Henneser Katholisches Volksblatt.— Erscheint täglich außer tags nach Sonn= und Feiertagen. seitigem illustriertem Unterhaltungsblatt bei freier Zustellung Mk. 1.50 vierteljährlich. Gleichzeitig Henuefer Zeitung. Autsblatt für den Amtsgerichtsbezirk Heunef. Briefträger, sowie untere Geschäftsstellen und Austräger nehmen Bestellungen entgegen. — Bezugspreis mit acht— Alle Postanstalten und Anzeigen im Verbreitungsbezirk deren Raum.— Annahme von Redaktion. Druck und Verlag Dolitische Kundschau. Deutschland. * In der erweiterten Geschäftsordnungskommission des Reichstages find von nationalliberaler Seite zur Verantwortlichkeit des Reichskanzlers ausführliche Anträge gestellt worden. Es soll demzufolge in Artikel 17 der Verfassung die Verantwortlichkeit folgendermaßen formuliert werden:„Die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers erstreckt sich auf die gesamte Regierungstätigkeit des Kaisers. In einem besonderen Gesetze wird geregelt, in welchem Umfange und in welchem Verfahren die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers durch Anklage vor einem Staatsgerichtshofe geltend gemacht werden kann.“ Die Nationalliberalen haben zugleich diesen besonderen Gesetzentwurf über den Staatsgerichtshof als Antrag eingebracht. Darnach soll der Reichstag das Recht haben,„den Reichskanzler oder seinen gesetzlichen Stellvertreter durch Anklage vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich zur Verantwortung zu ziehen, wenn durch seine Schuld ein Reichsgesetz verletzt oder die Sicherheit oder die Wohlfahrt des Reiches schwer gefährdet worden ist.“ * In Kassel hat eine Konferenz der Vertreter der deutschen Invalidenversicherungsanstalten zu dem Entwurf einer Reichsversicherungsordnung Stellung genommen. Die Versammlung kam nach lebhafter Debatte zu der Ansicht, daß der Entwurf als geeignete Grundlage für eine wesentliche Förderung der gesamten Arbeiterversicherungsgesetzgebung zu begrüßen sei, wenn in einer größeren Anzahl wichtiger Punkte Anderungen und Ergänzungen vorgenommen und den Versicherungsanstalren der Charakter als öffentliche Behörden unter allen Umständen erhalten würde. * Der weitere Ausschuß(50er Ausschuß) der konservativen Partei hat im preußischen Herrenhause mit großer Mehrheit folgenden Beschluß gefaßt:„I. Der weitere Ausschuß der konservativen Partei steht hinsichtlich der Reichsfinanzreform auf dem Boden der Beschlüsse des Ausschusses vom 22. April. 2. Er spricht der konservativen Fraktion des Reichstages, vor allem ihrem bewährten Führer Herrn v. Normann, für die korrekte und entschlossene Vertretung des konservativen Standpunktes in der Frage der Reichsfinanzreform den Dank und die Anerkennung der Gesamtpartei aus.“ * Nachdem in der Frage der Schmiergelder die ursprünglichen Beichlüsse der Kommission jetzt eine Fassung erhalten haben, die der Reichsregierung annehmbar erscheint, dürfte das Zustandekommen des Gesetzentwurfes über den unlauteren Wettbewerb nunmehr als gesichert anzusehen sein. Bekanntlich hatte die Kommission in der zweiten Lesung des Entwurfes Bestimmungen zur Beseitigung des Schmiergeldwesens ausgenommen, die zu den größten Bedenken Anlaß gaben, weil sie jede noch so unbedeutende Gefälligkeit, die ein Lieferant dem Angestellten einer Firma erweist, auch wenn eine Benachteiligung eines Dritten nicht vorliegt, unter Strafe stellen wollten. Nachdem die Reichsregierung keinen Zweifel darüber gelassen hatte, daß diese zu weit gehende Fassung auf die Zustimmung der Verbündeten Regierungen nicht rechnen kann, hat die Kommisiion ihre Beschlüsse dahin abgeändert, daß ein unlauteres Verhalten des Angestellten bei der Bevorzugung eines Konkurrenten in der Vergebung von Aufträgen nachweielar sein muß, um die Merkmale des unlauteren Wettbewerbes als vorhanden gelten zu lassen. Da die Reicheregern## gegen diese Fassung nichts einzuwenden hat, dürfte einer glatten Verabschiedung der Vorlage im Plenum nichts im Wege stehen. * Amtlich ist bekonntgegeben, der Dr. Hammann, Wirkl. Geh. Legationsrat im answartigen Amt, auf seinen Wunech beurlaubt unn Als Grund für dieses(es wird der Beschluß des St#afte angegeben, wider Dr. H. die Verletzung der Eidespflicht zu hat zu Mißdeutungen geführt, wollen. Bekanntlich wird Dr dessen geschiedene Frau Dr. H. 111 Indiert worden sei. heimrats Hammann des Kammergerichts itliche Anklage wegen eennen. Dieser Beschluß die wir hier aufklären H. vom Prof. Schmitz, ##eiratet hat. beschuldigt Lan in der Schmitzschen Ehescheidungssache einen Meineid geleistet und eine wissentliche falsche eidesstattliche Bersicherung abgegeben zu haben. Die Strafanzeige des Prof. Schmitz wurde von den Staatsanwälten beim Land= und Kammergericht zurückgewiesen. Prof. Schm. wandte sich beschwerdeführend an das Kammergericht selbst, und dieses hat die gerichtliche Voruntersuchung,(d. i. der erste Schritt zur öffentlichen Anklage) angeordnet. Erst auf Grund dieser Voruntersuchung wird der Beschluß gefaßt werden, ob die Anklage zu erheben oder das Verfahren endgültig einzustellen sei. * Bekanntlich sind bis auf weiteres die Plenarsitzungen des Reichstages auf Dienstag, Mittwoch und Donnerstag beschränkt worden. Daraus ergibt sich von selbst, daß der Arbeitsplan des Reichstages, der außer den Finanzvorlagen noch der Erledigung harrt, nur langsam abgefertigt werden kann. In dieser Woche sollen, außer der fortsetzung der Interpellation über die Pensionskassen, noch die dritte Beratung der Zivilprozeßordnung und die Vorlage über den Schutz der Bauforderungen, die erste Lesung des Entwurfes über die Haftung des Reiches für seine Beamten und tunlichst die zweite Lesung des Viehseuchengesetzes stattfinden. Sodann steht für die nächsten Wochen noch die zweite Lesung derjenigen Vorlagen in Aussicht, ür welche die Kommissionen jetzt ihre Beratungen beendigt und die Berichte festgestellt haben, so die Novellen zum Bankgesetz, zum Gesetz über den unlauteren Wettbewerb und vor allem das Arbeitskammergesetz. Bei letzterem wird es sich jedoch zunächst darum handeln, ob in der umstrittenen Frage der Wählbarkeit von Arbeitersekretären eine befriedigende Lösung gefunden wird. Bekanntlich haben die Verbündeten Regierungen gegen den betreffenden Beschluß der Reichstagskommission nachdrücklich Widerspruch erhoben. * Zur Reorganisation der inneren Verwaltung in Preußen kann als feststehend betrachtet werden, daß die Regierungen jedenfalls nicht mehr Abteilungen als bisher umfassen werden. Die neugeplante Landeskultur=Abteilung, die bei den Regierungen eingerichtet werden soll, wird also nicht als vierte Abteilung hinzutreten, sondern nach den bisher in Aussicht genommenen Reformen auch die sogenannte dritte Abteilung, d. h.„Domänen und Forsten“ in sich aufnehmen. Wahrscheinlich wird man die„Steuern", die gleichfalls zur dritten Abteilung der Regierungen gehören, absondern und besondere„Provinzialsteuerbehörden“ schaffen. Den Landeskulturabteilungen würden die Geschäfte der(im Westen zunächst aufzulösenden) Generalkommissionen zufallen, was bekannt ist. Außerdem würde ihnen das Kataster= und Meliorationswesen, das jetzt bei den Oberpräsidien untergebracht ist, zugeteilt werden. Die Spezialkommissionen, die nach Auflösung der Generalkommissionen bestehen bleiben sollen, werden sich der Zahl nach auch verringern lassen, da die einzelnen Regierungen in den Landeskulturabteilungen die Geschäfte der Generalkommissionen mit übernehmen. * In Karlsruhe wird demnächst die erste deutsche Mutterschaftskasse ins Leben treten. Ihr Zweck ist die Gesunderhaltung der Wöchnerinnen und ihrer Kinder. Mitglieder der Kasse können alle werden, deren eigenes oder Familieneinkommen den Betrag von 3000 Mark im Jahr nicht übersteigt. Die versicherte Mutter soll einen Monatsbeitrag von 50 Pfennig bezahlen und erhält im Fall ihrer Entbindung nach einjähriger Kassenzugehörigkeit 20 Mark, nach zweijähriger 30 Mark, nach dreijähriger 40 Mark, nach vierjähriger 50 Mark. * Die Subkommission zur Beratung der Tabaksteuervorlage hat den Antrag Weber=Mommsen(Gerichtssteuer) abgelehnt und beschlossen, in die Beratung des Vorschlages auf Einführung eines Wertzollzuschlages einzutreten. Der aus der Tabakbesteuerung zu erzielende Mehrertrag wurde auf 40 Millionen Mark festgesetzt. * In Berlin hat die sozialdemokratische Maiseier den üblichen Verlauf genommen. In den Vereinslokalen wurden Ansprachen über die Bedeutung der Maifeier gehalten. In kleinen Trupps zogen die sonntäglich gekleideten Arbeiter und Arbeiterinnen den Versammlungslokalen zu ohne daß es zu Kollisionen mit der Volizei kam. Die Zahl der Feiernden hielt sich in den Grenzen der früheren Jahre. Auch im Reich ist die Feier überall ruhig verlaufen. Cürkel. * In Saloniki sind bereits 1500 verhaftete Reaktionäre aus Konstantinopel eingetroffen. Es ist noch ein Transport von 8000 gefangenen Soldaten angekündigt, die von dem Konstantinopeler Kriegsgericht zu langjähriger Zwangsarbeit verurteilt wurden und ihre Strafe in Saloniki abbüßen sollen. Die Villa Allatini, die dem Exsultan als Aufenthaltsort angewiesen wurde, ist ständig von einer Volksmenge umringt, und die Truppen müssen scharf aufpassen, um einen Überfall der Villa durch diese Volksmenge zu verhindern. Die feindliche Haltung der Menge ist auch eine der Ursachen, weshalb Abdul Hamid von Saloniki nach Monastir überführt werden soll. Auch soll die Lage Salonikis am Meere nicht genügenden Schutz gegen einen eventuellen Befreiungsversuch bieten. Ubrigens bestätigt es sich, daß Abdul Hamid beschlossen hatte, ein Massakre im Jildis zu inszenieren, falls man sein Leben bedrohe. Seine kurdische Garde hatte den Auftrag, die eindringenden Truppen mit Bomben zu empfangen und alles niederzumetzeln, was sich im Jildis befindet. * Konsulardepeschen bezeichnen die Lage in den Wilajts Bagdad und Bassora als ungünstig. Es werden blutige Zusammenstöße mit verschiedenen Stämmen gemeldet, wodurch die Mobilmachung einiger Redifbataillone veranlaßt wurde. In Erzerum zerstörten Soldaten das Klublokal der Jungtürken, von denen sich einige in das französische Konsulat flüchteten. Die Nachrichten über den Einmarsch der mazedonischen Armee in Konstantinopel scheinen einen Umschwung bervorgerufen zu haben. Aus In- und Aueland. Schöneberg, 1. Mai. Die Wertzuwachssteuer ist von allen staatlichen Aufsichtsinstanzen genehmigt worden und mit dem gestrigen Tage hier in Kraft getreten. London, 1. Mai. In Mogador sind ein Engländer und zwei Franzosen ermordet worden. Der französische Torpedobootszerstörer Cassini ist nach Mogadar abgegangen. London, 1. Mai. Fünfundzwanzig deutsche Arbeiterführer sind hier glänzend empfangen worden. Petersburg, 1. Mai. Wie nunmehr endgültig bestimmt wurde, findet der Prozeß Lopuchin am 11. Mai statt. Die Verhandlung wird öffentlich sein. Teheran, 1. Mai. Die Proklamation der Verfassung wird für Dienstag, den Vorabend des Geburtstags des Schah, erwartet. Das Wahlgesetz ist bereits in Ausarbeit##ng. Teheran, 1. Mai. Der Schah hat den Minister des Außern Saed ed Dauleh das einzige Kabinettsmitglied, dem konstitutionelle Tendenzen zugeschrieben werden könnten, plötzlich entlassen. Diese Handlung schwächt den guten Eindruck, den die Amnestie für Täbris Lervorgerufen hat, erheblich ab und wird als eine wenig günstige Antwort auf die englisch=russischen Vorstellungen aufgefaßt. Dreußischer Landtag. Abgeordnetenbaus. (76/77. Sitzung.) Ks. Berlin, 1. Mai. Heute verhandelte das Haus zunächst über die Wahl des Abg. Dr. Wendlandt(ntl.), deren Ungültigkeit die Wahlbrüfungskommission einstimmig beantragt hatte. Bei der Abstimmung stellte sich heraus, daß das Haus beschlußunfäbig war. Die Sitzung wurde geschlossen, aber auf 20 Minuten später eine neue Sitzung anberaumt, in der bei neuer Abstimmung der nationalliberale Antrag auf weitere Beweiserhebung für angenommen erklärt wurde. Ohne Debatte wurden die Wahlen der Abgg. Dr. Beckmann, v. Tilly und Kuhr für gültig erklärt, worauf das Haus die Kultusdebatte fortsetzte. Geheimrat Elster erklärte, daß die Unterrichtsverwaltung den größten Wert auf das sachverständige Urteil der Fakultäten bei Berufungen lege und bei den letzten 162 Anstellungen nur dreimal den Vorschlag der Fakultäten nicht angenommen und einmal aus äußeren Gründen eine Berufung ohne Befragung der Fakultät verfügt habe; die Freiheit des Handelns müsse sie sich aber wahren. Zum Fall Kuhlenbeck wiederholte der Regierungskommislar im wesentlichen die Flechtenkranke trockene, nasse Schuppenflechten und das so unerträgliche „Haukjuchen“ heile under Garantie(ohne Berufsstörung) selbst denen, die nirgends Heilung fanden, nach langjährig praktischer Erfahrung. Auf das Herstellungsverfahren wurde mir Deussches Reichspakenk Nummer 136 323 erteilt. R. Grexpler, St. Merien-Drogerie, Charlokkenburg. Kantstraße 37. Goldvaren2Uhren Jacobmmr reis irbende. Seh an AUP bei 3eR1 vaer. bine Ralonz ATAIOOE nie(Awitrer Dada v Bergmann u. Ce., Radebenl ist das beste Haarwasser, verhindertHaaranssall, beseitigt Kopfschuppen. stärkt die Kopfnerven, erzeugt einen kräftigen Haarwuchs und erhält dem Haar die ursprüngliche Farbe. 2 Fl. 1¼ u. 2 M. bei: P. Stroh, Benusk. Nur Dorücht! Staunund billig sind jetzt Aeetylen=Beleuchtungs=Aulagen in jeder Flammenzahl nach einfachstem und neuestem System. Verlangen Sie kostenlose Offerte von Fr. Weder, Weitefeld(Rhl.) Installation compl. Lichtanlagen. musik! Die Sonntag'sche Kapelle Ettorf hat noch folgende Sonntage frei: 2. Mai, 16. Mai, 23. Mei. 30. Mai. usw. Ausführung in Musik in jeder gewünschten Besetzung. Anfragen sind zu richten an Phil. Sonstag, Kapellmeister, Eitorf Siegstraße 5. Palmer. zu dem Roman von Lothar Marianne selber hatte sich recht geäußert. Baron Alexander hatte sie lich auf dem letzten Familienball auffällig zeichnet, aber trotzdem war er ihr so zerstr gedankenverloren vorgekommen, wie nie vor troß seines anerkannten Reichtums, den d II nicht tatsächausgeut und her. und ie Mutter bei jeder Gelegenheit betonte, blieb sie kühl und gemessen ihm gegenüber. Sie sah zwar selber ein. naß sie bei ihren vierundzwanzig Jahren zugreifen mußte, wenn sich eine annehmbare Partie bot, denn neuerdings war es Mode geworden, die jungen Mädchen schon mit sechzehn Jahren in den Ballsaal zu führen, und die zwei Dezennien hinter sich hatte, von der sagte man schon mitleidig achselzutkend:„Sie tanzt schon vier Jahre umsonst.“ Sie sah heute trotz der durchsichtigen Blässe und dein matten Blick der großen, braunen Augen sehr duftig und sogar hübsch aus in der zartrosa KreppToilette, die in der kleidsamen Empire=Form ihre überschlanke und zarte Figur vorteilhaft kleidete. In den kleinen, griechischen Knoten ihresaschblonden Haares hatte sie eine einzige lebende Rese gesteckt, und die Mutter, die einen letzten Blick auf ihre Einzige geworfen hatte, nickte ihr sehr befriediat zu und mahnte, indem sie ihr einen Kuß auf die Stirn drückte:„Sei klug vor allem und recht liebenswürdig, mein Kind!" Im kleinen, roten Salon nahm man stehend den Tee ein: die Sessel waren an die Wände gerückt worden, um für die plaudernden Gruppen Raum zu gewinnen, und einige ältere Herren und Tamen sußen in des Hausherrn Stube, diemit hohen Sträuchern zu einer Art Laube arranntert war, und spielten Whist und Pikett. Es war ein Summen, wie in einem Bienenschwarm; in der Luft lag ein schwerer Duft von Parfüms aller Art, doch machte sich das moderne amerikanische Careopsis und Ihlang=Ihlang besonders aufdringlich bemerkbar. Die befrackten Herren trugen bunte, hellseidene Westen mit Doppelreihen dicker, goldener Knöpfe, und Stehkragen bis zu den Ohrläppchen; die Leutnants hatten scheinbar die von den Damen in Acht und Bann erklärten Schnürmieder angelegt, alle ohne Ausnahme hatten die Bärte hoch aufwärts gestrichen und Zwicker oder Eingläser vor den Augen. Die Büsten der Damen leuchteten, die nackten Arme waren von Goldspannumschlossen und die Hände bis zum Ellbogen hinauf züchtig in knappe Handschuhe gepreßt.“ Baron Buschbeck kam, als der Tee schon längst getrunken war; Frau von Stupka atmete auf, und die trostlose Spannung wich aus ihren Zügen. Der Baron verneigte sich wie vor einer Fürstin, und entschuldigte sein Zuspätkommen mit einer Zungengeläufigkeit, die ihm sonst nicht eigen war. „Eine fatale, unvorhergesehene Abhaltung; ich war außer mir, wie auf Kohlen, gnädigste Frau, und ich habe mich gewaltsam losreißen müssen!" Sie lächelte ihm huldvoll die Verzeihung entgegen, und flüsterte ihm zu:„Ich habe nur auf Sie gewartet, um das Zeichen zum Souper zu geben; bitte, wollen Sie meine Tochter führen!" „Ah! Ich bin entzückt, Gnädigste!" sagte er, froh, so gnädig empfangen zu sein, und während er, das Einglas ins Auge geklemmt, das bleiche Haustöchterchen suchte, sich hierhin und dorthin artig verneigend, dachte er:„Um solcher öden, konventionellen Soiree willen drei Akte der„Heimat" versäumen müssen! Schauderhaft, wirklich ganz schanderhaft.“ Nach Mitternacht brachen die Gäste auf; jeder schüttelte der Oberstin und ihrem Gatten die Hand, die Herren berührten mit ihren Bartspitzen ihre Glacees, lächelten mit vielsagendem Augenaufschlag Fräulein Marianne an, steckten sich in der Garderobe eine Zigarre an, und während die Haustür zuschlug, und einige Equipagen und Mietdroschken davonfuhren, zählte der Galonnierte seine Trinkgelder zusammen. Referendar Pöhland eilte Alexander Buschbeck nach und sagte:„Haben Sie noch einen Platz im Wagen für mich?“ Der Baron maß den Freund mit einem ärgerlichen Gesicht und meinte mit erzwungener Artigkeit:„Gewiß, aber ich fahre direkt nach Hause.“ „Um so besser; ich habe einiges Interessantes zu erzählen.“ Mit einer stummen Handbewegung lud der Baron den Referendar ein, den Zweispänner mit den Eisenschimmeln zu besteigen, und als die feurigen Tiere ausgriffen, sagte Pöhland ganz unvermittelt: „Die Holthaus ist ein Komödiantenkind, und tut nur so spröde!“ „Woher haben Sie die Kenntuis?“ fragte der Baron noch immer verstimmt. „Sie wissen, lieber Buschbeck, daß ich für gewisse Dinge eine feine Spürnase habe. Hier in diesem speziellen Fäll handelte es sich aber auch noch darum, Ihnen einen Dienst zu erweisen.“ Der Baron räusperte sich ein wenig. Pöhland tat, als ob er die Verstimmung gar nicht merke, lehnte sich bequem in dieweichen, grauen Polster zurück und fuhr fort:„Darum suchte ich neulich die Holthaus sofort auf: ich wollte das Terrain untersuchen.“ —„Wobeiich Ihnen sehr ungelegen in die Querekam?“ Pöhland lachte laut auf:„Das klingt fast wie Eifersucht, liebster Baron. Nee, nee, daran ist wahrhaftig nichts!“ „Wenn ich noch bei Ihnen eine Zigarre rauchen darf, werde ich Ihnen klar machen, daß dieses Mal Ihr Scharfblick sich getäuscht hat, und daß es sich gar nicht der Mühe lohnt, um den neuen Stern am Theaterhimmel zuschmachten. Sie hat ihren„Beschützer“ schon gefunden, und im übrigen.. hat sie schon auf der Lebensbühnelängst ihr Debut im Punkt der Liebe gefeiert.“ Der Wagen hielt mit einem kurzen Ruck vor dem kleinen, fashionablen Heim des Barons, und langsam stiegen die Freunde über die weichen Treppenläufer zum Rauchsalon. ** Punkt halb zwölf, wie Trude Herrn Franz Gottschall auf ihrer Herrin Geheiß bedeutet hat, läutet er an. Er hat mit Sorgfalt Toilette gemacht, aber es geht ein Duft von altem Zigarrenrauch und Wirtshausluft von ihm aus. Als Trude ihn über den breiten Korridor dem Salon zuführt, sieht er indiskret die Wände empor und taxiert mit sicheA 1 8 rem Blick den Wert der schweren Portieren und den hohen Trümeau, der hinter einer Vorsaaltoilette bis zur Decke aufreicht. „Ein warmes Nest,“ denkt er und ein eigenartiges Lächeln, halb Behagen, halb Neid, zuckt über sein Gesicht. Es war ein grauer Regentag, im Salon herrschte tiefes Dämmerlicht; die Golddecken vor den Fenstern wirkten fast braun wie welkes Laub und der Duft von Veilchen strömte aus der hohen etruskischen Vase am Fenster her. „Ich bitte Platz zu nehmen, Fräulein von Holthaus wird sogleich kommen,“ hat Trude gesagt, aber Herr Gottschall beachtet es nicht; als sich die Tür geschlossen hat, wirft er einen prüfenden Blick umher.„Gediegen reich ausgestattet,“ sinnt er vor sich hin:„scheint einen reichen Freund gefunden zu haben.“ Fast geräuschlos war Elfriede eingetreten; die Störung war ihr unangenehm; sie studierte eben eine neue Rolle ein und hatte den zudringlichen Besucher fast ganz vergessen gehabt. Etwas gereizt und nervös klingt ihre hastige Anrede:„Sie drangen darauf, mich zu sprechen; ich bitte sich kurz fassen zu wollen, da meine Zeit sehr knapp bemessen ist.“ Gottschall steht im Schatten der hohen Palmengruppe; er rührt sich nicht, antwortet nicht sondern steht nur mit einem lauernden Blick nach Elfriede, die sich vom Goldgrund der Fensterdecken wie ern altes Vild italienischer Meister abhebt. „Mein Herr, Sie wünschen?“ sagt sie irritiert, ohne ihre Stellung zu wechseln. Da lacht der Mann auf, hämisch, in kurzen Stößen:„Hast ein kurzes Gedächtnis, wie mir scheint, Cäcilie Richon?" 164,17 Sie zuckt auf bei dem Klange dieser Stimme, sie klammert sich an die Sessellehne und wird fahl bis in die Lippen. Er weidet sich einen Moment an ihrem starren Entsetzen, dann kommt er langsam näher und fragt:„Erkennst Du mich jetzt?“ Sie hat sich schon wieder gefaßt; warum erschrak sie doch? Sie war als ihr eigener Herr im eigenen Heim, und der da vor ihr stand, war ein Eindringling, den sie nicht dulden wollte; ein Schatten aus unseliger Vergangenheit, aber.. ein Schatten nur. c und das Be mn eine Fakultät den Antraa auf Berufung esen esde, Wde 2. Aisi, Gr. Jod sächen darauf die schärfsten Angriffe gegen Kuhlendeck, dem von den üvan Brüll Grk.) und dem Grafen Clairon d’haussonville(kous.) widerspochen wurde. In der Angelegenheit der ärztlichen Schmiergelder in Berlin erklürte in weiteren Verlaufe der Debatte der Unterstaatssekretär Wever, daß das Diszplinarverfabren neben dem btlichen und der Privatklage aufrechterhalten bleiben müsse, zumal es auf Antrag der Beschuldigten eingeleitet ist. Im übrigen wurden noch verschiedene akademische Fragen oone allgemeines Interesse besprochen. Aue dem Gerichtefaal. Schtuhrladenschluß. In Bad Wildungen war ein Uhrnacher mit einer Polizeistrafe von 2 Mark bedacht worden. er eine Kundin. die seinen Laden vor 8 Uhr abends benoch 10 Minuten nach 8 Uhr bedient hatte, ohne den zu schließen. Der Uhrmacher beantragte richterliche idung und machte geltend, daß er gesetzlich nicht ver1 sei. seine Ladentür um 8 Uhr zu schließen, nur dürfe dann an etwa noch hereinkommende Personen nicht mehr verkaufen. Der Amtsanwalt war dagegen der Ansicht, der Uhrmacher hätte punkt 8 Uhr seinen Laden schließen müssen erst nach Erledigung des Geschäfts die Tür wieder öffnen rn, um die Kundin herauszulassen. Das Schöffengericht indes den Uhrmacher mit der Begründung frei, daß Ladeninbaber nach der gesetzlichen Schlußzeit seinen aufbalten dürse, nur müsse der Laden für den geSchaber Die Certzuwachssteuer. (Bon unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) m. Berlin, 1. Mai. Die Annahme der viel besprochenen WertzuwachsNeuer auf Immobilien durch die Finanzkommisfion des eichstages beherrscht hier gegenwärtig die parlamentarische Situation. Zwar ist der ursprüngliche Antrag der Konservativen, wie vorauszusehen war, mit Stimmengleichheit abgelehnt worden, dafür gelangte aber der Antrag der wirtschaftlichen Vereinigung auf unverzügliche Ausarbeitung einer Gesetzesvorlage betreffend Besteuerung des Wertzuwachses auf Immobilien zur Annnahme, ebenso der sweite Teil des Antrags, betreffend Erwägungen über eine Wertzuwachssteuer auf bewegliches Kapitalsvermöger Alle endern Anträge wurden abgelehnt, darunter der Antrag Wiemer betreffend Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Deszendenten und Ehegatten. Damit sind die lebhaften Auseinandersetzungen, die in den letzten Tagen in der Reichs=Finanzkommission gang und gäbe waren, vorläufig verstummt. Die Aussprache über die Wertzuwachssteuer nahm auch noch einen großen Teil der heutigen Sitzung in Anspruch. Der erste Redner war der Zentrumsabgeordnete Herold. Dem Konjunkturrückgang, der zur Folge hat, daß die Werte fallen und damit auch der Ertrag der Immobiliarzuwachssteuer, legt er keine Bedeutung bei, weil nicht jede Gegend und jede Stadt gleichmäßig getroffen, sondern ein Ausgleich geschaffen werde. Die Wertsteigerung treffe nur den Städter, sondern auch das flache Land. Es sei eine Inkonsequenz, in den Gemeinden den Besitz zu schonen und im Reiche ihn heranziehen zu wollen. Auf die Schwankung der Kurse hätten die Maßnahmen der Regierung einen viel größeren Einfluß, als die Wertsteigerung bei Immobilien. Eine einzige Rede des Kanzlers konne die Kurse hinau schnellen oder hinunterbringen. Wie wirken doch staatliche Maßnahmen auf die Kurse! Daß der Präsident der Reichsbank sich gegen die Zuwachssteuer auf Effekten sträube, sei kein Wunder. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erklärte Herold, daß sich das Zentrum vor der Reichstagsauflösung nicht fürchte, wohl aber die Nationalliberalen fürchten müßten. Staatssekretär Sodow wies den Vorwurf der schroffen Haltung der Regierung zurück und sagt, die Regierung habe bereits in einer Reihe wichtiger Fragen nachgegeben. Eine längere bedeutsame Rede hielt sodann der konservative Abgeordnete Freiherr von Richthofen. Er führte u. a. aus: Gewiß bestreiten wir der Regierung nicht das Recht, an einem bestimmten Standpunkte festzuhalten. Wir meinen aber, daß sie dabei die ihr bekannten Anschauungen der größeren Parteien zu berücksichtigen hat. Auf die Vorgeschichte des sogenannten Besitzsteuerkompromisses eingebend, erwähnte der Redner, daß dieses zwei Voraussetzungen gehabt hätte. Einmal war damals keine Aussicht, eine Mehrheit für die Deszendenten der Erbanfallsteuer zu finden. Es wurde daher versucht, andere Besitzsteuern im Betrage von 100 Millionen zustande zu bringen. Wir Konservativen erwarteten, daß dazu Vorschläge von der Reichsregierung gemacht werden würden. Als wir uns in dieser Erwartung getäuscht sahen, sind wir mit dem jetzigen Vorschlage hervorgetreten. Die zweite Voraussetzung war, daß indirekte Steuern in Höhe von 400 Millionen Mark bewilligt würden. Das abwartende Verhalten der Freisinnigen hat uns nicht die Meinung gegeben, daß dieses durch die Parteien geschehen werde, die dem Besitzsteuerkompromiß zugestimmt haben. Wir hoffen aber, daß dieses auf dem von uns eingeschlagenen Wege noch möglich wird. Insbesondere sei nicht abzusehen, wie mit Zustimmung der Freisinnigen ein annehmbares Branntweinsteuergesetz zustande kommen könne. Darauf sand die bereits oben mitgeteilte Abstimmung statt. Schluß des Drozelses Friedberg. 8 Berlin, 1. Mai. In dem Prozesse wider den früberen Bankler Friedberg und seinen ebemaligen Prokuristen Bohn ist heute nach dreiwöchiger Verhandlung das Urteil gesprochen worden. Es lautet gegen den Hauptangeklagten Siegmund Friedberg aus zwei Jahre Gefängnis und 9000 Mark Geldstrafe: gegen Friedrich Bohn auf 15 Monate Gesängnis. Beiden Angeklagten wurden die Ebrenrechte abgesprochen, und zwar auf je zwei Jahre, außerdem ist die sofortige Verhaftung Friedbergs verfügt worden, bis er eine Kaution von 60 000 Mark stellt. Friedberg ale Erzieber. Die Beendigung des Prozesses Friedberg und die kurz aufeinanderfolgenden Zusammenbrüche zweier Provinzbanken, denen man ein sehr großes Vertrauen entgegengebracht hatte, lenken die Aufmerksamkeit erneut auf das Institut der Privatbankiers und auf dessen zweideutige Abarten, die sich unter den verschiedensten Flaggen dem Publikum zur Besorgung der Geschäfte anbieten. Man kann diese Abarten des Bankierstandes, die natürlich mit dem soliden alten Privatbankiertum durchaus nichts gemein sehr gut in zwei Hauptklassen teilen, in Winkelbankiers und direkte Schwindelbankiers. Daß diese Kategorien in der neuesten Zeit so erfolgreich arbeiten können, hat seine Ursache einzig und allein in der Unkenntnis des Publikums und in der wachsenden Ausbebnung der Großbanken, denn die Konkurrenz der kapitalkräftigeren und dabei vertrauenswerleren Banken hat dem soliden Privatbankier das Geschäft unendlich er— e s a b e r d e n W i n k e l= u n d S c h w i n d e l b a n k l e r s e r beichtect. Es ist ganz natürlich, daß die Großbank viel m die Qualität ihrer Kuden stellen der kleine Bankler, nicht nur well auf ihr eine weit höhere Berantwortung gegenüber ihren Aktionären ruht, sondern auch, weil sie es durchaus nicht nötig hat, jedes kleine vielleicht auch zweifelhafte Geschäft mitzunehmen. Die Folge davon ist, daß diejenigen Firmen oder Gewerbetreibenden, die auf Kredit angewiesen sind und die bei der Großbank kein Konto finden, auf die kleinen Bankiers aberieben werden dier wird uum em Tail von den iden Privatbankiers aufgenommen, sofern sich für diese s Geschäft lohnt und die Sicherheiten noch annehmbare sind. Der zweifelhafte Teil aber fällt unbedingt den Winkelbankiers in die Hände, bei denen er zwar Kredit findet, aber zu ungebührlichen Bedingungen. Andererseits ist der Winkelbankier, damit er deractige Zwischengeschäfte machen kann, genötigt, sich Barmittel zu verschaffen, und diese findet er in den Depositen, die ihm von Geschäftsunkundigen, meist kleinen Leuten, in Hülle und Fülle dargeboten werden, sobald er einen höheren Zinssatz biete, als die Großbank. Es existiert beispielsweise eine große Anzahl von sogenannten Genossenschaftsbanken, die durch Zinsangebote von 8 und sogar 10 Prozent in einer Zeit, wo die Großbank nur 1½ Prozent Zinsen vergütet, Einleger von Depositengelder heranziehen und sich dadurch Mittel zur Kreditgabe, natürlich zu noch höherem Zinsfuß, ve. naffen. Die Einleger übersehen dabei allerdings, daß sie nach den Bedingungen Genossen werden und daß sie nicht nur mit dem Betrage ihrer Einlage, sondern meist noch#### einer drei= oder viermal so hohen Summe den Gläubigern der Bank haften. Wahrend aver der Winkelbankier immer noch eine scheinbar sichere Grundlage für seine Geschäfte hat, und wenigstens so lange arbeiten kann, bis er auf der einen oder der anderen Seite großere Verluste erleidet und dann durch seinen Sturz sowohl die Einleger von Geldern, wie die Kreditnehmer mitreißt, hat der Schwindelbankier lediglich den Zweck im Auge, Geschäfte um jeden Preis zu machen, um seine Taschen zu bereichern. Diesen Zweck verfolgt er auf die mannigfachste Weise, jedoch ist die landläufige Art die, daß er sogenannte Wochenberichte oder Börsenzeitungen an Kapitalisten verschickt, in welchen er scheinbar reelle Berichte gibt, in Wirklichkeit jedoch den Verkauf oder Kauf derjenigen Papiere anpreist, an denen er gerade verdienen kann. Es gibt allein in Berlin unzählige von solchen Animierbankiers, die auf die Unkenntnis des Publikums spekulieren und damit ein sehr glanzendes Geschaft machen. Am uppigsten blüht der Schwindel im Auslande, weil naturgemaß unsere deutsche Polizei den Herren Schwindelbankiers zu sehr auf den Fersen sitzt und sie an der allzu reichlichen Ausübung ihres Gewerbes hindert. Es ist schwer, gerade den Bankier Friedberg, dessen Affäre so großes Aufsehen erregte, in die eine oder die andere Kategorie einzureihen. Ohne Zweifel hat Friedberg immer nur die Absicht gehabt, Geschäfte um jeden Preis zu machen, und er hat dabei nach Kräften diejenigen Papiere forciert, an denen er ein Interesse hatte. Aber er hat sich damit nicht begnügt, und in dem Bestreben, auf eigene Faust große Schläge zu riskieren, hat er zu Mitteln gegriffen, die das Gericht als unlauter erkannt und demgemäß bestraft hat. Die Winkelbankiers verwenden eben die Depositengelder, die ihnen zugebracht werden, zu Spekulationen, und wenn diese ungünstig ausfallen, sind sie genötigt, sich um jeden Preis Mittel zur Deckung der Verluste zu beschaffen, wodurch sie dann meist auf eine schiefe Bahn gedrängt werden. Es gibt dagegen für das Publikum keinen anderen Schutz als Vorsicht, und nochmals Vorsicht. Wir haben noch immer außer den Großbanken in Deutschland einen soliden Privatbankierstand, bei dem der Einleger keine Gefahr lauft, und niemand hat es daher nötig, seine Gelder zweifelhaften Unternehmungen anzuvertrauen. J. L. Dof- und Dersonalnachrichten. * Der am 14. Mai erfolgende Besuch Kaiser Wilvelms bei Kaiser Franz Josef in Wien gilt nunmehr als feststehende Tatsache. Die Ankunft ist Freitag, 14. Mai. vormittags in Aussicht genommen. Der Kaiser und die Kaiserin treisen mit dem Hossonderzug auf dem Südbahnhof ein und wo den besonders festlich empfangen werden. Der Aufenthalt n Wien wird ungefähr 24 Stunden dauern. Am 15. Mai. unn die Mittagsstunde, werden der Kaiser und die Kaiserin Ven wieder verlassen. * A u s K o r f u w i r d g e m e l d e t, d a ß P r i n z O s c a r v o n Preußen die Rückreise nach Brindisi angetreten hat. Der Kaiser verlieb dem Prinzen Andreas von Griechenland den Schwarzen Adlerorden: der König von Griechenland verlieh das Großkreuz des Erlöserordens an den Fürsten zu Fürstenberg, den Chef des Zivilkabinets von Valentini und den Cbef des Militärkabinetts Freiberr von Lyncker. * Der Reichskanzler Fürst Bülow vollendete am 3. Mai das sechzigste Lebensjahr. Er ist 1849 zu Klein=Flottbeck geboren. Sein Vater war der verdienstvolle preußische Staatsminister und Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, seine Mutter Luise eine gedorene Rücker. Reichskanzler ist er seit 1900. * A u s d e m H a a g w i r d g e m e l d e t, d a ß d i e n e u g e b o r e n e Prinzessin laut Eintragung ins Standesamtsregister die Namen Juliana Luise Emma Marie Wilhelmina erhalten hat. Das amtliche Bulletin vom Samstag vormittag 9 Uhr lautet: Das Befinden der Königin und der Prinzessin ist vollkommen befriedigend, die Nacht ist sehr ruhig verlaufen. Professor Kouwer, Dr. Roessingb. * Der russische Minister Iswolski wurde am Samstag in der chirurgischen Klinik von Professor Angerer in München operiert. Es handelte sich um die Entfernung einer gutartigen Fettgeschwuist am linken Oberam. Der Minister bleibt einige Tage in der Klinik. Aus dem Reiche. 0 Der Selbstmord des Botanikers Weigand in Bamberg ist auf eine Trübung des ei szustandes des chon 70jährigen Gelehrten zurückzuführen. Weigand bat ich auf dem Bamberger alten Friedhofe vor der Gruft einer Familie erschossen. Unter seinem Nachlaß befindet ich eine der grouten Moossammlungen Deutschlands, deren Erbe voraussichtlich die Universität Wurzburg sein wird. 5 Schwerer Orkan in Nordamerika. Ganz Nordamerika, von den großen Seen bis zum Ozean, wird von einem furchtbaren Orkan heimgesucht. Bald fällt Schnee in dicken Flocken und bedeckt das Land mehrere Zoll tief, dann plötzlich prasselt unter Blitz und Donner Regen in schweren Tropfen herab, dann wieder hagelt es. In Pittsburg lag der Schnee elf Zoll boch. In Chicago wurden sechs, in Memphis sieben Personen getötet und viele verletzt. Der Schaden an Besitztümern ist bedeutend. Horn Lake(Mississippi) und Locke in Tennessee sind völlig verstört. 0 Einbruch und Mordversuch in einem Forsthause. Der Forsterheber Berger, der in Hobegeis(Südharz) alle in ein Haus bewohnt, wurde in einer der letzten Nächte durch ein Geräusch aus dem Schlafe geschreckt. In der Annahme, seine Tochter sei im Zimmer, sprach er diese an, wurde aber sofort erfaßt und durch drei Schüsse in den Kopf schwer verwundet. Die durch die Schüsse erweckte Tochter schlug Lärm und rief die Nachbarn berbei. Währenddessen ergriff der Räuber die Flucht durch das Fenster. Das Fenster war mit einem Diamant zerschnitten. Der Einbrecher hatte bei B. eine größere Geldsumme vermutet, die dieser als Forsterbeber bei einer Fichten= und Baubolzauktion eingenommen hatte. Diese Summe war aber bereits abgesandt. Das Befinden des Opfers ist begrmibemend. e 1200000 Mark für einen Holbein. Der Herzeg von Norfolk hat das seit Jadrvunderren im Familienbesitz befindliche Bild Holbeins d. J.„Christine, Herzogin von Mailand“ für 1200000 Mark verkauft. Der Käufer ist ein Amerikaner, sehr wahrscheinlich Pierpont Morgan, ein vassionierter Holbein=Sammler. Der Herzog hatte das Bild jahrelang der Londoner National Gallery überlassen, und auf deren Anregung sollte dem Parlament nahegelegt werden, in das Budget einen Posten einzustellen, um das berühmte Bild dem Lande zu erhalten. Diese Summe ist offenbar von dem Amerikaner überboten worden. 0 Zusammensturz der Frankfurter Luftballonhalle. Bei einem plötzlich einsetzenden Sturm stürzte auf dem Ausstellungsgelände der Internationalen Luftschiffahrtsgesellschaft die zur Aufnahme des Parseval=Ballons bestimmte Halle in sich zusammen. Eine größere Anzahl Arbeiter wurden leicht verletzt. Drei erlitten schwere Verletzungen. 0 Im Duell erschossen. In Erfurt fand zwischen dem Referendar Kuhn und dem Feuerversicherungsinspektor Resereoffizier Stier aus Erfurt ein Pistolenduell statt, bei dem der Referendar einen tödlichen Schuß in die Brust erhielt und bald darauf starb. Kuhn ist der einzige Sohn des Geh. Finanzrates Dr. Kuhn. Die Ursache des Duells bildete ein im Gastbaus beim Spiel entstandener Streit. Kuhn erhielt sogleich beim ersten Gang die tödliche Wunde. e Von einem Felsblock zerschmettert. In Mazamet (Frankreich) stürzte ein riesiger Felsblock auf eine in der Arnette=Schlucht gelegene Fabrik berab und zerstörte einen Teil des Dachgewölbes. Zwei Soldaten, die unter dem Schutt begraben lagen, konnten gerettet werden. Die Untersuchung ergab, daß wahrscheinlich ein Anschlag vorliegt, da der Felsblock allem Anschein nach absichtlich gelockert worden war. Bunte Cagee-Chrontk. Berlin, 1. Mat. Die diesjährige Große Berliner Kunstwestellung ist heute nachmittag feierlich eröffnet worden. Die Ausstellung umfaßt 55 Säle. München, 1. Moi. Der Magistrat beschloß einstimmig, dem Grafen Zeppelin das Ehrenbürgerrecht der Stadt München zu verleiben. Bonn, 1. Mai. Der Obstbauinspektor der Landwirtschaftskammer Schulz warde unter dem Verdacht der Unterscharung verhaftet. Die Höbe der Unterschlagungen ist noch nicht bekannt, doch dürften sie sehr umfangreich sein. Aus aller Clelt. e Neue Greueltat der„Schwarzen Hand“. Ein von Italienern bewohntes Mietshaus in Newyork wurde von der Bande der Schwarzen Hand in Brand gesteckt, da die Bewohner sich geweigert hatten. 1000 Dollars zu zahlen. Acht Personen, darunter fünf Kinder, kamen in den Flammen um. e Eine Baumwollwarenfabrik eingeäschert. In der Baumwollwarenfabrik von Carolo Ottolini in Busto Arsizio bei Mailand brach ein Brand aus, der sich so rasch entwickelte, daß alle Löschversuche vergeblich waren und Maschinen und Warenvorräte im Werte von einer Million Lire vollkommen verbrannten. 9 Die Orkane in Nordamerika haben besonders im Mississippital und in den Mittelstaaten Tennessee, Missouri, Illinois, Indiana, Arkansas, Mississippi und Pennsylvania große Verheerungen angerichtet. Genaue Einzelheiten sind noch nicht bekannt, da die Telegraphenleitungen zerstört find. Nach den bisherigen Meldungen belauf: sich der Gesamtverlust an Menschenleben auf mehrere Hundert. Am schwersten scheinen die Stürme in Illinois und Tennessee gewütet zu haben. In Tennessee gaben über 50 Personen ihr Leben eingebüßt. Der Verlust an Eigentum wird auf 5 Millionen Dollars geschätzt. Der 60 Fuß hohe Wall des Gefängnisses von Michigan City in Indiana ist durch den Sturm zerstört worden. Es wurden Truppen requiriert, um ein Entkommen der Sträflinge zu verbindern. 0 Das neue Fünfundzwanzigpfennigstück, deren Modell dieser Tage vom Bundesrat angenommen wurde, ist eine Kombination zweier Entwürfe aus dem veranstalteten Wettbewerb. Die mit den beiden ersten Preisen ausgezeichneten Entwürfe haben keine Verwendung gefunden, hingegen hat der dritte Preis die Schriftseite der neuen Münze geliefert, während der Reichsadler das Werk eines anderen Bewerbers ist. Die Münze wird in reinem Nickel in einer Größe von 23 Millimetern hergestellt. Wegen des geringen Größenunterschiedes von nur 1 Millimieter gegenüber der Reichsmark wird die Münze erheblich dunner gehalten; daneben bleibt der Rand glatt. 0 Der Brand des Militärfesselballons ist, wie jetzt bekannt wird, auf folgende Art entstanden: Jeder Fesselballon ist, solange er sich in den Lüften befindet, durch eine Telephonleitung mit der unten befindlichen Mannschaftsabteiluing verbunden. Die Batterie, die diese Leitung speist, befindet sich in der Gondel des Ballons. Als der Fesselballon nun durch eine Gewitterböe von dem Drabtseil gerissen wurde, löste sich auch das Telephonkabel vom Empfängerapparat und schleppte nach. Als das Ende des Kabels mit einem Telephondraht in Berührung kam, erfolgte ein Kurzschluß, dessen Funken auf eine noch nicht aufgeklärte Weise die Entzündung der Ballongase veranlaste. 0 Drei Tage lebendig begraben. Von den auf der Zeche Eintracht=Tiefbau in Freisenbruch bei Steele durch Kohlenfall verschütteten vier Bergleuten konnten drei völlig unversehrt aus ihrem unterirdischen Gefängnis, das sie 72 Stunden umschlossen hielt, befreit werden. Der vierte Mann konnte jedoch nur noch als Leiche zutage gefördert werden. Er stand aufrecht, die Grubenlampe im Munde, als ob er im Begriffe stande, der Gefahr zu enteilen. 0 Großer Juwelendiebstahl in Hamburg. Aus dem Schaufenster des Juwelier Dittmer in den Alsterarkaden in Hamburg wurden nächtlicherweise Goldwaren und Brillanten im Werte von 160000 Mark gestoblen. Der Täter ist von den sonst belebten Arkaden aus in die offenen Fenster des bewohnten Zwischenstoks gestiegen, hat von hier aus die Decke durchbrochen und ist dann mit einer Strickleiter hinabgestiegen. Nach der Ausführung des Raubes hat er den Laden auf demselben Wege wieder verlassen. Kleine Nachrichten. Petersburg, 1. Mai. Professor Georgiewsk aus Charkow machte Mitteilung von einem neuen Heilmittel gegen Torhus. das die Probe in zahlreichen Fällen bestand. Es besteht in einer zehnprozentigen Einsoritzung von Aristophin. Die neue Methode hat glänzende Resultate erzielt. London, 1. Mai. In der Näbe von Pensance wurde die Leiche eines als Frau verkleideten Mannes an den Strand genwemmt. Man will in dem Toten den vor mehr als Monatsfrist auf musteriöse Weise verschwundenen Dichter John Davidsohn erkennen. Vermischtes. Der Planet Eros, dessen Erforschung jetzt die gesamte Gelehrtenwelt großes Interesse zuwendet, greist in seiner Bahn in die Zone zwischen Mars und Erde ein und kommt in gewissen Stellungen der Erde so nahe, wie mit Ausnahme des Mondes überbaupt kein anderer Himmelskörper. Die größte Erdnähe des Planeten Eros findet im Jahre. 1931 stott. Zum Zweck der genquen Curn=Verein Mitglied der deutschen Turnerschaft Gegründet 14. Juli 1882. Vereinslokal: Hotel Herrengarten. Turnlokal: Turnhalle des Kgl. LehrerSeminars. Turnabende von 8½ Uhr ab: Jugendabteilung: Mittwoch und Freitag. Hauptabteilung: Dienstag u. Freitag. Männerabteilung: Dienstag. Vorturnerschaft: Damer abteilung: Montag 4. Freitag von 7½—9 Uhr im Herrengarten. * Curn-Verein Geistingen. Mitglied der deutschen Turnerschaft. Vereinslokal: Joh. Dresen. Jed. Dienstag u. Samstag, abends punkt 9 Uhr Turnen. Jeden Dienstag Abend von ½9 bis 10 Uhr Turumn in Liping. Turnfreunde herzlich Willkommen! Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittei mit „Get Heil“ Der Vorstand. Konordie Siegburg-Driesch. Jed. Dienstag. abends 9 Uhr Probe im Vereinslokal J. Luisenstraße. Um pünktliches und vollErscheinen dittet Der Vorstand. Schreibpult gesucht. Von wem sagt die Erv. dfr. Zig. Braves kath. Mädchen nicht unter 18 Jahren unt guten Zeugnissen in bessern Haushalt für alle Hausar= beit zum 22 Pai gesucht. Näheres in der Expedition dfr. Ztg. Wohnbaus u. Gatten od. 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Jocobe Bw. sächlich wird es Sonnen=Parallax endgültige Bestin Krähe und in Pommern rett aus den Krallen ihr Opfer fest u mit heftigen S# Kräbe zu versche. befreien. Das T bungert, hat aber getragen. Die Taube waren m umwickelt. Verm die aber verloren Billige Apf Sensationsreklam München in U1 folgendes Inser: „Avfel, Tafelävfe chaftsäpfel 10 P 1,75 Mark an e Moral“ von P. Der Die Kulturb nur ein„Jahrhur Wohl der Menst Jahren einen Fr Wien ein solcher der Stadt ist fü und ein Verein Heimstätte der Ti Die Gemein Standpunkte, daß Hausfreunde ihre Erde tun müssen mehrerer tausend Unterschied zwisck Menschen gelten meinderates haber dem alle Freunde eines nicht sonde man das Recht, uuf dem Tierfrie Da sollen sie da sich im Leben so der Papagei und ihren Gräbern we Tag wird ein älte Grabe stehen und des Vereins zeigt denen ein Tier al ersetzt. Im Verei Jungfräuleins, di Ruhestätte sichern Kategorien, aus al glieder. Natürlich fehl an Hohn und Spe Doch auch mit e kämpft, indem da Wien an einem W daß man oft Sch müsse. Man brau keinen Tierfriedhof sanatischen Tierliel werbend durch de sicherlich mehr Mi zur Speisung h Idee der Tierfreur eine neue Idee, mn als altes Elend. Lokale Me Sonnenaufgang Sonnenuntergang 1521 Lutoer wir soph onann Friedrich Henry Huxlen geb.— geb.— 1897 Dichter O Himmelserschei monat. nehmen die um etwa vier, späte Sonne aus dem 3 Die Auf= und Un 44 Minuten und 7 und 8 Uhr 18 2 14 Stunden 52 Mihin um 1 Stunde 3 des Monats als fas ist er als Vollmond erscheint am 12. als am 19. des Monat# später als zunehme der Mond in das er der Mond am 1. u den Planeten blei der Uranus gegen läufig im Sternbild sich durch seinen fun Stunde sichtbar. Ar von der Sonne, am Die Veaus glänzti Mitte des Mondes sie. Der Mars erse rechtläufig im Stei zwischen 1 und 2½ am 12. Mai zu seh gelblichem Lichte im miniert er um Se 5% Stunden zu sebMondes. Der Nev finden. Spielplan der Be bis ei Opernhaus. woch 61/ Uhr: Rie Erzählungen. Freit Samstag 7 Uhr: D häuser. Montag 7! siegelt. Schauspielb Zeit. Mittwoch 7 Donnerstag 7 Uhr: Nathan der Weise. Sonntag 3 Uhr: Der Raub der Sa Geger Schützt die Na nung im einem Flug für Tier= und Wanderungen ins ins Grüne geht, scho euch der schönen Nati zerstört und quältn weg, begnügt euch Sesssstung wird im„Eros=Komtter eingesert werven, das alle bisherigen Forschungen bearbeiten soll. Hauptsächlich wird es dabei auf eine direkte Bestimmung der Sonnen=Parallaxe und der Mondmasse und auch auf die endgültige Bestimmung der Erdmasse ankommen. Krähe und Brieftaube. Auf dem Gute Nörenberg in Pommern rettete ein kleines Mädchen eine Brieftaube aus den Krallen einer großen Krähe. Die Krähe hatte ihr Opfer fest umklammert und bearbeitete dessen Kopf mit heftigen Schnabelhieben. Mit Muhe gelang es, die Kräbe zu verscheuchen und die ganz verängstigte Taube zu befreien. Das Tierchen war zwar sehr schwach und verhungert, hat aber nennenswerte Verletzungen nicht davongetragen. Die großen Federn des rechten Flügels der Taube waren mehrere Male mit starkem Bindfaden fest umwickelt. Vermutlich war daran eine Mitteilung befestigt, die aber verloren gegangen ist. Billige Apfel und„Loppelte Moral“. An die Sensationsreklame Peter Ganters, der augenblicklich in München in Untersuchungshaft sitzt, wird man durch folgendes Inserat einer Leipziger Zeitung erinnert: „Apfel, Tafelänfel 10 Pfund von 1,50 Mark an, Wirtschaftsäpfel 10 Psund von 1 Mark.—— Bei Einkauf von 1,75 Mark an erhält jeder Kunde den Roman„Doppelte Moral“ von P. Ganter gratis. Der Friedhof der Tiere. n. Wien, Ende April. Die Kulturbestrebungen unserer Zeit predigen nicht nur ein„Jahrhundert des Kindes“, sind nicht nur um das Wohl der Menschheit besorgt. Paris hat seit einigen Jahren einen Friedhof für Tiere und jetzt wird hier in Wien ein solcher geschaffen. Ein großes Terrain außerhalb der Stadt ist für diesen Zweck bereits angekauft worden und ein Verein ist im Entstehen begriffen, der die letzte Heimstätte der Tierwelt verwalten soll. Die Gemeindeverwaltung steht nämlich auf dem Standpunkte, daß Hunde und Katzen oder sonstige liebe Hausfreunde ihren letzten Schlaf nicht unter besonderer Erde tun müssen. Sie stößt dabei auf den Widerstand mehrerer tausend Einwohner, deren Tierliebhaberei keinen Unterschied zwischen einem Bernhardinerhund und einem Menschen gelten lassen will. Unter Führung eines Gemeinderates haben die Tierliebhaber einen Verein gebildet, dem alle Freunde der Tierwelt angehören. Durch Zahlung eines nicht sonderlich hohen Mitgliedsbeitrages erwirbt an das Recht, seinen vier= oder zweibeinigen Liebling uuf dem Tierfriedhofe die letzte Ruhestatt zu bescheeren. Da sollen sie dann einträchtig nebeneinander liegen, die sich im Leben so oft befeindet: der Hund und die Katze, der Papagei und der Harzer Kanarienvogel... Auf ihren Gräbern werden Blumen blühen, und an manchem Tag wird ein älteres oder jüngeres Menschenkind vor dem Grabe stehen und des Toten gedenken. Das Anwachsen des Vereins zeigt deutlich, daß es viele Menschen gibt, denen ein Tier alle Menschenfreundschaft und Gesellschaft ersetzt. Im Vereine Tierfriedhof findet man nicht nur alte Jungfräuleins, die ihrem kleinen Mops eine ungestörte Ruhestätte sichern wollen, auch Männer und Frauen aller Kategorien, aus allen Gesellschaftsklassen sind tätige Mitglieder. Natürlich fehlt's dem neuen Unternehmen auch nicht an Hohn und Spott, man lacht und witzelt genug darüber. Doch auch mit ernsteren Gründen wird die Sache bekämpft, indem darauf hingewiesen wird, daß die Stadt Wien an einem Mangel an Krankenhäusern leide, so daß man oft Schwerkranken die Aufnahme verweigern müsse. Man brauche also ein neues Krankenhaus, aber keinen Tierfriedhof! So richtig dieser Einwand ist, die fanatischen Tierliebhaber lassen sich nicht beirren und ziehen werbend durch das Land, so daß der Tierfriedhofverein sicherlich mehr Mitglieder haben wird, als der Verein zur Speisung hungernder Schulkinder. Denn die Ivee der Tierfreunde hat den Vorzug der Neuheit. Und eine neue Idee, mag sie noch so sonderbar sein, wirkt mehr als altes Elend. Lokales und Drovinzielles. Merkblatt für den 4. Mai. Sonnenaufgang 4“ 1 Monduntergang 4* V. onnenuntergang 7* I Mondausgang 6* N. 1521 Lutoer wird auf die Wartburg gebracht.— 1776 Philosoph ohann Friedrich Herbart geb.— 1825 Naturforscher Thomas Henry Huxlen gev.— 1827 Airikareisender John Hanning Speke geb.— 1897 Dichter Joh. Georg v. Fischer gest. 5 Himmelserscheinungen im Mai. Im Mai, dem Wonnemonat. nehmen die Tage noch immer stark zu, zunächst täglich um etwa vier, später um ca. drei Minuten Am 21. tritt die Sonne aus dem Zeichen des Stieres in das der Zwillinge Die Auf= und Untergangsreiten sind am 1. Mai 4 Uhr 44 Minuten und 7 Uhr 31 Minuten, am 31. 4 Uhr 3 Min. und 8 Uhr 18 Minuten. Die Tageslänge steigt von 14 Stunden 52 Minuten auf 16 Stunden 24 Minuten, mithin um 1 Stunde 32 Minuten. Der Mond steht zu Anfang des Monats als fast volle Scheibe am Himmel, am 5. Mai ist er als Vollmond zu sehen. Hierauf nimmt er schnell ab, erscheint am 12. als letztes Viertel und verschwindet schließlich am 19. des Monats völlig als Neumond, um einige Tage später als zunehmende Sichel wiederzukehren. Am 27. tritt der Mond in das erste Viertel wieder ein. In Erdnähe steht der Mond am 1. und 28., in Erdferne am 16. Mai. Von den Planeten bleibt Saturn vollständig unsichtbar, während der Uranus gegen Ende des Monats vor Mittemacht rückläufig im Sternbild des Schützen erscheint. Der Merkur. der sich durch seinen funkelnden Glanz auszeichnet, ist nahezu eine Stunde sichtbar. Am 20. Mai steht er am weitesten östlich von der Sonne, am 21. in unmittelbarer Nähe des Mondes. Die Venus glänzt in ihrem blendend weißen Lichte von der Mitte des Mondes ab. Abends gegen 9 Uhr verschwindet sie. Der Mars erscheint in seinem auffallend roten Lichte rechtläufig im Steinbock und Wassermann, er geht früh zwischen 1 und 2½ Uhr auf: in der Nähe des Mondes ist er am 12. Mai zu sehen. Der Jupiter leuchtet in ruhigem. gelplichem Lichte im Löwen. In den ersten Maitagen kulminiert er um Sonnenuntergang herum und ist etwa 5% Stunden zu sehen. Am 26. steht er in der Näbe des Mondes. Der Neptun ist im Sternbild der Zwillinge zu finden. Spielplan der Vereinigten Stadttheater Köln vom 4. bis einschließl. 10. Mai 1909. Overnhaus. Dienstag 7½ Uhr: Mignon. Mittwoch 6½ Uhr: Rienzi. Donnerstag 7½ Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Freitag 7½ Uhr: Der fliegende Holländer. Samstag 7 Uhr: Die Zauberflöte. Sonntag 6 Uhr: Tannhäuser. Montag 7½ Uhr: Das süße Gift. Hierauf: Versiegelt. Schauspielbaus. Dienstag 8 Uhr: Die glücklichste Zeit. Mittwoch 7 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Donnerstag 7 Uhr: Das Wintermärchen. Freitag 7 Uhr: Nathan der Weise. Samstag 7½ Uhr: Der Biberpelz. Sonntag 3 Uhr: Die Rabensteinerin. Abends 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Montag 7 Uhr: Florian Geger Schützt die Natur! Folgende beherzigenswerte Mahnung im einem Flugblatte des Oesterreichischen Lehrervereins für Tier= und Pflanzenschutz ist zur Zeit der beginnenden Wanderungen ins Freie auch hier angebracht: Wenn ihr ins Grüne geht, schonet die Fluren und die Tierwelt! Freuet euch der schönen Natur, aber beraubt sie nicht ihres Schmuckes, zerstört und quält nicht Tragt nicht gar so viele Blumen weg, begnügt euch mit einem Sträußchen! Verlezet die Bäume nicht durch Abreißen der Zweige und Reste, oder durch Schneiden in die Rinde. Wer das Schöne wahrhaft liebt, wird sich nie solcher Verwüstung schuldig machen. Gönnt den Bögeln, den Schmetterlingen, Käfern, Eidechsen und anderen Tieren ihr kurzes Leben und die Freiheit! Auch das unscheinbarste Wesen hat in der Natur einen Zweck zu erfüllen und möchte seines Daseins froh werden. Ein hülfloses Geschöpf zu ängstigen, zu quälen ist eines Meuschen unwürdig. Seid mitleidig und barmherzig, schützet die Schwachen vor der Roheit Unverständiger! Eine merkwürdige Auslegung der militärischen Disziplin hat das Oberkriegsgericht des 8. Armeekorps beliebt. Bei einer Felddienstübung war ein Unteroffizier gegen eine von einem Leutnant befehligte feindliche Stellung vorgegangen und war im Begriff, sie zu nehmen. Da befahl ihm der Leutnant, stehen zu bleiben oder zurückzugehen. Der Unteroffizier weigerte sich, das zu tun, da der Offizier in diesem Falle zum„Feinde“ gehörte und nach Meinung des Unteroffiziers ihm deshalb nichts zu befehlen hatte. Er wurde wegen Gehorsamsverweigerung vor versammelter Mannschaft angeklagt, aber vom Kriegsgericht freigesprochen. Das Oberkriegsgericht verurteilte ihn jedoch, nach der„Frankf. Ztg.“, zu 43 Tagen Gefängnis, indem es annahm, das Vorgesetztenverhältnis werde nicht beseitigt, wenn es sich um Uebungen handle. Welchen Wert haben denn bei einer solchen Auffassung Manöverübungen? Aus der Kreisstadt und Umgegend. Siegburg, 3. Mai. Stenographie. Im ReichsKolonialamt hat ein Unterrichts=Kursus nach dem System „Gabelsberger" begonnen, an dem 11 Beamte teilnehmen. Im Kammergerichts=Bezirk Berlin wird nunmehr, wie der K. G. Präsident zur Kenntnis bringt, auch das Gabelsberger'sche System zugelassen. Aus Hennef und Umgegend. Hennef, 3. Mai. Zufolge Verordnung des Herrn Regierungs=Präsidenten vom 29. März 1909 muß derjenige, welcher auf wilde Kaninchen frettiert, jetzt einen Erlaubnisschein des Jagdberechtigten und des Grundeigentümers oder Pächters bei sich führen und auf Verlangen der mit dem Jagdschutze betrauten Organe, sowie des Jagdpächters vorzeigen. Der Erlaudnisschein ist von der Ortspolizeibehörde zu beglaubigen. Uebertretungen werden mit Geldstrafe von 10 bezw. 30 Mark oder entsprechender Haft bestraft, Hennef, 3. Mai.„Es ist so still die Maiennacht, so still des Waldes Hallen". Diese Gelegenheit nahmen auch einige Mitglieder des M.=G.=V.„Concordia“ wahr, um den Wonnemonat durch einige Lieder zu begrüßen. Mancher wurde durch den herrlich in die Nacht schallenden Gesang aus süßem Schlafe geweckt und hörte man aus vielen Fenstern lautes Händegeklasch als Zeichen des Dankes. Ein Bravo den wackeren Sängern! Hennef, den 3. Mai 1909. Sitzung der Bürgermeisterei=Versammlung vom 29. April 1909. Beschlüsse: Die Tagesordnungen und Beschlüsse der BürgermeistereiVersammlung sollen mit dem Anheimgeben der Veröffentlichung der„Hennefer Volkszeitung“ in kurzer Fassung zugestellt werden. Zugestimmt wurde der Hergabe des von der Bürgermeisterei=Sparkasse hier der Gemeinde Geistingen bewilligten Darlehns von 35000 Mark Zu den Kosten eines regierungsseitig anzustellenden Spielinspektors wurde ein Betrag nicht bewilligt. Beschluß wegen Wahrnehmung der Vollziehungsbeamtengeschäfte wurde bis Oktober ds. Is. vertagt. Die bei Titel„Wegebau" vorgekommene Etatsüberschreitung wurde genehmigt, da sie vorzugsweise die notwendigsten Arbeiten, welche infolge der Ueberschwemmung nötig geworden sind, betrafen. Die durch den Bürgermeister erfolgte Beantwortung der von der Aufsichtsbehörde zu der Rechnung für das Jahr 1907 gezogenen Revisionsbemerkungen wurde gutgeheißen. Zu der Errichtung eines Dr. Weber=Denkmals in Driburg wurde ein Beitrag nicht bewilligt. Bürgermeisterei=Sekretär Westerhausen erhält ab 1. Mai ds. Is. eine Gehaltszulage von 300 Mark. Sitzung des Gemeinderats von Geistingen vom 29. April 1909. Beschlüsse: Als Mitglieder der Einkommensteuer=Voreinschätzungskommission auf die Dauer von 3 Jahren wurden wiedergewählt die Herren: August Strunck, Kaufmann Hennef, Wilh. Neuhalfen, Wirt=Westerhausen, Peter Bender, FabrikschlosserGeistingen, Peter Krohm, Ackerer=Dondorf. Als deren Stellvertreter die Herren: Rentner P. Schmitz de Preé und Math. Bennauer, beide zu Hennef, Friedrich Bender, Fabrikschlosser=Geistingen, Johann Nümm, Schmied und AckererGreuelsiefen. Die Versicherung der aktiven Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr auch gegen Unfälle gelegentlich der Hilfeleistung in Fällen gemeiner Not und Gefahr wurde beschlossen. Genehmigt wurde der Antrag des Elektrizitätswerks„Berggeist“, Leitungsführung von Geistingen nach Söven=Rott und zum Steinbruche der Firma Witwe Franz Meys betreffend. Zwei Grundstücksankäufen wurde zugestimmt und unbeibringliche Gemeindegefälle niedergeschlagen. Die durch den Bürgermeister erfolgte Beantwortung der von der Aufsichtsbehörde zu der Rechnung für das Jahr 1907 gezogenen Revisionsbemerkungen wurde gutgeheißen. Der Antrag des Verschönerungs=Vereins Hennef: Verbesserung der Frankfurterstraße und ihrer Abzugsgräben anzustreben, wurde den Herren E. Reisert, W. Reuther und Notar Lützeler überwiesen. Zum Wiederaufbau der durch Hochwasser zerstörten Fußgängerbrücke bei Weingartsgasse wird dem Herrn Carl Walterscheid auf 5 Jahre ein in jährlichen Raten rückzahlbares zinsloses Darlehn von 500 Mark bewilligt. Aus Troisdorf und Umgegend. Troisdorf. 3. Mai. Auf eine Anfrage des Handelsministeriums bei der Bonner Handelskammer:„Ob und wieweit eine besondere Vertretung des Detaillistenstandes und der Kleingewerbetreibenden in der Handelskammer angebracht sei“ gab diese den Bescheid:„Daß unter ihren 16 Mitgliedern drei Angehörige des Detaillistenstandes, bezw. des Kleingewerbes vorhanden seien und sogar noch ein Bankdirektor aus einer kleinen Stadt, welcher mit den Kleingewerbetreibenden Fühlung habe und mit für deren Interesse einträte. Diese dürften also in ausreichendem Maße in der Kammer zur Vertretung gelangen.“ Hierzu muß bemerkt werden, daß es doch die Kleingewerbtreibenden und die Detaillisten sonderbar anmutet, wenn drei Großstadtdetaillisten und ein Bankdirektor, die über Sorgen und Verhängnisse des Kleingewerbestandes wohl kaum unterrichtet sein können, als Interessen=Vertreter derselben hingestellt werden. Die Handelskammer geht aus der Wahl von cu. 1000 Firmen des Bezirks, soweit sie der 1., 2. und 3. Gewerbesteuerklasse angehören und mit mindestens 56 Mk. Gewerbesteuer veranlagt sind, hervor. Ihnen stehen ca. 6000 Detaillisten und Kleingewerbetreibenden der 4 Klasse gegenüber, die weder wahlberechtigt, noch wählbar sind. Wenn die Handelskammer auch ab und zu etwas tut, was dem Kleinhandelsstande frommt, so haben die Kammern doch im allgemeinen die Interessen der Industrie und des Großkapitals im Auge, welches aus der Zusammensetzung derselben hervorgeht. Niemand hat auch dagegen etwas einzuwenden. Der Kleinhandelsstand will aber gleich den Landwirten, den Handwerkern u. a. Ständen eine aus ihren eigenen Reihen hervorgegangene Standesvertretung, die mit ihnen denkt und fühlt; er will eine Führung, eine Spitze, die auf Mittel und Wege sinnt, wie den infolge der gewerblichen Freiheit und durch den Großkapitalismus an jähen Abgrund gebrach ten Kleingewerbtreibenden noch Rettung in letzter Stunde geschafft werden kann. Dies kann keine Handelskammer, die aus dem Großkapitalismus hervorgeht. Darum ist es an der Zeit, daß der Kleinhandelsstand in dem Handels kammerbezirk Bonn sich zusammenschließt, um geeignete Maßnahmen zur Erhaltung und Hebung des Standes, sowie der gesetzlichen Einrichtung einer Standesvertretung die Wege geednet würden. Ein neuer Erfolg der Firma Rud. Idach Sohn. Wie wir aus einer Beschreibung der Salon=Einrichtung des neuen Lloyddampfers„Berlin“ in den„Bremer Nachrichten“ ersehen, hat in dem wundervoll ausgestatteten Gesellschaftssalon 1. Klasse der kostbare Ibach=Flügel, den die Stadt Berlin dem Dampfer„Berlin" als Patengeschenk überwiesen hat, Aufstellung gefunden. Daß der Magistrat der Stadt gerade einen Ibach=Flügel als„Patengeschenk“ gewählt hat, ist bei der Bedeutung der Berliner Flügelfabrikation im allgemeinen eine Bevorzugung der Barmer Firma, die umsomehr hervorgehoben werden muß, als die von Alters her im Rheinland wurzelnde Firma erst seit ganz kurzer Zeit durch die Errichtung eines eigenen großen Geschäftshauses in Verbindung mit einer zweiten Flügelfabrik und durch die Uebersiedelung eines ihrer Chefs Heimatrechte in der Reichshauptstadt erworben hat. Dandels-Zeitung. Berlin, 1. Mai.(Produktenbörse.) Weizen eröffnete Fr Nai auf Deckungen uum gestrigen Schluhpreis, wäbrend spätere Sichten einige Abgeber im Markt waren, die die rse um ½—2 Mark drückten. Der weitere Verlauf brachte gestützt durch die festen Meldungen von England und des hauernd fehlenden Angebotes, eine erhebliche Steigerung für Juli und September, während der lausende Monat wenig Beachtung fand. Roggen wurde gleich anfangs durch Deckungen per Mai um ca. ½ Mark gesteigert und später durch weitere Nachfrage auf feblendes Angebot noch um ca. ½ Mark erhöht. Auch Juli sowie September zogen infolge von starken Käufen der Provinz um 1 Mark an. ohne daß der Verkehr besonders lebhaft gewesen wäre. Mehl fest im Anschluß an Getreide, aber kaum beachtet. Hafer fest auf Deckungen. Mais auch etwas höher. Rüvöl befestigt. An der Mittagsbörse wurden notiert: Weizen inländischer 245 bis 246 ab Bahn, Mai 246—246,75—246,50. Juli 237—238,50, September 214.25—215,25—215, Oktober 213—213.50—213.25. Stoggen inländischer 175.50—176, Mai 176.25—176.50 bis 175.75—176, Juli 182.75—183—182 25. September 178, Oktober 178.50. Hafer Mai 178, Juli 179.75—179.50. Mais Mai 165. Weizenmehl 00 30—82.50. Roggenmehl 0 und 1 21.50—23.80. Rüböl Mai 53.2—52, Oktober 54.2—54,9 bis 54.7 Mark. Berlin, 1. Mai.(Städtischer„Schlachtpiehmarkt.) Zum Verkauf standen heute: 4994 Rinder, 1612 Kälber, 10623 chafe, 10734 Schweine. Bezahlt wurden(für 50 Kg. Schlachtgew'cht in Mark): Für Rinder: Ochsen: 9) beste 69—74: ausgemästete 61—65: c) mäßig genährte 54—58: d) gemährte 48—52.— Bullen: a) beste 68—66: b) mäßig genährte 55—59: c) gering genährte 49—52.— Färsen und Kübe: a) beste—.—; d) vollfleischige, ausgemästete Kühe 62—65: c) weniger gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 58—61: d) mäßig genährte 52—55: e) gering genährte 48—51. — Kälber: a) beste 98—97; b) mittlere 88—88: c) geringe 57—62: d) ältere gering genährte(Fresser) 45—52.— Schafe: a) beste 69—70; o) ältere Masthammel 66—68: c) mäßig genährte 55—60; d) Holstein.(Lebendgew.)—.—. Schweine: Man zahlte für 100 Pfd. lebend(oder 50 Kg. mit 20 Proz. Tara): a) beste, feinere Rassen 61—62, d) fleischige 58—60; c) gering entwickelte 57—58; d) Sauen 58—59 Mark Das Rindergeschäft wickelte sich ruhig ab und hinterläßt Überstand. Der Kälberhandel gestaltete sich in guter Ware glatt, sonst ganz ruhig. Es wird nicht ausverkauft. Ausgesuchte Kälber wurden mit Preisen über Notiz bezahlt. Bei den Schafen war der Geschäftsgang ruhig: es wird voraussichtlich geräumt. Der Schweinemark setzte anfangs ziemlich glatt ein, verlief aber schließlich ruhig: doch wird voraussichtlich ausverkauft. Ausgesuchte Schweine brachten Preise bis zu zwei Mark über höchster Notiz. Letzte Nachrichten. Bamberg, 2. Mai. Herzog Luitpold v. Bayern' der im hiesigen Kaiser=Ulanen=Regiment als Leutnant steht, tat bei der Preiskonkurrenz des fränkischen Reitervereins einen schweren Sturz mit dem Pferde. Er erlitt Verletzungen am Arm und im Gesicht. Konstantinopel, 2. Mai. Das Kriegsericht verurteilte bisher 9 Personen zum Tode, unter diesen den Mörder des Justizministers Nazim Poscha. Etwa 200 Angeklagte wurden freigesprochen. Konstantmopel, 2. Mai. Die kriegsgerichtliche Untersuchung gegen viele in Jildis angestellte Personen soll sehr belastendes Material gegen Abdal Hamid zu Tage gefördert haben. Maßgebende Faktoren beschäftigen sich jetzt mit der Frage der Beschlagnahme des größten Teils des Vermögens von Abdul Hamid, das zweifellos den Staatsgütern entnommen ist. Lieblich macht ein zartes Gesicht ohne Sommersprossen und Hautuureinigkeiten, daher gebrauchen Sie die echte Steckenpferd=LilienmilchSeife a St. 50 Pfg. bei: Jean Schulz, Eitorf. DompfMaschinen. Bandsägen Kreissägen Drehbänke, Lokomobilen, Pumpen, Stanzen, Pressen, Wasserreiniger, Mörtelmaschinen, Aufzüge etc. billigst gebraucht und neu bei Weinberg & Goldberg, Köln-Bayenthal, Bonnerstr 198/200. Telefon 4309. Wer sich oder seine Kinder von Husten Heiserkeit, Katarrh, Verschleimung. 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Aber er ist schneller gewesen als sie, er faßt ihr Handgelenk mut eisernem Griff.„Glaubst Du wirklich, mich so leichten Kaufes los zu werden? Ich dächte, wir hätten noch eine Rechnung auszugleichen. Elfriede von Holthaus und Franz Gottschall statt Cäcilie Richon und Paul Schonsuß.“ „Ich schreie um Hilfe, wenn Sie meine Hand nicht freigeben!“ Närrin, Du würdest nur Dich selber blamteren! Weißt Du nicht, daß ich Deine Briese in Händen habe?“ Ekel und Haß kochten in ihr auf. Nein, dieser Mann war nicht wert, daß sie ihn mit stummer Verachtung strafte, er sollte es horen, was ihr an der Seele gefressen hatte, seit sein Lügengewebe ihr den Duft ihrer reinen Jugend vergistet hatte, seit sie vor ihm geflohen war, wie ein gebetztes Wild. Sie rüstet sich zum Kampf und ein Zug herber Entschlossenheit legt sich um ihren Mund. Komme, was kommen mag. Er sieht und ahnt vielleicht, was in ihr vorgeht; seine Stimme klingt geschmeidiger, als er sagt:„Nicht so starr, nicht gar so theatralisch. Ich bin nur gekommen. Dich zu fragen, warum Du damals ohne ein Wort der Erklärung von mir geoden on..4 ihr seil Jahren die Erlöfung und Freiheit gebracht hatte, was sie jeden Tag auf den Knien Gott dankte und was ihr dennoch kaum über die Lippen wollte. Heiß jagt ihr Atem und nur stokweise kommt es hervor:„Mit einer Lüge, die zur Anfertigung von Gertenzännen, Bühnerhöfen und Wildgatter. Man verlange über alle Sorten Geflecht-, Stachel-, Spalierdreht, Dreht etc. Preisliste. Dieselben sind in allen Preislagen bis zu den feinsten Qualitäten steis auf Lager Verz. Waschleinen, verz. Hähnernester. Sämtliche Gartengeräte. Spaten 80 Pfg. Nwe. Caspar Menzler, Troisdorf, Inh.: W. Menzler. AllerPisenerAllright- I. NeekarsulmerFahrräder sind die besten Deutschen Marken. Sämtliche Zubehörteile, Laufdecken und Luftschläuche in jeder Preislage. Reparaturwerkstätte mit Kraftbetrieb. F. H. Kaiser, Hennef a. d. Sieg. Siegtaler Baumaterialienund Baugeschäft Hennef-Warth. Abteilung 1. Baugeschäft. 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Der Besitzer Katbolisches Volkod! seinigem illustriertem Brieftr Franz Radermacher. HerrenGarten Siegburg. :: Dienskag, den 4. Mai:: MilitärAbonnements-Konzert. bernn. Stücwei A.-G. Stettin. Generalvertreter Joh. Gerlach, Köln, Untergoldschmied 20. herders kreiburg im Breisgau Berlin, Karlsruhe, München, Straßburg, Wien, St Louis, Mo. Konversations= Lexikon Dritte Auflage. Acht Bände. Reich illustr. Mark 100.— Kr 120.— Tellzahlungen Durch alle Buchhandlungen zu veriehen ein Verbrechen war, lockten Sie das vertrauende Madchen an sich, schwuren Liebe und Treue. Ehe glück und sorgloses Leben. Sie, der verheiratete Mann, der Vater, der ein Bettler war, weil er das Vermögen von Weib und Kind verpraßt hatte.“ „Weil ich Dich liebte! Du weißt, daß alles um Dich geschah!" „Luge auf Lüge! Wie ich umgarnt wurde, war andern vor mir ergangen, und wenn ich nach Freiheit schrie, wurde ich mit Drohungen geknebelt, bis ich mich losriß mit dem Verzweiflungsschrei Lieber sterben, als diese Marter länger tragen!" „Marter? Soll ich Briefe von Cacilie Richon lesen, die sich die Aussicht, als mein Weib zu leben, nicht wie eine Marter ausmalen?“ „Ich stand allein, unerfahren, mittellos, mit der großen Sehnsucht der Kunstlerin in der Welt; da griff ich vertrauend nach der Hand, die sich mir mit gleißenden Worten bot, ohne zu ahnen, daß es die Hand eines Schurken sei.“ „Reize den Schurken nicht, der leicht Deinen Künstlerehrgeiz vernichten lann!“ „Ich fürchte mich nicht!“ „Auch nicht, wenn man gewissen Berehrern gewisse Briefe zeigen und kleine Details von dem Leben geben möchte, das sich in der Vorstadtwohnung von Frankfurt abspielte?“ Heiß quillt eine dunkle Blutwelle in Elfriedes bleiche Zuge mit drobender Geberde hebt sie die Hand:„Ich fürchte mich nicht, und wir sind fertig!“ Er hat es diesmal übersehen, daß sie die Klingel in Bewegung setzte. Als der Klang sein Ohr trifft. knirscht er mit den Zähnen:„Es wäre klüger. Du hättest mich zum Freunde als zum Feinde!" Sie gibt keine Antwort mehr; als Trude eintritt, befiehlt sie ruhig:„Führe den Herrn hinaus.“ „Adieu Cacilie! Auf Wiedersehen!“ sagt er laut und zudringlich, und als sich die Tür geschlossen hat, sinkt sie in einen Sessel und schluchzt auf, elend, bis ins niefste Herz getroffen. Da war der Schtten, das grauenvolle Etwas, das sich an ihre Fersen heftete, das sie verfolgte bis in ihre Träume. Wohl war sie damals geflohen aus dem Heim, das sie in kindlicher Torheit mit sammen. Franz Gottschall zog tief den weichen dem Manne geteilt, der ihr die Ehe und den Frie= Filzhut:„Verzeihung, Perr Referendar, aber wenn den stiller Häuslichkeit versprochen hatte, bis sie Sie zu Elfriede wollen.. vergebene Liebesmüh!" umgarnt von seinem Lügengewebe und in seine! Der Referendar lüftete leicht den Hut:„Ab. Sie Hände gegeben war. Als sie die Wahrheit erfuhr, sind es, Herr Gottschall? Was tausend, Sie verdaß sie beirogen und belogen war, daß er an eine kehren bei der schönen Tragödin?“ Gottschall, der in einem Hause nahe dem Si Tages auf und davon ging. den Tod oder ins Elend, nur andere gebunden war, daß er Weib und Kind ver lassen hatte, da war es zu spät gewesen; ihr guter Ruf war zeintort und apathisch lebte sie hin, dis die. Brutalität des Mannes sie aus der Lethargie erweckte und sie eines Gleichoiel, ob in frei von den entehrenden Banden. losgerissen von dem Scheusal, das Liebe geheuchelt und als ein Verworfener sie um ihr kleines Erbteil gebracht hatte, um ihren Glaube; und Glück. Und nun kroch die Erinnerung noch ei nal schwarz vor ihr her. wie ein Gespenst, das ihr erweckte, was sie tot und vergessen gewähnt hatte. „Ich werde Dich verfolgen und vernichten, wenn Du Dich von mir lossagst, kein Mittel werde ich scheuen. Dich zu Grunde zu richten, und wenn ich auch mit zu Grunde gehe!“ So hatte er einst gesagt, als sie gefleht und gebettelt:„Gib mich frei, Du bist nicht der, dem ich mein Wort gab, Du gehörst einer anderen und ich sehne mich nach Frei heit!“ Sollte er die Macht haben, sie zu ten? * gestor auf einem Flur mit Péyland wohnte, lächelte unverschämt und sagte:„Alte Bekanntschaft““ „Nee. nee.“ sagte, mit der Hand abwinkend, Pöhland.„Ist sie wirklich nicht zusprechen?“ „Geben Sie sich keine Mühe! Uebrigens, unter uns gesagt, sie hat schon ihren Protektor!“ Was Sie sagen? Oder.. sind Sieam Ende eifersüchtig und wollen mir nur den Weg abschneiden?“ Gottschall lachte hell auf:„Auf Wort, sie hat ihren Beschützer.“ „Wen denn?" „Alle Tage soupiert er bei ihr ein steisseinener Professor, der vielleicht sogar im stande wäre, eine Torheit zu begehen.“ „Und der Mann heißt?“ Gottschall gab keine Antwort. Sie traten auf die Straße; es regnete in Ströund Pöhland men. und Pöhland schlug Herrn Gottschall vor, in vernich= ein nahegelegenes Cafe zu gehen. „„. Der Buchhalter sah nach der Uhr; es blieben Nein!" jubelte ihre Seele auf.„Ich rang mich ihm noch gute zwanzig Minuten, und bald saßen die ich war die Betrogene, beiden an einem der kleinen Marmortische schlürften ihren Kaffee, rauchten Pöhlands feine Zigarren und der Buchhalter gab Details aus der VerUnd sie streicht die jeuchten Locken aus der Stirn gangengen Elfriede von Holthaus rrei=, die dem und trocknet die heißen Augen. Herrn Referendar den beroischen Entschluß einga„Trude!" ruft sie,„nie wieder läßt Du diesen den, für seine Person den Schwarm fur die Tragödin Menschen vor, und erzwingt er je den Eingang, so nicht aufzugeben, aber seinen Freund, Baron Buschbleibe an meiner Seite. Ich fürchte mich vor Nar= beck, vor der blonden Schönheit zu warnen, die den los aus entehrenden Fesseln nicht die Schuldige! Ein Kind, ein unerfahrenes Geschöpf konnte er einschüchtern, nicht mich ren und Schurken; in diesem Menschen steckt von beiden ein Teil.“ Pfeifend war Franz Gottschall, alias Paul Schönfuß, die Treppe hinuntergestiegen. Auf dem unteren Vorplaz stieß er mit Referendar Pöhland zuseltsamen Eigensinn besaß, ihre Anbeter auf„ernte Absichten“ mit dem Schlußkavitel„Ehe" zu prufen. Erselber war zu klug und ließ sich nichtfangen. Das Ergebnis dieser Cafehaussitzung warnun die Unterhaltung Baron Buschbecks und des Herrn Referendars nach dem Souper bei Stupla. 164,17 Doli * Das Abkomme und der nordameri! gewerblichen Reck folgendes: Die in setzen bei den Staa Falle der Nichtau musters, Musters o sonstige Beschränkur die den Angehöri Teiles gewährten Modelle nur in der eigenen Angehörig wendung finden. seiner Verkündung von zwölf Monate eines der Vertrag * Über den Stal tage wird mitgetei geordnetenhauses ko Der Etat wird noc Erbebliche Zeit wei Berggesetznovelle 1 Vorlagen befinden Beratung beider Vi vor Pfingsten erled dritte Beratung fol haus mit den Vo die Durchberatung Vorlagen voraussi werden. Die dies Von noch längeren nächste Tagung sei Geschäften zwei gl das Fideikommißge schwierige Materie sicherlich Monate b * Dem Reichsta Etatsgesetzes zuge Paragraphen und nahmen und Ausge veranschlagt und o werden müssen. Be jahres, spätestens zweiten Jahr ist de Übersicht sämtlicher Jahres vorzulegen nahmen ist durch dem Reichstag zur Die Deckung der ir ordentliche gekenn darüber nicht ander zur Höhe der bein Nennbeträgen im Schutzgebiete. * Um den höher schen Staatsbahn in die Mitgliedstell wird die Zahl de mit höheren Techni Zu diesem Zweck s# Haupt= und Nebeni Wirkungskreises d inspektionen erhalte als Vorstand, wäh inspektionen den n denen nach einer sendere Ausbildung geschlossene akaden wohl aber ein Stu technischen Hochschu praktische Vorbildr schließen. .— Pine TISI ∆ Roman Sie saßen in d Rauchsalon, den eir tes Licht hüllte. D Rheinwein servierer er auf den Redesch langsam im Schau Pöhland mit seinen täten zu Ende ist, fr sen Sie denn das doch kaum vierzehn Pöhlaid dreht Höhe und bläst la durch die Nase; d# das„Woher" nich absolut kein Grund sogar das sehr zw nüssen, mit einem erweckendem Beneh tral den Verdaun tails zu erfahren.“ „Aber das war ischbeck blasiert. und, sagen wir al so furchtbar wichtig „Sie machten a lieber Baron.“ „Gewiß, wie es Pöhland sieht zen sich. Nach ein dar.„Das ist la Helthaus in Ihne gulng. also stehen „Ist das der Die Blschbeck hat b seite gelegt und ist ten durchmißt er in leichtem Tone trazisch heute, lieb mit meinen speziel kommen, aber da 2.