Nr. 3.— 1904 —"— Dienstag, des 12. Jannar. 97. Jahre Abonnementspreis: #uns die Boten oder die Post begogen 1.80 M. vierteljährlich. 60 Pig. vierteljährlich. Druc und Vorlag von S. H. Meyer in Biersen. Autliches und Hauptanzeigenblatt für die Stadt Viersen und Amgegend. Mit der achtseitigen Sonntagsbeilage: Illustriertes Unterhaltungsblatt. Preise der Ainzeigen: Die 41 un beaite Petitzeile 10 Pig. fü#r auswärtige Anzeigen 15 Mig. Reklamen * W 7 u m b r e i t e P e t t i z e i l e 4 0 P i g. Auskunfft= und Offerton=Gebühr 25 Pig. -Nr. 30 die Redattion verantwontlich Wilbeln Das Jahr 1903. Waren die Beziehungen des Deutschen Reiches zu den beiden andere Gliedern des Dreibundes während des Jahres 1903 ungestört herzlich, so ging es doch in Oesterreich=Ungarn und in Italien recht bewegt zu, und namentlich die Gegensätze zwischen Ungarn und Oesterreich, die mehr als einmal sehr unverhüllt selbst in den Reden der beiden Ministerpräsidenten hervorträten, konnten durch den greisen Kaiser Franz Josef nick mühsam beigelegt werden. Spektakelszenen waren im Wiener Reichsrat, wie im ungarischen Reichstag nur etw''s zu Gewöhnliches, und der Lärm pflanzte sich oft aus den Sitzungssälen der Volksvertretungen auf die Straße fort. In Wien tagte man einmal 51 Stunden unterbrochen, um die herrschende Obstruktion zu brechen. Das österreichische Ministerium Körber hat sich wenigstens am Ruder gehalten, trotzdem es mitunter recht bedenklich schwankte, Ungarn hat daggen drei Ministerien gehabt. Die neue Armeevorlage fand bei den magyarischen Heißspornen den lebhaftesten Widerstand, über welchen das Ministerium Szell stürzte. Nach wochenlangen Besprechungen ward der Statthalter von Kroatien Graf Khuen=Hedervary zum ungarischen Ministerpräsidenten ernannt, der aber überhaupt nicht zum rechten Amtieren kam, den eine fatale Affaire veranlaßte ihn zum Rücktritt. Nach ihm kam der energische, aber gegen das österreichische Ministerium sehr herausfordernde Graf Stephan Tisza ans Ruder, dem es bis zur Stunde auch noch nicht gelungen ist, die neue Wehrvorlage durch zusetzen, so daß die im dritten Jahre dienenden und vor der Entlassung stehenden Soldaten zum Teil bei der Fahne bbehalten werden mußten. Auch wegen der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Ungarn bestehen ernste Streitigkeiten Der 73jährige Kaiser Franz Josef, der in seinem Hause mancherlei Verdruß erlebte, empfing den Besuch König Eduard's von England, des deutschen Kaisers und des russischen Zaren.— Namentlich der letztere war von besonderer Bededtung, denn wäh rend desselben wurden die österreichisch=russischen Forderungen an den Snitan wegen Einführung von Reformen in Maik donien festgestellt. Für Italien war das wichtigste Ereignis des Jahres das Hinscheiden des Papstes Leo und die Erhebung des bisherigen Kardinals Sarto von Venedig auf den päpstlichen Stuhl. Die ziemlich sichere Wahl des früheren Kardinalstaatssekretärs Ram polla wurde durch, den Einspruch Oesterreich=Ungarns verhindert Im Schooße der italienischen Regierung mochte man wohl ein Entgegenkommen des neuen Papstes erwartet und eine indirekte Anerkennung des Königreiches Italien von seiten des Vatikans erhofft haben, aber dahin kam es nicht. Papst Pius X. der sich sonst als ein milder, vortrefflicher Kirchen=Regent erweist, verzichtet auf jeden Verkehr mit der italienischen Regierung König mitterEmanneempfing in Rom als seine Gaste den König von England und den deuttschen Kaiser und stattett sekbit in Paris und London Besuche ab. Eszsei hier gleich bemerkt daß, seitdem viel von einer italienisch=französisch=englischen An näherung die Rede ist, die auch eine Reihe von theoretischen, Höf lichkeitserweisen gezeitigt hat, doch bleibt' abzuwarten, was der Praxis dabei herauskommen wird. Allzuviel jedenfall nicht, da Frankreich durch sein Bündnis mit Rußland die Richt schnur vorgeschrieben ist. Die inneren Verhältnisse Italiens ließen noch immer viel zu wünschen übrig, die radikalen Politiker und die. Geheimbündler haben es in gleicher Weise blos gestellt. Die irredentistischen Kreise zeterten gegen Oesterreich=Ungarn, die Sozialisten lärmten dermaßen gegen den angesagten Besuch des russischen Kaisers in Rom; daß Zar Nikolaus die Reise aufgab. Dieser Entschluß machte in Italien ein so peinliches Aufsehen, daß der Ministerpräsident Zanardelli, welcher bald darauf starb, zurücktrat.: Die Geheimbündler der Camorra richteten so. unverhüllte Angriffe gegen den Finanzminister Rosano, daß dieser sich erschoß. Außerdem hat es an zahlreichen Krawallen und sonstigen Vorkommnissen unerfreulicher Natur nicht defehlt. und der neue Ministerpräsident Giolitti wird viel zu tun im ganzen Lande seine beabsichtigten Reformen wirkli Geltung zu bringen. Chamberlain, das war das Leitwort für Alt=Englands Erlebnisse im Jahre. 1903! Das stolze Volk der Briten hat mit den Folgen des langwierigen Burenkrieges immer noch ganz ge hörig zu rechnen; in Süd=Afrika wollen die Dinge gar nicht in rechten Fluß kommen, und die Häupter der Buren sprechen sich frei über die trostlose Lage aus., Daneben besteht eine ziemlich arge Finanzklemme, die auch das reiche England merkt. Gegen alle diese Misere glaubt Herr Chamberlain, der aus dem Mini sterium ausschied, um seine Pläne, die in der Hauptsache auch von dem neugebildettten Kabmet geteilt werden, von den engl. Wählern zu vertreten, ein Heilmittel in dem Uebergang Englands zum Schutzzoll gefunden zu haben! In seinen Agitationsreden, die mit Angriffen auf Deutschland reichlich gespickt waren, hat er manchen scharfen Wderspruch, aber noch mehr Erfolg ge funden, und heute kann man getrost annehmen, daß er bei den nächsten Wahlen eine sichere Majorität erhalten und selbst Mini sterpräsident werden wird. In seiner Auswärtigen Politik hatte England manche Sorgen, die auch heute noch nicht behoben sind. König Eduards Besuche in Lissahon, Rom, Wien, Paris boten ihm einen sympathischen Empfang, die Gegenbesuche der Monarchen und Staatsoberhäupter an der Themse gaben auch zu vielen Verherrlichungen Anlaß, aber das war auch so ziemlich Alles. Der Alp Rußland und Rußlands Stellung in Asien hat damit nicht gebannt werden konnen. So freunotich man in Verrat. von Hans Wald. 29.„ Radbrud verbosen So niederschmetternd kamen diese letzten Worte heraus, daß Jean Sandal sprachlos dastand. Madéleine fühlte die Lippen ihres Bruders auf ihrer Sturn, sie hörte ein leises„Verlaß dich auf mich, Kleine“, und dann war er verschwunden. ihm nach.. Lippen, wandte sich Madeleine zu Verrätet, mein Bruder? Nein Jean.“ isi der Treueste, der Beste, ein wahrer Ehrenmann!“ „Verräter!“ schrie Sandal ihn „ Totenbleich, mit-zuckenden Lip ihrem Gatten:„Ein Verräte“,„ „Madeleine!“ Jeans Stimime nahm einen kreischenden Ton an.„So denkst du Madeleine Sandal? Dahin geht also dern Sinnen? Ist wirklich' dein Herz jenseits der Gxenze geblieben?“ Er faßte so hart ihren zärten Arm, daß sie zusammenfuhr Bangens wie ein Kind, stand sie vor dem wütenden Manne und bevor sie es serbst wußte, es war zuviel in der letzten halben Stunde auf sie eingestürmt, rang es sich über ihre Lippen:„Du sägst###. Jean; ja!“ Im nächsten Augenblick fühlte sie lich zurück gesc#dert, halb ohnmächtig sank sie auf den Teppich und war allesn.—— „Franz!“ Ein tiefer Seufzer. Und noch ein Name drängte sich auf ihre Lippen, aber sie wagte nicht, ihn auszusprechen. Was sollte nun werden? Kontite das Schicksal so. grausam sein, ihr das Herz des allein Geliebten für immer zu verschließen und jetzt stoch ihr die getbonnene Heimat zu rauben? Sie erhob sich, blieb aber auf den Knieen dliegenn. ihre Lippen stammelten ein leises, heißes. Gebet. " Fürstitz Marfa ging jetzt mit Georg. von Scholting jenen SaaLzu, in dem sie ihren Gatten glaubte, um mit ihm die Ma zurka zu tanzen" Es lag ihr sehr fern, Voris damit eine Art vor Versöhnung. anzubieten, noch viek weniger trieb ihre eigene. Ne gung sie dazu, aber einige der vornehmen russischen Gäste hatte sich daran erinnert, daß auf einem Hofball in Petersburg bei der ältesten Bruder des Zaven, Fürst Voris Rilewski und seine G mählin die elegantesten Mazurka=Tänzer genannt worden waren Man machte der Fürstin deswegen heute noch Komplimente, man drängte sie, mit Boris nöch einmal sich in diesem slawischen Tanz zu schwingen. Freilich, man wußte ja; wie das Ehepaar sich heute ganz anders gegenüberstand, als einst, aber herrschte diese kühle Stimmung zwischen den beiden Gatten ilicht in den meisten Familien der hohen russischen Gesellschaft? Wenn die schöne Marfa und der teure B es machte sich doch gut.— Fürstin glaubte### London gegen Frankreich und Italien war, so große Unfreundlich keit herrscht noch immer gegen Deutschland. Daß diese von unse rer Seite nicht verschüldet it, weiß jeder. Rußlamd hatte im Orient und im fernen Ostasien sein Position zu wahren. Auf der Balkanhalbinsel gelang es ihm bald, den Sultan zum Einlenken gegenüber den aufständischen Mazedoniern zu zwingen, in Oftasien aber trotzt Japan in dem Streit um die Mandschurei und Korea, und die Dinge stehen immer noch auf des Messers Schneide. Man würde von Peters burg aus vielleicht schon klosgeschtagen haben, aber die russischen Finanzen sind sehr mitgenommen, neue Anleihen, besonders für Kriegszwecke, sind schwer zu erhalten, und ein wiederholter Wechsel im Peiter der Finanmerinme haf allch nach keine Aeuderung schaffen können. Freilich steht es mit dem Geldpunkte bei den Japanern nicht anders, und vielleicht erweist sich dieser Geld mangel daueknd als der beste Friedensschirmer. Auch die inneren Verhältnisse Rußlands ließen allermeist zu wünschen übrig. die Ernte war in weiten Gebieten schlecht, Unruhen der Studenten, der Fabrikarbeiter und der Landbevölkerung wechselten mit einander ab. Auch nihilistische Attentate gegen hochgestellte Staatsbeamte kamenzzu wiederholten Malen vor. Die Frauz'oken müssen natürlich ihre Sensationen haben und haben sie auch gehäbt: die größte war der Prozeß gegen die Millionenschwindlerin Therese Humbert und ihre Familie, die Jahre lang das ganze offizielle Frankreich an der Nase herumgeführt und Tausende von Leuten betrogen hatten. All' ihr Ausreden, das bis zum krassen Verrücktsein ausartete, half aber der„großen“ Therese nichts, sie wurde samt ihrem Manne und hren Brüdern verurteilt. Die zweite Sensation war die geplante Autompbilfahrt,von Paris nach Madrid; aber schon am ersten Tage ergab sich eine solche Verlustliste von Toten und rwundeten, daß die französische Regierung die Weiterfahrt verOb die dritte Sensation, die Anregung zur Wiederaufnahme des Dreyfus=Prozesses, Wirklichkeit werden wird, ist noch nicht finitiv beschlossen, aber wahrscheinlich, da sich auch der französische Kriegsminister und der höchste Gerichtshof dafür ausgesprochen haben. In der inneren Politik wurde, das ganze Jahr von dem Kampf des Ministeriums Combes gegen die geistlichen Orden= ausgeffillt, eine ganze Anzahl von Klöstern ist aufgehoben, nicht ohne daß es dabei zu heftigen Gehorsams=Verweigerüngen und Widerstande der kommandierenden Offiziere gekommen wäre. Auch die Karthäuser=Mönche, in deren Fabrik der berühmte Likör Chartreuse hergestellt wird, mußten ihr, Haus räumen, dagegen wurde auf eir ähnliches Vorgehen gegen die Geistlichkeit in dem Wunderorte Lourdes verzichtet. Zahlreiche große Arbeiter=Ausstände fanden im Laufe des Jahres statt. Die Pariser waren glücklich, wieder eine ganze Reihe von Fürstlichkeiten bei sich zu sehen. König Eduard ward so herzlich begrüßt, als sei ex noch der von einft herso populäre Prinz von Wales, mit dem alle Pariser Balletmädel auf bestem Fuße standen, aber die liebenswürdigsten Bewillkommnungen fand doch die mit ihrem Gemahl=kommende Königin Helene von Italien, geborene Prinzessin von Montenegro. Dat waren die Pariser mal wirklich galante Leute, in allen Zeitungen ward, das Lob der Königin gesungen. Uns haben die Franzosen ja manche offizielle Freundlichkeiten erwiesen, aber bei noch mehr Gelegenheiten ist mit aller wünschenswerten Deutlichkeit ausgesprochen, daß Frankreich niemals auf den Gedallken der Wievergewinnung von Elfaß-Lothringenwird. Da haben wir es, nun nun wissen wir es. Im Blut gewatet ist man im letzten Jahre im Orient:Das Mördergesindel von Belgrad, welches König Alerander und seine Draga hinschlachtete, Peter Karageorgewitsch, das heißt den Urenkel des einstigen österreichischen Feldwebels Georg Schwarz, auf den. Thron erhob, lebt heute noch in Belgrad herrlich und in Freuden, und König Peter darf sich nicht mucksen. Alexander und Draga tangten wenig, aber ihre Mörder waren Bestien, die sich keine Richterrolle anmaßen durften. Die Großntächte haben wiederholt Bestrafung dieser Banditen verlangt, es ist nichts erfolgt. Grauenhaft haben die aufständischen Mazedonier mit Dnnamit und anderen Höllenmitteln gewirtschaftet, bis dann auch den Türten die Geduld riß und sie Alles über die Klinge springen ließen. Bulgarien hatte nicht übel Lust, dem Sultan den Krieg zu erklären, aber hier verhinderten die Warnungen der Mächte einen Zusammenstoß. Daß der Sultan auf die ReformFordérungen der Großmächte einging, ist weiter oben schon gesagt. hier noch einmal-usammen tanzten, res Gatten Stimme aus dem Vorgemach zum Ankleidezimmer, das gerade völlig menschenleer war zu hören, und sie täuschte sich nicht. Der leichtsinnige Fürst hatt bemerkt, wie Mrs. Ellinoy, Burns mit einem Male, ohne jede äußere Ursache, auf den Einfall gekommen war, wirklich heim fahren zu wollen, und uum sie daran zu hindern, bot er alle sein Liebenswürdigkeit uund seine Ueberredungskünsts auf. Mr. Burnk hatte wohl nichts sehen wollen, die übrigen eleganten Herren waren in=einer kleinen Weinlaune. Boris folgte der bestrickenden Frau auf Schritt und Tritt. „Ich lasse sie nicht. Sie milssen bleiben. Ellinor!“ flehte siegesgewiß.— Die Amerikanerin lächelte ihm mit ihrem süßesten Lächeln zu aber sie wonte doch einr Racku für die völlige Nichtbeachtung von Seiten der Fürstin haben.„Verzeihen Sie, Fürst, aber mein Verweilen, in der Gesellschaft, zu der wie doch nur von Ihnen ge laden sind, wird mir unerträglich. Dies Mal noch bin ich Mr. Burns zu Liebe mitgekommen, es war das letzte Mal.“ „Wer. Burns zu Liebe, Ellinor?" flüsterte er.„Fum auch ein wenig, ein gänz klein wenig mir zu Liebe?“ "„Und wehn es so wäre?" lächelte sie kokett. „So wäre ich der Glücklichste der Sterblichen und würde in jedor künftigen Lage zu schützen wissen!" „Sie fürchten ja. die Fürstin!" das klang so bitter, daß anffuhe. Im Nebenraum hatte Marfa alles vernommen, mitunter war ihr gewesen, als wanke die Erde unter ihren Füßen sie hatte-nach Scholtings Hand greifen wollen, aber der hatte sich leise zurückgezogen. Es widerstrebts ihm, in solcher Lage den Lauscher zu spielen.„ „Ich dieses kleine Gänschen fürchtey. Boris stammelte es während. er den Arm um Ellinor's üppegen Leib schlang. . Aber nur eine Sekunde dauerte die Umarmung; eine kräftige Frauenhand ,versetzte dem liebestrunkenen Boris einen derartigen###### Smmmaen i e## mmchmen Schlag ins Gesicht, daß ersfau zu Boden gestürzt wäre. Und ohne jede Schwierigkeit an das Unternehmen geschritte während er außer sich vor Zorn Rch nicht zu fassen, vermochte,]. Eine Ueberraschung hatten sie nicht zu befürchten, hörte er, die klare Stimme seiner Gattin mit schneidender Härte sagen:„Verzeihen Sie, Madame, Zdie Budringlichkeit; dieses Herrn; er hat seine Züchtigung, die ihm zu erteilen Sie wohl nur dir Ueberraschung hinderte, erhalten er wied Sie nicht nieder belästigen!“: Dann ein scharfer Glockenklang, zwei Zofen erschienen.„Madame will das Haus.verlassen.“ Eine königsstolze Verbeugung, sie war hinausgerauscht. Nur in einem einzigen Blick trafen sich Ellinors und Boris Augen noch.(„Jetzt sollen die Botow's an mich denken!" Das sprach nur zu deutlich aus des Fürsten Gesicht; und die Amer kancrin nickte zufrieden. Die Rache war ihr sicher für diese De gleiche zuvox bedeuten? mütigung,„ die deine so große war, wie sie nie eine gle erfahren. Aber was wollen Wünsche, selbst nach Rache Die Fürstin hatte sich für kurze Zeit in das weit entfernte Zmmer ihres schlafenden Söhnchens begeben, um einen Augenblick sich zu sammeln, und Georg von Scholting beobachtete inzwischen uhwillkürlich James Burns. Er verstand die Rolle nicht, welcher dieser verschlossene Yankee und seine Frau hier spielten; ein professionsmäßiger Spieler konnte er nicht blos sein, dagegen sprach sein ganzes Auftreten. Und diese ofienkundige Köketterie seitens seiner Gemahlin gegenüber dem leichtsinnigen Fürsten? Da=mußte eine bestimmte Absicht vorhanden sein. Die Aufklärung, und eine weit größere, als er sie wünschte, sollte ihm nur zu bald werden. Boris Rillipski kam mit glühend rotem Gesicht auf den Amerikaner zu, sein Zorn ließ ihn jede Rücksicht, jede Aufmerksamkeit vergessen.„Ich bin jetzt zu allem bereit,“ keuchte er, arüindliche Rache an diesen Botow's und dann fort. Das war heute das Ende!" James Burns war viel zu klug, als daß er lange fragen sollte, was geschehen war. Daß es eine schwere Szene gegeben, war sonnenklar; wenn der Fürst im Hause seines Schwiegervaters nicht bleibentwollte, was ging ihn das an? Wenn er nur sein Ziel erreichte! Aber Rieser charakterlose Mann allein, auf sich selbst angewiesen, was sollte aus ihm werden? Doch' darüber zerbrach James Burns sich nicht den Kopf, er kannte so viel absonderliche Geschichten aus diesen Kreisen, die einem Sturm geglschen hatten, aber als ein sanftes Säuseln abgeschlossen waren; daßt er auch hier dachte: Die Zukunft wird ja lehren, was wiroi „Dann vorwärts, kommen Sie!". James Burns zog den Fürsten eilig mit sich fort in der Richtung, in welcher Botows Privatzmumer lag. Der russische Miltionär trug die Schlüssel zu seinen Geheimfächern nicht im Balkanzuge mit sich, diese waren in einem: kleinen Schränkchey#aufbewahrt, zu welchem auch Marfa einen Schlüssel besaß. Diesen hatte ihr Gatte sich schon seit längerer Zeit anzueignen gewußt, ohne daß sie darauf geachtet. So konnte ohne jede' Schwierigkeit an das Unternehmen geschritten werden. ne Ueberraschung hatten sie nicht zu befürchten, es war auf dieser Seite völlig menschenleer. Und wenn jemand kam, nun, dann hatte man eben eine Promenade gemacht.. So sicher warendie Beiden, daß sie es gar nicht für nötig hielten, die Portieren: zu schließen.- Und so bemerkten sie auch nicht, daß Herr von Scholting unwiltkürlich ihnen gefolgt war. Der Amerikaner hielt die ersehnten Blätter in seiner Hand, und die Hast seiner Notizen verriet, wie sehr ihm daran lag, einen sicheren Einblick in das wertvolle Geheimnis zu gewinnen. Der Fürst=stand neben sihm, keine Spur von Gewissensbissen zeigte sich in seinem Gesicht, das von Schadenfreude und befriedigter Nachsucht strahlte. „Und gibt Ihnen dies Papier alle Aufklärungen, die, Sie wünschen?“ fragte er lauernd, denn Boris dachte, möglichst zwei — Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und von dem Amerikaner Die Vereinigten Staaten von„Nord=Amerika haben erhebliche Krisen durchgemacht, eine große Zahl von Trust's ist zum Kuckuck gegangen, und selbst Milliardenspekulänten; wie der bekannte bepen Geisgenheilen, us dein auftächtiger Deutschenfreund, so namentlich bei der EEntsendung eines Besuchsgeschwaders nach Kiel, aber die nordamerikanischen Zeitungen nahmen, ebenso wie die englischen, jede Gelegenheit wahr, uns etwas am Zeuge zu flicken. Zut Unterstützung seiner Kandidatur für die nächste Präsidentenwahl unternahm' Präsident Roosébekt eine Reise bis in die enttegensten Bezirke des weiten Landes; nanchen Erfolg hat ser' dabei errungen, aber auch manche Belästigung durch erentrische Landsleute hat abgewehrt werden müssen.“ Ein gutes Geschäft machten die Amerikaner mit der Gründunzg der selbstständigen Republik Panama. Sig kostete nicht„allzuviel Geld und sicherte der Union#nun endlich den lang erstrebten Bau des Panamakanals. Nordamerika heißt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Der furchtbate Brand am vorletzten Tage des Jahres in=Chicago zeigt, daß dart drüben wirklich Alles möglsch ist— auch in Fahrlässigkeit, und Schlendrian. weise ses Aus Rheinland und Westfalen.“ St. Tönis, 10. Jan. Anerkennung verdienk die„Halldlungsise der Provinzial=Feuer=Sozietät bei Abschätzung des Hauder verunglückten Fämilie Prosten. Mit Rücksicht auf die auf wurde die Abübertraus traurige Lage der Hinterbliebenen schätzungssumme uein Beträchtliches erhöht, Krefeld, 10. Jan. Die Westdeutsche Arbeitszentrale für Pensions=Verscherung der Pridatbeamten auf staatlicher Grundlage hielt heute eine Generalversämmlung. Der Vorsitzende der Arbeitszentrale, Herr L. Seleider(Krefeld), erstattete Bericht über die Sitzung des Janbtausschusses am 13. Dezember 1903 in Berlin. Der Zentralausschuß, der aus den versastedenen Vertretern der Privätbegmten=Verbände, wie z. B. der kaufmännischen Verbände, des Techniker=Verbandes, des Werkmeister=Verbandes, des Fabrik= und Gruhenbeamten=Verbandes usw. besteht, hat beschlossen, im Deutschen Reiche fünf Arbeitszentralen zu errichten, nämlich eine Westdeutsche, eine Süddeutsche, eine Ostdeutsche, eine * N o r d d e u t s c h e u. e i n e M i t t e l d e u t s c h e. V o n d i e s e n A r b e i t s z e n t r a l e n bestehen schon die West= und die Süddeutsche. Die Westdeutsche Arbeitszentrale schließt noch die„bestehende=Westfälische Arbeitszentrale in sich. Inbetreff der Organisation nach unten hin wurde beschlossen, überall in größeren Orten freie Vereinigungen der Privatheamten zu gründen, und wo dies nicht angängig sei, Kommissiönen zu bilden.. Hierbei wurde hervorgehoben, daß der Hauptwert auf Bildung der freien Vereinigungen gelegt werden müsse, weil hierdurch die Bewegung bis in die kleinsten Kreise. „gétragen werde, und weil auchrso die Kosten für den einzelnen geringer würden, da sie ja dann allgemern getragen würden. In größeren Städten, wo die Privatbeamten gut korporiert sind, könne auch durch die Kommissionen, das Ziel erreicht werden, wenn solche aus den Vertretern der verschiedenen Vereine gebildet seien, „„ K. Vztg. s Burgwaldniel, 11: Jan. Sicherm Vernehmen nach stieg der Verbrauch an elektrischer Energie für Licht- und Kraftzwecke des hiesigen Elektrizitätswerkes während des mit dem 31. Dezember 1903 abgelaufenen Vkerteljahres auf über 10000 Kilowattstunden, war grger den gteichen Zeitraum des Vorjahres eine Zunahme von über 30 Prozent bedeutet, krotz einer infolge Einschränkung der„Straßenbeleuchtung erzielten, nicht Unerheblichen Ersparnis.„Nachdem nun für das zweite Betriehsjahr eine glänzende Rentäbilität der elektrischen Beleuchtungsanlage gewährleistet ist, dürfte der Zeitpunkt für die von vorneherein den Stromverbrauchern bei günstiger Entwicklung des Unternehmens bestimmt zugesagte Preißermäßigung gekommen sein und zwar von 50 J auf 15. pro Kilowattstinde. Demnschst soll auch dem Prospekte eine Ausdehnung des Freileitungsnetzes über Sektion Birgen nach Sektion Eicken, Landgemeinde Kirspelwaldniel, näher getreten werden. Bei dieser Gelegenheit sei noch ferner hingewiesen auf die in jeder Beziehung prächtig ausgeführte elektri—sche Beleuchtungsanlage in der hiesigen-katyolischen Pfarrkirche, deren etwa 300 Glühlampen zum ersten Male in der Christnacht in vollem Glanze strahlten. Insbesondere fand und findet die aus mehr als 200 Kerzen=Glühlampen bestehende Dekoration des Hochaltars allgemeinen Beifall. Düsseldorf, 5. Jan. Die Inhaber des renommierten, hauptsächl. v. Offizieren besuchten Hotels Thürnagel, Richard Weißenbach und Robert Gesell hierselbst, wurden heute von der hies. Strafkammer wegen Duldung des gewerbsmäßigen Glücksspiels in den oberen Räumen ihres Lokals zu je.300 Mark Geldstrafe verurteilt. Duisburg, 11. J Ar san. Wegen Verächtlichmachung der Heilsrheiter Huckstein von hier zu 1 Woche Gearmee wurde der fängnis verurteilt. — Aus Mitteln der Provinzial=Feuer=Versicherungsanstalt der Rheinprovinz=ssind imlaufe des vergangenen Jahres an Gemeinden unseres Kreises 750 en zur Beschaffung von Feuerlöschgerätschaften und 1200 c zur Erbauung von Wasserleitungen als Beihülfe Feipilligt worden. Bochum, 9. Jan.( Dem=Sekundauer Landmain, der einen Knaben mit eigener Lebensgefahr aus der Wüpper vom Tode gerettet hatte, wurde vom Kaiser die Rettungsmedaille verliehen Emmerich, 10. Jan. Dem„Bürgerblatt“ zufolge wurde in Rienen eine Erkrankung an den schwarzen Pocken festgestellt. Bonn, 11. Jan.= Prinz Eitel von Preußen, der Herzog von Sachsen=Kobutg=Gotha, sowie der Erbprinz von Bentheim reisten heute nach Lieser=Mülheim an der Mosel, um giner Einladung des Freiherrn v. Schorlemer zur Jagd zu folgen. Andernach, 10. Jan. Heute Mittag gerieten hierselbst zwei Brüdér=und der Vater wegen einer Wurst in Streit; im Verlauf desselben wurde der 19jährige Arbeiter Schäfer erstochen. Die Täter wurden perhaftet. der Stadtverordneten am Montag, den II. Januar 1903. (Eigener Bericht.) 11 Einführung der neugewählten Stadtverordneten Bei Beginn dor Sitzung wberden die neu= bezw. wiedergewähl ten Stadtverordneten Goeters, Hilgers, Kaiser, Peters und Togrund in ihr neues Amt eingeführt und durch Handschlag an Eidesstatt vom Vhrsitzenden verpflichtet. Dasselbe geschieht mit dem etwas später kommenden Stadtv. Brauers. 2) Wahl der Mitglieder für die Ausschüsse. Die Wahl der Mitglieder für die Ausschüsse wird vertagt und ein aus den Herren Kaiser, Konnertz, Schaub, Hilgers, de Joncheere, Wentges und— auf Vorschlag' Hamm—. Genenger bestehender Ausschuß mit den Vorarbeiten betraut. Zu den bisherigen Ausschüssen soll noch ein Ausschuß hinzukommen, der sich vorwiegend. mit landwirtschaftlichen Fragen befaßt. *#3) Bericht über den Stand und die Verwaltung des Armenwesens im abgelaufenen Vierteljahr. Vorsitzender: In den abgesaufenen Dreivirteljahren sind die Verhältnisse im Armenwesen stetig geblieben und haben sich ungefähr in den gleithen Grenzen bewegt, wie im=Vorjahre. Bei einzelnen. Pesten sind Ersparnisse möglich gewefen, die durch Mehrausgaben„an andern Stellen wirder ausgeglichen werden. Ein größeres Anwachsen der Armenlasten wurde schon durch die guten Arbeitsverhältnisse verhütet, die keinen nennenswerten Grund zur Klage boten. Das ist umso erfreulicher, als es berechtigk, mit einer gewissen Zuversicht in die Zukunft zu schauen, und ssich der Hoffnung hinzugeben, daß der Zustand im Armenwesen für einige Jahre so bleibt und nicht zu besandern Mehraufwendungen drängt. Von dem verfügbaren städt. Zuschuß sind bis jetzt 69,162 M abgehpben, worden, sodaß also noch 900 für das Jotzte Vierteljahr verbleiben. —asellegium gibt sich mit diesem Bericht des Vorsitzenden, den er zahlenmäßig belegt, zufrieden. 4) Gesuch des Hauptlehrers Böhm, Oefen für seine Dienstwohnung betr. Vors.: Der Schulausschuß hat sich eingehend mit der Sach befaßt=und ist zu dem Schluß gekommen, dem Kollegium Ablehnung des Antrages Böhm zu empfehlen, weil die Stadt ihm gegenüber=ihrer Verpflichtung im Jahre 1891 nachgekomnmen ist. Auf die von Hauptl. Böhm bei der Regierung erhobene Beschwerde, hat diese entschieden, daß die Stadt dadurch, daß sie B. Oefen stellte, ihrer Verpflichtung nachgekömmen sei. Böhm hat sich also durch Ablehnung der Oefen seines Rechtes begeben, und aus diesem Grunde wurde) die Beschwerde abgewiesen. ig Gresf: Von Beig. Wentges wurde sir ein an ihn gerichteter Brief des Hauptl. Böhm übergeben, der von Belei digungen geradezu strotzt. Darin wird nicht nur der Adressat aufs gröblichste beschimpft, sondern sogar, der Vorsitzende des Mein eids beschuldigt.(Redner verliest den Brief.) Derartige Beleidigungen darf sich das Kollegium nicht, gefallen lassen, und aus diesem Grunde stelle ich folgenden Antrag: „Die. Stadtverordneten=Versammlung vertagt mit Rücksicht, auf das von dem Hauptlehrer Böhm an den Stadtv * W e n t g e s g e r i c h t e t e S c h r e i b e n v o m 2 0. D e z e m b e r v o r i g e n J a h. res die Beschlußfassung über das vorliegende Gesuch, bis über James noch eine weitere Belohnung zu fordern. Doch der smarte Burns erkannte diese geheimen Gedanken sofort. „Nicht ebren alle und jede,“ antworte er kühl,„aber den Rest werde ich auch erhalten." „Von wem? Von diesem, Deutschen,= der Botow's Fabrik direktor werden soll?" „Diese Deutschen-sind“— Burns suchte ach einem Ausdruck*„nicht so leicht zu behandeln, wie z. B. die Russen“ der Fürst merkte den in diesen Worten negenden Hohn gar nicht, während dee lauschende Scholting die Faust zu ballen begann—„aber am Ende bekommt. man für Geld überall Alles. Indessen, ech habe eine andere und bessere Quelle, ich hoffe aus der Sandalschen Fabrik die Modelle zu erhalten.".. „Durch wen?" Fürst Vorie' Augen funkelten wie die eines Raubtieres, dem ein größeres und stärkeres die Beute abzujagen droht. „Das istcmein Geschäfts=Geheimnis,“ war des Yankee kalte' Antwort.„Und nun, ich denke, ich habe alles, was ich gebrauche.“ Während Georg von Scholting draußen vor Erregung zitternd erwog, was er f####sollté.###mühto sich der Fürst mit Hülte seines Verbündeten die Papiere genau wieder so hinzulegen, wie sie gefunden waren, überhaupt die frühere Ordnung in dem Raum wiederherzustellen. Da sie im Halbdustkel bleiben mußten, hielt das etwas auf, und Scholting kam zu dem Plan, sefort den Hausherrn herbeizurufen.. Aber bevor er die Absicht verwirklichen könnte, schob sich an dem Zimmer selbst plötzlich eine Tapetentür rasselnd zur Seite, die beiden Einschleicher verloren die Besonnenheit, und klirrend schlug die einstweilen zur Seite gelegten Schlüssel zu Boden.. „Halt!- Zu.Hilfel Einbrecher!“ klang eine Stimme. Es war die Botows, der auf dem nur ihm bekannten Geheimwege aus den Gesellschäftszimmern in sein Arbeitskabinett gekommen war, um irgend keinen Gegenstand zu holen. Rilewski und Burns suchten schleunigst nach der Eingangstür zu rett rieren, aber bevor ihnen das gelungen war, hatte Botow, der seinen geöffneten Geldschrank sofort bemerkt hatte, einen auf seinem Schreibtisch stets zur Hand liegenden geladenen Révölver, ergriffen und schrie heftig:„Halt, oder ich schieße!“ ... In diesem Augenblick erschien Georg von Scholting in der Tür; Voris und der Amerikaner, die sich den Weg versperrt sahen, wichen zurück, aber nun traten sie direkt auf Botow zu. Das Gemach war so finster, daß es für den aus den hellen Salons gekommenen otow unmöglich war, die Gesichter der Anwesenden zu erkennen, aber als ihm Scholting jetzt zurief: „Hilfé ist zur Stelle!" streckte der an und für sich schon nicht mutlose Manie seine Rechte energisch gegen Rilewski aus, um diesen zu ergreifen. Die beiden Spießgesellen waren in einer verzweifelten Lage. Sie konnten, da Botow seinen Kassenschrank offen gesehen, unredliche Absichten nicht verleugnen, und wenn auch der Amertkaner hoffen mochte, der Russe werde mit Rücksicht auf seine Tochter nichts weiter gegen deren Gatten unternehmen, so viel war unzweifelhaft, daß die gesellschaftliche Rolle von James und Ellinor Burns=an diesem Tage ausgestielt war. Sie würden verschwinden müssen, und gerade im dem Augenblick, wo sie die besten Karten für die begonnene gefahrvolle Partie ein. Händen hatten. Das war eine fürchterliche Enttäuschung: seine Frau von dieser lebem austschluß an Ften wollen, eni AugengewonBoris Rilewski kannte seinen Schwiegervater und viel zu gut, daß er nicht hätte wissen sollen, daß Stunde an jede Aussicht auf ein weiteres. Zusammer geschlossen war. Er hutte sich durch den enhenA James Burns aus der drückenden Zwangslage befre in der er sich befand, und nun war die Partie blick verloren, als sie' nicht blos beendet, sond nen schien. Er wollte noch einen Versuch machen, sich zu ret ten: die Tür, durch welche Botow erschienen war, sollte ihm den Weg zur Flucht öffnen. Blitzesschnell weren diese Gedanken durch sein Gehirn geflögen, und während er die Hand seines Schwiégervaters auf seinem rechten Arm fühlte, suchte Rilews ki hastig sich frei zu machen. Es kam zu einem kurzen Ringen, zu gleicher Zeit auch zwischen Schdlting und Burns, aber bevor eine Entscheidung herbeigeführt war, erklang ein Knall, der Fürst stieß einen Entsetzensruf aus und stürzte schwer zu Boden. Diesen Moment benützte der Yankee, sich von Scholting loszumachen und davon zu eilen. Es gelang ihm auch, das Haus zu verlassen, bevor er angehalten werden konnte. )( F o r t s e t z u n g f o l g t.) Kleine Chronik. Rom, 9. Jan.:„Die von Papst Leo XIII. kreierten Kardinäle beschlossen lgut der Köln. Vztg., unter dem Vorsitz des Kardinals Serafino Vannutelli eine Versammlung abzuhalten behufs Errichtung eines Grabmonuments für Papst Leo XIII. die auf Grund dieses Schreibens von den Herren Bürgermeister Stern und Stadtv. Wentges gestellten Anträge auf Einleitung des Disziplinarverfahrens Entscheidung getroffen ist; sie erklärt es weiterhin für einen unerträglichen Zustand, daß ein Lehrer noch länger im Amte belassen wird, dessen, von der Königl. Staatsanwaltschaft beantragte Strafverfolgung durch Beschluß des Königl: Landgerichts zu Düsseldorf abgelehnt worden ist, weil er, wie vom Königl. Kreisphysikus fest, gestellt worden ist, sich in einem Zustande krankhafter Störung der Geistestätigkeit befindet, durch welche seine freit Willenshestimmung ausgeschlossen ist. Sie schließt sich daher dem von Herrn Bürgermeister Stern unterm 29. Dez. gestellten Antrag an.“ Es ist Pflicht der Stadt, einen solchen Lehrer aus dem Amte zu entfernen. „Vorsitzender: Auf meine Beschwerde hin, hat die Aufsichtsbehörde bei der Staatsanwaltschaft die Straftserfolgung beantragt; die Staatsanwaltschaft beantragte dagegen bei der Regierung, gegen den B. disziplinarisch vorzugehen. Darauf gab B. hier auf dem Rathause im Beisein des Kreisschulinspektors Kentenich und anderer Herren eine schriftliche Erklärung ab, in der er die beleidigenden Aeußerungen als unwahr zurücknimmt und aufs tiefste bedauert. Die von mir geforderte Versetzung B.'s. ist nicht verfügt worden. Im Jahre 1897 hat B. mich wiederum des Meineids bezichtigt und jetzt erhob der Regierungspräsident Klage gegen Böhm beim Landgericht wegen Beleidigung des Bürgermeisters im Amte. Das Landgericht beschloß, den B. auf seine geistigen Fähigkeiten untersuchen zu lassen und infolgedessen beobächtete Kreisphysikus Dr. Paskow=M.Gladbach den B. 6Wochen lang Der Kreisphysikus erklärte; daß B. an primärer Verrückkheit leide, die sich in Verfolgungswahn und dem sogen. Quertlantentum äußere. Auf Grund dieses Gutachtens hob das Landgericht die Strafverfolgung auf. Danach habe ich mich nicht weiter un die Angelegenheit bekümmert, bis mir, wie dem Beig. Wentges, vor 14 Tagen der vom Beig. Greef verlesene Brief zuging. In einem Bericht an den Regierungspräsidenten, dem auch der Brief Böhm's beiliegt, habe ich beantragt, wegen der gegen den Beig. Wentges und mich geschleuderten Beleidigungen den Hauptlehrer Böhm auf dem Diszlplinarwege seines Amtes zu entheben, weil ihm gerichtlich nicht beizukommen ist. Darauf hatte die Regerung einen Termin im hiesigen Rathause anberaumt, zu dem als Vertreter der Regierung ein Assessor, der Landrat, der Kreisschulinspektor und andere Herren erschienen waren, nur Böhm kam nicht. Er schrieb einfach, wenn die Herren dienstlich mit ihm zu verhandeln hätten, möchten sie ihn in seiner Privatwohnung aufsuchen. Stadtv. Hamm: Ich stehe auf dem Boden des Antrages Greef, und halte es für unter unserer Würde, uns noch länger mit den verrückten Beschuldigungen Böhm's zu befassen. Nur muß ichses bedauern, daß der Stein nicht schon früher ins Rollen kam.— In letzter=Zeit erzählte der Direktor eines Kabelwerkes, durch die Indiskretion eines Mitgledes des Kollegiuins sei es einer andern Gesellschaft möglich gewesen, den Preis so zu stelleik, daß sie den Auftrag-gehalten mußte. Das ist eine schwere Beschuldigung, gegen die man sich, entschieden wehren muß. Aber eine nicht ninder schwere„Beleidigung" des ganzen Stadtrates enthielt ein Artikel, der am 5. Nov. in der Viersener Zeitung erschien, in dem u. a. behauptet wurde, daß oft die Stadtverordneten ein Mandat nür deshalb annehmen, um der Eitelkeit er-Gattin zu genügen. Von einer ernsten Auffassung der Pflichten ist darin zwar, keine Rede, sondern die Stadträte werden darin geradezu lächerlich gemacht.(Der„Pennäler“, der nach dem. Stadtverordneten“ Hamm den betr. Artikel geschrieben haben soll, wird sich gewiß gehoben fühlen, daß sein „stümperhaftes Machwerk“ solch„tiese“ Gedanken des Redners zeitigen konnte.“ Anm. des Berichterstatters). Ich bin überzeugt, daß jeder meiner Kollegen sein Bestes tut, um das Wohl der Stadt zu wahren und zu heben. Und aus diesem Grunde bin ich der Meinutig, daß die Mitglieder des Kollegiums gegen derartigs Beleidigungen entschieden geschützt werden müssen.(Wer ist es denn gewesen, der die Verwaltung in der Waisenpflege verdächtigt, der den Stadtrat Strohpuppen, Marionetten u. a. mehr schmpfter„Im gefl. Autwort inird gebeien Aum des Bo— richterstatters.) Stadtv. Dickopf: Es ist dringend erforderlich, däß B aus dem Amte entfernt wird, schon mit Rücksicht auf die Kinder, die ein als verrückt erklärter Lehrer unterrichtet(111):„Welche Mordszenen mag der Mann in seiner Schule aufführen? So ist mir ein Fall bekannt, wo er mehrere Jungen, die er beim Rauchen ertappte, eines Morgens geder mit einem Schweineschwantzchen im Munde auf dem Katheder sich aufstellen ließ. Wir, sind es unseren Kindern schuldig, dafür zu sorgen, daß Böhm bald entfernt wird, weil niemand die Verantwortung für eventl. Fälle übernehmen kann. Das Küllegium stimmt einstimmig dafür, daß die Beschlußfassung über diesen Punkt vertagt wird. tadtv. Hilgers: Von dem. Kabeldirektor ist auich mein Name genannt worden. Ich glaube, die beste Antwort ist die, daß es der Kommission möglich war, das Elektrizitätswerk um 50000 A billiger zu-bekommen, als im Voranschlag vorgesehen war. 5) Genehmigung des Kaufaktes betr. Erwerb des neugeschaffenen Platzes in Hoser. Das Kollegium beschließt, die Tätigung des Kaufaktes für die Grundstücke zur Offenlegung des neuen Platzes im Hoser. Durch freiwillige Beiträge war die Summe von 4328 A eingegangen, der Zuschuß der Stadt beträgt 1000 ckl, also 5328 J. Fehlen an dem Kaufpreis von 5400 A noch 72 M, die ebenfalls auf die Stadtkasse übernömmen werden. 6) Jestsctzung des Stadthaushaltes für 1904. K Vors.: Der Haushaltsvoranschlag für die Stadtgemeinde Viersen ist vom Finanzausschuß gewählt und vorberaten und in der von mir aufgestellten Form für gut befunden worden. Der Ausschuß beantragt zum Etat, den Betrag für den Kochunterricht einstweilen zu bewilligen und nur nach Bestimmung des Kollegiunis zu verwenden. Um eine geringere Erhöhung der Steuern, als der Voranschlag zuerst vorsah, zu ermöglichen, wird beantragt, 14000 M aus dem eifernen Bestand zu nehmen. Vorsitzender verliest darauf die einzelnen Positionen des Etats, dessen wesentliche Aenderungen wir schon bei Gelegenheit unseres letzten Stadtratsberichts mitgeteilt haben. Beim Titel Verwaltungskosten, Position Drucksachen, erbittet Stadtv. Hamm das Wort. Stadtv. Hamm: Schon im vorigen Jahre habe ich, unterstützt von meinen Freunden, bei dieser Position beantragt, eine Verteilung der Druckarbeiten für die Stadt herbeizuführen. Es ist selbstverständlich, daß bei Arbeiten für die Stadt zuerst die hiesigen Geschäftsleute berücksichtigt werden, und da am Platze nur 2 Druckereien bestehen, so ist es nicht mehr als billig, daß jede an dem Verdienst in gleichem Maße teilnimmt. Die eine der beiden Druckereien befindet sich im Besitze zweier Herren, wogegen an der anderen 20 Herren beteiligt sind, die alle steuerzahlende Bürger sind. Nun hat die Stadtverwaltung aber gewissermaßen ein Monopol geschaffen, trotzdemses doch Pflicht der Verwaltung # sein muß, wie in anderer Beziehung, so auch hier, die Bürger 9 — 3 #gleich zu behandlen. Weshalb dies nicht geschieht, dafür vermisse machunger stets ohne Einwendung gratis aufgennommen. Die bis heute noch jeden stichhaltigen Grund. Por zwei Jahren it man allerdings von Gründen, die die Verhalten rechtfertigten, gesprochen, aber diese Gründe nicht genannt. Vielleicht wird in einem demnächstigen Prozeß auch darüber Klarheit verbreitet. Und dann möchte ich gerne wisser woraus die Piersener Zeitung" die Befugnis herleitet, sich an ihrem Kopfe als Amtliches Organ zu bezeichnen? Ich kann mir dafür keine Erklärung verschaffen. Gerade diese Bezeichnung wirkt nach außen hin verwirrend, ##indem dadurch der Anschein erweckt wird, als sei die Zeitung amtl i c h g e p r ü f t b e z w: d i e L e i t u n g w e r d e m i t- I n s t r u k t i o n e n v o n a m t l. Seite versehen. Auf eine diesbezügliche Biertisch=Unterhaltung habe ich den Bürgern erklärt, daß dek Bürgermeister bezw. das Bürgermeisteramt mit der„Viersener Zeitung" nicht in Zusammenhang stehen könne.“ Ich beantrage also nochmals, den Vorsitzenden zu beauftragen, die Drucksachen auf die lbeiden hier be stehenden Geschäfte zu verteilen. Vorsitzender Stadtv. Hamm läßt sich wahrscheinlich durch den hohen Betrag der für Drucksachen ausgeworfenen Summe bestechen, das ist aber nicht halb so schlimm, denn die Summe, im Etat wird nach dem 3jährigen Durchschnitt genom men, bei dem das Jahr 1901 noch in Betracht kommt, in dem eine Anzahl größerer Bücher bezogen wurden. Was die Bezeichnung Amtsblatt angeht, so ist diese in der Geschäftsordnung für die Verwaltung der Stadtgemeinde Viersen vom Jahre 1854 begründet, welche vorschreibt, daß die Beschlüsse der Stadtverordneten=Versammlung und die amtlichen Bekanntmachungen in der„Viersener Zeitung" veröffentlicht werden und diese die Bezeichnung Amtsblatt erhält. Beig. Wentges: Vor dem Noveniber, d. h. vor der Wahl zum Stadtrat, war ich geneigt, den Antrag Hamm zu unterstützen. Heute kann ich aber nicht mehr dafür stimmien, unnd zwar, weil ich ein Feind persönlicher Angriffe. bin: In eulerem Kreise im Kasino war am Abend des 5. Nev. beschlosseichwor#### den, ein Inserat mit den Kandidaten für die 2. Abt. für beide Zeitungen aufzugeben, Herr Meyer sollte das Inserat der Volks zeitung übermittelne. In derselben Nummer der Volkszeitung befindet sich unn schon die Antwort auf das Inserat(Das ist vor 2 Jahren bei der Stadtratswahl auch geschehen und übird i n F a c h k r e i s e n a l s B r u c h d e s R e d a k t i o n s g e h e i m n i s s e s a n g e s e h e n Anm. des Berichterstekters.), von dem also der Verfasser dieser Antwort nur durch einen grohen Vertrauensbruch durch einen Augestellten der Volkszeitung Kenntnis erhalten haben kann, da unsere Annonce und die Antwort darauf in derselben Nummer standen.(Verliest, um zus zeigen daß das Inserat ganz harmlos war und keinen Anhalt für solch gehässige Angriffe bot, die Anzeige und die Antwort, dis wir nach stehend folgen lassen: Inserat der Volkszeitung: Wähler der 2. Abteilung! Herr Peter Genenger hat erklärt, eine Wal nicht anzunehmen. Dagegen hat Heer Aug. Btauers erklärt, wohl anzunehmen. Wir bitten deshalb' an unseren alten bewährten Städtverordneten, den Herren: Aug. Brauers, Gottfr. Hilgers, Josef Kaiser, Hugo Mengen festzuhalten und ersuchen wir alle Wähler der 2.=Abteilung. diesen Herren ihre Stimmen zu geben. Viele Wähler der 2. Abteilung.„ Antwort der Volkszeitung: Wähler der 2. Abteilung! Auf Besehl:„Die bewährten neten sind von uns patentiert,da len“! Parole: Kasinoklicke— Donnerstag. Feldgeschrei „Amgängelbandführen.“ Waffenanzug: Brotkorb sohne Gen fer Konvention. Parademarsch=Musik: Freiheit die„ich iieine. Im Brotbeutel: Allerlei Gedanken der Viersener Zei tung. Marodeure werden mit üblicher Entziehung des Backwerks aus der„Stadtmühle" Bestraft und zu gewissen-Geschöpfen degradiert. Mehrere Wähler.) Der Attikel stretzt von Beleidigungen und ist in dem bekannten Tone der Vokkszeitung gehalten, der nicht für feinfühlige Seelen bestimmt zu sein scheint. Auf gebildete Menschen muß ein derartiges Gebahren umbedingt abstoßend wirken. Eben dies Vorgehen wurde mit umso hrößerer Entrüstung ausgenommen, als die im Kusino versamfnelten Herren durch die Bestimmung, daß das Inserat in beiden Zeitungen erscheinen follte, dartun wollten, daß sie ohne jeden HinterViersener Zeitung ist deshalb Amtsblatt, weil die Geschäftsord. nung es so vorschreibt und weil doch ein Amtsblatt in der Stadt sein muß. Weshalb die Druckaufträge der Volkszeitung entzogen wurden, ist den Herren ja bekannt. Beschließt das Kollegium anders, so füge ich mich eben. Stadtv. Kasser findet es für, zweckmäßig, konkurrieren zu lassen. Vorsitzender: Die meisten Drucksachen werden vom Ford mularlager bezogen, für hier kommen nur die Berichte und kleineren Drucksachen in Betracht. tadtv. Hamm: Die Mitteilung, von dem Abkbmmen rühre von den früheren Geschäftsinhabern der Volkszeitung her und sei von diesen verbreitet worden. Im„Uebrigen bemerk“ ich auf den Einwurf Wentges von den feinfühligen Seelen, daß der Artikel der. Vierseuer Zeitung vom 6. Növember ganz unverdaulich ist. Ein gehildeter Mensch, der den Artikel verdauen will, muß seinen Magen mit„Pflastersteinen" pflastern lassen. Die Völkszeitung ist für die breiteren. Volksschichten berechtlet und kann deshälb nicht iur Salonton gehalten werden.?(Wenig schmeichelhafte Qualifikation der Volkszeitung und ihres Leserkreises. Der Berichterstätter.) Eine Zeitung, die sich, wie die Volkszeitung, die Aufgabe gestellt hat, in staatserhaltendem religiösem Sinne auf das Volk zu wirken(2) muß, unterstützt werden. Selbst, wenn damals Gründe vorlagen, die das Vorgehen des Kollegiums rechtfertigten, tut man nicht gut datan, darauf immer wieder zurückzukommen. Meine Parteifreunde sind nur für den Frieden."(Der Friede wird erhalten und geso In dieser Sitzung wird die Wahl des Oberlehrers Dr. Kohn zu Emmerich zum Oberlehrer beim hiesigen Gymnasium bestätigt. Zu Punkt 9: Die Beschlußfassung wird vertagt Verschiedene Korrespondenzen mußten Nummer zurückgestellt werden. ür die morgige Rheinische Diskonto=Gesellschaft Viersen Atien=Kapital=35 Millionen Mark. Viersen, den 12. Januar 1904 fl. 100 Amstetdam“.) Rotterdam London Lstr. 1 Antwerpen 1 Frs. Brüssel Wien Nr. 100 Ich muß mich ich an der Viers benfalls der Abstim mner Volkszeitung geDann beantrage ich, den Antrag dem noch Nussichtsausschuß zur Vorberatung zu u gedanken an die Wahl heranzutreten beabsichtigten und den Frieden um jeden Preis wollten. Und als Antwört darauf redet man von einer„Kasinoklique.“ Ich stehe auf dem Standpunkte, daß mit der Stadtmühle die städtische Vorwaltung gemeint ist und kann mit Rücksicht auf diese Vorkommnisse nicht dafür stimmen, daß eine Zeitung bei Vergehung. von Drlicksachen berücksichtigt wird, die sich dazu hergibt, die Verwaltung der Stadt und ihre Mitglieder aufs gröblichste zu verunglimpfen. Stadtv. Hamm: Der Ausdruck Stadtmühle, wie auch die anderen Schlagworte stammen aus dem Artikel der Viersener Zeitung„Gehankeil zur Stadtratswahl“. Aber in einem ganz anderen Sinne u. Zusammenhange, D. B.) In der hies. Bürgerschaft war die Ansicht vertreten, der Bürgermeister sei der Artikélschreiber gewesent Dieser Ausicht bin ich aber entgegengetreten, denn das sah ich auf den ersten Blick, daß diese sogen.„Gedanken“ nur ein„Pennälermachwerk" war.„Und dieses Pennälermach#werk bringt die Viersener#Volkszeitung bezw. ihren Parteifreund, ###n in Erregung, daß ste sich zu den vom Stadtv. Wentgesegerügten Ausfällen versteigt, von denen der eine einen gröblichen Vertrauensbruch darstellt, der andere so beleidigenden Inhalts ist, daß er demnächst das Gericht beschäftigen wird. Anm. des Berichterstatters.) Wehn die Inserenten aus dem Casino über die Antwort wild geworden sind, so haben sie das der Viersener geirung zu danken. Zu der Annahme, daß ein Angestellter der Gesellschaft für Druck und Perlag eine Indiskretion begangen habe, liegt sehenso zwenig ein Grund vor, wie zu eder, daß ein Angestellter der Zeitung geschwatzt hat. Früher hat man die beiden Druckereien durch Verteilung der Drucksachen dafür entschadtgt, daß sie die amtlichen Bekonntmachungen gratis aufnahmen. Jeder Bürger kann verlangen, daß er als gleichberechtigt angesehen wird und auch demgemäß behandelt wird. Vorsitzender:(Verliest den Abschnitt als der Geschäfts##ordnung von 1854, der von den, Bekanntmachungen und vom Amtsblatt handelt): Damals hatten wir nur die Viersener heitung und nahmen infolgedessen auch diese zum Amtsblatt. Später kam dann Stoffels hinzu Vor ungefähr 18 Jahren wurde diesenk auf seinen Antrag ein Teil der städtischen Drucksachen übertragen. Aber 2 Amtsblätter können wir doch nicht haben, und deshalb ist es eben die Viersener Zeitung geblieben. Die Bekanntmachungen sind stets gleichmäßig zugeschickt worden. In November erschien im„Zeitungsverlag“ ein Artikel, der sich mit der eben behandelten Angelegenheit befaßt und der allen „Stadtverordneten zugeschickt wurde.(Verlieft den Artikel. Der Artikel stellt die Tatsacheln geradegn auf den nopt. Von dem vielfach erwähnten Abkommen, wonach die Drucksachen als Entgelt für die Gratisaufnahme der Bekanntmachungen dienen sollen, ist mir nichts bekannt, ein derartiges Abkommen hat nie bestanden. Im Laufe der Zeit habe ich mich s0 an die persönlichen Angriffe gewöhnt, daß ich diese niemanden mehr übel nehme, einer muß ja herhalten und ich freue mich, aß ich derjenige bin, der herhalten muß, dann werden wenigens andere damit verschofft. Bisher wurden die Bekannthalten und gefördert durch maßlose Angräffe auf die Verwaltung. Ich erinnere an die bekannten Verdachtigungen'sin der Waisenpflege, nn die große Blütenlese persößlicher Verunglüpfungen des Bürgermeisters, der Stadtveryrdneten und der Pstizeibehörde die mit Ausdrücken, wie Strohmänner, Paschaan, absolutistisches Reganent, Heuckel ohne Topf uswh. be impft wurden. Anm. des Berichterstatters.) Und mein und iner Parteifteunde Wunsch ist es, daß wir uns stets in einchtigem Wirken zusammenfinden, und in allen Fragen uns einen objektiven Standpunkt stellen. Wenigstens sollte die adtverwaltung immer nach diesem Grundsatze handeln. Beig. Wentgess: Ich habe wiederholt darauf hingewiesen, daß die Wahlangelegenheit im Casino in ruhigster und objektißster Weise besprochen wurde. Es ist nicht nur mir unliebsam aufgefallen daß der gehässige Artikel, in der gleichen Nimmer erschießt.„Stadtv. Hamm hat angedeutet, daß er##mir später genaue Aufklärung geben will; ich warte darauf„Uldo. BrAuers: Ich enthalte mich der Abstimmung bei diesem Antrag! Stadtv. Kaiser; mung enthalten, weil schäftlich beteiligt bin. Beig. Wentges: zu wählenden Aussichtsausschuß zur Vorberat## weisen, wo dann Herr Hamm die versprochene Aufklärung geben mag. Das Kollegium ist damit einverstanden. Bei dem Posten betr. das Untersuchungsamt für Lebensmittel zu M.Gladbach regt Stadtd. Kaiser an, hier ein eigenes Untersuchungsamt einzurichten. Der Vorsitzende erwidert darauf, der Gedanke scheitere den zu hohenReiten Bei den Wegebaukosten fragt Beig. Wentges, ob es s## nicht ermöglichen lasse, um dem unerträglichen Zustande der S#ßen ein Ende zu machen, eine größere Anleihe aufzunehmen. die zu einer gründlichen Verbesserung der Wege dienen solle. Darauf entgegnete der Vors tzende, daß der Bezirksaus. schuß zu diesem Zwecke schwerlich eine Anleihe genehmigen werde Die Pflasterung unserer Straßen würde 1 Million###ke Beig. Mengen: Ich stelle den Antrag, die 5000.0 fü den hauswirtschaftl. Unterricht in den Volksschulen zu streichen Stadtv! Dohmesen: Warum soll denn jetzt die Frage fallen gelassen werden, deren Verwirklichung einen bedeutenden sozialen Fortschritt darstellt? Wir wollen erst das Urteil des Ausschusses abwarten Stadtv. Schaub: Aus finanziellen Erwägungen#heraus schließe ich mich dem Antrage Mengen an. Die Streichung des Postens braucht darum doch noch keine Aufgabe des Gedankens zu sein, denn, wird die Einrichtung der Schule beschlossen dann kann der Betrag nachgefordert werden. Vors.: Wenn der Posten gestrichen wird, dann hat die Stadtverordnetenversammlung damit erklärt, daß der Antrag überhaupt fallen soll. Ueber diesen Antrag entspinnt sich eine längexe Debatte, die mit der=Annahme des Antrages Mengen endet. Stadtv. Hamm fragt an, ob es nicht möglich wäre, die durch die Kanalbauten notwendig gewordene Reparatur der Straßen aus den Ueberschüssen der Spurkasse zu bezahlen. Voxs.: Die Ueberschüsse reichten kaum für die Kanäle, und außeidem werde die Regierung, dies auch kaum genehmigen. . Beia Menaen: Für später könne man den Vorschlag ins Auge fassen. Vorsitzenoer stellt die Frage, wo die gestrichenen 5000 K zu kürzen seien. Vielleicht bei der Gewerbesteuer?— Beig.=Mengsen: Am besten werde die Summe bei der Ehtnahite aus dem eisernen Bestand gekürzt. Stadtv. Hamm wäre es am liebsten, wenn der eiserne Bestand überhaupt nicht angetastet würde. Das Kollegium beschließt, dem Antrage Mengen gemäß, die 500# en bei der Entnahme aus demseisernen Bestand zu verrechnen, so daß aus diesem noch 9000 en genommen werden Der Etat schließt in Einnahme und Ausgabe mit 822000 K. 7) Umlagemößstab für 1904. Zur Deckung des Finanzbedarfes für 1904 wurden folgende Gemeindesteuern beschlossen: 2½ vom Taüsend des gemeinen Wertes des Grundbesitzes von der Gemeindegrundsteuer, 220 Proz. von der Gewerbesteuer. 10 Proz. vom Normalstenersatze von 2340 K. 150 Proz. vom Normalsteuersatze von 4 K, 7190 Proz. von der Einkommensteuer, Außer der Tagesordnung gibt, der Vorsitzende noch von einem Antrage des Wirtes Kuhlen Kenntnis, worin diefer bittet, für alle von ihm zu veranstaltenden Konzerte für das Jahr 200 A zahlen zu dürfen. Bis jetzt hat„Kuhlen 153 e für Konzert bezahlt. Er will dann, mehr Konzerte-deranstalten. Ueber diesen Punkt wird hin und her debattiert, der Kern der Sache war der, daß man keine Ausnahme machen dürfe. Infolgedessen wird der Antrag Kuhlen einstimmig abgelehnt. 8) Bestätigung der Wahl eines Oberlehrers, am Gymnasium, 9) Antrag von 2 Verwaltungssekretären auf Gehaltsverbesserung. Diese beiden Punkte werden in die geheime Sitzung verwiesen Wechse! Brief Geld worten Geld Fis 100 100 169.85 20.450 20.410 81.35 81.05 Englische RotenBelgische Holländisa Amerik. Oesterreich 81.25 80.95 Schweizer Russische 85 40 85.10: Sovereigns 0; Frs.=Stücke 29 42 81.10 61.00 169.40 419 85•20 80.90 215.80 20 36 16.20 An- und Verkauf von Wertpapieren und Devisen zu koulanten Bedingungen. Beleihung börsengängiger Wertpapiere. Einlösung sämtlicher Zins= und Dividendenscheine. Kostenfreie Verlosungskontrole. Eröffnung laufender Rechnungen u. sprovisionsfreier, Chek-Conten Ankauf guter Geschäftswechsel. Annahine von Spareinlagen zu günstigen Zinssätzen je. nach Kündigung. Bereitwillige Auskunfterteilung über Wertpapiere. Aufbewahrung and Verwaltung von Wertpapieren. Erstklassige deutsche Hypothekenbank=Pfandbriefe geben wir zum Börsenkurse gebühren= und spesenfrei ab. Niederrheinische Kreditanstalt Kom.=Ges. auf Aktien" Peters& Co. Viersen, Poststraße, den 12. Janua) 1974. Grundkapital Mark 21000 000 Rücklage ca. 4·000000. Tautse. Briese Wechsel Geld=Churse Rehmer Amsterdam Rotterdam Antwerven Brüssek London Paris Italien. Plätze 1100 fl. 100 Fr. Dsr. 1 9str. 100 Frs. 100 Frs Schweiz Wien 100 Frs. 100 Kr. 100 Kr. k. S. 169.50 1b2.00l Sovereigne 2 M.1 Englische Roten I. S. 81.1o 80.75# 20 Frs.=Stücke 2 M. Frs=Stücke 1. S. t 20.415 20.3758 französische Roten 81.30* 81.90“ holländische„ —.——.— amerik. Gold 81.35 80.9“).„ Reten —.— österreich. 81.20 80.80 schweiter 85.40; 85.0001 2 M. 2 20 30 20.35 16 19 4.05 81.00 80 70 69.00 4.15 4.15 5.10 10.85 An- und Verkauf von Wertpapieren zu vorteilhaften Bedingungen. Uninteressierte Auskunft über Wertpapiere. Unentgeltliche Entgegennahme von Zeichnungen, auf alle zur Ausgabe gelangenden Aktien=, Staats-, und andere Papiere. Kostenlose Einlösung sämtlicher Coupons und Dividendenscheine. Kontrole der Auslosung. Annahe von Spareinlagen mit verschiedenen Zinssätzen je nach den Kündigungsfristen. Annahme von Depots unter eigenem Verschluß des Besitzers; Safes. Die Bulletins der letzten Tage. Vorgestern: Hans starker Katarrh. Bronchien belegt. Magen nicht in Ordnung. Brechreiz vorhanden. Fay's ächte Sodener Mineralpastillen verordnet. Gestern: Husten sehr er#eichtert. Bronchien stei. Brechreiz verschniunden. Allgemeinbefinden besser. Sodener ausgezeichnet. Sind weiter zu nehmen. Heute: Hans wieder wohlauf. Erkältungserscheinungen völlig geschwunden. Hals, Lunge, Magen und Darm durchaus in Ordnung. Sodener wieder einmal brillant bewährt. Angeordnet, daß sie stets im Hause sein sollest. (Fay's ächte Todener Mineralpastillen kauft man zu 8H Pfg. per Schachtel in allen Apotheken, Drogen= und Mineralwasserhandlungen). * Die Zeitzungs=Reklame ist zweifellos das wirkshmste Mittel, das der Industre= und Handelswelt zur Hebung des Absatzes ihrer Erzeugnisse und Waren zu Gebote steht. Bei der Schwierigkeit, auf dem weiten Gebiete des Reklamewesens immer das Richtige und Zweckmäßige zu treffen, ist es für alle Inserenten von Fanz besonderem Werte, einen zuverläigen Führer und Berater zur Verfügung zu haben, wie es erfahrungsgemäß der bewährte Zeitungs=Katalog der Annoncen-Expedition „Rudplf Masse ist, der in 37. Auflage soeben erschienen sistl. In geschmackvollster äußerer Ausstattung— die seit Jahl ren bewährte Form der Schreibmappe mit Kalendarium ist wieder beibehalten worden— enthält der Katalog, aufs sorgfältigste nach dem neuesten von den Verlegern der Zeitungen und Zeitschriften geliefertenMateril bearbeitet, die Zeitungen und Zeitschriften für welche die Annoncen-Expeditio., Rudolf Mosse Anzeigen entgegennimmt. Bei den Plättern finden sich alle dirjenigen Angaben, die für die Inserenten in erster Linik wissenswert sind, wie Zeilenpreise, Spaltenbreite, Erscheinungsweise. Auflage, politische Richtung usw. Wie früher, ist auch diesmal Rudolf Mosses Normal=Zeilenmesser, der es jedem ermöglicht, die Insertionsgebühren für eine Auzeige selbst zu berechnen, dem Kataloge wieder beigegeben.: Von der Beigabe von Anzeigen- und KlicheeEntwürfen ist dagegen Absta##d genommen und zwar, wie aus dem Vorwört zum Kataloge hervorgeht, im Hinblick auf den von der Firma Rudolf mossse für ihre Kunden hergestallten besonderen Klichee=Katalog, der ca. 1200 der wirksamsten Klichees zu effektvoller Ausstattung vont Anzeigen enthält, AlsSeparatbeilage bringt der Katalog eine 20 Seiten umfassende textliche und illustrative Beschreibung des monumentalen Neubaus, den die Firma Rudolf Mosserauf dem ausgedehnten Eckgrundstück Jerusalemer= und Schützenstraße von 1900—1903 er= richtet und im Laufe des letzteren Jahres hezogen hat. Jedem Empfänger des Katalages wird diese Beigabe interessant und willkommen sein. Mit ihren nach photographischen Aufnahmen hergestellten Abbildungen läßt sie einen Blick tun in die Einzelheiten des großen Betriebes der Firma Rudolf Mosse, und zwar sowohl der Annoncen=Expodition wie der Buchdruckerei. Carl Mackes Annchen Mackes geb. SchmitVermählte. ∆ Vlerge 12. Januar 1904. M.Gladbach, * Gesangverein. den 12. Januar, im Hotel Gausen Erste Probe sür die Messias=Aufführung für die Damen um punkt 8, für die Herren um punkt 8½ Uhr. Alle aktiven Mitglieder und die zahlreichen Damen und Herren, welche uns freundlicherweise ihre Mitwirkung zusagten, werden dringend gebeten, gleich von Anfang an pünktlich und regelmäßig zu kommen. Der, Vorstand i. u.: C. Zahn. Polizei=Verordnung über das Halten von Kost und Quartiergängern. Beseitigung der bei dem Kost- und Quartiergängerwesen hervorgetretenen Mißstände verordnen wir auf Grund der §§•6 und 11 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 für den gesamten Umfang unseres Verwaltungsbezirk was folgt: § 1. Niemand darf in das von ihm ganz oder teilweise bewohnte Haus gegen Entgelt Personen unter Gewährung von Wohnung und Kost(Kostgänger) oder unter Gewährung von Wohnung und Bett(Quartier, oder Mietgänger) aufnehmen oder dort bei sich behalten, wenn er nicht für diese Personen außer den für sich und seine Haushaltungs=Angehörigen erforderlichen Räumen genügende Schlafräume hat, welche den nachfolgenden Behingungen entsprechen: a. die Schlafräume dürfen mit den eigenen Wohn= und Schlafräumen des Kost- oder Quartiergebers und seiner Haushaltungsangehörigen weder in offener Verbindung stehen noch durch eine aufschließende Türe verbunden sein;. b. jeder Schlafraum muß gedielt, mit einer Türe verschließbar und mindestens mit einem Fenster in der Außenwand des Hauses versehen sein; auch darf derselbe nicht mit Abtritten in offener Verbindung stehen; o. die Schlafräume müssen für jeden Kost= oder Quartier= ganger mindestens 10 Kubikmeter Luftraum enthalten; d. für jeden Kost= oder Quartiergänger muß ein Bett und ein Waschgeschirr vorhanden sein(Polizeiverördnung vom 4. 7. 1902.); e. an der Türe jedes Schlafraumes muß auf der Innenseite ein Zettel hängen, auf welchem die zulässige Zahl der den Schlaftaum benutzenden Kost= oder Quartiergänger angegeben ist. Die Richtigkeit der Angabe wird auf dem Zettel selbst nach der Meldung des§ 3 von der Polizeibehörde bescheinigt. § 2. Niemand darf ohne Erlaubnis der Ortspolizeibehörde gleichzeitig Kost= oder„Quartiergänger verschiedenen Geschlechts aufnehmen oder bei sich behalten, außer wenn dieselben zu einer Famisie gehören. Koff und Quartiergänger dürfen nur in der für sie bestimmten MRäum## Schlafstätten haben und benutzen. § 3. Jeder, wilcher Kost= oder Quartiergänger bei sich aufnimmt(§ 1), muß hierphn unter Angass der Zahl der aufzunehmendes Personen und der für diesell# bestimmten Räumlichkeiten der Ottspolizeibehörde binnen 6 Tagen Anzeige machen. Eine ehrung der Zahl der KostLiedertafel zu Viersen. Sonntag, den 17. Januar, Abends. 6½ Uhr, im Saale des Hotel Gansen, Winterfest. bestehend in: Chor=Gesängen des Vereins, Solo=Gesängen der Konzert=Sängerin Frl. Aliee Ohse aus Köln, Musikvorträgen, Theater=Aufführungen und Tanz. " Die verehrlichen passiven Mitglieder werden nebst Familse zu recht zahlreicher Beteiligung freundlichst eingeladen. Nichtmitglieder haben keinen Zutritt. Der Vorstand. Münchener Bürgerbräu. Heute„Dienstag Abend letztes Konzert der beliebten Dachauer Bauernkapelle. Zum Besuche ladet freundlichst ein über unpünktliche oder ordnungswidrige Zustellung der Viersener Zeitung durch die Boten wolle man direkt an die Geschäftsstelle mündlich oder schriftlich richten. Düsseldorf 1902- Gold. Gechille amp; e“ v.silberne Staatsmedallle schener Indeäfen über 75.000 im Gebrauch G.HOUREN SOHN CRRL AACHENS Prospecte gratis-Vertreter an kost allen Plätzen für die Kölnische Zeitung und andere in= und ausländische Blätter werden durch die Unterzeichnete zu Originalpreisen besorgt die Geschäftsstelle der Viersener Zeitung. Grosse Geld-Lotterie! Staatlich genehmigt! Höchstgew. ev 600000 Mk. Emil Steinwenzn 1 2•1 spez. 390000 200000 100000 60000 50000 40000 30000 7 à 20000 k1 à 10000 35 à 5000 109. à 3000 161 a 2000 623 à 1000 „848 à 500 u. s. W. Jedes zweité Los gewinnt. eiste Verm minderung oder Quartiergänger, eine Verder für dieselben bestimmten Räumlichkeiten und eine Ueberlassung anderer Räumlichkeiten sind in gleicher Weise und innerhalb derselben Frist anzuzeigen. § 4. Die Ortspolizeibehörde ist befugt, das Halten von Kostund Quartiergängern ganz zu untersagen oder zu beschränken: a. wenn Tatsachen vorlsegen, welche die sittliche Unzuverlässigkeit des Kost= oder Quhktiergebers dartun: b. wenn die dem Kost oder Quartiergeber verbleibenden Wohn= und Schlafräume nicht für jede zu seiner Haushaltung gehörige Person mindestens 10 Kubikmeter Luftraum enthalten Viemand darf entgegen einer sölchen Anordnung der Orts polizetbehörde Kost= odet Quartiergänger aufnehmen oder be halten.48 § 5. Jede Zuwiderhandlung gegen die vorstehenden Bestim mungen(§§ 1—4) wird mit Geldstrafe von 3 bis zu 30 K oder im Unvermögensfalle mit verhältnismäßiger Haft bestraft. Düsseldorf, den 11. Juli 1887.. Königl. Regierung, Abteilung des Innern: von Roon. Vorstehender Polizei=Verordnung wird wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß demnächst eine genaue Besichtigung stattfinden und jede Uebertretung dieser Verordnungen unnachsichtlich geahndet wird. Viersen, den 20. März 1903. Die Polizeiverordnung. Der Bürgermeister Stern. verbunden mit Unterrichtskursen sämtlichen weiblichen Handarbeiten." Das Semester beginnt am 15. Januar 1904 und bitten wir um frühzeit ge Anmeldung, da nur eine beschränkte' Zahl Teilnehmerinnen ausgenommen wird. Prospekte mit Unterrichtstächern sowie nähere Auskunft gibt die Unterzeichnete Maria Borgie. Atelier für Kunststickerei 1. Ranges, Hauptstrasse 115 I. Etage. Wiederverkäufer gesucht. Grosse Geld-Lotterie staatlich genehmigt. 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Zwangsversteigerung. * Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaf, die in Ansehung des in Viersen belegegen im Grundhoche von Biersen Band 68 Artikel 2711, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungspermerkes auf den Namen der Eheleute Jakob J-sef Barwsxy ohne Geschäft zu Viersen, eingetragenen Grundstückes: Flur 46, Parzelle 487/8, Gereonstraße, a. Wohnhaus mit Flügelgebäude, Hofraum und Hausgarten und abgesondertem Abort. 6 Nr 64 Quadratm, Nutzungswert 450 Mork, v. Schuppen, Nutzungs wert 36 Mark, Grundsteuerkataster=Artikel 3427, Gebäudesteuerrolle Nr. 3062; besteht, solk dieses Gru dstück am 21. Januar 1904 Vormittags 10 Uhr, durch d.s unterzeichnete Gericht— an der Getichtostelle g— Biersen, Augustaplotz Nr. 1. Zimmer Nr. 11, verfteigert werden Viersen, 26. November 1903. Großer Ausverkauf wegen Neubau. Gebe sämtlsche Waren wie Hüte, Schirme, Mützen weit unter Vreis ab. Winand Braun, Casseler Handschuh-Fabrik von I. C. Schäfer Nacht. 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