Nr. 279. 54. Jahrgang. für den allgemeinen Theil: Dr. B. Pohlisch in Remscheid; den Anzeigen=Theil: Julius Krumm in Remscheid. ### täglich; an den Wochentagen Nachmittags, Sonntags früh. # mmz lich 70 Pfg., vierteljährlich 2,10 Mark, bei der Post 2,25 Mark. Früher: Remscheider Volksblatt. Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Remscheid. Politische Uebersicht. * Kemscheid. 11. Oktober 1901. Krieg in Südafrika. Empfange mehrerer Abordnungen anläßlich des kahrestages des Kriegsbeginnes erklärte Präsident I. es sei noch eine lange Kriegsdauer wahrscheinlich, Krieg werde mit der völligen Erschöpfung Chronicle“ stellt folgenden Kalender 11. Otober 1899: Krieg erklärt; 1900: Mr. Chamberlain sagt in Coventry: der Krieg zu Ende ist, hat das Volk sich noch gemacht, ein wie schwieriger Krieg es war“; 1901: Lord Roberts sagt jetzt in Liverpool: nsche ernstlichst, daß der Krieg vorüber wäre.... e die Nation jetzt bitten. Geduld zu bewahren.“ ua meint, Lord Roberts müsse sich mit Lord n dem Lordkanzler, auseinandersetzen, der heute ner im Linde noch glaube, der Krieg sei zu Fist nur eine Art von Kriegführung; aber ist ** den Markt beherrschende Stellung inne haben, durch Fettdruck besonders hervorgehoben sind. Da bei der Ausarbeitung des Handbuchs das gesammte einschlägige Material, soweit irgend zugänglich, auf das sorgsamste zu Rathe gezogen und verwerthet worden ist, da ferner füc die Ausarbeitung Mitarbeiter herangezogen worden sind, deren Thätigkeit, Kenntniß und Erfahrung in der einschlägigen Materie die weitestgehende Zuverlässigkeit des vorliegenden Werkes gewährleistet, so wird in der That jeder, der irgendwie an der deutschen Handelsvertragspolitik interessirt ist, ohne Rücksicht auf seine besondere Stellung zu derselben in dem Zolltarif=Handbuch die nothwendigste Grundlage für eine Beurtheilung der schwebenden handelspolitischen Fragen finden. Die Uebersichtlichkeit der Anordnung erleichtert die Benutzung des Buches, wofür außerdem noch ein ausführliches Inhaltsverzeichniß sorgt. Für den Kaufmann und Industriellen, den wirthschaftlichen und praktischen Nationalökonomen, den Politiker und Journalisten ist das Buch ein Nachschlagewerk, das durch seine Zuverlässigkeit und Sachlichkeit die besten Dienste leistet und dessen Anschaffung allen Interessenten angelegentlich empfohlen werden kann. Folge ihrer regger's Bin. haben dürstn u. Kurzun## und daher b## h einztal gelesg nes und in de ser Tage ein b# äsidenten der# lesen, in den Gedeihen de##### den schilderte u er vorhielt. war die Navi envereins gen über die— in dem Brieß. ittern vom Flatz in corpore dem r Weinheimer en=Convent.“ umal man im a fast nie Versan dern fast immer unsern Glücks In der Zeitscheh South Bend(3 Straßenecke Nefeil. Eine spazi um Kunden anz er Italiener un Zeist ihnen die Be Aussehen des Ma einen Satz und inden Dame. r Schrei, und### Man trägt sie 0 Minuten, ehe Polizist erkennt mmsten Verbrecs# ziert. Viermal Angriffs, Do# iffen. Sie war Absicht zu töten“ Weib fällt in O## st mein rechze Ein Zolltarishandbuch. Oberlehrer und Richter. :„ O n e i n! B e z u#### t w u r f e i n e s n e u e n Z o l l t a r i f s i s t g e g e n w ä r t i g] E i n o s t p r e u ß i s c h e s B l a t t m e l d e t e d i e s e r T a g e, d i e sch, aber eine Behigegenstand des politischen Interesses, und dieses finanzielle Gleichstellung der Oberlehrer mit den Richtern Fr!“ Msteig, je näher die Zeit der parlamentarischen sei eine beschlossene Sache. Diese Nachricht entspricht nicht nen heranrückt. Dabei macht sich in weiten den Thatsachen. Ersichtlich offiziös schreiben die„Berl. am 9. Oktobaddos Bedürfniß geltend nach einer Bearbeitung des Pol, Pochp,z.. gage alg ab die pällige Gle“s I, welche einen Vergleich zwischen den Sätzen]„Die Meldung der Presse, als ob die völlige Gleich igen Generaltarifs bezw. der durch die Verträge stellung der Oberlehrer mit den Richtern bezüglich des ien Ermäßigungen derselben und den Sätzen Diensteinkommens in naher Aussicht stehe, trifft in dieser Entwurfes ermöglicht. Zwar sind bereits Form nicht zu. Die allgemeine Gehaltsaufbesserung der suche noch dieser Richtung hin gemacht worden, Beamten und Lehrer an den höheren Lehranstalten hat 2######— förderten Unzulängliches zu Tage und vermochten ihren Abschluß erreicht, und Ausgleichungen vorhandener 3gg#bltige Material nicht in befriedigender Weise zur Dar Verschiedenheiten lassen sich daher nur im Rahmen jener . ubringen. Insbesondere zeigte sich bei der praktischen Gesammtmaßregel vornehmen. In Bezug auf die Dienst# alsbald, daß die volkswirthschaftliche Bedeutung bezüge der Oberlehrer besteht zur Zeit eine solche Ab ionen und Zollsätze des Tarifs, sowie die im weichung von der Ordnung der Bezüge anderer vergleich vorgeschlagenen Abänderungen derselben nur barer Beamtenklassen zu Ungunsten der Oberlehrer beilt werden konnten unter Zuhülfenahme aller insofern, als bei jenen das Höchstgehalt mit 21 Dienstkommenden Angaben unserer Außenhandels= jahren, bei den Oberlehrern aber erst nach 24 Jahren sowie der Einheitswerthe für die einzelnen erreicht wird. Diese Ungleichheit wird als eine UnbilligWenn auch die einschlägigen ziffernmäßigen An= keit gegen die Oberlehrer empfunden, und man kann Jahr zu Jahr differiren, so sind doch diese dieser Auffassung eine gewisse Berechtigung nicht absen nicht so bedeutend, daß nicht die Ziffern sprechen. Auch das Abgeordnetenhaus hat sich auf diesen Jahres einen ausreichenden Anhaltspunkt für Standpunkt gestellt, indem es in der letzten Tagung bei ung und Beurtheilung des neuen Zoll= dem Etat der Unterrichtsverwaltung die Staatsregierung v0 Mi. um e geben könnten Die Erwartung, daß ersucht hat, dahin zu wirken, daß durch anderweitige ffanko Natzausamüiche Bearbeitung des Tariss erscheinen Bemessung der Alterszulagen die Erreichung des Höchsterling. Herfasit die den Anforderungen entspräche, hat sich nicht gehalts bereits nach 21 Jahren gesichert wird, und zwar : n So wird man es dem sehr rührigen Handels= unter besonderer Berücksichtigung der unteren Gehaltseiten.(gaeun#i. Verein als dankenswerthes Verdienst an stusen. Diese Forderung des Abgeordnetenhauses halt eP cue, Srtug nüssen, daß er es unternommen hat, den Ent= sich in dem Rahmen der allgemeinen Ordnung der 99: Die geu einer für die Braris ausreichenden Weise Gehälter. Sie bezweckt keine Gehaltserhöhung, soadern 3 Ant v. kulo. b:„.59 heranszaugeben. Er hat dasüie nur die Ausgleichung einer Uabiligkeit eater in Busserläsige und sachkundige Kraft in dem Redakteur Oberlehrern. Ueber die Erfüllung sind daher die Ressortag: Wie die 4Mnrdd. Allg. Zig.“ Jos. Soetebier, gewonnen, minister in Verhandlungen eingetreten, und es darf davon spiel von Gurt durchaus odjektiver, mustergütiger Weise seine ein den Wünschen der Oberlehrer entsprechendes Ergebniß #tan im witepe gelöst hat. Der stattliche Band von 132 Seiten erwarzet werden.“ giebt zunächst eine Uebersicht der Handels= und! Die Oberlehrer sehen sich also in ihren Erwartungen n 4 Akten mag#rtschen Beziehungen Deutschlands zum Auslande wiederum getäuscht. Die rotre m#n Stande von Ende September 1901; dann in 4 Aufzügn#### Zolltarifgesetz mit Gegenüberstellung der ane St.=Cent W#rn des alten und des neuen Tarifs. Als —rth ist noch hervorzuheben, daß nicht nur die iter in Dil##tmäßige Herabsetzung der Zollsätze, sondern auch ): Tas gtos#dungen mit ausgeführt sind und zwar stets unter 4 Atten v. A# derjenigen Länder, mit denen die betreffenden er flegendt, Vg abgeschlossen sind. Ebenso sind bei den Ziffern Aufz von R#c#enge und Werth der Ein= und Ausfuhr stets die heater in Mten Bezugsquellen bezw. Absatzgebiete des beDie Jounuuen Artikels mit aufgeführt, wobei, was die eitag: Fid######ting sehr erleichtert, solche Länder, welche eine Euschul Krebssuppe, Rüben, Kart Freitag den 11. Oktober 1901 Zeitung. Druck und Verlag von Hermann Krumm in Remscheid. Fernsprech=Anschluß Nr. 1.— Telegramm=Adresse: Zeitung, Remscheid. Anzeigen=Preis: die Borgis=Zeile oder deren Raum 15 Pfennig. Reklamen: die Petit=Zeile 30 Pfennig. General=Versammlung des Evangelischen Bundes in Breslau Der zweite Tag(Mittwoch) der Generalversammlung wurde eingeleitet durch eine geschlossene MitzliederVersawmlung.„„„„ Abends fand im größten Saal Breslaus, im Schießwerder, eine öffentliche Versammlung mit einer Zuhörer# schaft von 3000 Personen statt. Justizrath Geisler Breslau hielt die Begrüßungsrede: Es handele sich nicht um Unduldsamkeit, sondern um Durchführung des preußischen Wahlspruchs: suum cnique Wir fordern nur, daß der heilige Vater endlich sein Schimpfen und Fluchen gegen uns einstelle.(Brausende Zustimmung.) Wir verlangen, daß nicht den Paladinen unseres Glaubens die Ehre abgeschnitten wird.(Wiederholter Beifall) Ihrer unersättlichen Habsucht haben es die Ultramontanen zu verdanken, daß auch den gleichgültigsten Evangelischen endlich die Augen aufgehen über ihre Ziele. Wenn die neuesten„Lehraufgaben der höheren Schulen in Preußen" verlangen, daß die Schüler durch Erziehung in Gottes Wort zu charaktervollen, christlichen Persönlichkeiten herangebildet werden, die sich befähigt erweisen, dereinst durch Bekenntniß und Wandel ihrer Lebensstellung entsprechenden heilsamen Einfluß auf das Volksleben auszuüben— so ist das auch die Forderung des Evangelischen Bundes. Pastor prim. Spaeth(Breslau) brachte einen Gruß vom Evangelischen Arbeiter=Verein. In Gemeinschaft mit dem Evangelischen Bunde wolle er diejenigen sammeln, die sich nicht beugen wollen unter die ultramontanen Volksbeglücker, sondern vom Geiste des Evangeliums erfüllt, wolle er seine Liebe den Brüdern darbieten. Professor D. Witte(Halle) sprach sodann über:„Die Kampfesaufgabe des Evangelischen Bundes und die christliche Liebespflicht“. Der Evangelische Bund beklagt es tief, daß er Kampf führen muß, aber der Kampf schließt die Liebe nicht aus, wie ja auch Christus in seinem Leben Kämpfen und Lieben vereinigt hat and Paulus das Schwert gezückt hat gegen die Feinde des Kreuzes Christi. Wir haben zu kämpfen nach unseren Satzungen gegen Indifferentismus und Materialismus. Darin könnten wir mit den Römischen Hand in Hand gehen, wenn sie uns nur als eine berechtigte christliche Gemeinde anerkennen würden; aber die von dem„ruchlosen Apostaten Luther“ gegründete Kirche wird nach dem römischen Katechismus vom Geiste des Teufels geleitet. Die evangelischen Missionare sind solche, welche bestrebt sind, das Reich der Finsterniß zu verbreiten(nach der Encyclika vom 3. Dezember 1880). Seit der Wiederaufrichtung der„Gesellschaft Jesu“, die nach der Erklärung des ersten Vorsitzenden der General=Versammlung der Katholiken Deutschlands, Buß, ein polemischer Orden ist, gegen die Reformation gerichtet, hat der Ultramontanismus den deutschen Katholizismus unterjocht. Hier in Breslau trat der edele Fürst bischof Graf Sedlnitzky zur evangelischen Kirche über, weil er in der Veräußerlichung des Christenthums den Kampf des verweltlichten Kirchenregiments gegen die wahre Kirche Christi erkannte. Der Jesuitenorden, dessen Anjänger es gewagt hatten, dem Papst Clemens XIII. wegen einer Auflösungsbreve Wahnsinn zuzuschreiben, hat immer mehr Terrorismus geübt, ihm sind unterlegen solche Männer, wie Professor Schell in Würzburg, Prälat Dr. Schaicher in Wien, die eine Reformation an Haupt und Gliedern verlangten. Sogar die beiden Hauptblätter des Ultramontanismus, die„Germania" und„Kölnische Volkszeitung“, welche die Methode der Moralwissenschaft bei Alfons Liquori als nicht mehr zeitgemäß bezeichneten, wurden von dem Jesuiten Lebmkuhl zurückgewiesen: Auch die Methode des Kirchenlehrers sei unantastbar. Das Neue Testament sordert Anbetung Gottes im Geist; aber diese„neue Religion“ will tasten, sehen, greifen, fühlbar vor sich haben, was doch unsichtbar ist; Alles ist Mechanismus geworden. Der Priester wird das Gewissen des Gläubigea, sein Gesetzgeber und sein Richter. Nach Liguori werden die Priesterkandidaten unterrichtet, nach ihm haben sie in der Beichte ihre Beichtkinder anzuleiten; aber Gnade Gott dem deutschen katholischen Volk, wenn diese Grundsätze in sein Fleisch und Blut übergehen. Nicht die katholische Kirche bekämpft der Esangelische Bund, sondern den diese Kirche allmählich überwältigenden und durchdringenden Geist des mönchischen, die Weltherrschaft erstrebenden und Alles unisormirenden Jesuitismus. Gerade aus Liebe zu unseren deutschen Brüdern müssen wir gegen ihn kämpsen, denn jetzt müssen die Katholiken aus Religion ultramontan sein und alle Auswüchse päpstlicher und klerikaler Weltherrschaft aus Religion unterstützen. Dieses System politischer Religion oder religiöser Politik wagt sich als Retter der Gesellschaft, als Schutz der staatlichen Ordnung auszugeben, und empfiehlt sich den Regierungen als die festeste Stütze gegen Gottlosigkeit und Umsturz. Und doch hat die Weltgeschichte gezeigt: wo der Ultramontanismus sich in einem Volke voll ausleben konnte, da fallen Krone und Thron zuletzt in Trümmer; aber die Regierungen wollen die Gunst des Papstes, der Bischöfe und des Zentrums nicht verscherzen. Während die katholischen Länder den katholischen Orden die Thüre weisen, drängt sich bei uns der Ultramontanismus ein in die Universitäten, die Beamtenschaft, die Verwaltung, das Geschäftsleben, die Gewerke, die Berufe. Der Redner schloß mit folgenden Worten: Aus Liebe zu unserem Volk, aus Liebe zu unserer Kirche, aus Liebe zu Wahrheit und Recht wollen wir weiter führen den Kompf gegen Lüge und Sünde. Hüten wir uns nur im Kampfe vor blinder Leidenschaft; wachen wir darüber, daß keine durch Haß oder Unlauterkeit vergisteten Pfeile fliegen, und scheiden wir ehrlich und gewissenhaft zwischen Person und Sache. Dann kämpfen wir einen guten Kampf, und man wird uns auch in den Kreisen, die jetzt noch nichts von uns wissen wollen, staatlichen, kirchlichen, protestantischen— ich hoffe, auch katholischen— noch einmal danken, daß wir zur rechten Zeit auf dem Plane waren. Gott aber segne den Evangelischen Bund und Alle, die ihn segnen Pastor Lachemann aus Kirchberg sprach über ReiseEindrücke von der evangelischen Bewegung in Frankreich. In Frankreich ist im 19. Jahrhundert der Abfall von der römisch=katholischen Kirche ein sehr starker. Seit 1875 haben in jedem Jahre mehr als 100 Priester die römische Kirche verlassen. Das 1848 von evangelischer Seite gegründete„Oeuvre des pretres“ hat seit seinem Bestehen etwa 120 Priester ausgenommen und etwa 300 Priester abgewiesen. Seit 1895 verehren die Uebergetretenen in dem früheren Abbé Andié Bourrier ihren Führer und Organisator, und haben im„Sorêtien français“ ihr Organ. Zum Bruch mit Rom wurden diese Männer getrieben nicht aus äußeren Gründen, denn im Dienst des Evangeliums wartet in Frankreich nichts auf sie, als viel Arbeit und ein kärgliches Brot, sondern weil die römische Kirche unter religiöser Flagge weltliche Ziele verfolgt, weil sie ihnen sittlichen Ernst, wissenschaftliche Wahrheit und Lauterkeit nimmt. Diese evangelischen Priester betrachten sich selber als die Vorposten und sind von guter Hoffnung auf die Zukunft der Bewegung. Im Jahre 1807 gab es nur 78 protestantische Kirchen in Frankreich, heute findet man wieder an 1185 Orten protestantische Tempel und Betsäle. Paris hatte im Jahre 1811 zwei protestantische Gotteshäuser, heute mehr als 60. Damals war die Zahl der protestantischen Pfarrer zusammengeschmolzen auf 171, heute sind es über 1200. Von christlichen Liebeswerken war zu Anfang des 19. Jahrhunderts unter den französischen Protestanten so gut wie nichts zu finden, heure geben sie sieben Millionen Franken aus, d. h. im Durchschnitt mehr als zehn Franken pro Kopf. In dem Lande, wo man die fcommen Hugenotten blutig verfolgte, regt sich wieder kräftig das Evangelium. Der Redner schilderte darauf interessant und anschaulich einige Besuche, die er in französischen Gemeinden in diesem Jahre gemacht hatte. Zum Kapitel der„Hunnenbriefe“. Die Ausbeutung der sogenannten„Hunnenbriefe" durch die sozialdemokratische Presse erfährt eine neue Zurückweisung durch die amtliche Feststellung eines Falles. Die „Fränkischen Nachrichten“ hatten den Brief eines baierischen Unteroffiziers veröffentlicht, der in der Nacht vom 23. zum 24. November vier Stunden don Peking mit 32 Ein Seelenleiden. Novelle von Hellmuth Mielke. fragte er mit einem 11 Der Vo ückgekehr Koll B: der inneren Kranke Wirbicher den 10. M nds an geso Karl 2 kremenholl sunden“ Herrn 4 in Poliz eine cch weiß!“— und aus ihrer Stimme klang wie schmollender Trotz—„ich kenne ja die F der Komplimente, aber auch die andere, die P# zu mir spricht und die alle denken. Polnische haft, ist es nicht das, was Sie auch denken?“ eiden wir lieber bei dem Märchen, meine Gnädigste, finde gegenwärtig, daß das Märchen auch WirkSie irren, wenn Sie meinen, es sei mir peinlich, Wirklichkeit zu sprechen. Ich habe leichtes Blut. ne gene pas! Aber ich liebe die Offenherzigkeit i anderen.“ oiin durchaus aufrichtig gewesen, als Mensch, Arzt, denn meine ärztliche Kunst kann hier helfen. Das Märchen muß sich eben einfach # steckt denn hinter diesem mysteriösen Wort?“ sie verwundert. meine,“ erwiderte er, kühner werdend,„es wird behen wie im Märchen. Eines Tages wird der Königssohn kommen, der in das verwunschene endringt, die Prinzessin erlöst und zu seiner Ge erhebt.“ rehrte mit der Hand ab. Diese vagabundirenden Königssöhne giebt es jetzt Nr. Die sind ausgestorben,“ sagte sie mit ehrAiene.„Da könnte ich lange in unserer Raubund warten, bis einer kommt.“ wer weiß, vielleicht ist er ganz nahe.“ #—absichtigt oder nicht, seine Augen richteten 7 Fenster, durch das man das hohe Pächter* seinem ganzen Prunk sich an den Wald deutlich sehen konnte. Ihr Blick war dem K. und ihre Stirn särbte sich mit einer Verzen des Arztes stieg plötzlich etwas wie einen Unbekannten auf, den er nie gesehen war, denn doch etwas im Werke, trotz aller mut denen der Vater seinen Pächter bedacht „Sollte ich nicht recht haben? bitteren Lachen. Sie richtete stolz ihren Kopf auf. „Nein. Es könnte ja einer kommen, der mir nicht daßte.“ O. ein Königssohn, meine Gnädigste—“ „Danke, ich verstehe. Sie meinen einen Geldsack. Wahrhaftig, wir könnten ihn gebrauchen, namentlich Papa. Ich meinerseits verzichte und bleibe lieber als treue Verwalterin in der Raubburg.“ „Und wenn sie eines Tages nicht mehr da ist?“ „Wenn sie eines Tages nicht mehr da ist," wiederholte sie,„o, die Welt ist so groß, und ich habe ein so leines Gewicht, daß immer noch irgend wo ein Plätzchen ür mich sein wird.“ „Bei Verwandten, geduldet, oder unter fremden Menschen allerlei Kränkungen ausgesetzt?“ „Ich finde mich schon durch. Ich werde schon frei bleiben. Wissen Sie auch,“ sagte sie fast triumphirend, „was ich für eine Idee habe? Ich bin sehr neugierig.“" „Ich werde Krankenpflegerin. Sie lachen? Pfui, wie abscheulich. Sie als Arzt lachen darüber? Halten Sie mich etwa nicht für geeignet?“ „Ich halte das für eine romantische Idee von Ihnen, meine Gnädigste, die Ihnen gewiß vergehen würde, wenn Sie einmal mit einem Kranken zu thun gehabt hätten.“„„„ „O. Sie vergessen ganz, mein Herr Doktor, daß wir einen Kranken ja im Hause haben. Sie sollen nur höten, wie er mich lobt.“ „Sprecht Ihr von dem armen Teufel?“ sagte Herr von Kolowieski, der jetzt wieder eintrot, während hinter ihm der alte Knecht, in einer verschlossenen Livree steckend, ein Präsentirbrett mit Flaschen und Gläsern brachte. Doktor Kufner mußte sich erst jetzt darauf besinnen, daß man hier ja auch seine ärztliche Kunst in Anspruch nehmen wollte. „Allerdings,“ sagte er schnell gefaßt.„Ich wollte Sie doch bitten, Herr von Kolowieski, ehe ich weiteren Gebrauch voa Ihrer liebenswürdigen Gastfreundschaft mache mir den Kranken wenigstens zu zrige. „Na, es pressirt durchaus nicht. Habe mich erkundigt, ein wenig.“ „Das war vorhin nicht, Papa,“ sagte Fedora bestürzt. „Dann fiebert er wieder stärker. Kommen Sie, Herr doktor; ich muß mich sehr anklagen, Sie aufgehalten zu jaben.“ „Du willst bei der ärztlichen Untersuchung zugegen ein, Mädel?“ fragte Herr Kolowieski. „Als zukünftige Diakonissin, Popa, muß man sich daran gewöhnen.“ „Diakonissin? Bist wohl übergeschnappt? Warum nicht ieber Kinderfräulein?“ Nach dieser energischen Frage führte Herr von Kolowieski seinen Gast durch mehrere Zimmer, deren Ausstattung in sehr grellem Gegensatz zu dem Salon stand. An diesen kahlen Wänden und dem dürftigen Hausgeräth sah der Doktor, daß die„Entzauberung“ des Märchenschlosses denn doch bereits ihre Fortschritte gemacht hatte. In einem halbdunklen, kammerartigen Raum, in den sie eintraten, fand sich, an der Längsseite aufgestellt, ein Bett, an dessen Fuße eine alte, schmierige Magd auf einem Stuhl saß. Als die Thür aufging, drangen ihnen die Worte des Fiebernden entgegen: „Du sollst aber mitkommen,“— seine Stimme war heiser, von Ingrimm belebt—„ich brauche Gold, nur Gold.“ Auf einen Wink des Hausherrn räumte die Magd ihren Platz. Mit raschem Griff zog der Arzt die Kissen beiseite, in die sich der Kranke eingewühlt hatte. Ein fahles, bärtiges Gesicht mit abgezehrten Wangen blickte ihm entgegen, die Fieberröthe glühte auf der feuchten Stirn, und die hohlen Augen schweiften ziellos und ohne Verständniß, daß jemand in der Nähe weile, umher. Der Arzt untersuchte den Puls. „So schaff doch Geld, Lieb, morgen bringst Du es mir, übermorgen geht's übers Wasser. Komm, küsse mich, küsse mich. Drüben sind wir alle frei, auch „Klagte der Kranke über Schmerzen?“ fragte Doktor Kufner Fedora, die in der Eingangsthür stehen geblieben war. „Heute früh sagte er, er fühle schmerzende Stiche in der Brust.“ „Bringst es mir ins Wäldchen— ein— zweitausend Thaler. Er hat's ja. Sträube Dich nicht oder ich schieße mich todt. Das Wäldchen, hörst Du? Oder es ist aus mit mir. Ach was, Du sollst mich küssen. Er hat's ja, das Geld.“ „Eine bestige Lungenentzündung,“ konstatirte Doktor Kufner. Er sah dabei rach Fedora hinüber, sie hatte sich während der ganzen Untersuchung abgewandt.„Ich werde etwas verschreiben, was mein Kollege hoffentlich nachher billigen wird. Und nun, Fräulein Diakonissin, darf ich einmal um Ihr Gehör bitten?“ Er ertheilte ihr einige Anweisungen, was mit dem Kranken zu geschehen habe. Inzwischen phantasirte dieser n seiner Weise fort. „Na, na,“ sagte Herr von Kolowieski begütigend, „schwatz doch nicht solchen Unsinn, Kressen.“ „Kommst Du denn nun auch in das Wäldchen? chrie der Kranke, und er wiederholte den Ruf mit wachsender Gereiztheit. Es war, als setzte die Person seiner Phantafie, seinem Verlangen Widerspruch entgegen. Lästerliche Worte drängten sich über seine Lippen, ein verwildertes Dasein schäumte in seiner Wüstheit auf. Der Arzt sah, wie Fedora erbleichte. Er führte sie rasch hinaus; Herr v. Kolowieski folgte ihnen. „Also, Doktor, sagen Sie, die Sache steht ernst?“ fragte Herr v. Kolowieski.„Mädel, hier laß das Rezept besorgen. Schnell. Die Hanne kann gehen.“ „Es ist nicht leicht zu nehmen," versetzte Doktor Kufner, nachdem Fedora sich entfernt hatte„immerhin kann er auch sehr wohl noch durchkommen.“ Auch jetzt lag noch in seinem Ohr der Hall der wilden Aufforderungen des Kranken. Waren es Bilder der Vergangenheit, die in so zerrissener Form dem Kranken unbewußt in seiner Seele vorüberzogen? Herr v. Kolowieski schüttelte den Kopf.„Jvom wär's nicht angenehm, wenn er sein letztes Quartier schon kriegte. Obwohl— na, toll hat er's getrieben, hüben wie drüben. Viel hat die Welt nicht mehr an ihm zu verlieren. Und er selbst verlöre nicht mehr als das Geld, das Flatzow für ihn noch opfern will. Netter Kamerad doch, der Flatzow! Nun sagen Sie mal, Doktor, meinen Sie, daß, was der drüben so in seinem Fieberwahn schwatzt, irgend welchen Werth hat?“ „Ich kann es nicht sagen,“ entgegnete der Arzt aus. weichend,„mir ist von seinem Leben nichts bekannt. Die Möglichkeit ist allerdings da.“ #(Fortsetzung folgt.) todt und 32 schwer und leicht verwundet. Diese wurden alle in den Peiho geworfen.“ Die„Kirchlich=sozialen Blätter“ übermittelten dieses Blatt dem preußischen Kriegsministerium mit der Bitte um Untersuchung und wöhnlich rege war. Die Rückgabe des Hafens an China hält der Korrespondent für gaoz ausgeschlossen, da sonst England sich desselben bemächtigen würde. Peling. 9. Oktober. Prinz Tsching hat an alle fremden Gesandten das schriftliche Ansuchen gerichtet, alle fremden Bescheid:„Auf das Schreiben vom 22. April 1901 wurg fexnen weis Peting kein Vertragshasen sei. bat in Wattenscheid ein vor langen Jahren von seinem in d.“ Reißo geworien sein Manila, 10. Okober. Bei Laa fand ein Gesecht Bater begründetes Mannfakturwaarengeschäft im eigenen Koblenz, 11. Oktober. Die„Kobl. Ztg.“ meldet aus Andernach, daß bei einem Ausfluge der im Adernacher Irrenhaus untergebrachten Damen eine Dame den Abhang hinunter in den Rhein lief. Eine Wärterin, welche die Dame retten wollte, ertrank mit derselben. Wattenscheid, 9. Oktober. Unter dem Titel: Das Ende eines Schleudergeschäfts veröffentlicht der „Konsektionär“, folgende Pleite von hier: Albert Stern Räuberbande mit Fräulein Stone in einen bei der Ortschaft Ghuliepe an der türkisch, drenze. In Folge von Schritten, die von der Regierung und dem Wali von Saloniki worden sind, ist ein gemeinsames Vorg. und bulgarischer Truppen zur Ergreifung z. eingeleitet worden. St6ung 18 weichem 32 Verwundete in den Beido geworsen sein„..— amerikaniscken Truppen und 300 Auständischen Hause betrieben. Vor drei Jahren gaber das Geschäst auf. weise stark übertrieben zu haben. Er hat ausgesagt „Es ist durchaus unwahr, wenn ich damals geschrieben habe, daß todte, leicht und schwer verwundete Chinesen, und noch dazu in so hoher Zahl, in den Peiho geworsen worden seien. Außer den beiden Todten, die sofort infolge des erhaltenen Schlages bei dem nächtlichen Kampfe über Bord gingen, ist überhaupt niemand in den Peiho geworsen worden“.“ Tages=Neuigkeiten. Neues vom serbischen Königshofe. Abgeblitzt am russischen Kaiserhofe ist König Alexander von Serbien mit seiner Drago. Der Feldzug, den die Königin=Mutter Natalie von Biarritz aus gegen Frau Draga Maschin unternommen, hat seinen siegreichen Abschluß gefunden. Die Kaiserin von Rußland weigert sich entschieden, die Gemahlin Alexanders I. zu empfangen. Er selbst mag im nächsten Frühjahr kommen, vor ihr verschließen sich die Thüren der Kaisergemächer. Was diesem nunmehr selsenfesten Entschlusse des russischen Kaiserpaares vorangegangen, ist sehr heikler Natur. Vor einiger Zeit war in französischen Blättern die Rede davon, Königin Natalie habe einem Freunde in Belgrad einen Brief geschrieben, worin behauptet wurde,„Frau Draga hätte vor einigen Jahren einem französischen Ingenieur dasselbe anzuthun versucht, was sie ihrem jetzigen jungen Gemahl angethan hat.“ Nun, der erwähnte Ingenieur lebt irgendwo in Frankreich. Er hat in den achiziger Jahren als Beamter der damals noch in französischen Händen befindlichen serbischen Eisenbahnverwaltung in Nisch gewohnt und dort die Bekanntschaft der begehrenswerthen Wittwe seines verewigten tschechischen Kollegen Maschin gemacht. Damals soll ihm Frau Draga Maschin„dasselbe anzuthun" versucht haben. Der * K e m s c h e i d, 1 1. O k t o b e r. D e r P r o v i n z i a l= Parteitag der freisinnigen Volkspartei in Rheinland und Westfalen wird, wie nunmehr endgültig festgesetzt ist, am Sonntag, 3. November d. I. in Herford stattfinden. * K e m s c h e i d, 1 1. O k t o b e r. Z u u n s e r e r g e s t r i g e n N o t i z über das Unglück in Vieringbausen bemerken wir berichtigend, daß der Knabe nicht 5, sondern nur etwa 1 Meter vor dem herankommenden Straßenbahnwagen auf das Geleis sprang. * K e m s c h e i d, 1 1. O k t o b e r. A u s A n l a ß d e s F e s t e s s e n s zu Ehren des Herrn Karl Hessenbruch fährt außer den fahrplanmäßigen Wagen 61, 70., 832 ein solcher noch um 1004 von Thalsoerre nach Lenneperstraße. * K e m s c h e i d, 1 1. O k t o b e r. D i e S t a d t t h e a t e r Gesellschaft spielte gestern Abend zum ersten Male in der Konzerthalle Germania; sie gab den Schwank und etabtirte sich in Dinslaken. Als das Miethsverhältniß mit genannter Firma beendigt mar, kam St. zurück und eröffnete das Geschäft vor fünf Monaten von neuem. Zunächst prosperirte dasselbe nicht, erst als er zu schleudern anfing, war der Zulauf zu seinem Geschäft ein derart enormer, daß die Konkurrenzzeschäfte am Platze während der letzten beiden Monate fast vollständig lahmgelegt waren. Die Schleuderei war aber auch eine derart haarsträubende, daß es nur dem guten Renommee, welchen der als wohlhabend geltende Stern sich erfreute, zuzuschreiben ist, wenn man nicht mißtrauisch wurde. So verkauste er Bettdamast, welcher regulär 2,10 Mark kostete, mit 40 Pfennig. Kissen, welche mit 6 Mark verkauft werden, mit 60 Pfennig 2c. Schon aus Dinslaken brachte St. eine Schuldenlast von 20000 Mark mit, und aus dem Wattenscheider Geschäft dürften sich die unerfüllten Verbindlichkeiten auf 40 bis 50000 Mark belaufev. Während der beiden letzten Monaten bezahlte St. überhaupt nichts mehr, ausgenommen einige kleinere Beträge, für welche sich sein Vetter, F. Stern in Hattingen, verbürgt hatte. An einem einzigen Tage wurden 50 Wechsel protestirt. Das Haus hatte St. Die Logenbrüder“ von Karl Laufs und Kurt Kraatz. wuroen vo— Das Stück kann nicht zu den besseren seines Genres kurz vorher verkauft und 25000 Mark Anzahlung er„„„ In. Bermm misllsb. Rer. halten; diese somie die in den letzten Tagen vereinzählen; es hat zwar einige recht amüsant wirkende Verwickelungen und ein paar Szenen von drastischer Komik, das ist aber auch alles; in anderen Parthien konnte man sich der Langeweile kaum erwehren. Das durchweg recht flotte Spiel brachte die Effekte zur vollen Geltung, und verschiedene Male brausten Lachstürme durch den Saal; auch wurde den Darstellern lebhafter Applaus zu theil. Besonders gut waren Georg Strecker und Emma Gräser als Herr und Frau Habelmann. Den Schwierigkeiten der veränderten Raumverhältnisse suchten die Schauspieler cheist am Ende., Hus, sernen, Tager, Homazt. geine Wäasrsgrasiligeres Memoriren anpfohlen Korrespondenz, dietheilweise auf eine bisherun aufgeklärte Weise in den Besitz der Königinmutter gelangt ist. Diese ließ es sich nicht nehmen, die„fettesten" Briefe dem russischen Kaiserpaare auf allerlei Umwegen zuzustecken. Reise bemüht hat, kehrt nicht wieder nach Belgrad zurück. Seil. und 6“ Prthes, Lugeh, ar Bgershtirgen##e###meren sein. Die Direktion aber wird gut thun, wenn sie derartig leichte Kost wie gestern thunlichst selten darbietet. ** Kemscheid, 11. Oktober. Beim Herablassen der Jalousien vor den Schaufenstern des Zigarrengeschäfts — Der Kaiser hörte am Donnerstag Vormittag in Hubertusstock den Vortrag des Staatssekretärs v. Turpitz. — Im Bundesrath finden die Berathungen über den Zolltarif im letzten Drittel dieses Monats statt. — Die Generalversammlung des Evangelischen Bundes sandte an den Kaiser nachfolgendes Jalousien 3 Spiegelscheiben im Werthe von 1500 Mark, die durch Versicherung gedeckt sind, zerstört. Die in den Schaufenstern stehenden Waaren, insonderheit Zigarren, litten ebenfalls Schaden. X Remscheid, 11. Okt. Zu dem Unglück am Realzymnasium wird uns noch berichtet, daß der Verunglückte ein 28 Jahre alter Monteur Jäger aus Barmen ist. Er wollte eine Platte heben, bekam dabei halten; diese, sowie die in den letzten Tagen vereinnahmten Baarlösungen hat er mitgenommen, und dürfte er im Besitze von 50—60000 Mark sein. Meisterhaft hat er es verstanden, das Lager bis auf das letzte Stückchen zu räumen, selbst die Ladeneinrichtung hat er noch im letzten Augenblick versilbert. Inzwischen ist am Donnerstag das Konkursverfahren eröffnet. Wenn es nur nicht an Aktiv=Vermögen fehlt. St. soll sich jenseits des großen Ententeiches befinden. Dortmund, 10. Okt. Beim Wegräumen der Halde auf der Dortmunder Union kamen vier Arbeiter ums Leben und vier erlitten Verletzungen. Ueber den Vorgang berichtet die„Rh.=Westf. Ztg.“: Infolge der nassen Witterung hatten sich jedenfalls in den Aschenbergen an der Unfallstelle bei der sogenannten„Rothen Halde“ Gase gebildet, die plötzlich explodirten, wodurch Unmengen von zum Theil glühenden Aschenmassen weit umhergeschleudert wurden. Drei auf dem Bahngeleise stehende Wagen stürzten um und begruben die mit dem Beladen der Wagen beschäftigten Arbeiter unter sich. Die übrigen Arbeiter ergriffen die Futzt; indessen wurden einige derselben durch die Gewalt des Luftdrucks niedergeworsen und verletzt. Nachdem der Schrecken sich gelegt, ging man sofort daran, die unter den Wegen begrabenen Arbeiter womöglich zu retten. Doch fand man nur vier verkohlte Leichen. Es waren dies die Arbeiter Brinkmann, Minchewicz. Simon und Schürmann, die drei ersten waren verheirathet, der letztere, 20 Jahre alt, sollte in der nächsten Woche zum Militär eintreten. Schwer ver14. Generalversammlung des Evangelischen Bundes hyre 2Pmr- Liter entlang bis in die Dachrinne, wo er sich letzt die Arbeiter Schubert und Rudzewitz. Die Todten allerunterthänigste Huldigung. Gott der Herr hat Enre bragen v.z. T.I.2d., iestlaumerte, von da ersolgte sind sofort an Ort und Stelle eingesargt worden, es aber auch nicht an seinem Proste fehlen lassen. Ge=f der verhaugmpeeg.70 S„n, oem Terg woet duch die kmishte Theilnachur, bsehlen wir Enr, I. Aur2, 2=pr.ie vund H., Tad)loshon entoat. Ju dern Rinden 10. Dioder. Wie us Verlngenedet pieh. wurde Major Wuttge vom hiesigen Feldartillerie Leben gekommene Mann seine Hochzeit feiern. Regiment Nr. 58, der bei Verwandten zum Besuch weilte, Majestät Gottes starker Hand und verharren in un= zerschmettert wurde und der Tod sofort eintrat. In den erschütterlicher Treue Eurer Majestät allerunthänigster nächsten Tagen wollte der in seinem Berufe so jäh ums Evangelischer Bund zur Wahrung der deutsch=protestantischen Interessen. — Zum Unterstaatssekretär im Reichkspostamt an Stelle des in den Ruhestand getretenen Unterstaatssekretärs Fritsch, ist, nach dem„Reichsanz.“, der Direktor der zweiten Abtheilung des Reichspostamts, Sydow, ernannt worden, der in seiner bisherigen Stelle durch den Geh Oberpostrath Pressel ersetzt wird. — Die Berliner Bäckergesellen beschlossen den Ausstand in allen Geschäften, wo Milch aus der Milch=Zentrale verbraucht wird — Die heute in Posen tagende Delegirten=Versammlung der Vereine deutscher Katholiken nahm, dem„Pos. Tagebl.“ zufolge, eine Statutenänderung dahin an, daß der Zweck des Verbandes die Förderung des religiösen Lebens, die Pflege deutscher Gesinnung und die Wahrung berechtigter Interessen der Katholiken deutscher Zunge seien. — In einer Dresdener Zeitung war behauptet worden, der Reichkskanzler habe die Absicht, den Reichstagsabgeordneten Professor Dr. Hasse, der bekanntlich die außerordentliche Professur für Statistik an der Leipziger * Remscheid, 11. Oktober. Die Herbstkontroll= versammlungen für die im Stadtkreis Remscheid wohnenden Mannschaften finden am 4, 5. und 6. Novbr. in der Schützenhalle hierselbst statt. * Kemscheid, 11. Oktober. Die Auffassung, daß sich die Haftpflicht der Lehrer im Bezirk des früheren rheinischen Rechts durch das Bürgerliche Gesetzbuch nicht geändert habe, wird durch die Königliche Regierung in Düsseldorf getheilt. Die Lehrer in Ohligs hatten eine Eingabe an die Stadt um Ersatz der Prämien für eine Versicherung bei der Frankfurter Gesellschaft, mit der der deutsche Lehrerverein einen Vertrag abgeschlossen hat, gerichtet. Die Stadt=Verwaltung gab die Eingabe an die Regierung weiter und erhielt die Antwort, daß im Bezirke des code civil sich die Rechtslage hinsichtlich der Hastpflicht durch das neue Bürgerliche Gesetzbuch nicht heute früh im Schlafzimmer durch Leuchtgas erstickt aufgesunden. Es liegt ein Unglücksfall vor. —(Die Gasanstalt auf Norderney) ist in der Dinstag=Nacht durch Feuer zerstört worden. —(Die Schiffskasse,) welche in Wilhelmshaven durch spielende Knaben auf dem Torpedo=Exercirplatze aufgefunden wurde, war im August von Bord des Divisionsboots D verschwunden. An dem Inhalte von 10000 Mark fehlen nur einige Mark, sodaß den Findern die volle ausgesetzte Belohnung von 1000 Mark ausgezahlt werden dürfte. Ser Egtencge Ersehbuch nicht]—(Schneefälle.) Aus dem Schwarzwald werden geändert habe und die Lehrer durch die Bestimmungen Schneefälle gemeldet. Auch die Vorberge der Alpen sind über die Haftpflicht nicht mehr als bisher in Mit leidenschaft gezogen würden. * Kemscheid, 11. Oktober. Der große Militär mit frischem Schnee bedeckt. Im Erzgebirge liegt der Schnee stellenweise bereits ½ Meter hoch —(Ein schweres Unwetter) hat in Thüringen Universität inne hat, für die erledigte Stelle eines Reichsgericht in Leipzig zur Verhandlung kommen. ee. des Kaiserlichen Statistisch==! Remscheid, 11. Okt. Mit Ende September Befreiungsprozeß II. Serie wird morgen vor dem arge Verwüstungen angerichtet. Der Betrieb der elektrischen Leiteig zur Narhandlung kammen. Bahn von Gotha nach Waltershausen war zeitweise geDirektors oen—— Amtes vorzuschlagen, um ihn, da er als solcher aufhören würde, Mitglied des Reichstags zu sein, in seiner alldeutschen Thätigkeit lahm zu legen. In einer Zuschrift an das„L. T.“ bemerkt Hasse:„Ich weiß nicht, was der Herrs Reichskanzler für Pläne und Absichten hat, ist die Frist abgelaufen, innerhalb der die goldenen Fünfmarkstücke noch von den zuständigen Kassen in Zahlung genommen wurden. Es hat sich herausgestellt, daß von den zur Prägung gelangten 28 Millionen dieser Münzsorte etwa 4 Millionen, d. b. 47 der Gesammtmuß aber diese Behauptung für im hohen Grade unwahrscheinlich halten. Die weitere Behauptung der sozialen„Leipz. Volksztg.“, Professor Hasse habe sich um die durch v. Scheels Tod freigewordene Stelle ernstlich beworben, setzt Hasse ein bestimmtes Dementi entgegen: er habe sich weder darum beworben noch werde er es Bei dem sozialdemokratischen Blatte„Weckruf“ in Essen wurde Haussuchung gehalten wegen zweier im November vorigen Jahres erschienener Artikel über Ausrüstung der Feldartillerie mit neuen Krupp'schen Rohr=Rücklauf=Geschützen. Die Haussuchung war erfolglos. Dem Redakteur wurde Zwangshaft angedroht, falls er den Namen des Verfassers nicht nenne. Gegen einen Beamten Krupps ist ein gerichtliches Verfahren eingeleitet wegen Verrath eines Fabrikgeheimnisses. — Der Kongostaat hat beschlossen, eine Eisenbahn vom untern Kongo bis an die Westgrenze von Deutschostafrika am Tanganika=See zu erbauen. Vom unteren Kongo bis zur Küste besteht bereits eine Bahnlinie. Rom, 9. Oktober. Eine Verfügung des Justizministers fordert die Staatsanwälte auf, darüber zu wachen, daß Dabringhausen, 10. Oktober. Der Wermelsk. Zig. wird von hier berichtet: Die Kartoffelernte ist eine so gute und reichliche, wie selten zuvor. Der Preis ist daher auch ein sehr geringer. Allgemein werden nur 2 Mark, 2,20 Mark und 2,30 Mark pro Zentner von den hiesigen Landwirthen gefordert. Die Obsternte ist als mittelmäßig zu bezeichnen. Solingen, 10. Oktober. Der neue Konsul der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Herr Joseph I. Langer, ist gestern Abend hier eingetroffen, hat aber das Exequatur noch nicht erhalten und die Amtsgeschäfte noch nicht übernommen. * Caternberg. 9. Oktober. Die thörichte Sucht, mit übermäßigem Alkoholgenuß zu renommiren, hat hier ein Menschenleben gekostet. Bei einer Hochzeit erklärte ein junger Arbeiter, der bereits angetrunken war, er könne noch drei Biergläser voll Branntwein trinken. Kaum hatte er sein Vorhaben ausgeführt, als er todt zu Boden sank. Köln, 10. Okt. Durch die Niederschläge der letzten Tage ist der Rhein sehr gestiegen. Wie aus und Versammlungen benutzt werden. London, 10. Oktober. Herbert Gladstone hielt in Nachen, 9. Oktober. Bei der heutigen Versteigerung stört. In Erfurt richtete eine Windhose schwere Schäden an —(Dynamit=Explosion.) Aus Eisfeld (S.=Meiningen) 10. Oktober, wird tetegraphirt: Bei den Erdarbeiten für die Wasserleitung fand eine DynamitExplosion statt, durch die zwei Arbeiter getödtet, zwe schwer und zwei leicht verletzt wurden. Die Arbeiter hatten, um die Zündschnüre der in einer Blechbüchse auf bewahrte Dynamitpatronen, die infolge der Kälte steif geworden waren, wieder geschmeidig zu machen, die Büchse in einer Bauhütte an ein offenes Fenster gestellt; hierbei erfolgte die Explosion. Die Bauhütte ist vom Erdboden verschwunden. Die Schwerverletzten haben das Gehör verloren. —(Vermißte Dampfer.) Der Dampfer der oldenburgisch=portugiesischen Dampfschiffs=Reederei Huelva, von Setubal nach Rotterdam unterwegs, ist seit dem 25. September überfällig. Das Schiff gilt nach Aussage der Reederei mit der gesammten aus elf Mann bestehenden Besatzung für verloren. Die Huelva war ein neues, erst seit Januar ds. J. in Dienst gestelltes Schiff. —(Brandunglück.) Bei dem Brand eines von 43 Personen bewohnten Hauses in Außerfihl bei Zürich mußte die Rettung durch das Fenster bewirkt werden, da Feuer im Treppenhaus ausgebrochen war. Eine Frau verfehlte das Sprungtuch und zerschmeiterte sich den Schädel auf dem Pflaster. Mehrere Personen wurden durch Brandwunden schwer verletzt. —(Beraubung eines Postwagens.) Wie „Pesti Naplo“ meldet, wurde in der Nähe von Hatszeg in Ungarn ein Postwagen auf der zur Eisenbahn müss einseben, daß eime Forsetzung des Prieges uur Patrizierhauses erwurd dei Lermansche Musenm 15000 Kronen Bargeld und 30 eingeschriedene Briese aoe Lauchne der Huzesben und ene Abruehoe de1 E. Airrtashener fir Hrcd Mak. Die Lhaise Aat,. Prihesen“ in Vostugens aurdte Handels bedeute. Die Regierung verdiene nicht das Vertrauen des Landes. London, 10. Oktober. Die„Times“ erfahren aus vertrauenswürdiger Quelle, nach den letzten Meldungen aus Persien habe sich Rußland entschlossen, sofort mit dem Bau der Eisenbahnlinie Aschabad=Mesched zu beginnen. Die Linie sei schon durch Vermessungsbeamte abgesteckt worden. Ferner verlaute, daß die Russische Bank in Mesched eine Filiale eröffnen werde. stattung geht in Privatbesitz über. Nachen, 10. Okt. Mit„Gewehr über“ stillstehen müssen jetzt öfters die militärischen Sicherheitsund Ehrenposten vor einfachen, jungen Zivilisten. Letztere sind nämlich zur Reserve emlassene Chinakrieger, denen der Kaiser wegen besonderer Tapferkeit in China das Militär=Verdienstkrenz oder das Militär=Ehrenzeichen 1. resp. 2. Klasse verliehen hat. Nach der Armee=WachtPetersburg, 9. Okober. Der„Nowoje Wremja“ wird vorschrift müssen die Posten den Inhabern dieser AusRintschwang gemeldet, daß die Einnahmen des zeichnungen durch Stillstehen mit„Gewehr über“ Ehre dortigen, von Russen und Engländern gemeinsam ver= erweisen. Der Kutscher des Postwagens wurde als mitverdächtig verhaftet.„— —(Die Pest in Neavel.) Die letzthin an der Pe erkrankten Personen, ein Arbeiter und ein junges Mädchen, sind im Lazereth auf Nisita gestorben. Die Leichen wurden unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln bestattet. Die übrigen Kranken auf Nisita und die übrigen Isolirten befinden sich wohl. 80 wurden nach sorgfältiger Desinfektion und nachdem sie neue Kleidung angeleg hatten, entlassen. Weder in der Stadt noch in der Provinz Neapel ist ein neuer Pestfall vorgekommen. —(Verfolgte Räuberbande.) Glaubwürdigen Meldungen aus Konstantinopel zufolge befindet sich die ### Zaupte des Sohl den Eindr der B vo##schrn nach dem ## u ganzen Wege: gn. Und heut D 2 u. der eristen. Fe sch, die in ihm einen Hüäck und ihm vor Sumpathie und Achlu weiche die Geistest ven, scheinen darauf u veringern, tndem Hin Wer Büher zporden war, wei! Sethiß hätte verursach . uus dem Kerter und es hasteten 1s. Abbe de Mond ung täglich besuchte un der pflegenden lesang an mit Hindlic Keinlichkeit geäußert 1 Zwischenfällen Vorzeigen der Bewei Fensterladens, de Vorlegeschloß, die da und Gläser mit ve das Lager der Un und eine besonder Publikum lachte u #st! Sonst kriegen Industrie, Handel und Reichsdeutsche Geschäftsreisende in Das österreichische Ministerium des Innern hat des Umstandes, daß in einzelnen Bezirken namentlich Böhmens, im Dienste reichsdeutihtehende Handlungsreisende Bestellungen nicht mur euten, Fabrikanten und Gewerbsleuten, sondern Haus zu Haus gehend, direkt beim Publikum pflegen, darauf ausmerksam gemocht, daß Vertreter au Gewerbeunternehmer zwar berechtigt sind, mit Fabrikanten und Gewerbsleuten in Gegenständen Geschäftsbetriebes Geschäfte anzuknüpfen und Bestellungen auf Waaren ihrer Vollmachtgeber entgegen daß es ihnen aber nicht gestattet ist, mit Pers anderen als der oben bezeichneten Kategorie in geschäfte zu treten. Dieses Vorrecht kommt nur den österreichischer Firmen zu. Das österreichische## des Innern hat Anordnung getroffen, daß die Bezirksbehörden im Sinne dieser Eröffnung belehn damit Vorsorge getroffen werde, daß Handlungsre“ ländischer Gewerbsunternehmungen hinsichtlich der## der ihnen zustehenden Befugnisse entprechend überwach Falle von Ueberschreitungen dieser Befugnisse zur Verogezogen werden. Gerichts=Verhandlung Wermelskirchen, 10. Oktober. Dieser Tage einem berüchtigten Wilddiebe eine Haussuchung Rehbock statt. Diese verlief bezüglich des Wildpren los. Darauf noch ein Blick der Hermandad in ein chrank! Und siehe de, eine große Schüssel voll der Feinschmecker kurz vorher gefangen, wurde gesm der Forellenfänger keine Fischerei sein Eigen neum, ich derselbe wegen unberechtigten Fischens zu ver und erhielt dafür vom Schöffengericht die nicht Strafe von sechs Wochen Gesäugniß f Elberfeld, 11. Oktober.(Strafkammer.) Beleidigung von Beamten des städtischen Bauamts in## tand gestern der Klempnermeister K. von dort vor der kammer. K. hatte beim städtischen Bauamte ein K gesuch für einen Neubau eingereicht, aber, wie beha vier Monate später noch keine Antwort erhalten, wi Nachbarn, die ein gleiches Gesuch späte eingereicht längst benachrichtigt worden waren Eines Tages bekam Bürgermeister Nollau einen Brief mit der U des Angeklagten, worin bitter Klage darüber wurde, daß es ihm, K., so schwer gemacht Konzession zu erhalten, obwohl er doch durch richtung eines Neubaues zur Verschönerung der beitragen wolle. Im Anschluß daran kam die Fraam Ende doch auf Thatsachen beruhe, daß einem ufolge, Konzessionen durch Schmieren leichter zu eien. In dieser Verdächtigung, daß die# Bauamtes sich möglicherweise schmieren ließen, Beleidigung erblickt. Eine große Anzahl geladen worden. Das Original des Brieses befand bei den Akten, jedoch war der als Zuhöter erschienere baurath Hertwig in der Lage, es vorzuzeigen. Nun tritt der Angeklagte plötzlich, den Brief geschrieben anlaßt zu haben, daß er in der vorliegenden abgesandt werde; sein junger Mann, der als 8 wesende Handlungsgehülfe Sch. habe den Brief völlig versaßt und abgesandt. Sch., als Zeuge vernommen, zu. Der Staatsanwalt beantragte darauf die Verta Sache, um der Stadtverwaltung Remscheid Gelegenheit nunmehr auch gegen Sch. Strafantrag zu stellen, und ihr Veranlassung zu geben, auch gegen Sch. Anklage zu Berlin, 10. Oktober. Vor der neunten Strafte Berliner Landgerichts I. stand heute der 72jährige 2 Salbach, ein Mann, welcher nicht weniger als 37 Gefängnissen und Zuchthäusern zugebracht hat. Jen wieder dabei ertappt worden, als er einen Bodendied gehen wollte. Zwischen dem Präsidenten und dem An# entwickelte sich folgendes Gespräch: Präs.: Aber E ollen wir nur mit Ihnen anfangen, wir müssen Sie se in's Zuchthaus schicken.— Angekl.: Ja, Herr wird wohl nicht anders werden. Was soll ich alter denn weiter machen als stehlen? Arbeiten kann ich mehr.— Präs.: Wäre es denn nicht besser, Sie Wohlthätigkeit Ihrer Mitmenschen in Anspruch?— Ach, Herr Präsident, ich habe das letzte Mal wegen zwei Jahre Arbeitshaus erhalten, das thue ich nicht Lieber gehe ich in's Zuchthaus, das ist doch meine — Präs.: Sollten Sie denn nicht in irgend einem A kunft finden?— Angekl.: Wenn ich wieder heraus werde ich es versuchen, aber welches Asyl nimmt dem alten Zuchthäusler auf?— Als der Angeklagte das Jahre Zuchthaus lautende Erkenntniß vernahm, war er scheinlich sehr zufrieden, er erklärte, die Strafe sofort zu wollen. Weißenfels i. S., 8. Oktrber. Vor dem hiesigen gericht hatte sich wegen Zigarrendiebstahls ein Ren 83jähriger mehrfacher Millionär, zu verantworten. beobachtet, wie er in einer dortigen Wirthschaft sein stets mit einem Zwanzigmarkstück bezahlte und wenn der# sich entfernte, um Kleingeld zum Wechseln zu holen, offen auf dem Schanktisch stehenden Zigarrenkiste Zigarren nahm, um sie rasch in der Rockrasche versch lassen. Das Urtheil sagt, auf Grund der eidlichen aussagen stehe fest, daß der Angeklagte Zigarren# habe, doch habe die Anklage wegen Diebstahls fallen werden müssen, da nicht genau ermittelt werden kom viele Zigarren aus der Kiste genommen worden waren, sei, daß es nur soviel gewesen, wie zum sofortigen Prezut# werden konnten. Aber auch§ 370 des Reichsstrafgesetzhul wegen Mundraubs mit Geldstrafe von geringere entwendet, konnte nicht in Anwendung kommen, da sprechender Strafantrag gestellt war. Nur diesem verdankt es der Angeklagte, daß das Gericht auf F erkennen mußte, was der Vorsitzende denn auch hervorhob. Leipzig, 10. Oktober. Das Reichsgericht Revision des Rechtsanwalts und Notars Henninz der vom Landgericht in Greiz wegen falscher Beu Amte zu sieben Monaten Gefängniß verurtheilt Es handelt sich um Aufnahme von Wechselprotesten die der Angeklagte durch den Fernsprecher besorgt hatlt, er beurkundete, er habe sich in die Geschäftsräum den Personen begeben. Paris, 8. Oktoder. Vor dem Zuchtpolizeigerichte begannen gestern die Verhandlungen gegen Marcel Monnier, Bruder der Blauche Monnier,„„ Vierteljahrhundert in ihrem Elternhause von 2 gesperrt war und am 24. Mai d. J. als, esn St wog einundfünfzig Pfund— aus dem entsetzlichsten in dem sie lag, herausgeholt und nach dem Hospite gebracht wurde, wo sie allmählich wieder##### Die Volksmeinung ist gegen ihn und begreift nicht, vor das Zuchtpolizeigericht verwiesen und 2ch, brecher vor das Schwurgericht gestellt wird. vernehmung ergab, nichts wesen tchpieters Hlauche Angeklagten. Daß er seine Schwester Vierteljahrhundert im Verein mit der glaubt heute Niemand mehr, und die Anklage„“### nur auf„Mißhandlung aus Mangel an Pflekt, ach wahrscheinlich, daß ihm auch diese nicht.—., g###nss werden können, weil seine Mutter alleia regierie,# ihrem Willen bestand, die Tochter nicht einer#m.= geben.„was eine Schande für die Familic 9—., * #t a. M., 10. zufolge beschloß ne im März ds. ½ pet. Frankf: logen Mark zur orter Börse zuz: 10. Oktober. i verstorbenen E der Direktor des stä 10. Oktober. ung war sehr st gen erwartete; da erlebte aber besprochene An mit der sich von der Tagesord hierüber sind vom ider acht Tage geoe en.— Zu der An ##l Kauffmann der Stadtverordne sisch im Recht, n werde von vi sei die Ant muf alles ander gelüste. Mommst Ausschuß zu übe ist der Ansicht, der chluß, Kauffmann j oder Nichtbestätig Die Entscheidung des sum, denn so lang leine Stellung ge zewählt anzusehen n somit unm erblickt in der tzerordneten di rg und schwer nicht verdient Langerhaus fül den Berlin noch wenn viele so däck Rechte mit eisern sen den Auslassun die Angelegenheit überwiesen. Nach sen, der die Ansi eine nicht bestätig sokte man den ungsrecht bestehe, und diese müsse au ltung das bis besitze, nicht durch geben und müsse be as Ausführungen llung über das de führen müsse ständniß mitd odern Stadttheil, 15, eine schöne ohnun ge mit 4 Zimm 2 Speicherzimn 1902 zu vermie Mich. H. Pastoratstraß sohnur Zimmern(parter Speicherzimmer, in auf 1. Mai hen. Näheres Bismarckstraf sche Woh rem Hause, mit hkeiten eingerich ne Erage, best nern, und Speic Rovember oder #me Femilie zu b hheres ist in der u erfahren. Familie(3 Wohnung 4 Zimmern und möglichst ab in ruhigem 1902. dote unter Nr Zig. er geben,„was eine Schande für die Famtt:* Tode Aus dem Testamente, das nach ürep.zsicher denn####emüse, fänguiß eröffnet wurde, ergiebs. fich dag Pergästuiß pol##, auf Mittheilungen von Bekannten über das Verhclmam To##g, kaufsk und Sohn, daß die Mutter es mit ihrer—.###s meinte, besser als mit dem Sohne, den sie ober 1. No in einem er türkisch die von der Solonikt uade &a Vorgehen Ergreifung## und V. ende in Innern hat un Bezirken reichsdeutsche igen nicht um uten, sondern m Publikum daß Vertreter st sind, mit begenständen güpfen und chtgeber enrgegen: mit Bersg, Kalegorie in ommt nur den österreichische ffen, daß die röffnung belehn : H a n d l u n g s n hinsichtlich der#### rrechend überwach ugnisse zur Veralfunge Dieser Tage Haussuchung un des Wildpreu# mandad in eim Schüssel voll u, wurde ge### u Eigen neun, Fischens zu van cht die nicht rafkammer.) sen Bauamts in R von dort vor der Bauamte ein K aber, wie behau ri erhalten, wähn späte eingereicht Eines Tages krief mit der 1 Klage darüber wer gemacht er doch durch erschönerung der in kam die Fra uhe, daß einem ren leichter zu daß die# ieren ließen, Anzahl ZBriefes befand uhöter erschienene rzuzeigen. Nn ief geschrieben er vorliegenden in, der als 8 den Brief völlig uge vernommen, sarauf die Vertag cheid Gelegenheit zu zu stellen, und ihr Sch. Anklage zu neunten Straft. der 72jährige 2 weniger als 37 bracht hat. Jen einen Bodendie nten und dem Präs.: Aber E wir müssen Sie se Ja, Herr Was soll ich alter rbeiten kann ich st besser, Sie n in Anspruch?— letzte Mal wegen das thue ich nicht s ist doch meine irgend einem Asl ich wieder heraus Asyl nimmt dem Angeklagte das an s vernahm, war er die Strafe sofort Vor dem hiesigen ebstahls ein R verantworten. Wirthschaft sein Gl sehlte und wranke echseln zu holen, en Zigarrenkiste Rocktasche verschr und der eidlichen lagte Zigarren Diebstahls fallen sittelt werden konn len worden waren, sofortigen Genuß be Reichsstrafgesetzhur von geringeren, na kommen, da ar. Nur diesem Gericht auf Frei de denn auch ichsgericht ven Notars Henningk u falscher Beurkundn verurtheilt echselprotesten in echer besorgt hatte, beschäftsräume der hipallgetgerichte! igen gegen den iche Monnier, die thause von aller T. als ein dem entsez lchte ach den Hohtel'el wieder zu d begreift en und nicht tellt wird. Neues für oder wester Blauche r Mutter„seque ie Kaflage ben uu an Pfezez e nicht wird jcha regiett,P licht einer Anstos.F ie Familie gewechr un Sünter 8er. Sestiher:. Aert. un das Verhältvuihz Eog it ihrer armen den sie sowobl ve“ von der Beisetzung in der Familiengruft erhes uls nz. 14, zuhen wollte. Das große Puvon dem Allen nichts; da die Mutter seht P#— Tod entging, sammelt es seinen ganzen danch der deg Sohnes an, dessen Erscheinung und den.„Hütz den Eindruck geistiger Nichtigkeit hervorL. vor vz. nach dem Gesängniß zurrückgebracht wurde, TA# er###anzen Wege:„Mörder! Tödtet ihn: Ius a#f dem V sund heute erging es ihm nicht besser. M.2'1, der ernen Zeit hat er jetzt die gute Gesell###die in ihm einen unschuldig versolgten Standessch, bie.— vor Gericht durch ihre Vertreter Beblck uist, und Achtung geben laßte. Auch die Sedie Geistesverfassung seiner Schwester zu be#Linen darauf bedacht zu sein, seine Verantvingern, indem sie Blauche Monnier als ein e Ian Absperrung seit seinen Jugendfahren Foworden war, weil es durch sein Benehmen össentDis hätte verursachen können. Sie stimmen darin g dem Kerker im Elternhause Gerettete sei ii# hosteten fhr noch Spmen Ihrer einigen Diesen Behauptungen trat aber der Caplan Abbé de Mondion, der Blauche Monnier seit täglich besuchte, mit Entschiedenheit entgegen; eine der pflegenden Schwestern sagte aus, sie habe mit kindlicher Freude über die sie umgeäußert und halte sehr darauf. Zu den bn Zwschensälen der ersten Gerichisverhandung E Vorzeigen der Beweisstücke: des durch eine Matrotze Fensterladens, des versaulten Strohsacks, einer Vorlegeschloß, die das Oeffnen des Fensters unmögund Gläser mit verschiedenen Arten von Würmern, das ger der Unglücklichen wimmelte. Es sollen und eine besondere Art von Speckwürmern gewesen E.i Pablikum lachte und stampfte und schrie dann: scafl Sonst biegen wir die Pest!“ Nachrichten, Telegramme #t a. M., 10. Oktober. Der„Frankfurter zufolge beschloß der Vorstand der Newyorker die im März ds. Is. hier zur Zeichnung aufu. vet. Frankfurter Stadtanleihe von logen Mark zur offiziellen Notirung in hrier Börse zuzulassen. e. 10. Ottober. Zum Stadtschulrath an ## verstorbenen Schwalbe wurde der Pädagoge r Direktor des städtischen Friedrich=Gymnasiums, 10. Oktober. Die heutige Stadtverordneten ung war sehr stark besucht, da man hitzige nen erwartete; das zahlreiche Publikum auf den erlebte aber eine starke Enttäuschung, da selbesprochene Angelegenheit des Märchen u, mit der sich eine Interpellation Singers von der Tagesordnung abgesetzt wurde. Die hierüber sind vom Kaiser noch nicht eingegangen ider acht Tage gedenkt man die Angelegenheit zu ten.— Zu der Antwort des Oberpräsidenten auf ahl Kauffmanns zum zweiten Bürgermeister der Stadtverordnete Mommser, die Regierung istisch im Recht, die Meinung des Oberun werde von vielen Stadtverordneten getheilt. sei die Antwoit entgegenkommend und zuf alles andere eher schließen, als auf Vgelüste. Mommsen beantragt, die Angelegenheit Ausschuß zu überweisen. Der Stadtverordnete ist der Ansicht, der Oberpräsident habe der Krone schluß, Kauffmann abermals zu wählen, zur Beug oder Nichtbestätigung unter allen Umständen vorzucheidung des Oberpräsidenten beruhe auf einem nthum, denn so langedie Krone zur Wiederwahl Kauffleine Stellung genommen habe, sei dieser immer zewählt anzusehen und eine Neuwahl sei den Stadtsomit unmöglich. Der Stadtverordnete erblickt in der Behandlung des Beschlusses h#erordneten durch den Oberpräsidenten eine ura und schwere Beleidigung, die die Ver nicht verdient habe. Der StadtverordnetenLangerhaus führt aus, den kleinen Rest von den Berlin noch besitze, könne es auch noch wegwenn diele so dächten, wie Mommsen. Hier gelte Rechte mit eiserner Hand festzuhalten. Nachdem nsen den Auslassungen Langerhaus widersprochen, die Angelegenheit einem Ausschuß von 15 Mitüberwiesen. Nach dem Stadtv. Kassel sprach Stadtv. zen, der die Ansicht vertrat, die Stadtverordneten eine nicht bestätigte Wahl beliebig oft wiederholen. soklte man den Konflikt vermeiden? Wenn ein hzungsrecht bestehe, so bestehe auch eine Bestätigungsund diese müsse auch erfüllt werden. Deshalb dürse waltung das bischen Selbstverwaltungsrecht, was besitze, nicht durch scheinbare Rücksichtnahme aus der geben und müsse bei der Wahl Kauffmanns verharren. es Ausführungen gipfelten in dem Satze, daß die llung über das Verhalten des Oberpräsidenten de führen müsse; denn unmöglich könne dieser ständniß mit dem Minister gehandelt haben obern Stadttheil, Pastorat15, eine schöne sohnung, ge mit 4 Zimmern und 2 Speicherzimmern auf 1902 zu vermiethen. Mich. Hagg. Pastoratstraße 15a. 11. Oktober. Die„Berliner Politischen NachErmäßigung des Eisenbahnpersonentarifs nicht auf Berliun, 1“ Obt ber. Die„Nationalzeitung“ meldet: Am 1. Ap-02 soll eine Auskunftsstelle der deutschen Kolonialgesellschaft für Auswanderer ins Leben treten, sofern der Reichstag hierfür die erforderlichen Mittel bewilligt. — Zur Theilnahme an der Virchowfeier sind u. a. eingetroffen der Rektor der Universität Odessa, Schutedont und der Präsident des Sanitätskollegium der Petersburger Stadtverwaltung, Geheimrath Oppenheim. Aus England sind Lord Lister und Professor Gemon ana— Die„Kreuzzeiung“ berichtet: Der erste offizielle Gratulant bei der Geburtstagsfeier der GroßherzoginWittwe von Anhalt=Bernburg war der Kommerherr Graf Keller, der im Auftrage des Kaiserpaares die Glückwünsche, ein wundervolles Blumenarrangement und ein Gruppenbild der kaiserlichen Kinder, überbrachte. Breslau, 11. Oktober. Die„Schlesische Zig.“ meldet aus Kattowitz, daß gestern auf der Grube„Saturn“ 6 Bergleute verschüttet wurden: 3 blieben todt, die übrigen wurden schwer verletzt. London. 11. Oktober. Der Schatzkanzler Hicks Beach hielt gestern in Oldham eine Rede, in welcher er die Haltung der Regierung in der südafrikanischen Frage vertheidigte. Es bestehe Grund zu der Vermuthung, daß von Kaprebellen Mundvorräthe und Munition für die Buren durch die Hafenplätze der Kolonie eingeschmuggelt wurden. Das vom Parlament bewilligte Geld sei durchaus noch nicht erschöpft, und er glaube nicht, daß eine Herbst=Tagung nöthig sei. Petersburg, 10. Oktober. Ueber den Forschungsreisenden Sven Hedin macht Oberst Saijew. Chef des Kreises Oseh im Ferghama=Gebiet, auf Grund eines vom 19. Juli datirten Briefes Sven Hedins' Mittheilungen in der„Turkestanskija Wjedomosti“: Darvach befand sich Sven Hedin zur Zeit der Absendung des Briefes am Fuße des Arkatag im nördlichen Tibet; er beabsichtigte, in der Richtung auf Ladah weiter zu gehen, um das Quellengediet des Indus genau zu erforschen. Im Frühjahr 1902 will Sven Hedin über Kaschgar nach Oseh zurückkehrev. Inzwischen wird in Kaschgar die aus 15 Pferden bestehende Karawane eingetroffen sein, welche die wissenschaftlichen Sammlungen, Karten, photographischen Aufnahmen und Tagebücher Sven Hedins und die Ergebnisse seiner zweijährigen Forschungsarbeit bringt. Ueber die ihn begleitenden Kosaken ist Hedin des Lobes voll und rühmt ihre Tapferkeit und Ausdauer u. daß sie sich in den schwierigsten Lagen zu helfen wissen. Von den chinesischen Wirren erhielt Hedin erst Anfangs Avril 1901 Kunde. Er wurde bisher von den Chinesen Weise behindert. mit dem Zuge 1008— ab Remscheid 12 Uhr 15 Min. — über Wermelskichen und diejenigen in Düsseldorf mit nur geringem Mehraufwand an Zeit und Geld mit Zug Nr. 534— ab Remscheid 11 Uhr 58 Min.— über Elberfeld erreicht werden. Die Bedeutung der hervorgehobenen Anschlüsse in Düsseldorf für Remscheid möge überhaupt dahingestellt bleiben. Ob die wenigen, Mittags 12 Uhr in Lennep ankommenden und nach Remscheid und Solingen weiterreisenden Personen— nach anderen Zielpunkten ist auch für diese der Weg über andere Strecken der schnellere— die Früherlegung des Zuges 541 rechtfertigt, bedarf einer Erörterung wohl nicht. Fur Remscheid ist es eine dringende Nothwendigkeit, daß der Zug seinen alten bewährten Fahrplan wieder erhält, und die städtische Verkehrskommission sollte schleunigst in diesem Sinne bei der Direktion in Elberfeld vorstellig werden. Die etwaige Durchführung des Zuges 543— an Remscheid 2 Uhr 06 Min.— nach Solingen, Ohligs kann nichts nützen, weil kein Anschluß nach Köln vorhanden ist. L. In der gestrigen Nummer Ihrer Zeitung bringen Sie den Nothschrei eines Remscheiders über die mangelhafte Eisenbahnverbindung und die Langsamkeit der Zuge. Die Klagen sind umsomehr berechtigt, wenn berücksichtigt wird, daß bisher einigermaßen leidliche Verbindungen aufgehoben, und bequem liegende Züge durch unbequeme ersetzt werden, wie es seit dem 1. Oktober mit dem Zuge 541— von Remscheid Abfahrt 12 Uhr 27 Min.— geschehen ist. Dieser Zug fuhr sonst 1 Uhr 29 Min. und vermittelte besonders eine schnelle Verbindung nach Köln— an 2 Uhr 54 Min.— und Düsseldorf. Früher, d. h. bis zum 1. Mai, war die Verbindung noch etwas schneller, weil der Zug erst 1 Uhr 39 Min. von Remscheid abging und zur selben Zeit sein Ziel erreichte. Der Zug ist immer viel benutzt worden, namentlich auch von Remscheider Gewerbetreibenden, weil man eben bis 12 Uhr im Geschäft thätig sein konnte, dann noch bequem Zeit zum Mittagessen hatte und doch so früh in Köln, Düsseldorf und unserer Nachbarstadt Solingen war, daß die Erledigung selbst vieler Geschäfte keine Schwierigkeit bereitete. Dieser Zug ist nun ohne alle und jede Nothwendigkeit seit 1. Oktober um eine Stunde früher gelegt und zwar, wie nach der Mittheilung des Herrn Bollongino in Nr. 275 Ihrer Zeitung zu schließen ist, im Einverständniß mit der städtischen Verkehrskommission. Unwillkürlich kommt man beim Durchlesen der erwähnten Aeußerung zu der Frage: Hat Remscheid das viele Geld für die Bahn nach Solingen für die nur in Remscheid durchfahrenden Geschäftsreisenden oder für seine Gewerbetreibenden und seine Einwohner ausgegeben? Die Begründung, die Herr Bollongino für die Nothwendigkeit der Früherlegung des Zuges um eine Stunde giebt, erscheint verfehlt, denn die Anschlüsse in Köln können eberso gut und ebenso billig von Remscheid aus Nochmals unsere Eisenbahn=Verbindungen! Die Königliche Eisenbahn=Direktion Elberfeld schreibt unterm 7. Oktober einem hiesigen Bürger: „Die Früherlegung des Personenzuges 541 ist auf besonderen Antrag des dortigen Bürgermeisteramtes und der Westdeutschen Verkehrskommission des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands zur Verbesserung der Anschlußverbindungen in Ohligs, Düsseldorf und Köln erfolgt.“ seibo! a.—(Unterschrift unleserlich.) Wir sehen daraus, daß die Direktion die überaus mangelhafte Nachmittags=Verbindung mit Solingen, KölnDüsseldorf auf unsere Behörde und Verkehrs=Kommission abwälzt.— Wir fragen aber dann, warum man unserer Nachbarstadt Solingen die bessere Verbindung gelassen hat, denn von Solingen fährt noch immer der Zug 158, welcher in Ohligs Anschluß an den Schnellzug 22, wie wir früher, nach Köln—Frankfurt 2c. erhält! Schon in der Mittwochs=Nummer dieser Zeitung habe ich in einem Artikel darauf aufmerksam gemacht, daß pro Tag Solingen—Köln 18 Züge verkehren, dagegen von hier nur 10! Die Total=Einnahme soll in Solingen dagegen weit geringer sein; warum muß denn Remscheid nun immer zurückstehen? Ueber die Vortheile der Früherlegung des Zuges 541 läßt sich streiten!— Jedenfalls ist damit aber in dem Lokal=Verkehr ein großer Nachtheil entstanden! Abgesehen davon, daß alle diejenigen, welche den Zug benutzen, nicht mehr hier zu Mittag essen können, also auswärts zu Auslagen veranlaßt werden, ist die Zavl der Reisenden, welche über Köln, Düsseldorf hinausfahren, jedenfalls eine verschwindend geringe gegen die übrigen. Die Route Münster—Hamburg kommt per Düsseldorf wenig in Betracht, da die Fahrkarten in 3. Klasse 1.80 Mk. und in 2. Klasse 2,50 M. mehr kosten, als per Hamm. Alles in allem sollten sich alle hier einig sein, namentlich die Behörden und Korporationen und energisch mit allen erlaubten Mitteln dafür eintreten, daß wir bessere, schnellere und mehr Verbindungen bekämen, denn was unsern Nachbarstädten gewährt wird, sollte uns nicht vorenthalten bleiben. C. B. Svangelische Gemeinde Remscheid. Sonntag den 13. Oktober 1901.(19. u. Trinitatis.) Stadtkirche. Hauptpredigt 10 Uhr: Konfirmationsfeier: Pastor Siebert. (Kollekte für die Koufirmandenanstalten in der Rheinprovinz.) Kindergottesdienst 2¼ Uhr. Abendpredigt 6 Uhr: Pastor Lic. Dr. Schäfer. Lutherkirche. Vormittags 10 Uhr: Pastor Paschmann. Kindergottesdienst ½12 Uhr. (Kollekte für die Rhein.=Westf. Gesäugniß=Gesellschaft.) Mittwoch den 16. Oktober 1901. Stadtkirche. Vormittags 10 Uhr: Abendmahlsfeier mit den Neukonfirmirten; Pastor Siebert. Amtsgeschäfte. 1. Bezirk: Struck, Hohenhagen, Handweiser Menninghausen), Bliedinghausen, Ehringhauser. 2. Schüttendelle, Bieringhausen, Reinshagen, Morsbach, Hölterfeld. 3. Stachelhausen(nebst Papenberg), Bruch. 4. Vereinsschule, Bergschule, Siepen Laspert. 5. Ortsschulen, Neuenkamp, Resenhügel nebst Beerdigungen und Amtsbandlungen im Pastorat aus allen Bezirken. „"„ f. a.100 ne Lis 00 Hlosshas Vom 13. bis 19. Oktober 1901 1. Pastor Pitschke. 2. Pastor Paschmann. 3. Pastor Siebert. 4. Pastor Besserer. 5. Pastor Lic. Dr. Schäfer. Vom 20. bis 26. Oktober 1901. 1. Pastor Paschmann. 2. Pastor Pitschke. 3. Pastor Paschmann. 4. Pastor Siebert. 5. Pastor Besserer. Versammlung der Helferinnen aus Lutherkirche: Samstag 3 Uhr, Winkelstraße. Jünglingsverein: Sonntag Abend 6 Uhr General=Versammlung. Fruchtpreise zu Neuß am 10. Oktober. Neuer Weizen à 100 Kilo 1. Qual. „„ 2.„„„„„ Neuer Roggen à 100 Kilo 1. Qual. „„ Z.„„„„„ Neuer Hafer à 100 Kilo 1. Qual. Neue Kartoffeln à 50 Kilo 412.50—3.50 zu à 50 Kilo 3,90—440 A 15 15 13 12 13 # 76 20 30 80 88 Luzernerheu à 50 Kilo Maschinenstroh à 500 Kilo Flegeldrusch à 500 Kilo Butter per Kilo Eier per Schock(60 Stück) Am heutigen Getreidemarkte Fruchtgattungen unverändert. M 4,80 „ 20.— *" 2 4.— „ 2,60 „ 6,10 blieben Preise sämmtlicher A 26 25 25 Neuß, 10. Oktober. Raps 1. Qual. „ 2.„„„„„„„„„„„„ Aveel 1. Qual. Rüböl per 100 Kilo in Portien von 100 Ctr. (ohne Faß) Rüböl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 □ höher als Rüböl Preßkuchen per 1000 Kilo........ 98 Kleien per 50 Kilo 5 20 Rüböl und Kuchen unverändert. 23 75 75 25 56 ##9 75 25 Für das reisende Publikum ist es äußerst unangenehm, daß schon seit einigen Tagen am hiesigen Bahnhof die große Uhr beständig 12 Uhr zeigt!— Das Königl. Betriebs=Amt sollte dafür Sorge tragen, daß diesem Uebelstande baldigst abgeholfen würde. T. S Geburten. Den 4. Oktober. Adolf, S. von Peter Schäfer, Bahnarbeiter, Elisabethstraße.— 8. Ida Elfriede, T. von Walter Koch, Feilenhauer, Haddenbach.— 8. Paul Karl Josef, S. von Albert Koll, Tagelöhner, Haddenbach.— 7. Heinrich Gustav Arthur, S. von Christian Wilhelm Bunse, Fabrikarbeiter, Housbergerstraße.— 7. Katharina, T. von Jakob Litschinger, Straßenbahnschaffner, Kremenhollerstraße.— 8. Walter Karl August, S. von August Heinrich Hermann Manske, Straßenbahnschaffner, Ernststraße.— 6. Karl, S. von Johannes Philipp Christian Karl Hamel, Fuhrmann, Brüderstraße. Sterbefälle. Den 7. Oktober. Willy Schmidt 6 M. alt Mauerstraße.— 8. Johann Otto Kraemer, 3 J. 6 M. alt Kremenhollerstraße.— 7. Ida Moog, 10 J. 3 M. alt, Büchel.— 8. Wilhelm Schuhmacher, 48 J. alt, Ehemann von Emma Mathilde Hagedorn, Hammesberg.— 7. Karl Meister, 2 J. 9 M. alt, Cleffstraße.— 7. Christiane Sander, 54 J. alt, Ehefrau von Christian Schüppel, Haddenbacherstraße— 8. Auna Nippel, 1 M. alt, Unterthalstraße.— 8. Heinrich Hubert Kraus, 8 M. alt, Rosenhügel 23. Aufgebote. Den 8. Oktober. Julius Robert Arnz Handlungsgehülfe, Stockderstraße 3 a und Lina Hindrichs Ronsdorf. Heirathen. Den 8. Oktober. Paul Beckschulte, Techniker, Housbergerstraße und Bertha Kämper, Tremenhollerstraße.— 8. Karl Friedrich Viebahn, Schlosser, und Emma Blanke, beide Hohenhagen.— 8. Albert Löffelsender, Schmied, Kremenholler= straße und Marie Josefine Henkel, Altefreiheitstraße. Düsseldorf den 10. Oktober 1901. B. Simons& Co. Provisionsfreie Course für Umsätze von 1000 Mark und darüber. Wir zahlen für Vista stempelfrei Paris, frz. Bankpl. u. Noten 80.85 Brüssel, belg. Bankplätze und Noten 80.80 London u. engl. Noten 20.34½4 Amsterdam Amsterdam u. holl. Noten 168.40 0.— 0.— ######## Mailand. 78.35 Italien, große Bankplätze 78.35 Schweiz 80.75 Napoleons 16.16 Sovereigus 20.28½ Wir geben kurze Ausschreibg. Paris..... 81 05 Brüssel, Antwerpen 31.— London 20.38½ . 168.80 New=York 4.20¼ Wir erlassen, soweit Vorrath konvertirte 3 1/2% Consols à 100.35 3%, Consols 90 25 zahlen dagegen für 3 1/2% konvertirte 99.85 für 3% 89.75, Alles speseufr. 4% Preußische Central=Bodenkredit=Pfandbriefe, unverloosbar und bis 1910 unkündbar erlassen wir zum Berliner Course spesenfrei. der deutschen Seewarte in Hamburg. Telegramm vom 11. Oktober, Vormittags 9.35 Uhr. Ein Maximum über 779 mm breitet sich von MittelFrankreich bis Süd=Deutschland aus, ein Minimum unter 750 mm liegt über den Lofoten. In Deutschland meist trübe oder nebelig, durchschnittlich etwas kühler. Wetterprognose für den 12. Oktober. Ruhiges, im Binnenland trockenes Wetter wahrscheinlich. Johnung Zimmern(parterre) event. Speicherzimmer, im untern heil auf 1. Mai 1902 zu hen. Näheres Bismarckstraße 17. sche Wohnung kem Hause, mit allen Be hkeiten eingerichtet, absene Erage, bestehend aus nern, und Speicherzimmer Rovember oder später an Elleme Familie zu vermiethen. #eres ist in der Exped. d. merschren. Familie(3 Personen) Kohnung Zimmern und Speicher„möglichst abgeschlossene 10gae higem Hause zum unter Nr. 968 an 0. d. Zig. erbeten erkaufskeller, Etmüse, oder Lagerkeller 1. November zu Neustraße 142. Todes=Anzeige. Heute Morgen 2½ Uhr entschlief sanft und ruhig nach langem schwerem Leiden, doch plötzlich und unerwartet, meine liebe treue Gattin, unsere unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwiegerin und Tante Frau Ladwig Emilie geb. Holverscheid, im Alter von 62 Jahren. Verwandten und Bekannten machen wir hierdurch diese traurige Mittheilung mit der Bitte um stille Theilnahme Ludwig Goldenberg und Familie. Remscheid, Hohenhagenerstraße, 10. Okt. 1901. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3½ Uhr vom Sterbehause aus ohne Frauenbegleitung statt. Bekanntmachung Die Liste der zur Theilnahme an den Handelskammer=Wahlen berechtigten Firmen des Wahlbeziris Nenscheld(umsassend die Bürgermeisterei Remscheid) wird auf dem Bürgermeisteramte zu Remscheid vom 11. bis einschl. 17. Oktober cr. zur öffentlichen Eiowendunger gegen diese Oiste fiud bs enza..— Dltohr bei der unterzeichneten Stelle anzubringen. Später geltend g machte Einwendungen können nicht berücksichtigt werden. Das aktive und passive Handelskammer=Wahlrecht besitzen nach dem Gesetze vom 15. August 1897 und nech dem ministeriell genehmigten Wahlstatute vom 30. Oktober 1897 die sämmtlichen im Handelsregister eingetragenen kaufmännischen Firmen, Handelsgesellschaften und Genossenschaften. Lennep, den 5. Oktober 1901. Die Bergische Handelskammer zu Lennep. Kattwinkel. Bekanntmachung. Die Rekruten für 1) Infanterie=Regiment Nr. 61 2)„„ 176 haben sich nicht am 15. Okrober, Vormittags 10 Uhr, sondern an demselben Tage, Nachmittegs 4 Uhr, beim Bezirkskommando hierselbst zu gestellen. Lennep, den 5. Oktober 1901. „Eides“ Berlin,[Asbestplatten Schöne abgeschlossene Etage von 6 Zimmern in der Nähe des Zentralpunktes v. ruhiger Familie 1. Mai 1902 gesucht. Angebote unter Nr. 964 an die Exped d. Ztg. erbeten. Mehrere gut erhaltene gebrauchte hat billig abzugeben Alb. Zimmermann, Bismarckstraße 42. Die modernsten Rock- u. zum Selbstanfertigen à 1 und 1.50 Mark sind zu haben bei Frau O. Becker, Zuschneidekursus, Restaurant Frau Müller, Markt. 2 Btagen von 5 Zimmern, mit und ohne Söllerzimmer, per Mai 1902 zu vermiethen. Näheres Freiheitstraße 65 2—3 schöne große Speicherzimmer in besserem Hause an der Bismarckstraße, Nähe des Bahnhofs, per Mai 1902 an ruhige Familie zu vermiethen. 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