täglich mit Ausnahme der Senn= und Heier## vierteljährlich zugspreis; viertehjährlich III. 1.50, monatNa., mit den Beilagen:„Natholisches Sonnnd„Illustrierte Unterhaltungs=Beilage“ nIk. 1.80, monatlich 60 Pfg. Verantwortlicher Redakteur: P. Brandts=Sobieski, Viersen Anzeigen werden die 6=spaltige Detitzeile(oder derer Raum) mit 15 Pfg., kleine Anzeigen(Stellengesuche und Angebote, kleine Verkaufzangebote usw.) aus dem Derbreitungsgebiete mit 10 Pfg. berechnet und dis spätesten9 Uhr morgens erbeten. Reklamezeile 50 Pfg. " Druck und Verlag(S. m. d. H.) in viersen 688 Redattion und Nr. 269 1905 Fernsprech=Anschluß Nr. 1. Mittwoch, den 25. Aevember. 689 Der Reichstag nunmehr endlich auf den 3. Dezember, a'so auf Donnerstag nächster Woche einberusen worden. Was der Grund für die lange Hinauszögerung der Bekanntmachung des Einberufungstermins war, ist umbekannt. Man hat auf die Operation des Kaisers als Grund hingewiesen; das klingt aber nicht recht stichhaltig, da ja längst bekannt war, daß die Wunde in einigen Tagen vollständig werde geheilt sein. Vielleicht hatte man überhaupt keinen rechten Grund für die Verzögerung, sondern verzögerte eben. Vor Weihnachten bleiben dem Reichstage für seine eigentlichen Beratungen keine vierzehn Tage. Außer der ersten Lesung des Etats wird wohl nur noch die Vorlage wegen Verlängerung des deutsch=englischen Handelsabkommens erledigt werden. Die Etatsberatung wird vermutlich ebenso ausgedehnt wie lebhaft werden. Muß man doch wegen der Wahlen mit einander abrechnen, und außerdem ist in der Zeit nach Schluß der vorigen Session so viel geschehen, worüber sich reden läßt und deshalb geredet werden muß, daß an. Stoff kein Mangel M. Die Sozialdemokraten werden natürlich ihren 3 MillionenWählern entsprechend lange und kräftige Reden halten zu müssen glauben. Glücklicherweise haben sie auch ihre sehr schwache Seite und das ist Dresden. Die Konservativen scheinen sich diesmal an den Angriffen auf die Regierung besonders lebhaft beteiligen zu wollen; die Kreuzztg. hat schon so etwas angedeutet. Sie sind hauptsächlich deshalb unzufrieden, weil die Regierung bei den Wahlen aus ihrer Passivität nicht berausgetreten ist und nicht die Parole ausgegeben hat: Gegen die Sozialdemokratie! bisher noch kein neuer Handelsvertrag abgeschlosBosgen ist, sen Worden ist, darf man doch damit rechnen, daß der eine oder andere dem Reichstage noch in dieser Tagung zugehen wird. Wenn die Sozialdemokraten, wie sie übermütig angefindigt haben, keinen auf Grund des neuen Zolltarifs abgeschloffesten Vertrag zustande kommen lassen wollen, so werden ## wir wieder heftige parlamentarische Kämpfe erleben, aber sicher wird man der randalierenden Genossen schließlich ebenso Herr werden wie im letzten Winter. Die sonstigen Vorlagen, die der Reichstag zu erwarten hat, sind so ziemlich, alle bekannt. Eine Militärvorlage soll erst im nächsten Jahre kommen. Gleichwohl scheint nicht einfach das alte Quinquennatsgesetz auf ein Jahr verlängert, vielmehr jetzt schon im Etat eine Erhöhnug der Präsohzstärte gesordert werden zu sollen, und zwar binan###ehend über das, was bisher darüber verlautete. Eine Zeitungskorrespondenz meldet, der nächste Militäretat werde sich außerhalb des Rahmens eines Quinquennats halten, was doch wohl heißen soll, er werde ansehnliche Mehrsorderungen bringen. Eine Militärvorlage ist auch das neue Militärpensionsgesetz, das den Etat mit fast 20 Millionen neu belasten soll. Die Debatte darüber wird sich wohl sehr ausdehnen, weil es an noch weiter gehenden Forderungen nicht fehlen wird und das ganze militärische Pensionierungswerfahren; zur Sprache kommen dürfte. Ebenfalls eine halbe Militärvorlage ist die Novelle zum Servisgesetze. Auch sie wird natürlich höhere Ausgaben bringen, teils infolge der Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses, teils infolge Veränderung der Ortseinteilung. Es wird ja auch nicht an Abgeordneten fehlen, die die Bitten der Gemeinden um Versetzung in eine höhere Servisklasse unterstützen. Die Börsenleute werden sich freuen über die Novelle zum Börsengesetze, die aber ihre Herzenswünsche kaum befriedigen dürfte. Angeblich soll auch eine Vorlage wegen Ermäßigung der Börsensteuer in Aussicht sein. Ob der Reichstag sich darauf einlassen wird, erscheint angesichts der heutigen Finanzlage doppelt fraglich. In den letzten Tagen ist aus den Ausschüssen des Bundesrates das Gesetz über die kaufmännischen Schiedsgerichte wieder aufgetaucht, das zu heißem Streit Anlaß geben dürfte wegen der Frage, ob besondere Kaufmannsgerichte gebildet oder diese„an die Gewerbegerichte angegliedert, oder mit den Amtsgerichten verbunden werden sollen. An weiteren Vorlagen, die über kurz oder lang an den Reichstag gelangen sollen, sind noch genannt worden: eine Novelle zur Seemannsordnung und der Gesetzentwurf über den Privatversicherungsvertrag. Ob sie in dieser Tagung schon kommen, erscheint recht fraglich. In noch weiterem Felde dürften verschiedene sozialpolitische Vorlagen, wie die über den Versicherungs zwang für Privatangestellte und über weitere Einschränkung der Frauenarbeit in Fabriken liegen. Der sicher zu erwartende Arbeitsstoff wird ja auch ohnehin für die Tagung ausreichen. Daneben werden es die Parteien wohl auch nicht an eigenen gesetzgeberischen Vorschlägen fehlen lassen. Sie kommen ja mit neuem Eifer zurück. Zum Präsidenten des Reichsigges wird natürlich wieder Graf Ballestrem gewählt, werden. Die eine Vizepräsidentenstelle wird wohl dem Jonservativen Abg. Grasen„Udo zu Stolberg wieder zufallen. Wer für den nicht wiedergewählten nationalliberalen Abg. Büsing die andere erhält, steht dahin. Singer oder sonst einer der Genossen erhält sie sicher nicht. Die Sozialdemokraten werden ja Anspruch auf einen Vizepräsidenten erheben, aber über diesen Anspruch wird man glatt zur Tagesordnung übergehen. Ob im neuen Reichstage die alte ständige Beschlußunfähigkeit herrschen wird? Wir fürchten sehr. Anfangs mag sich ja einiger Eiser zeigen, aber er wird bald nachlassen. Die gleichzeitige Tagung verschiedener Einzellandtage, besonders des baperischen, wird die Leere im Reichstage ganz besonders„gähnend“ machen. Ob es bald Diäten gibt? Man hört nichts davon. Viersen, Petersplatz s# Ur. der Dostzeitungsliste 7766. 29. er im Laufe des Winters noch verwirklicht werde. Die Annahme sei nicht abzuweisen, daß der Kaiser selbst an die Reise in ein milderes Klima zur Erholung und Kräftigung nach der peration gedacht habe und wohl noch denke. A Für den konfessionellen Frieden tritt ein suddeutscher evangelischer Geistlicher in einer Zuschrift an die Kreuzzig lebhaft ein. Katholiken und Protestanten keien nun einmal als getaufte Christen Geschwister eines Hauses. Man solle die Streikart begraben. Es gebe genug andere Feinde, deren gemeinsame Bekämpfung im Interesse der Kirche liege. Die religiösen und sittlichen Notstände schreien zum Himmel. Es fehle doch nicht an so manchen katholischen Geistlichen und Bischösen, die genau so patriotisch empfänden, wie andere gute Deutsche. Man habe nicht den Eindruck, daß sie heuchelten, ja es hieße sie grundlos verdächtigen, wenn man ihnen einen aufrichtig dem Kaiser und Reich zugewandten Sinn absprechen wollte. Was hindere, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen, um des Volkes geistliche Not zu lindern? Man sei aber heute in der Verbitterung so weit gekommen, daß man den Wert lauterer Beweggründe gar nicht mehr erkenne. Auch dieser süddeutsche Geistliche wird bei den Fanatikern vom Schlage des evangelischen Bundes tauben Ohren predigen. Vatikan. * Bischos v. Anzer wurde in der Anima aus dem Abott fast leblos aufgefunden. Ein Gehirnschlag hatte ihn getroffen. Der Rektor der Anima, Msgr. Dr. Lohninger, erteilte ihm die letzte Oelung. Im selben Augenblick fuhr der preußische„Gesandte Frur. v. Rotenhan zum Gegenbesuch bei der Animn vor und war beim Sterben zugegen, ebenso die Kapläne der Anima. Msgr. Anzer, gebören 1851, erreichte ein Alter von 52 Jahren. Amerika. * In Santo Domingo gilt der Abschluß eines Waffenstillstündes zwischen der bisherigen Regierung und den Aufständischen, sowie die Abdankung des Präsidenten Gil zugunsten Jimenez' für wahrscheinlich. Ostasien. * Der russische Gesandte in Soul richtete an die koreanische Regierung eine Note, in der erklärt wird, wenn Korea die ergangenen Warnungen nicht beachte und darauf bestehe, Jonghampo und Insota zu öffnen, werde Rußland dagegen vorgehen. China. * Der Vizekönig hat dem Kaiser von China erklärt.„ er sei bereit, den Russen in der Mandschurei den Krieg zu erklären.“ Das Findelkind von Erzählung aus dem dreißigjährigen Kriege. Für das Volk und die Jugend geschrieben von Frei: g. Die alten Gladbacher waren durchweg einfache, kräftige und biedere Leute, welche viel auf gutes Essen und Trinken hielten, und wenn sie bei Festlichkeiten die Orte Dülken; Viersen und Süchteln besuchten, dann wurde dort mir Speise und Trank gewaltig aufgeräumt. Man sagte von einer Gladbacher Bruderschaft, wenn sie auf irgend einem Feste gewesen war. die Kielmännazs sind hier gewefen und haben alles gusgegessen. Süchteln stand wohl im Essen und Trinken bei Festgelager obenan. Verschiedene Geschichtsschreiber berichten uns,„daß von Amtswegen für Süchteln besondere Verfügungen erlass, den mußten, da bei verschiedenen dort stut. so viel gegessen und getrunken wurde, daß die Zecher auf den Tisch lotzten?s und überall herum kotzten und speiten und dann noch durch die Wirtshäuser zogen und tranken, Händel anfingen und den Wirten die Bierkannen und Trinkkrüge in Stücke an Sachteln und Düllen waren bedeutende Handelsstädichen. Die Bewohner von Gladbach und Umgegend kauften auch dort ein vorzügliches Laaldoof?? Dieses wurde viel verbraucht, da auch die Frauen schwarze Tuchkleider und große Kragenmantel von diesem Stoffe trugen.77706 4re An Wir wollen jetzt zu unserer Familie zurückkehren. An ernem Morgen, es war im Dezember und sehr kalt, sehen wir früh in der Dämmerung den Großvater und den Meis kob mit seinem ältesten Sohne den Weg auf Gen=Holt ten, am Engelshof vorbei, bis sie am Kreuzend im dichten Walde vor einem hölzernen Kreuze Halt machten.„Nun sag ich Euch nochmals," begann der Großvater,„schlaget nicht d Weg über Hilfart ein, Ihr kommt an der Roer nicht durch 25. Kielmänns. Das heißt: Männer, die kielen, sich ankielen, ungeheuer viel essen. MIZIh, der Pfarrei 26. Vergleiche Dr. P. Norrenberg, Geschichte der Pfarrei und des Dekanates M.=Gladbach, Süchtelner Reformationswir27 9 ale=Dook. Laale heißt im Niederdeutschen schwarzes Tuch oder Brabanter Tuch. Politische Nachrichten. Berlin, den 24. November Deutschland. Die Preußische Korrespondenz will zu der Erklärung ermächtigt sein,„daß alle Mitteilungen über einen bevorstehenden Aufenthalt des Kgisers im Süden auf Erfindung beruhen.“ Demgegenüber versichern mehrere Blätter, das sei nicht richtig. Der Plan habe bestanden, wenn er auch noch nicht fest beschlossen war. Es sei auch nicht ausgeschkossen, daß dieser Jahreszeit; der Fuhrmann Klaas sagte mir, er habe ei nen großen Umweg machen müssen, weil die ganze Niederung von der ausgetretenen Roer überschwemmt sei. Es ist ja nach Gängel: über Linnich und Geilenkirchen ein weiter Umweg, aber der Weg ist doch gut. Seid nur recht vorsichtig, allerlei Volk treibt sich umher. Schmiert Euch nur die Beine, es wird mich wundern, wie wett Ihr heute kommt.“ Meister Jakob versprach dem Großvater, seinen Rat zu befolgen und der Sohn versicherte, er würde den Marsch aushalten und mit dem Vater heute noch nach Gangelt kommen. „Aber, Junge,“ scherzte der Alte,„wenn man Euch unterwegs durchbläut, was dann?" Dann werden wir uns wehren," erwiderte Meister Jakob, „es wird auch wohl so gefährlich nicht sein, Du willst uns nur bange machen.“ Nein, durchaus nicht, Ihr sollt nur auf Eurer Hut sein, und wenn es Hiebe gibt, so wird der Junge sich nicht wehren, da er sich fürchtet, er könne jemand wehe tut. Nun, wir wollen sehen, es sind 13 bis 14 Stunden zu gehen, und wenn Ihr heute noch bis Gangelt kommt, so seid Ihr tüchtige Kerle. Alle drei knieten vor dem schlichten Kreuze nieder und beteten laut drei Vaterunser um eine glückliche Reise, reichten sich zum Abschiede die Hand, und der Großvater wünschte den Beiden eine glückliche Reise und ermahnte den jungen Jakob, überall die Augen aufzutun und sich nicht vom Vater zu entsernen, was er versprach. Jetzt trennten sie sich, und die Beiden waren bald den Blicken des Großvaters entschwunden, welcher stehen blieb, mit der Hand seine Augen beschattete und den Reisenden nachsah. Dann knieté er nochmals nieder, betete ein Vaterunser für eine glückliche Heimkehr und schritr dann in der gekommenen Richtung wieder zurück. Er beschäftigte sich in Gedanken mit der Reiseangelegenheit welcher den Sohn seines Lehrmeisters und Mastrichter Geschäftsfreundes Jan van Pooten in Gangelt treffen wollte, um dort ein Geschift mit demselben abzuschließen. Der Sohn Jakob machte diese Reise zum ernen Male mit, auf die er sich schon lange gefreut hatte, und war daher munter und guter Dinge . Tentlich wird ihnen nichts passieren,“ brummte der Alte vor sich hin. Er ist noch ein stattlicher, tüstiger Mann, unser Großvater, groß und stark gebaut und hat eine stramme, stolze Haltung. Daß er ein Siebenziger ist, sieht ihm niemand an. Er trägt einen schwarzen Laaken=Rock und Weste, kurze Hose und lange, graue Strümpfe, Schnallenschuhe und einen Hut mit breiter Krempe. Um den Hals ist ein schwarzseidenes Tuch Rirchen= und * Paderborn, 24. Nov. Der frühere preußische Offizier Joh. M. Schuchardt ist als bochgeachteter Priester in Cincinnati(Ohio) gestorben. Schuchardt wurde am 15. November 1831 zu Paderborn geboren. Er war Offizier in der preußischen Armee, nahm 1860 seinen Abschied und ging nach Amerika. In Baltimore studierte er katholische Theologie und empfing dort 1866 die Priesterweihe. Er wurde Pfarrer in Kentucky und Ohio und vor 24 Jahren Pfarrer der St. HeinrichsGemeinde in Cincinnati. * Mainz, 24. Nov. Die Bischofswahl findet gutem Vernehmen nach am 30. d. statt, nachdem heute die Liste der Kandidaten von der Regierung dem Domkapitel unverkürzt zurückgereicht wurde. geschlungen, und beim Gehen stützt sich der Alte auf einen derben Knotenstock. Er schreitet sinnend seines Weges. Niemand ist ihm bis jetzt begegnet, obgleich es schon heller Tag ist. Jetzt hört er ein Fuhrwerk auf dem holperigen Wege kommen, der von Rheydt an Gen=Holt vorbei auf Dahlen zuführt. Plötzlich bleibt das Gefährt stehen, und gleich darauf hört man zwei Leute schreien und fluchen, und dazwischen wurde mit der Peitsche geknallt. Der Großvater schritt durch das Gebüsch, um auf den Weg zu kommen, wo der Karren halten mußte. Hier stand ein schwer beladener, mit drei Pferden bespannter Karren, welcher nicht von der Stelle zu bringen war, da das Leitpferd nicht mehr vorwarts wollte. Die beiden Fuhrleute schlugen umbärmherzig mit dem Peitschenstiel auf das arme Tier ein „Schämt Ihr Euch nicht, Jungen, das arme Tier, so zu mißhandeln?" rief der Großvater, welcher noch durch einen Graben von der Straße getrennt war. Was„geht das Euch an?“ rief ärgerlich einer der Knechte, oder versteht Ihr es vielleicht, ein eigensinniges Pferd von der Stelle zu bringen?" Der andere schrie wütend:„Wenn Ihr Euch nicht fortmacht, Alter. so haue ich Euch auch ein-paar um die Rippen, verstandenF.. Obo“ rief der Großvater, indem er über den Graben sprang und hart an den Knecht, den er um Kopfeslänge überragte, herantrat.„Du willst mich um die Rippen hauen, Jüngelchen? Was meinst Du denn, was ich während dieser Zeit tun würde? Ruhig stille halsen? Ein alter Kriegsmann läßt sich nicht von einem bartlosen, grünen Jungen hauen, das merke Dir! Diese ernst gesprochenen Worte und das kühne Auftreten des Alten verfehlten ihren Eindruck auf die Burschen nicht. Als der eine jedoch wieder Miene machte, das Pserd von neuem zu prügeln, erhob der Großvater den Knotenstock und sagte:„Wenn Du setzt noch einen Schlag tust, so haue ich Dich um die Rippen, verstanden?" „Und ich haue den anderen zu Brei, wenn er nicht ganz anständig ist,“ rief eine Stimme dazwischen, welche einem kräftigen Bauer angehörte, der jetzt mit einem Holzscheite aus dem Gebüsche sprang und sich an die Seite, des Großvaters stellte. „Ah; Du bist es, Hannes!“ sagte der Großvater erfreut. „Jawohl bin ich's, ich wollte heute dreschen, und da kommen mir die Burschen wie gerufen. Ich habe de. Wortwechsel gehört und komme Dir zu Hülfe, alter Junge! „Ich wäre ganz allein mit ihnen fertig geworden,“ sagte Geschäftsgehilfen am Schalter drei Hundertmarkscheine zurissen hatte.— Seit Samstag wurde der in einer hiesigen Spinnea ce. mißt. Nachdem bereits bei Heerdt am Rheinufer seine Kleidungsstücke aufgefunden worden waren, ist nunmehr die Leiche des 37jährigen Mannes bei Duisburg gelandet worden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Kaufmann in einem Anfalle von Geistesgestörtheit den Tod im Rhein gesucht hat. * Rheydt, 24. Nov. Die letzte Stadtverordneten= Versammlung hatte sich u. a. auch mit einem Antrage der hiesigen Volksschullehrer, betr. Erhöhung des Diensteinkommens zu besassen. In der Debatte wurde von dem Vorsitzenden die Aeußerung geian, daß es„für unser nationales Wohlsein zu bedauern sei, wenn die Lehrer ihre Kinder höher bringen wollten, als sie selbst seien." Der Volksschullehrer hat sich laut R.=W. Ztg. über diese Auslassung eine tiefgehende Erregung bemächtigt, da unzweifelhaft doch jeder Vater seinem Sohne diejenige Ausbildung zu teil werden lassen kann, die dessen Fähigkeiten entspricht; ein Recht, welches überdies jeder Staatsbürger für sich ohne weiteres in Anspruch nehmen kann. In einer die Volksschullehrer der Stadt Rheydt unterzeichneten„Erklärung“ nehmen die Lehrer Stellung zu der Aeußerung des Stadtoberhauptes. Sie betonen insbesondere, daß sie bei weit geringerem Einkommen und mit Auferlegung einiger Entbeh rungen es fertig gebracht haben, ihren Söhnen die Ausbildung zu geben, die-ihren Befähigungen entsprach. Schon heute gebe es im deutschen Vaterlande allerorten Volksschullehrerssöhne in allen Stellungen. Warum solle der Volksschullehrer verzichten auf ein Recht, das jedem Staatsbürger durch die Verfassung gewährleistet ist. Die Erklärung schließt:„Es wird dem Herrn Oberbürgermeister nicht möglich sein, den Beweis für seine uns und den ganzen deutschen Lehrerstand schwer verdächtigenden und verletzenden Worte zu erbringen. Er wird uns weder beweisen können, daß die große Menge der Volksschullehrerssöhne, die cheute in höheren und höchsten Stellungen stehen, eine Gefahr für unser Volksleben bedeuten, noch daß in dem Volksschullehrerstand von heute Kräfte schlummern, die im Interesse des nationalen Wohlseins eine höhere Bildung ihrer Kinder ausschließen.“ * Dülken, 24. Nov. Gestern Abend versammelten sich Mitglieder des Turnvereins im„Gasthof zur Post“ um eine Schwimmabteilung zu gründen, welche im Kaiser Friedrich=Bad wöchentlich gemeinsame Schwimmübungen abhalten will. Herr Realschullehrer Klein sprach über Zweck und Ziele der neuen Schwimmabteilung. Herr P. Weyermann trug eine interessante Abhandlung über den Nutzen der Schwimmbäder vor und Herr Bürgermeister Voß versprach, die Anträge des Vereins zwecks Einlegung einer besonderen Schwimmstunde und Gewährung von Preisermäßigung zu befürworten. Der Schwimmabteilung traten sofort 35 Mitglieder bei. Eine Kommission wurde gewählt, die im Laufe der Woche zusammentreten soll, um über den Antrag an die Stadtverwaltung zu beraten. * Krefeld, 24. Nov. Einen Antrag auf Verlängerung der Gesprächsdauer für Ferngespräche nach auswärts hatte die Vereinigung don Handelskammern des niederrheinisch=westfalischen Industriebezirks an den Staatssekretär des Reichspostamts gerichtet. Es wurde empfohlen, bei Gesprächen von längerer Dauer die Gebühr für die 3 Minuten überschießende Gesprächszeit auf die Hälfte der gegenwärtigen Gebühr zu ermäßigen. Der Staatssekretär hat diesen Antrag mit folgender Begründung abgelehnt:„Die Annahme der Vereinigung, daß die Arbeitsleistung der Vermittlungsbeamten durch das längere Fortbestehen einer einmal hergestellten Verbindung an sich nicht erhöht werde, ist nicht zutreffend; der Beamte hat die hergestellte Verbindung fortgesetzt zu beobachten und wird von dieser Tätigkeit ausschließlich in Anspruch genommen. Die Verbindungsleitung wird während der ganzen Zeit anderweiter Verwendung entzogen. In dieser Beziehung macht es keinen Unterschied, ob es sich um die ersten 3 Minuten einer Gesprächsdauer oder um die überschießende Zeit handelt. Der Grundsatz, daß bei Ueberschreitung der einfachen Gesprächsdauer für jede weitere Gesprächseinheit dieselbe Gebühr wie für die erste zu berechnen, wird auch im Auslande allgemein befolgt.“ § Düsseldorf.= 24. Nov. Im Sitzungssaale der Strafkammer wurde der Schiffsbauer Ludwig H. verhaftet, der bereits längere Zeit vergehlich gesucht wurde. H. drückte sich unter den im Sitzungssaale anwesenden„Kriminalstudenten“ herum, um einer Verhandlung gegen seine Ehefrau beizuwöhnen, wobei er erkannt und festgehalten wurde. § Rath, 26. Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde von dem 1.51 Uhr nach Speldorf fahrenden Personenzuge, der den Zug begleitende Wagenwärter Schulz, stationiert in Speldorf, überfahren und sofort getötet. § Köln; 24. Nov. Auf der Kanalstraße wurde von einem Apotheker beobachtet, wie eine Frau den Inhalt ihres Tragkorbes eiligst hinter einem Bretterzaune ausschüttete und in eiligen Schritten zur Straßenbahn lief. Das Benehmen der Frau war dem Herrn ausgefallen. Er sah sich deshalb veranlaßt, den Inhalt des Korbes in Augenschein zu nehmen. Bei der Untersuchung stieß er gleich auf die Reste eines verder Großvater,„und auch ohne Schläge, dafür sind die Jungen doch zu vernünftig.“ Die zwei Knechte sahen ganz verblüfft drein, und der eine meinte, es sei so schlimm nicht gemeint gewesen, und der andere brummte auch so etwas wie Entschuldigung in den Bart. „Gleich und gleich gesellt sich gern, sprach der Teufel zum Kohlenbrenner," sagte Hannes,„Pferde mißhandeln, das könnt Ihr, sonst aber seid Ihr bange Zibbeln?8 und ich sage es Euch noch einmal: Schämt Euch!“ „Nun wollen wir aber auch der Ursache einmal nachforschen, warum das Pferd nicht von der Stelle will,“ sagte der Großvater.„Ist dieses das erste Mal, daß das Pferd so eigensinnig ist, Jungen?" „Früher nie,“ erwiderte einer der Knechte,„aber jetzt in kurzer Zeit dreimal?" „Und immer an derselben Stelle?" „Ja, ganz genau an dieser Eiche." „Sp, hm, dann sieht oder fiecht das Pferd etwas, wovor es scheut. Habt Ihr dem Pferdednicht einmal die Augen verbunden?" 4 „Rein, wir haben die beiden vorigen Male einen großen Umweg machen müssen, wir konnten das Pferd nicht fortbringen!"* Der Großvaher trat zu dem Pferde, klopfte und streichelte dasselbe, band demselben sein großes Taschentuch um die Augen und tries dann dieses und die übrigen zwei Pferde mit einem kräftigen„Jö“ zum Ziehen an. Die Tiere zogen gleichzeitig an und gingen ruhig weiter.„Seht Ihr, Jungen, so macht man das, aber man darf die Tiere nicht gleich mißhandeln,“ sagte, dex Großvater, indem er einhielt und dem Pferde das Tuch vom Kopfe nahm.„Jetzt wollen wir jedoch auch sehen, wovor das Tier sich gefürchtet hat.“ Er schritt,„von den anderen gefolgt, der Stelle zu, wo der Wagen gestanden hatte und schaute sich dort prüfend um.„Aba,“ sagte er,„ich hab's. Seht Ihr dort den Totenwisch,?“ welcher guf dem Buchenstrauche hängt? Der ist es schuld!" „Ja,“ meinte Hannes,„das ist möglich. Es ist der Totenwisch des alten Helmes Stepper, der vor zwei Monaten ge storben ist.“ „Wit wollen die Probe machen,“ sagte' der Großvater, 28 Zibbeln. Wer keinen Mut, keine Kourage hatte, hieß eine Hundssott ooer ein Zibbel. Die Totenwische bestanden, aus dem Stroh, worauf die Leiche eines Verstorbenen aufgebahrt war. lrannten Kinderleichnams. Ein A.zt stellte fest, daß es Reste einer Frühgeburt seien. Die Kriminalpolizei nahm die Teile in Beschlag.— Das Obermedizinalkollegium hat den wegen Mord, Raub, Einbruch 2c. in Untersuchungshaft sitzenden sogenannten„bergischen Kneißl“(Wilhelm Lauff) für irrsinnig erklärt. Jülich, 24. Nov. Infolge eines Schlaganfalls starb der Verleger des Kreis Jülicher Correspondenz= und Wochenblattes Josef Fischer, der einzige Bruder des Kardinals Dr. Fischer. §. Euskirchen, 24. Nov. Seitens der Königlichen Regierung ist die Nachricht eingetroffen, daß den Alrsutinerinnen von Roermond Holland) die Genehmigung erteilt wird, hier eine Niederlassung zu gründen. § Siegen, 24. Nov. Recht schlimm hat das hier am Samstag=Abend herrschende Unwetter einem Eisenbahnpassagier mitgespielt, der nach Asdorf fahren wollte. In der Nähe der genannten Station bemerkte der Lokomotivführer auf dem Geleise vier Tannen liegen. Er brachte den Zug, der dicht am Asdorfer Weiher vorbeifuhr, zum Stehen; in der Meinung, der Zug halte auf der Station, öffnete ein Fahrgust die Tür und sprang hinaus— ins Wasser. Laute Hülferufe riefen das Fahrpersonal herbei, welches sich an die Rettung des Versinkenden machte. Als es gelungen war, den bereits leblosen Körper an Land zu bringen, bedurfte es der energischsten Wiederbelebungsversuche, um das sast entschwundene Leben wieder anzusachen. * Montjoic, 22. Nov. Die Eheleute Bernbard Scheibler feierten das Fest ihrer silbernen Hochzeit, welchen Anlaß das Jubelpaar zu einer Reihe hochherziger Schenkungen benutzte. So erhielten s. B. sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma F. J. Scheibler(über 300) ein Geschenk von 110 Mk., den Armen der Stadt wurden zwei Doppelwaggon Kohlen und 300 Mk.' gespendet, zur Bekämpfung der Tuberkulose wurde der Kreisverwaltung ein Betrag von 5000 M. überwiesen, mehrere Vereine erhielten je 300 Mk., ferner enhielt das Mariahilfhospital ein ansehnliches Geschenk. Jedem der bedachten Vereine war die Gabe gewiß seor willkommen, unstreitig aber am meisten den beschenkten Arbeitern und den Armen, und manches Gebet für das fernere Wohlergehen des Jubelpaares wird an dem Tage zu Gott dem Herrn, der kein gutes Werk unbelohnt läßt, emporgestiegen sein. * Dortmund, 24. Nov. Die Untersuchung über die Ursache des Unfalls, der sich am verflossenen Samstag an dem Neubau, Brückstraße 39, ereignete, ergab, daß einer der an der Stelle beschäftigten Arbeiter seine Berufspflichten außer acht gelassen haben muß. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurde deswegen der Arbeiter Stanislaus Luczak wegen fahrlässiger Tötung verhaftet.— Durch Gasausströmung aus einem Hochofen kamen auf der Dortmunder„Union“ 3 Arbeiter zu Tode: Mehrere andere sind schwer erkrankt und zurzeit noch bewußtlos. Gerichtszeitung. Der Kindsunterschiebungsprozeß der Gräfin Wensierska Awilecka. Unter gewaltigem Andrang des Publikums beginnt der Staatsanwalt Müller sein Plaidoyer. Er beleuchtet das eigentümliche Verhalten der Gräfin bei der Geburt. Die Zweisel wurden besonders dadurch verstärkt, daß die Gräfin weder nach dem Wagenunfall noch bei der Entbindung sich ärztlich untersuchen ließ. Die ganze Pariser Gesthichte sei oberfaul. Die Gräfin breite darüber geflissentlich einen Schleier. Nach der Beweisaufnahme könnte kein Zweifel darüber sein, daß der kkeine Graf der am 22. Dezember in Krakau geborene Sohn der Cäcilie Meyer sei. Die Beweisaufnahme ergab die Bestätigung aller Behauptungen. Auf die Aehnlichleitsfrage sei nichts zu geben, da der in der Umgebung schöner Schwestern aufgewachsene Knabe sich diesen assimilierte. Der Staatsanwalt schließt mit der Beantragung der Verurteilung. Der Erste Staatsanwalt Steinbrecht führt aus: Es sei zweifellos, daß die Gräfin aus gewinnsüchtiger Absicht das Kind untergeschoben habe. Auch die Schuld des Grafen hatte er für erwieen. Dem Grafen seien aber mildernde Umstände zuzubilligen, die der Gräfin zu versagen seien. Der Staatsanwalt plaidiert auf Schuldigsprechung der übrigen Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände. Rechtsanwalt Wronker führt aus, mit der Frage der Kindesunterschiebung steht und fällt die ganze Anklage. Diese beruht auf einer einzigen Säue, der Abwesenheit der alten Andrusczewska. Nur zwei Zeugen wollen wissen, daß sie verreist war, darunter namentlich die Hedwia Andrusczewska. Redner malt von ihr ein wenig schmeichelhaftes Bild, sie wolle zwar nur aus idealen Gründen ihre Mitteilungen gemacht haben, auf Geld gäbe sie nichts, aber in ihren Briefen handelt es sich nur um Geld und wieder um Geld. Von ihrem Geheimnis steht nichts darin. Dazu kommt, daß Hedwig von ihrer eigenen Schwägerin des Meineids beschuldigt wird und in kurzer Zeit 1900 Mark vergeudet: Aus „spanne das Pferd aus, Junge, ich werde in der Zeit den Totenwisch weiter ins Gesträuch tragen, wo er nicht gesehen wird." Ehe der Großvater ausgeredet hatte, eilte Hannes schon zu dem Buchenstrauche, nahm den Wisch und befestigte ihn sorgfältig mit einer Strohschlinge auf einem entfernt stehenden Strauche. Jetzt wurde der Braune vorbeigeführt. Er blickte einmal scheu nach dem Strauche, wo der Wisch gehangen hatke, trabte aber, als er denselben nicht erblickte, ruhig vorbei. „Seht Ihr,“ triumphierte der Großvater,„der Wisch war es. Aber nun merkt Euch das, Ihr Burschen, ehe Ihr nächstens die Pferde mißhandelt, seht erst nach der Ursache, warum sie störrisch sind, dann wird sich auch der Eigensinn legen. Das Pferd mit seinem scharfen Geruche und scharfen Augen merkte, daß dort ein Totenwisch hing und deshalb fürchtete es sich und war unruhig.“ Die Burschen versprachen Besserung und baten, ihnen die Grobheiten nicht übel zu nehmen, sprangen dann zu ihrem Gefährt und fuhren ruhig davon. Der Großvater winkte ihnen freündlich nach und sagte zu Hannes:„Es sind doch keine schlechten Burschen, aber sie werden zu rasch hitzig. Na, Jugend hat keine Tugend.“ „Wie kamst Du eigentlich auf den Gedanken, daß der Strohwisch die Ursache sein konnte," fragte Hannes. „Weil es mir selbst einmal genau so ergangen ist. Ich war Lanzenknecht auf Burg Steinbüchel bei Opladen. Eines Tages nun. mußte ich mit unserem Trupp der Herrn nach Liedberg begleiten. Wie wir an einem der Bauernhöfe vorbei reiten, welche zwischen Neuß und Glehn liegen, da scheut plötzlich mein Pferd, ein junges, feuriges Tier, schlägt aus und war nicht von der Stelle zu bringen. Ich stieß ihm die Sporen in die Weichen, doch es half nichts. Ich wurde unter dem Gelächter meiner Kameraden ziemlich unsanft aus dem Sattel geworfen. Ich blieb zurück und wußte nicht das Pferd von der Stelle zu bringen. Ein altes Mütterchen, welches den Vorgang mit angesehen hatte, humpelte auf mich zu und sagte: „Junge, das Pferd macht sich bange vor. dem Totenwisch, welcher dort auf der Hecke hängt, ich will ihn fortbringen lassen.“ Eine slinke Magd kam herzu, nahm den Wisch fort und lud mich freundlichst ein, ins Haus zu kommen und meine Kleider ein wenig vom Staube zu reinigen und ein gutes Glas Bier zu trinken. Ich ritt noch einige Male an der Hecke vorbei, aber mein Gaul scheutte nicht mehr. Diese Erinnerung brachte mich jetzt auf den Totenwisch." „Aha, deshalb,“ lachte Hannes,„aber Du sagst nicht, ob Rache und Bablucht will sie die Gräfin verderben. Ferner haben die die Anwesenheit der Andrusczewsig behauptenden Zeugen das Anrecht, daß man ihnen eine ebenso große Gedächtnisstärke zutraut wie der Hedwig. Dazu kommt noch, daß die einzige vom Distriktskommissar als glaubwürdig bezeichnete Wroblewoer Zeugin ebenfalls die Anwesenheit der Andrus= czewska behauptet. Damit ist dieser Anklagepunkt hinfällig Wronker warnt vor den Folgerungen aus den Handschriftshhn= lichkeiten, da bekannt sei, daß, je einfacher die Leute sind, desto ähnlicher die Handschrift mit der auf gleicher Bildungsstufe Stehenden sei. Redner bemüht sich darzulegen, daß der von Valentine Andrusczewska geöffnete, an ihre Schwiegermutter gerichtete Brief nicht aus Krakau kommen und sich nicht auf die Kindesunterschiebung beziehen konnte. Er macht-sodann aufmerksam darauf, daß die Hedwig und Valentine sowie Hechelski verwandt seien und die ersteren beiden, obwohl sie bisyer bitter verfeindet waren, gemeinsam in demselben Hotel wohnen, „„* * Krefeld, 24. Nov. Bei einer Namenstagsseier in Viersen kam es zwischen mehreren Personen zu einer Streitigkeit, in deren Verlauf einer der Beteiligten durch einen MesVserstich verletzt wurde. Diese Mißhandlung wurde heute einem Holländer, zur Last gelegt. Wie sich ergab, hat dieser die Tat in Geneinschaft mit einem flüchtigen Landsmann begangen. Der Angeklagte, der sich in Haft befindet, erhielt eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Die erlittene Untersuchungshaft ist ihm auf dieses Strafmaß in Anrechnung gebracht worden. * Neuß, 23. Nov. Ein hiesiger Arbeiter sandte an seinen Sohn, der beim Militär ist, ein Telegramm folgenden Inhalts: Komme sofort! Mutter schwer krank! Die vom Regiment des Sohnes befragte hiesige Polizei stellte fest, daß die Mutter gesund war und eine Kirmes in der Umgegend besuchte. Der Absender des Telegramms erhielt vom hiesigen Schöfsengericht wegen groben Unfugs 5 Tage Haft. * Böchum, 24. Rov. Der 18 Jahre alte Bergmann Franz Klode aus Unna hat in der Nacht zum 23. August dem Bergmann Reichhardt mit einem Knüppel den Schädel eingeschlagen und den Leichnam beraubt. Erst 8 Tage später wurde die Leiche des Ermordeten gefunden. Heute hatte sich Kl. vor dem Schwurgericht zu verantworten. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des Totschlags, des Raubes und des schweren Diebstahls schuldig. Der Staatsanwalt beantragte unter Anwendung des§ 251 des Strafgesetzbuches lebenslängliche Zuchthausstrafe. Das Gericht sah mit Rücksicht auf die hiervon ab, erkannte jedoch auf die gesetzlich zulässige Strafe von 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaussicht. * Ein diamantenes Ordensjubiläum. Am 18. Dezember 1843 legte in der Klosterkirche der Ursulinen zu Münstereisel die Postulantin Ursula Scheeben aus Aachen die Gelübde ab. Somit steht den Ursulinen von St. Salbador in Roermund am künftigen 18. Dezember eine ir der Tat seltene Feier bevor: das diamante Jubiläum ihrer ehrwürdigen Mutter. Lange Jahre hat dieselbe in den verschiedenen Anstalten der Ursulinen in Münstereifel als Erzieherin und Lehrerin sowohl, wie auch später als Oberin, mit großem Ersolge gewirkt, bis der Kulturkampf in Deutschland sein Ziel setzte. 1879 siedelte sie nach dem von ihr einige Jahre vorher gegründeten Kloster der Ursulinen in Roermond über, wo sie ihr Erziehungswerk fortsetzte. Nachdem dann den Ursulinen die Lehrtätigkeit in Deutschland wieder gestattet worden, war es Mutter„Ursula Scheeben, welche alsbald in Düsseldorf, Mülheim a. Rh., und Brühl Töchterschulen gründete. * Ein aufregendes Erlebnis hätten zwei Offiziere der Berliner Luftschifferabteilung, die mit ihrem Ballon nach neunstündiger Fahrt in der Gegend von Leobschütz in Oberschlesien zu landen beabsichtigten. Als sich der Ballon auf dem sogenannten Hutberge in Neudorf bei Leobschütz niederlassen wollte, erfaßte ein vierzehnjähriger Knabe beherzt das herabhängende Tau. In demselben Augenblick ging der Ballon wieder in die Lüfte, riß den Jungen über eine 100 Meter breite und 16 Meter tiefe Sandgrube hinweg und ließ sich auf der anderen Seite der Grube nieder, wo der Knabe von seiner Todesangst befreit wurde. Die Landung selbst ging mit Hilfe herbeigeeilter Dorfbewohner glatt von statten. Der Ballon hat eine Höhe von 7100 Meter erreicht, * Aus einer kleinen Garnison. Nachdem das Urteil gegen Leutnant Bilse rechtskräftig geworden ist, wird sein Roman konfisziert bezw. werden die Druckplatten des bei dem Verleger Sattler in Braunschweig erschienenen Romans„Aus einer kleinen Garnison" unbrauchbar gemacht werden. Nun hat Bilse den Roman dem„Wiener Verlag“ in Wien zur Drucklegung und Vertrieb übergeben. Was für ein Geschäft Bilse infolge des Eingreisens der Militärbehörden machen dürfte, kann man daraus ersehen, daß nach dem Kl. Du auch auf die Einladung der jedenfalls hübschen Magd ins Haus getreten bist, und ob Du dort auch etwas bekommen hast?“ „Gewiß habe ich dort etwas bekommen,“ sagte der Großvater,„und zwar außer Bier und Schinken, welche ich sofort erhielt, bekam ich später die Magd auch noch, und daß meine selige Epa sowohl hübsch wie brav war, das weißt Du doch. Wir haben noch oft über den Totenwisch, der uns zusammengebracht hatte, gelacht. Doch wie rasch kam für das gute Weib der Totenwisch," seufzte der Großvater,„und wie bald wird man uns aufs Schoofs0 legen, Hannes! Nun, alter Junge, lebe wohl, wir wollen an unsere Arbeit gehen, und wenn Du nächstens mal um die Rippen gehauen werden sollst, dann helfe ich Dir auch.“ „Hat nichts zu sagen, Meister Vit, das war gerne geschehen; und ich werde mir die Schläge ebenso vom Halse halten, wie Du. Nun halt Dich munter, bis Sonntag.“ „Gruß zu Hause,“ rief der Großvater und schritt auf Engelshof und von da dem Städtchen zu. Kaum hatte er den Engelshof hinter sich, als ihm zwei verwegene Burschen entgegenkamen und ihn um Geld anriefen.„Du hast doch ein paar Albus für uns übrig, Alter,“ sagten sie und stellten sich ihm in den Weg. Die Burschen sahen zerlumpt und verwegen aus. Der Großvater besah sie vom Kopf bis zu den Füßen und sagte:„Noch keinen Blafferts! gebe ich Euch, Ihr Flegel. Das ist keine Bettelei mehr, was Ihr tut, das ist Straßenraub!" „Einen Albus3? jeder wollen wir haben," riefen die Burschen und traten hart an den Großvater heran. Dieser schwang jedoch seinen Stock und schlug dem einen Burschen so kräftig wider die Schienbeine, daß er sich vor Schmerz auf der Erde herumwälzte, fing dann geschickt einen Schlag, den der andere Lump nach seinem Kopfe führte, auf und gab ihm dafür einen Hieb auf die Schulter, daß er heulend Reißaus nahm.„So, Burschen," sagte er,„nächstens laßt Ihr Gesindel die Leute ihres Weges gehen.“ „Wir treffen uns noch einmal, Alter," rief der auf der Erde Liegende,„und dann sollt Ihr den Köln'schen Jörg kennen lernen.“ „Auf Wiedersehen,“ sagte der Großvater und schritt ruhig dem Städtchen zu. 30 Auf's Schoof liegen heißt: als Leiche aufgebahrt sein. 81 Blaffert. Kleine Kupfermünze. 32 Albus. Vergleiche N. 24.— zu. bis ljetzt nicht weniger als 36 000 Bestellungen bei Verleger eingelaufen sind. * Zwei Geschwister vom Zuge zermalmt die Geschwister Schihling aus Myhle bei Osnabrück, ein ufjähriges Mädchen und ein vierjähriger Knabe, beim Bahnngange bei Osterholz=Scharmbek nach dem Passieren eines auterzuges trotz der heruntergelassenen Schranke über das Geaise schritten, wurden sie von einem aus entgegengesetzter Richung kommenden Schnellzug überfahren und vollständig zerndlimt * Das Vermögen im Kasten. In einer Ge#einde bei Mainz mußte jüngsthin bei einem Brande ein alter Gann gewaltsam aus seiner Wohnung, die er unter keinen Um#nden verlassen wolkte, entfernt werden. Als die Feuerwehrluue die Wohnung räumten, fiel die Schwere der Geldkassette ### Mannes auf. Er verwahrte sein ganzes Vermögen, 6000 Gart, unverzinslich in einem Kasten, der ihm tagsüber auch gitzgelegenheit bot. Pon diesem Schatze hatten weder Verwondte noch Bekannte eine Ahnung. * P a s a g i e r d a m p f e r g e s t r a n d e t. D e r D a m p Glengariff der City of Cork=Dampfschifffahrtsgesellschaft lief Eingang des Hasens von Queenstown auf einen Felsen #. Der Dampfer wurde so leck, daß der Kapitän sich geno##t soh, ihn auf den Strand auflausen zu lassen. Die Passadiete wurden mit den Booten nach Croßhaven gebracht und ven dort nachher nach Queenstown befördert. * Ein ungeheurer Brand hat den größten Teil in aufblühenden kleinasiatischen Stadt Eskischehir, zerstört. hrei Bazare mit 1313 Buden, 11 große Karawanserien und 2 seicheen wurden durch das Feuer, das 40 Stunden wütete, vemichtet. Elf europäische Versicherungsgesellschaften sind an dem Schaden beteitigt. Die anatolische Bahn sandte mehrere Sonderzüge mit Pumpen und Feuerwehren. Dank dieser Maßjegel wurde ein Teil der Stadt gerettet. Diersen und Umgenend. Viersen, den 25. November. Revision der Fahrkarten. Im Interesse des Publiums sei darauf hingewiesen, daß die Königl. Eisenbahndirekvon die umterstellten Dienststellen angewiesen hat, der eigennächtigen mißbräuchlichen Benutzung höherer Wagenklassen durch keisende mit Fahrkarten für die niedrigeren Klassen mit allen Ritteln entgegenzutreten. Infolgedessen ist zu erwarten, daß die Revisionen der Fahrkarten in den Zügen eifriger als bisder vorgenommen werden. Uebertretungen dieser Art werden mit 6 Mark Strafe geahndet, welche sofort auf der nächsten Anhmftsstation zu entrichten sind, falls der Reisende es vorziehen sollte, sich weitere Unannehmlichkeiten zu ersparen. * Auszeichnung. Der Rheinische Verein zur Förderung des Arbeiterwohnungswesens hat auf der internationalen Aussellung für Wohnungswesen in Paris für die Ausstellung von Bauplänen für Arbeiterwohnungen 2c. einen großen Preis erhelten. • Arbeiterverein! Im Anschlusse an die gestrige teilung über die bevorstehende Gewerbegerichtswahl ergeht an alle Mitglieder des kath. Arbeitervereins, die das Alter von 25 Jahren haben, die Mahnung, spätestens Freitag die Einnagung ihres Namens in die Wählerliste besorgen zu wollen. Dieses geschieht auf dem Polizeiamte(Rathaus) in den Stunden von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags. * Kavallerie=Verein. Am vergangenen Sonntag wurde im hiesigen Kavallerieverein(Hotel Dickob) der angekündig## Vortrag über„Wassen und Kriegsrecht des Altertums“ vom herrn Lehrer Galandergehalten. Der Vorsitzende, Herr Gotttied Sartingen eröffnete die Versammlung und begrüßte alle Giste, namentlich die von Süchteln erschienenen Herren. Er enlärte, wie der Vorstand auf den Gedanken gekommen sei, m Laufe des Winters Vorträge halten zu lassen. Es sei chwierig gewesen, ein richtiges Thema zu finden. Nachdem ein seiches festgelegt war, habe sich der Vorstand nach einer geeigmten Kraft umgesehen. In entgegenkommender Weise habe ich Herr Galander bereit erklärt, über den Stoff 4 Vorträge zu halten, von denen jeder bis zu einer Stunde dauern würde. Sedann erteilte der Vorsitzende diesem Herrn das Wort. Herr Lehier Galander ging von dem 6. Schöpfungstage aus, an welcem der Mensch als Herrscher der Erde eingesetzt wurde. Dem Tiere sei die Bestimmung gegeben, die der Mensch erst s(uchen müsse. Darum laute auch das Wort des russischen Dichters kotzebue:„Doch der Mensch, das Gabeltier, kann sich keinen Schritt entsernen und der Schöpsung stolze Zier muß erst gehen und essen lernen.“ Wie jedes Tier seine Waffe besitze, so habe der Mensch den Verstand, freien Willen, die Vernunft und das Selbstbewußtsein. Unter Anführung der in der Bibel rufgezahlten Waffen ging Redner zu deren Beschreibung, sowie zu der der Griechen und Römer üver. Beide Reiche führten Schutz= und Angriffswassen. Die Schutzwaffen bestanden in Helm, Panzer, Beinschienen und Schild, und zwar Ovalschild, 2 kleine runde Schilde mit und ohne Querstange und dem Amazonenschild mit der Streitart. Zu den Angriffswaffen der Hopliten gehörten die Lanze oder der Spieß und das Schwert oder der Degen. Das Gewicht sämtlicher Waffen der Schwerbewafsneten betrug 60 Pfund. Die Leichtbewaffneten ohne Schild und Schutzwaffen waren Speer= und Bogenschützen, sowie Schleuderer. Bei den Römern kamen noch die Wursspieße und Stoßlanzen hinzu. Bei den Waffenübungen galt es, auf leichteste Weise den Spieß zum Marsch aufzunehmen und zum Stoße anzuwenden. Die Bogenschützen nahmen bei den Uebungen meistens einen Hahn zur Zielscheibe, während die Schleuderer darnach zu streben hatten, im rechten Augenblicke, wenn sie die Schleuder über den Kopf schwangen und das Ziel gefaßt zu haben glaubten, das eine Ende der Schleuder loszulassen und den Stein in der ihm durch den Schwung gegebenen Richtung fortzusetzen. Hätte Goliath den Fernkampf gekannt, würde er es mit dem kleinen David ausgenommen haben. Die Verpflichtung zum Heeresdienst beider Völker richtete sich nach dem Vermögen. Die Griechen hatten 4 und die Römer 5 Vermögensklassen. Die reichste(1. Kl.) stellte die Befehlshaber, die zweite die Ritter. Sie lieferten dem Befehlshaber und seinem Wassenknechte die Streitrosse. Die 3. Klasse bildeten die Ackersleute. Sie mußten je ein Ackergespann von Maultieren, Pferden oder Ochsen im Kriege stellen. Die 4. und steuerfreie Klasse besaß kein Landeigentum und wurde als Leichtbewaffnete beschäftigt, während eine 5. Gruppe zum Schiffsdienst herangezogen würde. Die 1. Klasse erntete vom Eigentum am Trocknen und Flüssigen über 500, die 2. über 300 und die 3. über 200 Scheffel, die 4. und 5. Klasse erntete nur vom Pachtfelde. Bei den Israeliten war ein solches Gesetz nicht vorhanden. Sie teilten sich aber alle in die Kriegsbeute. Die Griechen wurden mit 18, die Israeliten mit 20 Jahren und die Römer nach Gebrauch im Kriege Soldat. Erstere dienten 2 und letztere 12—16 Jahren. Belagerungskunst unter diesen Völkern war ansangs nicht vorhanden. Der Grieche Demetrios Poliorketes(334 v. Chr.) erfand hierzu die erste Kriegsmaschine. Einen ungeheuren Umschwung nahm die Belagerungs- und Befestigungskunst durch die Erfindung der schweren Geschütze und Steinwerfer. Diese Geschütze waren Armbrüste in großem Maßstabe. Die Pfeile, mit eisernen Spitzen versehen, 27—54 rheinische Zoll lang, ¾—1½ Zoll dick und 14.—4 Pfund schwer. Mit ihnen konnte man bis 1200 Fuß weit schießen. Die Steine hatten ein Gewicht von etwa 162 Pfund und flogen bis 1000 Schritt weit. Die Belagerungen dauerten Jahre lang. Am Morgen zogen die Belagerer aus und am Abende kehrten sie wieder zurück. Nachdem der Vortrag beendigt, stattete der Vorsitzende den Anwesenden für die große Aufmerksamkeit und Ruhe, mit der sie den interessanten Ausführungen des Redners gefolgt waren, seinen Dank ab. Ausdrücklich betonte er, daß Redner das Thema siudiert, und mit anstrengendem Fleiße durchgearbeitet zum Vortrag gebracht habe. Zum Schlusse wurde noch angskündigt, daß der nächste Vortrag"am 20. Dezember im Hotel Dickob gehalten werden solle. Da der Besuch in Anbetracht der großen Mitgliederzahl der hiesigen militärischen Vereine viel zu wünschen übrig ließ, so wird derselbe hoffentlich demnächst zahlreicher sein, zumal mit Rücksicht auf den Vortragenden selbst, der mit großer Bereitwilligkeit die Vorträge übernommen hat.„„ —.— Süchteln, 24. Nov. Der kath. Arbeiterinnen=Verein veranstaltete am letzten und vorhergehenden Sonntag einen theatralischen Unterhaltungsabend für die Ehrenmitglieder bezw. Mitglieder und deren Familienangehörigen im Saale des Hotels „Süchtelner Hof". Beide Aufführungen gelangen vorzüglich und fanden sseitens der zahlreich erschienenen Zuschauer verdienten Beifall. Zur Darstellung kamen:„Die Machl des Gebetes,“ Drama in 3 Akten von Felicitas vom Berge und„Wenn Frauen auseinander gehn, so bleiben sie noch lange stehn," Singspiel in ein### Aufzug. Am ersten Festabend hielt der Präses des Vereins, Herr Pfarrer Busch, eine Ansprache an die Ebrenmitglieder und schloß mit der Bitte, daß die Ehrenmitglieder dem Vereine stets treu bleiben möchten. Am zweiten Festabend begrüßte er das Mitglied des Schutzvorstandes, Herrn Feuilleton der Viersener Volkszeitung. * Meine Eine soziale Studie von Karl Böttcher. *)——(Nachdruck verboten). (Fortsetzung folgt.) „Was denn? Ein hübsches Mädel und—“ „Mädel? Pah! Ist mir schnuppe.... Aber ich möcht mal eine fürchterliche Keilerei sehen— so auf dem Tanzboden zwichen Zivil und Militär, wenn der Kronleuchter wackelt und die Bierflaschen geflogen kommen. So was kann ich mir nicht techt vorstellen... Und dann möcht ich mal„Kümmelblättden“ spielen sehn, wie die Karten so verteufelt rasch durcheinander purzeln.“ Ein„Kollege“ hält ihm eine große schwarze Katze hin, die sich soeben graziös durch die angelehnte Tür zwängte. „Na, Fritz, was ist das für ein Ding?“ Zehn bedachtsame Finger gehen über das weiche Fell auf Enddeckungsreisen, untersuchen Kopf und Schwanz, Pfoten und Ohren. meint er dann,„ich werd' doch ein Kaninchen kennen!“— Run alle marschfertig. Die Herbergsmutter gibt ihnen die Legitimationspapiere zurück. Der ganze Schwarm von Handgenksburschen fliegt wieder von dannen— hinaus auf die Landstraßen, auf die Fußpfade, in die grünen Wälder.... Und wieder wandern, wandern wandern, oft ziel- und vichtlos— nach Arbeit, nach Brot, nach Bettelpfennigen... Da stürzt die Waschfrau zur Tür herein, auf die Herbergsmutter zu. „Ist er schon fört?“ „Wer denn?“ „Der oben im Winkel lag, der Schriftsetzer!" „Warum?“ Er hat sich aus dem Bettüberzug ein paar tüchtige Fußlappen herausgeschnitten.“ A=Der Kuson! Fort ist“ er, und die dreißig Pfennige hat er vorher auch versoffen.“— Welch eigenartige Landstreichertypen laufen mir bei dieser omdie über den Weg! Ich verlege jetzt das Feld meiner BeLchtungen an den Rhein. Dort will ich sie genauer kennen #ernen, diese Typen. 3. Landstreicher=Typen. Zum Kuckuck, eine fürchterliche Geduldsprobe— meine Eiahnfahrt 4. Klasse von Dresden nach Mainz!... Lanz früh, im duftigen Gedämmer, einsteigen. Einige Reihrten, schwer mit Suck und Pack hereinpustend, noch halb blas. So der ganze Wagen mit den vergessenen Bänken Schlafwagen, aber im gewöhnlichsten Sinne des Worstoppelbärtige Kumpane, die sich auf den Boden tiwlierten sich„Lump“, weil der eine seine been Beine Jucweit vorstreckt Fabrikbesitzer(W. Ling, der steis wohlwollend und fördernd der Sache des Vereins gedient habe; dann ermunterte er die Mitglieder, für die Erweiterung der Mitgliederzahl fleißig zu werben. t. Anrath, 24. Nov. Unsere Pfarrkirche ist wieder um einen schönen Schmuck reicher geworden, der sich den anderen ebenbürtig anschließt: Es ist nämlich ein neues Triumphkrenz über dem Chot vom Gewölbe herabhängend angebracht worden. Das Kreuz ist in der Werkstatt des Bildhauers Tenellsen in Krefeld angefertigt worden und ein wahres Kunstwerk. Dasselbe wiegt über 5 Zentner und ist ca. 5 Meter lang. Wie wir hören, ist dasselbe von einem hochherzigen Geber geschenkt worden und kostet 1200 Mark. Wer länge nicht in unserer Pfarrkirche gewesen ist, muß.sich wundern über die vielen großartigen und kostspieligen Anschaffungen, deren noch fortwährend neue folgen. So sollen auch demnächst die neuen tationen aufgehängt werden, die ebenfalls geschenkt sind und zu dem Stil der Kirche passen. Dieselben kosten 4200 Mark. * Dem Bandwirker Herrn Dommers von hier ist in Anerkennung seiner Verdienste, die er sich durch die Einfüh rung der Bandwirkerei um unsern Ort erworben hat, das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Die Auszeichnung wurde ihm durch den Herrn Landrat Dr. Limbourg im Beisein des Herrn Kreisbaumeisters und des Herrn Bürgermeisters Horster süberreicht. Für die Redaktion verantwortlich i. V. Joh. Theodor Groß in Viersen. Niederrheinische Kredit= Anstalt. Kom.=Ges. a. Aktien Peters& Co. Krefeld, Cleve, Duisburg, Emmerich, a. Rh., Grevenbroich, Kempen, Moers, Neuß, Odenkirchen, Rheydt, Ruhrort, Viersen, Wesel. Viersen Telegr.=Adr.: Poststraße, den 25. November 1903. „Rheinkredit". Giro=Konto Reichsbank Viersen. Fernsprech=Anschluß Nr. 38. Aktienkapital Mk. 21 000 000,—. Reserven ca. Mk. 4000 000,—. Annahme von Spareinlagen mit verschiedenen Zinssätzen je nach den Kündigungsfristen. Verwaltung von Wertpapieren, Dokumenten aller Art und Aufbewahrung von Wertgegenständen. An- und Verkauf von Wertpapieren zu vorteilhaften Bedingungen. Uninteressierte Auskunft über alle Wertpapiere. Kostenlose Einlösung sänktlicher Coupons und Dividendenscheine. Kontrolle der Auslosung. Fast alle 3½% und 4% Pfandbriefe erstklassiger deutscher Hypothekenbanken erlassen wir zum Berliner Tageskurse frei von allen Spesen. Unentgeltliche Entgegennahme von Zeichnungen auf alle zur Ausgabe gelangenden Aktien=, Staats= und andere Papiere. Annahme von Depots unter eigenem Verschluß des Besitzers Safes. Ankauf guter Geschäftswechsel, Eröffnung laufender Rechnungen und Chek-Konti, An= und Verkauf von Devisen, sowie Besorgung aller sonstigen in das Bankfach schlagenden Geschäfte.— Geldwechsel. Dann, bei erwachendem Morgenglühen, das monotone Rollen des Bummelzuges durch die leichtvernebelte, grünschimmern de Ebene mit ihren fruchtschweren Feldern; das unsanfte Weiter= und Weiterschütteln im ächzenden Wagen... Thüringerland! Ein langer Gänsemarsch von kleinen, Stationen, wo überall gehalten wird, und schnarrendes Ausrufen von Zeitungen und warmen Würsichen! Neue Passagiere kriechen herein, erzählen rusch ein halbes Dutzend trübe Geschichtchen von Jammer und Elend und schlechten Zeiten, verräuchern dabei den ohnehin übel duftenden Wagen— tschi!— mit noch übler duftendem Tabak, spuken in alle Ecken und steigen ein paar Stationen später mit ganz unschuldigen Gesichern wieder aus. Blitzzüge in wilder Hast donnern protzig vorüber; ein Leierkasten wimmert grause Walzermelodien, während die ovale grüne Schnapsftasche unter„Juchhei" von Mund zu Mund tanzt. Prosi Und jetzt lugt die Wartburg mit ihrem goldenen, sonnefunkelnden Turmkreuz herein durch die kleinen Wagenfenster. Ach, wenn wenigstens diese gefängnisartig umgitterten Gucklöcher ringsum zwei Hände breit größer unde somit menschenwürdiger wären! Aber nein, solch schwellender Lurus hätte dem Staat gleich zuviel gekostet! Einige Stunden später bin ich grundlich kavut, wie nach einer südufrikanischen Ochsenwagenfuhre. In meinem staubgepuderten Handwerksburschen=Kostüm gleiche ich einem nach Mainz verladenen Sandsack, der schwerwuchtig in der Ecke ruht. Manchmal höre ich wieder Zettungen ausrufen und Winkelstationen und warme Würstchen, weiß jedoch kaum ob dies in Wirklichkeit oder im Traum geschieht; längst schob ich mein altes, getreues Felleisen unter den Kopf und schlafe... schlase.... schlafe.— Die beiden folgenden Täge verlebe ich im„goldigen Mainz“. Wer für andere ein paar Schnäpfe bezahlt, in Verdacht gerät, als verfüge er über einige Groschen Geld, dabei etwas in Fröhlichkeit moussiert— für so einen erblüht gar bald„Freundschaft" in tropischer Pracht. Nach diesem Rezept werde ich auf der Herberge in kürzester Zeit mit einer Masse„guter Freunde" beglückt, und immer wollen noch neue zur Truppe stoßen Allmählich wird aus diesem struppigen Beobachtungsmaterial ein mehr intimer Kreis heraus sortiert. Aber der ist auch damnach! Mehrere davon sind alte, in diesen gesellschaftlichen Gefilden längst bekannte, stammgastantige. Stromer. Sie paradieren und glänzen im Prunke ihrer Spitznamen, wie„Selbstmord=Ede“,„Kümmel=August",„Wiesel=Willem", und führen mit den Kollegen gar famose Unterhaltungen: „Kerl, du steckst so in der Dummheit drin— nich's kleinste Kühdorf kannste regelrecht abbetteln.“..“„Wies Tischler biste? Un hast nich den lumpigsten Sarg zusammenzunggeln? Zieh die Stiefeln aus un laß dich begraben!“ Ein abgerissener, hohlwangiger Kaufmann in dieser Runde wird beinahe von Verzweiflung gepackt. „Ach, dieses elende Dasein!" jammert er mir vor.„Immer ohhne Heim, ohne eigenen Tisch, unter den man die Beine steckt! Dieses Hundeleben! Möcht' am liebsten einen dicken Strich durch machen. Was hab ich in Frankfurt angestellt, um Arbeit aufzutreiben! Von früh bis abends auf den Beinen, die Straßen schwitzend auf und ab gehetzt, vor jedem Esel den Buckel gekrümmt und— überall kalt abgewiesen. Das ist zehnmal schlimmer als betteln. Lieber lauf ich noch von Haus zu Haus nach Psennigen, nach Brot, und laß mich schlimmsten Falls arretieren.“ „Suchst Du Beschäftigung als Kaufmann?“ „Die find' ich niemals. Wer erst auf der Landstraße liegt, ist als Kaufmann vorbei. Jetzt nehm' ich an, was sich bietet — ist mir alles gleich.“ „Soll ich Dir suchen helfen?“ frage ich in brüderlicher Teilnahme.„Ja?... Also vorwärts!" „Ich kaufe zwei Mainzer Zeitungen, durchstöbere auf einer von Akazien überschatteten Straßenbank hastig die Inseratenspalten. Ei, da sind etwa zehn Stellen, die passen könnten: Schreiber, Laufbursche, Packer, Hausdiener, Kellner—— „Schnell, mein Junge! Möglich, daß—“ Wir hoffen— springen und laufen— alles umsonst; alles angeblich schon besev. Vor uns erheben sich einige Neubauten. Wollen's da mal versuchen; vielleicht braucht man einen. Handlanger.... Ehe wir die schiefaussteigende Bretterbahn erklimmen, macht sich schon oben durch die neue Fensteröffnung kräftiges Abwinken seitens eines strohblonden Vollbarts bemerkbar. Wir steigen trotzdem tapfer weiter. „He!" schreit's von oben.„Ihr seid wohl etwas dickfellig. Hier ist nichts!" Also zum nächsten Neubau. „Arbeiter werden nicht angenommen!" verkündet eine dicke Aufschrift zwischen den Säulen des halbfertigen Pottals. Der arme„Kollegr“ ist vernichtet. Oede die Taschen und öde das Herz, und durch die Seele klinat's wie verhaltenes Weinen.— Zurück in die Herberge. Derb angeheitert schwankt ein robuster Kerl an den Schenktisch. „Herbergsvater, vor'm Abgewöhnen, noch einen Bittern!" „Nein, Sie sind heute schon voll. Für Sie ist Schluß!“ „Was? Ich— ich wär beschmort? Ich? Ein ehemaler Unteroffizier?“ Augenblicklich hat er mehrere Handwerksburschen in Front aufgestellt, ihnen an Stelle der Gewehre die Stöcke in die Hand gedrückt, und in schnarrendem, vom Kasernenhof bezogenen Ton kommandiert er: „Ach—tumg!— Präsen—tiert—'s Gewehr!— Au—gen — links!.. Na, Herbergsvater, ein Kerl, der noch so schön kommandieren kann, soll nicht mal mehr einen Bittern triegeni.... Was?.... Da können Sie mir leid tun!“ (Fortsetzung soigt.) Neu. Haser 100 Kilo Handels=Nachrichten. Neuß, den 25. November 1900. Neu Hafer. 2 Qual. 11.70 Kartosfeln 50 Kilo 2.70—8.50 Heu 50 Kilo 2.50—8.— Luzernerheu 50 Kilo. 4 8.60 Maschinenstroh 5000 Kilo„ 13 Flegeldrusch 500 Kilo„„ 15— Butter per Kilo„ 2•50 Eier per 100 Stück 12 12.40 Am heutigen Getreidemarkte dlieben die Preise sämtlicher Fruchtgattungen Unverändert. Raps per 100 Kilo 1. Qual. M. 19.75 2.„„ 18.75 Aveel per 100 Kilo„ 18.75 Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr.(ohne Faß) M. 49.50 Rüböl per 100 Kilo satzweise(ohne Fat)„ 51.— Gereinigtes Oel per 100 Kilo 8 Mk. höher als Rüböl. Rübbuechen per 1000 Kilo waggonweise„ 89 „ in kleineren Partien„ 94 Kleien per 50 Kilo„ 4 80 Rüböl und Kuchen unverändert. Scotts Emulsion befördert den Bau gesunder Knochen. Scotts Emulsion ist Kindern mit Englischer Krankheit sehr dienlich Scotts Emulsion macht oft schwächliche Kinder zu robusten. Scotts Emulsion ist ein medizinisch=tonisches Nährmittel= für schwäch liche Kinder und besteht aus bestem Medizinal=Lebertran, ist schmackhaft und leicht verdaulich. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen an Apotheken und Großhandlungen verkaust, uno zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit lachsfarbigem Umschlag; der unsere Schutzmarke(Fischer mit großem Dorsch auf dem Rücken) trägt. Scott& Bowne, Ltd., Frankfurt a Bestandteile: Feinster Medizinal=Lebertran 150,0, primas Glycerin50,0 unterphosphorigsaurer Kalk 4,3, unterphosphorfgsaures Natron 20 pulv. Tragant 3,0, feinster arab. Gummi pulv. 2,0, destill. Wasser 129,9, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheria=Oel je 2 Tropfen.„ 4184 Polizeiverordnung betreffend Abänderung der Polizei=Verordnung üiber die Einrichtung und den Betrieb von Aufzügen(Fahrstühlen) vom 18. November 1899. Auf Grund der§§ 137 und 139 des Landesverwaltungsgesetzes vom 30. Juli 1883 und gemäß der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 wird unter Zustimmung des Provinzialrates für den Umfang der Rheinprovinz folgendes verordnet: "§ 7. II der Polizeiverordnung vom 18. November 1899 erbält folgenden Zusatz: „Ebenso ist bei Aufzügen, die durch das eigene Gewicht nach unten bewegt werden, z. B. den Bremsfahrstühlen und Steinablässen, von der Fangvorrichtung und selbsttätigen Senkbremse und von der Festsetzung einer größten zulässigen Geschwindigkeit abzüsehen, wenn an ihnen eine Bremsvorrichtung vorhanden ist, welche die Last in jeder Höhenlage solange festhält, als die Bremse nicht gelüftet wird.“ § 30 l a. a. O. erhält fölgenden Zusatz: „Diese Bestimmungen finden keine Anwenduug auf Bremsfahrstühle in Mahlmühlen.“ Diese Polizeiverordnung tritt am 1. Januar 1904 in Kraft. Koblenz, den 9. Oktober 1903. Der Oberpräsident der Rheinprovinz I. V. 4299 Wallraf. Am Donnerstag, d. 20. Nov. 1903, vormittags 10 Uhr werden im Verkaufslokale hier Dülkenerstr. Nr. 8. gegen gleichbare Zahlung öffentlich versteigert:.4301 1 Sofa, 1 Lehnbank, 1 Spiegel, 1 Tisch, Bilder, 1 große Partie Tuche, Herren= und Knabenan= züge. Hosen, Faltenhemden, Bettbarchend, sodann im Hause Hauptstraße Nr. 102 1 Ladeneinrichtung, 1 Sofa, 1 großer Spiegel, Stühle 2c. Güldner, Gerichts vollzieher. St. Martinsfeier Dorf. Donnerstag, den 26. Nov., abends 9 Uhr im Lokale des Herrn Wilh. Schrey, Rektoratstraße. General= Versammlung Tagesordnung: Rechnungsablage, Weiteres vorbehalten. 4305 Das Komitee. Kath. Gesellenverein. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Vereinsangehörigen, davon zu benachrichtigen, daß unser treues und eifriges Mitglied, der Schlossergeselle August Amfaldern am Montaa. Dden 23. November, abends. 10 Uhr, im Alter von 19 Jahren nach langer schmerzlicher Krankheit im Herrn entschlafen ist und bitten, sseiner im Gebete zu gedenken. Die Beerdiguug mit nachfolgenden Exeguten in der St. Josefskirche findet am Donnerstagmor= gen 8 Uhr vom Sterbehause Wilhelmstraße 34 aus statt. Die Mitglieder versammeln sich zur Teilnahme an derselben um ½8 Uhr im Vereinshause. 4306 Der Vorstand. Jeden Donnerstag u Freitag lebendfrisch eintreffend: Bratschellfische 20, 25 Pfg., Schellfische und Kabliau im Schnitt 30, 35 Pfg., im ganz. 30 Pfg., Karbonadenfisch 40 Pfg., Goldbarsch 30, 35 Pfg., schöne holl. Häringe, Stück 4 Pfg. Dtd. 45 Pfg. zur gefällig. Abnahme empfiehlt 4308 Heinr. Vieten, Lindenstraße 26. Pelzwaren, Hüte, 4 Mützen, Ui Regenschirme (1 In jedem Artikel habe die größte Auswahl, dabei sind die Preise konkurrenzlos billig. Al. Reparature Otto Simon, Altermarkt 3. Helger's Loouekamp anerkannt vorzüglich, bester Magenlikör, ist dem feinsten Fabrikat gleichwertig, per Flasche 1.75. Feiner Wachholder=Branntwein (Steinhäger), per Liter 1.50. Echter atter Kornbranntwein per Liter 1.—. Holl. Auisette, Rümmel, Ratasia 2c. sowie den bekannten Magenbitter empfiehlt 4254 J. M. Helgers, Destillerie. Kalderstleeg 1 Prämlirt auf 24 Welt- und Industrie-Ausstellungen. o III. 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Heute Mittwochebend 8 Uhr wird in unserer Fachasteilung für Schneider im Gesellenhause ein fachwissenschaftlicher Vortrag gehalten von der westdeutschen Bekleidungsakabemie zu Düsseldorf, Herrn Karl Crust, wozu die Schneidermeister von Viersen hierdurch freundlichst eingeladen werden. 4307 Der Unterricht findet im Winterhalbjahr nach folgender Ordnung statt: Montagabend 9—10 Religions. Unterricht. Dienstagabend 9—10 Fachunterricht für Schlosser, Schneider und Schreiner. Mittwochabend 9—10 Gesang. Donnerstagsabends 9—10 Deutsch. (Schön= u. Rechtschreiben.) reitagsabends 9—10 Rechnen. sonntagsmorgens ½ 10—½12 Uhr Zeichnen.(Für Lithographen, Schriftsetzer, Maler und Anstreicher, gleichzeitig Spezialkursus in Schrift= u. Dekorationszeichnen.) Sonntagsnachmittags 2—4 Buchführung. Da der Unterricht schon begonnen hat, können weitere Anmeldungen nur noch in allernächster Zeit erfolgen. 4307 Der Verstand. Städt. freiwill. Feuerwehr Viersen. 1. Kompagnie. Mittwoch, den 25. Nov., abends 9 Uhr Uebung sämtlicher Abteilungen. Antreten im Saale des Herrn A. Kreuels, Brückenstr.(2. Garnitur Uniform.) Nach der Uebung Besprechung über Führerwahl, Zahlung der Sterbekassenbeiträge. Weiteres vorbehalten. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. Kox. 4282" Hauptmann. Schirmfabrik V. Kaldenhoff. * Viersen, Hauptstrasse 14. Großer Hund entlaufen schwarz g. mit gelben Flecken über den Au kurzer Schwanz, Wiederbring erhalt Belggzung