Ericheint täglich mit Ausnahme der Soun= und Feier#n. Bezugspreis: Ml. 1.50 vierteljährlich, 50 Pfo. monatlich, mit den Beilagen:„Katholisches Sonntag.= slatt" und„Illustrierte Unterhaltungs=Beilage" Mi. de 1.80 vierteljährlich, 60 Pfg. monatlich.####### Deutsche Volksblätter Anzeigen werden die 6=spaltige Petitzeile(oder deren Raum) mit 15 Pfg., kleine Anzeigen(Stellengesuche und„Angebete, kleine Verkaufsangebote ze.) aus Biersen mit 10 Pfg. berechnet und bis spätestens 9 Uhr Morgens e#ego erbeten. Reklamezeile 40 Pfennig. 6s00m. Verantwortlicher Redakteur: Jos. Mattern in Viersen— Druck und Verlag: Gesellschaft für Druck und Verlag(G. m. b. H.) in Viersen und Expeottion: Viersen, Petersstraße 38, Eingang Portiunculaweg 63 Nr. 48. 1902. Fernsprech=Anschluß Nr. 1. Freitag, den 28. Februar. Ur. der Postzeitungsliste 7766. 28. Jahrgang. = Die Häufigkeit der Anfälle in gewerblichen Betrieben ist, wie die dem Reichstage vorgelegten Nachweisungen über die Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften erkennen lassen, auch im Jahre 1900 wieder gestiegen. Auf 1000 Vollarbeiter— unter Bollarbeit versteht man eine Arbeitsleistung von 300 Tagen jährlich— entfielen nämlich in der zewerblichen Unfallversicherung im Jahre 1900 9.54 Unfälle, 1899 dagegen 8,47. Diese Steigerung ist nicht allein eine absolute, sondern auch eine relative. Während nämlich im Jahre 1886 auf versicherte Personen(nicht Vollarbeiter) in den gewerblichen berufsgenossenschaften 2,81 pCt. Unfälle überhaupt vorkamen, belief sich diese Zahl für 1889 auf 4.,71 pöt., für 1899 auf 5,64 pCz., für 1895 auf 6,24 pCt., für 1898 auf 7,10 und 1900 auf 7,46 pét. Von den Folgen der Unfülle sind die tötlichen ebenfalls gestiegen. Erheblich verringert hat sich die Zahl der dauernd, völlig Erwerbsunfähigen. Man geht wohl nicht fehl, wenn man diese Erscheinung zum großen Teil mit auf die Praxis der Berufsgenossenschaften zurückführt, die bekanntlich mit allen Mitteln dahinwirken, die Verletzten einigermaßen zu heilen, wozu die Fort schritte in der ärztlichen Kunst ihre guten Dienste leisten. Strenge ärztliche Behandlung und Beobachtung der Verletzten, sowie Ueberführung derselben in Heilanstalten hat diese Erfolge herbeigeführt. Diese fortwährende prozentuale Steigerung der Uufälle muß auf die Dauer verhängnis. voll werden. Auf die Ubsachen wollen wir nicht näher eingehen. Sie mögen liegen, wie slie wollen; auf ihre arbeitet werden. Nicht bios unsaulen.—. sondern Unfallverhütung muß als Hauptaufgabe betrachtet werden. Gewiß liegen die Unfallgefahren in der Art unserer großindustriellen Arbeitsweise mitbegründet und können nicht ganz beseitigt werden. Aber zur nubglichsten Verhütung geschieht thatsächlich zu wenig. Wenn die 65 Berufsgenossenschaften im Jahre 1900 zusammen für Unfallverhütungsvorschriften 14,169 M. und für Ueberwachung der triebe 619,228 M. verausgabten, so ist das viel zu wenig, abgesehen davon, daß die Kontrole durch die Berufsgenossenschaften sehr zu wönschen übrig läßt und viel zu lar gehandhabt wird. Sodann besteht, wie auch die Berichte der Gewerbeaufsichtsbeamten erkennen lassen, in manchen Kreisen der Unternehmer noch eine Abneigung gegen die Anbringung genügender Unfallverhütungsvor. schriften, wenn auch andererseits nicht verkannt werden soll, daß auch die Arbeitnehmer vielach denselben nicht das genügende Interesse entgegenbringen und dadurch leicht die ersteren in ihrer ablehnenden Haltung bestärken. Wie noch gegen die Unfallverhütungsvorschriften Berufsgenossenschaften gesündigt wird, geht chon daraus hervor, daß im Jahre 1900 nicht weniger als 137,797 Mk. Geldstrafen verhängt wurden, was um so bedeutungsvoller ist, wenn man bedenkt, daß es sich hier um Organisationen handelt, die aus Unternehmern bestehen und von diesen geleitet werden. Nicht allein bezüglich der Unfallverhütung, ondern auch bezüglich der finanziellen Leistungen könnte seitens der UnfallverScherung viel mehr geschehen. Ueber das zu trenge, vielfach bureaukratische Vorgehen bei der Festsetzung der Rente seitens der Berufsgenossenschaften wird von den Arbeitern vielfach geklagt. Dabei muß bei Taxierung, der der Höhe der Rente immer wieder hervorgehoben werden, daß der Höchstsatz bei völliger Erwerbsunfähigkeit 66¾ pEt. des Jahresar. beitsverdienstes beträgt. Ferner besteht noch immer die Ungerechtigkeit, daß innerhalb ersten 13 Wochen die Krankenkasse für den letzten aufkommen muß, wofür der Arbeiter ½ der Beiträge zahlt. Wie groß diese Bélastung der Krankenkasse ist, kann man ungefähr ermessen, wenn man bedenkt, daß in der gewerb lichen Unfallversicherung 1900 von 417,022 anemeldeten Unfällen nur bei 51,627 von der herufsgenossenschaft die Entschädigungen gezahlt wurden. Also bei noch nicht ½/ der Unfälle wurden von den Berufsgenossenschaften die Entschädigungen gezahlt. Rechnet man sehr günstig, daß weitere% der gemeldeten Unfälle keine besonderen weiteren Folgen haben und mit Bezug auf spätere Folgen zur Anmeldung gebracht werden, so bleibt den Krankenkassen im merhin noch die Hälfte der sämtlichen Unfälle aufgebürdet. Das ist kein gerechtes Verhältnis. So sehr an dieser Stelle auch anerkannt werden soll, daß die Unfallversicherung segens reich für die Arbeiterschaft wirkt gegenüber den früheren Zuständen, ebenso energisch muß aber auch auf die Abstellung der noch bestehen den Uebelstände gedrungen werden. (Nachdruck verboten.) C.P.C. Berlin, 27. Februar. Im Reichstage standen zunächst Wahlprüfungen auf der Tagesordnung. Bezüglich der Wahl des Abg. Prietze(ntl.) beanteagte die Kommission Beweiserhebungen. Abg. Bassermann(ntl.) bean tragte, mit Rücksicht auf die schwache Besetzung des Hauses den Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen, und bezweifelte, da der Antrag abgelehnt wurde, die Beschlußfähigkeit des Haues. Da das Präsidium sich dem Zweifel anchloß, so mußte die Sitzung abgebrochen werden. Graf Ballestrem beraumte eine neue Sitzung auf eine halbe Stunde später an. In dieser Sitzung standen nur Petitionen zur Beratung. Petitionen um reichsgesetzliche Regelung des Arzeneimittelhandels hinsichtlich des freien Verkehrs mit unschädlichen Heilmitteln außerhalb der Apotheken wurden als Material überwiesen. Auf Anfrage des Abg. Cahensly(C.) teilte ein Regierungskommissar mit, daß die Verordiung über die dem auschließlichen Vertrieb durch die Apotheker vorbehaltenen Arzneimiztel unter dem 22. Oktoder 1901 erlassen worden sei. Petitionen um Einführung des Befählgungsnachweises für Kaufleute wurden durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Verschiedend Petitionen wünschen die Einleitung einer Intervention im südafrikanischen Kriege. Abg. Dr. Hasse(ntl.) bedauerte, daß England Ambulanzen in Südafrika ausschließe. Das geschehe wahrscheinlich, um keinen Einblick in die skandalösen Verhältnisse der Konzentrationslager zu gewähren. Das Rote Kreuz habe, indem es mit Rücksicht aus die Wilhelmsstraße die Ambulanzen eingestellt habe, gegen seine Verpflichtungen verstoßen. Abg. Werner(Antis.) bedauerte, daß die deutsche Regierung nichts gethan habe, um der ungerechten Behandlung, welcher deutsche Unterthanen durch England ausgesetzt seien, entgegenzutreten: Abg. Dr. Arendt(Rp.) beantragte Ueberweisung als Matertal. Dieser Antrag gelangte zur Annahme. Eine Petition um Einrichtung eines amtlichen telegraphischen Korrespondenzbureaus wurde zur Erwägung überwiesen. Eine Petition um Einführung des Postcheckverfahrens wurde zur Kenntnisnahme überwiesen. Eine Reihe von Petitonen um Aufhebung des Impfzwangs beantragte die Kommission als Material zu überweisen. Abg. Thiele(Soz.) beantragte Ueberweisung zur Berücksichtigung; Der Impfzwang sei zwecklos, sei die Ursache von schlimmen Krankheitsübertragungen und bedeute einen unerhörten Eingriff in das Familienrecht. In demselben Sinur sprach sich Abg. Reißhaus(Soz.) aus, welcher meinte, daß das Gesetz den Impfzwang gar nicht so streng aufgefaßt wissen wolle, wie er in der Praxis ausgeübt werde, jedenfolls sei die zwangsweise Vorfährung von Kindern zur Impfung ungesetzlich. Abg. Dr. Endemann(nl.) und Geh.=Rat Bumm traten diesen Ausführungen entgegen; die Impftechnik sei soweit vorgeschritten, daß Gesundheitsschädigungen so gut wie völlig ausgeschlossen seien. Die überwiegende Mehrzahl der Sachverständigen halte die Impfung heute noch für eine Notwendigkeit und die Statistik über Pockenepidemien in Deutschland und im Auslande gebe ihnen recht. Es würde ein Unglück sein, wenn Deutschland den Impfzwang aufheben wollte. Die Petitionen wurden schließlich als Material überwiesen. Dasselbe geschah mit Petitionen betr. Erweiterung des Bogelschutzes. Petitionen berr. Unterstützung der Entschäigungs= ansprüche der aus Transvaal ausgewiesenen Reichsangehörigen wurden zur Erwägung überwiesen. Petitionen um Fortsetzung der Wohnungsfürsorge wurden als Material überwiesen. Petitionen von Apothekern um Einführung des 9=Uhr=Geschäftsschlusses für Apotheken wurden zur Erwägung überwiesen. — Freitag Etat der Reichseisenbahnen, der Zölle und der Zuckersteuern. Berlin, den 27. Februar, „Zur Förderung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten“ hat sich nach einer aus der„New####rker Staatsheitung“ in unsere liberole Presse übergegangenen Mitteilung in Berlin eine Vereinigung„einflußreicher“ Männer gebildet, die das„gegenseitige Verständnis der beiden Nationen nach Kräften zu fördern, falschen Darstellungen auf Grund eigener Sachkenntnis entgegenzutreten und auf die Erwetterung der Handelsbeziehungen zwischen dem deutschen Reiche und der amerikanischen Union hinzuwirken" gedenkt: Wer die„einflußreichen Männer“ sind, wird vorläufig nicht gesagt. Die Namen eines Fünfer### ausschusses, der die nötigen Vorbereitungen treffen soll, sind in weiteren Kreisen jedenfalls wicht bekannt.„Wer sich mit unseren Preßverhältnissen beschäftigt, und sie näher kennt, sieht jedoch, schreibt die„Kreuzztg.“, sogleich, daß sich das Ganze um die neu begründete Wochenschrift„Columbia“ gruppiert; das ursprünglich von einem magyarischen Grafen geleitete Unternehmen will die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten erweitern— in dem Sinne jedoch, daß Deutschland dabei vollständig ins Hintertreffen gerät, der Löwenanteil aber den Vereinigten Staaten in einem Maße gefällt, daß man nicht begreift, warum die Zeitschrift hier und nicht in New York erscheint. Dabei trieft sie, insoweit wenigstens, als sle uns vorgelegen hat, förmlich von Agrarier35) Ein Name. Von M. Marn. *—( N a c h d r u c k v o r b o t e n.) Der Schmerz verwirrte sie. Sie warf sich an den Sand, eine Beute unaussprechlicher Trostlosig= kett. Und der Stachel war in der Wunde geblieden... Mußte sie ihn immer mit sich herumtragen? Würdee sie immer und überall die Erinnerung finden, welche sie fliehen wollte?... Ja, sogar bier in diesem einsamen Orte, wo sie ihr Leid hatte verbergen wollen, sah sie Lorenz vor sich... Hier hatte er eine Felsengruppe gezeichnet, dort stand der Leuchtturm, den sie mitemnänder besichttat hatten. Danv kam ihr auf einmal ein Gedanke, an welchem sie sich verzweifelt anklammerte: sie durfte sich nicht verheiraten, es sei denn mit einem des ihren würdigen Namen. Aber der Gedanke kam ihr so abscheulich vor, daß sie ihr von sich stieß. Nein, nein, sie würde sich niemals verheiraten, nachden sie die Liebe ihres Veiters zurückgewiesen. Dann... dann würde sie zwar einsam leben, aber der Pflicht treu sein, welche ihr Name ihr auferlegte... Ach, dieser Name! Hätte sie je gedacht, daß er ein so schweres Kreuz werden es schantein die Funz, ua sich bet dnbrachen der Nacht der Leuchturm erhellte und in der Dunkelhett glänzte. Sein Licht war das Bud jenes, welches ihr Leben leiten, sie aber für immer von dem Glücke entfernen würde. Ein Thräuenstrom verschaffte ihr endlich terung. Sie weinte butterlich, ader sie und dies war doch immer besser, dis der wilde Schmerz, welcher sie fast erstickte. Sie wußte nicht, wie viel Zeit merkte aber jetzt, daß die Sonne hoch stand und das Diner längst verüder war. Wes wirrt und trostlos wollte sie aufstehen, 1c uatge Seceh, u. dr L.her 2.5 du: Gechante, dachte, man wolle sie holg, und der eeich und mit geröteten Augen zu erscheinen, war ihr so unerträglich, daß sie, in der Hoffnung, man werde sie nicht entdecken, unbeweglich in ihrem Versteck blieb. Aber Agnes, denn sie war es, kannte die Lieblingsplätze ihrer Kousine und erschien am Eingange der Felsen. „Mand, wie kannst Du uns alle so unglücklich nachen!“ Ihre Stimme klang angegriffen, sie hatte ebenalls geweint, und Mand empfand aufs neue einen tiefen Schmerz. „Ich muß nach Hause,“ sagte sie,„erhob sich eilends und versuchte den Vorwürfen und Klagen der Schwester ihres Betters zu entgehen. „Komm Agnes, man erwartet mich!“ „Nein, man erwartet Dich nicht,“ sagte diese und schüttelte den Kopf. „Man setzte sich zu Tische und Mama gab Deiner Abwesenheit einen Vorwand, mit welchem Onkel sich begnügte... Mama nimmt Deine Zurückweisung nicht an,“ fügte sie erregt bei,„und will noch heute mit ihrem Bruder sprechen, damit er ein gutes Wort bei Dir einlegt.“ Mand erschrak. „Gott gebe,“ sagte sie,„daß dieser Gegenstand nicht die alten Streitigkeiten wieder wecke und Bruder und Schwester erzürnt auseinander gehen.“ „Streitigkeiten! Wie sollte der Onkel sich schwieug zeigen, wo es um den Sohn seiner Schwester und um eine Verwandte sich handelt, auf die er gar kein Recht hat...“ „Er ist, mein Vormund, und ich muß ihm gehorchen.“ „Aber, liebe Mand, wenn Du Dich doch erweichen welche plötzlich Ueberraschung und Schmer ausdrückten, wandte Mand den Kopftad. 6 „So hatte Lorenz doch recht,“ sagte Agnes lang am...„Diese Abweisung, welche Mutter einem Mangel an Sympathie zuschrieh, kommt auf Rechnung des Stolzes, den Dir Dein Name einflößt!“ „Nein, nicht des Stolzes, sondern der Pflicht!“ „Der Pflicht!“ wiederholte Agnes,„ja, gegen wen denn?“ „Gegen die Vorfahren, gegen das Geschlecht! Ich glaube an die Notwendigkit einer Artstokratie und dieselbe soll von jeglicher Beimischung frei bleiben.“ „Ich könnte Dich begreifen, Maud, wenn es sich dar.m handelte, den Namen von La Roche=Jagut welchen ich ebenfalls achte, zu übertragen oder zu vernichten. Aber es ist doch ganz einerlei, ob Du denselben durch eine Heirat verlierst oder mit ins Grab nimmst.“ „Agnes, Du quälst mich,“ rief Maud weinend, „und zwingst mich, verletzende Worte auszusprechen. Bitte, verschone mich.“ „Welche Worte?... Nicht wahr, über die Mißhetrat! Ich mag auch die Mißheiraten nicht, billige es durchaus nicht, daß allzu verschiedene Klassen sich durch die Ehe miteinander verbinden. Ich glaube auch an die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Hierarchie, doch stehen nicht allein jene an der Spitze jener Hierarchie, welche adelig. von Geburt sind. Immer und zu allen Zetten haben Genie und Tapferkett sich ihre Plätze zu erobern gewußt.“ „Und heutzutage maßt sich das Geld alle Rechte an!“ rief Mand lebhaft. „Von dem Gelde wollte ich gar nicht reden,“ sagte Agnes vorwurfsvoll,„denn es ist eine abschenliche Tyrannei und seine Herrschaft ist erbärmlich. Ich wollte von den andern geleisteten Diensten, von edlen Versuchen, von durch Arbett und Gutesthun erlangter gesellschaftlicher Stellung sprechen. Ich hoffte, Du hättest dies alles gesehen und müpicst zugeben, daß dies auch eine Art Adel sei.“ Maud zerfloß in Thränen und verbarg ihr Geicht auf Agnes Schulter. „Stehst Du denn nicht, daß Du mir das Herz brichst? Kann ich denn streiten? Du hast ja von Deinem Standpunkte aus vollkommen recht. Ich habe aber auch von dem metnen recht und würde nicht glücklich werden. Es käme mir vor, als bätte ich gegen eine Pflicht gefehlt, als hätte ich mein Geschlecht verraten und sei herabgesttegen. O, vergieb. mir, Agnes, Du bist ja würdig, eine Prinzessin zu sein! Und doch, ich kann es Dir nicht verhehlen, es würde mir vorkommen, als sei ich in eine andere Sphäre eingetreten, und ich würde demjenigen zürnen, welcher mich veranlaßt hätte, den Grundsätzen meines Lebens untreu zu werden. Wie geachtet auch sein Name, ich würde doch stets den meinen beklagen.“ Sie erhob sich aufgeregt und schritt dem Hause zu; Agnes folgte ihr schweigend. Sie waren beide tiefbetrübt, well ein Schatten zwischen ihnen stantt und Zwang und Bebauern von nun an ihre Freuntschaft vergiften würden. Agnes suchte nach Gründen, um die Sache ihres Bruders ein letztes Mal zu vertreten. Mand suchte, um neuen Bitten und neuen Qualen zu entgehen, ihr Zimmer zu erreichen, um ungestört weinen zu können. Als sie das Ende des Gestades erreichten, erblickten sie Lorenz, welcher neben dem Schlosse stand und gedankenverloren in die Ferne staerte. Maud wandte sich ab, schlug einen Seitenweg ein und trat allein ins Schloß. Welch langer entsetzlicher Tag! Frau Havayres hatte sich eingeschlossen und litt an heftigen Kopfschmerzen, welche Agnes vergedens zu befänftigen suchte. Lorenz irrte am Straude umher und Mand blieb so lange allein, bis fie Hanne folgen mußte, den Tisch zu richten. Es war ihr eine Qual, ihre Tante und Lorenz wiederzusehen, und doch war dies nicht zu vermeiden, ohne den Verdacht ihres Onkels zu erregen, haß. Schon daraus aber läßt sich auf die Richtung schließen, die sie in handelspolitischer Beziehung verfolgt, d. h. sie sucht die in der deutschen Geschäftswelt ohnehin vorhandene Reigung zu kurzsichtig=weichmütigem Entgegenkommen zu stärken.“ Ausland. * Wien, 27. Febr. Der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, der sich bei der Papstjubelseter in Rom am 3. März durch einen ungarischen Geistlichen vertreten läßt, bedauert in einem Handschr eiben an den Heil. Vater, daß die eigenartigen politischen Verhältnisse Italiens es ihm nicht gestatten, selbst nach Rom zu kommen. * R o m, 2 6. F e b r. E s i s t e i n e d e r s c h r e c k lichsten Maßnahmen der italienischen Regierung, den Papst und die katholische Religion zu bekämpfen, daß in den staatlichen Schulen Italien kein Religions unterricht erteilt wird, weder in Volksschulen, noch an Gymnassen, noch an Universitäten. Richt nur, daß in den Staatsschulen kein Religionsunterricht gegeden wird, sondern es ist auch den Priestern jede private Annährung an die Staatsschulen, um freiwillige Religionsstunden ab zuhalten, strenge verwehrt. Darum wachsen die jungen Italiener seit,30 Jahren auf— wie Heiden. Man begegnet darum in Rom und überall in Italien vielen jungen Männern, die behaupten, sie seien katholisch, können aber kein Kreuzzeichen machen und kein Vaterunser beten und wissen von Religion absolut nichts. Sie haben eine gewisse unbestimmte Verehrung zur Madonna, und sonst haben sie von der katholischen Kirche nichts mehr. Was thut nun da die katholische Nächstenliebe in Rom, in Neapel, Mailand, Turin usw.? Die Pfarrer können sich nicht mit den Kindern im Einzelnen abgaben— in die Schulen dürfen sie nicht, und die Jungen einzeln abfangen ist schwer. Es haben sich also, wird der„Nürnbg. Volksztg.“ geschrieben, katholische Laien vereinigt, Herren und Damen, Universitätsstudenten, junge Theologen und Bauschüler u. s. f., welche die Kinder sammeln, ihnen Religionsunterricht geben und sie den Katechismus lehren. Sonntag und Donnerstag ist in Italien keine Schule; da füllen sich die Kirchen von 10—12 Uhr und nachmittags ein paar Stunden. In vielen Orten Italiens werden jetzt Häuser errichtet, in denen 10—20jährige Jünglinge, die kein Wort von der katholischen Lehre wissen, während 8 Tagen Exercitien machen, Vaterunser und die 10 Gebote lernen und die erste hl. Kommunion empfangen. Dann werden sie wieder entlassen. In diesen Exercitienhäusern sind fortwährend Kinderexercitien und erste hl. Kommunionen. Man fragt sich, wenn es schon jetzt so weit gekommen ist, wie wird es nach 50 und 100 Jahren sein? Es ist ein Elend mit dem neuen Italien. * New York, 27. Febr. Zu Ehren des Prinzen Heinrich ist hier noch eine Reihe von Festlichkeiten veranstaltet worden. Gestern mittag nahm er an einem Frühstück teil, das die ersten Vertreter der Großindustrie und des Großhandels in den Vereinigten Staaten ihm gaben, abends an einem von der Pressc veranstalteten Bankette, dem ein Fackelzug der deutschen Vereine vorausgegangen war. Zahlreiche Ansprachen, in denen viel von der deutsch amerikanischen Freundschaft die Rede war und Prinz Heinrich die deutsche Freundeshand sehr weit vorstreckte, wurden gehalten. Heute ist der Prinz nach Washington abgereist. Volkswirtschaftliches und Soziales. * Brüssel, 26. Febr. Ein internationaler Kongreß zwecks Beratung über die Verbesserung der Lage der Blinden wird vom 6.—10. August ds. Is. im hiesigen Palais des Academies Nun noch ein einziger peinlicher Abend, und dann war alles zu Ende. Sie reisten vielleicht für immer ab, und, dann würde es um diese Freundschaft, welche ihr Leben erhellt hatte, geschehen sein. Aber sie würde allein sein, würde weinen können, und dieser Gedanke war ihr eine solche Erleichterung, daß sie die Stunde der Abreise herbeisehnte. Die Dämmerung war bereits herabgesunken, als sie ihren ganzen Mut zusammenfaßte und in den großen Saal hinabging. Es war schon dunkel darin, sie glaubte, er sei verlassen, und atmete auf. Aber fast alsogleich löste sich ein Schatten aus der Fensternische, und sie erkannte Lorenz. „Ich warte seit heute früh auf den Augenblick, mit Ihnen sprechen zu können,“ sagte er in scheindar ruhigem Tone.„Nein, fliehen Sie nicht vor mir,“ fügte er bei, als er sah, daß sie eine Bewegung machte, um hinauszueilen.„Meine Mutter wünscht selbst, daß ich meine Sache vertrete, und obschon ich keine Hoffnung habe, müssen Sie doch noc itwas hören.“ (Fortsetzung folgt.) 5 Ueber die Freiheit des katholischen Gelehrten bei seinen wissenschaftlichen Forschungen zerbrechen sich sozialdemokratische und liberale Zeitungsgelehrte und Nichtgelehrte den Kopf. Sie thun dabei gerade so, als ob die katholische Kirche für alle Zweige menschlichen Wissens beAimmte Wahrheiten festgelegt hätte. Die guten Leser werden nun wahrscheinlich glauben, der katholische Gelehrte müsse diese Wahrheiten hübsch aufgezeichnet vor sich auf dem Studiertische liegen haben und bei seinen wissenschaftlichen Siudien unverwandt darauf schauen, um nur ja nicht mit der Kirche in Konflikt zu kommen. Die Kirche kümmert sich aber doch unter dem Protektorate des Königs und dem Ehrenpräsidium des Justizministers zusammensammentreten. Den Vorsitz wird der General= superior der Frères de la Charité, P. Amadeus Stockmanns, führen. Der letzte Kongreß tagte während der jüngsten Weltausstellung zu Paris und war von über 700 Teilnehmern aus allen Teilen der Welt beschickt. * Düsseldorf, 26. Fedr. Noch den nunmehr feststehenden Dispositionen wird der Kaiser, wie man der„K. Bztg.“ schreibt, in den Tagen vom 8. bis 12. Juni zum Besuche der hiesigen Ausstellung eintreffen und sich von hier nach Krefeld und Mörs begeben, woselbst in seiner Anwesenheit die 200jährige Zugehörigkeit der Grafschaft Mörs zu Preußen festlich begangen wird. Zum Schlufse seiner Rheinreise wird Kaiser Wilhelm in Bonn dem 75jährigen Stiftungsfeste der Borussen und vielleicht auch der Regimentsfeier der dort garnisonierenden Königshusaren beiwohnen. h Barmen=Rittershausen, 26. Fedr. Heute beeorten die Herren Regierungs=Präsident v. Holleufer und Regierungsrat Erbslöh von Düsseldorf unter Begleitung des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Lenze von Barmen Luhns Seisenfabrik mit ihrem Besuche. Während des etwa zweistündigen Aufenthaltes verfolgten die Herren mit offensichtlichem Interesse den Werdegang der Seife vom Roh Produkt bis zu den fertig verpackten Fabrikaten, als Wasch Extrakt, Wasch=Seifen, Toilette=Seifen u. dergl. Die der Neuzeit in jeder Beziehung angepaßten praktischen Einrichtungen dieses fast automatisch arbeitenden Großbetriebes, welcher sein Rohmaterial mittelst Eisenbahn=Anschlusses im fünften Stockwerk in Empfang nimmt, fanden den ungeteilten Beifall des hohen Besuches. — Eine Erinnerung an das letzte Konklave. Unwillkürlich kehrten am 20. Februar die Gedanken aller Katholiken zu jenem denkwürdigen 20. Februar 1878 zurück, an welchem sich die Wahl Leos XIII. vollzog. Am 7. Februar war Pius IX. gestorben, und am 19. Februar trat das Konklave zur ersten Sitzung zusammen, nachdem Kardinal Pecci, welcher als Camerlengo die gesamte Oberleitung des Konklave hatte, mit seinem Stabe die umfangreichen Vorbereitungen getroffen hatte. Denn es galt, außer für die Kardinäle, deren jeder eine Wohnung von drei Zimmern hatte, für die jedem Kardinal beigegebenen Theologen, die Diener der Kardinäle, das Küchenpersonal der gemeinsamen Küche und das für alle Fälle notwendige Handwerkerpersonal Wohnungen zu schaffen, die Abschlußzmauern des Konklave in den drei Stock. werken des Hauptpalastes des Batikans herzustellen. Am Abend des 18. Februar' fand die Schließung des Konklave statt. Der Marschall der hl. römischen Kirche, Fürst Chigi=Albani, mit einer Kompagnie der palatinischen Garde übernahm die Wache an der Drehrolle, durch welche die Lebensmittel in das Konklave eingeführt wurden. Am Morgen des 19. Februar celebrierten die Kardinäle die hl. Messe an zahlreichen Altären in der Kapella Paolina und in der Sala Ducalo, dann zog das hl. Kollegium in die Sixtinische Kapelle, wo die Sitze für das Konklave= bereitet waren. An den Wänden waren unter Baldachinen die Throne für die Kurdinäle errichtet. In der Mitte befand sich der Tisch mit den Urnen wo die Ceremonien= meister des Konklave ihres Amtes walteten. Der Morgen des 19. Februar brachte dem Kardinal Pecei schon 23 Stimmen, aber es war noch nicht die nötige Zweidrittel=Majorität. Ebensowenig war dies am Nachmittag im nur um Glauben und Sitten. Die allermeisten Gediete menschlichen Wissens überläßt sie daher sich selbst. Wer wollte auch mit kirchlichen Lehrsätzen Prozesse führen, eine Krankheit beurteilen und Rezepte verschreiben? Weder für das Studium der alten, noch der neuen Sprachen, weder für Physik, noch Chemie, noch Mathematik, Geographie, Astronomie usw. usw. hat die Kirche Dogmen, daß heißt Sätze aufgestellt, die zu glauben find. Der katholische Gelehrte ist in diesen Dingen gerade so frei wie jeder andere. Aber auch in den Wissenszweigen, die in enge Berührung mit den geoffenbarten Wahrheiten des Christentums kommen, ist er keineswegs unfrei oder gebunden im Sinne der liberalen oder sozialdemokratischen Zeitungsgelehrten. Diese thun gerade so, als wenn katholische Gelehrte ihren Glauben wie eine drückende Last empfänden, unter der sie gezwungen seufzen, wie eine Fessel, die sie wohl abstreifen möchten, aver nichtkönnen. In Wahrheit aber gibt es genug katholtsche Männer, die in den verschiedensten Wissensgebieten thätig sind und allseitig mit Ehren genannt werden, die aber doch mit Liebe und Freude an(ihrer Kirche hängen und in ihrem Glauben nicht eine Last, sondern eine Stütze sehen. Wer zwingt sie anders zum Glauben, als ihre eigene wissenschaftliche Ueberzeugung Sie haben sich von ihrem Glauben Rechenschaft abgelegt. Sie haben sich den wissenschaftlichen Beweis geführt, daß für alle Weltdinge eine über der Welt stehende Ursache vorhanden sein muß, daß diese ewige, ungewordene Ursache— Gott— sich den Menschen geoffenbart hat, daß die Vollendung der göttlichen Offenbarung erfolgt ist durch den menschgewordenen Gottessohn, daß dieser zur Fortsetzung zweiten Wahlgang der Fall. Sokam der denkwürdige Vormittag des 20. Februar. Wieder wurden die umfangreichen Formalitäten erledigt, und dann kann die Wahl, aus der Kardinal Pecci mit fast allen Stimmen als erwählter Papst hervorging. Die Baldachine über den Thronen der Kardinäle, die Zeichen der Souveränität, senkten sich, nur' jener über dem Thron Peccis blieb errichtet. Die Ceremonienmeister nahten sich mit den drei ältesten Kardinälen und legten Pecci die Frage vor: Acceptasne electionem Tuam in Summum Pontificem?"(Rimmst Du die Wahl zum Papfte an?) worauf der Erwählte, bleich vor innerer Bewegung, mit fester Stimme bejahte und auf die zweite Frage: Quomodo vis vocari! Wie willst Du genannt sein, ebenso fest antwortete: Leo XIII. So war der Kirche ein neuer Hirte, der Welt ein neuer Stellvertreter Christi gegeben. Run sind vierundzwanzig Jahre seitdem vergangen und diese Jahre haben gezeigt, daß die Wahl wahrhaft gesegnet war von der Kraft des heiligen Geistes. — In Rumänien sind die Wölfe zu einer Landplage geworden. Es ist durchaus keine Uebertreibung, wenn die durch Wölfe zerrissenen Menschen hier im Jahr auf rund hundert Opfer veranschlagt werden. Man hatte hier zwar Ende September und Anfang Oktober bis zu— 6 Grad R., seitdem aber wieder meistens herrliches warmes Wetter, und erst am 24. Januar fiel die Temperatux. Schon bei dem ersten Umschlage machte es sich bemerkbar, daß Isegrim bedeutend zugenammen, denn aus allen Teilen des Landes liefen Berichte ein, wonach wieder viele Menschen diesen Bestien zum Opfer gefallen sind. Die Frechheit der Wölfe beleuchtet ein Fall aus Tecucin ganz besonders, indem dort ein aus der Kaserne austretender Soldat, hart bei dieser, von Wölfen überfallen, sein Leben einbüßte. Besser erging es einem Bauer, der am 26. Dezember v. J. mit seinem beladenen Ochsengespann kurz vor dem Dorfe Märäsesti von sechs Wölfen angefallen wurde, aber noch glücklich in dieses entkam, ohne weiter Schaden zu nehmen. Sehr traurig dagegen gestaltete sich vor einigen Tagen die Heimkehr einer lustigen Hochzeitsgesellschaft von fünfzehn Personen, welche ohne Ausnahme den heißhungrigen Wölfen zur Beute fielen, so daß nur der blutgetränkte Erdboden ein beredtes Zeugnis davon ablegte, was entsetzliches sich abgespielt hatte. + In eigener Angelegenheit. Wir tragen heute die Verhandlungen nach, die in Sachen der Beleidigungs=Privat= klage der Herren August und Wilhelm Meyer gegen den Redakteur dieser Zeitung, Herrn Jos. Mattern, am Mittwoch=Nachmittag vor dem Schöffengericht stattfanden. Die Anklage erblickt den Thatbestand und die Merkmale der Beleidigung in zwei im November 1901 in der„Biersener Volkszeitung" veröffentlichten Artikeln, betitelt:„Ist die„Biersener Zeitung" wirklich parteilos?“ und„Noch einmal die „Viersener Zeitung".“ Die Privatkläger behaupten, durch dieselben in der öffentlichen Meinung heruntergesetzt worden zu sein. Es wird eine Beleidigung darin gefunden, daß in der„Viers. Volksztg.“ behauptet worden war, daß die Firma Meyer den Bürgermeister Stern im Jahre 1885 ooer 1886 bei der Regierung in Düsseldorf„denunziert“, haben sollte, weil er dem Verleger eines katholischen Blattes auch städtische Drucksachen in Auftrag gegeben habe. Vorsitzender, Amtsrichter Dr. Remy, fragt den Angeklagten, ob er einen Beweis für diese Behauptung zu erbringen in der Lage sei. Der Angeklagte bemerkt, daß ihm eine negative Beweisführung für seine aufgestellte Behauptung zur Seite stehe, indem die„Viersener Zeitung" und ihre Besitzer den Artikel der früheren seiner Lehr-, Priester= und Hirtenthätigkeit eine Kirche mit unfehlbarem Lehramte eingesetzt hat. Alles dies steht für den katholischen Gelehrten fest, weil er sich in freier Geistesarbeit von dem Dasein Gottes und der geschichtlichen Thatsache seiner Offenbarung überzengt und die daraus sich ergebenden Folgerungen gezogen hat; kein blindes Unterwerfen unter irgend welche Dogmen ist sein Glaube, sondern ein freies Annehmen der erkannten Wahrheit. Wozu also da das Gerede von Unfretheit der Wissenschaft, wo der Glaube eine freie That ist? Der katholische Forscher ist aber auch nie gehindert, eine sicher und gewiß erkannte Wahrheit auszusprechen. Er wird vielmehr durch seine katholische Weltanschauung verpflichtet, die als gewiß festgestellte Wahrheit auszusprechen und zu vertreten. „Aber“— so wird man einwerfen—„dann wird er mit den katholischen Glaubenssätzen alsbald in Konflikt geraten!" Wir fragen mit dem bekannten Wiener Meteorologen, dem gläudig katholischen Professor Dr. I. M. Pernter(Voraussetzungslose Forschung, freie Wissenschaft und Katholizismus S. 6):„Wieso? Es ist eine leere, bisher nie bewiesene, wenn auch noch so oft wiederholte Behauptung, sagen wir eine Voraussetzung, welche der„voraussetzungslosen Forschung“ keine Ehre macht, daß irgend ein sicher und gewiß feststehendes Resultat der Wissenschaft, ein fest und erweisbar wahres Ergebnis der Forschung mit irgend einem katholischen Dogma in Widerspruch stehe. Ich habe schon wiederholt offen ausgesprochen und wiederhole es heute, daß es keinen solchen Fall gibt. Die katholischen Forscher werden auch gerne bereit sein, für jeden beliebigen „Viersener Volkszeitung“ vom Jahre 1890, in dem die gleiche Behauptung enthalten war unwidersprochen gelassen hätten. Rechtsanwalt Dr. Schmitz, Verteidiger des Angeklagten Redakteur Mattern, verwahrt sich dagegen, daß seine Partei der Firma Meyer vorgeworsen habe, sie hätte aus verwerflichen Gründen den Bürgermeister Stern bei der Königlichen Regierung zu Düsseldorf denunziert. Wir wollen aber den Nachweis versuchen, daß thatsächlich eine Beschwerde gegen den Herrn Bürgermeister Stern seitens der Firma Meyer beim Regierungs=Präsidenten in Düsseldorf erhoben worden ist, und haben hierfür als Zeugen geladen Herrn Rahser und den früheren Redakteur der alten„Viersener Volkszeitung“, Herr Jakob Brungs aus Neuwerk. Während der Wahl ist eine ganze Reihe von Mitgliedern der Viersener Centrumspartei in der„Biersener Zeitung“ angegriffen und es sind gegen dieselben unwahre Thatsachen vorgebracht worden. Die Ausführungen hierüber in der„Viers. Zig.“ stimmten wesentlich mit denen eines Flug blattes der„Krefelder Zeitung" überein. Die „Viers. Volksztg.“ hat in dem zweiten angezogenen Artikel lediglich behauptet, daß das Flugblatt der„Krefelder Ztg." diejenigen unwahren Behauptungen enthielte, welche sie(die Volkszeitung) der„Biers. Ztg.“ gegenüber bereits zurückgewiesen habe. Eine Beleidigung könne aber hierin nicht gefunden werden, da ein Blatt keine physische Person sei und das Gesetz deshalb eine Beleidigung bestimmter Personen bei einem Blatte laut Reichsgerichtsurteil nicht als vorliegend erachte. Wenn der Angeklagte in der Mitte des zweiten Artikels von Herren redet, so ist nicht wahr, daß er bestimmt behauptet, hat die Herren Meyer hätten gelogen. Der Vertreter des Privatklägers, Rechtsanwalt Dr. Drathen, platdiert für eine angemessene Bestrafung, indem er als die schwerste Beleidigung den Ausdruck:„Denunziation“ in dem Artikel der„Biers. Volkszig.“ bezeichnet. Entschuldigung verdiene der Angeklagte insofern, als er im Jahre 1890, wo der Artikel zum ersten Male in der früheren„Viers. Volkszig.“ erschienen war, noch nicht in Biersen ansässig gewesen sei. Rechtsanwalt Dr. Schmitz beantragt die Verlesung des vom Angeklagten abgedruckten Artikels vom 10 Juli 1890 sowie eines weiteren vom 15. Juli 1890 dadierten Artikels, beide aus der„Biers. Bolkoztg.“, worauf die Herren Meyer nicht reogiert haben. Außerdem gelte die Behauptung in dem angezogenen Artikel nicht den heutigen Inhabern der Firma Meyer, sondern dem damaligen Besitzer J. H. Meyer. Es seien also nicht die Privatkläger, sondern ein Rechtsvorgänger derselben mit der inkriminierten Behauptung gemeint. Der Vorsitzende glaubt, daß der von den Klägern als Zeuge geladene Herr Bürgermeister Stern seine Aussage verr weigern wird, weil ihm das Amtsgeheimnic, von dem ihn der Herr Regierungspräsident ers entbinden müsse, Stillschweigen auferlege. Here Bürgermeister Stern, als Zeuge vorgerufen, erklärt indes, aussagen zu wollen. Von einer Denunziation seiner Person seitens der Firma Meyer beim Regierungspräsidenten zu Düsseldorf ist ihm nichts bekannt. Auf Befragen des Herrn Rechtsanwalts Dr. Schmitz, ob eine solche Denunziation vom Regierungspräsidenten nicht stillschweigend ad acta gelegt worden sein könne, will Zeuge die Möglichkeit nicht in Abrede stellen, hält dieselbe aber nicht für wahrscheinlich. Herr Rahser, der alsdann als Zeuge vernommen wird, kann sich an eine Beschwerde der Firma Meyer gegen den Bürgermeister oder die Viersener Stadtverordneten=Versammlung beim Regierungspräsidenten nicht erinnern. Der verstordeue Pfarrer Dr. Norrenberg(der ihm in den Jahren 1885/86 die Thatsache mitgeteilt haben soll) habe zu der angezogenen Zeit sehr viel betihm verFall, den man beibringen zu können glaubt, den Beweis zu erbringen, daß ein Widerspruch mit dem Inhalt des Dogmas nicht besteht. Es ist klar, das dies nur für vollkommen sichere und zweifellos erwiesene und stets beweisdare Forschungsresultate und Sätze der Wissenschaft gilt, nicht aber in Bezug auf Meinungen, Hypothesen und Systeme, mögen dieselben von ihren Trägern und Verteidigern noch so hoch gehalten werden. Nur die sichere Wahrheit hat Anspruch auf allgemeine Anerkennung; Meinungen, und wären sie selbst die der Weisesten, konnten sich und werden sich auch immer wieder nur allzu häufig als irrig erweisen, oft gerade zur Zeit, wo man es schon für frevelhaft anzusehen geneigt war, wenn man anderer Meinung gewesen wäre. Und hier liegt ja wohl vorwiegend das Mißverständnis, das so vielfach in der Behauptung zu Tage tritt, daß die Wissenschaft mit den katholischen Dogmen in Widerspruch stehe.“ Der Glaube strebt nach Wahrheit. Auch der Zweck aller Forschung ist die Erkenntnis der reinen Wahrheit. Die Wahrheit ist aber nur eine, wie auch Gott, die Quelle aller natürlichen und übernatürlichen Wahrheit, nur einer ist. Der katholische Forscher kann also den Zweck jeder Forschung, die Feststellung der Wahrheit, mit voller Freiheit verfolgen, ohne däß ihm die Weltanschauung, welche seine katholischen Dogmen ihm bieten, irgendwie ein Hindernis bereitet. Ja, wir dürfen mit Pernters Schriftchen(S. 16) noch einen Schritt weiter gehen und behaupten; „Kein Forscher anderer Weltanschauung kann unbekümmerter und sicherer auf allen Forschungsgebieten sich bewegen, in alle Untersuchungen freier sich einlassen als der katholische, ohne jede Sorge, jemals auf irgend eine Wahrheit zu Koßen, die den katholischen kahrt, sodaß er sich auf einzelne Gespräche nicht richt mehr entfinnen könne. Rechtsanwalt Dr. Schmitz beantragt die Verlesung: 1. des Flugblatts der„Krefelder Zeitung" vom 5. Novemder 1901, betitelt:„Die Viersener Wahlposse“; 2, des Artikels der„Viers. Volkszig.“ vom 8. Lovember 1901, beginnend mit den Worten: Nachträgliches zur Wahl“; 3. des Artikels der Vierf: Zig.“ vom 15. November 1901, beginnend mit den Worten:„Die Biers. Volkszig. veröffentlicht in der gestrigen Nummer.“ 4. des Artikels der„Viers. Ztg.“ vom 19. November 1901:„In eigener Sache". Der gegnerische Rechtsanwalt Dr. Drathen führt die Person des bekannten Lokal=Reporters der Viers. Ztg.“, Böker, als Opfer der„Viersener Volkzeitung“ an. Die Verlesung des letztgegannten Blattes würde ergeben, in welcher unerhörten Weise derselbe angegriffen worden sei. Die Stempelung des Herrn Böker zu einem von der„Viers. Volkszeitung" verfolgten Martyrer gab Herrn Rechtsanwalt Dr. Schmitz Veranlassung zu der Bemerkung, daß die Person des w. Böker vollstindig aus der Verhandlung ausscheide und gar nicht in Betracht komme. Rechtsmnwalt Dr. Prathen bittet den Gerichtshof, den Angeklagten zu bestrafen wegen schwerer Beleidigung und den Privatklägern die Publikationsbefugnis des Urteils zuzuerkennen. Der erste Artikel sei der schwerwiegendste wegen der darin enthaltenen Beschuldigung der Denunzation des Bürgermeisters Stern, der zweite sei ebenfalls in der Form schwer beleidigend. Der Angeklagte habe auch die„Viersener Zeitung" nicht einfach als parteilos hingestellt, sondern sehe recht hämisch bemerkt, bei der Regierung sie sich als königstreu und liberal, bei der ürchlichen Behörde aber als gut katholisch hingsellen, werin der Ausdruck der Ehoratterlosige t l i e g e. H e r r R e d a k t e u r M a t t e r n s o l l e e s n i c h t verfuchen, die Beleidigungen abzuschwächen, indem er die in dem inkriminierten ersten Artikel enthaltenen Behauptungen als auf die gegenwärtigen Inhaber der„Biersener Zeitung" sich nicht begiehend bezeichne. Er habe den Herren Reyer Doppelzängigkeit vorgeworsen, weil sie in den früheren Wahlkämpfen mit dafür gesorgt, das sich der Verlauf derselben in friedlichen Bahnen bewegte. Im Kampfe der Parteien Unne man nicht jedes Wort auf die Goldwage ligen, aber das vorhin geschilderte Bestreben der ers. Zeitung.“ verdiene keinen Vorwurf, wenn auch andere Leute fanatisch und nicht parteilos genug seien, um den Standpunkt der„Viersener Zeitung" billigen zu können. Die Beleidigungsabsicht gehe auch aus der Bezeichnung der „Biers. Ztg.“ im zweiten Artikel als„edles Blatt“ und der Schlußbemerkung: diesem Blatte gegenüber beschränke sich der Angeklagte auf diejenige Achtung, die man einem Lügner gelle, hervor. Er bittet die Verlesung der von beklagten Partei bezeichneten Artikel abzulehnen. Sollte der Gerichtshof aber trotzdem deren Verlesung beschließen, so beantrage er, gleichfalls die gegen Herrn Böker gerichteten Artikel der„Biers. Volksztg.“ zu verlesen, damit der Gerichtshof sehen könne, wie vordie Speache der„Biersener Ztg.“ gen den Ton der„Volkszeitung" abstehe. sanwalt Dr. Schmitz beantragt für den daß dem stattgegeben werde, dann auch korrespondierenden Auslassungen in der „Biers. Ztg.“ zu verlesen, da nur so ein richtiges Bild der Vorgänge gewonnen werden könne. Weiter beantragt er Freisprechung des Angeklagten, betonend, daß die Vertreter der „Giers. Ztg.“ gar keinen Anlaß hätten, sich über den Ton der„Volkszeitung" zu beschweren. Die Behauptungen der„Viers. Volksztg.“ hätten dem Blatte„Viers. Ztg. gegolten, also keiner sischen Person, weshalb eine Beleidigung einell für den Gerichtshof nicht vorhanden sei. Nur solche Stellen, in denen Personen beleidigt werden, sind straf= und verfolgbar. In dem Artikel„IR. die„Biersener Zeitung" wirkilos*“ kannseine Beleidigung nicht gefunden werden. Ist dieser Artikel heute beleidigenden Inhalts, so war er ebensogut im Jahre 1890, wo er zuerst veröffentlicht wurde, beleidigend und es konnte durch die Wiederholung nur derjenige sich beschwert fühlen, der Jahre 1890 Inhaber der„Viers. Ztg.“ war; die Privatkläger finden eine„frivole“ Beleidigung in der Bemerkung:„Vor stark vier Jahren denunzierte die Firma Meyer den Bürgermeister Stern bei der Kgl. Regierung in Düsseldorf.“ Es waren also ausdrücklich in diesem Passus die Privatkläger nicht genannt und gemeint, sondern der Vorbesitzer der„Viers. Ztg.“, da die beiden herren Wilhelm und August Meyer im Jahre 1886 noch nicht Geschäfts=Inhaber waren. Sollte aber der Gerichtshof diesen juristischen Standpunkt nicht teilen, so müsse er doch wenigstens gnerkennen, daß es durchaus falsch ist, wenn Gegenseite erklärt, die angezogene Behauptung in dem 1. Artikel der„Viers. Volksztg.“ sei eine frivole Beleidigung. Der Angeklagte dat vollständig bona fide gehandelt, da die „Viersener Zeitung" bei der Festnagelung heute inkriminierten im Jahre 1890 den gleichen „Vorwurf" That damals hat sitzen lassen. Von einer also keine Rede sein. Der AnDogmen widerspricht; denn er forscht und untersucht mit der klaren und sicheren Ueber zeugung, daß er nie und nimmer auf ein sicher sehendes, zweifellos erweisbares Resultat stoßen kann, das ihm wegen seiner religiösen Anschauungen auch nur unangenehm sein könnte". Wie gebunden hiergegen die Forscher anderer Beltanschauungen sind, beweist schon allein der Sozialismus zur Genüge, der jeden Genossen verketzert, welcher in seiner Forschung zu programmwidrigen Resultaten kommt. Bernstein, Calwer, Schippel können davon erzählen. der sache ruhig auf sich Frivolität kann a geklagte befand sich mindestens in gutem Glauben. In betreff des zweiten Artikels liegt es mir fern, den gerügten Schlußsatz, der von derjenigen Achtung spricht,„die man einem Lügner zollt", als notwendig zu bezeichnen. Der Angeklagte hatte hier von einem„Blatte“ gesprochen, in dem Satze vorher hatte er allerdings von Personen gehandelt, indem er das Wort„Herren“ antandte. Aber hier hatte er ausdrücklich drei Möglichkeiten offen gelassen: 1.„Sie könnten an Gedächtnisschwäche leiden". Diese Voraussetzung kann man unmöglich als eine Beleidigung ansehen. 2.„Sie könnten vielleicht nicht lesen". Diesen Uebelstand kann man aber höchstens als einen Mangel an Erziehung bezeichnen. Auch im dritten Gliede des Satzes, der von der absichtlichen Verdrehung der Wahrheit spricht, handelt es sich nur um um eine Möglichkeit, der Beklagte habe den Klägern keinen positiven Vorwurf gemacht. Vor. allen Dingen ist aber der Schutz des§ 193 Str.=G.=B.(Wahrung berechtigter Interessen) zuzubilligen, da er eine Reihe positiver Unwahrheiten und völlig unberechtigter Angriffe zurückgewiesen habe. Seine Gegner warfen ihm Albernheit, offenbare Unwahrhaftigkeit und Mangel an journalistischem Anstand vor, so daß er sich in einer schwer gereizten Stimmung befand. Ferner steht Herrn Mattern der Schutz des§ 199 Str.=G.=B. zur Seite, demzufolge er straffrei erklärt werden müsse, auch wenn eine Beleidigung angenommen werde, weil er eine Beleidigung auf der Stelle erwidert haor. Rechtsanwalt Dr. Drathen, der dem Angeklagten in selbstgefälliger Weise eine Vorlesung über sein demnächstiges Verhalten als Publizist hält, spricht ihm rundweg den Schutz des § 193 ab. Auch§ 199 finde keine Anwendung, da die Presse nicht eine Beleidigung auf der Stelle erwidern könne, wegen der räumlichen und örtlichen Abstände. Der Angeklagte Mat tern hebt in einer kurzen Verteidigung hervor: In Betreff des ersten Artikels stütze sich die Anklage lediglich auf das Wort„denunzieren Der Sprachgebrauch lege diesem Worte aber nicht durchweg eine verächtliche Nebenbedeutung bei. Entsprechend der Grundbedeutung des lateinischen denunciare werde auch heute noch vielfach in Deutschland, so in seiner, des Angeklagten, schlesischen Heimat„denunzieren" im Sinne von„anzeigen“ schlechthin gebraucht. Einen vorwiegend, vielleicht ausschließlich üblen Beigeschmack habe freilich das— in dem Ar tikel nicht angetoandte— Substantiv„Denun paxt“. Bei Uebernahme der Auslassung der eren„Biers. Volksztg.“ habe erthatsächlich unter„denunzieren“ nichts anderes als„Anzeige machen“,„sich beschweren" verstanden. Der zweite Ar tikel stelle nur den Schluß einer längeren Aus einandersetzung mit dem Blatte der Ankläger dar und habe bezweckt, hartnäckig wiederholte Unwahrheiten und Versuche, angesehene Mitglieder der hiesigen Centrumspartei zu diskreditieren, noch einmal und endgiltig zurückzu weisen. Die scharfe Form erkläre sich einmal aus jener Hartnäckigkeit, andererseits sei sie durch das Vorgehen der klägerischen Partei veranlaßt; diese habe nämlich ohne jeden sach lichen Untergrund in allerpositivster Form Beleidi ungen gegen den Angeklagten ausgesprochen, iemindesteus so schwerwiegend als seine in hypo thetischer Fassung gehaltene und— möge man eine der drei von ihm genannten Eventuali täten annehmen, welche man wolle— auch sachlich begründete Erwiderung. In jedem Falle seien die von ihm gebrauchten Worte durch die der„Viers. Ztg.“ völlig kompensiert. Auf Grund der Beleidigung in der„Viers. Ztg.“ erhebt Rechtsanwalt Schmitz namens des Beklagten Widerklage, und zwar vornehmlich wegen der der Redaktion der„Viers. Volksztg.“ gegen über erfolgten Anzweiflung journalistischen Anständes. Auf eine Aeußerung des Rechtsanwalts Dr. Drathen, welcher immer wieder auf den„beleidigten“ Herrn Böker zurückkommt und. die„Biers. Ztg.“ als gereizt zu der den###geklagten beleidigenden Aeußerung:„Mangel an sournalistischem Anstand“, hinstellen will, betreitet Rechtsanwalt Dr. Schmitz ganz entchieden, daß seine Partei die Aeußerung der „Viers. Ztg.“ provoziert habe. Nach erneuter Gegenrede des klägerischen Anwalts, die Neues nicht mehr bringt, tritt der Gerichtshof zu einer halbstündigen Beratung ab. Sein Beschluß lautet dahin: Der Antrag auf Verlesung der dem Artikel der„Viers. Volksztg.“ vom 21. November voraufgehenden Artikel der„Viers. Ztg." und„Viers. Volksztg.“ wird abgelehnt, desgleichen die Widerklage, weil zu spät erhoben, die vorschriftsmäßige Frist von drei Monaten sei abgelaufen. Der in dem 1. Artikel der„Viers. Volksztg.“ vorkommende Ausdruck„denunzieren“ bedeute eine schwere Beleidigung und Ebrenkränkung; in den Bemerkungen des zweiten Artikels der „Viers. Volksztg.“ sei eine schwere Mißachtung, wenn nicht Verachtung ausgedrückt, womit die Inhaber der„Viers. Ztg.“ getroffen werden sollten, wenn zum Schlusse des inkriminierten Artikels auch nur vom Blatte die Rede ist. Der Angeklagte wird deshalb wegen des 1. Artikels zu 100 M., wegen des 2. zu 200 M. Geldstrafe ev. entsprechender Haft und in die Kosten verurteilt, und den Beleidigten wird die Befugnis zuerkann., den Tenor des Urteils einmal in der„Biers. Zig.“ und einmal in der „Viers. Volksztg.“ auf Kosten des Angeklagten zu veröffentlichen. Zu Gunsten des Angeklagten sei in Betracht gezogen worden, daß die Beleidigung im Wahlkampfe begangen wurde und er. durch Gegenartikel gereizt gewesen sei, andernfalls würde ein noch höheres Strafmaß bestimmt worden sein. Viersen und Biersen, den 28. Februar. L. Die Firma Schaub und Heckmann steht am Vorabende ihres goldenen Jubiläums! Aus bescheidenen Anfängen hat sie sich unter Gottes Segen durch die Intelligenz und Umsicht ihrer Inhaber, durch rastlose Thätigkeit und Energie, durch Solidität ihrer Leistungen zu einer der ersten und angesehensten Firmen der Stadt emvorgeschwungen. Die stattliche Anzahl hervorragend tüchtiger Beamten, welche eine lange Reihe von Jahren in dem Geschäfte thätig waren, die ebenso stattliche Zahl der gediegensten Arbeitskräfte, von denen viele ihr silbernes Jubiläum im Dienste der Firma feiern konnten, legen Zeugniß dafür ab, wie die Firma Schaub und Heckmann stets bemüht war, in den großen sozialen Fragen, welche die Arbeiterwelt bewegen, den berechtigten Forderungen derselben gerecht zu werden und ein möglichst inniges, auf Vertrauen und Wohlwollen beruhendes Verhältniß zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu erhalten. Die beiden Jubilare der Firma haben zudem ihr Talent und ihre Erfahrungen gern und reichlich zum Gemeinwohl der Stadt verwertet, haben in den bürgerlichen und kirchlichen Verwaltungen hervorragende Stellungen eingenommen, haben hochherzig und opferwillig alle edlen Bestrebungen zu fördern gesucht. Von ihrem Wohlthätigkeitssinne legen die St Remigius= und St Josephskirche, die Maria=HilfKapelle, der Gesellenverein, der Arbeiterinnenverein bis in die spätesten Zeiten Zeugnis ab, und eine ungezählte Schar von Armen und Hilfsbedürftigen hat in den Familien der Jubilare Trost und Hilfe gefunden. Kein Wunder deshalb, daß ihr moriges Fest nicht blos in dem engeren Kreise des Geschäftes, sondern in den weitesten Schichten der Bevölkerung Anteilnahme findet. Wir schließen den vielseitigen Glückwünschen zum goldenen Feste von Herzen uns an und wünschen der Firma und ihren Inhabern weitere segensre Thätigkeit ad multos annos! = Gefährliches Spielzeug. Auch in den Straßen Viersens kann man Knaben mit Pfeil und Bogen sich vergnügen sehen. Derlei gefährliche Dinge blieben aber besser aus den Händen der Kinder weg, wie folgender Vorfall zeigt. In die chirurgische Klinik zu Bonn wurde ein elfjähriger Knabe aus Waldorf, Kreis Ahrweiler, gebracht, der beim Spielen von einem andern Knaben mit einem Pfeile ins linke Auge geschossen worden war und schwere Verletzungen davongetragen hatte. —* Diebstahl. Mittwoch abend gegen 9 Uhr bemerkte eine Frau in einer Wirtschaft auf der Süchtelnerstraße einen fremden Menschen, der schwer bepackt mit Kleidern die Treppe herunterstieg und seiligst das Haus verließ. Die Frau teilte dem Wirte sofort ihre Wahrnehmung mit, und es stellte sich heraus, daß man es mit einem Diebe zu thun gehabt, der einen Kleiderschrank vollkommen ausgeräumt hatte und mittlerweile im Dunkel der Nacht spurlos verschwunden war. (+) Ein Naturspiel. Wer kennt nicht das schöne Denkmal des Kurfürsten Johann Wilhelm von Jülich=Kleve und Berg auf dem Markt zu Dässeldotf? Wer es nicht aus eigener Anschauung kennt, vermag sich ein deutliches Bild davon zu machen, wenn er den neden der Dampf=Bäckerei des Herrn Pesch auf dem Hoser zum Pittenbusch führenden Feldweg beschreitet. Mit täuschender Aehnlichkeit sind in dem Tannenbüschchen auf Pittenberg zwei freistehende Bäume derart zusammengewachsen, daß sie in frappierender Weise dem genannten Denkmal gleichen. R. Kirspelwaldniel, 27. Febr. Die Lehrerin Fräulein Grüters,„Stellvertreterin an der Unterklasse der katholischen Vo##rschule zu Berg hier, ist als Lehrerin an eine chule zu Krefeld ernannt worden. Zum Lei an genannter Klasse zu Bera ist der Vo ullehrer Her Moll aus Goch, welcher gegenwärtig noch seiner Militärpflicht genügt, zu Olern cr. ernannt worden. Süchteln, den 28. Februar. —.— Die Fastenpredigten hält in diesem Jahre in unserer katholischen Pfarrkirche zum hl. Klemens der hochw. Herr Kaplan Hochscheid. Diese Predigten[weisen einen so starken! Besuch seitens der Pfarrangehörigen auf, wie er in frühern Jahren kaum gesehen wurde, wozu gewiß die vollendete und gemütvolle Vortragsweise, die vom Herzen kommend zu den Herzen geht, nicht wenig beiträgt. Das kräftige Sprachorgan durchdringt die äußersten Winkel unseres geräumigen Gotteshauses, und auf den entferntesten Plätzen ist jedes Wort deutlich vernehmbar. Die Predigten tragen dazu ein originelles Gepräge und sind mit sozialpolitischen Streifzügen durch die einzelnen Länder der Erde mit ihren Bewohner besonders häufig verwebt, so daß sich Theorie und Praxis in einer Skizze vereinigen. Die Heranziehung und Beleuchtung einzelner Charaktere, Zeit= und Geistesrichtungen aus der neuern und ältern Geschichte der Menschheit bilden nicht selten die Belege für die religiösen und ethischen Grundsätze und Dogmen der katbelischen Kirche.“. Mit glänzender Beredtsamkeit und farbenprächtigen Sprachgemälden, die getragen sind von einer wohlthuenden Modulation der Stimme, wird das Bild des gegenwärtigen Lebens, wie es in seiner Wirklichkeit sich abspielt, vor dem Geiste der Zuhdrer entrollt, so daß Auge, Ohr und Herz derselben unermüdlich, trotz der Länge der Vorträge, an die begeisterten und begeisternden Worte des Predigers gefesselt bleiben. Handelsnachrichten. Wetzen I. Qualttät 16.80 2.„ 16 80 K."— Roggen 1.„ 14.— „ 2.„ 13.50 8.„ (Alles die 100 Kllo.) Rüböl por 100 Kilo in Partien Rübdi per 100 Kllo satzweise Neuß, den 28. Fedr. Hafer 1. Qualttät 16.50 „ 2.„ Heu à 50 Kllo 3.90—4.40 Luzernheu à 50 Kllo 4.80 Maschinenstroh à 500 Kllo 24.— Flegeldrusch„„„ 27.— Kartosfeln die 50 Ktlo 2.00—3.00 on 100 Etr(ohne Faß) 58.75 (ohne Jaz) 60.25 Persthochen pur 100 Au. 40 „ in kleineren Parten 09.— 1. Qualtiät „ 2.„ Apsel 1. Qualtict Kleie à 50 Kilo Butter per Kilo Eier per Schock(60 Stück) Niederrheinische Kredit=Anstalt, Kom.=Ges. a. Aktien Peters& Co. Krefeld, Kleye, Dutsburg, Emmerich a. Rh., Erevenbroich, Kempen Moers, Neuz, Odenkirchen, Rhepdt, Ruhrort, Viersen, Weset Telegramm=Adr.:„Rheinkredtt". Gtrc=Konto Reichsbank Viersen Fernsprech=Anschlut: Nr. 38. Biersen, Poststraße, den 28. Febr. 1902. Aktienkapital Rk. 21.000.000.—. Reserven cu. Mk. 4.000.000.—. Wechsel. Rotterdam Antmemer Brässe London Parts Ital. Plätze * Schwetz Wien 100 1a 100 100 100 Kr. Fr.)k. S. Kr. k. S Griefe 168 75 11 45 20.48 81.60 79.65 81.— 85.40 Gei=Bufe 18 2) Sovereiges —.— Engl. oten 81.05/20=Fr.=Stück= 5=Fr.=Stücke 20.44 französ. Note 81 20olrd. —.—amerik. Gold 79.25 Noten —.— 724 92 20.43 16.15 4.— 81.80 81.15 168.40 4.15 85.10 80.55 New=York otst 4.214 4.179 Annahme von Spareinlagen mit verschiedenen Zinssätzen je nach den Kündigungsfristen. Ankauf guter Geschäftswechsel, Eröffnung laufender Ruch nungen und Chek=Konti, An- und Berkauf von Devisen sowie Besorgung aller sonstigen in das Bankfach schlagenden Geschäfte.— Geldwechsel. Verwaltung von Wertpapieren, Dokumenten aller Art und Aufbewahrung von Wertgegenständen. Uninteressierte Auskunft über alle Wertpapiere. Kostenlose Ginlösung sämtlicher Conpons und Dividendenscheine. Kontrole der Ausloosung. Fast alle 3½% und 4% Pfandbriefe erstklassiger deutscher Hypothekenbanken erlassen wir zum Berliner Tageskourte frei von allen Spesen. Unentgeltliche Entgegenznahme von Zeichnungen auf alle zur Ausgabe gelangenden Aktien=, Staate- und andere Bapiere. An= und Berkauf von Wertpapieren zu vorteilhaften Bedingungen. Annahme von Depots unter eigenem Berschluß des Besitzers Safes. Kath. kaufm. Verein. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unseren Vereinsmitgliedern von dem am 26. dss. erfolgten Tode des herrn Raufmann Hermann Peters Kenntnis zu geben. Der Heimgegangene gehörte dem Vereine seit langen Jahren als passives Mitglied an und zeigte stets reges Interesse für unsere Bestrebungen. Sein Andenken bleibt bei uns in Ehren. Die Beerdigung findet Samstag, den 1. März, morgens 9¼ Uhr. vom Sterbehause Hauptstr. 13 aus statt und werden die Mitglieder um rege Beteiligung gebeten. 3413 Viersen, den 27. Februar 1902. Der Vorstand. Wohnung, 8—4 Zimmer, Näye der Remigtusktoche. per Oktober zu vermieten. 3410 Wo saat die Exped. dsr. Wohnung gesucht. 3— Zimmer im nördl. Stadtteil, möglichst bald. Offerten unter R F. 8358 an die Exp. dsr. Zig. erb. Jede Hausfrau muß wissen, daß sie nicht nur ihren Familienmitgliedern in gesundheitlicher Beziehung einen großen Dienst erweist, sondern auch noch bedeutende Ersparnisse * wenn sie Kathreiners Malzkaffee als Zusatz oder als vollkommenen Ersatz des Bohnenkaffees verwendet. AOldl 6 Lentrumspartei. Sonntag, 2. März, morgens, 11 Uhr: Vertrauensmänner Viedger Hôtel Erholung(oben Verandasaal) Der Vorstand der Centrumspartei. 3414 Aee S R 5S 2 8 5 Handelskammer. Aus der durch das Kaiserliche stattstische Amt zu Berlin nach den Ermittelungen der Handels=Korporationen gefertigten Zusammenstellung der Durchschnittspreise wichtiger Waren im Großhandel für Januar 1902 bringen wir folgende Gattungen, als für unsern Bezirk vorzugsweise in Betracht kommend, hierdurch zur Kenntnis der Interessenten: Baumwolle.— 100 Kilogr. Middling Upland Good Oomra Rewoslanst, Miöst, Sben. Klassis. ½/% Resaktion, 4% Tara, 1% Decort eide.— 1 Kilogramm(9 Monat Ziel). Ital. Organsin klaff. 18/20 „ Trame„ 24/20 „ Grege„ 12/12 Japan. Organsin„ 22/22 „ Trame„ 34/40 China Trame„ 36/20 Baumwollengarn.— 1 Kilogr. beide Nr. tneinandergehend Fabrik, zahlbar 1. Augsburg; 1 30 Tage 1% Skto., 90 Tage ohne Skonto. 1. Bremen: 4 Krefeld: abtes Zette! 42 Eintrag D Zeite! 20 Etntrag 2. Krefeld; engl. Nr. pt. 6% So. 3. Mülhausen 1. metrische. No., 2% Skonto zahlbar 30 Tage, per kot 2 1/2% Stonte Nr. 40 bis 120, 2fach gasiert Nr. 130 bis 200, dto. Zettel Nr. 16 „ 28 „„ 40 Eintrag„ 16 " 87 —" 50 4. M. Oindbach; ab Fabril, netto, Ziel 3 Monat 5. Stuttgart; engl. Nr. ab Fabrik, neuo, Ziei 8 Monat 1. M.=Gtadbach, Rattun. Rossel, Mule(Schuß= garn) Nr. 8 Water(Kettgarn) Nr. 12 Waterdio.Nr. 20 86 Zettel # Schut 20 Jettel 0 Schutz Mark 84,23 70,90 85,25 44,00 41100 40,00 43,00 42,00 84,00 103 4,23 12.87 1,10 1,40 2,30 1,12 1,50 2.50 1.08 — 1 Meter. 78 cm breit, 20/20 Garn, 10416 Boden, ab Fabrik, netto, 8 Mon. Ziel 92 cm breitz, 19/17adig(aus 36/42 Gorn) unbedruckt, 5% Skonto, 1 Monat Ziel frei Verlin 90 cm beett,20/20fabig, 9., kg die 100 Meten, 2% Skto., zahldar 30 Tage, per kompt. 2 1/2% Skonto. 3. Mülzüsen I. E, Leime 1. Bielet#ld# 2. 2. 30 Rlachs# 50 bto. 10 Werggarn 20 bts. N.80 Jluchsgarn bie. — 1 Ailegramm. arn eng Lzmisch. Ia und Ron. Nr. Mittelpreis IIa 3 oder per kompt. Skonto. engl. Nr., Mittelpr . Ia, Ziel 3 Monat oder per kompte 2% M.=Siadbach, den 25. Fedr. 1902. 0.200 1.98. 2,900 1,05 1.50 2,839 2.45, 0.90 1,28, Mark 102.29 79,80 102,75 41,00 88,00 38.00 89.00 88,00 35,00 0.23. 2.48, 8.78. 1,17. 1.70 2,29= 8.54 1,10, 1.19. Zum 50jährigen Geschäftsjubiläum der Firma Schaub& Heckmann in Viersen. 3402 Ein halbes Jahrhundert#ist heute verflossen, Seitdem Eure Firma in Viersen erstand, Mit Gottvertrauen immer und unverdrossen So wirktet Ihr stetig mit rühriger Hand. Dem rédlichen Schaffen, dem ernsten und regen, Schenkte der Himmel den reichlichsten Segen. Mit Stolz es die Arbeiter heute bekunden, Wie stets auf ihr Glück war die Firma bedacht, Wie warm sie ihr Wohl und ihr Weh mitempfunden Und für ihr Interesse hat sorgsam gewacht, Den Dank, den heut’ ihre Herzen empfinden, In heissem Fleh’n sie dem Ew'gen verkünden. Die Firma, geschätzet, so hoch und gechret, Sie wird in der Handelswelt rühmlich genannt, Und ihr, deren Ruf nie ein Makel versehret Bezeuget Hochachtung ein jeglicher Stand. Des Himmels Schutz mög’ sie immer begleiten Dass blühe sie bis in die fernsten Zeiten. M. St. Gewidmet von den Arbeitern u. Arbeiterinnen der Firma. 66 Ein Notschrei! Der 800 Seelen zählenden Pfarrotkarie Kovenroth dient als Kirche eine stallartige Kapelle aus dem vorigen Jahrhundert, welche nur 12 Meter lang und 6 Meter breit ist, sodaß die Leute der drei zur Pfarrvikarie gehörenden Gemeinden beim Sonntags Gottesdienst nur zum Teil Unterkunft in der Kapelle finden. Nachdem also viele einen weiten Weg zur Kirchs zurückgelegt haben, müssen sie im Winter bei Sturm, Regen und Schnee draußen vor der Kirche stehen, während die in der Kapelle zusammen gedrängten Kinder bisweilen in Gefahr geraten, erdrückt zu werden. 3285 Der Neubau einer einfachen, aber räumlich genügenden Kieche ist daher unerläßlich. Die Katholiken der Pfarrotkarie— fast nur arme Bergleut— bringen zwar geoße Opser, aber ohne anderwettige Hülse kann das Werk nicht gelingen. Gott der Ew'ge wird's Euch lohnen, Jesus Cdrist' im Sakrament; sch und uns're Bergarbetter Helst mir d’rum, Ihr Glaubensbrüder! Schaut aus uns in uns'rer Rot! Sendet mir doch einen Baustein Für die Kirch' in Kotenroth Danken Euch für jede. Spend' Heinrich Arndts, Pfarrvikar in Kotzenroth, Post Gebhardshain, Westerwald. Milde Gaben nimmt zur Weiterbeförderung gern entgegen. die Expedition dieser Zeitung. Jahn-Atelier Emllie Lingenbrink, Bahnhofstr. 8u. Behandlung für Damen u. Kinder: Auf Wunsch abselst schmerzieesn Zahnziehen nach bewährtester Methede. Anfertigen eämtlicher Zahnersatzstücke unter voller darantie für tadellosen Sitz und Haltbarheit. 2722 Hammetsleischz bel 3411 zu hoben del Hermann Blumanns. Kapital von 6—7000 Mark aus einen. Neubau als 1. Hypothek von pünktlichem Zinszahler gesucht. Offerten unter 3401 an die Exred. dsa Zig, erbeten. Samstag, den 1. März 1902. wauft. Trogödie in 5 Aufz. von W. v. GoAnfang 7 Uhr. Ende nach 10½ 1 Schauspiel=Preise.# Nr. Ein gelernter Gärtner, gedienter Jäger sucht ähnliche Privat=Stelle zu bekleiden. Briefe mit Gehaltsangebete unter 3353 an die Erp. dsr. Erstklassige Bersicherung sucht tüchtigen Inspektor gegen hohes Gehalt. 8407 Agenten finden ebenfalls lohnende Beschäftigung. Fachkenntnis nicht erforderlich. Offerten gub K. F. 6865 an Rudolf Mosse, Köln. Zum 1. April suche ich bei gutem Lohn einen tüchtigen Schlosser, der schmieden kann und die Herstellung von eisernen Modellen für die Gießerei versteht. 3390 Biersener Eisengießerei Alsons-Winzen: Sucherauf sofort oder 1. April ein propetet Mädchen lv alle Hausarbeit und bei! Kind von 4 Johren. 8395 Wilhelnd Frau Kelonialwarenhandl. Ahey on Tipp 21. Eln Hind! ein göttlich Kind in St. Josefs Armen rust Dir lieber Leser zu:„Was ihe einem dieser Geringsten gethan, das habt ihr mir gethau.“ Von Horzen bitt' ich dich send“ biesem göttl. Bind zu Ehren eine Gabe in Stlder, in Geld, in Kleidungsstücken, alt oder neu, Ezwaren jeder Art, Spielsachen u. s. w., den geringsten der Altmo, den Josefsheinen, Heimsatten für heimatlose Kinder. Dein Lohn wird ewig währen. 2710 Maria Teresia v. hl. Josef. Ad.: Gt. Josefsheim Berlin N. 58, Pappel=Alee 110—111. Schlachtviehpreise nach Lebendgewicht zusammengestellt nach den Berichten der an den brößeren Schlachtviehmärkten der ewäß gemeinsamen Erlasses der Herren### einprovinz eingericht ten Notierungskomn inister für Landwirtschaft, Handel und Bewerde und des Innern vom 9. Juli 1900 ssionen durch die Landtvirtschaftskammer für die Rheinpcovinz. Die nachstehenden Preise verstehen sich für 50 kg(1. Centner) Lebendgewicht.— Ausnahmepreise sind purch" kenntlich gemacht. Insoweit nicht Marktnotierungen nach Lebendgewicht vorltegen, sind die Lebendgewichtspreise aus den Schlachtgewichmotterungen mittelst der nebtubezeichneten, — auf Grund zahlreicher Wägungen von meist während der letzten 12 Stunden nur mit dem nach der Biehhefordnung vorgeschriedenen schwachen Erhaltungsfutter gefütterten Tieren auf dem Kölner Schlachtviehhofe ermittelten— Durchschnitts=Schlachtprozente berechnet. Bei den mit f bezeichneten Rotierungen sind die für die Umrechnung der Schlachtgewichtspreise in Lebenbgewichtspreise benutzten Schlachtprozente in der Weise festgestellt, väß an dem betressenden Markttage ein oder mehrere zum Verkauf und alsbaldigen Schlachtung gelangte Tiere vor und nach der Auf die Notizen für Schweine sind 20—. 22% Auftrieb: Oesen Bullen Rinder und Kühe Kälber Schafe Schweine Tendenz: Aineen.... Schweine Durchsch. Schlachtprozente 58 a). vollfleischige, ausgemästete höchst. Schlochtwertes, bis zu 7 Jahren.. b) junge, fletschige, nicht ausgemästete=und atere ausgemästete e) mäßig genährte junge und gut gemührte ältere d) gering genährte jeden Alters a) vollfleischige ausgemästete(bis zun 5 Jahren) b) vollfletschige jüngere c) mäßig genährte jüngere und älteres.... d) gering genährte jüngere und älteres::... a) vollfleischige, ausgemästete Rindoer höchsten Schlachtwertes b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchst=Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren.. c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kübe und Rinder d) mäßiß genährte Kühe und Rinder e) gering genährte Kühe und Rinder a) Doppellender b) keinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber c) mittlere P#ikälber und gute Saugkälber d) geringe Sangkälber und ältere gering genährte Kälber(Fresser) a) Mastlämmer und jüngere Masthammel b) ältere Masthammel e) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) a) vollfl. der fein. Rassen und deren Kreuzng. (im Alter bis zu 1¼ Jahren) b) fleischige c) gering entwickelte sowie Sauen und Eber d) ausländische(u. Angabe der Herkunst) 1) Ausgesuchte beste süddeuutsche bis 8 Mk, höher. 56 52 72 40 noch die Schlachtsteuer zur Last füllt. 2) Kälber= und Schafnotty vom 20. 2. Für die Preise des Koblenzer und Aachener