagenberg). Düsseldorf, den 17. April 1905. Fa5793 Danksagung. Für die vielen Beweise berzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner unvergeßlichen Gattin, unserer guten Mutter und Großmutter, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir hierdurch allen unseren herzlichen Dank. Albert Burbach und Sohn. Antik! Bauernschrank u. Truhen zu 2.— verk. Rosenstr. 32a, 2. Et.*Spiegel mit Konsole zu verMahag. Zylinder=Bureau mahag. Leinenschrank, mahag. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Samstag Abend 9 Uhr meinen innigstgeliebten Gatten, unseren herzensguten Vater, Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Heinrich Pelkmann, nach kurzem aber schwerem Leiden, infolge Influenza, Lungenentzündung, im Alter von 41 Jahren, wohlvorbereitet durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente der römisch-katholischen Kirche, zu sich in die Ewigkeit abzurufen.* Um ein stilles Gebet für den Verstorbenen bitten die trauernden Hinterbliebenen. Düsseldorf, Köln, Honnef, Bonn, den 15. April 1905. Die Beerdigung findet statt am Dienstag Nachmittag 5 Uhr, vom Sterbehause Karlstrasse 30 aus; das feierliche P elonamt wird am nämlichen Tage, Morgens 8 Uhr, in der Marienkirche gehalten. Bekannte und Freunde, welchen aus Versehen keine Einladung zugegangen ist, werden hierdurch freundlichst eingelnden. Heute Nachmittag 2½ Uhr entschlief sanft, nach schwerem Leiden, meine innigstgeliebte Frau, unsere gute, treue Mutter und Schwiegermutter. Frau Johannes Stein, Lina, geb. Dommermühl, im beinahe vollendeten 68. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Düsseldorf. Werden(Ruhr), den 15. April 1905. Die Beerdigung findet Dienstag den 18. April, Nachmittags 5 Uhr. von der Kapelle des Nord-Friedhofes(Tannenwäldchen) aus, statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Sonntag Nachmittag 4 Uhr meinen unvergeßlichen Gatten, unseren guten Vater, Bruder, Onkel und Schwager, den wohlachtbaren Herrn Bernhard Hallen, nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im Alter von 54 Jahren, vorher gestärkt mit den heil. Sakramenten der kathol. Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hiuterbliebenen. Düsseldorf, den 17. April 1905. Die Beerdigung findet am Mittwoch den 19. April, Nachmittags 2 Uhr, vom KarmelitessenKloster aus, statt; die Seelenmesse wird am selben Tage, Morgens 7¼ Uhr, in der Pfarrkirche zum hl. Maximilian gelesen, wozu alle Freunde Bekannte freundlichst eingeladen werden. Danksagung. Allen denjenigen, die unserem lieben Sohne Paul Lange die letzte Ehre erwiesen haben, sprechen wir unsern besten Dank aus. Besonders der Firma Ehrenreich& Comp., dem Humoristen=Klub Fortuna und dem Deutschen Metallarbeiter=Verband. Die tiefbetrübten Eltern und Geschwister T. Lange. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner geliebten, unvergeßlichen Gattin, guten Mutter, unserer Tochter und Schwester, sowie für die zahlreichen Kranzspenden, sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Lehrer Heinrich Terbrüggen, Rektor J. W. Müller. Schrank für Drogerien Linienstr.20 Gummir., m. o. v. Stühl. b. verk. Karlstraße 12., part. Fast neues Polyphon bill. zu verkauf. 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Fast 3½ Jahr — wie hynnotttiert na gien wie hypnotisiert na und sie fühlen sich noch Gambettas hoch zu halte nan niemals sprechen u Aber Frankreich hat nur mit Deutschland gesc der intensiv mit Italie das ist ganz was andere Franzosen den Raub Ni gessen wollte. Als Itali herrschaftsgelüsten Anlehi reich=Ungarn suchte und wurde, da schmollte und die„Undankbarkeit der Lann kam im Jahre 11 England, der mit eir und mit seinem völligen im Sudan endigte. Zu dem Schmollen gesellte sich damals das virlleicht wäre das doc Nadame Marianne(Fr Weise ganz verbittert, w ein neuer Liebesfrühling 189 war an der Newa Nationen verkündet word paische Politik eine neue dem Treibund hatte sich: über gestellt. Mit welch Bund in Frankreich begri die französischen Chauvi der Zar nichts eiligeres Losat nregimenter nach zu lassen. Aber statt d neue Bündnis Visiten, nichts als Blumen. Uni erklärung an Deutschlank Friedenskonferenz. So die sich die Franzosen a. tosten lassen, eitel Schäut nun in Frankreich auch der sich als ein ebenso te entpuppt hatte, zu schmoll reich bald die Reihe herur Heute nun hat sich das für Frankreich als ein D land, das als der Rette war, ist heute selbst der Niederlagen, welche Ruß kleine Japan erlitten hat ungeheuren Zerrüttung Jahrzehnte hinaus gesch gelegt haben, bedeuten sischen Revanch hoffnun ostasiatischen Schlappe Ri bereits in der europäisch der Politit Frankreichs be in Asien und Marokko in sammenhang zwischen de und der Marokkofre Frankreich noch den Rüch würden jenseits der Vo nistischere Töne bei der erklungen sein. Als die französische R Jahres unterlicß, die der schluß des Marokko=Abte Kenntnis zu setzen, war d politik, die Frankreich seit betreibt. Jetzt, nachdem der Seine erfahren haber Schmollpolitik Frankreichs seinen eigenen Weg, ur schreitet, nachdem der naisers in Tanger dr Leutschlands um ebenso politische Situation Fra möchte man in Frankreich Schmollwinkel heraus, ab als ehrlich zu bekennen wirs dem französischen Lelcassé, nichts weiter sprechen. Tazu wird§ tumlichkit als Zweibund Stanz der Allianz ohneh schon die Oppositio no man allgemach die erkannt hat. Und in de dafür, daß die Ouvert Gregelung bereits b ird es nicht mehr lange Frueste Unstimmi Kon zert beseitigt Russisch=jap Vom Kriegsschaup Gunschuling, 16. der Oberbefehlsh h über das fehlsha XVII. Ai dankt Ger##- und wies au Eer alten Regimen eueral Linewitsch d eeizieren und wies enter hin, 5. Beilage. General=Anzeiger für Düsseldorf und Umgegend. Dienstag, den 18. April 1905. Nr. 108. Frankreich im Schmollwinkel. die„große Nation", die stets groß war im Lieben, i im Hassen, sitzt wieder einmal im Schmollwinkel, „ dem sie schon so oft gesessen hat, daß man fast anehmen möchte, sie fühle sich behaglich darin und berante diesen Zustand als eine Art„Glück im Schmollmintel". Die dritte französische Republik befindet sich Stadium des Schmollens so lange sie besteht, nämsich seit dem Jahre 1811. Seit dieser Zeit schmollt Zankreich mit Deutschland, an das es die einst der Zeit der tiefsten Schwäche Deutschlands geraubten Krovinzen, das Elsaß und Lothringen, hat zurückgeben müssen. Fast 3½ Jahrzehnte starren jetzt die Frauien wie hypnotisiert nach dem„Loch in den Vogesen“, und sie fühlen sich noch immer verpflichtet, das Wort hambettas hoch zu halten von der„Revanche, von der an niemals sprechen und an die man immer denken Aber Frankreich hat während dieser Zeit nicht etwa zur mit Deutschland geschmollt. Es schmollte nicht minder intensiv mit Italien, dem man es— ja, Bauer, das ist ganz was anderes!— übel nahm, daß es den Franzosen den Raub Nizzas und Savoyens nicht vergessen wollte. Als Italien gegenüber den französischen herrschaftsgelüsten Anlehnung an Deutschland und ÖsterUngarn suchte und so der Dreibund begründet wurde, da schmollte und grollte man in Frankreich über die„Undankbarkeit der italienischen Schwesternation.“ Lann kam im Jahre 1898 der Faschoda=Konflikt mit England, der mit einer bösen Schlappe Frankreichs und mit seinen völligen Zurückweichen vor England im Sudan endigte. Zu dem Schmollen mit Deutschland und Italien gesellic sich damals das Schmollen mit England, und virlleicht wäre das doch so liebesdürftige Herz der Nadame Marianne(Französische Republik) auf diese Veise ganz verbittert, wenn ihr nicht im Jahre vorher ein neuer Liebesfrühling erblüht wäre. Am 26. August 1897 war an der Newa das Wort von den alliierten Nationen verkündet worden. Damit war in die europaische Politik eine neue Konstellation eingetreten, denn dem Treibund hatte sich damit der Zweibund gegenüber gestellt. Mit welchen Hoffnungen war der neue Bund in Frankreich begrüßt worden! Redeten sich doch die französischen Chauvinisten allen Ernstes ein, daß der Zar nichts eiligeres zu tun haben werde, als seine Losat nregimenter nach Elsaß=Lothringen marschieren zu lassen. Aber statt dieser Marschorder zeitigte das neue Bündnis Visiten, nichts als Visiten, Blumen, nichts als Blumen. Und statt der erwarteten Kriegserklärung an Deutschland erfolgte die Einberufung der Friedenskonferenz. So wurden die Revancheträume, die sich die Franzosen acht Milliarden Franken hatten losten lassen, eitel Schäume, und allgemach begann man nun in Frankreich auch mit dem russischen Alliierten, der sich als ein ebenso teurer, wie undankbarer Freuno entpuppt hatte, zu schmollen. Und so ist man in Frankreich bald die Reihe herum! Heute nun hat sich das Bündnis mit. Rußland für Frankreich als ein Danaergeschenk entpuppt. Rußland, das als der Retter Frankreichs begrüßt worden war, int heute selbst der Rettung bedürftig. Und die Niederlagen, welche Rußland in dem Krieg gegen das kleine Japan erlitten hat, und die im Verein mit der ungeheuren Zerrüttung im Innern seine Macht auf Jahrzehnte hinaus geschwächt und seine Kraft lahmgelegt haben, bedeuten zugleich das Grab der französischen Revanch hoffnungen. Die Wirkungen der ostasiatischen Schlappe Rußlands machen sich denn auch bereits in der europäischen Politik und insbesondere in der Politit Frankreichs bemerkbar. Die Mandschurei liegt in Asien und Marokko in Afrika, aber der politische Zusammenhang zwischen dem Krieg in der Mandschurei und der Marokkofrage ist unverkennbar. Wenn Frankreich noch den Rückhalt an Rußland hätte, dann wurden jenseits der Vogesen sicherlich weit chauvenintischere Töne bei der Erörterung der Marokkofrage erklungen sein. Als die französische Regierung es im April vorigen Jahres unterlicß, die deutsche Rigierung von dem Adschluß des Marokko=Abkommens mit Eingland in Renntnis zu setzen, war dies ein Ausfluß jener Schmollvolitik, die Frankreich seit 34 Jahren gegen Deutschland betreibt. Jetzt, nachdem die überschlauen Politiker an der Seine erfahren haben, daß Deutschland sich an die Schmollpolitik Frankreichs nicht kehrt, daß es in Marokto seinen eigenen Weg, und zwar mit Erfolg, weiter schreitet, nachdem der Besuch des deutschen Kaisers in Tanger dort die wirtschaftliche Stellung Leutschlands um ebenso viel gebessert hat, wie er die Situation Frankreichs verschlechterte, jetzt nochte man in Frankreich gern aus dem marokkanischen Schmollwinkel heraus, aber es'st leichter zu schmollen, us ehrlich zu bekennen: Ich grolle nicht! Und doch wird dem französischen Minister des außern, Herrn Telcassé, nichts weiter übrig bleiben, als also zu sbrechen. Tazu wird Herrn Delcassé, dessen Volksumlichkit als Zweibundminister durch die ungünstige der Allianz ohnehin ein wachsendes Defizit aufweist, schon die Opposition im eigenen Lande zwingen, “ m a n a l l g e m a c h d i e V e r f e h l t h e i t d e r S c h m o l l p o l i t i k Jannt hat.“ Und in der Tat sprechen alle Anzeichen *.1, vaß die Ouverture zur Marokko=Ablung bereits begonnen hat. Voraussichtlich # nicht mehr lange dauern, bis diese aller6 Ueste Unstimmigkeit im eurt onzert beseitigt ist. mende Kämpfe hinstellte. Bei der Abfahrt des Oberkommandierenden erschollen impulsive Hurrarufe aus der Mitte der Truppen. Linewitschs Armeebesehl ist kurz und zeichnet sich durch klare, energische Sprache aus. a Petersbura, 16. April. Ein Telegramm des Generals Linewitsch an den Kaiser meldet: Ich besichtigte das 5. und 6. sibirische Korps und das 10. und 17. Armeekorps auf ihren Kampfstellungen und sand sie ebenso wie die neu aus dem europäischen Rußland eingetroffenen Truppen in vorzüglichem Zustand. Die letzteren bieten einen prächtigen Anblick. Um einen Scesieg fleht A. Ssuworin in der„Nowoje Wremja“:„O, wenn uns Gott den Sieg verliehe! Wie würde Rußland sich aufraffen, wie würde dieser ganze häßliche Dunst, diese Stickluft, dieses sinn= und ord nungslose Treiben verfliegen, wie freudig würde die geschäftige Arbeit der Erneuerung beginnen, und zwar nicht in der Finsterniß des Kummers und des Unglücks, in diesem Pfuhl der allgemeinen Unkraft, der Sinnlosigkeit und Verzweiflung, wo man sich die Haare rauft, sich und andere quält, niemandem Vertrauen schenkt und nur Nächte des stöhnenden Leidens und lichtlose Tage vor sich sieht. O, wenn uns Gott den Sieg verliehe!“ Die englisch=japanische Allianz. a London, 17. April.„Daily Telegraph“ meldet aus Tokio, die japanische Presse dränge den Minister des Außern, die Angelegenheit der englisch japanischen Allianz im Auge zu behalten, um ein Abkommen lebendig zu erhalten, das für die beiden Parteien sowohl, als auch für die ganze Welt vorteilhaft sei. Die Zeitungen sagen, sie seien überzeugt, daß kein Wechsel im englischen Kabinett die englischjapanische Allianz beeinflussen könne. Die„Jisi Shimpo“ hält nach der Rede Chamberlains die Gelegenheit für günstig zum Abschluß einer Offensiv= und Defensiv=Allianz. ropäischen Russisch=japanischer Krieg. Vom Kriegsschauplatz in der Mandschurei. „„nnschulina. 10. April. Am 11. dss. Miger Oberbefehlshaber General Linewitsc Geueras 6. X)II. Ammeekorps eine Parade ab Erer.in, L#ewitsch dankte den Truppen für ihre gute der geten und wies auf die ruhmreiche Vergangenhen aten Regimenter hin, die er als Vorbild für komPolitische Tagesübersicht. Inland. Düsseldorf, den 17. April 1905. Das Gnadenquartal der aktiven und der Guadenmonat der inaktiven Reichs- und Staatsbeamten. über das Gnadenquartal der aktiven und den Gnadenmonat der inaktiven Reichs= und Staatsbeamten wird dem „Hannov. Cour.“ geschrieben: Der höchst ungünstigen Lage der Hinterbliebenen verstorbener Staatsbeamten hat jüngsthin der Kaiser selbst beim plötzlichen Hinscheiden des preußischen Ministers des Innern, Frhru. von Hammerstein, beredten Ausdruck gegeben und Rechnung getragen, indem von ihm die Pension der Witwe im Gnadenwege verdoppelt ist. Bekanntlich beträgt die Pension sowohl für Witwen der Reichsbeamten, wie der preußischen Staatsbeamten zwei Fünftel der Pension des Mannes, welche sich berechnet, wenn angenommen wird, daß er an seinem Todestage pensioniert worden wäre. Diese Quote des früheren Gehaltes bildet einen so ungeheueren Unterschied gegen das Gehalt selbst, daß fast sämtliche Witwen und deren Familien, falls sie nicht Privatvermögen besitzen, in ernste Verlegenheiten, ja, oftmals in bittere Not geraten. Eine höhere Bemessung dieses Pensionsverhältnisses würde daher durchaus zeitgemäß sein, zumal in manchen anderen deutschen Staaten günstigere Vorschriften für die Pensionierung der Beamten und für die Versorgung der Hinterbliebenen bestehen. Bei den Reichsbeamten sowohl, wie bei den preußischen Staatsbeamten besteht aber noch dazu der schreiende Widerspruch in den Gesetzen, daß die Witwen von aktiven Reichs= und Staatsbeamten das volle Gehalt ihres Ehemannes außer dem Sterbemonat noch für drei Monate als Gnadengehalt beziehen, während für die Witwen von inaktiven Reichs= und Staatsbeamten ein solches Gnadengehalt nur für einen Monat gewährt wird. Diese Vorschriften sind in den§§ 7 und 69 des Hinterbliebenengesetzes enthalten und lauten wörtlich:„Hinterläßt ein Beamter..... eine Witwe oder eheliche Nachkommen, so gebührt den Hinterbliebenen für das auf den Sterbemonat folgende Vierteljahr noch die volle Besoldung des Verstorbenen. Hinterläßt ein Pensionär eine Witwe oder eheliche Nachkommen, so wird die Pension noch für den auf den Sterbemonat folgenden Monat gezahlt.“ Hoffentlich wird bei der bevorstehenden Fortsetzung der Erörterungen im Reichstage über die Militär= und Zivilpensionsgesetze diese ungünstige und zugleich ungleichmäßige Bewertung der Witwen durch eine Resolution an die Reichsregierung um Gleichstellung der Witwen von aktiven und inaktiven Beamten Ausdruck finden. Berlin, 16. April.[Münzwesen.] Auf den Münzstätten des Deutschen Reiches sind im Monat März für 12 223 860 Mark Doppelkronen und für 2 938 850 Mark Kronen, beide auf Privatrech= nung, für 4191 680 Mark Zweimarkstücke, für 2 308 013 Mark Einmarkstücke, für 4430 246 Mark Fünfzigpfennigstücke, für 46,50 Mark Zehnpsennigstücke und für 13 688,34 Mark Einpfennigstücke geprägt worden. In dieser Aufzählung wird zunächst auffallen, daß die silbernen Fünfmarkstücke, deren Ausprägung in letzter Zeit eifrig betrieben wurde, völlig vernachlässigt sind. Es liegt dies daran, daß über die künftige Gestalt dieser Münze noch keine Einigung herbeigeführt ist. Sobald die Form festgelegt ist, dürfte mit der Ausprägung der Fünfmarkstücke wieder fortgefahren werden. Ferner wird der hohe Betrag, den die Ausprägung der Fünfzigpfennigstücke in einem Monat angenommen hat, überraschen. Es handelt ich hier aber um die Umprägung der alten in die neuen Stücke. □ Berlin, 17. April.[Dienst altersliste der preußischen Oberlehrer.] Die soeben erschienene neue Dienstaltersliste der preußischen Oberlehrer, der 12. Jahrgang der sogenannten Kunzekalenders, enthält die Umarbeitung der bisherigen Liste entsprechend den Ministerialerlassen vom 14. Dezember 1903 und 12. August 1904. Im Berichtsjahr ist die Zahl der höheren Lehranstalten von 596 auf 612 gestkegen. Den 409 Vollanstalten, darunter 298 humanistische Gymnasien, stehen 203 Nichtvollanstalten gegenüber; im vorigen Jahre waren es 395, bezw. 207. An ihnen gibt es 7283(am 1. Mai 1903: 7019) etatsmäßige Oberlehrerstellen; doch waren 336, gegen 249 im Vorjahre, unbesetzt. Diese Stellen wurden von 2207 Professoren und 4740 Oberlehrern verwaltet(gegen 2246, bezw. 4524 im Jahre 1903). Von den Oberlehrern sind in der Zeit vom 1. Mai 1903 bis 1. Mai 1904 neu angestellt 417, gegen 466 in der Zeit vom 1. Mai 1902 bis 1. Mai 1903. Im verflossenen Jahre wurden 649(im Vorjahr 533) wissenschaftliche Hilfskräfte voll beschäftigt, darunter nur 89 (1903: 149) nach vollendeter praktischer Ausbildung anstellungsfähige und in einer preußischen Liste geführte Kandidaten, 323(1903: 230) im zweiten Ausbildungsjahre stehende Probekandidaten und 237(1903: 160) Seminarkandidaten des ersten praktischen Ausbildungsjahres. Berlin, 17. April.[Studentenmaßregelung an der Charlottenburger Hochschule.] Rektor und Senat der Technischen Hochschule in Charlottenburg haben den dortigen StudentenAusschuß ausaelöst, weil er beschlossen hatte, in Zukunft die konsessionellen Verbindungen nicht mehr zu vertreten. + Berlin, 17. April.[Für Vereine und Ver bände von Gewerbetreibenden.] In der XVI. Kommission des Reichstages, die die neue Maß= und Gewichtsordnung beraten soll, hat der Abgeordnete Raab einen Antrag eingebracht, wonach zukünftig Halb und Viertelpfundsgewichte zugelassen werden sollen. Damit würde weiten Kreisen der Gewerbetreiben den eine große Erleichterung gewährt werden, die u. a. bereits im November 1903 durch den Zentralverband deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender, Sitz Leipzia, in Eingaben an den Grafen Posadowsky erbeten wurde. Es dürfte sich empfehlen, daß alle, denen an der genannten Erleichterung des Geschäfts verkehrs liegt, dies der XVI. Kommission des Reichstages mitteilen. Die Beratungen beginnen etwa am 10. Mai, gleich nach den Osterferien. Kiel, 16. April.[Diebstahlan Liebesgaben.] Ein Diebstahl an den in Swakopmundeingegangenen Liebesgaben für unsere Krieger in Südwestafrika beschäftigte, nachdem das Etappengericht in Swakopmund in der Hauptsache entschieden, das Kriegsgericht der 1. Marineinspektion in Kiel. Angetlagt war der in Erfde beheimatete Matrose Kock vom Kanonenboot„Habicht". Der Angeklagte war mit anderen Matrosen von dem vor der Reede von Swatopmund liegenden Kanonenboot dienstlich an Land geschickt worden. Auf der Rückkehr kenterte das Boot in der starken Brandung, und die Matrosen mußten einige Tage in der Kaserne für die Schutztruppe verweilen. In der Nähe dieser Kaserne, neben der katholischen Mission, waren in einem mit Stacheldraht umzäunten Raum die aus Deutschland eingetroffenen Liebesgaben gelagert. Der Anblick der vielen Kisten und Kasten und die Gewißheit, daß manche dieser Behältnisse Rauchbares enthalte, übten auf die Soldaten große Anziehungskraft aus. Man sprach hin und wieder davon, daß es schade sei, daß in Swakopmund nichts an Zigarren usw. zu haben sei. Kock äußerte, er würde schon welche beschaffen, wenn er nur wüßte, welche Kisten das so sehnlichst Begehrte enthielten. Der frühere Einjährig=Freiwillige, mit der Qualifikation zum Reserbe=Offizier ausgestattete Unteroffizier Reif, der Sohn eines Professors, ging mit Kock an dem Lagerhof vorüber und zeigte auf eine Kiste. Kock ging dann in der Dunkelheit mit dem Reiter Stäckel auf Raub aus. Der Wachtposten, Reiter Leder, der die Liebesgaben bewachen sollte, gab beiden Anweisung, wo der überstieg am besten vor sich gehen könnte, Kock stahl dann aus der Kiste 13 Schachteln à 250 Zigaretten sowie zwei Flaschen Kirschwasser. Unteroffizier, Posten und ein Teil der Stubenmannschaft teilten sich mit den Dieben in die Beute. Das Etappengericht verurteilte nach der„Weserztg.“ Unteroffizier Reif zur Degradation und 2 Monaten 3 Tagen Gefängnis. den Posten Leder zu 2 Jahren 1 Tag Gefängnis und zur Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes, Stäckel erhielt 1 Monat 1 Tag Gefängnis und einige andere, die von den Zigaretten geraucht hatten, je 3 Tage Gefängnis. Kock wurde in Rücksicht auf eine 1899 wegen schweren Diebstahls verhängte achtmonatige Gefängnisstrafe zu 5 Monaten 1 Woche Gefängnis verurteilt. Erschwerend kam in Betracht, daß der Diebstahl an den Liebesgaben begangen wurde. Fr nkfurt a. M., 16. April.[Neuerung auf dem Gebiete des Fortbildungsschulwesens.] Eine wertvolle Neuerung auf dem Gebiete des Fortbildungsschulwesens meldet die„Preußische Lehrerz itung". Von Ostern ab werden in den Fortbildungsschulen der Stadt Frankfurt a. M. neben den 180 Lehrkräften auch 12 Vertreter der verschiedenen Handwerke im Hauptamt den Unterricht erteilen. Das ist eine Neuerung, welche die bedeutungsvollsten Konsequenzen zu haben verspricht. Denn es handelt sich bei dem Fortbildungsunterricht, wenn er auch selbstverständlich eine Erweiterung und Vervollständigung des Schulunterrichtes sein soll, doch nicht darum, genau die Methode desselben festzuhalten. Im Gegenteil, diese Methode soll jetzt, in jedem Fach, auf das spezielle Bedürfnis übertragen werden. Es soll beispielsweise beim Rechnen nicht nur die Kunst des Rechnens als solche, ondern die Kunst der Berechnung der Materialien usw. erlernt werden. Gerade daran, daß dieser Teil der fortbildung bisher aus Mangel an passenden Lehrräften— die Handwerker können ihre Zeit nur dann für den Unterricht hergeben, wenn sie durch diesen benso viel verdienen, wie in ihrem Berufe— nicht jenügend ausgebaut war, haperte vieles bei der fachmäßigen Ausbildung der Jugend. Es ist daher mir Freuden zu begrüßen, daß endlich ein Modus gefunden zu sein scheint, der diese Schwierigleiten hinwegräumt, und man darf mit Interesse dem Ergebnisse des Versuches entgegenblicken, der vielleicht den Beginn einer neuen Ara für das Fortbildungsschulwesen bedeutet. Olzenburg, 16. April.[Ruhstrat=Prozeß. Wegen Beleidigung des Ministers Ruhstrat, begangen durch die Übernahme der Meineidsbeschuldigung des „Residenzboten“ wurde Redakteur Metze vom„Norddeutschen Volksblatt“ vom hiesigen Landgericht zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. S Leipzia, 17. Anril.[Todesfall.] Der Präsident des Reichsgerichts, Wirklicher Geheimrat Dr. Gutbrod, ist heute früh gestorben. O Leipzig, 16. April. Zusammenschluß der Industriellen.] Mitveranlaßt durch die neuen Handelsverträge, hat sich gestern die Gründung einer Ortsgruppe Leipzig des Verbandes sächsischer Industrieller vollzogen, dem bis jetzt bereits über 1500 Fabrikbetriebe mit 200000 Arbeitern angehören; Leipzig ist darin mit 131 Firmen vertreten. Angestrebt wird, unter Ausschluß der Parteipolitik, ein größerer Einfluß des Standes auf die Gesetzgebung, namentlich eine gründliche Reform der ersten Ständekammer, nach welcher die Industrie eine der Landwirtschaft gleichwertige Vertretung erhalten soll(gegenwärtig haben in der ersten Kammer 27 Rittergutsbesitzer Sitz und Stimme, während Handel und Industrie leer ausgehen), sowie eine Neueinteilung der Landtagswahlkreise, deren Geometrie gegenwärtig nur der Landwirtschaft zugute komme. Von einem erfolgreichen Zusammenschluß aller Industriellen im Industriestaate Sachsen erhofft man dann eine Rückwirkung auf die Reichspolitik. Ausland. Der Ausstand der Eisenbahner in Italien. a Rom. 16. April. Der Ministerpräsident Fortis sagte in der Kammer unter Zeichen großer Aufmerksamkeit, er wünsche sofort auf die Anfrage Brunialtis bezüglich der Haltung der Regierung dem Ausstande des Eisenbahnpersonals gegenuver zu antworten. Er hoffe, daß der Ausstand, der sich jetzt in Neapel offenbart, sich nicht ausdehnen wird; denn das Eisenbahnpersonal muß einsehen, daß der Ausstand kein richtiges Mittel ist, um seine Interessen zur Geltung zu bringen; niemand hat das Recht, die Interessen des Landes unter die eigenen zu stellen, mögen sie auch noch so berechtigt sein.(Lebhaster Beifall.) Wenn diese Überzeugung nicht vorherrschte, würde die Regierung wissen, was sie zu tun hätte.(Sehr gut!) Die Regierung, gestützt auf die öffentliche Meinung, ist sicher, die Ordnung aufrecht erhalten zu können und dafür Sorge zu tragen, daß der öffentliche Dienst so wenig wie möglich Schaden leidet. (Sehr lebhafte Beifallsäußerungen.) Brunialti erwiderte, er sei glücklich über diese Erklärung, und sagte der Regierung Unterstützung der Kammer und des Landes zu(Beifall), auch wenn sie gesetzliche Wiedervergeltungsmaßregeln anwenden würde.(Zwischenrufe der äußersten Linken, gegen die andere Parteien der Kammer protestieren.) Ministerpräsident Fortis alrwortete, daß die Regierung keine Wiedervergeltungsmaßregeln anwenden könne, sondern es vermeider müsse, solche Fragen zu verschlimmern, die die größte Ruhe und klares Denken erfordern.(Lebhafte Zurufe und langanhaltender Beifall.) Die Kammer beschloß, morgen Nachmittag die Vorlage über den Betrieb der Eisenbahnen durch den Staat, worüber der Referent Vendramini schon heute einen Bericht eingereicht hat, zu beraten. Die Sitzung wurde aufgehoben. 1:1 Rom, 17. April. Das Agitationskomitee beschloß, daß der Ausstand der Eisenbahner in ganz Italien am heutigen Montag um 6 Uhr früh beginnen solle. Alle Unterkomitees verständigten sich telegraphisch bezüglich des gleichzeitigen Ausbruchs des Ausstandes. Die Blätter haben gestern Mittag Extra=Ausgaben herausgegeben, worin sie den Ausstand der Eisenbahner anfündigten. In Ncapel haben die Maschinisten die Lokomotiven im freien Felde verlassen. Mit Mühe und Not konnte noch ein Nachtzug mit zahlreichen Passagieren nach Rom abgehen. Die Streikenden versuchen, andere Arbeiter zur Teilnahme an dem Streik zu bestimmen. Namentlich wird diese Agitation unter dem Tramwaypersonal und den Gasarbeitern vorgenommen. Alle Stationen, wo der Ausstand proklamiert wird, werden militärisch bewacht. Für den Eisenbahndienst werden Truppen, sowie Maschinisten und Feuerwehrleute verwandt. Die Züge werden von Karabinerie und anderen Soldaten unter Kommando von Offizieren begleitet und von solchen Arbeitern, die jeden etwa dem Bahnkörper zugefügten Schaden sofort ausbessern. Auch die Weichen sind militärisch bewacht. Kavallerie patrouilliert die bedrohten Bahnhöfe ab. Die Schnellzüge werden vorläufig eingestellt.. Man hofft auf diese Weise, ein paar Zuge auf jeder Linie fahren lassen zu können. Bis jetzt hat der Ausstand außer in Neapel, in Salerno, Foggia, Forli und Rimini begonnen. Neapel steht ganz unter militärischer Bewachung. Die Stadt ist in vier Zonen eingeteilt, je unter dem Kommando eines Generals. Die Behörden waren die ganze Nacht auf den Beinen. Gestern fuhren von Ncapel nur zwei von Depotchefs geleitete Züge ab. Die öffentliche Stimmung ist aufs äußerste gereizt und die Absicht der Eisenbahner, in Rom einen Generalstreik zu inszenieren, scheint zu scheitern. Der durch den Streik täglich für Florenz und Rom entstehende Scha den wird auf 400000 Franken beziffert. oder weniger sleptischer Weise mit dar„Kommission Bulygin". Zur Bildung der letzteren hat der Minister des Innern bisher keinen Schritt unternommen, sich vielmehr darauf beschränkt, nach einmonatlichem Schweigen in einer offiziösen Auslassung auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, die in Anbetracht der großen Meinungsverschiedenheiten unter den kompetenten Persönlichkeiten der Einberufung einer solchen Körperschaft entgegenstehen. Seine Absicht ist es, zunächst dem Ministerkomitee bestimmte „Grundsätze“ für die künftige Volksvertretung vorzulegen, an welche die Kommission in ihren Beratungen gebunden sein soll. Infolge dieser bureaukratischen Verschleppung könnte das vorbereitende Komitee voraussichtlich nicht vor Ablauf von drei Monaten seine Arbeit beginnen, die selbst bei schleuniger Erledigung erst im Herbst zum Abschluß gelangen würde. Im Staatsrat, der sich nach den Ferien erst wieder im November versammelt, könnte der Verfassungsentwurf kaum vor Dezember auf Verabschiedung rechnen. Seine sofortige Santtionierung vorausgesetzt, würden dann die Vorbereitungen zu den Wahlen beginnen können, die bei der Ausdehnung Rußlands viel Zeit in Anspruch nehmen müssen. Unter solchen Umständen wäre das russische Parlament nicht vor Mai oder Juni 1906 zur Einberufung spruchreif. Vielfach wird nun bezweifelt, daß dem Rußland von heute noch eine so lange Geduldprobe zugemutet werden darf. Außerdem hat die Verquickung der Beratungen des autonomen Ministerkomittes mit den Vorberatungen zur Einberufung eines Parlaments Mißtrauen erweckt. Wenn auch die Gerüchte von einem Rücktritt Bulygins ersunden oder mindestens verfrüht sind, so spricht andererseits doch manches dafür, daß mit der vorbereitenden Aktion zum Zusammentritt einer russischen Vollsvertretung an Stelle Bulygins der frühere Minister des Innern, Swiatopolk= Mirski betraut werden wird. Ein solcher Schritt würde sich dadurch empfehlen, daß er, ohne das gegenwärtige Regime aufzuheben, dem Lande doch mehr Vertrauen in Ddie Absichten der Regierung einzuflößen imstande wäre. über die Form des künftigen Parlamentes herrscht nach wie vor große Unklarheit. Mit Swiatopolk=Mirski sind hervorragende liberale Politiker wie Marim Kowaltwsky, der Historiker Modestow u. a. der Ansicht, daß Rußland für das allgemeine Wahlrecht nicht reif sei, da bei der großen Masse der Ungebildeten im Lande— nur 30,6 Prozent Russensind des Schreibens und Lesens kundig— zu befürchten steht, daß dann der Parlamentarismus gerade jenen Elementen zum Siege verhilft, die er bekämpfen will. Daneben macht auch die Zersplitterung des Reiches in eine große Anzahl von Nationalitäten die Frage zu einer äußerst schwierigen. Neben 66 Prozent Russen(Großrussen, Kleinrussen, Weißrussen) sind mehr als•32 Nationalitäten im Lande vertreten, wie Polen, Deutsche, Letten, Esten, Rumänier, Armenier, Finnen, Wordwinen, Kurden, Kirgisen, Tataren, Baschkiren, Türken, Kumüken, Turkmenen, Kalmücken, Tun. gusen u. a. m. Jede dieser Völkerschaften hat ihre besondere Klassenzusammensetzung und eine Klassenwahl, die dem Charakter aller Nationen gerecht würde, ist kaum denibar. Immerhin könnte die Wahl Swiatopolk=Mirskis zum Präsidenten der „Kommission Bulygin" die Gewähr dafür bieten, daß die Wünsche breiter Volisschichten innerhalb gewisser Grenzen die dinkbar möglichste Berücksichtigung finden würden. 6. Beilage. muß Der Aufruhr in Rußland. Swiatopolk=Mirski und das projcktierte russische Parlament. g. Petersburg, 16. April. Seit dem Reskriptdes Zaren vom 3. März, in welchem der Minister des Innern Bulygin aufgefordert wird, eine Kommission ins Leben zu rufen, welche den Zusammentritt einer russischen Volksvertretung vorbereiten soll, beschäftigen sich die russischen Blätter in mehr am Paris, 16. April.[Militärische Bestrafung.] Der Kriegsminister bestrafte zwei Hauptleute des 128. Linien=Regiments, die ihre Versetzung aus Poitiers dem General Peigne zur Last gelegt und diesen gerichtlich auf Zahlung von je 50000 Franken Entschädigung verklagt haben, mit 30 Tagen Arrest. n. Athen, 16. April.[Zum Aufstand auf Greta.] Schon kürzlich haben wir darauf hingewiesen, daß es sich hinsichtlich der revolutionären Bewegung auf Kreta nicht so sehr um eine Aktion zugunsten Griechenlands handelt, wie die offiziöse Berichterstattung aus Athen so gern glauben machen will, als um eine Protestbewegung gegen die unverantwortliche Mißwirtschaft des Prinzen Georg. Ein paar weitere Angaben sollen das illustrieren. Von dem kretischen Jahresbudget, das sich auf etwa 3¼ Millionen Mark beläuft, wird der größte Teil zur Aufrechterhaltung eines kostspieligen Beamtenapparates verwendet, so daß nur 60000 Mk. zur Bestreitung öffentlicher Arbeiten wie Straßenbauten, Hafenverbesserungen 2c. übrig bleiben. Die Wirtschaftsverhältnisse sind heute dieselben wie 1897: kein Handel, keine Industrie, keine Eisenbahnen, keine Straßen. In der Kammer kommen zehn von der Regierung ernannte Abgeordnete auf je 60 gewählte und da die Regierung auch bei den Wahlen die Hand im Spiele hat, so ist die Opposition, auf deren Seite die Majorität des Landes steht, mundtot gemacht. Aus diesem Grunde haben die Oppositionellen an den letzten Wahlen nicht mehr teilgenommen. Sie setzen sich aus zwei Gruppen zusammen: den Venizelisten, welche die Autonomie Kretas und eine Verfassungsrevision verlangen und den Manoisten, welche in erster Linie für die Einverleibung in Griechenland eintreten. Im kretischen Volke, dessen großgriechischer Patriotismus durch die Verwaltungspraxis des Prinzen Georg einigermaßen paralysiert wurde, hat erstere Richtung mindestens soviel Anhänger wie die letztere. 8 onden, 16. April.[Anderungen im Tibet=Vertrag.] Das Bureau Reuter erfährt aus Beking, daß die Verhandlungen zwischen England ind China über das Tibet Abkommen zu kleinen Ver inderungen der Bestimmungen dieses Abkommens ührten. über die Einrichtung von Handelsmärkten sol päter entschieden werden. Die englische Regierung er lärt sich einverstanden, nicht vor Erledigung aller Detailfragen Zölle von tibetanischen Waren an der indischen Grenze zu erheben. Während in dem Originalvertrage bestimmt wird, daß keine tibetanischen Einnahmen irgen einer fremden Macht verpfändet werden dürfen, werden in dem geänderten Vertrage die Zolleinkünfte ausdrücklich erwähnt dieselben. Im- übrigen bleiben die Bestimmungen Arbeits= und Dienstverhältnisse. Gesindedienst.— A. Z. Zu 1. Das Mädchen selbstverständlich kündigen. Zu 2. Nein Gewerbliche Arbeiter.— F. B., Citadell, straße. Wenn vereinbart worden ist, daß keine digung stattfinden solle, so braucht auch nicht gekündigt zu werden. Arbeiterversicherung. Krankenversicherung.— A. D. 17. Das Mädchen ist nur dann krankenversicherungspflichtig, wenn es nicht bloß im Haushalte, sondern auch regelmäßig im Gewerbebetriebe des Arbeitgebers beschäftigt wird. Unfallversicherung. Flingern. Welche„#e nossenschaft“ meinen Sie denn eigentlich? Unfallversicherungspflichtig sind die aufgeführten Angestellten nicht. Familienrecht. Eheliches Güterrecht.— A. A. 32. Zu 1 und 2 Wenn kein Ehevertrag vorliegt, so gilt zwischen den Eheleuten der Güterstand der Verwaltung und Nutznießung. Das eingebrachte Gut verbleibt im Eigentum der Frau, unterliegt aber von der Eingehung der Ehe an der Verwaltung und Nutznießung des Mannes. Zu 3. Die gesetzliche Gütergemeinschaft.— J. K., Gladbach. Vergl. das vorstehend unter 1 und2 Gesagte. Wenn Ihre Frau stirbt, erben Sie von deren Vermögen, wenn Kinder vorhanden sind, ein Viertel, wenn keine Kinder vorhanden sind, die Hälfte. Sühnetermin.— J. F. Nr. 12. Für den Sühne: termin ist das Amtsgericht Hagen zuständig, nicht das Amtsgericht Düsseldorf. Sie brauchen in dem Sühntermine nicht zu erscheinen; der Sühnversuch gilt dann, wenn nur Ihr Mann erscheint, als mißlungen. Miete. Sch. 07. Wenn sämtliche Zimmer so feucht sind, wie Sie schreiben, so können Sie ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist das Mietverhältnis kündigen, also ausziehen, wenn Sie eine andere Wohnung gefunden haben. Für den Ihnen durch die Feuchtigkeit entstandenen Schaden muß der Vermieter aufkommen.— A. L. Wenn auf unbestimmte Dauer gemietet und vereinbart worden ist, daß das Lokal jährlich so und so viel Mark kosten solle, so kann nur zum Schlusse eines Kalendervierteljahres gekündigt werden, und zwar hat die Kündigung spätestens am dritten Werktage des Vierteljahres zu erfolgen. Ist dagegen abgemacht worden, daß der Mietzins monatlich so und so viel Mark betragen solle, so ist die Kündigung nur für den Schluß eines Kalendermonates zulässig; sie hat spätestens am 15. des Monates zu erfolgen. Verschiedene Rechtssachen. Feuchte Wände.— Alter Abonnent, Kölnerstraße. Zu 1. Dagegen können Sie nur dann etwas machen, wenn die Mauer nicht gemeinschaftlich also Ihr alleiniges Eigentum ist. Zu 2. Wahrscheinlich Herbst 1906. Unterschlagung.— Nach Flingern. Wenn Sie die Hobelbank nicht fest übernommen, sondern nur leibweise hatten, so haben Sie sich durch den Verkauf einer Unterschlagung schuldig gemacht. Daß Ihr Bruder das Geld bekommen hat, ist gleichgültig. Schuldschein.— D., Düsselstraße. Auf Grund des Schuldscheines können Sie ohne Einwilligung des Schuldners das Geld nicht auf das Haus eintragen lassen. Armenrecht.— A. B. 100. Das Armenrecht wird Ihnen wohl erteilt werden. Vorkaufsrecht.— Alter Abonnent, Duisburg. Zu 1. Der Akt muß gerichtlich oder notariell gemacht werden. Zu 2. Ein Telephonanschluß kostet 80, bezw. 140 Mk. jährlich, je nachdem die einzelnen Gespräche bezahlt werden oder nicht. Verschiedenes. Abonnent, Karlsstraße. Zu 1. Altstetten liegt im Kanton St. Gallen. Zu 2. Dafür kann Rente beschlagnahmt werden.— C. S. 50. Zu 1 bis 9. Das wissen wir nicht. Zu 4. Im Falle der Notwehr. gebrauchen Rheumasan. (Antirheumatische, resorbierende SalicylseiicD R-P.) In ersten Krankenhäusern erprobt und ganss im Gebrauch.— Von Autoritäten bestens empfohlen. pebrauch.— Von Autoritären bestens Wirksamstes Mittel. Erhältlich in den Apotheren— Tube 2 Mart. 5 * (im In= u. Ausland komm. bekannt) übernimme Aufträge für alle in jeder Angelesenhnte Alle Aufträge werden unter Garantie und strengster Diskretion bei Berechnung ausgeführt. P. Kourien postl. Düsseldorf. *" Ueberall zu haben ####alodont unentbehrliche Zahn-Crôme erhalt die Zähne rein, weiss und gesund. 2 Villen in n je 10 Räumen, Ver ar. 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Etage. hrmnädchen rstraße 24. heinden: inen tz. in dauernde rt gesucht. nermann, raße 19. 630 tr. 26, II. ochen, auernd gesucht aße 87,III.“ ochen, lenarbeiterin, thstr. 51, II., Uhr. nes. idchen sofort tr. 38, II. dchen, r ganze oder s. Hermanns, 39. iterinnen einrich Schütt, innen, Damen= sofort 42373 d Tietz, raße 4. 2. Arbeiterin, hen sucht Fa. nenstr. 10.1. idchen chulzeugnis Vergütung. lauff, 13/15. sug nüdchen e Vergütung Uhr gesucht sstraße 32. ennon. dchen gegen Verebrecht, itzgeschäft. dchen lie und mit Ilkenntninen st. Lenders, Kunst und Wissenschaft. p. K.=B.[Humperdincks neue Oper„Die Heirat wider Willen“.] Aus Berlin wird uns geschrieben: Im Königlichen Opernhause ging am 14. April die dreiaktige komische Oper von Engelbert Humverdinck„Die Heirat wider Willen" zum sverhaupt ersten Male in Szene. Die Aufführung war ein bedeutendes künstlerisches Ereignis. Wie traurig e in der deutschen Oper seit Wagners Tode aussieht, ii allgemein bekannt. Man weiß— bei aller Hochachtung vor mehreren, besonders im musikalischen Teil bedeutenden Versuchen von Komponisten wie Schillings, Strauß, Pfitzner, Thuille u. a. sei es gesagt— daß sich keine deutsche Oper der letzten fünfundzwanzig zahre als wahrhaft langlebig erwiesen hat, mit Ausnahme von Humperdincks„Hänsel und Gretel". So war man also berechtigt, gerade auf Humperdinck mit großer Hoffnung zu blicken. Er hat zwar seit„Hänsel und Gretel“(1893) etliche dramatische Werke herausgebracht,„Dornröschen“, die melodramatische Musik zu Ernst Rosners„Königskinder", doch erregten diese Perte keine besonders große Aufmerksamkeit. Das Nelodrama hat überhaupt als Kunstgattung niemals jesten Fuß gefaßt, dem Märchenspiele brachte man wenig Interesse entgegen, weil ihm die Frische, der Reichtum an guten Einfällen fehlte, die„Hänsel und Gretel“ auszeichnen. Zudem hatte man an dem einen Närchen genug. Glücklicherweise hat Humperdinck diesen Peg nicht weiter verfolgt. In seinem neuesten Werte bietet er eine echte komische Oper, begiebt sich ins Gebiet des musikalischen Lustspiels, das wir in Deutschland so lange haben schmerzlich entbehren müssen. Den Zext hat Humperdinck selbst verfaßt nach einem Lustspiel von Alerander Dumas d. A.;„Les demoiselles de St. Cyr.“. Man kann ihn wohl kaum ein bedeutende Lichtung nennen. Doch ist er mit Geschick gestaltet, entrollt eine amüsante Handlung und bietet der Musik Gelegenheit, sich hervorzutun, ohne sie die Handlung überwuchern zu lassen. Diesen Text der Musik so gut anzupassen, darin wird wohl Humperdincks Arbeit im Wesentlichen bestanden haben, da ja die Erfindung der fabel, die Führung der Handlung dem Dumas zufällt. kenne das Lustspiel von Dumas nicht, kann also nicht angeben, wie weit und in welcher Art Humperdincks„freie“ Fassung sich vom Vorbild entfernt. Alles in allem genommen, einer der wirksamsten Operntexte, die wir seit vielen Jahren kennen gelernt haben. Das Stück spielt im Rokoko=Zeitalter. Erster Akt im Kloster St. Cyr, das Mme. Maintenon, die Freundin Ludwigs XIV. unter ihren besonderen Schutz genommen hat. Ein Stift für junge, adlige Fräulein. Venn der Vorhang aufgeht, hört man die jungen Mädchen ein Frühlingslied singen. Es ist gegen Abend, die Abendglocke ruft zur Andacht, alle verschwinden im haus. Nur Hedwig von Merian bleibt zurück; sie will ein Briefchen suchen, das ein ihr unbekannter Kavalier für sie im Garten verborgen hat. Ihre Freundin Luise belauscht sie; während beide mit Lesen des Briefs be chäftigt sind, erscheint Graf Robert von Montfort, der Schreiber des Briefes. Kurz nach ihm erscheint sein Ffreund Duval; er soll noch am gleichen Abend Hochzeit haben, läßt sich aber doch von Montfort überreden, bei dem galanten Abenteuer mitzuwirken. Ihm fällt die Rolle zu, Luise abzulenken, damit Montfort sich Hedwig ungestört nahen kann. Luise beherrscht die Situation sogleich. Ihr Plan ist, die Gelegenheit zu benützen und für sich und die Freundin die beiden Kavaliere als Gatten zu kapern. In aller Stille verständigt sie Frau von Maintenon, und als nun die Paare fliehen wollen, finden sie das Tor von einer Wache besetzt, die sie verhaftet. Zweiter Akt in der Bastille. Die beiden Freunde im Kerker. Laut Befehl des Königs dürfen sie nicht cher freigelassen werden, als bis sie sich bereit erklären, die Ehre der beiden Stiftsfräulein durch Heirat wieder verzustellen. Besonders Duval ist grimmiger Launc. das Abenteuer hatte ihn verhindert zur eigenen Trauung zu erscheinen; nun soll er dic zweite Braut heiraten, die er gar nicht kennt, mit der er nur im finsteren Garten gesprochen hat. Nach vielem Hin und Her erklären sich die Freunde endlich zur Heirat bereit. Eine festliche Zwischenaktmusik, die in Trauungsmusik ausklingt, vermittelt den übergang zum zweiten Teil des Aktes. Die sungen Paare erscheinen im Hause Montforts nach der Lkauung. Voll Zorn und Beschämung reißen sich die Überlisteten Ehegatten los. Sie folgen ihrem früheren kerrn, dem Herzog von Anjou, der jetzt als König Shilipp nach Spanien geht. Dritter Akt am Hofe des konigs zu Madrid. Glänzendes Maskenfest. In diesem wird dargestellt, wie die jungen Frauen es anstelen, verkleidet ihren Männern wieder zu nahen, sic zu Läaubern und schließlich ihre Eifersucht zu wecken. oße überraschuno beim Demaskieren. Schließlich löst sich alles heiter. „ Die Musik, die Humperdinck zu diesen buntbewegten, stohlichen Szenen geschrieben hat, besticht vor allem eurch die wundervolle, fein ziselierte thematische Arund durch die Fülle von reizenden Melodien im Scanson=Stile. Ein köstliches Stückchen reiht sich an das e das Orchester ist ein Tummelplatz von geistn Einfällen, wohin man blicken mag, überall eine sige von witzigen, liebenswürdigen Zügen, überall die dand eines Meisters in der Gestaltung, in der präch#en sinfonischen Verarbeitung. Im Stil knüpft Lumperdinck zum Teil an die französische komische Oper “ üüber, Boieldieu u. a., zum Teil an Wagner an. * dehalt, wie die Franzosen, den gesprochenen Dialog „ venutzt gern den Anlaß zu einem Ensemble, erfindet menge von liedartigen Melodien, geht geschlosse“ F o r m e n n i c h t a u s d e m W e g. W a g n e r s c h e T e c h n i k all in der Art, wie das Orchester malend und erläu „„n0 herwendet wird, in der Art, wie Wort und Ton ### mander vereinen. Damit ist schon gesagt, daß sents##.;####r ein so einheitlicher, reiner ist wie einerBagr den französischen Meistern, andererseits bei 22676.. Die Vermischung zwischen Lustspielton und erten, musikdramatischen Alzenten geht manchmal gtt an die Grenze des ästhetisch Zulässigen, doch weiß der Komponist mit sicherem Geschmack fast immer im letzten Augenblick noch halt zu machen. Eine ganz urwüchsige Schöpferkraft ist in der„Heirat wider Willen“ kaum zu spüren. Der Text steht dadurch etwas zurück, daß er, zwar sehr geschickt und wirksam, in erster Hinsicht Begebenheiten darstellt, nicht so sehr Menschen hinstellt, die wirklich lebendige Gestalten sind. Die Musik entbehrt schließlich des Letzten, des Erleuchtenden, das Innerste Enthüllenden, Beglückenden im höchsten Sinne. Sie vergnügt, interessiert den Hörer fast immer, reißt aber selten zum Entzücken hin. auch so, mit diesen Mängeln steht die„Heirat wider Willen" als Kunstwerk doch noch so hoch, daß ich sie ohne Bedenken an die Spitze aller Lustspielmusiken stellen möchte, die nach Wagner in Deutschland versucht worden sind, was vielleicht noch nicht sehr viel zu bedeuten braucht. Mehr schon will es heißen, daß sie von neueren Werken ihrer Art dem Verdischen„Fallstaff", dem Meisterwerk der Gattung, am nächsten gestellt zu werden verdient. Die Aufnahme von seiten des Publikums war eine sehr warme. Im ersten Akt machten besonders guten Eindruck der Eingangschor und das Duett zwischen Hedwig und Montfort, Mondenschein im Garten, Nachtigallenschlagen, eine idyllische Szene von großer Schönheit. Den Höhepunkt in dramatischer und musikalischer Hinsicht bildet der zweite Akt. Nach dem meisterhaften Quartett am Schlusse setzte rauschender Beifall ein. Immer wieder mußte Humperdinck mit den darstellenden Künstlern erscheinen. Der dritte Akt beginnt mit rauschender Festmusik sehr viel versprechend, bringt ent zückende Ballettmusik, ein zierliches Menuett, prächtige Ensembles, läßt aber am Schlusse eine genügend große Steigerung vermissen. Etliche Kürzungen, hie und da in den Reden des Königs, in dem gar zu pathetischen Orchestervorspiel zum zweiten Akt„In der Bastille" und anderwärts könnten vorteilhaft sein. Die Aufführung unter Leitung von Dr. Richard Strauß war ganz vortrefflich. Strauß brachte jedes Detail der komplizierten Partitur aufs Beste zur Geltung. Die Darsteller boten fast ohne Ausnahme hervorragende Leistungen, allen voran Frau Herzog als Luise und Frl. Destinn als Hedwig. Den Grafen Montfort sang Herr Philipp ganz vorzüglich, den Duval Herr Hoffmann mit Temperament und Laune. Herr Berger war ein guter König Philipp. In kleineren Rollen waren beschäftigt Frl. Reinl, Herr Knüpser, Herr Bachmann u. a. Das Orchester klang hinreißend schön, die Ausstattung ließ nichts zu wünschen übrig. Dr. H. Leichtentritt. e(Kapellmeisterwechsel am Münchener Hoftheater Wie die Münchener Hoftheater=Intendanz mitteilt, haben zwischen ihr und Hans Pfitzner wegen dessen Berufung als Nachfolger Reichenbergers direkte Verhandlungen bisher nicht stattgefunden. **[IX. Internationale Kunstausstellung zu München 1905.] Nachdem die französische Regierung seit dem Jahre 1883 die internationalen Ausstellungen in München nicht mehr beschickt hatte, wird sie in diesem Jahre mit einer staatlichen Kollektion im Glaspalast sich offiziell beteiligen und zwei Regierungskommissare nach München entsenden. Von seiten der Münchener Künstlerschaft ist diese Absicht der französischen Regie rung mit großer Freude ausgenommen worden. Auch für München als Kunststadt dürfte die Nachricht von besonderer Bedeutung sein. IKlingers Leipziger Wagnerdenkmal.] Man schreibt uns aus Leipzia, 16. April: Die jetzt in illustrierten Zeitschriften verbreiteten Vorderansichten des Gipsmodells von Klingers Wagnerdenk: mal dürften durch die Einfachheit, ja, man könnt sagen, Monotonie der Körperumhüllung— ein langer, die ganze Gestalt einhüllender, nach vorn nur wenig gefalteter, bis auf den Boden reichender Mantel— vielfach überrascht haben. Allein die Monotonie der Gewandung hat ihren künstlerischen Zweck. Durch diese Einfachheit und Ruhe, schreibt G. Wustmann in den „Leipz. N. N.“, wird der Beschauer gezwungen, seine Aufmerksamkeit nur dem Kopf, dem Porträt zuzu wenden", und dieses wird ja in seiner Naturwahrheit ein geniales Meisterstück Klingerscher Plastik werden. Es entspricht nach Wustmann in der Hauptsache der Wagnerbüste, die Klinger vor zwei Jahren für den Musiksalon in St. Louis geschaffen hat, doch ist der mißmutige, unzufriedene Ausdruck, der dieser anhaftet, hier vermieden. m: Shaw und Shatespeare.] Bernhard Shaw steht schon seit langem in einem erbitterten Streit mit all den Vorurteilen und Lügen, an denen die englische Kultur heute so reich ist wie kaum eine andere moderne europäische. Als ein neuer Ritter Georg hat er die Lanze eingelegt gegen alles, was der große Haufe vergöttert, mag es die Wagnerschwärmerei, mag es irgend eine Art von Chauvinismus oder Literatenwesen sein. Er hat nun dieser Tage seinen Landsleuten in einem Vortrage mitgeteilt, was er über Shakespeare denkt, und auch hier begegnet man wieder jener schillernden Zwiespältigkeit, die die ernstesten Dinge als grotesken Witz und ironisch verulkende Bemerkungen mit verstelltem Pathos vorträgt, findet jenes unauflösliche Gemisch von Wahrem und Falschem, von Selbstparodie und Verspottung der anderen, von Sarkasmus, und Ironie, übertreibung und Scharfsinn, die alle Aussprüche und Werke Shaws kennzeichnet. Shaw be gann mit einer halben Entschuldigung, er wisse zwar nicht so viel von Shakespeare wie die speziellen großen Kenner, wie Furnivall oder Sidney Lee. Er könne sich nur rühmen, so viel von ihm zu wissen, wie sonst irgend jemand auf der Straße, der notabene Shatespeare gelesen habe. Und mit einer selbstverständlichen Einfach heit setzte er nun auseinander, daß der Dichter Shatespeare kein Gott sei und Shatespeare der Mensch ein Bürger des Mittelstandes mit einem recht engen Gesichtskreis gewesen.„Als der Glaube an die Bibel zu schwinden anfing,“ so etwa ließ sich Shaw aus,„da begann die Vergötterung Shakespeares zu wachsen. Man war über meine angeblich unehrerbietigen Äuße rungen, die Shakespeare betrafen, weit heftiger ent rüstet, als über alles, was ich von Religion und Soziologie gesagt habe. Das einzige Mal, wo ich wirklich beleidigt wurde, geschah es durch den Präsidenten der ShakespeareGesellschaft. Diese Vergötterung ist nicht von heute und gestern. Ben Jonson schon sagte:„Ich habe den Mann fast vergöttert.“ Was meinen Sie dazu? Denken Sie, heute Abend fragt Sie jemand:„Wie gefällt Ihnen Shaw?“ und Sie antworten:„Er gefällt mir vorzüglich; kurz, ich vergöttere ihn!“ Sie lachen? Und doch hats Leute gegeben, die so was sagten. Shakespeare war durchaus kein gewöhnlicher und ungebildeter Mensch, der sich als eine Art Pferdejunge verdingen mußte. Er war sogar aus sehr guter Familie, denn sein Vater hatte Bankrott gemacht. Leute, deren Väter Bankrott gemacht haben, brauchen sich nicht als Pferdejungen ihr Brot zu verdienen. Er achtete sich selbst als einen Gentleman, obwohl sein Vater arm war. Warum denn nicht? Mein Vater war auch sehr arm, und ich halte mich doch für einen Gentleman. Ja, manche Leute beleidigen mich sogar, indem sie mich zum Mittelstand rechnen. Daß Shakespeare manchmal kleine Unrichtigkeiten mit unterlaufen, nehme ich ihm nicht übel. Ich würde wahrhaftig ganz dasselbe gemacht haben, wenn es mir darauf ankäme, daß Böhmen an der Sceküste liegt. Shakespeare war ein äußerst geschickter und tüchtiger Mensch; er verstand es vorzüglich, Geld zu machen, und allerlei Mittel, wie Geldausleihen und Häuserkaufen, wandte er an, bis er sich zum kleinen Landedelmann aufgeschwungen hatte. Das damalige Publikum wollte seine ernsten Stücke nicht haben, so wusch er denn seine Hände in Unschuld, wie Pilatus, schrieb nach ihrem Geschmack und sagte dann:„Da habt Ihr esl wie es Euch gefällt!“ Shaw behandelt Shafe speare als einen„Kollegen“, der zwar sehr begabt ist, aber auch seine großen Fehler hat. So wirft er ihm vor, er verstände nichts von Liebe und hätte selbst nie geliebt. Er schildert den großen Dichter als einen Pessimisten, der mit tiefem Abscheu vor der Welt seine Stücke geschrieben habe, um Geld zu verdienen, und durchaus in den Vorurteilen und der Enge seines Standes und seiner Zeit befangen gewesen sei. Besonders spottete Shaw über den Blankvers, in dem Shakespeare geschrieben. Blankverse seien ein Ding, das man jeder Katze beibringen könne, wenn sie Ohren habe. Wenn er in Blankversen schreiben wolle, könne er drei Stücke in einem Monat schreiben. Shakespeares Prosa sei machtvoller als seine Verse. Eine wunderbare Kraft der Sprache und ein höchst musikalischer Wohllaut sei ihm eigen gewesen. Ein neues Buch von Andrew Carnegie.] Andrew Carnegie hat ein neues Buch„Das Leben von James Watt“ vollendet, das Anfang Mai bei Messrs. Oliphant, Anderson and Ferrier als Schlußband der„Famous Scots"=Serie erscheinen wird. In seinem Vorwort erklärt Carnegie, wic er dazu kam, das Buch zu schreiben:„Als die Verleger mich aufforderten, das Leben Watts zu schreiben, lehnte ich ab, weil meine Gedanken auf andere Dinge gerichtet wären. Aber dann dachte ich: Warum sollte ich nicht das Leben des Erbauers der Dampfmaschine schreiben, die mir ein Vermögen eingebracht hatte? Ich wußte außerdem wenig von der Geschichte der Dampf maschine und von Watt selbst, und der sicherste Weg, meine Kenntnisse zu erweitern, war der, dem sehr schmeichelhaften Wunsch der Verleger nachzukommen.“ Frühjahrs-Kuren: Alle medizinischen Mineratträsser in frischen Füllungen vorrätig. Telgagen Chr. Unkelback, 84205 Karlplatz. 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