Montag, 26. April 1920 10. Jahrgang. Nr. 92 * sgeführt. ateris unsch Allgemeiner Anzeiger für die Stadtgemeinde Lüttringhausen und Umgebung. Schaff I Druck u. Verlag: Scharfs& Krauß, Lüttringhausen. Fernruf 466* Amt Leunep. Postscheckkonto Cöln 32411. Schriftl.: Wilhelm Behrendt Lüttringhausen Der Tägliche Anzeiger erscheitt jeden Wochentag und kostet durch unsere Boten frei ins Haus gebracht monatlich 4.00 Mk., durch die Post ausschl. Bestellgeld 9.00 Mark vierteljährlich. Anzeigenpreis: 1 mm Höhe(45 mm breit) 20 Pfg. Reklamen: 1 mm Höhe(90 mm breit) 40 Pfg. Beilagegebühr 12.— Mark. Anzeigen= Rabatt gilt als Kassenrabatt und kommt in Wegfall bei zwangsweiser Eintreibung ourch Klage und bei Konkursen. 8. E ufer ben nstreude Lungen-r -leber-Nie chf-Rheuterz. Wurm. andere maht sreh uns grolle ner gußei mit sämtlichen ert zu verkaufen. rf, Talsperrene 7. g oder r Acbeil auf sof. gesucht. jedericht istraße. meines langsähMädchens suche od. Ende Mai 3 ulchen icht. bürhoff, sofstr. 18. Der Apparat der Revolution. Bolschewistische Wühlereien in den russischen Kriegs. gesangenenlagern. In einer Pressepolemik gegen den Führer der Unabhängigen Dr. Cohn macht die„Deutsche Tagesztg.“ in einem Artikel mit der Ueberschrift„Der Apparat der Revolution“ aufsehenerregende Enthüllungen über die unabhängig=bolschewistische Wühlarbeit, die der Unabhängige Cohn in Verbindung mit dem Delegierten der russischen Sowjetregierung in Berlin Wigdor Kopp unter Entfaltung eines großzügigen Apparates in ganz Deutschland und besonders in den immerhin noch in großer Zahl vorhandenen russischen Kriegsgefangenenlagern zur Zeit betreibt In dem oben erwähnten Artikel heißt es zunächst: „Seit jener Zeit, in der Herr Cohn mit den Millionen, die ihm sein Kollege Herr Joffe übergeben hatte, die erste Revolution in Gang brachte, haben die Sozien des Herr Cohn gelegentlich gewechselt, ebenso einige der Unterorgane. Zurzeit lautet die Firma Kopp, Cohn u. Co. Ihre Unternehmungen sind zahlreich und weit verzweigt; nicht nur Herr Cohn, sondern auch sein Sozius, Herr Wiador Koppelowitsch alias Kopp verfügt über gute Beziehungen zu allerlei Regierungsstellen. Herr Kopp hält sich natürlich lediglich zum Zwecke von Besprechungen über die Rücksendung von Kriegsgefangenen und Anknüpfung von Haudelsbeziehungen in Deutschland auf. Herr Kopp, der sich vorsichtig im Hintergrunde hält, ist das igeistige Oberhaupt der russischen Abteilung. Diese beschäftigt sich natürlich nicht mit Politik, sondern nur mir wirtschaftlichen Dingen. Dazu gehört u. a. die Herbeischaffung großer Geldmittel aus Rußlano, die natürlich nur Zwecken des Roten Kreuzes und ähnlichen Dingen dienen. Deshalb wird auch der Rubeltransport vielfach durch Schwestern von Roten Kreuz besorgt, die in dem Cohn=KoppUnternehmen überhaupt eine gewisse Rolle spielen. Die Kollegen befassen sich ganz besonders mit der Pflege des Roten Kreuzes und der Kriegsnefangenenlager. Zu den eifrigsten Angestellten der russischen Abteilung gehören der schon seit der Joffezeit tätige Herr Alexandrowsky. Herr Oiolin und noch eine zanze Reihe von Personen. Die Tätigkeit der russischen Abteilung in den Kriegsgefangenenlagern hat reiche Früchte getragen. so während der Rätediktatur in München, ebenso wie während der jetzizen Unruhen im Ruhrgebiet. Um den Kriegsgefangenen die Zeit zu vertreiben, wurden sie in vielen Lagern militärisch organisiert. Das Kriegsgefangenenlager in Kassel war vorbildlich, ebenso ist das Gefangenenlaaer Salzwedei ein besonders erfolgrei## ArDie Rheider Burg. 5 Erzählung von Leoin Schücking.(1814—1883.) „Derselbe, den ich ins Wasser warf. Und wie ich ihn mit großen Augen anstarre, sieht er mich wieder an, sein Gesicht verzieht sich, er wendet es rasch ab, und dann wendet er es mir wieder zu, als ob er seiner Sache gewiß werden wolle. Dabei zuckt etwas um seinen Mund, just wie's der Leufel macht, wenn er wahrnimmt, daß ihm eine arme Seele ins Garn gegangen ist. Und damit ist der Troß an uns vorüber geritten. Ich lasse die Wache die Gewehre absetzen, und da grad' ein paar Reitknechte, die den Herren folgen, herangeritten kommen, trete ich an den einen heran und frage ihn nach dem Obersten in der Guidenuniform. Der ist Flügeladjutant beim Herrn Großherzog, sagt der Reitknecht. Nun wußt' ich genug. Auch was ich zu tun und zu lassen hatte. Als wir am andern Tage abgelöst wurden, ging ich in mein Quartier, schnürte mein Bündel und gab's einem Jungen, mir's zur Stadt hinauszutragen. Und dann, als es dunkler Abend geworden war, da ging ich meinem Bündel nach und nun sind wir alle beide da, das Bündel dort hinter der Wallhecke und ich hier.“ „Das ist also Eure Geschichte,“ sagte Sibylle nachdenklich.„Es mag so sein, wie Ihr sagt, aber es mag auch noch mancherlei dabei sein, was Ihr nicht sagt!“ „Und weshalb glaubt Ihr das?“ „Weil Ihr doch sonst wohl abgewartet hättet, ob denn der Oberst gegen Euch noch etwas Böses im Schilde führte und die Stellung, die er beim Großherzog einnimmt, dazu mißdrauchen würde.“ Johannes, der Deserteur, zeigte ein bitteres Lächeln um seinen Mund mit den festen verkniffenen Lippen und sagte: „Es wäre darüber vielleicht zu spät geworden, meine werte Lemoiselle, über dem Abwarten. Ich kenne meine Leute und kenne den Herrn! Nein, nein, es war besser, daß ich sicht wartete und ging. Und das habe ich getan, und in den Bergen drüben habe ich den Spielmann hier getroffen, er hat mir Hoffnung gegeben, Ihr würdet mir helfen, auf die Seite zu kommen. Zum Weiterreisen habe ich kein Geld und keine Papiere, uno es wird heutzutage überall scharf lufgepaßt.“ „Der Spielmann,“ antwortete Sibylle,„ist sehr kühn, aß er solche Versprechungen macht.“ beitsgebiet, wie sich auch bei dem seinerzeit erfolgten Einmarsch der Reichswehrtruppen zeigte. Zwischen allen russischen Kriegsgefangenenlagern, ursprünglich 84 an der Zahl, wird ein lebhafter Kurierdienst und Schriftwechsel unterhalten. Die in den Kriegsgefangenenlagern und in deren Nähe eingerichteten Waffendepots hat das„System Cohn“ natürlich nur eingerichtet, um die Republik gegen Rechtsputsche zu sichern. Ein geradezu überwältigendes Material zeugt davon, daß der illeinige menschenfreundliche Zweck dieser großügigen Organisation die Einführung der Räteeepublik in Deutschland ist. Aus dem Verhalten der Regierung, der all diese Dinge sehr wohl bekannt sind, muß geschlossen werden, daß sie gegen diese Bestrebungen nichts einzuwenden hat. Weitere Spuren der carktativen Tätigkeit der Firma sind im Auswandererbureau der Kommunistischen Partei in Berlin und im Arbeiterrat der Arbeitslosen zu finden. Hier wird enge Verbindung zwischen den deutschen und russischen Abteilungen gehalten.“ In dem Artikel wird alsdann hingewiesen auf die engen Beziehungen des„Systems Cohn“ zu den Randstaatenmissionen und zu der ukrainischen Sowjetregierung, sowie auf den überaus regen Kurterdienst mit der Schweiz und mit Herrn Litwinow=Finkelstein in Kovenhagen, das zurzeit als Zentrale des Bolschewismus an Wichtigkeit gewonnen hat. Um die Inlands= und Auslandspresse zur Verbreitung der Endziele des Herrn Cohn in unauffälliger Weise beeinflussen zu können, wurde das Westeuropäische Sekretariat ns Leben gerufen, das ein wirtschaftliches Informaionsbureau zu sein vorgab, in Wirklichkeit aber dazu estimmt ist, die Massen im Inlande und gleichzeitig das Ausland im bolschewistischen Sinne aufzupeitschen. „Dieses Sekretariat unterhält“, so führt die„Deutsche Tageszeitung“ weiter aus,„drei Bureaus in Berlin. lls vorgeschobene Personen fungieren die Herren Reichenbach und Döppner. Diese zeichnen verantwortlich für den„Berlin=Expreß“. Eigentümer des „Berlin=Expreß“ ist die Firma Guttmann, in Wirklichkeit sind für das Unternehmen verantwortlich: Dr. Schwab, Herr Guttmann, der bekannte kommunistische Agitator Dr. Goldberg und vor allem aber Herr Reich, der sich Dr. James nennt und in engsten Beziehungen zu Herrn Kopp steht. Das Unternehmen begann seine Tätigkeit mit einem Rundschreiben, in dem es sich zur Uebermittelung wirtschaftlicher Nachrichten und politischer Informationen empfahl. In der Anlage wurde als Referenz des Herausgebers des „Berlin=Expreß“ ein Schreiben der Presseabteilung der Reichsregierung beigefügt.“ Ueberweisung von russischen Geldern an kommunistische Kampforganisationen. Aus der„wirtschaftlichen Tätigkeit" des„Westeuropäischen Sekretariats" rann das Blatt folgende wiedergeben: „Gegen Ende März wurden der Berliner Kamp organisation der K.P.2. vom„Westeuropäischen Sekre tariat“ auf Anweisung von Herrn Reich alias Di James durch Dr. Schwab 50000 Mark überwiesen Anfang April wurden 54000 Kerenski=Rubel ver schiedenem Banken vom„Westeuropäischen Sekretariat zum Einwechseln angeboten. Nachdem sämtliche, aud die russischen Banken, die Annahme verweigert hatten wurde die Summe von Herrn Kopp eingewechselt.“ An Hand dieser Tatsachen stellt das Blatt fest daß ein Unternehmen, welches die Kampforganisatio der Kommunistischen Partei mit Geld versieht un verbotenen Rubelhandel treibt, von dem Pressechef de Regierung Herrn Friedländer alias Breuer protegier wird, und richtet an die Regierung, die täglich da Vorhandensein einer Gefahr des Bolschewis mus leugne, erneut die Frage, ob sie nach dieser Kostproben bei ihrer Ansicht verharren wolle. An das gesamte Bürgertum aber wird die Mah nung gerichtet, endlich aus seinem Schlaf aufzuwachen endlich sehend zu werden, damit es sich nicht eine Tages der vollendeten Tatsache gegenüber sehe, das das„System Cohn“ endgültig ans Ruder gelange un daß der Anfang des Unterganges der abendländischer Kultur da sei. Es sei aber keine Zeit zu verlieren, Heri Kopp habe erklärt, daß er hofft. vom 1. Ma an seine Tätigkeit öffentsich betreiben zu können. Dei Apparat der Revolution arbeite mit Hochdruck. * Angesichts dieser, sicherlich zum guten Teil au Tatsachen beruhenden Mitteilungen wird man wohl er warten dürfen, daß die Regierung der Tätigkeit de russischen„Delegierten“ Wigdor Kopp, dem vom Aus wärtigen Amt neuerdings die Erterritorialität zuge standen worden ist, etwas mehr Aufmerksamkeit wid met und sich jede Einmischung in die deutschen Ange legenheiten ganz energisch verbittet. der Renten. Aenderung in der Invaliden= und Hinterbliebenenver sicherung. Wie mitgeteilt wird, ist im Reichsarbeitsministe rium der Entwurf eines Gesetzes über Abänderung des die Invaliden= und Hinterbliebenenversicherung be handelnden IV. Buches der Reichsversicherungsordnun fertiggestellt. Während bisher fünf Lohnklassen bestanden, de ren höchste einen Jahresarbeitsverdienst von 1150 Mk und mehr umfaßte, sind jetzt acht Lohnklasse: vorgesehen, und zwar bis 550 Mark, von mehr als 550 bis 850 Mark, von mehr als 850 bis 1150 Mark, von mehr als 1150 bis 2000 Mark, von mehr als 2000 bis 3000 Mark, von mayr als 3000 bis „Ich habe Euch immer als eine gute bergische Patriotin gekannt, Sibylle Ritterhausen," fiel Spielberend ein,„es ist ein Landsmann und den Franzosen dreht Ihr eine Nase damit.“ Sibylle betrachtete noch einmal den Deserteur. Es war etwas in dem Menschen, das mit Mißtrauen erfüllen konnte, seine kecke Phisiognomie, sein beinahe frecher Blick. Seine bestimmte scharfe Weise sich auszudrücken, gefiel dagegen Sibyllen wieder. Sie sagte:„In unserm Hause, auf unserm Hammer können wir Euch nicht gebrauchen. Ich will auch weiter nichts mit Euch zu schaffen haben. Aber ich will Euch einen Schlupfwinkel zeigen, in welchem Ihr vor allen Nachorschungen sicher seid und bleiben könnt, bis Ihr glaubt, icher über die Grenze kommen zu können.“ „Nun, wenn Ihr das wolltet, so ist’s auch schon des Dankes wert!" „Den Dank erwart' ich auch... den, daß Ihr später niemand verratet, wer...“ „Darauf verlaßt Euch.. schweigen kann der Johann!“ „So holt Euer Bündel und folgt mir!" Der Mann ging, um zu tun, was das junge Mädchen ihm befohlen; Sibylle stand auf und schritt durch die alten Steinpfeiler voran, dem Edelhofe zu, dessen Mauern vor ihr durch das Gebüsch schimmerten. Der Deserteur mit seinem Bündel in der Hand hatte sie bald eingeholt; auch der Spielmann mit seiner Geige im Sack folgte ihr. Die Dogge lief voran. So schritt die Gruppe über einen auf dem Plateau des Berges liegenden Rasenplatz, auf welchem friedlich eine an einen Pflock gebundene Ziege weidete. Vor ihnen erhob sich dieselbe Seite der Rheider Burg, welche man vom Hammer aus erblickte, die mit den zwei Ecktürmen und dem Erker. Das Gebäude sah in dieser Nähe nicht mehr so imposant aus wie es sich von unten, vom Tale her darstellte, und der große Verfall, der überall daran genagt und verwüstet hatte, wurde jetzt erst recht sichtbar. Dagegen hatte man von dem Platze vor dem Gebäude eine unvergleichliche Aussicht über die Windungen des Flusses durch das enge Bergtal und über die Höhen zu seinen beiden Seiten, die mit schönem Laubholz bestanden und durch einzelne Ansiedlungen mit Aeckern und Wiesen durchsprenkelt waren. Sibylle wendete ihre Schritte dem viereckigen Turme zur Linken zu, an dessen Fuß eine schmale spitzbogige Tür ine Inncre führte. Die Tür war von Eichenholz, fest und schwer gezimmert, aber die Zeit hatte alle Farben heruntergewaschen und die Sonne und Dürre hatten zahllose Spalten hineingerissen. Sie führte in ein gewölbtes Souterrain, an welches sich eine ganze Reihe ähnlicher hallenartiger, aber dumpfer und feuchtkühler Räume schloß, in denen es leer und öde aussah. Starke Gittertüren trennten sie voneinander ab, keine derselben jedoch war verschlossen und hemmte den Schritt Sibyllens, die ihre Begleiter bis in den letzten dieser Räume führte. Hier wurden zwei Treppen sichtbar, eine breite, bequem aus Steinplatten aufgebaute, die links in einen Korridor hinaufleitete, und ein andere schmale, hölzerne Wendelstiege, welche in der äußersten Ecke sich zwischen runden Turmmauern hinaufwand, den kleinen runden Turm füllend, welchen man von außen an der rechten Seite des Gebäudes wahrnahm. Stbylle blieb hier stehen. „Spielberend,“ sagte sie,„Ihr könnt dort die Treppe hinausgehen zum alten Claus und ihm sagen, daß ein Gast in die Rheider Burg gekommen wäre, den er verpflegen möge, um der Ehre des Hauses willen.“ „Und gegen richtige Bezahlung,“ fiel der Deserteur ein. „Ich verlange nichts umsonst.“ „Das mögt Ihr mit dem Hausmeister abmachen,“ versetzte Sibylle.„Also geht, Spielberend, dort links hinauf. Ich steige mit dem Manne unterdeß diese Wendeltreppe empor und zeige ihm oben eine Kammer, wo er bleiben kann und sicher ist, nicht gefunden zu werden. Das ist alles, was ich für ihn tun kann. Geht vorauf— Ihr, Johannes!“ Der Deserteur folgte ihrem Winke und schritt die Wendelstiege hinan, die unter seinem schweren Tritte heftig erknarrte. Sibylle folgte ihm, ihre Dogge dicht neben sich. Spielberend blieb eine Weile stehen; dann trat er der Wendelstiege näher und versuchte, leise auftretend, und ungehört zu folgen. Er war ohne Zweifel neugierig, zu erfahren, in welchem Versteck da oben das junge Mädchen den Fremden unterbringen wollte. Aber die alte Holztreppe war ein verräterisches Ding. Trotz aller Behutsamkeit, die Spielberend anwandte, gab sie alle möglichen Töne von sich, sie knirschte, kreischte, ächzte... Spielberend fand für gut, von dem Versuche abzustehen, und darum ging er zurück und schritt die breite steinerne Stiege hinauf, wohin ihn Sibylle Ritterhausen gewiesen hatte. (Fortsetzung folgt.) 4000 Mark, von mehr als 4000 bis 5000, und von mehr als 5000 Mark. Die Wochenbeiträge für diese Lohnklassen werden voraussichtlich betragen 100, 110, 120, 140, 160, 180, 200 und 240 Pfg. Entsprechend den erhöhten Beiträgen sind wesentlicherhöhte Leistungen vorgesehen. Die früheren Renten sind dadurch erhöht worden, daß die bisherigen Zulagen dauernd belissen werden. Neue Zulagen von monatlich 4 Mark sind für die bisher gewährten Waisenrenten eingeführt. Der Aufbau neuer Lohnklassen führte notwendig zur Prüfung der Frage, ob die Angestellten, die bisher bei einem Einkonmen bis zu 2000 Mark auch von der Invalidenversicherung erfaßt werden, weiter in ihr verbleiben sollen. Der Entwurf hat diese Frage dadurch gelöst, daß er die Angestellten künftig nicht mehr zwangsweise de: Invalidenversicherung unterwirft. Neu einbezogen sind in die Invalidenversicherung die Hausgewerbetretbenden, von denen bisher nur die der Tabakindustrie und einige Zweige der Textilindustrie versichert waren. Von sonstigen Neuerungen seien folgende zervorgehoben: die# g#gen freien Unterhalt BeEingehen auf die deutschen Vorschläge? Die Agence Havas meldet:„Die deutsche Note, welche die Forderung von einer Armee von 200 000 Mann stellt, hat in Konferenzkreisen lebhaften Eindruck hervorgerufen. Es scheint, daß sie ohne Ueberraschung und sogar mit gewissem Wohlwollen auf italienischer und englischer Seite aufgenommen wurde. Auf französischer Seite behält man sich die Bildung einer Meinung vor, bis zur Prüfung dieser Frage durch die Konferenz. Es ist möglich, daß die bolschewistische Gefahr eine Vermehrung des deutschen Heeres erheischt. Nach dem militaristischen Staatsstreich Kapp kann Frankreich gegen eine Verstärkung der deutschen Armee Bedenken hegen. Wenn der Bolschewismus zu befürchten ist, so ist es auch der Militarismus nicht weniger. Wenn der Friedensvertrag die von Deutschland gewünschte Abänderung erfährt, scheint es gerechtfertigt zu sein, daß Frankreich genügende Garantien erhält, gegenüber jedem Versuch einer militärischen Revanche." schäftigten werden der Pflichtversicherung unterworfen, das Ruhen von Renten neben höheren Renteu der Unallversicherung wird beseitigt. Ferner werden der Bezug der Witwenrente neben der Rente der Witwe aus eigener Versicherung und die Gewährung doppelter Renten an Doppelwaisen, wenn Vater und Mutter versichert waren, zugelassen. Bei Doppelleistungen soll aber der Reichszuschuß nur einmal gewährt werden. Das Witwengeld und die Waisenaussteuer, die nur einem kleinen Teil der Versicherten geringe einmalige Leistungen zugeführt haben, sowie die nur ganz geringfügig beanspruchte freiwillige Zusatzversicherung sollen beseitigt werden. Der Entwurf sieht ferner vor, daß die Instanzen der Invalidenversicherung an Entscheidungen der Instanzen der Unfallversicherung und Militärversorgung, die Renten von über 66½ v. H. zugesprochen haben, gebunden sind und mildert besonders die Vorschriften über den Verlust der Anwartschaft. Die Truppen im Gesuch der Reichsregierung. In einer von dem Vorsitzenden der deutschen Friedensdelegation in Paris dem Präsidenten der Friedenst kommission übergebenen Note ist darauf hingewiesen worden, daß infolge der bis zum 21. April durchgeführten Verminderung die Kopfstarke der Trupven in der 50 Kilometer=Zone die zulässige Zahl nicht mehr übersteigt, daß nur noch die Zahl der Verbände um 10½ Infanterie=Bataillone und 10 Batterien überschritten ist. Die weitere Verminderung der Verbände ist im gegenwärtigen Augenblich nicht angängig, da die Durchführung der polizeilichen Maßnahmen in den stark bevölkerten dicht beieinander zelegenen Ortschaften es besonders vorteilhaft erscheinen läßt, kleine Verbände zu verwenden. Unter diesen Umständen hat die deutsche rung gebeten, daß die zulässige Truppenzahl entsprechend früheren Anträgen lediglich nach Köpfen bemessen werde. Bezüglich der Artillerie ist um Belassung oon 11 Batterien in der 50 Kilometer=Zone gebeten worden. Die deutsche Regierung glaubt, daß sie mit den am 21. April vorhandenen Truppen die Ordnung aufrecht erhalten kann. Insbesondere rechnet sie mit der Hoffnung, südlich der Ruhr ohne gewaltsames Einschreiten zu geordneten Zuständen zu kommen. Dem Vorsitzenden des internationalen Ueberwachungsausschusses für das Landheer, General Nollet, ist außerdem eine genaue Uebersicht der Truppenverbände in der 50 Kilometer=Zone übermittelt Eine Denkschrift über die deutsche Heeresstärke ist außerdem dem Präsidenten der Sriedenskommission übergeben worden, die sich mit der Stärke des uns nach dem Friedensvertrage verbleibenden Heeres beschäftigt. Die Frage der Beibehaltung des Großen Generalstabes ist in dieser Denkschrift jedoch nicht berührt worden. Die Konferenz in San Remo. Angabliche Einladung des deutschen Reichskanzlers. Wie der Sonderberichterstatter des„Matin“ meldet, haben Nitti und Lloyd George Millerand den Gedanken nahe gelegt, die deutsche Regierung zur Teilnahme an der Konferenz von San Remo einzuladen. Beide hätten sogar die Anwesenheit des deutschen Reichskanzlers für wünschenswert erklärt, um die zukünftigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit dem ehemaligen Feinde in sachlicher und umfassender Weise zu besprechen. Der Korrespondent bemerkt, man könne sich die Wirkung dieses Vorschlages auf Millerand leicht vorstellen. Der„Matin“ läßt sich ferner aus San Remo berichten, Lloyd George habe beim Empfang der amerikanischen Journalisten erklärt, daß er der Ansicht sei, Deutschland hätte den Vertrag nicht verletzt, und er sei der Meinung, daß Deutschland nicht im bösen Glauben gehandelt habe. Er erklärte ferner, daß nach seiner Ansicht Deutschland ein krankes Land sei, wo die einzelnen Glieder diem Gehirn nicht mehr gehorchen wollen. Man könne also nicht dieselben Anforderungen au Deutschland stellen wie an ein gesundes Land. Er verhehle nicht, daß die Forderung Deutschlands, eine Armee von 200000 Mann zu behalten, nicht unvernunftig sei. Die Konferenz wird sich unverzüglich mit den deutschen Noten beschäft gen. Frankreich dürfte jedoch kaum einer Erhöhun der deutschen Heeresstärke zustimmen. Die Pariser Presse gebärdet sich schon ganz vild über die Forderung des deutschen Wehrministers So erfreulich diese Meldung sein mag, wäre es doch verfehlt, an diese Nachricht übertriebene Hoffnungen zu knüpfen, schon im Hinblick auf die angedrohten„Garantien“ zur Beruhigung Frankreichs. Epoca meldet: Der deutsche Geschäftsträger in Rmo, v. Herff ist, nachdem er zuvor eine lange Unterredung mit dem Stellvertreter des italienisichen Ministerpräsidenten Luzzatti hatte, nach San Remo abgereist. Vonauschleppern des vayerischen Lioyds. Eer drohte, dag sonst sein Patrouillenboot das Feuer eröffnen werde. Die heruntergeholten Flaggen riß er an sich und trat sie in den Schmutz. Die Beflaggung der deutschen Schlepper ent. sprach genau den Vorschriften des ungarischen Handelsmini. steriums. Die deutsche Regierunng hat bei der ungarischer sofort die erforderlichen Schritte unternommen, um Genug tuung und Schutz gegen neue französische Insurren## erhalten. Amerikanischer Milliardenkredit —.— IE ZIL. KE 811. Lebensmitteklieferungen in Höbe von 2½ Milliarde. Nach längeren Verhandlungen ist zwischen der Reichseinfuhrstellen und den amerikanischen Packerfir men ein zweites Abkommen über die Lieferung vor Kleisch. Speck, Schmalz und Milch in Gesamt höhe von 45 Millionen Dollar oder 2¾ Milliarder Mark abgeschlossen worden. Die Rückzahlung der 4# Millionen Dollar wird nach einem besonderen Til gungsplan, beginnend Anfang 1921 bis Mitte 1921 durch die Devisenbeschaffungsstelle erfolgen und empfiehlt der französischen Regierung, sich handlungsfreiheit wieder zu nehmen und allein gegen die deutsche Gefahr vorzugehen. Wenn auch Millerand in San Remo sich solche grimmigen Drohungen nicht zu eigen macht, so wird er dach niemals in den wePolitische Rundschau. — Berlin, 23. April 1920. — Der japanische Geschäftsträger K. Debucht sowie der mexikanische Gesandte Fabela haben in Berlin ihre Beglaubigungsschreiben übergeben. — Der säd, sische Ministerpräsident Dr. Gradnauer ist zurückgetreten. Als Nachfolger Gradnauers ist der Abg Stücklen(Soz.) ausersehen. — Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat der Antrag auf Sonntagsdienst für den 1. Mai un Aussetzung des Innragsdienstfl Schulunterrichts angenommen. :: D e u t s c h e r P r o t e s t g e g e n d i e o b e r s c h i e s t s c h e K o h lenverteilung. Gesen die von der Ententekommission verlangte oberschlesische Kohlenverteilung hat die deutsche Regierung schärfsten Einspruch erhoben. Nach dieser Verteilung sollen je nach der Förderung oberschlesische Kohle: 1. Polen, 2. Oesterreich, 3. Italien, 4. die deutschen Eisenbahnen, 5. Oberschlesien, 6. das übrige Deutschland, 7. die Tschecho=Slowakei und das übrige Ausland erhalten. Nach Ansicht des Reichskohlenkommissars würde nach diesen Bestimmungen die Belieferung Deutschlands mit oberschlesischer Kohle je nach der Wagengestellung derartigen Schwankungen unterworfen sein, daß man von irgend einer ordnungsmäßigen Kohlenwirtschaft in Deutschland nicht mehr reden könnte. Von welchen unheilvollen Wirkungen dies aber für die gesamte deutsche Wirtschaft sein würde, ist der Entente schon wiederholt dargelegt worden und bedarf keiner neuen Erläuterung. :: Amtsenthebungen in Preußen. Nach der Beurlaubung einer Reihe pommerscher Landräte hat die preußische Staatsregierung auch in Schlesien umfangreiche Personalveränderungen für erforderlich gehalten,„um in einzelnen Verwaltungsbezirken das bisherige Vertrauensverhältnis zwischen Behörden und den verfassungstreuen Schichten der Bevölkerung wieder herzustellen". Die Regierung hat die Landräte der Kreise Liegnitz, Löwenberg, Steinau, Guhrau, Oels, Neumarkt und Namslau be urlaubt. Außer diesen sieben Landräten sind der „Sozialistischen Korrespondenz“ zufolge bis jetzt 19 Landräte, 2 Oberpräsidenten, 3 Regierungspräsidenten noch eine ganze Anzahl höhere Regierungsbeamte„auf Grund der Beteiligung am Kapp=Putsch oder wegen sonstiger feindlicher Betätigung gegen den republikanischen Staat“ ihres Amtes enthoben worden. Aus der Sicherheitspolizei in Berlin wurden bisher etwa 20 Offiziere entfernt und durch zuverlässige Männer aus dem Unteroffiziersstande ersetzt. Rundschau im : Der ehemalige Gouverneur von Algier, Jonnart, wird vorübergehend als Frankreichs Vertreter beim Vatikan auftreten. * Der frühere französische Ministerpräsident Cail= laur wurde vom Obersten Gerichtshof mit 150 gegen 91 Stimmen des Einverständnisses mit dem Feinde schuldig erklärt. ? Der Friedensvertrag wird der türkischen Delegation am 10. Mat in Paris überreicht werden, wo am 6. oder 7. Mai die neue Session des Obersten Rates ihren Anfang nimmt. ? Der amerikanische Senat hat einen Gesetzentwur angenommen, durch den das stehende Heer im Frieden auf 17045 Offiziere und 280000 Mann vermindert wird. Die Lieferung der Waren beginnt sofort. Unter anderem werden sämtliche in Hamburg Rotterdam, Antwerpen und in Skandinavien Bestände der Packerfirmen sofort übergeben. Ge lieferttwerden 250 Millionen Kilogramm für weitere 150 Millionen Kilogramm Brotgetreid klogramm a u lebende Schweine, 20000 lebende Rinder, 2 Millionen Kilogramm Speck, 25 Millionen Kilo gramm Schmalz, 3 Millionen Käse, 400 000 Kister Milch zu 48 Dosen, verschiedene Oelfrüchte zu Herstellung von ungefähr 50 Millionen Kilogramn Maraarine, 10 Millionen Kilogramm Millionen Zentner Kartoffeln. Ferner ist die Ein fuhr von größeren Mengen Heringen aus Englan! und der skandinavischen Länder gesichert. Das bereits bekanntgegebene Kreditabkom nen mit Holland über 25 Millionen Gulden für Lebensmittel ist nunmehr ratiftzier vorden. sentlichen Fragen nachgeben. Auf der anderen Seite ist die englische Regierung nach wie vor jeder Intervention in Deutschland feindlich gesinnt. Man wird auf die Lösung dieser„englisch=französischen Meinungsverschiedenheiten“ gespannt sein können. Tschechoslowakei: Neubildung des Kabinetts. ? Der Prager„Cesko Slov=“ teilt mit, daß der herige Ministerpräsident Tusar mit der Kabinettsbildung betraut worden sei. Die Prager Nationalversammlung dürfte Mitte Mai einberufen werden. Bei den wurden insgesamt 2 966 503 bürgerliche und 2878548 sozialistische Stimmen abgegeben. Frankreich: Generalstreik in Elsaß=Lothringen. : Der Generalstreik in Lothringen ist, nachdem alle Bemühungen des Metzer Präfekten, eine gütliche Einigung zu erzielen, gescheitert sind, am Dienstag ausgebrochen und befindet sich bereits in vollem Gange. In Straßburg ruft die Landes= nion zum Sympathiestreik auch im Elsaß auf mit dem Hinweis darauf, daß der Streik sich nicht gegen Frankreich, sondern gegen den Kapitalismus und das Wucher= und Schiebertum richtet. In Mülhausen sind Aämtliche Textilfabriken, die Metallwarenjahriken, die elektrischen Unternehmungen und die großen Geschäfte geschlossen. Es erscheint keine Zeitung. Telephon und Telegraph sind noch in Tätigkeit, dagegen haben die Eisenbahner die Arbeit niedergelegt, so daß jeglicher Verkehr unterbunden ist. In Straßburg ist der Ausstand allgemein, nur die Post hält einen beschränkten Dienst aufrecht. Oertliche Nachrichten Lüttringhausen, 26. April. — Der Goldenberger Männergesangverein hatte am Samstag Abend in der Turnhalle zu Goldenberg unter reger Anteilnahme ein Frühlingsfest veranstaltet, zu dessen Verschönerung sich auch der„Sängerbund"=Remscheid=Menning hausen zur Verfügung gestellt hatte. Mit kundiger Hand war das Prograum der Chorgesänge zusammengestellt, deren exakte Ausführung den emsigen Fleiß kennzeichnete, mit dem der Dirigent, Herr Fr. Flöth=Ronsdorf seines Amtes waltet. Die beiden Männerchöre gaben sich alle Mühe, dem lauschenden Publikum die Lieder und Chöre in reiner Tonart und schöner Harmonie der Gesamtstimmen vorzutragen. Reicher wohlverdienter Beifall lohnte Dirigent und Sänger. Auch die musikalischen Darbietungen des Trio Falkenrato waren ansprechend und fanden ebenso wie die gesanglichen Vorträge vielen Beifall. Nach einer Pause folgte der Festball, dem noch lange in Frohsinn gehuldigt wurde. So hatte der Goldenberger Männergesangverein seinen Mitgliedern und Gästen wieder einen schönen und genußreichen Abend bereitet, der in voller Harmonie verlief und wohl alle Teilnehmer befriedigt haben dürfte. — Kirchenkonzert. Die Lenneper Konzertsängerin Frl. Martha Hardt veranstaltet am kommenden Mittwoch, abends 7½ Uhr, in der evangelischen Kirche dortselbst ein Konzert, dessen Reinerirag zu wohltätigen Zwecken bestimm sein soll. Außer der Veranstalterin, welche nicht nur in Lennep, sondern auch in unserer Gemeinde sich durch ihre ausgezeichnete Sopranstimme bei früheren Konzerten viele Freunde erworben hat, werden noch zwei weitere Solisten, die Violinvirtuosin Frl. Riele Queling, Köln, und der Organis Herr Haus Behle, Remscheid, mitwirken. Programme zu diesem Konzert, welche zum Eintritt berechtigen, sind hierselbst bei Frl. Hanna Pipersberg, Gertenbachstraße, zu haben ∆ Briespostbeförderung nach Südamerika. Der voraussichtlich am 28. April von Amsterdam nach Südamerika abgehende holländische Dampfer„Frisia“ sol! zur unbeschränkten Briefpostbeförderung nach Brasilien. den La-Plata=Staaten und weiterhin benutzt werden; Postschluß in Emmerich am 26. April vormittags und in Hamburg am 24. April abends. ∆ Noch nicht heimgekehrte Kriegsgefangene. Kriegsgefangene, die nachweisbar in England, Frankreich, Amerika, Belgien, Italien und Serbien in Kriegsgefangenschaft waren und noch nicht heimgekehrt sind, müssen von ihren Angehörigen sofort dem zuständigen Kriefaheim gemeldet werden mit folgenden Angaben Namen, Vornamen, Truppenteil, Dienstgrad, Tag und Ort der Gefangennahme, Gefangenennummer, die letzte Kriegsgefangenenadresse und Datum der letzten Nachricht des noch nicht heimgekehrten Kriegsgefangenen. Es dürfen nur solche Kriegsgefangenen gemeldet werden, von denen mindestens eine eigene Ne#icht aus Essen, 26. 2 letzten Jahres err daß die Weihnack sei, lebhaftes Auf Vaggon Buttere nachtsfeste an die des 8. Dezember dem 2 Männer und die Butter kamen und ginge 65cg u dene mit wilder und erklärten, si ab. Als sie bere 4 auf dem Auto unliebsamen Zw Männer stürzte lichen Anstrengt plötzlich in dem berzschlage getro blicken. Als das und fuhr in alle davon, die er zu In der Selmastra Schwindel, der o m Szene gesetzt aufgedeckt und solgenden Morge ner, die sich als beschlagnahmte Butter auf ein geladen hatten, ind rasten davo nals 2 Männer ch auch als sol die beschlagnahn die beiden false mnahen der be eshalb schleunig latten von dem suchten nun ihr ich der 44 Faß lle Jagd hinter ung nach Müll von Essen=West eschlagnahmt u sorbestrafte Mei Diese romantisc ammer. Ange issener Autoten hen Kriminalb m und konnte urteilte den Steele, 26. am 3. 8. 19 eralversamm md 320 erhöh sten 12 Einfal sonnen werd schlingt heut5000 u eri 75000 M. Belbert, 26. se eines Arc tüchtige Kr. leister, der Trier, 26. n d g e t r e t e n. Leiter des ufforderung efehle zu 40 n Vertrauen rgehens zu en anderen der Aufford folge leistete. Neuwied, urden bereits alen Jahren tücken ist die laus. Bochum, 2 äuteschiebr gewiesen. usen wurden Der Metzg id von de Weiterver tgermeisters Lumpensar ek einstrich. #erte sie aber ghausen zum einen Grof der Kriegsgefangenschaft vorliegt oder sie durch eidesstattliche Erklärung eines Ungarn: Geschimpfung der deutschen Flagge * Ein fran in Budapest die shlischer, Marinesoldat erzwang kürzlich Niederholung der beutschen Flagge von r.— Kameraden als bestimmt in Kriegsgefangenschaft geraten bestätigt werden können. Im letzteren Falle ist die Adresse dieses Zeugen mitzukeilen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die einzureichenden Meldungen sich vorläufig nur auf die in obengenannten Ländern befiudlichen Kriegsgelangenen beziehen dürfen. Für die Rußland, Rumänien und Japan wird später ein gleiher Aufruf erfolgen, I# Z Auch die Frühtingsmode will jetzt ihr Recht haben. Sie ist zwar noch immer nicht frei von Absonderlichkeiten, die wir uns im Frieden, vor 1914 unter den damaligen normalen Zeiten niemals haben bieten lassen, aber heute sprechen die Zeitverhältnisse noch mit, wenn auch der Bezugsschein längst in Fortfall gekommen ist. Die Damenwelt hat Mühe. a!!s ihre Wünsche zu befriedigen, schon der„neue Hut ein Kapitel für sich. Und auch die Herren der Schöpfung haben mit dem Mangel an Stoffen zu kämpfen. I kumme zahlte Eihmer wegen stadtverordne i Deutschen im besoldeten Hagen=De er sein in T nt Vermöge usgewiesener vo Hagen h Kopf abfa Siegen, 2 se von 3000 eise erreicht! wernden Rüc angelan andelt. De keine zusta hohen Pri isten Fällen gung gestellt #mer etwas auch in vi wie wenig 8 dieses sch selbst nich Dortmund bmittag die dem Flu #delbruch d te, daß de. Die sie in per ent. elsmint. jarische: Genug lten 5 redit Liarde. sen der ackerfir ung vor Gesamt lliarden der 4 #en Til te 1921 rt. samburg agernde: en. Ge getreide tgetreid inzierun 45 Mil 50 00 der 2 en Kilo 00 Kister chte zu llogramn eis, 1.1 die Ein nglan! ert. abkom en Gul. ftzier en. April. ngverein holdenberg veranstaltet, nd=Remstellt hatte. horgesänge sigen Fleiß öth=Ronshöre gaber Lieder und r Gesamt= tfall lohnte arbietungen nden ebenso Nach einer rohsinn gegesangverein chönen und onie verlief Rheinland=Westfalen. Essen, 26. April. In den ersten Dezembertagen des letzten Jahres erregte in der Essener Bevölkerung die Kunde, daß die Weihnachtsbutter der Stadt Essen gestohlen worden sei, lebhaftes Aufsehen. Auf dem Nordbahnhofe war ein Paggon Butter eingelaufen, der als Extraausgabe zum Weihnachtsfeste an die Bevölkerung bestimmt war. In der Frühe des 8. Dezember erschien auf dem Güterbahnhof ein Auto, dem 2 Männer entstiegen, den Eisenbahnwaggon öffneten und die Butter aufzuladen begannen. Eisenbahnbedienstete kamen und gingen. Der eine oder andere schaute wohl neupierig in den Eisenbahnwagen. Die beiden Männer aber mit wilder Hast das ganze Auto mit Butterfässern voll und erklärten, sie holten die Butter im Aufrage der Stadt ab. Als sie bereits 44 Faß im Werte von mehr als 100 000 #A auf dem Auto hatten, wurde ihre Tätigkeit jäh durch einen uliebsamen Zwischenfall unterbrochen. Einer der beiden Nänner stürzte unter dem Einfluß der übergroßen körperlichen Anstrengung und der außerordentlichen Aufregung plötzlich in dem Eisenbahnwagen zu Boden. Er war vom herzschlage getroffen worden und starb nach wenigen Augenblicken. Als das der andere sah, ließ er den Toten liegen und fuhr in aller Eile mit den aufgeladenen 44 Faß Butter davon, die er zu dem Logis des Toten, der Witwe Thienie In der Selmastraße, schaffte und dort unterstellte. Der dreiste Schwindel, der von den beiden Chauffeuren Riff und Garns m Szene gesetzt worden war, wurde noch am gleichen Tage zufgedeckt und die gestohlene Butter beschlagnahmt. Am solgenden Morgen erschienen bei der Witwe Thieme 2 Männer, die sich als Kriminalbeamte ausgaben und erklärten, die beschlagnahmte Butter abholen zu wollen. Sie luden die butter auf ein mitgebrachtes Auto. Als sie 24 Fässer aufgeladen hatten, setzten sie plötzlich das Auto in Bewegung und rasten davon. Einige Minuten später erschienen abernals 2 Männer, die sich als Kriminalbeamte ausgaben und sch auch als solche legitimierten. Sie hatten den Auftrag beschlagnahmte Butter auf einem Fuhrwerk abzuholen. Die beiden falschen Kriminalbeamten hatten von dem Hermnahen der beiden echten Beamten Wind bekommen und beshalb schleunigst mit ihrer Beute die Flucht ergriffen. Sie satten von dem Butterdiebstahl Kenntis erhalten und verluchten nun ihrerseits durch einen verwegenen Handstreich, sch der 44 Faß Butter zu bemächtigen. Nun begann eine lle Jagd hinter den falschen Kriminalbeamten, die die Richung nach Mülheim eingeschlagen hatten. An der Grenze von Essen=West gelang es, sie einzuholen. Die Butter wurde eschlagnahmt und die falschen Kriminalbeamten, 2 schwei sorbestrafte Menschen namens Kosick und Schmitz. verhaftet, diese romantische Geschichte beschäftigte die Essener Strafammer. Angeklagt ist der Chauffeur und Teilhaber des issener Autotechnikums, Garms. Die mitangeklagten falin Kriminalbeamten sind aus dem Gefängnis befreit worund konnten noch nicht ergriffen werden. Das Gericht urteilte den Angeklagten Garms zu 1 Jahr Gefängnis. Steele, 26. April. Die Spar= und Baugenossenschaft, am 3. 8. 1919 ins Leben gerufen wurde, hielt ihre erste meralversammlung ab. Die Mitgliederzahl hat sich au d 320 erhöht. In kurzer Zeit rann mit dem Bau der en 12 Einfamilienhäuser im Stadtteile Rott, Nordstraße sonnen werden. Wie Stadtbaumeister Stark mitteilte, schlingt heute ein Einfamilienhaus, das vor dem Kriege 5000# errichtet werden konnte, eine reine Bausumme 75000 M. Belbert, 26. April. Auf eine hier demnächst zu besetzende le eines Architekten beim städtischen Bauamt, für die nur tüchtige Kraft gesucht wird, meldete sich ein Regierungs. seister, der monatlich nur 600 K beansprucht. zertsängerin Mittwoch, rtselbst ein u bestimmt cht nur in durch ihre zerten viele Solisten, die der Organist gramme zu nd hierselbst zu haben ika. Der nach Südrisia“ sol! Brasilien, t werden; lttags und id. Frankin Kriegskehrt sind, suständigen Angaben Tag und die letzte tzten Nachgefangenen. neldet wer. richt aus urch eidesestimmt in en können. gen mitzug diesen, daß nur auf Kriegigeangenen in #r ein glei15 i von Abvor 191## nals haben verhältnisse st in Mühe, alle ue Hut“ ist Schöpfung ipfen. Trier, 26. Axril. Die Metallarbeiter sind in den Aus. nd getreten. Das französische Kriegsgericht verurteil## Leiter des sozialistischen Metallarbeiterverbandes wegen ufforderung zum Ausstand und Nichtbefolgung gegebener efehle zu 40 Tagen Gefängnis und 500 A Geldstrafe, ein Vertrauensmann des Verbandes wegen des gleichen rgehens zu 20 Tagen Gefängnis und 500 M Geldstrafe, nen anderen Vertauensmann zu 15 Tagen Gefängnis, weil der Aufforderung, die Arbeit wieder aufzunehmen, nicht olge leistete. Neuwied, 26. April. Vollständig erblühte Maiglöckchen urden bereits im Walde gefunden, während man in noralen Jahren am ersten Maisonntag damit rechnet. In allen ist die Vegetation in diesem Jahre um 2—3 Wochen aus. Bochum, 26. April. Ein geradezu typischer Fall von äuteschiebung wurde von der Bochumer Strafkammer chgewiesen. Aus dem Schlachthofe der Stadt Reckling= usen wurden 13 wertvolle Tierfelle nächtlicherweile gestohDer Metzgermeister Hermann Böhmer in Recklinghausen id von dem Diebe 9 Felle zum Preise von 4500 K. Weiterverkauf bediente er sich der Vermittelung des tgermeisters August Breuel in Herne, der ihm als Käufer Lumpensammler Tamczak benannte und dafür 400 ik einstrich. Tomczak erstand die Felle für 5950 K. ver##erte sie aber weiter an den Grossisten Max Katz in Reckghausen zum Preise von 8000 c. Von dort gelangten sie einen Großhändler in Fellen, der wieder eine höhere imme zahlte. Die Strafkaumer verurteilte den Metzger shmer wegen Hehlerei zu 5 Monaten Gefängnis.— Die stadtverordneten wählten den Arbeitersekretär und Abg * Deutschen Nationalversammlung, Gilsing=Bochum(Ztr. im besoldeten Stadtrat. Hagen=Delstern, 26. April. Aus Gram und Kummer sein in Deutsch=Südwestafrika verlorenes Hab und Gut it Vermögen warf sich Samstag morgen ein nach hien. sgewiesener vor die Räder des gegen ½9 Uhr aus Rich10 Hagen hier einlaufenden Personenzuges und ließ sich Kopf abfahren. Der Mann war sofort tot. Siegen, 26. April. Die Preise für Schvott, die eine * von 3000 J pro Tonne, also das 60fache der Friedens ise erreicht hatten, haben, beginnend Mitte Februar, einen ternden Rückgang erfahren und sind heute auf 1200—1500 krk angelangt. Späne werden schon zu 1000—1100 A indelt. Dabei ist die Kauflust gerine Geschäfte kommen keine zustande. Die Lieferungen auf die alten Abschlüsse hohen Preisen werden seitens der Abnehmer in den isten Fällen beanstandet und den Lieferanten zur Versung gestellt.— am Schrott ist unter gewissen Umständen mer etwas auszusetzen— um Preisnachlässe zu erzielen, T auch in vielen Fällen gelinet. Der Händler hat deshalb iie wenig Freude am Geschäft. Die unmittelbaren Ursadieses scharfen Preisrückganges werden von Fachkundiselbst nicht klar erkannt. Dortmund, 26. April. Beim Spielen stürzte Mittwoch mittag die 7jährige Anna Sch. in der Walzwerkstraße dem Flurfenster des Hauses, Das Kind trug einen delbruch davon, der den sofortigen Tod berbeiführte. Welver b. Soest, 96. April.„Schwein haben" viele Hamsterseelen heutzutage, wenn sie nämlich in feiner Witterung der Gefahr gerade da in die Züge einsteigen, wo das Auge des Gesetzes nicht wacht. Wer aber ein wir##c frisch zeschlachtetes Schwein im Gewichte von rund 150 Prnno mit sich führt, der kann nicht erwarten, daß er auch noch das sprichwörtliche Schwein haben soll. Das erfuhr eine Frau von auswärts. die mit einem solchen Sonntagsbraten auf dem hiesigen Bahnhofe erschien und ihn wohl oder übel — abgeben mußte. Als sie einsah, daß es kein Entrinnen gab, flüchtete sie über die Gleise, begleitet von dem Gesange schadenfroher Reisender:„Geld ist hin, Schwein ist hin. O, du lieber Augustin!“— Um dem Hamsterunwesen zu steuern, sollen in Zukunft die Wagen, die den Bahnhof Welver berühren, auf Lebensmittel hin untersucht werden. Münster, 26. Apri.. Der Münsterische Anzeiger schreibk: Eine Verschwendung von Reichsgeldern wird von einigen Militärstellen betriek n. Es ist uns zur Kenntnis gebracht, während der Oterferien eine ganze Reihe Schüler hoserer Lehranstalten bei hiesigen Militärformationen beschäfigt gewesen sind ols„Ordannanzen, Wegweiser für Kraftahrer usw.“ Die Jungens, um solche handelte es sich, denn a sind uns Fälle von Anstellung 14= und 12jähriger Schüler bekannt, erhielten außer freier Beköstigung täglich 9.50 Ob sie alle diese„königliche" Besoldung erhielten, wissen wir sicht. Aber in dem System allein liegt u. E. eine Verchwendung von Reichsgeldern, die auch darin zum Ausdruck kommt, daß die Ordonnanzen und Wegweiser jetzt, wo die Schulen wieder begonnen haben, entbehrlich sind. Verchiedene der Jungen rühmen sich denn auch, daß sie gute Tage verlebt haben, von Dienst hätten sie nicht viel zemerkt. Da wird von oben herab Sparsamkeit gepredigt, dier wird das Geld unnütz zum Fenster hinausgeworfen. Und von anderer Seite wird die Verrohung und Entsittlihung der Jugend beklagt, hier wird ihr Vorschub geleistet, ndem der Jugend Beträge in die Hand gespielt werden, die zum unnützen verderblichen Geldausgeben, Zigarettenauchen usw. reizen. Lüdinghausen, 26. April. Zur Bekämpfung des Hamberwesens sind an den Bahnhöfen Lüdinghausen und Ondrup Plakate ausgehängt, auf denen die ankommenden Reisenden darauf aufmerksam gemacht werden, daß die ausgeführten dationierten Lebensmittel unnachsichtlich beschlagnahmt werden, sodaß sich Hamsterreisen in der hiesigen Gegend nicht mehr lohnen, sondern besser zu unterlassen sind, wenn sie nicht mit einem großen Mißerfolg enden sollen. Die Polizeibeamten und Gendarmen sind verstärkt und streng darauf ingewiesen, daß Ausnahmen nicht zugelassen werden dürfen. Ibbenbüren, 26. April. Ein Töchterchen des Hauptehrers Kemper setzte sich auf die Deichsel zwischen zwei zusammengekoppelten Wagen, stürzte ab und geriet unter die Käder. Die Kleine war sofort tot. 1 Bielefeld, 26. April. Die 5. Vertreterversammlung des Verbandes evangelischer Arbeiterinnenvereine Deutschlands agte in Bethel unter starker Beteiligung. Der Verband steht ruf christlich=nationaler Grundlage. Es ist ihm gelungen, einen Bestand auf 91 Vereine mit 9000 Mitgliedern zu erhöhen. Der Verband ist parteipolitisch neutral. Auf der Tagesordnung stand u. a. der Vortrag der Gewerkschaftssekretärin Frl. Pappenheim=Barmen über die Stellung des Verbandes zur Gewerkschaftsbewegung. Die anschließende, ehr lebhafte Besprechung führte erneut zu dem Ergebnis, aß ein Handinhandarbeiten der christl. Gewerkschaften mir den ev. Arbeiterinnenvereinen als unbedingt notwendig merkannt wurde. Der Verband führt von jetzt ab en kamen:„Gesamtverband evangelischer Arbeiteri seottschlands..— Vermischtes. April mittags 12 Uhr laufendes Ultimatum gerich tet, in dem es aufgefordert wird, zu erklären, daf es sich aktiv für die Erwerbslosen erklären und einsetzen will, sonst würden die Erwerbslosen aus dem Kartell austreten und Arbeit annehmen, wo es auch sei, selbst unter den geltenden Tarifsätzen, wenn möglich bis zur Hälfte unter denselben. * W i e d e r e i n M a n s o l e u m s e i n b r u c h. I m M a u s o leum zu Schloß Herrenhausen bei Hannover haben Einbrecher der welfischen Familiengruft einen Besuch abgestattet und das dort stehende Altargerät aus Gold und Silber gestohlen. Sie wurden dabei von Wächtern Überrascht, so daß sie ein Krenz und mehrere Leuchter auf der Flucht von sich warfen; ein wertvoller Christus, aus schwerem Silber modelliert, blieb in ihren Händen. Die wertvollen, von Rauch gemeißelten Marmorbilder des Königs Ernst August und seiner Gemahlin Friederike, der Schwester der Königin Luise von Preußen, blieben unneschädigt. ** Die Waffenabgabe im Ruhrgebiet ist immer noch gering. Die Flüchtlinge haben sich verlaufen und sind wohl größtenteils an ihre Arbeitsstätten zurückgekehrt. Die Lebensmittellage ist im ganzen Industriebezirk immer noch recht bedenklich. Die Ueberschichten werden überall wieder gefahren. In Hamm sind neuerdings wieder zwei Bataillone des Regiments Leupold der bayerischen Schützenbrigade Nr. 21 eingerückt. Der Regimentskommandeur und der Oberbürgermeister erließen gleichzeitig unter Androhung schwerer Strafen eine nochmalige sehr energische Aufforderung zur restlosen Waffenablieferung. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Durchsuchung der Häuser nach Waffen. Ein Teil des Regiments hat die umliegenden Zechendörfer beessen, Bockum, Höpel und Herringen, die Herde der Unruhen waren, besetzt. ** Ein wirtschaftlicher Erfolg der Berliner Truphen. Auf die Beschwerde verschiedener Berliner Trupbenteile wegen Beschneidung von Zulagen hat der Reichswehrminister entschieden, daß die Zülagen den Truppen weiter gezahlt werden sollen, aber unter Anrechnung auf die Besoldungserhöhung, die ihnen tb 1. April nach Annahme der allgemeinen Aufe besserung der Reichsbeamten zufließen würden. ** Bad Kreuznach vor dem Ruin. Von allen rheintschen Städten leidet am meisten wohl der Badeort Kreuznach unter der Freindherrschaft. Die Franzosen haben beschlossen, die dortige Besatzung von 1000 Mann auf 2000 zu erhöhen und stellt nun wegen ihrer Unterbringung an die Stadt Kreuznach Ansprüche auf Abtretung einer Reihe von(ebäuden, die für die Existenz der Stadt als Badebettrieb ganz unentbehrlich sind. So verlangt man beispiellsweise, daß das Hotel Oranienhof, das Zivilkasino und die zu Museumszwecken angekaufte Freimaurerloge zu Kasernen umgebaut werden. Daneben werden Anlagem für ein Proviantamt, für Sportplätze, Ställe und andere Dienstgebäulich keiten gefordert und der Stadt dabei die Aufwen dung von 900000 Mark zu Umbauten zugemutet. Wie rürksichtslos die Franzosen voorgehen, zeigt die Inbesitz nahme des Viktoriastiftes für militärische Zwecke. Ei ist dies eine Anstalt, die satzungsgemäß benutzt wirk zur Unterbringung skrophulöser und blutarmer Kin der aus der ärmeren Bewölkerung. All diese Maß nahmen sind unvereinbar mit dem Artikel 8 des Rhein landabkommens. Der Reichskommissar hat desweger Einspruch erhoben und dabei darauf hingewiesen, daß Kreuznach als Badeort für die Unterbringung einer stärkeren Besatzung völlig ungeeignet sei, und daß da mit jedenfalls so lange gewartet werden müsse, bis die erforderlichen Neubauten hergestellt seien, da bei Verwendung von Hotels das Bad keine Existenzmöglichkeit mehr habe. Die Hamburger Arbeitslosen drohen mit Arbeit Eine im Zirkus Busch abgehaltene Erwerbslosenver sammlung hat an das Gewerkschaftskartell ein bis zum * Der Abtransport aus Sibirien. Die Reichssentralstelle für Kriegs= und Zivilgefangene teilt mit: Der Dampfer„Capetown Maru“ mit deutschen Kriegsgesangenen aus Ostsibirien wird Wladiwostok Ende April verlassen. Es verbleiben dann nur noch 400 deutsche Gefangene östlich des Baikalsees. Der deutschen Fürsorgekommission in Wladiwostok ist es gelungen, Verbindung mit den Lagern in Mittelsibirien aufzunehmen. Die ersten tausend Mann aus der Gegend von Irkutsk werden voraussichtlich im in Wladiwostok eintreffen, um von dort auf dem Seewege abtransportiert zu werden.— Es besteht die Möglichkeit, daß es der Kommission gelingen wird, Briefe und Pakete für die deutschen Kriegsgefangenen in Mittelsibirien zu vermitteln. Ende April wird der Dampfer„Ume Maru“, Ende Mai der Dampfer„Nankay Maru“ aus Hamburg nach Ostasien abgehen. Postsendungen mit der Aufschrift„Für Dampfer nach Ostasien“ und der Adresse des Kriegsgefangenen sind an die Dienststelle der Admiralität in Hamburg zu leiten. Eine Gewähr für sichere Ankunft der Postsendungen kann natürlich nicht übernommen werden. ** Waffenbeschlegnahme in Greifswald. Dem „Vorwärts“ wird aus Stettin gemeldet: Bei der Durchsuchung nach Waffen, die am Donnerstag in Greifspald begonnen hat, wurden erhebliche Mengen in Studentenkneipen und in Studentenwohnungen beschlagnahmt. Es fanden auch im Zusammenhang damit einige Verhaftungen statt, darunter die des Hauptmanns Genee, der auf einem Gut bei Greifswald festgenommen wurde. ** Schwerer Omnibusunsall in Breslau. Nahe der Oswitzer Bahnunterführung stieß ein Straßenbahnzug mit einem voll besetzten Omnibus zusammen. Dabei wurden acht Personen teilweise schwer verletzt, beide Omnibuspferde getötet. Der Omnibus ging völlig in Trümmer. Der Unfall entstand dadurch, daß der Omnibus einen zweiten überholen wollte und dabei dem Straßenbahnwagen zu naye kam. ** Die Bremer Hansa=Lloyd=Werke vor der Stillegung? Infolge Ablehnung einer einmaligen Wirtschaftsbeihilfe von 1000 M. außerhalb der tariflichen Verhandlungen sind die Angestellten der Hansa=LloydWerke in Bremen in den Streik getreten. Die Abstimmung, an der sich 715 Stimmen beteiligten, ergaben eine Mehrheit von 588 Stimmen für den Streik. Die Arbeiterschaft arbeitet vorläufig, hat sich aber bereits solidarisch erklärt. Mit den Hansa=Lloyd=Werken werden gleichzeitig die Lloyd=Dynamowerke und das Werk in Varel stillgelegt. ** Das Vermächtnis des Knochenbrechers. Vor einigen Tagen wurde in einem Berliner Kaufhaus eingebrochen und für 150000 Mark Nähseide gestohlen. Beim Versuch, die Ware zu verkaufen, geriet der Hehler an einen Kriminalbeamten, und die weiteren Ermittlungen ergaben dann, daß der Hehler durch den Sohn eines Schankwirts die Diebesbeute von dem Schlächtergesellen Georg Döring erworben hatte, der in Athletenkreisen unter dem Namen„Knechenbrecher" bekannt war. Döring und seine Anhänger lebten in Feindschaft mit anderen Athletenkreisen. Als ein Athletenklub vom Wedding ein Fest feierte, drang Döring mit seinen Freunden ein; es kam zu einer wüsten Schlägerei, wobei Döring einen Schuß in die Brust erhielt. Die Verletzung war so schwer, daß der Verletzte kurz nach seiner Aufnahme im Krankenhause starb. Vor seinem Tode setzte er eine Belohnung von 100 000 Mark für den aus, der seinen Tod rächen würde. Die große Summe, über die Döring verfügte, stammt ohne Zweifel zum Teile aus dem Einbruch in das Kaufhaus. ** Raubauschlag auf den spanischen Hofzug.„Daily Expreß“ meldet aus Madrid: In Sevilla, wo sich jetzt die Königin von Spanien aufhält, ist ein dreister Versuch gemacht worden, den Hofzug auszurauben. Fünf gutgekleidete Banditen griffen einen Güterzüg an in der Hoffnung, die Aufmerksamkeit der Wache, die den Hofzug schützte, von dem eigentlichen Vorhaben abzulenken. In der Tat stürzte sich auch eine andere Gruppe von Räubern auf den Hofzug, worin sich wertvolle Teppiche und Goldgeschirr befanden. Es kam zu einem Feuergefecht, bei dem ein Wachtposten schwer verwundet wurde. Schließlich wurden die Banditen zurückgeworfen, sie entkamen aber alle in bereitgehaltenen Kraftwagen. Kleine Nachrichten. ? Bei einem Postamte in Breslau wurden aus einer Wertkiste Marken zu 1,25 und 1,50 Mark im Gesamtwertvon 162 500 Mark gestohlen. Auf der Grube„Alwiner Verein“ bei Bruckdor unweit Halle wurven bei einer Explosion 10 Personer schwer verletzt. * A u f d e r F l u c h t e r s c h o s s e n w u r d e a n d e r p o l n i schen Grenze bei dem Dorfe Montwitz der aus dem Ortels burger Gefängnis geflohene Zuchthäusler Sobottka aus JelAmoman Gerichtssaal. E Zweifaches Todesurteil. Das Schwurgericht in Koblenz verurteilte den Klavierbauer Hahn aus Koblenz und dessen Geliebte, die Kontoristin Franziska Ackermann aus Bochum, wegen Raubmordes, begangen an dem amerikanischen Soldaten Pegg, zum Tode. — In Stolp(Pommern) wurde der Hofbesitzer Raschke aus Rettkowitz, Kreis Lauenburg, zum Tode verurteilt. Der Angeklagte hatte seinen Schwiegervater, den 70 Jahre alten Altsitzer Greinke, mit einer Armeepistole erschossen. Si Reichseinkommensteuer und Abzug vom Arbeitslohn. Nach Paragr. 45 des Reichseinkommensteuergesetzes vom 29. März 1920 hat der Arbeitgeber nach näherer Anordnung des Reichsministers der Finanzen bei der Lohnzahlung 10 Proz. des Arbeitslohnes zu Lasten des Arbeitnehmereinzubehalten und für den einbehaltenen Betrag Steuermarken in die Steuerkarten des Arbeitnehmers einzukleben und zu entwerten. Diese Vorschrift, die ursprünglich am 1. April d. J. in Kraft treten sollte, ist jedoch bis jetzt tatsächlich noch nicht in Kraft gesett worden. Vorher hat aber ein Lohnabzug auch noch nicht stattzufinden, und es ist ausgeschlossen, daß den Vorschriften über den Abzug von Arbeitslohn etwa rückwirkende Kraft verliehen wird. Wann der Lohnabzug in Kraft treten wird, kann noch nicht gesagt werden, da dies von der Fertigstellung der technischen Vorarbeiten abhängt. Es ist in Aussicht genom men, den Zeitpunkt seines Inkrasttretens möglich bald fest zusetzen. Die in der Oeffentlichkeit genannten Termine sind aber ganz willkürlich gegriffen; insbesondere ist die BeRezergengn. der 15. September d. I. hierfür in Ausicht genommen sei, unzutreffend. '8 Berlin, 23. April.(Börse.) Nach der gestrigen Erholung wor die Haltung der Börse überwiegend fest, im allgemeinen herrscht jedoch immer noch große Zurückhaltung. Die ausländischen Zahlungsmittel zeigten keine nennenswerten Veränderungen. Berlin, 23. April.(Warenmarkt.) Seradella 65—75, Lupinen 75—85, Hafer 150, Flegelstroh 22—25, Preßstroh 21—23, Maschinenstroh 18—20, Wicken. 140—160, Peluschken 140—160, Pferdebohnen 140—160, Viktoriaerbsen 300—360, kleine Erbsen 225—275 für 50 Kilo ab Verladestation. Häcksel 25—28, Wiesenheu 35—40, Feldbeu 40—45, Kleehen 45—50 für 50 Kilo bahnfrei. von Reptilien 1000, von Schlangen genau 1640, wovon 305 giftig sind, von Fischen 12000, von Spinnen 20 000, von Vögeln 13000, von Säugetieren ungefähr 70 000 usw. tk. Wicviel wiegt die Luft? Schon in der Physikstunde der Schule hat man gelernt, daß man sich unter der atmosphärischen Luft, die uns umgibt, doch etwas wesentlich anderes vorstellen muß, als was man gemeinhin mit„Luft“ bezeichnet. Von einem unkörperlichen Etwas kann gar keine Rede sein, denn ein Kubikmeter Luft wiegt z. B. ca. 3 Gramm. Das scheint sehr wenig, und doch, welche ungeheure Bedeutung hat dieses geringe Gewicht! Nach genauen Berechnungen lastet auf jedem kleinen Quadratzentimeter unserer Erde ein Luftdruck von genau 1,033 Kgr. Gewicht! Da die Oberfläche der Erde rund 5 Trillionen Quadratzentimeter groß ist, so wiegt die gesamte, die Erde umgebende Lufthülle mehr als 5 Trillionen Kilo. Das würde dem Gewicht einer Bleikugel von 100 Kilometer Durchmesser oder von 100 Billionen(1 Billion gleich Million mal Million) Schnellzugslokomotiven entsprechen. Auf den einzelnen Menschen kommt von oben ein Gewicht von 25 Zentnern Luft, während der gesamte, auch seitlich auf die ca. 1½ Quadratmeter betragende Oberfläche des Menschen wirkende Luftdruck auf Über 350 Zentner berechnet worden ist. Das Gewicht der Luft ist allerdings, je nach ihrer Temperatur, verschieden; im Barometer, der bekanntlich den Luftdruck anzeigt, hat man sich diese kosmische Tatsache zu nutze gemacht, und so ist das Barometer noch immer der beste Wetterprophet. Einvernehmen mit der Zentralarbeitsgem Einvernehmen mit der Zentralarbeitsgeme schaft geschaffen worden und setzt sich pariti aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusam Nr. 93 Sitzung der am Dounerstag, den 29. d. Mto., na mittags punkt 3 Uhr im Rathaussaale. Scherz und Ernst. Letzte Nachrichten. tk. Wieviel Tiere gibt es? Die Anzahl der auf der Erde lebenden Tiere ist freilich noch nicht gezählt worden; aber die Anzahl der Tier= und auch der Pflanzenarten kennt die Wissenschaft ziemlich genau. Von Pflanzen hat man ca. 150000 Arten aufgestellt, von Tieren jedoch gegen 400000 Arten. Die Hälfte davon in nahezu 2 Millionen Exemplaren kann mau im Berliner naturwissenschaftlichen Museum sehen. Von Käfern kennt man 120000 Arten, von Schmetterlingen ca. 50 000. von Hautflüglern 38000, von Mollusken, wie Krebsen usw. gegen 50000. von Würmern 8000. * Berlin, 26. April.(Pr.=M.) Die Eisenbahnbeamten haben nach der„Deutschen Allgem. Zeitung“ an die Regierung eine Forderung gerichtet, auf sofortige Auszahlung von 1500 Mk. vro Mann und dabei erklärt, daß im Falle der Ablehnung die Konsequenzen nicht absehbar seien. Die Stellungnahme der Regierung steht : Berlin. 26. April.(Pr.=R.) Wie wir hören, tritt am nächsten Montag zum erstenmale der Beirat für die Wiedergutmachungsfrage im Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mitteilungen. 2 Ermächtigung des Bürgermeisters zur Leistung von gaben für das Rechnungsjahr 1920/21.(Nothaushaltspla 3 Nachbewilligung der für den Vollzugsrat und die Sie heitsmannschaften ausgegebenen Beträge. 4. Sparkassenangelegenheiten: a) Ermäßigung des Zinsfußes für Einlagen. b) Einführung des Scheck= und Ueberweisungsverkehrt 5 Genehmigung des Bauvorhabens des gemeinnützt Bauvereins und Aufbringung der Kosten. 6. Unentgeltliche Lieferung der Lernmittel. 7. Berufung eines Polizeiwachtmeisters für den Nacht. Tagesdiens. G52 8. Antrag der Bewohner von Buscherhof auf Anschluß die elcknrische Leitung. 9. Antrag der Bewohner von Stursberg II auf Anschluß die Gasleiung. 10. Verlegung der Brücke und des Morsbaches an dem brikgrundstück der Firma Schumacher& Kißling. 11. Persönliche Gesuche. Lüttringhausen, den 23. April 1920. Der Bürgermeister: Gerten bac Der Tägli kostet dur monatlich Druck u. Bi Brief 2 Bestellungen auf den„Täglichen Anzeige werden zu jeder Zeit entgegengenomme Kartoffelverkauf. Kranken Frauen In sämtlichen Verkaufsstellen werden am Dienstag, den 27. April, Speisekartoffeln ausgegeben zum Preise von 35 Pfg. für das Pfund gegen Abtrennung des Abschnittes 38 der Kartoffelkarte. Lüttringbausen, den 26. April 1920. Der Lebensmittelausschuß. Geschäftsverlegung. 8. und Mädchea teile ich unentgeltlich mit, wie ich von meinem langjährigen Frauenleiden(Blutarmut, Weißfluß) in kurz. Zeit befreit wurde. Rückporto erbeten. Frau Berthe Koopmann Berlin W 35 Potsdamer Straße 104 Persönliche Aufträge. Suche pass. Partien für 100 Pers., Damen und Her aller Stände, mit kl. u. Vermögen. Erste und von der Behörde genehmi Habe mein Geschäft von Bahn i hofstraße 34 nach Bahnhofstrasse 8 verlegt. Gust. 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