Aelteste Zeitung des Dreistädtegebietes, verbunden mit„Die Wacht“ in Dükken und Süchteln Oie„Viersener Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Soan- und Peiertage.— Bezugepreis: 1.— Mark für einen halben Monat.— Bei Störungen durch höhere Gewalt oder Streik können Ersatsansprüche nicht berücksichtigt werden.— Verleger und Herausgeber: Röhre ap; Ce. In Krefeld.— Preßgesetzlich verantwortlich für den redaktionellen Tell: I. V.: H. Brocks: für den Anzelgen- und Reklame tell: Hermann Brocks. Viersen.— Verlags-Photograph in eigenen Diensten Kerl Stenders: Krefeld.— Rotationsdruck: C. Busch-du Fallois Soehne, Krefeld Postacheck-Konto:„Viersener Zeitung“ Köln. Nr. 2878. mit dem täglichen Sportblatt Gegründet 1848 von J. H. 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Juni 1933 Einzelpreis 10 Pfg Die pfingstagung des B2A. in Passau Machtvolle Kundgebung für das deutsche Volksium— Erinnerung an den Kampf um Kärntens Freiheit Pfin Die diesjährige Tagung des BOA. und Bischofsstadt nahm an den strahlendem Sonnenschein, einen Höhepunkt bildete die außerordent sammlung im großen Saale des tag. Der Reichsstatthalter, für Ba# eigens zu dieser Veranstaltung auf dem Adolf=Hitler=Platz Passauer Behörden und Verbän) Passau, 5. Juni er ehrwürdigen Grenzagen, begünstigt von länzenden Verlauf.— Den stark besuchte Hauptvererold=Keller“ am SamsRitter von Epp, war Passau gekommen, wo ihm den Vertretern sämtlicher sowie von der BDA.=Jugend zu dem nur Mitglieder des Verdie überaus eindrucksvolle Kundmit ihren Fahnen und Wimpely ein begeisterter Empfang be reitet wurde. Mit dem geschäftlichen Te eins zugelassen waren, nahl gebung, ihren Anfang. Reichsführer Dr. Stelflacher begrüßte die riesige Versammlung und insbesondert als Vertreter der Reichsregierung Generalleutnant Ritter oon Eop. den bayerischen Gesandtschaftsrat Knoch, den Ministerialrat Tiedje vom Reichsministerium des Innern, Geheimrat Böhme von der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes und Ministerialrat Imig sministerium. Er erteilte dann, nachdem ngen über die Verlegung der Tagung von klä an abgegeben hatte, dem Reichsstatthalter Scheerer und Obertonsisthrialrat Dr. Heckel als Pertreter kirchWort. salter von Epx„ tlichen Ueberblick über die politischen Ereigeit. Er schloß seine Ansprache mit der HoffWiderstände es doch bald ein einiges es Volk geben und diesem geeinten großen zum Schluß doch das Sieg=Heil leuchaller mit stürmischem Beifall ausgenommenen Ausvon Epps nahm sodann der Vorsitzende des vom preußischen er noch einige Er Klegenfurt nach Ritter von Epp Reichsstat Rede einen gesch nisse der letzten nung, daß tro großdeut deutschen Vo, ten mo Nach führungen Ritter Landesvethandes Mark Brandenburg, Oberstudiendirektor a. D. Di. Gaster, das Wort. Er begrüßte den Reichsführer Dr. Steinacher mit herzlichen Worten und teilte mit, wie es am 30. April zu der Wahl des Reichsführers gekommen sei, welche Vollmachtn man ihm gegeben habe, und daß nun mit dem heutigen Tage die Wahl legalisiert werden solle. Gleichzeitig gedachte er mit(warmen Worten des bisherigen ersten Vorsitzenden, Staatssters a. D. Dr. Geßler, und seines Stellvertreters, des Adus Seebohm. Kach einer kurzen Pause hielt der Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher, „* eine längere Rede, in der er u. a. ausführte: Allgemeiner und oberster Zweck des BDA. ist die Erhaltung, Festigung und Stärkung deutschen Volkstums jenseits der deutschen Grenzen. Gerade dadurch, daß wir den Staat aus dem Volkstum begründen, erwachsen dem Staat Würde, Bestimmung, Kraft und Macht, das Volkstum nach außen zu schirmen, und nach innen die Gliederung so zu gestalten, daß damit neu aus den Tiefen des Volkstums der lebendige Kräftezustrom erfolgt. Der Vorkriegsgeneration ist die Erkenntnis im Reich vielfach verloren gegangen, daß unser Staatsleben auf dem deutschen Volkstum beruhte. Der Weltkrieg und die deutsche Nachkriegsnot waren furchtbar, aber mächtige Lehrmeister. Unsere Gegner verstanden die Einheit des deutschen Volkstums vielfach chesser als wir selbst und griffen sie überall in der Welt an. Eine flammende nationale Bewegung hat jetzt unser ganzes staatliches und völkisches Leben erfaßt. Der liberale Staat der Vergangenheit ist zerbrochen. Die Bewegung kommt aus den Tiefen des Volkstums heraus, und weil dem so ist, ist, sie keine reine staatliche Bewegung. Sie ist daher auch nicht an die Grenzen des Staates gebunden. Der gegenwärtige Augenblick ist dadurch entscheidungsvoll, weil der Durchbruch im Reiche sich völlendet und das ganze völkische Leben sich in einem Umschmelzungsprozeß befindet. Es ist ein tragischer Umstand, daß zur gleichen Zeit, in der sich die aus den österreichischen Erlebnissen gewonnenen und in der deutschen nationalen Bewegung zum Ausdruck gekommenen volksdeutschen Gedanken durchsetzten, gerade in Oesterreich versucht wird, in völligem Widerspruch zum geschichtlichen Ablauf einen widernatürlichen Etatismus aufzurichten und in Anlehnung an das zerbrechende westlerische Staatsdenken jetzt eine österreichische Nation, schaffen zu wollen. Ueberall sehen wir die junge Generation von der nationalsozialistischen Bewegung erfaßt werden. Eine neue Epoche deutschen Lebens hat begonnen, die Aufgabe und Verpflichtung zugleich, nicht zuletzt auch für den BDA. ist. Der Redner schilderte dann die Lage der deutschen Volksgruppen in Europa und Uebersee und schloß seine Ausführungen mit den Worten: Dank den Führern der Nation für die Anerkennung, die sie unserem Wollen ausgesprochen haben. Euch, Ihr Frontkämpfer des deutschen Volkstums, aber sei gesagt: Euer Hoffen ist nicht vergeblich gewesen. Mit Verehrung und opferbereiter Bescheidung stehen wir hinter Euch. In gläubiger Ueberzeugung übernehme ich die große Verantwortung meines Amtes, weil ich in den schwersten Tagen meines Lebens und meines Volkes immer wieder gefunden habe, daß unbedingte Gläubigkeit an die Kraft unseres Volkstums auch immer wieder seine Rechtfertigung findet. Stürmischer Beifall belohnte die Ausführungen des Reichsführers des BDA. Nach Verlesung zahlreicher Telegramme für einen glücklichen Verlauf der Tagung sprachen noch vom Verband der deutschen Volksgruppen in Europa Dr. Hasselblatt, Dr. #icher volksdeutscher Arbeit und Dr. Ernst für den Deutschen gab in einer längeren Schutzbund. Nach einer kurzen Pause folgten dann Referate des Universitätsprofessors„Geheimrat Dr. Pena(Berlin) über das Thema'„Vom Blühen und Welken deutschen Volkstums“ und des Universitätsprofessors Dr. Schüßler(Rostock) über „Deutsche Einheit und gesamtdeutsche Geschichtsbetrachtung". Am Abend trat der Bayernausschuß zusammen, ein Fackelzug durch die Stadt bildete den Abschluß des ersten Sitzungstages. Auf der im Rahmen der V.D.A.=Tagung abgehaltenen Bauerntagung hielt Reichsinnenminister a. D. Freiherr von Gayl Rede über Bauerntum und Siedlung, in der er ausführte: eine u. a. folgendes „* Ein Volk kann seinen Lebensraum nur erhalten oder ausdehnen, wenn es eine gesunde Grundlage hat, auf der es seine Volkszahl so vermehren kann, daß es nach bivlogischen Gesetzen nicht stillsteht, sondern weiterlebt. Großstädte und Industriemittelpunkte bedürfen dauernd frischer Blutzufuhr. die nur vom platten Lande herkommt. Daher ist Pflege der Landwirtschaft und des Bauernstandes oberste Aufgabe jeder Staatsleitung. Die industrielle Entwicklung mit ihrer ungesunden Anhäufung von Menschen wandte den Sinn von Millionen vom Boden zur Stadt. Diese Entwicklung zurückzudrehen ist unmöglich. Heute heißt es das erhalten, was noch von Geburt an mit dem Boden verbunden ist. Ein wesentliches Mittel dazu ist die ländliche Siedlung, ergänzt durch Festigung des alten bäuerlichen BBesitzes. Aufgabe dieser Siedlung ist es, die Bildung landlosen Proletariats auf dem platten Lande zu verhindern und die besten Kräfte deutscher Landarbeiterschaft zu Bauern miteigener Scholle zu machen. Ebenso muß sie den bäuerlichen Nachwuchs auf dem Lande festhalten und den vielfach vorhandenen Zwergbesitz zu vollen Ackernahrungen ausbauen. Nationalpolitisch sind Siedlung und Besitzfestigung vornehmlich da am Platze, wo an den Gren:zu unseres Volkstums der Kampf um die Behauptung deutschen Lebensraums geführt wird. Ueberall da, wo deutsche Greuzen in Gefahr sind, überflutet zu werden, tut eine dichte, deutsche Bauernbevölkerung not. Errichtung von Bauernhöfen ist keine Angriffs=, sondern eine Abwehrmaßnahme, die heute in der Zeit wehrpolitischer Ohnmacht des Reiches und Oesterreichs nötiger ist denn je. Erhaltung der Volkskraft, als Quelle der Bluterneuerung unseres Volks und Erhaltung des deutschen Volksraums als Grundlage der Volkskraft, sind die beiden großen volkspolitischen Aufgaben deutscher Siedlungs= und Besitzbefestigungspolitik. Vor jeder Ueberspannung muß aber im Interesse der. Sache gewarnt werden. Bauernsamilien brauchen eine Mindestfläche an Boden, deren Größe weder die Wissenschaft errechnet, noch die Praxis beliebig wählen kann. Im Rahmen der naturgegebenen Möglichkeiten muß vernunftgemäß gesiedelt werden, wenn das Werk Bestand haben und deutscher Raum gesichert werden soll. Auf der Studententagung des BDA. sprach Karl Feitz=Hermager über den Kampf um Kärntens Freiheit, Er führte u. a. aus:„„ Am 5. und 6. November 1918 rückten unter dem Vorwand der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung südslawische Freischärler in Kärnten ins Mießtal ein. Der Widerstand mit der Waffe in der Hand wurde nicht durch die Regierung vorbereitet Denkschrift des Maschinenbaues zum Arbeitsbeschaffungsprogramm Cnb. Berlin, 6. Juni. Im Rahmen des großen Arbeitsbeschaffungs=Programms hat die Reichsregierung u. a. eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auf dem Wege über die Produktionsmittelindustrien vorgesehen. Von den verschiedenen Mitteln zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit aus dem Arbeitsbeschaffungs=Gesetz kommt dem Abschnitt über„Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen" besondere Bedeutung zu. Diese Bestimmungen des Gesetzes beruhen, wie jetzt bekannt wird, auf einer Eingabe des Vereins Deutscher Maschinenbau=Anstalten an die Reichsregierung zur Förderung der Privatinitiative beim Wiederaufbau der nationalen Wirtschaft. Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sich die in der Eingabe enthaltenen Berechnungen über die Möglichkeit der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit nur auf den Maschinenbau erstrecken. Nach der Denkschrift betragen die normalerweise in der deutschen Industrie jährlich vorgenommenen Maschinen=Investitionen in Vorkriegswerten rund 2 Millionen Mark. Diese Ziffer ist in den letzten Jahren sehr gesunken; 1931 war es nur noch rund 1 Milliarde, im Jahre 1932 nur noch 0,627 Milliarden, auf Vorkriegswerte umgerechnet. Für das lausende Jahr ist nach dem Ergebnis der ersten Monate dieser Tiefstand noch nicht verlassen. Wenn besondere Maßnahmen zur Erleichterung der Investitionstätigkeit ergriffen werden, was inzwischen geschehen ist, so wird eine erhebliche Steigerung dieser Ziffer für durchaus möglich gehalten. Die Maschinen=Investition Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich 14 Toie, über 100 Verletzte Rautes, 6. Juni. Der von Paris kommende Nachtschnellzug, der mit Psingstausflüglern voll besetzt war, ist in den frühen Morgenstunden kurz vor Nantes entgleist. Auf die Nachricht von dem Unglück begaben sich sofort Hilfsmannschaften nach der Unfallstelle. Dort bot sich ihnen ein grauenhaftes Bild. Eine Reihe von Wagen war zertrümmert, schreiende und blutende Menschen lagen unter den Trümmern. Bisher gelang es, etwa 70 Verletzte zu bergen. Die Zahl der Todesopfer beträgt bis jetzt 14. Man befürchtet aber, daß bei den Aufräumungsarbeiten noch tion der Orlegnz=Ertenhahnen der Zugkatastrophe von Nantes an Toten 14 und an Verletzten etwa 25, hiervon sollen 5 oder 6 schwer verletzt sein. In anderen Meldungen wird die Zahl der Verletzten mit über 100 angegeben. Die Ursache der Katastrophe scheint jetzt festzustehen. An der Unglücksstelle war vor einigen Tagen ein Güterzug entgleist, und die Gleise sollten ausgebessert werden. Der gesamte Personenverkehr wurde über ein Hilfsgleise umgeleitet. Der Zugführer hat nun die Signale, die langsame Fahrt vorschrieben, übersehen, brauste mit 90 Kilometer Geschwindigkeit heran. Sein Versuch, in letzter Sekunde zu stoppen, hatte die entgegengesetzte Wirkung. Die Maschine- sprang aus den Schienen-und-schlug um. Sämtliche Wagen schoben sich ineinander. Die Bergungsarbeiten waren sehr schwierig. Der Zugführer ist in Untersuchungshaft genommen worden. 1932 betrug in Nominalwerten rund 805 Millionen Mark. Durch die Steuerbegünstigung kann eine Steigerung auf mindestens 1600 bis 1800 Mill. Mark erreicht werden, so daß man sich allmählich wieder der normalen jährlichen Investitionsquote nähern würde Von manchen Seiten werde sogar eine Steigerung bis auf etwa 2000 Mill. Mark für durchaus erreichbar gehalten. Eine derartig gesteigerte Auftragsmenge würde in der Maschinenindustrie allein, bei der auf den Kopf des Arbeiters ein Jahresumsatz von etwa 6000 Mark entfällt, eine Beschäftigung bei 1600 Mill. Mark von 266 000 Arbeitskräften, bei 2000 Mill. Mark eine solche von 333 000 Arbeitskräften ergeben. Wenn man annimmt, daß ohne besondere Förderungsmaßnahme die bisherige Jahresinvestition auf 800 Mill. Mark stehen bleiben würde, die einen Beschäftigungsstand von 133 000 Mann Arbeit gibt, so würde sich also nach der Investitionssteigerung infolge den Steuerbegünstigung ein Anwachsen der Beschäftigungsziffer bezw. eine Minderung der Arbeitslosenzahl allein in der Maschinenindustrie um 133 000 bezw. 200 000 Arbeitslose ergeben. Da von dem Wert der Erzeugnisse der Maschinenindustrie aber mehr als 40 Prozent auf den Wert der verwendeten Roh= und Hilfsstoffe entsielen, würde die Maschinenindustrie für die zusätzliche Herstellung von Erzeugnissen im Werte von rund 800 bezw. 1200 Mill. Mark weitere rund 325 bezw. 485 Mill. Mark Aufträge für Roh= und Hilfestoffe zu erteilen haben. Hierin stecke wiederum ein großer Teil Aufwendungen für Roh= und Hilfsstoffe. Würde man sie auch nur mit 30 Prozent bewerten, so würden sich weitere Voraufträge von rund 100 bezw. 150 Mill. Mark ergeben. Bei einem großen Teil der Roh= und Hilfsstoffe der Maschinenindustrie sei sogar mit mehr als zwei vorhergehenden Produktionsphasen und entsprechenden Umsätzen zu rechnen. Zu den in die Maschinenindustrie selbst zurückkehrenden 133= bezw. 200000 Erwerbslosen würden also viele Zehntausende von Arbeitern der Voxindustrien noch hinzukommen. Wenn man außerdem bei daß durch die zusätzliche Kauftraft dieser in Arbeit und Ver wieder zurückkehrenden Menschen eine Belebung der Landwir# und der Konsumgüterindustrien und damit eine weitere Au gung von Arbeitslosen ausgelöst werde, so müsse man mit ganz erheblichen Minderung der Arbeitslosigkeit um weit 200 000 bezw. 300000 Mann hinaus als Auswirkung des Vorschlages der Maschinenindustrie rechnen. Dabei seien die günstigen Folgen für den Güterverkehr, den Handel, die Automobilindustrie usw. ganz außer Acht gelassen. c 4 und planmäßig geordnete, sonder## ist spontan aus dem Volke erwachsen und durch das Volk erzwungen. Die große Welt, die von einer Existenz dieses kleinen Landes kaum etwas wußte, horchte auf. Eine amsrikanische Kommission wurde ins Land gssandt, der sich beide L#mpfende Teile unterstellten. Am 29., April übersielen die Glawen, ohne vorhezige Künvigung des Wastenstillstandes, die schwach beletzten Linten. Trotz anfänglicher Grfolge hatten sie aber kesn Glück. Wiseln Mann erhod sich das empörte Land. Am 2. Mai brach der große Kärntner=Angriff los. In ungestllmen, prächtvollen Vorwärtsdrängen wurde Stellung für Stellung genommen. Völkermarkt fiel, ebenso Bleiburg. Oberleutnant Steinacher eroberte die Stadt. Weiter stießen die Kärntner Sturmscharen vor. Das Land war bereits frei, doch Mardurg hieß die Parole. Doch die rote steirische Landesregierung verbot den Kärntnern den weiteren Vormarsch, und diese Regietung hat die uld, daß Marburg und die untere Steiermark heute sudslawisch sind. Das Land war frei; die großen Erfolge bewirkten, daß der Rat der Zehn sich nun entschloß, durch eine Volksabstimmung den Verbleib des Landes festzustellen. Mehr hatte Kärnten inle gewollt. Der Kampf mit den Waffen war ehrenvoll beendet, und es begann der Kampf der Geister, um die Einheit des Landes. Nach den Bestimmungen des Friedensvertrages wurde das strittige Gebiet in zwei Zonen geteilt: Zone A und Zone B. Während die Zone A unter südsläwtsche Verwaltung kam, wurde die Zone B der österreichischen Verwaltung unterstellt. Zur Ueberwachung der„Abstimmung kam eine interalliierte Kommission nach Klagenfurt. Ungesäumt egingen die Slawen daran, die Zone A gefügig zu machen. Eine, ununterbrochene Feldwachenlinie, deren unbefugtes Ueberschreiten lbensgefährlich war, sperrte die Zone von jeder Nachricht und jeder Botschaft aus dem freien Kärnten ab. In St. Veil à. Gl. wurde die Kärntner Aaitationsleitung begründet und zum Leiter der im Kriege und im Abwehrkampf gleich ausgezeichnete Oberleutnank Hans Steinacher bestellt. Steinacher erwählte aus den jungen Ftontoffizieren bewährte Kräfte und teilte die Zone in Abschnitte ein und gab ihnen hier die volle Verantwortung der Arbeit. Jeder Abschnittskommandant suchte aus den Volks= und Heimwehrkompanten die kühnsten und zuverlässigsten Leute aus, die sich im Gebiete auskannten, und nun ging es ans Werk. Heimlich wurden Vertrauensmänner ausgewählt, die die Schriften in Empfang nahmen und weiterverbreiteten, die man bei, Nacht und Nebel über die Demarkationslinie sgeschafft hatte. Um die Schlagkraft zu erhöhen, wurde die Landes=Agitationsleitung als„Kärntner Heimatdienst" nach Klagenfurt verlegt. Die Abstimmung am 10. Oktober 1920 brachte trotz allen Terrors einen pohlent Sieg der Kärntnet Sache. Die Nationalsozialisten und der Enb. Passan, 6. Juni. Rudolf Heß, Stellvertreter des Führers Adolf Hitler, hat in einem Schreiben an den Reichsführer des VDA, Dr. Steinacher, in dem er seine Behinderung, an der BDA=Tagung teilzunehmen, zum Ausdruck bringt, u. a. folgendes e e eae, Aus Aaun u an eue. großen Erfolg, als ich— selbst Auslandsdeutscher— die Bedeutung Arbeit des VOA für unser Volkstum jenseits der Grenze nders hoch einschätze. Ich weiß auch darüber hinaus sehr wöhl, die Wirkungsmöglichkeit des Verbandes um so größer ist, je mehr er sich nach wie vor freizuhalten versteht von Einflüssen des offiztellen Deutschlands, gleichgültig, od dieses sich in Regierungen oder Parteigebilden verkörpert, und sei es selbst in einer Bewegung, die im Grunde so wenig Partei immnormalen Sinne ist, wie die nattonalsozialistische. Ich darf ausdrücklich betonen, daß diese meine Auffassung sich durchaus deckt mit der Auffassung des Führers selbst, die er auch verschiedentlich Vertretern des BDA gegenüber zum Ausdruck brachte und an der sich, wie ich weiß, heute weniger denn je etwas geändert hat. Hitler und Frick für das National=Ehrenopfer 1933 Tu. Passan, 6. Juni. Das National=Ehrenopfer 1933 für das Deutschtum jenseits der Grenzen, zu dem der Reichsführer des VDA. auf der Passauer Tagung am Samstagnachmittag aufgerufen hatte und dessen Zeichnung vom Reichsprästdenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, eröffnet worden ist, hat alsbald auch die Zustimmung der Reichskanzlers Adolf Hitler und des Reichsinnenministers Dr. Frick gefunden, die beide eine Stiftung gezeichnet haben. Außerdem lagen dis zum Pfingstsonntagmorgen bereits 15 weitere Zeichnungen vor, so' daß bereits zwölf Stunden nach der Verkündung des Aufrufs 36000 Mark zur Verfügung gestellt waren. Nationalsozialistischer Gautag in Regensburg Wtb Regensburg, 6. Juni.(Funkd.) Die nationalsozialistischen Kämpfer aus Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern haben unter Beteiligung von etwa 30000 Menschen am Samstag und Sonntag den ersten Gautag des Großgaues Ostmark abgehalten. Die Tagung begann am Samstag mit einer von 6000 Amtswaltetn besuchten Gesamtführertägung, wobei Kultusminister Schemm sprach. Pfingstsonntag fand zunächst in Regensburg in Gegenwart von Reichsstatthalter von Epp eine Riesenkundgehung statt, an die sich auf der Walhalla eine öffentliche Kundgebung mit Rede von Kultusminister Schemm anschloß. Ehrenmal der Deutschen Burschenschaft geweiht Wtb Eisenach, 6. Juni.(Funkd.) Das Ehrenmal der Deutschen Burschenschaft, eine Erinnerungs= und Mahnstätte für die künftigen Generationen, wurde am ersten Pfingstfeiertage bei starker Beteiligung auf der Göpelskuppe bei Eisenach geweiht. In Verdindung mit dem alten Freiheitsmal soll es immer vom Kampf der Deutschen Burschenschaft künden. Der Reichspräsident sandte folgendes Schreiben: „Ich entbiete in ehrfurchtsvollem Gedenken an die getreu ihrem Wahlspruch„Ehre, Freiheit, Vaterland“ für Deutschland gefaltenen alten und jungen Burschenschafter, mit Ihnen vereint allen Teilnehmern an der Feier, meinen Gruß. Möge der Geist echt vaterländischer Gesinnung und entschlossener Wehrhaftigkeit, den die Deutsche Burschenschaft stets gepflegt hat, auch weiterhin Ihre Gedanken und Ihre Arbeit deseelen.“ Grußwort Dr. Friedrich von Bodelschwinghs Cnd. Vorliur 6. Juni. Dr. Friedrich von Bodelschwingh richtet aus Anlaß seiner Bestimmung zum Reichebischof der künftigen Deutschen Evangelischen Kirche folgendes Grußwort an dse Gemeinde, das in den Gotteodiensten des ersten Pfingsttages von ###den Kanzeln verlesen wurde: Wer wahre Schatz der Kliche ist das allerheiligste Evangesium in dei Horrlichteit und Gnade„Gottev.“ Dieses Wort Dr. Martin Luthers beschkeibt den Reichtum und die Verantwortung der Gemeinde Jesu. Sie darf glauben: Das ist ihre Freude. Sie darf dienen: Das ist ihre Kraft. Der Dienst der Kirche soll nichts anderes sein als die Ausbreitung des EvanWwioe feisg Macheu. ehae h Wboiche der Bell. 1382 Dr. Schnee auf dem=Kongreß der Völkerbundsligen Wid. Montreug. 26. Juni.(Funkd.) Auf dem Kongreß des Weltverdandes der Vötkerbundsvereinigungen degannen am Montag die öffentlichen Beratungen über die Jahresberichte der einzlnen Völkerbundsgesellschaften, Als erster Redner sprach der JUhrer der deutschen Delegation, Gouverneut 2. D. Exzellenz Dr. Junit. In seinet vom Kongreß mit Beifall aufgenommenen Rede nahm Dr. Schnee zu der dürch die deutsche Erhebung für die deutsche Außenpolitik geschaffenen Lage Stellung. Er erklärte, daß die natsonale Erhedung unter der Führung des Reichskanzlers Adolf Hitlet zur Bildung eines einheitlichen deutschen Volkswillens und zu einer einheitlichen Haltung Deutschlands in der Außenpolltit geführt habe. Damit sei Deutschländ in ganz anderem Masse als früher in der Lage zu einer praktischen und posttiven internationalen Zusammenarbeit. Der Boden für diese deutsche nationale Erhebung, so sagte Dr. Schnee, ist zum wesentlichen Teil durch den von außen auf das deutsche Volk ausgeübten Druck bereitet worden. Die Mißachtung der deutschen Gleichberechtigung, vor allem auf dem Gebiete der Wehrfähigkeit und Verteidigungsmöglichkeit, die Auferlegung untragbarer Lasten, die Ausschließung Deutschlands vom Kolonial= besitz und andere im Versaillet Vertrag getroffene Festsetzungen. haben ihre Wirkung auf das deutsche Volksempfinden nicht verfehlt]— Die nationale Einigung des deutschen Volkes hat eine Verständigung der Völker nicht erschwert, sondern erleichtert. Darüber hinaus aber hat die nationale Erhebung die Schrecken des Kommunismus von dem Ubrigen Europa abgewandt. Deutschland ist das Bollwerk gegen den Kommunismus. Dr. Schnee schloß seine Rede mit einer eindringlichen Mahnung an die Vertreter des Auslandes:„Machen Sie den Weltverband der Völterbundsligen zu einem wirklichen Instrument sür den Weltfrieden! Rechnen Sie auf den Friedenswillen des neuen: Beutschland. enn Licht der Hoffnung. Dann wird ein neues in sich gefestigtes Europg entstehen, das den Frieden und die Sicherheit der Welt garantiert.“ Die Rede Dr. Schnees fand großen Anklang. In der öftentlichen, Sitzung des Kongresses selbst ging der Vorsitzende Lord Robert Cecil auf die Ausführungen des deutschen Vertreters ein. Er betonte, daß es das unveräußerliche Recht jedér Landes sei, sich eine eigene Regiekungsform zu wählen. Ein Versuch des polnischen Delegierten, den Jahresbericht der polnischen Delegation zu propagandistischen Zwecken auszunutzen, endete erfreulicherweise damit, daß Lord Cecll diesen zurückwies, so daß er seine Ausführungen einstellte. In der Nachmittagssitzung des Kongresses wurden allgemeine Fragen des Minderheitenschutzes behandelt. iserem Volk und Vaterland geschenkt worden ist, schickt sich nsere Deutsche Evangelische Kirche an, ihre äußere Gestalt zu erneuern und sich fester als bisher zusammenzuschließen. Daraus kann nur dann bloibender Segen erwachsen, wenn wir uns alle mittinander demütig beugen vor der Majestät unseres Gottes, miteinandet lauschen auf die Stimme des guten Hirten, der für uns gestorben und auferstaphen ist, miteinander dem Geist gehorchen, der uns beten und lieben lehrt. Als die mit einander und für einander Betenden laßt uns Pfingsten feiern! Der ewig reiche Gott aber wolle Gnade geben, daß jede einzelne Gemeinde wie ein grünender Garten sei, der gute Früchte trägt, und wie eine frische Quelle, die viele erquickt. Er schütze unsere ganze Kirche, daß sie ihr neues Haus auf den festen Grund baut, det in den Strömen der Zeit allein Bestand hat. Einen anderen Grund aber kann niemand legen, als den, der gelegt ist. Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit! Weihestunde in Schlageters Heimatsort ERB Schönau im Wiesental, 6. Juni. Zu einer vaterländischen Weihestunde zum Gedenken Albert Leo Schlageters hatten sich am ersten Pfingstfeiertag etwa 10.000 SA= und SS=Leute, Angehörige. der Hitlerjugend, des Stahlhelms, des Jungdeutschen Ordens und eine nach Tausenden zählende Menschenmenge in der Geburtsgemeinde Schlageters eingefunden. Das Schwarzwaldstädtchen Schönau prangte im Schmuck einer Ueberfülle von Fahnen der nationalen Erhebung. Das Haus der Familie Schlageter war besonders reich von liebevoller Hand geschmückt. Am Denkmal Schlageters, oberhalb Schönau, wohnten der vaterländischen Weihestunde als Vertreter der Reichsregierung SA=Oberfühter Prinz August Wilhelm, für die badische Regierung Ministerpräsident Köhler und viele Führer der NSDAP, des Stahlhelms usw. bei. Nach einem Stahlhelmgottesdienst für die katholische und die evangelische Konfession sprach Prinz August Wilhelm, der anknüpfte an die Feier in der Golzheimer Heide. Die Stelle, an der Schlageter sein Leben ausgehaucht habe, fei zum Ehrenmal des deutschen Volkes zeworden, nicht minder die früher unbekannte Heimatgemeinde Schlageters, die heute ein Wallfahrtsort für alle national gesinnten Männer und Frauen geworden sei.„ Die badische Regierung, so betonte Ministerpräsident Köhler, sei stolz darauf, daß der erste Soldat der nationalen Erhebung ein Badenser gewesen sei. Im Geiste Schlageters werde und müsse das deutsche Volk die schweren Aufgaben, die die Zukunft berge, erfüllen. Die bavische Regierung grüße den Helden der nationalen Erhebung und sei überzeugt, daß die nationalsozialistische Revolution zum guten Ende führen werde unter der Führung des Volkskanzlers Adolf Hitler. Ein dreifaches SiegHeil wurde von der nach Tausenden zählenden Menschenmenge mit Begeisterung ausgenommen. Unter den feierlichen Klängen des Liedes vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen, und stille Minuten des Gedenkens galten dem Grabe auf dem nahen Friedhof.— Des deutschen Helden gedachte auch ein Mitangehöriger der Kameradschaft Schill aus Elberfeld, der die Ueberführung der sterblichen Ueberreste Schlageters in die=Heimät geleitet hatte. Er lenkte das Gedenken der deutschen Mütter aufs die Mutter Schlageters, deren einziger Wunsch gewesen sei, daß das Leben ihres Sohnes nicht umsonst dahingegangen sei. Er sprach den Wunsch aus, daß alle deutschen Mütter ihre Kinder im gleichen Geiste der Opserbereitschaft für das Vaterland erziehen möchten. Das Horst=Wessel=Lied bildete den Abschluß der Feier. Ein Vorbeimarsch der Formationen der SA. SS, des Stahlhelms unt der Hitlerjugend wurde von den SA=Oberführern Prinz August Wilhelm, Ludin, dem Ministerpräsidenten Köhler u. a. abgenommen. 700 Jahrfeier der Stadt Marienwerder Eine Rede des Oberpräsidenten Koch. Marienwerder(Westpreußen), 5. Juni. Anläßlich der 700Jahrfeier der Stadt Marienwerdet sand am Sonntagabend im Rathaus, dessen Front in glutvolles Licht der zahlreichen Kandelaber getaucht war, eine Begrüßungsfeier statt, auf der Bürgermeister Goerdeler die zahlreichen Ehrengäste, unter ihnen den Regierungspräsidenten, die Spitzen der Militär=, Marine= und sonstigen Behörden der Provinz, ferner Bürgermeister und Vertreter der Freien Stadt Danzig, der ostpreußischen Wirtschaft und sonstiger Organisationen, sowie SS., SA. und Stahlhelm, begrußte.Die Bevölkerung des deutschen Ostens habe klar erkannt. daß für den steilen Weg zur Höhe sich die Deutschen um den Führer Adolf Hitler scharen müßten. Regierungspräsident Dr. Budding überbrachte die Glückund Segenswünsche als Vertreter seiner und der übrigen Behörden. Ein Danziger Vertreter überreichte mit herzlichen Glückwünschen eine Bronzenachbildung des Danziget Neptunbrunnens mit der Widmung:„Marienwerder und Danzig wie durch 700 Jahre in alle Ewigkeit deutsch!“ Der RSDAP.=Kreisleiter gedachte des Heldentodes Schlageters, der vielen SA.=Gefallenen und der zwei Millionen Gefallenen des Weltkrieges, schließlich der Brüder senseits der Weichsel. In sein Sieg=Heil auf Reichskanzler Hitler und das deutsche Volk stimmte die Versammlung begeistert ein und sang anschließend das Horst=Wessel=Lied. Der Hauptfésttag, der Sonntag, begann mit einem„Großen Wecken". Nach einem Feldgottesdienst einem Umzug durch die Stadt folgten Festgottesdienste in beidef Kirchen. Um 11,30 Uhr begann im Anschluß an den Hauptfestgottesdienst die Feierstunde im Dom, zu der außer den vielen Vertretern allet Behörden auch als Vertreter des Bischofs von Ermland. Homprobst Prälat Sander, erschien. In einer Unsprache verwies Bülrgermeister Goerdeler auf die Kolonisationsarbeit des Deutschen Ordens, die Rückeroberung alten germanischen Bodens, die durch die unsin, nige Grenzziehung im Versailler Diktat schmählich zunichte gemacht wurde. Er schloß mit einem Treuegelbdnis der Ostdeutschen an das deutsche Vaterland. Die Festrede über„Marienwerder im Rahmen der preußischen und deutschen Geschichte" hielt Oberstudiendirektor Dr. Schumacher. Als Vertreter der Reichsregierung nahm Marienwerders unger Ehrenbürger, der neuernannte Oberpräsident Erich Koch, das Wort: Er überbrathte Grüße und Wünsche und versicherte, wie sehr der Reichspräsident und der Reichskanzler am deutschen Osten hingen, dessen Probleme sie stark beschäftigten. Wenn diese Stadt, so betonte er, hier 700 Jahre lang deutscher Geschichte überstehen konnte, dann nur, weil däs Volkliche in ihr ruhte. Der deutsche Bauer im Weichselland will nichts anderes— das rufen wir in die Welt hinaus— als in Frieden die deutsche Scholle bebauen und sein tägliches Brot erwerben. Das Recht, das die ganze Welt beansprucht, darf auch das Volk des deutschen Ostens beanspruchen: Das Lebenstecht. Ein Volksfest und ein Domkonzert schlossen die Feierlichkeiten des Sonntags. Botschafter von Hassel im Internationalen Ackerbauinstitut Rom, 6. Juni. Der deutsche Botschafter beim Qutrinal, von Halsell, stattete dem Internationalen Ackerbaunstitut einen Besuch ab, wo ihn sämtliche Mitglieder des Ständigen Komiteer empfingen. Der Präsident des Internationalen Ackerbauinstiruts begrüßte den deutschen Botschafter im Namen des Ständigen Komitees. In seiner Antwortrede wies Botschafter von Hassell darauf hin, daß die deutsche Regierung die Arbeiten des Instituts immer mit größter Aufmerksamkeit verfolgt hat, um auf diese Weise zur Ueberwindung der. Krise beizutragen, die gerade der Landwirtschaft in allen Ländern so schwere Wunden geschlagen habe. Herr von Hassell versicherte, daß Deutschland auch weiterhin die Arbeiten des Instituts unterstützen werde. Kirchenstreit in Spanien8 Paris, 6. Juni. Nach einer Meldung aus Madrid haben auch die katholischen Abgeordneten beschlossen, ein Manifest gegen das Gesetz über die religiösen Orden zu veröffentlichen. Die Vorlage über Aufhebung des Goldstandards unterzeichnet Wtb. Washington, 6. Juni.(Funkd.) Präsident Roosevelt hat die Gesetzesvorlage über die Aufhebung des Goldstandards unterzeichnet, die damit Gesetzeskraft erlangt hat. Schweres Anglück im Tessin Sieben Personen durch Starkstrom getötet. Wtb. Bern, 6. Juni.(Funkd.) Wie aus Chiggiogna im Levantiner Tal gemeldet wied, sind dort sieben Personen beim Teansport von Langholz mit einer Seilbahn durch Starkstrom getötet worden. Das Drahtseil der Förderanlage war aus unaufgeklärter Ursache mit einer Starkstromleitung in Verbindung gekommen. Außer den Toten sind noch zwei Schwerverletzte zu eklagen. Matterns Ozeanflug geglückt Tu. Moskau, 6. Juni. Der amerikanische Flieger, Mattern ist am Montagnachmittag um 3,25 Uhr Moskauer Zeit auf dem hiesigen Zentralflughafen gelandet. Mattern ist nach kurzem Aufenthalt auf dem Moskauer Zentralflughafen wieder zum Weiterflug gestartet. Er wurde auf dem Flughafen von Vertretern der russischen zivilen Fliegerei, der Militärfliegerei und der Ossoaviachim empfangen. Für den Weiterflug wurde der Flieger mit russischem Kartenmaterial versorgt. Matterns verstorbener Vater ist übrigens in Mannheim geboren, seine Mutter lebt mit ihrer Schwester, einer Frau Muelzej, in Fortworth(Indiana). SSprachecks Zu Nutz und Frommen. Wie so viele Koppelungen versteht man auch diese wohl immer richtig. Der erste Bestandteil Nutz(— Nutzen, vgl. Eigennutz) verhilft dem zweiten zu der richtigen Bedeutung: Vorteil, wenn man auch nicht weiß, was Frommen eigentlich für eine Wortform ist. Gie kommt in anderer Verwendung ebensowenig vor wie die übrigen Fallformen des weiblichen Wortes Fromme, mhd. vrume, ahd. fruma. Es tritt hier ein Wemfall der Mehrzahl auf, den wir auch in Ausdrücken finden wie: in, mit, zu Ehren, mit Schanden, zu Schanden machen oder werden, zugunsten, von Gottes Gnaden, mit Freuden u. a. Die entsprechende Beveutung haben wir noch in dem Zeitwort frommen— nützen, fördern. Daß das Beiwort fromm, myd. frum, seine Beziehung auf religiöses Verhalten erst durch die Bibel erhielt, wird der Jugend durch die Erzählung vom frommen Schweppermann bekannt. Aber auch in der hiblischen Anrede: Ei du frommer und getreuer Knecht liegt noch die Bedeutung tüchtig oder rechtschaffen zugrunde, und ein frommes Pferd ist ein fügsames, vorgl. lammfromm. Seit 1675 spricht man von frommen Wünschen, d. h. solchen, die nicht in Erfüllung gehen, ein Zeugnis für die weite Verbreitung der Schrift Speners: Pia desidersa, d. h. fromme„Wünsche. „ C. M. Die Fangarme der Wallstreet Neue Enthüllungen„ber die dunkle Iinanzpolitik Morgans Wtd. Washington, 3. Juni. Die gestrige Sitzung des Morgan.=Untersuchungsausschusses gestaltete sich Insosern se#sationell. als Senator Reunolds die Frage aufwarf, ob die Flkma J. P. Morgan an den König von Bulgarten, MüssoUni und eine Reihe französischer Politiker Aktsen zu Vorzugspreisen geliefert habe. Hierüber wurde George Whitney, einer der Teilhaber des Hauses Morgan, vernommen. Reynelde brachte eine Transaktion des Hauses mit der Morgan=Grensell Company in Londen zur Sprache. I. P. Morgan soll 15000 Aktten der United Corporation im Werte von 1225 000 Dollar an das genannte Londoner Bankhaus geschickt und in England und Frankreich zu Vorzugspreisen angeboken haben. Die Frage, ob er wisse, wem diese Aktien angebeten worden seien, verneinte Whitney, erklärte sich aber bereit, dem. Ausschuß hierüber eine genaue Aufstellung vorzulegen. Von irgendwelchen Aktienangeboten des Hauses Morgan an die oben genannten politischen Persönlichkeiten ist dem Besragten nichts bekannt. Die Erwähnung des Namens Mussolini hat übrigens Interessanterweise das Gerücht entstehen lassen, es sei gegen den italienischen Regierungschef ein Attentat verübt worden. Dieses Gerücht war' vor allem in London verbreitet, wor die italienische Botschaft ein offizielles Dementi herausgeben mußte. Entstanden ist das Gerücht offenbar dadurch, daß ein ametikanischer Gerichtsberichterstatter die Hinelnziehung Mussollnis in die MorganAngelegenheit mit den Wotten charakterisierte, man habe gegen ussolini eine Mu einen Schuß abgefeuert. Die Untersuchungen des Ausschusseg und insbesondere das Verhör erhalten ihre politische Note durch das Bestreben des demokratischen Senators Reynolds, vie Zinanzp##lit der Wallstreet und besonders des Hauses J. P. Morgan als eine Intrige hinzustellen, deren Ziel die Abschaffung der Kriegsschuldengzur Rettung ihrer Kapitalanlagen in Europa gewesen sei. Votwürse vieser Art sind der Hochfinanz ja schon seit langem aus den Agrarstaaten des Mittelwestens und all den Kreisen gemacht worden, die gegen eine europainteressierte Politik der Vereinigten Staaten eingestellt sind. Whitney betonte in seiner Antwort, daß die Vertellung der erwähnten Aktien nichts mit der Kriegsschuldenfrage zu tun habe und in keiner Weise amerikgnische Interessen verletzt habe. Wie aus seinen Aussagen weiter hervorging, hat der in den ersten Paniktagen des Herbstes 1929 zur Stützung der plötzlich völlig zusammenbrechenden Börse gebildete Bankpool über Aktiven in Höhe von 250 Millionen Dollar verfügt. J. P. Morgan & Co. hätten damals 1 146,609 Aktien zum Gesamtwert von 137 752 705 Dollar gekauft, obwohl sie mit einem Verlust rechneten. Beim Wiederverkauf dieser Aktien im Jahre 1930 habe die Firma wider Erwarten doch einen Gewinn von über einer Million Dollar erzielt. Der Ausschuß vertagte sich bis zum 5. Juni. Trockenlegung des Frischen Hasss Von Grich Wenkhoff. Schon vor mehreren Jahren ist der Blan aufgetaucht D## Frische Haff trockenzulegen. Das Frische Haff ist jenes Wasserbecken, das durch die langgestreckte Landzunge der Frischen Nehrung von der Ostsee abgeschnitten ist und sich nördlich von Elbing dis in die Nähe von Königsberg hinzieht. Vom Samland aus greist eine Halbinsel, an deren Ende Pillau liegt, hinüber zur Frischet Nehrung. Die kleine Lücke, die zwischen der„Frischen, Nehrung und der Halbinsel besteht, verbindet das. Frische, Haff mit der Ostsee. Wer je einmal mit einem kleinen Dampfer von Elbing aus durch das Haff hinübergefahren ist zur Frischen Nehrung, der hat eine Landschaft von eigenem Zauber kennen gelernt: die eigenartige Stimmung des Haffs und dann den schmalen Landstreifen der Nehrung, die nur etwa drei Kilometer breit, aber etwa 70 Kilometer lang ist. Wie eine endlose Düne, zieht sie sich hin, auf der Höhe zum Teil von Kieferwald bestanden. Und wenn man, den Dampfer verlassend, die Düne hinaufsteigt, sieht man plötzlich vor sich die weite Wasserfläche der Ostsee, ein Anblick, der eden, der zum erstenmal diesen Weg wandert, Überrascht und ent“ Einige Fischerdörfer liegen auf dieser Frischen Nehrung. einsames Land, das die Stille des Meeres atmet. Nun soll dieses Frisc Haff Nehrung mit dem Festlattd verbur Keine Elektrifizierung der österreichischen Bundesbahnen Die Bedingungen der französischen Gruppe Wtb. Wien, 6. Juni.(Funsd.) Das„Neue Wiener Journal“ veröffentlicht eine Unterredung mit dem Generaldirektor der österreichtschen Bundesbahnen, Anton Schöpfet, der hinsichtlich der Elektrifizierung der Bundesbahnen erklärt: Es liegt ein Antrag einer französischen Finanzgruppe auf Teilfinanzierung des Elektriftzierungsprosektes der Bundesbahnen vor, und zwar mit dem Ziel, zunächst die Strecke Salzburg=Linz zu elektrifizieren. Die Generaldirektion der österreichischen Bundesbahnen hat sich mit Rücksicht auf die derzeitige beschränkte Verkehrsfrequenz und den niedrigen Kohlenpreis gegen diesen Antrag ausgesprochen, da es gegenwärtig unmöglich erscheint, die Kosten für die Elektrifizierung der Bundesbahnen aufzubringen. In den Bedingungen, die die französische Finanzgruppe stellte, war von einer Uebernahme der Verwaltung durch diese Gruppe nicht die Rede, und es existiert auch keine Option, die dieser Finanzgruppe etwa eingeräumt worden wäre. In diesem Zusammenhang ist ein Artikel der DeutschOesterreichischen Tageszeitung von besonderem Interesse, der die Vorgeschichte der Bewerbung„Franfreichs um die Elekteiftzierung(!) der österreichischen Bundesbahnen schildert, deren Erfüllung nach dem Lausanner Anleihevertrag einen neuen schweren Schlag gegen die wirtschaftliche und politische, Unabhängigkeit Oesterreichs bedeutet hätte. Auch christlich=soziale Blätter, so die„Reichspost“, haben in früheren Veröffentlichungen diese drohende Gefahr bestätigen müssen. Die Deutsch=Oesterreichtsche Tageszeitung schreibt, setzt: Der ehemalige Generaldirektor der Bundesbahnen hatte seit Jahren mit der französtschen Elektroindustrie Verhandlungen über die Elektriftzierung der Bundesbahnen geführt. Er hatte dieser französischen Gruppe das Recht eines einseitigen Option gegeden, die zursprünglich bis Ende 1932 lief, dann von ihm aus eigener Machtvollkommenheit bis zum 30. 6. 1933 verlängg### worden war. Durch die Option hätte die französtsche Industrie. das Recht zunächst für die Strecke Salzburg=Linz erhalten, woran das Recht auf Elektrifizierung der Strecke Wien=Graz. der Tauernbahn und der Strecke Linz=Wien, sowie der Anschlußstrecken bis zur ungarischen Grenze zugunsten der französischen Industrie gebunden gewesen wäre, im gansen ein Projekt von wenigstens 400 Millionen Schilling, das in sieben Jahren durchgeführt werden sollte. Vor kurzem hatte nun die französische Elektrizitätsindustrie versucht, die österreichischen Elektrizitätsfirmen für die Mitarbeit zu gewinnen. Diese hätten aber ihre Mitarbeit abgelehnt, als Ihnen die Einzelheiten, in erster Linie die Tatsache bekannt geworden war, daß die einen Nutzen versprechenden Arbeiten so gut wie ausschließlich für die französtsche Industrie vorbehalten worden waten, es also gerabe vom Standpunkt der Arbeitsbeschaftung in Oesterreich, von dem aus zu gegebener Zeit das Projekt lanciert werden sollte, für die österreichische Industrie wertlos war. Außerdem hatte die französische Industrie es verstanden, sich auf die Bestellungen in Frankreich Preise zu sichern, die nicht als gerechtfertigt angesehen werden konnten. Die Gewährung eines Kredits von mehreren hundert Millionen Schilling an die Bundesbahnen hätte schließlich die Herrschaft über diese Bahnen praktisch nach Frankreich gebracht. zückt. Einig Es ist ein trockengelegt und die Frische . Festlatd verbunden werden. Es ist ein großes Siedlungswerk, das man als Aufgabe dem Freiwilligen Arbeitsvienst zugedacht hat. Nach einet Denkschrift des Tiefbauamtt Elding wäre es möglich, auf dem neugewonnenen Land 13000 Familien, darunter 10000 Vollbauern, eine Existenz zu schaffen. Es handelt sich dabei um eine Wasserfläche von 770 Quadratkilometern, die trockengelegt werden soll, ein Werk, das auf ein Jahrzehnt mehreren tausend Menschen Arbeit und Brot bieten würde. Nach Angaben des Regierungsbaumeisters Eberhard Keiler würden nach Vollendung der Trockenlegung und nach Abzug von 15 Prozent der gewonnenen Fläche für Wege, Dammbauten und Wasserstraßen 264 000 preußische Morgen Land zu Anbauzwecken übrig bleiben und er erklärt weiter, daß der voraussichtlich sehr, fruchtbare Haffboden zur Weivewirtschaft und Viehhaltung sich ganz besonders eignen würde. Schätzungsweise könnten auf dieser Fläche etwa 60 000 Kühe gehalten werden, die jährlich 240 Millsonen Liter Milch oder 160 000 Zentner Butter liefern würden. Wenn man das Neuland jedoch dem Ackerbau nutzbar macht, so würde man 3¼ Millionen Zentner Roggen ernten können. Wie aus der bereits erwähnten Denkschrift des Elbinger Tiefbauamts zu ersehen ist, dürften sich die Kosten für jeden Morgen neugewonnenen Landes auf 150 Mark stellen, während frühere Schätzungen den vierfachen Betrag nannten. Eine Kostenberechnung des Regierungsbaumeisters Keiler für die Trockenlegungsarbeiten nennt den Gesamtbetrag von 45 Millionen Mark, hierzu kommen noch die Entschädigungen ür die Fischer. Besonders wird darauf hingewiesen, daß mit der Trockenlegung des Frischen Haffs auch die lästige Haffmückenplage und die eigenartige Haffkrankheit verschwinden würden, ber die in den letzten Jahren wiederholt berichtet worden ist. In technischer Beziehung würde die Trockenlegung keine besonderen Schwierigkeiten machen, da Edbe und Flut die Arheiten nicht stören würden. Die Durchschnittstiefe des Haffs beträgt etwa 3.20 Meter, während der Zuidersee in Holland, dessen Trockenlegung zum Teil, durchgeführt worden ist, 5 Meter Tiefe ausweist. Vom hier eine freund allerdin schwinden sollte, weil damit auch der eigenartige Zauber der Erischen Nehrung versinten würde. Ais Teil des Festlandes würde ge Nehrung Küstenland werden. Gerade in seiner Lage zreischen Haff und Meer lag seine besondere Schönheit und Eigenart. Es war eine Welt für sich, diese Frische Nehrung, ein Eiland Ueber die deutsch=österreichischen Beziehungen Auslassungen österreichischer Ministet Wtb. Klagenfurt, 6. Juni.(Funkd.) In einer auf dem Plöcken=Paß vom Landbund für Kärnten veranstalteten Heldengedenkfeier teilte der Landeshauptmann mit, daß seitens der Passauer BDA.=Tagung eine Begrüßungsdepesche eingegangen sei, die mit den Worten schließt: Was wir versprochen haben, wollen wir halten und ein anderes Jahr nach Klagenfurt kommen. Bundeominister Schumy erklärte: Wir haben die Pflicht, die Unabhängigkeit Oesterreichs hochzuhalten. In unseren Beziehungen zum Deutschen Reich, das mit uns im Kriege tteue Waffenbrüderschaft gehalten hat, ist allerdings in der letzten Zeit eine bedauerliche Trübung eingetreten. Es kann cheute nicht Unsere Sache sein, nach den Gründen zu forschen. Nach Regen kommt aber Sonnenschein, und ich kann nut erklären, daß wir nach allen Kräften bemüht sein werden, die Spannungen abzubauen und das gegenseitige Verhältnis sobald wie möglich zu bessern. Vizekanzler Ingenteur Winkler betonte gleichfalls die Notwendigkeit, Oesterreichs Unabhängigkeit zu erhalten. Oesterreich müsse ein deutscher Staat bleiben und dem„deutschen Volke in Oesterreich müsse das Recht der Selbstbestimmung gewahrt bleiben. Hinweg über allen Parteihaver und Streit müsse die Erkenntnis der Schichsalsgemeinschaft aller Deutschen wachgehalten werden. Oesterreich must deutsch, frei und unabhängig bleiben. Die Ostmark sei nicht zu dem Zweck geschaffen worden, um diesen deutschen Stamm seiner ihm von Natur aus gegebenen Sendung und Bestimmung zu entfremden. Erllärung der Wiener Amtlichen Nachrichtenstelle. Wien, 6. Juni. Die Wiener Amtliche Nachrichtenstelle teilt mit: Die von dem Pariser,„Intranstgeant“ gebrachte Meldung. wonach der österreichische Vertreter beim Völkerbund beauftragt worden sein soll, sich wegen der zwischen Oesterreich und Deutschland schwebenden strittigen Fragen an den Völkerbund zu wenden, sowie die hieran geknüpften Mittellungen über den Verlauf einer angeblichen Vorsprache des österreichischen Gesandten beim deutschen Reichskanzler entspricht in keiner Weise den Tatsachen Das österreichische Konkordat unterzeichnet Wtb. Rom, 6. Juni.(Funid.) Das Konkordat zwischen dem Vatikan und Oesterreich wurde gestern abend vom Bundeskanzler Dollsuß und Kardsnalstaatssekretär Pacelli unterzeichnet. Eis aus Kohlensäure— Neuer Industriezweig der Höninger Kohlensäureindustrie WL. Hüningen, 3. Juni. Auf dem hiesigen Kohlensäutewert Deutschland Ac“, dessen aus 400 Meter Tiese emporsteigendet als die mächtigste natürliche Kohlensäurequelle Deutsch —. gl. in E MRt AM MAN MEN lage zur Gewinnung von Kohlensäure=Troceneis erbaut. Das hier gewonnene Trockeneis ist nichts anderes als Kohlensäure in gefrorenem, gepreßtem Zustande. Das Aussehen der Eisblöcke ist milchig weiß und ähnlich dem aus Wasser gewonnenen Eis. Die Kältewirkung ist jedoch beveutend stärker, da das Trockeneis eine Temperatur von etwa 80 Grad Ceisturhat, während, das aus Wasser hergestellte Eis nur eine Tempera=. tur von 4 Grad Kälte aufweist. Der Name„Trockeneis“ wurde für das Erzeugnis gewählt, weil das Kohlensäureeis sich auflöst bezw. der Uebergang der Kohlensäure vom festen in gasformigen Zustand sich ohne jede Flüssigkeitsbildung oder Hinterlassung sonstiger Rückstände vollzieht. Die Gewinnung des Trockeneises geschieht in der Weise, daß die gasförmige, dem Boden entströmende Kohlensäure zunächst mittels Kompressionen unter Druck von 70 Atmosphären in Flüssigkeitszustand versetzt wird. Diese flüssige Kohlensäure hat nun die Eigenschaft, daß sie beim Ausströmen in unter geringem Druck stehende Räume zu Schnee bezw. Eis gefriert. Unter Ausnutzung dieser Eigenschaft erfolgt nun die Herstellung in gegen die Außentemperatur stark isolierten Expansionsbehältern, in denen die einströmende flüssige. Kohlensäure in Schneeslockenform einfällt. Mittelst hydraulichen Drucks wird nun der Kohlensäureschnee als Endprodukt in Blockform gepreßt. Der Versand des Trockeneises erfolgt in Wellpappchachkein. FünfTodesopfer einer Familientragödie Wtb Regenoburg, 6. Juni.(Funkd.) Die Frau des Posthelfers Löffler, deren Mann sich in einer Lungenheitstätte befindet, wurde in ihrer Wohnung mit ihren vier Kindern im Alter von 1½ bis 5 Jahren durch Leuchtgas vergiftet tot aufgefunden. Die Frau scheint die Tat in einem Depressionszustand, hervorgerufen durch wirtschaftliche Bedrängnio, begangen zu haben. Brand eines Donau=Dampfers Wtb Wien, 6. Juni.(Funkd.) Aus bisher unbekannter Ursache geriet gestern in frühester Morgenstunde der Passagier= dampfer„Franz Schuhert“ der Donau=Dampfschiffahrts=Gesellschaft, der nach Linz, bezw. Passau fahren wollte, in Brand. Das Feuer breitete sich rasch über das ganze Oberdeck aus und konnte erst nach etwa zweistündiger Arbeit gelöscht werden. Ein an den Löscharbeiten von einem Nachbarschiff aus beteiligter Polizeikommissar, der mit seiner Familie eine Pfingstfahrt antreten wollte, fiel dadei ins Wasser und ertrank vor den Augen seiner Familie. Vier Passagiere und 19 Mann der Besatzung wurden, da auch die Landungsbrücke in Brand geraten war, aus den Luken gexettet. Der Dampfer soll großen Schaden aulitten haben. der Stille. (wi) Etwas vom Postreisescheckheft X Vor einigen Jahren führte die Deutsche Reichspost das Postreisescheckheft ein. Die Vorzüge bestehen in der Einfachheit, Bequemlichkeit, Billigkeit und Sicherheit. Es gewährt dem Reisenden die Möglichkeit, sich nach Zahlung oder Ueberweisung der beabsichtigten Summe auf ein Konto während des fremden Aufenthaltes mit Bargeld zu versorgen. Man braucht keine größeren Beträge bei sich zu führen und ist vor Schaden bewahrt. Die Hefte werden von allen Scheckämtern ausgegeben. Sie können auf 1000 und 2500 RM. lauten. Nötig ist ein Paß oder eine Ausweiskarte. Die Hefte haben drei Monate Gültigkeit. Bei der Bestellung ist auf der Zahlkarte statt einer Kontonummer der Vermerk„Reisescheck“ anzugeben und als Empfänger die eigene Anschrift. Auf der Rückseite muß die Art, Nummer, Behörde, und sses bezeichnet werden. Mit einem solchen Heft kann man bei allen Postämtern des Reichs Geld holen. Sprachecke Prozent. Das lateinische Pro ist besonders beliebt. Wir finden es als Hauptwort in„Pro und Kontra“, namentlich aber als Vorwort, und zwar gettennt(pro Stück, pro Tausend, gelehrter: pro Mille) oder in Zusammensetzungen wie Prozeß und Prozent. Früher war das Fremdwort Prozent mit seiner Sippe prozentig, prozentisch, prozentual, prozentualiter fast ganz auf die Zinsen beschränkt. Unsere heutigen Schreider gebrauchen es protzend für alle möglichen und unmöglichen Verhältnisse, für Lebloses und Lebendiges. Von 0 Prozent steigen sie in kleineren oder größeren Absätzen hinauf bis zu 100 Prozent. Wenn eine Gesellschaft voraussichtlich keinen Gewinn. verteilt, so heißt es in der Wirtschaftszeitung:„voraussichtlich 97“. Ein Verein verschafft seinen Mitgliedern Eintrittskarten zum Besuche einer Ausstellung, die im Preise um ein Drittel herabgesetzt sind, preist aber die Vergünstigung eines um 33½% verbilligten Besuches aan. Ueber die Besetzung der Züge in der Reisezeit 1932 gibt det Zeitungsschreiber einen Bericht unter der Ueberschrift:„Verkehrsdiagnöse(!): Etwas schwächer als 1931“. Dann berichtet er aber nicht, daß die Züge mit 8—9 Zehnte! etwas geringer als im vorigen Jahre, die Sonderzüge aber voll besetzt waten, das war ihm zu einfach; protzend mußte er zu den Prozenten greifen. Also war die Besetzung mit 80—90 Prozent etwas geringer als im Vorjahr, wogegen die Sonderzüge zu 100 Prozent besetzt waren. Die Belegschaft eines Arbeitslagers besteht zur einen Hälfte aus Arbeitslosen, zur anbern aus Studenten: berichtet wird indessen, daß sie zu 30 Prozent aus Arbeitslosen und zu 50 Prozent aus Stuventen bestehe. Eine Partei hat nicht die knappe Mehrheit, sondern 51 Prozent der Stimmen erlangt. Ein Zeuge antwortet auf die Frage des Richtets, ob die Anleihe gefährdet sei, daß er ste für 100prozentig in Ordnung halte. Ein Unwetter in Oberbayern vernichtete die Heuernte und die Kornfelder nicht völlig, vielmehr wurden diese eine 100prozentige Beute des Unwetters. Schließlich gibt es noch 100prozentige, Invaliden! Wersen, wir alst die Prozente, die bei den Zinsen ohnehin immer mehr schwinden, in die Wolfsschlucht! u. Petzold, prachverein. Das„Wirtschaftsparlament der Nationen“ (ins.) Die Weltwirtschaftskonserenz, die voraussichtlich in kurzer Zeit in London zusammentreten wird, wird die gewaltigste Versammlung von Völkern und Delegierten sein, die jemals zum Heil der Menschheit und zur Behebung von Handel und Wandel, sowie Beseitigung der internationalen Arbeitslosigkeit getagt hat. Wr.. Arbeitslosigkeit getagt hat. Nicht weniger als 65 Völker werden hier mit rund 1000 Teilnehmern(Abgesandten, Beratern, Sekretären, Gehilfen und Gehilfinnen) vertreten sein. Für eine so große und erlauchte Versammlung mußte eine besondere Stätte der Konferenz bereit gestellt werden, denn eine dera#### Wi einmtung magte eine besondere Stalle der Konserenz beren geellt werden, denn eine derartige Beratung von Diplomaten und Lirtschaftsführern macht ungeheure Vorbereitungen erforderlich. # Muib 0ht und 1f. Dir a.mfnnd Knbann-Juf f. 21. M.. elegraphenamzer unn#,mm und Presseleuten die Möglichkeit zu geben, stets mit ihren Auf traggebern— Ministern, Regierungen, Zeitungsverlagen— in Beziehung treten zu können. Für einen derartig großen Plan mußte ein entsprechendes Gebäude bereit gestellt werden, das nicht nur über die notwendigen Säle, sondern auch über die erforderlichen Nebenräume verfügt. Man hatte zuerst ein Schloß in Aussicht genommen. Die Bauart der alten Londoner Königsschlösser ist aber nicht so modern, daß ein solches Gebäude allen Anforderungen entsprochen hätte. Man fand einen Ausweg, indem man den Neubau des Geologie=Museums in Southkensington für die Konferenz wählte. Das Riesenhaus ist zwar noch gar nicht fertiggestellt, sondern befindet sich noch im Rohbau. Dieser Zustand ist aber im vorliegenden Falle ein Vorteil, denn dadurch ist es möglich geworden, das Haus für seine kurzen Sonderzwecke sehr schnell herzurichten. Alle notwendigen elektrischen Einbauten können jetzt ohne jede Störung durch etwa vorhandene Installationen eigens für die Zwecke der Konferenze hergestellt werden. Die Anlage des Postamtes und der zahlreichen Fernsprechstellen läßt sich jetzt noch ohne jede Störung durchführen. Desgleichen kann der große Saal, der 1500 Quadratmeter umsaßt, für die Konferenz umgearbeitet werden. Eine große Tribtige, auf der 400 Personen Platz finden sollen, wird für die Vertrater und das Publikum, das der Konferenz beiwohnen will, an der oberen Seite des Saales errichtet. Die Laboratorien werden nicht zu wissenschaftlichen Zwecken dienen, sondern zur Untersüchung der Ursachen der Wirtschaftskrise. Anstatt geoloscher Arbeiten werden handelsgeographische Probleme hier erPörtert werden. Die Entwicklung der Erde wird einige Zeit nicht behandelt werden, um der Entwicklung des internationalen Handels zu dienen. Wenn der Händel wieder aufblüht and Wohlfahrt den Völkern bringt, dann wird es wieder Zeit sein, den Wissenschaften zu dienen, die unter der internationalen Krise sehr stark leiden. Darum werden auch alle modernen Bequemlichkeiten für die Delegierten geschaffen, in der richtigen Annahme, daß man gut arbeitet, wenn man angenehm arbeitet Wenn dann die Wirtschaftskonferenz hoffentlich alle Mauern niedergelegt haben wird, die die Weltwirtschaft zum Erliegen bringen, und wenn durch kluge Maßnahmen der Arbeitslosigkeit erfolgreich der Kamps angesagt werden wird, dann wird die Konferenz sich wieder auflösen. Dann wird das Geologie=Museum, das seit Jahrzehnten in alten unzulänglichen Räumen untergebracht ist, hier einziehen, und nichts wird mehr von der Arbeit des größten, Wirtschaftsparlaments der Welt zeugen.. Das Ende der„Insel der Tränen“. (inf.( Ellis Island, die berüchtigte„Träneninsel“ der amerikanischen Einwanderer, ist durch einen Beschluß der amerikanischen Regierung aufgehoben worden. Amerika ist nicht mehr das große Einwandererland, das allwöchentlich von Hunderten und Tausenden aufgesucht wird, und kann darum die Station entbehren, wo die Einwanderer der dritten Schiffsklasse eine Gefangenschaft von 30 Minuten bis zu sechs Monaten durchmachen mußten, bevor sie das„gelobte Land der Freiheit" betreten durften. Die Schiffsreisenden der 1. und 2. Klasse waren von einem Aufenthalt auf dieser berüchtigten Einwandererstation, die zwischen der Freiheitsstatue und Neuyork liegt, befreit. Sie wurden vor ihrer Ankunft in Neuyork nur einer oberflächlichen Prüfung an Bord des Schiffes unterworfen. Der Passagier der dritten Klasse aber wurde erst nach der„Insel der Tränen“ gewaren hier tätig, um den großen Betrieb durchzuführen. Alle Sprachen der Welt wurden hier gesprochen. In den letzten Jahren, in denen die Einwanderung nach Amerika stark abgeflaut war, da die Lebensmöglichkeiten hier auch nicht sehr günstig genannt zwerden konnten, und die Einwanderungsbestimmungen sehr streng waren, wurden täglich nur noch 50 Einwanderer hier gezählt. Aber auch diese Zahl ging ständig zurück, da die Krise auch das „gelobte Land der Freiheit und der Prosperity“ ergrissen hatte, so daß es sich schließlich nicht mehr lohnte, die Prüfungsmaßnahmen auf einer besonderen Insel zur Durchführung zu bringen. Ellis Island konnte also der bisherigen Bestimmung entzogen werden. Es, war in des Wortes reinster Bedeutung eine„Träneninsel“, denn hier flossen täglich Ströme von Tränen, wenn die Einwanderer sich plötzlich der Möglichkeit beraubt sahen, Neuyorks Boden zu betreten. Die Ankömmlinge mußten sich einer eingehenden Untersuchung unterzlehen, zuerst vom Arzt, da Kranke nicht nach Amerika gelassen wurden, dann von den Einwanderungskommissaren, die die Papiere prüften, den erforderlichen Geldbetrag untersuchten, die Anwesenheit von Bürgen prüften oder Verwandten feststellten. Ein Formsehler im Paß oder das Fey len irgend einer Einwanderungs= oder Zulassungsbedingung— es handelt sich nicht immer um Einwanderer— genügten, um dem Passagier den Zutritt zu dem amerikanischen Land zu verbieten. Dann dauerte es oft viele Wochen und Monate, bis ein endgültiger Entschluß erging. In der Zwischenzeit waren die Gäste von Ellis Island in einer Art von Gefangenschaft, die oft um so schwerer empfunden wurde, als der Bräutigam öder die Braut mit Sehnsucht auf die Ankunft des„Häftlings“ warteten. Die„Gäste“ wurden in mehreren, viele Stockwerke hohen Unterkunftsräumen untergebracht, die Frauen streng getrennt von den Männern In großen, gut gehaltenen Schlafräumen waren durchschnittlich se 10 Betten, die täglich saubet bezogen wurden. Sehr schöne Bade= und Duschräume sorgten dafür, daß die Einwanderer sich rein hielten. Auch Krankenhäuser sind vorhanden. Sogar ein Kino kann besucht werden. Aber alle diese Annehmlichkeite# konnten nicht den Schmerz beendigen, der durch die zwangsweise Fernhaltung von dem Festland entstand. Darum heißt die Inse! „Träneninsel". Neben diesen harmlosen Gästen gibt es auch weniger angenehme, nämlich die sogenannten,„warrant cases“, die Nichkamerikaner, die aus Amerika durch Richterspruch verbannt wurden, weil sie entweder sich nicht den Gesetzen gefügt haben, Verbrechen begangen haben oder aus irgend einem anderen„schädlichen“ Grunde aus Amerika wieder abgeschoben wurden. Diese„warrant cases" konnten sich nicht der verhältnismäßen Freiheit der anderen Ciste erfreuen. Sie wurden in festen Häusern mit vergitterten Fenstern untergebracht. Im allgemeinen waren die Deportationsfälle sehr gering, an Zahl. Wer einmal deportiert war, sollte nach den aben des Gesetzes das Land nicht mehr betreten. Oft wurden die Maßnahmen der Regierung durch tapfere Männer durchkreuzt Ellis Island liegt sehr nahe bei New Jersey. Für einen guten Schwimmer bedeutete die Entfernung kein unüberwindliches Hindernis. Vor einiger Zeit hatte ein verliebter Jüngling den Plan gefaßt, im Hudsonfluß das Beispiel Leanders nachzuahmen, zumal auf dem Gestade von New Jersey seine Angebetete lebte. Er schwamm in einer dunklen Nacht durch den Fluß und kam wohlbehalten auf dem Festlande an. Sonst hätte er nie Amerika gesehen. Dieses Beispiel wurde in der Folgezeit mehrfach nachgeahmt. Das Ende der„Insel der Tränen“ ist ein Zeichen für die Umgestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse Amerikas und darum hat die Aufgabe der Einwandererinsel eine Bedeutung, die weit über die örtlichen Maßnahmen hinausgeht. Sie zeigt, daß das Ende des„glücklichen Erdteils“ gekommen ist, Verdingung Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms sollen Kanalisationsanlagen ausgeführt werden. Dio Verdingsunterlagen sind im Stadthaus 2, Zimmer 4 bei der Tiefbauabteilung gegen Erstattung der Umdruckkosten erhältlich und zwar für Ausführung der Arbeiten zu 3.00 RM, für Lieferung der Betonrohre 1 RM. Die Angebote sind verschlossen und mit entspreehender Aufschrift versehen bei der Tiefbauabtoltung bis zum 14. Juni 1933, vormillags 12 Uhr einzureichen, woselbst die Oeffnung der Angebote im Beisein der erschienenen Bewerber erfolgt. Viersen, den 1. Juni 1933. Der k. Oberbürgermeister. Preud.-Südd.Staatslotterie Die Erneuerung zur 3. Klasse 41./267. Lotterie muß bis Millwoch, den 7. Juni, abends 6 Uhr erfolgen. Ziehung 14. und 15. Juni Meyer, Staatl. Lotterie-Einnahme Viersen, Königsallee 32, Telephon 3570. Die allen Natutrmittel- Gilltreie Kräuterkuren nach dem Bönner-Odin’schen Hell verlahren mil den erprobten Sauerländischen Gebirgskräufern und deren Auszüge- nach alten Klosterrezepten. Erfolge nachweisbar. Zahlr. Dankschreiben Fettsucht- u. Diekleibignen führmittel — keine Diät— keine Erschlaffung der Glieder— macht mühel. schlanker, frischer u. leistungslähiger. Sie fühlen sich beweglich u. verjüngt. Keine Runzeln u. Falten. 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Wetter, Zeitangabe, Mittagsmeldungen. Konzert. Leitung: Wolf. 14.00: Mittagsmeldungen. Schlachtviehmarktberichte. Kinderstunde. Wir lernen ein neues Lied und spielen dazu die Blockflöte. Wirtschaftsmeldungen, Zeitangabe. Wesentliche Fragen des mathematischen Unterrichts. Oberschultat Pohl;„Stofsauswahl im mathematischen Unterricht“. 16.80: 17.50 18.00: 18.25 18.45: 19.00: 20.00: 20.05: 20.15: 20.45: Konzert(Leitung: Eysoldt). Sammeln, aber mit Verstand! F. A. Beck:„Revolution und Bürokratie“. Italienisch(Universitätsprofessor Dr. Heinermann). Wetter, Zeitangabe, Wirtschaft, Sport. Reichssendung: Stunde der Nation. Erste Abendmeldungen. Stimmen der Bewegung. Aus Bismarcks Reden. Einführende Worte: Dr. K. Blume: Sprecher: Probst. Gemeingut des Volkes. Sol.: Hansen (Sopran), Guermanova(Alt), Wocke(Bartton), Strlenz (Baß). Sprecher: Pfafs,-Apel, Kandner,#### Oettershagen, Uepach. 22.20: Letzte Meldun A#pel, Kandner, Rieth. dungen, Bericht über das geistige Leben, Sport. Frühfunk von morgen 06.45: Lleibesübungen Dr. Lubwig Bach: Atmungs= und Haltungsgymnastik. 07.00: Wetter: Zeit. 07.03: Morgeneus(Schallplatte).— Spruch des Tages. 07.10: Morgenkonzert(Schallplatten). 08.00: Wetter, Zeit, Wasserstand. Was bringen die anderen? Mühlacker=Stuttgart. platten.— 16.00: 20 55: Heitere Schal., Königswusterhausen. 12.00: Konzert.— 13.30: Schall00: Frauenstunde.— 20.00; Anekdoten.— Schallplatte##planderei.— 23.00: Nachtmusik. Königswusterhausen. 12.00: Schallplattenkonzert.— 15.00: Jugendstunde.— 17.00: Frauenstunde.— 17.35: Musik unserer Zeit.— 18.05: Balladen.— 21.00: Tanzabend. Breslau. 13.15: Schallplattenkonzert.— 15.10: Kindersunk.— 16.10: Musikalische Autorenstunde.— 21.00: Abendmusik. Dresden=Leipzig. 12.00: Schallplatten.— 16.00: Konzert. 20.30: Siegfried=Wagner=Stunde.— 22.05: Nachrichten. Anschließend: Schallplatten. Frankfurt. 13.30: Schallplattenkonzert.— 20.00: MandoUinenkonzert. Hamburg. 14.10: Schallplatten.— 17.50: Liederstunde. 20.10: Der heitere Hermann Lönd.— 20.55: Mozart=Feierstunde.— 22.30: Abendmusik. Königsberg. 13 05: Schallplatten.— 15.30: Kinderfunk. 16.00: Unterhaltungskonzert.— 19.00: Reichssendung: Stunde der Nation: 700 Jahre Marienwetder.— 21.00: Heitere Abendunterhaltung. München. 13.30: Schallplatten.— 14.30; Konzertstunde. 15.00: Stunde der Haussrau.— 16.30: Konzert— 18.25: Konzertstunde.— 20.05:„Pieus Dame“, Oper. dapest. 12.05: Schallplattenkonzert.— 13.30: Konzert. Konzert.— 18.00: Kirchenmusik.— 19.20: Klavier"— 2 0. 8 0: U n g a r i s c h e B o l k s l i e d e r.— 2 1. 4 5: K o n z e r t 9.— 23 15: Jazzmusik. 0 Klavierporträge.— 10 Kinderstunde.— 19.20: Orchesterkonzert Budapest. 17.00: Konz konzert.— 20.30 des Opernorchesters. Daventey. 12.00: Schallplatten.— 13.00: Orchesterkonzert.— 14.00: Sextettkonzert.— 15.00: Schallplatten.— 16.00: Klavierporträge.— 16.15: Orchesterkonzert.— 17.15: Kinderstunde.— 19.20: Orchesterkonzert.— 21.20: Kammermusik.— 22.40: Tanzmusik. Hilversum. 11.55: Unterhaltungskonzert.— 14.10! Schallplattenkonzert.— 15.40: Klavierkonzert.— 16.10: KinderchorKonzert.— 17.10, 18.40: Unterhaltungskonzerte.— 19.45, 20.55, 21.40: Orchesterkonzerte.— 22.50: Schallplattenkonzert. Paris. 12.00: Klassische und romantische Musik.— 18.80: Schallplatten.— 19.20: Unterhaltungsmusik.— 20.45: Kammermusik. Rom. 12.20 Wetter, Schallplatten.— 13.00: Unterhaltungskonzert.— 17.30: Orchesterkonzert— 20.45: Symphonieorchesterkonzert. Wien. 12.00: Konzert. 12.40: Schallplatten.— 13. Schallplattenkonzert.— 15.55: Schallplatten.— 17.25: Konz stunde.— 19.10: Symphoniekonzert.— 21.50; Schallplatt 22.15: Zigeunermusik. 13.10 sert S unübertroffen be“ Rheumä= Gicht Kopfschmerzen Ischias Hexenschuß- Erkältungskrenkheiten. Stark harnsäurelösendbakterientötend Absolut un schädlicht Ein Versuch überzeugt . T ET A 14n Willi Terhaag Süchteln Deffentliche PfänderVersteigerung Am Mittwoch, 7. Juni, nachmittags 3 Uhr, lasse ich durch Herrn Obergerichtsvollzieher Dunlerbeck die verfallenen Pfänder bis einschließ: lich Nr. 6468 öffentlich meistbietend versteigern: Kleidungsstücke aller Art, Stoffe, Wäsche, Schuhe, Pelze, Pelzmäntel, Wanduhren, Bilder, Photos, HeilApparate, Fahrräder, Nähmaschine, Teppiche. Staubsauger, TaschenUhren, Armbanduhren. Gold= u. Silberschmuck, Bestecke usw. Anschließend freiwillige Versteigerung in obigen Sachen. Leihhaus Conrad Schumachers, Viersen, Gladbacher Straße 46. Frau M. in O. schreibt: Werde s0 lange ich jebe Ihre Kundin blelben und mir nicht mit anderen scharfen Waschmitteln Wäsche u. Hände kaputt machen. LUNNS SPAR-RASATT gibt die Möglichkelt, den Einhauf EönNS-SETEN nsch um 14 PIg. Rn Verbill-MET LUKKE-TKT Deshelb sammie men Fattmasen anlondn nöch um 2¼ Pia. au verbill! Dienstag, 6. Juni 1933 86. Jahraame— Nr.430 Viersen Kundgebung der NSBO. in der Festhalle Freitag abend hatte die Kreisleitung Viersen=Kempen zu nar Gunhachung der Mitalicha- har RENO, In###. Festhalle denn die G-„ Daß Viersener Blasorchester unter Leitung von Musikmeister M. Seebe, unterhielt die Zuhörer durch forsch gespielte Märsche und Außenbetriebszellenleiter Goddar leitete die Kundgebung durch einige Begrüßungsworte ein. Es sei Aufgabe der RSBO., die Masse der Arbeitnehmer in Bewegung zu halten und aufzuklären. Bis heute sei die Einigkeit, die die NSBO, erstrebe, noch nicht erreicht; denn es seien Elemente am Werk, die versuchten, einen Keil zwischen die Arbeitnehmerschaft zu treiben. Aber diese sollten sich hüten, man würde unnachsichtlich vorgehen. Kreisbetriebszellenleiter Schroeder(Düsseldorf) betonte, daß man trotz des Kübels von Schmutz, den man über sie gegossen habe, in den Betrieben festen Fuß gefaßt hätte,=weil“sie fanatische Kämpfer gewesen seien. Heute lassen die Gewerkschaftssekretäre sich gleichschalten, weil sie züberzeugte“ Nationalsozialisten sino. Aber nach der Gleichschaltung erheben sie wieder frech ihr Haupt und drohen die Arbeiter in den Betrieben; wenn sie nicht ihre Austrittserklärung aus der Gewerkschaft zurückziehen. Falls Mitglieder der NSBO. ihre Rechte in den Gewerkschaften aufrecht erhalten wollen und ausgetreten sind, können diese wieder eintreten, ohne jedoch den Beitrag nachzuzahlen. Auch wird der Mitgliederbeitrag der NSBO. auf den Gewerkschaftsbeitrag angerechnet. Die gesamte Leitung und Führung der Gewerkschaften unterstehe der NSBO. und es sei kein Gedanke, daran, die NSBO. aufzulösen. Sie sei ein Machtfaktor in der Bewegung und revolutionär. Bis zum 1. Juli seien alle Sekretäre der freien Gewerkschaften zu entlassen. Die Aemter würden dann seitens der Nationalsozialisten ehrenamtlich übernommen und darauf geachtet, daß die Gelder nicht vergeudet würden. Nachdem Redner noch davor gewarnt hatte, sich gegenüber dem Arbeitgeber zu unannehmbaren Forderungen hinreißen zu lassen, warnte er auch den Arbeitgeber, den Arbeiter der Stirn und der Faust als Ausbeutungsobjekt zu betrachten. Er appellierte an die Arbeitnehmerschaft, weiter zu kämpfen und keinen Deut im Kampfe nachzulassen, bis das Werk vollendet sei. Wenn wir es nicht mehr durchführen können, dann müssen wir wenigstens unsern Kindern ein Erbe hinterlassen, auf daß sie einer besseren Zukunft entgegengehen. Nach Absingen des Deutschlandliedes wurde die machtvolle Kundgebung geschlossen. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm wirkt sich nunmehr auch in Viersen aus. Die Kanalisationsanlagen sollen im Rahmen dieses Programms ausgeführt werden und ist dieserhalb eine Verdingung ausgeschrieben. Die Angebote sind verschlossen bei der Tiefbauabteilung bis zum 14. Juni, vormittags 12 Uhr, einzureichen. Näheres besagt die Bekanntmachung in der vorliegenden Ausgabe. Durch Steinwurf verletzt. gten sich auf der Krefelder dabei wurde ein Passant, der angeblich ebenfalls mit Steinen geworfen hatte, am Auge verletzt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Einige junge Burschen verg Straße mit Wersen von Steinen. eblich eber“"“. Pfändung von Mietforderungen X In letzter Zeit ist oft die Frage aufgetaucht, inwieweit in einem Falle, in dem zugunsten eines Hypothekengläubigers oder zur Beitreibung von Reichssteuern Miet= und Pachtzinsen gepfändet worden sind, die Pfandrechte zurücktreten müssen, wenn nachträglich die Zinsen gepfändet werden für Steuetn, die zu den öffentlichen Lasten eines Grundstückes gehören. Eine Gemeinde gab an, daß die Pfändung wegen Steuern vorgenommen sei und daß diese vor allen anderen Abgaben das Vorrecht genießen. Das Landgericht Hagen hat in einem Urteil hierzu ausgeführt, daß die Meinung fehl geht. Ein unbedingtes Vorrecht der Steuern besteht nur für besonders festgelegte gesetzliche Bestimmungen. Steuerschulden werden grundsätzlich im Rahmen des bürgerlichen Rechts wie andere Forderungen behandelt. Das Gericht kam zu folgender Entscheidung: Mangels besonderer gesetzlicher Bestimmungen ist davon auszugehen, daß eine Forderungspfändung der Steuerdie vorgehende Abtretung von Mietschulden durch den Eigentümer ist ohne Rechtswirkung.(3 S 609/32) Bekämpfung der Schädlinge und Krankheiten durch Spritzen im Gartenbau Portrag am 22. 5. 1933 von Dipl.=Gartenbauinspektor Gleisberg. Der Redner begann mit der Aufforderung, däß man auch im Kleingarten Schluß mit dem Zustand machen müsse, daß nur noch das geerntet werde, was Schädlinge und Krankheiten übrig lassen. Es müsse höchster Ertrag erkämpft werden. Dies sei heutzutage auch möglich, weil die deutsche chemische Industrie, die in der ganzen Welt geachtet werde, zahlreiche chemische Bekämpfungsmittel zur Verfügung stelle. Zahlreich seien Schädlinge und Krankheiten an Obst= und Gemüsekulturen. Wenn man sich mit ihrer Bekämpfung befassen wolle, dann sei zu unterscheiden zwischen Pilzkrankheiten, wie sie bei Gemüse z. B. als Blattfleckenkrankheit der Tomaten, Rote Beete. Schwarzwurzeln, Sellerie, als„Rost“ der Bohnen und des Sellerie, als Fruchtfleckenkrankheiten der Tomaten und Bohnen und bei Obstbäumen als Blatt= und Fruchtfleckenkrankheit(der Schorf= oder Fusicla= diumkrankheit), keiner Fruchtsäule(Monilia), die auch Zweigabsterben verursächt, Krebs und Pfirsi kräuselkrankheit bekannt seien, und den Schädigungen durch tlerische Schmarotzer, wie z. B. der Blattläuse, die bei Pfirsich auch Blattkräuseln verursache, was mit der letzterwähnten Krankheit nicht verwechselt werden, dürse; tierische Schädlinge seien die verschiedenen Raupen: und Maden. Verschieden sei die Bekämpfung. So verwende man gegen Pilzkrankheiten entweder Kupfermittel(meist Kupferkalkbrühe) oder Schwefelmitckel(Schwefelkalbbrühe) und bei Obstbäumen im Winter auch Ohstbaumkarbolineum, das auch besonders gegen die Eier der Blattläuse und gegen Schildläuse wirksam sei. Bei der Bekämpfung tierischer Schädiger sei zu unterscheiden zwischen Berührungsgiften wie Niktin enthaltenden und Fraßgiften(Magengiften). Letztere enthalten meist Arsen und seien nur gegen fressende Schädlinge, wie Raupen und die Obst=Made wirksam, nicht aber gegen saugende, wie Blatt= und Schildläuse, die man mit Berührungsgiften zu bekämpfen habe, die gegen fressende Schädiger aber oft auch wirksam seien und dort bevorzugt würden, tbo man starke Gifte nicht anwenden wolle. Als wichtigstes Berührungsgift nennt der Redner das Nikotin, das entweder als Rein= oder Rohnikotin oder als Tabakextrakt oder auch in verschiedenen von der Industrie hergestellten Mitteln mit verschiedensten Namen(z. B. Venetan, Parasitol, Vomasol N usw.) verwendet werde. Von Nikotin nehme man 10 Gramm für 10 Liter Wasser; von Tabakextrakt 100 Gragg für 10, Liter Wasser. Auch könne Schmierseise daruntergemischt werden, die manchmal auch allein wirksam sei, wie gegen Blattläuse und sogen. Milben an dicken Bohnen. Diese Brühen seien mit einer sein verteilenden Spritze auf die Pflanzen zu spritzen. Redner geht auf Einzelheiten bei der Bekämpfung von Blattläusen, Apfelblattsauger. Schildläusen, rote Spinne, Kohldrehherzmücke, Obstmade und Raupen an Obstbäumen, sowie Kohlerdfloh ein. Dann schildert er, wie gegen die Pilzkrankheiten vorzugehen sei. Es könne, nur vorbeugend geschehen, indem man die gefährdeten Pflanzen mit einem gleschmäßigen und feinen Uebezug von Kupfer= oder Schwefelmitteln überziehe. Er beschreibt die Selbstherstellung von Kupferkaltbrühe, empfiehlt aber dem Kleingärtner die Anwendung der fertigen Präparate, die in einprozentiger. Lösung zu verspritzen seien. Schwefelkalkbrühe solle man fertig, kaufen und 2 Liter in 100 Liter Wasser auflösen. Man verwende sie besonders an Obstbäumen 4 Für die Verteilung benutze man Spritzen. An einer Tafel, die der Redner mitgebracht hat, erklärt er eine moderne Rückenspritze, wie sie jeder Obst= und Gartenbauverein besitzen müsse. Neuerdings stelle die Industrie auch eine Anzahl pulverförmiger Mittel her, welche die genannten Stoffe enthalte, und die mit Hilfe einer Streudose oder eines Verstäubers zu verstäuben seien. Er nennt als Nikotinmittel dieser Art das Pomonastäubemittel, als Schwefelmittel hat ein Mitglied des Gartenbauvereins„Elosal=neu“ mitgebracht, das auch gut sei. Das Verstäuben sei einfacher zu bewerkstelligen und brauche weniger Hilfsmittel, doch sei Spritzen meist sicherer in der Wirkung. Der Gartenbauverein solle an einem schönen Nachmittage einmal einen praktischen Kursus in der Durchführung der Spritz= und Stäubearbeiten für seine Mitglieder veranstalten. In der Aussprache werden noch eine Anzahl Fragen so über mpfung der Stachelbeetblattwespenlarven, der Weißrostkrankheit der Schwarzwurzeln, der Rosenschädlinge usw. vom Redner beantwortet. Dülken Versammlung der NSBO. Am Freitagabend fand im Germaniasaale eine öffentliche Versammlung der NSBO, Ortsgruppe Dülken, statt, die einen sehr guten Besuch aufzuweisen hatte. Herr Franz Kampetöffnete die Versammlung und erteilte Gaupropagandaleiter Brouwers das Wort zu einer groß angelegten Rede, in der er der gespannten Zuhörerschaft einen Einblick nationalsozialistischer Schaffenskraft vermittelte. Kurz hielt der Redner scharfe Abrechnung mit dem früheren System, das den Arbeiter in einer Weise vernachlässigte, daß der Ruin des deutschen Arbeiters nicht mehr aufzuhalten gewesen wäre, wenn nicht Adolf Hitler zur Macht gelangt sei. Herr Brouwers ging dann näher auf die nationalsozialistischen Ziele ein, die besonders auch für den Arbeiter von größter Bedeutung seien. Adolf Hitler habe mit der Einsetzung des 1. Mai als„Tag des Arbeiters“ klar und deutlich bewiesen, daß ihm der Arbeiter der Stirn und Faust alles sei und er werde beweisen, daß er dem Arbeiter wieder Freude an der Arbeit verschaffen werde. Wenn heute der größte Teil des deutschen Volkes hinter der Regierung stehe, dann dürfe die Zeit nicht mehr fern sein, wo das ganze geeinte Deutschland in Adolf Hitler den Garanten für eine bessere Zukunft erblicke.— Nach einer Pause gab Herr Brouwers Erläuterungen zu gestellten Fragen und betonte en seinem Schlußwort, daß alle mitarbeiten müßten, um den Wiederaufbau unseres Vaterlandes zu garantieren. Die Toten der Woche“ In der Berichtswoche starb im Standesamtsbezirk Dülken Frau Maria Kutscheidt, geb. Lichters, 64 Jahre alt. Besuch im Stadtbad. Die hiesige städtische Badeanstalt wurde im Mai 1933 von 5616(3886) Peksonen besucht, und zwar von 3624 männlichen (2430) und 1992(1456) weiblichen. Von den abgenommenen Bädern entfielen 4951(3025) auf Schwimmbäder, 355(500) auf Wannenbäder, 310(352) auf Brausebäder. Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die Besuchsziffern des gleichen Monats im ahre 1932. * K Gesellenverein. Die Sonntag nach Pfingsten. arn. Verein: Vereinskalender gemeinschaftliche Monatskommunion ist Gesamtchor im Pfarr=Cäcilienverein. Donnerstag Probe für GWaisenhaus.(Fronleichnam und Bischofsempfang.) Jungmännerverein. Jungenschaft. Der Heimabend fällt wegen des 40stündigen Gebetes in dieser Woche aus.— Jungmannschaft, Wegen Führersitzung muß diesmal der Heimabend= in Fortfall kommen.— Sturmschar 1. Dienstag abend nach der Schlußandacht Treffpunkt im Heim.— Sturmschar„Seeräuber“. Mittwoch Versammlung.— St.=Georg=Pfadsinverschaft. Mittwoch 8 Uhr Treffpunkt im Rest.— Die Jungschar trifft sich nach Verabredung.— Führerschaft. Führerrunde am Freitagabend im Heim. Werkjugend. Mittwoch Kegelabend. Borromäusverein. Bücherausgabe: Dienstag 4—5 Uhr für Kinder. Für Erwachsene: Donnerstags von 6—7 Uhr; Samstags von 5—7 Uhr: Sonntags von 10,30—12 Uhr. In unser Handelsregister Abt. B. Nr. 39, wurde heute bei der Firma„Niederkrüchtener Falzziegelfabrik J. Smeets& Cie., Gesellschaft mit beschränkter Haftung“, Brüggen, folgendes eingetragen: Die Geschäftsführer Jean Smeets und Wilhelm Thewisen sind verstorben. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 12. April 1933 ist der Kaufmann Gerhard Smeets, Elmpt(Kapelle), zum Geschäftsführer bestellt. Die Prokura des Gerhard Smeets ist erloschen. Dülken. 2. Juni 1933. Amtsgericht. Tragödie in M.8 Von Hans Riebau. Der Kommerzienrat machte seine Bekanntschaft, als er, zitternd vor Erregung, den Hoteldirektor mit Vorwürfen überschüttete. „Wie können Sie es wagen?“ schrie er,„mir Zimmer Nr. 13 zu geben, ausgerechnet mir, Manuel Micara? Wie können Sie es vor Ihrem Gewissen verantworten, mich einer derartigen Gefahr auszusetzen?“ „Aber bitte", flüsterte der Direktor und warf einen hilfesuchenden Blick nach dem Kommerzienrat, der eben im Hotelbüro telephoniert hatte,„wir haben doch gerade, um auf unsere Gäste jede nur denkbare Rücksicht zu nehmen, die Zimmernummer 13 weggelassen und das Zimmer mit l2a bezeichnet.“ „Aber-das ist doch vollkommen gleichgültig“, zeterte Micara. „Nicht auf das Schild kommt es an, das man an eine Tür schraubt, sondern auf die arithmetische Reihenfolge kommt es an. Ich habe, ohne darauf zu achten, zwei Tage lang Ihr dreizehntes Zimmer bewohnt. Wenn Sie wüßten, was das—“ Micara brach ab und fing an, vor sich hinzustarren. Der Hoteldirektor zuckte die Achsel. Fünf Minuten später saß der Kommerzienrat mit Micara in der Halle und war im Begriff zu erfahren, was es mit dem abergläubischen und doch so temperamentvollen Mexikaner auf sich hatte. „Sehen Sie“, sagte Micara.„nicht jeder ist für die Zeichen und Dinge empfänglich, die Unheil bringen und verkünden. Vielleicht ist es so, daß nur derjenige, der sich über diese dunklen Zusammenhänge einmal klar geworden ist, solchen Einflüssen zugänglich wird. Vielleicht ist es Schicksal schlechthin, ich weiß nicht. Jedenfalls aber, ich bin, wenn auch meine Mutter eine Deutsche war, Mexikaner. Und alle Mexikaner sind sich von Kind an bewußt geworden, was es mit der Zahl 13 auf sich hat. Welcher Buchstabe“.— Micara wischte sich mit einem feinen, duftenden Taschentuch den Schweiß von der Stirn—„welcher Buchstabe ist der dreizehnte im Alphabet? Das M. ist das diabolische Fanal, das über meinem Vaterlande Mexiko und doppelt und dreifach über meinem persönlichen Schicksal— Manuel Micara, nicht wahr?— leuchtet.“ Sie“, lächelte der Kommerzienrat,„gehen Sie da nicht zu weit 2 Die willkürliche Namensgebung soll einem einem Menschen für alle Zeiten Unglück bringen? ören Sie“ ein biß. inde und einem Menschen für alle Zeiten Unglück bringen gten Sie nicht eben selbst, daß nur derjenige sein sogenanntes unheilvolles Schicksal gewahr wird, der sich über die Zusammenhänge klar wird?“ Micara machte eine ablehnende. Handbewegung.„Nicht diskutieren“, sagte er,„ich bevorzuge es, Beweise für sich selbst sprechen zu lassen. Das M. nicht wahr, ist der dreizehnte Buchstabe. Daran ist nicht zu rütteln. Mexiko beginnt mit einem M. Maximilian, der Kaiser von Mexiko, wurde ermordet. Auch Mord, das furchtbare Verbrechen, das wir kennen, beginnt in fast allen Sprachen mit M. Der unglückliche Maximilian wohnte auf Schloß Miramare, als er— von wem? von dem Gesandten Maria— Gutierrez nach Mexiko berufen wurde, um die Monarchie einzuführen. Die Krone wurde ihm von wem angeboten? Vom Erzbischof Munguia und den beiden Diplomate##anuel Marocho und Miramonte. In Mexiko wurde er von wem verhaftet? Von den Gesandten(Miramon Marquez und Mejia. Vergeblich verteidigt wurde er vor dem Tribunal von Dr. Mario, und die Richter, die das Todesurteil unterschrieben haben, hießen: Matirnez, Malbo, Monescu und Miabone.“ Micara schwieg. Der Kommerzienrat wußte nicht: Sollte er lachen oder sich eine derartige willkürlich herausgegriffene Aneinanderreihung von Daten verbitten. „Sehen Sie“, fuhr Micara fort,„das ist Mexiko. Und Manuel Micara, das bin ich. Ich wohne in der Rua Malborosa in Mexiko City. Mit der Monte Maneda bin ich nach Marseille gefahren. Dort habe ich, natürlich am dreizehnten Tage nach meiner Ankunft, den Prozeß gegen die Mediterrance, wie sich die Industriegesellschaft kurzer Hand nennt, verloren. Eben jenen Prozeß, um dessen Willen ich die Reise unternahm. In Monte Carlo versuchte ich mich zu zerstreuen. Der Name der Sektfirma, der in blauen Lichtbuchstaben über dem Kasino leuchtete, begann mit M. Ich hätte nicht hineingehen sollen. Aber ich ging doch hinein Als ich tausend Franken gesetzt hatte, stellte ich fest, daß es der Tisch Nr. 13 war, an dem ich spielte. Ich gewann noch einmal und gewann zum dritten Male. Dann verlor ich, verlor— alles.“ „Aha“, sagte der Kommerzienrat, und es schien, als ob er Lust hätte, sich zu erheben.——.—„— „Jawohl“, fuhr Micara fort und machte eine Handbewegung, als wäre eine Träne fortzuwischen.„Und heute morgen habe ich hier, in Mainz, versucht, mir von meinen Verwandten ein paar hundert Mark zu borgen. Aber natürlich“— Micara zuckte mit den Achseln—„die Leute heißen Müller, haben zu allem Unglück auch noch eine Malzmühle, und außerdem wohne ich in Zimmer Nr. 13.“ „—— Mannemanns Hotel“, nahm der Kommerzienrat den Faden auf,„und der Direktor heißt, wenn ich nicht irre. Mahlstedt, und Mainz liegt alledem noch ausgerechnet am Main“ Micara fing an schwer zu atmen. „Sie führen also“, fuhr der Kommerzienrat#fort,„Ihr unentwegtes Pech lediglich auf die Tatsache zurück, daß Ihnen die Zahl 13. und zwar in Form des M, des dreizehnten Buchstahens im Alphabet, fortgesetzt entgegentritt?“ „Jawohl", sagte Micara. „Wie aber“, lächelte der Kommerzienrat,„wenn das M gar nicht der dreizehnte Buchstabe wäre? Er ist nämlich, wie ich eben festgestellt habe, der zwölfte.“ Micaras Augen weiteten sich. Sein Gesicht erstarrte. Lanzsam niahm er die rechte Hans und fing an, die Buchstaben an den Fingern abzuzählen. Dann ließ er sich gegen die Sessellehne fallen.„Zwol...“, murmelte er, und es klang, wie das Röcheln eines Sterbenden. Plötzlich aber schnellte er nach vorn. Seine Augen leuchteten auf.„Das Jot“, rief er,„das Jot nach dem I haben wir vergessen.“ „Aha“, nickte der Kommerzienrat,„auf diese Weise ist also das M doch der dreizehnte Buchstabe.“ „Ja“, hauchte Micara, und ein glückseliges Lächeln spielte um seinen Mund.„M ist der dreizehnte Buchstabe.“ Ein paar Minuten verstrichen. Gerade wollte sich der Kommerzienrat erheben, als Micara noch einmal anfing. „Verzeihung“, sagte er,„Sie werden meine Bitte merkwürdig finden. Aber ich bin tatsächlich in einer Zwangslage: Könnten Sie mir vielleicht mit fünfzig Mark aushelfon?“ „Leider nicht“, sagte der Kommerzienrat und stand aus.„Ganz abgesehen davon, daß ich Mermach heiße, unter dem Mars geboren wurde und, in der Manusakturwarenbranche arbeite, bin ich mangels Moneten maßlos moratoriumsbedürftig, momentan..“ Süchteln Reichszuschüsse zur Instandsetzung von Wohngehäuden und landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden. Ueber die der Stadtverwaltung Süchteln überwiesenen Mittel ist restlos verfügt, so daß zur Zeit keinerlei Zuschußgelder in Aussicht gestellt werden können. Die Einreichung von Anträgen ist daher bis zum Eingang neuer Mittel zwecklos. Autounglück. Am Samstagnachmittag fuhr ein hiesiger Autofahrer auf der Landstraße in Hagen gegen einen Baum, als er einem Radfahrer ausweichen wollte. Das Auto wurde schwer beschädigt und mußte eingeschleppt werden. Der Fahrer wurde glücklicherweise nicht verletzt. Vereinskalender Gesellenverein: Heute fällt der KWG.=Gruppenabend aus. KKV. Jungmännerring: Donnerstag abend 8.30 Uhr Vorstandssitzung, an der der Gaujugendleiter Robert Nitzge teilnehmen wird. Werkjugend=Arbeiterverein: Am Freitag, von 9 bis 11 Uhr morgens, Sprechstunde des Sekretärs für die Mitglieder des Arbeitervereins.* Für Erwerbslose und Wohlfahrtsempfänger unentgeltlich. Jungfrauenkongregation: Freitag 8 Uhr Vorstandssitzung im Josefshaus. Jungmännerverein:„Dienstag 8 Uhr Führersitzung. Freitag Vorbereitungsandacht aller Jungmänner in der Kapelle des Krankenhauses. Freitas 7.15 Uhr Hruppenstunde der Gruppe?. Sturmschar: Jungschar: Dienstag 2.30 Uhr Gruppenstunde. Vorst „ Haushaltspkan. n. In der Sitzung der Amtsvertretung wurde der Haushaltsplan für 1933 festgesetzt. Der Plan liegt vom 3. Juni 1933 ab 14 Tage zur Einsicht offen. Jevölkerungsbewegung n. Im Mai erfolgten bei der Polizeiverwaltung 66 An= und 57 Abmeldungen. Obdachlose mußtes41 untergebracht werden.— Beim Standesamt wurden's Gebarfen, 1 Sterbefall und 4 Heiräten heurkundet.— Die Bevölkerungszahl betrug nach dem Stande vom 31. Mäl 1933 4238, davon männliche Personen 2060, weibliche Personen 2178. Bibliothek der RSDAP. n. Die Ortsgruppenleitung der NSDAP. hat eine kleine Bibliothek belehrender und bildender nationalsozialistischer Bücher eingerichtet: Bücher können beim Schriftwart der Partei entliehen werden. Diebstahl n. Einem Pferdeknecht eines hiesigen Landwirtes wurde eine silberne Uhr im Werte von etwa 15 RM. gestohlen. Der Verdacht richtete sich gegen den Melker, der am gleichen Tage die Arbeitsstelle aufgas. Der Melker, welcher zu einem andern Landwirt innerhalh, der Gemeinde verzogen war, wurde von der Polizel gestellt und bequemte sich zu einem reumütigen Geständnis. Dem Bestohlenen konnte so sein Eigentum wieder zurückgegeden werden.„ 25jähriges Bestehen des Gemeinnützigen Bauverei e. G. m. b. 1###### abend fand im Hotel Platzen die Generalversammlüng des Gemeinnützigen Bauvereins e. G. m. v. H. statt, die dank der glänzenden Vorarbeiten eine schnelle Abwicklung fand. Bürgermeister Steinbüchel eröffnete pünktlich die Persammlung und verkas nach einigen einleitenden Worten den.. Jubiläums=Geschäftsbericht Das abgelaufpte Geschäftsfahr brachte mit seiner Vollendung den Tag des 25jährigen Bestehens der Bauvereintz. Wenn auch Vorstand und Aussichtsrat unter Berücksichtigung der Not der#ahre Zeit und der Not des Neuhausbesitzes im besonderen davon# ab.gesehen haben, diesen Tag jestlich zu begehen, so ist ees) doch angebracht im diesjährigen Geschäftsbericht des Bauvereips einzugehen. 7 4„ Gegründet wurde der Verein am 10. Juni 1908 durch sden im April„1908 zum Bürgermeister der Stadt Süchteln gewählten Herrn Richard vom Hagen. Herr Bürgermeister v. Hagen, die Seele des Vereins, hat sich um den Bauverein ganz besondere Verdienste erworben, eine Tatsache, die nicht in Vergessenheit geraten ist und die die Stadtverordnetenversammlungszur Ursache nahm, den, die ganze Siedlung krönenden Platz, v. Hagen=Platz zu nennen. Die Zeit der Gründung fand gute wirtschäftliche Verhältnisse vor. Die von Herrn Bürgermeister v. Hagen geförderte Heranziehung in Süchteln ortsfremder Industriezweige verursachte den Zuzug von Facharbeitern, für die Wohngelegenheiten in Süchteln nicht vorhanden waren. Diese zu schaffen war die erste Aufgabe des neugegründeten Vereins. Zunächst machte die Wahl des Baugeländes Schwierigkeiten. Lobberich Mieten sofort um weitere 10% gesenkt, sobald die in Aussicht gestellte Zinsverbilligung durchgeführt ist. Die Schulden setzen sich aus fast nur langfristigen Hypotheken zusammen, so daß Schwierigkeiten durch Kapitalkündigungen nicht zu erwarten sind. Die unbebauten Grundstücke mit einem Flächengehalt von 7½ Morgen baureises Gelände stehen mit RM 5851,10 zu Buch, während die Häuser und der bebaute Grundbesitz mit RM 753 704,11 actipiert Wie in den Vorjahren so wurde im abgelaufenen Geschäftsjahre 1% auf die ursprünglichen Baukosten abgeschrieben. Für diese Abschreibungen waren RM 6 940,88 bereitzustellen. Der Vorstand wird auch für die Folge an dem Grundsatze ungekürzter Abschreibungen festhalten um den Hausbesitz, der aus den Jahren überteuerter Baukosten stammt, nach und nach auf den heutigen Baukostenindex zurückzuführen. Für Geschäftsunkosten waren im vergangenen Jahre RM 793,79 aufzubringen, während die Betriebsunkosten RM 4 235.40 Kosten verursachten. Zur Instandhaltung der Häuser wurden RM 2 986/93 für Reparaturen ausgegeben.“ Die aufgenommenen Kapitalien erfordern an Zinsen die Sumon RM 36.697,66, während die wirklich eingegangenen MieArbeitsvermittlung durch die Landhilfe. [] Durch Vermittlung der Nebenstelle Lobberich des Arbeitsamtes Kempen konnten bereits über 150 Landhelfer im Sinne der Landhilfe in landwirtschaftlichen Betrieben untergebracht werden. Schweinemarkt. ] Der nächste Schweinemärkt findet am Mittwoch, 7. Juni 1933, statt. Polizei=Wochenbericht. 11 Zux Anmeldung gelangten sechs Personen und zur Abmeldung füuf Personen.— Als gesünden wurde ein Herrenfahrrad gemeldet.— Jur Anzeige gelangten zwei Personen wegen Zechprellerei, zwei Personen wegen Uebertretung der polizeilichen Meldevorschriften, eine Person wegen wissentlich falscher Anschul digung. Es wird darauf hingewiesen, daß am Pfingstsonntag lediglich bis 12 Uhr im Friseur= und Barbiergewerhe gearbeitet werden darf. Am Pfingstmontag darf nicht gearbeitet werden. Frühkirmes (1 Am kommenden Sonntag findet hier die Frühkirmes statt. Amern=St. Anion Delegiertentagung der kath. Arbeitervereine. Die Frühjahrsdelegiertentagung des Bezirksverbandes Kempen der kath. Arbeitervereine sand in Amern St. Anton im Lokale Lennartz statt. Es nahmen über 200 Delegierte und Mitglieder teil, unter denen auch stark die Werkjugend vertreten war. Bezirkspräses Rektor Giesenfeld hieß den neuen Diözesanpräses und Führer Tenbusch, Aachen, herzlich willkommen. Arbeitersekretär Ritgens erstattete die verschiedenen Berichte. Beim Kassenbericht für 1932 wurde besonders gewünscht, daß die Vereinsleitungen auf pünktliche Abführung der Verbands= und Bezirksbeiträge besonderen Wert legen müßten. Um die Aufrechterhaltung des Sekretariats zu sichern, habe man wesentliche Einschränkungen vornehmen müssen. Nach dem Sekretariatsbericht wurde in 1278 Fällen unentgeltliche Rechtshilfe erteilt und ein nachweisbarer Barerfolg von 4400 Mark erzielt. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1932 2009. Eine besondere Anerkennung wegen erfolgreicher Werbung trotz aller Mißverhältnisse wurde den Vereinen Amern St. Georg, Grefrath, Oedt und Leuth zuteil. Der Höhepunkt der Veranstaltung war das Referat des Dibzesanpräses Tenbusch über die Führetaufgabe im kath. Arbeiterverein. Das Reserat wurde mit größter Aufmerksamkeit und starkem Beifall aufgenommen. Im Anschluß an die Tagung fand in der Pfarrkirche zu Amern St. Geoorg eine religibse Weihestunde stank, an der sämtliche Tagungsteilnehmer teilnahmen. Die ernste, rechenschaftgebende und wegweisende Besinnlichkeit dieser Tagungsarbeit war durch die seine und würdige Umkleidung besonders eindrucksvoll und nachhaltend für alle Teilnehmer. eine glückliche Hand= gehabt, sie legte damit den Grundstein für die dort entstandene Neustadt, die als vorbildliche Siedlung allseits Anerkennung findet. Als erstes Haus wurde das Haus Butschenweg=Vereinsstraße Ecke errichtet, dem bald weitere Häuser an Butschenweg und Vereinsstraße(jetzige Ratsallee) folgten. Insgesamt hat der Bauverein bis heute 163 Häuser mit 246 Wohnungen. errichtet, von denen sich noch 62 Häuser mit 121 Wohnungen im Besitze des Bauvereins befinden. Es sind dies größtenteils Mehrfamtlienhäufer, die für den dauernden Besitz der Genossenschaft von vornherein bestimmt waren. Leider ist mit Herrn Eduard Schroers im vergangenen Jahre das letzte Mitglied des Aussichtsrates ausgeschieden, das seit Bestehen des Bauvereins ununterbrochen dem Aussichtsrate angehört hat. Dagegen ist im Vorstande der 1. Beigeordnete der Stadt Süchteln Herr Joseph Strucken sr. seit Gründung des Bauvereins ununterbrochen, teils als Kassenführer, teils als Vorsitzender tätig. Die Genossenschaft dankt Herrn Joseph Strucken für seinen stets guten Rat und für seine stets tatkräftige Mitarbeit. Es würde zu weit führen, all derer zu gedenken, die sich in den 25 Jahren des Bestehens des Vereins um das Gemeinnützige Wohnungswesen verdient gemacht haben. Allen sei an dieser Stelle gedankt, insbesondere aber den bisherigen Vorsitzenden und des zwar des Aussichtsrates: 1908—1918 Bürgermeister v. Hagen, 1919.-/1920=Bürgermeister Dr. Lürken, 1921 bis 1933 Bürgermeister Steinbüchel; des Vorstandes: 1908—1909 Matthias Sassenfeld, 1969—1913 Karl Wyen sen., 1913—1918 Jean Hermanns, 1918—1920 Kunibert Rossie, 1920—1926 Johann Pötter, 1926—1938 Joseph-Strucken sen. Ueber die heutige finanzielle Lage des Bauvereins geben Bilanz=, Gewinn= und Verlustrechnung ergiebige Auskunft. Wenn die Lage der Genossenschaft trotz aller Notzeiten noch als gesund angesprochen werden kann, dann nur deshalb, weil getreu der Satzungen nur einfache Häuser in deftiger Bauweise zu gesunden praktischen Wohnungen errichtet worden sind, die ihren Dauerwert erhalten. Trotzdem muß auch an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß die Not des Neuhausbesitzes von der vergangenen Regierung in keiner Wesse Rechnung getragen worden ist, obgleich von der gleichen Stelle durch Versprechungen stets zur Errichtung von Neubauten, zur Ankurbelung des Schlüsselgewerbeg, der Bauindustrie animiert worden ist. Während die Genossenschaft durch Festhalten an einer den heutigen Einkommensverhältnissen nicht mehr Rechnung tragenden Mieten ihren Bilanzausgleich gerade noch findet, sind die privaten Neuhausbesitzer, auch solche, die vom Bauverein betreut wurden, in schwerste Bedrängniß geraten. Sicher ist, daß die Zinssätze für Hypotheken in kurzer Zeit eine weitere Senkung erfahren und auf einen Satz von höchstens 5 Prozent gesenkt werden. Ob der alten Forderung zum Verzicht auf die Hauszinssteuer=Hypotheken=Forderungen, für die in Zeiten höchster Bauübersteuerung errichteten Häuser, Rechnung getragen wird, läßt sich noch nicht beurteilen. Es ist jedenfalls erforderlich, bei einer einzuleitenden Sützungsaktion auf die Bauverteuerung der verschiedenen Jahre Rücksicht zu nehmen. s Keit sind, aste Wohnungen der Gegossenschaft vermietet, wie überhaupt Verluste durch leerstehende Wohnungen bisheran noch nicht zu verzeichnen waren. Im Gegenteil, es besteht Nachfrage nach kleineren abgeschlossenen Wohnungen. Ob und in wieweit die Genossenschaft in nächster Zeit die Bautätigkeit wieder aufnehmen kann, läßt sich noch nicht übersehen. Bei aller Anerkennung der gegenwärtigen Not des Baugewerbes und des Hausbesitzes bedarf die Genossenschaft sich nicht bedingungslos der Ansicht einer dieser beiden Gruppen, die sich heute feindlich gegenüberstehen, anschließen und entweder nun jede Neubautätigkeit verneinen, solange Wohnungen leer stehen, oder auf der anderen Seite in Anbetracht der Notlage des Baugewerbes eine Neubautätigkeit um jeden Preis fordern. Eine weitsichtige Wohnungspolitik wird hier den richtigen Weg zeigen. „Nachdem im vergangenen Jahre die Stadt Süchteln sich bereit erklärt hat, ihren Grundbesitz am Krummenweg für Zwecke der vorstädtischen Kleinsiedlung zur Verfügung zu stellen, hat unsere Genossenschaft sich bereit erklärt, Träger der vorstädtischen Kleinsiedlung zu werden um auch auf diesem Gebiete, dem Grundsatze minderbemittelten Familien gesunde Wohnungen zu schaffen, zu dienen. Die ersten 16 Siedlungshäuser sind im Bau begriffen, ein Teil wird in Kürze bezogen und weitere 10 Siedlerstellen sind genehmigt, so daß das vorläufig Siedlungsprogramm 26 Häuser umfaßt. Zusammengesaßt darf gesagt werden, daß der Bauverein Süchteln in den vergangenen 25 Jahren seines Bestehens stets den Grundsätzen seiner Satzung entsprechend gemeinnützig gewirtschaftet hat. Diesem Grundsatze wird die Genossenschaft auch für die Folge treu bleiben. Aus der Bilanz nebst Gewinn= und Verlustrechnung interessieren folgende Zahlen; " Der Verein hat 130 Mitglieder, die insgesamt 185 Aenteile gezeichnet haben, auf welche bisher RM 31 658,99 eingezahlt worden sind. Die Rücklagen betragen RM 57 217,66, sie stellten in der Hauptsache den Gewinn dar, der bei der Goldmarkeröffnungsbilanz, aus der Uebernahme der in den Jahren der Inflation 1921 und 1922 errichteten Häuser, entstanden ist. Im übrigen sind die Mieten so gehalten; daß sie die Unkosten der Genossenschaft gerade decken. Trotzdem wird, wie bereits eingangs erwähnt, anerkannt, daß die Mieten, gemessen an den heutigen Einkommensverhältnisse zu hoch sind. Trotzdem die Genossenschaft bereits eine 107ige Mietsenkung durchgeführt hat werden die ten sich auf RM 48 677,65 beliefen. Der Vorsitzende fand außerhalb des Geschäftsberichtee herzl. Danker worte für den Geschäftsführer Bernhard Schmiemann, dessen unermüdliche Tatkraft man es zu verdanken habe, daß man heute mit Stolz von Süchtelns Siedlungswerk sprechen dürfe. Gleichen Dank galt Herrn Richard Strucken, durch dessen nie erlahmende Schaffenskraft die Siedlungsbauten im nördlichen Süchteln so schnell vorwärts geschritten seien. Wenn die Siedler von Herrn Strucken als den„Vater der Kleinsiedler“ sprechen, so habe dieser Titel volle Berechtigung.— Gegen die Absassung des Geschäftsberichtes wurden Einwendungen nicht erhoben, desgleichen wurde die Bilanz abgenommen und Aufsichtstat und Vorstand Entlastung erteilt.— Einen etwas breiteren Raum nahm die Neuwahl des Aufsichtsrates ein, die nach den neuen Bestimmungen der Gleichschaltung vonstatten ging. Der=Aufsichtsrat setzt sich jetzt aus neun Mitgliedern zusammen, und zwar wie folgt: Bürgermeister Steindüchel, Vorsitzender: Dr. med. Dammer, Peter Lütschaes. Arthur Franke, Willi Braun, Hermann Kehren, Willi Greven, Heinrich Ebus, Richard Strucken. Der Vorstand wird durch den Aufsichtsrat gewählt, was in Kürze erfolgen wird. Unter„Verschiedenes“ gab der Vorsitzende bekannt, daß eine dreiprozentige Dividende zur Verteilung gelange, was mit Genugtuung“ ausgenommen wurde. Bürgermeister Steinbüchel entledigte sich noch besonderer Dankeswörte an die ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder, auf deren Mitatbeit man nur ungern verzichte, was aber durch die Gleichschaltungsbestimmungen nicht zu vermeiden gewesen wäre. Schluß der Versammlung gegen 10 Uhr. Statt jeder besonderen Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, am Vorabend des Pfingstfestes gegen 9 Uhr meinen lieben Gatten, unseren herzensguten Vater, Schwager, und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Matthias Lennartz Beigeordneter der Stadt Süchteln zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Er starb nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, gestärkt mit den hl. Sterbesakramenten der röm.-kath. Kirche. sanft und gottergeben im Alter von 63 Jahren. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Traudchen Lennartz, geb. Schmitz Wilhelm Lennartz Maria Lennartz Paul Lennartz Irmgard Lennartz Süchteln, Lobberich. Clörath, Dülken. Heinsberg, Köln, den 4. Juni 1933. Die Beerdigung und die feierlichen Exequien finden statt am Mittwochmorgen um 9 Uhr vom Sterbehause Krefeldér Str. 15 aus, wozu Freunde und Bekannte hierdurch freundlichst eingeladen werden. Da keine besonderen Einladungen ergehen, bitten wir diese Anzeige als solche zu betrachten. Nachruf Am Samstag, dem 3. d. M., starb Herr Beigeordneter Lennartz Inhaber des Verdienstkreuzes für Kriegshilfe. Mit ihm verlieren wir einen unserer verdienstvollsten Mitbürger, der seit 1912 als Stadtverordneter, seit 1924 als Beigeordneter der Stadt Süichteln und ihrer Büngshschaft stets sein Bestes gegeben hat. Während der Kriegszeit in der Lebensmittelversorgung, später in den Vollsitzungen der Stadtverordnetenversammlung bei deren bedeutsamsten Entscheidungen für die Entwicklung der Stadt, in den wichtigsten Ausschüssen, in dem Verwaltungsrat der Städtischen Sparkasse, Immer war Matthias Lennartz unermüdlich tätig, immer führend, immer vermittelnd, immer die (Glegensätze ausgleichend. Wir werden seine heitere Frohnatur, seine kerndeutsche Art, seinen klugen Rat noch oft und schmerzlich vermissen. Süchteln, den 5. Juni 1933. Der Bürgermeister. Die Beigeordneten. Die Stadtverordneten. Kaldenkirchen Generalversammlung des! Generalversammlung des Gemeinnützigen Bauvereine „Eigenheim“ oh. Im Sitzungssaals des Rathauses sand die Generalversammlung des Bauvereins„Eigenheim“ statt, zu der sich die Aktionärs zahlreich versammelt hatten. Zunächst stellte der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Pauw fest, daß die Versammlung ordnungsmäßig einberufen und veröffentlicht sei. Dann gab er den Geschäftsbericht, die Bikanz und die Gewinn= und Verlustrechnung für 1932 bekannt. Die Bilanz schließt ab in Einnahmen und Ausgaben mit 672·813,27 Mark bei einem Gewinn von 4208,75 Mark. Die Bilanz und der Geschäftsbericht wurden genehmigt. Zu erinnern oder zu beanstanden war nichts. Dem Vorschlage des Vorstandes und des Aufsichtsrates folgend, wurde der Gewinn verteilt. Zu Revisoren wurden gewählt: Vieten und Terhaag. Nachdem dem Vorstande und Aufsichtsrat Entlastung erteilt und Vorstand und Aussichtsrat in ihrer Gesamtheit zurückgetreten waren, wurde der Aufsichtsrat infolge der Gleichschaltungsverordnungen wie folgt neu gewählt: 1. der Bürgermeister, 2. Sanitätsrat Dr. Lueb. 3. Zollsekretär Stpp, 4. Landwirt Johann Küppers, 5.: Kaufmann August Schmitz, 6. Bäckermeister v. Ellen, 7. Händler Slavers. 8. Postassistent Borghoff, 9. Modr. Der Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren Hubert Klinkertz. Ernst Laoven und Ernst Götsch. Dann gab der Bürgermeister den letzten Revisionsbericht des Verbandes und die dem zufolge getroffenen Maßnahmen bekannt. Mit Genehmigung der Versammlung wurde außerhalb der Tagesordnung der Paragraph der Satzungen geändert, demzet#lge der Vorstand zukünftig nur aus drei Personen bestehen daef. Nach Verlesung des Protokolls durch Notar Schöny schloß der Vorsitzende nach dreistündiger Verhandlungsdauer die Versammlung. Vom Sängerwettstreit in der Mönchstadt „Rheinischer Heimatabend Zum Abschluß des Sängerwettstreits veranstaltet der MGV. „Gaudeamus“ am Pfingstdienstag, abends 8 Uhr, in den Anlagen und Räumen der Kaiser=Friedrich=Halle einen„Rheinischen Heimatabend“ mit auserlesener Vortragsfolge. Das Städt. Orchester unter Leitung des Kapellmeisters Lange wird durch Märsche, rheinische Weisen und Liedfolgen, Walzermusik und sonstigen Vorträgen für fröhliche Stimmung sorgen. Lotte Grimm, Koloratursängerin am hiesigen Stadttheater, singt Rheinlieder und den„Frühlingsstimmenwalzer“ von Strauß. Otto Janesch, Mitglied des„Gaudeamus“, hat als Liedspenden die Arie des Kaspar aus Freischütz von Weber und Ansprache von Hans Sachs aus Meistersinger von Wagner ausgewählt. Heinrich Löffelmann, Mitglied des„Gaudeamus“, singt im tiefsten Baß„In diesen heil'gen Hallen" und„Isis und Osiris“, Arien aus der Zauberstöte von Mozart. Natürlich fehlt auch der große Chor des „Haudeamus“, nicht, er bringt diesmal einigt hübsche Volkslieder zu Gehör. Im Licht der Scheinwerfer auf grüner Rasenfläche führt der Tanzreigen des Stadttheaters einige Tänze vor. Abschließend gelangt der Große Zapfenstreich unter Mitwirkung des Städtischen Orchesters und des Westender Trommlerkorps zur Aufführung. Endlich wird noch ein Riesenfeuerwerk in folgender Zusammenstellung abgebrannt: Kanonenschläge, Horizontalsonne, Kaskaden, Goldkometen, Schwärmerschlangen, Brillantsächer, farbige Kugeln und Sterne, Edelreißpalme, Goldregen, Dekorationsstab, Japansonnen, Wasserfall, Palmenbombe, römischer Lichterstab usw. Das abwechllungsreiche Programm ist sicherlich geeignet, dem„Sängerkrieg in der Mönchstadt“ einen frohen und stimmungsvollen Ausklang zu verleihen. 150 Kilowan... Höchstenergie für Sender Das Ende des Wettrüstens im Aether. (inf) Das Wettrüsten im Aether hat einen Umfang, der ohne große Schädigung der Hörer nicht erweitert werden darf. Die Gesamtenergie der europäischen Sender betrug im Jahre 1929 550 Kilowatt. Damals begnügte man sich noch mit Sendern von verhältnismäßig geringer Energie. In der Zwischenzeit sind aber allerorten Bestrebungen zum Durchbruch gelangt, die Energien der Sender beträchtlich zu verstärken, um sich im Aether ein Uebergewicht zu sichern. Der Rundfunk ist zu einem Mittel des nationalen Ehrgeizes vieler Völker geworden, und dieser Ehrgeiz findet darin seinen Ausdruck, daß die Energie der Sender sehr tark vergrößert wurde. Heute verfügen die europäischen Sender darum bereits über eine Energie von mehr als 3000 Kilowatt. Die Gesamtenergie der europäischen Sender ist also im Laufe von drei Jahren um fast das Sechsfache des Jahres 1929 angewachsen. Dabel ist die Zahl der Sender nicht sehr erheblich vermehrt worden, so daß dieser Energiezuwachs nicht in der Vermehrung der Sender seine Ursache hat. Im Jahre 1929 gab es in Europa rund 208 Sender: Seit 1929 ist eine Vermehrung um 27 Sender eingetreten, so daß heute sämtliche europäische Staaten über 235 Sender verfügen. Nun hat es sich ergeben, daß in dieser beträchtlichen Zünahme der Sendeenergie eine der Hauptursachen für die Beeinträchtigung des internationalen Rundfunkempsanges zu suchen ist. Da viele Völker diese Beeinträchtigung wiederum durch gesteigerte Sendetenergien zu verhüten suchen, so ist zu befürchten, daß das Wettrüsten im Aether allmählich unerträglich werden wird. Die Rundsunkkonferenz in Luzern beabsichtigt darum, diesen Bestrebungen einen Damm entgegenzusetzen. Durch internationale Vereinbarung soll die Höchstleistung der Rundsunksender festgelegt werden. Es ist beabsichtigt, für ganz Europa einheitlich eine Höchstenergie von 130 Kilowatt vorzuschreiben. Dabei handelt es sich um beträchtliche Werte, so daß sich keiner über Beeinträchtigung beklagen kann. Diese Bestimmung ist um so notwendiger, als von verschiedenen Seiten die Errichtung neuer Sender beabsichtigt wird. Zugleich mit dieser gewaltigen Ueberlastung des Aethers tritt wieder die Frage der Wellenregelung in den Vordergrund. Solange man noch nicht mit Kurzwellen arbeiten kann, durch die das Betätigungsfeld erheblich vergrößert wird, ist eine gerechte Wellenverteilung schwer, zumal naturgemäß jedes Volk eine günstige Zuteilung der Wellen wünscht. Eine neue Wellenregelung ist aber nicht zu umgehen. Die Grundsätze, nach denen diese erfolgen soll, sind noch nicht bestimmt. Eine Berücksichtigung der Größe des Landes, des Volkes und der Zahl der Rundsunkteilnehmer dürfte kaum erfolgen, da dadurch die kleinen Länder denachteiligt werden. Voraussichtlich wird die Neuordnung die gleichmäßige Würdigung aller Völker bringen. Der höchste Preis SA.=Geist und deutsche Von Sturmbannführer Aiaeltinger Sturmbann 1/40 „Freiheit läßt erkaufen! Motto: nur erkämpfen, niemale Wo war es doch? In den Schlammgräben der Champagne, im Höllenfeuer vor Verdun, in den Vernichtungsschlachten der Somme; hei Langemark; in den Rolktno=Sümpfen, unter der sengenden Sonne Asiens und Afrikas, bei den Falklandsinseln oder bei Skagerrat? Wo? Nein, nicht wo, sondern überal! tanden als strahlende Sonne und Ehrenmal die großen, wunderdaren Begr Deutsche Soldutenehre— Deutsche Soldatenpflicht— Deutsche Soldatentreue! Diese drei Begriffe sind das Erbe unserer zwei Millionen Geallener, das heute als heiliges Vermächtnis auf den Schultern der SA. ruht. Denn nur, wer diese Begriffe hundertprozentig in sich trägt, kann begreifen, daß man alles opfern kann und muß, wenn es um die Freiheit und Ehre des Vaterlandes geht. Es war einem kleinen, unbekannten Soldaten des Weltkrieges vorbehalten, diesen Geist des deutschen Frontsoldaten lebendig zu erhalten, und was noch mehr ist, auf Millionen irregeführter Volksgenossen zu übertragen und in die Tat umzusetzen. Vor allem gab er jedoch den Kämpfern des deutschen Volkes den Glauben an eih freies deutsches Vaterland wieder und zeigte ihnen, daß nicht Warten und Harren, sondern nur der Kampf— selbst wenn er von Millionen als aussichtslos und phantastisch erklärt wurde— zum Ziele führen konnte, weil er selber erfahren hatte, daß der deutsche Soldat, beseelt vom heiligen Glauben an ein Deutschland, stets Sieger=blieb! „Ihr werdet heute zum ersten Male auf Biegen und Brechen der Bewegung die Treue halten müssen. Keiner von uns verläßt den Saal, außer sie tragen uns als Tote hinaus. Wer seige zurückweicht, dem reiße ich persönlich die Armbinde herunter und nehme ihm das Abzeichen. Denkt daran, daß der Angrifs beim. geringsten Versuch zur Sprengung die beste Verteidigung ist!“ Das waren die Worte unseres geliebten Führers am 4. November 1921 zu seinen„Ordnern“= im Vorraum des Hofbräuhauses in München. Eine Stunde später wärfen die 46 Ordner 800 Marxisten aus dem Saal, und die Versammlung konnte ungestört durchgeführt werden. Dieser Abend war der erste Schritt auf dem Wege, der ur deutschen Freiheit führen söllte, und die blutige Gejurtsstunde der SA., der braunen Armee Adolf Hitlers. 46 Mann war dieser erste SA.=Sturm stark, und heute marschieren Hunderttausende, beseelt von dem Geist dieser ersten Vorkämpfer. Blutig war die Geburtsstunde der SA., und blutig und endlos schier war der Leidensweg, den die SA. 12 Jahre lang durch deutsche Schmach und Schande durchmarschieren und erkämpfen mußte! Kommunismus und Neaktion! Marxismus und Spießertum waren die Bollwerke der deutschen Knechtschaft. Diese Bollwerke zu vernichten, waren die Aufgaben. Klein und unansehnlich sing die SA. den gigantischen Kampf an, und nur der heilige Glaube an den geliebten Führer, der für sie zum Begriff eines sauberen Deutschlands wurde, ließ sie nie verzagen. Tag für Tag, Nacht für Nacht! Immer auf dem Posten! Wer, erinnert sich noch der blutigen Saal= und Straßenschlachten gegen töbenden Marxismus und Untermenschentum? Wer erinnert sich noch der Kerkermauern der undeutschen Republik? Wer alles wurde nicht als Verbrecher gestempelt, nur weil er die Wahrheit sprach? Wer alles wurde nicht brotlos gemacht, nur well er an den„landsfremden Verbrecher“ Adolf Hitler glaubte? Lügen und Hetze, Schmutz und Kot wurden kübelweise von der von Juden geleiteten„beutschen Presse“ ausgeschüttet! Keine Woche verging, in der nicht die SA.=Stürme mit umflorten Fahnen zum Gottesacker marschieren mußten, um einen treuen Freiheitskämpfer auf seinem letzten Weg zu geleiten! Gibt es ein einziges Krankenhaus im deutschen Vaterland, in dem nicht ein SA.=Mann seine für Deutschland erhaltenen Wunden ausheilen mußte? Wie oft wurden wir„verboten“? Waren wir nicht die„braunen Verbrecher“, die nicht einmal zu den heiligen Sakramenten zugelassen wurden und denen der priesterliche Segen am offenen Grabe verweigert wurde? Jede andere Formation, welche es auch sei, gegen die die gesamte erlaubte und unerlaubte Macht eines Staates mobilistert wurde wie gegen die SA., wäre restlos zermalmt und zerschmettert worden! Die Sü. jedoch wuge——. bis=sie heute zu der unbesiegbaren Armee un worden ist! Wie war das möglich?: Ohne Geld, die größten Teil erwerbslos, ganz auf sich gestellt etwas zu„erben“, nur Kampf. Kampf und nochn s undwuchs, res Führers gek.=Männer zum und nirgendwo als Kampf, der die alten Soldatentugenden geschrieben für den besten Entwurf zu einem Teppich, und gerade Musterentwürfe waren ihr Spezialgehiet gewesen, ehe sie heiratete. Nur drei Jahren waren es her, seitdem sie die Beste der Klasse in der Kunstgewerbeschule war... und nun... Trotz des wütenden Eifers, mit dem sie sich an die Arbeit gemacht hatte, fühlte sie, daß die Hand so schnell nicht zu folgen vermochte, wie früher. Lag das an der Müdigkeit? Vielleicht sollte sie für diese Nacht doch lieber aufhören zu zeichnen Zum ersten Male kam ihr der bittere Gedanke, daß es doch schade lei, seine Kunst so ganz aufzugeben. Wie leicht war ihr das Musterzeichnen damals von der Hand gegangen. Lehrer und Kameradinnen hatten ihre große Begabung bald herausgefunden und ihr eine helle, sorglose Zukunft prophezeit. Dann kam Hans Ehlert in ihr Leben, der junge, vielversprechende Techniker— sie verliebte und verlobte sich. Und zur Verwunderung ihrer Lehrer hatte Gunhild plötzlich ihre Studien abgebrochen, um sich zu verheiraten. „Wie ist es nur möglich,“ sagten die Freundinnen,„gerade Gun, die Einzige von uns, die eine Zunkunft hat.“ Hans Ehlert war in guter Position in der Fabrik seines Onkels und die Hochzeit sand bald statt. Das Anfangsgehalt war ja nicht gerade, überwältigend, aber die Aussichten sehr gut. ist undestegoar, Wenn genden und den heiligen, unerschütterlichen Glauben an seine Mission im Herzen krägt! Deshalb, noch eine Warnung an euch, Kameraden der Sc., die ihr nach dem Siege zu uns gekommen seld: SA.=Mann ist nicht, wer Braunhemd und Spiegel trägt! Ss.= Männer seid ihr erst, wenn ihr gezeigt habt, daß ihe die Ehre würdigt, das Braunhemd tragen zu dürsen! Erst schön und bescheiden am linken Flügel antreten, das ist vorläusig eure Parole! Wir werden keinen in unseren Reihen dulden, der nicht bereit ist, sich der Disziplin zu unterwersen und durch Taten zeigt, daß sein Opfergeist kein Lippenbekenntnis ist, sondern im Herzen sitzt. Vergesset nie: Ihr steht im Scheinwerserlicht der alten Rämpfer der 66. Den Marxismus haben wir zertrümmert: War der Kampf auch schwer und nur zu oft blutig, so wurde er doch freudig geführt, benn er forderte etwas, was in jedem SA.=Mann steckt: Mannesmut! Genau wie früher der Frontsoldat verbissen und trotzig in Stellung ging, genau so kletterte die SA. in die Lastwagen, wenn es zu Versammlungen in„rote“ Gegenden ging, stolz, ein S# Mann Adolf Hitlers zu sein, stolz, für Deutschland, sein Vaterland, sein Leben einsetzen zu dürfen! Diese Etappe liegt jetzt hinter uns. Sieger sind und bleiben wir, aber vor uns liegt noch ein viel schwererer Kampf, der Kampf gegen das seige Pack, genannt Spießertum und Reaktion! Den Marxismus konnte man zum Kampf stellen— und so manch ein SA.=Mann sehnt sich in diese Zeit zurück!— Das Spießertum jedoch ist feige, stellt sich nie, im Gegenteil: Grinsend ruft es sein„Heil Hitler“ und„Ich bin ja schon 14 Tage in der Partei“! Damit meint es, es wäre immun, trotzdem es bis zum 30. Januar— und teilweise sogar noch später— uns bespuckt und bespien hat! Und die Reaktion? Wie war es doch?„Der Sozialismus der Nazis ist ein Stück angeschwemmtes Wräckgut des Marxismus!“ und„Wit lehnen jeden Sozialismus ab, mag er# noch so schön mit einem nationalen Mäntelchen verkleidet sein!“ Das haben diese Herrschaften vergessen! Wir von der SA. haben jedoch ein verdammt gutes Gedächtnis! Denn was der Feind uns angetan, das werden wir nie vergessen! Heute heißt es:„Ihr habt uns ja doch nötig!“ und man versucht, nach dem Lorbeer zu greifen, den wir, und nur wir allein, errungen haben Kameraden der SA.! Vergesset nie die Strophe: „Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen, marschieren im Geist in unseren Reihen mit!" Hütet euch, ihr Hüter des Geldsackes und des Kastengeistes! Die SA. ist Hüterin der„Volksgemeinschaft und der deutschen Freiheit! Dieser zweite Kampfabschnitt ist schwer, denn der größte Feind ist stets derjenige, der dem Kampfe ausweicht und hinterrücks, durch Querverbindungen, uns um den Sieg betrügen will! Deshalb, Kameraden der SA.! Lasset euch nicht von einem Lippenbekenntnis betören, sondern: Nerven behalten, Sturmriemen runter, Tritt gefaßt und Augen auf! Im alten SA.=Geist wollen wir die Reihen unserer herrlichen Bewegung rein halten und dem deutschen Volke zeigen, daß auch der letzte Kampf um Deutschlands Freiheit zum Sieg der braunen Bataillone wird! „Am Rhein und Nuhr marschieren wir, Für Adolf Hitler kämpfen wir!“ Sieg=Heil, Kameraden der deutschen Freiheitsarmee! bewerb. Sie wollte, sie mußte den ersten Preis bekommen! Dann Geld haben, sondern würde bekannt werden, Er hielt es stverständ hre Studien auft Von Astrid Bäring. Das Tageslicht stahl sich grau und kalt bereits durch die Fenster, trotzdem saß Gunhild Ehlert noch immer bei dem scharfen weißen Schein der Lampe über ihr Zeichenbrett gebeugt. Der Pinsel wollte ihrer müden Hand entfallen, und sie konnte gegen eine immer mehr anwachsende Unlust und eine schwere Mattigkeit nicht mehr ankämpfen. Die vorige Nacht hatte sie bei ihrer Kleinen gewacht, diese Nacht durchgearbeitet, die Reaktion blieb nicht aus. Aber sie wollte nicht nachgeben, wollte durchhalten, diese eine Nacht hindurch noch, nur diese paar armen Stunden noch den Körper zum Gehorsam zwingen. Es galt zu viel es galt den höchsten Preis. Vielleicht gar ihre ganze Existenz, da Hans arbeitslos geworden war. Sie hatte es ja gewußt, es würde für sie nicht leicht sein, wenn n# an dem Wettbewerb teilnahm. Es war ein hoher Preis ausSie freute sich auf ihr Heim. Ihre leisen Zweifel zerstreute er damit, daß Hans ihr vorschlug, die Studien zu Hause fortzusetzen. Ja, natürlich, warum sollte sie nicht in ihrem Heim zeichnen können? Das taten ja viele verheiratete Frauen. Aber als sie erst Gun Ehlert hieß, zeigte es sich, daß viele Hindernisse sie von ihrer Arbeit abhielten. Zuerst der Haushalt, der ihre Zeit mehr in Anspruch nahm, als sie angenommen hatte. Vann meldete sich ein anderes Hindernis; das erste Kind erforderts alle ihre Kraft. Mit der Kleinen kamen neue Pflichten und neue Aufgaben. “# Mannes zeichenbrett „„#r harte auch noch Gedanken für die Kunst, wenn das große Wunder erst eingekehrt ist und das ganze Haus mit Lachen erfüllte. Dann war auch die Fabrik des Onkols ein Opfer der immer schlechter werdenden wirtschaftlichen Verhältnisse geworden. Der Konkurs war unvermeidlich, und Hans war ohne Stellung. Wer wußte, ob er bald etwas anderes fand? Es gab berühmtere Ingenieure als ihn, die ohne Arbeit waren. ** wohl „Ich muß wohl werden,“ hatte er mit würde sie nicht nur den N..“ in Ruhe nach es würden Aufträge eingehen, und Hans konnte einer anderen Stellung umsehen. So war sie mit verzweifelter Energie an die Arbeit gegangen. Tage und Nächte saß sie und grübelte, die Zeit verging, und der Ablieferungstermin nahte. Die Zeit war zu kurz. Es schien eine gerade heute Nacht Lösung gefunden. e Zeichnung gute, saubere Zeichnung zu entstehen. Und ge hatte sie das Empfinden, sie habe die letzte Könnte sie nur die Ideen im Kopf festhalten— bis die Zeichnung zu Papier gebracht war, dann würde sie den höchsten Preis schon erringen. Fieberhaft arbeitete sie Stunde um Stunde. Sie wußte, daß sie sich zur Weiterarbeit zwingen müsse. Aber sie konnte dieskörperliche Müdigkeit nicht überwinden. Die Kleine ein man Mutter zu sein und sich selber zu vergessen. Dabei galt es jetzt ihre ganze Zukunft. Etwas unterbrach ihren Gedankengang. Ein kleiner schwacher Laut ckam aus dem Schlafzimmer. Meldete sich die Kleine wieder? Im Augenblick waren Ehrgeiz, Arbeitswut, Müdigkeit und der Wettbewerb vergessen— sie rannte ins Schlafzimmer. Da lag Hans und schlief friedlich, aber die Kleine... das Kind lag mit zurückgesunkenem Köpfchen in den Kissen. Die Augen waren halb geschlossen und ein gurgelnder Ton kam aus der Kehle. „Hans— wach aus, die Kleine...!“ Sie tiß das Kind an sich. Uhr Mann lief zum Telephon, eine Viertelstunde später stand der Arzt am Bett des Kindes. „Ruhe, Ruhe, Frau Ehlert,“ sagte er beschwichtigend.„Das sieht schlimmer aus, als es ist.“ Am Morgen saß Gun wieder am Zeichenbrett. Das Kind war außer Gefahr, es schlief fest drinnen im Zimmer. Eun war nicht aus den Kleidern gekommen, aber nun wollte sie doch pflicht#### er mit erkämpfter Ruhe zu ihr gesagt. Aber sie sah ts ihm an, wie schwer ihm das werden würde. Da hatte=sie in der Zeitung von dem großen Preisausschreiben gelesen, das veranstaltet wurde. Der Wettbewerb war schon längere Zeit hindurch ausgeschrieben gewesen, nur hatte sie nichts davon gewußt. Nun war es an ihr, sich, ihn und das Kind über die schwere Zeit hinwegzubringen! Wie eine Fügung erschien ihr der Wettanders. r und sah, wie sie so zusammensaß.„Liebste“, sagte er mit unerst aus. Glaube nur, es wird Ihre Gedanken waren ganz wo anders. Ihr Mann kam ins Zimmer und gesunken über dem Zeichenbrett saß gewöhnlicher Liebe,„ruhe dich erst aus. alles gut werden, und deine Arbeit wird sicher den Preis davontragen.“ Gun stand auf und strich sich das Haar aus der Stirne. Flüchtig streifte ihr Blick die Zeichnung, dann horchte sie zum Nebenzimmer hin, aus dem das Stimmchen ihres Kindes klang. Haltig zog sie den Mann mit ins Schlafzimmer, wo das Kind en aufgerichtet stand, als sei nichts gewesen. Behutsam nahm Gun es auf den Arm. „Es kann alles kommen, wiells will,“ sagte sie leise und drückte das Kind an sich.„Ich habe schon den höchsten Preis erhalten.“ utorisierte Uebersetzung aus dem Schwedischen. Rbeinland und Westfalen Ehrung der Opfer aus den Separatisienkämpfen Die Trauung des Prinzen Wilhelm von Preußen WL Bonn, 3. Juni. Zur kirchlichen Trauung, mittags um ein Uhr, in der in stilvollem Rokoko erbauten Schloßkirche, hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, so daß das Brautpaar, als es vor der Kirche vorfuhr, Mühe hatte, sich einen Weg durch die in Hochrufe ausbrechende Menschenmenge zu bahnen. Stahlhelmskameraden des Prinzen bildeten vom Wagen bis zum Portal der Kirche Spalier. Die Tranung in der Kirche vollzog sich in strenger Schlichtheit. Weiße Chrysanthemen schmückten den Altar, zu dessen beiden Seiten vier jugendliche Stahlhelmer Aufstellung genommen hatten. Die Kirche, die nur gegen Einlaßkarten betreten werden konnte, sah den Freundes= und Bekanntenkreis des Hauses Saviati, bekannte Bonner Bürger und Mitglieder der Universität. Auch Prinz Albrecht von Hohenzollern von der kath Linie wohnte der Trauung bei. Unter den Orgelklängen— Bachs Präludium in C=Dur— betrat das Brautpaar die Kirche, zuerst der ältere Bruder der Braut Rittmeister Hans Viktor von Salviati mit seiner Mutter, dann All von Salviati in SA=Uniform mit Gattin, ferner Prinz Hubertus von Preußen, der jüngere Bruder des Bräutigams und zum Schluß der jüngste Bruder der Braut, Adolf von Salviati. Pfarrer Haun nahm die Trauung vor. Die Frage des gegenseitigen Einverständnisses, wuroe, mit fester Stimme beantwortet. Als die Neuvermählen die Kirche verließen, wurden sie von der draußenstehenden harrenden Menge jubelnd empfangen. Der Hochzeitswagen fuhr zum Hause Salviati zurück, wo das Hochzeitsessen stattfand. Im Anschluß begab sich das Paar auf die Hochzeitsreise. Die Landesflugstaffel des Stahlhelms Düsseldorf hatte unter Führung des Landesflugstaffelführers zur Vermählung des Prinzen Wilhelm von Preußen einige Flugzeuge nach Bonn beordert, die während der Trauungsfeierlichkeiten in der Kitche über Bonn kreisten. Prinz Wilhelm, der als Stahlhelmer sein Flugexamen gemacht hat, wurde anläßlich seiner Vermählungsfeier von der Landesflugleitung des Stahlhelms im Landesverband Westmark zum Ehrenmitglied ernannt. Die Kommunistenverhaftungen in West=Recklinghausen Zu den erneuten großen Festnahme von insgesamt 86 Kommunisten in Marl, Recklinghausen, Westerholt und Selm ist ergänzend zu melden, daß ein in Herten wohnender Funktionär der KPD aus einem Fabriklager in Herten hundert Stauferfettbüchsen gestohlen hat, die dann zu scharfen Handgranaten umgearbeitet und nach Westerholt transportiert wurden. In Westerhokt herrschte bei der KPD. und dem illegalen Rot=Front=Kämpferbund eine außerordentlich rühtige Tätigkeit. Der frühere Untergauleiter des Rot=Front=Kämpferbundes, Heinr. Lipphaus in Westerholt erteilte praktischen Unterricht in der Herstellung von Handgranaten aus Staufferfettbüchsen. Gein Nachfolger in der Leitung des Untergaubezirks Reckkinghausen war der Klempner Franz Harter aus Westerholt. Harter hat außerdem für die KPD einen ausgezeichneten Nachrichtendienst organisiert. Neben der Herausgabe von Geheimschlüsseln für die Nachrichtenübermittlung hat er innerhalb des RFB. die sogen. Osna, die Organisations=, Schutz= und Nachrichtenabteilung eingerichtet, die u. a. den Zweck hatte, Polizei und politische Gegner Ba en die Altotioher vor gelbelichen Boatiten u# ützen, Polizei, SA, SS, sowie den Stahlhelm zu zersetzen, und sonders die führenden Kommunisten vor allem Ungemach zu [Hützen. Der Staatspolizei Recklinghausen ist es gelungen, sich in sitz des erwähnten geheimen Nachrichtenschlüssels zu setzen und ihn zu entziffern. Nach dem Geständnis eines Beschuldigten haben führende Funktionäre des RFB. in geheimen Sitzungen über die kommende Revolution gesprochen und das Verhalten bei Straßenkämpfen zum Gegenstand ihres Unterrichts gemacht. Am die Erhaltung des Dortmunder Stadttheaters WL. Dortmund, 3. Juni. Vor Vertretern der Dortmunder Presse äußerte sich am Freitag Hilfskommissar Goldmann über die Lage des Dortmunder Stadttheaters und seine stillzulegen und das Orchester aufzulösen. Dieser Beschluß wurde gefaßt, weil die Regierung in Arnsberg sich zur Bewilligung eines höheren Zuschusses als 400000 Mark jährlich nicht bereit finden lassen wollte. In der darauf folgenden Stadtverordnetensitzung am vergangenen Montag machte die deutschnationale Fraktion den Vorschlag, äußerste Einsparungen vorzunehmen mit Rücksicht darauf, daß es auch in der Vorkriegszeit möglich ge„Rheinprovinz Grinn WL Koblenz, 3. Juni. Im kommenden Herbst jähren sich zum zehnten, Male die Tage, an denen mutige und entschlossene Männer aller Stände in den verschiedenen Städten und Orten der Rheinpropinz die Sepuratisten aus ihren unter dem Schutz der fremden Besatzungsmächte bezogenen Machtstellungenv. Ort bestimmten gemeinfamen Plan und ein ein geben und anderseits eine besonders für die.# bestimmte, allgemeine und besonders wuche#### Grinne rungsfeier würdig vorzubereiten, traten Am SSamstag im Oberpräsivium zu Koblenz unter dem Vorsitz des Obbrpräsidenten der Rheinprovinz Freiherr von Lüninck, Vertreter der rheinischen Staats= und Kommunalbehörden, sowie der führenden Persönlichkeiten der nationglsozialistischen Volksbewegung und des Stahlhelms zu einer vorr bereitenden Besprechung zusammen. Es wurde beschlossen, die Sorge für eine einheitliche und würdige Durchführung aller, zur Erinnerung an die Separatistenabwehr in der Rheinpropinz zu veranstaltenden Gedenkfeiern und die Vorbereitungen eiter allgemeinen Erinnerungskundgebung der Rheinprovinz einent besonders für die ganze Provinz zu bildenden Ausschuß zu überhragen, der sich unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten aus den gesamten Behörden und Amtsleitern sowie führenden Persönlichkeiten aller Berufsstände bilden soll. Das Protektorat über diesen Ausschuß soll der Reichsminister für Propaganda und Volksaufklärung Dr. Goebbels übernehmen. Neben diesem Zentralausschuß der Rheinprovinz werden sich in ähnlicher Weise an allen Orten, an denen Separatistenkämpfe stattgefunden haben, besondere örtliche Ausschüsse bilden, die die würdige Ausgestaltung der verschiedenen örtlichen Feiern in die Hand nehmen. Die gemeinsame Erinnerungsseier der Rhein5 in Köln in seinen Vorarbeiten bereits wesentlich geförderten, Erinnerungsmäls auf dem Himmerich bei Aegidien. enkmalsauschuß unter dem Vorstz der weserzzuigegesieherten berg im Siebengebirge verbunden. Der Kampf bei Aegidienberg, in dessen unmittelbarer Nähe das Denkmal erstehen wird, ist der bedeutendste und in das Bewußtsein der Bevölkerung am meistenist gemeinsame! Erinnerungskundgebung der alle diese Separatisten= und Abwehrkämpfe abrmin ist per 1. Oktonher do. Is. in Aussicht örtlichen Veranstaltungen in den einzelnen der bedeutendste und in das Bewußtsein der Bevölkerung am meisteneingedrungene Einzelkampf zwischen der heimattreuen Bevölkgrung und den Separatisten. Diese Stätte ist daher besonders geeignet, den Rahmen für die gemeinsame! Erinnerungstunhachung##### Rheinprovinz an alle zugeben. Als Tert genommen. Die örtlichen.n. Städten und Kreisen, die gründsätzlich auch in ihrem Ausmaß nur örtlichen Charakter tragen, sollen in den unmittelbar darauffolgenden Wochen eine im Herbst die zentral gelegenen Orten der stachen ausstellung„Der Freiheitskampf; des Rheinlandes gegen die fremde Besatzung“ die Erinnerung an die erfölgreiche Räumung des deutschen Rheins wachrufen und pflegen. Sie wird durch ent sprechenden Ausbau der bereits jetzt in Koblenz mit großem Erfolg gezeigten Ausstellung der Erinnerungsstücke an die Besatzungsund Separatistenzeit geschaffen und ebenfalls von dem genannten iellen Ausschuß den einzelnen Kreisen und Gemeinden zur Weiterhin werden aus Anlaß der zehnten gestellt. der gegen die Separatisten geführten Kämpfe die * le„ Verfügung Wiederkehr Namen aller deutschen ständig gesammelt werden, um.—. Aegidienberg für alle Zeiten eingemeißelt und auch in der geplanten Ausstellung der Bevölkerung der Rheinprovinz erneut und in ihrer Gesamtheit ins Gedächtnis gerufen zu werden. Opfer der Besatzungszeit nochmals vollsen, um nach Möglichkeit in dem Ehreumal WL. Recklinghausen, 3. Juni. Waffenfunden und der Fes Kommuni wesen sei, ein gutes Theater mit geringen Zuschüssen dürchzuhalten. Hierzu bemerkte Kommissar Goldmannt. Undiskutabel seien die Vorschlägs einer Herabsetzung der Küstlergagen oder eiher Verkürzung der Spielzeit auf sechs Monate. Beide Beschlüsse würden eine Abwanderung der guten Kräfte zur Folge haben. Kommissar Goldmann sah im Gegenteil die Behebung der gegenwärtigen Schwierigkeiten in der Selbsthilfe der Bevölkerung durch Schaffung einer Ortsgruppe der„Deutschen Bühne“ in Anlehnung an den Kampfbund für deutsche Kultur. Durch diese Organisation soll die Bevölkerung dazu beitragen, das Volkstheater zu erhalten. Man rechnet mit der Möglichkeit Weiterführung des Theaters auf veränderter Grundlage ohne Fortfall einer Spielgattung mit einem Zuschuß bis zu 800 000 Mark. Der Regierungspräsident setzt sich für eine überörtliche Regelung der Theaterfrage ein, zumal in anderen Städten des Ruhrgebietes sich die Theater in ähnlichen Situationen befinden. Die Verhandlungen, die der Gauleiter der NSDAP Josef Wagner, mit dem Regierungspräsidenten von Stockhausen dieserhalb als Beauftragter des preußischen Innenministers Göring führen wird, sollen in der kommenden Woche stattfinden. Industrie, Handel, Börse Statistischen iffer der Großhandels Die vom Großhandelsinder 92,4 Rejchsamt für den 31. Mai berechnete stellt sich auf. 92.4; sie ist gegenüber der Vorwoche(92.3) wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agraxstoffe 84,5(—0,5 Prozent), industrielle Rohstoffe und Hälbwaren 88.7(+ 0,6 Prozent) und industrielle Fertigwaren 111/8(+ 0,1 Prozent). * Felten& Guilleaume Carlswerk 1A45. Köln=Mülheim. Der Abschluß für 1932 weist einen Rohüberschüß von 6 033 965 RM., Erträge aus Beteiligungen von 867789 RM. und außerordentliche Erträge von 966 743 RM.(i. V. zusammen 17662 132 RM.) aus. Hierzu treten Zinsen mit 1146 613(1175. Löhne und Gehälter erforderten 3747787(6322 307)„RM., ilabgaben 293147(535 648) RM., Abschreibungen auf An1·075 537(1125 847) RM., sonstige 6261 259(6 030 593) Obligationszinsen 735 451(783 645) RM., Steuern ausschließlich Umsatzsteuer 1144 310(1749.819) RM. und alle übrigen Aufwendungen 3441 252 RM.(I. V. Generalunkosten 1874 804 RM., Valutaverluste 612 040 RM.). Bei einem Jahresverlust von 7695 612(197429) RM. schließt die Bilanz somit mit einem Passivsaldo von 7572259 RM.(i. V. Gewinn 123=352 RM.), der nach Heranziehung des Reservefonds mit einem Rest von 3034 054 RM. vorgetragen werden soll. Die Bilanz verzeichnet ein Anlagevermögen von 10,398(11.1) Mill. RM., woSchiffahr: Schiffsverkehr im Hasen Krefeld=Uerdingen a. Rh. am 3. 6. 1933 Angebommen SD. Frankfurt von Hambüet, abgeganen nach Köln; SD. Diana von Stettin nach Düsseldorf; D. Industrie 9 von Mannheim nach Quisburg; D. Siegfried von Ratterdam nach Maigz; D. Emma von Mannheim nach Rotterdam; MS. Tryntje von Amsterdam nach Mannheim; MS. Neptunus von Köln nach Rotterdam; MS. Westbrug von Neuß nach Antwerpen; MS. Aargau nach Mannheim; MS. Zwei Gebrüder von Düsseldorf nach Wilhelmshafen; MS. Solothurn von Ludwigshafen; Kahn Bavaria 8 von Würzburg nach Dutoburg; Kahn Landsknecht von Duisburg; Kahn Hagen von Rotterdam: Kahn Maria Cecilia nach Duisburg; Kahn Ambulant nach Neuwied; Kahn St. Josef nach Ruhrort; Kahn Anna Auguste nach Ruhrort; Kahn Amor nach Köln; Kahn Cornelia nach Ruhrort; Kahn Wyldienst 27 von Köln nach Amsterdam; Kahn Anna Katharta von Hernau; Kahn Providence von Brüssel; Kahn Jantina von Rotterdam; Kahn Lindtal nach Duisburg. Der„Allsemelne Nacawels thI Stelles und Wechentage in folgenden Tagesseitungen:„Gegeral“, Anzel Kreteld:„Niederrbeinlethee Eche“, Verdingen;„Krefelder schsaf. Hemberg, Kamp-Lintfert, Moere, Rheinberg, Rhi Vlersen;„Die Wacht“, Dülken und Sückteln;### Wacht am Rhein“. Geldern. a“ erscheint an jedem Krefeld und den Niederrhein, g“, Krefeid;„Linkerheinlsche RundXanten:„Viersener Zeitung“, (Gelinr Auschalge) Perfekte, jüngere Stenolypkhtil (min. 160 Silben), die sich such zur Bedienung einer Fernsprech-Zentr. eignet, zum sof. Elntritt gesucht. Damen, die bei einem Rechtsanwalt od. in einem Banksekretariat gearbeit. haben, bevorzugt. Ang. h. K 4602 a. d. G. Damenischneiderei! Jüngere Arbeiterin z. Aushilfe in Krefeld gesucht. Angeb. unter K 4596 a. d. Geschäftsst. Haubere Waschfrau die schrankfertige, rasengebleichte Wäsche übernimmt gesucht. Angeb. mit Ref. unter K 4601 a. d. Geschäftsst. Putzfrau für sofort nach Krefeld gesucht. Näh. i. d. Geschst.(A 148) Zu vermieten In vollständig renovierter Fabrik in Krefeldsind letrießsräume zerschiedener Größe, auch mi Kraftanlage, zu vermieten. Zu erfragen: Krefeld, Rheinstr. 48. Fabrikgrundstück ca. 1000 gm groß, in tadellosem Zustande mit angrenzendem Einfamilienhaus, acht Räume u. reichlich Nebengelaß, in bester : L a g e K r e f e l d s, i s t u n t e r s e h r g ü n s t i g e n Bedingungen zu vermieten oder zu verkaufen. Angebote unter K 4594 an die Geschäftsstelle — Ladenlokal— u. 3 Zimmer, Pt.(auch als Wohn.) sow. 1. Etage 2 3. zus. od. get. z. verm. 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RM. zu Buch. Der Anteil der F.& G. Eisen= und StahlA.=G. an der 5¼ Prozent Schweizer Anleihe hat sich auf 5.21(8) Mill. RM. vermindert. Zu erwähnen bleiben 4,02(4,539) Mill. RM. Vorrätz, 15,657(23,996) Mill. RM. Forderungen, darunter 5,919(10,919) Mill. RM. gegen abhängige esellschaften. Die flüssigen Mittel einschließlich 12.098(18.677) Mill. RM. Bankguthaben betragen insgesamt 13.025(20,401) Mill. RM. Unter den Verbindlichkeiten erscheinen Bankschulden von 3.453(2,637) Mill. RM., Wechsel und Remboursverpflichtungen von 0.959(4,276) Mill. RM., Konzernschulden von 5,639 (7,208) Mill. RM. und sonstige. Kreditoren von 0.978(1.623) Mill. RM.(Generalversammlung 30. Juni.) * Die preußischen Fiskalzechen, die Bergwerksgesellschaft Hibernia und die Bergwerks=A.=G. Recklinhausen haben im Zuge der Arbeitobeschaffung für insgesamt, 7,75 Mill. RM. Aufträge vergeben. * Färberei und Druckerei vorm. Gehr. Verwyen, G. m. b. H., Gladbach=Rheydt. Im Konkurse der Gesellschaft, der nunmehr nach mehrjähriger Dauer durch Schlußverteilung zu Ende kommen: soll, entfällt, wie„Die Texil=Woche“ erfährt, auf die 3,644 Mill. RM. nicht bevorrechtigten Forderung eine Gesamtquote von rund 4½ Prozent. * Mehrere, schöne Einfamilienhäus. im östl. Stadtteil Krefelds sehr preiswert zu verkaufen. Walter von Auw, R9M., Krefeld. Tel 21261. Friedr.=Ebert=Str. 38, Nähe Bismarckplatz.“ Bauinteressenten".“. für Ein=" und Mehrtamilienhäuser und Kleineigenheime gesucht. Preiswerte Grundstücke in Stadtund Außen=Bezirken vorhanden. Näheres: Architekt Speckamp, Kref., Crousstraße 36. Telephon 26153.“ Herrschaftliches Einlamilien-Haus Bismarckstr., Krefeld, mit allen mod. Einrichtungen, ist„wezzugshalber billig zu verkaufen. Johs. Loosen, Krefeld, Westwall 136. Telephon 26502.