Montag, 20. August 1934 Stadt=Bibliothek ###Gladbach. 32. Jahrgang— Nr. 192 Allgemeiner Anzeiger für den Industriebezirk Gladbach- Rheydt- Obenkirchen Bezugevreis monatlich 2.00 R.=Ml., im Voraus zahlber. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage. Richterschetnen einzelner Nummern dieses Blatteo infolge döderer Gewelt. Verdot oder Streik entbindet nicht von der Jahlung des Adonnementogeldes Geschaftsstellen: Rheydt, Jos.=Coebbels=Straße 20, M. Gladbach, Hindenburgstr. Odenkirchen, Jur Burgmühle4 mit Sport und täglicher Romanbeilage. Telefon 40133 Amt Rhendt Gladbacher Anzeiger Anzeigenpreie: für die 1Nillimeterzeile 7 Df., Reklameteil 30 Pf.— Für Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen oder bestimmten Oläten wird keine Gewähr übernommen. Erfüllungvort Rherdt.— Für unverlangt eingesandte MNanuskrivte wird nicht gehaftet.— Dostscheckkonte Röln 41060 Druck und Verlaa: Albert Wolf, Rhendt. Das deutsche Volk und sein Führer eins Rund 90 v. H. der abgegebenen Stimmen mit„Ja“— Allerstärkste Wahlbeteiligung Vorläufiges amtliches — Berlin, 20. August. Der Reichswahlleiter gibt das vorläufige Endergebnis um 3,15 Uhr wie folgt bekannt: Zahl der eingetragenen Stimmberechtigten Zahl der ausgegebenen Stimmscheine Gesamtzahl der Stimmberechtigten Davon: Ja=Stimmen Nein=Stimmen Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen Ungültige Stimmen Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen Die Wahlbeteiligung betrug 95,7 Prozent. Von den abgegebenen Stimmen entfallen 89,9 Prozent auf Ja-Stimmen und 10,1 Prozent auf Nein=Stimmen. 42272012 3201623 45473635 38362760 4294654 42657414 872296 43529710 Deutschland im Zeichen der Volksbefragung Vom Volke erkoren S Zum Führer geboren, vom Volke erkoren, das war die Devise, unter der das deutsche Volk bei der gestrigen Volksbefragung abstimmte. Rund 90 vom Hundert aller deutschen Wähler haben wiederum Adolf Hitler ihr Vertrauensvotum gegeben. Damit ist der beste deutsche Mann erneut in seinem Amte bestätigt, damit sind die Erwartungen erfüllt, die man auf diese Wahl gesetzt. Damit ist aber auch wieder ein innerpolitischer Sieg der nationalsozialistischen Bewegung errungen, wie ihn in dieser Geschlossenheit kein anderes Volk kennt. Außenpolitisch ist dieser überragende Sieg von ganz großer Bedeutung, wird dadurch einer Welt doch wiederum bestätigt, daß das deutsche Volk und seine Führung vollends eins sind. Die deutschen Volksgenossen waren sich in ihrer überwältigenden Mehrzahl über das Erfordernis dieser Wahl im klaren. Das Ergebnis zeigt, daß die staatspolitische Erziehungsarbeit der NSDAP in den letzten Jahren beinahe hundertprozentig das ganze Volk erfaßt hat, daß man sich dessen bewußt ist, daß nur ein einig Volk von Brüdern die vielen, schweren Aufgaben, die es für Volk und Vaterland noch zu lösen gibt, geschlossen bewältigen kann. Der Führer hat sich freiwillig seinem Volke zur Wahl gestellt nach den Grundsätzen der deutschen Demokratie, zu dem Zeitpunkt, als er nach dem Tode des Reichsoberhauptes die ganze Last der Verantwortung auf seine eigenen Schultern nahm. Nach des Volkes fast einstimmiger Willenskundgebung ist er wiederum berufen, die deutschen Geschicke in der Zukunft zu lenken. Großes muß noch geleistet werden. Gestützt auf das Vertrauen seiner Volksgenossen kann Adolf Hitler an die neuen Aufgaben herangehen. Die neue Regierung, das hat diese Volksbefragung erwiesen, steht im Inneren Deutschlands weiter so fest, wie nie eine Regierung zuvor erfochten. Die deutsche Einheit hat einen neuen großartigen Sieg erfochten. Die wenigen Neinsager und Quertreiber fallen nicht in die Waagschale. Die haben leider Gottes immer noch nicht erkannt, um was es bei dieser Wahl eigentlich ging. Gewichtig ist der neue Sieg in außenpolitischer Hinsicht. Keiner der Widersacher der deutschen Sache wird wohl jetzt mehr aufzustehen wagen, um zu behaupten, hinter der neuen Regierung stünde nicht das Volk. Die Illusionen, die man sich in gewissen Kreisen des Auslandes vorzugaukeln wagte, sind durch das gestrige Abstimmungsergebnis, zerflattert. Es gibt nach innen und außen nur ein einiges Deutschland, und das führt Adolf Hitler, der erneut vom deutschen Volke bestätigte Volkskanzler und Treuwalter des Erbes des großen verstorbenen Staatsoberhauptes. Bei der Reichstagswahl am 12. Novemder 1933 wurden 45 127 969 Wahlberechtigte gezählt und 42975 009 abgegebene gültige Stimmen. Davon erhielt die NSDAP. 39626 647 Stimmen, gleich 92.2 Prozent. Ungültig waren 3348 362 Stimmen gleich 7,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug damals nur 95,2 Proz. Diesmal ist die Zahl der Reinsager um einen geringen Prozentsatz stärker geworden. Die Gründe dafür sind verschiedener Art. Scheinbar haben manche Leute allzusehr vom innerpolitischen Standpunkte aus die Wahl betrachtet. während es doch in Wirklichkeit darum ging, der Regierung außenpolitisch eine neue Stütze zu geben. Auch„land schaftliche“ Gründe sind bei dem Ergebnis zu berücksichtigen, wie das die an anderer Stelle mitgeteilten Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise erkennen lassen. Alles in allem gesehen ist der 19. August wiederum ein Ehrentag für das gesamte deutsche Volk und seine Führung gewesen. Das Volk hat sich mit dem Wahlergebnis selbst ein Zeugnis seiner politischen Reise ausgestellt. In Brüderlichkeit hat sich das deutsche Volk in seiner Mehrheit zusammengefunden. Vom Volk bestätigt, wird Adolf Hitler Deutschlands Geschicke einer besseren Zukunft entgegenführen. Dabei wollen wir ihm alle auch fürderhin mit allen Kräften mithelfen! Berlin, 19. Aug. Die Reichshauptstadt stand bereits in dea früher. Morgenstunden im Zeichen der großen Volksbefragung. Schon von 6 Uhr morgens ab zogen die Kolonnen der SA und 5I mit ihren Kapellen, Spielmannszugen und Fanfarendläsern durch die Straßen der Stadt, um auf Plätzen und Straßenkreuzungen durch Sprechchöre die Volksgenossen an ihre Wahlpflicht zu erinnern Die Wahlhandlung wickelte sich allgemein äußerst diszipliniert und ruhig ab, sodaß niemand längere Zeit zu warten brauchte. Gegen 10 Uhr war Berlin, insbesondere aber die Innenstadt, von Menschen überflutet. Immer wieder begegnete man den Formationen der draunen Friedenesoldaten des Führers, den Marschzügen der HitlerJugend und großen fahnengeschmückten Lastwagen mit Sprechchören oder aufmontierten Lautsprechern, die die Parole des Tages ansagten. Wohl kaum ein Wahllokal war so umlagert, wie das Kaffee Rudloff in der Kanonierstraße, das schon seit Jahren den in Berlin anwesenden Reichsministern zum Wahllokal dient. Kurz nach 8 Uhr erschien Reichsminister Dr Göbdels. mit stürmischen Heilrusen begrüßt. Umgeben von einigen ihn begleitenden SS=Männern gab der Reichsminister nach dem Aufruf seines Stimmscheines Nr. 16 den Briefumschlag ab. Mit einem dreifachen Siegheil verabschiedeten sich der Wahlvorstand und die im Lokal anwesenden Volksgenossen vom Minister. Die gleiche stürmische Begrüßung wie Reichsminister Dr. Göbbels wurde auch dem Reichsinnenminister Dr. Frick zuteil, der in Begleitung seiner Gattin gegen 10.90 Uhr ebenfalls im Kaffee Rudloff erschlen und seine Stimme abgad. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudoff Heß. ging in München zur Wahlurne. Ministerpräsident Göring weilte auch heute auf seiner Besitzung bei Berchtesgaden. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath stimmte von seinem Gut Leinfelden in Württemberg aus ab. Der Reichsverkehrs= und Postminister von Eltz=Rübenach, der sich zur Zett auf der Insel Juist aufhält, ging dort zur Wahl, während Reichserziehungsminister Rust, der im Anschluß an seine Wahlreise einen kurzen Erholungsurlaub angetreten hat, in der Provinz abstimmte Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der augenblicklich die Geschäfte des erkrankten Reichswirtschaftsministers Dr. Schmitt führt, weilte am heutigen Sonntag auf seinem Gute Gühlen in der Nähe von Rheinsberg, wo er am Vormittag gegen 11 Uhr seine Stimme abgab. Die Reichsminister Seldte und Dr. Gürtner hatten sich Stimmscheine besorgt. Vor der Reichskanzlei und dem Propagandaministerium stauten sich die Massen. Stundenlang stand die Menge Kopf an Kopf. Ein größeres Polizeiaufgebot mußte bald mit Seilen, die die Bürgersteige entlang gespannt wurden, die notwendigen Absperrungsmaßnahmen vornehmen. Imwer wieder klangen stürmtiche Heilrube zu den Fenstern der Reichskanzlei auf, spontan wurden abwechselnd das Horst Wessel= und Deutschland=Lied gesungen, lautes Händeklatschen ertönte. Jeden erfüllte die stille Erwartung, daß diese begeisterten Ovationen vielleicht doch noch den Führer ans Fenster rusen würden * Der Führer am Fenster der Reichskanzlei Mittags vor der Reichskanzlei. Wie ein Sturmesbrausen klang das unaufhörliche Heil über den weiten Platz. Dann: Wir wollen unseren Führer sehen.— Andere: Wie können nicht zum Wählen gehen, eh' wir nicht unseren Führer sehen.— Da schien es, als ob sich die Gardine am Fenster des Zimmers bewegte. Hände hoben sich:„Deutschland, Deutschland über alles“ ertönt, aber— es war doch wohl eine Täuschung: das Fenster blied verschlossen. Abermals setzten die Sprechchöre ein:„Eins, zwei, drei, vier, fünf. bis zehn, wir wollen unsern Führer sehn.— Händeklatschen. Heilruse. Immer und immer wieder drausendes Heil im Wechsel mit Sprechchören und Gesang. Kurz vor 12.30 Uhr aber plötzlich und unerwartet erscheint am Fenster im ersten Stock: der Führer.— Ein Sturm nicht endenwollender Begeisterung bricht los. Donnernd klingen die Heilrufe zum Fenster hinauf. Immer und immer wieder winkte der Führer. Machtvoll klang das Deutschlandlied und das Horst Wessel=Lied über den Platz * Aus dem Reich Die dis zum Sonntagnachmittag aus allen Tetten de: Reiches eingegangenen Berichte besagen übereinstimmend daß der Andrang zu den Wahllokalen bereits in frühester Morgenstunde außerordentlich stark einsetzte, sodaß dis zu Mittogostunde fast überall 70 bis 80 vom Hundert der Deutschland flaggt zu Ehren des Wahlsieges. Berlin. 20. Aug. Aus Anlaß des überwältigenden Treuebekennknisses des deutschen Bolkes zu seinem Jüdrer Adolf hiller flaggen die Gedäude des Reiches, der Länder. der Gemeinden, der Körperschaften des öffenklichen Rochter und der öffenklichen Schulen auch am Monlag, dem 20. August 1934. Reichsmintfter des Innern I. B. Psundince. Die Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise Wahlberechtigten bereits ihre Stimme abgegeben hatten Im einzelnen liegen folgende Berichte vor: Hannoner. In ganz Niedersachsen herrscht freudigste Stimmung. Aus allen Orten wird außerordentlich starke Wahlbeteiligung gemeldet. In Peine, der Stadt der großen Eisenhütten und des Walzwerks, gab Reichsminister Kerrl, der die Nacht zum Sonntag in seiner Heimatstadt verbrachte, eine Stimme in seinem alten Wahllokal ab. Bremen. Die alte Hansestadt leitete den Abstimmungstag mit einem viertelstündigen Glockenspiel ein. Schon um 8 Uhr früh standen die Volksgenossen vor einzelnen Wahllokalen Schlange. Aus allen Kreisen des Gaues Weser=Ems laufen Meldungen von starker Wahlbeteiligung ein. Das Gleiche wird aus den nördlich von Hannover gelegenen Landkreisen gemeldet. Trotzdem dort die Gehöfte oft viele Kilometer auseinander liegen und die Bevölkerung einen langen Abmarschweg bis zum nächsten Wahllokal zu bewältigen hat, beteiligte sie sich geschlossen an der Abstimmung. Braunschweig berichtet über großen Andrang der Abstimmungsberechtigten. In der Stadt wie auf dem Lande standen die Volksgenossen oft in langen Reihen, bevor sie ihren Stimmzettel abgeben konnten. Vor den Wahllokalen sieht man häufig das Bild des Führers, von frischem Grün umrahmt, flankiert von SA=Männern. Hamburg steht heute noch ganz unter dem gewaltigen Eindruck des Führerbesuches in dieser einstmals roten Hochburg. Der Führer und Kanzler des deutschen Volkes hat sich durch seine Anwesenheit auch die Herzen der wenigen noch abseits Stehenden im Sturm erobert. Die ungeheure Begeisterung die am Freitag die ganze Stadt überschwemmte, ist keineswegs abgeebbt. Ueberall herrscht festliche Stimmung. Es ist, als weile der Führer noch in den Mauern der alten Hansestadt. Dresden. Der Abstimmungssonntag wurde in ganz Sachsen wie ein großer Feststtag begonnen. Ueber Nacht ist die Ausschmückung der Häuser und Straßen noch vermehrt worden. Fanfarenklänge und Sprechchöre mahnten die Langschläfer, und der Ruf wurde überall gehört und verstanden. Viele Verbände, darunter auch die Kriegsopfer, zogen in zahlreichen Orten schon am Vormittag zur Abstimmung. Alle Verkehrsmittel sind in den Dienst der großen Sache gestellt. Die Reisezeit macht sich in der großen Zahl von Wahlscheinen bemerkbar, von denen allein in den vier Städten Dresden, Leipzig, Chemnitz und Plauen über 130000 ausgestellt wurden. Bereits um 12 Uhr mittags wurde aus zwei kleineren sächsischen Orten eine Wahlbeteiligung von 100 v. H. gemeldet. Erfurk. In Thüringen erreichte der Werbefeldzug für das„Ja“ des 19. August am Vorabend des Abstimmungstages noch einmal einen eindrucksvollen Höhepunkt. SA. SS und andere Verbände marschierten mit Fackeln durch die Straßen. Ein großes Wecken leitete in vielen Orten den Abstimmungstag ein. Mänchen. Der Führer rief, und alle, alle kamen. Das ist der grode Eindruck vom Abstimmungstag in der bayerischen Landeshauptstadt. Der große Tag begann mit einem letzten „Wecken“. 25 Musikkapellen durchzogen die Stadt. Die Fenster öffneten sich, und siegesfroh winkten sich die Menschen einander zu. Mit lebhaftestem Interesse verfolgten die zahlreichen Ausländer, in der Hauptsache Engländer und Amerikaner, die Wahl. In ganzen Kolonnen wanderten die Gäste von Wahllokal zu Wahllokal, um sich selbst zu überzeugen, wie das deutsche Volk sich zum Führer bekenn“ Wahlkreis 1. Ostpreußen. Stimmberechtigt 1 496 880, Ja 1 352 433, Nein 57184, Ung. 10 789, Abgeg. Stimmen 1 420 406. Wahlkreis 2, Berlin. ORB-Zählung. Endergebnis: Ja 986 334, Nein 224 558, Ung. 31 233, Abgeg. Stimmen 1234 127. Stimmberechtigt 1 367 837. Wahlkreis 3, Potsdam 2. Stimmber. 1 459 433, Ja 1089 887, Rein 201 518. Ung. 33 503. Abgeg. Stimmen 1324 908. Wahlkreis 4, Potsdam 1. Stimmber. 1 591 358, Ja 1 339 341, Nein 154 642, Ung. 28 244, abgeg. Stimmen 1522227. Wahlkreis 5. Frankfurt-Oder. Gesamkergebnis: Stimmber. 1134 294, Ja 1031 112, Nein 58 417, Ung. 13 979. Abgeg. Stimmen 1 103 508. Wahlkreis 6, Pommern. Stimmber. 1338 701, Ja 1 187 259. Nein 84 659. Ung. 17 529, abgeg. Stimmen 1287 447. Wahlkreis 7. Breslau. Stimwber. 1332 573. Ju 1 116 829. Nein 117 584, Ungültig 22 846, abgeg. Stimmen 1 259 259. Wahlkreis 8, Liegnitz. Amkl. Gesamtergebais: Stimmber. 864 859. Ja 755 270, Nein 63 535, Ung. 17 100. Abgeg. Stimmen 835 905. Wahlkreis 9, Oppeln. Stimmberechtigt 877 327. Ja 793 216, Nein 66 652, ungültig 15 806. Stimmscheine 36 094, abgegebene Stimmen 875674. Wahlkreis 10, Magdeburg. Stimmber. 1184 949, Ja 1 026 446, Nein 99 953, Ung. 21 854. Abgeg. Stimmen 1147 853. Wahlkreis 11, Merseburg. Wahlber. 1 010 796. Abgeg. Stimmen 982619. Ja 884 631, Nein 78 474, Ung. 19 514. Wahlkreis 12, Thäringen. Stimmber. 1 604 860. Ja 1 433 488, Nein 121 500, Ung. 33 120, abgeg. Stimmen 1 588 460. Wahlkreis 13, Schleswig=Holstein. Stimmber. 1 185 846, Ja 955 439, Nein 144736, Ung. 25 246, Abgeg. Stimmen 1 125 425. Wahlkreis 14, Weser=Ems. Gesamtergebnis: Stimmberechtigte 1092309. Ja 873745. Nein 137 124, Ung. 27 239, Abgeg. Stimmen 1 033 108. Wahlkreis 15, Ost-Hannover. Amkl. Gesamtergebnis: Stimmber. 770 965, Ja 663 176, Nein 61 436, Ang. 11 927, abgeg. Stimmen 736 519. Wahlkreis 16. Südhannover-Braunschweig. Stimmber. 1 405 748. Ja 1 217 985, Nein 111 439. Ung. 21 861, abgeg. Stimmen 1 351 285. Wahlkreis 17. Westfalen Nord. Gesamtergebnis: Stimmber. 1750 380, Ja 1360 449, Nein 255 454, Ung. 47 948, Abgeg. Stimmen 1 663 851. Wahlkreis 18, Westfalen-Süd. Stimmber. 1728 917, Ja 1 407 723. Nein 209 045; un gültig 35 478, abgeg. Stimmen 1652 246, Stimmscheine 103 176. Wahlkreis 19, Hessen-Nassau. Wahlber. 1 800 725, Abgeg. Stimmen 1748611, Jo 573 238, Nein 145 114, Ung. 30 259. Wahlkreis 20, Köln-Aachen. Stimmber. 1571 548, Ja 1 193 894, Nein 264 955, Ung 41 122. Abgeg. Stimmen 1 499971. Wahlkreis 21, Koblenz-Trier. Stimmber. 902 207, Ja 742 600, Nein 105 729, Ung 29 561, Abgeg. Stimmen 877 890, Stimmscheine 88 711. Wahlkreis 22, Düsseldorf=Ost. Stimmber. 1 428 154, Ja 1 276 992, Nein 144 206. Ung. 18 079. Abgeg. Stimmen 1 439 279. Wahlkreis 23, Düsseldorf=West. Ja 1 087 954. Nein 103 029, Ung. 21 225. Wahlkreis 24, Oberbayern-Schwaben. Stimmber. 1 650 045, Ja 1655 395, Nein 164 291, ungültig 30 514, Abgeg. Stimmen 1 850 200, Stimmscheine 291 805. Wahlkreis 25, Niederbayern. Stimmber. 887 301, Ja 770 343, Nein 51 391, Ungültig 15 394, abgeg. Stimmen 847 128. Wahlkreis 26, Franken. Gesamtergebnis: Stimmber. 1786 217, Ja 1619117, Nein 89 096, Ung. 31 201, abgeg. Stimmen 1739 414. Wahlkreis 27, Pfalz. Gesamtergebnis: Stimmber. 622113, Ja 622359, Nein 21 829, Ung. 4246, Abgeg. Stimmen 648 434, Stimmscheine 38 764. Wahlkreis 28, Dresden=Bautzen. Gesamkergebnis: Stimmber. 1379 355, Ja 1200 965 Nein 105 568, Ung. 32 030, Abgeg. Stimmen 1 338 563. Wahlkreis 29, Leipzig. Stimmberechtigt 952 301, Ja 764 836, Nein 133 680, Ungültig 23 112, abgeg. Stimmen 921 628. Wahlkreis 30, Chemnitz-Zwickau. Vorl. Amkl. Gesamtergebnis: Stimmber. 1293.029, Ja 1 160 764, Nein 124632, Ung. 33 663, abgeg. Stimmen 1 319 059, Stimmscheine 68 206. Wahlbeteiligung 96,8¾. Wahlkreis 31, Württemberg. Begeisterte Kundgebungen für den Führer Berlin. 19. Aug. Kurz nach sechs Uhr nahm der Zustrom zum Wilhelm=Platz eine volkswanderungsähnliche Gestalt an. Von allen Zugangsstraßen= aus der Untergrundbahn, sowie in langen Autoketten kamen Menschen, Menschen. Gegen ½7 Uhr zeigte sich auch der Führer wieder am Fenster der Reichskanzlei. An seiner Seite stand diesmal Gesandter von Papen. Die dem Kanzler dargebrachten Ovationen glichen einem brausenden Orkan. Gegen 7¾ Uhr verließ Reichsminister Dr. Göbbels, begleitet von zahlreichen Heilrufen, die Reichskanzlei, um sich in das gegenüberliegende Propagandaministerium zu begeben. Auf dem Balkon des Propagandaministeriums war ein Riesenlautsprecher aufgebaut. Die ersten Wahlresultate wurden bekannt; neben den ununterbrochenen Heilrufen, die dem Führer galten, klang jedesmal brausender Jubel, wenn durch den Lautsprecher ein neues Resultat verkündet wurde. Unzählige Male tönte das Deutschland= und HorstWessellied brausend und jubelnd zu den Fenstern des Führers empor. Plötzlich, fast unerwartet, wird kurz vor 9 Uhr abermals Licht im Arbeitszimmer des Führers. Minutenlanges donnerndes Jubelbrausen, minutenlanges Winken und Danken des Kanzlers.— Heil— Heil— Heil! Um 9 Uhr zieht ein Gelbitter aus. Daraus, daß nur wenige Schirme aufgespannt, werden, ist zu erkennen, wie lange die Menschen hier schon stehen und warten. Viele in hten Sommerkleidern, ungeschützt dem Gewitter ausgesetzt, suchen soweit möglich in den Haustüren und unter den Bäumen oder den Hausvorsprüngen Schutz. Das Gros aber wankt und weicht nicht. Es singt und ruft und jubelt weiter. Diese Ausdauer und diese wunderbare rührende Treue muß ja belohnt werden, und in der Tat erschien der Führer abermals und diesmal blieb er minutenlang am Fenster, beugte sich weit vor, damit ihn die Menschen aus den Nebenstraßen auch sehen konnten, und dankte ununterbrochen. Dieser Wall von Menschen und dieses Meer von erhobenen Händen, gespenstisch beleuchtet von den zuckenden Blitzen, ohne Schutz vor dem immer stärker werdenden Regen, jauchzend, singend, rusend in einer Ausdauer und einer Stärke, daß man selbst das Krachen des Donners noch kaum vernahm— das war ein Erlebnis für alle, die hier vor ihrem Führer standen. Kaum ist das Unwekker vorbei, da stehen die Menschen in der Wilhelmstraße auch schon wieder wie eine Mauer. Es scheinen ihrer noch mehr geworden zu sein. Schon bei letzten Volksabstimmung standen dier Tausende und Adertausende, aber die Ziffer kann auch nicht entfernt einen Vergleich mit der aushalten, die heute zu nennen wäre. Um K nach 10 Uhr wird das Fenster in der Reichskanzlei wieder hell. Trotz der starken Absperrung gelingt es einigen, bis unter das Fenster zu kommen. Sie versuchen, dem Führer Blumen zuzuwerfen, aber ihre Wurfkraft reicht nicht aus. Auch diesmal bleibt der Führer minutenlang am Fenster. Er beugt sich noch weiter hinaus, damit ihn alle sehen können Aus der Ferne klingt Marschmusik herauf. Der Jackelzug komml. Die Musik kommt näher und näher. Man hört schon den Marschtritt der Kolonnen. Und dann leuchet über der Menge unten in der Wilhelmstraße der Feuerschein der Fackeln auf. Die Freiheitsfahnen wehen. Eine unendliche Feuerkette zieht heran. Jetzt kommt sie am Wilhelm=Platz an. Und nun steigt ein einziger Jubelschrei empor. Spontan stimmt die Menge, als sie der SA=Fahnen ansichtig wird, das Horst Wessel=Lied an. Der Führer grüßt mit erhobener Rechten die wackeren SAMänner, die durchnäßt, mit strammem Schritt am Reichskanzlerpalais vorbeiziehen. Die Musik ist eingeschwenkt und hat mit den Spielmannszügen dem Haupteingang gegenüber Aufstellung genommen. Unendlich lang zieht sich die Kette der Kolonnen vorüber * Kundgebungen ohne Ende in der Wilhelmstraße. Berlin, 20. Aug.(Eig. Drahtb.) Auch nach beendetem Fackelzug blieben die Menschen wie angewurzekt vor dem Reichskanzler=Palais stehen. Sie sangen und riefen unentwegt, und selbst der Hinweis vieler Einsichtigen, daß die letzten Tage und gerade der Wahltag selbst an den Führer außerordentliche Anforderungen gestellt und daß ihm schließlich auch in dieser Nacht noch lange keine Ruhe vergönnt sei, halfen da nicht viel. Schließlich aber schienen sie doch ein Einsehen zu haben, denn die Sprechchöre riefen: „Lieber Führer, sei so nett, komm doch mal ans Fensterbrett; Laß Dich nur noch einmal sehen, dann woll'n wir auch nach Hause gehen.“ Stimmber. 1 895 433, Ja 1 697 300, Nein 118 545, Ung. 32 042. Abgeg. Stimmen 1847 887. Wahlkreis 32, Baden. Gesamt ohne Bahnhof Karlsruhe: Stimmber. 1 664 522 Ja 1 406 876, Nein 143 763, Ung. 42 266, Abgeg. Stimmen 1 592 906. Wahlkreis 33, Hessen-Darmstadt. Gesamtergebnis: Stimmber. 959 904, Ja 863 965. Nein 89 804, Ung. 19 710. Abgeg. Stimmen 973 479, Stimmschel. ne 53619. Wahlkreis 34, Hamburg. Ja 650 872, Nein 167 990, Ung. 21 369, abgeg. Stimmen 840 231. Wahlkreis 35, Mecklenburg. Stimmber. 462 168, Ja 425 924, Nein 48 585, Ungältig 7600. Abgeg. Stimmen 482 109. Thüringens älteste Einwohnerin wählte Weimar, 20. Aug.(Eig. Drahtb.) In Gräfenthal genügte die älteste Einwohnerin Thüringens, die im 102. Lebensjahre stehende Justizratswitwe Maurer, ihrer Wahlpflicht. Die Bevölkerung begrüßte herzlich die im offenen Landauer fahrende Ehrenbürgerin. Reichsstatthalter Sauckel sandte an Frau Maurer ein Telegramm, in dem er der Greifin für ihre treue vaterländische Pflichterfüllung dankte. Als der saarländische Volksgenosse Maurer=Scheidi am Wahltage um 12.15 Uhr vom Deutschen Rundfunk hörte, daß seine 102jährige Namensschwester Maurer in Gräfenthal dem Führer mit freudigem Ja zugestimmt hatte, telegraphierte er an Reichsstatthalter Sauckel: „Saarbrücken. Durch den Rundfunk soeben erfahren, daß Frau Maurer ihre Wahlpflicht dem Führer gegenüber mit freudigem Ja getan hat. Dasselbe tue ich als Schwerkriegsbeschädigter und Namenskollege am 13. Januar 1935. Deutsch die Saar! Heil Hitler! MaurerSheidt, Saar. Pflichttreue bis in den Tod. Regensburg, 20. Aug. In Regenoburg ereignete sich am Abstimmungssonntag ein ergreisender Vorfall. Einim Sterben liegende Frau verlangte, noch ihre Stimme abgeben zu können. Sie machte von ihrem Wahlrecht Gebrauch; kurze Zeit später verschied sie. Die Nachprüfung der Schutzhaftfälle Großzügige Durchführung der Snadenbotschaft gegen die Röhm=Putschisten Berlin, 19. August. Auf Anordnung des Ministerpräsidenten Göring ist in Ausführung des Willens des Führers und Reichskanzlers die Nachprüfung aller Schutzhaftfälle sofort in Angriff genommen worden. Die Unkersuchung ist hinsichtlich derjeniden Maßnahmen, die aus Anlaß der Ereignisse des 30. Juni 1934 ergriffen werden mußten, bereits beendet. Er ergibt sich folgendes Bild: Anläßlich der Röhm=Revolte mußten im Interesse der Staatssicherheit insgesamt 1124 Personen vorläufig in Schutzhaft genommen werden. Auf Grund der angestellten Nachprüfungen sind 1079 Personen in Freiheit gesetzt worden. Es befinden sich also zur Zeit im Zusammenhang mit der Röhm=Revolte nur noch 45 Personen in Schutzhaft. die am schwersten belastet sind und hinsichtlich deren die Ernittlungen noch fortgesetzt werden müssen. Im übrigen ist die Aktion vom 30. Juni 1934 nunmehr abgeschlossen. Die Nachprüfung der sonstigen Schutzhaftfälle wird fortgesetzt. Noch im Laufe dieses Monats wird eine weitere beträchtliche Jahl von Schutzhäftlingen in Verfolg der Gnadenbotschaft des Führers und Reichskanzlers enklassen werden. In Bayern sind bisher allein aus dem Strafvollstreckungs=Gefängnis München=Stadelheim über 250 Strafgefangene aus der Haft enklassen worden. Die Zahl für das ganze Land Bayern, die natürlich ein Vielfaches beträgt, wird in den nächsten Tagen mitgeteilt werden. In Sachsen sind von den über 500 Schutzhäftlingen, die noch in Schutzhaft waren, weit über die Hälfte entlassen worden. Diese umfangreichen Entlassungen haben dazu geführt, daß Sachsen künftig nur noch ein Schutzhaftlager in Sachsenin burg stehen bleibt. Amnestie auch für Steuerzuwiderhandlungen Die Strafamnestie, die von der Reichsregierung aus Anlaß der Vereinigung des Amtes des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers verkündet worden ist, gilt, wie in der Deutschen Steuer=Zeitung hervorgehoben wird. auch für Steuerzuwiderhandlungen. Ausgenommen sind allerdings auch hier Handlungen, bei denen„die Art der Ausführung oder die Beweggründe eine gemeine Gesinnung des Täters erkennen lassen.“ Die Einstellung des Strafverfahrens erfolgt regelmäßig von amtswegen, so daß besondere Anträge nicht gestellt zu werden brauchen. Der Straferlaß erstreckt sich auch auf Nebenstrafen und Sicherungsmaßnahmen, soweit sie noch nicht vollstreckt sind, auf gesetzliche Nebenfolgen, rückständige Geldbußen und Kosten. Ist dagegen auf Einziehung oder Unbrauchbarmachung von Gegenständen erkannt, so bleibt es dabei. Neue Schikanen im Saargebiet Verbet der Einrichtung des Freiwilligen Arbeitsdienstes— Beschwerde beim Bölkerbund Saarbrücken, 19. August. Die Regierungskommission des Saargebiets hal zu neuen Schlag gegen das Deutschtum ausgeholt. Der gesamten Saarpresse wurde eine Auflagenachricht zugestellt. in der mitgeteilt wird, daß die Regierungskommission dem Landesrat des Saargebiets einen Verordnungsentwurf zugeleitet hat, der das Verbot von Einrichtungen des Freiwilligen Arbeitsdienstes sowie die Einführung der Meldepflicht für Angehörige verschiedener Organisationen betrifft. In ihrer 14 Schreibmaschinenseiten langen Auflagenachricht bemüht sich die Regierungskommission, eine Begründung für diese neue Maßnahme beizubringen. So werden auch in einer besonderen Anlage eine Reihe von Schriftstücken wiedergegeben, von denen behauptet wird, daß sie bei der kürzlich stattgefundenen Haussuchung in der Landesleitung der Deutschen Front beschlagnahmt worden seien. In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Dokumenten größtenteils um Schriftstücke, die ein Jahr alt, also vor der Zeit der Bildung der Deutschen Frout abgefaßt wurden. In der„Begründung“ der neuen Terrormaßnahmen wird u. a. ausgeführt: Die Regierungskommission habe gegen die Teilnahme junger Saarländer an dem Freiwilligen Arbeitsdienst im Reiche keine Maßnahmen getroffen; sie würde auch jetzt gegen einen Freiwilligen Arbeitsdienst, der in der Tat nur den Zweck habe, die jungen Leute zu beschäftigen, nichts einzuwenden haben. Die Regierungskommission habe aber durch die Haussuchungen in den Geschäftsstellen der Deutschen Front Dokumente in die Hände bekommen, in denen sie den Beweis dafür erblicke, daß die Heranziehung von jungen Saarländern zum Freiwilligen Arbeitsdienst im Reich u. a. Zwecke verfolge,„die als eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit des Saargebiets(!) anzusprechen“ seien.„Im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung“ unterbreite die Regierungskommission dem Landesrat einen Verordnungsentwurf, der ein generelles Verbot der gesamten Organisation, die sich mit der Förderung des außerhalb des Saargebiets abzuleistenden freiwilligen Arbeitsdienstes befasse, vorsieht, und sodann eine besondere Meldepflicht für Angehörige des Freiwilligen Arbeitsdienstes sowie verschiedener Organisationen einführt. Des weiteren wird jegliche Werbung für diesen Freiwilligen Arbeitsdienst verbolen und unter Strafe gestellt. die Regierungskommission behauptet, daß der Freiwillige eitsdie Arbeit: e Ausbildung in den im Saargebiet verbotenen SA.= und SS.=Formationen sowie in dem Wehrsport ersetzen solle, daß die Organisationen des FAD. mit nicht saarländischen Polizeibehörden, insbesondere mit der Geolizei in engster Verbindung ständen, daß bei ntralstelle des Arbeitsdienstes im Deutschen bestanden habe, einen besonderen saarländiArbeitsdienst nach ganz bestimmten Richtlinien im ck auf den Saarkampf zu organisieren und daß schließauch eine Anzahl von jungen Saarländern in die Arienstlager übemnommen wurden, die nach der Regierungskommission zugegangenen Informationen die Zahl von 10000 erheblich überschreite. Den Beweis für diese haltlosen Behauptungen ist die Regierungskommission allerdings schuldig geblieben. Im Abrigen sei daran erinnert, daß die Saarbevölkerung wiean ihre Regierung den dringenden Wunsch gerichte! im Saargebiet Arbeitslager einzurichten, ohne daß ris stieß. Es war der irg Verständnis Von einer Lawine verschüttet Mailand, 19. August. Iwei bekannte Turiner Alpinisten sind bei dem Versuch, den Monkblanc von der Turiner Schutzhütte zu bezwingen, ums Leben gekommen. Die beiden Bergsteiger hatten sich, begleitet von zwei anderen Alpini sten, bereits am Abend zur Besteigung aufgemacht, um nicht beim Aufgehen der Sonne der dann besonders slarken Lawinengefahr ausgesetzt zu sein. Gegen 2 Uhr nachts wurden aber die ersten beiden Bergfleiger bei der Ueberfleigung eines steilen Abhanges plötzlich von einer großen Lawine verschüttel und mit in die Tiefe gerissen. Die Lawine machte auf einem Gleischer halt, doch konnte trotz der sofort von der zweiten Gruppe beim Schein der Jackeln aufgenommenen Rettungsversuche bisher keine Spur der beiden Verschütteten entdeckt werden. Saarregierung offenbar völlig gleichgültig, daß zahlreiche Saarländer ohne Brot und Beschäftigung waren. In gropzügiger Weise wurde daraufhin vom Reich aus eingegrifsen, um diesem Uebelstand abzuhelfen und auch den Deutschen des Saargebiets die Möglichkeit einer Unterbringung und Beschäftigung zu bieten. Diese wahrhaft sozialen Maßnahmen, die der Regierungskommission vom Reich abgenommen wurden, weil sie sie selbst unterließ, will die Saarregierung nun vollständig unterbinden. Für diese einschneidende Schädigung Tausender von jugendlichen arbeitswilligen Menschen des Saargebiets trägt die Regierungskommission die Verantwortung. Die angeführte Begründung der Regierungskommission kann für so schwerwiegende und der Allgemeinheit unheilvolle Maßnahmen nicht als stichhaltig angesehen werden. Beschwerdeschrift der Saardeutschen Der Landesführer der Deutschen Frout, Pirro, hat gemeinsam mit der Fraktion der Deutschen Froni des Landesrates eine große Beschwerde an den Völkerbundsrat gerichtet, die sich mit den unverständlichen Regierungsmaßnahmen des Präsidenten Knox und seiner stillschweigenden Duldung des Treibens der Separatiften und ihrer Hetzpresse besaßt. Die Beschwerde hebt einleitend hervor, daß der Präsident der Regierungskommission verschiedene Maßnahmen getroffen habe, die zu erneuter Beschwerdeführung beim Völkerbund nötigten. Der Mangel an politischer Neutralität des Herrn Präsidenten Knor sei bekannt. In der gleichen Weise, wie er sich gegen den Teil der Bevölkerung stelle, der seine Treue zum angestammten deutschen Vaterlande nicht verhehle, begünstige er alle diejenigen im Saargebiet, die die Reichsregierung bekämpften. Die Beschwerde geißelt in scharfen Worten die unverantwortliche Emigrantenpolitik des Präsidenten Knox, unter dessen Schutz das Saargebiet zum Tummelplatz vaterlandsloser Emigranten und sonstiger politischer Abenteurer geworden sei. die Unruhe und Verwirrung in die Bevölkerung hineintrügen und die mit allen Mitteln gegen die Reichsregierung arbeiteten. In gleicher Weise, wie dies die Protestnote der Reichsregierung an die Regierungskommission hervorhob, bringt die Deutsche Front in schärfsten Worten ihre Mißbilligung darüber zum Ausdruck, daß ReichsNeuer Stratosphärenflug Der belgische Gelehrte Cofyns mit seinem Assistenten Brüssel, 19. August. Der belgische Gelehrte Max Cofyns, der als Mitarbeiter von Professor Piccard bekanntgeworden ist, ist am Sonnabend früh um 6.19 Uhr in hour-Havenne in der Nähe von Dinant mit seinem Stratosphärenballon zum dritten belgischen Strakosphärenflug aufgestiegen. Die Füllung des Ballons war gegen 3 Uhr nachts beendet. Um 4.35 Uhr wurde die Gondel unter dem Balloy angebracht. Sodann wurde der Platz von Gendarmerie geräumt und abgesperrt. Der Ballon führt als Ballast indsäcke im Gewicht von insgesamt 1000 Kilo sowie 250 Kilo Wasser in unterteilten Bleibehältern, die insgesamt 300 Kilo wiegen, mit sich. Die Familien der beiden Stratosphärenflieger Cosyns und van der Elst blieben bis gegen 5.15 Uhr auf dem Platz und nahmen dann von den beiden Forschern Abschied. Um 6.16 Uhr wurde der Ballon in die Mitte des Platzes befördert und um 6.19 Uhr erfolgte der Aufstieg. Cosyns rief„Auf Wiedersehen“ und sodann„Loslassen". Die anwesende Menge brach in begeisterte Rufe aus, und der Ballon erhob sich senkrecht in den klaren Morzenhimmel. Das Wetter ist außerordentlich günstig, es ist ast windstill. Der Ballon der wie eine riesige Birne ausieht, wandte sich zunächst nach Osten dann nach Südosten und schließlich nach Süden. Cosyns in Südslawien gelandet Belgrad. 19. Aug. Der belgische Stralosphärenballon ist in der Nacht zum Sonntag bei dem Dorse Zenaolje in der Nähe von Morska Sobola in Südslawien gelandet. Professor Cosyns und sein Assistent befinden sich wohl. Sie erklärten, daß sie sich am Sonntag nach Lalbach(Slowenien) begeben würden. Zu der Landung wird noch bekannt, daß sich die Landestelle auf der sogenannten Murinsel befindet, die in der Dreiländerecke Südslawien=Oesterreich=Ungarn liegt. Die Landung erfolgte um 21 Uhr und vollzog sich glatt. Die Flieger sind nur eine Stunde länger in der Luft geblieben, als sie ursprünglich beabsichtigt hatten. Die Nachricht von der Landung wurde erst am Sonntag gegen Mittag in Belgrad bekannt, da das Dorf Zenalje auf der Murinsel über keine telegraphische und kelephonische Verbindung verfügt und daher erst ein Bote nach dem nägh Postamt geschickt werden mußte. prasident von Hindenburg zu Lebzeiten in der unflätigsten Weise herabgesetzt und sein Andenken sogar nach dem Tode durch die Separatistenpresse dauernd besudelt werden konnte. ohne daß Präsident Knor dagegen eingeschritten wäre. Die Beschwerde der Deutschen Front geht sodann auf einige Einzelfälle der letzten Zeit ein, die besonders kraß das unglaubliche Verhalten des Präsidenten Knox beleuchten. Nach Ansicht der Deutschen Front mache sich Herr Knox durch Dulden unerlaubter politischer Betätigung der Emigranten einer Neutralitätsverletzung schuldig Erfolg des deutschen Protestes Der Protest der Reichsregierung gegen die Duldung der schamlosen Schimpfereien der Emigrantenpresse hat einen umnerwartet schnellen Erfolg gehabt. Die Regierungskommission des Saargebiets hat dem Landesrat einen Gesetzentwurf zugehen lassen, in dem in Abänderung der bestehenden Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verfügt wird, daß Zeitungen und Druckschriften, durch die ein Staatsoberhaupt beschimpft wird, polizeilich beschlagnahmt und eingezogen werden können. Die Regierungskommission machte sich in ihrer Begründung zu dieser Verordnung endlich die an sich selbstverständliche Ansicht zu eigen, daß die besonderen Verhältnisse des Saargebiets als Abstimmungsgebiet es erforderlich machen, Staatsoverhaupter gegen Beschimpfungen der Presse besonders zu schützen. Es muß schon als recht merkwürdig bezeichnet werden, daß es erst des nachdrücklichen Hinweises der Reichsregierung bedurfte, ehe die Regierungskommission zu dieser Einsicht kam. Letzte Nachrichten und Telegramme Die ersten Auslandsstimmen aus England London, 20. Aug. Dem Ergebnis der Volksabstimmung in Deutschland widmet„Daily Telegraph“ einen Artikel, in dem es heißt: Es wäre töricht, das außerordentlich große Vertrauen zu unterschätzen, mit dem Hitler um nationale Unterstützung ersucht hat. Eine neue persönliche Macht ist in Europa erstanden. Der„unbekannte Soldat“ von vor 15 Jahren ist das unbestrittene Oberhaupt einer großen Nation geworden, und die bieher geteilten Machtbefugnisse sind in seinen Händen vereinigt. Das Blatt ist der Ansicht, daß eine große Mehrheit für Hitler erreicht worden wäre, auch wenn es keine so gründliche Wahlpropaganda gegeben hätte. Der Führer, so schreibt Daily Telegraph, würde die Unterstützung der Millionen erlangt haben, die nach wie vor einem unerschütterlichen Glauben an ihn hätten, und zu diesen würden die weiteren Millionen gekommen sein, die an ihre unmittelbare wirtschaftliche Sicherheit dächten und keine Möglichkeit eines Vorteils in irgendeiner Art wirtschaftlicher Umwälzung erblickten. Welche Richtung seine Politik nehmen werde, in welchem Grade sie von den neuen Kräften, auf die sie sich verlasse, oder von der Verehrung gegenüber dem Hindenburg=Testament beeinflußt werden, das könne nur die Zeit lehren. Der Berliner„Times"=Korrespondent betont, daß eine überwältigende Mehrheit der Nation mit ja gestimmt habe. Der Besuch mehrerer Wahllokale habe ihm gezeigt, daß die Abstimmung wirklich geheim war. In der„Daily Mail“ liest man: Wenn auch das Ergebnis der gestrigen Abstimmung in Deutschland von vornherein feststand, bedeuten doch die Abstimmungsziffern eine erstaunliche Huldigung für das persönliche Anseher Hitlers. Die Reichstagswahl vom März 1933 und die Ab stimmung vom letzten November, die den Nationalsozialisten eine überwältigende Unterstützung gaben, beschäftigten sich mit Fragen der Politik. Die gestrige Abstimmung war bestimmt, Hitler in dem hohen Amt des Reichsführers zu bestätigen, in dem das Amt des Präsidenten und des Reichskanzlers zusammengesaßt ist. Es war eine freie und geheime Abstimmung. Wenn auch zweifellos eine moralische Beeinflussung der Kritiker und Zweifler erfolgt war. so konnte doch kein Druck eine ganze Nation zwingen, gegen ihren Willen einen so eindrucksvollen Beweis ihres Vertrauens zu geben. Die gestrige Abstimmung hat Hitler ohne Frage in eine Stellung höchster Verantwortlichkeit gebracht. Das Schicksal einer hochzivilisierten Nation von 65 Millionen Menschen liegt in seinen Händen. Seine Behauptung, daß die nationalsozialistische Bewegung das Reich erobert habe, hat eine über aus kräftige Grundlage erhalten. Aber wenn die Autorität Hitlers unangefochten ist so sind auch seine Verantwortlichkeiten ungeheuer. Bevor er an die Macht kam, war Deutschland durch den Hader von 46 Parteien zerrissen. Der Leitaussatz des marxistischen„Daily Herald“ ist offenbar vor Bekanntgabe der Abstimmungsziffern geschrieben. In ihm wird in allgemeinen Nedewendungen die groteske Behauptung aufgestellt, daß die Entwicklung auf die Wiederherstellung der alten Ordnung der Dinge und auf die Rückkehr zur Monarchie hindeute Der Berliner Korrespondent der„Morning Post“ erklärt, die Abstimmung habe wenig Rheydt bekennt sich erneut zum Führer — Rheydt, den 20. August 1934 Das Gesamtergebnis in Rhepdt: .Ja 9. Nein=##. Ung.#. Abgegeb. Die Ergebnisse der einzelnen Ortsgruppen d. KSDap. Rhepdt Der Wahlsonntag 8 Durch alle Straßen der Stadt flatterten die Fahnen des Dritten Reiches. Spruchbänder waren an vielen Stellen von Haus zu Haus gespannt. Die wenigen, aber eindrucksvollen Wahlplakate wiesen eindringlich darauf hin um was es bei dieser so außerordentlich wichtigen Wahl ging. Die Presse des ganzen Reiches hatte sich tagelang in immer stärkerem Maße in den Dienst der Wahlsache gestellt. Nur wenige, aber darum um so imposantere Wahlversammlungen waren abgehalten worden. Alle Formationen und Organisationen waren in den letzten Tagen für die Volksbefragung eingespannt worden. In der kurzen Zeit der Wahlvorbereitung hatte man alle Mittel der Propaganda in einem früher nie gekannten Tempo und Rhythmus spielen lassen. Lautsprecher mahnten immer wieder die Säumigen. Handzettel waren nur wenige, aber um so eindrucksvoller erschtenen. Die Papierflut der früheren Wahlen mit den vielen Parteien ist für immer vorbei. Am Samstagabend hatten alle Uniformierten der Bewegung sich nochmals zu einem stolzen Propagandamarsch durch die Stadt vereinigt. Im gleichen Schritt ging es durch viele Straßen, während die Musikkapellen die bekannten Marschweisen schmetterten. Auf einem Hausdache am Marienplatz hatte die Propagandaabteilung der Deutschen Arbeitsfront eine riesige Leinwand aufgespannt, auf der sie Bilder aus dem Leben des Führers projektierte. Das nimmermüde Schafsen Adolf Hitlers für sein Volk und Vaterland wurde in gutausgesuchten Bildern von seinem Eintreten als Kriegsfreiwilliger im Jahre 1914 bis zum heutigen Tage einer zahlreichen Zuschauerschaft vor Augen geführt. Bilder von der Arbeitsbeschaffung der neuen Regierung wurden ebenfalls zahlreich vorgeführt und wechselten in bunter Reihenfolge mit Aufrusen ab. In allen Lokalen der Stadt herrschte reger Betrieb. Man diskutierte die Aussichten der Wahl. Als der herrliche Augustsonntag anbrach, war die Hitlerjugend unterwegs, weckte die Volksgenossen und Volksgenossinnen aus dem Schlafe und ermahnte sie durch einen Umzug eindringlich an die Wichtigkeit ihrer Aufgabe als Staatsbürger, der sie nachkommen sollten. Auf den Plätzen der Stadt konzertierten die Musikzüge der Formationen. Schon in den allerfrühesten Morgenstunden setzte ein r lebhafter Wahlbetrieb ein. Dem Aufruse, möglichst frühzeitig an die Wahlurne zu gehen, war allenthalben Folge geleistet worden. In manchen Wahllokalen war schon gegen zehn und elf Uhr eine 50—60prozentige Wahlbeteiligung zu verzeichnen gewesen. Die einzelnen Ortegruppen der N. S. D. A. P. hatten eine sabelhaft funrtionierenve Wahlmaschine aufgezogen. In den Wahllokalen gings wie am Schnürchen. Die Abfertigung vollzog sich selten flott. Der Schlevverdienst. den die Ortogruppen zusammen mit der RSKK, der Motor SA, der Hitlerjugend und der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz eingerichtet hatten, klappte tadellos, Vor dem Rathaus stan. slaggen heraus! Der Reichsminister des Innern hat folgendes angeordget:„aus Anlaß des überwältigenden Treuebekrnntnisses des deutschen Volkes zum Führer und Reichskanzler Adolf Hitler flaggen die Gebäude des Neiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen auch am Montag, dem 29. August.“ den während der Wahlstunde eine große Anzahl Autos und Motorräder. Ordonnanzen sausten hin und her, überbrachten die Befehle. Dort jagte ein Wagen in einen Bezerr, um einen Säumigen an seine Staatsbürgerpflicht zu mahnen. Hier fuhr ein Wagen mit einem Sanitätsmann weg, um einem Erkrankten zum Wahllokale zu helfen. An manchen Schulen hatte man die Absperrvorrichtungen niedergelegt und die Steine an den Toren entfernt, damit die Krankenwagen bequem bis zum Wahllokal gebracht werden konnten. Das war ein Kommen und Gehen, ein Aus- und Wegfahren auf dem abgesperrten Adolf Hitlerplatz, wie man solches in früherer Zeit nie gesehen hatte. Der Erfolg dieser Aktion war denn auch durchschlagend. Eine Wahlbeteiligung von R7.1 Prozent ist auch für unsere Stadt ein Rekord. Diese hohe Zahl ist vordem noch bei keiner Wahl in Rheydt erreicht worden. In den Abendstunden herrschte überall Hochspannung über den Ausgang der Wahl. In Gruppen standen die Menschen umher, bis endlich kurz nach acht Uhr die Auszählung beendet war. Auf dem städtischen Wahlamte war die Einholung und Aufrechnung der Resultate aus den einzelnen Stimmbezirken sehr gut organisiert. Der schwierige Apparat lief reibungslos. Nur irgendein Stimm. bezirk hatte scheinbar die Instruktionen nicht richtig beachtet und hinkte ganz erheblich hinterher, sodaß sich durch ihn die Herausgebe des Endresultates beinahe um eine drei viertel Stunde verzögerte. Ergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken Stimmbezirk Stadtteil Rheydt Kath. Schule Nordstraße 59 Kath. Schule Nordstr. 53 Städt. Verwaltungsgehäude Städt. Verwaltungsgebäude Wirtschaft Ww. Wilhelm Lieven Kath. Schule, Dohlerstr. 79 Wirtschaft Hartmann(Wwe Vitz) Wirtschaft Wilh. Bresges. Wirtschaft Ww. Friedr. Eckert, Wirtschaft Konrad Heymanns, Wirtschaft Ww. Johann Lück. Wirtschaft Jos. Sieberichs. Wirtschaft H. Schmitz. Gasstr. 87 Wirtschaft Wilhelm Clöters, Evgl. Schule Oberheydenerstr. 36 Evgl. Schule Odenkirchenerstr. 185 Wirtschaft Joh. Herm. Paulussen Kath. Schule Frankfurterstraße Wirtschaft Ww Wilhelm Jussen Kath. Schule Egerstraße Kath. Schule. Dr.=Frick=Str. Kath. Schule, Dr.=Frick=Str. Oberrealschule Augustastraße 58 Oberrealschule Augustastraße 58 Marienheim, großer Eingang Brauhaus K. Krapohl. Hauptstr. 3 Wirtschaft Mohnsam, Watelerstr. 2 Wirtschaft Franz Dammer Bahnhofshotel, Bahnhofstraße 59 Wirtschaft R. Grüters Evl. Schule Bäumchesweg 12 Ev.l. Schul. Morr, Kath. Schule, Joseph=Goebbelsstr. Waldhof im Stadtwald Wirtschaft Hugo Schilling Wirtschaft Adam Vitz Krankenhaus Rheydt Stadtteil Odenkirchen Kath. Volksschule Hockstein Wirtschaft Lentholz. Reststrauch Wirtschaft Rud. Bocks. Wirtschaft Wilh. Brüll. Wirtsch. Linkenheil, Kohrstr Wirtschaft Ww. Joh. Hr Esser Wirtsch. Frentzen. Dohrer Str. H. Coenen, Giesenkirchener Str Wirtschaft Morgan. Mülgaustr. Wirtschaft Gierling, Wetschewell Kath. Volksschule Güdderath Wirtsch. Dapper. Ruhrfelder Str Wirtsch. Franken, Ruhrfeldstr. Sitzungssaal der Sparkasse Wirtsch. Haltermann, Burgfreih. Wirtschaft Matheißen. Hoemenstr. Wirtschaft Lenders. Sasserath Krankenhaus Odenkirchen Stadtteil Giesenkirchen Westschule Konstantinstraße Westschule Konstantinstraße Nordschule Korschenhroicherstraße Nordschule Korschenbroicherstraße Schule in Meerkamp Schule in Meerkamp Kath. Schule D.=Schelfen Krankenhaus Giesenkirchen. Gesamtergebnis K Volksabstimmung Reichstagswahl vom 19. August 1934 II vom 12. November 1933 Ein gutes Ergebnis in Rhepdt Der überwiegend große Teil der Wahlberechtigten in unserer Stadt war, wie das Endergebnis zeigt, durchaus sich darüber im Klaren, um was es bei dieser Volksbefragung ging. Der Erfolg, den Adolf Hitler und mit und durch ihn die Nationalsozialistische Bewegung in unserer Stadt erzielt und gehalten hat, kann sich im Vergleich mit manch anderer Stadt im Reiche schon sehen lassen. Das beste Ergednis von allen hat RheydtMitte erzielt, wo die Ja=Stimmen 88,57 erreichten. Am schlechtesten steht Rheydt=Ost, also Giesenkirchen und Schelsen da, wo nur 82,42 Ja=Stimmen gezählt werden konnten, und Rheydt=West, das den größten Prozentlatz der Neinstimmen von den hiesigen Ortsgruppen lieferte. Wer sich die Mühe gibt, die Tabelle der Abstimmungs. bezirke genauer zu studieren, kommt hinsichtlich der Neinsager zu der Ueberzeugung„Es sind die alten Straßer noch, es sind die alten Häuser noch...! Diese Ewiggestrigen haben eben die Zeit immer noch nicht verstanden. Sie trauern ihren alten Parteibonzen nach, oder sind aus persönlichem oder sonstigem Mißbehagen der Regierung und Adolf Hitler in einer für Deutschland# entscheidenden Stunde in den Rücken gefallen. Für sie ist eigentlich alle Arbeit, die geleistet wurde, zu schade Diese Leute, die gerade in einer Abstimmung, die für Deutschlands Außenpolitik so unsagbar wichtig war, versagten und irgendeinen Klüngel über das Interesse der Gesamtheit stellten, haben sich als Volksgenossen selbst das Urteil gefällt. Es verlohnt sich nicht, sich bei ihnen länger aufzuhalten. Die Zahl der ungültigen Stimmen ist diesmal auch verhältnismäßig hoch. Das sind meistens die Laumänner, die sich genierten, von der Wahlarne fernzubleiben, die andererseits aber so wankelmütig sind, wahrscheinlich durch irgendeine Beeinflussung, daß sie nicht ja und nicht nein sagen können. Es ist nämlich nicht anzunehmen, daß diese Sorte Wähler immer noch nicht mit dem Wahlzettel umgehen kann. Umso erfreulicher ist es, feststellen zu dürfen, daß die gegenüber dieser kleinen Gruppe von Saboteuren am Aufbauwerk des Vaterlandes din bei weitem überwiegende Zahl unserer Rheydter Volksgenossen und Volksgenossinnen in Reih und Glied mit dem Führer und Volkskanzler marschiert. Und mit diesen Treuen marschiert das neue Deutschland vorwärts. Alle, die im Sinne des Führers gestimmt haben, haben wiederum einen Baustein gestiftet zum grozen Werke des Neubaues des Reiches. Ueber die anderen darf man darum getrost zur Tagesordnung und zur weiteren Arbeit für Volk und Vaterland übergehen. Vielleicht werden sie es eines Tages dann auch noch verstehen lerne, um was es geht. Vom Wetter Unter Verlagerung des Hochdruckkerns nach Süddeutschland und zum Alpengebiet hat sich die Wetterlage für unseren Dienstbezirk verschlechtert. Zunehmende hohe Bewölkung bei südlichem bis südwestlichem Wind ist der Ausdruck dafür, daß im Bereiche eines Ausläufers der neuen vom Ozean herangekommenen Störung wärmere Meeresluft aufgleitet. Eine zur Zeit über England verlaufende Störungslinie, hinter der wieder kältere maritime Luft einströmt, wird auch Westdeutschland erreichen und strichweise Niederschlag hervorrufen. Die Nieder= schlagbildung wird aber nur schwach und vorübergehend sein, da sich die Hauptstörung schnell nach Nordosten fortbewegt. &a Wettervorhersage bis Dienstag: Vorübergehend stärker bewölkt und strichweise etwas Niederschlag; später wieder meist freundliches und mäßig warmes Wetter. Die Temperatur betrug heute früh 7 Uhr 15 Grad. Der Ernst Brasse-Cleg Von Vorst nach der Schwalm und Rheindahlen (Schluß.) Am Forlthaus Immer mehr neigt sich der Weg nun bergab, und wir gelangen an einen breiten Fahrweg von Peel nach Nordwesten. Ein großer Lastkraftwagen hält hier, der mächtige Kiefernstämme geladen hat. So tritt der Wald die Reise in die Welt an, er muß ja auch Nutzen bringen, denn die Schönheit allein gilt im Dasein nicht viel, das ist ein feststehendes Gesetz. Im Sand geht es wieder bergauf, und wir stehen auf der großen Straße von Wegberg nach Hardt und Waldniel. Ein gelb=schwarzes Schild zeigt an, daß hier das Gebiet von Waldniel beginnt. Von hohen Eichen umsäumt und glatt gewalzt, bietet sich die vorzügliche Strecke dar. An der Kreuzung steht ein Wegweiser nach der Papelter Mühle. und wir folgen der Richtung. Glockenblumen blühen blau am Wegrand, und die rote Vogelbeere kündet davon, daß der Herbst nahe ist. Zur Linken träumt ein Forsthaus im Wald, vielleicht wohnt die vielbesungene Lore darin. Ueber der Tür hängt ein Geweih, und auch die Wetterfahne deutet auf den Beruf des Weidmanns. Sie stellt einen Jäger mit Hund im Tann dar, der auf einen Männchen machenden Hasen anlegt. Da fährt auch schon der Förster im grünen Rock auf einem Fahrrad die Straße entlang, die Büchse umgehängt. Als Junge dachte wohl so mancher, Förster zu sein, sei der schönste Beruf. Doch besteht auch er nicht nur aus freiem Schweifen durch den Wald, sondern aus mancherlei aufreibender und prosaischer Arbeit— erst in der Nähe ergibt sich überall das rechte Bild. Bei der Dapelter Mühle Nun müssen wir die Straße verlassen, da wir den vertrauten roten Winkel auf weißem Feld links abwärts leiten sehen. Wir gelangen in einen herrlichen Laubwald von vorwiegend Eichen, unter denen auch kleine Fichten und Farne stehen. Ameisen laufen über den Weg, irgendwo in der Nähe mögen sie ihren Bau haben, an dem sie emsig schaffen. Zwischen den Stämmen huscht auch wieder ein rotbraunes Eichhörnchen dahin, dessen Pelz in der Sonne besonders blank erscheint. In dem lichten Birkengehölz zur Linken schimmert zwischen den weißen Stämmchen etwas Hellbraunes, und stehe da. schon lugen uns große, glänzende schwarze Augen an. Abermals ein Reh, das zunächst verweilt, aber beim ersten Schritt, den wir auf es zu tun, flüchtet es in den schützenden Hochwald zurück. Dieser wird immer reicher, auch prächtige Buchen breiten ihr grüngoldenes Gewölbe über uns. Alles deutet auf Wasser hin, da nicht mehr nur genügsame Nadelbäume erscheinen. Wir nähern uns ja auch der Schwalm. und siehe da, ein kleiner Nebenbach mit klarem Wasser fließt ihr mitten durchs Dickicht zu. Hier ist ein richtiges Bruch. die Birken stehen inmitten fetten Grases und Mooses, und der Weg wird teilweise sumpfig, so daß er einmal mit Zweigen gangbar gemacht werden muß. Auch ein schnurgerader breiter Wassergraben, der mit Stacheldraht überspannt ist, führt durch den Wald, wir überschreiten ihn auf einer kleinen Knüppelbrücke. Die Sonne spiegelt sich auf der glatten Fläche, nahe dem Ufer hat sich dichtes Schilf angesiedelt. Dabe Rickelrath Der Weg leitet wieder bergauf, und weiter streisen wir durch herrlichen gemischten Wald mit Buchen und Kiefern. Hier beginnt die Gegend der Wochenendhäuschen. Seitwärts sehen wir zwischen den Büschen, wie ein Besitzer mit Feldstuhl und Staffelei vor seinem Häuschen sitzt und ein Oelbild malt. Doppeltes Glück des Besitzens! Hier in dem wundervollen Wald eine derartige Zuflucht vor dem Hasten und Jagen draußen sein eigen nennen zu können und sie dann noch im Bild festzuhalten, das muß froh stimmen, und das ist auch ein Glück, auf das kein Schatten fallen kann. Am Weg erkennen wir unser Zeichen weiter sehr deutlich und frisch gemalt, erst vor kurzer Zeit haben die Mitglieder des Eifelvereins anscheinend mit anerkennenswertem Eifer hier gewaltet. Eichen und Buchen überschatten uns, und auch hier blüht die Erika wieder. Unser Pfad führt bis an die äußersten Hecken des Dorfes Rickelrath heran, dann durch Wiesen wieder rechts hinab. Unten im Schwalmtal sehen wir die weißen Mauern der Neumühle schimmern, wir aber gehen links weiter unter den herrlichen Buchen, die auch hier auf feuchteren Boden deuten. Am Wegrand blüht rötlicher Fingerhut, auch eine Blume des Spätsommers. So schön er ist, so giftig zugleich, aber er erfreut uns, selbst wenn wir zu viel von ihm wissen. Noch einmal führt unser Zeichen nach links und jetzt sogar zwischen den letzten Häusern von Rickelrath hindurch, wo in den Gärten herbstliche Sonnenblumen und Dahlien leuchten. Ein schöner Fahrweg unter Eichen lockt uns in das Waldesdunkel hinein, wo auch wieder Wochenendhäuser seitlich unter den Bäumen stehen. Von dorther klingt frohes Lachen der Menschen, die hier in den Ferien gesunden. Das weiße Kreuz, das wir schon öfter auf unserer Wanderung wahrgenommen haben, erscheint abermals an einem Baumstamm. Hier ist eine Inschrift dabei, das V. L. N. bedeutet„Verein Linker Niederrhein“, außerdem steht hier noch„Krefeld— Wassenberg“ und eine Zahl. Wenn wir bei Dalheim wandern und das Zeichen sehen, haben wir es nun bestätigt, daß für den großen linksrheinischen Wanderweg die schönsten Strecken ausgesucht worden sind. „In einem kühlen Grunde“ Wir gelangen an die Molzmühle, die an das Volkslied„In einem kühlen Grunde“ sinnfällig erinnert. Hier dreht sich wirklich noch ein altes Mühlrad, und die Abendsonne glitzert friedlich auf der Schwalm. Kastanien und Akazien breiten ihre Wipfel und spiegeln sich im Wasser. An dieser Stelle mündet der Mühlbach in die Schwalm, und die Fläche ist so groß, daß sich eine Anzahl Kähne darauf tummeln können. Am Mühlbach Jetzt beginnt der letzte Teil des Ernst Brasse=Weges, wir wenden uns nach Osten und damit heimwärts. Zunächst steigen wir mit Abschiedsblicken über den breiten Laubwaldgrund der Schwalm einen sanften Hang aufwärts, zur Linken Felder und zur Rechten Wald von hohen Eichen und Buchen. Durch ein Bruch mit Erlen und Schilf kommen wir an den Mühlbach und überqueren ihn auf einer kleinen Brücke, unter den Büschen fließt er verschwiegen dahin. Wir treten auf freies Feld heraus, der Weg geht links am Waldrand entlang. Auf den Stoppelfeldern stehen auch hier noch die letzten Kornpuppen, die gerade auf einen Erntewagen geladen werden. Die große Straße Wegberg— ninesratb mit ihren hohen Linden wird überquert, hinter uns bleiben die weiten der. Noch blüht ein Stück roter Klee, aber das meiste ist schon abgeerntet. Wieder geht ein Pflügender hinter einem kräftigen Gaul, und die Scholle wird neu bereitet— ein wuchtiges Bild rastloser Arbeit und steten Ringens mit der Erde, die erobert sein will. Die Eichen, an denen ungezählte kleine grüne Eicheln reifen, wechseln mit Kiefern und Fichten ab, dazwischen leuchtet das Rot der Vogelbeere. Die abendliche Sonne verklärt sie, und wir empfinden leises Heimweh am einsamen Waldesrand. Fernes Taubengurren und das ewig gleichbleibende Zirpen der Grillen begleiten uns auch hier, und es wird in unsere Träume klingen, wenn wir wieder fern vom Walde sind. Auf der Straße kommen wir nach einem kurzen Stück an die Schrof=Mühle, hier sind wir wieder unmittelbar am Mühlgraben. Es ist die Strecke der„Mühlenwanderung", wie wir bald sehen. Im Dorf Busch gehen wir bei der Busch=Mühle um den schönen, von Schilf und Wald umrahmten Teich. Gern würden wir in einen der bereitliegenden Kähne steigen, aber so heißt es weiterwandern und nur einmal lustig über die kleine Holzbrücke turnen. Auf der Straße durch den Laubwald sehen wir unseren vertrauten roten Winkel auf weißem Grund wohl zum letzten Mal, das Zeichen hat uns treu vorangeleuchtet, und wir danken denen, die es so häufig und neu angebracht haben. Rechts öffnet sich der Blick auf eine weite Wasserfläche, wir stehen an der auch mit einem Mühlrad versehenen Holt=Mühle. spiegeln sich die rosafarbenen Abendwolken in der stillen geheimnisvoll dunklen Flut, und gelbe Wasserroser schwimmen mit ihren rundlichen Blättern wie ohne Gewicht darauf. Kleine zitternde Kreise verraten, daß der Teich Fische birgt. Der verträumte Mühlbach schimmert nock öfter unter dem Gebüsch auf, in mannigfachen Bogen zieht er sich durch den Laubwald. Auch Kiesern mischen sich mit Eichen, Erlen, Buchen und anderen Bäumen, und einmal steht wieder ein bunt bemaltes Wochenendhäuschen unter ihren Wipfeln. Von fern hören wir das Rauschen und Rollen der Züge, es klingt wie aus einer ganz anderen Welt. Am Straßenrand weidet ein Pferd, und ein leichte: Wagen steht daneben. Im Gras liegt ein Zigeuner lang ausgestreckt und achtet nicht, was auf der Straße vorgeht. „Lustig ist das Zigeunerleben“— hier ist das Wandern zur ewigen Lebensjorm erhoben, aber so schicksalhaft ist der Wandertrieb doch nicht in uns. Pflicht und Aufgaben er heben sich gegen seine immerwährende Dauer, und um so mehr genießen wir es, wenn das Schweifen in der Natur zwischen Tagen der Arbeit uns vergönnt ist. Wir durchschreiten das Dorf Gatzweiler und schauen in die Tennen hinein, wo die Dreschmaschine dumpf dröhnend geht und das Korn der neuen Ernte bis zum Dach hoch aufgeschichtet liegt.„Segen der Erde!“— Abendliche Felder Vor uns dehnt sich die schwermütige Ebene, die Wälder im Nordwesten bleiben immer mehr zurück. Der wuchtige Kirchturm von Rheindahlen der über die Stoppelfelder ragt, ist unser Ziel. An der Haltestelle von M.= Gladbach=Genhausen vorbei streben wir nahe dem Bahndamm dem Endpunkt zu. Unvermutet in der Abenddämmerung erklingt die jubelnde Weise einer Lerche, und wir fühlen die Freude über die Schöpfung mit, die daraus tönt. Wandern stimmt froh, das haben wir wieder erfahren——. M. Stadtteil Odenkirchen * Odenkirchen, den 20. August 1934 * Odenkirchen und die Volksbefragung. Es war ein wesentlicher Unterschied zwischen diesem 19. August und früheren ähnlichen Anlässen. Im Stadtteil Odenkirchen war man der Parole„am Vormittag die Stimme abgeben“ in einem so hohen Prozentsatz gefolgt, daß die Wahllokale vom frühen Morgen bis in die ersten Nachmittagsstunden hinein vollkommen belagert waren. In langen Schlangen standen die Volksgenossen und ließen es sich nicht verdrießen, wenn es diesmal etwas länger dauerte, weil fortwährend schon am Vormittag die kranken und gehbehinderten Volksgenossen, die von der Freiwilligen Sanitätskolonne in allen verfügbaren Gefährten herangeholt worden waren, den Vorrang hatten, der ihnen allerdings gern gewährt wurde. In den Lokalen, wo die Bürgerschaft zur Wahl schritt, herrschte zeitweilig ein direkt vergnügliche Stimmung, besonders, wenn einer Hausfrau der Platz deshalb freigegeben wurde.„weil sonst das Essen auf dem Feuer verprotschelte!“. In freundlicher und zuvorkommender Weise wickelte sich daher das Wahlgeschehen ab, so daß etwa gegen 15 Uhr eine leichte Flaute eintrat, die bis zum Schluß der Wahlhandlung sich bis zur vollkommenen Stille auswuchs. Somit den Wahlleitern und ihren Mitarbeitern Gelegenheit gebend, etwas zu verschnaufen, um Glockenschlag 18 Uhr mit dem wichtigen Akt der Zählung zu beginnen. Der Erinnerungsdienst setzte im Stadtteil Odenkirchen bereits um 12 Uhr nachmittags ein und klappte wieder, wie auch beim letzten Mal, wie am Schnürchen. Vor der Parteidienststelle in Odenkirchen stauten sich die Wagen, erwarteten neue Weisungen, um dann wieder abzubrummen in die Weite des Odenkirchener Stadtgebietes und den letzten Säumigen heranzuholen. Nach Schluß der Wahlhandlung fand man sich zu Hause an den Lautsprechern oder in den Lokalen ein, wo man aufmerksam die ersten Ergebnisse verfolgte, um an ihrer Hand auf das Endergebnis zu schließen. Das Thema„Volksbefragung“ war und blieb bis in die ersten Morgenstunden denahenden Tages Trumpf. * Sport= und Heimatfest am 25. und 26. August. Für die am kommenden Samstag und Sonntag stattfindender Großveranstaltungen der 11. Odenkirchener Sport= und Heimatwoche„Die Bellermühle im Licht" und„Heimat fest“ auf der Burg ist der Vorverkauf ab heute wieder er öffnet worden. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich. * Das 25jährige Jubiläum der Bäcker= und Konditoren=Zwangsinnung Odenkirchen wird am Montag. dem 27. August, Gelegenheit zu einer besonderen Festlichkeit sein, die auf der Burg stattfindet. Das Festbankett sieh. neben der Jubilarehrung. Volkstänze, humoristische Vorträge und Konzert mit Tanz vor. Neuss-Grevenbroich Gesamtergebnis. Stimmberechtigt 66 010, Ja 56 946, Nein 7642, Ungültig 1668, abgegebene Stimmen 66 256 gleich 89,9 Prozent. Stadt Grevenbroich: Stimmberechtigt 4869, Ja 4125, Nein 452, Ungültig 119, abgegebene Stimmen 4696. Amt Grevenbroich: Stimmberechtigt 8185, Ja 6801, Nein 826. Ungültig 195, abgegebene Stimmen 7822 gleich 95,5 Prozent. Elsen: Stimmberechtigt 2815, Ja 2270, Nein 310, Un. gültig 68, abgegebene Stimmen 2648. Elsgen: Stimmberechtigt 501, Ja 406, Nein 64, Ungültig 8, abgegebene Stimmen 478. Wevelinghoven. Stimmberechtigt 2222. Ja 1945, Rein 215, Ungültig 70, abgegebene Stimmen 2230. Wickrath: Stimmberechtigt 5560, Ja 4780, Nein 676, Ungultig 137, abgegebene Stimmen 5593. Der Fernsprecher auf dem Lande Weitere Erleichterungen in Aussicht gestellt Das Telephon ist auf dem Lande sowohl für die Bevölkerung, vor allem aber auch für die Behörden und deren Dienststellen ein unentbehrliches Hilfsmittel geworden. Um so unangenehmer werden deswegen jene Hemmungen empfunden, die sich aus den besonderen Verhältnissen des flachen Landes ergeben, wie Begrenzung des Verkehrs auf die Dienststunden, zusätzliche Leitungsgebühren, Grundgebühren usw. Dem Rufe nach einer größeren Vervollkommnung und Verbilligung des ländlichen Fernsprechwesens haben sich vor allem die ländlichen Gemeindeverwaltungen angeschlossen. In ihrer Vertretung hat dieserhalb der Deutsche Gemeindetag erneut Verhandlungen mit der Reichspost aufgenommen. Im Verlauf der Verhandlungen hat jetzt der Reichspostminister an den Gemeindetag ein Schreiben gerichtet, das besonderen Aufschluß über den gegenwärtigen Stand, besonders aber über die geplanten Verbesserungen und Verbilligungen gibt. Es heißt darin u. a.: Die Deutsche Reichspost ist stets bemüht gewesen, die Verkehrsverhältnisse auf dem fluchen Lande weitgehend zu fördern, ohne ihre Entscheidung im Einzelfalle von dem Nachweis der Wirtschaftlichkeit abhängig zu machen. So wird z. B. durch Einrichtung von öffentlichen Sprechstellen in den kleinsten Orten für eine bequeme Verbindung des flachen Landes mit dem Fernsprech= und Telegraphennetz gesorgt. Am den Fernsprech= und Telegrammverkehr von den Dienststunden der kleinen Verkehrsanstalten unabhängig zu machen und die Benutzungsmöglichkeiten für diese Verkehrseinrichtungen zu erhöhen, wird planmäßig bei allen Vermittlungsstellen nach und nach der Selbstanschlußbetrieb eingeführt werden, obwohl diese Betriebsweise in kleinen Ortsnetzen nicht entfernt in wirtschaftlicher Hinsicht dieselben Vorteile bietet wie in großen Ortsnetzen. Auch tarifpolitisch ist das flache Land in Deutschland stets begünstigt worden. So sind die zur Deckung der laufenden Anschlußkosten bestimmten Grundgebühren für kleine Ortsnetze niedriger festgesetzt worden, als für größere, obwohl beim Selbstanschlußbetrieb die Anschlußkosten in den kleinsten Ortsnetzen am höchsten sind, auch die Grenzen innerhalb deren Anschlüsse ohne zusätzliche Leitungsgebüh. ren hergestellt werden, sind zugunsten der abseitswohnenden Teilnehmer bis fünf Kilometer hinausgeschoben worden Die allgemeine Senkung der Grundgeouhren kommt auch den Anschlüssen mit zuschlags. pflichtiger Leitung zugute. Damit ist für die Deutsche Reichspost auf dem Wege der Gebührensenkung die Grenzdes Vertretbaren zunächst erreicht. Weitere Erleichterungen werden sich voraussichtlich noch durch eine Umstellung des Fernsprechnetze auf dem flachen Lande erreichen lassen. Nachdem es neuerdings gelungen ist, für kleine selbständige Vermittlungsstellen wirtschaftlichere technische Einrichtungen zu entwickeln, soll durch eine Vermehrung der Vermittlungsstellen erreicht werden, daß die Lücken zwischen den Fünf=Kilometer=Kreisen geschlossen oder doch eingeengt werden. Damit wird praktisch ein großer Teil der Leitungszuschlage wegfallen. Diese Maßnahme läßt sich aver wegen der beschränkten Mittel nur allmahlich durchführen, so daß sie sich erst im Laufe der Jahre auswirken kann. Ferner sind Versuche im Gange, in geeigneten Fällen die Anschlußleitungen durch mehrere Teilnehmer gemeinsam benutzen zu lassen. Da hierbei die auf den Einzelanschluß entfallenden Kosten gesenkt werden, würden die Gebühren für diese Anschlüsse ermäßigt werden können. Zusagen hierüber aber können zur Zeit nicht gemacht werden, da die Untersuchungen noch im Gange sind. Bedburdyc: Stimmberechtigt 2164, Ja 1780, Nein 359, Ungültig 42, abgegebene Stimmen 2131. Frimmersdorf: Stimmberechtigt 1713. Ja 1592, Nein 99, Ungültig 32, abgegebene Stimmen 1723. Sarzweiler: Stimmberechtigt 1600, Ja 1539, Nein 37, Ungültig 27, abgegebene Stimmen 1603. Glehn: Stimmberechtigt 1659, Ja 1258, Nein 302, Ungültig 72, abgegebene Stimmen 1632. Gustorf: Stimmberechtigt 2042, Ja 1727, Nein 291, Ungültig 43, abgegebene Stimmen 2061. Hochnenkirch: Stimmberechtigt 3194, Ja 3089, Nein 107, Ungültig 32, abgegebene Stimmen 3228. Korschenbroich: Stimmberechtigt 3597, Ja 2518, Nein 841, Ungültig 179, abgegebene Stimmen 3538. Kleinenbroich: Stimmberechtigt 1571, Ja 1141, Nein 351, Ungültig 64, abgegebene Stimmen 1556. Liedberg: Stimmberechtigt 910, Ja 716, Nein 149, Ungültig 31, abgegebene Stimmen 896. Holzheim: Stimmberechtigt 1741, Ja 1538, Nein 181, Ungültig 33, abgegebene Stimmen 1752. Grefrath: Stimmberechtigt 876, Ja 739, Nein 60, Ungültig 8, abgegebene Stimmen 807. Hülchrath: Stimmberechtigt 1567, Ja 1290, Nein 212, Ungültig 51, abgegebene Stimmen 1553. Jüchen: Stimmberechtigt 3101. Ja 2691, Nein 402, Ungültig 7. abgegebene Stimmen 3100. Kapellen: Stimmberechtigt 2147. Ja 1840, Nein 144, Ungültig 88, abgegebene Stimmen 2072. Kreis Erkelenz Gesamtergebnis des Kreises. Stimmberechtigte 38 161; abgegebene Stimmen 37199; Ja 31644: Nein 4211; Ungültig 1344; Stimmscheine 2008. Erkelenz: abg. Stimmen 4383, gült. 3444, Ja 3244, Nein 777, ungült. 162. Venrath: abg. Stimmen 625, gült. 540, Ja 428, Nein 155, ungült. 42. Wegberg: abg. Stimmen 1238, gült. 1238, Ja 1144, Nein 94, ungült.— Tüschenbroich: abg. Stimmen 718, gült. 704, Ja 587, Nein 117, ungült. 71. Klinkum: abg. Stimmen 436, gült. 413, Ja 377, Nein 46, ungült. 7. Rickelrath: abg. Stimmen 306, gült. 285, Ja 258, Nein 48, ungült. 17. Merbeck: abg. Stimmen 540, gült. 523, Ja 445, Nein 78, ungült. 23. Gevenich: abg. Stimmen 469, gült. 442, Ja 405, Nein 37, ungült. 24. Gerderath: abg. Stimmen 560, gült. 538, Ja 514, Nein 46, ungült. 26. Beeck: abg. Stimmen 1107, gült. 996, Ja 774, Nein 222, ungült. 97. Natheim: abg. Stimmen 3112, gült. 3114, Ja 2699, Nein 362, ungült. 52. Myhl: abg. Stimmen 2839, gült. 2740. Ja 2325, Nein 280. ungült. 135. Rath=Anhoven: abg. Stimmen 839, gült. 779, Ja 672, Nein 102, ungült. 48. Arsbeck: abg. Stimmen 798, gült. 797, Ja 703, Nein 94, ungült. 1. Doveren: abg. Stimmen 784, gült. 781, Ja 760, Nein 24, ungült. 20. Glimbach: abg. Stimmen 296. gült. 267. Ja 228, Nein 39, ungült. 15. Dalheim: abg. Stimmen 772, gült. 742, Ja 661, Nein 81, ungült. 33. Hückelhoven: abg. Stimmen 2554, gült. 2476, Ja 1316, Nein 239, ungült. 22. Cörrenzig: abg. Stimmen 691, gült. 634, Ja 508, Nein 126, ungült. 63. Kofferen: abg. Stimmen 267, gült. 261, Ja 221, Nein 40, ungült. 11. * * Erkelenz, 20. August.(Arbeitsbeschaffung.) In allernächster Zeit werden im Kreise Erkelenz größere öffentliche Maßnahmen in Angriff genommen. Hauptsächlich sollen vorerst die Sumpfgelände und Oedlandflächen zu fruchtbarem Ackerland gewonnen werden. Als erstes sollen die Bruchgelände der Gemeinden Natheim, Kleingladbach und Beeck in Angriff genommen werden. Auch sind gleichzeitig Planierungen am Grichhausener Bach vorgesehen. In Hückelhoven wird die Ortskanalisation weiter durchgeführt sowie der Elmpter Gemeindewald aufgeforstet werden. Insgesamt sollen über 600 Morgen unfruchtbaren Geländes urbar gemacht werden. Zwei große Projekte werden zu Beginn des Herbstes durchgeführt, und zwar die beiden Gruppenwasserwerke Cörrenzig und Niederkrüchten, wobei insgesamt über 350 Wohlfahrtserwerbslose viele Monate Beschäftigung finden. Durch die bereits in Angriff genommenen Projekte konnte eine bedeutende Senkung der Wohlfahrtslasten im vergangenen Monat eintreten. Mit der Urbarmachung der Brüche hat man bereits begonnen. V Erkelenz, 20. August.(Priesterjubiläum.) Am kommenden Donnerstag, dem 23. August, kann unser Herr Dechant Maybaum sein 60jähriges Priesterjubiläum seiern. Aus diesem Anlaß wird dem Jubilar zu Ehren am Sonntag, dem 26. August, eine der Würde des Tages und dem hohen Alter des Jubilars entsprechende stille Feier veranstaltet werden. Zu der Feier, die bereits am frühen Nachmittag beginnt, werden viele auswärtige Besucher und zwar aus den Pfarreien der früheren Tätigkeit des Jubelpriesters erwartet. Die Nachbarn und Ortsvereine treffen bereits umfangreiche Vorbereitungen, den Tag zu einem Zeichen der Liebe und Verehrung zu gestalten. V Hückelhoven, 20. August.(Lebensretter.) Beim Baden in der Nur wurde ein zwölfjähriges Kind plötzlich von einem Unwohlsein befallen und ging im Wasser unter Tauchversuche blieben ergebnislos. Einige Zeit später sah man das Kind im Wasser abtreiben. Es wurde an Land gezogen und sofort Wiederbelebungsversuche eingeleitet, die von Erfolg waren. Besinnnungslos wurde das Kind ir die elterliche Wohnung gebracht. V Natheim, 20. Aug.(Das Feuerwehrfest), das wegen der Trauer um Hindenburgs Too verlegt werden mußte, ist jetzt auf den 26. August gleichzeitig mit der Kirmes festgesetzt. Die St. Joseph=Schützenbruderschaft wird an diesem Tage auch ein Preisschießen veranstalten. Grosskreis Geilenkirchen- Heinsberg V Srebben. 20. Aug.(Das Aachener Schöffengericht) verhandelte jetzt gegen den Heinsberger Kraftfahrer, der in der Nacht zum 20. Juni, am letzten Tag der Oberbrucher Kirmes, mit seinem Lastwagen verunglückt war, wobei ein auf dem Trittbrett mitfahrender Mann so schwer verletzt wurde, daß er kurz nach dem Unglück starb. Nach einem Lokaltermin an der Unglücksstelle wurde die Verhandlung im Amtsgericht in Heinsberg weitergeführt. Nach einer umfangreichen Beweisaufnahme stellte der Staatsanwalt den Antrag, das Verfahren einzustellen, da in diesem Falle die Amnestie in Anwendung käme. Das Gericht beschloß denn auch, das Verfahren niederzuschlagen Die Kosten trägt die Staatskasse. Musikschaffen in Dynhausen Uraufführungserfolg. . Unter der Leitung des Bielefelder Musikdirektors Werner Gößling sand in Bad Oynhausen ein Niederdeutsches Musiksest statt, das in allen seinen Teilen vollbefriedigte. Das Publikum nahm die alten Musilwerke und die neuen Tonschöpfungen unserer jungen Komponisten mit gleicher Dankbarkeit auf. Einen bemerkenswerten Gewinn bedeutete die Uraufführung des Schauspiels„Das Heimatfen" von Gustav Freußen. Dies Bühnenwerk hat bereits seine Schicksale aufzuweisen. Vor etwa 30 Jahren als Festspiel entstanden, erlebte es 1913 unter dem Titel„Sonce Erichsen“ seine Uraufführung, verschwand aber danach fast völlig von den deutschen Bühnen. Der Inhalt? Gekränkter Stolz läßt den dickschädeligen Friesenbauern Erichsen zum Mörder und Brandstifter werden. Das Publikum folgte sehr gebannt dem tragischen Geschehen. Dem„Heimatfest“ dürfte mehr Erfolg beschieden sein, als seinem Vorgänger. Der weite Aufgabenkrets der Grenzlandbühnen Die kulturelle Bedeutung unserer Grenzlandbühnen muß immer wieder betont und anerkannt werden. Man braucht sich nur einmal den Spielbezirk des Tilsiter Grenzlanorheaters zu vergegenwärtigen! Diese unler der Leitung Ernst Badekows stehende Bühne hat nicht nur Tilsit mit gutem Theater zu versorgen, sondern darüber hinaus auch eine Reihe von Städten wie Insterburg, Gumbinnen, Pillkallen, Stallupönen, Eydtkuhnen, Goldap, Darkehmen, Gerdauen, Friedland und noch andere! Die diesjährige Spielzeit setzt am 5. Oktober mit dem„Prinzen von Homburg“ ein. Das Programm ist sowohl im Schauspielhaus als auch in der Operette sehr vielseitig und sieht mehrere Uraufführungen vor. Mißverständnisse um das Vonner Theaterleben. Durch die deutschen Zeitungen ging vor kurzem eine Meldung, nach der die Beethovenstadt Bonn neuerdingo wieder ein Theater erhält. Es mußte dadurch die Meinung aufkommen, daß Bonn in den letzten Jahren über keine Bühne verfügt hat und sich mit Gastspielen begnügen mußte. Das ist nur bedingt richtig. Bonn führte zwar während der letzten beiden Jahre kein eigenes Stadttheater, aber dafür hielt die„Bonner Schauspielhaus G. m. b. H.“ das Theaterleben aufrecht; die Stadt war übrigens an dieser Kulturorganisation beteiligt. Wenn Bonn sich nun ein Theater zulegt, so heißt das nur, daß es die frühere städtische Bühne wiederi neigene Regie übernimmt. Es ist übrigens sehr zu begrüßen, daß, im Gegensatz zu früher, in der Beethovenstadt jetzt auch die Oper gepflegt werden soll. Ausländer rühmen die Heidelberger ThingstättenAusstellung. Einen internationalen Erfolg hat die ThingstättenAusstellung im Rathaus zu Heidelberg zu verzeichnen. Jedenfalls wird diese Schau vielfach von Ausländern belucht, so von Holländern und Engländern. Auch eine Ausstellung wie diese ist geeignet, der Welt klarzumachen, daß Deutschland keine vornehmeren Sorgen kennt als seiner sriedlichen Wiederaufbau. Späte Uraufführung einer Oper von Lortzing. Daß von Albert Lortzing eine komische Oper„Die kleine Stadt“ vorliegt, ist wenig bekannt. Paul HenselHeerdrich hat dieses Werk bühnenfähig gemacht. Die Uraufführung dieses späten Lortzings hat sich das Stadttheater Rostock gesichert. Ein Führer des Dresdner Musiklebeus gestorben. Nach einem arbeitserfüllten Leben im Alter von 84 Jahren ist in Dresden der Kgl. Sächs. Hofrat und Stadtrat Franz Plötner gestorben. Was Plötner für das lausikalische Leben Dresdens bedeutet hat, läßt sich schwei mit Worten abwiegen: Er hat die„Großen Philharmoni= schen Konzerte“ geschaffen und er war unermüdlich darin. jungen Talenten den Weg zu ebnen, sie herauszustellen. Ein Wüllner. eine Onegin. eine Lotte Lehmann haben vor allem Plötner ihren Weg zur Oper und damit zur Berühmtheit zu danken. Billige Theaterplätze für Kriegsbeschädigte. Auf welche Weise die Bühnen den Kriegsbeschädigten zegenüber ihre Dankesschuld abtragen können, dafür weisen die Städtischen Bühnen in Köln einen nachahmenswerten Weg. Sie stellen Kriegsopfern, deren Monatseinkommen 250 Mark nicht übersteigt, die besten Plätze des Theaters zum billigsten Preise, den die Bühne kennt, zur Verfügung. Montag, 20. August 1934 Gladbach=Rheydter Sportzeitung— Tägliche Beilage zum„Rheydter Tageblat!“ Der Fussball tritt seinen Siegeszug an Die ersten Probetore Hoffnungen Am Montagmorgen und Enttäuschungen, wie man will Rheudter Spielverein- so und so Abseits von aller Oeffentlichkeit, in der Wohnung seines letzten Vorsitzenden, hat der Rasensportverband Gladbach=Rheydt seine Auflösung vollzogen. War schon die Existenz des Verbandes Zeit seines Bestehens kets heiß umstritten, so hatte die sportliche Entwicklung des letzten Jahres ihm vollends jede Existenzberechtigung entzogen. Die Aufgaben des Verbandes sind auf den Sportkreis Gladbach übergegangen, das noch vorhandene Vermögen ist dem Kreisjugendfachwart überwiesen worden. * Die Anordnung des Gauvorstandes, nach der jedem Meisterschaftsspiel der ersten Mannschaft ein solches der zweiten Mannschaft voranzugehen hat, stößt bei den Vereinen auf wenig Gegenliebe. Von allen Seiten sind Einsprüche dagegen erhoben worden. Die Vereine machen in erster Linie finanzielle Bedenken geltend Bei der angespannten Kassenlage der meisten Vereine stellt die Durchführung dieser Anordnung ungeheure Anforderungen an den Vereinssäckel. Man hat eine sonntägliche Mehrausgabe von 50 bis 60 Mk. errechnet, die natürlich in keinem Verhältnis steht zu den Einnahmen, die vor allem etwa die Vereine der Bezirksklasse bei auswärtigen Spielen zu erhoffen haben. * Beim heutigen Saisonbeginn tritt erklärlicherweise die Trainingsarbeit in den Vordergrund, der sich unsere Fußballmannschaften in der Sommerpause unterzogen haben. Da ist in erster Linie die Verpflichtung des Trainers Karl Winkler für den VfL. Borussia von Bedeutung, eines früheren bekannten Spielers von Wormatia Worms, der sich durch die erfolgreiche Betreuung der Oberhausener in Westdeutschland einen Namen gemacht hat.— Einen interessanten Versuch hat der SC. Victoria unternommen, der sich den Trainer der Gladbacher Faustkämpfer, Fischer, verpflichtet hat Fischer ist kein Fußhaller und beschränkt sich darauf. seine Zöglinge in eine strenge Körperschule zu nehmen. Er hat lediglich die Aufgabe, seine Leute in beste körperliche Kondition zu bringen. und der verantwortliche Spielausschuß sieht davon ab. ein bestimmtes Spielsystem einpauken zu lassen, da. wie er überlegt, bei den geringen Ausmaßen des Platzes am Heintgesweg ein großes Kombinationsspiel nicht angebracht erscheint. * In den letzten Wochen sind in M.Gladbach die Bemühungen wieder ausgenommen worden, den alten Sportklub 1894 M. Gladbach wieder aufleben zu lassen. Es ist bekannt, daß Borussia seinen alten Titel VfL. wieder angenommen, von sich aus also eine Trennung bereits durchgeführt hat. Der VfL. Borussia sah sich zu diesem Schritt veranlaßt, weil der alte SC. im Vereinsregister noch nicht gelöscht war, als juristische Person also weiterbestand und demnach die Frage der Rechtsnachfolge immer wieder Schwierigkeiten ergab. Die Bestrebungen auf Wiederaufrichtung des Sportklubs, die von einer Gruppe alter SCer unter Führung von Groß und Schröder schon seit langem betrieben werden, sollen, wie man zuverlässig hört, jetzt auch die Unterstützung der M.Gladbacher Stadtverwaltung gefunden haben. Die Verhandlungen mit den Verbandsbehörden sollen soweit gedeihen sein, daß grundsatzlich einer Wiederaufrichtung nichts mehr im Wege steht. Strittiger Punkt bleibt vorläufig nur noch die Einteilung des Sportklubs in eine neue Spielklasse. Der erhofften Zuteilung etwa zur Bezirksklasse stehen verbandsseitig grundsätzliche Bestimmungen entgegen. Nach dem Statut wäre also nur eine Verweisung in die zweite Kreisklasse möglich, wie sie im gleichen Falle der Trennung der beiden Essener Vereine„Preußen Essen“ und„Altenessen“ bezüglich des letztgenannten Vereins denn auch tatsächlich vorgenommen ist. Man hofft jedoch, die Verbandskreise der berechtigten Erwägung zugänglich zu machen, daß eine solche„Deklassierung" im Falle des Sportklubs eine„unbillige Härte" darstellen würde. Sd.B.— Eupen 4:3 Schon der Gäste wegen hätte man diesem Saisoneröffnungsspiel des Rheydter Spielvereins einen besseren Besuch wünschen können, galt es doch, Sportkameraden aus diem abgetretenen deutschen Eupen zu begrüßen. Sportlich sind die Eupener heute der ersten velgischen Klasse zugeteilt und was sie am Samstagabend hier im Stadion zeigten, war recht solide Klasse. Die Eupener Mannschaft stützt sich in erster Linie auf die große Kunst des Torwarts Kirchsink und die fabelhafte Schußsicherheit des Mittelstürmers Mathar. Auf die Aufstellung der Rheydter Mannschaft war man etwas gespannt. Sie zeigte aber nur auf wenigen Posten neue Gesichter. Die Hintermannschaft ist dieselbe geblieben, die Läuferreihe stand Küppers=Kluth=Hochhausen und der Angriff mit Huppertz=Abraß=Klein=Meyer=Backus 4. Das Spiel der Hintermannschaft ist zuverlässig wie bisher geblieben, auch die Läuferreihe erwarb sich allgemeine Zufriedenheit und sogar im Sturm glaubte man einen frischeren Zug feststellen zu dürfen. Der Neuling Abraß ließ sich jedenfalls vielversprechend an. Vor dem Spiel fand Vereinsführer W. Beines herzliche Worte der Begrüßung für die Eupener Gäste, die gerade in diesen Tagen Gelegenheit haben, einen wichtigen Tag in der deutschen Geschichte aus eigener Anschauung zu erleben. Spielführer Meyer überreichte den Gästen sodann noch einen Wimpel mit einem Blumenstrauß Unter der Leitung von Allwicher begann dann das Spiel, das den Eupenern schon bald den ersten Torerfolg brachte. Rheydt zog aber wenig später gleich und bis zur Halbzeit sahen sich die Eupener mit 4:1 im Rückstand. Nach der Pause wurde das Spiel der Rheydter jedoch etwas schleppender und die ehrgeizigen Gäste kamen dis auf 4:3 heran. Die Rhendter Torerfolge beanspruchten Klein(2), Meyer und Huppertz Nach dem Spiel blieben die Gäste noch manche vergnügte Stunde im Klubhaus im Kreise ihrer hiesigen Sportkameraden beisammen. Biktoria Anenm.— Sp.B. Wickrath 5:1 Zwei alte Bekannte, die sich schon in früherer Zeit manch harten Kampf geliesert hatten, standen sich am Abend zur Saisoneröffnung auf dem Sportplatz am Heintgesweg in einem Gesellschaftsspiel gegenüber. Viktoria gewann das Spiel sehr hoch, vielleicht höher, als mancher Anhänger es erwartet hätte. Trotzdem hinterließen die Wickrather im allgemeinen keinen schlechten Eindruck. Nur der Wickrather Sturm verstand es nicht, sich durchzusetzen. Ahrenstedt 1, versuchte später alles, um eine Wendung herbeizuführen, unternahm Alleingänge einen nach dem anderen, scheiterte aber immer an dem ganz vortrefflichen Verteidiger Dajuhn. Bei Viktoria lieferte der Sturm in der zweiten Hälfte ein sehr gutes Spiel, zeigte sich auch entschlossen und durchschlagskräftig genug, wie es das Ergebnis schon beweist. In der ersten Hälfte allerdings sah es keineswegs nach einem Sieg der Gastgeber aus, vielmehr war das Spiel darin sehr ausgeglichen und offen. Kurz vor der Pause kommt Wickrath durch den schnellen Linksinnen zur Führung. 15 Minuten in der zweiten Hälfte bleibt das Spiel weiterhin verteilt. Dann aber kommt Viktoria mächtig auf. Als der Linksinnen Sieger für Viktoria den Ausgleich erzielt hat, steigen die Aussichten der Gastgeber gewaltig. Kremer schießt den zweiten Treffer. Dann trägt sich Küskes in die Liste der Torschützen ein. Auf der anRheydter Sd.B.— Turn Düsseldorf 1: 8 Weniger erfreulich ist es, über das zweite Spiel des Rheydter Sp.V. berichten zu müssen. Kann man sich auch noch mit der Tatsache einer von einem zweitklassigen Verein hingenommenen unzweidentigen Niederlage abfinden, so hätte man doch von der heimischen Mannschaft etwas mehr Rückgrat erwarten dürfen. Für die Höhe der Niederlage muß natürlich Efser den Kopf ins Loch stecken, er zeigte manchmal recht gute Veranlagung, war aber so sehr vom Lampensieber geplagt, daß er manchen Ball passieren ließ, den er bei anderen Gelegenheiten schon hundertmal in der selbstverständlichsten Weise abfing. Abgesehen von der schon gerügten Interesselosigkeit der Gesamtmannschaft war gegenüber der Samstagsaufstellung auch insofern eine weitere Schwächung eingetreten, als für Küppers Wolf und für Abraß Löpers spielten, die beide nicht zusagen konnten. Die Turumannschaft hat hier den allerbesten Eindruck hinterlassen. Die Mannschaft ist sicherlich gut im Training gewesen, denn sie war auf allen Posten fit. Außerdem verfügt sie im Sturm über ein paar gefährliche Reißer, die das Spiel immer wieder nach vorne brachten. Hervorzuheben sind die beiden Verbindungsstürmer Linken und Frede, die auch gestern am erfolgreichsten waren. Das Spiel bot wenig interessantes. Turu holte sich in der ersten Halbzeit zwei Tore durch den Halbrechten Frede, ohne daß bis dahin das Spiel irgendeine Ueberlegenheit ausgedrückt hätte. Man bekam auf beiden Seiten abgestandenen Sommerfußball vorgesetzt. Erst nach dem Wechsel wurden die Turaner etwas mobiler, nachdem sie in Effer die Stelle entdeckt hatten, wo die Rhendter verwundbar waren. So setzte der Rechtsaußen Thelen schon bald einen Kopfball zum dritten Tor in das Rhendter Netz und kurz nachher fiel durch denselben Spieler nach einem Gedränge, bei dem sich Effer schon mehrmals mit Erfolg seiner Haut gewehrt hatte, der vierte Treffer. Jetzt trug sich Huppertz durch einen pfündigen Nabschuß in die Schießliste ein. Aber damit sollte das Rheydter Pulver schon verschossen sein. Linken und Thelen brachten noch vier weitere Tore zustande, denen Effer nur mehr resigniert gegenüberstand. ; d e r e n S e i t e v e r s u c h t i m m e r w i e d e r A h r e n s t e d t a l s R e c h t s außen durch Alleingänge und Einzelleistungen das Ergebnis zu verbessern, findet aber stets in dem Verteidiger Dajuhn seinen Bezwinger. Hermanns bucht den vierten Treffer für Viktoria, wogegen Sieger den Torreigen durch ein schönes fünftes Tor beendet. Jedenfalls ist der Sieg der Morrer als verdient zu bezeichnen, wenn auch nicht in der Höhe. Das sair und anständig durchgeführte Spiel hatte wenig Zuschauer aufzuweisen, und wurde von einem guten Schiedsrichter einwandfrei über die Zeit gebracht. Odenkirchen— Biktoria Rheydt 1:2 Der Start an der Bahn in Odenkirchen endigte mit einer knappen Niederlage der Platzmannschaft. Man darf dieses Ergebnis, zumal auf fremdem Platz errungen, als Achtungserfolg der Victoria buchen. In beiden Mannschaften wartete man mit einigen Neubesetzungen auf. Odenkirchen spielte mit: Tiebe; Willemsen=Jungbluth; RosenBrungsberg=Säger; Claßen 2=Schorman=Kellers=Claßen 3. Faßbender. Wenn das die endgültige Aufstellung sein soll, vermißt man den alten Kämpen Schrammen, der endlich dem Fußball Valet gesagt zu haben scheint, dann aber auch Hillemacher, Herbert Schmitz und Schwiers, alles Leute, die doch noch manches Jahr mittun könnten. Man darf wohl annehmen, daß mancher von ihnen, wenn in wenigen WoViktoria gut in Form chen erst mal wieder das richtige Fußdallfieber grassiert, wieder nach vorne kommen wird. Victoria trat an mit: Liesen; Daguhn=Uebach; Ramrath=Küppers=Lentzen; Küskes=Kremer=Hermanns=SiegerHamacher. Auch hierin braucht man noch nicht die endgültige Aufstellung zu sehen, wenn auch nach dem gestrigen Spiel nicht zweiselhaft zu erscheinen braucht, daß sich der junge Sieger einen Stammplatz in der ersten Mannschaft erwerben wird. Als schon nach 5 Minuten Odenkirchen nach einer Ecke in Führung ging, die Claßen 3 aus ungedeckter Stellung einschoß, glaubte man schon, daß auch diesmal die Eigenarten des Odenkirchener Platzes den Victorianern zum Verhängnis werden würden. Die Morrer hielten sich aber steif und zogen das Spiel immer mehr an sich. In der 25. Minute war denn auch ihr erster Erfolg fällig Hamacher legte eine Flanke von Küskes seinem neuen Nebenmann Sieger vor, der für das Vertrauen mit einem saftigen und unhaltbaren Schuß dankte. In der zweiten Halbzeit zogen die Odenkirchener ihr Kombinationsnetz immer breiter, ohne aber dadurch produktiver werden zu können. Victoria hatte den Wind gegen sich und verlegte sich bei stark gescherter Deckung auf schnelle Durchbrüche Und tatsächlich gelang es denn auch 20 Minuten vor Schluß dem unentwegten Sieger, auch noch das zweite Tor für die grünweißen Farben fertig zu machen. B/V. Vorussia— Sp. B. Herten 2:1 Hat man auch die zweite Vorstellung an der Hohenzollernstraße mit einem Siege abschließen können, so wird nan darum nicht gerade sonderlich froh zu sein brauchen. Denn die gebotene Kost war weit von dem entfernt, was man bei einem Ligaspiel einem verehrten Publikum vorzusetzen gezwungen ist. Es mag ein schwacher Trost sein, daß die Gäste ebenso wie Borussia nur ein schwaches Wassersüppchen ohne alles Gewürz zurechtmachten. Selbst die beiden Hertener Kanonen Schar und Reinert hielten es nicht für nötig, aus dem mäßigen Nahmen hervorzutreten. Das Spiel selbst nahm einen wenig spannenden Verlauf. Immerhin war das Tor der ersten Halbzeit eine sehr schöne Leistung. Konrads hatte einen Eckball an Meulenbergh weitergeleitet, der mit dem Kopfe an Ditgens vorlegte, von wo der Ball seinen Weg ins Netz fand. Nach der Pause kamen die Hertener zu einem billigen Erfolg durch einen Handelfer, den ihr Halbrechter Zimmer sicher verwandelte. Gitzen verschoß dieselbe Gelegenheit für Borussia, machte aber dann in der letzten Spielminute durch das zweite Tor diese Scharte wieder wett Sp.V. Wickrath— Sportfreunde Krefeld 3:4 Auch am Sonntag mußten die Wickrather eine Niederlage einstecken und zwar von einem klassengleichen Vertreter aus dem Kreise Krefeld, der übrigens einen guten Eindruck zu hinterlassen wußte. Wickrath spielte ohne Zander, Huppertz und Hillemacher, wodurch die knappe Niederlage erklärlich wird. Trotzdem hätte man aber doch eine bessere Leistung der Blauweißen erwartet, zumal sie zu Hause spielten. Die Krefelder Mannschaft war sehr ausgeglichen besetzt. Der beste Spieler war hier der schnelle und schußgewaltige Rechtsaußen, der seine anderen Mitspieler um ein Bedeutendes übertraf. Das gut besuchte Spiel sah die Krefelder schon gleich zu Anfang durch eine feine Leistung des Rechtsaußen in Führung gehen. Im weiteren Verlauf gestaltet Wickrath das Spiel offen, bucht durch Buschfeld, der für Zander Linksaußen spielt, den Ausgleich, ja geht kurz vor der Pause aus einem Gedränge heraus in Führung. Gleich nach Wechsel erhöht Scheffer auf 3:1, wird danach ernstlich verletzt, sodaß er auf dem Linksaußenposten nur noch als Statist mitwirken kann. Krefeld spielt leicht überlegen. Durch Nachschuß des Linksinnen heißt es bald 3:2. Dann ist es der Mittelstürmer, der auch im Nachschuß das Ergebnis auf 3:3 stellt. In dem Ringen um die EntWanschzettel für die neue Spielzeit Was unser Revo rter zu berichten weiß. Der Vereinsführer: „Es bedeutet für mich und meinen Verein gar keine Frage, daß wir in der kommenden Spielzeit die Meisterschaft erringen werden. Was wollen Sie! Wir haben in aller Stille gearbeitet; Sie werden noch manche Ueberraschung erleben. Selbstverständlich geben wir uns keiner Täuschung hin, daß man uns auch in dieser Spielzeit völlig verkennen wird. Wir sind jedoch Kummer gewohnt und werden allem zum Trotz die Führung der Tabelle schon in den ersten Wochen an uns reißen. Sie sehen uns schon heute auf dem Wege zur deutschen Meisterschaft.“ Der Mannschaftsfuhrer: „Unfere Mannschaft ist hart und fest. Wir erwarten das Beste. Von unseren Beschlüssen werden Sie noch erfahren. Es ist gar keine Frage, wir werden uns durchsetzen. Auf Biegen oder Brechen. Uns soll nur einer kommen. Wir werden ihm heimleuchten. Unsere Mannschaft weist keinen schwachen Punkt auf. Folglich werden wir in der neuen Spielzeit auch keinen Punkt verlieren. Im übrigen sprechen wir uns im Endspiel um die„Deutsche" wieder. Ob wir kämpfen werden? Den Beweis werden wir antreten. Das werden Sie sehen!“ Der Sportlehrer: „Die Kondition meiner Mannschaft ist hervorragend. Alle Spieler werden in der kommenden Spielzeit weder zauchen noch trinken. Dieser Beschluß ist einstimmig herbeigeführt. Wir haben einen neuen Torwächter, der ganz fabelhaft ist und einen Mittelstürmer mit einem Schußvernögen, wie es ihn noch niemals gegeben hat. Es kann gar keinen Zweifel geben, daß wir alle Sviele überlegen gemunen werden!“ scheidung ist Krefeld glücklicher als der Gastgeder, vermag durch den Mittelstürmer auch den vierten Treffer anzubringen. Ein besonderes Lob verdient der Wickrather Hüter Weyers, der jedenfalls eine höhere Niederlage durch sein ausgezeichnetes Spiel vermieden hat. Mit der Leitung des Herrn Fabelje war man sehr zufrieden. Eintracht Gladbach— Union Rheydt 3:1 In diesem Wochenendtreffen sicherte sich der klassenniedrigere Sportverein Union durch ein sehr eifriges und ausopferndes Spiel ein sehr ehrenvolles Ergebnis. Eintracht war in technischer Beziehung unstreitig besser, hatte aber immerhin einen Gegner niederzuringen, der bis zum Schlußpfiff mit großer Aufopferung kämpfte. Der Spielverlauf gestaltete sich unter der Leitung des Herrn Schällers, mit der man öfters nicht zufrieden war, sehr interessant. Eintracht erzielt durch den Rechtsaußen Bielefeld nach ungefähr 30 Minuten das Führungstor. Ein vermeintlicher Ausball wird von Union ins Feld gespielt. Der Linksinnen steht in günstiger Position und erzielt durch Kopfball den Ausgleich. 1:1 Halbzeit. In der zweiten Hälfte findet sich Eintracht sehr gut zusammen, gibt darin auch stets den Ton an. Trotzdem bleibt Union ein sehr beachtlicher Gegner. Nach 20 Minuten führt Eintracht durch den Rechtsinnen 2:1, um kurz darauf durch Kallen einen Handelfmeter auszuführen. Glänzend hält Baldewig diesen Strafstoß. Ein weiterer Handelfmeter wird dann von Kallen eingeschossen und damit das Endergebnis hergestellt. Dohr— Germania Biersen 6: 2 Das Gastspiel der Viersener hatte am Samstag viele Besucher nach Dohr gelockt, die von den Leistungen der Gastgeber befriedigt wurden, während die junge Viersener Mannschaft dagegen leicht enttäuschte Von den einstigen Kämpen, die früher die Viersener Farben stets ehrenvoll vertraten, spielt heute nur noch der alte unverwüstliche Houben mit, der übrigens auch diesmal wieder der beste Viersener Spieler war. Sonst waren bei den Gästen keine überragenden Punkte festzustellen. Lediglich ist noch zu bemerken, daß den Germanen der Hüter ausgeblieben war und dafür der Ersatz eine weniger gute Rolle spielte. Bei Dohr war auch der Hüter ersetzt, doch zeigte sich der Ersatzmann Friedrichs von einer besseren Seite, wie der Viersener. Durch zwei Tore, von Merks erzielt, sichern sich die Gastgeber bis zur Pause einen sicheren Vorsprung, wogegen die Viersener in diesem Abschnitt leer ausgehen. Auch nach Wechsel sieht man von der Dohrer Mannschaft die weitaus besseren Leistungen. Gläser, Schiffer, Beulen und ein Selbsttor der Viersener bringen das Ergebnis auf 6:0. Bei den Gästen zeichneten Houben und der Rechtsinnen für die beiden Treffer verantwortlich. Das fair durchgeführte Spiel wurde von Kellers sehr gut geleitet. Rheydt 08— Otzenrath 4: 2 Hier handelte es sich um eine Rückspielverpflichtung, in der die Geneickener genau wie seinerzeit im Hinspiel von den Otzenrathern nichts zu fürchten hatten, sondern verdienterweise wieder zu einem sicheren Siege kamen. Trotz= dem blieb die Geneickener Mannschaft in etwa hinter den erwarteten Leistungen zurück. Vielleicht lag dies auch an dem schwachen Gegner. Eifrig und schnell waren die Otzenrather im ganzen Spiel. Welzener der beste Spieler der Besucher, der als Mittelläufer der Dreh= und Angelpunkt für seine Mannschaft war. Schade, daß dieser Spieler einen sehr schwachen Sturm vor sich hatte, der sich nicht durchzusetzen verstand, der auf der anderen Seite durch zeitweise Schwächen der Geneickener Deckung es leicht hatte, erfolgreich zu sein. Die Geneickener spielten ihr Pensum, damit schien es denlelben genug. Mücke erzielt auf Vorlage von Langen den ersten Treffer. 10 Minuten später ha: der Gästemittelstürmer einen Fehler in der GeneickeDer Kassenführer: „Ich bin außerordentlich erfreut über Ihre Nachfrage, was ich persönlich mir für die nächste Spielzeit wünsche. Wenn ich ehrlich sein soll, eigentlich nichts. Unser Verein floriert, die Kassen sind übervoll. Unsere einzige Sorge besteht darin, was wir mit unseren Kapitalien beginnen sollen. Unsere Platzanlage ist in hervorragendem Zustand, unser Klubhaus ist renoviert, unsere gesamte Jugendabteilung haben wir in die Sommerfrische geschickt. Ich habe zur nächsten Vorstandssitzung einen Antrag eingereicht, daß unser Verein in der nächsten Serie kein Eintrittsgeld mehr erhebt. Meinen persönlichen Wünschen würde es entsprechen, jedem Zuschauer noch ein kleines Geldgeschenk zu überreichen, um die sportliche Idee zu fördern; ich fürchte jedoch, daß mein Verein meinen Vorschlägen nicht zustimmen wird. Mir persönlich tut es ja von Herzen leid...“ Die Vereinskanone: „Ja, wissen Sie, und ich freue mit,, Ihnen dies endlich einmal sagen zu dürfen... Die Berichte, die Sie über mich geschrieben haben...“ Ich habe mich wirklich ein wenig geschämt... Womit habe ich nur so viel Lob verdient...? Ich glaube kaum, daß ich wirklich so gut bin, wie Sie immer schreiben...“ Und meine Braut möchte Sie so gern einmal kennen lernen...“ Und nun zum Schluß eine Bitte: schreiben Sie doch in der nächsten Spielzeit ein wenig schärfer über mich. Tadeln Sie mich, wenn ich einmal schlecht gespielt habe. Man kann ja nicht immer gut gewesen sein, und immer gute Kritiken lesen, das hält kein Fußballer aus... Nichts für ungut, ich möchte nur drum gebeten haben. Bin ich doch überzeugt, daß der Weg zum Erfolg für einen echten Fußballer eine Presse ist, die auch einmal harte Worte sogt.. Der Schiedsrichter: Ich hatte in meinem Sommerurlaub hinreichend Gelegenheit, meiner Lieblingsidee nachzuhängen. Sie sehen mich vielleicht ein wenig erstaunt an, aber ich habe die ner Deckung ausgenutzt und den Gleichstand erzielt. Dann ist es Gerhards, der durch schönen Kopfstoß die Geneickene: nochmals in Führung bringt. In der zweiten Hälfte weiter eine Ueberlegenheit der Gastgeber, die durch Pöhland und Horsch noch zweimal erfolgreich sind, wogegen Otzenrath kurz vor Schluß wiederum durch einen Fehler der Geneickener Deckung das Ergebnis auf 4:2 verbessern kann. Giesenkirchen— Hochneukirch 2: 0 Auch in Giesenkirchen eröffnete man die neue Spielsaison am gestrigen Sonntag, und zwar gastierte hier der nunmehr klassenhöhere VfB. Hochneukirch, der schon gleich beim Start eine empfindliche Schlappe einstecken mußte. Jedenfalls ist der Giesenkirchener Sieg als sehr verdient zu bezeichnen. Bei den Gästen war der Sturm sehr schwach, einzig und allein konnte hier der kleine wendige Küppers gefallen, der es aber auch nicht allein schaffen konnte. Die Giesenkirchener Mannschaft, die ohne Kamphausen und Essers spielte, dafür aber mit Pesch, früher Rheydter Spielverein, als Stürmer und wieder mit dem zurückgekehrten Mittelläufer Granderath, konnte im großen und ganzen gut gefallen. Der Spielverlauf war sehr interessant. In der ersten Hälfte legte Giesenkirchen durch den Rechtsaußen Dessau ein Tor, vor, um sich später in der zweiten Hälfte durch einen weiteren Treffer von Bodden einen verdienten Sieg zu sichern. Reichsbahn Rheydt— Union Rhendt 6: 5 Schon gleich zu Beginn der Saison mußte die Unioner erfahren, daß es nicht gut ist, zwei Spiele hintereinander durchzuführen. Hatte man am Vortage gegen den FC. Eintracht ein recht gutes Spiel geliefert, so konnte man mit den gestrigen Leistungen keineswegs zufrieden sein. Der eingestellte Ersatz trägt hieran allein auch nicht die Schuld. Man fand in dem Reichsbahn=Turn= und Sportverein eben einen Gegner, der alles aus sich heraus gab und bereits bei der Pause mit 4:1 eine verdiente Führung erzwungen hatte. Auch nach dem Wechsel hatte diese Elf zunächst mehr vom Spiel und konnte das Ergebnis sogar auf 6:2 stellen. Dann aber sah man auch die Unionelf mehr und mehr auftauchen. Bei dem Gastgeber mußte der Mittelläufer verletzt ausscheiden, was sich auf den weiteren Verlauf des Spieles recht unangenehm bemerkbar machte. Hierdurch bekamen die Gäste mehr und mehr die Oberhand und vermochten bis auf 6:5 aufzuholen. Reichsbahn Gladbach— Wickrathberg S: 6 Obwohl die Gladbacher Reichsbahner auf eigenem Platze kämpften, vermochte sich die Mannschaft gegen diese durchschlagskräftigen Wickrathberger nicht zu behaupten. Man sah hier zwar ein schönes und zeitweise auch ausgeglichenes Spiel, in dem aber die Gäste die größere Durchschlagskraft verrieten. Die Reichsbahner kämpften dazu noch mit nur 10 Leuten, da der rechte Läufer vereinsseitig aus dem Spiel genommen wurde. So verlief die erste Halbzeit mehr und mehr im Zeichen der Wickrathberger, die sich einen schönen 4:2=Vorsprung sicherten. Nach dem Wechsel aber kamen auch die Gastgeber etwas mehr in Schwung und holten bis auf 5:6 auf, ohne aber den Ausgleich erzwingen zu können. Germania Biersen— Seistenbeck 2: 3 Die Viersener Germanen fanden sich erwartungsgemä auf ihrem eigenen Gelände an der Krefelderstraße zwar weit besser als ihre Gäste aus Geistenbeck und sicherten sich auch bis zur Pause eine 2:0= Führung. Hatte man aber geglaubt, daß dieser Vorsprung zum Siege reichen werde, so sah man sich nachher stark enttäuscht. Die Geistenbecker gehen sofort nach Wiederbeginn mächtig aus sich heraus und ihrem großen Eifer und Siegeswillen haben sie es zu verdanken, daß nicht nur der Ausgleich, sondern auch noch der dritte und Siegestreffer erzwungen wurde feste Ueberzeugung, daß wir in der neuen Spielzeit kaum noch zu pfeifen haben. Wir Schiedsrichter müssen uns doch einmal ehrlich gestehen, daß alle Unstimmigkeiten nur durch unser Pfeisen kommen... Es muß alles ohne dies gehen! Ich habe aus diesen Gründen meine sämtlichen Flöten abgeschafft, und sollte ein Eingreisen wider Erwarten doch nötig sein, werde ich nur noch mit dem Finger zeigen...“ Und dann, was ich sagen wollte, haben Sie nicht für mich eine Empfehlung zur nächsten Weltmeisterschaft.. Der Zuschauer: „Neu, wat denn, wir werden ja doch bald denselben Quatsch wieder haben! Wat können unsere Fußballgrößen denn eigentlich! Sehen Sie sich doch mal in andern Städten um, da gibt es einen Fußball, sag ich Ihnen... Aber man muß natürlich real denken. Und so ist es denn mein und meiner Skatfreunde fester Entschluß, in der neuen Serie auf dem Sportplatz keinen Mucks mehr verlauten zu lassen. Warum denn auch, die Aufregung verlohnt sich ja gar nicht. Wenn Sie'n paar Mäuse hinstellen, die ab und zu mal Piep sagen, ist es völlig genug. Wir aber... wir werden keine Pfote mehr rühren. Wir haben von der vorigen Serie noch genug... Aber ehe ich es vergesse, können Sie mir nicht ein paar Gratiskarten zum nächsten Spiel besorgen? Ne. ne, lieber Mann, es ist nischt mehr mit dem Fußball. Aber ansehen kann man sich die Sache ja nochmal..“ Der Cauführer: „Ich habe die feste Hoffnung, daß der Fußballsport in der kommenden Spielzeit sich als die sportliche Idee in ihrer strahlenden Reinheit zeigen wird. Ich wünsche und hoffe, daß Spieler, Schiedsrichter und Presse sich ihres hohen Amtes bewußt sind und sein werden. Ich habe die feste Zuversicht, daß wir die neue Spielzeit mit allem Schwung unserer vorgesetzten Ziele durchführen werden. Guten Abend! Ich habe noch einen Protest aus der letzten Spielzeit zu erledigen.“ Plaszweihe in Helenabrunn Die Einweihung ihres neuen an der Ziegelei Dressen im Wegweiser gelegenen Platzes vollzogen die Blauweißen durch einige Spiele gegen den Club für Rasenspiele Hardt, deren Ergebnisse folgende sind: Helenabrunn A Jgd.— Hardt A Jod. 0:6 Helenabrunn 3.— Hardt 3. 1:7 Helenabrunn 2.— Hardt 2. 5:1(3:1) Helenabrunn 1.— Hardt 1. 0:1(0:0) Obwohl die Hardter Gäste durchschnittlich die besseren Leute zur Stelle hatten, ist der Sieg ihrer ersten Elf doch als glücklich zu verzeichnen. Bei ausgeglichenem Spiel vermag der Rechtsaußen etwa 8 Minuten nach der Pause überraschend aus einem Eckball den einzigen Treffer zu erzwingen. 15 Jahre B. 8. 1919 Rotthausen Anläßlich ihres 15jährigen Bestehens hatten die Noithausener zu einer größeren Werbeveranstaltung eingeladen und hierzu die Vereine aus Gierath, Kapellen und Jüchen verpflichtet. Es kam denn auch zu zwei schönen und interessanten Kampfspielen, deren Ergebnisse folgende find: Sierath— Kapellen 2: 5(0:4) Noithausen— Jüchen 2:3(0:3) In dem ersten Treffen vermochten sich die Leute aus Kapellen über die stark verjüngte Elf der Gierather verhältnismäßig leicht hinwegzusetzen. Bereits bis zur Pause sicherte sich die Mannschaft mit 4 Toren einen kaum einzuholenden Vorsprung. Zwar liefen die Gierather nach dem Wechsel etwas mehr auf, kamen auch zu zwei Gegentreffern, konnten aber nicht verhindern, daß die Kapellener durch einen weiteren Treffer das Endergebnis und damit auch den verdienten Sieg herstellten. Auch Jüchens Elf zeigte sich im zweiten Spiel von der besten Seite. Schon der Halbzeitstand von 3:0 besagt die bessere Spielweise dieser Elf, die auch taktisch ihrem Gegner überlegen war. Erst die zweite Halbzeit brachte auch den Gastgeber mehr in Fahrt, sodaß dieser zwar zwei Tore aufzuholen vermochte, aber ein Unentschieden bereits nicht mehr erzwingen konnte, Jüchens Sieg aber ist verdient. Benn— Holt 2: 1(0: 0). Lokalkampf, von dem man aber allgemein etwas mehr erwartet hatte. Bei nur mäßigen Leistungen bleibt die erste Halbzeit ohne Erfolg. Erst nach der Pause vermag Venn aus einem Gedränge zwei Tore zu erzielen, während ein drittes wegen Abseits nicht gegeben wurde. Bis zum Schlußpfiff holt der Gast dann ein Tor auf, so das Ergebnis auf 2:1 stellend. Speick— Eintracht Nes. 5:0(1: 0). Auch der BV. Speick erzwang am Samstagabend gegen die Eintracht=Reservemannschaft mit 5:0 einen schönen Sieg. Zwar hatten die Gäste nicht gerade ihre stärkste Vertretung zur Stelle, was sich denn auch auf den Ausgang des Kampfes recht unliebsam bemerkbar machte. Immerhin aber lieferten die Speicker ein sehr gutes Spiel und ist der Sieg auch durchaus verdient. Vorussia Dahl— Sportfreunde Neersbroich 16:0(9:0). Dieses Ergebnis besagt einsach alles. Neersbroich war in keiner Weise ein Gegner, der hier etwas zu bestellen hatte, und weiter glauben wir auch, daß die Neersbroicher in den kommenden Meisterschaftsspielen, die sie bekanntlich durch die Aufteilung in der 1. Kreisklasse austragen müssen, noch manch bittere Enttäuschung erleben werden. Bei Halbzeit führte Dahl schon mit 9:0 Toren, um später einfach in beliebiger Weise das Ergebnis die auf 16:0 zu erhöhen. Alemannia— Neersbroich 7:0(3: 0). Die Neersbroicher Sportfreunde mußten sich auch in diesem Spiel mit 7:0 geschlagen bekennen. Wie am Vortage in Dahl, so kam die Elf auch hier für den Sieg kaum in Frage. Leider zeichneten sich hierbei einige ihrer Spieler wenig sportlich aus, sodaß der Leiter zu einer Platzverweisung schreiten mußte. Auch die gegen Schluß des Spieles gezeigte Passivität einiger Spieler wäre besser unterblieben. Liedberg— Korschenbroich 1:8(0: 2). Nicht immer läßt sich fehlendes Können durch großen Eifer ersetzen. Dies mußten gestern auch die Liedberger Grün=Weißen erfahren, die gegen den großen Gegner aus Korschendroich zwar eine Halbzeit ein offenes Spiel lieferten, ohne aber zwei Erfolge des Gegners verhindern zu können. Nach der Pause aber war es mit der Kunst des Gastes vorbei. Mehr und mehr fiel man dem eigenen Tempo zum Opfer, sodaß es den Gästen nicht schwer wurde, hier zu einem verdienten 9:1=Sieg zu kommen. Fußball am Riederrhein Samotag: Meidericher SpV.— Schwarzweiß Barmen 1:2. SV. Osterfeld— Horst=Emscher 6:1. Kray 04— BfN. Ohligs 5:1. Gerresheim 08— Natingen 04 2: 0. Union Krefeld— Eintracht Düsseldorf 5: 2. Essen=West 81— Homberger SpV. 0: 4. Union Hamborn— Turn Düsseldorf 1: 4. 3V. 08 Duisburg— Gelsenkirchen 07 S:0. VfvB. Ruhrort— Duisburger SpB. 2:2. Sonntag: Schwarzweiß Essen— Fortuna Düsseldorf 2: 2. Barmen— Mülheimer SV. 7:2. Post Duisburg— VV. Venlo 6: 3. Homberger SV.— VfvB. Ruhrort 2: 0. SV. Düssern— Duisburger SpV. 3:2. Duisburg 1900— Sportfreunde Hamborn 3:2. Tura 86 Essen— Tus. Bochum 5:2. — Frimmerssorf#. 5. Ein verdienter, wenn auch nur knapper Sieg des Gastgebers, von dem man allgemein mehr erwartet hatte. Grevenbroich=Orkon— Neuenhausen 8: 4(2: 4). Schon das Halbzeitergebnis besagt hier die Verschiedenheit der beiden Halbzeiten. Die Neuenhausener überraschten bereits in den ersten 10 Minuten durch drei Tore und vermögen auch bis zur Pause noch ein weiteres Tor vorzulegen. Grevenbroich kommt in diesen 45 Minuten nur zu 2 Erfolgen, vermag aber nach dem Wechsel den Gast mehr und mehr in seine eigene Spielhälfte zurückzudrängen. Durch weitere 6 Tore holt die Mannschaft einen zu Beginn keineswegs erhofften Sieg. Grün=Weiß Viersen Res.— Wickrathhahr 1:2. Ein technisch schönes Spiel sah man am gestrigen Vormittag auf dem Viersener Vaggerfeld, wo die durchschlagskräftigeren Gäste aus Wickrathhahn mit 2:1 knapper, aber doch verdienter Sieger blieben. Zwar lieferten die Viersener ein gleichwertiges Spiel, sie konnten sich aber bei der guten Deckung des Gastes nicht so recht durchsetzen. Jackerath— Wanlo 8:2(2: 0). Ueberraschten die Jackerather schon in der vergangenen Saison durch einen knappen 3:2=Sieg über den Wanloer Spielverein, so muß man über den gestrigen Erfolg dieser Elf noch mehr erstaunt sein. Bis zur Pause ging Kreis Erkelenz Oberbruch— Hückelhoven 0: 3 Eine stattliche Zuschauerzahl hatte sich gleich zur Eröffnung der Saison zu diesem Großkampf eingefunden. Die heute wieder in der 1. Kreisklasse spielenden Oberbrucher lieferten denn auch dem großen Gegner und Kreismeister der vergangenen Jahre, den Borussen aus Hückelhoven, vor allem in der ersten Halbzeit, ein recht gutes Spiel, sodaß man sich bei der Pause mit 0:0 trennte. Hatten aber die Gäste bis dahin schon sichtlich etwas mehr vom Spiel. so kam dies in der 2. Halbzeit noch stärker zum Ausdruck. Obwohl die Oberbrucher an Eifer nie erlahmten und zeitweise recht stark zu verteidigen wußten, konnten sie doch nicht verhindern, daß die Gäste durch drei schöne Tore einen durchaus verdienten Sieg errangen. Wiederholt spendete man den guten Leistungen, vor allem der Hückelhovener, reichen Beifall. Dremmen— Ratheim S: 2 Auf der Rheinlandkampfbahn in Dremmen standen sich diese beiden bestens bekannten Mannschaften zur Eröffnung der Saison gegenüber. Während man nun von den Leistungen der Rheinländer angenehm enttäuscht war, versagten die Ratheimer wieder einmal mehr. Die Elf scheint immer noch nicht fit zu sein und wird auch in den kommenden Meisterschaftskämpfen noch manche Niederlage einstecken müssen. Hier in Dremmen jedenfalls waren die Aussichten auf einen Sieg mehr als gering. In der ersten Halbzeit wollte es eigentlich nie so recht klappen, sodaß die Dremmener bis zum Wechsel bereits zwei Tore vorgelegt hatten. Dann aber kamen auch die Ratheimer etwas mehr auf, doch zeigten sich auch jetzt die Rheinländer von ihrer besten Seite. Den zwei Treffern der Gäste wußte man gleich drei entgegenzusetzen, sodaß dieser erste Erfolg mit 5:2 als durchaus verdient zu bezeichnen ist. Uevekoven— Schwanenberg 1: 12. Mit dieser hohen Niederlage blieben die Uevekovener diesmal auf der Strecke. Und wie es kam! Gleich zu Beginn merkt man, daß der Gastgeber nie so recht auf dem Posten ist, sodaß die Gäste aus dem benachbarten Schwanenberg mehr und mehr die Oberhand bekommen. Ein ganzes Dutzend Tore vermochte der entschlossene Sturm zu erzwingen, wogegen der Gastgeber froh sein mußte, wenigstens den Ehrentreffer erzielt zu haben. Granterath— Venrath 6: 1(3:1). Auch der Sieg der Granterather ist als Ueberraschung zu verzeichnen. Konnten die Gäste im letzten Kampf der vergangenen Saison noch mit 5:3 die Oberhand behalten, so mußte man diesmal eine unerwartet hohe, aber nicht einmal unverdiente 6: 1= Niederlage hinnehmen. Jedenfalls lieferten die Granterather das bessere und entschlossenere Spiel und sicherten sich in jeder Halbzeit drei Erfolge, während die Venrather mit dem Ehrentreffer vorlieb nehmen mußten. Vaal— Gevenich 3:0(0: 0). Wie nicht anders zu erwarten, vermochten sich die Baaler hier mit 3:0 sicher zu behaupten. Zwar blieb die erste Halbzeit infolge des großen Eifers der Gäste ohne jeden Erfolg, doch sahen die Baaler ihr besseres Spiel nach der Pause durch drei Treffer belohnt, die denn auch zum Siege reichten. Golkrath— Immerath 9: 0(5: 0). Zu diesem Treffen waren die Immerather mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft erschienen, die denn auch eine recht empfindliche Niederlage hinnehmen mußte. Auch nicht einen Augenblick kam diese Elf für den Sieg in Frage. Dagegen lieferten die Golkrather ein schnelles und gutes Spiel, sodaß der Sieg auch in dieser Höhe verdient ist. * Werbeveranstaltung in Kückhoven Der Spielverein Kückhoven eröffnete die diesjährige Saison mit einer größeren Werbeveranstaltung, die sich denn auch eines guten Besuches erfreuen konnte. Bereits vormittags gab es hier leichtathletische Veranstaltungen, in denen sich Franken, Lövenich, nicht nur den 100=MeterLauf, sondern auch den 400=Meterlauf in einer den Verhältnissen entsprechenden recht guten Zeit als Erster sichern konnte. Im 3000=Meterlauf war Jansen, Keyenberg, nicht zu schlagen. wogegen Halcour, Kückhoven, mit Der Dresdener der am kommenden Mittwoch erstmalig in Gladbach=Rheyd! seine große Fußballklasse zeigen wird, hat in dieser Saison 49 Spiele ausgetragen, mit einem Torverhältnis von 179 zu 37! Davon wurden 44 Spiele gewonnen, 2 unentschieden und 3 Spiele verloren. Richard Hofmann, Deutschlandbester Torschütze, schoß von 179 Toren allein 124! Ihm folgen Müller und der berühmte erst 18jährige Mittel stürmer Schön. Von den Spielern des Dresdener Sportklubs trägt Richard Hofmann als Internationaler den Re kord, indem er 25mal, Kreß 16mal. Mittelläufer Köhler 5mal, Müller und Schlösser je 2mal, das Nationaldrei getragen haben. Im übrigen machen wir nochmals das Sportpublikum von Gladbach=Rheydt darauf aufmerksam, daß die Dresdener garantiert komplett am Mittwoch gegen die Kombination Eintracht=Rheydter Spielverein im Rheydter Stadion antreten. es noch an, obwohl auch hier bereits eine Ueberlegenhett der nicht unwesentlich verstärkten Jackerather ersichtlich war, die auch durch zwei Treffer ihren Ausdruck fand. Nach dem Wechsel aber liegt die Elf ständig im Angriff und vermag durch weitere sechs Tore einen einwandfreien Sieg zu erzwingen, obwohl auch die Gäste zweimal erfolgreich waren. Geilenkirchen 1.65 Meter den Hochsprung gewinnen konnte. Zimmermann, Keyenberg, sicherte sich mit 5.50 Meter den Weitsprung und bleibt im Kugelstoßen mit 10.46 Meter Erster In allen Konkurrenzen gab es eine recht gute Beteiligung, so daß die Sieger schon ihr bestes hergeben mußten um zum Erfolg zu kommen. Im Fußballturnier, welches ebenfalls bereits vormittags begann, gab es folgende Ergebnisse: Lövenich— Immerath 4:1(0: 1). Zwar überraschten hier die Immerather durch einen schnellen Start und Erfolg bereits bei Beginn des Kampses, doch konnten sich die technisch besseren Lövenicher nach dem Wechsel durchsetzen und durch 4 Tore ihren Sieg sicher stellen. Wildenrath— Keyenberg 2: 3(0: 1) war die zweite Begegnung, in der die Keyenberg=Kuckumer Vereinigung mit 3:2 zwar knapper aber doch durchaus verdienter Sieger blieb. Den Endkampf bestritten alsdann nach einer längeren Pause die beiden Sieger aus den Vorspielen Keyenberg= Kuckum— Lövenich 1:6(1:1). Hier machte sich das voraufgegangene Spiel bei den Keyenbergern denn doch stärker bemerkbar. Nur eine Halbzeit konnte die Elf dem technisch sehr guten Spiel der Lövenicher standhalten. Bis dahin reichte es auf beiden Seiten zu je einem Erfolg. Dann aber gingen die Lövenicher auf und davon. Durch weitere 5 Tore stellte man hier einen jederzeit verdienten Sieg sicher, während die Keyenberger auch nicht ein einziges Mal mehr erfolgreich waren. Abends gab es alsdann im Vereinslokal Geschwister Lievre noch einige gemütliche Stunden. in denen die Sieger entsprechend geehrt wurden. So darf man wohl sagen, daß diese Veranstaltung vollauf gelungen ist und nicht unwesentlich für den schönen Sport geworben hat. Gegen sensationelle Sportwerbung Für den Voxkampf zwischen Schmeling und Neusel am 26. August wird seit Wochen nach dem Vorbild amerikanischer Veranstalter die Werbetrommel gerührt. Ueber die Bedeutung des Zusammentreffens der beiden erfolgreichen Faustkämpfer in Hamburg wird es keine Meinungsverschiedenheit unter Sportsleuten geben. Ebenso wird man Verständnis dafür haben, daß der Veranstalter des Kampfes von sich aus die nötigen Vorbereitungen trifft um auch die finanzielle Seite des Unternehmens zu sichern. Weniger kann man sich aber mit der Form einverstanden erklären, in der vor einigen Zeitungen in den letzten Wochen„Tam=Tam“ gemacht wurde. Gegen diese zum Teil recht geschmacklose Werbung hat sich jetzt mit aller Entschiedenheit der Reichssportführer gewandt. Mit Recht geißelt von Tschammer und Osten, daß in den Vorberichten das Tagesprogramm der beiden Boxer bis ins kleinste, ja fast bis zur Lächerlichkeit geschildert wird, als ob es um eine welterschütternde Angelegenheit ginge.„Die deutsche Sportwelt interessiert es nicht.“ erklärte der Reichssportführer,„zu welchem Zeitpunkt Mar Schmeling oder Walter Neusel aufstehen, wann sie ihr Essen einnehmen, ob sie Pressevertretern Interviews geben oder sich von Neugierigen anhimmeln lassen. Wenn der Boxkampf am 26. August eine nationalsozialistischen Anschauungen entsprechende, ernste sportliche Note erhalten soll, dann müssen auch die Vorbereitungen und ihre Schilderungen in der Presse entsprechend gehalten sein.“ Zum Schluß einer Unterredung, die von Tschammer mit dem Leiter des Reichsausschusses der Sportschriftleiter hatte, sprach der Reichssportführer die Erwartung aus, daß in der Werbung für diese Boxveranskaltung mit derselben Würde verfahren würde wie bei anderen sportlichen Großereignissen und daß man die beiden Faustkämpfer nicht anders behandele als sonstige hervorragende deutsche Sportsleute. Jede übertriebene Sensationspropaganda entspräche nicht den Anschauungen der Turn= und Sportbewegung des neuen Deutschlands. Diese Auffassung des Reichssportführers wird jeder teilen, der in dem Sportplatz keinen Rummelplatz sieht. Deutsche Siege in Magdeburh) Höhepunkte der 4. Europa=Schwimm=Meisterschaften Bei herrlichem Wetter war das Magdeburger Schwimmstadion am Samstag vormittag wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Als erste Konkurrenz kam die Entscheidung im Turmspringen der Damen zum Austrag, das erwartungsgemäß mit einem überlegenen deutschen Siege endete. Ausgeführt wurden vier Pflichtsprünge. Schon nach dem ersten Sprung ging die Spandauerin Hertha Schieche in Führung, da sie für einen Rückwärts=Salto vom 5=MeterBrett 10,5 Punkte erzielte und für ihren tadellosen Sprung über reichen Beifall quittieren konnte. Jeder Sprung der Spandauerin klappte überhaupt ausgezeichnet. Die Zweite, die Schwedin Sjöquist, erreichte für einen Kopfsprung mit Anlauf 8,52 Punkte. Die zweite deutsche Vertreterin, Anneliese Bingel=Dortmund, hat sich in dem fünfköpfigen Feld gut gehalten. Durch einen mißglückten Kopfsprung aus dem Stand vom 10-Meter=Brett bekam sie nur 5,06 Bunkte gutgeschrieben und kam so um die Aussichten, einen der vorderen Plätze zu belegen. Ergebnis des Damen=Turmspringens: 1. und Europameisterin: Hertha Schieche(Deutschland) 35,43 P.; 2. Inge Söquist(Schweden) 3154 P.; 3. Inger Kragh(Dänemark) 31,39 P.; 4. Anneliese Bingel(Deutschland) 29.45 P.; 5. Fonyo(Ungarn) 24,68 P. Obwohl das Wetter am Nachmittag recht unsicher war und die Sonne sich hinter düsteren Wolken zurückgezogen hatte, war das schöne Magdeburger Schwimm=Stadion wieder sehr gut besetzt. Zunächst wurde der Endlauf des Herren=Rückenschwimmens über 100 Meter gestartet, in dem Deutschland durch Ernst Küppers den zweiten Platz belegte. Es war ein spannendes Rennen, das erst in den letzten Metern entschieden wurde. Sofort nach dem Start Abernahm Küppers die Führung und wendete bei 50 Meter als Erster in genau 33 Sekunden vor dem ziemlich geschlossenen Feld. Der zweite deutsche Vertreter Heinz Schwarz verpaßte die Wende und fiel zurück, konnte aber doch noch den fünften Platz vor dem Vorlauffieger Francis England) retten. Sein Landsmann Bedford kämpfte sich verbissen an den immer noch führenden Ernst Küppers heran. rückte immer näher und konnte bei 90 Meter an den Deutschen vorbeiziehen und im Endspurt in 1:11,7 Minuten den Sieg erringen. Ergebnis: 100 Meter Rücken der Herren, Entscheidung: 1. und Europameister: Bedford(England) 1:11,7 Minuten: 2. Küppers(Deutschland) 1:12,2 Min.; 3. Siegrist(Schweiz) 1:12,6 Min.; 4. Karlsen(Norwegen) 1:13 Min.; 5. Heinz Schwarz(Deutschland) 1:14,4 Min.; 6. Francis(England) 1:14,5 Minuten. Hollands Damen nicht zu schlagen. Die zweite Entscheidung siel in der 4 mal 100 MeterKraul=Meisterschaft der Damen. Die holländischen Schwimmerinnen stellten ihr großes Können erneut unter Beweis, schwammen ein überlegenes Rennen und siegten in der Gesamtzeit von 4:41,5 Minuten. Ausgezeichnet hielten sich auch die deutschen Damen, die mit insgesamt 4:50,4 Minuten eine neue deutsche Bestzeit erzielten. England belegte den drikten Platz vor Dänemark und Frankreich Steigs vor Schwarz. Zu den letzten Kämpfen hatten sich am Nachmittag im neuen Magdeburger Schwimmstadion gut 10000 Personen eingefunden, die das Stadion bis auf den letzten Platz küillten. Auf der Ehrentribüne sah man wieder den Reichssportführer von Tschammer und Osten, den Reichsarbeitsminister Seldte. Erz. Lewald vom Deutschen Olympischen Organisationsausschuß und den Schwimmführer Georg Hax. Die Einleitung bildete die Ehrung der Turmspringer. War dieser Auftakt schon für jeden Deutschen recht erfreuEch, so wurde der nächste Wettkampf, die Entscheidung im 200 Meter Brustschwimmen der Herren, zu einem überzeugenden deutschen Doppelerfolg. Der Hamburger Erwin Sietas gewann das 200 Meter Brustschwimmen vor dem Göppinger Paul Schwarz und dem sich in ausgezeichneter Form befindlichen Dänen Hans Malström. Mastenbroek in tolem Rennen mit den Ouden. Die zweite Entscheidung des Nachmittags und auch der letzte Wettkampf der Schwimmerinnen war der Kampf im 400 Meter Kraulschwimmen der Damen. Hier war Deutschland nicht mehr vertreten. Es kam zu einem Zweikampf zwischen den Holländerinnen Mastenbroek und Willie den Duden. Zunächst führte„Willie“ aber auf der letzten Bahn lagen beide Schwimmerinnen wieder zusammen. Ein Zwischenspurt der den Ouden wurde von Frl. Mastenbroek bemerkt, die wieder gleichauf kommt und in totem Rennen in 5:27,4 Minuten mit ihrer Landesschwester anschlagen kann. Frl. den Ouden, die bereits Europameisterin im 100 Meter Kraulschwimmen geworden ist, verzichtete zugunsten von Frl. Mastenbroek auf eine Wiederholung des Rennens. Damit war Rita Mastenbroek Titelträgerin und Siegerin. Jean Taris nie zu schlogen Es war klar, daß der Franzose Jean Taris, Sieger über 200 Meter Kraul, auch über 1500 Meter nicht zu schlagen war.„Jean“ schwamm seine Strecke ohne Hemmungen mit grißen Vorkgrung herunter und schlug in 2d 6l5 Minuten eine Minute vor dem Zweiten, dem Italiener Costoli, an. Der deutsche Gerhard Nüske konnte in diesem Rennen keine große Rolle spielen. Immerhin schwamm der Stettiwer ein ganz beachtliches Rennen und vermochte durch Plazierung auf den sechsten Platz Deutschland noch einen wichägen Punkt zu sichern. Ergebniste: 200 Meier Brustschwimmen, Herren: 1. und Europameister Erwin Sietas(Deutschland) 4:49 Minuten; 2. Paul (Deutschland) 2:49,4 Min.; 3. Hans Malmström ark) 2:49.8 Min.; 4. Finn Jensen(Dänemark) 2.6 Minuten. 400 Meter Kraulschwimmen, Damen: 1. Rita Mastenbroek(Holland) 5:27,4 Min.: 2. Willie den Ouden(Holland) 5:27,4 Min.; 3. Lilli Andersen(Dänemark) 5:45,1 Min.; 4. Solita Salgado(Frankreich) 5:50,4 Minuten. 1500 Meter Kraulschwimmen, Herren: 1. Jean Taris Erankreich) 20:01,5 Min.; 2. Costoli(Italien) 21:01,1 Mo; 3. Norman Wainwright(England) 21:10 Min.; 4 Arpod Lengyel(Ungarn) 21:14,5 Minuten. Deutschland— Belgien 2:1(1:0). Vor dem letzten Wasserballkampf wurde der deutsche Verbindungsmann Gunst von den Wasserfreunden Hannover durch den Wasserball=Obmann Hofmann besonders ge### denn mit diesem Spiel startete Gunst zum 60. Male für —# Der Kampf selbst enttäuschte, denn die deutsche Mannschaft kam nicht recht in Schwung und die Belgier, die möglichst knapp verlieren mußten, wenn sie den dritten Platz erreichen wollten, führten diese Absicht auch mit großem Erfolg durch. Zudem war der holländische Schiedsrichter de Vries zu kleinlich— er zerpfiff das Spiel. Aki Rademacher brachte Deutschland in Führung, Schwarßz erhöhte durch 4 Meter Strafwurf nach der Pause auf 2:0, doch konnte Casteleyn kurz vor Schluß den belgischen Ehrentreffer erzielen Ungarn einwandfrei Wasserball-Europameister Den Abschluß der Europameisterschaften bildeten noch zwei Wasservallspiele. Im ersten Kampf sicherte sich Ungarn durch einen klaren und eindrucksvollen 9:1(4:1) Sieg über Schweden vor allen„Ueberraschungen" um den Endsieg und blieb damit als einzigstes Land ungeschlagen. Der Kampf wurde von Emmery=England einwandfrei geleitet. Frankreich Sechster im Wasserball. Im Wasserball wurden die Kämpfe um die Plätze von 5—8 abgeschlossen. Frankreich konnte sich durch einen 2:1 (2:1)=Sieg über Spanien den sechsten Rang hinter Südslawien sichern. Holland gewann den Bredius-Pokal. Während der Kampf der Herren um den Europa=Pokal nicht eher entschieden ist, bis auch die endgültige Plazierung im Wasservall feststeht, war bei den Damen mit der vor lodten Untscheidung auch der Kampf in der Gesamtwertung um den vom holländischen Verband gestifteten BredinPokol durchgeführt. Die Holländerinnen konnten durch ihren Doppelsieg im 400 Meter Kraulschwimmen sich knapp vor Deutschland an die Spitze setzen, während die anderen Nationen weit geschlagen blieben. Das Endergebnis war: Gesamkergebnis der Damen-Kämpfe: 1. Holland 88,5 Punkte: 2. Deutschland 85 P.; 3. England 26 P.; 4. Dänemark 255 P.;§. Frankreich 1.„.:. Schweden 8 P.; 7. Schweiz 3 P.; 8. Tschechoslowakei und Ungarn je 2 Punkte. Hermann Stork Europameister im Turmspringen Dertschlands überragende Stellung in den Springkonkurrenzen des europäischen Schwimmsports, die sich schor in den drei Siegen durch die Damen Frau Jensch=Jordan und Hertha Schieche, sowie den Reichswehrmann Leo Esser ausdrückte, wurde am Sonntag beim Turmspringen der Herren noch besonders hervorgehoben. Vor 9000 Juschauern konnte der Frankfurter Hermann Stork, mit eleganten und sicheren Sprüngen sich klar den Titel gegen 13 andere Konkurrenten sichern. Der Deutsch-Böhme Johann Leikert aus Teplitz und der frühere Europameister Ewald Rickschläger aus Zeitz waren in den Pflichtsprüngen etwas schwach, arbeiteten sich dann aber in der Kür von Sprung zu Sprung auf den zweiten bzw. dritten Platz vor. Ergebnisse: 1. und Europameister Hermann StorkDeutschland 98.99 Punkte; 2. Johann Leikert=Tschechoslo= wakei 92,77 Punkte; 3. Ewald Riebschläger=Deutschland 90,72 Punkte; 4. Laszlo Bajda=Ungarn 89 Punkte; 5. Ilmari Niemelainen=Finnland 87,00 Punkte. Deutschland Wichtige Entscheidungen bei den Rad=Weltmeisterschaften in Leipzig Am Samstag fiel bei den Rad=Weltmeisterschaften in Leipzig eine der wichtigsten Entscheidungen, und zwar auf der Straße. Tausende von Zuschauern umsäumten die 9,4 Kilometer lange Rundstrecke im Scheibenholz, die ganz flach. kaum große Schwierigkeiten aufwies, aber durch die zahlreichen Vorstöße und das dauernde Antreten die Fahrer zermürbte. Ueberraschend siegte der Holländer Pellenaars im Endspurt über Neforge(Frankreich). Andre(Belgien) und Holland(England) nach einer Fahrzeit von 2:43:02.6 Stunden für die 112,9 Kilometer, was einem Stundenmittel von 41,920 Kilometer entspricht. Der Däne Grundahl Hansen führte 2:34 Minuten später das Gros des Feldes vor Goujon(Frankreich) und Stallard(England) ins Ziel. und in dieser Hauptgruppe befand sich von den drei Deutschen auch der Berliner Weiß. Der deutsche Kampfspielmeister Krückl=München hatte durch einen Sturz m der sechsten Runde den Anschluß verloren, fuhr aber tapfe: sein Rennen zu Ende, während der Bielefelder Scheller nach zwei Reisenschäden die Waffen streckte. K. Kaers siegt bei den Berufsfahrern. Am Vormittag trugen die Amateure die Weltmeisterchaft aus. Am Nachmittag traten die Verufsfahrer zum roßen Kampf an. Schon lange vor Beginn des Rennens atte sich in den Leipziger Straßen eine unübersehbare Menschenn=enge versammelt und nur unter Aufbietung ihrer ganzen Kräfte gelang es den Polizisten, die Menge in Raison zu halten. Man schätzt wohl nicht zu hoch, wenn mann die Zahl der an der Berufsstraßen=Weltmeisterschaft interessierten Zuschauer auf 100000 Zuschauer festlegt. 27 Fahrer hatten sich am Startplatz versammelt. Das Tempo war zunächst sehr gemäßigt und blieb auch während des ganzen Rennens weit hinter dem der Amateure zurück. Durchweg wurde nur ein Stundenmittel von 37,8 Kilometer erreicht, während die Amateure am Vormittag bis zu 45 Stundenkilometern herunterkurbelten. Trotzdem forderte das Rennen, das auf einer ausgesprochenen Flachstrecke ausgetragen wurde, zahlreiche Opfer, denn nur 13 Teilnehmer erreichten das Ziel. Nur dreizehn Fahrer rüsteten auf der herrlichen Geraden der Karl Tauchnitz=Straße zum Endspurt, den der frühere belgische Omniumfahrer und Flieger Karel Kaers mit einer Viertellänge vor Guerra und seinem Landsmann Danneels und dem füngen Deutschen Gerhard Huschke nach einer Fahrzeit von 5:56:15,8 Stunden für die 225.6 Kilometer lange Strecke gewann. Geyer und Stöpel kamen in dem dichten Rudel nicht nach vorne und belegten den 12. und 13 Platz. Erich Metze Steher=Weltmeister Krewer als Zweiter leistete„Schriktmacherdienste". Vor 22000 Zuschauern erreichten die Radweltmeisterschaftei. 1934 in Leipzig=Lindenau am Wochenende ihren Höhepunkt und Abschluß mit dem Wettbewerb der Steher. Nach den beiden Titelkämpfen für Amateure und Berufsfahrer auf der Straße am Samstag, die für Deutschland unglücklich ausfielen, kam am Sonntag bei den Stehern doch noch mit Meister Erich Metze ein Deutscher zu höchsten Radsportehren(von den Frankfurter Siegern im Zweier= und Sechserradball abgesehen). Deutschland war auch die einzige Nation, die ihre beiden Vertreter in den Endlauf durchgebracht hatte— in dem dann sein Triumph durch die beiden ersten Plätze vollkommen wurde. Erich Metze gewann hinter seinem ständigen Schrittmacher Karl Saldow als weitaus stärkster Mann vor dem Kölner Krewer, der ein taktisch kluges Rennen fuhr und zum Siege seines Landsmanns nicht unwesentlich beitrug, indem er für den französischen Litelverteidiger Lacquehay ein fast unüberwindliches Bollwerk bildete und dann bei einer kleinen Schwäche Metzes sofort nach vorn ging. Metze glückte damit zum ersten Male der große Wurf, Weltmeister zu werden, aber noch mehr dürfte für ihn die Niederlage Lacquehays bedeuten, der ein Jahr vorher in Paris seine Gegner einfach„deklassiert" und Metze damals mit sieben Runden Rückstand auf den zweiten Platz verwiesen hatte Belgien vor Deutschland In der Nationen=Wertung bei der Radweltmeisterschaft trug der Sieg Metzes Deutschland den zweiten Platz mit 11 Punkten hinter Belgien mit 12 ein. Es folgen Italien mit 9. Holland mit 8 und Frankreich mit 5 Punkten. Hans Stuck Bergmeister 1934 Das traditionelle Freiburger Berg=Rennen hinauf zum Schauinsland auf der klassischen 12 Kilometer langen Bergstrecke mit seinen 173 Kurven nahm als Höhepunkt der Freiburger Motorsport=Woche einen unerwartet großartigen Verlauf. Der heutige Renntag brachte nicht weniger als 39 neue Klassenrekorde. Nur in zwei Klassen schwere Solomaschinen und Rennwagen bis 1200 ccm) blieben die Sieger unter den alten, größtenteils aus dem Jahre 1932 stammenden Rekorden. Eine ganz besondere Leistung schuf Hans Stuck auf Auto=Union in der Klasse der großen Rennwagen, da er mit 8:06.6 Minuten und einem Stundenmittel von 88,779 Kilometer nicht nur die schnellst: Zeit des Tages, sondern einen neuen absoluten Bergrekord schuf, der die Bestleistung Rudolf Caracciolas aus dem Jahre 1932 auf Alfa Romeo glatt überflügelt. Es gab mehrere Doppelerfolge. Den Vogel schoß der Goderberger Ernst Loof ab, der nicht nur bei den SoloMaschinen der 350er und 500er Klasse Sieger wurde, sondern auch noch bei den Beiwagenmaschinen seine ImperiaPython ia schnellster Zeit zum Sieg steuerte. In der 350 er Klasse fuhr er sogar die schnellste Zeit aller Motorräder mit 8:38 Minuten und war vier Zehntel Sekunden schneller als der Sieger der schweren Klasse, Roth auf Imperia. Der bekannte Wagenfahrer Kohlrausch=Eisennach konnte bei den Sportwagen in der Klasse bis 800 ccm und bis 1100 ccm jeweils mit einem MG=Wagen sich den ersten Platz sichern, während Günther Burggaller=Berlin bei den Sportwagen auf Bugatti in der Klasse bis 1500 ccm siegte und bei den Rennwagen auf Austin in der Klasse bis 800 cem der schnellste Starter war. 200000 Mark Unkosten in Hamburg Gefälschte Karten für den Schmeling= Neusel=Kampf. Wie wir erfahren, liegen auf dem Hamburger Boxkampftag am 26. August Unkosten in Höhe von über 200000 RM, die sich aus den Ausgaben für die Herrichtung der Arena, den Börsen der Boxer und den Reklamekosten zusammensetzen. Die wirtschaftliche Bedeutung wird weiter durch den großen Fremdenzustrom unterstrichen, der an diesem Tage nach Hamburg kommen wird. Nach einer Mitteilung der Polizeibehörde in Hamburg wurde bereits der Versuch gemacht, gefälschte Eintrittskarten für den Schmeling= Neusel= Kampftag in den Verkehr zu bringen. Ein 38jähriger Mann, der gefälschte Karten zu einem ermäßigten Preis anbot, wurde polizeilich festgenommen. Man fand bei ihm noch acht die ser gefälschten Karten. Es ist anzunehmen, daß auch anderweitig noch versucht wird, gefälschte Karten abzusetzen. Rheudter Tageblatt, die Zeitung für Alle! Stadion des Rheydter Spielvereins es. Das große Fußballereignis Mittwoch. abends 6,30 Uhr Kreßz und Richard Hofmann mit dem Dresdner Sport=Club gegen Eintracht Rhepdter=scis Die Vorverkaufsstellen sind bis Dienstag, den 21. August geöffnet. An der Kasse erhöhte Preise. Tribünenkarten können telefonisch unter 23010 und 42324 bestellt werden. M. Gladbacher Stadt=Nachrichten Die Volksabstimmung im deutschen Westen — M.Gladbach, den 20. August 1934 Die Volksabstimmung in M. Gladbach In M.Gladbach gestaltete sich die Volksabstimmung zu einem großen Erfolg für den Führer. Am Samstagabend hatte der Propagandamarsch der SA und ihr Vorbeimarsch am Bismarckplatz vor Standartenführer Polizeipräsident Grunert zahlreiche Volksgenossen auf die Straße gelockt und zusammen mit der Propaganda durch Plakate und Sprechchöre war auch der letzte Volksgenosse auf seine Wahlpflicht aufmerksam geworden. In den Abstimmungslokalen stellten sich schon früh die Wähler ein und um die Mittagsstunde hatte der größte Teil der Gladbacher Volksgenossen bereits abgestimmt. Das Gesamtergebnis für M.Gladbach lautet: Stimmberechtigt 82.451 Ja 68664 Rein 12.402 Ungättig 1494 abgegebene Stimmen 82.560 abgegebene Stimmscheine 3817 Die Theaterschlacht beginnt! * Man schreibt uns: Hochdruck herrscht in unseren Theaterbüros. Unter der Führung des neuen Intendanten Rolf Ziegler sind alle Kräfte eingespannt, um seiner Losung, ein wirkliches Theater des Volkes zu schaffen, zum Sieg zu verhelfen. In diesen Tagen beginnt die große Werbeschlacht um die Eroberung des letzten, noch abseits stehenden Volksgenossen. Die Leistung ist immer noch die beste Werbung. und auf Leistung ist das Programm für den kommenden Spielwinter aufgebaut. Viele der bewährten Künstler konnten gehalten werden; eine stattliche Zahl neuer Leute zieht ein; im Wettstreit um Höchstleistungen und richtigen Einsatz der Kräfte soll und wird ein festes Ensemble geformt werden. Der Spielplan ist keine Phantasiegeburt, sondern er weist Werke auf, die unseren Gegebenheiten und Möglichkeiten entsprechen. Lockvögel sind nicht ausgesetzt; die veröffentlichte Spielplanvorschau soll wirklich eingehalten werden. Voraussetzung aber hierfür ist, daß die Besucher den„Weg zum Volkstheater“ mirgehen und so die Aufbauarbeit ermöglichen. M.Gladbacher und Rheydter, unterstützt darum die Werbeaktion der Theaterleitung! Gliedert Euch ein in die ständige Besuchergemeinde, werbt neue Freunde Eure Bühnen, besucht die Werbeabende, die noch vor den Eröffnungsvorstellungen den Kontakt zwischen Euch und Euren Künstlern herstellen bzw. vertiefen sollen, und vergeßt nie die Tatsache, daß jede gelöste Eintrittskarte einen Baustein darstellt zur Wiedergeburt der deutschen Kultur! M. Oladbach-Rheindahlen Goldene Hochzeit in Rheindahlen=Sittardheide. Unter regster Anteilnahme der Bevölkerung der Honschaft feierten die Eheleute Wilhelm Heinrichs und Frau Helene geb. Maaßen in Rheindahlen=Sittardheide das Fest der goldenen Hochzeit. Am Vorabend des Jubeltages wurde ein Fackelzug veranstaltet und dem Jubelpaar an der Wohnung eine Serenade dargebracht, bei der der Festleiter Johann Stepprath eine eindrucksvolle Glückwunschansprache hielt. Der Hauptfesttag fand mit einem feierlichen Gottesdienst in der Rheindahlener Pfarrkirche eine besonders würdige Einleitung. Vor der Jubeltrauung ehrte Oberpfarrer Augstein das Jubelpaar durch eine herzlich gehaltene Ansprache. Nach der kirchlichen Feier war in der Wohnung der goldenen Hochzeiter die offizielle Beglückwünschung, zu der als Vertreter der Geistlichkeit und der Pfarrangehörigen Kaplan Höppner erschienen war und Glückwünsche übermittelte. Ein Vertreter des Polizeipräsidenten Standartenführers Grunert überbrachte das Geschenk der Staatsregierung. Auch die Stadtverwaltung ließ ein Geschenk und ein prachtvolles Blumenangebinde überreichen. Aus der nahen und weiten Umgebung waren von Freunden. Bekannten und Verwandten der Ehejubilare zahlreiche schriftliche und telegraphische Glückwünsche sowie viele Blumenspenden eingetroffen. Zu einer besonders eindrucksvollen Kundgebung für das Jubelpaar gestaltete sich abends im Landhaus Hilderath ein großes Festbankett. Der Festausschuß hatte für ein unterhaltendes und abwechselungsreiches Programm Sorge getragen. Die Festansprache hielt Leonhard Hansen aus Rheindahlen. „Taten, nicht Reden bewerten den Volksgenossen!“ Im Ruhrgebiet Schon um die Mittagsstunden ließ sich in Essen und den übrigen Städten des engeren Ruhrgebietes, wie eine Rundfrage ergab, eine Abstimmmungsbeteiliging von durchweg rund 70 Prozent aller Abstimmungsberechtigten und zum Teil noch darüber hinaus feststellen. Ueberall in den Städten und Ortschaften an Ruhr und Niederrhein dasselbe Bild einmütiger Geschlossenheit, die schon rein äußerlich in der überaus reichen Beflaggung der Straßen und Häuser, der Fabrikhallen und Werksgebäude ihren Ausdruck fand. Noch am Vorabend veranstalteten SA und SS. 50 und di: übrigen Gliederungen der Partei Werbeumzüge mit Fackeln durch die im nächtlichen Dunkel liegenden Straßen. SA=Gruppen marschierten auf öffentlichen Plätzen und an Straßenkreuzungen auf. Ein kurzer Trommelwirbel und der Abteilungsführer verliest vor der sich schnell sammelnden Menge die Parole des Tages. Trommelwirbel, Trompetengeschmetter und Fanfaren rusen auch am frühen Sonntagmorgen nochmal die Bevölkerung auf zum großen Appell der Nation. In der Rheinprovinz * K ö l n. Die alte Domstadt am Rhein bietet ein festliches Bild. Die ganze Stadt ist in ein Flaggenmeer getaucht. An verschiedenen Brennpunkten sind große Bronzebüsten des Führers aufgestellt, umgeben von Lorbeerbäumen und frischem Grün. Ueberall klangen in den frühen Morgenstunden lustige Marschweisen durch die Straßen. Schnell belebte sich das Straßenbild. Schon von der ersten Wahlstunde an war die Abstimmungstätigkeit außerordentlich rege. Bereits gegen 10 Uhr hatten in vielen Bezirken schon 50 v. H. der Abstimmungsberechtigten ihre Stimme abgegeben. Beängstigend stark wurde der Andrang zu den Abtimmungslokalen besonders nach der Hauptkirchzeit, so vor allem in den Abstimmungslokalen der Frauen, die bekanntlich in Köln gesondert wählen. Auf dem Hauptbahnhof traf am Sonntag früh ein Sonderzug mit den Angehörigen der deutschen Kolonie in Brüssel ein, die in Köln ihr Stimmrecht ausübten und dann die Stadt besichtigten. In Aachen. wird das Straßenbild beherrscht von holländischen Kraftwagen und Kraftomnibussen, die Tausende von Deutschen aus dem benachbarten Holland zur Abstimmung bringen. Am Nachmittag traf der Sonderzug ein, der die deutsche Kolonie in Antwerpen in Stärke von 800 Mann nach Aachen brachte. Ueberall ist die Wahlbeteiligung außerordentlich stark. Aus Koblenz wird gemeldet, daß dort bis zur Mittagszeit vielfach schon 75—80 v. K. der Abstimmungsberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Resultate in den Städten Stadt Aachen. Stimmberechtigte 113 485, abgegebene Stimmen 106 806, Ungültig 3617, Ja 73924, Nein 29 265. Stadt Bochum. Stimmberechtigte 202 697, Stimmscheine 6 570, abgegebene Stimmen 194 429, Ungültig 3029, Ja 178 540, Nein 12860. Stadt Vonn. Stimmberechtigt 61 672, abgebene Stim. men 62980, Ungültig 1793, Ja 49487, Nein 11 700. Stadt Düsseldors. Stimmberechtigt 364 468, abgegebene Stimmen 333913, Ungültig 4828, Ja 287156, Nein 41 933. Landkreis Düsseldors=Mettmann. Stimmberechtigte 112 127, abgegebene Stimmscheine 7238, abgegebene Stimmen 116047. Ungültig 899, Ja 111 809, Nein 3338. Kreis Diuslaken, Stimmberechtigte 36 404, abgegebene Stimmscheine 1615, abgegebene Stimmen 37.027, Ungültig 311, Ja 35 135, Nein 1581. Stadt Duisburg=Hamvorn. Stimmberechtigte 264 269, Stimmscheine 9760, abgegebene Stimmen 258 779, Ungültig 2955, Ja 241 364, Nein 14 460. Stadt Essen. Stimmberechtigte 424449, abgegebene Stimmscheine 36.000, abgebene Stimmen 438 347, Ungültig 3223, Ja 412 562, Nein 22562. Stadt Freiburg. Stimmberechtigte 80 120, Ungültig 2062, Ja 62 504, Nein 9180. Stadt Gelsenkirchen. Stimmberechtigte 198 945, abgegebene Stimmscheine 6352, abgegebene Stimmen 192816, Ungültig 4927, Ja 152314, Nein 35 575. Stadt Kettwig. Stimmberechtigte 6817, Stimmscheine 1001, abgegebene Stimmen 7551, Ungültig 38. Ja 7417, Nein 96. Stadt Koblenz. Stimmberechtigte 49527, Ungültig 1088, Ja 38 429, Nein 7523. Stadt Mettmann. Stimmberechtigte 8157, abgegebene Stimmscheine 417, abgegebene Stimmen 8163, Ungültig 19, Ja 8059, Nein 85. Stadt Mülheim=Nuhr. Stimmberechtigt 87.070, abgegebene Stimmscheine 4983, abgegebene Stimmen 89 387, Ungültig 736, Ja 85 861, Nein 2790. Stadt Mörs. Abgegebene Stimmen 17051, Ungültig 102, Ja 16 736, Nein 213. Kreis Mörg. Stimmberechtigte 109 264, abgegebene Stimmscheine 5339, abgegebene Stimmen 11 228, Ungültig 1834, Ja 104 374, Nein 5020. Stadt Münster. Stimmberechtigte 72 145,(Stimmsch. einschl.), Angültig 1588, Ja 58 667, Nein 13.064. Stadt Mainz. Stimmberechtigte 106 804, Ungültig 2160, Ja 85 716, Nein 13136. Stadt Neuß. Stimmberechtigte 34 657, Stimmscheine 1817, abgegebene Stimmen 35.038. Ungültig 823. Ja 28 604, Nein 5611. Stadt Oberhausen. Stimmberechtigte 114 296, abgegebene Stimmscheine 4376, abgegebene Stimmen 113619, Ungültig 325. Ja 111 937, Nein 1357. Stadt Nemscheid. Gesamtergebnis. Stimmberechtig 75195, abgegebene Stimmen 69233= 98,19 Prozent, Ungültig 1089, Ja 60 243, Nein 7891. Stadt Recklinghausen. Stimmberechtigt 50 165, abgegebene Stimmschein 2268, abgegebene Stimmen 48730, Ungültig 1579, Ja 40 246, Nein 8484. Stadt Natingen. Stimmberechtigte 12040, Stimmscheine 532, abgegebene Stimmen 12.057, Ungültig 120. Ja 11 474 Nein 463. Stadt Solingen. Stimmberechtigt 98538, abgegebene Stimmen 99375(mit Stimmsch.). Ungültig 1787, Ja 85 664, Nein 11 924. Stadt Wuppertal. Stimmberechtigte 291 933. Ungültig 3712, Ja 230 345, Nein 44219. Rhein=Wupperkreis. Stimmberechtigte 100 759, abgegebene Stimmscheine 6578, abgegebene Stimmen 104 100, Ungültig 2526. Ja 89 505, Nein 12.069. Stadt Wiesbaden. Stimmberechtigte 112 540. Ungültig 2209, Ja 103737, Nein 10 843. Stadt Xanten. Abgegebene Stimmen 3369, Ungültig 14, Ja 3270, Nein 85. Pferde- Rennen Klassepferde in Horst=Emscher Ergebnisse: 1. Rennen: 1. Th. Westhoffs Helmwiege(H. Westhoff) 2. Weimar, 3. Kastanienblüte; ferner: Großmeister, Sorgenfrei, Falcade, Carriere, Gnade, Wernigerode. Toto: Sieg 146:10, Platz 30, 14, 26:10. 2. Rennen: 1. E. Hombachs Ballonpost(H. Nickel), 2. Gräfin Mariza, Lanzenspitze; ferner: Pfalzgraf, Melitto Berna, Nuschy, Artist, Prachtmädel, Alarad, Angelore. Toto: Sieg 21:10, Platz 13, 17, 30:10. 3. Rennen: 1. H. Eickholts Sonnenfalter(H. Wenzel) 2. Karachi, 3. Onkel Karl, 4. Altai; ferner: Greystoke, Orion, Dorita, Steinmetz, Lösegeld, Torpedo, Schwerthieb, Utamaro. Toto: Sieg 106:10, Platz 35, 21, 44, 19:10. 4. Rennen: 1. Hauptgestüt Graditz' Liebschaft(H. Zehmisch), 2. Gratianus, 3. Alp; ferner: Lampe, Manzanares, Demotselle. Glacis. Toto: Sieg 16:10, Platz 13, 14, 21:10. 5. Rennen: 1. Freifrau von Oppenheims Arabeske(M Schmidt), 2. Agnat, 3. Calva; ferner: Volumnius. Senu, Rudolf. Toto: Sieg 18:10, Platz 13, 21:10. 6. Nennen: 1. Frau v. Opels Irländer(H. Blume), 2 Frühlingsfee, 3. Sopran; ferner: Missouri, Voltaire 2, Eilwerk, Napoleon, Frauenfreund, Patent. Toto: Sieg 68:10, Platz 28, 53, 24:10. 7. Rennen: 1. Stand. 71 Köln Robinson(R. Anderle), 2. Pieta, 3. Feuerwerk, 4. Manifesto; ferner: Hagestolz. Feldsoldat, Musterknabe, Perlmuschel, Schwertknauf, Vierthaler, Sarafan, Medinus. Toto: Sieg 115:10, Platz 47, 36, 31, 24:10. 8. Nennen: 1. H. Zimmermanns Rosenrot(Dr. Bodenheim), 2. Märzprinzeß, 3. Mary; ferner: Prachtmädel, Militta. Toto: Sieg 19:10, Platz 17, 18:10. Deppelwette: Liebschaft— Irländer 116:10. Glauben Sie auf die Milarbeit der Zeilungsanzeige verzichlen zu können? Ein Geschäftsmann, der die Anzeigenwerbung vernachlässigt, verzichtel demit auf den Eintritt in den Wellbewerb, der den Kauf beeinflußl, vielfech sogar entscheidel, ehe die Ware Im Geschäftslokel überhaupf in Augenschein genommen worden ist. Das Gladbach-Rheydter Tageblatt ist ein unentbehrlicher Millarbeiter im Kampf um den Kunden!— Wer im GladbachRheydter Tageblatt inserierl, sichert sich den Erfolg! ERNENENESEBENENRNENENENENENENENENENES Die Puppen des Maharadscha Roman von Siegfried Vergengruen. 21(Nachdruck verboten) ##### oon semand unten?“ frogte Erwin holblaut auf Weinen verstummte sofort. Dann ließen sich tappende, schlürfende Schritte vernehmen. Näher und näher. Und dann erschien im Lichte der Strahlentegel eine weibliche Gestalt. Jeannette! Bei ihrem Anblick konnten sich selbst Erwin und Juffo, die bisher einigermaßen ihre Haltung bewahrt hatten, der Tränen nicht erwehren. Fürsorglich halsen sie der Unglücklchen aus ihrem dumpfen Gefängnis. Sie selbst vermochte nichts zu sagen. Dicht neben der Falltür sank sie bewußtlos geiommen. Es dauerte eine Weile, bis Dr. Renee, der sich wieder #nderafft hatte, Jeannette ins Leben zurückrief. Dann trieb Erwin zur Eile. Sie hatten sich bereits allzulange aufgehalten. In höchstens einer Stunde ging die Sonne auf. Bis dahin mußten sie über alle Berge sein oder alles war verNoch einen letzten Blick warf Nenee auf die Leiche seiner Frau. Dann folgte er mit zusammengebissenen Zähnen und gedallten Fäusten den anderen, die schon voranschritten. Die schwarze Portiere schloß hinter ihnen ihre grauenbewahrenden Falten. Sie durcheilten den langen Gang, stiegen die Treppe empor, betraten das Springbrunnenzimmer und hofften bereits gerettet zu sein. Da bemerkten sie zu ihrem Schreck, daß das ganze Schloß erleuchtet war. Waffengeklirr hallte allenthalben. Eine Tür wurde weit aufgerissen. Mehrere bis an die Zähne bewaffnete Männer stürmten unter lauten Rüchen herein. An ihrer Spitze aber stand Afru! Es war ein seltsamer Augenblick, als sich diese beiden, höchst ungleichen Menschenhaufen begegneten. Auf beiden Seiten erst unwillkürliches Erstarren, Zögern und Mustern des Gegners und dann ein gleichzeitiges wutentbranntes, rachegieriges Aufeinanderlosspringen. Revolver krachten. Kostbare Gegenstände fielen laut Airrend zu Boden und kollerten über den Teppich. Mit einem röchelnden Schrei wahnwitzigen Hasses sprang Dr. Renee auf Afru zu und verkrallte seine Hände in dessen Hals. Sie wälzten sich auf dem Boden. Es war unmöglich, auseinanderzureißen. Sie hatten sich ineinander verbissen wie wilde Tiere. Unterdessen wurden Erwin, Juffo und die beiden trotz tapferster Gegenwehr von der Uebermacht im umdrehen überwältigt und gefesselt. Als sie hinausgewurden, bemerkten sie noch wie der Doktor einen zu gefallenen Dolch aufraffte und ihn Afru grausam lachend bis zum Heft ins Herz stieß. Dann schloß sich die Tür und trennte sie von dem entsetzlichen Schauspiel. Sie wurden durch den Park nach dem Hauptpalast geführt, und zwar in denselben Saal, in dem sie einige Stunden zuvor dem Tanze Ivonnes zugeschaut hatten. Der Platz, an dem sie gesessen hatten, war von Akkad, Bandar und einigen finster blickenden Männern in weißen Gewändern besetzt. Vor den Stufen standen bereits schwer in Ketten geschlossen, Courton und Gorbunow. Letzterer trug eine blutige Binde um die totbleiche Stirn. Ein Beweis, daß der Russe sich nicht ohne Kampf den Häschern ergeben hatte. ist Afru und der fremde Arzt?“ herrschte Bandar die Krieger an. „Afru ist tot!“ antwortete einer der Männer.„Der Arzt hot ihn erstochen!“ Eine minutenlange Stille trat ein. Bandars Gesicht wurde noch finsterer. „Das werdet ihr büßen!“ zischte er schließlich wütend. Dann gab er ein Zeichen. Ein Mann erhob sich und begann die Gefangenen zu verhören. Er bezichtigte sie des Landfriedensbruchs und eines feigen Raubversuchs. Sie sollten sich verteidigen. Aber die sechs Europäer schwiegen. Es war, als sei in dieser furchtbaren Stunde ein unsichtbares Band des Einvernehmens um ihre Herzen geschlungen worden. Plötzlich sprang Bandar auf. „Das ihr schweigt, beweist, daß ihr eure Schuld anerkennt! Ihr seid Mörder und Räuber! Ich, als der höchste Priester von Sukentala verlange Rache für das vergossene Blut unseres treuesten Dieners Afru! In deine Hände, Maharadscha, ist es gelegt, die Art des Todes, den diese Verbrecher sterben sollen, zu bestimmen!“ Alle Augen richteten sich nun auf Akkad, der bisher rezungslos und erstarrt dagesessen und Ivonne mit seinen Blicken verschlungen hatte. Man sah, wie es in ihm kämpfte und daß es wohl selten einem Richter so schwer wurde, das Urteil zu fällen. Mehrere Male bewegte er seine Lippen, als wollte er etwas sagen. Aber niemand hörte auch nur das leiseste Wort! Die Richter wurden ungeduldig. Ein alter Mann, mit wallendem weißen Bart und fanatischen, hageren Gesichtszugen sagte sogar ganz laut: „Das Unglück lastet lange genug auf den Kindern von Sukentola. Ge wird Zeit, daß Brahma ein großes Blutopfer erhält, damit die Schuld abgespült werde!“ Die anderen bekundeten murmelnd ihren Beifall. Aber Akkad schwieg. Da trat Bandar einen Schritt auf den Maharadscha zu. maß ihn mit verächtlichen Blicken und rief: „Akkad! Wenn du zu schwach bist, Gerechtigkeit zu üben. so fällt dieses Amt nach uraltem Göttergesetz auf mich, den obersten Priester!“ Akkad zuckte zusammen. Roch immer hielten seine Blicke Ivonne umfangen, als hoffte er sie dadurch vor dem Unglück bewahren zu koatten. Und plötzlich füllten sich seine großen. tieftraurigen Knatenaugen mit Tränen. Er fühlte, daß er nichts tun konnte, daß er machtlos war und dem Willen dieses harten, unbarmherzigen Greises gehorchen mußte. Mit genten Lorfe ds bime ur sch leiner Worte, Küsterte r Bei Sonnenaufgang verbrennen...!“ 18. In letzter Minute! Mau hielt es nicht für notwendig, die Verurteilten für die wenigen Viertelstunden, die ihnen noch bis zur Hinrichtung blieben, in ein besonderes Gewahrsam bringen zu müssen. Sie wurden in ein Zimmer im Erdgeschoß gestoßen und die Türen von außen verrieger.. Wachen gingen lautlos davor auf und nieder und unter den Fenstern drängte sich eine tausendköpfige, rasende Menge, die zu wiederholten Malen den Namen Afrus anklagend in die Luft schrie. An eine Flucht war unter diesen Umständen nicht zu denken. Die Gefangenen sahen stumm auf den teppichbelegten Fußboden nebeneinander. Ivonne hatte ihren Kopf an Erwins Brust gelegt und die Augen halb geschlossen. Um ihren Mund spielte ein trauriges Lächeln. Jeannette war völlig apathisch geworden. Die Männer hatten harte, bleiche Gesichter. Nach einiger Zeit— draußen begann es bereits zu dämmern— wurde ein Riegel zurückgeschoben und in der Türe erschien Dr. Renee. Auch er war gefesselt. Aber er sah weder mutlos noch verzweifelt aus. Im Gegenteil, er rieb sich sogar mit übertriebener Vergnügtheit die Hände, was sich zu dieser Stunde und in dieser Umgebung, zumal die Ketten dabei rasselten und klirrten, einigermaßen befremdend ausnahm. Haben Sie eine gute Botschaft... Doktor...?“ fragte schließlich Erwin, um das lastende Schweigen zu brechen. Der Doktor lachte verschmitzt und vielverheißend. Ganz dicht trat er an die Freunde heran und spreizte dann stolz drei Finoer seiner Rechten in die Höhe. „Drei...!“ kicherte er tückisch. „Was heißt drei?“ erkundigte sich Gorbunow und schob sich die blutgetränkte Binde zurecht, die ihn am Sehen behinderte. „Drei... heißt... drei!—— Drei Tote!" Dabei wies er mit dem Zeigefinger auf sich selbst.„Hört und staunt: drei Tote durch mich!“ Die Gefangenen wurden aufmerksam. Dieser Doktor war ein Teufelskerl. Ihm war dergleichen zuzutrauen. Selbst Jeannette öffnete die Augen und sah interessiert zu ihm hinüber. „Wer sind die Toten?“ „Erstens Afru!— Uebrigens habe ich eine Botschaft von ihm auszurichten, und zwar an Sie, Frau Ivonne. Seinen letzten Seufzer hauchte er in Form Ihres Namens aus. Leider konnte ich es nicht verhindern. Auf alle Fälle scheint dieser Hund Sie entweder sehr gehaßt oder— was ich mehr annehme— Sie sehr geliebt zu haben...?!“ Er schien von Ivonne eine Erklärung zu erwarten, fuhr aber, da die ausblieb, fort: „Der Zweite war einer dieser braunen Teufel, die sich auf mich stürzten, um mich festzunehmen, als ich mit Afru fertig war. Es ist ihm übel bekommen. Ich schlug ihm seinen mürben Schädel so heftig gegen die steinerne Bassinwand, daß er zerspritzte wie ein faules Ei. Dadurch entstand etwas Raum um mich und ich konnte ein Fenster gewinnen, durch das ich mich hinausschwang. Da es recht hoch war und ich mich unten angelangt, leblos stellte, bildeten sich die von oben herabschauenden Kerle ein, ich habe das Zeitliche gesegnet und begaben sich befriedigt nach der Gerichtsversammlung, deren Verlauf sie scheinbar mehr interessierte als mein Gesundheitszustand.— Als die Luft rein war, kroch ich auf allen Vieren nach dem Flusse davon.—— Im Begriff einen Weg zu überqueren, hörte ich plötzlich ganz in der Nähe Schritte. Ich versteckte mich hinter einem Baume und wartete. Ich sah eine sehr große Männergestalt, die langsam auf mich zukam. Nach einigen Minuten konnte ich im fahlen Licht des untergehenden Mondes ziemlich deutlich erkennen, daß es sich um Bandar handeln mußte. Scheinbar suchte er nach den Anstrengungen der Gerichtsversammlung in der nächtlichen Kühle des Parkes sein Blut zu beruhigen. Eine große Wut packte mich, als ich ihn so kommen sah. Der erste, den ich getötet hatte, war nur ein Mittelsmann gewesen, dieser aber war der Mörder Elisens persönlich. Als er dicht neben mir war, sprang ich hinter meinem Baumstamm hervor und packte ihn an der Gurgel. Er wollte schreien, aber ich drückte ihm die Kehle so fest zu, daß er kaum zu röcheln vermochte. Ein roter Schleier benebelte meine Sinne. Ich sah nichts und wußte nichts! Ringsum wogten blutige Flammen. Als ich aus dem Taumel erwachte, war er tot!“ Der Doktor verstummte. Die gespielte Fröhlichkeit war aus seinem Gesichte verschwunden. Nun, da er all diese Vorgänge erzählte und sie dadurch zum zweitenmal, und zwar intensiver wiedererlebte, wurde ihm erst die ganze Tragweite seiner Handlungsweise bewußt. „Es war grausig...“, erzählte er flüsternd weiter und ein Schauer schüttelte seinen Körper.„.... wie der lange Mensch dalag, vom Mondlicht übergossen, mit weitoffenen Lippen, zwischen denen die Zähne wie bei einem Raubtier bleckten. Ich warf ihm seinen weißen Mantel auf das Gesicht, hob ihn unter Aufbietung aller Kräfte auf die Schulter und trug ihn zum Fluß. Das Wasser gluckste hungrig auf, als er in seiner gelben Tiefe verschwand. Morgen früh schwimmt er bereits im Ganges, wenn ihn nicht schon früher die Krokodile verzehren.“ „Und wie kommen Sie nun hierher, und warum haben Sie sich nicht gerettet?“ fragte Jeannette und sah diesem Mann. der im Laufe einer kurzen Stunde drei Menschen umgebracht hatte, mit einem Gemisch von Bewunderung und Grauen ins Gesicht. „Warum... warum?—— Sie fragen mich zu viel, Jeannette. Genügt es Ihnen, wenn ich darauf antworte: ich mußte! Als die Leiche von meinen Schultern in den Fluß geglitten war, zwang mich irgendeine unerklärliche Macht dazu, noch einmal nach der Stelle zurückzugehen, wo ich die Untat verübt hatte. Bereits auf dem Wege dorthin wurde ich von ein paar Wächtern aufgegefffen, die mich, ohne zu wissen, was wenige Minuten vorher geschehen war und in der Annahme, ich wollte fliehen, fesselten und hierherbrachten.“ Der Doktor bedeckte das Gesicht mit den Händen. Lange Zeit saß er so ohne sich zu regen. Nur zuweilen erschütterte seinen Körper ein leises, krampfhaftes Beben. Die Aufregungen dieser Nacht und die gewaltige Willensanstrengung, mit der er sich bis zur letzten Minute aufrechterhalten, ja seinen Gefährten sogar eine gewisse Sorglosigkeit vorgespielt hatte, waren zu groß gewesen. Die Reaktion machte sich geltend. Er schluchzte wie ein kleines Kind. Ivonne erhob sich und ging zu ihm hinüber. Sie nahm seinen fieberheißen, zuckenden Kopf zwischen ihre schmalen, kühlen Hände und streichelte ihn zärtlich. „Beruhigen Sie sich, Doktor!“ sagte sie dabei weich und mütterlich.„Berubigen Sie sich! Sie haben nichts Böses getan. Im Gegenteil. Sie erfüllten eine Pflicht, sie übten Gerechtigkeit und Vergeltung. Auch ich hätte es früher einmal tun können und unsagbares Leid wäre mir und uns allen erspart geblieben. Aber ich habe die Stunde versäumt! Das werde ich wir wie verzeihen““ Wer seine Heimat liebt, liest auch sein Heimatblatt das jederzeit seine Interessen wahn Auf dem Hofe wurde ein dumpfes Poltern vernehmlich. Dort schichteten die Krieger von Sukentala den Holzstoß, auf dem Brahma das große Blutopfer empfangen sollte. Es war bereits so hell, daß man deutlich die Gestalten der eifrig arbeitenden Männer erkennen konnte. Die Besonnenheit, mit der sie dabei vorgingen, wies darauf hin, daß sie dieses Werk nicht etwa zum erstenmal ausführten, sondern darin bereits über eine gewisse Erfahrung verfügten. Wieviel ähnliche Scheiterhaufen mochten auf diesem Platz im Laufe der Jahrhunderte gelodert, wieviel unglückselige Menschen auf den Befehl einer grausamen und blutdürstigen Religion ihr Leben unter den furchtbarsten Qualen ausgehaucht haben? Die sieben Todgeweihten hatten sich erhoben und so gut es ging, ihr Haar und ihre Gewänder geordnet. Aneinandergelehnt standen sie in der Nähe des Fensters und beobachteten wie der düstere Holzstoß wuchs und wuchs. Aeußerlich erschienen sie nun ganz ruhig und in ihr Schicksal ergeben Auch der Doktor hatte unter dem Zuspruch Ivonnes seine Beherrschung wiedergewonnen und schaute gleichmütig vor sich hin. Nach einer Weile erscholl lautes, rohes Stimmengewirr vor der Tür. Die Riegel knirschten. Schwerbewaffnete Krieger stürmten herein und zerrten die Europäer auf den Flur. Als sie auf dem Hofe erschienen, erhob sich ein tausendstimmiges Wutgeheul. Akkads Diener und die anwesenden Priester hatten Mühe, die Unglücklichen vor der Rachgier der entfesselten Menge zu beschützen. Einer nach dem anderen erstiegen sie den Holzstoß. Paarweise wurden sie an die Pfähle gekettet, die aus dem Gewirr der Baumstämme und Aeste emporragten. Ivonne wurde auf ihre flehentlichen Bitten mit Erwin zusammengefesselt. Jeannette stand allein. Gorbunow hatte Juffo und der Doktor Francois Courton zum Todesgefährten. Als alles zum Opfer bereit war, erstieg Akkad die Tribüne, die man gegenüber dem Richtplatz erbaut hatte. Er sah furchtbar blaß aus und war in ein schwarzes Gewand gekleidet. Auch sein Haupt bedeckte ein schwarzer Turban. Mit niedergeschlagenen Augen schritt er die Treppe hinauf und ließ sich in dem einen der beiden Sessel nieder. Der andere blieb leer. Es war offensichtlich, daß noch auf jemand gewartet wurde. Diener eilten aufgeregt zwischen den Opferpriestern und dem nahen Tempel hin und her. Dann erklomm einer der weißgekleideten Männer die Tribünen und flüsterte Akkad etwas fragend ins Ohr. Der aber schüttelte kurz und verneinend das Haupt. Allenthalben sah man ratlose Gesichter. Scheinbar war Bandars Verschwinden erst jetzt bemerkt worden. In diesem Augenblick ging über den endlosen Wäldern des Gandakdschungels die Sonne auf. Die Kuppeln des Himalaja färbten sich purpurn und golden. Die Vögel begannen zu singen. Nun verstummte selbst das Volk. Alle wußten: die große Stunde war gekommen. Denn Akkads Spruch hatte gelautet: „Bei Sonnenaufgang verbrennen!“ Der Opferpriester bestieg, ohne noch länger auf Bandar zu warten, mit einem breiten, blitzenden Messer den Scheiterhaufen. Einen Moment zauderte er, wem der erste Todesstoß gelten sollte. Dann schritt er auf Ivonne zu: „Dich soll Brahma als erste empfangen, denn du hast alles verschuldet!“ knirschte er zwischen den Zähnen. Kein Laut entrang sich den Lippen des Weibes. Mit geschlossenen Augen, den Rücken an die kalte Rinde des Baumstammes gepreßt, erwartete sie krampfhaft das Ende. Aber Erwin reckte den Arm auf gegen den Priester, so weit die Ketten es erlaubten: „Sie ist unschuldig!“ rief er heiser.„Töte mich zuerst. Ich bin ihr gefolgt und wollte sie euch entreißen!" Unwillkürlich blickte der Priester auf die zitternde, eisenumschlossene Hand, die sich ihm flehend entgegenhob. An dieser Hand funkelte im Feuer der ersten Sonnenstrahlen, von den Leibern goldener Schlangen umringelt, wie ein erstarrter Blutstropfen ein großer Rubin. „Der Ring des Rithnar!“ schrie der Priester so schrill, daß es weit über die atemlos zuschauende Menge hinweggellte. „Der Ring des Rithnar bewahrt vor dem Tode!“ Akkad sprang auf. „Bringt ihn mir!“ rief er fast jauchzend herüber. Der Priester zog, demütig auf die Knie niedersinkend den Ring von Erwins Finger und eilte damit zum Maharadscha. „Er ist es... er ist es...!“ keuchte er und legte ihn ehrfurchtsvoll vor Akkad auf die Brüstung.„Ich selbst habe ihn Afru nach Europa übersandt! Ich selbst! Und ich hatte ihn auch vorher in Verwahrung.“ Lange betrachtete Akkad das blitzende Kleinod. Dann glitt ein Blick zu den Verurteilten hinüber. Ein weicher und doch unendlich trauriger Zug glitt über sein schmales, schönes Gesicht „Laßt... sie... frei...!“ sagte er tonlos. Die sieben Europäer wußten zuerst nicht, wie ihnen geschah. Kannte doch außer Erwin und Ivonne niemand die Bewandtnis dieses wundertätigen Ringes, und selbst sie trarten ihren Augen nicht, als ihre Ketten gelöst wurden. Erst als Akkad auf sie zutrat, ihnen der Reihe nach die Hände schüttelte und ein über das andere Mal immer wieder die Worte sagte: „Ihr seid frei!... Ihr seid frei...!“ begriffen sie das Glück des wiedergeschenkten Lebens und sanken einender unter Tränen lachend in die Arme. * Die Europäer verweilten noch eine Woche im gastfreundlichen Palast des Maharadscha. Dann setzte Gorbunow das Flugzeug instand zur großen Reise nach Norden. Ein einziger war nicht zu bewegen, den Flug mitzumachen und das indische Land zu verlassen. Das war Dr. Renee! Er trug den Maharadscha seine Dienste an und bekam das Gartenschlößchen als ständige Wohnung angewiesen. Von dort wandelte er jeden Abend, wenn er seine Pflichten bei den indischer Kranken erfüllt hatte, im Schein der untergehenden Sonne zu einem im Park verborgenen Grabe und schmückte den Hügel, der das Liebste barg, was er im Leben besessen hatte, mit duftenden Rosen. ——— 15 45h. 15 E !! 50 953 KEE . 3 2 2 „We GSUESST L. S ### 10 22 SEEE * 1—**" S 53—*** *„E R 555—ES ZSR 21 2—5• S 3 F7 1. *- 25. 555 5 8 TSSLER "*= 2012 . S SSUEL 528 E 2* SgrEs ## S.5 FeRe! =5S 2S8 *„- S8 * 5 S S 5.57. S 3 9 REE S20 Fne EESEE S ZET“ 8# X K 8355 ae Sgg ap; 3EGx GSEEES EEEG, UELGSSS FZEZSSS. # 5 45 S8E 3•: 22 1 Tei. 2 S 5„ BEgT SFE FE: Do.2—.. * S* S59:EKETES• F5SSEgE 515 #* 25 5 2 8 „ 9 2a 1 IR. 122. FEZ5bEE E14553 E 25 # E E S a 58 9E* Sssast 66 ##ts gggs 1 355 Baks 9553 K F538 10 65 a S S S 88 ** 2.g 8.—S. Sce 7 3 3 8 „57n. S—591 S 55 B 3e.* „ in 5:— T#nx“ * S S. 5 F 3•• " B• WES S 183 S 2#g. P##s S 8 E5RE • S 5: 5 2. 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Diese Frage ist gar nicht einmal ohne Reiz, aber leider ist das Vergleichsmaterial sehr unvollständig, da die Herren vielfach noch immer auf gute Linie, will sagen auf eine scharfe Bügelfalte hasten und in langen Hosen antreten. Selbst der Amerikaner Burwell, der in Hamburg bei den Tennis=Meisterschaften unbekümmert alle Spiele in shorts erledigt hatte, erschien, sich dem Sittengesetz des weißen Sports beugend, im Endspipel gegen Gottfried von Cramm wieder in langen Hosen. Was bezeichnender Weise als Wohltat empfunden wurde. Da die Herren auf die— wie der Fußballer sagen wuroe— Verpackung großen Wert legen, scheiden diese aus der Betrachtung aus. Es bleiben also die Damen, die Damenbeine. Ohne Frage ein Thema nicht ohne allen Reiz, wie man sehr vorsichtig sagen muß. Aber schon die Philosophen des 17. Jahrhunderts haben Betrachtungen über das Bein und seine Form angestellt, so daß das Thema denn wohl erlaubt ist. Ein Tennisbein ist ein Damenbein mit allem Schwung, mit seinen zarten und festen Linien, mit seinem mehr oder minder schlanken Fesselansatz, mit der holden Rundung der Wade, mit den kleinen Monden der Knie und dann so fort. Kenner behaupten zum Teil, ein Damenbein in seiner Linienführung könne nur in seidenen Strümpfen recht beurteilt werden. Aber das ist schon wieder ein Stück Unnatur(siehe die Tennisherren!) Tennisspielerinnen haben, wie man gut feststellen kann, ein besonderes Verhältnis zu ihren Beinen. Die meisten wissen natürlich, daß sie Beine haben und zeigen sie nicht einmal ungern... mit Ausnahme der wenigen, die noch in langen weißen Strümpfen spielen. Es gibt also tatsächlich Tennisbeine mit ganz besonderen Eigenschaften. Beine, die lange Tennis gespielt haben. Meisterbeine sozusagen, verleugnen sich nicht. Ihr prägnantes Merkmal sind die Hügel der Waden. Gegen diesen anatomischen Befund, er sei noch so poetisch formuliert, ist von der Naturgeschichte des Tennisbeins her nichts zu sagen. Selten wohl gibt es so muskelbepackte Beine wie bei unseren Tennisspielerinnen. In weiter, geschweifter Rundung schwingt sich die Wade an. In der Ruhe hat es oder sie, das Bein oder die Wade, die Form einer sanften Welle, im Sprung aber springt auch der Muskel der Wade sichtbarlich hervor. Selbst Frau Sperling, die Schlanke, hat in den letzten Jahren ein Tennis bein bekommen, nicht in voller Ausprägung, nur in ganz zarter Andeutung. aber es ist eben doch ein richtiges Tennisbein. Cilly Außem und Peggy Sgiven haben vollendete ... Tennisbeine, schlanke Fesseln, biegsame Knie und muskelrunde Waden. Mit dieser letzten Bemerkung sei aber das Thema einem geistreichen Philosophen überlassen, denn Philosophen stehen mit den Damen sowieso auf dem Kriegsfuß, haben also nichts mehr zu verlieren. Wir anderen Sterblichen aber...! U. R. F.-Mitglieder füllt die Fragebogen umgehend genau und leserlich aus! Preußisch=Süddeutsche Klassen=Lotterie 2. Ziehungstag 17. August 1934, nachmittags Rummern, bei denen nichts vermerkt, erhalten 150 Mark 866 24 639(300) 889 923 32 8123 431 511 671 808 935(300) 4283 397 605 743(300) 820 933 8041 115 290 399 670(300) 6282 303 432(500) 677 933 7011 331 504(500) 906 68 82 9027 139(300) 210 70 666 81 9143 50 292 370 87 683(500) 818 19145 268 301 439 526 723 11149 393(300) 599 804 12393 793 13427 648(500) 83 750 942 14235 63 373(300) 831(300) 67 18103 5 54 310 404 33 899 917 16168 90 486 555 760 62 17219 386 799(300) 983 13526 743 819 65 72 988 19076 850 20281(1000), 438 68(500) 604 21139 321(500) 460 599 609 22098 832 924 23315 645 734(600) 99(500) 24199 528 723 26209 345 27197 262 342 431 48 620 678 23032 74 417 672 718 07 29966—— g is eet ann en 50 Stte ant unn des Seen 1660) (##0 56(300) 83 967 33025 251 618 817 67 34139 1• 6:: 1300) 85191 627(300) 52(300) 812 83 36014 I3 94(poe) 398 37006 110 46 79 204(300) 592 648 74 717 88101 Jer(aud) 30156(500) 463 96(300) 518(1000) 67 799(500) an 330 571 90 672(300) 41119(300) 47 649 870 42249 3113(300) 408 41 671 884 86 961 44115 307 15533 603 736 39 839 928 76 48226 866(300) 4acnn 8 517 S m(600) 45533 603 736 39 839 928 76 46226 866(300) 47061 10 Jog 555 99(300) 48039 92 438(300) 510 826 926 49219(anc: 2 321 402 64 668 776 937(2000) 44 K84n4(200) 58 624 748 92 899 S1016 327 501 939 66 2191 sbs des Tos(300) 827 30 6Ss 47 89657 e7 T67 840 47 54135(600) 266 99 351 468 77 766 838 964 86 55394 468 72 613 o0 633 56341 402(1000) 973 57463 508 36 780 53319 648 610 94 59183 228 307 597 756 841 60324(300) 61273 431 658 821 81(500) 910 70 62633 107 6310S 217(500) 619 661 87 746 922 64064 212(500) 308 32(500) 38 715 915 65138(300) 479 585 676 66279 434 642 67135 63 345(300) 424 605 711 33 883(300) 162 88 267 404(300) 941 69035 41 96(300) 257 58 477 687 71070 222 545 798 72011 296 402 60 680 626 ——6 93 912 30 73490 611 840 911 74000 75396 670 783(300) 70214 312 405 65 634 77018 600 790 78255 446 613 61 725 76 846 79 977 82 79515 681 702 846 80267 311(300) 677 729 894 98 81279 347 502 643 719 22 942 82647 922 83812 34001 225 488 588(300) 682(300) 775 77 843 970 85449 88140 200 413 647 692 942 87494 542(500) 63 890(300) 959 33072 636 721 892 974 39004 361 90168 277(2000) 381 497 509(300) 611 91198 255 90 91 425 33 823 91 967 92017 117 274 507 744 83 837 61 33 92017 117 274 507 409 56 94 885 95239———— 97326 80 93037 99 262 326(300) 759 855 99162 270 456(500) 632 52 781 89 100035(1000) 719 101475 608 767 90 946 102237 349 660 103317 70 476 712 20(300) 58 104018 228 33 41 63 ues 613 24 195924 100 28(1000l in: nan lunon son nos 82 279 329 599 730 94013 409 56 94 895. 95233 909 62 96222 s1 251 413 85 993————- ann n- an und ans 961 Sen aan 2 S27. 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Ziehungstog 18. Jugust 1900, vormittags Rummern, bei denen nichts vermerkt, erhalten 150 Mart 317 672 775 98 930 34 1066 242 378 777 851(300), 2063 94 227 469(300) 70 3030 98 321 27 517 718 84 859 96 903 4148 317 91 521 60 795 8021 166 438 657 763 9132 614 7046 103 69 326 8014 168 453 69 95 620(300) 711 28 96 829 9000 4 84 240 670 10369 660 975 11077 610 648 766 830. 972 12000 106 7(500) 26 214 87(500) 434(300) 56 523 44 660 19040 109(1000) 260 66 351 74 91 493 539 621 829 30 909 14389 400(1000) 10 60(300) 642 701 15113 264 411 S1. 678. 766,(300) 16014 238 376 82 643 71 781 841 17260 3480 665 917####004 30 122 93 216 58 769 808(500), 85 933 19208 519 609 966 20010 42 222 58 387 546 617(300) 56 716 18 943 31382 584(300) 704 946 53 22105 345 603 59(2000) 780 s1 23130 296 406 27 600(300) 708 64 894 969(300) 24015 99 368 71 99 583 836 94(300) 906 20 25409 619 62 66(300) 632(300) Gre 730 293 e.5 u i ler eor uns en end Auumn fco snn Ssom ane d boe Jo6z: Gchez, J6age ae. 199 262 94 476 647 86 87201 465 616 806 33211 326 64 783 39094 283 336(300) 494 606 817(390.„.„ 40064 76 187 274 569 800 978 41460 617 662 817 25 99 42070 189(3000) 266 65 675 722 890 923 43381 417 702 44028(2000) 120 45555 894 48274 489 95 638 778 961 47135 569 704 849 48081 194 200 427 79 617 65 741 69 864 80 88 49277 399 676 677 739(300) 812 967. 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Pte 233 33. Be 60 338 876 305161 231 44 621 A8 766 am 22 624 686 641 97 827 56 63 20 101 20 Bogengebenten Auf jede gezogene Rummer sind zwei Prämien zu se 1000 RM gefallen,— in den beiden Abteilungen I und II: 177305 194552 ## eine auf die Lose gleicher 71732 74410 153401 164564 253263 204139 324650 873420 Im Gewinnrade verblieben: 420 Tagesprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 2 zu 75000, 4 zu 50000, 4 zu 30000, 8 zu 20000, 28 zu 10000. 146 zu 5000, 278 zu 3000, 666 zu 2000, 1362 zu 1000, 3360 zu 500, 13292 zu 900 Mark. 40 Saarbergleute vier Stunden eingeschlossen Reden, 19. Aug. Auf der saarländischen Grube ogenplitz“ ging Samstag um 11 Uhr eine Strecke zu Bruch. Etwa 40 Bergleute wurden von der Außenwelt abgeschnitten. Auf die Nachricht von dem Unfall hin bemächtigte sich der Bevölkerung in den umliegenden Ortschaften große Aufregung über das Schicksal der eingeschlossenen Bergleute. Den sofort herheigerufenen Hilfskolonnen gelang es. die Eingeschlossenen bereits kurz nach 15 Uhr wieder zu befreien. Ein Todesurteil im Ravag=Prozeß Domes zum Tode verurteilt, die übrigen zu lebenslänglichem schwerem Kerker. Wien, 19. Aug. Im Ravag-Prgzeß vor dem Wiener Militärgerichtshof wurde am Samstag nachmiktag das Urkeil verkündet. Der Hauplangeklagte Domes wurde zum Tode durch den Strang verurteilt, alle übrigen Angeklagten zu lebenslänglichem schwerem Kerker. Vollstreckt Wien, 19. Aug. Nachdem der Bundespräsidenk das Gnadengesuch für den zum Tode durch den Strang verurkeilten Domes abgelehnt hat, ist das Urleil am Samstag um 19,30 Uhr im Hofe des Wiener Landgerichts vollstreckt worden. Zwei Todesurteile in Innsbruck Innsbruck. 19. Aug. Das Standgericht verurteille am Samslag nach dreitägiger Verhandlung die beiden Angeklagten Aberger und hagen aus Saalfelden wegen Verbrechens gegen das Sprengstoffgesetz zum Tode durch den Strang. Das Verfahren gegen 18 weilere Angeklagte wurde abgetrennt und dem ordentlichen Gericht in Salzburg überwiesen. Die beiden Angeklagten nahmen das Todesurteil gesaßt und mannhaft auf. Sie erbaten sich eine drikte Gnadenstunde, die ihnen auch gewährt wurde. In schwere Kerkerstrafen umgewandelt. Innsbruck. 19. Aug. Die Verleidiger der vom Standgericht zum Tode Verurteilten richteten sofort fernmundlich Gnadengesuche an den Bundespräsidenten. Eine halbe Stunde vor Ablauf der Hinrichtungsfrist traf vom Bundespräsidenken die Nachricht ein, daß Josef Aberger zu lebenslänglichem schwerem Kerker und Bruno Hagen zu 20 Jahren schwerem Kerker begnadigt worden sind. Vermischte Nachrichten. Die BDA.=Ausstellung„Deutsches Volkskum“ eröffnet. Eine gewaltige Ausstellung, die ein beredtes Zeugnis von dem kulturellen Wollen des deutschen Volkes auf allen Lebensgebieten ablegt, wurde durch den Landesverband Niedersachsen im BDA. in Hannover in langer mühevoller Vorbereitung geschaffen. Es war der Sinn dieser Ausstellung„Deutsches Volkstum“, den deutschen Volksgenossen zu einem tieferen Verständnis der gewaltigen kulturellen Arbeit, die überall in der Welt von Menschen deutscher Stammesart geleistet wird, zu führen. Eröffnung der Großen Berliner Kunstausstellung 1934 Vor einer außerordentlich zahlreichen Besucherschaft wurde die Große Berliner Kunstausstellung 1934 feierlich eröffnet. Ministerpräsident Göring war vertreten durch Staatsrat Neumann. An der Spitze vieler Künstler sah man den Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste, Professor Schumann. Der erste Beauftragte der Ausstellungsleitung. Bildhauer Fritz Röll, hieß im Namen der ausstellenden Künstlerschaft die Gäste willkommen und dankte besonders den Reichsministern Dr. Goebbels und Rust sowie dem Oberbürgermeister Dr. Sahm für das Zustandekommen der Ausstellung. Industrie und Handel. Kleine Umschau Der Reichswirtschaftsminister hat die Errichtung neuer Krawattenstoffwebereien und die Erweiterung bestehender Betriebe über den Höchststand der im Jahre 1933 tätigen Webstühle hinaus bis zum 31. Dezember verboten. Im Interesse einer die Devisenbilanz entlastenden notwendigen Eindämmung der Kakaobohneneinfuhr ist angeordnet worden, daß im August und September von den verarbeitenden Betrieben monatlich nicht mehr Rohkakao verarbeitet werden darf, als der mo matlichen Durchschnittsmenge der Monate April, Mai und Juni entspricht. Der Verein der Filztuchfabrikanten hat eine neue Preisliste herausgegeben, die durchweg namhafte Preiserhöhungen bringt. Zwischen Vertretern des Pelzhandels und der deutschen Pelztierzucht ist eine Marktrege lung für sämtliche in Deutschland anfallenden Pelze vereinbart worden. Die Anzahl der Wechselproteste ist im ersten Halbjahr 1934 um 36.9% und der Gesamtbetrag um 39% zurückgegangen. Der Zementabsatz ist im Juli v. J. nach lung des Deutschen Zementbundes etwas zurückgegangen. Er belief sich auf 546000 t gegenüber 5680000 t im Juni 1934. Von der Wirtschaftlichen Vereinigung der deutschen Stärkeindustrien wird darauf hingewiesen, daß der Verwendungszwang für Kartoffelstärkemehl mit dem 15. Oktober 1934 zwar aufhört, bis zu diesem Termin jedoch voll in Kraft bleibt. Das Arbeitsvolumen der deutschen Industrie bleibt, wie aus einer Mitteilung im neuesten Heft von„Wirtschaft und Statistik“ hervorgeht, hinter dem höchsten Stand in den Jahren 1928/29 nur noch um rund 20 Prozent zurück. Das Einkommen der tätigen Arbeiter, Angestellten und Beamten ist nach den Berechnungen des Instituts für Konjunkturforschung von rd. 6.9 Milliarden RM. im ersten Vierteljahr 1934 auf fast 7,5 Milliarden RM. im zweiten Vierteljahr gestiegen. Die Steigerung ist darauf zurückzuführen, daß mit der Verminderung der Arbeitslosenzahl die Zahl der Einkommenbezieher gewachsen ist. Hauptschriftleiter und verantwortlich für den politischen, kommunalpolitischen u. allgemeinen Teil Dr. Alfred Gabel, für den örtlichen Teil. Provinzielles u Sport Josef Froesch, für Feuilleton Dr. Robert Hermann Mißbach, für Volkswirtschaft und Handel Franz Wiesemann. alle in Rheydt. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Johann Derksen in Rhendt.— D.=A. VII/34: 7100.— P.=S. Nr. 41060 Köln. Restaurant Schloß Rheydt Dienstag nachmittag ab 4 Uhr Kaffee=Konzert bei freiem Eintritt. HI. Sport= und Heimatfest in Odenkirchen Für die Veranstaltungen„Die Bellermühle im Licht“ am Samstag, dem 25. August, 19 Uhr und„Heimatfest“ auf der Burg am Sonntag. dem 26. August, 19 Uhr, sind Karten zum verbilligten Vorverkaufspreise ab heute an folgenden Stellen zu haben: Obenkirchen= Mitte: Geschäftsstelle des Verkehrsvereins, Burgfreiheit 50; Zigarrenhaus Alfred Leußen, Burgfreiheit 70; Burg Odenkirchen, Restaurant; Mülfort=Bell: Zigarrenhaus Esser, Ecke Dorf= und Dohrerstr.; Restaurant„Bellerhof". Mülgaustraße: Kasse Stadtschwimmbad„Neuermuhle"; Geistenbeck: Friseur Fritz Erdelkamp, Stapperweg; Gasthof Linkenheil, Cohrstraße. Benutzen Sie den Vorverkauf! Zum Einmachen ma Essig u. Weinessl Lieferung in Korbflaschen und Pässern frei Haus, auch nech auswärts. Bestellungen rechtzeitig erbeten RUDOLF SCHIFFER:: M. GLADBACH Rheydter Straße 327— Teleion 25794 Sallobst und presse Obst in Lohn Krautfabrik Otto Joeres in Müliorr— Telefon 40482 Kleine Anzeigen Siedbach= schegdter Tagesscn Stellaee Zur Neubesetzung der in Rheydt freigewordenen Hauptagentur sucht führende Versicherungs=Gesellschaft (alle Zweige) geeigneten Herrn im Haupt= oder Nebenberuf. Fachmännische Einarbeitung, zeitgemäße Provisionen, Zuweisung des Bestandes und technische Unterstützung bieten Gewähr für gutes Vorwärtskommen. Angebote unter 9892 an die Geschäftsstelle dss. Blattes. cheer et! ter sofort gesucht. Lohnansprüche die mit unter st. ds. Bl. benegrnf 99. Tüchtiges Mädchen für% Tage sofort gesucht. 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Anschl.: Frühkonzert(Schallpl.) 6.05 Gymnastik(Reinarz) 6.25 Konzert 8.00 Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen 8.05 Hilde Bremus: Frauenturnen 10.00 Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.10 Für euch daheim. Konzert 10.40 Aus unserer Heimat 11.00 Musik 11.20 Keimfreimachen in heißer Luft 11.30 Funkwerbung 12.00 Querschnitt aus beliebten Operetten(Schallplatten) 12.45 Mittagsmeldungen, Glückwünsche 13.00—14.45 Konzert aus der Kaiser=Friedrich=Halle in M. Gladbach 15.15 A. Leußner: Das deutsche Danzig 15.30 Wirtschaftsmeldungen 14.45 Milli Bauer: Von Kleidung und Körperpflege der Säuglings 16.00 Konzert 17.00 Aus unserer Heimat. 17.15 Kleine spanische Unterhaltung. Ausführende: Ludwig Dauner, Violine: Otto Immisch, Cello; Egbers Grape, Klavier; Marga Bäuml, Gitarre 17.45 Wilhelm Matthießen: Kleine Erinnerungen an Reclam=Bücher 18.00 Eiselfahrt des BDM 18.20 Arbeitsbeschaffungsfront. Ober=Ing. Schumacher: Das Elektrofahrzeug als Transportmittel 18.40 Vom Tage 18.50 Wirtschaftsmeldungen und Sportvorbericht 19.00 Alte Götter 20.00 Abendmeldungen 20.10 Frisch gespielt und froh gesungen 20.40 Dichter als Künder 21.00 Unterhaltungskonzert 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten 22.20 Prof. Dr. Haushofer: Weltpolitischer Monatsbericht 22.45—22.55 Dr. A. van Nüß: 10 Minuten Schach.