Dirh S se Bezugspreis monatlich.80.=Mark. Anzeigenpreise: Lokale 15.=Pfg., auswärtige 30.=Pfg. Reklamen: Lokale 40.=Pfg., auswärtige 80.=Pfa. die Petitzeile. Auskunft und Angebote je 10.=Pfg.— In Fällen höherer Gewalt, Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. besteht kein Anspruch auf Lieferung bezw. Rückzahlung. Lokalblatt für die Bürgermeisterei Godesberg und Umgegend. Erscheint täglich außer Sonn= und Feiertags. Verantwortl. Schriftleiter für redaktionellen Teil: Pet. Hensen; für Anzeigen: Pet. Blumenthal jr., beide in Godesberg. Druck und Verlag: Rheinische Verlagsanstalt, Godesberger Volkszeitung, G. m. b.., Godesberg. Geschäftsstelle: Moltkestraße 37. — Fernsprecher 581.— Postscheck=Konto Köln Nr. 38 224.— Beilagen:„Ansere Heimat“ und„Die Woche im Bild“ Godesberg, Samstag, 26. Juli 1924 (Erstes Blatt) Nr. 174 1o. Generaiserschmung derriamomten Beutschländs am 31. August, 1. und 2. September 1924 in Hannover. Vor Jahresfrist richtete Köln, des Rheinlands ehrwürdige Metropole, an die Glaubensbrüder aller deutschen Gaue eine herzliche Einladung zur 63. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands. Die geplante und glänzend vorbereitete Tagung wurde durch Eingreifen der Rheinlandkommission verhmdert. In diesem Jahre darf eine Diasporastadt im Herzen von Niedersachsen die Glaubensbrüder zusammenrufen zur 63. Generalversammlung. Die Katholiken Hannovers sind sich der Größe und Schwese ihrer Aufgabe wohl bewußt. Mit heiligem Mute und stiller Opferfreude werden sie in unerschütterlichem Vertrauen auf Gottes Hilfe die Tagung vorbereiten. „Höret die Kirche!“— Das soll in Hannover Losung und Leitgedanke werden. Möge dieser Ruf aus allen Teilen unseres geliebten Vaterlandes Katholiken in großer Zahl in die Stadt Windthorsts führen! In den Tagen vom 31. August zum 2. Septemoer werden alle, die da kommen, erfahren, daß niedersächsische Gastfreundschaft dem deutschen Bruder und der deutschen Schwester gern gibt, was sie nur geben kann. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken Das Lokalkomitee zur Vorbereitung der 63. Generalversammlung Oekonomierat Steiger. Alois Fürst zu Löwenstein Programm zur 63. Generalversammlung: Samstag den 30. August 1924: 7 Uhr: Im Garten der Stadthalle(bei schlechtem Wetter in der Ausstellungshalle): Begrüßungsabend. 8 Uhr: c. t. Studenten=Kommerse: Im neuen Hannoverschen Festsaal, Am Hohen Ufer 3: C..; im Haus der Väter, Langelaube 3: U. V. Sonntag den 31. August 1924: 7 Uhr: In der St. Marienkirche, Marschnerstraße 14: Hochamt, Festpredigt und Generalkommunion des 3. Ordens 9 Uhr: Sammlung der verschiedenen Gruppen zum Aufmarsch für den Festgottesdienst auf folgenden Aufstellungsplätzen: 1. Neues Haus. Am Neuen Haus 1: Studenten. 2. Schiffgraben, zwischen Straße am Neuen Haus und Lavesstraße: Kaufmännische, Beamten= u. Männervereine. 3. Klagesmarkt: Arbeitervereine. 4. Herrenhäuser Allee: Gesellenvereine. 5. Welfenplatz, Celler Straße: Jugend= und Jungmännervereine und Jugendgruppen. 10 Uhr: Auf dem Schützenplatze: Festgottesdienst Predigt eines der hochw. Herrn Bischöfe, Pontifikalmesse mit vierstimmigen Chorälen u. Orchester, Tedeum. 11 Uhr: Abmarsch der vorgenannten Gruppen zu den Auflösungsplätzen und zwar: 1. Neues Haus, Am Neuen Haus 1: Studenten. 2. Katholisches Vereinshaus, Bäckerstr. 31: Kaufmänn., Beamten= und Männervereine. 3. Am Clevertor 5, Städt. Turnhalle: Arbeitervereine. 4. Gesellenhaus, Clemensstr. 5: Gesellenvereine. 5. Andertensche Wiese 26, Städt. Turnhalle: Jugendund Jungmännervereine u. Jugendgruppen.(Für die Arbeiter=, Gesellen=, Jugend= u. Jungmännervereine u. Jugendgruppen ist an den Auflösungsplätzen Gelegenheit zur Einnahme eines einfachen Mittagessens gegeben.) 12 Uhr: Im Neuen Hannoverschen Festsaal, am Höhen Ufer 3: 1. Geschlossene Versammlung. 2 Uhr: Feierliche Terziarenversammlung in der St. Godehardikirche, Linden, Posthornstr. 23. .30 Uhr: Im Konzerthaus, Am Hohen Ufer 8: Versammlung der Arbeitervereine. .30 Uhr: Im Neuen Hannoverschen Festsaal. Am Hohen Ufer 3: Versammlung der Gesellen., Jugend= und Jungmannervereine und Jugendgruppen. .30 Uhr: Im Beethovensaal der Stadthalle: Versammlung der kathol. Kaufleute. .30 Uhr: Im Künstlerhause, Sophienstr. 2: Versammlung der kathol. Lehrer und Lehrerinnen. .30 Uhr: Im Kuppelsaal der Stadthalle: 1. Oeffentliche Versammlung .30 Uhr: In der Ausstellungshalle: Oeffentliche Versammlung 6 Uhr: Im Jugendheim Bella Vista: Treffpunkt der Jugendlichen. Nach Sonnenuntergang Treugelöbnis im Scheine der Fackeln.(Das Jugendheim ist während der ganzen Dauer der Generalversammlung für die Jugendlichen geöffnet.) 7 Uhr: Im Neuen Hannoverschen Festsaal, Am Hohen Ufer 3: Feswversammlung der katholischen Gesellenvereine. .30 Uhr: Im Kuppelsaal der Stadthalle: Großer Akademikerabend. Montag den 1. September 1924: .15 Uhr: In der St. Clemenskirche, Bäckerstr. 30: Pontifikalamt zu Ehren V. M. V. .15 Uhr: Im Kuppelsaal der Stadthalle: Missions-Versammlung. 9 Uhr: Im Alten Rathause, Köbelingerstr. 60: Vorständetagung der kathol. Gesellenvereine. 9 Uhr: Im kathol. Vereinshause in Linden, Konkordiastraße: Versammlung der Ordensdirektoren des 3. Ordens. 10 Uhr: Im Marienhause, Gellertstraße 3: Versammlung des Preuß. Landesausschusses der kathol. Schulorganisation. 10 Uhr: Neues Haus, Am Neuen Haus 11: Versammlung des Katecheten=Vereins. 11 Uhr: Im Beethovensaale der Stadthalle: 2. Geschlossene Versammlung. 1 Uhr: Im reservierten Wirtschaftsraum der Stadthalle: Treffpunkt der ehemaligen Animapriester. .30 Uhr: Im Kathol. Vereinshause, Linden, Konkordiastr.: Versammlung der Laienvorstände des 3. Ordens. .30 Uhr: Im Jugendheim Bella=Vista: Präsides=Konferenz der kath. Jugend= u. Jungmännervereine u. Jugendgeuppen. .30 Uhr: Im Neuen Haus, Am Neuen Haus 1: Versammlung des Winfriedbundes. .30 Uhr: Im Marienhause, Gellertstraße 3: Versammlung der Unio=Apostolica. .30 Uhr: In der Aula der Oberrealschule I, Andertensche Wiese 26: Versammlung des Kathol. Frauenbundes. .30 Uhr: Im alten Rathaus, Köbelingerstr. 60: Versammlung des Friedensbundes Deutscher Katholiken. .30 Uhr: Im Kuppelsaale der Stadthalle: 2. Oeffentliche Versammlung. 7 Uhr: Im Kathol. Vereinshause, Linden, Konkordiastr.: Versammlung der Hannoverschen Jugendvereine zu Ehren der Gäste. 7 Uhr: Haus der Väter, Lange Laube 3: Versammlung der Vinzenzvereine. .15 Uhr: Im Städt. Opern- und Schauspielhaus, Georgstraße: Bruckner=Abend. .30 Uhr: Im Kuppelsaale der Stadthalle: Großer Eltern=Abend, veranstaltet von der kathol. Schulorganisation. .30 Uhr: St. Ellsabethverein, Gellertstr. 62: Geistlicher Liederabend, veranstaltet von der kathol. Jugendbewegung. .30 Uhr: Im Neuen Hannoverschen Festsaal, Am Hohen Ufer 3: Festversammlung der Kathol. Kaufm. Vereine(mit Damen), veranstaltet vom KK Hannover. .30 Uhr: Im Kathol. Vereinshause, Linden, Konkordiastr.: Festversammlung des 3. Ordens. Dienstag den 2. September 1924: .15 Uhr: In der St. Marienkirche, Marschnerstr. 14: PontifikalRequiem. .15 Uhr: Im Kuppelsaal der Stadthalle: Generalversammlung des Volksvereins für das kathol. Deutschland. 9 Uhr: Im Künstlerhause, Sophienstr. 2: Versammlung der Schutzengelvereine und des Bonifatiusvereins für höh. Schulen. 11 Uhr: Im Beethovensaale der Stadthalle: 3. Geschlossene Versammlung. 1 Uhr: Im reservierten Wirtschaftsraum der Stadthalle: Treffpunkt der ehemaligen Germaniker. 2 Uhr: In der Kapelle des St. Vinzenzstiftes, Scharnhorststr., Andacht der ehemaligen Innsbrucker. .30 Uhr: Im Neuen Hause, Am Neuen Hause 1: Versammlung der ehemaligen Innsbrucker. .30 Uhr: In der Aula der Oberrealschule I, Andertensche Wiese 26: Versammlung des Männerapostolats. .30 Uhr: Im Beethovensaal der Stadthalle: Versammlung des Reichsverbandes für die kathol. Auslandsdeutschen. .30 Uhr: Im Haus der Väter, Lange Laube 3: Versammlung des Vorromäusvereins. .30 Uhr: Im Künstlerhause, Sophienstr. 2: Sitzung des Verwaltungsrates und der Diözesanvertreter des Werkes der hl. Kindheit. .30 Uhr: Im alten Rathaus Köbelingerstr. 60: Missionsversammlung der St. Petrus=Claver=Sodalität. .30 Uhr: Im Landesheim, Volgersweg 61: Versammlung des Zentralverbandes deutscher kathol. Kirchenbeamten. .30 Uhr: Im Kuppelsaale der Stadthalle: 3. Oeffentliche Versammlung. .30 Uhr: Im Haus der Väter, Lange Laube 3: Versammlung der Arbeitsgemeinschaft der Vereine der kathol. Hotelund Gastwirtsangestellten Deutschlands. .30 Uhr: Im Konzerthaus, Am Hohen Ufer 8: Festversammlung der kathol. Beamtenvereine. .30 Uhr: In der St. Marienkirche, Marschnerstr. 14: Kirchliche Feier des Winfriedbundes. .30 Uhr: In der St. Clemenskirche, Bäckerstr. 30:. Eucharistische Feier des Männerapostolates. Mittwoch den 3. September 1924: Fahrt nach Hildesheim. Wer an der 63. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands teilnehmen will, ist dringend gebeten, sofort Anmeldekarte sich zu bestellen beim Lokalkomitee der 63..=V. in Hannover, Clemensstr. 5. Die Anmeldekarte ist begleitet von einem ausführlichen Merkblatte, auf Grund dessen sie sorgfältig ausgefüllt und umgehend eingesandt werden soll. 19. Jahrgang. Die Mutter. Denk an das Aug’, das überwacht, Noch eine Freude dir bereitet, Denk an die Hand, die manche Nacht Dein Schmerzenslager dir gebreitet Des Herzens denk, das einzig wund, Und einzig selig deinetwegen, Und dann knie nieder auf den Grund Und fleh um deiner Mutter Segen! Annette von Droste=Hülshoff. Muttertag. Man soll nicht schelten, weil die Sitte des Muttertages aus Amerika und dem Norden kam. Das neue Land jenseit## des Ozeans hat manche gute Sitte erneuert, die ungünstige Zeiten im alten Europa verdorben hatten. Hochachtung der Frau, Achtung der Frau vor sich selbst waren dem im christlichen Glauben geeinten Europa eine Selbstverständlichkeit; heute aber wird man sie vielfach nachsichtig belächelt und ernsthaft befehdet finden. Das Heiligtum der Familie wird tagtäglich durch leichtsinnige Schließung und Scheidung von Ehen geschändet, täglich werden Frauen auf unwürdige Weise Mürter unglücklicher Kinder. Wir müssen uns besinnen, müssen wieder die einfache Wahrheit lernen, daß die Mutterschaft Quelle der Volkskraft ist, daß jedes Volk, dem die Mütter nicht heilig sind, sich selbst beschimpft. Von der Mutter geht das Leben jedes Menschen aus, sie wirkt auf ihn sein ganzes Leben lang durch geheimnisvolle feine Kräfte, auch wenn sie ihm fern, auch wenn sie ihm für immer entfernt ist. Wer an die Güte und Reinheit seiner Mutter glaubt, kann den Glauben an die Güte der Welt nie ganz verlieren, denn jedem ist die Mutter Stellvertreterin der gortgeschaffenen Natur. Sie ist ihm Sinnbild der Erde, aus der er entsteht und bei der er Ruhe findet, wenn der Kreis seiner Tage erfüllt ist,— sie ist ihm Bürgschaft, daß das Leben und alles, was gut und groß im Leben ist, nicht vergeht. Größte Dichter haben das gefühlt und zu Bildern geformt: Mir ehrfürchtigem Schauder liest man im„Faust“ von jenem Hmnabsteigen zu den Müttern, den Urquellen alles Seins, mit frohem Glauben erlebt man die Befreiung des „Peer Gynt" durch die gläubige Liebe der mütterlichen Solveig. Aber auch im einfachsten Menschen, dessen Fühlen unverdorben ist, findet sich diese Ehrfurcht, dieser Glaube. Sein schönster Ausdruck ist jene Verehrung der Mutter Gottes, die unsere heilige Kirche seit ihren frühesten Tagen gepflegt hat. Um den Altar der Himmelskönigin wollen wir uns an diesem Tage scharen und ihr unseren Dank und unsere Bitten zu Füßen legen. Dank für das Leben, das wir von einer Mutier empfangen haben, Dank für alle Freuden, die wir in den wechselnden Jahren dieses Lebens erfahren haben, für alle Gnade, die uns Kraft gegeben hat, Leiden standhaft zu ertragen. Bitten aber wollen wir sie, daß der heilige Name Mutter die Herzen aller Volksgenossen mit Ehrfurcht und Liebe erfülle. Daß jedes Mädchen sich heilig halte im Gedanken an die hohe Pflicht, die sie nach dem Gesetz Gottes für ihr Volk zu erfüllen haben wird. Daß jeder Jüngling und jeder Mann schon im Mädchen die künftige Mutter ehre. Bitten wollen wir die himmlische Mutter an diesem Tage besonders für unser aller irdische Mutter, für Mutter Deutschland. Ist auch das Herz dieser Mutter heute von dem siebenfachen Schwerte der Schmerzen durchbohrt. Muß doch auch diese Mutter heute so manchen Sohn in Qual und Schmach verbluten sehen. O, wir wollen nicht beten, daß das Leid von unserem Mutterland genommen werde, vielleicht bedürfen wir noch der Läuterung. Aber um die Erleuchtung aller unserer Brüder flehen wir, die die Pflicht gegen ihre Mutter Deutschland auch jetzt noch nicht erkannt haben, auch heute noch Not und Schmach ihrer Brüder nußzen. Und um Geduld bitten wir und den rechten Geist, die Mühsalen dieser Zeit zu ertragen, ohne von Ekll und Haß überwältigt zu werden. Rosenkranzkönigin, Mutter, du reine! Hilf, daß dir unser Herz ähnlich erscheine! Schirme uns allzeit Treulich in Kampf und Streit, Mutter, Mutter, du reine! Tages=Uebersicht. Auf der Konserenz in London noch nicht zu einem Ergebnis, das beide Teile befriedigt, gelangl. Zwischen den Bankleuten und den Franzosen scheint eine Annäherung derart erfolgt zu sein, daß die Bankleute zwar die SichersischenKredit im Sanktionsfalle als unzureichend erachten, aber dem Gebanken einer weitern Verstärkung der Sicherheit durch einen englischen Kredit nicht ablehnend gegenüberstehen. Auch machte die Aeußerung von französischer Seite Eindruck, daß der Streit darauf hinauslaufe, eine reale Lösung für, einen ganz unrealen Fall zu fuchen. Die Franzosen werfen sogar ein, daß die von den Bankkreisen gewünschte Sicherung des Anleihedienstes durch einen französisch=englischen Kredit die etwaige Neigung späterer deutscher Regierungen zu absichtlichem Verzug eher stärken als schwächen könnte. Bei allem Optimismus vollzieht sich das Werk der Einigung augenscheinlich nur langsom, und das Protokoll des Ersten Ausschusses wird erheblich umgearbeitet werden müssen. Daher ist es auch weiter nicht verwunderlich, daß die geplante Sitzung des Ersten Ausschusses auf Montagvormittag verschoben wurde, nach der dann nachmitags 4 Uhr die dritte Vollkonferenz folgen soll. Halbamtlich wurde gestern abend bekanntgegeben, daß der aus den beiden französischen und englischen Rechtssachverständigen Fromageol und Hurst zusammengesetzte Ausschuß die Frage der Einladung Deutschlands bejahend entschieden hat, somit die Einladung in der nächsten Vollkonferenz am Montag erfolgen wird. Die beiden Rechtssachverständigen dieses Ausschusses werden nunmehr mit denen der übrigen Verbandsmächte einen neuen Ausschuß bilden, der die Fragen F und H des Pariser Abkommens vom 9. Juli d. J. zu prüfen hat, allo erstens, wie weit der Wiederherstellungsausschuß die Vollmacht hat, Abänderungen des Dawesschen Plans vorzunehmen, und zweitens, welche Autorikät gegeben.nfalls mit der Auslegung des Wortlauts des Dawesschen Berichts und des Protokolls der gegenwärtigen Konferenz betraut werden soll. Die amtliche Einsetzung dieses Ausschusses wird ebenfalls in der Vollsitzung am Montag erfolgen Das Gesamtwerk der Konferenz bisher wird halbamtlich dahin gewertet, daß nunmehr alle technische Arbeit geleistet sei und„nur“ die Fragen politischer und halbpolitischer Natur noch offen stünden. Darunter seien zwei von erheblichem Interesse, nämlich die Sicherungen der Anleihe, welche die Bankleute befriedigen könnten, und die Beibehaltung des Kerns der Regie. auf der linken Rheinseite. Da die Deutschen frühestens am auf zweitägige Verhandlungen mit ihnen rechne, könnte frühestens am nächsten Samstag das Schlußprotokoll der Konferenz aufgesetzt werden. Derweil tagt in Berlin der deutsche Reichstag. Solange er sich mit innerpolitischen, vor allen Dingen sozialpolitischen Fragen beschäftigt, ist dagegen zumindest nichts einzuwenden, wenn aber die Opposition, bestehend aus der Reichstags angesichts der schwebenden internationalen VerDeutschnationalen Volkspartei, Deutschsozialisten und Kommunisten, hingeht und die Regierung im ungelegensten Augenblick zu einer Aussprache über die auswärtige Politik sehn, wie sie einmal sind. Jedes andere Volk hätte wenigstens eine Gelegenheit, von der Tribüne seines Parlaments in große weltgeschichtliche und weltwirtschaftliche Verhandmatischem Geschick benutzt, um die Wahrung seiner Interessen Deutschland geht man aber wieder einmal einen anderen gierung, die sie fürchten, Dämme entgegenzusetzen, die KomWeg. Man hat in den letzten Wochen mit großer Befriedigung feststellen können, daß das Urteil der überwiegenden nachweisen zu können, und endlich die Nationalsozialisten, um digengutachten eine weitgehende Annäherung erfahren hat. In der gestrigen politischen Aussprache des Reichstages nahmen die Deutschnationalen nicht Gelegenheit, die Ueberein= richtete deutsche Parteiangelegenheit, die nach außen hin einen( ohne damit etwas anderes zu erreichen, als die Stellung der Partei unklar zu machen und der Regierung taktische Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Dabet waren die Regierungsparteien in folgender gemeinschaftlichen Erklärung, die von dem Zentrumsabgeordneten Fehrenbach vorgetragen wurde, den Deutschnationalen außerordentlich weit entgegengekommen: den Bestimmungen Rechnung getragen werden, in denen das Gutachten auf Deutschlands Lage Rücksicht nimmt.(Zuruf rechts: Das tut es ja nichtl) Als Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit Deutschlands bezeichnen die Sachverständigen ist trotz aller Besprechungen und Verhandlungen auch gestern die Herstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Hoheit im gesamten Staatsgebiet. Deshalb muß das über den Vertrag von Versailles hinaus besetzte Gebiet wirtschaftlich und militärisch geräumt(Zuruf rechts: Da könnt Ihr lange wartenl), der Vertragszustand im altbesetzten Gebiet wiederhergestellt, die Gefangenen befreit(Beifall), die Ausgewiesenen stellung des Zinsendienstes der Anleihe durch einen frangs= zurückgeführt(erneuter Beifall) und die deutsche SouveräniItät und die vom Rheinlandkommen anerkannten Rechte der rheinischen Bevölkerung wiederhergestellt werden.(Lärmende Zwischenrufe auf der Rechten.) Die Erklärung der drei Regierungsparteien ist zu ernst, um auf solche törichten Störungen einzugehen. Wir haben gedacht, daß wir es hier doch mit politisch reifen Männern zu tun haben.(Lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit.) Ferner müssen bei der Durchführung des Gutachtens die Grenzen der Leistungsfähigkeit Deutschlands eingehalten werden. Nach dem Gutachten selbst sind Zahlungen nur in dem Umfang zu leisten, daß dadurch weder die Lebenshaltung des deutschen Volkes unter den Stand anderer Kulturnationen herabgedrückt noch die Stabilität der deutschen Währung an den internationalen Börsen erschüttert wird. Die Verpflichtungen, die Deutschland eingehen soll, gehen über die Bestimmungen des Versailler Vertrages hinaus. Sie können aber von Deutschland nur im Wege eines freien Vertrages übernommen und niemals als Diktat aufgezwungen werden. Die bisherige Entwicklung hat bewiesen, daß die Wiederherstellungsfrage nicht durch Gewalt, sondern nur auf dem Wege verständnisvoller Zusammenarbeit aller Nationen zu lösen ist. Wir vertrauen darauf, daß die Reichsregierung in dem Geist=in die Londoner Verhandlungen eintritt. Wir billigen es, daß die Reichsregierung die Kriegsschuldfrage aufgegriffen hat.(Beifall.) Wir sind bereit, sie bei der Fortführung ihrer bisher verfolgten konsequenter Politik mit allen Kräften zu unterstützen.“ Erneuter Berfall bei der Mehrheit.) Anuch der Reichskanzler hat in einer kurzen Erklärung, die lediglich feststellte, daß sich an der auswärtigen Politik der Regierung nichts geändert habe, ein deutliches Bekenntnis zur Reglung der Kriegsschuldfrage gegeben. Er sagte: in Unkenntnis zu sein über die Stellung, die das Reichskabinett in der auswärtigen Politik einnimmt. Der Minister des Aeußern hat in der Sitzung des Auswärtigen Ausschufses auf zahlreiche an ihn gerichtete Fragen eingehend AusKunft gegeben und auch sonst unsere Auffassung über die außenpolitische Lage in eingehender Weise dargelegt. Angesichts der außenpoltischen Lage und angesichts namentlich der Tatsache, daß zurzeit über die Ergebnisse der Londoner Konferenz noch nichts Bestimmtes, Feststehendes zu sagen ist, der allerhl. Dreifaltigkeit..30 Uhr Predigt für die Mitglieder des hält die Reichsregierung es nicht für zweckmäßig, hier in eine nähere eingehende Darlegung einzutreten.(Zustimmung bei den Regierungsparteien), namentlich, da unser Standpunkt ganz genau derselbe ist, den ich in meiner Erklärung am 4. Juni d. J. eingehend dargelegt habe. Ich habe, um das gleich zu bemerken, gegenüber gewissen Zwischenrufen auch bezüglich der Schuldlüge eine Stellung eingenommen, die dann noch ausgiebig vom Minister des Aeußern erwogen worden ist, und die so ist, daß ich heute auch nicht das ge Jünglinge. Donnerstag auf der Konferenz erscheinen könnten und man ringste hinzuzusetzen habe. Ich beschränke mich deshalb heute auf die Erklärung, daß die Wünsche und Forderungen, die der Vorredner zur Sprache gebracht hat, die sicherlich auch von der großen Mehrheit des Hohen Hauses und vom gesamten deutschen Volke gebilligt werden, von mir gern entgegengenommen werden, und daß die Reichsregierung bestrebt sein wird, sich in allen Fällen für ihre Durchführung einzusetzen.“(Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien.) Es wäre verständlich gewesen, wenn sich die Parteien des handlungen darauf geeinigt hätten, der Regierung einstwellen dessen brachte die„große“ Aussprache nichts anderes als eine von den kleinlichsten Parteirücksichten diktierte taktische Auswertung dieser zwar überaus wichtigen, aber im Augenblick zwingt, so beweist sie damit ihre Unfähigkeit, die Dinge zu l nicht zur Entscheidung stehenden Frage. Die Deutschnationalen nutzten sie aus, um ihre eigentliche Stellung zur Regierung und abends.30 Uhr Jugendabtellung im Gemeindehaus. im unklaren zu lassen, die Sozialdemokraten, um in einer von ihrem Standpunkt außerordentlich geschickten Rede lungen eingreifen zu können, mit Entschlossenheit und diplo= Scheidemanns den Gegensatz zwischen den bürgerlichen Par= heim, Wilhelmstr. 11. teien durch Angriffe auf das alte Regime zu verstärken und durch eine gemeinsame Kundgebung zu kräftigen. In dadurch der im Werden begriffenen großen bürgerlichen Re= heim. Wilhelmstraße. munisten, um den Sozialdemokraten Verrat am Proletariat Volksmehrheit über die deutsche Politik zum Sachverstän die Volksleidenschaft gegen das Gutachten aufzuhetzen. Ihrem ganzen Wesen nach war die Aussprache jedes außenpolitischen Mitgliederversammlung des„Freundinnenvereins“. Bericht von Denkens bar. Sie war eine lediglich aufs Innerpolitische gestmmmung mit den Regierungsparteien zu unterstreichen, son= schlechten Eindruck machen muß, also sicher nicht zur Unterbern sie ritten auf dem siebten Punkt, der Schuldfrage, herum, stützung der deutschen Unterhändler in London dienen kann. Dr. Blanck aus Heldelberg:„Lebensprobleme der erwerbstätigen Die Fraktion der Nationalsozialistschen Freiheitspartei Frauen und Mädchen“. unter Führung des Abg. v. Graefe hat im Anschluß an die Beratungen des Notetats einen Antrag eingebracht, in demI der Reichstag aufgefordert wird, der Reichsregierung das Vertrauen zu versagen. Der Organisationsausschuß der deutschen Reichsbahngesellschaft Der„Matin“ veröffentlicht folgende Richtigstellung zu den in den letzten Tagen verbreiteten Nachrichten über die französisch=russischen Beziehungen: 1. Die französische Regierung sei entschlossen, die Räteregierung rechtlich anzuerkennen. 2. Sie sei entschlossen, nach der Londoner Konferenz so bald wie möglich Verhandlungen mn Moskau aufzunehmen, um die zwischen Frankreich und Rußland schwebenden Fragen zu regeln. Bis jetzt seien jedoch keinerlei Verhandlungen eingeleitet worden. Ebensowenig habe Herriot französische Unterhändler ernannt. Ferner sei auch nicht Beschluß darüber gefaßt worden, ob die Anerkennung der Räte den Verhandlungen vorausgehen, während dieser Verhandlungen oder erst später erfolgen solle. Das Automobil der russischen Gesandtschaft in Rom wurde in der Nähe von Albano von einer Gruppe Fascisten aufgehalten, die die kleine rote Fahne mit dem Wappen der Räte, die am Vorderteil des Autos befestigt war, gewaltsam entfernten. Die Fafeisten wurden kurz darauf verhaftet; es wird gegen sie ein strenges Verfahren eingeleitet werden. Nach amtlichen Nachrichten beträgt die Zahl der getöteten Zivilpersonen bei der zurzeit noch andauernden Beschießung der Stadt Sao Paulo etwa 1000. Nach nichtamtlichen Schätzungen belaufen sich die Gesamtverluste auf etwa 4000. Nachtdienst der Apotheken. Vom 27. Juli bis 2. August: Alte Apotheke. „Im Namen der Deutschen Volkspartei, der Deutschen hat in London die Bearbeitung der Entwürfe eines Gesetzes demokratischen Partei und des Zentrums habe ich zu er- und die Gesellschaftssatzung der neuen Gesellschaft beendet und klären, daß wir im Augenblick der Herbeiführung einer außen= die Entwürfe mit seinem Bericht dem Wiederherstellungsauspolitischen Aussprache für wenig förderlich halten.(Aha=Rufe schuß vorgelegt. Der Ausschuß hat in langwieriger Beratung folgender Erklärung: Die genannten Fraktionen billigen die Bildung der Gesellschaft gelegt, die die größte der Welt sein Außenpolitik des Kabinetts(Zuruf von den Kommunisten: und ungefähr 700000 Beamte, Angestellle und Arbeiter umWelche denn?) und stimmen der Regelung der Wiederher= fassen wird. Der Ausschuß setzt sich bekanntlich aus Aeworth, stellungsfrage auf der Grundlage des Sachverständigengutund Lärm auf der Rechten.) Deshalb begnügen wir uns mit der sachlichen und finanziellen Fragen die Grundlage für die .-Friesdorf. Sonntag hl. Messen.30,.45,.30 Hochamt. Nachm..30 Uhr Andacht für die Verstorbenen,.45 Uhr Abfahrt achtens zu.(Zuruf rechts: Landesverrat. Gelächter bei der Mehrheit.) Soll das Ziel erreicht werden, so kann das Gutachten nicht nur soweit in Kraft gesetzt werden, als es Deuutschland neue Lasten auferlegt, sondern es muß vielmehr auch Leverve und den beiden deutschen Mitgliedern Bergmann und Poigt zusammen. Von der Ernennung des fünsten neutralen Muglieds, die ursprünglich vorgesehen war, hat man Abstand genommen, da die Arbeiten des Ausschusses zu einem vollen Einvernehmen führten. Gottesdienst=Ordnung vom 27. Juli bis 2. August. a) Kalholisch. Alt-Godesberg. Sonntag hl. Messen 6, 7 mit gem. hl. Kommunion der Frauen und Mütter, 8(auch in der St. Sebastianuskapelle),.30 und 11 Uhr. 2 Uhr ebristenlehre,.30 Uhr Andacht zur Erlangung des Segens für die Feldfrüchte. 3 Uhr Versammlung des Frauen= und Müttervereins mit Vortrag, 6 Uhr Andacht in der St. Markuskapelle.— In der Woche hl. Messen 6 Uhr in der St. Markuskapelle,.30,.15 und 8 Uhr in der Pfarrkirche.— Donnerstag nachm, von 6 Uhr ab Beichtgelegenheit.— Freitag „Bei einem Teil dieses Hauses scheint man wirklich noch morgen.15 Uhr Herz=Jesu=Messe mit Segen.— Nächsten Sonntag gem. hl. Kommunion der Pfarrjugend. Herz-Jesu-Kirche. Sonntag hl. Messen.15,.15 Schulmesse, des Aloisiuskollegs,.15,.15 Hochamt, 10.15 Uhr. Abends.30 Uhr Andacht. Werktags hl. Messen 7 und.45 Uhr. Donnerstag von—6 Uhr Beichtgelegenheit wegen des 1. Freitags im Monat. — Die Gottesdienstordnung am Tage des Ewigen Gebetes(Freitag den 1. Aug.) wird in der Donnerstags=Nummer veröffentlicht. Rüngsdorf. Sonntag hl. Messen 7 mit gem. hl. Kommunion der Mitglieder des Müttervereins und der übrigen Frauen, 9 Uhr Hochamt. Nachm..30 Uhr Christenlehre und Andacht zu Ehren Müttervereins und für die anderen Frauen. An den Werktagen ist die hl. Messe um 7 Uhr. Donnerstag von—7 Uhr Beichtgelegenheit. Sonntag ist gem. hl. Kommunion der Schulkinder und der Mitglieder des Männerapostolats. .-Plittersdorf. Sonntag hl. Messen 7 mit gem. hl. Kom munion des Frauen= und Müttervereins,.30 Hochamt. Nachm. .30 Uhr Andacht zur Erflehung einer gedeihlichen Witterung. Donnerstag von 3 Uhr an Beichtgelegenheit. Freitag.30 Uhr feierl. Herz=Jesu=Messe. Abends 7 Uhr Herz=Jesnandacht mit Segen. Nächsten Sonntag ist gem. hl. Kommunion der Männer. u. des Kirchen= und Jungfrauenchores zum Dekanats=Cäcllienfestes nach Berkum. Von Freitag ab fällt die 1. hl. Messe aus. Die 2. wird um 7 Uhr gelesen. Montag abend 9 Uhr Vorstandssttzung des Arbeitervereins im Pfarrhause. Nächsten Sonntag gem. kl. Kommunion des 1. Jahrg, und der Männer der Pfarre. Montag abend 9 Uhr Versammlung des Jugendvereins 1. u. 2. Abt. Mussendorf. Sonntag hl. Messen 7 mit gem. hl. Kommunion der Frauen,.30 Uhr Hochamt. Nachm..30 Uhr Andacht. Donnerstag—7 Uhr Beichtgelegenheit zum Herz=Jesu=Freitag. b) Evangelisch. Sonntag 8 Uhr Gotiesdienst in der Kirche: Pfr. Neumann. die Führung in der Kriegsschuldfrage zu überlassen. Statt.30 Uhr in der Kirche: Pfr. Kolfhaus. 11 Uhr in der Kapelle: Pfr. Neumann. 11 Uhr Kindergottesdienst in der Kirche: Pfr. Kolfhaus. Die Kollekte in den Kästen im Hauptgottesdienst ist für den Evang. Preßverband für Rheinland, die übrigen Sammlungen sind für die Bedürfnisse unserer Diakonie bestimmt. Männer= und Jünglingsverein. Sonntag nachmittag 2 Uhr Donnerstag abends.30 Uhr Bibelbesprechstunde im Gemeindehaus. Jungfrauenverein. Sonntag nachm. 4 Uhr im DiakonissenJungmädchenbund. Mittwoch abend.15 Uhr im DiakonissenFrauen= und Jungfrauenverein„Tabea“. Donnerstag abend 8 Uhr im Gemeindehaus. M. B. K. I. Mittwoch abend 8 Uhr im Gemeindehaus. M. B. k. II.(12—16jährige). Montag nachm..30 Uhr im Gemeindehaus. Dienstag den 29. Juli, nachm..30 Uhr im Gemeindehaus: Frau Dr. Blanck aus Heldelberg über die Tagung in Neuchatel. Gäste willkommen. Dienstag den 29. Juli abends 8 Uhr im großen Saal des Gemeindehauses: Oeffenkliche Versammlung. Vortrag von Frau Landesklrchl. Gemeinschaft, Römerstr. 16. Sonntag vorm. 11 Uhr Gebeistunde. Nachm..30 Uhr Bibelstunde: Pred. Warneck aus Barmen.— Donnerstag nachm..30 Uhr Gebetstunde. Vereinsnachrichten. Kath. Borromäusverein Godesberg 1, Pfarre St. Marien. Am. kommenden Sonntag den 27. Juli 1924 fällt wigen des Rogattatages, sowie Sonntag den 3. August 1924 wegen des Trauertages des deutschen Volkes die Blicherausgabe aus.— Die nächste Ausgabe findet erst Sonntag den 10. Aug. 1924 statt. Marienbund. Sonntag nachm..30 Uhr Versammlung. Oertl. Verwaltungssielle Godesberg der ZentralkrankengeldInschußkasse. Sonntag vorm. 11—12 Uhr im kath. Vereinehause am Markt und Rüngsdorf, Lussenstr. 12, Sinzahlung der Botträge und Auszahlung des Krankengeldes. Spendet für die Notgemeinschaft Rheinhotel Dreesen. jeden Samstag und Mittwoch ab 4 Uhr 5 Uhr-Tee Morgen Sonntag von 4 Uhr ab Honzert. HOTEL GODESBERGBR HOF Täglich ab 4 Uhr HÜNSTEER-HONZERT unter Leitung des bekannten Geigen-Virtuosen Carl Borschberg. Hur-Derwaltung Bad Godesberg. Heute ebend 8 Uhr im Hurparksaale Gastopiel des berühmten russischen Leitung: Dr. Bugen Swerkoff. Solisten, Volkstänze, Männerchor. Eintrittspreise: 1. Platz 2 Mark, 2. Platz.50 M. Morgen Sonntag vormittag findet hein Hurhonzert statt. Horgen Sonntag nachmittag 5 Uhr Im Redoufenpark: (bei günstiger Witterung) Freilicht-Theater Gastspiel des Bonner Stadt-Theaters Fastnachtsspiele von Hans Sachs. Dienstag den 29. Juli, abends 8 Uhr im Hurgarten an der Hindenburgstr. Walzer- und Operettenabend Ausgeführt vom gesamten Bonner städtischen Orchester unter Leitung des Hurkapellmeisters 1 Herrn G. Classens, Godesberg St. Annenurmes Lannesdorf Sonntag den 27. Juli 1924, nachmittags 4 Uhr eschöffener Hestbnu im Vereinslokale Matthias Hübbers verbunden mit Aufmarsch, Pyramidenbau u. Preistanzen. wozu freundlichst einladen Turnverein„Voter Jahn' u. der Wirt Matth. Hübbers. Getränke nach Belieben! AHÖFEFAAAENAAEN KartananfzinaaAmaana: St. Annenkirmes in Lannesdorf Gasthof„Zum Stern“. Sonntag lachmittags Großer. Festball dlichst einladen .=.=V.„Cäcilia“ u. Johann Schliebusch. Peima preiswerte Weine— Pfirsichbowle Erstklassige Ballmusik— Jazz=Band—. Großer schattiger Garten. KFEFA-AAA-KIFKFKLIMAFGAN oinehme elegante Wamenhüte finden Sie heute im Preise zu 25, 20, 15, 10.-M. eben daselbst Damenstrümpfe, Westen, gestrichte ackenkleider, seidene Schlupfhosen, HerrenSochen somie Taschentücher in größter Auswahl bei Hansa-Hof Burgstr.—10, Fernruf 173. Jeden Sonntag ab 5 Uhr Konzert Ausschank von Königsbacher Pilsener . und Dortmunder Hapsa-Bier. Mittagtisch von 1 Mark an. 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Der Rechtsausschuß des Reichstages hat sich in den letzten Tagen eingehend mit einer Reihe von Amnestie=Anträgen beschäftigt. die von kommunistischer,, sozialistischer und deutschvölkischer Seite eingebracht sind. Niemand wird behaupten wollen, daß eine generelle Gewährung von Straffreiheit für bestimmte Straftaten bei besonderen, für die ganze Nation bedeutungsvollen Ereignissen von vorneherein einer geordneten Rechtspflege abträglich sein müßte. Eine Amnestie zur rechten Zeit und mit Maß erlassen, wird vielfach auch bei denen, die sich gegen die Gesetze vergangen haben, Staatsfreudigkeit wekken und vermehren; das gilt vor allem auch für solche, die bei der Bekämpfung des Staates aus politischen Gründen über das Erlaubte hinausgegangen sind. Aber innerhalb kurzer Zeitspanne wiederholte Amnestien müssen notwendig das Rechtsbewußtsein im Volke erschüttern, weil mit den Würdigen zugleich zahlreiche Unwürdige der Rechtswohltat teilhaftig werden und zugleich die Meinung entsteht, als brauche man die Strenge des Gesetzes nicht zu fürchten. Amnestien, die gemeine Verbrechen und sonstige Straftaten, die von unehrenhafter Gesinnung zeugen, mit umfassen sollen, sind grundsätzlich abzulehnen, weil sie den Untergang geordneter Rechtspflege zurFolge haben. Wo im Einzelfalle infolge eines Fehlspruches oder aus formal-juristischen oder sonstigen Gründen einem Verurteilten Unrecht geschehen ist, wie es z. B. im Falle Fechenbach den Anschein hat, muß und wird im Wege der Einzelbegnadigung geholfen werden; hier ist die Möglichkeit gegeben, zwischen Würdigen und Unwürdigen zu unterscheiden. Keinesfalls rechtfertigen falsche oder allzu scharfe Urteile in Einzelfällen und mögen diese auch verhältnismäßig zahlreich sein, schon eine Amnestie. Die Rechtsfrage, ob es im Wege eines einfachen Reichsgesetzes möglich ist, eine Amnestie zu erlassen, die sich nicht nur auf die zur Zuständigkeit der Gerichte des Reiches, sondern auch auf die zur Zuständigkeit der Gerichte der Länder gehörende Straftaten erstreckt, blieb auch im Ausschuß unbestritten. Eine Minderheit stellte sich auf den Standpunkt der meisten Landesregierungen, wonach die Amnestie der von Gerichten der Länder Abgeurteilten ein wichtiges Hoheitsrecht der Länder darstelle, das nur im Wege eines verfassungsändernden Gesetzes der Zuständigkeit des Reiches unterworfen werden kann. Die Mehrheit des Ausschusses trat jedoch der Ansicht der Reichsregierung bei, die die Zuständigkeit des Reiches aus Art. 7 Ziffer 2 der Reichsverfassung herleitet. Nach dieser Vorschrift hat das Reich die Gesetzgebung auf dem Gebiete des Strafrechts. Hieraus folgt, daß es möglich ist, im Wege eines Reichsgesetzes durch Gewährung von Straffreiheit für bestimmte Straftaten den materiellen Strafanspruch zu beseitigen und anzuordnen, daß die für solche Straftaten verhängten Strafen nicht vollstreckt, die anhängigen Verfahren eingestellt und neue nicht eingeleitet werden dürfen. Ein derartiges Reichsgesetz ist auch von den Gerichten der Länder zu respektieren. Tatsächlich ist auch wiederholt in solcher Weise verfahren worden, zuleßt durch Reichsgesetz vom 4. August 1920 betr. die Amnestierung der am KappPutsch Beteiligten. Durch dieses Gesetz sind auch zahlreiche von Landesgerichten Verurteilte amnestiert worden, kein Land hat sich damals geweigert, diese Reichsamnestie durchzuführen. Die Kommunisten verlangen in ihren Anträgen zunächst Befreiung aller politischen Gefangenen sowie die sofortige Niederschlagung aller politischen Strafverfahren. Ueber die unlösbaren Schwierigkeiten, den Begriff„politische Straftat“ für die Praxis brauchbar zu definieren, zerbrachen die Antragsteller sich nicht weiter den Kopf. In einem weitern Sammelantrag fordern sie Straffreiheit für alle Verurteilten und Verfolgten, die sich seit 1918 bis in den Herbst 1923 hinein aus Anlaß der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Kämpfe sowie der Lebensmittelunruhen, Teuerung, Betriebseinstellungen, Arbeitslosigkeit und dergleichen irgendwie strafbar gemacht haben. Bei Annahme dieser Anträge würden wahrscheinlich ½ aller Inhaftierten in Freiheit gesetzt werden müssen; angesichts der ungeheuren Schwierigkeiten die richtige Auswahl zu treffen, wäre es, wenn nun einmal in dieser Frage vorgegangen werden soll, richtiger, die Befreiung aller Gefangener zu fordern; der Praxis der Kommunisten, die überall dort, wo sie vorübergehend die Macht gehabt haben, sofort die Gefängnisse und Zuchthäuser geöffnet haben, würde das noch besser entsprechen. Zur Begründung der Anträge wurden zahlreiche Einzelfälle vorgetragen, in denen die einseitige Klassenjustiz der deutschen Gerichte nachgewiesen werden sollte. Die Kommunisten taten dabei, als ob ihnen die Unversehrtheit der deutschen Rechtspflege sehr am Herzen liege und sie ganz besonders darauf bedacht seien, die deutsche Justiz wieder auf den rechten Weg zu bringen. Dabei machen sie kein Hehl daraus, daß sie den jetzigen Staat unter allen Umständen bekämpfen und um jeden Preis beseitigen wollen. Sollten sie ganz vergessen haben, daß eine geordnete Rechtslage das Fundament, eines jeden Staatswesens ist? Es ist reichlich naiv, die bürgerlichen Parteien glauden machen zu wollen, die Anträge der Kommunisten bewegten sich im Sinne einer Stärkung des Ansehens unserer Rechtspflege. Die Herren Kommunisten betreiben ganz zielbewußte Politik. Sie wollen mit ihren Anträgen unsere Justiz, das Fundament unseres Staates, untergraben. Ist das Fundament erschüttert, wird das Staatsgebäude selbst sich leicht umstürzen lassen. Nach Angabe der Kommunisten sollen mehr als 7000 ihrer Parteigenossen in den deutschen Gefängnissen und Zuchthäusern„schmachten“. Um deren Befreiung ist es ihnen zu tun, da jeder entlassene Sträfling ein Sturmtruppführer für die kommunistische Armee ist. Der Einwand der Sozialdemokraten, daß bei Annahme der kommunistischen Anträge auch die Rechtsputschisten, insbesondere auch die Führer und Teilnehmer des Kapp=Putsches und Hitlerputsches Straffreiheit erhalten würden, brachte die Kommunisten nicht in Verlegenheit; sie rechneten vor, daß den mehr als 7000 eingesperrten Kommunisten nur wenige Hundert Rechtsputschisten gegenüber ständen, sie also in jedem Falle ein gutes Geschäft machen würden: im übrigen wären sie aus Grundsatz für die Befreiung aller politischen Gefangenen. Im stillen hofften sie natürlich, auf solche Weise auch Stimmen der Völkischen für ihre Anträge zu gewinnen. Als aber die Völkischen gegen ihre Anträge gestimmt hatten, vergaßen sie alle Grundsätze und stimmten ihrerseits die Anträge der Völkischen nieder, alles im Namen des Rechtes und der Gerechtigkeit. Wohin wird unsere Rechtspflege kommen, wenn an die Stelle der Unabhängigkeit und Objektivität politische Abhängigkeit und Partei=Egoismus tritt?(Ein zweiter Artikel folgt.) Aus Godesberg und der Umgegend. Godesberg, 26. Juli 1924. Ss Die Kurverwaltung bietet für heute und die kommend Woche wieder allerlei Beranstaltungen, denen man gutes Wetter und reiches Interesse seuens der Fremden und Einheimischen nur wünschen kann. Der Plan beginnz heute abend 8 Uhr mit dem 2. Gastspiel des berühmten russischen Balaleika=Orchesters, unter Leitung Dr. Eugen Swerkoffs, das un 8 Uhr im Kurparksaale russische Kunst durch Solisten, Tänzer und dem Männerchor darzubieten gedenkt.— Das Kurkonzert am morgigen Vormittag fällt— wohl wegen der Anteilnahme des Orchesters an der Siebengebirgs=Regatta— aus.— Morgen nachmittag um 5 Uhr wollen die Künstler des Bonner Stadttheaters noch einmal ihr Glück auf der Freilichtbühne im Redoutenpark versuchen. Hoffentlich läßt das Wetter die Darbietung der Fastnachtsspiele von Hans Sachs, die am Donnerstag leider ausfallen mußten, diesmal zu.— Das Kurkonzert am Dienstagabend ist als hemzutage sehr sehr beliebter Walzer= und Operettenabend gedacht.— Am Donnerstagabend wird dann der aus seinem jüngsten Gastspiele noch in frischer Erinnerung lebende Gedanken= und Hellseher Fred Marion dem ihm wohlgesinnten Publikum seine aufsehenerregenden Experimente im Kurparksaal vorführen.— Am Samstagabend endlich findet wieder einer der Gesellschaftsabende im Redoutensaale statt, die sich infolge ihrer vornehmen Eigenart immer größerer Beliebtheit erfreuen. So kann man wirklich nicht behaupten, daß hier in Godesberg seitens der Kurverwaltung„nichts geboten“ würde. Gewiß vergönnen die schlechten Zeiten noch lange nicht jedem, derartigen Veranstaltungen anzuwohnen. Zweierlei könnte aber doch auch jeder Bürger im Interesse unseres Kur- und Badeoris zuwege bringen: Erstens selbst keine Veranstaltung in der Art der hiergeborenen auswärts zu besuchen, ehe man den hiesigen in jedem Falle den Vorzug gegeben hat und dann zweitens dafür zu sorgen, daß dasselbe auch seitens der hier weilenden Fremden geschieht. ad. Die Elektrische Bonn=Godesberg-Mehlem wird, wie wir hören, demnächst noch drei weitere von den beim Publikum so beliebten Niederflurwagen in Betrieb nehmen. Dieselben, die bald den Lackier=Raum der Fabrik verlassen, werden in etwa 14 Tagen hier eintreffen. Heute 2 Blätter, 8 Seiten. Der letzten Woche Lebenslauf. Godesberg den 26. Juli 24. Von nicht springenden Brunnen und nicht leuchtendem Licht. — Regakka.— Seiltänzerei.— Rheinwellenleben.— Preisausschreibenschwindel. Na, ja! Bin denn auch mit„Paulchen“ nach Godesberg gefahren und hab mich mit ihm ob der sonderlichen Schönheiten meiner Heimat gefreut. Schade, daß Paulchen so voreingenommen wan. Ansonsten hätte ich ihm doch so manches anderes erzählt, was zwar der rituellen Schönheit Godesbergs keinen Abbruch tun kann, mir persönlich aber immerhin ein Dorn im brillenbeschatten Auge ist. Ich muß es doch einmal offen sagen: Godesberg ist schön, die Umgebung ist schön, die sieben Berge sind schön und Alexander von Humbold's Spruch besteht totsicher zu recht. Aber: Wievieles ist in Godesberg nicht schön? Nicht schön ist, wenn man Springbrunnen hat, die nicht springen. Und nicht schön ist, wenn man große Bogenlampen hat, die nicht leuchten. Ist es unter den heutigen Umständen noch notwendig, daß man gerade im schönsten Teile von jenseits der Bahn nächtlicherweile im Finstern tappt? Es scheint mir denn doch, daß unter der neuen kaufmännischen Aera unserer heutigen Werkleitung etwas mehr auf die Praxis an sich Rücksicht genommen werden müßte. Ich bin der letzte, der den Gasen und elektrischen Wellen von der Friesdorferstraße und ihrem direkktorialen Erzeuger die Achtung versagt.— Aber: geht die Notwendigkeit nicht über die Nützlichkeit hinaus? Nicht ich allein und nicht nur mein Freund Zacharias, sondern hundert andere von Godesbergs Einwohnern sind längst der Ueberzeugung, daß es in dieser Beziehung zu dunkel im Gehirn unserer Lichtleuchtleute ist. Was im besonderen, wie schon vorhin gesagt, von jenem Teil Godesbergs gilt, in dem unglücklicherweise die Blätter der Bäume selbst dem verschwiegensten Mondstrahl noch den Eingang zur Erdkruste verwehren. Ich stelle deshalb hiermit fest: Es brennen in Godesberg viel zu wenig Laternen, die brennen können! Was natürlich nächtlicherweise den Wanderer nächtlich=unheimlich anmutet. Und wenn ich im Anklang an das oben Gesagte von der Nacht zum Tag zurückkomme, so mag man mir gestatten, daß ich auch sehr ergebenst bitte, unseren Springbrunnen etwas mehr Lebensfülle zu geben. Was nützt mir die schönste Springbrunnenspitze, wenn sie nicht spritzen kann! Was nutzt der schönste Springbrunnen, wenn in ihm, durch ihn und um ihn kein Wasser sprüht?!.. Also sprachen wir vom Wasser. Da ist es selbstverständlich, daß wir zunächst der großen Wasserei gedenken, die heute anhebt. Der Regatta. Daß wir Willkommenswünsche suchen, den vielen Fremden gegenüber, die uns heute und morgen etwas vorrudern wollen. Ich will hier nicht nach Banausenart viele und schwülstige Worte machen. Ich sage einfach: Herzlich willkommen! Und wenn Ihr den Josias seht, so geht mit dem Empfinden an ihm vorüber, daß er sehr wohl weiß, wie sich Rheinwasser, Siebenbergenzauber und deutsches Sportlertum miteinander verbinden. Vom Zauber Godesbergs hat man immer sehr vieles gesprochen und geschrieben. Nun scheint's mir, als ob wir Godesberger selbst in dieser sommerlichen Sommerzeit, die meinem Freund Zacharias bereits zum Herbstmantel genötigt hat, bezaubert werden sollen. Nach Fred Marion stellte sich uns Her: Bellachini vor und drüben auf dem Moltkeplatz turnt, gaukelt und schaukelt es sich in der Luft. So daß er dem gewöhnlichen Sterblichen schwarz vor den Augen wird! Und der Mond schweigt dazu. Es sind ihm ja wieder einmal die Augen verblendet. Und verblendet sind wir alle, alle die an Fred Marion, Bellachint und alle Gaukler glauben, die über diesen Erdglobus ihr Seil spannen. Seiltänzer ist freilich jeder Mensch. Solange er die richtige Linie behält, klatsch man ihm zu. Verliert er die Balance und fällt herunter, so wird aus dem Hosianna ein Cruce fige! Warum geht man auch aufs Seil?... Während im übrigen alles still, stiller am stillsten ist, gibts auf den grünwogenden Wellen des deutschesten aller deutschen Strömen allerhand Leben. Kein Tag vergeht, an dem nicht die Dampfschiffgesellschaft die Ehre und das Vergnügen hätte, eine Sonderfahrt auszuführen. Am Montag war’s ein Gesangverein, am Dienstag waren's die Bonner Arminen, am Mittwoch die Große Kölner Karnevalsgesellschaft, am Donnerstag die Gesellschaft„Erholung“ von Dings= da, am Freitag eine Jungfrauenkongregation und heute kommt— ich weiß nicht wer. Es lacht und singt, es liebt und neckt immer noch über den wogenden Wellen, und wer wie ich, ständigerweise über den Rhein hinausschaut, der spürt doch, daß trotz Krieg und Kriegserleben rheinische Lebenslust immer noch im Rheinland pulsiert. Und das ist gut so. Wir haben ja nebenbei tausende Konferenzen gehabt, von denen wir tausendmal enttäuscht zurückgegangen sind. Mit der Londoner wird es nicht besser sein. Ein Glück, daß uns all' diesess Konferenzlertum nichts von der rheinischen sonnigen Lebensfreude rauben kann. Das will ich auch hiermit all meinen lieben Godesbergern gesagt haben. Wenn sie erst alle zu meiner stillvergnügten Weltauffassung gekommen sind, so tut auch ihnen nichts mehr weh... Zacharias frug mich gestern abend: In welchem Zeichen stehen wir? Ich griff sofort nach meinem chronologischen Wetterkalender und suchte den Stern auf, unter dessen holden Strahlen ich Volkers Abendweise hören wollte. Weit gefehlt. „Enä,“ referierte darauf mein Getreuer,„mir stonn em Zeche de Preisußschrieverei. Wenn ich e Hunderstel von dem gemenne, woran ech mech beteligt hann, dann hann ich nächstens e neu Hus, e Automobil, a Motorfahrrad, sechhundert Kiste Seef, dausend Meyerlikör und en Badereis noh dem Harz!“ Ich habe nichts dazu gesagt, sondern nur das meine gedacht. Glücklich, wer glaubt. Der Glaube macht selig. Es gibt keine größere Schwindel als diese Preisausschreiben. Merkt's euch alle, die ihr auf solches Glatteis geht! Damit will ich, weil ich für heute nichts besseres weiß, sehr ergebenst schließen. Josias Stillvergnügt. Lassen Sie nichts unversucht, um in Ihrem Bekanntenkreise weitere Bezieher für die„Godesberger Volkszeitung“ zu gewinnen. ss Die Preise für die 5. Siebengebirgsregatta, um die heute und morgen hoffentlich bei besserem Wetter in friedlichem Kampfe auf dem Rheine gestritten wird, sind heute und morgen in dem Schaufenster der Firma Gesler u. Sohn, Bahnhofstraße, ausgestellt. Sie fallen ohne weiteres auf durch die große Anzahl, wie auch besonders durch die wertvolle Qualität jedes einzelnen. Wie für diese, so hat der Regatta=Ausschuß auch für die sonstigen Vorbereitungen zum guten Gelingen der 5. Siebengebirgsregatta in diesem Jahre bestens gesorgt. Hoffentlich ist der Veranstaltung nunmehr gutes Wetter und reicher Besuch beschieden. s. Ein sonderbares Idyll entwickelte sich gestern gegen 4 Uhr am Ausgange der Rheinallee. Das jenseitige Rheinufer hatte uns mit Hülfe der elektrischen Fähre einen ganzen Zigeunerstamm beschert. Etwa 80 Menschen in 7 Wagen. Da der Rest noch drüben blieb, hatte der aufmerksame Beobachter Gelegenheit, sich mit dem Gros der Truppe näher zu befassen. Er mußte den Kopf schütteln, wenn er die wohlgenährten Pferde, die ungepflegten Kinder, die pfeifenrauchenden Frauen und dazu den verwahrlosten Inhalt der einzelnen Wagen sah. Wir sind die letzten, die einem Menschenkind den Platz an der Sonne mißgönnen Wir möchten aber darauf aufmerksam machen, daß es für einen Kurort keineswegs ersprießlch ist, wenn ausgerechnet die Fremden, die mit den Dampfschiffen unsern Ort aufsuchen, ein derartiges Entree vorfinden. Ueber eine Stunde lang konnten sich die fahrenden Landweger unter den schattigen Bäumen unserer Rheinallee aufhalten. Pferde wurden ausgespannt, Deichseln repariert und dazwischen tummelten verwahrloste Kinder, über deren Zukunft der Beschauer nur mitleidig den Kopf schütteln kann. Auf die Frage unseres Berichterstatters: Woher des Wegs? und wessen Namen tragt ihr?, ward ihm sechsfache, also mehr wie zweideutige Auskunft. Wir wissen nicht, wohin die braunen Gesellen ihren Weg genommen, aber das wissen wir wohl, daß ihr Weg gekennzeichnet ist mit Taten menschlicher Irrungen. Wir bitten daher unsere Polizeiverwaltung, auf derartige„Fremde“ in Zukunft ein größeres Augenmerk zu haben. ad. Die Unterführung in Mehlem, so schreibt uns zum gleichen Kapitel ein anderer Mitarbeiter, bot gestern Abend ein selten imposantes Bild. Zigeuner mit 14 Wagen und etwa 25—30 Pferden hatten dort, wo der Feldweg, der hinter der Bahn herführt, auf die Chaussee einmündet, Lager bezogen. Sie verbrachten den Abend nach Zigeunerweise. Lustig loderte das Lagerfeuer, brodelnd stmorte das Mahl. Schwarz= haarige Weiber schleppten Brot herbei und nachher ging unter den Männern, finsteren, braunen, verwegenen Gestalten, die Schnapsflasche rund. Ein paar Zigeunerknaben strichen die Geige; Mirko und Janeschka tanzten. Was kümmert sie Regen, was Nöte der Zeit Das Leben ist lustig, die Welt ist so weit, Bald sind sie im Süden, ziehn nordwärts zum Rhein. Zigeuner— der Erde Landstraß' ist dein. ad. Ein Anna-Marienständchen durchzitterte diese„acht, so gegen 12 die Gärten der Kaiserstraße, Kirch=, Villichgasse und bot den anliegenden Bewohnern einen nicht alltäglichen musikalischen Genuß. Es ist nämlich etwas Schönes, wenn unsere jungen Leute nach jahrelanger Uebung eine gewisse Virtuosität im Schlagen des deutschen„Balalaika“, des geliebten Mandolinchens erlangt haben und zweifellos wird das Anna=Marie Namenstagskind, dem der Zauber galt, dem rheinischen Klübchen gebührenden Dank wissen. (:) Kriemhilds Rache, im Film dargestellt, ist, wie wir gestern Abend bei der ersten Vorführung im Uniontheater feststellen mußten, wohl das gewaltigste Filmwerk, das je verfaßt wurde. Solche Massenszenen, Massenkämpfe im Film darzustellen, sollte man kaum für möglich halten. Dabei die bedeutenden Künstler in den Hauptrollen: Kriemhilde, Hagen, Etzel, Gunther, Gieselher, Rüdiger und Lienerien, wie das Heerlager der Hunnen und den eigenartigen Bau des Etzelpalastes, dessen Brand am Schluß der Handlung ein überwältigendes Bild bietet. Die packenden Momente in unserem Nationalepos sind so wuchtig, teilweise geradezu kraß und erschütternd hervorgehoben, daß man mit den viefsten und nachhaltigsten Eindrücken am Schluß der Vorstellungen, die noch Wenn sich zwei die Hande reichen. Roman von M. Eitner. (Nachdruck verboten.) 4) Vielleicht treffen wir uns mal wieder im Leben, entgegnete Cl.sabeth von Wallhofen, vielleicht in Newyork. Das wäre ein Glück zu wunderbar. Komm, Elisabeth, drängte jetzt Frau von Zagory, es ist die höchste Zeit, daß wir uns zurückziehen. Ja, gnädiges Fräulein, pflichtete der Baron bei, ich meine auch. Sie dürfen sich die Nachtruhe nicht zu sehr verkürzen, denn wenn uns morgen abend Italiens blauer Nachthimmel lacht, darf ich wohl daran erinnern, daß die Damen den Markusplatz im Nachtzauber sehen wollen. Darauf freuen wir uns auch, entgegnete Frau von Zagory. Die beiden Damen verabschiedeten sich, wünschten Mr. Johnston glückliche Reise und verließen den Saal. Stein sprach noch mit dem Baron und dem Amerikaner, schützte dann vor, daß er verschiedene schriftliche Sachen zu erledigen habe und empfahl sich, das liebenswürdige„a rivederica“ des Barons zurückgebend. Nur mit großer Mühe hatte er während der letzten Stunde feine innere Erregung niedergehalten. Als er sein Zimmer betrat, das durch die Dienstfertigkeit des Hotelsdieners schon hell erleuchtet war, ging er unruhig hin und her. Vor seinen Ohren klang es: „Wo in den Bergen ruht das Eisen, Da hat die Mutter mich gewiegt, Wo auf dem Fels die Tannen stehn, Im grünen Tal die Herden gehn: Als Wächter an des Hofes Raum, Reckt sich empor der Eichenbaum, Da ist's, wo meine Wiege stand— O, grüß dich Gott, Westfalenland!“— durch eine treffende Musik illustriert werden, das Theater verläßt. Ein Besuch der Vorführung sollte niemand versäumen. Soziales. )( Die deutsche Rothilfe. Der Reichsarbeitsausschuß der deutschen Nothilfe trat zu einer Sitzung zusammen. Die Vertreter der Behörden, der Länder sowie der freien Wohlfahrtsorganisationen vertraten einstimmig den Standpunkt, daß mit Rücksicht auf die unsichern wirtschaftlichen Verhältnisse und die in weiten Kreisen noch andauernd vorhindene Not die Organisation der deutschen Nothilfe bestehen bleiben und ihre karitative Sammeltätigkeit fortsetzen müsse. Auch die Vertreter des besetzten Gebiets, insbesondere der Vertreter des Kardinalerzbischofs von Köln sprachen in diesem Sinne aus. Zur Verteilung gelangten rund 300 000 M. Hiervon wurde über die Hälfte für Notstände im besetzten Gebiet ausgeschüttet und insbesondere ein namhafter Betrag zur Unterstützung der Ausgewiesenen bestimmt. §§ Hauszinssteuer. Vielfach ist den Hausbesitzern die Ende Juni vom Staatsministerium beschlossene Aenderung der Hauszinssteuerbestimmungen nicht bekannt. Diese Aenderung besagt u. a. folgendes: Uebersteigt 6 Prozent des für die Grundvermögenssteuer festgesetzten Wertes den Friedensmietwert, so ist 4 Prozent des Friedensmietwertes als Grundlage für die Hauszinssteuerberechnung zu nehmen. Beispiel: Hausgrundstückswert 30 000 M 6 Prozent hiervon für die Grundvermögenssteuer ═ 1800 M, der feststehende Friedensmietwert ist 1200 M, bleibt also unter 6 Prozent des Grundvermögenssteuerwertes. Demnach ist 4 Prozent des Friedensmietwertes(1200 M)= 48 M für die Hauszinssteuerumlage maßgebend und beträgt die Steuer für das erste Vierteljahr (April=Juni) 1924 nur 400 Prozent von 48= 192 A jährlich gegen 288 M. Entsprechender Antrag auf Herabsetzung der Hauszinssteuer ist an den Vorsitzenden des Grundvermögenssteuerausschusses(Katasteramt) zu richten. h. Wohnungsmiete und Hauszinssteuer. Wie uns der Mieterschutzverein mitteilt, wurde am Sonntag den 20. d..= in Köln ein außerordentlicher Delegiertentag des Rheinischen Mieterschutzverbandes(e..) für die Regierungsbezirke Köln, Aachen, Koblenz und Trier abgehalten, auf dem 68 Mietervereine durch 71 Abgesandte vertreten waren. Unter anderem wurde beschlossen, an den dem preuß. Wohlfahrtsminister unterbreiteten Forderungen festzuhalten und mit allem Nachdruck dahin zu wirken, daß der Minister unverzüglich seine Mieteverordnungen vom 17. April und 25. Juni 1924 im Sinne der Verbandsanträge ändert, ferner, daß der Zuschlag für große Instandsetzungsarbeiten(7 v. H. der Friedensmiete vom 1. 7. 14) aus der gesetzlichen Miete wieder herausgenommen und, daß die Hauszinssteuer nicht mehr mit einem festen Hundertsatz in die gesetzliche Miete eingerechnet, sondern nach dem Verhältnis der Friedensmieten vom 1. 7. 14 auf die Mieter umgelegt wird. Offenkundig ist ein sehr großer Teil der Mieterschaft,(Arbeiter, Angestellte, Beamte, Pensionäre, Hypothekar= und andere Privatgläubiger, Reichs-,Staats= und Kommunalgläubiger usw.) wegen zu geringen Einkommens infolge Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Erwerbsunfähigkeit, Einstellens der Zinsenzahlung usw. nicht mehr in der Lage, die gesetzliche Miete zu entrichten. Deshalb wird die Beibehaltung der gegen zu starke Belastung leistungsschwacher Mieter erlassenen Bestimmungen gerade für das besetzte Gebiet gefordert. gestützt noch besonders auf Paragraph 27 Ziffer 3 der 3. Steuernotverordnung, wonach„Die Leistungsfähigkeit der als Mieter in Betracht kommenden Bevölkerungskreise bei der Festlegung der Mieter zu berücksichtigen ist.“ Die Einrechnung der Hauszinssteuer in die Miete hat vielfach die vom Gesetzgeber nicht gewollte Wirkung, daß dem Vermieter ein höherer Betrag zufließt, als die durch den Steuerzettel veranlagte Hauszinssteuer in Wirklichkeit ausmacht. Eine nachträgliche Ermäßigung der Hauszinssteuer erhöht solchen mühelosen Gewinne des Vermieders. Der vom Mieter zu tragende Teil der Hauszinssteuer soll deshalb nicht mehr in die Miete mit einem festen Hundertsatz der Friedensmiete vom 1. 7. 14 eingerechnet, sondern der auf dem Steuerzettel angegebene Betrag auf die Mieter umgelegt werden; zahlungspflichtig soll der Mieter erst dann sein, wenn der Vermieter ihm den Steuergettel und die Umlegungsberechnung vorgelegt hat.(Das letztere Verfahren muß für die Monate April, Mai und Juni schon jetzt Platz greifen, well in diesem Zeitraum die Hauszinssteuer noch nicht in die Miete eingerechnet war.) a. Neue Wege zur Bekämpfung der Syphilis besondern durch Wismutbehandlung. Der von Herrn Professor Hoffmann in der Mitglieder=Versammlung der Ortsgruppe Bonn der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschechtskrankheiten gehaltene Lichtbildvortrag über„Neue Wege zur Bekämpfung der Syphilis besonders durch Wismutbehandlung“ war von allen Kreisen der Bevölkerung so rege besucht, daß bereits vor Beginn kaum ein Platz mehr zu erhalten war. Der Vortragende begrüßte zunächst die Rückkehr der Ausschußmitglieder Beigeordneten Dr. v. Gartzen und Schulrat Baedorf, wodurch es ermöglicht worden ist, die Tätigkeit der Gesellschaft wieder aufzunehmen und berichtete über den Kaffenbestand, der infolge der Inflation leider völlig entwertet worden ist, obwohl ursprünglich eine ansehnliche Summe erspart worden war. Er teilte ferner mit, daß mit Rücksicht auf die Notlage weiter Kreise der satzungsgemäße Mitgliedsbeitrag von mindestens 5 M für Minderbemittelte ausnahmsweise auf 2 M festgesetzt worden ist, um auch diesen die Möglichkeit zu geben, an den Bestrebungen der Ortsgruppe teilzunehmen. In dem nun folgenden Vortrage konnte zunächst an Hand einer in der Univ. Hautklinik hergestellten Tabelle eine erfreuliche Abnahme der in den Jahren 1918 und 1919 Höchstzahlen erreichenden Geschlechtskrankheiten festgestellt werden. Die nachfolgenden farbigen Lichtbilder gaben ein anschauliches Bild der entsetzlichen Formen, welche insbesondere die Syphilis durch mangelhafte oder kurpfuscherische Behandlung annehmen kann. In allen Fällen konnte durch systematische Anwendung der modernen Syphilisbehandlung ein voller Erfolg erzielt werden, wie ja auch die Verminderung der Geschlechtskrankheiten wohl in erster Linie darauf zurückzuführen ist, daß es nunmehr gelingt, die ansteckenden Erscheinungen frühzeitig unschädlich zu machen. Die Tätigkeit der Beratungsstellen wurde kurz gestreift und mitgeteilt, daß die Landesversicherungs=Anstalt die offiziell vor einem Jahr geschlossene, aber in der Hautklinik ehrenamtlich fortgeführte Beratungsstelle am 1. Oktober wieder selbst eröffnet. Auch über das Gesetz zur Bekämpfung der Geschechtskrankheiden konnte berichtet werden, daß die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten sich für eine baldige Erledigung wieder energisch eingesetzt hat. Das Hauptlhema des Abends behandelte die von Prof. Levaditi am Institut Pasteur in Paris als wirksam erkannte Behandlung der Syphilis mit Wismutpräparaten. Die Möglichkeit, die notwendigen chemischen Verbindungen einigermaßen leicht herzustellen, hat das Ergebnis gehabt, daß bisher 130 verschiedene Mittel im In= und Auslande bekannt geworden sind, sodaß es für den einzelnen Arzt nicht immer leicht ist, sich zu orientieren. Die Erfahrungen des Vortragenden haben ergeben, daß ausgewählte deutsche Präparate von gleich günstiger Wirkung sind, wie die französischen. Durch schmerzlose Einsprizungen in die Muskulatur ist die Anwendungsmöglchkei: gegenüber dem Salvarsan vereinfacht. Das Mittel steht an Wirksamkeit zwischen dem Salvarsan und Quecksilber. Es erscheint bisher nicht geeignet, in Frühfällen mit starken ansteckenden Erscheinungen das Salvarsan zu ersetzen, erweist sich aber bei kombinierten Kuren als wirksamer Ersatz des Quecksilbers, dessen giftige Eigenschaften es nicht teilt. Die Wirksamkeit be den verschiedenen Erkrankungsformen, auch einige meist geringe und ungefährliche Nebenerscheinungen, wurden eingehend geschildert. Bezüglich des in letzter Zeit in vielen ärzilichen Zeitschriften angepriesenen französtschen Präparates Storar'ol, das in Tablettenform eingenommen, nier gewissen Umständen das Haften einer syphilitischen Ansteckung verhindern soll, verhielt der Vortragende sich zurückhaltend, bis weitere experimentelle Prüfungen vorliegen; ibenso hinsichtlich des deutschen Präparats Spirocid gleicher Zusammensetzung Es handelt sich um ein bereits von Ehrlich gefundenes Präparat, das zwischen dem Atoxyl und dem Salvarsan stehl und Ehrlich infolge seiner Giftigkeit für die intravenöse Injektion ungeeignet erschien. Auch die bisherigen Nachuntersuchungen der Darreichung durch den Und dann wieder schien ihm jemand zuzurufen: „Und um mich klang so froh und hehr, Und über mir tagt es so helle, Und unten braufet das ferne Wehr, Und der Weser glitzernde Welle“. — Westfalenland!— Der Weserstrand! Was seit Jahren durch Arbeit, die alle seine Gedanken fesselte, seine ganze Zeit in Anspruch nahm, durch Reisen, velche den Augen ewig neue Bilder vorführten, in den Hinergrund gedrängt, wie in Schlummer gesungen worden war, wachte plötzlich wieder auf und trat gewaltsam in den Vordergrund, die Erinnerung an die Hermat. Er wollte dieser Erinnerung nicht nachgehen, wollte sie von sich stoßen, aber sie war stärker als er, sie nahm ihn derartig gefangen, daß aller Widerstand gelähmt wurde. Sie war wie der reißende Strom, der den Damm durchbricht und nicht mehr zurückzuhalten ist. Du Land, wo meine Wiege stand Stein trat an das Fenster, dessen Wirbel er mit den Händen umklammerte, als tue es ihm gut, mit aller Kraft etwas zu umfassen. Draußen hatte sich das Wetter geändert. Der Regen hatte aufgehört und siegreich verdrängte der aufsteigende Mond die dunklen Wolken am tiefblauen Nachthimmel. Stein sah nicht die Sterne, nicht den Mond, der die Wasserfläche und die auf ihr ruhenden schwarzen Gondeln mit seinem Silberlicht übergoß. Vor seinen Augen stiegen andere Bilder auf. Da im Tal, zwischen Minden und Petershagen, nahe dem Weserstrand, sah er das väterliche Gut vor sich liegen. Stein sah das Bauernhaus mit dem roten Dach, den weiß gekalkten Wänden, den schwarz gestrichenen Balken, er sah die Eichenbäume, die sie beschatteten. Bei der Eingangstür der Vorhalle, die zur Diele führte, waren als Schmuck eine Eule und verschiedene Raubvögel befesttigt, und über der Türe hing der Spruch: „Gottes Will“ Ist mein Ziel. Ob Sonne scheint, ob Regen fällt, Ich nehm' es hin, wie's Gott gefällt“. Er sah den Vater stehen, zum Kirchgang bereit, im langen, weißleinenen, rotgefütterten Rock, der mit silbernen, halbkugelförmigen Knöpfen besetzt war, in den schwarzen Kntehosen von Samt, die unter den Knien mit jederner Schnalle befestigt waren, in dunkelblauen Strümpfen mit übergeknöpften, weißen Gamaschen und in festen Bindeschuhen.. Den breitrandigen, schwarzen Filzhut mit preitem Seidenband hatte er tief ins Gesicht gesetzt. Und da war die Mutter im schwarzen Flanellrock, der, in enge Falten gelegt, am unteren Rand mit farbiger Borte abgeschlossen war. Ueber dem Mieder trug sie eine schwarze Tuchjacke, die über der Brust weit ausgeschnitten war und das seidene, dunkle Brusttuch mit weißer Blumenkante sehen ließ. Eine doppelreihige Kette von Bernsteinperlen schmückte den Hals. Die schwarze Atlasmütze war mit schwarzseidenen Bändern unter dem Kinn befestigt und hatte einen Deckel mit Silberstickerei. Eine Schürze aus dunkelblauem Kattun mit hellblauem, blumigem Muster sowie blaue, weiß verzierte Strümpfe und schwarze, ausgeschnittene Lederschuhe vollendeten den Staat. Ja, der Bauer Friedrich Stein und seine Ehefrau waren stattliche Kinder der roten Erde, und der Steinhof war im Dorf das angesehenste Bauerngut. Es war plötzlich, als lege sich eine milde Hand über die scharfen Züge des Professors, und warm leuchtete es in den Augen auf, als er meinte, die Mutter rufe: Bernhard, komm, wir gehen zur Kirche! Erinnerung um Erinnerung tauchte auf. Er sah, wie die Mutter am Herdplatz hinter der Diele saß, von wo aus sie das Regiment führte, das Gesinde beobachtete und den Kesselhaken bald höher, bald niebriger hängte. Mund haben eine gewisse Giftigkeit bereits erkennen lassen. Auf bewährte äußere Mittel zum Selbstschutz kann z. B. in Armeen und bei der Marine schon deshalb nicht verzichtet werden, weil der viel häufigere Tripper durch Stovarsol nicht beeinflußt wird. Auch heute noch stehen trotz aller Fortscheitte der ärztlichen Wissenschaften in der Bekämpfung der Geschlechiskrankheiten die ethischen Forderungen an rster Stelle Der frische Zug, der z. T. durch die heutige Jugendbewegung geht und sich in Sport, Liebe zur Natur, Kampl gegen Alkoholismus und geschlechtliche Gefährdung in erfreulicher Weise zeigt, legt es uns in Gemeinsamkeit mit den Jugendorganisationen und den Vereinen zur Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs nahe, hier einzugreifen und die Jugendführer zu veranlassen, auch unsere Bestrebungen wirksam zu fördern. Der rege Verkauf der von der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten ausgelegten Schriften bewies, welch großes Interesse den vorstehend genannten Fragen entgegengebracht wird. Aus dem Vereinsleben. — Der Männer=Gesangverein„Ildello“ hielt im Anschluß an seinen 44. Gründungstag, über dessen Verlauf wir schon berichtet haben, am vergangenen Mittwochabend in der Tonhalle seine diesjährige Generalversammlung ab. Wie üblich, wurde dieselbe mit einem Liede:„Dem Rhein, mein Lied“, eröffnet. Darauf konnte der Präsident, Herr Holstein, eine große Zahl von Mitgliedern mit herzlichen Worten begrüßen. Der Bericht über das vergangene Vereinsjahr zeigte den.=.=V.„Fidelio“ wiederholt bei wohltätigen Veranstaltungen. Wie für alle Vereine, so war auch für die „Fidelio“ das verflossene Geschäftsjahr ein schlimmes. Mit desto größerer Befriedigung konnte nunmehr am Ende desselben festgestellt werden, daß die Schwierigkeiten, namentlich finanzieller Art, überwunden sind. 80 aktive und über 300 inaktive Mitglieder hielten allen Schwierigkeiten zum Trotz treu zur Fahne. Die Vorstandswahl erbrachte die Wiederwahl des 1. Vorsitzenden, Herrn Karl Holstein, die Wiederwahl des 2. Vorsitzenden, Herrn Jean Knebel und die Wiederwahl des Schatzmeisters Herrn Gottfried Pohl. Herr Jean Gummersbach wurde zum Schriftführer und Herr Albert zum Archivar gewählt. Das schöne Vertrauensverhältnis zwischen dem Chor und seinem verdienten Dirigenten, Herrn Musikdirektor Heinz Königshausen, soll auf beiderseitigen Wunsch auch in Zukunft sortdauern. Der Männer=Gesangverein„Fidelio“, der in alter Frische nunmehr sein 45. Vereinsjahr angetreten hat, beabsichtigt dasselbe am 8. Aug. auch öffentlich durch einen Volksliederabend und am 17. Aug. durch ein Sommerfest für die Mitglieder und deren Familie zu beginnen. Wir wünschen dem Verein weiteres Wachsen, Blühen und Gedeihen! Aus Nah und Fern. Koblenz. Die hiesige Bauernbank.=G. kündigt an, daß sie die Spareinlagen, die in den Jahren 1519 bis 1923 geleistet worden sind, mit 100 Prozent aufwertet, und zwar nach dem amtlichen Berliner Dollarkurs vom Tag der Einzahlung. Während die Verzinsung der aufgewerteten Summen bereits vom 1. Januar nächsten Jahres ab erfolgt, kann die Abhebung erst vom 1. Januar 1926 geschehen. Düsseldorf. Die Eltern eines hiesigen 19jährigen Zimmermanns haben unter den im Besitz des Massenmörders Haarmann gefundenen Kleidern Sachen ihres Sohnes erkannt, der in Hannover kürzlich verschwunden ist. Als Haarmann das Lichtbild des vermißten Düsseldorfer jungen Mannes sah, erklärte er den ihm gegenübergestellten Eltern, daß er ihn ermordet habe. In der Empörung wollte der Vater des Ermordeten Haarmann mit einem Stuhl niederschlagen. Hannover. Der Mörder Haarmann ist am Mittwoch wieder einem längeren Verhör durch den Untersuchungsrichter unterzogen worden. Es wurden ihm zwei Frauen aus Berlin und Bremen gegenübergestellt, die das Verschwinden ihrer Söhne dem Haarmann zur Last legen. Der Verbrecher leugnete den Verkehr mit den beiden vermißten jungen Leuten, deren Bilder ihm unter zahlreichen Hin= und Herfragen vorgelegt wurden. Berlin. In der Nähe von Fürstenwalde stürzte ein in Johannistal aufgestiegener Doppeldecker aus etwa 20 Meter Höhe ab. Der Führer und sein Begleiter wurden schwer verletzt. Der letztere, ein 23jähriger Kaufmann aus BerlinFriedenau starb auf dem Transport ins Krankenhaus. Berlin. Das auf Grund der französischen Auslieferungsliste in der Kriegsbeschuldigtenfrage gegen den im KaiserFriedrich=Museum tätigen Direktor Dr. Demmler se.t 1921 eingeleitete Reichsgerichtsverfahren ist vom Reichsgericht in Leipzig am 22. Mai 1924 eingestellt worden. In der Begründung heißt es: Die französische Auslieferungsliste wirst dem Beschuldigten, der während des Krieges Zivilbeamter beim Stabe des Beauftragten des Generalquartiermeisters (Kunstschußoffizier) war, Plünderungen und Diebstähle von Gemälden im Museum zu Lille vor. Die Bezichtigung ist völlig grundlos. Der Beschuldigte hat im Sommer 1917 nach fürsorglichen Anweisungen seiner vorgesetzten Dienstbehörde wertvollere Gemälde des Museums in Lille zum Schutze vor Kregsgefahr nach Valenciennes übergeführt. Wie die Ermittlungen dargetan haben, ist er mit Sachkenntnis, Umsicht und Pflichttreue zu Werke gegangen, ohne seine Befugnisse zu überschreiten. Davon, daß er sich etwas angeeignet hätte, kann keine Rede sein. Berlin. Der Gutspächter Coelle in Warsow bei Schwerin hatte Drohbriefe erhalten, in denen er aufgefordert wurde, an einer bestimmten Stelle eine Geldsumme niederzulegen. Coelle bat in Schwerin und gleichzeitig in Hagenow um polizeiliche Hilfe. Zwei Hagenower Gendarmeriekommissare legten sich daraufhin an der bezeichneten Stelle auf die Lauer, aber auch die Schweriner Polizei wollte die Verbrecher abfangen. Man hielt sich gegenseitig für die erwarteten Erpresser und es entspann sich zwischen den beiden Polizeimannschaften ein Feuergefecht, in dessen Verlauf der eine der beiden Hagenower Kommissare durch Schüsse in Unterleib und Schulter schwer verletzt wurde. Berlin. Die kommunistischen Fraktionen des Reichstages und des Landtages haben bekanntlich wegen der Haussuchungen in den kommunistischen Fraktionszimmern gegen den Untersuchungsrichter des Staatsgerichtshofes, Landgerichtsdirektor Vogt, und gegen den Kriminalkommissar Heller von der Abteilung 1a des Berliner Polizeipräsidiums Strafanzeige wegen Amtsverbrechens erstattet. Die Anzeige wurde damit begründet, daß die beiden Beamten die Immuntätsrechte der kommunistischen Abgeordneten verletzt und sich bei der Vornahme der Durchsuchungen nicht an die vom Landtagspräsidenten hierfür gestellten Bedingungen gehalten hätten. Auf Grund der Strafanzeige ist nunmehr nach einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft 1 zu Berlin das Ermittlungsverfahren gegen Landgerichtsdirektor Vogt und Kommissar Heller eingeleitet worden. Berlin. Der vor einigen Tagen vor dem in Königsberg zusammengetretenen Staatsgerichtshof durchgeführte Kommunistenprozeß war reich an Zwischenfällen. Wie bereits gemeldet, war es zwischen dem stellvertretenden Vorsitzenden des Staatsgerichtshofs, dem Senatspräsident Niedner und dem Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Santer aus Berlin, zu einem heftigen Zusammenstoß gekommen, weil der Vorsitzende einem Angeklagten gegenüber die rote Räte=Fahne als„Fetzen“ bezeichnet hatte. Ferner verhängie das Gericht im Verlauf der Verhandlung über einen als Pressevertreter anwesenden kommunistischen Redakteur eine sofort vollstreckbare dreitägige Haftstrafe, weil er während der Pause im Saal einem Bekannten ein Flugblatt mit einer Einladung zu einer kommunistischen Versammlung übergeben hatte, worin der Senat eine Verteilung von Flugblättern und daher eine grobe Ungebühr erblickte. Nunmehr beabsichtigen die Kommunisten, in den zahlreichen, vor dem Staatsgerichtshof noch schwebenden Kommunistenprozessen den Senatspräsidenten Dr. Niedner ein für allemal wegen Befangenheit abzulehnen und unter seinem Vorsitz nicht zu verhandeln. Man beruft sich dabei auf die erfolgreiche Ablehnung des Amtsgerichtsrats Dr. Friedländer durch den völkischen Abgeordneten Major Henning. Hamburg. Eine der angriffslustigen Kommunistinnen, die Schriftstellerin Frau Ketty Guttmann, die seinerzert in Hamburg eine sehr lärmende Rolle gespielt hat und seit November 1921, nachdem der Untersuchungsrichter beim Reichsgericht sie wegen Hochverrats verfolgt hat, verschwunden ist, hat jetzt von ihrer Genossen den Laufpaß erhalten. Das Hamburger Kommunistenblatt, die Volkszeitung, verkündet ihren Ausschluß aus der Partei wegen parteischädigenden Verhaltens München. Der Gymnasiast Kurt Keßler, hat bei der Polizeidirektion München ein volles Geständnis über den Mord an dem Studienrat Merz abgelegt. Er habe den Ermordeten kurz vor der Tat auf einem Spaziergang kennengelernt; am Tage der Tat sei ihm auf dem Wege zum Lustheimer Wald der Gedanke gekommen, Merz zu ermorden, um sich Geldmittel zu verschaffen. Keßler flüchtete dann nach Nürnberg und von dort nach Regensburg. Zwölf Tage nach dem Mord habe er sich abermals nach Berchtesgaden begeben und dort eine Dame aus Zwickau überfallen; er habe sie in ein Gebüsch geschleppt, sie durch Messerstiche schwer verletzt und ihr die Handtasche geraubt. Leipzig. Der Staatsgerichtshof zum Schutz der Republik verhandelte gegen den Buchhandlungsangestellien und Stadtverordneten Karl Baumgärtel aus Delitzsch wegen Aufforderung zur gewaltsamen Aenderung der Verfassung. Der Vertreter der Reichsstaatsanwaltschaft beantragte eine Gefängnisstrafe von 1½ Jahr sowie eine Geldstrafe von 50 Goldmark. Das Gericht ging über den Antrag hinaus und verurteilte den Angeklagten wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 2½ Jahren Gefängnis und 300 J Geldstrafe; 2 Monate der Strafe gelten als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Der Angeklagte nahm das Urteil mit dem Ausruf entgegen:„Es lebe die Kommunistische Partei. Es lebe die Weltrevolution!“ Im Zuhörerraum wurden Kundgevungen laut, so daß der Vorsitzende zwei Leute wegen Ungebühr vor Gericht in sofortige Haftstrafe von 3 Tagen nahm. Jürich. Das eidgenössische Schützenfest erreichte durch amtliche Teilnahme der Bundesregierung, der Spitzen der Armee und einer Reihe von kantonalen Regierungen seinen Höhepunkt. Die offizielle Rede hielt der schweizerische Bundespräsident Chuard, ferner sprach Bundesrat Schultheß, der insbesondere den schweizerischen Geist der Wehrhaftigkeit feierte.„Die Schweiz wird wehrhaft sein oder sie wird nicht sein.“ Im Namen des diplomatischen Korps sprach dessen Doyen, der französische Botschafter Allize, in Bern, außerdem marschierte im Festzug der französische Militäratlache in großer Uniform mit. Allize, der in Bern eine sehr rührige Tätigkeit entfaltet, feierte die Schießkunst überschwenglich, er erinnerte an die Jahrhunderte alten Freundschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich und versäume auch nicht von den„lateinischen Festen“ zu reden,„der ernsten und überlegten Feierlichkeit, in der nach und nach all die Zivilisation Europas sich entwickelte.“ Die deutschschweizerischen Schützen und Festbesucher, die die größte Zahl der Teilnehmer am eidgenössischen Schützenfest stellen, werden diese Wendung mit einiger Verwunderung aufgenommen haben. Einen kleinen Ausgleich bietet das offizielle Festspiel, das mit bemerkenswerter Eindringlichkeit aus der schweizerischen Geschichte auch jene Periode vorführt, in der Frankreichs Druck auf die Schweiz übermächtig und nicht zum Teil der Eidgenossen war. Simla. Andauernde Regengüsse haben in den Staaten Travancore und Cochin Ueberschwemmungen hervorgerufen, die an der Eisenbahn und an Gebäuden bedeutenden Schaden verursacht sowie die Ernte und den Tierbestand in Mitleidenschaft gezogen haben. 110 Personen sollen umgekommen sein. Melbourne. Der australische Leichte Kreuzer Brisbaue ist in der Nähe von Port Morsby auf Neu=Guinea gestrandet. Es besteht jedoch keine Gefahr für das Schiff. Opfer waren nicht zu beklagen. Handel und Wirtschaft. )( Die Iinanzgebarung des Reichs. Das zweite Juli= drittel umfaßt acht Zahltage. In diesen betrugen die Einzahlungen rund 166.5, die Auszahlungen rund 143.8, mithin der Ueberschuß rund 22,7 Millionen Goldmark. Dadurch verringert sich der Gesamtzuschußbedarf seit 1. April dreses Jahres auf rund.5 Millionen Goldmark. Die täglichen Ablieferungen der Oberfinanz= und Finanzkassen betrugen rund 19.4, gegenüber 11 Millionen Goldmark im ersten Jul.drittel, was auf die in diesen Zeitabschnitt fallenden Steuerzahltermine zurückzuführen ist. Die Ausgaben weisen gegenüber der Vordekade eine Steigerung von 10,7 auf 18 Millionen Goldmark im Tagesdurchschnitt auf. Die Steigerung der Gesamtausgaben ist durch stärkere Ausschüttung von Steueranteilen an die Länder und Gemeinden bedingt. Die Ausgaben für die allgemeine Reichsverwaltung bewegen sich bei einem Tagesdurchschnitt von rund 7,7 Millionen Goldmark nur unwesentlich über den der Vordekade. Das Gesamtaufkommen an Steuern und Zöllen für Juni betrug rund 472.3 Millionen Goldmark, während die in den drei Juniübersichten nachgewiesenen Ablieferungen nur rund 382.2 Millionen Goldmark ausmachten. Der Unterschied von rund 90.1 Millionen Goldmark stellt den von den Oberfinanz= und Finanzkassen zu unmittelbaren Zahlungen zurückbehaltenen Betrag dar. Um diesen Betrag sind die Einnahmen und Ausgaben für die Zeit vom 1. April bis 20. Juli nachträglich erhöht worden. Der Erlös aus der Begebung von Rentenmarkschatzwechseln belief sich am 10. Juli 1924 auf 163 369 388 M, am 20. Juli auf 194 778 022 KA, so daß sich eine Zunahme von 31 408 634 K für das zweite Julidrittel ergibt. Briefkasten der Schriftleitung. Frage: Was ist an Hauszinssteuer hier zu zahlen? Ist für April, Mai, Juni auch solche zu zahlen und kann sie vom Mieter nachträglich abverlangt werden? Was ist für Juli zu zahlen? Antwort: Diese Hauszinssteuer wird in Preußen gleichmäßig erhoben. Sie beträgt für die Monate April bis Juni 400 v.., ab Juli 500 v. H. und ab Oktober 600 v. H. der staatlichen Grundvermögenssteuer. Die Hauszinssteuer ist von den Mietern anteilig zu tragen; da die in dem s. Zl. festgesetzten Mietzuschlag für diese Monate eine Vergütung für die Hauszinssteuer nicht eingerechnet war. 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