heint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feierbezugspreis; vierteljährlich Mk. 1.50, monatà 50 pfg., mit den Beilagen:„Katholisches Sonn= tagsblatt“ und„Illustrierte Unterhaltungs=Beilage“ vierteljährlich IIIk. 1.80, monatlich 60 pfg. Verantwortlich: J. J. Ueller, Diersen Deutsche Volks-Blätter Anzeigen werden die 6=spaltige Petitzeile(oder deren Raum) mit 15 Ofg., kleine Anzeigen(Stellengesuche und =Angebote, kleine Verkaufsangebote usw.) aus dem Verbreitungsgebiete mit 10 Pfg. berechnet und bis spätestens 9 Uhr morgens erbeten. Reklamezeile 50 Pfg. 205. Nr. 254 Unpolitische Zeitläufe. Berlin, den 12. Oktober. Heute möchte ich einen offenen Brief schreiben, und zwar An Herrn Pfarrer von der Heydt aus Berlin, zurzeit Hamburg, abzugeben bei der Generalversammlung des Evangelischen Bundes. Sehr geehrter Herr Prediger! Sie haben vorgestern eine Rede gehalten über„Die ultramontane Propaganog in und um Berlin." Das Thema interessiert den ergebenst Unterzeichneten sehr, obschon es nicht neu ist. Ueberhaupt gilt ja auf den Versammlungen Ihres Evangelischen Bundes gar sehr das Wort: repeistio est mater studiorumf was sich in der kräftigen Ausdrucksweise Ihres Kollegen Meyer(Zwickau) etwa so verdeutschen ließe: Wiederkäuen hilft schön über den Futtermangel hinweg. Ja, wenn mich mein Gedächtnis nicht ganz täuscht, so haben Sie selbst, geehrter Herr Prediger, schon früher einmal über die sog. Propaganda in Berlin gesprochen, und zwar in noch schrofferer Weise, als jetzt. Trotzdem muß ich Ihnen auch heute noch erklären, daß Sie die Katholiken von Berlin und Umgebung mit ungerechtem Spott kränken, wenn Sie den kenntnislosen Hamburgern erzählen, die Katholiken bauten in Groß=Berlin zu viel Kirchen und zu viel Krankenhäuser, über ihren Bedarf hinaus. Ach, Herr Prediger, es ist ein sonderbares Gefühl, wenn man mit knurrendem Magen den Vorwurf der Schlemmerei hören muß. Iocy lade Sie freundlichst ein, an einem der nächsten Sonntage, wenn Sie von dem Hamburger Schlachtsest heimgekehrt sind, einen Abstecher nach Zehlendorf an der Wannseebahn zu machen und dort eine hinter dem Gasthof„zur Sonne“ liegende Scheune aufzusuchen. Am besten um 11¼ Uhr Vormittags. Besagte Scheune werden Sie gefüllt finden mit Leuten aller Klassen und aller Altersstufen in bunter Mischung; sie halten dort ihren sonntäglichen Gottesdienst ab, der auch Ihnen mehr katakomben= als kathedralmäßig vorkommen wird. Vtolleicht drängt sich Ihnen dann die Frage auf: Wenn in Goß=Berlin ein Ueberfluß an katholischen Kirchen herrscht, weerum drücken sich dann die Leute in dieser Scheune herum? Wenn Sie die Güte haben wollen, die versammelten„Ulzontanen“ etwas genauer zu mustern, so fällt es Ihnen Relleicht auf, daß gerade die jugendlichen Arbeiter sehr stark vertreten sind. Ich glaube nicht, daß Sie in ganz Berlin eine protestantische Kirche ausweisen können, wo sich zum regelmä ßigen Sonntagsgottesdienst so viel junge Männer in den Stürm= und Drangjahren zusammenfinden. Da Sie christlicher Piediger sind, werden Sie sich darüber freuen müssen, daß der Unglaube, die Weltlust und die Sozialdemokratie noch nicht vermocht haben, diese Arbeiter der Religion zu entfremden. Sie werden aber auch zugestehen müssen, daß, man den Arbeitern, den Dienstboten, den Kindern, den sorgenvollen Müttern usw. nicht zumuten darf, eine kostspielige und zettraubende Bahnfahrt oder stundenlange Märsche zum Besuche des Gottesdienstes zu unternehmen. Sie müssen eine Kirche im Dorse haben, wenn sie nicht an Religion und Sittlichkeit Schaden leiden sollen Darum betteln wir landauf und landab um das nötige Geld zum nötigen Kirchenbau, und inzwischen behelsen wir uns in einer Scheune. Das nennt man dann auf Ihrer Seite„ultra###tztane Propaganda in und um Berlin!“ sagten in Hamburg, die Katholiken arbeiteten hier mit einen so großen Aufwand von Mitteln, wie nirgendwo anders. O. wenn Sie uns notleidenden Katholiken oder unserm Bettilpforrer Deitmer in Steglitz doch verraten wollten, wo dies üppige Quelle der großen Mittel zu fassen ist. Die Berliner Katholiken würden gern den drückenden Bettelsack abwetfen und aus dem Vollen schöpfen; aber wir haben bisher Druck und Verlag: Gesellschaft für Druck und Verlag, G. m. d. H., Diersen den 14. Oktober. die Goldquelle nicht finden können, auf die Sie anspielen. Nach unserer Erfahrung bleibt uns nicht anderes übrig, als immer von Neuem die Mildttätigkeit unserer Glaubensgenossen in ganz Deutschland anzusprechen. Sie können es dem„unpolitischen Onkel“ glauben, daß diese Art von„ultramontaner Propaganda in und um Berlin“ nicht übermäßig angenehm ist. Der Herr Pfarrer hat den ergreisendsten Hilferuf weithin erschallen lafsen, ich habe einen Bettelartikel über den andern ge schrieben und sogar ein Buch fabriziert und als Köder ausgeworsen— und wenn auch das Gabenbächlein zeitweilig recht munter floß, so haben wir doch nicht einmal das erste Viertel der Baukosten zusammenkratzen können. Der Wettbewerb ist zu groß, der Gebeeifer stumpft sich allmählich ab, die geplante Postanweisung füllt sich nicht immer von selbst aus, aufgeschoben ist aufgehoben. Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, Herr Prediger, wenn durch Ihre Rede über die ultramontane Propaganda in und um Berlin die deutschen Katholiken und insbesondere die lieben unpolitischen Leser wieder einen kräftigen Rippenstoß erhielten, der sie zum nächsten Postamt in Trab brächte. „Großer Auswand von Mitteln"? Freilich, auf Ihrer Seite, Herr Prediger, sind riesige Mittel ausgewendet worden. Freiherr v. Mirbach hat mit Scheffeln geschöpst, und auf keiner Katholikenversammlung hat man den schlechten Geschmack gehabt, deswegen über„protestantische Propaganda" zu schelten. Wir versuchen nun unsererseits auch mit kleinen Löffeln das Notdürstige zu schöpfen. Warum soll denn nun der arme Lazarus gescholten werden, wenner ein paar Brosamen ergattert? An einer Stelle Ihrer Rede findet sich ein Lichtblick der Wahrheit und Gerechtigkeit. Sie erkennen an:„So weit nun die ultramontane Propaganda ihre Glieder im katholischen Glauben bewahren will, ist sie nicht zu tadeln.“ Na also! Damit reißen Sie selbst Ihrem Schreckgespenst das Laken wieder ab. Tatsächlich dient ja alles, was wir haben und erstreben, nur dem Zweck, die hiesigen Katholiken in ihrem Glauben zu bewahren. Sie reden zwar, hinterher gleich, wieder von„into lerantem Bekehrungsfanatismus", aber dafür haben Sie keine Beweise; denn einige Absätze weiter gestehen Sie ein:„Während der letzten Jahre ist man in der persönlichen Propaganda vorsichtiger geworden, auch in den Mischehen.“ Also Sie haben Beweise einer wirklichen Propaganda, einer Proselytenjägerei, nicht finden können. Dieses Urteil ist sehr wertvoll; denn als hervorragendes Mitglied des Evangelischen Bundes, der die protestantische Propaganda in Oesterreich systematisch im großen Stile betreibt, müssen Sie in dem Punkte sehr sachverständig sein. Sie werden ja auch wissen, daß am 9. Oktober die Gesellschaft zur Ausbreitung des Evangeliums unter den Katholiken in Gütersloh ihre Hauptversammlung gehalten und sich u. a. gerühmt hat, zahlreiche Traktate unter die Katholiken verteilt zu haben und zwei abgefallene katholische Kleriker zu Pionieren der Evangelisationsarbeit, d. h. des Seelenfangs unter den Katholiken, auf ihre Kosten ausbilden zu lassen. Sehen Sie, Herr Prediger, wenn Sie mal wieder gegen die friedensgefährliche Propaganda reden wollen, so finden Sie den dankbarsten Stoff im eigenen Hause. Wir Katholiken in und um Berlin sind nicht in Gefahr, von diesem Hafer gestochen zu werden. Denn wir vermögen ja bei aller Kraftanstrengung noch nicht einmal unseren Besitzstand zu behaupten. Sie selber bezeugen in Ihrer Hamburger Rede:„Dennoch hat die katholische Kirche(in und um Berlin) nicht geringe Verluste zu beklagen, weil die Eingewanderten in der neuen Umgebung, besonders in Mischehen, leicht ihren Glauben aufge ben. So werden seit 1885 in 77 Prozent der Mischehen Ber lins die Kinder evangelisch erzogen.“ Leider ist das richtig, Herr Prediger, und Sie hätten noch hinzufügen können, daß Ihre eigene kirchliche Statistik bedeutend mehr Uebertritte vom Katholizismus zum Protestantismus als umgekehrt nachweist. Also auf welcher Seite ist die Propaganda? Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich unwillkürlich an den Dieb denke, der mit Stentorstimme ruft: Haltet den Dieb! Besonders unangenehm berührt es mein soziales und christGeschäftsstelle hauptstraße 20. Fernsprech=Anschluß Nr. 31. Jahrgang. liches Gefühl, daß Sie sogar die katholische Liebestätigkeit hier zu Lande der hinterlistigen Maßlosigkeit bezichtigen wollen. Was die Berliner Katholiken doch für schlechte Menschen sind! Sie haben ein St. Hedwig=Krankenhaus gegründet und wagen es, darin alljährlich 3500 evangelische Kranke zu verpflegen neben nur 2200 katholischen Kranken! Ja, offenbar treiben sie die Arglist so weit, daß sie die evangelischen Kranken sehr gut verpflegen, denn sonst würde nicht Jahr für Jahr die protestantische Mehrheit sich wieder einfinden. Warum weisen sie die andersgläubigen Kranken nicht von der Schwelle ab?—. Nun, wenn sie das täten, so hätte doch die nächste Generalversammlung des Evangelischen Bundes mal einen wirklich dankbaren Stoff zu einer Kampfrede über ultramontane Engherzigkeit, Abschließung, Intoleranz und Lieblosigkeit. Wie die Katholiken es auch machen, so oder so, es ist immer falsch! Uebrigens, Herx Prediger, kann ich Ihnen nur raten, Ausfälle gegen das St. Hedwigskrankenhaus immer außerhalb Berlins vorzubringen, nicht in einer Berliner Volksversammlung. Denn da könnte es Ihnen passieren, daß gegen die Verdächtigung der„Propaganda“ gleich ein paar Dußend protestantische Zuhörer aufständen und aus eigener Erfahrung erklärten, das sei nicht wahr, sie seien in ihrem Glauben nicht im Mindesten belästigt worden, auf die tüchtigen Aerzte und die guten Schwestern ließen sie nichts kommen, usw. Solche Ansichten kann man im persönlichen Verkehr mit Berliner Protestanten alle Tage hören. Deshalb werden die Leute aber längst nicht katholisch; die Furcht ist unbegründet. Sie werden nur klüger und toleranter, indem sie aus der Erfahrung folgern: die Katholiken sind doch nicht so, wie unsere Hetzprediger sie uns schildern! Sie werfen uns vor, daß wir auf Absperrung ausgingen. Es scheint mir, daß hier der Evangelische Bund auf Absperrung der evangelischen Kranken von den katholischen Pflegern hinarbeitet. Sollte er das erreichen, so würden wir das prinzipiell bedauern, aber praktisch als Erleichterung empfinden. Denn dann wären die Plätze in den katholischen Krankenhäusern für die Katholiken frei, und die können sie wirklich gebrauchen. Für 250 000 Katholiken in Groß=Berlin reichen weder die katholischen Krankenhäuser noch die katholischen Kirchen aus. Ich weiß nicht, Herr Prediger, ob sie in Rheinland und Westfalen bekannt sind. Wenn nicht, so sehen Sie sich doch gelegentlich in der protestantischen Diaspora mal um nach den zahlreichen neuen evangelischen Kirchen, den evangelischen Vereinshäusern, den vielen Veranstaltungen Ihrer„inneren Mission". Sie sorgen für die zuziehenden Protestanten. Nun gut, wir Katholilen sind doch auch sozusagen Menschen, und Sie werden gestatten müssen, daß wir zur Versorgung des katholischen Zuzuges in unserer Diaspora dasselbe tun, so weit unsere schwächeren Hilfsmittel es erlauben. Wenn Sie sehen, daß im Westen vorwiegend katholische Städte von protestantischen Bürgermeistern und einer protestantischen Stadtratsmehrheit regiert werden, so werden Sie es nicht ferner für schreckliche Propaganda halten können, wenn in Berliner Vororten gelegentlich ein paar Katholiken als Gemeindevertreter oder Schöffen in ungefährlicher Minderheit sich am kommunalen Leben beteiligen. Oder sollen uns die staatsbürgerlichen Ehrenrechte abgesprochen werden? Nein, Herr Prediger, wir treiben in und um Berlin keine „ultramontane Propaganda", sondern vielmehr katholischen Notbehels. In der Hoffnung, daß Sie durch Ihre Hamburger Rede das Mitleid der deutschen Katholiken mit ihren notleidenden Glaubensgenossen in Groß=Berlin von neuem angefacht haben, empfiehlt sich Ihnen und dem ganzen Evangelischen Bunde in aufrichtiger Dankbarkeit Fritz Nienkemper. Roman von Emmy v. Borgstede. 811(Nachdruck verboten.) Irene Mainau stieß einen zitternden Seufzer aus. Sie löste sich aus ihrer Erstarrung, sie erfaßte mit ihren beiden Händen nun doch seine Rechte und sagte mit allem Zauber ihrer weichen Stimme: „Nein, nein, es kann nicht alles ein Traum gewesen sein! Sie müssen mich geliebt haben! Sie müssen mir glauben! Ich bin nicht mit Martin verlobt!“ Wie nahe sie ihm war! Wie ihre sammetweiche Wange so farblos wurde! Wie ihre herrlichen Augen bittend, trauernd an den seinen hingen! Aber der Reiz ihres Wesens batte ihn ja von Anfang an hingerissen und bezaubert. Dieses. Gemisch von Stolz und Weichheit war es ja gerade, was sie für ihn so begehrenswert machte! Schroff befreite er seine Hand, die rasende Eifersucht machte ihn blind und grausam. „Verlobungen lasten sich ja schlietlich wieder lösen, wenn— nun, wenn eine bessere Versorgung in Aussicht stebt!“ Irene Mainau wich vor dem Mann, den sie mit aller Kraft ihrer reinen, starken Seele liebte, zurück, wie vor etwas Furchtbarem! Ein Schwindel befiel sie! Das also#achte er von ihr! Sie, die nur ihn, sein Selbst, sein ganzes Wesen geliebt hatte, ohne Nebengedanken, ohne Berechnung, beschuldigte er einer so niedrigen Gesinnung. Das traf sie mitten ins Herz. Nein, er liebte sie nicht! Sie war ihm nichts weiter als ein Spielball müßiger Stunden, sonst müßte er ihr glauben. Nichts als die Laune des großen Herrn führte ihn zu ihr. Großer, Gott! Und sie, sie hutte ihm ihr beiligstes Empfinden, die ganzen Tiefen ihres Herzens in unbedingtem Vertrauen enthüllt und preisgegeben. „Allerdings, Verlobungen lassen sich wieder lösen!“— ihre Livpen suckten in bitterem Web—„und gebeuchelte Gefüble verweht der Wind.“ „ I r e n e Die beiden, die fast beim ersten Sehen der Sturm der Leidenschaft zueinander geführt hatte, standen sich nun von Zorn und gekränktem Stolz verblendet, fremd und kalt gegenüber. Eine Lohe war bei des Weibes Woxten dem Manne ins Gesicht geschlagen. Die tiefe Kränkung, die in ihren Worten lag, entzündete eine Flamme in seinen Augen. Wehe dem Mann, der ihm das zu sagen gewagt hätte! Und wie sie vor ihm stand. Schöner fast noch in ihrem Zorn, als in ihrer Liebe. Er vergaß ganz, daß er zuerst an ihr gezweifelt, ihr zuerst Treulosigkeit vorgeworfen hatte. Er fühlte nur das Beschämende ihrer harten Entgegnung. Vortretend legte er fast automatenhaft Brief und Löschblatt auf Andreas Schreibtisch. „Wenn Sie ein so hohes Vertrauen in meinen Charakter setzen“, — seine Worte klangen unheimlich ruhig—„bleibt mir nur noch übrig, mich Ihnen gehorsamst zu empfehlen, Fräulein Mainau.“ Das zitternde Weib krampfte die Hände zusammen, die Nägel drangen ihr ins Fleisch. Mit übermenschlicher Kraft erstickte sie den Verzweiflungsschrei, der auf ihren blutleeren Lipven schwebte. Sie sab seine hohe Gestalt sich höflich verneigen, das blonde— ach, so geliebte Haupt sich abwenden, hörte die Thür sich leise schließen— obne einen Seufzer, einen Laut brach Irene Mainau, wie vom Blitz, vernichtet, zusammen. Die zurückkehrende Andrea fand die Freundin zu Boden gesunken, ohne Leben! Es mußte etwas Furchtbares gescheben sein, was eine Natur wie Irene mit jähem Schlage fällte. Fräulein Brachmöller verschloß die Thür, damit kein Unberufener bereinzutreten vermochte, dann kehrte sie zu dem vergötterten Mädchen, welches ihr eine zärtliche Schwester geworden war, zurück. „Irene, meine arme, geliebte Irene!“— Sie drückte das bleiche Haüpt an ihre Brust—„O Gott, was ist Dir gescheben! Wer konnte wagen. Dich zu kränken, Dich. Du Gute, Aufopfernde.“ Endlich vermochte Irene sich aufzurichten. Sie ließ sich willig stützen und von Andrea umschlingen. Sie börte kaum, was die Freundin sprach. Nur eins wußte und empfand sie: ihr Glück, ihr Leben, ihre Hoffnung war mit Wolf verloren! „Schwesterberz. Du ängstigst mich! Habe Vertrauen zn mir, sprich Dich aus! Du weißt, daß nie ein Wort über meine Lippen kommen wird!“ Schwer sank Irenes Haupt an Andreas Schulter; aber sie schwieg. „Meine arme Irene, nicht wahr, Du weißt, daß Du Dich in allen Dingen auf mich verlassen kannst.“ „Ja, das weiß ich“, es klang ganz leise, und plötzlich schrie das sonst so starke, beherrschte Mädchen laut auf: „Gott, Gott. an den ich so fest glaubte, warum hast Du mir das getban?“ Da fragte Andrea nicht mehr. Sie hielt die bebende Gestalt wortlos in den Armen. Es ging ihr eine Abnung auf von dem herben Web, welches über Irene hereingebrochen war. Endlich richtete sich diese emvor. „Andrea, willst Du mich begleiten? Verzeih, ich kann heute keinen der Deinen sehen und das Alleinsein— ich fürchte mich davor.“— Wolf Lindberg war mit festen, schnellen Schritten in Amandas Gemächer hinübergegangen. Auf seinem bleichen, unbeweglichen Gesicht war nichts von seinen Gefüblen zu lesen. Ruhig plauderte er eine Weile von allem möglichen, dann sagte er, sich erhebend: „Eigentlich bin ich gekommen, mich Dir zu empfehlen, Amanda. Ich reise morgen ab!“ „So plötzlich, Wolf“,— mühsam verbarg die blonde Frau ihre unangenehme Ueberraschung—„das bedaure ich. Unser Familienkreis war ein so gemütlicher, netter, daß—“ „Liebe Schwägerin, Du darfst die Hoffnung nicht so schnell aufgeben, einen Wilden zu zähmen und zu sanfteren Sitten zu gewöhnen. Bedenke, ich führte jabrelang ein Nomadenleben, da wird die alte Reiselust zuweilen übermächtig in mir.“ „Und wohin wirst Du geben?“ „Vorläufig nach Frankfurt am Main, mehr weiß ich noch nicht.“ „Und wann sehen wir Dich wieder?" „Das alles liegt noch im Dunkel der Zukuuft. Schicke bitte Axel morgen früh zu mir. Vor zwölf werde ich nicht abfahren. Von Frankfurt depeschiere ich dann. wo Eure Zuschriften mich erreichen.“ „Jedenfalls ein summarisches Verfahren. So wird uns also nichts anderes übrig bleiben, als Dir eine glückliche Reise zu wünschen.“ „Onkel Wolf, Du willst abreisen!“— Reine ließ ihren Verlobten los und fiel dem älteren Grafen um den Hals—„ach, bleibe doch! Oder nimm mich mit!" (Fortsetzung folgt.) Rheinisch=Westfälische Gefängnis=Gesellschaft. Mittwoch morgen begannen in Düsseldorf die alljährlich um aaaa fälischen Gefängnisgesellschaft, die der Generalversammlung vorangehen. Die Beratungen erfolgen in mehreren Konferenzen, die gleichzeitig„neveneinander tagen. In der Konferenz. der Strasanstalts= und Justizbeamten sprach Prof. Dr. Rosenberg über das Thema:„Deportation oder innere Kolonisation?" Seine Ausführungen gipfelten in folgenden Leitsätzen: 1. Die geschichtlichen Erjahrungen anderer Länder sprechen entscheidend gegen die Einführung einer eigentlichen Deportationsstrafe. 2. Die Einführung einer zwangsweisen Ansiedelung von bedingt oder auch unbedingt entlassenen Strafgefangenen, sosern die Interessenten in der betreffenden Kolonie einverstanden sind, läßt sich befürworten. 3. Unterstützung freiwilliger Auswanderung von entlassenen Strafgefangenen ist zu empfehlen und liegt ebenso im Aufgabenkreis des Staates, wie der Fürsorgegesellschaften. Vorausgesetzt ist jedoch entsprechende staatliche Beihilfe für Unbestrafte. 4. Eine Verwendung der Atbeit von Strafgesangenen zu kolonisatorischen Zwecken im Inland, sowohl während der Strafzeit, wie durch Ansiedelung nach vorläufiger oder endgültiger Entlassung ist unbedingt zu empfeh len und weiter auszubauen. Als Mitberichterstatter sprach Direktor v. Jarotzky in Anrath über die Beschäftigung von Strafgefangenen mit Landeskulturarbeiten behufs Verbreitung der inneren Kolonisation, der zu folgenden Vorschlägen kam: 1. Die Beschäftigung von Gefangenen mit Landeskulturarbeiten empfiehlt sich im allge meinen volkswirtschaftlichen Interesse des Landes. 2. Diese Beschäftigung ist gleichzeitig geeignet, die Zwecke des zuges zu fördern, wenn folgenden Bedingungen entsprochen wird: Damit im Vollzug der Strafe der Vergeltungs= und Sühnegedanke zum Ausdruck kommt, muß die Strafe von den mit Landeskulturarbeiten beschäftigten Gefangenen als ein Uebel an dar eigenen Person empfunden werden, und zwar 1. durch Beschränkung der Freiheit, 2. durch harte Arbeit, 3. durch strenDisziplin, b) Der Besserungszweck der Strafe muß bei der Gesangenen angestrebt ge mit Landeskulturarbeiten beschäftigten...... durch die Isolierung, 2. durch die Art der Beschäf durch die erzieherische Einwirkung des KommandoDisziplin, 5. durch Unterricht und Lek7. durch Sorge für die körperliche Gedurch Fürsorge für die Entlassenen. Der Rewerden tigung, 3 leiters, 4. durch straffe türe, 6. durch Seelsorge, Erwägungen heraus gemacht worden seien, und daß er die praktische Durchführung nicht habe streifen wollen, da hierf noch mancherlei Vorbedingungen erledigt werden müßten. I der sich anschließenden Diskussion, fanden namentlich die von Prof. Rosenberg zu 3. und 4. gemachten Vorschläge Widerspruch, da man durch die Außwanderung eine Ver#### der Bevölkerung mit minderwertigen Elementen befürchtete. Gleiche Befürchtungen ergäben sich auch für die innere Kolonisanon. Nach eingehender Besprechung wurde Punkt 1 der Rose beraschen Thesen angenommen und die übrigen Punkte e späteren Beratung anheimgestellt. Auch die von Direktor v. ni, z, evangelschen, Geltsghen feichenge 88. mit dem Thema: Willensfreiheit und Gesängnisseelsorge. Berichterstatter war Dr. von Rohden in Düsseldorf. Auch die katholischen Geistlichen beschäftigten sich mit, dem gleichen Thema. Hier machte Strafanstaltspfarrer Limberg Vuraibz leigende, Popoez, Willensfreibeit ist nicht nur für Theorie, sondern auch für die Praxis der Strafrechtspflege### größter Bedeutung. Der Kampf um die Willensfreiheit, stell sich in seinen letzten Konsequenzen zugleich als ein Kampf de verschiedenen Weltanschauungen dar. In diesen zugreisen, ist der Gefängnisseelsorger nicht nur befähigt durch seine, philosophisch=theologische Vorbildung und praktische rufstätigkeit, sondern auch durch sein Amt gewissermaßen ver) die Willensfreiheit ist das der vernünstigen Seele inbärierende Vermogen, sich selbst zu bestimmen, bezw. unter Voraussetzung alles zum Handeln Erforderlichen zu handeln ode iicht zu handeln, so oder anders zu handeln. Die prinzipielle Anerkennung dieses Vermögens stützt sich nicht nur auf maßg bende Autoritäten, sondern beruht auch auf vollgültigen Beweisen, die in dem allgemeinen Bewußtsein und den Tatsachen der Erfahrung liegen. Jedoch ist die Selbstbestimmung oder Wahlfreiheit in ihrer konkreten Betätigung nicht völlig uneingeschränkt und motivlos, sondern sie wird geleitet durch die Erkenntnis und beeinflußt durch psychisch=physische Zustände allgemein menschlicher oder individueller Art, sowie durch die den Menschen umgebenden sittlichen und sozialen Verhältnisse. 3. Der Determinismus, wie er sich auf dem Gebiete der Strafrechtspflege Geltung zu verschaffen sucht, vermag der ihm obliegenden Beweispflicht, daß der Mensch trotz des allgemeinen Bewußtseins keine Willens= und Wahlfreiheit besitze, nicht zu genugen. Seine Berufung insbesondere aus das Kausalgesetz ist unberechtigt, weil unbewiesen, daß nicht auch das Vermogen, sich frei zu entscheiden, eine genügende Ursache sein lann. Die willkürliche Behauptung, das Bewußtsein der Wilensfreiheit sei Illusion, enthält die Verwerfung der ersten Erkenntnisquelle. Der Determinismus stützt sich lediglich auf Gründe einseitig spekulativen Denkens und verläßt dabei den Boden der Wirklichkeit. 4. Der Determinismus vermag nicht einmal in seiner gemäßigten Form die„Verantwortlichkeit" und die damit zusammenhängenden Begriffe von:„Schuld,„Strase“,„Sühne usw. vernunftgemäß zu erklären. Er macht, konsequent durchgeführt, vor allem jede seelsorgliche Einwirkung u. jede subjektive Mitwirkung zur Besserung gegenstandslos und unmöglich. Auch in dieser Konferenz erklären sich die Teilnehmer mit den Vorschlägen des Referenten einverstanden. Die Fachkonferenz der Lehrer der Strafanstalten sprach über das Thema:„Nach welchen Gesichtspunkten ist der Stoff für den Unterricht in der Gefängnisschule auszuwählen.“ Nach einem gemeinschaftlichen Mittagsmahle folgte laut D. G.=A. nachmittags 4 Uhr eine freie Besprechung über Fragen praktischer Fürsorge. Am Donnerstag trat die Rheinisch=Westfälische Gefängnis= gesellschaft unter dem Vorsitz des Direktors Pfarrers Karsch. Düsseldorf zu ihrer 77. Jahresversammlung zusammen. Aus dem Bericht über die Tätigkeit der Gesellschaft geht u. a. hervor, daß die Königl. Regierung die Gesellschaft unter Wahrung ihres Charakters als freie Vereinigung zur Zentralstelle der Gefangenenfürsorge für Westfalen und Rheinland anerkannt hat. Nach den Ergänzungswahlen zu dem Ausschuß wurden die Herren Kardinal Erzbischof Fischer und Oberpräsident a. D. von Nasse zu Ehrenmitgliedern des Ausschusses ernannt. Es folgte der Bericht über die Sitzung der einzelnen Konferenzen. Hierauf sprach Geh. Oberjustizrat Hamm-Bonn über die Eidesnot in Strafsachen. Nach längerer Dislussion wurde die Versammlung um* Uhr geschlossen. Volkswirtschaftliches und Soziales. A* Köln, 12. Okt. Die jüngsten Vorgänge auf der Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik bildeten am Dienstag den Gegenstand einer stark besuchten Versammlung christlicher Arbeiter in Köln. Reichstagsabgeordneter GiesbertsM.Gladbach behandelte die Mannheimer Tagung und-verurteilte an der Hand der großen Kämpfe der jüngsten Zeit das Verhalten deutscher Großindustrieller, den Arbeitern die korporative Mitwirkung bei der Gestaltung des Arbeitsvertrages zu verweigern. Die meisten großen Kämpfe drehten sich nicht so sehr um materielle Forderungen, als vielmehr um das Prinzip der Mitbestimmung bei Festsetzung der Arbeitsbedingungen. In der Diskussion wurde darauf verwiesen, daß die Behandlung des politischen Massenstreiks auf dem letzten sozialdemolrätischen Parteitag lediglich als ein Ausfluß der politischen Ohnmacht der Sozialdemokratie zu betrachten sei; damit sei den Scharfmachern willkommener Stoff gegeben worden für das Bestreben, die Arbeiterklasse niederzuhalten. Noch nie sei die Richtigkeit der Idee der christlichen Gewerkschaften so über zeugend bestätigt worden, als durch die Mannheimer und Jenaer Tagung. Eine Resolution wurde einstimmig angenom men, in der es u. a. heißt:„Die gewaltigen Kämpfe zwischen Arbeitgebern und Arbeitern der jüngsten Zeit, die nicht zuletzt zurückzuführen sind aus die Weigerung der Arbeitgeber, mit den Arbeitern zu verhandeln und ihre gleichberechtigte Mitwirkung beim Abschluß des Arbeitsvertrages anzuerkennen, machen es zur Notwendigkeit, daß gesetzliche Maßnahmen getrofsen werden, welche eine geordnete Verhandlung zwischen den streitenden Parteien beim Ausbruch von Differenzen zur Pflicht machen. Die Versammlung erblickt in den Vorschlägen des Herrn Prof. Brentano auf der Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik eine geeignete Grundlage zur Schaffung solcher Institutionen, wenigstens für die Großindustrie. Die Versammlung bedauert aufs tiefste, daß entgegen den Vorschlägen der Sozialpolitiker, einen Ausgleich der Gegensätze herbeizuführen, die Vertreter der Großindustrie den rücksichtslosen Herrenstandpunkt hervorkehren und dadurch dem Klassenkampfprinzip der Sozialdemokratie stets neue Nahrung zuführen. Die Versammlung protestiert nachdrücklichst gegen die die christlichen Die neuen herbstmoden. Die modernen Hüte. Empire=Formen zeigen auch die modernen Winterhüte an, bei denen die Farben Grün, Braun, Lila und Blau domimeren. Man sieht die verschiedensten Sachen alle höchst phantasie voll zusammengebogen und oft ein wenig eigenartig garniett. Wer sich„. B. einen weißen Dreimaster, vorn mit ganz lich spitz nach oben umgeklappter Krempe mit flach langen schwarzen Reiher aussetzen will, muß schon sehr viel Grazie besiven, zumal der Reiher noch mit einem Riesen=Bernsteinknopf, umgeben von einem schwarzen und einem weißen gu de geflügelter Götterboten erinnert ein electrie=blauer länglicher Filzhut mit rings herum nach Voeng##ätuglle die ve. Vorn in der Mitte thront eine niesige Goldschnalle, die eine etwas dunklere Samtwindung hält. Von dieser aus streden nach rechts und links je ein merkurartig gebogener, blau Gras, blaue Flügel sind auch vorn auf einem hinten sehr boch gebogenen gleichfarbigen runden Hut gesetzt, von dessen unter dem Hut hinten angebrachtem Bügel eine breite Chiffonschleife herabfällt. Ein braunes Barett hat als einzige Garnierung einen cremefarbenen, hinten lang herabfallenden Spitzen schleier. Originell wirkt ein kleiner grauer Filz mit weißem Seidenkopf. Ein flacher, mittelgroßer Samtdeckel, dunkellisa, ist mit einem dichten Kranz erdbeerfarbener Samtrosen, geschmückt. Von dem breiten Bülgel wallt ein lita Schleier über den Nacken, gehoben durch eine seitliche Untergarnierung von gelben und erdbeerfarbenen Rosen. Eine Eigenart der heurigen Hutmode sind neben, den am Hinterlopf pla ierten Garnierungen abgetönte Straußensedern in allen Farben des Regen bogens. So steht man schwarze Felbelhüte mit dunkel= bis mattgrün, blau 2c. abgetönten Federn. Winterhut mit seitlicher Unter der Vogelwelt hat man eine Flügelgaenterung und ordentliche Razzia abgehalten. Was Sammetbandschluppen nur irgendwie zuverwenden war, mußdaran glauben. Man sieht das Gefieder der verschiedensten Vögel zu Flügeln, Stutzen 2c. verarbeitet. Ja selbst ganze Vöael in allen denkbaren Farben thronen vielsach auf den Hüten der Damen, die vielleicht nicht eine Fliege töten können, aber nicht darüber nachdenken, wie grausam die Mode unter der Vogelwelt wütet. Es ist eben modern, Vögel zu tragen, und ohne viel nachzudenken, folgt man getreulich den Launen der Mode, besonders— wenn sie kleidsam sind! *** Gürtel und Schmucksachen. Stahlpicots finden eine überreiche Anwendung bei den hohen Gürteln, in denen ein großer Luxus getrieben wird. Gürtel aus seidenem, schwarzem Gummi sind mit Stahlplättchen bedeckt, die sich hinten und vorn in der Vereinigung mit Goldflittern zu großen Mu stern verdichten. Beliebt sind Schmetterlinge und ähnliches Getier. Häufig werden auch die Gürtel durch elegante „„ Schnallen in Stahl und Gold gehalun Naturion mit Sickerei Lll., epber aus Metallsäden. Das hinten sehr hoher, leicht gefalteter Le Auge in Seide erhaben dergurt; in der Mitte zweimal mit ausgestickt. breiter Goldborte besetzt und einer matten Goldschnalle im Rücken und am vorderen Schluß. Sehr ruhig wirkt ein Gürtel aus weichem modefarbenen Leder mit kleinen Lederknöpfchen, die das in gleichmäßige schmale Falten gelegte Material zusammenhalten. Flitterbestickte Samtgürtel haben Schließen mit riesigen Stei nen in Blau, Grün, Opal usw. Große Steiné, wenig Fassung ist auch die Devise der Schmuckwaren=Branche. Man sieht nur zierliche, moderne Formen, Brillanten und Perlen in Platin, bunte Steine in mattem Gold. Eine weit größere Bedeutung als die Brosche hat der Anhänger, der an— hauchzartem Kettchen um den Hals getragen wird. Das beliebte Modell des Vorjahres, der Tautropfen, ein Platinkettchen, dessen Enden durch einen Brillant gezogen, je in einem bei jeder Bewegung erzitternden Brillant und einer Perle endigen, ist weiter ausgestaltet worden. Eine zartrosa Perie, die an die Stelle der weißen tritt, gibt dem Schmuck neuen Reiz. Auch läßt man die Enden in kleine Sternchen aus grünen und roten Edelsteinen auslausen, oder man gibt dem Kettchen nur einen Anhänger aus einer großen Perle mit Brillanten=Einfassung. Das freischwebende Priniik, Halskette mit hängender weißer das das Feuer der Steine bedev, und grauer Perle. tend erhöht, wird auch durchgängig bei den Ohrringen beachtet. Elnen großen Luxus entwickelt man in goldenen, ziemlich kurzstieligen Lorgnetten, die je nach Mitteln und Geschmack mit Brillanten geschmückt sind. Gewerkschaften bele enden Aeußerungen des ve. rat Kirdorf. Die ch#glichen Gewerkschaften sind sich bewußt, daß sie mit ihrer Tätigkeit eine große christliche und nationale Aufgabe erfüllen.“ An Herrn Hofrat Professor Brentano=München sandte die Versammlung folgendes Telegramm:„Rund tausend versammelte christliche Arbeiter, die sich mit der Mannheimer Tagung beschäftigen, senden dem Vorkämpfer für Koglitionsfreiheit und Gleichberechtigung der Lohnarbeiter herzlichen Dank und Gruß.“ X Schutz der Bauhandwerker. Der Verband der deutschen Baugewerkmeister hat einen Gesetzentwurf über die Sicherung der Bauforderungen ausgearbeitet und der Regierung übersandt. Im Wesentlichen gehen die Forderungen dieses Entwurfs dahin; Vor Beginn des Baues ist ein Bauvermerk ins Grundbuch einzutragen, das den Baugläubigern, also den Handwerkern und Lieferanten, einen Anspruch auf eine Hypothek gibt. Der Bauherr kann die Eintragung dieses Bauvermerks vermeiden, wenn er den fünften Teil der)vor„ aussichtlichen Baukosten in Bar oder Wertpapieren hinteriegt. Die Bauerlaubnis darf nicht eher von der Polizei erteilt werden, bis der Bauvermerk eingetragen ist loder das Geld hinterlegt ist. Um dem Strohmännertum entgegenzuwirken, wird bestimmt, daß der, der den Bau mit Zustimmung des Eigentümers ausführt, als Eigentümer angegeben wird. Nachträgliche Veräußerungen sollen die Rechte der Baugläubiger nicht berühren. Wenn der Bau einem Unternehmer übertragen worden ist, dann wird der Eigentümer haftpflichtig gemacht, wenn er aus grober Fahrlässigkeit sich über die finanziellen Verhältnisse des Unternehmers nicht hinreichend orientiert hat. X Die Ansiedelung ländlicher Arbeiter, mit der der Kreisverband Briesen in Preußen einen Versuch bei dem Orte Labenz macht, scheint gelingen zu sollen. Die Arbeiterstellen sind 4—5 Morgen groß; jede Stelle wird ein schmuckes Häuschen mit Stall und Tenne erhalten. Der Erwerber hat 500 Mk. Anzahlung und dann nach Ablauf eines Freijahrs 180—190 Mk. Jahresrente zu leisten, die zum Teil in 40 Jahren, zum anderen Teil in 60 Jahren getilgt wird. Eine Reihe von Arbeitern hat bereits Verträge abgeschlossen und wird die neue Heimat beziehen können.— Es wäre zu wünschen, wenn der Kreis Briesen sich einmal auf Grund der hier zu sammelnden Erfahrungen darüber aussprechen wollte, wie es mit den Felddiebstählen, die man den einzelnen angesiedelten Landarbeitern gern von konservativer Seite vorwirft, steht. Die Ansiedelung der ländlichen Arbeiter wird nämlich von vielen Großgrundbesitzern nicht beliebt, weil sie fortwährende Felddiebstähle fürchten. Sogar Behörden haben sich diese Behauptung zu eigen gemacht. Hier bietet sich eine Gelegenheit, darüber Erfahrungen zu sammeln. * Ein heiteres, Nachtwächterstückchen, das nicht erfunden ist, sondern sich tatsächlich ereignet hat, spielte sich dieser Tage in einem Dörschen bei Pyritz in Pommern ab. Der Nachtwächter war gestorben, und da sich vorläufig kein neuer finden lisß, so mußten die Dorfeingesessenen abwechselnd diesen Dienst übernehmen. Dieser Tage sollte nun der Gastwirt des Dorfes Spieß und Horn übernehmen, da die Reihe an ihn gekommen war. Er hatte aber keine große Lust und war deshalb froh, als der Knecht sich erbot, den Dienst zu übernehmen. Der Knecht trat nun, mit allen Zeichen seiner Würde versehen, seinen nächtlichen Rundgang an und bemerkte hierbei einige Stunden nach seinem Dienstantritt, daß im Gasthofe seines eigenen Herrn noch Gäste waren, trotzdem die Polizeistunde längst überschritten war: Er trat darauf mit größter Wichtigkeit in die Gaststube und forderte seinen eigenen Herrn„kräftl des Gesetzes“ auf, sofort Feierabend zu machen, schickte sich auch an, einige Gäste, die dieser Aufforderung nicht sofort folgen wollten, an die Luft zu setzen. Sein Herr„ aber verstand den Spaß schief, nahm seinem Knechte Spieß u. Tuthorn ab, prügelte ihn windelweich und sperrte ihn in den Stall. So war die Nachtwächterherrlichkeit jäh zu Ende, aber der Wirt soll sich nun wegen„Beamtenbeleidigung" vor Gericht verantworten. *. Einen untreiwilligen Witz hat sich das Pariser„Journal de l'Automoaile", der frühere„Velo“, geleistet. Das Blatt veröffentlicht folgendes Telegramm aus Erfurt:„Der große Preis von Thüringen, der gestern zum Austrag kam, zeitigte folgende Ergebnisse: 1. Wegen; 2. Regen; wetter; 3. Ganz, 4. Ausgefallen." Das schöne, in Frankreich geprägte Wort von der„Internationalität des Sports“ scheint bei den Redakteuren des„Journal de l'Automobile“, soweit prachkenntnisse in Betracht kommen, jedenfalls nicht zuzutreffen. * Eine niedliche Kleinbahngeschichte wird aus der Altmark erzählt. Der Frühzug hatte sich auf dem Bahnhof Sensen eben in Bewegung gesetzt, als eine junge Dame noch atemlos daherkam und den Lokomotivführer durch Winken mit dem Taschentuch zum Halten veranlassen wollte. Der Mann zuckte jedoch bedauernd mit der Achsel und da es gerade bergab ging, fuhr der Zug ziemlich schnell davon. Betrübt blickte das Fräulein den dahinrollenden Wagen nach, als neben ihr ein Stimme rief:„Laufen Sie doch hinterher, Else, am„Bülk“ kriegen Sie ihn wieder." Das hören, das Kleid hochraffen und in fliegender Eile hinter dem Zuge herlaufen, war eins. Und die Tat wurde belohnt. Als der Zug die bergab gehende Strecke zurückgelegt hatte und nun eine kleine Anhöhe erklimmer' mußte, schien der Lokomotive der Atem auszugehen, und sie fuhr sichtlich langsamer, sodaß es der entschlossenen Else in der Tat gelang, den Zug einzuholen. Im Triumphgeschrei wurde sie von mehreren kräftigen Händen gesaßt und in den Wagen hineingehoben. * Eine heiiere Szene spielte sich dieser Tage in einem Münchener Automatenrestaurant ab. Hatte sich dort ein zum Oktoberfeste hier weilendes Bäuerlein eingefunden, das voll Staunen diese unerhörten Wunder betrachtete. Zuletzt verharrte er längere Zeit vor dem Glühweinautomaten und man sah's ihm an, er hätte gerne den Trank gekostet, wußte sich aber nicht zu helfen. Dies hatte ein Spaßvogel beobachtet, der sich nun dem Biederen näherte und ihm erklärte, er müsse oben das„Zehnerl“ hineinwerfen und unten an dem Hahn— den Mund hinhalten. Tatsächlich war der Vetter vom Lande so naiv, dem Arglistigen zu vertrauen! Aber wenn dieser geglaubt hatte, jener würde den Mund wegtun, sobald der heiße Wein zu laufen beginne, so hatte er sich verrechnet. Der harrte aus und schluckte und schluckte, bis die automatische Quelle versiegt war! Mit hochrotem Kopf trat er dann weg, wischte sich mit zufriedenem Lächeln den Mund und nickte seinem Berate# zu:„Guat war's, Herr Nachbar, aber hoaß, sakrisch hoaß!“ * Wegen einer Honorarforderung zum Tode verurteilt. Eine der jüngsten Nummern des magyarischen Blattes„Marosvasarhelti Reggeli Ujsag“ leitet seinen neuen Roman, wie siebenbürgische Blätter berichten, mit folgenden Zeilen ein:„Viele Hunderte Leser des„Vasarhelyr, Hirado“ verfolgten mit Interesse den Roman„Walpurgas Sohn". Dieser Roman wurde im genannten Blatte gestern beendet und zwar derart, daß der Held Orlando, von seinen Verfolgern in eine Höhle getrieben, sich dort verirrte und Hungers starb. Das ist aber nicht wahr. Der Roman hat dort nicht sein Ende, denn Orlando ist nicht gestorben, er flüchtete vielmehr aus der Höhle und mußte im„Basarhelyi Hixado“ nur deshalb sterben; weil dieses Blatt dem Verfasser nicht das Honorar bezahlte und dieser von dem Roman nichts mehr liefern wollte. Wir aber wollen das Interesse der irregeführten Leser für den Roman befriedigen und haben die Fortsetzung des Romans erworben. rgebenlte Einladung zum Obst-, Wein-, Honig- u. Kartollelmarkt des Rheinischen Bauernvereins Samstag, 21., Sonntag, 22. u. Montag, 23. Oktober er. # M. Gladbach in„Mannheims Saal“, Wallstraße 22. gestellt werden: Frisches Obst u. 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Die Geschichte unserer Stadtverordnetensitzungen in Viersen liefert jedoch leider den Beweis, wessen wir uns seitens eines liberalen oder liberalisierenden Kollegiums zu versehen haben. Daß es anderwärts auch so ist, darüber erzählt uns die Germania folgende lehrreiche Geschichte. Zu den Opfern des preußischen Kulturkampfes, welche die wogende See seinerzeit verschlang, gehören in erster Linie die sog. Welschnonnen in Trier, deren Hauptaufgabe in dem Unterrichte und der Erziehung der weiblichen Jugend bestand. Ihr Geschick ist so tragisch, wie es wohl kaum einer zweiten Ordensgesellschaft in Deutschland beschieden gewesen sein dürfte. Eine gewisse Wehmut muß jeden gerecht Denkenden beschleichen, wenn er sieht, wie sie nicht allein ihre liebgewonnene Heimstätte, die sie ihr eigen nannten, verlassen und in die Fremde ziehen mußten, sondern wie ihnen auch ihre Wiederlehr in die Heimat verwehrt wurde. Zwar waren die drükkenden Ausweisungsbestimmungen zugleich mit dem sogen. Ordensverbannungsgesetz nach Herstellung des„Zugangs zum Frieden“ in Wegfall gekommen, unsere Orden und Kongregationen.— mit Ausnahme der durch Reichsgesetz verbannten Jesuilen und„Verwandten“— durften zurückkehren, und sie kamen wieder; nur(so viel uns bekannt) die Trierer Welschnonnen sollten und mußten das harte Brot der Verbannung weiter essen, und heute ist alle Aussicht auf Rückkehr für sie endgiltig geschwundett. Und weshalb das alles! Weil die Verwaltung der Stadt Trier während der Abwesenheit der Nonnen in der Verbannung es für gut befunden hatte, den Schwestern das Besitzrecht an den von ihnen erbauten und mehr als 100 Jahre zu Recht inne gehabten Gebäuden streitig zu machen. Es wurde in der Presse schon früher auf diesen eigentümlichen Vorgang hingewiesen, der von den Fennstehenden und selbst von vielen, die der Sache ziemlich nahe stehen, nicht recht begrisfen wird. Es ist auch nicht möglich, die„Feinheiten“ hier darzulegen, die man entdeckt hatte, um den Nonnen ihr Besttzrecht streitig zu machen. Die Stadt Trier stützte ihre Ansprüche auf das alie„Säkularisationsgesetz" Napoleons vom Anfang des vorigen Jahrhunderts— trotzdem daß in der Zwischenzeit die Welschnonnen stets die Besttzrechte ungehindert ausgeübt hatten, im Kataster von Trier als Besitzer eingetragen waren und noch in den 1890er Jahren die Steuern von dem Anwesen zahlen mußten. Im Wege der gerichtlichen Klage ihre Rechte geltend zu machen und einen gegen die Stadt bereits anhängig gemachten Prozeß durchzuführen, wurde ihnen jedoch nicht gestattet, denn durch das Ordens=Verdannungsgesetz der Kulturkampfs ter die Stadt Trier zur Erhebung der Eigentumsklage zwingen würde. Mit der ersten Möglichkeit müsse angesichts der jetzigen politischen Lage ernstlich gerechnet werden, die letztere liege zu nahe, als daß sie nicht von dem genannten Prozeßvertretev der Kongregation ergrisfen werden sollte. Das Dekret vom, 19# Ninose XIII gebe(zum Nachteile der Stadt) zu erheblichen Zweiseln Veranlassung. Bei der heutigen Auffassung der Gerichte erscheine nicht ausgeschlossen, daß die Gerichte den Anschauungen der Kongregation beitreten und damit den Ansprüchen der Stadt ihre Grundlage entziehen. Es aber darauf ankommen zu lassen, werde seilens der Stadt um so weniger ratsam gehalten, als der fragliche Vergleich für die Stadt sehr günstig und vorteilhaft sei, indem derselbe das ganze Kongregationsgebäude nebst Zubehör für ungefähr den vierten Teil seines Wertes in den sicheren Besitz der Stadt bringe und außerdem die Gefahr hinsichtlich des Fortbestandes der höheren Mädchenschule beseitige. Die zwei Schreiben machen den Eindruck eines großen Felbst= und Schuldbekenntnisses. Durch sie gewinnt man freiuch eine andere Ansicht von den„Rechtsansprüchen“ der Stadt. Man sieht deutlich, wie der Stadt Trier der Boden unter ihren Füßen wankte, wie sie hinabgleiten und umsinken mußte. Daher der Ruf: Hilf Regierung! Wer in solcher Weise seine hilflose Lage schildert, gibt sich selbst so gut wie verloren. Augenscheinlich war die Stadt Trier überzeugt, daß sie die Partie gegen die Nonnen verlieren würde, daß ihre Ansprüche nicht aufrecht zu erhalten seien. Darum sollte die königliche Regierung die Nonuen noch serner in ihrev Ohnmacht erhalten, sie durften nicht die Fähigkeit bekommen, vor Gericht ihr Recht zu erstreiten. Und die Regierung erfüllte den Wunsch der angsterfüllten Trierer Stadtverwaltung. Das Schoßkind gewisser Leute, die„paritätische“ höhere Töchterschule 2c., mußte ja auch gerettet werden. Die Regierung und die liberale Trierer Stadtverwaltung waren in gleicher Weise dabei interessiert. Das Ganze ist sehr lehrreich. Man sieht, wie Stimmumgen erzeugt und Siege erfochten werden, alles aus Kosten armer, bedrängter, wehrloser Nonnen, die man an der Ausübung eines Rechtes hindert, das gewissermaßen zu den Naturrechten zählt, und das in unserer modernen Zeit selbst den tiefststehenden menschlichen Individuen nicht vorenthalten werden kann: Das Recht, vor Gericht seine Ansprüche zu verteidigen. Immerhin kann man hieraus lernen, wenn der Vorgang auch kein Ruhmesblatt in der Geschichte Triers darstellt; er zeigt eben wieder, was bei einer liberalen Stadtverwaltung möglich ist, obendrein noch in einer Stadt, deren Bürger zu fünf Sechsteln katholisch sind. Es dürften sich jetzt auch die hartnäckigsten Zweifler überzeugen, daß es doch nicht so gleichgiltig ist, wenn die Mehrheit der Stadtverordneten aus Liberalen besteht, denn diese schufen die liberale Verwaltung, welche an den Nounen so verfuhr. Deutschland. Hohenzollern“ mit dem Kaiser an Bord, sowie gischen Staatsmännern zugunsten eines Wirtschafts= u. Verteidigungsbündnisses. Das Blatt versichert, daß bereits mehrere leitende holländische Persönlichkeiten im Grundsatz für diesen Plan und für den Gedanken einer holländisch=belgischen Konferenz zum Studium der Mittel für die Verwirklichung desselben gewonnen seien. Beide durch die Revolution von 1830 getrennten Länder sollen aufgefordert werden, sich über die Verteidigung ihrer gemeinsamen Interessen zu verständigen, ähnlich wie Schweden und Norwegen nich ihrer Scheidung. „ Schweden und Norwegen. * Aus Stockholm wird gemeldet: Beide Kammern haben den Regierungsantrag betr. die Billigung des Karlstas der Uebereinkommens angenommen.— Die Regierung-legte gestern dem Reichstag einen Entwurf betr. die Unterstützung der Familien, deren wehrpflichtige Versorger infolge der durch die Auflösung der Union veranlaßten Verlängerung ihrer Dienstzeit im Heer oder in der Flotte wirtschaftlich geschäl worden sind, vor. * Die die Begleitschiffe„Hamburg" und„Sleipner“ sind gestern Mor zeit, hatten sie ihte Korzorationsrechte und damit die Rechts=i gen 9 Uhr von Gkücksburg in Kiel eingelaufen. Die im und Klagefähigkeit verloren, und alle ihre Bitten bei der Re= fen liegenden Schiffe salutierten die Kaiserstandarte. gierung, ihnen die zur Wiedererlangung ihres Korporations rechtes, notwendige Wiederzulassung in Trier zu geben, wurden zurückgewiesen. Viermal erfolgte ein ablehnender Bescheid von der Regierung. Weil somit alles aussichtslos erschien, verstanden sich die Nonnen schließlich dazu, im Jahre 1903 einem sogenannten„Vergleich" zuzustimmen, wonach sie ihrem Klosterbesitz, in der Hauptsache zu Gunsten der Stadt, formell entsagten und dafür eine geringe Entschädigung— 50 000 M. entgegennahmen. Und das bei einem Wertstück, das von kundiger Seite auf 5 bis 600000 Mk. eingeschätzt wird. Das ist gewiß ein tragisches Geschick, und die Erinnerung daran muß schmerzlich berühren. Noch schmerzlicher aber berührt die Hauptrolle, welche die Stadt Trier bezw. deren Verwaltung, bei diesem ganzen Handel gespielt hat, und von der man durch Zufall vor kurzem Kenntnis erlangt hat. Gibt es doch mehr Leute, die darum wissen, als mancher vielleicht ahnt. Während von Seiten der Nonnen und von denen, die für ihre Rechte eintraten(sowie auch von der Regierung) die Ansprüche der Stadt als unhaltbar und ungerechtfertigt hingestellt u. auch die Gründe dafür in der Oeffentlichkeit erörtert wurden, betonte die Verwaltung der Stadt Trier stolz ihre angeblich unantastbaren„Rechtsansprüche", zuletzt noch in öffentlicher Sitzung der Stadtverordneten vom 18. März 1903. Die„Sicherheit und das Selbstbewußtsein, mit dem sie hier auftrat und auf ihr vermeintliches Recht pochte, steht aber wenig im Einklang mit dem Inhalte einer Eingabe, welche die Stadt Trier im Jahre 1899 an die königliche Regierung richtete. Darnach schien die Stadt die Angelegenheit weniger als eine Rechtsfrage, sondern mehr als eine politische Frage aufzufassen; dabei führte sie Argumente ins Feld, die bei der Regierung allerdings ein williges Gehör finden mußten. So machte die Stadt bei der Regierung geltend, “„ b e i G e n e h m i g u n g d e s V e r g l e i c h s w ü r d e n s i c h d i e A n träge der Schwestern von selbst erledigen, was aus politischen Gründen von Bedeutung sein dürfte, und ferner würde der Fortbestand der höheren(simultanen) Töchterschule nebst Lehrerinnensemtnar, welcher im Falle des Obsiegens der Schwestern in Frage gestellt werde, gesichert sein.“ Außerdem bemerkte die Stadt im Jahre 1899 in einer Eingabe an den Bezirksausschuß: Die Hauptstärke der Position der Stadt in dem schwebenden Rechtsstreit bestehe darin, daß die Kongregation wegen der im Jahre 1875 erfolgten Ausweisung nicht parteifähig sei;— daß sie also nicht klagen könne. Für die Stadt Trier, die sich zur Zeit im Besitze der bezüglichen Grundstücke und Gebäude befinde, könne leicht eine Aenderung eintreten, wenn das seitens der Kongregation an das Kultusministerium gerichtete Gesuch um Wiederzulassung bewilligt würde, und wenn die Kongregation, die in dem Kataster als Eigentümerin des größten Teiles des Anwesens eingetraßen sei, unter Zurücknahme der schwebenden Klageanträge durch entsprechende Anträge bei dem GrundbuchrichWie die„Nachr. für Stadt und Land“ in Oldenburg erfahren, findet die Hochzeit des Prinzen Eitel Friedrich bereits im kommenden Frühjahr statt. Die Vermählung erfolge in Oldenburg, nicht in Berlin. * Die Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm sind gestern früh in Potsdam eingetroffen. * Der Reichskanzler und die Fleischteuerung. Reichskanzler Fürst Bülow hat sich bereit erklärt, die vom Vorstand des deutschen Städtetages gewählte Deputation zu empfangen. Diese wurde gelegentlich der am Montag stattgehabten Vorkonferenz zum deutschen Städtetage gewählt, dessen Einberufung erfolgen soll, um Maßnahmen zur Bekämpfung der Fleischteuerung zu beraten. Mit der Frage der zu ergreifenden Maßnahmen ist auch das von der Konferenz an den Reichskanzler telegraphisch abgesandte Gesuch um eine Audienz begründet worden. Ort und Tag des Empfanges stehen noch nicht fest. Die Deputation besteht aus den ersten Bürgermeistern von Berlin, Dresden, Frankfurt a. M., Karlsruhe, München und Stuttgart. * Der, neue Handelsminister. Zum Nachfolger des Hanbelsministers Möller ist, wie der B. L.=A. berichtet, der gegenwärtige Oberpräsident Dr. Delbrück in Danzig ausersehen. Seine Ernennung(dürfte in den nächsten Tagen erfolgen. Die Erwartung kommerzieller Kreise, daß abermals ein Großindustrieller der gleichen politischen Richtung, der Herr Möller vor seinem Eintritt in die Regierung angehörte, an die Spitze des Handelsministeriums gestellt werden würde, hat sich also nicht erfüllt. Dr. Delbrück steht ungefähr auf dem Boden der freikonservativen Partei. + Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb ist vielfach ein Heft ohne Klinge genannt worden. Es steht ja fest, daß seine Anwendung in sehr vielen Fällen unmöglich ist, weil der Staatsanwalt nicht von Amtswegen einzuschreiten hat, das Gesetz also nur zur Anwendung gelangen kann, wenn ein Konkurrent irgendeine Ueberschreitung der erlaubten Reklamemittel zum Gegenstande einer Klage macht; das aber geschieht nicht häufig aus dem einfachen Grunde, weil ein solcher Prozeß nicht immer aussichtsvoll ist, meistens sehr viel kostet und dazu viele Gehässigkeit erweckt. Wenn das Gesetz aber zur Anwendung gelangt, kann es sehr wohl zu einer Verürteilung führen. Ein Kaufmann in Siersleben hatte angekündigt:„Die aus einer Konkursmasse erstandene Ware soll billig verkauft werden. Unter anderem kommen zum Verkauf: (Es folgte die Benennung verschiedener Warengruppen). Das Schöffengericht verurteilte den Mann auf eine Klage der Konkurrenten hin zu 12 Mk. Geldstrafe, und die Strafkammer hielt dieses Urteil aufrecht. Es wurde festgestellt, daß alle die Warengruppen, die der Mann ausdrücklich aufgeführt hatte, gar nicht aus, derc Konkuctzmässe stammtten! Man wird allerdings der Ansicht sein können, düß gegenüber einem solchen Schwinvel wirklich eine weit höhere Strafe am Platze gewesen wäre #„ Petit Bleu" beginnt die Veröffentlichung einer Reihe von Artikeln über Unterredungen mit holländischen und Rheinland und * M.Gladbach, 13. Okt. Am Dienstag nachmittag um 2 Uhr wurde auf der Viktoriastraße gegenüber der Badeanstalt ein Knabe, der eine Schiebkarre bei sich hatte, von einem Haudererwagen überfahren. Der Kutscher fuhr schleunigst davon, wurde aber von einem Polizeisergeanten in Rheydt eingeholt und sein Name festgestellt. * M.Gladbach, 13. Okt. Heute morgen wurden hier die sterblichen Ueberreste des Herrn Domkapitulars Dr. Wilh. Pingsmann zu Grabe getragen. Die Leiche wurde zunächst vom Krankenhause nach der Münsterkirche überführt. Hier fanden die feierlichen Ereguten stätt, wobei Herr Oberpfarrer Msgr. Krichel in tief empfundenen Worten des echt priesterlichen, verdienstvollen Lebens des Verstorbenen gedachte. An dem darauf folgenden Leichenzug-zum Friedhof nahmen der hochwürdigste Herr Weihbischof Müller, sechs weitere Mitglieder des Tomkapitels, der Vorstand des Priesterseminars, sowie vielc andere Geistliche und Laien teil. * M. Gladbach, 13. Okt. Der Tagelöhner Martin Höttges ist gestern Nachmittag aus dem hiesigen Polizeigefängnis ausgebrochen. Er war dort wegen Diebstahls in einer Zelle untergebracht. Die Flucht hat der Mann dadurch bewerkstelligt, daß er eine vor dem Fenster befindliche Eisenstange losbrach. Durch die gemeldete Umänderung der Bürgerliste, welche dadurch verursacht wurde, daß der Fabrikbesitzer I. Aschaffenburg mit 3338.94 Mark Steuern vergessen war, tritt eine Verschiebung dahin ern, daß der letzte der ersten Abteilung in die zweite und die beiden letzten der zweiten Abtellung in die dritte kommen. Herr Aschaffenburg kommt in die erste Abteilung, da der niedrigste Satz dieser Abteilung 2542,90 Mk. beträgt. * R h e y d t, 1 3. O k t. A u s d e m P e n s i o n a t, d a s s i c h i n der hiesigen Königlichen Gewerbeschule für Frauen und Mädchen befindet, wurde gestern eine Damenuhr mit Kette gestohlen. Der Dieb griff durch die heruntergelassenen Jalousien eines Zimmers im Erdgeschoß, auf dessen Fensterbrett die Uhr lag. Einiges Obst hat der Dieb bei dieser Gelegenheit gleichfalls mitgenommen. * Pesch bei Corschenbroich, 13. Okt. In unserm Orte kam es in den letzten Jahren wiederholt vor, daß Einwohner mit anonymen Zuschriften beleidigenden Inhalts bedacht wurden. In der letzten Zeit wagte man sogar, Briefe mit falschen Unterschriften versehen zu versenden, welche die gröbsten Anklagen und Verdächtigungen enthielten. Es wird daher mit allgemeiner Befriedigung ausgenommen, daß es endlich, wie die W. D. Lztg. berichtet, gelungen sein soll, eine Person zu entlarven, welche in solch nichtswürdiger Weise achtbare Leute beleidigt und zu schädigen sucht. Jedenfalls wird den Verfasser der anonymen resp. mit gefälschter Unterschrift versehenen Briese eine sehr empfindliche gerichtliche Strafe tressen. * Krefeld, 13. Okt. In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde nach eingehendster Vorberatung und Erörterung dem Abschluß eines Vertrages mit der Zeche Rheinpreußen bei Mörs über die Herstellung einer Interessengemeinschaft für die Lieserung und den Bezug von elektrischem Strom zugestimmt, der der Stadt Krefeld außerordentliche Vorteile bringt. Den äußeren Anlaß zu diesen Abmachungen, auf die Dauer von 20 Jahren geltend, gab der Umstand, daß der Hasen und der Stadtteil Linn mit elektrischem Strom versorgt werden müssen. Bei der weiteren Ausdehnung des Hafengeländes und der großen Entfernung von der Stadt konnte der im städtischen Elektrizitätswerk erzeugte Strom nicht in Frage kommen. Es war daher nötig, entweder ein besonderes Elektrizitätswerk zu errichten oder im vorhandenen Elektrizitätswerk Drehstrommaschinen mit entsprechenden Reserven aufzustellen und den Strom von hier aus zu den Versorgungsstellen zu leiten. Bei der Länge der Leitung wäre diese Anlage sehr kostspielig, während es anderseits noch nicht feststeht, ob Strom in nächster Zeit in größerem Umfange gebraucht werden wird. Zur Erhöhung des Stromverbrauches wurde mit der Staatseisenbahnverwaltung ein Vertrag abgeschlossen, wonach die Bahnhöfe in Krefeld=Linn, Uerdingen, Hohenbudberg und Rheinhausen=Friemersheim auf zehn Jahre von der Stadt Krefeld mit Licht und Strom versorgt werden sollen. Die Anlagekosten hätten sich indessen, namentlich mit Rücksicht auf die lange kostspielige Leitung, auf über eine halbe Million Mark gestellt. Ein günstiger Umstand fügte es, daß jetzt gerade die Zeche Rheinpreußen im Begriff steht, ein großes elektrisches Werk für Drehstrom in Betrieb zu setzen und von hier aus den Strom nach beiden Entfernungen abzugeben. Eingehende wirtschaftliche und technische Erwägungen führten zu dem Ergebnis, daß eine Verständigung über die Stromversorgung der Stadt Krefeld und des angrenzenden Gebiets im beiderseitigen Interesse geboten sei. Die Zeche führt den hochgespannten Drehstrom mit den auf ihre Kosten herzustellenden Leitungen bis an die verschiedenen Versotgungsgebiete, stellt hier Transformatoren auf, durch welche der Drehstrom eine niedere Spannung erhält. Die Stadt, welche in ihrem Elektrizitätswerk ebenfalls estie Drehstromanlage in kleinerem Umfange herstellt, bezieht daher nur den niebrig gespannten Strom und verteilt ihn in den einzelnen Versorgungsgebieten. Solche Transformatorenstationen sind zunächst vorgesehen für das Hasengebiet, für Linn, für das neue Wasserwerk des Hafens, für das Städtische Elektrizitätswerk und vier sollen im städtischen Gebiet errichtet werden. Das Gleichstromwerk der Stadt bleibt im Betriebe und versorgt innerhalb der zulössi= gen Grenzen die innere Stadt mit Strom. * Neuß, 13. Okt. Im hiesigen Güterbahnhose geriet heute Nachmittag beim Rangieren ein Arbeiter unter den Zug. Die=Räder gingen ihm über den linken Unterschenkel und wurde dieser derart zermalmt, daß das Bein abgenommen werden muß. Der Schwerverletzte, welcher erst kurze Zeit auf der Bahn beschäftigt war, wurde mittels Tragbahre in's Hospital überführt. Der Verunglückte ist beim Ueberschreiten der Geleise in eine Weiche getreten, in dem Augenblicke als diese gerade umgestellt wurde. So war er festgeklemmt und konnte sich vor der gerade heranfahrenden Rangierabteilung nicht mehr retten.— Am Petroleumlager stieß ein Botenfuhrwerk mit der elektrischen Bahn zusammen, wobei der Motorwagen am Vorderperron beschädigt wurde. Der Unfall ist darauf zurückzuführen, daß der Fuhrmann auf dem Fuhrwerk schlief und sein Pferd führen os zwischen den Schienen gehen ließ. * Neuß, 13. Okt. Wie nunmehr feststeht, wird der neue Oberpräsident der Rheinprovinz, Freiherr v. Schorlemer, die Stehtherst am 18. d. Mts. besuchen. Neuß, 13. Okt. Größere Terrain=Ankäufe sind in der letzten Woche in hiesiger Gemeinde gemacht worden behufs Anlage größerer Etablissements. Am Sandberg, beim Eselspfao, wurden ca. zehn Morgen, bisher Reuter und der Kirchengemeinde St. Quirin gehörig, erworben zur Ausbeutung des dort befindlichen Sandes und zur Fabrikation von Sandsteinen. Am Krausenbaum wurden von einer Firma aus Wevelinghoven 2½ Morgen, bisher Keuten gehörig, gekauft. Man will dort lt. N.=Gr. Zig. eine Glasfabrik, hauptsächlich für Verpackungsglas errichten: * Neuß, 13. Okt. Außerhalb der Tagesordnung der heutigen Sitzung der Siadtuerordneten teilte der Vorsitzende Bürgermeister Gielen mit, daß von ungenannt sein wollender Seite für den Marktbrunnen 500 Mark geschenkt worden seien, sodaß nunmehr für den Zweck St6o Ml. zur Verfügung stehen. * Düsseldorf, 13. Okt. Die Frau eines hiesigen Kaufmannes, die Freitag Vormittag sich zur Kirche begeben wollte, um dem Seelenamte eines verstorbenen Mitgliedes der Familie beizuwohnen, wurde in ihrer Wohnung von einem Herz= schlage betroffen und war sofort eine Leiche.— In einem Hause der Kölnerstraße kam es unter mehreren Einwohnern zu bösen Auseinandersetzungen, wobei eine' Frau ihrer Gegnerin ein Stück aus dem rechten Ohre biß. Die Angelegenheit wird nochzin gerichtliches Nachspiel haben. * Ruhrort, 13. Okt.“ Die Gemeinde Hiesseld hat Geldmittel verfügbär gemacht zur Anschaffung von Filzschuhen für solche Schulkinder, die mit nassen Füßen zur Schule kommen. * Essen, 13. Okt. Weil auf vielen Zechen des Ruhrgebietes fortwährend Feierschichten eingelegt werden müssen wegen Mangel an Eisenbahnwaggons, wandte sich der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands in folgender telegraphischen Eingabe an den Eisenbahnminister:„Im hiesigen Revier macht sich wieder ein starker Wagenmangel fühlbar, der auf einigen Gruben ganze und halbe Feierschichten notwendig macht. Es ist uns aufgefallen, daß auf einigen Zechen, wie z. B. Julia bei Holsterhausen, Ewald bei Herten und Graf Beust bei Essen sehr häufig Wagen sehlen, während sich auf ayderen Zechen bisher noch kein Wagenmängel bemerkbar machte. Wir bitten um Abstellung dieses Uebelstandes, besonders um eine gerechte Verteilung der vorhandenen Wagen. Gewerkverein christlicher Bergarbeiter. Köster, Vorsitzender. * Kempen, 13. Okt. Für die hiesige Wasserleitung sind bereits über 300 Anschlüsse angemeldet. * Kleve, 13. Okt. Der Arbeitsausschuß für die Feier der 30jährigen Zugehörigkeit des ehemaligen Herzogtums Cleve zur Krone Brandenburg=Preußen beschloß gestern, das geplante Denkmal auf dem kleinen Markt zu errichten; es wurde ein Kostenbetrag von 100 000 M. bewilligt. * Kleve, 13. Okt, Vorgestern wurde auf der neuen Bahnstrecke Kleve=Duisburg ein Fuhrwerk, auf dem der Führer schlief, von einer Lokomotive überfahren. Das Gefährt wurde vollständig zertrümmert, das Pferd verendete sofort. Sonderbares Glück hatte der. Fuhrmann. Durch den starken Anprall wurde er im Bogen aus den Tender der Lokomotive geschleudert, die stehen blieb. Schwere Verletzungen trug er, da er in Decken eingedreht war, nicht davon. Er nahm sofort Reißaus. * Köln, 13. Okt. Der historische Verein für den Niederrhein hielt hier vorgestern seine zweite diesjährige Hauptversammlung ab. Den Vorsitz= führte Herr Prof. Dr. SchrörsBonn. Wie mitgeteilt wurde, zählt der Verein gegenwärtig 691 Mitglieder. Er hat durch den Tod 4. Mitglieder verloren, hingegen sind 30 neue eingetreten. Die nächste Hauptversammlung wird in Kleve stattfinden. Vorträge hielten die Herren Prof. Dr. Klinkenberg über das römische Köln, Gymnasialoberlehrer Dr. Wrede über die landwirtschaftlichen Ver hältnisse Kölns seit dem Ausgange des Mittelalters. Herr Pros. Al. Schulte(Bonn) machte hierbei darauf aufmerksam, daß der„Kölner Bauer“ für die landwirtschaftliche Betätigung in Köln nichts beweise. Sein Kern gehe nicht weiter zurück als auf die goldene Bulle Karls V. Herr Prof. Dr. Gottlob=Bonn erörterte die Frage, seit wann und wodurch die größeren Geldbedürfnisse des römischen Stuhles im Mittelalter ge kommen sind. Zum Schlusse machte Dr. Hashagen vom Kölner Stadtarchiv Mitteilungen über Georg Förster und die politischen Ansichten am Rhein im 18. Jahrhundert. Von Interesse war ein aufliegendes, in den nächsten Tagen erscheinendes Prachtwerk, eine mit 54 Lichtdrucktafeln lururiös ausgestat tete kunsthistbrische Studie des Herrn Pfarrers Hertkens in Kel denich über die Sakramentshäuschen des Mittelalters, jene wunderbaren Perlen der Skulptur und Steinplastik, die sich bis heute in manchen der hervorragendsten Kirchen vergangener Zeiten erhalten haben. Ein gemeinsames Mittagessen im Gür , z e n i c h b e s c h l o ß d i e V e r s a m m l u n g. * Köln, 13. Olt. Die Geheimpolizei verhaftete in Ehrenfeld vier Personen wegen„Wilddieberei. Die. Festgenommenen hatten mit einem Feldhüter im Jagdbezirk von Junkersdorf einen Zusammenstoß, wobei einer der Festgenomme nen den Feldhüter mit Todschießen bedroht hatte.— Einen Einblick in Arbeitsverhältnisse, die den Arbeiterschutzbestimmungen schnurstracks entgegenlaufen, bot eine Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht. Eine Modistin beschäftigte Arbeiterinnen, die über 16 Jahre alt sind, länger als 11 Stunden taslich und Samstags nach 5 Uhr.[Eine Gehülsin bekundet, es sei Samstags bis 10 Uhr gearbeilet worden.„Und was verdienen Sie?“ sragte der Präsident.„30 Mark monatlich.“„Und was bekommen Sie für die Ueberstunden?"„Nichts!" Der Staatsanwalt beantragte 140 Mark Geldstrafe, da die Mädschen bei recht geringem Lohn lange arbeiten müßten und so ausgeheut##wongen seien. Das Gericht erkannte lt. Kr. Zig. leider nur## Mark Strase.— Für den Neubau eines israelitischen Köln=Ehrenseld wurden jetzt die Angehote eröffnet.stellt sich heraus, daß der Unterschied zwischen dem Höchst= ünd dem Mindestgebot rund— 180 000 Mk. (1) betrug. Es hantelt sich um ein Objekt von etwa 30.000 Mark. * Köln, 13. Olt. Wie im„Reichsanz.“ bekannt gegeben wird, hat Se. Maj. der König dem Kardinal und Erzbischof von Köln Fischer die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Großkreizes des Johann ter=Malteserordens erteilt. * A a c h e n, 1 3. O k t. Z a h l r e i c h e V e r h a f t u n g e n e r f o l g t e n im Lause des vorgestrigen Taget gelegentlich der Rekrutengeannte den angehenden Vaterlandsverteidigern das gegeben und sobald letztere im Kasernenhof angetreten waren, die anliegenden Wirtschaften besucht. Nachher zogen sie in Gruppen, singend und schreiend durch die Straßen, allerlei Unjug verübend. Die unter Führung eines Polizeikommissars ausgebotenen zahlreichen Polizeimannschaften mußten mehrfach einschreiten. * Aachen, 13. Okt. Eine Stelle in der gestern auszug lichtmitgeteilten Rede des Herrn Kardinals Fischer ist von der K. V. insofern nicht ganz richtig wiedergegeben worden, als derselbe nicht gesagt hat:„Es hat mich tief und schmerzlich berührt, daß Tausende christlicher Arbeiter nicht in den christlichen Gewerkschaften organisiert sind", sondern:„Es hat mich tief und schmerzlich berührt, daß Tausende christlicher Arbeiter in nichtchristlichen Gewerkschaften organisiert sind." * Herbesthal, 13. Okt. Eine sogenannte„Kümmelblättchengesellschaft“ scheint sich in hiesiger Gegend nach den von der belgischen Polizei in Verviers verfolgten Spuren niedergelassen zu haben, und zur Ausübung ihres„Handwerks" Abstecher nach Belgien zu machen. Einen wohlüberlegten„Coup“, dessen Wiedergabe nicht uninteressant sein dürfte, führte die Bande laut„Echv der Gegenwatt“ in dem an Verviers anschließenden Städtchen Ensival aus. Am genannten Tage wurde der Landwirt T. daselbst in der Nähe des Bahnhoses von einem Individuum in deutscher Sprache angesprochen und um die Gefälligkeit gebeten, in der Nachbarschaft ein Pferd, welches der„Quidam“ zu kaufen wünschte, zu besichtigen. X. willigte darin ein. Nachdem das Tier in Augenschein genommen worden war, gingen beide in eine Wirtschaft, wo die Eigenschaften des Pferdes diskutiert wurden. K. wurde gebeten, das Tier nochmals zu untersuchen, und seine endgültig Meinung abzugeben: Dies geschah und von neuem betrat man das Cafe. Während der Unterhaltung erhob sich der Fremde plötzlich und richtete seinen Blick auf einige im seldigen Zimmer sitzende Kartenspieler.„Was spielen die denn da?" frug er den Bauer.„Das ist Herz Aß“, entgegnete dieser."„Das ist aber leicht zu gewinnen,“ bemerkte der Fremde, indem er sich dem Tische näherte.„Sehen Sie,“ sagte er;„es befindet sich eine Karte im Spiele, welche gefallen ist.“ Er riskierte 20 Franken, er setzte zum zweiten Male ein und gewann wieder und so verschiedene Male. Da konnte der Bauer nicht mehr widerstehen. Er wollte einen„Schlag“ auf einmal machen und setzte eine Hundertfrankennote. Sie ging verloren. Um sie wieder zu gewinnen, schob er einen zweiten und dritten Hundertfrankenschein vor, welche ebenfalls in die Taschen der Gauner wanderten. Es blieben dem Bauer noch vier Zwanzigsrankenscheine als Rest einer vorher auf dem Markte verkauften Kuh. Auch diese wurden gesetzt und verloren. Der Wirt hatte mittlerweil bemerktl daß die Spieler für hohe Einsätze spielten und verbot dies.* Die Gruppe Fremden verschwand hierauf. Es blieb dem„gerupften“ Bauer nichts anderes übrig, als sein Mißgeschick der Polizei anzuvertrauen. Diese stellte die erforderlichen Nachforschungen an, welche ergaben, daß die Sauner 19: g#i in der Näbe von verbestha aufgeschlagen * Hochheide) 3. Okt. Aufsehen hat hier das Verschwinpen eines kaum 17 Jahre alten Mädchens erregt. Wie die #Ztg. erfährt, benutzte es die Gelegenheit, als die Mutter schper krank daniederlag, sich etwa 1400 Mk. anzueignen. Dann machte es sich mit einem österreichischen Zechenarbeiter auf und davon. Die Mutter ist inzwischen gestorben; der Vater hat sich die Ereignisse so zu Herzen genommen, daß auch er nun bedenklich erkrankt ist. * Dortmund, 13. Okt. Wie es im Erdinnern des Ruhrkohlenbezirks aussieht, darüber schreiben die D. R. N. folgendes: Das am stärksten vom Kohlenbergbau unterwühlte Gebiet im Ruhrbezirk erstreckt sich in einer durchschnittlichen Breite von 8 Kilometern von Dortmund über Langendreer, Bochum, Eickel, Wanne, Gelsenkirchen, Altenessen, Borbeck bis Oberhausen. In diesem Gebiet befinden sich, nur in kurzen Entsernungen an einander gereiht, etwa 70 Kohlenschächte, die sämtlich in Förderung stehen und zum Teil unterirdisch unter sich verbunden sind. Da sie zumeist die flözreiche mittlere Etage(Fettkohlen) der Ruhrkohlenformation abbauen, so sind die Abbaustrecken sehr zahlreich. Dazu kommt, daß auf den meisten dieser Schächte die oberen Betriebssohlen bereitstabgebaut sind, und die Kohlengewinnung jetzt in größerer“ Teufe stattfindet. Berücksichtigt man dies, so kann man sich ein ungefähres Bild davon machen,„wie es unten in der Erde aussehen wird. Könnte man die Gebirgsdecke.— ähnlich wie einen Deckel vom Topf— von den unterirdischen Betriebsstätten abhehen und dann von oben einen Blick in die Tiefe wersen, so würde man einen ähnlichen Eindruck gewinnen, wie bei einer gengu#### Besichtigung eines großen Ameisenbaues. Denn in der Tat läßt das vorbezeichnete Bergbaugebiet sich am trefsendsten mit einem solchen vergleichen, da es in vielen übereinanderliegenden Etagen durch hunderle von Gängen und Aufbrüchen in ebenso viele Teile zerlegt ist. Gähnende leere Tiesen wochseln mit kangen noch in Betrieb befindlichen oder schon zusammengebrochenen Stollen in buntester Reihenfolge ab. Und in allem diesem labyrintischen Durcheinander bewegen sich gleich Irrlichtern die matten Flämmchen der in ameisenartiger Regsamkeit befindlichen Bergknappen. Während aber die Ameisen Vorräte von außen in ihre Baue hineintragen, um diese dort aufzuspeichern,, schleppen die Bergknappen die den Gnomen mühsam und unter großer Lebentgefahr abgerungenen unterirdischen Schätze durch die Stollen nach den Ausgängen (Schächten), um sie ans helle Tageslicht zu befördern. Die entstehenden Hohlräume werden in letzter Zeit allerdings viel fach durch Berge oder Sand wieder ausgefüllt, aber der große Ameisenbau bleibt trotzdem und seine Decke— die Erdoberfläche— sinkt allmählig immer mehr in sich zusammen. Dieses Zusammensinken der Erdoberfläche hat jene bösen Erscheinungen zur Folge, die man Bergschäden nennt und bei un serem Steinkohlenbergbau eine so große Rolle spielen. Ganz besonders aber hat das obenbezeichnete Gebiet des Bezirks unter diesen Bergschäden zu leiden. teil lautete denn auch dem Gefängnis.— Tagelöhner Jak. A. von hier ha wie ein Mensch eine Kiste Pflaumen entwendete, er dem Diebe behülflich, die Kiste ip, Pheret zu inhaftierte, vorbestrafte ehser wurde dieserhalb auf 6 Wochen Gesängnis erkannt. stellungen. Wie alljährlich llen auch diesmal Freunde u. Gerichtszeitung em war fen. Der *9 und Straßenraubes hatte sich der 15jährige Kontorlehrling aus Rheydt zu verantworten. L. hatte einer Schülerin in Rheydt ein Portemonnaie mit 1 Mark Inhalt entrissen, wohl die Schülerin das Portemonnate mit beiden K## zuhalten versuchte, und floh damit. Der bisher noch tene„Angeklagte war geständig, mit Rücksicht auf seine Jugend kam er mit 3 Monaten Gefängnis davon.— In der Nachmittagssitzung wurde dem Gerichte zunächst ein unverbesserlicher und rückfälliger Dieb in der Person des Bauschlossers Wilh. A. aus der Haft vorgeführt. Am 9. August vorigen Jahres aus dem Zuchthause entlassen, kam B. nach hier und drang in der Nacht des 22. August schon in einen Friseurladen an der Lüpertzenderstraße, ein, wo er#alles, was er nur finden konnte, ca. 20 Portemonnaiese 4 Rasiermesser und eine Menge anderer Sachen stahl, auch erbrach er die Thekenschublade und entnahm derselben 14 Mark Bargeld. Mit dem Raube verduftete er nach Aachen. Das Urteil lautete auf 2 Jahre Zuchthaus.WV. Pzrg. AANT Viersen und“ * M.=Gladbach, 12. Okti(Straflammer.) Der Wirt E. R. aus Bettrath war angeklagt, am 17. Juli er. den Beigeordneten Dr. Porzelt von hier durch Geschenke zu einer Handlung, welche eine Verletzung der Amtspflicht enthielt, zu bestimmen versucht, serner durch dieselbe Handlung den Beigeordneten beleidigt zu haben. Dr. Porzelt als Rebenkläger zu gelassen, wurde durch Rechtsanwalt Lamberts von hier verireten, Dr. Westhaus aus Düsseldorf vertrat den Angeklagten. An der Ecke der Eickener= und Künkelstraße hatte der Angeklag#e einen Neubau errichtet, wofür er die Wirtschaftskonzession bei der Stadt nachsuchte.„Die Sache ist mehrmals verhandelt worden und schwebt heute noch. Des Weitern hatte R. seinen zoologischen Garten nebst Tierpark der Stadt zum Kauf angebo; ten, event. sollte der Belgeordnete ein Konsortium bilden; welches den Garten ankaufen sollte, woran Dr. Porzelt sich mit 10 000 Mk. beteiligen könne, weshalb R. den Zeugen und Nebenkläger aussuchte. Am Abend des 17. Juli besuchte R. den Dr. P. in dessen Privatwohnung, wo N. nach einiger Unterredung versuchte, dem Dr. P. ein Päckchen Papiergeldscheine in die Hand zu, drücken. Das Anerbieten wurde mit aller Entrüstung zurückgewiesen und der Angellagte aus dem Hause ver gültigkeit einer wiesen. Im Weggehen, im Hausflur bat N. den Dr. B. noch wiederholt, das Dargebotene doch anzunehmen. Nach seht umsangreichet Beweisaufnahme kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß ein Bestechungsversuch nicht vorliege wohl abet eine grobe Beleidigung, welcht eine strenges Bestrufung zerhei= abends punkt6 Versammlung der Zentrumspartei. Wir machen alle, die sich für die Bestrebungen der Zentrumspartei interessieren, guch an vieser Stelle auf die große öffentliche Versammlung, aufmerksam, welche morgen nachmittag 6 Uhr in dev Erholung stattfindet. Außer anderen hiesigen Her ren hat auch Herr Pastor Dr. Heggen einen Vortrag zugesagt. Wie wir vernehmen bat Herr Landgerichtsrat Marx aus Köln sich das Thema gewählt:„Die Stellung der Katholiken in Gegenwart und Zukunst.“ Da wahrscheinlich auch Viersener Angelegenheiten zur Sprache kommen werden, verspricht die Versammlung recht isteressant zu werden. —* Revisignsanmeldung. Der Verteidiger des„Polizeisergeanten Henning hat, wie wir hören, gegen das Urteil der Königl. Strafkammer Krefeld vom 10. v. Mis., Revision angemeldet: Der Revssionsantrag stützt sich im wesentlichen darauf, daß die Verurteilung des Henning auf Grund der eidlichen Aussage des als Partei zu betrachtenden Sergeanten Kühl erfolgt sei, dessen Glaubwürdigkeit zudem von der Verteidigung in Frage gestellt wird. —n— Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr traf der Herr Eisenbahn=Direktions=Präsident aus Köln mit drei Regierungsräten hier ein. Dieselben begaben sich zunächst zum Terrain des früheren rheinischen Bahnhofes und unterwarfen dann die Gebäulichkeiten des Staatsbahnhofes einer Besichtigung. Nach 1stündigem Aufenthalt fuhren die Herren nach Köln zurück. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn dieset Besuch mit dem geplanten Bahnhofsneubau in Verbindung gebracht, wird. (*) Von der Volks=Zählkarte. Für die am 1. Dezember d. I. stattfindende Volkszählung hält das Statistische Landesamt schon jetzt einen ganz beträchtlichen Beamten= und Hilfsarbeiter=Apparat in Tätigkeit: 63 Millionen Zählkarten, zu deren Transport 29 Eisenbahn=Doppelwaggons nötig gewesen, kommen zur Verwendung. 1000 Karten, aufeinander gelegt, sind freilich nur 13 cm hoch; die 63. Millionen aber wachsen zu einer Riesensäule von 8190 m an, was sast die 53fache Höhe des 156 m hohen Kölner Domes bedeutet. Jede Karte ist 21 cm lang und 13, cm breit. Legt man nun der Länge nach eine an die andere, sy ergibt sich eine Strecke von 13 230 Km(1764 Meilen), der Breite nach aneinander gereiht, bilden die Karten eine Strecke von 8190 Km (1093 Meilen), Der Weg von Berlin nach Warschau kann also 26,4 bezw. 16.3 mal, der Querschnitt durch Deutschland (Berlin als„Mittelpunkt gedacht) 16.5 bezw. 10.3 mal belegt werden. 1 F. Das Weiter. Die Aussichten auf besseres Wetter, welche sich am verflossenen Samstag boten, haben sich nur sehr unvollkommen bewahrheitet: Der Kirmessonntag war leidlich, der Montag aber so schlecht wie möglich. Es fielen an dem Tage über 13 Liter Wasser pro Quadratmeter. Dienstag und Mittwoch waren wirklich schöne Tage, dann sing das„Regenleid" wieder an und war gestern besonders groß: Die beiden Nächte, welche auf die beiden schönen Tage folgten, brachten das Wärmeglas dem Gefrierpunkte nahe(3½ und 2 Gr.) Mittags waren 11—12 Grad. Das stark gesunkene Barometer ist augenblicklich im Steigen begriffen. r. Wisse,nschaftlicher Verein. Am gestrigen Abend trat der hiesige Wissenschaftliche Verein zur Abhaltung der Vortragsgbende während des Winterhalbjahres wieder zusammen. Der 2. Vorsitzende, Herr Dr. Paal; gedachte nach Begrüßung der ziemlich zahlreich Erschienenen in warmen, anerkennenden Worten des verstorbenen Gründers und 1. Vorsitzenden, des Herrn Gymnasialdirektors Dr. Löhrer, der vor 5 Jahren den Verein ias Leben rief, durch unermüdliche Tätigkeit und Opferfreudigkeit ihn zur jetzigen Blüte brachte und stets die Seele desselben gewesen. Die Anwesenden erhoben sich zu Ehren des Verstorbenen. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender wird Herr Dr. Ahrend, 2. Vorsitzender Herr Dr. Paal, Schriftführer Herr Dr. Schaeffer, Kassierer Herr Leopold Schaub. Die Reihe der Vorträge leitete Herr Kaplan Kaiser ein, indem er unter Beibringung eines ebenso umfangreichen, wie interessanten Zahlenmateriäls sich, über„Die Begründung der Sozialreform“ verbreitete und im Verlaufe der sehr anregenden Diskussion im Anschlusse an diesen ersten Teil der Behandlung der sozialen Frage einen weiteren Vortrag in Aussicht stellte:„Die Möglichkeit der Sozialreform, ihre Wege und Ziele." Der nunmehrige 1. Vorsitzende, Herr Dr. Ahrend, dankte den Mitgliedern für das Interesse, das sie durch ihr Erscheinen bezeigten, und'. bittet, für die Bestrebungen des Wissenschaftlichen Vereines immer mehr Freunde zu werben, damit die Anregungen, die von diesem ausgehen, mehr und mehr in weitere Kreise eindringen wirken. Die während des Saale des Restaurants Bürgerbräu. Dor jährliche Beitrag beträgt 2 Mark, Gäste sind steis willkommen.““ — Unterschriften im Rostverkehr. Vielsach begegnet man der Ansicht, daß Ustterschriften, die im Postverlehr auf den Ablieferungsscheinen, Postanweisungen usw. geleistet werden, nicht besonders deutlich geschrieben zu sein brauchen. Das ist aber ein Irrtum. Jede Unterschrift auf den Postguittungen muß lesbar sein, damit erkannt werden kann, ob sie mit det Adresse, bezw. mit der handelsgerichtlich eingetragenen Firma des Empfängers übereinstimmt. Bei ganz unleserlichen Schriftzügen braucht die Postverwaltung die Gendungen nicht auszuhändigen. Dagegen brauchen die Quittungen nicht notwendigerweise mit Tinte geschrieben zu seinn sondern können auch mit Bleistift oder einem anderen Schreibmaterial vollzugen werden. Die Postverwaltung kann nur verlangen,; daß eihr von dem Adressaten eine rechtsgültige Quittung über den Empfang der Sendung erteilt werde; zur Rechtsgültigkeit einer Quittung aber ist die Benutzung eines bestimmten Schreihmaterials nicht vorgeschrieben.. 72D. Der Laitch. Arbetteannen=Vereim ladet wie alljährlich an den beiden kommenden Sonntagen seine Ehrenmitgliedet, Freunde und Gönner zu den im Vereinshause, Uhr stattfindenden# Theateraufführungen ein. wir hören, hat der Verein eine neue Buonenausstaltg sten. Dies sowie die Wahl der zur Darstellung gelangenen Stucke wuuro jevensann die Geladenen recht zahlreich zum Um 22. Oktober feiert die Altersriege des Viersener Türnvereines mit demselben ihr 25jähriges Jubelfest. Die Vorbereitungen sind bereits getroffen. Im turneriTeile des Programms sind vorgesehen: Viersener und värtige Altersriegen: Gerät=, Stab= und Keulenübungen. ner Turnverein: Geräteübungen und Reigen. Auch die nabteilung wird zum ersten Male auftreten und einen n aufführen. Wegen seiner Reichhaltigkeit und MannigKeit dürfte der turnerische Teil großes Interesse für sich nspruch nehmen. Aber auch für Unterhaltung und Veren ist an dem Festabend bereits gesorgt, sodaß den Mitr des Vereins, denn nur solche haben Zutritt, ein schöFest geboten werden dürste. Hoffentlich wird dasselbe vaseitragen, für die edle Turnsache alle Kreise zu begeistern dem Vereine neue Mitglieder zubringen, damit er weiter e, blühe und gedeihe und bei dem goldenen Vereinsjubimit einer stattlichen Schar Turngenossen auf dem Plan ne. In dem Sinne: Gut Heil! Süchteln, den 14. Oktober. r— Gemüsediebe en gros machten sich in der Nacht auf in Grundstücke des Ackerers L. über den dort liegenden Kapher, der infolge der Dunkelheit von dem Landwirt tags #er nicht mehr eingefahren werden konnte. Der Landwirt e am andern Morgen mit der leeren Fuhre nach Hause kkehren, da die Diebe nichts mehr übrig gelassen hatten. *) Den Hebammen des Kreises Kempen ist eine Verfügung des Landrats zugestellt worden, wonach ihnen der Besuch der Wirtschaften bei Kindtausen verboten wird. Uebertretungen werden unnachsichtlich bestraft. Wie aus dem Inserat in heutiger Nummer ersichtlich, ist morgen(Sonntag) Schluß des Oktoberfestes und Abschiedskonzert Am Krefelder Hof(G. Kuhlen), Wir werden gebeten, hierauf besonders aufmerksam zu machen. ekommen. warten. uppe Gera n angehörigen Wesämtlichen Stuhlareinem endgültigen ch bis Samstagmittag zu Gera, 13. Okt. Die der Or der sächsisch=thüringischen Webe bereibetriebe beschlossen heute nachmittag,—— beitern für den 27. Oktober zu kündigen, da sich die Voraussetzung, daß bis Donnerstag, den 12. Oktober abends in vier Betrieben, in denen die Arbeiter zur Fortsetzung des Arbeits verhältnisses bereit erklären würden, nicht erfüllt hat. Eine notwendige Folge dieser Kündigung wird, wie die Geraer Zeitung meldet, sein, daß in der nächsten Woche die Schließung der sämtlichen zu dem Verbande der sächstsch=thüringischen Webereien gehörigen Betriebe angeordnet werden wird. X Petersburg, 13. Olt. In Kraßno=Jarzk wurde gestern bei der Rückkehr vom Theater der Polizeimeister von Eydmann in Gegenwart seiner Famikie durch sechs Schüsse geHöchste Tagestemperatur am 12. Okt.:„10.° C. über Null. 18. 11° C. Tiefste Nachttemperatur in der Nacht vom 12. zum 13 Okt.: 9“ C. über Null „. Barometerstand am 18. Okt.: Morgens 7592 ** 7610 Lehte Berlin, 13. Okt. Die Obmänner der Arbeiterauschüsse der Elektrizitätsfirmen erklärten heute, daß sich die raubendreher der Firma Siemens u. Halske bereit erklärt en, die Arbeit zu den vor der Arbeitseinstellung angeboteuen Bedingungen wieder aufzunehmen. Die Lagerarbeiter des Kabelwerkes der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft seien —.— 9* 14 42 1.Qual. trock. Ware 17.— 2.„ 16.— B„—. I. Qual. 15.10 14.10 15.80 13.80 13.30 Neuer Weizen Neuer Roggen Neuer(1.Quar. Haser 1d.„„ (Alles, die 100 Kilo.) Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr.(ahne Faß Rüböl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 Mark höher als Rüböl. Rübkuchen per 1000 Kilo „ in kleineren Partten 1. Qual. n Neuß, 14. Oktober. Heu per 50 Kilo 2.40—3.40 Luzernheu per 50 Kilo 3.80 Maschinenstroh per 500 Kilo 16.— Flegeldrusch per 500 Kilo 18— Kartoffein per 50 Kilo 2.70—3.20 Preise Unverändert Raps Aveel Qual. 22.20 20.70 19.70 21.20 19.70 18.70 Kleie per 50 Kilo Eier(100 Stück) Butter per Kilo 150 112.— 116.— 5.20 10— 2.50 Statt besonderer Anzeige. Die Verlobung ihrer Tochter Helene mit ### Herrn Willy Wentges beehren sich hierdurch anzuüberg u. Frau Maria, geb. Lieberz. Viersen, Im Oft. 1905. Helene Schildberg VIlly„Wentges VERLOBTE Viersen im Oktober 190#. 8 Mee Rüböl und Kuchen unverändert. Danksagung. Für die uns anläßlich unserer 6 Goldenen Hochzeitsfeier erwiesenen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten sagen wir Allen, besonders dem Festkomitee, der Nachbarschaft, unseren Freunden und Bekgnnten, den Bewohnern der Süchtelnerstr. sowie überhaupt Allen, die zur Verherrlichung des Festes mitgewirkt haben, unsern herzlichsten Dank. Familie Josef van Treck. EAltbewahrte Nahrung: Gottesdienst=Ordnung. Sonntag, den 15. Oktober. Hauptpfarrkirche St. Remigins. Hl. Messen: 6, 7, 8 Uhr, 9¼ Uhr Hochamt, 11 Uhr letzte hl. Messe. 4 2. m. ei.. E-dbeben heimgesuchten Gegenden SüdKollekte für, die vow Erdbeden heimgesuchten Gegenden S italiens. Nachmittags ½13 Uhr Christenlehre und Rosenkranzandacht. eid lug Uhr Herz=Jesu=Andacht. Maria=Hilf=Kapelle. 8 Uhr hl., Messe. 4 Uhr Andacht. Pfarrkirche St. Helena, Hl. Messen: Morgens 7 Uhr Frühmesse und gemeinschaftliche hl. Kommunion der Mädchen. ½10 Uhr Hochamt. Nachmittags 3 Uhr Rosenkranzandacht und Christenlehre. Pfarrkirche St. Josef. Hl. Messen: 1/36. 7. 8, ½10 Uhr Hochamt und um 11 Uhr. 28 Uhr Christenlebre. 5 Uhr Rosenkranzandacht und Predigt für le Jungfrauenkongregation. Pfarrkirche St. Petrus. l. Messen um 6, 7¼ und 9½ Uhr Hochamt. kachmittags 3 Uhr Christenlehre und Andacht. Kirchliche Witleitangen. Für St. Remigins Heute wird die Kollekte gehalten für die vom Erdbeben heimgesuchten Begenden Andacht mit Predigt für die Jungfrauenkongregation. Am nächsten Sonntag ist gemeinsch. hl. Kommunion der diespe,„ Fränzisr s=Taveriusbeste Bnnen abgeholt. werden. Für St. Helena: Heute wird bei jedem Gottesdienste eine Sammlung für die Opfer des Erdbevens in Südttalien abgehalten Für St. Josef: Heute ist gemeinsch hl. Kommunion für die Jungfrauen=Konregation.— Heute ist die im Auftrage des Papstes von der erzötschöf—en Behörde angeordnete Kollekte für die durch Erdbeben heimgesuchProvinzen Süditaliens. Der Frauenverein, welcher sich die Aufgabe gestellt hat, arme Wöchnerinnen zu unterstützen, wird demnächst seinen Rundgang halten. Es wird dringend gebeten, diesen wohltätigen Zweck durch Almosen nach Kräften zu fördern Nächsten Sonntag ist gemeinsch. hl. Kommunion für die Jünglingskongregation und Aufnahme neuer Mitglieder. m Für St. Petrus; mu Heute ist nach dem Hochamte Kollete für die vom Erdbeben in Diesen Nachmittag ist Bücherwechsel des. Borromäusoereins #. Die Fränziskus=Xavertushefte können abgeholt werden. Diese Woche werden die Hauskranken versehen, am Mittwoch in Hoser, am Donnerstag in Bockert und am Freitag in Beberich. Kath. Arbeiterinnen-Verein. 1 den 15. Okt. und Sonntag, den 22 Okt. Abends punkt 6 Uhr: „ E.„ 112„ im Sagle des Vereinshauses Pörtiunkulaweg 3. A Die Threnmitglieder nebst Familie sowie alle Freunde * und Gönner des Vereins beehrt sich hiermit freundlichst einzuladen m 1 gulols 3155 uodu 5„E. Kloth, Kap## MMIE JASu s E Das Kaiserliche Gefundheitsamt hat gesprochen. In einer vom Kaiserlichen Gesundheitsamt herausgegebenen Broschüre, betitelt„Der Kaffee“, finden sich Seite 120 u. ff. folgende bemerkenswerten Sätze:— *„Es hat gar nichts Ueberraschendes, daß ein Getränk, welches „das arzneilich wirksame Koffein in solchen Mengen enthält, in allen „Fällen nicht als harmlos bezeichnet werden kann. Fehlt auch bis jetzt „jeder tiefere Einblick in das Zustandekommen und das eigentliche „Wesen der Koffeinwirkung, so kann die tagtägliche Anreizung des „Nervensystems keineswegs ohne alle Folgen für dasselbe verlaufend „gedacht werden „„Die Wirkungen übermäßigen Kaffeegenusses sind hinreichend „bekannt Auch die in den Fachschriften niedergelegten Selbstbeobach„tungen nach Aufnahme größerer Mengen Kaffee und absichtliche 0713—„Vergtktungen zeigen die hohe Wirksamkeit und Giftigkeit.“ „Ein Getränk, welches bei Verwendung kleiner Mengen doch „schon die Anfänge der geschilderten Vergiftungswirkungen des Koffeins „in sich trägt, eignet sich nicht, zum Genuß für Kinder, nervöse und Ng„herzkranke Personen: Etist deshalb ziemlich allgemein üblich, Kindern, „die überdies eines nervenanregenden Genußmittels nicht bedürsen, arsun„Kaffee vorzuenthalten..... „Trotzdem könnte aber eine Aufklärung in dem Sinne nur zum „Nutzen des Publikums ausschlagen, daß auch der Kaffeeaufguß nur nin„als ein Anregungsmittel beurteilt werden darf und daher auch nur „als ein Anregungsmittel genommen werden sollte und daß ihm jeder „Nährwert abgeht.“ Wer Ohren hat zu hören, der höre!— Aus diesen unzweideutigen Aeußerungen unserer höchsten Gesundheits=Behörde geht Eins mit absoluter Bestimmtheit hervor, nämlich: 51 2 82189 AEE SS. daß der Bohnenkaffee wegen gewisser gesundheitsschädlicher Eigenschaften sich nicht zum regelmäßigen täglichen Genusse für nervöse Personen, Kinder und Kranke eignet und deshalb— das folgt mit logischer Notwendigkeit daraus— durch ein anderes, vollkommen unschädliches, gesundheitsdienliches Getränr ersetzt werden muß. Dieses Getränk ist nach dem übereinstimmenden Urteile erster Autoritäten und Aerzte — Kathreiners Malzkaffee, weil er die hygienischen Vorzüge eines in jeder Hinsicht unschädlichen und zuträglichen Gesundheitsgetränkes mit dem anregenden würzigen Wohlgeschmacke des Bohnenkaffees, der ihm durch ein eigenartiges, patentiertes Verfahren mitgeteilt wird, aufs glücklichste in sich vereinigt. Das ist jedoch nur bei dem echten„Kathreiner“ der Fall, der ausschließlich in verschlossenen Paketen verkauft wird, die das Bild und den Namenszug des Pfarrers Kneipp als Schutzmarke tragen. — Man beherzige diese wichtigen Tatsachen und mache greich, lieber heute als morgen, einen Versuch. 3185 3183 Dachdecker auf möglichst sofort gesucht. Konrad Aretz, Dachdeckermeister, Friedensstr. 49. Alt. Anitreichergehülle welcher etwas auf Möbel arbeiten kann, sofort auf Jahresstelle gesucht. 3210 W. Neuefeind, Hauptstr. 115. Tüchtige Schlossergesellen für Blecharbeit(Oefen) sofort gesucht. 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Der Fest=Ausschuß. am Dienstag, den 17. Oktober, abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Wilh. Hoppe, Kleine Bruchstr. Beschlußfassung über die Abhaltung des St. Martinszuges. Die Bürger des Bezirks werden dringend eingeladen, da nur bei genügenA Mia AHM der sammlung Viersen, Neumarkt(Rinigen Theater Schmidt Original Plattkölnisches Volkstheater. Samstag, den 14. Oktober 1905: Grosse Vorstellung. Die Heimat. vorher: Der Sonntagsjäger. Morgen Sonntag: 2 große Vorstellungen. Anfang 5 Uhr. Abends 8½ Uhr, Abends gelangt zur Aufführung: Sünnes im Harem. porher: Sünnes als Bursche. Alles Nähere besagen Tageszettel. Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein 3216 M. Schmidt, Direktor. Verein kombattanter Krieger. Sonntag, den 15. Oktober, abends 6½ Uhr im Vereinslokale. 3200 Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Der. Vorstand. Marianische an St. Remiglus. Sonntagabend 6 Uhr der älteren Abteilung in der Erholung(Zimmer links). 3209 Wir haben zum 1. Januar oder früher Vieriener Turnverein eingetr. Verein. Am 22. Oktober, abends 7 Uhr, findet im Hôtel Gansen 67. Stiktungstest verbunden mit der Feier des 400 qm. statt. FEST-ORDNUNG: Konzert, Schauturnen, turn. Vorführungen des Vereins, der Damen-Abteilung und der Altersriege sowie einer Anzahl Altersriegen befreundeter Vereine aus der Nachbarschaft. Später TANZ. Zu dieser Festlichkeit laden wir unsere Ehrenmitglieder und Mitglieder mit ihren Damen freundlichst ein, Nichtmitglieder haben keinen Zutritt. 3212 Der Turnrat. mit Kraft, Beizung u. bicht zu vermieten. 3201 Mech. Buntweberei Nottberg& Sohn. Ein kinderloses Ehepaar sucht zum 1. April eine Wohnung (1. Etage) von 4 Räumen u. Mansarde oder ein kleines Einfamilienhaus zu mieten. Etwas Garten erwünscht. Offerten unter L W 3203 an die Geschäftsstelle der Viersener Volkszeitung.. Schöne Wohnung von 7 Räumen mit Garten auf der Rektoratstraße ist per sofort an kinderlose Familie unter günstigsten Bedingungen zu vermieten. 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