Nittwochs und, Samstags und kostet monatlich 35 zurch die Post bezogen vierteljährlich 1,25 Mk. Einzelne Nummer 10 Pig. Redaktion, Druck und Verlag oon Rob. Noack, Biersen. oder berechn an den Gr tis=Be und General-Anzeiger. lagen:„Sterne und Blumen“ und„Landw. Ausgabe“. Nr. 76. Mittwoch, 22. September 1897. Zum Quartalswechsel! In die Abonnenten und Freunde unseres Blattes! * Es naht die Zeit, wo in Feld und Flur die Arbeiten ruhen und die Thätigkeit des Landmanns die häuslichen Arbeiten beschränkt wird. Die Abende werden länger und müssen ausgefüllt werden. ffahrungsgemäß geschieht dies während der langen Winterzeit in der Regel durch Lesen; dann ist auch das sebedürfniß ein bedeutend größeres. Um nun diesem vermehrten Lesebedürfniß entgegen zu kommen, haben fir uns entschlossen, vom 1. Oktober cr. ab unser Blatt zu vergrößern. Dasselbe wird fortan in der Größe der„Niederrh. Volksztg.“ erscheinen. Trotz dieser Erweiterung wird der Abonnementspreis nicht erhöht werden, sondern nach wie vor monatlich nur 35 Pfg. betragen. Den vielfach aus dem Leserkreise an uns ergangenen Wünschen entsprechend, haben wir auch den #itel unseres Blattes gewechselt und in Anbetracht der Beliebtheit, welcher sich der„General=Anzeiger“ in weitesten Volksschichten erfreut, denselben und Feneral-Alnseiger henannt. Wie bisher der„General=Anzeiger“, so wird auch in Zukunft die„Viersener Volkszeitung“ auf dem Boden des Centrums stehend, vornehmlich die katholischen Interessen vertreten, und betrachtet #demgemäß als ihre wesentlichste Aufgabe die Vertheidigung der Rechte und Freiheit der katholischen Kirche auf religtösem sowohl wie auf politschem Gebiete. Das hindert sie aber nicht, für die Rechte und Freiheit aller Staatsbürger ohne Ausnahme einzutreten; ebenso wenig, als die matériellen Interessen der Leser ihr gleichgültig sind; auch diese suchen wir, soviel an uns liegt, zu wahren und zu fördern. Daß wir damit auf dem richtigen Wege sind, glauben wir schließen zu dürfen aus der Anerkennung, die unser Streben fortgesetzt in allen Klassen der Bevölkerung findet, wie auch aus der beständigen Zunahme unserer Leserzahl. Hierdurch ist gleichzeitig auch der Beweis erbracht, daß unsere bisherigen Freunde und Leser unserem Blatte egenüber ihre Pficht treu erfüllt haben. Unsern Dank hierfür glauben wir abstatten zu können durch, die peiterung unseres Blattes, wie auch durch das Versprechen, daß wir auch in Zukünft auf dem bisherigen Wege fortschreiten und die Interessen unserer Leser entschieden und nachdrücklich vertreten werden. Es aber, neue Freunde zu erwerben, Kreise zu gewinnen, die, obschon gleicher Gesinnung, bis etzt noch ferne stehen. Diese uns zuzuführen, dazu möchten wir an die Mithülfe unserer alten, treuen reunde und Leser appelliren. Hier also bietet sich diesen Gelegenheit, ihrem Blatte und der gemeinsamen Sache einen wesentlichen Dienst zu erweisen. Mögen deshalb Jeder darnach trachten, unserem Blatte wenigstens einen neuen Abonnenten zuzuführen. Die Früchte davon kommen an letzter Stelle den Lesern selbst wieder zu Gute, denn je kräftiger und nachhaltiger ein Blatt unterstützt wird, desto mehr kann es leisten. Ueber alle wichtigen Tagesfragen werden wir auch in Zukunft besondere Leitartikel bringen, ter eipen ausgedehnten politischen Theil, eine Wochenrundschan, einen gediegenen heil und vermischte Nachrichten, die intetessante. Vorkommnisse aus aller Welt enthalten. Dem kalen Theil werden wir wie bisher unsere besondere Aufmerksamkeit widmen, zumal uns nach dieser Seite hin tüchtige Mitarbeiter zur Seite stehen. Auf ein spannendes, sittenreines Feuilleton werden wir auch in Zukunft hohen Werth legen. In nächster Nr. beginnen wir mit dem Abdruck des aus dem Volksleben hervorgegangenen Kriminalromans„Hinter verschlossenen Thüren“, von A. K. Green. Für sonstigen reichen Unterhaltungsstoff sorgt das beliebte achtseitige Sonntagsblatt W GEruer uund Den Interessen der Land= und Hauswirthschaft dient die Landwirthschaftliche Ausgabe, welche hrende Artikel über alle Zweige der Landwirthschaft enthält. Im Fragekasten wird den Lesern von kundiger Seite Rath in Rechts= und, anderen Fratzen ertheilt. Alle amtlichen und behördlichen Bekanntachungen von allgemeinem Interesse, Marktberichte usw. werden wir zum Abdruck bringen. Bei der großen Abonnentenzahl und der weiten Verbreitung unseres Blattes finden Inserate demselben naturgemäß den wirksamsten Erfolg, weshalb wir dem inserirendey Publikum, unser Blattens empfohlen halten. — Neu hinzutretenden Abonnenten wird die Zeitung bis zum 1.,Oktober er gratis zugestellt. Zu recht zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein lakti on und Verlag der„Viersener Volkszeitung und General-Anzeiger“. Politische Deutsches Reich. Berlin, 18. Sept. Die Nachricht, daß der Kaiser nach England gehen werde, wird, wie die früheren Nachrichten, wieder dementirt. Nach dem„Hamb. Korr.“ ist von einem beabsichtigten Besuche des Kaisers in England, aus dem die Meldung gekommen war, nichts bekannt. Der Reichskanzler sollte laut„Hamb. Korr.“ im Laufe der nächsten Woche hier zuxückerwartet werden. Nach den Informationen der„N. A. Z.“ ist über die Rückkehr des Fürsten noch nichts bestimmt. * Der Eisenbahnminister hat eine zweite Verfügung an sämmtliche preußische Eisenbahndirektionen erlassen. Die Untersuchung der letzten Eisenbahnunfälle hat ergeben, daß dieselben zum großen Theile aus Nichtbeachtung einfacher Vorschriften beruhen. Die Direktionen werden daher nochmals angewiesen, die genaue Beachtung der Vorschriften den Beamten zur ernsten Pflicht zu machen und jede grobe Pflichtverletzung in der Regel mit Dienstentlassung oder bei fest Angestellten mit Einleitung des Disziplinarverfahrens auf Dienstentlassung zu ahnden. Also immer wieder die„Vorschriften“ und die Unckerbeamten! * Das Staatsministerium soll sich nach der Meldung eines Berichterstattes in seiner letzten Sitzung mit den Vorbereitungen für den Reichstag befaßt haben. Es wurde beschlossen, demselben die Entwürfe betr. Abänderung der Civilprozeßordnung in der Konkursordnung zugehen zu lassen. Aus den übrigen Ressorts soll nur das absolut Nothwendige an den Reichstag kommen. Dem Verlauten des„Hann. Kur.“ nach soll sich das Ministerium auch mit der Frage der Abschaffung der Beamtenkautionen beschäftigt haben. Dieselbe soll sowohl für Preußen wic das Reich unmittelbar bevorstehen. Wann Bundesrath und Reichstag zusammentreten, ist noch nicht bestimmt. * Eine Konferenz von höheren Postbeamten wird hier voraussichtlich am 7. oder 8. Oktober zusammentreten. Als eine der Fragen, die sie zu hehandeln hat, wird die Trennung der höheren und der Subalternkarriere im Postfache bezeichnet. Nach der„Volksztg. sollen die Subalternstellen gänzlich, von Anwärtern der höhern Laufbahn frei gemacht werden. Die Eleven sollen künftighin, nachdem sie entgeltlich 3 Jahre im praktischen Dienste thätig gewesen, 3 Jahre die„Postakademie" bezithen, in welche nach Art der Forstakademie die hentige Post= und Telegraphenschule in Berlin umgewandelt werden soll. Nach Ablauf der drei Jahre werden sie etatsmäßig angstellt und zwar treten sie zunächst in eine ähnliche Stellung ein, wie jetzt die Postkassirer. Das weitere Aufsteigen erfolgt im ganzen wie heute. Die Postassistenten legen nach einer gewissen Zeit ein Postsekretär Eramen ab und es sollen ihnen die Stellen der Postsekretäre, Obersekretäre, Postmeister, Postkassirer, Buchhalter und sonstige im Range gleiche Stellen, u. a. noch ein Theil der Postdirektorenstellen, zugänglich sein. Der Eintritt erfolgt als Postgehilfe, wie bisher, doch wird, das Berechtigungszeugniß zum einjährigen Militärdienst gefordert werden. Wer nach 4 Jahren nur das Assistenten=, nicht aber das Postsekretär=Examen ablegt, bleibt Ober=Postassistent. Das Maximalgehalt der Postsekretäre soll 3800 Mk. betragen; bei den Assistenten soll die erste Gehaltsstufe von 1500—1700 Mk. auf 1500—1800 Mk. verändert werden. Wie weit diese Nachricht auf Wahrheit beruht, muß dahin gestellt bleiben.„Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß die„A artige Meldungen über Refo weiteres Glauben zu schenken#,## die geplanten Reformen nochman es lediglich mit * Unerfreuliche Schutzgebiet.„Der Reichsanz.“: Theile, daß am 5. Juli un üdwestafrikanischen Schutzgebie geflusses zwischen Theilen der St Hottentotten Zusammenstöße denen folgende Verluste zu# Juli todt: Gefreiter Serafin, August todt: Sekondelieuten— schwerverwundet: Sekondelien Reiter Amansinn, sowie ein *„Religion ist Privatsa im Programme der Sozial tion für den Austritt aus Es besteht sogar eine besond welche die Agitation für den Landeskirche betreibt. Dieselb die seit längerer Zeit ruhen zunehmen. Die Zahl, der# Kommission, aus der zwischen auf etwa 1100.4 Frauen und Mädchen. größten Theil Berliner. sozialdemokratische„Austi ihre Thäugkeit entfalten, der Sozialdemokratie mit ist Privatsache“ das Schaft arbeitet die Sozialdemokratie * Vom Rhein, 20. wirft ein militärischer Mitarh die Kaiser=Manöver. In dem allen Uebungen ergab sich wiel Maßstabe, daß das rauchlose hafte Erfindung war, denn wie sich überall die Truppen, und eigenes Feuer wohl dadurch jeden einzelnen Mann fallen aber auch für den Feind am Ende zu dem Mittel Stellung durch künstliche des Feindes zu verbergen.“ * Gießen, 20. Sept. hierselbst- stattgehabtes „Volksztg.“:„Heute rin all benachbarten Schiffenberger ausgefochten. Bedingung zur Kampfunfähigkeit. Der daß beide Gegner schwer ver wo das Ableben des Einen erwartet wird. Gegner freiten Schmitz aus. Honnef Angehörige der Corps Grund zu dem mörderische Lappalie, die kein vernünftige aufgefaßt haben würde. Dibei der 3. Kompagnie des 11 und sollten heute Vormittag. legen. Beide jungen Leute nachbarn bei einem und demsel Die gegenseitige Sympathie so zeit nicht groß gewesen sein, lagen beide Kameraden Comtesse Aschenbrsdel. §.: Novellette von. O. vom Brunneck. „Wie ist's, Mary, bekommen wir heute Abend der die vortrefflichen Fleischklößchen, welche Du uns ulich zubereitest hast?“ Der junge Garde=Artillerieoffizier, welcher diese Borte sprach, trat mit heiterem Lachen in die kleine, kundliche und blitzfaubere Küche, in der ein junges, ndlockiges Mädchen am Herde stand. „Graf Walterburg ist ganz entzückt von ihnen,“ hr er lachend fort,„und da er sich heute wieder Abendessen angemeldet hat—“ Comtesse Mary's Wangen überhauchte eine rosige uch; rasch beugte sie sich über den Kessel, um zu ob das Theewasser noch nicht koche.“ „Wir müssen Deinem Freund wohl etwas Besseres orsetzen, Arthur,“ meinte sie zögernd. „Ei behüte!“ rief der junge Offlzier.„Graf Bruno mit dem Einfachsten zufrieden, wenn es nur nett nd gut zubereitet ist. Na, Schwesterchen, das verstehst ja ganz ausgezeichnet— Du kleines Aschenbröhen Er strich ihr zärtlich über die krausen, blonden are, die ihr niedliches erröthendes Antlitz in reichen „Ach, laß doch den häßlichen Namen,“ schmollte sie, venn Dein Freund ihn hörte—“ „Kennt den Namen ja schon, Mary, und findet n reizend,“ entgegstete er lachend. ### begreife elgentlsch nicht recht,“ fuhr Maty #rt, Aübem sie das kochende Wasser auf den Thee daß Dein Freund nicht größere Ansprüche stellt. ist doch einer unserer reichsten Grundbesitzer. von 844 „Darüber zexbrich Dir nur nicht das holde Köpfchen, Schwesterchen,— Alles, was Du kochst, schmeckt ihm ausgezeichnet Also, wir bekommen die Fleischklößchen?“ „Na, dann auf Widersehen heute Abend— ich hole Graf Walterburg ab— in zwei Stunden sind wir da.“ Er nickte seiner Schwester vergnügt zu und entfernte sich, ein lustiges Liedchen pfeifend. Comtesse Mary machte sich wieder am Herde zu schaffen. Ihr Gesichtchen nahm einen ernsthafen, aber durchaus nicht mißmuthigen Ausdruck an. Comtase Aschenbrödel nannte ihr Bruder sie scherzend— ja, sie war es in der That, denn wenn ihre Eltern auch ein Dienstmädchen hielten, so mußte Mary doch tüchtig im Haushalt mit zufassen und hatte sich unter Auleitung ihrer Mama zu einer vortrefflichen kleinen Köchin ausgebildet. Es ging nun einmal nicht anders. Der vornehme Ramen###n Grafen von Meinrode war freilich vorhanden; uber die Mittel eines Majors a. D. als Grafen Meincode waren beschränkt; zumal seit Mary's Beuder Arthur als Offizier bei der GardeArtillerie stand, munten ihre Eltern ihre Mittel fehr zusammen halten, um auszukommen. So hatte man denn die Köchin abgeschäfft und nur ein einfaches Dienstmädchen betbehalten, während die Gräfin Meinrode und Comtesse Mary die Küche und den Haushalt besorgten. In der ersten Zeit war#es Mary wohl oft schwer gefallen, sich in Kiche und Haushalt zu beschäftigen. Aber bald gemann si Geschmack an dieser Beschäftigung und setzte ihren Triumph' darein, eine tüchtige, kleine Häusfrau zu werden, sie war stolz darauf, wenn die Gäste ihrer Eltern die von ihr zuvereiteren Kpeist seinen um einige Jahre älteren Freund, Graf Bruno Walterburg zum Abendessen mitgebracht hatte. Es war Sonntag und das Dienstmädchen hatte seinen freten Tag. Da mußte denn Mary allein für das Abendessen sorgen, mußte den Tisch decken, den Thee serviren und nachher, als man gemüthlich plaudernd zusammen saß, das Bier einschenken. Gräf Brund war eine solch' vornehme Erscheinung! Man sagte, sein Vermögen beziffere sich nach Millionen! Und seine großen, etwas schwermüthigen braunen Augen ruhten mit solch' eigenthümlichem Glanz auf der schlanken, zierlichen Gestalt Mary's, während sie die kleinen Geschäfte des Haushaltes besorgte. An jenem Abend hatte sie sich wirklich geschämt, besonperz als Arthur sie seinem Freunde scherzhaft als die kleine Comtesse Aschenbrödel vorstellte. Ueber des Grafen Bruno ernstes Gesicht huschte ein seltsames Lächeln, halb Mitleid, halb Spott, wie sie glaubte und eine glähendheiße Röthe überslämmte ihre Wangen. Aber der Graf schien sich doch bei ihnen wohl zu fühlen. Er kam seit jenem Abend sehr aft, plauderte mit ihren Eltern, musicirte mit ihr und— lobte ihre Speisen. Das war gewiß nux eine freundliche Rücksicht, die er ihr gegenüber zeigte, aber sie that doch wohl und selbst wenn er sie jetzt scherzend Comtesse Aschenbrödel nannte, war sie nicht böse darüber. „Wie ist's, Mary— ist das Abendessen bereit?“ : Die Gräfin trat in die Küche und ließ ihren Blick prüfend über den Herd schweifen. „Ja, Mama— es ist Alles bereit.“ „Das Mädchen muß gleich zurückkehren,“ fuhr die Gräfin fort.„Aber Du kannst ja vorher schon den Tisch decken.= Ich will so lange in der Küche bleiben.“ Nary eilte davon, uum in dem Eßzimmer den Tisch Die tiefblauen Augen glänz von der Arbeit in der Küch ein blondes Löckchen aus hervor und ringelte sich Gesichtchen einen leichtschelmit Flink wie eine Eidechse huß eilte vom Buffet zum Tisch Händen die Teller und Gh glückliches Lächeln ihre Lip weißen Zähnchen hervorschimn ein reizendes Grübchen erschi Plötzlich schrack sie zusa Glas ihren Händen entfallen. „Guten Abend, gnädiges tiefe, ruhige Stimme von de Rasch wandte sie sich um. der Thür. Ein leichtes schönen, vornehmen Antlitz. „Herr Graf—sie. „Allerdings— hab' ich ich um Verzeihung.“ „Wollen Sie nicht in den „Weshalb? Hier ist's ja dem hat Ihr Bruder noch## mit Ihrem Herrn Papa zu überflüssig, deshalb strat ich h doch nicht, gnädiges Fräulein! „Wie sollte ich!— Aber in Ordnung.“ „So gestatten Sie, daßte „Nicht doch, Herr Graf „Ei, weshalb denn nicht? Er wollte einige Teller erg standen, um sie auf den Tise kam ihm zuvor. Die nächste Nummer dfr. Zeitung erscheint in vergrößerter Auflage 5, wird in Viersen und Umgegend Haus zu Haus gratis vertheilt. Inserate hiden infolgedessen die deukbar größte Verbreitung und werden bis spätesteus Freitag Mittag erbeten. Keoartion und Verlag. dicht gedrängten Volksmenge mit donnernden EljenRufen empfangen. Beide Majestäten dankten während der ganzen langen Fahrt durch die prachtvoll geschmückten Straßen, sichtlich erfreut über diese begeisterte improvisirte Volkskundgebung nach allen Seiten hin. Um 10 Uhr 40 Minuten traf der kaiserliche Wagen auf den Hof der Königsburg ein, wo die Majestäten vom Hofmarschalk Prinzen Lichtenstein und vom Hofmarschall von Ungarn, Grafen Apponyi, empfangen wurden. Auf der Treppe begrüßte die Erzherzogin die Majestäten, während im weißen Saale Graf Goluchowski und die obersten ungarischen Hofchargen die Majestäten erwarteten. Nach der Begrüßung und Vorstellung begab sich Kaiser Wilhelm in die für ihn hergerichteten Gemächer, in dem nördlichen Burgflügel. Frankreich. Paris, 20. Sept. Der Papst er mächtigt den Bischof von Arras, die Priester seiner Diézese mit dem Interdikt zu belegen, welche sich wei gerten, die ihnen angebotenen Pfarrstellen zu übernehmen. Previnzielles und Vermischtes. zier, und hier soll nun Nachts einer den anderen anft mit dem. Fuße berührt habest, was ne beabsichtigte Beleidigung gehalten hat. he„Ehrengerichtohof“, dem diese lächerliche Begutachtung vorgelegen hat, hielt das en schweren Bedingungen für am Platze!“ uccht an Duellwahnsinn" Wann wird blich gegen diesen Duellunfdg emschieden Wandel geschaffen werden? Eine Verschärfung der das Duell betreffehden strafrechtlichen Bestimmungen erscheint un bedingt geboten. Aber freilich, die Begnadigung von Duellanten will damit sicht übereinstimmen. Der eine Duellant, Jacobie, ist inzwischen gestorben und auch der andere wird schwerlich mit dem' Leben davonkommen. „* Ueber die konservative Partei und den Bund der Landwirthe hatte die„Kreuzztgr“ bekanntlich geschrieben: „Die beiderseitigen Organisationen sollen friedlich neben einander laufen, mit einander Hand in Hand gehen; aber immer muß die politische Organisation in erster Linie hochgehalten und gepflegt werden." Dazu be merken die„Hamb. Nachr.“ und die„Deutsche Tztg.“ drucken es ihnen unter Zusatz nach.:„Das kommt auf die Zeiten an. Es gibt Situationen, wor es zutrifft, wo, es nicht der Fall ist. Was heute richtig ist, kann morgen falsch sein. Auch aks Partei kann man nicht jeden Tag dasselbe thun.“ Ob es wohl jetzt„zutrifft“? * Die Ist=Einnahmen des Reichs an Zöllen und Verbrauchssteuern haben in den abgelaufenen 5 Monaten des Finanzjahres etwa 2,8 Millionen gegen den Vor anschlag mehr ergeben. Wie bei jedem solchen monatlichen Etatsausweis ist auch jetzt*„Post“ wieder mit ihrem ceterum censeo da: die Mittel zur Vergrößerung der Flotte sind also da.„In Preußen ist die Finanz lage noch viel günstiger als im Reiche. Wie kommt es aber, daß da immer noch keine nennenswerthe, Hülfe für die Ueberschwemmten bereit gestellt worden ist? Oesterreich. Prag, 20. Sept. Die deutsche Privat=Volksschule in Wrschowitz bei Prag wurde gestern Abend durch zwanzig von der Gemeindevertretung ausgeschickte Arbeiter theilwrise demolirt. Das Eingreifen der Bezirkshauptmannschaft verhinderte, daß die sehr weit vorgeschrittenen Demolirungsarbeiten gänzlich durchanführt wu. Der Streit wegen dieser Schule hon drei Jah#re. Der zur Baukommission zugezogene Arzt hatte Bicht= und Luftmangel gefunden, während wer Staatsofegane keinen. Anstand erhoben. Der Landes=Ausschuß hatte im Sinne des ersten Arztes entschieden. Die Entscht idung des Verwaltungsgerichtshofes Seht noch aus. I ## s t: 2 0. S e p t c h m b e r. G e g e n 9 ½ U h r“ v e r kündigten 24 Kanonetttschüsse das Einlaufen des Hofseparatzuges des deußschen Kaisero auf der Station Kelegfolsd. Am Bahnhsof hatten sich eingefunden die hier anwesenden Erztherzöge, die Minister und die Spitzen der Behördon. Einige Minuten vor 10 Uhr. verkündigten abermalige Geschützsalven das Einlaufen des####serzuges in die Bahnhofshalle. Kaiser Wilhelm entflich dem Salonwagen in der Obersten=Uniform seines üsaren=Regiments. Beide Monarchen wechselten Verholt Händedrücke und Küsse. Kaiser Wilhelm küßte die, Erzherzöge, Thronfolger Franz Ferdinand, Joseph und Joseph August, sowie die Minister hidohie Spitzen der Behörden. Als die Majestäten an dem Ausfahrtsportale erschienen, um den bereitstehenden Hofwagen zu besteigen, wurden sie von der Dülken, 21. Sept. Dem Herrn Stadtsekretär Körschgen von hier ist regierungsseitig die vorläufige Verwaltung der Landbürgermeisterei Scheisen(Schelsen und Giesenkirchen) übertragen worden. Herr Körschgen ist über 6 Jahre im hiesigen Verwaltungsdienste be schäftigt und genießt den Ruf eines tüchtigen und leutseligen Beamten. Hardt, 20. Sept. Gestern Morgen in aller Frühe zog die hiesige Prozession zu Fuß nach Kevelaer und wird so Gott will, morgen gegen Abend zurückkehren. Die Einführung des hiesigen Bürgermeisters, Herrn Krapohl, findet am Sonntag, den 3. Oktober statt. Crefeld, 21. Sept.(Strafkammer.) Der Fabrikarbeiter Wilhelm Schl., der Fabrikarbeiter Karl T., der Handlungsgehülfe Bruno D., sämmtlich aus Viersen, ferner Karl E. aus Holsterhauser, zuletzt in Crefeld wohnend, und H. V. aus Linn waren beschuldigt, um sich dem Eintritt in das stehende Heer oder die Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlassen zu haben. Die Beschuldigten wurden in contumatiam zu je 150 Mk. verurtheilt. Düsseldorf, 20. Sept.(Schwurgericht.) Vorsätzliche Brandstiftung war Gegenstand der heutigen ersten Verhandlung der fünften Schwurgerichtssession, gerichtet gegen den zweimal vorbestraften Tagelöhner Hermann Inderfurth- aus Viersen. Der Angeklagte half dem Wilhelm Jausen zu Viersen beini Mähen des Grases, gerieth dann beimAbrechnen über den Lohn mit demselben in Meinungsverschiedenheit; auch mit der Frau des Jansen brachte er die Rechnung nicht in Ordnung; er ging dann mit den Worten fort: „Wir sind noch nicht fertig miteinander, ich will Euch schon kriegen.“ Dann ging er am 11. Juli in die Wiese und steckte vier dem Jansen gehörende Haufen Heu in Brand, nachdem er sich vorher mit einigen Schnänsen„gestärkt“ hatte. Der entstandene Schaden betrug 40 Mark. Die Geschworenen nahmen mildernde Umstände an. Der Gerichtshof verurtheilte den Inderfurth zu 8 Monaten Gefängniß und rechnete ihm einen Monat der Untersuchungshaft auf die Strafe an. Düsseldorf, 20. Sept.(Strafkammer.) Die Ehefrau des Bahnwärters Heinr. J. zu Neuwerk hatte eine Barriere zu bedienen und dieselbe am 31. März nicht rechtzeitig geschlossen, wodurch eine Karre von einer Maschine erfaßt und diese sowohl wie die Karre beschädigt wurde. Das Urtheil lautete auf drei Tage Gefängniß. Düsseldorf, 20. Sept. Ein Infasse des Zellengefängnisses hatte sich auf räthselhafte Art einen zusammengeknoteten Strick, sowie einen eisernen Haken zu verschaffen, gewußt. Nach Beendigung des Spazierganges auf dem Hofe wußte sich der Sträfling der Aufmerksamkeit des Aufsehers zu entziehen und erkletterte, als die LLuft rein war, mit Hülfe des Strickes und Hakens die mehr als 6 Meter hohe Umfassungsmauer, von welcher er in ein Ackerstück heräbsprang. Ein zufällig den Ratherweg passirender Pblizeisergeant hatte. das Entweichen beobachtet und nahm den Flüchtling nach heftiger Gegenwehr in der Sandstraße fest.— Bisher galt, wie die„D. N. N.“ schreiben, ein Entweichenaus dem Zellengefängnisse für eine Unmöglichkeit, weshalb auch eine Bewachung der Außenmauern nicht stattfindet. Elberfeld, 21. Sept. Unschuldig verurtheilt. Vor Jahren war hier ein Lehrling= wegen Unterschlagung zu 6 Wochen und die Mutter desselben wegen Hehlerei zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Das Geständniß war dem Jungen in der Untersuchung durch Drohungen abgepreßt worden. Er widerrief in der Verhandlung zwar seine belastende Aussage, doch glaubte das Gericht ihm und seiner Mutter nicht. Die Beiden verbüßten ihre Strafe. Jetzt endlich hat sich die Unschuld von Mutter und Sohn herausgestellt. Ein Fuhrmann hat bekannt, daß er den angeblich unterschlagenen Geldbrief gefunden, und den Fund verschwiegen habe. Der Justizminister hat auf Ansuchen der Frau eine ansehnliche Geldsumme als Entschädigung zukommen lassen. Köln, 17. Sept. Ein hiesiger Fabrikant hatte sich vor dem Schöfféngericht zu verantworten, weil er die Polizei und insbesondere einen Schutzmann durch die Aeußerung beleidigt habe:„Der hat kein Recht, mich zu vernehmen, ich werde der gemeinen Bande mal zeigen, was sie zu thun hat.“ Der Ankläge liegt folgender Thatbestand zu Grunde. Der Angeklagte unterhielt mit einem hiesigen Mädchen ein Verhältniß, was dem Bezirks=Polizeikommissar angezeigt wurde. Dieser schicke einen Schutzmann in das betreffende Haus mit der Weisung, ihm das Mädchen vorzuführen. Dort empfing ihn der Beklagte mit den oben angegeben Aeußerungen, worauf sich der Schutzmann wieder entfernte. Nun erschien auch der Polizeikommissar in der Wohnung des Mädchens, auch ihm wurde die Vernehmung verweigert. Der Staatsanwalt bezeichnet in der Verhandlung das Verhalten des Polizeikommissars als ungesetzlich. Es habe kein Fall vorgelegen, in welchem die Polizei ein Recht habe, In ein fremdes Haus einzudringen. Es stände daher dem Angeklagten die Wahrung berechtigter Interessen zur Seite, wenn er nur gesagt hätte„ich werde der Bande mal zeigen, was sie zu thun hat,“ aber der Ausdruck„gemeine Bande“ sei strafbar, wofür er 20 Mk. Geldbuße beantragt. Das Gericht erkannte jedoch freisprechend mit folgender Begründung:„Der Schutzmann sei widerrechtlich in das betreffende Haus gegangen, es treffe ihn jedoch hierfür keine Schuld, sondern seinen Anftraggeber; der Beklagte sei in großer Erregung gewesen. Die betreffende Aeußerung gehe zwar über das zulässige Maß hinaus, es stehe ihm jedoch der Paragraph, betreffend Wahrung berechtigter Interessen, zur Seite, weil der Schutzmann widerrechtlich in seine Wohnung eingedrungen sei. Wenn der Angeklagte gesagt habe„gemeine Bande,“ so habe er damit nicht den einzelnen Schutzmann treffen wollen, es sei damit vielleicht die gesammte Polizeibehörde als solche gemeint. Da aber der Schutzmann nur persönlich Strafantrag gestellt habe, er aber persönlich nicht beleidigt sei, und ein Strafantrag der Polizeibehörde als solcher nicht vorliege, so sei der Angeklagte, mangels eines richtig gestellten Strafantrages, freizusprechen. Köln, 21. Sept. Die Ehefrau Guß aus Düsseldorf, die vor etwa drei Wochen hier ihren Mann in der Straße St. Agatha durch mehrere Revolverschüsse tödtete und sich demnächst wegen vorsätzlichen Mordes r den Geschworenen verantworten sollte, hat sich gestern Nachmittag im Gefängniß durch Erhängen dem irdischen Richter entzogen. Essen, 21. Sept. Die VI. Hauptversammlung des Rheinisch=Westfälischen Unterverbandes für vereinfachte Stenographie, die von ungefähr 200 Vereinsvertretern besucht war, fand gestern und heute im Stadtgarten statt. In der Samstags=Versammlung wurde einstimmig beschlossen, das Einigungs=System Stolzechrey anzunehmen und dem Unterricht zu Grunde zu legen. Der Unter= Verband zählt nach dem Jahresbericht jetzt annäherend 200 Vereine. In der sehr stark besuchten Hauptversammlung am Sonntag Morgen sprach Rektor Velten aus Essen über den Verlauf der Einigungsverhändlungen. Amtsrichter Dr. Johnen aus-(Viersen hielt einen längeren fesselnden Vortrag über die Einigung der Kurzschriften Schrey—Stolze—. Velten. Außerdem richtete Stadtverordneter Dr. Mantzel aus Elberfeld an die Versammlung begeisterte Worte für den Zusammenschluß der Stenographiesysteme Stolze und Schrey, die allgemeinen Beifall fanden. Die Einführung des Einigungssystems in Kapitulantenschulen der preußischen Armee ist vom Königl. Preußischen Kriegsministerium durch Verfügung vom 26. August d. Is. zugesagt. In der Haupt=Kadettenanstalt zu Groß=Lichterfelde" wird der Unterricht bereits danach ertheilt. Außerdem ist ein Anhänger des Einigungssystems als amtlicher Stenograph in den badischen Landtag berufen worden. Der Zusammenschluß der Stolze'schen, Schrey'schen und Velten'schen Stenographen „Ah so— ja, sehen Sie, Comtesse Mary, selbst iese Arbeit will gelernt sein und ich fürchte, ich bin hon zu alt dazu.“ „So lassen Sie mich nur räsch den Tisch decken.“ Aber Sie müssen mir gestatten, daß ich Ihnen zusehe.“ Er setzte sich in einen Sessel und sah ihr mit leichtem Lächeln zu, wie sie den Tisch mit flinken Händen ordnete. —„Wie nett Sie das Alles machen," sprach er nach einer Weile leich aufathmend. „Das ist doch keine große Kunst,“ lachte sie. „D gewiß!“ entgegnete er.„Wenn doch die Damen von heute wüßten, wie viel Gemüthlichkeit, Glück und jieden sie in ihrem Hause verbreifen können, wer „Nun, Herr Graf“ fragte Mary schelmisch, als er zögerte. „Wenn sie alle so wären wie Sic, Comtesse Maxh.“ „Ay, Sie wollen mich verspotten“. „Gewiß nicht,“ rief der Graf aufspringend und einige Male in dem Zimmer auf und ab gehend. Dann blieb er vor dem nunmehr fertig gedeckten Tisch stehen und sprach wie in Gedanken versunken:„Mich über ömmt stets ein glückliches Heimathogefühl, Comtesse wer sehe. Wi daheim in dorf. D die im Hause schalten und walten le wird es poch währen, dann sitze ich zn großen, weiten, alten Schloß Bliesxtjährigen Bäume'des Parkes rauschen ern her tönt das Brausen der Ostseift der Sturm und die Flammen sseln emor— und ich welse nten mir das Abendessen zu bereiten, und schelten über die viele Arbeit und hasten über die Arbeit weg, daß sie nur ja rasch fertig werden— und ich sitze allein da um mich ist es öde und still und ich fürchte mich fast in meinem alten Eulenneste—“ Märy senkte die Augen, eine feine Röthe stieg in ihren Wangen empor, ihr war so seltsam beklommen um das Herz. „Und dann,“ fuhr er leise fort,„werde ich des freundlichen Bilde# gedenken, das ich heute Abend und an so manchem Wend sah, wenn ich in Ihrem Hause weilte, Comtesse Mary— ich werde Sie wieder sehen, wie sie schalten und walten als kleine geschäftige Hausfrau, wie Sie mit leichten Feenhänden Glück und Zufriedenheit um sich verbreiten. Wie Sie durch Ihre stille und anmuthige Geschäftigkeit den Zauber der Häuslichkeit zu erhöhen wissen, wie sie das wahre, stille Glück des Hauses verkörpern—.—“.. Er athmete hastig auf.„Ja, Comtesse Mary— das wahre, stille Glück des Hauses, das der italienische Dichter so schön besingt:„O einsam süße Ruh in den vier Wänden“. Sie kennen das Lird, Comtesse Mary?“ „In, es hat einen tragischen Schluß „Der tragische Schluß ist unwahr— wer se das stille Glück einer solchen Häuslichkeit empfunden, der wird niemals wieder ganz unglücklich werden, selbst wenn ihm edas liebste durch den Tod entrissen— denn die Erinnerung wird mit ihm leben.“ schwieg und blickte sie lächelnd an.-Dann sagte er aufseufzend:, Wenn ich doch auch eine solche kleine, liebliche Haussee besäße— „Herr Graf!“ der Wunsch zu ego indem er in ganz Deutschland ist nach den bisherigen Nac überall erfolgt. Damit ist für Norddeutschland lange ersehnte Einheit auf stenographischem Gebiesichert. a Wellingholzhausen, 20. Sept. Hier„we einigen Tagen der Sohn des Gemeindedichte zu Besuch. Dieser Sohn hat sich, nachdem er bei der Artillerie gedient hat, nach China begeben es zum chinesischen General gebracht. In seiner gleitung befindet sich der Sohn eines chinesischen#### Beamten, der in Deutschland die deutsche Sprag lernen will. Solingen, 21. Sept. Das Bankhaus Cuno haus, das erste am Platze, ist falliert, Nach Ein nahme in die Blicher wurde festgestellt, daß noch vorhanden seien. Die erste Gläubigerversammlu## auf morgen anberaumt. Heggen, 21. Sept. Einer armen achtzigjähr Tagelöhnerin in Heggen bei Finnentrop wurde träglich die Altersrente und zwur, vom 1. J 1891 ab bewilligt, so daß sie von der Post 711 ausbezahlt erhielt. Hägen, i. W. 21. Sept. Wieder ein Eise unglück! Bei der Ausfahrt aus dem hiesigen hof stieß der Badezug 89 heute Nacht um 2 Uhr einen Güterzug, 8 Wagen des Güterzuges wurden t###l zertrümmert, die Maschinen und der Tender des Be zuges wurden aus den Schienen geworfen, wobei Lokomotivführer gegen den Tender und gegen Packwagen geschleudert wurde, zwischen welchen er um 5 Uhr Morgens eingeklemmt liegen blieb. Bein muß ihm amputirt werden. Der Materialschad ist außerordentlich groß. Passagiere wurden n# verletzt. Ahrenberg b. Coblenz, 18. Sept. Ein Her Bremen hatte am Dienstag in Begleitung seiner So und seines Schwagers die wunderbaren Schöpfung verstorbenen Herr Pfarrers Kraus in Ahrenberg Er war vor ca. 40 Jahren hier gewesen, als der stein gelegt wurde zu der Kirche in Ahrenberg. Er jetzt vor seinem Ende— der Herr war einige 70 alt— die Kirche in ihrer Vollendung sehen. Erstaunen war groß, als er das wunderbäre W sich sah, aber plötzlich wurde er laut„Tren einem starken Blutsturz befallen. Der jetzige Pfe von Ahrenherg wurde gerufen, derselbe gab num die Generalabsolution und letzte Oelung; nach wenigen Minuten war der Fremde eine Leiche. Vom Lande, 21. Sept. Schon wieder wird ein schreckliches Unglück, verursacht durch Nichtbeachtung Schutzbestimmungen für Dreschmaschinen, gemeldet und zwar aus Drolshagen. Dort ging ein Knab der einen Sack zum Schutze gegen den Regen um geschlagen hatte hinker dem Pferde her, das das Gö werk der Dreschmaschine in Bewegung setzte, Kleine stolperte über die Verbindungsstange; diese erfaßte den Sack und mit ihm das Kind, das nach wenigen Minuten mik eingedrückter Brust und mehr schweren Verletzungen am Kopfe als Leiche in's getragen wurde. Trotz, solcher schrecktichen Vorkon nisse sieht man noch hier und da die Verbindun stangen, sowie auch das Göpelwerk, ohne die vorschrift mäßige Bedeckung. Das letzte Schlachtroß von Mars=la=Tour. einigen Tagen ist das=letzte Pferd, das in der blut Schlacht von Mars=la=Tour einen der Kämpfer Halberstädter 7. Cuiraffier==Regiments getragen hat, Folge von Altersschäche in einem Alter von 35 Jahre verendet. Der alte Braune war s. Z. vom Offiziercorp## der 7. Cuixassiere erworben und hat seit langen bein Oberamtmann Walter=Weißbeck in Wegeleben treue Pflege und das Gnadenbrod gegessen. König a Gasthau Mahlzeit ablehnen zum gee gtwartei Keller r G vortreffli General Heinert Person,“ sagte der einer fü nicht ge König d „Dasi er prei Monarch die ganz herk ver Aus Winzer die trübe letzten 2 gemacht, zurück sir Diese si: därfen, noch rei jetzigen Leseid da cherabger Erwartt Peronos wie vern wurm in sein Zer ohfät täsche A utef gesi maßen St. deu an ver 8:“ Unteroff 50 Pfg * In Hamburg, 21. Sept. 41 Missions=Schwestern Eine-Thräne hing in ihren langen Wimpern und ein schmerzlich süßes Lächeln umzuckte ihre Lippen." „Nicht eine Hausfee, Herr Graf— nur ein Aschenbrödel——“ „Ich bin mit einem solch' lieblichen Aschenbrödel zu frieden,“ entgegnete er, mit zärtlichem Lächeln ihr in die Augen blickend und ihre Händer#rgreifend.„Willst du meine Hausfrau— mein Aschenbrödel sein, Mary?— „Willst du mir folgen, wie das liebliche Aschenbrödelchen in Märchen dem Prinzen——?“ Sie lehnte das Köpfchen an seine Schulter und weinte leise, glückliche Thränen. „Wie ist es möglich," flüsterte sie— ich besitze nichts.“ „Nichts als deine Anmuth,“ rief er, den Arm um sie schlingend und sie zärtlich an sich drückend,„nichts als Deinen Fleiß, Deine Gabe, Glück und Frieden, um Dich zu verbreiten— und das ist mehr werth als Millionen— meind liebe, füße, kleine Hausfrau."— Und er hob ihr Köpfchen empor und sie duldete es, daß er ihre zuckenden Lippen küßte. „Alle, Wetter——l 7, Erschreckt fuhren die Liebenden auseinander. In der Thür stand Arthur, auf dem Gesicht ein überraschtes Lächeln. „Tritt nur näher, Arthur,“ rief Graf Bruno fröhlich. „Das Märchen ist aus— Comteßchen Aschenbrödel hat seinen Märchenprinzen gefunden," Die Freunde schüttelten sich die Hände; Comtesse Aschenbrödel aber flog davon und verbarg ihr Glück und ihre Seligkeit in der— Rüche, aus der sie dann von Artbur im=Triumph hexvorgeholt wurde. Das wäre, fast eine Neu=Auflage von der Verlobung und 111=Brüder wurden am Freitag mit dem Schnel dampfer„Kolumbia“, heute nach Southampton befördert Dort besteigen dieselben den Dampfer„Greek“ von der Union=Line, um nach. Cast=London und Natal weiter zu reisen, wo sie in den Missionen der Trappisten un Dominikaner thätig sein wollen. Die Zahl der Hamburg, teisenden katholischen Missionare hat in letzten Jahren merklich zugenommen. Auch mit d am 18 Sept. von hier albgehenden Pzifik=Dam „Volumnia“ werden mehrere Kapuziner nach und am 25 Sept. per Woermanndampfer etliche onspriester aus dem Oblaten=Orden nach Südwest=Afr expedirt. Der St. Raphael=Verein hat für alle nöthigen Vorbereitungen übernommen: — Oldenburg, 19. Sept. Heute Nacht 11¼4 stieß der Güterzug 370, von Quackenbrück kommend, dem hiesigen Bahnhof unweit der Huntebrücke mit eine Rangirzug zusammen. Die 4 Fahrbeamten des Güter zuges wurden unerheblich und die Lokomotivbeamten nicht verletzt. Der Packwagen des Güterzuges ist trümmert, beide Maschinen, mehrere Wagen und Tender des Güterzuges mehr oder weniger schwer schädigt. Ueber die Ursache ist noch nichts Bestimm bekannt. Die Strecke war nach 3. Stunden wieder f. — Lille, 21. Sept. Französische Grenzausse hielten einen„Leichenzug“ an, der sich von Belaus nach Monbliart bewegte und aus einer Anzahl sonen in Trauerkleidung bestand, die einen Sarg ihrer Mitte trugen. In letzterem befand sich einer Leiche eine Menge feiner belgischer Spi Die„Leidtragenden“ ergriffen die Flucht, doch gel es den Beamten, einige von ihnen einzuholen und verhaften. — Böser Zustand. London, 18. Sept. Folge der Differenzen zwischon den Arbeitgebern u den Maschinenarbeitern ist heute die Werft Sir Willi Grays in Hartepool geschlossen worden#nodurch 1. Arbeiter beschäftigungslos wurden. Ahdere Werft werden am nächsten Dienstag geschlossen werden, sod alsdann die Zahl der feiernden Arbeiter 3—4000 tragen wird. Uebertrumpfte List. König Friedrich Wilhelm id sende, ##f der nitrag antra Der schönert stück handlur 1 Be nach 2 Herr 1 vereinig heit de für un unter empfoh die 3. haltsstu lehrper setzen: der no lichen lt 15 lach v gült ehalt schule ehrer räften in Gi ellte Außer Zeise irech ohe 2 gewäh e 16 Wenn Lehrer pährt, verheit solche, 120 schädte N wurde erhobe hule. estsetz Bur hälter I. von Preußen nahm sehr gern an Familienfesten Antheil und erschien sehr oft bei Kindtaufen und Hochzeiten. Nicht selten bat er sich auch bei ein seiner Generale oder wer ihm sonst nahe stand, zu Gaste, wohei es denn mitunter geschah, daß er selbst bezahlen mußte. ussch König auf, im„Könige von Portugal,“ in welchem. Gasthause Friedrich Wilhelm häufig einsprach, siné. zu bestellen. Dies konnte der General inicht ablehnen. Der König wärd eingeladen, fand sich aber uum großen Verdruß des knickerigen Gastgebers, mit doppelt so großem Gefolge ein, als es der Geueral ##erwartet hatte. Inzwischen wurde aus Küche und Keller reichlich aufgetragen. Der König äußerte über has Gebotene seine vollkommene Zufriedenheit; das Gericht Grünkohl mit Schinken, das die, Frau Wipthin ausgezeichnet zu bereiten verstand, hatte ihmwiedermal vortrefflich geschmeckt. Aber siehe da! rief der den Herren Weniges und„Goeters I warm befürwortet worden, erfolgte seine einstimmige Annahme. Schreiben der Justizverwaltung betr. Bauplatz=für ein neues Amtsgerichtsgebände. Der Vorsitzende bringt das diesbezügliche Schreiben der Justizverwaltung zur Verlesung, worin diese erklärt, daß das in voriger, Sitzung ihr, angebotene. Grundstück, die Schulgärte am Augustaplatz somie ein Theil des letzteren, opohl die erforderliche Größervon 16 Ar hat, aber in sei Form unpassend ist. Während der Bauplatz eine Fronte von 25 Meter hat, heträgt die Tiefe an der östsichen Seite nur 19 Meter; da nun das Gerichtsgebäude.16 General den Wirth herein und fragte ihn, was das Meter sief werden soll, würde an dieser Seite nur ein Couvert koste.—„Ohne den Wein einen Gulden die Hofraum ,vo#n### Meter Tiefe übrig bleiben Mit RückPson“ anwunttete der Aloh,— zstn wahsen! gie der General, uhier ist ein Gulden für mich und einer für Se. Majestät; die anderen Herren, die ich nicht gebeten habe, bezahlen für sich.“— Als der König diese köstliche Botschaft hörte, rief er überrascht: „Das ist fein, ich glaubts den Herrn zu prellek und prellt mich!“ Gut ghlaunt, machte jedoch der Monarch gute Miene zum hösen Spiel und bezahlte die ganze Rechnung. Aus dem Rheingau, 20. Sep.. Die Aussichten der Winzer gestälten sich von Tag zu Dag schlechter. Durch die trübe und nasse Witterung haben die Trauben in den letzten Wochen in der Reife fast gar keine Fortschritte gemacht, so das dieselben jetzt weit in dik Entwickelung #zurück sind. Besonders gilt dies von den Rüslingtrateben Diese sind theilweise noch nicht einmal weid.,„Sic bedärfen, wenn sie vollständig zur Reife gelaüsgen sollen, noch recht viel Sonne. Die Qualität wird ach den jetzigen Aussichten eine geringe, es sei denn, daß ebiß zur Lese di denkbar günstigste Witterung herrschen swürde. Auch das Quantum wurde bis jetzt schon so bedlutend cherabgemindert, daß bezüglich derselben sich die seithetigen Erwartungen nicht mehr verwirklichen können.oldie Peronospora stark aufgetreten ist, hängen die Traub wie verwelkt an den Rebstöcken. Auch hat der Sauer' murm in verschiedenen Gemarkungen die Quantität dürch sein Zerstörungswerr herabgemindert. Die Traubenfäule (Rohfäule) hat bei der nassen Witterung begonnen. Eine ische Aenderung der Witterung könnte allein die bereits ef gesunkenen Hoffnungen der Winzer wieder einigermaßen heben. St. Johann, 17. Sept. Als Revucgeschenk wurde den an der Kaiserparade bei Urmitz betheiligten Truppen der§:Armeccorps eine Geldfpende verabfolgt. Die Unteroffiziere erhielten je 1 Mark, die Mannschaften je 10 9bg. 48 g„ dpelDer e er pach reren Haus zu Viersen vom 20. Sept. 189.. . c(Eigener Bericht.) In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten kam Folgendes zur Verhandlung: Zu Punkt 1 der Tagesordnung, Ankauf verschiedener dstücke auf dem Hohenbusch, berichtet der Vorsende, Herr Bürgermeister Stern, daß der Ver5 Hektar Waldparzellen sicht darauf heantragt die Justizverwaltung die Baufronte noch 7.Meter syeiter nach vorn in den Augustaplatz zu verschieben. Der Antrag hat der Bau= und Finanzkommisston bereits vorgelegen,'welcht mit der Erwelterung des Bauplatzes unnter der Bedingung einverstanden sind, Haß. an der Ostseite ein als Straße zu benutzonder Theil in der Breite von 8 Meter liegen bteibt, um einen Zugang zu den Schulen am Schultheißenhof zu behalten und auch den Besitzern der mit den Hintergebäuden an den Augustaplatz anschießenden Häuser des Altermarktes eine Baufronte nach dem Augustaplntze belassen zu können, vorauf diese ein Anrecht haben. Der. Vorsitzende lweist darauf hin, daß durch die Erweitorung des Bauplatzes=der Raum für den Kinmesmarkt erheblich eingeschränft werde, für den Wochenmarkt aber vollständig genügt, Herr Jüngerkes bemerkte demgegenüber, daß das durch die Ueberwölbung des Dorferbaches nuch der Kaiserstraße zu gewonnene, Terrain als Kirmesmarkt beuutzt werden könne. Auf eine Bemerkung des Herrn Gocters I, ob nicht gegen das Projekt=Einsprüche zu erwarten seien, erwidert der Vorsitzende, daß berechtigte Einsprüche nicht erhoben werden können, da. der verstorbene Herr Franz Steinweg, der Geschenkgeber des Augustaplatzes, bei Lebzeiten sich schriftlich einverstanden erklärt habe, daß der Augustalatz event. als Bauplatz für das Amtsgerichtsgebäude enutzt werde. Der Kommisssonsantrag wurde hierauf sgenommen. Entschädigung der Metzger für Nichtbenutzung der stschlachthäuser. Vorsitzender berichtet hierzu, daß die zur Abschätzung des Minderwerthes der Schlacht häuser gewählte Kommission, aus dem Kgl. Herrn Land rath und den Herren, Wilhelm Schnitzler und Ludw Hansen bestehend, die einzelnen Schlachthäuser besichtigt und die Gesmmtentschädigung auf 3510 Mk. festgesetzt hat. Die Mehrzahl-der Metzger, deren insgesannnt 16 eine Entschädigung erhalten, haben keine bestimmte Entschädigung gefordert, vielmehr deren Höhe dem Ermessen der Abschätzungs=Kommission anheimgegeben; einzelne z. B. forderte Sevilligt wurden. IIn einem anderen Falle war die erung 4370 MK, wofür 378 Mk. bewilligt wurden Die höchste Entschädtigungssumme beträgt 408 Mi. Die Versammlung ist mit den Festsetzungen der Kommission einverstande Der Antrag des Herrsk Alb. Preyer auf Ernennung des Pächters Jacobs im Kintgerbruch zum Ehrenflur es sich, ihn tüchtig zu waschen, zu trocknen und dann ungefähr eine Stunde lang in Essig zu legen, um ihn schließlich, abermals getrocknet, wieder in die Lampe zu zlehen.= Auch die Petroleumkannen müssen wie oben gereinigt werden, und man wird an der Lampe seine Freude haben. Am vergangenen Sonntag veranstaltete der Männergesangverein Orpheus zu Helenabrunn sein 24. Stiftungsfest verbunden mit Einweihe einer neuen Fahne. Das Fest wurde eingsleitet durch einen Zug durch, die Sektion Ummer:„Darnach fand im Lokale des Wirthen/ Joi. Schönen Educert statt, das so zahrreich bessicht wek, daß dic Zuhörer nicht alle Platz Ffinden konnten. Aus diesem Grunde wohl' herrschte auch im Saale eine solche liruhe, daß sich nur wenige der mitwirkenden Vereine Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen konnten. Das wirklich Gute brach sich aber trotzdem Bahn. Nach dein Eoncert fand noch ein gemüthlicher Ball statt. Dem neubelebten Verein aber a ng. kräftiges„Gpt * Es lebe der Reservemann! Nan ist die Zeit vorbei, die Zeit des Drillens, und der Etrapazen und sie war doch schökk. Wenn auch manchem die Stunden des SSoldatenlebens hart und bitter vorgekommen: wer wird sich jetzt noch dessen erknnern!- Nein, in der Erinnerung an die vielen und) heiteren„Tage und Stünden, geht der Mißmuth unter und ein jeder ist doch nicht wenig stolz, wenn er sagen kann:„Ich habe gedient!“ Wenn der Reservemann zu Mutternk heimgckommen, dann beginnt erst die rechte Seligkeit, was Ksche und Kellex hieten, muß herau, damit der Tag des Wiedersehens recht würdig gefeiert werde, wobei sich so mancher Reservemanng##her die„fette Köst“, nicht mehr gewöhnt ist, den Magen verdirbt. Dol bald wird auch der Ernst des Lebens ansdie entlassenen Vaterlandsvertheidiger wieder herantreten und es wird heißen: Brod verdienen, den Kampf ums Dasein aufnehmen. Wir wünschen allen, daß sie hald eine gute Arbeitsstelle finden mögen, damit sie sorgenlos in die Zukunft blicken können. — Vorüber ist der Sommek. Mit dem heutigen Tage, an welchem die Sonne in das Zeichen der Wage tritt, beginnt das Regiment des Herbstes! Die Tageslänge hat schon bedéutend abgenömmen; mir haben jetzt Tag= und Nachtgleiche. In den letzten Tagen hatte sich der Sommer wegen seines miserablen Wetters.r## mißliebig gemächt, besonders bei den Landleuten, die er' in der Kartoffelernte störte:„Gestern überraschte er uns noch mit einem Gewitter. Unter Blitz und Donner gepolter zog er ab, uns zu guterletzt noch mit einem gründlichen Nassauer überschüttend. Der Herbst hat zwar däs nasse Regiment übernommen, doch hoffen wir, daß er#es bald abschütkelt und ein besseres Wetter dagegen stellten erorbitant, hohe„Forderunigen: Leinführt. rderte ei# Metzger.500 Mk., wofür 243 Mk.* Rechenmaschinen sind seit kurzer Zeit bei einigen Berliner Postämtern eingeführt. Sie sind denjenigen Beamten zugewiesen worden, denen die Abfertigung der Geldbriefträger obliegt, Mit den Ergebnissen, welche man mit. diesen Maschineu(System Walter) erzielt hat, ist man sehr zufrieden, da die häufigen Rechenfehler, önerungsverein wieder rund Der Vorsitzende theilt ferner mit, daß der Verschönerungsverein behufs Erwerbung weiterer Grundstück mit den betreffenden Eigenthümern in Unterdann auf Antrag der Finanzkommission für die Unterstützungsbedürftigen in den überschwemmten deutschen Gebietstheilen ein Beitrag von 1500 Mk. bewilligt. Elementarlehrpersonen nach Maßgabe des Gesetzes, vom 3. März 1897. Herr Bürgermeister Stern berichtet hierzu, daß die vereinigte Schul= und Finanz=Kommission in Gemäßheit des genannten Gesetzes eine Besoldungsordnung für unsere Stadtgemeinde aufgestellt haben, und zwar unter Zugrundelegung der von der Königl. Regierung empfohlenen Besoldungsordnung, wonach Viersen in die 3. der von der Regierung vorgeschlagenen 4 Gehaltsstufen gerückt ist. Der Kommissions=Entwurf lautet: „Es wird beantragt, die Gehälter der Elementarlehrpersonen vom 1. April ds. Is. wie folgt festzusetzen: Jahresgehalt der einstweilig angestellten, sowie dr noch nicht 4 Jähre im anrechtrungsfähigen öffentlichen Schuldienste befindlichen Lehrer 1050 Mk., Gealt der einstweilig angestellten Lehrerinnen 950 Mk. ach vierjährigem anrechnungsfähigen Schuldienste und Indgültiger Anstellung erhalten: Rektoren ein Grundehalt von jährlich 1650 Mk., Häuptlehrer an einer Schule mit 3 dder mehr Lehrkräften, sowie alleinstehende kehrer und erste Lehrer an einer Schule mit 2 Lehrräften ein Grundgehalt von 1550 Mk., Klassenlehrer ein Grundgehalt von 1250 Mk.; Jede endgüstig angestellte Lehrerin erhält ein Grundgehalt von 1000 Mk. Außer dem Grundgehalt sind Alterszulagen in der Leise zu gewähren, daß der Bezug nach fiebenjähriger nrechnungsfähiger Dienstzeit beginnt und daß 9#gleich ohe Alterszulagen in Zwischenräumen von je 3 Jahren gewährt werden." Die Alterszulagen beiragen### Lehrer be 160 Mk., für Lehrerinnen je 100 Mk. jährlich: Wenn keine Dienstwohnung überwiesen wird, wird den Lehrern eine Miethsentschädigung von 300 Mk. gepährt, jedoch erhalten einstweilig angestellte und unverbeirathete„Lehrer sohne eigenen Hausstand sowie solche, welche noch nicht 4 Dienstjahre zuruckgelegt haben, 120 Mk.; für Lehrerinnen beträgt die Miethsentschädtgung 180 Mk.“ Nachdem der Vorsitzende den Antrag erläutert, wurde derselbe ohne jede Diskussion zum Beschluß erhoben bhung des Zuschusses für die höhere Töchterhule. Gelegentlich der Berathung über die Gehaltsestsetzung für die Elementarlehrpersonen stellten die chul=und Finanzkommission den Antrag, die Geter der Lehrerinnen der Töchterschule entsprechend Gehalt der Volksschullehrerinnen festzusetzen und diesen„Zwecke den in der Sitzung vom 5. März Is. bewilligten Zuschuß von 1200 Mk. auf 1800 zu erhöhen. Der Mehrbetrag von 600 Mk, soll ließlich zu Gehaltsaufbesserungen der Lehreringen vender werden, während 800 Mk. als Pension der Vorsteherin Frl. Rahlenbeck festgelegt sind. ##mlung wurde darauf hingewiesen, daß Lokales. zngenen Sonntag gs- und Kriegerdes Morgens von dehrn Kesselburg der Militärkapelle § Viersen, 22. Sept. Ank, ver veranstaltete der Landwehr=Unterstützd Verein sein diesjähriges Sommerfest. 11—1 Uhr fänd in dem Lohle des im Rintgen Concert statt, das von des Infanterie=Regiments Nr. 159 ausgeführt wurde. Wegen des regnerischen Wettärs war der Besuch zum Concert ein mittlerer. Am Nhichmittag fand ein Festzug statt und darnach im Hotel[Gaufen wieder Concert, das sich jedoch eines fahlreichen Besuches zu serfreuen hatte. Die Kapelle leistete hanz Vorzüglichet und erntete reichen Beifall. Herr Stabsarzt Dr. Mirbach hiekt die Rede und brachte an Hoch aus auf den oberstetz der Kriegoher###. Auch der Festball, der die Theilnehmer noch länge in genüthlicher und heithrer Stimmung zusammenhielt, war ssehr gut besucht und nahm einen schönen Verlauf. Den Kameraden un Theilnehmern wird sicher noch lange eine angenehmd Erinnerung bleiben. — Nachdem der Kanal auf fertiggestellt ist wird diese Sira spinnerei nunmehr ein Pflaster erl ein sogenanntes Kleinpflaster sein. hat man mit dem Legen der Stei welche sonst bei eiliger Abfertigung der Goldbriefträger zu unterkäufen pflegten, gänzlich vermieden werden. Es steht daher die Einführung von Rechenmaschinen auch bei den Postämtern dex Provinz hevor.1— Eingesändt. (Für die Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßzgesetzliche Verantwortung * Die Redaktion des„General=Anzeigers“ gestatte mir, die stenographische Frage von andei leuchten, als dies bis jetzt in geschehen ist. Ich schicke voraus, daß es den Sinn kommt, gegen den Fortschritt zu oder die Art und Weise zu vertheidigen, in der„Viersener=Presse“, die Gabelsb., Sache# worden ist, wohl aber protestire ich gegen Ansicht, nach welcher in dem stattgehabten Kampfe) Untergeorduetheit der Gabelob. Stenograhie sich erwie habe. Es siegt nicht immer die Sache, sondern hau genug nur die Person. Ein nur mit dum dürftig Vertheidigungsmaterial versehener Rekrut kann einen wohl gewappneten Gegner nicht and Die belsb. Stenographie bereitet zwar dem Schüler einige Mühe, dafür aber verleiht sie die größte schnellschriftliche Leistungsfähigkeit demnjenigen, der sich ihrs sämmtlichen Vortheile zu eigen macht. Es muß hervorgewerden, daß der Werth einer Kurzschrift sich in erster Linie nicht nach ihrer leichteren oder schwereren Erlernbarkeit bemißt, sondern nach ihrer Tauglichreit für ihren eigentlichen Zweck. Wer das Gabelsberg. System studirt hat und weiß über welche Fülle von Vortheilen es verfügt der kann beurtheilen, daß zwar die Theoretiker an ihm herummäkeln„können, daß aber nom praktischen Standtpunkte aus ei ernt Vorwurf gegen Dasselbe mit Recht nicht#erhoben kanv. Ich gebe wiederholt zu, daß die Erlers# Systems Schwierigkeiten bereitet und bin genug auch zuzugestehen, daß die Ergebnisse der Gabels. Kurse relativ ungünstige sind; spreche indessen aus Erfahrung, wenn ich sage, daß derjenige, der mit Fleiß und Ausdauer die Schwierigkeiten überwindet und aue Vortheile des Systems sich aneignet, leistungsfähiger ist, als der Konkurrents=Stenograph, der mit seinem. Systeme eher mit Nutzen stenographiren lernte, aber am der mittelmäßigen Leistungsfähigkeit stehen bleibenin d die Einfachheit eines Systems Breite bedingt uno die Breite Bauer für die Ausführung erfordert, also zeitraubend wirkt. Ich stelle demnach die Frage, ob es richtigergist, einem Systeme sich zuzuwenden, welches zwar leichter erlernbar ist, aber nur zu untercordneter Leistungsfähigkeit führen kann, oder einem nung größer“ Mühe erfordert aber mit reicherer Gabe lohnt. Die Antwort kann nicht zweifelhaft sein. Die Gabelsb. Orthographie hat eine zu herbe Verurtheilung gefunden, was eine„Modificirung herausforderte, wenn gleich ich des verletzten journalistischen Anstandes wegen bedauerte, als in der Replik Ausdrücke wie Fälschung rc. fielen, welche in inem anständigen Blatte keinen Eingang finden sollten. Es wird behauptet, daß die Gabelsb. Steusgraphie sich nicht zur Einführung in die Schulen eignet. Das gleiche behaupte ich von allen anderen Systemen.„An den Königl. Seminaren ist die Benutzung der Stenographie überhaupt verboten, damit den Cursianern nicht durch gedankeploses Nachschreiben der Sinn des Gelehrten verloren geht. Der Schüler soll das Gehörte nicht dem Papier sondern seinem Gedächtniß anvertrauen, er soll es während des mit, seinem Geiste verarbeiten. Es ist festgestellt worden, daß Schüler, die einem Vortrage nur zuhören im augemeinen besser von seinem Inhalt Bescheid wiffen, als diche melche ihn stenographisch niederschreiben. Die Stenographic soll nach Beendigung der Schuljah keint werden, damit sie im praktischen Leben gabe erfil— geordneter Leistungsfe solchen dessen Erlernt das größere Opfer Täglich Muscheln dem frische Pfg. per in und außer dem Hause, gleichzeitig empsehle ## frische Eier zu 5 und 6 Pfg. per Stück Heinrich Schneider, Petersstr. 5. la. Speise-Kartoffeln in Waggonlagungen zu billigsten espreisen bei W. Raab II, Diez a d. Lahn. Das neue Pflaster nimmt sich schö Gehen und Fahren viel geeigneter fahren. Hoffentlich wird nun die Bis jetzt war das nicht oft der# starken Fuhrwerks=Verkehr, den g( r Gladbacherstraße e ebis zur Aktienlten; dasselbe wird der Spinnerei e schon begonnen. aus und ist zum ls das alte Vercke fest und trocken. denn durch den ade der erwähnte Straßentheil auszuhalten hat, befänd sich derselbe meistens in einer schlechten Verfassitzig. Bei Regenwetter war die Strecke oft nicht zu hegehen, oder man mußte bis an die Enkel im Drrck waten. Diesem Uebelstande wird nun wohl abgeholfen sein. Niemand würde sich darüber mehr freuen als die Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen, welche die Straße täglich viermal benutzen müssen *— Jetzt, wo die Abende wieder slänger werden, tritt die Lampe mehr und=mehr in ihre Rechte. Sie kann deshalb verlangen, daß man ihr die nothwendige Sorgsatt angedeihen läßt; dann werden auch die beständigen Klagen,„daß die Lampe nicht hell brennen will“, hald verstummen. Meist hängt die Helllgkeit der Flamme nur von der Behandlung ab, und diese ist. an und für sich eine Kleinigkeit. Die Lampe ist des Abends der Mittelpunkt des Zimmers und- spielt daselbst in jeder Beziehung eine große Rolle. In dem Folgenden geben wir ein Verfahren, wie man die Lampe behandeln muß, um stets eine schöne und helle Flamme zu erzielen: Mit einer Mischung von Soda und Pottasche, Seife und heißem Wasser reinige man alle drei bis vier Wochen die Bassins forgfältig, lasse Zimmerthüren n verschied. Sorten und Grössen gleich lieferbar, empf. bill. u. senden Preiscourant grat. Zipymann 4 Furihmann, Büseldorf. Größere Schreiner= sowie auch Schmiede=Arbeiten Kirchenrendanten Herrn in der St. sind ehestens auszuführen. ämmtliche Detail=Zeichnungen liegek beim H. J. 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Ein unebeliches Mädchen.— Jak Hubert, S. v. Hubert Martin Reuten u. Maria Cornelia Hiepen. 17. Franz Heinrich S. v. Matdias Niemals u. Catbarina Maria Küsters. — Ein unehelicher Knabe. 18. Anna Gertrud, T. v. Gottfried Scstes und Mada Eilobeht Ober Heiratben 18. Sept.: Wildelm Heinr, Lempersz, Buchführer zu Enschede in Helland. miit Catharina Josepha Heftl. 17. Peter Hermann Körfer, Bohrer, mit Mario Cäcklia Mevissen.— Jos. Carl Menzel, Färder, mit Maria Franziska Ssaubesälle. : Peter Gustav Backes, 4 M. # H e r m e s. W w e. v. J o h a n n Anton Borren, 78 J.— Wilhelm Peter Sönges, 2 M. 14. Anna Giebels, Wwe. v. Josef Kamps, 61 J. 15. Wilhelm Schüren. 6 M 17. Peter Schuren, 8 M.— Anton Höfer, Edem. v. Cornelia Giebels, 81 J. Bekanntmachung Höheren Orts ist darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Beschäftigung der im hiesigen Gerichtsgefängnisse bem Gefangenen aus ethischen Grünngend zu wünschen sei. Ich erdaher die Herren Industriellen und eibenden, mich in dem BestrePeschäftigung herbeizuchkeit zu unterstützen mitzutheilen, ob und wie sich dieselbe herbeiführen läßt Biersen, den 16. September 1897. Königliches Amtsgericht. Gewerbetreibenven, ind ben, eine solche Beschl führen, nach Möglichkei und mir mitzutheilen, Bekanntmachung. Die Rechnung der Armenkasse der Ge meinde liegt von Montag, den 21. Sept er. auf eine Dauer von 14 Tagen im Rath hause hierselbst den Gemeindemitgliedern zur Einsicht offen. Schiefbahn, den 17. Sept. 1897. Der Bürgermeister: Wirtz. Hausfrauen kauft zur Probe Kaiser’s Derselbe ist aus verschiedenen, sorgfältig ausgewählten Kaffee=Sorten neu hergestellt und besitzt einen aromatischen, kräftigen Geschmack. Kaiser's Consum=Kaffee=Mischung ist als ein guler Hanshaltungskaffee besonders zu empfehlen und ner- kostel nur 1 Mark pr. Pld. Dieselbe ist nur zu haben bei Ebendaselbst ein schöner. reinschmeckender Kaffee zu 90 Pfg. pr. 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Gerichtsvollzieher Goßer obilarverkauf. Am Montag. den 27. Heptember 1897, Vormittags 9 Uhr angend, und nöthigenfalls die follassen die Erben von Julius Bohnen zu Viersen, theilungshalber in ihrer Wohnung an der Hauptstraße 116, sämmtliches Mobilar, darunter Tische, Stühle, Spiegel und Bilder, Schränke, Bettstellen mit Betten, Kommeden, Anrichte, Sophas, Wasch mangel, Badewanne, kupferne Kessel, Konsole, Porzellan, Nähmaschine, Oefen, sowie Haus= und Küchengeräthe, ien Baarzahlung öffentlich weist teigen. Auktionator Rein Geheimniß ist es mehr, daß Krebs=Wichse überall, wo sie eingeführt wurde, als die Beste befunden worden ist. Es lann daher nur jeder Hausfrau empfohlen werden, dieselbe zu prodiren. J. J. Bollig. Fr. Fuhrmann, Ernst Krischer, Fr. Meese, Jakob Tummer, Gewinn auf 10 Loose! 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