imü Kusnahme der, Sonn= und Feierreiss vierteljährlich MIk. 1.50, monatden Beilagen:„Natholisches Sonnt“ und„Illustrierte Unterhaltungs=Beilage“. Gerteljährlich IIk. 1.80, monatlich 60 Pfg. Verantwortlich: J. J. Aeller Diersen inzeigen werden die 5=spaltige Detitzeile(oder derer aum) mit 15 Pfg., kleine Anzeigen(Stellengesuche und ingebote, kleine Verkaufsangebote ufw.) aus dem Verinzeigen: Raum) Angeb breitungsgebiete mit 10 Pfg. berechnet und bis spätesten9 Uhr morgens erbeten. Reklamezeile 50 Pfg.## Deutsche Volks-Blätter Druck und Verlag. Gesellschaft für Druck und Verlag, G. m. b. H., Diersen Mittwoch, den 26 April. Ur. der Postzeitungsliste 7760. 31. Geschäftsstelle: Hauptstraße 20 Ur. 95 1905. Fernsprech=Anschluß Nr. * hetzarbeit. In Breslau hat jüngst der„Evangelische Bund“ an die protestantische Lehrerschaft folgendes sehr charakteristische Schreiben gesandt, das zeigen dürfte, wie auf allen Gebieten gegen die latholische Kirche Sturm gelausen wird: Breslau, Datum des Poststempels. Unsern' Gruß zuvor! Der unterzeichnete Ausschuß wendet sich in dieser ernsten Zeit, in welcher es mehr als je not tut, das bevangelische Bewußtsein zu wecken und zu stärken, an die evangelische Lehrerschaft Breslaus, die für die Pflege und Wahru##g der idealen Güter unseres Volkslebens stets mit warmem Verständnisse eingetreten ist. Wir sind überzeugt, daß, wie die weitesten Kreise unseres evangelischen Volkes,#so auch die evangelische Lehrerschaft an der immer mehr sich kundgebenden Machtentsaltung des Ultramontanismus in Deutschland eine große Gefahr für die kulturelle Entwicklung(1?) unseres Volkslébens sieht. Wohl haben wir nichts für den Bestand unserer evangelischen Kirche zu fürchten— Zeiten der Anfechtung haben nur zu einer Läuterung und Vertiesung(?! a la Fischer) geführt— aber der Friede unseres Volkes ist schwer bedroht. Gewiß: durch den Evangelischen Bund.) Der Ultrgmontanismus hat sich stets als eine trennende Macht im Leben der Völker erwiesen... Die verehrten Herren Lehrer bitten wir, sich freundlichst für das heute so dringend nötige Werk. und Ziel des Evangelischen Bundes zu interessieren und auch in ihren Kreisen Mitglieder zu gewinnen. Wir wollen das Ver ständnis für die großen Gefahren wecken, die uns von Rom her bedrohen, und auf den reichen Segen hinweisen, der unserm Volksleben aus dem alten und doch ewig neuen Quell des Evangelii fließt. Unsere Zeit braucht Männer, die mit offenom, charaktervollem Bekenntnis für die Wahrheit eintreten: daß nur das Evaugelium die Grundlage eines gesunden Volkslebens sein kann... usw. Arbeitsausschuß des Schlesischen Hauptvereins des=Evangelischen Bundes. Eleichzeikig mir diesem Schriftstück wurde jedem einzelnen Lehrer ein Büchlein:„Der Evangelische Bund und die Oeffentlichkeit“ übergeben So sucht man also auch die Erzieher der Jugend, die für den Frieden und die religiöse Duldung arbeiten sollen, für die konsessionelle Hetze mobil zu machen und zum Kampf gegen„Rom“, das heißt: gegen die lathokische Kirche zu sanatisieren. Selbstverständlich will der Evangelische Bund nicht blos die Namen det Lehrer in seinen Listen haben, sondern auch ihre Tätigkeit im öffentlichen Leben, wie sich ja aus der Beilage des Büchleins ergibt. Das Feld der Tätigkeit, des Lehrers ist aber die Schule, also will er den Kulturkampf und die Hetze auch in die Schule hineintragen. ser Agitation des Bundes, so schreikt die„Germania“, die Sympathie, die der Bund stets den Simultanschulen gegenüber bezeigt hat, und man wird die ganze versteckte List und das Ziel dieses sich„evängelisch“ nennenden Bundes verstehen. Leider ist ihm vom„Ehangelium“ wenig geblieben. Um so unbegreiflicher ist es, daß er das„Evatzgelium“ und die „Stärkung des edangelischen Bewußtseins" als Aushängeschild mißbraucht. Kennt er denn nicht die Detise, die heute im ganzen Protestantismus miderhallt:„Hie Glaube— hie Unglaube!“ Weiß er nicht, daß die Partei des letzteren schon so groß und mächtig ist, daß selbst der Obexkirchenrat, also die oberste protestantische kirchliche Behörde, es nicht einmal wagt, einem protestantischen Pastot, der offer' die Gottheit Christi, die göttliche Offenbarung, die Bibel uuswb. also die Fundamental= wahrheiten des Christentums tengnet, das amtliche Auftreten, auf der Kanzel zu verhieten?! Und diesem protestantischen ungläubigen Pastoren, der überhaupt ein Evangelium, d. h. die„frohe Botschaft des Sohnes Gattes“ nicht mehr hat, sind“ aus allen Teilen des Landes von protestantischen Pastoren und Laien die begeistertsten Zustimmungen zu Teil geworden! Wo ist da also„der alte und doch ewig neue Quell des Evangelii" noch, aus dem der„reis che Segen“ fließen soll?! Diese Sprache des Evangelischen Bundes ist sum so unverständlicher, als der Evangelische Bund gerade in den liberalen und ungläubigen Kreisen des Prote stantismus seine Hauptanhänger hat. Wie nennt man di### also, wenn man das„Evangelium“ und die„Stärkung des evangelischen Bewußtseins“ zum Aushängeschild seiner Agitation macht, während beides, wie selbst die protestantische Kreuzzeitung wiederholt nachgewiesen hat, dem„Evangelischen Bunde“ vollständig„schnuppe“ ist?! Es ist wahr:„unsere Zeit braucht Männer, die mit offenem, charaktervollem Bekenntnis für die Wahrheit eintreten, daß nur das Evangelium die Grundlage eines gesunden Volkslebens sein kann“— aber diese charaktervöllen Männer sind nicht im Evangelischen Bunde zu finden. Wäre es ihm ernst mit diesem Satze, dann müßte er dem größten Teile seiner Mitglieder den Laufpaß gehen und selbst— zur katholischen Kirche übertreten. Wenn die Lehrer sich zu konfessionellen Vereinigungen zusam menschließen, sagte dazu die Schl. Volksztg.(177-Beil.) so ist das natürlich ihr gutes Recht, das ihnen niemand verkümmern darf. Diese Verbände werden vielmehr zum Segen gereichen, wenn sie, wie die katholischen Lehrervereine, neben der Beschäftigung mit Standesfragen die Liebe zur eigenen Religion in den Vordergrund stellen. Von einer solchen Friedfertigkeit ist aber in dem Aufruf nichts zu bemerken. Es fordert vielmehr die evangelische Lehrerschaft zum Kampfe gegen die katholische Kirche auf. Wenn die evangelische Kirche nichts für ihren Bestand zu fürchten hat, wie es in jenem Schreiben heißt, dann fehlt dem„Evangelischen Bunde“ doch auch jede Kompetenz, einen solchen Kampf gegen die katholische Kirche selbst in die Schule hinein zu verpflanzen. Wer hier in Wahrheit den Frieden stört, das zeigt der Evangelische Bund gerade durch dieses Rundschreiben an die Lehrer. Man vergleiche mit dieHolitische Nacbrichten. Berlin, den 25. April. Deutschland. : Bei einer,Schießübung des Linienschiffes„Kaiser Wilhelm der Große“ erlitt, wie aus Kiel gemeldet wird, der General= Inspekteur der Marine und Flottenchef, Admiral v. Köster, eine leichte Quetschung des linken Oberschenkels. Der Geschwaderchef Vizeadmiral Fischel, hat seine Stellvertretung übernommen. — Der Staatssekretür des Aeußern der Vereinigten Staaten, Hay, ist mit seiner Gemahlin von Nervi kommend, zur Kur in Bad Nauheim eingetrosfen.. (2 Die Antwort an die Göttinger Universitätsbehörde. Durch Erlaß vom 16. März d. J. hat der Kultusminister bekanntlich verfügt, daß bis auf weiteres die Bildung von neuen Studenten=Ausschüssen sowie der Erlaß von neuen und alle Abänderungen von bestehenden Ausschuß= Satzungen von seiner Genehmigung abhängig zu machen seien. Gegen diesen Erlaß sind Protektor und Senat der Universität Göttingen in einer„Eingabe vom 7. April mit der Bitte vorstellig geworden,„die ohnedies nur bis auf weiteres ergangene Verfügung alsbald wieder aufzuheben.“ Dazu bemerkt jetzt die„Nordd. Allg. Ztg.“:„Die Eingabe ist bereits durch verschiedene Blätter veröffentlicht worden. In Anbe= tracht dieser auffälligen Tatsache erscheint es angezeigt, hervorzuheben, daß die Göttinger Eingabe sich in ihrer Begründung unnötig besorgt zeigt, indem sie dem Ministerialerlaß irrtümlicherweise eine Bedeutung beilegt, die ihm gar nicht zukommt. Denn es handelt sich dabei in Wirklichkeit keineswegs um eine, größere Verwaltungsaltion, sondern lediglich um eine geradezu selbstverständliche geschäftliche Maßnahme. Es liegt bekanntlich In der Absicht der Unterrichtsverwaltung, möglichst bald unter ZZuziehung berufener Organe= der Universitäten und technischen Hochschuten einzelne grundlegende Bestimmungen für die Errichtung und Zuständigkeit der Studentischen Ausschüsse aufzustellen. Solange diese Angelegenheit aber noch in der Schwebe ist, kann es begreiflicherweise nicht für zuträglich erachiet werden, an dem jetzigen Stande der Dinge etwas zu ändern und damit vielleicht der weiteren Entwicklung nachteilig vorzugreifen. Es gilt hier der altbewährte Satz: ut lite inochoata uil innovandumn: Lediglich aus diesem Gesichtspunkte ist die obige Ministerial=Verfügung hervorgegangen; sie hat daher, wir dies die Göttinger Eingabe ja auch selbst anerkennt, einen durchaus transitorischen Charakter, und es ist also auch alle Aussicht vorhanden, daß durch die demnächst in dieser Angelegenheit stattfindenden Konferenzen der Wunsch des Göttinger Senats von selbst in Erfüllung gehen wird. Erst nach Abschluß dieser Beratungen und nach der Verlautbarung ihres Ergebnisses wird eine meritorische Dislussion darüber möglich sein, ob ih det ganzen Sache die a'ademische Freiheit zu ihrem Rechte gekommen ist oder nicht. Uno so mussen auch wir zur Zeit davon absehen, in eine nähere Besprechung der Ausführungen des Göttinger Senats einzugehen, die nur zu geeignet sind, bei Fernstehenden irrige Vorstellungen zu erwecken." Sollten= Rektor und Senat in Göttingen den hier geschilderten Tatbestand nicht gekannt haben? Das ist kaum anzunehmen; dann aber ist ihre Einghbe doppelt befremdlich. Im übrigen nehmen wir an, daß der Minister durch die Hetze gegen die konfessionellen Studentenverbindungen und die damit in Zusammenhang stehenden Ausschkeitungen der Studentenausschüsse veranlaßt worden ist, grundlegende Bestimmungen für die Ausschüsse aufzustellen, und wir erwarten, daß durch diese Bestimmungen den unduldsamen Fanatikern, die, weil im Besitze des gewandtesten Mundwerks und der strebsamen Unverfrorenheit, sich in die Ausschüsse hineinzudrängen wissen, die Terrorisierung und Verrufserklärung der katholischen Studentenkorporationen unmöglich gemacht wird. Der Berliner Anarchist Gladasch ist verhaftet worden. Er ist der Verleger der konfiszierten Broschüre „Der soziale Generalstreik". Die Verhaftung geschab am Karfreitag, als Gladasch das Haus, in dem der Anarchist Burger, ein ebenfalls in der Bewegung hervorragender Genosse, wohnt, verlassen hatte. Schon seit längerer Zeit machten sich Strömungen in der anarchistischen Bewegung bemerkbar, eine große Siedelung in Brasilien zu veranstalten. Jetzt ist folgender Aufruf erschienen:„Kolonie. Wer interessiert sich für Expedition, Kolonialgründung, Siedlung im märchenbaften Bräsilien?" Es wäre gewiß sehr schön,lwenn zahlreiche Anarchisten diesem in anarchistischen Blätternstzerschienenen Aufruf folgen wollten. Leider werden die meisten wohl unsere sämmerlichen, niederträchtigen, für den gewaltsamen Untergang reifen Zustände den brasilianischen vorziehen. Vatikan. * Die Enzyklika über den Katechismusunterricht ist vom 15. April datiert. Der Papst erklärt zunächst, die gegenwärtige Schwäche und Kraftlosigkeit des Glaubenslebens habe besonders in der Unkenntnis der göttlichen Dinge ihren Grund, woraus sich die Notwendigkeit des Unterrichtes in der Christenlehre gerade für die Gegenwart ergebe. Im ersten Teile der Enzyklika, die mit den Worten Acerbo Feuilleton der Viersener Volkszeitung. Unser Einziger. Roman von Th. Schmidt. 34(Nachdruck verboten). Seckels stand sich nicht gut mit der Polizei, insbesondere nicht mit der Baupolizei, die ihn in letzter Zeit schon mehrere Male zum Niederreißen ganzer Wände und zur Neuanferti gung von Fundamenten, deren Herstellung gegen die Haupolizeilichen Vorschristen verstießen, angehalten, in einem Falle ihn beinahe vor den Strafrichter gebracht hatte, weil durch eine falsche Konstruktion der Mauerteil eines Neubaues einfiel und zwei Arbeiter unter sich begrub, die nur wie durch ein Wunder vor dem Tode bewahrt wurden. Seckels nötigte seinen Besuch, im Sopha Platz zu nehmen, holte aus einem reicheschnitzten Rauchschrank ein Präsentierkisichen Zigarren feinster Marke hervor und ließ sich dann erwartungsvoll dem Beamten gegenüber nieder. Herr von Gleichen dankte. „Ich rauche nicht,“ sagte er höflich. Die Herren=kannten sich oberflächlich vom Klub aus. „Ich komme in einer Angelegenheit, Herr Architekt, die Sie sehr interessieren wird," begann von Gleichen.„Es ist Ihnen gewiß bekannt, daß morgen früh vor der Strafkammer hier ein merkwürdiger Fall zur Verhandlung steht. Ein zunges gebildetes Mädchen nämlich ist des Diebstahls eines Halsschmuckes beschuldigt und hat sich deswegen vor dem Strafrichter zu verantworten.“ Seckels erschrak ein wenig, saßte sich aber gleich. „Ich verstéhe, Herr Polizeileutnant, ee handelt sich um die Tochter des verstorbenen Konsuls Reuter: die Zeitungen berichteten ja seinerzeit darüber,“ sagte er scheinbar im gleichgültigen Tone. Jawohl, es handelt sich um Fräulein Reuter. Da Sie der jungen Damce ohne Zweifel einst näher standen— ich schließe das aus einer Begegnung mit Ihnen und ihr auf einem abgelegenen Wege der Eilenriede, ohne daß Sie mich sahen — so möchte ich Sie bitten, mir zu sagen, ob Sie vielleicht in der Zeit, als Sie sich mit der jungen Dame Rendezvous gaben, wirklich die Absicht hatten, Fräulein Reuter zu heiraten und dieser die Ehe versprachen * Seckels verbarg seine Verlegenheit bei dieser Erklärung, mit der ihm auf den Kopf zugesagt wurde, daß er mit Lotte Reuter heimliche Zusammenkünfte gehabt hatte, hinter einem Lächeln des Staunens. „Erlauben Sie, Herr Polizei=Leumant, seit wann kümmert sich denn die Polizei um Liebesangelegenheiten junger unverheirateter„Herren und Damen? Gehört das auch zu den dienstlichen Obliegenheiten eines Polizeilentnants?“ sagte ex„im scherzhaften Tone. „Unter Umständen, ja," bemerkte von Gleichen. „Aber doch wohl nur dann, wenn ein Liebespärchen öffentlich in Aergernis erregender Weise auftritt, oder zu seinen heimlichen, Zusammenkünften verbotene Wege benutzt.“ „Freilich, auch dann. Doch lassen wir den Scherz Herr Architekt,) verstehen Sie mich recht. Sie sehen mich nicht als Polizeileutnant hier, sondern als Freund der Familie Reuter," bemerkte von Gleichen ernst. „So haben Sie wirklich Avancen gemacht bei der Kleinen, mein lieber Herr Polizeilentnant. Da gratuliere ich.— Na ja, ich sah's ja gleich auf dem Balle im Herbst, das Mädel gefiel Ihnen.'s ist auch eine zu süße Pute. Schade, daß man hinter ihren Namen nicht'ne Eins mit fünf Nullen setzen kann. Kleine hat Temperament, Race!—Und-nun—diese dumme Geschichte mit dem Halsband. Ist wirklich zu dumm das! Schade— Jammerschade!" Herr von Gleichen erhob sich entrüstet ob solcher frivolen Reden. „Herr. Architekt, ich kann es nicht dulden, daß ie mich in dieser Weise mit der Familie Reuter in Zusammenhang bringen. Wollte Gott, ich hätte vor Ihnen um die Hand Lotte Reuters angehalten und sie wäre meine Braut geworden, so wäre die Familie sicher vor Schimpf. und Schande bewahrt geblieben.“ Auch Seckels erhob sich jetzt und reckte seine große mannlich=kräftige Gestalt vor dem schlanken, zierlichen Beamten auf. „Ich muß Sie ersuchen, mir Ihre Worte näher zu erklären,“ sagte er kühl. „Ist das wirklich noch nötig, Herr Architekt? Sagt Ihnen Ihr Gewissen nicht, daß Sie mitschuldig an dem Vergehen des jungen Mädchens sind?“ Seckels stampfte wütend mit dem Fuße auf. „Zum Donnerwetter! Herr, Sie wissen wohl nicht, was Sie sagen?“ rief er aufgeregt. Herr von Gleichen blieb ruhig. „Verstellen Sie sich mir gegenüber doch nicht länger. Sie wissen sehr gut, was die Stune der jungen Dame derartig verwirrt hat, daß sie an nichts weiter dachte, als an Sie und ihre Rivalin und wie sie diese von Ihrer Seite wieder verdrängen könne. Fräulein Reuter wußte bestimmt, es steht nur eins hindernd zwischen ihr und ihrem Geliebten— die vermeintliche geringe Mitgift.— Hören Sie mich bitte nur eine Minute ruhig an. Ihr Zorn wird sich dann schon legen. Ohne Zweifel hat Lotte Reuter Ihnen erzählt, wie sie sich im Hause einschränken müßten, da ihr Vater große Verluste am Vermögen erlitten hätte, ohne zulwissen, daß ihr kränklicher und übertrieben sparsamer Vater oft ohne Grund klagte. Wenn auch die Besitzung des Konsuls in Brasilten in den letzten Jahren keinen Gewinn mehr abwarf— was seinen Grund nur darin hatte, daß der Besitzer fern von ihr weilte und alles fremden Händen überlassen mußte— so weiß ich doch, daß sie ein Vermögen repräsentiert, das, nach deutschen Wertbegriffen gemessen, als bedeutend bezeichnet werden muß. Freilich ist dasselbe nicht im Handumdrehen in bare Münze umzusetzen. Und mit schnell flüssig zu machendem Barvermögen werden Sie wohl bei einer Verheiratung rechnen mögen.“ „Erlauben Sie— ich bin einfach paff übek Ihre. Kenntnisse der Familie Reuter und— ich finde keinen pässenden Ausdruck für Ihr Benehmen und Auftreten gegen mich. Sie sprechen da über Dinge, die Sie gar nichts angehen. Hat Ihnen vielleicht Lotte Renter in einer liebesseligen Stunde ihr Herz ausgeschüttet?" Von Gleichen überhörte die höhnenden Worte. Ruhig fuhr er fort. „Sie haben recht, ich rede über Dinge, die mich nichts angehen. Das wollte ich eigentlich nicht, als ich hierher kam. Fräulein Reuter habe ich seit dem Abend ihrer Vorführung auf dem Polizeibureau im Herbst vorigen Jahres nicht wieder gesehen und gesprochen. Ich wünschte nur das Eingeständnis von Ihnen zu hören, daß Sie sich im letzten Frühjahr heimlich mit Lotte Reuter verlobt hatten und die Verlobung nach etwa einem halben Jahre wieder aufhoben, weiter wünschte ich nichts von Ihnen zu erfahren.“ Seckels durchmaß einige Male aufgeregt das Zimmer. „Eye ich Ihnen hierauf antworte, verlange ich zu wissen. wer diese kühne Behauptung, ich sei mit Lotte Reuter verkobt gewesen, aufgestellt hat? Etwa Fräulein Reuter selbst?“ (Fortsetzung folgt.) ainis bezinni, Wortert der Papst, die erwähnte Unkenntnuis herrscht nicht allein in den unteren Klassen, bei denen sie noch eher entschuldbar sei, sondern auch und besonders in den Reihen der Gebildeten, die oft in so dichter religiöser Finsternis und in solcher religiösen Gleichgültigkeit lebten, daß sie kaum an den Schöpfer des Weltalls, an eine Vorsehung und die weiten Lehren des christlichen Glaubens überhaupt dächten. Sie wissen nichts von der Menschwerdung des Sohnes Gottes und der Erneuerung des Menschengeschlechtes durch die Erlösung, nichts von dem h. Meßopfer, nichts von den Sakramenten; ja sie achten gar nicht mehr auf die Bosheit der Sünde. An ihrem Sterbebette muß der Priester noch ihre levten Augenblicke benuten, um sie in den Heilswahrheiten summarisch zu unter richten. ##Von dieser Unwissenheit in Glaubenssachen komme die Sittenverderbnis, während die Retigion die Schönheit der Tu genden zeige und den Willen zum Guten anrege. Zahlreiche Beispiele zeigten zwar, daß die Sittetverderbnis auch bei in der Religion gui unterrichteten Menschen amftrete, aber immer hin trage die Unwissenheit in religiösen Dingen vielfach die Schuld, daß der Wille dem Sittengesetz sich nicht unterwerje. Im zweiten Teil beantwortet der Papst die Frage, wer den religiösen Unterricht zu erteilen habe. Das seien alle See lenhirten: jeder Priester sei dazu verpflichtet kraft seines Amtes und seiner Weibe: vor allem aber obliege den Pfarrern diese Pflicht, welche das Konzil von Trient zur Predigt und zur Katechese verpflichte. Pius N. verbreitet sich dann über die Aufgabe der Katecheten, welche er über die des Predigers und kirchlichen Schriftstellers stellt. Hier gehi die Enzyklika noch nä her auf die zahlreichen Uebelstände ein, welche ihre Ursache in der Unwissenheit haben. nierricht: Die Pfarrer und Pfarrkuraten sollen je ###katechetischen Unterricht erteilen: die Kinder sol Jakramente der Buße und Firmung gebührend vor eig an jedem Tag in der Fastenzeit und, wenn lach Ostern, sollen die Kinder auf die heilige Kom ereitet werden; in jeder Pfarrei soll die Kongre der christlichen Lehre eingeführt werden— reichen nicht aus, so ziehe man Laien zur Beihülfe herau: Städten, In denen Lyzeen und Gymnasien beste keligionsschulen gegründet werden, die Pfarrer unde# sollen jeden Sonn- und Feiertag zu gelegener Siunilie über das Evandelium halten. hluß wendet sich Pins A. in eindringlichen Wore# sischöfe und bittet sie, an der Verwirklichung seiner üicklichst mitarbeiten zu wollen Mittelmeerreise des Kaiserpaares. * Palermo, 29. April. Die Nacht„Hohenzollerg“ verließ gestern Morgen 8½ Uhr in Begleitung des Kreuzers „Friedrich Narl“ und des Kanonenbobts„Sleipner“ Messina bei schönem, wenn auch kühlem Wetter.) Die Schiffe passierten am Mittag die Liparischen Inseln und strafen nach prächtiger Fahr: um 5½ Uhr nachmittags im Hafen von Palermo ein. Während der Fahrt horte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Militärkabinets Grafen v. Hülsen=Häseler und erlhdigte Re gierungsgeschäfte. 1. Mesesina, 25. April. Nach der Abendiafel brgann ein Korso von Booten um dir Hohenzollern. U. a. näherfe sich der Nacht ein geschmückter Dampfer, aus welchem Damen und Herren eine Serenade darbrachten. Auf einem anderen Tamp fer spielte eine italienische Musikkapelle. Das Kaiserpaar, die Prinzen und das Gefolge waren auf Deck.! Der Kaiser befahl der„Hobenzollern“, die italienische Hymne ku spielen, welche mit Bravornfen und Händeklatschen ausgenommen wurde. Der Kaiser leß chierauf die„Mareia reale“ mehrfach wiederholen. Die Scheinwerfer der„Hobenzollern“, und des„Friedrich Karl“ beleuchteten die Dampfer, Boote, Stadt und Berge. Der Kai ser winkte, auf. Achterdeck stehend, mit Mützz und Tuch: auch diesKaiserin und die Prinzen winkten mit Jüchern. Die Begeisterung der Insassen der Boote gab sich in Eviva=Rusen auf das Kaiserpaar und die kaiserliche Familie und Deutsch land kund, die sich immer wiederholten. Die deutsche Hymne ertonte: Böllerschüsse dröhnten und Feuerwerk wurde abgebranni. Endlich leuchtete die lange'Reibe der Paläste am Quai, der höherliegenden Stadtteilr und der auf den Vorbergen liegenden Nastelle und Ruinen in grünem und rotem Feuer auf. Messina, April. Der deutsche Kaiser sandte an den Bürgermeister ein Dank=Telegramm für den Empfang und spendete 1000 Lire für wohltätige Zwecke. Der Aufstand in Südwestafrika. Hapstadt, 25. April. Auf Ersuchen des Geherals Frotha# stellte der englische Korrespondent der Cape Times Un tersuchungen über die angeblichen Grausamkeiten in Damara land an er fand keinen Grund, Klagen über die Deut schen zu erheben. Krieg zwischen Rußland und Japan * In einem militärischen Rückblick auf die sriegsoperationen führt die Voss. Ztg. aus: Beinahe ein paar. Monate sind seit der Entscheidungsschlacht bei Mutden vergangen, und der verlustreiche, zum Teil in pa nitärtiger Flucht ausgeartete Rückzug der Russenk ist nun wohl endalttig zum Stehen gekommen. Einer vollständigen Vernichtung, einem von den Japanern erstrebten Sedan sind die Russen bei Mulden wieden entgangen, obgleich eine Katastrophe unvermeidlich schien, als der damalige Oberfeldherr, General Kuropatkin, in der Nacht vom 9. bis 10. März d. I“, auf beiden Flügeln umgangen und geworfen, also viel zu spät, den allgemeinen Rückzug auf Tieling ca. 8 Meilen nördlich Murden anordnete. Die Japaner faßten gleichzeitig it ihren Umiassungsbewegungen auch die russischen Linien in der Front südlich Mulden am Hunho von Beginn der Schlacht an über all auf das energischste und schärfste an. Sie lenkten hierdurch nicht nur die Aufmerksamkeit der Russen von den Flügeln ab söndern nahmen auch den Abzug des russischen Zentrums, der ihnen möglichst lange verborgen bleiben sollte, sofort wahr und drückten mit ihrer ganzen Kraft die russische Nachhut auf Mut den Jzurück. Die sapanische Feldartillerie, durch viele zur Feld armer von Pori Artbur herangezogene, schwere und weittra gende Batterien verstärkt, Jand nun reichlich Gelegenheit, durch heitiges Verfolgungsselel, die er# tnordnung in die sich bit denden russischen Rückzugskolonnen zu bringen. Der Rückzug mußte in größter Eile in der schmalen Enge swischen der Eisenbahn und dem Gebirge' nordöstlich Mulden, nu beiden Teiten der in dieser Enge in ördlicher Richtung verlaufenden Mandarinenstraße ausgeführt werden., Acußerst gefahrvoll für das Gelingen des Rückzuges war der Umstand, daß nördlich Mulden guch die völlig geschlagenen Truppens des ruffischen Westflügels auf die Rückzugskolonnen des russischen Zentrums stießen, und auf den gleichen Rückzugsweg ange wiesen waren. Die nun kaum noch aufrecht zu haltende Ord nung ging vollig verloren, als in der Gegend von Puho, ei ner Bahnstation ca. 2¼ Meilen nördlich Mulden, dapanische Batterien vermutlich Aavalteriekörpern zugeteilte leichte Ar lillerie bereits am 10. März in Stellung gingen und fast von rückwarts auf die zurückstutenden Massen schossen. Fahr zeuge, Reiter. Fußsoldaten flüchtende Bewohner aus Mulden Aerzte und Krankenschwestern alles in wirrem Durcheinander nach Norden. Taß nicht größere Massen demSchicksal einer Kapitulation versielen, muß als ein Wunder bezeichnet wer den. Mit echt russischer Tapferkeit haben sich diesenigen Trup; pen. die nicht in den allgemeinen Strudel auf der Mandarinent straße verwickelt wurden, zum Teil gänzlich aufgeopfert, um die nachdrängenden Japaner von Rücken und Flanken sernzuhalten. Die Hauptarmee wurde damit gerettet. Nach viertägigem Rückzuge konnten die Russen bei Tieling schon einen Ruhetag einschieben, der für die Herstellung des inneren Halts der Armee von größtem Werte war. Detz Ort Tieling selbst war im Laufe des Winters zur Deckung der in der Nähe des großen Bahnhofs angelegten Munitions= und Provianidepots durch behelfsmäßige Befestigungen geschützt, un es mag der russische Führer wohl gehofft haben, hier längeren Widerstand leisten, zu können. Doch die Japaner ließen ihm keine Ruhe. Am 12. März, an dem Ruhetage, wurden die russischen Arnieregarden bereits wieder#'neftig angegriffen, jedoch gelang es an diesem Tage, alle Angrifft zurückzuschlagen. Am 15. März aber, als wohl die fapanischen Hauptkolbunen in den Kampf eingriffen, mußten die Russen trotz tapferster Gegenwehr weichen. Mau hielt sich nach diesen Kampfen nicht mehr für stark genug, das befestigte Tieling zu halten. Die hier lagernden großen Vorräte wurden in Brand, gesteckt und der Ort geräumt. Was nicht verbrannte, fiel den Japanern in die Hände, die nach einer Meldung des Marschalls Oyama in der Nacht vom 16. März i. Tieling einruckten. Allem Anscheine nach haben die japanischen Hauptträfte hier vorläufig Halt gemacht und nur stärte Sicherungen weiter vorgeschoben, während ihre Kavallerie die Fühlung am Feinde behalten hat. Munitions= und Verpflégungsrücksichten haben gebieterisch dieses Halten gefordert.= Bevor eine weitere tatkräfuge Offenstve erfolgreich fortgeführt werden kann, muß unbedingt für Zeine geregelte Munitions= und Proviantnachfuhr Sor ge getragen werden, letzteres um so mehr, als auf eine Unterhaltung einer so großen Armee aus dem seit Monaten ausge sogenen Lande selbst nicht gerechnet werden kann. In richtiger Erkenntnis dieser Sachlage begannen die Japaner unmittelbar nach der Schlacht bei Mulden mit dem Umbau der Eisenbahn aus der russischen in die japanische Spurweite und wahrscheinlich auch mit dem Bau des zweiten Gleises. Die Russen zogen nach den Kämpfen bei Tieling weiter kördlich und haben scheinbar mit der Hauptmasse der Truppen ln der Linie Tschang=Tschun—Kirin, etwa halbwegs Mulden Charbin, gehalten, wohl in der Absicht hier in einer starken Verteidigungsstellung einem weiteren Vordringen der Japaner nach Norden entgegenzutreten. Der Rückzug in diese tellung scheint ordnungsmäßiger verlaufen zu sein. Die gemeldeten Zerstörtingen der Eisenbahn= und Straßenbrücken kön nen u. a. hierfür als Beweise gelten. Auch die Vereinigung mit dem größten Teite der 1. ruf Rischen Arme#####dir der Schlacht bei Mukden auf dem Ostflügel(General Linewitsch) kämpfte, und die man als verlo ren ansah, trug wesentlich zur Stärtung des moralischen Ele mentes der Hauptarmee bein Trotz des mühsam erkämpften Rückzuges durch das sch###l#rige Gebirgsgelände nordöstlich Mulden rückten diese Truppen nach den Meldungen des Generals Kuropatkin in guter Ordnung mit klingendem Spiel in ihre Stellungen ein. Während der nach deutschen Begriffen völlig unverständ liche Wechsel im Oberkommando und die in den letzten Tagen gemeldeten kleinen Gefechte der Anstlärungstruppen keinen Einfluß auf den großen Gang der Ereignisse auszuüben im Stan de sind, so ist dem plötzlichen, von niemand vorausgesagten Erscheinen der Baltischen Flotte im fernen Osten ganz beson dere Bedeutung auch für den Landkriegsschauplatz zuzumessen. Ohne auf Mummaßungen über die Aussichten der russischen Flot te einzugeben, seien an dieser Stelle nur die bereits fühlbaren Wirkungen kurz erwähnt, die das starke russische Geschwader trotz der großen Entfernung bis zum füdlichen Teile der China=See in Japan hervorgerufen hat. Die Japaner sind nicht mehr Herr der Sitnation auf dem Meere. Ihr Handel mit dem Festlande beginnt gewaltig zu stocken. Die Kurse an der Börse in Tokio fallen, die Schiffsversicherungsprämien sind erheblich gestiegen. Schließlich muß die japanische Heeresleitung schon jetzt damit rechnen, daß einzelne schnell fahrend detachierte russische Kreuzer die Lebensgdern der Mandschurei=Armee zeitweise unterbinden und an die fer Stette recht empfindlichen Schaden verursachen können, ohne daß die japanische Flotte, die bis zur Entscheidungsschlacht zu sammengehalten werden muß, hier schützend eingreifen kann. * Ueber den Verbleib derrüssischen Flotte weiß man auch heute noch nichts bestimmtes. Die in Tokio offenbar gehegte Vermutung, daß Roschdjestwensky sich einstweilen in der Defensive weiter halten wolle, bis Admiral Nebagatöw mit dem dritten Geschwader zu ihm gestoßen ist, hat manches für sich. Roschdjestwensky wird sich dann eine strategisch günstig gelegene Bucht an der Küste von Cochinchi na, also in franzssischen Gewässern, gewählt haben, in der er am besten vor Ueberraschungen durch feindliche Kreuzer und Torpedobootsflotillen sich zu schützen vermag. Diese Periode des Abwartens könnte, falls sie ihm nicht durch Admtral Togo gestört wird, noch annähernd zwei Wochen währen. Auf der andern Seite mag es auffallen, daß Admiral Togo noch nicht die Offensive ergriffen hat, um vor Vereinigung der gesamten Seestreitkräfte dieser zweiten Flotte des Stillen Ozeans einen Teil davon zu vernichten. Jedoch der Gefechtswert, die Kampfkraft der fünf Panzerschiffe des Admirals Nebogatow wird mit Recht vom japanischen Flottenführer nicht so hoch eingeschätzt, als daß#er sich sseiner Chancen begeben sollte, unmittelbar von seinen vorzüglichen Stüppunkten aus, sei es bei Formosa oder vor der Korcastraße, zu handeln, und den strategischen Fehler ### begehen, über1 800 Seemeilen von dem ersteren entfernt, seinen. Gegner an der Küste von Indochina aufzusuchen und sich mit ihm zu schlagen. Er würde dann derselben Ungunst wie sein Gegner unterworfen sein und Gefahr laufen, nach einer verlustreichen Schlacht schwer havarierte Schiffe nicht in einen heimischen Hasen zür Reparatur bugsieren zu können. Russische Unruhen Petersburg, 25. April. Gestern fand die erste Sitzung der„Russische Wiedergeburt“ genannten Gesellschaft statt, die bezweckt, die Regierung zur schleunigsten Durchführung des kaiserlichen Reskrips vom 3. März zu veranlassen, um den Terroriswus zu bekämpfen. w sens. Die selt Jahren und nach den verschiedensten Richtungen viel erörterte behördliche Regelung des Submissionswesens im Handwerk scheint nun endlich feste Gestalt zunächst für Preußen und dann für das Reich annehmen zu sollen. In einer Rede über die Mittelstandspolitik des Zentrums in der laufenden Session wies der Abg. Trimborn vor einigen Tagen in eeiner Versammlung des Volksvereins in Köln auf eine Erklärung des Staatssekretärs des Reichsamts des Innern, Grafen Posadowsky hin, die folgendermaßen lautete:„Das Submis sionswesen ist auch im Reiche Gegenstand fortgesetzter Aufmerk samkeit. In Preußen ist bereits für die Regelung des Submissionswesens eine sehr eingehende Denkschrift ausgearbeitet. Es ist natürlich, daß—. da ja Preußen mit seinen großen Betriebsverwaltungen ein viel größerer Arbeitgeber ist wie das Reich als solches— wir zunächst abwarten müssen, welche Gestalt die Regelung der Submissionsbedingungen in dem Bun deestaate Preußen haben wird. Ich kann aber heute schon versichern, daß in diesen neuen-Tuhmissionsbedingungen ausdrücklich vorgesehen ist, daß die einheimischen Handwerker möglichst vor den auswärtigen berücksichticht werden sollen.“ Dem fügte „Herr Trimborn hinzu; „Diese Erllärung kann ich bahin erganzen, mission zur Handel und Gewerbe, deren Vorsitzender ich der Entwurf der neuen preußischen Submissionsbedingungen vorgelegen hat. Wir haben ihn in vier Sitzungen durchberaten und dabei dieselben Grundsätze, die in dem Antrage Gröber enthalten sind, der Regierung zur Berücksichtigung empsohlen. Der Landtag ist diesem Beschlusse der Kommission für Handel und Gewerbe einstimmig beigetreten. Hiernach steht zu erwarten, daß das Submissionswesen zunächst in Preußen und demnächst im Reich eine erheblich bessere Gestaltung zu gunsten der kleinen und mittleren Gewerbetreibenden erfahren wird. Die im Vorstehenden erwähnten, von Herrn Abg. Gröber ektwickelten Grundsätze vertreten folgendes: 1 Mit dem Prin sip, daß für die Vergebung die Mindestforderung vorwiegend entscheidend sei, müsse gebrochen werden. Eine gerechtere Ent lohnung sei die Hauptsache. 2. Es soll die Vergebung nicht zum Vorteil einiger großer Lieseranten ausfallen; sondern es sollen dabei möglichst viele kleine Gewerbetreibende zugelassen werden und ihren Vorteil haben. 3. Deshalb möglichst freihändige Vergebung; Bildung möglichst kleiner Lose; genügend lange Lieferfristen; geringe Sicherheitsleistungen; Beschleunigung der Zahlungen; 4. Berücksichtigung der Handwerkerge senschaften; 5. Bevorzugung der inländischen und der ortsansässigen Unternehmer; 6. wohlwollende Handhabung der Sub missionsbedingungen.— Wenn die hier aufgestellten Grundsät#e bei der demnächstigen Regelung nur einigermaßen genügende Berücksichtigung finden, so dürste dieselbe gegenüber dem jetzigen Zustande einen annehmbaren Fortschritt bedeuten. Zu wünschen bleibt nur, daß die Regierung nun recht bald aus dem Zustand der Erwägungen mit einer fertigen Verordnung herauskommt. dub der Rheinland und Westfalen * Von der Niers, 25. April.= Ueber die Gegend des oberen und mittleren Niersgebietes ging am Montag nachmit tag nach 4 Uhr ein heftiges Hagelweiter nieder. Der Hagel, in der Größe von dicken Erbsen, siel so dicht, daß in kurzer Zeit alles von Hagel bedeckt war. Am frischen Grün der Bäume und an der Blüte wurde durch den Hagelschlag vielfach Schaden verursacht. * Rheydt, 25. April. Im hiesigen städtischen Kranken hause ist ein junger Mann an Genickstarre gestonben. * St. Tönis, 25. April. Da in der Umgegend von St. Tönis weitere Fälle von Tollwut nicht mehr vorgekommen sind, wird die Hundesperre aufgehoben. * Krefeld, 25. April. Ein hiesiges Dienstmädchen hat sich in Abwesenheit seiner Herrschaft auf gräßliche Weise ums Leeben gebracht. Anscheinend in einem Anfalle von Irr sinn hat es sich mit Petroleum begossen und dann auf dem Abort seine Kleider angezündet. Die Unglückliche hat so schwe re Brandwunden erlitten, daß sie den Verletzungen erlegen ist. * Krefeld=Linn, 25. April. Nachts gegen ½1 Uhr ertönte hier das Brandsignal. In der Rheinischen Fisch räucherei war in dem Lager der Kisten ein Brand ausgebrochen, der schniell um sich griff und den Bestand bald in lodern de Flammen aufgehen ließ. Die Krefelder Berufs= und die Bockumer Freiwillige Feuerwehr waren ebenfalls von dem Brande in Kenntis gesetzt, brauchten aber nicht auszurücken, da die Linger Wehr nach längerer Arbeit Herr über den Brand wurde. * Fischeln, 25. April. Mit Rücksicht auf das Vorkommen des tötlich verlaufenen Falles der Tollwut bei einer Frau in Friemersheim und mehrerer anderen Bißverletzungen durch tollwutverdächtige Hunde ist nunmehr auch für den Umfang der Gemeinde Fischeln vorläufig für die Dauer von drei Monaten die„ undesperre angeordnet worden. * Düsseldorf, 25. April. Beim Billardspielen vom Herzschlage getroffen wurde in einer Wirtschaft an der Jahnund Fürstenwallstraßen=Ecke ein junger Mann. Man schaffte den Verstorbenen nach der nächsten Polizeiwache.— Von der hiesigen Kriminalpolizei ist ein Teil der Wertpapiere im Betrage von 10 000 Ml. aus einem im Jahre 1901 in Breslau verübten Einbruchsdiebstahl beschlagnahmt worden, bei welchem für etwa 50000 Mk. Wertpapiere gestohlen worden waren. Oberhausen, 25—Apr Sämtliche 14 hiesigen Aerzte gehen bekannt, daß sie an Sonntagen und gesetzlichen Feier tagen keine Spreechstunden mehr abhalten werden. Zur Hilfeleistung in dringenden Fällen wird an solchen Tagen je ein Arzt im oberen und unteren Stadtteile vormittags in seiner Wohnung zu sprechen und während des ganzen Tages ortsanwesend sein. * Opladen, 25. April. Im benachbarten Monheim wurde die Leiche eines etwa zwanzigjährigen Mädchens ans Land getrieben Der Körper zeigt Verletzungen. * Trier, 25. April. Der Bahnwärter Benzschawel wurd beim Kontrollieren der Bahnstrecke zwischen Beurig und Schoden=Ocksen von einem Güterzuge überfahren und getötet, als er einem von der anderen Seite kommenden Personenzuge ausweichen wollte. *. Bochum, 25. April. Bei einem dreijährigen Kinde im evangelischen Krankenhause wurde die Genickstarre festgestellt. * Hamm, 25. April. Einen schrecklichen Tod erlitt ein Walzmeister auf der Westfälischen Drahtindustrie Im Begriff, ein Stück„Eisen zwischen den Walzen berauszuholen, geriet er mit der Hand in das Getriebe, der Körper wurde nachgezogen und breitgequetscht. Ein Mitarbeiter setzte, die Walzen schleunigst still, doch zu spät. Der Verletzte starb nach kurzer Zeit. * Bamberg, 25. April. Den Schutz der Ehe hat sich das hiesige Schöffengericht in einer seiner letzten Verhandlungen angelegen sein lassen. In der=Verhandlung gab ein Kaufmann auf die Frage des Vorsitzenden, ob er verhejratet sei, die Antwört:„Leider!" Der Amtsanwalt beantragtt für diese Un gebühr sofort zu vollstreckende drei Tage Haft, das Gericht beließ es aber bei 10 Mark Geldstrafe. * Ein Spaßvogel hatte sichtn Berlin den Scherz gemacht, eine gebrauchte 1000 Mark=Rolle mit Sand zu füllen und##am Aleranderplatz zuverlieren Das Ergebnis war überraschend. Sofort stürzten zwei Herren und eine Dame darauf los. Der eine Herr, der die Rolle erwischte, entfernte sich damit recht eilig, gefolgt von den anderen, die vermutlich ihren Anteil an dem Funde haben wollten. Als der Finder aber merkte, daß er eine Atrappe in Händen hatte, mäsigte er seine Schritte und frug die Verfolger, wer die Rolle verloren hätte; sofort meldeten sich mehrere. Da der Streit nicht geschlichtot werden konnte, warf der Finder die Rolle auf die Straße. Unbekümmert um den Wagenverkehr stürzten sich Männlein und Weiblein auf die Rolle, wobei diese zertreten wurde. Tableau! * Unter einen Straßenbahnwagen ge schleudert und schwer verletzt wurde in Berlin der Kan didat phil. Wilhelm Bröstle aus Friedenau. Er fuhr auf einem Zweirade die Rheinstraße in Friedenau entlang und versuchte vor dem Halse Nr. 37 an einem in gleicher Richtung scchrenden, mit Rüstzeug, beladenen Arbeitswagen der Firma Behlschen vorbei zu sausen. In diesem Augenblick bog der Arbeitswagen in die Popkestraße ein und Bröstle wurde von den weit über die Wagenachsen hinausragenden Rüststangen erfaßt und mit furchtbarer Gewalt zur Seite geschleudert. Der Stu kent stürzte zwischen den Motor= und Anhängewaggon eines in verselben Richtung sich bewegenden Straßenbahnzuges der Linie &(Linkstraße=Steglitz) der westlichen Berliner Vorortbahn und geriet mit den Füßen unter den Schutzrahmen des Anhängewagens. Der Unglückliche konnte erst aus seiner furchtbaren Lage befreit werden, nachdem der Waggon aufgehoben worden war, Bröstle wurde nach dem Kreiskrankenhause Groß=Lichter= felde gebracht. Ihm war, wie dort festgestellt wurde, der rechte Fuß vollständig zermalmt und beide Unterschenkel gebrochen. Außerdem hatte er eine tiese Wunde an der linken Schläfe und Verletzungen an beiden Händen erlitten; der zermalmte Fuß mußte sofort abgenommen werden. * In Eberswalde sind am Karfreitag nachmittag vier junge Leute bei einer Vergnügungsfahrt auf der Oder zwischen Schwedt und Niedersaaten durch Kentern des Bootes ertrunken. Ein junges Mädchen, welches sich gleichfalls im Boote befand, konnte gerettet werden. Das Unglück wurde herbeigeführt bei dem Versuch, das Boot an einem Dampfer zu befestigen. * Den seltenen Fall, daß jemand seine zweite#silherne Hochzeit feiert, meldet der„Brandenburger Anzeiger“ aus Barnewitz: Der Lehrer a. D., Standesbeamte und Postagent August Liepe feierte schon im Jahre 1874 seine silberne Hochzeit. Drei Jahre später wurde ihm die Gattin durch den Tod entrissen, und nach weiteren drei Jahren verheiratete er sich wieder. Jetzt konnte er zum zweitenmale das silberne Ehejubiläum begehen. ** Ein weiblicher Schreiner wird sich dem nächst vor der Meisterprüfungskommission in Kempten der Meisterprüfung unterwerfen. Es ist dies Fräulein Zenzi Geyer von Resselwang, die nun schon 20 Jahre lang— seit ihrem 15. Lebensjahre— in der Schreinerei ihres Vaters tätig ist und sich durch Erwerbung des Meistertitels die spätere selbständige Weiterführung des väterlichen Geschäftes sichern will. Da sich die Handwerkskammer für die Zulassung weiblicher Lehrlinge Gesellenprüfung ausgesprochen hat, dürfte auch in diesem alle die Genehmigung der Handwerkskammer zu erwarten Viersen und Viersen, den 26. April. u. Kommers. Wir machen an dieser Stelle nochmals gus den am heutigen Abend im Hotel Gansen stattfindenden Festkommets aufmerksam, der von ehemaligen Schülern zu Eh ren der Hehren Prof. Farwick, Pros. Florar und Jelchenlehrer Koppentz veranstaltet wird. Alle Freunde und Gönner unseres Gymnasiums sind zu dieser schönen Feier eingeladen. 4. Schihlerfeier. Am Dienstag den 2. Mai findet im Verandasagl) der Erholung eine Schillerfeier seitens des Kathol. kaufm. Vereine für die Mitglieder mit ihren Familien statt. Die Festrede hat der in gutem Andenken stehende frühere Herr Kaplan Mertens, jetzt Religions= und Oberlehrer in Sieele, übemnommen über das Thema: Die sittlichen Grundgedanken in Schillers Dichtungen. Unter anderm gelangen neben musikalischen Darbietungen Deklamationen Schillerscher Ge dichte, wie Bürgschaft, Taucher, Monolog aus der Jungfrau von Orleans 2c. zum Vortrag. * Urlaub für, Postbeamte. Im Bereiche der Postberwaltung ist mit dem 1. April die Dauer des jährlichen, Erholungsurlaubes nach bestimmten Lebensalterstufen geregelt worden, weil das Dienstalter nicht den richtigen, für alle Ver hältnisse anwendbaren Maßstab bildete. Ferner ist bestimmt worden, daß die Beamten und Unterbeamten möglichst frühzei tig Kenntnis davon erlangen sollen, I welcher Zeit sie ihren Erholungsurlaub erhalten, damit sie ihre Einrichtungen treffen können. * Ansichts=Posttarten. Seit dem 1. Februar 1905 darf auf Ansichts=Postkarten die linke Hälfte der Vorder seitc zu brieflichen Mitteilungen mitverwendet werden. Es wird nun vielfach übersehen, daß diese Vorschrift nur für den inne ren deutschen Verkehr Gültigkeit hat, auf den Verkehr mit dem Auslande und auf gewöhnliche Postkarten überhaupt aber keine Anwendung findet. Wer also bei Ansichts=Postkarten nach dem Ausland= und bei gewöhnlichen Postkarten nach dem In= und Ausland= auch die Vorderseile zu brieftichen Mitteilungen verndet, setzt sich der Gefahr aus, daß die Postkarte als Brief handelt und dementsprechend mit Porto belastet wird ss. Die Feier der goldenen Hochzeit der Eheleuzte Johann Krahnen und Adele Krahnen geb. imer fand gestern bei prächtigem, trockenem Wetter und großartiger Beteiligung nicht nur der Nachbarn und des engeren Sektionsbezirks sondern untev Anteilnahme weiter Kreise der Bürherschaft statt. Bereits am verflossenen Samstag war Herr Bürgermeister Sterm persönlich zur Ueberreichung der von Sr. Majestät dem Kaiser und Konig verliehenen goldenen Ehe stands=Medaille an das Jubel-Brautpaar in dessen Wohnung erschienen und äußerte bei dieser Gelegenheit herzliche Worte der Anerkennung für die musterhafte Wlichterfüllung und das schöne eheliche Verhältnis des Jubelpaares in dem verstossenen halben Säculum. Als nun am gesirigen Osterdienstag, dem eigentlichen Festtag, die Glocken der St. Remigiuspfarxkirche zum feierlichen Gotiesdienst riefen und der Zug sich ordnete, der die Eheleute Krahnen in das altehrwürdige Gotteshaus gelei ten sollte, erblickte das staunende Auge einen Schmuck der Sek tionsstraßen, wie er schoner nicht gedacht werden kann. Alle Häuser der Süchtelnerstraße bis zur Kirche hin ohne Ausnah me hatten geflaggt, hinter der Eisenbahnuberführung aber, wo Oberrahser beginnt reihten sich Guirlanden, Flaggenmasten, Tannenbäume in buntem Durcheinander einander an. Den Mittel punkt dieser via triumphalis bildete die Wohnung des Jubel paares, vor der ein reichverzierter Baldachin errichtet war. Den Wagen des Jubelpaares auf seiner Fahrt zur Kirche begleite ten die Kinder und Verwandten desselven, die Nachbarschaft und das Festkomitee. Der hochw. Herr Dechant und Oberpfarrer Strour segnete nach der hl. Messe den vor 50 Jahren ge schlossenen Ehebund aufs Neue ein, gleichzeitig eine kurze herz liche Anrede an das Jubel=Brautpaar richtend. Nach der Rück kehr in die Wohnung erschien auch hier der Herr Dechant, um in seinem eigenen Namen wie auch im Namen der gesamten Pfarrgemeinde St. Remigins den Eheleuten Krahnen seine Glückwünsche auszusprechen. Ferner stellte sich das Festkomi tee zur Ueberreichung des Geschenkes der Sektion ein. Herr Heckers begleitete dieselbe mit entsprechender Ansprache. Der Vizepräsident des Landwehr=Unternununas- und Kriegervereins, Herr Rittmeister der Landwehr=Kavallerie a. D. Fabrikbesitzer Emil Menaen und der Präsident des Kameradschaftlichen Gardevereins Viersen, Herr Bewriebsleiter Johannes Lentz entboten, begleitet von einer Deputation namens ihrer Vereine, deren Mitglied, der Jubelbräutigam ist, unter Ueber gabe von Ehrengeschenken dem Jubelpaar ihre Gratulation Am Nachmittag fand im Saale des Herrn große Holtforth zu nachst Kaffeevisite und nachher Festbankett statt. Auf, zwei bekranzten Sesseln hatte das Jubelpaar. Platz genommen, während der Saal vollständig besetzt war, sodaß die Festteilneh mer bis auf die Straße standen. Der Landwehr=Unterstützungsund Kriegerverein und der Kameradschaftliche Gardeverein erschienen zum Festbalkett in stattlicher Anzahl und marschierten die Gardisten unter den Klängen des so rasch populär gewordenen Gardemarsches in den Saal, was dem Jubilar sichtlich große Freude bereitete. Herr Redakteur Christian Stofsels von der„Viersener Volkszeitung“ hatte auf Wunsch des Festkomitees die Festrede übernommen, in der er die Ideale der christlichen Ehe pries und auf das harmonische Verhältnis des Jubelpaares, das erstere allezeit hochgehalten, hinwies. Mit brausendem Beifall wurde dees vom Redner auf die Eheleute Krahnen motivierte Hoch ausgenommen. Der Ehrenpräsident des Kameradschaftlichen Garbevereine, Herr Ruvol Schardinel, sprach naniens seines Vereins dem Juvelpaare den warmsten Gkückwunsch aus, schilderte in kernigen Worten die patriotische Treue des Herrn Kraynen, der in den sturmbewegten Marztagen des Jahres 1848 die Allerhöchste Person seines Königs und oversten Kriegsherrn mit verteidigen half und gedachte seiner ihm treu zur Seite stehenden Gattin. Das Hoch des Redners galt evenfalls dem goldenen Jubelpaar. Eine hohe Ehre war dem Jubilar durch die Zusendung des folgenden von Herrn Scharoinel verlesenen Schreivens seitens des 2. Garderegiments zu Fuß zuteil geworden, bei dem Herr Ktahnen als attiver Soldat gestanden hat: Berlin, den 23. April 1905. Geehrter Herr Krahnen! Zum Feste Iyrer goldenen Hochzeit mochte auch das 2., Garderegiment zu Fuß, dessen Uniform Sie vor.57 Jahren in sturmbewegter Zeit trugen, den aufrichtigsten Glückwunsch aussprechen. Im Namen des Regiments und seines Offizierkorps gratuliere ich Ihnen und Ihrer Gattin daher von Herzen zu dieser seltenen Feier. Moge Ihnen und Ihrer Frau ein heiterer und freundlicher Lebensavend beschieden sein und moge dem Regiment Ihre treue Anhänglichkeit noch lange erhalten bleiben. Erbprinz von Hohenzollern, Overst und Regiments=Kommandeur. Die Seepesche Kapelle konzertierte in bekannt vorzüglicher Weise, während gemeinschaftliche Lieder und gelungene humoristische Vorträge die Stimmung zu einer urgemutlichen machten. Nicht vergessen dürfen wir der prächtigen Liederspenden des unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Martin Seepe stehenden Männergesangvereins„Liedertafel=Erholung“, die sich allgemeinen Beifalls erfreuten. Wir können unseren Festbericht nicht besser schließen, als daß wir uns den Worten des letzten Redners, Herrn Johannes Leutz an schließen, der sein Hoch dem Festkomitee widmete. Das Komitee, die Nachbarn und die Sektion Oberrahser haben sich was Schmurk der Straßen anbelangt, beinahe selbst übertroffen, und sich so ein ehrendes Denkmal echt nachvarlicher Tugend und biederen Bürgersinnes gesetzt. Moge es steis in Oberrahser so bleiben. Den Jubel=Eheleuten Krahnen sei nochmals unser herzlicher Glückwunsch dargebracht in der Hoffnung, daß ihnen auch das diamaniene Ehejuvilaum in derselben geistigen und körperlichen Frische zu feiern beschieden sein möge wie das verskossene Jubelfest. —* Kaninchenplage. Schon mehrfach sind, uns Klagen darüber zugegangen, daß auf dem hiesigen Kirchhof an der Löh die wilden Kaninchen ihre zerstörende Tätigkeit zum Aerger und Schmerze der davon Betroffenen ausüben. So ging uns auch heute wieder folgendes Schreiben zu:„Sie würden mir und vielen anderen einen Dienst erweisen, wenn ie die Aufmerksamkeit der berufenen Stelle auf einen Gegen stand lenken könnten, welcher von mancher Familie gleich mir bitter empfunden wird. Auf dem katholischen Kirchhof an der Löh befindet sich ein kleines Plätzchen, welches mir als Mut ter besonders teuer und heilig ist, da es mein einziges Töchterchen birgt. Mit Liebe und Sorgfalt hege ich jahraus jahrein Pflanzen und Blumen und hoffte stets, den stillen Hugel auch einmal mit Blüten geschniückt zu sehen. Wohl beginnen wenn der Winter seinen Schlaf beendet hat, sich hoffnungwek kende Kuöspen zu bilden, aber eines Tages mußte ich noch immer zu meinem Leidwesen bemerken, daß die zarten Triebe bis auf den Stiel abgefressen waren. Mit wachsendem Verdruß sehe ich nun schon mehrere Jahre das Vergebliche meiner Arbeit und Opfer. Nach meinen Beobachtungen und Erkundigungen wimmelt es auf dem Kirchhofe von wilden Kaninchen und es wird in den Kreisen meiner Bekannten über das glei che. Mißgeschick geklagt. Sollm es da nicht möglich sein, Ab hulfe zu schaffen und dadurch Rücksicht aus die Empfindungen und die Opfer an Zeit und Geld zu bekunden, die die Hinterbliebenen ihren lieven Verstorbenen entgegenbringen? Eine Mutter.“ Wir können es der Mutter und ihren Leidensge fährten wohl nachfuhlen, wie schmerzlich es für das pietätvolle Empfinden sein muß, sich in den gehegten Hoffnungen immer wieder getäuschi zu sehen.—Indes verhehlen wir uns auch nicht, daß die Abstellung des Uebelstandes nicht so leicht ist. Da der Kirchhof bei Tage ständig überwacht ist, werden die Nagetiere wohl von gußen abends oder bei Tagesanbruch durch die Umzäunung eingringen. Wie diesem vorzubeugen ist, könnte vielleicht erwogen werden Ob ein Fortschießen der Tiere angängig und ratsam wäre, würde vielleicht auch in Erwägung zu ziehen sein) in diesem Fälle würde eine Storung der Ruhe des ernsten Ortes mit in Betracht kommens Jedenfalls würde es von vielen dankbar anerkannt werden, wenn der lästigen Plage auf die eine oder andere Weise ein Ende bereitet wer den könnte, und wir hoffen, daß die Klage obiger Mutter nicht ungehört bei den berufenen Stellen verhallt. * Entwichen ist aus dem hiesigen allgemeinen Krankenhause laut Kref. Ztß. ein geisteskrankes 15jähriges Mäd chen. Bis jetzt fehlt jede Spur. G' Zwei, kämpfende Amazonen amusterten gestern Morgen in der Nahe des Bahnhofes die Passanten der Bahnhofstraße. Nachdem ein gründlicher, nicht gerade dem nigge entnommener Wortwechsel erfolglos gevliepen, gingen die beiden Schonen bald zu Tatlichkeiten über. Einige schal lende Ohrseigen eröffneten das Gefecht. Dann fuhren sie sich gegenseitig in die bolden Locken, deren künstlicher Bau natur lich bald einem wüsten Chaos glich. Ein herzugerufener Friedeusstifter in Gestalt eines behelmten Schutzgeistes vermochte nicht die beiden Kamoscharaktere versöhnlich zu stimmen. Zum Gaudium der Umstehenden zog zum Schluß die eine der kampf lustigen Schönen nach Nord, die andere nach, Süd von dannen. —— Süchteln, 25. April. Die jährliche Generalversammtung des Kirchengesangvereins sand gestern im Lokale Kemkes statt. Der Kassenbericht ergab ein sehr günstiges Resultat, wobei die finanzielle Unterstützung des Vereins durch die Pfarrgenossen in der stattlichen Zahl von zirka 120 Ehrenmitgliedern sehr wesentlich ist. Durch die Erweiterung des Ver eins zu einem gemischten Chore sind indes auch größere An forderungen an die Kasse namentlich betreffs Anschaffung neuer Musikalien gestellt worden. Drei neue aktive Mitglieder wur den durch Ballotage in den Verein ausgenommen, nämlich die Herren Küppers, Terkatz und Braun. Der Präses, Herr Pfar rer Busch, regie die Beschaffung einer Fahne für den Verein an um auf der Orgelbühne mehrRaum für die Tanger in gewinnen, fand eine Aussprache dahin statt, daß der Spieltisch, der mitten vor dem Orgelgehäuse steht, seitlich verlegt werde, worüber vorher das Urteil des Erbauers der Orgel gehört werden möge. Der Verein beschloß, sich aktiv mit dem Männergesangverein„Konkordig“ an der Schillerfeier am 28. Mai zu beteiligen. Einer Einladung des mehr als 25 Jahre lang aktiven Mitgliedes M. Rirkens, sich an der kirchlichen Feier seines 25jährigen Ehejubiläums zu beteiligen, sagte der Verein zu. Für den kommenden Sommer wurde ein gemein schaftlicher Ausflug des Kirchenchores in Aussicht genommen —— Süchtelnvorst, 26. April. Der hiesige Radfahrerverein„Immerlustig" beteiligt sich am 7. Mai in Neuwerk an dem großen Preis= und Kunstfahren. Am 9. Juli veranstaltet eder hiesige Verein im Lokale Peeters ebenfalls ein großes Radfahrerfest, bestehend in Preis=, Kunst= und Corsofah ren, wozu die Vorarbeiten bereits getroffen sind: Es sollen 17 auswärtige Vereine sich beteiligen. Gleichzeitig feiert der genannte Verein alsdann die Standartenweihe. Die Anferti gung der Standarte wurde der Fahnenfabrik W. Hannemann in Düsseldorf in Auftrag gegeben.— Die Anwohner der Stra ße von Liffers bis zum Bahnübergang haben in den letzten Tagen öfters gegen das Eindringen des Wassers in ihre Wohnungen kämpfen müssen. Die Straße wurde im vorigen Sommer kanalisiert; jedoch erweist sich die Kanalisation als ungenügend, besonders hinsichtlich des Wasserabflusses. Aus einem Hause(die Eltern waren für einige Stunden abwesend) mußten die Kinder, welche nach einer Regenschauer bis über, die Kniee im Wasser standen, von fremden Leuten herausgeholt werden. Falls nicht bald Abhilfe betreffs der Kanalisierung geschaffen wird, dürfte den Bewohnern, wenn Gewitter mit reichlichem Regen eintreten, noch Schlimmeres bevorstehen. Letzte Drahtnachrichten der Viersener Volkszeitung 6 Tschifu,,26. April. Aus Korea wird berichtet, Admiral Togo hätte am 20. April mit einem größeren Teil der Flotte in der Masampho=Bucht gelegen. (9 Saigon, 26. April. Der Korrespondent der Agence Havas in Kamranh telegraphierte: Es verlautet, etwa 20° japanische Kriegsschiffe haben am Sonntag abend zwischen 8 und 9 Uhr die Kamranh=Bucht passiert. Zwei von Saigon kommende mit Reis beladene Frachtdampfer mit der Bestimmung nach Japan wurden von den Russen aufgebracht. Russische Offiziere erklären, daß das Geschwader des Admiral Roschdjestwensky zur Schlacht entschlossen sei; jedes Schiff habe einen besonderen Auftrag, das japanische Admiralschiff werde jedoch das Ziel des ganzen Geschwaders sein. Am Tonntag vormittag wurde von neuem Kanonendonner gehört; die einzelnen Schüsse folgten in Zwischenräumen. + Paris, 26. April. Agence Havas meldet aus Sai gon: Es ist unrichtig, daß die Mannschaft des russischen Kreu zers Diana zu dem Geschwader des Admirals Roschdjestwens ky gestoßen sei. Litterarisches. Zu Gott, mein Kind! 2. Bändchen. Belehrungen und Gebete für Firmlinge und Erstkommunikanten. Von P. Cölestin Muff, O. S. B. 432 Seiten. Gebunden in Einbänden zu Mk. 1,— und höher.— Einsiedeln, Waldshut, Köln a. Rh. Verlagsanstalt Benziger u. Co. A.=G. Ein Firm= und Kommunionbüchlein, das sich nach Inhalt und Ausstattung sowohl, als in seiner Billigkeit mit dem 2. Bändchen von„Zu Gott, mein Kind!“ messen könnte, wird sich kaum finden lassen. Es ist dies wahrhaft ein goldenes Büchlein, wie es nur P. Cölestin mit seiner gründlichen theoretischen Bildung und einer langjährigen praktischen Erfahrung in der Jugendseelsorge dem Kinde zu bieten vermag. In den vielen Illustrationen, 8 farbigen Einschalt= und 16 Meßbildern, Randeinfassungen und Kopfleisten, von einer pietätsvollen Künstlerhand für dieses Werklein eigens geschaffen, findet das aufmerksame Kind ungezählte Fingerzeige auf das gelesene Wort, das im Beschauen dieser bildlichen Darstellungen um so nachhaltiger auf Verstand und Herz des Kindes wirkt. ( Warum feiern wir Schillers Todestag? Von Berthold Otto. Mit Schillers Bildnis nach dem Gemälde von Anton Graff und einer Abbildung von Schillers Wohnund Sterbehaus in Weimar. 21. bis 30. Tausend. 3 Bogen gr. 8. geheftei 20 Pfennig; bei direkter Zusendung 25 Pfg. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses in Halle a. S.— Unter allen Schriften, die aus Anlaß der 190. Wiederkehr des Todestages des großen Dichters erschienen sind, zählt die vorgenannte zu den interessantesten und lesenswertesten! Der Verkauf von 20 000 Eremplaren spricht am besten für die Vortrefflichkeit der Schrift. Jeder, der an einer Schillerfeier teilzunehmen die Absicht hat, sollte sich vorher mit dem Inhalt dieser Schrift bekannt gemacht haben, deren äußerst billiger Preis die Anschaffung jedermann ermöglicht. Mit aufrichtiger Freude und Dankbarkeit muß es begrüßt werden, daß dem musikliebenden Publikum um den billigen Preis von 40 Pfennig jetzt schon Lieder, wie„Kommt daher ein Edelmann“ aus Humperdincks neuester komischer Oper „Die Heirat wider Willen“ geboten werden. Dieses Verdienst, eine wirkliche Lücke in der periodischen Musik=Literatur ausgefüllt zu haben, gebührt den Verlegern W. Vobach u. Co. in Berlin, die, ahne Opfer und Mühe zu scheuen, die überall beliebte und jetzt schon weit verbreitete musikalische Zeitschr „Die Musik=Mappe“ schufen. Das neueste uns vorliegende, auf starkem Notenpapier gedruckte Hest enthält aber nicht nur dieses eine Lied, sondern noch verschiedene Original=Kompositionen von Ignaz Brüll, Eugen Hildach, Lederer=Pirna u. a. mehr. 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Heu 50 Kilo 3,80—4,80 Luzernerheu. 50 Kilo 5.20 Maschinenstroh 500 Kilo 22.— Flegeldrusch 500 Ktlo 24.— Butter per Kilo 2.50 Eter(100 Sths.— blieben Preise samtlicher Frucht* 50.25 1.75 Aveel per 100 Kilo Rüböl in Partien von 100 Cm.(ohne Saßz Rüböl per 100 Kilosaßzweise sohne Faß) Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. häher a#5 Ruldl Rubluhen per 1000 Kilo waggonwense% „ in kleineren Partien 1 10.— Kleien per 50 Kilo 5.20 Rubkuchen 1 Ml. niedriger. 106. A. Schaaffhausen'scher Bankverein Aktienkapital 125 000 000 Mark Viersen, den 26. April 1905. Wochsel Brief Geld Geld=Kurse Nehmer. m 100 fl. k. Rouerdam) 100 F= /2 P. Autwerpen 100„ fl. S. Brüssel] 100 Fr. 2 M. London Lfnr. k. S. „„ 3 M. Puis 100 Fr. l. S. „ 105„ 2 Me Ital. Pläge ru. 1000k. S. „„ M. Schwen 100 Fr. Wien 100 Fl. 100 51 New=Yorl 16985 91.40 20.49 61.60 81.55 1. 2 M. vista 81.40 55.45 C## 169 35 Sovereiens —.— Engl. Norn 81.— 20=Fr.=Stücke —— 5=Fr.=Stücke 20 45 frunzös Noien belgische„ 81.20 holländ.„ amerik. Gold 81.15"„ Noten öster:.„ 81.— schwetz. 85 05 20.41 20.43 10.15 4— 81 15 81.20 109.25 3. 10 85.15 81.20 4.18. An- u. Verkauf von Wertpapieren zu vorteilhasten Bedingungen. Uninteressierte Auskunft über alle Wertpapiere. Unentgeltliche Entgegennahme von Zeichnungen auf alle zur Ausgabe gelangenden Aktien=, Staats= und andere Papiere. Kostenlose Einlösung samtlicher Coupons und Dividendenscheine. Fast alle 3½% und 4%0 Pfandbriefe erstklassiger deutscher Hypothekenbanken erlassen wir zum Berliner Tageskurse frei von allen Spesen. Verwaltung von Wertpapieren, Dokumenten aller Art und Aufbewahrung von Wertgegenständen. Kontrolle der Auslosung. Annahme von Spareinlagen in jeder Höhe— Verzinsung je nach der Kündigungsfrist verschieden. Die Verzinsung beginnt mit dem auf die Einzahlung folgenden Werktage. Annahme von Depots unter eig. Verschluß des Besitzers: Safes. Kostenlose Umwechselung aller Coupons und Dividendenscheine. Ankauf guter Geschäftswechsel, Eröffnung lausender Rechnungen und Check-Cönti, An- und Verkauf von Devisen, sowie Besorgung aller sonstigen in das Bankfach schlagenden Geschäfte. Geldwechsel. G Wegen Umbau Schures-Feier zu Viersen! Nn 9. Mai hegeht das deutsche Volk den 100. Jahrestag des Todes eines seiner großten Söyne, des Lichterfürsten Schiller. In sast allen Städten Deutschlands und auch ch die Grenzen ng##es Vaterlandes, hinaus veranstalter man Gedenkseiern um dem cheren Dichtungen im deutschen Volke fortleben, die Zugend begeistern und oie selbst am Greisenalter ihre bezaubernde Macht immer wieder bewähren, begeisterte Huldigungen darzubringen. Auch in Viersen wollen wir in einer8s Fest- Feier am Sonntag, den 7. Mai, im Saale der Erholung er den Iol unserer Verehrung weihen. Hierzu laden mir unser. Mi en Pr, Me., In Sanie der Brhlelung Schiller den Zoll unserer Verehrung weihen. Hierzu laden wir unsere Mitbürger freundlichst ein und bitten dieselben sich an der Gedächtnisfeier rege beteiligen zu wollen. Näheres wird später in den Zeitungen bekannt gegeben. Der Festausschuß: Dr. Ahrend, Oberlehrer; Brauers, Fabrikbesitzer und Stadtverordneter Corty sen., Fabrik besitzer und Stadtverordneter; Davidts, Hauptlehrer; Denhard, Rentner; Dohmesen, Stadtverordneter; Farwick, Professor; Faßbender, Lehrer; Florax, Professor; Gehlen, Fabrikpesitzer: F. H. Gocters, Fabrikvesitzer: Kommerzienrat Greef, 1. Beigeordneter; Houfer, Musikdirektor; Jak. Jansen, Rentner; Joosten, Kaufmann; Jos. Kaiser, Fabrikbesitzer und Beigeordneter; Lohmann, Kaplan; Dr. Löhrer, Gymnasialdirektor; F f. K a r f e r, F a o l n t b e n g e r u n d ####mme, murtan gupt. Tpyret, Gymnasialdirektor; Emil Mengen, Fabrikbesitzer; Adolf Nottberg, Fabrikbesitzer: Dr. Paal, prakt. Arzt; Fr. Peters, Kaufmann und Stadtverordneter; Preyer, Stadtverordneter; Rauch, Rentner; Remy, Amtsrichter, Jof (Schauh Fahrithoffn Kunih, bientiler; Kemy, Amtsrichter., Ko#. Schaub, Fabrikbesitzer und Stadtverordneter: Stern, Bürgermeister: Stroux, Dechant: Schürkes, Beigeordneter; Vits, Pastor; Ed. Wentges, Beigeordneter; Dr. Witthoff, Sanitätsrat; Zahn, Fabrikbesitzer und Stadtverordneter. 1744 re * 1748 Das neue Schuljahr beginni, Mittwoch, den 3. Mai. Anmeldungen werden schriftlich jederzeit, mündlich Donnerstag, den 13. und Freitag, den 14. April, morgens Hauptstraße 311 entgegengenommen. E. Miessen, Vorsteherin. 000 400 grosser * Räumungs=Ausverkauf sämtlicher Waren zu bedeutend ermäßigten Preisen. Tapetenreste sowie ältere Muster werden zu jedem annehmbaren Preise abgegeben. Herm. Hahn, Viersen, Hauptstr. 119. 647 C Zur 9“ Ulmer Münster Geld-Lotterie mit 7770 baren Geldgewinnen. Hauptgewinn: 75000 Mk. versendet" Original=Lose inkl. 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