C Erscheink wöchentlich 7 mal. Bezugspreis vierkeljährlich in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bezogen 1.65 Mk., mit illustriertem Unterhaltungsblatt 1.80 Mk., durch die Post bezogen 1.95 MI. Für Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Stellen wird keine Gewähr geleistet. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Neußer Zeitung Geschäftsstelle: Neuß, Neustraße 1. Fernsprecher 57. Jeder Abonnent and seine Frau ist im Falle eines kötlichen Unfalles mit 200 Mark versichert. Amtliches Kreisblatt Rotations-Druck und Verlag von Rudolf van Haag. Neuß. Alleiniges Anschlagerecht für die hiesigen Plakatsäulen. mit täglicher Grakisbeilage„Hunke Blätter“ und wöchentlicher landwirtschaftlicher Beilage„Am Pflug“. Nr. 49. Erstes Blatt. Mittwoch, den 18. Februar 1914.(Simeon.) 89. Jahrg. Was bietet Ihnen die Neußer Zeitung Eine eingehende lokale Berichterstattung, eine vorzügliche Wirkung von Annoncen jeder eine von Parteien unbeeinflußte politische Ueber sicht, eine tägliche Rundschau über Vorkommnisse in aller Welt, ein interessantes, reichhaltiges Feuilleton, das Sie unbedenklich auf den Familientisch legen können, eine umfassende Notierung der Preise der Handelsartikel und Lebensmittel und noch vieles andere, das hier aufzuführen, zu weit gehen würde. Außerdem genießt jeder Bezieher der„Neußer und seine Fau den Vorteil, im Falle eines # tötlichen Unfalles mit 200 Mark ## versichert zu sein. Der Abonnementspreis beträgt monatlich nur 50 Pfg.— mit dem„illustrierten Unterhaltungsblat““ 60 Pfg. Die Neußer Zeitung kostet 5 Pfg wenn Sie die Abonnements=Quittung zur Aufgabe einer Anzeige verwenden. Jeder Bezieher der Neußer Zeitung hat, als neueste Vergünstigung, das Recht, eine dreizeilige Anzeige # mit der Abonnementsquittung, woraus Namen, Straße— □ u n d H a u s n u m m e r z u e r s e h e n i s t, z u b e z a h l e n.— Bestellungen nehmen entgegen unsere Boten, die Post die Geschäftsstelle, Neustraße 1, Neuß, und die AnzeigenAnnahmestelle: Friseur Peter Sonnen, Ecke Further= und Wolberostr. 2. Geschäftsstunden: 7½ Uhr vormittags bis 7½ Uhr abends. Sonntag vormittags 11 bis 12 Uhr. Intimes von Europas Königinnen. Die Königskrone ist für das Haupt der Frau eine doppelt schwere Last, doppelt schwer schon aus dem Grunde, weil sie ihr die Erfüllung der jedem weiblichen Wesen auferlegte Pflicht geflissentlich erschwert. Und doch ist das Bild, daß sich uns in der Lebensführung der Fürstinnen der Gegenwart entrollt, ungewöhnlich reich an intimen Einzelheiten, die ganz dazu angetan sind, uns die Trägerinnen des königlichen Hermelins menschlich näher zu bringen. Bei den deutschen Fürstinnen erübrigt sich ein Eingehen auf Einzelheiten, da der Deutsche über die Art, wie seine Landesmütter ihre Zeit verbringen, genügend unterrichtet ist. Anders bei den ausländischen Monarchinnen. Da ist zunächst die Königin der Belgier. Sie steht im Mittelpunkt eines an hübschen Episoden reichen Familienlebens. Königin Elisabeth kümmert sich sich angelegentlich um die geringsten Details des Haushaltes, was sie aber nicht hindert, sich in ihren Mußestunden als tüchtige Geigerin zu betätigen und ihre Kinder im Spiel auf ihrem Lieblingsinstrument auszubilden. In Uebereinstimmung mit der Geschmacksrichtung ihres Gemahles ist die Königin allen gewaltsamen Leibesübungen und jeglicher Sportfexerei abgeneigt und begnügt sich nach dieser Richtung damit, König Albert im Sommer früh beim Angeln Gesellschaft zu leisten. Die Königinmutter von Holland, die allbeliebte Königin Emma, widmete sich während der Zeit der Regentschaft für ihre minderjährige Tochter mit Eifer ihren beiden Lieblingsneigungen: dem Theater und der Malerei. Die Königin Wilhelmine ihrerseits hat dagegen weder für das Schauspiel noch die Oper das Geringste übrig. Ihre ganze Zeit füllen die Regierungsgeschäfte aus, denen sie sich von früh um 7 Uhr ab widmet. Und ist das Tagewerk beendet, so eilt die Königin zum Bette ihres Töchterchens, und wenn das Kopfkissen der kleinen Prinzessin Julane seine geheimen Gedanken verraten wollte, so würde es der Prinzessin die Worte, die ihre Mutter als zehnjähriges Kind ihrer unartigen Puppe sagte, wiederholen können:„Mein Fräulein, wenn Sie mich weiter so ärgern, so werde Strafe als Königin ernennen.“ Politische Hachrichten. Deutschland. = Zur Neuregelung der Sonntagsruhe. Dem Ausschuß zur Beratung eines Gesetzentwurfes betr. die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe des Reichstags lag am Dienstag ein Kompromißantrag des Zentrums, der Konservativen und Nationalliberalen zu den§§ 1 und 2 des Gesetzes vor. Danach soll§ Abs. 1 und 2 lauten:„Im Handelsgewerbe dürfen im Betriebe der offenen Verkaufsstellen Gehülfen, Lehrlinge und Arbeiter in Gemeinden, die nach der jeweilig letzten Volkszählung über 75000 Einwohner zählen, an Sonn= und Festtagen(§ 105a, Abs. 2 der Gewerbeordnung) nicht beschäftigt werden; in Gemeinden, welche nach der letzten Volkszählung 75 000 Einwohner oder weniger haben, ist eine Beschäftigungsdauer bis zu drei Stunden zulässig und zwar mit der Maßnahme, daß in Gemeinden mit 10000 und mehr Einwohnern diese Beschäftigung eine ununterbrochene sein muß.“ Da die Kompromißanträge sich auf den schon früher mitgeteilten, vom Zentrum vorgelegten Gesetzentwurf aufbauen, die Regierungsvorlage somit der Beratung nicht mehr zugrunde liegt, erhob Ministerialdirektor Caspar Bedenken gegen diese Form. Man möge die Abänderungsanträge zum Regierungsentwurf stellen. Mehrere Redner des Zentrums und der Nationalliberalen betonten demgegenüber, der neue Entwurf sei übersichtlicher und klarer; auch sei er von der Regierungsvorlage abgeleitet worden. Die Konservativen, Nationalliberalen und Fortschrittler begründen ihre Zustimmung zu dem Kompromißantrag. Die Nationalliberalen behalten sich ihre definitive Stellungnahme für später vor, während die Konservativen im Interesse des Mittelstandes folgenden Antrag zu§ 2Abs. 1 einbrachten: „Die gleiche Ausnahme von der Sonntagsruhe bis zu zwei zusammenhängenden Stunden kann die höhere Verwaltungsbehörde nach Einholung der Ansicht der zuständigen gesetzlichen Vertretungen von Handel und Handwerk auch für andere offene Verkaufsstellen gestatten in Orten, in denen die Bevölkerung aus der Umgebung an Sonn= und Festtagen die offenen Verkaufestellen aufsucht, wenn 1. ein Drittel der beteiligten Geschäftsinhaber dies beantragt, 2. den beschäftigten Handlungsgehülfen dafür in der Woche ein freier Nachmittag von 2 Uhr ab gewährt wird.“ In der sachlichen Behandlung des Kompromißantrages wurde dieser von den Sozialdemokraten mit der Behauptung bekämpft, daß er eine Ausdehnung der Sonntagsarbeit bringen würde. Demgegenüber hoben die Nationalliberalen die Unmöglichkeit der Durchführbarkeit der sozialdemokratischen Forderungen hervor. Dem konservativen Antrag können die Nationalliberalen und auch die Fortschrittler nicht zustimmen. Ein Zentrumsredner, Abg. Astor, begründete für seine Person einen Antrag, wonach in Städten mit über 75000 Einwohnern die bisherige höchstens zweistündige Verkaufszeit, die nicht über 1 Uhr hinaus dauern soll, beibehalten werden darf, wenn zwei Drittel der betreffenden Branchen es wünschen. Dieser Antrag solle die kleineren Geschäfte in den Großstädten und in den volksreichen Industriezentren schützen. Eine Umfrage bei 152 Geschäften der Manufakturwarenbranche habe ergeben, daß 51 sich für die Regierungsvorlage, 47 für die Beibehaltung des bisherigen Zustandes, 30 für den Zentrumsantrag und 24 für die vollständige Sonntagsruhe ausgesprochen haben. Ein fortschrittlicher Redner betonte, es sei unmöglich, bei diesem Gesetze nur die Interessen der Handlungsgehülfen allein wahrzunehmen. Man müsse auch auf den Mittelstand und die so verschieden gearteten Verhältnisse Rücksicht nehmen. Ministerialdirektor Caspar führte aus, die feste Grenze nach der Einwohnerzahl würde unliebsame Konsequenzen haben. Die Bevölkerungsziffern änderten sich bei jeder Volkszählung. Auch werde die Trennung der Einwohnerzahl bei 75000 der Mittelstand Am dänischen Hofe herrschen bis zur Stunde noch die patriarchalischen Sitten des alten Königs Christian. Man atmet hier noch die gleiche Luft wie zur Zeit, als der König, den man den Schwiegervater Europas nannte, in den Korridoren des Schlosses Fredensborg Plakate mit der Weisung aufhängen ließ: „Bitte, kein Geräuch zu machen! Die Kinder schlafen“. Königin Luise, die Gemahlin Friedrichs XIII. folgt den Spuren ihrer Schwiegermutter. Zwar näht sie nicht, wie es die Gattin des Königs Christian in ihrer Jugend getan, die Kleider für ihre Kinder mit eigener Hand, aber sie beschäftigt sich gleichwohl mit angelegentlicher Sorge mit ihren acht Kindern wie mit denen der Andern. Sie wählt persönlich das Spielzeug aus, das in den Festtagen unter die kleinen Zöglinge der Schulen und Wohltätigkeitsanstalten verteilt wird. Daneben pflegt Königin Luise fleißig das Kammermusikspiel, das sie mit den Prinzessinnen ausübt. In den Nordstaaten Europas spiegeln sich überhaupt die Ruhe und der stille Frieden des Bürgerlebens auch am Hofe unzweideutig wieder. Schweden besitzt in König Gustav und der Königin Viktoria Monarchen, die die Neigungen ihrer Untertanen teilen. Die Königin Viktoria huldigt, soweit es ihre smwache Gesundheit gestattet, dem Sport und ist daneben eine leidenschaftliche Leserin, wobei sie schwer wissenschaftlichen Büchern dem Vorzug gibt. Ganz anders ist die Königin Maud von Norwegen, die aus dem eleganten Milieu des englischen Hofes in das bescheidene Palais von Christiania versetzt wurde. Königin Viktoria pflegte Prinzessin Maud die wildeste ihrer Enkelinnen zu nennen, mit dem Hnzufügen, daß an ihr ein Junge verdorben sei. Heut ist dieser„verdorbene Junge“ eine elegante Dame geworden, ohne daß sie darum den kecken Jugendton vergessen hätte, der ihrer Persönlichkeit einen ganz eigenen Anziehungsreiz verleiht. Als gute Engländerin betätigt sie sich im Uebrigen in allen Sportzweigen. Was die Königin Wittwe Alexandra von England anbetrifft, so gilt ihr Dasein so gut wie ausschließlich den Zwecken der Wohlfahrtspflege und dieser Wohlfahrtstätigkeitssinn bildet auch das feste Band, das die Mutter Georges V. mit dessen Frau verknüpft. Königin Mary ist eine eifrige Fürsorgerin der Londoner Wohltätigkeitsanstalten. Ja, sie würde kein Be denken tragen, das Kleid der Krankenpflegerin anzulegen, um dem Arzt bilfreiche Hand am Krankenbette zu. Sihen. In ihrer zum Teil schwer betroffen. Man solle lieber aus taktischen Gründen die Zahl 25000 nehmen. Der Antrag Astor würde Reihe von Schwierigkeiten aufrollen. Ein Pole erklärte, seiner Fraktion die Stellungnahme zum Kompromiß vorbehalten zu müssen. Bei der Abstimmung über§ 1 wurde der Antrag auf allgemeine vollständige Sonntagsruhe mit 17 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Dann erfolgt Vertagung. — Ein Besuch von Pressevertretern im Reichsmarineamte. Auf Einladung des Nachrichtenbüros des Reichsmarineamts fanden sich eine große Anzahl Pressevertreter am Hauptportal des neuen Dienstgebäudes der obersten Marinebehörden an der Kö nigin Augusta=Straße ein, um unter Kapitän Löhlein und Ka pitänleutnant von Janson einen zweistündigen Rundgang durch die wichtigsten Räume des gewaltigen Gebäudes auszuführen, das in aller Schlichtheit unsere großgewordene Flotte und Marineverwaltung mächtig und eindrucksvoll repräsentiert. Der Bauleiter, Baurat Schubert, gab die technischen Erläuterungen. In den einzelnen bezogenen Abteilungen unternahmen deren Vorstände die Führung. Von der Größe des Baues erhält man ein Bild, wenn man sich vorstellt, daß 1360 heizbare Räume sich um 25 Höfe gruppieren, die Länge der Korridore etwa eine deutsche Meile und die der Heizungsröhren 26 Kilometer beträgt. Ausland. X Ein Unfall des Königs der Belgier. Der König der Belgier, der gestern vormitag in Begleitung seines Adjutanten einen Spazierritt im Walde von Saignes in der unmittelbaren Umgebung von Brüssel unternahm, stürzte mit seinem Pferde. das über einen Stein stolperte, sich aufbäumte und zu Fall kam. Der König kam unter das Pferd zu liegen und hat außer einem Bruch des linken Oberarmknochens Hautabschürfungen davon getragen. Von Hah und Fern. Düsseldorf, 17 Febr. Im Gastspiel des Heinrich PrangEnsembles wird die Burleske„Eine Grenzinspektion“ im Avollotheater am Mittwoch, 18. ds. Mts. zum letzten Male zur Aufführung gelangen und vom Donnerstag, 19. ds. ab, die emaktige Burleske„Familie Wurzel“ gegeben werden. Auch mit diesem Stücke, in dem Heinrich Prang wieder die Hauptrolle spielt, glaubt das Apollotheater der fröhlichen Karnevalsstimmung Rechning zu tragen. * Essen, 17. Febr. Die hiesige Strafkammer verurteilte den berüchtigten Einbrecher Haagen aus Altenessen wegen zahlloser Einbruchsdiebstähle zu 5 Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Vier Mitangeklagte erhielten Gefängnisstrafen von einem bis neun Monaten. Haagen hatte im vergangenen das Industriegebiet unsicher gemacht und auf seinen Streifzügen oft Gegenstände im Werte von einigen Tausend Mark erbeutet. Bald nach seiner Verhaftung glückte ihm eine abenteuerliche Flucht aus dem Untersuchungsgefängnis. Er bestieg auf dem hiesigen Bahnhof einen D.=Zug nach Frankreich, verbarg sich zunächst auf dem Abort, kletterte dann auf das Dach des Wagens und sprang in Luxemburg von dem in voller Fahrt befindlichen Zug. Obgleich er bei dem Sprung eine schwere Kopfwunde davongetragen hatte, ging er doch zu Fuß bis nach Frankreich. Nach einigen Monaten packte ihn aber das Heimweh und er kehrte wieder ins Industriegebiet zurück, wo er abermals verhaftet wurde. * Köln, 16. Febr. Die Liste der für die Ausstellung angemeldeten Kongresse hat einen weiteren Zuwachs erfahren. Am 19. und 20. Juli findet hier die Tagung des Westdeutschen Schneider= Innungs=Vervandes statt, in demselben Monat wird die in Bonn tagende Landesversammlung des 8300 Mitglieder zahlenden Allgemeinen Deutschen Jagdschutz=Vereins einen gemeinschaftlichen Ausflug nach Köln zum Besuch der Ausstellung unternehmen. Für die Sorge für die Armen und Fremden gleicht sie der Witwe des Königs Georg von Griechenland, der Königin Olga, deren Onkel Zar Alexander II. der Nichte kein kostbarerers Hochzeitsgeschenk machen konnte als das Begnadigungsdekret eines Deportierten, das er ihr am Hochzeitstage als Angebinde überreichte. Mit Bezug auf werktätiges Mitleid stehen der Königin Mutter von Griechenland, ihre Schwiegermutter, die Königin Sophie, sowie die Königinnen von Bulgarien und Rumänien ebenbürtig zur Seite, und einen Vorzugsplatz gebührt hier auch der jungen Königin von Itlaien, die sich mannigfach künstlerisch betätigt, die poetische Ader von ihrem Vater und von ihrer Mutter die Tugend der tüchtigen Hausfrau und erfahrenen Köchin geerbt hat. Ihre energische Betätigung bei der Katastrophe von Messina hat die junge Fürstin in Italien populär gemacht. Leicht war ihr die Erwerbung der Volkstümlichkeit wahrlich nicht, denn sie fand in Königin Margherita eine scharfe Nebenbuhlerin. Königin Margherita, die sich nach der Tragödie von Monza in die Einsamkeit geflüchtet hat, widmet sich hier ganz dem Kult ihres verstorbenen Gatten und verrichtet ihr Frühgebet vor einem Kasten, der die Kleider enthält, die König Humbert trug, als er ermordet wurde. Zuweilen musiziert die Königinmutter wohl auch, im Gedenken der schönen Tage, als ihr das Blau des italienischen Himmels noch freudig lächelte. Wenige dürften sich im Aebrigen eines so guten Gedächtnisses rühmen wie die Königin Margherita, die nicht nur sieben oder acht Sprachen beherrscht, sondern auch geläufig spricht. König Humbert pflegte seine Frau mit Rücksicht auf ihren Vornahmen die„Perle seiner Krone“ zu nennen und Viktor Emanuel, der Schmied der italienischen Einheit, sagte von seiner Schwiegertochter: Margherita ist auf Schmuck versessen, aber ich brauche mir den Kopf nicht zu zerbrechen, um für sie Kleinodien zu suchen, der schönste Diamant, den ich ihr schenken kann, ist ein Bett, das ich einem Krankenhause stifte.“ Königin Erna von Spanien ist in erster Linie Mutter und widmet ihre ganze Zeit ihren Kindern. ungeachtet der spanischen Etikette,die für die junge Königin bei der Erfüllung ihrer Mutterpflichten beiseitg gesetzt ist. Hierin gleicht sie der Kaiserin Alexandra von Rußland, die in der Sorge für ihre Kinder aufgeht; und Gatten und er so gut wie nie verläßt. Tage vom 23. bis 25. August ist die Generalversammlung des Zentralverbandes Deutscher Zementwarenund Kunststeinfabrikanten angemeldet, für den 12. und 13. Oktober die Tagung des Vereins Deutscher Brücken= und Eisenbau=Fabriken. Ferner werden der Rheinische Verein für Kleinwohnungswesen und im Anschluß an diesen der Verband Rheinischer Baugenossenschaften, die beide ihren Sitz in Düsseldorf haben, ihre Generalversammlung in der Ausstellung abhalten; auch hat der Zentralverband christl. Keram=und Steinarbeiter Deutschlands beschlossen, seine 6. Generalversammlung mit Rücksicht auf die Werkbund= Ausstellung nach Köln zu verlegen.— Der Verband der Kriegervereine 16. Armeerorps, der 12000 Mitglieder zählt und der Organisation des Deutschen Kriegerbundes angeschlossen ist, hält seinen diesjährigen Abgeordnetentag am 28. Juni in Köln ab. Aus Anlaß der Fahnenweihe des dem Verband angehörigen Vereins ehem. 67er=Koln finden in Verbindung mit dieser Tagung größere Festlichkeiten statt, zu denen auch die Kölner Kriegervereine eingeladen werden. Für den Verband ist ein Begrüßungskommes vorgesehen, für den Hauptfesttag u. a. große Parade auf dem Neumarkt, zu der allein aus Westfalen 3000 Mann erwartet werden; anschließend daran Festakt in der Lesegesellschaft und Montags gemeinschaftlicher Besuch der Deutschen Werkbund= Ausstellung. * Elberfeld, 17. Febr. Hier wurde ein Assessor in seiner elterlichen Wohnung von der 23jährigen Hilde Wilden aus Düsseldorf durch Pistolenschüsse schwer verlent: er starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Ueber die Beweggründe zu der Tat lassen die bisherigen Ermittlungen noch keinen sichern Schluß zu; anscheinend haudelt es sich aber um verschmähte Liebe. Die Täterin hat sich heute Mittag in Begleitung eines Rechisanwalts und eines Verwandten dem Untersuchungsrichter gestellt. * Elberfeld, 17. Febr. Gestern Mittag gegen 12 Uhr wurde der Gerichtsassessor Dr. jur. W. Nettelbeck in seiner Wohnung in der Uellendahlerstraße von einer unbekannten Dame durch Pestolenschüsse ichwer verwundet. In der allgemeinen Verwirrung gelang es der Dame, zu entkammen. Der Verletzte starb auf der Ueberführung zum Krankenhause. Der Grund der Tat ist unbekannt. * Von der Lieser, 16. Febr. Der Eisgang der Lieser hat in dem Liesertal großen Schaden angerichtet. Die Eismassen rissen zahlreiche Holzbrücken des hochangeschwollenen Flüßchens mit zon. Auch die im Jahre 1909 von der Forstverwaltung als Pionierübungsbrücke ervaute fahrbare Holzbrücke ist ihnen zum Opfer ge fallen. * Kassel, 17. Febr. Infolge langjähriger Arbeitslosigkeit wurde der Schmied Franke in Volkmarshausen bei Kassel schwermütig. In diesem Zustand überfiel er heute früh seine Frau und seine drei Kinder und brachte ihnen durch eilhiebe schwere Verletzungen bei. 2 Kinder liegen im Sterben, darunter ein Säugling von 5 Monaten. * New-York, 17. Febr. Die Winterstürme, die in der vorigen Woche begonnen haben, dauern an und verurfachen auf allen Bahnen große Verkehrstörungen. Die Postsige aus Chikago kommen mit einer zehnstündigen Verspätung an. Bei den Untergrundbahnen und anderen hiesigen Verkehrssystemen staut sich der Verkehr. Der Feuerkommiffar teilte mit, daß die Feuerwehrstation so gut wie eingeschneit sei, und er fordert die Bürge schaft auf, besondere Vorkehrungen gegen den Ausbruch von Feuer zu treffen. Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 17. Februar. Interpellation des Abg. Aronsohn(F. Vp.) und Gen. betr. die durch die Sturmfluten und Ueberschwemmungen an der Osisee umd den angrenzenden Haffen verursachten Notstände. Minister von Dallwitz erklärt sich zur sofortigen Beantwortung bereit. Aba. Lippmann(F. Vp.) begründet die Interpellation. Da der Minister sich zur Beantwortung bereit erklärt hat, will ich auf die Einzelheiten nicht eingehen. Durch das Hochwasser sind weite Strecken Landes verheert. Es fragt sich, ob eine Eindeichung der gefährdeten Landesteile möglich ist. Auf der Insel Rügen sind große Schäden entstanden. Es besteht dort der Wunsch, daß die Kleinbahnen der Insel zu Vollbahnen ausgedehnt werden. Unser nächster Etat muß in bezug auf die Uferbefestigungen anders aussehen. Unsere Kriegsbereitschaft an der Ostsee muß verstärkt werden. Minister von Dallwitz: Die von den Provinzialbehörden erstatteten Berichte bieten noch keine ausreichende Unterlage für die Feststellung des Umfanges der durch die Sturmfluten verursachten Schäden. Dazu kommt, daß in den letzten Tagen neue Nachrichten über Hochwasserschäden in der Provinz Ostpreußen einlaufen, welche ebenfalls weitere Feststellungen erforderlich machen. Trotzdem ist der Landwirtschaftsminister zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Betroffenen nicht imstande sind, die Kosten für die schweren Schäden zu tragen und daß, wie bei früheren ähnlichen Katastrophen, eine Notstandsaktion erforderlich ist unter der Voraussetzung, daß auch die Provinzialverbände sich beteiligen. Hieran würde sich der Staat mit vier Fünftel, die Provinzialverbände mit einem Fünftel beteiligen. Der Staat errramet ferner, daß ein großer Teil der Mittel von der privaten Wohltätigkeit aufgebracht wird. Leistungsschwachen kleinen Leuten werden Darlehen mit Rückzahlung in fünf Jahren gegeben werden. Leistungsschwachen Gemeinden und öffentlichen Verbänden sollen ebenfalls Beihülfen in Form von Darlehen gegeben werden. In die Notstandsaktion sollen Uferbauten einvezogen werden. Da der erforderliche Betrag an öffentlichen Geldern noch nicht feststeht, ersuche ich das Haus, sich damit einverstanden zu erklären, die erforderlichen Gelder außerctatsmäßig herzugeben. Die fiskalischen Schäden belausen sich auf mehrere Millionen. Die Herstellungsarbeiten sind bereits in Angriff genommen und werden mit aller Energie betricben. Auf Antrag des Abg. Frhr. von Maltzahn(kons.) wird die Besprechung der Interpellation beschlossen. Mit zur Besprechung stehen die Anträge der Abg. von Böhlen dorff= Kölpin(kons.) und Althoff(ntl.), in denen die Regierung aufgesordert wird, Maßregeln zu ergreifen, die erforderlich sind, um den aurch Sturm und Wassergewalt schwer geschädigten und in ihrer Eristenz gefährdeten Anwohnern der Ostsce zu Hülfe zu kommen. Abg. von Maltzahn(kons.): Wir danken insbesondere denen, die Mittel zur Leistung der ersten Hülfe gegeben haben und hoffen, daß die Mittel nach gerechten Grundsätzen verteilt werden. Für Uferund Dünenschutz muß an der Ostsee mehr als bisher geschehen. Es muß alles geschehen, was geeignet ist, der Wiederholung solcher Schäden entgegenzuwirken. Wir beantragen den Antrag Böhlendorff ener Kommission von 28 Mitgliedern zu überweisen. Abg. Dr. Rewoldt(st.): Der Staat kann nicht überall. eintreten, wo die Bevölkerung geschädigt wird. Deshalb erwarten wir, daß auch die private Wohltätigkeit mitwirken wird. Auch für die Fischereibevölkerung muß mehr geschehen. Abg. Dr. Schifferer(ntl.): Mit den vom Minister für die Hülfsaktion ausgestellten Grundsätzen sind wir im großen und ganzen drertanden. Die Abg. Steputat(kons. Litauer), Gaigalat(Litauer), Hofer(Soz.), Schmilian(F. Vv.). Korfanty(Pole) äußern Ich im Sinne der Anträge. Abg. Dr. Dittrich(Zentr.): Auch wir erklären uns einverganden mit der staatlichen Hülfsaktion. Mein Wahlkreis ist auch ##wer betroffen werden. Ich möchte deshalb bitten, auch meinem Wahlkreis außergewöhnliche Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Anträge werden an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen. Erste Lesung des Gesetzentwurfs betr. Erweiterung des Otadtkreises Doetmund. Nach kurzen Ausführungen der Adg. von Gescher(konf.), Schweckendieck(ntl.) und Traub(F. Vp.) wird die Vortage an die verstärkte Gemeindekommission verwiesen. Hierauf wird die Beratung des Etats des Ministeriums des Innern fortgesetzt. Abg. von Bockelberg(kons.) wendet sich gegen den Vorschlag des Abg. Cassel(F. Vp.), Steuersachen dem Oberverwaltungsgericht abzunehmen und den ordentlichen Gerichten zu überlassen. Aba. Liebknecht(Soz.): Den Vorschlag des Abg. Cassel kann ich nur befürworten. Wenn schon die ordentlichen Gerichte vielfach versagen, so ist es mit dem Oberverwaltungsgericht noch viel schlimmer bestellt. Der Berliner Polizeipräsident hat auf das Straßburger Urteil einzuwirken versucht. Wenn der Minister mir hierauf antwortet, so erwarte ich, daß er dies in sachlicher Weise und nicht mit ein paar schnoddrigen Redensarten tut.(Stürmische Unruhe und Pfuirufe rechts.) Nräsident Graf von Schwerin= Löwitz: Ihre letzten Worte waren in höchstem Grade umngehörig, ich rufe Sie zur Ordnung. Minister von Dallwitz weist die Angriffe des Abg. Liebknecht auf die Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts als völlig umbegründet zurück. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 17. Februar. .. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Anfrage des Abg. Deichmann(Soz.): Auf die Anfrage Nr. 42 vom 14. Januar 1913(Reichstagsdrucksache Nr. 651) wurde am 18. Januar 1913 vom Stellvertreter des Reichskanzlers die schriftliche Antwort erteilt, daß ein Entwurf der zu erlassenden weiteren Bestimmungen über die Errichtung und die Zusammensetzung der Fachausschüsse, sowie über das Verfahren nach§ 24 des Hausarbeitsgesetzes vom 20. Dezember 1911 im Reichsamt des Innern ausgearbeitet worden sei. und daß die Beratungen mit anderen Ressorts im wesentlichen abgeschlossen seien, so daß die Vorlage voraussichtlich bald an den Bundesrat werde gelangen können. Der Bundesrat habe zu der Frage der Errichtung von Fachausschüssen nach§ 18 des Hausarbeitsgesetzes noch nicht Stellung genommen. Inzwischen sind die Bestimmungen über Hausarbeit in der Tabakindustrie vom 17. November 1913 erlassen worden. Die Tabak, a r b e i t e r v e r s c h i e d e n e r G e b i e t e d e r T a b a k i n d u s t r i e h a b e n n u n — durchdrungen von der Notwendigkeit von Fachausschüssen, die auch für Durchführung und Wirksamkeit vorgenannter Verordnung unerläßlich sind— an den Bundesrat Eingaben gerichtet mit der Bitte, für Bezirke mit starker Tabakindustrie Fachausschüsse baldigst zu errichten. Hat der Bundesrat zu diesen Eingaben bereits Stellung genommen und kann der Herr Reichskanzler Auskunft darüber geben, ob der Bundesrat beschlossen hat, Fachausschüsse nach§ 18 des Hausarbeitsgesetzes für die Tabakindustrie zu errichten? Direktor im Reichsamt des Innern Dr. Caspar: Die Eingaben an den Bundesrat, in denen die Errichtung von Fachausschüssen nach§ 18 des Hausarbeitsgesetzes für die Hausarbeit in der Tabakindustrie angeregt worden sind, sind wie alle derartigen Gesuche den für den Sitz der fraglichen Industrien zuständigen Landesregierungen zur Prüfung der Verhältnisse und gutachtlichen Aeußerung vorgelegt worden. Die Vorarbeiren hierfür bieten besondere Schwierigkeiten und haben deshalb noch nicht beendet werden können, so daß der Bundesrat noch nicht übersehen kann. oo für die Hausarbeit in der Tabakindustrie die Errichtung von Fachausschüssen befürwortet wird. Hierauf werden die beim Etat des Reichsamts des Innern zurückgestellten Abstimmungen über den Titel Olympische Spiele sowie über die zu die em Etat vorliegenden, noch nicht erledigten Resolutionen vorgenommen. Der Titel Beitrag des Reiches zu den Kosten der olympischen Spiele. erste Rate 46.000 Mark, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, des Dänen, der Polen, Elfässer und etwa der Hälfte des Zentrums entgegen den Beschlüssen der Kommission bewilligt. Angenommen wird ferner die Resolution der Nationalliberalen auf Erhebungen betreffend den Gesundheitszustand der Arbeiter der Großeisenindustrie, abgelehnt wird die sozialdemokratische Resolution betreffend Erweiterung des Schutzes Jugendlicher und der Arbeiterinnen. Ueber eine Resolution der Freisinnigen betreffend Grundsätze für das Arbeitsverhältnis der in Reichs= und Staatsbetrieben beschäftigten Arbeiter und Angestellten wird getrennt abgestimmt. Bei dem Absatz, der die Betätigung in Berufsorganisationen, die von Arbeitern und Angestellten der Staatsbetriebe keine gemeinsame Kündigung und Arbeitseinstellung verlangen, nicht hindern will, ist Hammelsprung notwendig. Gegen diesen Absatz stimmt die äußerste Rechte mit den Sozialdemokraten zusammen.(Heiterkeit.) Die Auszählung ergibt, daß 148 Stimmen dafür. 111 gegen diesen Absatz stimmen. Der Absatz ist angenommen. Die übrigen Teile der Resolution werden bei den einzelnen Abstimmungen angenommen. Bei der schließlich notwendigen Gesamtabstimmung ist wiederum Hammelsprung notwendig. Es stimmen für die Resolution 127, degegen 139. die Resolution ist somit abgelehnt. Drei Resolutionen der Sozialdemokraten(Koalitionsrecht, Arbeitszeit für Angestellte im Gastwirtsgewerbe und Arbeitsverhältnisse der Binnenschiffer) werden abgelehnt. Eine Resolution betreffend Förderung der zentralen Beratungsstelle für die Verdingungsämter der Handwerkskammern und Bewilligung von 30000 Mark für diese Beratungsstelle wird angenommen. Sodann wird die zweite Lesung des Etats des Reichsjustizamts fortgesetzt. Staats'ekretär Dr. Lisco: Die Schaffung einer sechsten Reichsanwaltsstelle entspricht dem dringenden Bedürfnis des Reichsgerichts, das sich mit einer Hilfsrichterstelle für diesen Posten begnügen muß. Das entspricht aber nicht der Würde des Gerichts. Ich bitte, den Kommissionsbeschluß, durch den diese Stelle wiederum gestrichen wurde, aufzuheben und die Stelle zu bewilligen. Was die Arbeitsverhältnisse der Rechtsanwaltsgehilfen anlangt, so müssen wir zunächst die Stellungnahme des Anwaltstages abwarten. Auch hinsichtlich der Erhöhung der Anwaltsgebühren müssen wir die statistischen Erhebungen abwarten. Die Einführung einer neuen Wechselordnung unterliegt der Prüfung im Bundesrat und der Entwurf ist zur In sormation der Interessenten kürzlich im„Reichsanzeiger“ veröffentlicht worden. Ein Gesetzentwurf über Neuregelung des Zwangsversteigerungswesens hinsichtlich der Verfügung über den Miet= und Pachtzins den Hypothekengläubigern gegenüber steht bevor und wird bald dem Reichstage zugehen, ebenso ein Gesetz zum Schutze der Jugendlichen. Die Haftpflicht der Eisenbahnen dürfte zum Herbst gesetzlich geregelt werden. Die Verhältnisse im Irrenwesen werden vom Reichsjustizamt ständig verfolgt. Für den verstärkten Schutz solcher Personen, die in gutem Glauben mit Geisteskranken einen Geschäftsabschluß vollzogen haben, sind Erhebungen veranstaltet worden. Sie haben ergeben, daß nur in Berlin ein Bedürfnis nach einem solchen Gesetze vorhanden ist. Sonst ist ein dringendes Bedürfnis nicht zu erkennen gewesen. Eine gesetzliche Regelung dieser Frage dürfte alsbald noch nicht erfolgen. Eine Beschleunigung des Verfahrens bei Zivil= und Strafprozessen ist in gewissem Umfange schon herbeigeführt worden, doch sind die Mißstände mit einzelnen Vorschriften nichts aus der Welt zu schaffen. Dazu , b e d a r f e s t i e f g r e i f e n d e r A e n d e r u n g e n d e s g e l t e n d e n R e c h t s. D e r Abgeordnete Belzer hat gestern auf Oesterreich als Vorbild gewiesen; ich bewundere die dortige Rechtspflege, aber bei dem Unterschied der Verhältnisse muß man doch Bedenken tragen, diese Vorschriften auf unsere Gesetzgebung zu übertragen. Hinsichtlich der Prozeßverschleppung läßt sich auch schon an Hand der jetzigen Zivilprozeßordnung manches bessern. Bei den einzelnen Landgerichtsbezirken ergeben sich kolossale Unterschiede: auf der einen Seite wird mit außerordentlicher Schnelligkeit gearbeitet, die ein anderer Bezirk vermissen läßt. Am besten arbeitet in dieser Beziehung der Oberlandgerichtsbezirk Stuttgart, und am schlechtesten der von Zweibrücken. Die kleine Strafrechtsnovelle funktioniert gut; das gleiche wird mit den vielen kleinen Gesetzen der Fall sein, die ich angedeutet habe. Alle diese kleinen Novellen bitte ich, recht wohlwollend aufzunehmen und mit möglichster Beschleunigung zu verabschieden. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. * Neues vom Theaterdirektor Coethe.(Aus ungedruckten Briefen Goethes.) Keines der Institute für Kunst und Wissenschaft hat Goethes Tätigkeit so in Anspruch genommen, wie die Leitung des Hoftheaters. Fürwahr! Goethe als Theaterdirektor— das ist eines der anziehendsten Kapitel im Leben dieses Genius, und darum heißt man jede Ergänzung, die das Bild, das man sich Goethe als Theaterleiter macht, vervollständig, doppelt willkommen. Nach jahrelangen Forschungen ist es Herrn Seminarlehrer Hugo Kühn gelungen, im Weimarer Archiv noch eine Reihe von bislang ungedruckten Briefen Goethes zu entdecken, die auf die Leitung des Hoftheaters Bezug haben und die jetzt im neuesten Hefte der Theaterzeitschrift„De Szene“(Verlag Vita, Berlin=Charlottenburg) erstmalig zur Veröffentlichung gelangen. Man sieht, mit welch liebevoller Sorgfalt Goethe sich um die kleinsten Einzelheiten kümmerte, aber auch mit welchen Schwierigkeiten, besonders pekuniärer Art er zu kämpfen hatte. So schreibt er an den ihm bei der Leitung des Hoftheaters zur Seite stehenden Kammersekretär und fürstlichen Rat Joachim Kaspar Kirms:„Hierauf weiß ich nur zu erwiedern, daß, da Ew. Wohlgeboren eigentlich als Casse=Vorsteher in Verlegenheit kommen, wenn es zuletzt an Geld fehlt, ich es ganz Ihrer Entscheidung überlassen muß, ob Sie diese freylich wünschenswerthe Acquisition machen wollen. Läugnen läßt sichs nicht, daß wir immer das late Spiel fortspielen, mehr übernehmen als wir sollten, mehr leisten, als man fordern könnte und am Ende, anstatt mit einer gewissen Behaglichkeit uns unserer Taten zu freuen, noch als Supplicanten und Bettler erscheinen müßten. Da das aber einmal nichts anderes ist und wird, so will ich mirs auch in Gottes Nahmen gefallen lassen.— Weimar, d. 12. April 1807“ Wir wissen, daß der Theaterdirektor Goethe sich bei seinem Völkchen einer ziemlichen Beliebtheit erfreute. Er hatte eben eine eigene Art, die Schar seiner Schauspieler zu beherrschen und sie seinen Wünschen gefügig zu erhalten. Wie scharf aber Goethe auf Anstand und gute Sitte im Theaterreich hielt, das zeigt eine Zurechtweisung, die er dem Hosschauspieler Deny erteilte, der den Hofschauspieler Oels beleidigt hatte. Sie lautet:„Die von dem Hofschauspieler Herrn Oels gegen den Hofschauspieler Herrn Deny wegen eines beleidigenden Benehmens in den Theaterzimmern gethane Anzeige hat sich sowohl durch Aussage mehrerer Zeugen, als durch das Bekenntnis des letzterer genugsam bewahrheitet. Es hat derselbe hierbey den Vortheil gänzlich aus den Augen gesetzt, dessen er dadurch teilhaftig wird, daß er sich unter die Mitglieder des hiesigen Hoftheaters zählt, welches sowohl wegen Kunst als guten Betragens bekannt ist, und dessen Mitglieder sowohl von ihren Vorgesetzten als von dem Publikum anständig und ehrenvoll behandelt werden. Er hat ferner aus der Acht gelassen, worauf der Schauspieler selbst den größten Wert legen muß, daß das Theatergebäude als heilig und unverletzlich so gut, als Residenzschloß und Kirche, angesehen ist, indem jede Störung, die darin vorfallen kann, Hof und Stadt in den bedeutendsten Momenten beleidigen und die größten Anstalten und Vorbereitungen in einem Augenblicke vernichten kann. Ist nun überdies jenes tadelnswerthe Betragen bey einem ganz geringen Anlaß geschehen, welcher niemanden, der sich nur einigermaßen selbst besitzt, zu solchen Extremen aufregen könnte: ist es eben einen älteren durchaus gesitteten und Niemand verletzenden Mitschauspieler geschehen, so muß dieses herzoglicher Commission zu äußerstem Mißfallen gereichen, welches sie hierdurch an den Tag zu legen für Pflicht hält. Es wird also hiermit dem Hofschauspieler Herrn Deny nicht allein sein gegen Herrn Oels geführtes strafwürdiges Betragen allen Ernstes verwiesen, sondern auch derselbe zugleich verwarnt, der gleichen nicht weiter vorkommen zu lassen, weil man sonst mit ernstlicher Strafe vorzuschreiten sich würde genötigt sehen.“ Das verkannte Trompelensolo. Ein lustiges Abenteuer erlebte kürzlich ein Pariser Orchester, das die Reise über den Kanal gemacht hatte, um in England Konzerte zu geben. So war man auch in eine englische Provinzstadt gekommen und gab hier ein Konzert, dessen Programm unter anderm die Ouvertüre zu Beethovens Leonore ner zeichnete, in der bekanntlich gegen den Schluß ein aus der Ferne das rettende Erscheinen des Gouverneurs verkündendes Trompetensignal des Orchester unterbricht. Man pflegt zu diesem Zweck den Trompeter in angemessener Entfernung vom Orchesterpodium aufzustellen, um den Anschein des von fern her klingenden Signals zu erwecken. Dieses Verfahren verfolgte auch der Dirigent des Pariser Orchesters. Da aber die Zeit zu einer Probe gefehlt hatte, so mußte er sich damit begnügen, dem Trompeter die Weisung zu erteilen, sich im Abend des Konzertes einen Ort hinter dem Podium auszusuchen, der ihm geeignet erschien, den beabsichtigten Effekt hervorzubringen. An der betreffenden Stelle hörte man denn auch am Konzertabend den Einsatz des Signals, aber die Trompetentöne verstummten plötzlich und man hörte nichts mehr. Der Orchesterchef war rasend und mußte wohl oder übel die Oouvertüre ohne das Trompetensolo zu Ende führen. Als er fertig war, stürzte er wütend heraus, um dem unglück lichen Musiker den Kopf zu waschen. Aber das Wort erstarb ihm im Munde, als er in dem hinter dem Konzertsaal gelegenen Garten seinen Trompeter in den Händen von zwei robusten Polizisten erblickte, denen er sich vergeblic,„u entwinden suchte. Da der Mann nicht englisch sprach, so waren alle seine Bemühungen, sich verständlich zu machen, vergeblich. Er blicb dem englischsprechenden Orchesterleiter überlassn, die Situation aufzuklären. Aber dem Mann verschaffte er damit noch immer die Freiheit nicht. Denn die Hüter der öffentlichen Ordnung erklärten mit stolzem Bewußtsein treu erfüllter Pflicht:„Wir verhafteten diesen Mann gerade in dem Augenblick, als er sich anschickte, durch sein Blasen Ihr Konzert zu stören.“ * Eine Kinohochschule für Schutzleute. Der Pariser Polizeipräsident Hennion will den Kinofilm in den Dienst der Ausund Fortbildung der Polizei stellen. Der Film soll den jungen Schutzleuten die Bedeutung und Schwierigkeit der Rolle, die sie in Paris zu spielen berufen sind, anschaulich vor Augen zu führen. Zu dem Zweck des Anschauungsunterrichts werden eine Reihe von Straßenszenen zu bildlicher Darstellung gelangen, Szenenwie Schlägereien, Unfälle und andere Ereignisse, die ein polizeilisches Eingreifen nötig machen. Auf diesem Wege soll der Polizist auch über alle Schliche und Finten der gefürchteten Apachen, über die Verkleidungen, in denen sie auftreten, und ihre Verteidigungsmittel belehrt werden. Der Polizeipräsident hofft durch den kinematographischen Unterricht seinen Beamten in wenigen Momenten Kenntnisse zu verschaffen, die sie sich sonst nur dur langjährige Praxis erwerben können. Die Kinoaufführungen sollen von Vorträgen begleitet sein, bei denen sich der Präsident persönlich zu beteiligen gedenkt. Welche Ergebnisse dieser Versuch der polizeilichen Belehrung durch den Film zeitigen wird, steht dahin, in jedem Falle aber scheint er interessant genug, um allgemeine Beachtung zu verdienen. sokale Hachrichten. Neuß, 18. Februar. 8 Die neue Ferien=Ordnung für die Rheinprovinz. Nachdem durch eine ministerielle Verfügung bestimmt worden ist, daß die Ferien der höheren und niederen Schulen in den einzelnen Provinzen in die gleiche Zeit fallen sollen, hat der Herr Oberpräsident nunmehr für die Rheinprovinz folgende Ferienordnung festgesetzt:„ 8— Ostern: Schluß des Unterricht am Samstag, den 4. April, Wiederbeginn Dienstag, 21. April; Pfingsten: Schluß des Unterrichts Samtag, 30. Mai, Wiederbeginn Montag, 8. Juni; Herbstferien: Schluß des Unterrichts Mittwoch, 5. August, Wiederbeginn Mittwoch, 9. September; Weihnachten: Schluß des Unterrichts Mittwoch, 19. Dezember, Wiederbeginn Donnerstag, 7. Januar 1915. Schluß des Schuljahres: Dienstag, 30. März. — Betr. Besuch der Kinematographentheater durch jugendliche Personen, worüber wir am 17. Fehr berichteten, wird uns noch mitgeteilt:„Die zur Vorprüfung der Films von der Polizei= Verwaltung gebildete Zensurkommission besteht nicht nur aus Vertretern der Lehrerschaft, sondern auch aus Herren und Tamen der Bürgerschaft.“ C Der Neußer Verkehrsverein hielt gestern im Hotel Pilartz seine ordentliche Mitgliederversammlung unter dem Vorsitze des Herrn H. Pelzer ab. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Pelzer, Bellerstein, Derstappen und Kamper wurden wiedergewählt. Der Kassenbericht ergab einen Bestand von über 1000 Mark. Aus dem Kreise der Mitglieder wurde dem neuen Führer des Vereins viel Anerkennung gezollt. Es kam zu Aussprachen über die verschiedensten den Verein interessierenden Fragen. Herr Schlingensief dankte zum Schluß dem Vorstand für seine rege Tätigkeit. = Verband der Kutscher und Fuhrleute. Vergangenen Sonntag fand in Dortmund eine Deligierten=Versammlung des Verbandes der Kutscher und Fuhrleute von Rheinland und Westfalen statt. Da der Neußer Verein im Juni dieses Jahres sein 25jähriges Jubiläum feiert, wurde Neuß als Ort des Verbandsfestes gewählt. Der Verein macht jetzt schon auf den großen historischen Reklame=Festzug aufmerksam, welcher an dem Tage stattfindet. (=) Zigarrenhändlerverein. Laut heutiger Annonce hält der Neußer Zigarrenhändler=Verein am nächsten Freitag im Café Metrovol seine konstituierende Versammlung ab. Jeder Zigarrenhändler, dem die Lebensfrage der Branche am Herzen liegt, soll nicht versäumen zu erscheinen, und seinen Beitritt zu erklären. Zwei Kollegen vom Düsseldorfer ZigarrenhändlerVerein haben ihr Erscheinen zugesagt.(Eingesandt.) — In einem schlechten Zustande befindet sich wieder einmal die verkehrsreiche Bergheimerstraße. Durch den starken Fuhrwerks=, Auto= und Personenverkehr befindet sich augenblicklich die Straße in einem Zustande, daß jedermann genötigt ist, sich ein paar Wasserstiefel kaufen zu müssen, um nicht im Schlamme stecken zu bleiben. Wo bleibt denn die Kehrmaschine, ließe die sich doch einmal sehen, damit man dem alten Uebel helfen könnte, um der Zuführungsstraße der Stadt ein anderes Bild zu schaffen. Hoffentlich wird das wohll. Stadtverordnetenkollegium bald Hilfe schaffen, denn es zut wirklich Not, daß dem Uebelstande der Bergheimerstraße abgeholfen wird.(Einges.) Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 11 Grad Celsius über Null, niedrigste in vergangener Nacht 3 Grad über Null. Heute Morgen 1 Grad unter Null. Barometer 7 mm gefallen Wind südlich. Es ist zu erwarten: 19. Febr.: Feuchtkalt, Niederschläge, lebhafte Winde. 20. Febr.: Rauh, windig, Niederschläge. 21. Febr.: Veränderlich, kalt. windig. dem Landkreise Neuß. § Büttgen, 17. Febr. In der am Sonntag stattgefundenen Hauptversammlung des Ziegenzuchtvereins erstattete der Vorsitzende zuerst den Geschäftsbericht, aus dem hervorging, daß 252 Mitglieder mit 547 Ziegen dem Verein angehören und daß die Befruchtungsresultate recht günstige gewesen. Herr Bürgermeister Grootens verbreitete sich dann über die Gründe, die für und gegen die Zentralisation der Bockhaltung sprechen und teilte mit, daß der Vorstand erneut in eingehende Verhandlungen darüber treten werde, ob den geäußerten Wünschen auf anderweite Aufstellung der Zuchtböcke entsprechen werden könne. Sodann referiete Redner über die beabsichtigte Gründung eines Verbandes der Ziegenzuchtverein für den Kreis Neuß, trug die Satzungen vor und empfehl dringend im Interesse der gesamten Bestrebungen den Beitritt, der auch beschlossen wurde. Herr Winterschuldirektor Wolff behandelte sodann die Bestrebungen der Ziegenzuchtvereine vom finanziellen Standpunkte aus und wies darauf hin, daß bei der Auswahl der zur Zucht verwendeten Tiere mehr auf die guten Eigenschaften gesehen werden müsse, insbesondere auf die Milchergiebigkeit. Wenn er darauf hinweisen konnte, daß im Kreise Trier bei Probemelkungen festgestellt wurde, daß Ziegen von 240 bis 1350 Liter Milch per Jahr geliefert, dann geht daraus hervor, welche Bedeutung die gute Auswahl der Finanzen des kleinen Mannes habe. Der Vortrag wurde mit Dank und Beifall ebenso ausgenommen, wie sein folgender Vortrag über die Notwendigkeit und die Bedeutung des geplanten Schweinehaltungsvereins für den Kreis Neuß. Nachdem Herr Bürgermeister Grootens den Beitritt dringend empfohlen und darauf hingewiesen hatte, daß er beabsichtige, dem Gemeinderate bei der Neuverpachtung der Gemeindeländereien im nächsten Jahre zu empfehlen, einen Teil der Ländereien in kleinen Parzellen für den sog. kleinen Mann bereitzustellen, um auf diese Weise die Kleinviehhaltung zu unterstützen, schrieben sich sofort 56 Mitglieder in die offengelegten Mitgliederlisten ein. Ein provisorischer Vorstand der zu bildenden Ortsgruppe wurde gewählt. Herr Bürgermeister Grootens übernahm die einstweilige Leitung derselben. Der Versammlung wohnten etwa 180 Personen bei und erfreulich war, daß etwa die Hälfte aus Frauen bestand. Hoffentlich erfährt die Kleintierhaltung hier eine bedeutende Ausdehnung. Letzte flachrichten und Telegramme der„Tleußer Zeitung“. Reichstagsersatzwahl in Köln=Land. Köln, 17. Febr. Bei der heutigen Reichstagsersatzwahl im Kreise Köln=Land wurde Kuckhoff(Zentrum) mit 35 648 Stimmen gewählt. Der sozialdemokratische Kandidat Redakteur Sollmann hatte 24630 Stimmen, der Nationalliberale Schlosser Scaruppe 6563 Stimmen erhalten. 148 Stimmen waren zersplittert. Düsseldorf, 17. Febr. Gleich Berlin, Köln. p310 wird auch Düsseldorf ein Stadion erhalten. Die he##..verordneten= Versammlung erklärte sich grundsätzlich nut der Errichtung des Stadions einverstanden und ermächtigte den Oberbürgermeister, mit einem sachverständigen Fachmann über die Ausarbeitung des Vorprojekts in Verhandlungen zu treten. Ueber die Einzelheiten berichtet Beigeordneter Dr. Matthias: Für die zahlreichen Schau= und Wettspiele in Düsseldorf, mit ihrer meist nach Tausenden zählenden Besucherzahl fehle es bisher an einem gemeinsamen Platze und üsbesondere an gedeckten Tribünen. Daher sei bei den b#te#gten Kreisen der Wunsch entstanden, für die Zwecke der Leitesbutur eine gememsome Uebumggs= und Kompfstätte, em Stadion zu erhalten, und dieser Zumch sei besonders lewhast von dem Vewwande für Leibeskultur vertreten worden. Ursprünglich sei die Errichtung eines Stadions für die Ausstellung 1915 beabsichtigt gewesen. Hier fehlte es aber an einem geergneren Gelände. Erforderlich sei für die Ausführung des Planes, daß die Stadt das Gelände zur Verfügung stelle und die nötigen Mittel vorschieße, die dann aus den kaufenden Einnahmen zu verzinsen und zu tilgen seien. Die Mittel sollten aus den Ueberschüssei der Sparkasse genommen werden. Die Verwattung und der Betrieb des Stadions sollten einer besondern Gesellschaft übertragen werden, die nach dem Wunsch der beteiligten Kreise den Namen „Rheinstadion Düsseldoof“ führen solle. Mitglieder dieses Vereins wollten werden die Stadt Düsseldorf, ferner die in Betracht kommenden Vereine, insbesondere der Verband der Vereine für Leibeskultur, und endlich Gönner und Freunde aller Bestrebungen für Leibeskultur. Das Stadion solle auf einem Gelände in der Nähe der Kunstakademie am Rhein errichtet werden. So liege es auch in der Nähe der Ausstellung 1910. Es seien vorgesehen ein Fußballplatz, eine Laufbahn, Plätze für Schwer= und Leichtathletik, Tennisplätze und ein Schwimmbassin. Von einer Radrennbahn könne mit Rücksicht auf die schon bestehende Bahn abgesehen werden. Für die Zuschauer sollten gedeckte Tribünen errichtet werden. Ueber den Umfang und die Finanzierung des Stadions lasse sich vorerst noch nichts sagen.(Wie wir dazu hören, wird das Stadion eine Länge von 200 Meter und eine Breite von 150 Met. haben, der Ausbau der ganzen Anlage dürfte etwa ½ Million Mark in Anspruch nehmen.) Der liberale Stadtverordnete Ditzen meinte unter Hinweis auf das in Köln zu bauende Stadion, das Kölner Proekt brauche die Düsseldorser nicht ängstlich zu machen. Düsseldorf mit seinem reichen Hinterland könne sicher auf großen Zuzug rechnen, um so mehr als die sportlichen Leistungen in Düsseldorf im allgemeinen besser seien als in Köln. Dieser Ansicht trat der Oberbürgenmeister Dr. Oehler entgegen. Er erklärte, für den Gedanken eines Stadions in Düsseldorf könnten Rücksichten auf Nachbarstädte nicht maßgebend sein, er warne davor, die turnerischen Leistungen anderer Städte so allgemeinhin zu beurteilen. Man solle sich freuen, daß die turnerischen Leistungen überall vorangegangen seiei. Beigeordneter Dr. Matthias schloß sich den Ausführungen des Oberbürgermeisters an. Stadtverordneter Ditzen erklärte dann, er habe nicht die turnerischen Leistungen in Köln ungünstig beurteilen, sondern sagen wollen, in Düsseldorf sei man besser organisiert, hier habe man dei Verband für Leideskultur, was in Köln nicht der Fall sei. Düsseldorf, 17. Febr. Mit dem Vertrag, den die Stadt mit dem Internationalen Hotelbesitzerverein über die Errichtung eines Internationalen Instituts für das Hotelbildungswesen schloß, erklärte sich die heutige Stadtverordneten Versammlung einverstanden. Die Leitung dieses Instituts erhält vorläurfig, bis ein geeigneter Vertreter sich gefunden hat, der Beigeordnete Prof. Dr. Herold. der die ganzen Verhaidlungen zur Errichtung dieses Instituts geleitet hat. Als hauptamtlicher Dozent wurrde Dr. Wilsmann (Bern) berufen.„„ a Langendreer, 17. Febr. Das durch Bergbau stark in Mitleidenschaft gezogene und bereits stark aus dem Lor geratene fünf Stockwerk hohe Restaurationsgebäude des Wirtes Hubert Schulte an der Ecke der Schul-, Friedrich= und Bahnhofstraße ist jetzt durch Kauf in den Besitz der Deutsch= Luxemburgischen Bergwerks= und Hüttenaktiengesellschaft für 209000 Mark übergegangen. Diese wird das sonst noch sehr wertvolle Gebäude durch Neuverankerungen zu erhalten suchen. Essen(Ruhr), 10. Fehr. Der Metzger Haas in Essen, der an Lungenentzündung erkrankt war, versuchte heute im Fieberwahn seine Krankenpflegerin aus dem Fenster des in der 3. Etoge gelegenen Krankenzimmers zu stürzen. Die Pflegerin konnte sich im letzten Augenblick an einem Möbelstück festhalten. Haas sprang darauf selbst aus dem Bett und stürzte sich auf die Straße hinab, wo er tot liegen blieb. Karlsruhe, 17. Fehr. Dem Korrespondenten des B.=T. zufolge wird die Wahl des Reichstagsabgeordneten der Zentrumspartei, Dr. Hirth im Wahlkreise Offenburg=Kehl wegen verschiedener Verstöße gegen die Wahlordnung von den Nationalliberalen angesochten werden. Jabern. 10. Febr. Die Klage der 15jährigen Franziska Murr gegen Leutnant v. Forstner wurde heute vom Landgericht Zabern auf den 28. April ds. Is. vertagt. und zwar wird der Beklagte Leutnant v. Forstner dann erst mündig, da er am 24. April 21 Jahre alt wird. Berlin, 11. Febr. Um die letzten Probefahrten des für die Militärverwaltung bestimmten„Z. 7“ persönlich zu leiten, traf gestern Graf Zeppelin in Potsdam ein. Gegen 3½ Uhr bestieg er die Gondel des„Z. 7“ und erreichte in 17 Minuten Berlin. Hier ließ er das Lustschiff Schleifen ziehen, wobei er Höhen von 1200 bis 1500 Metern erreichte. Bei der Rückfahrt nach Potsdam überflog das Luftschiff den Wannsee m einer Höhe von 2000 Metern. Massen, 10. Febr. Der Knecht des Baugeschäftes von Schäfer und Wolf, Julius Rode. wurde gestern Nachmittag, mit einer Schnapsflasche neben sich, tot ausgesunden. Er hatte die Nacht auf einem Maskenball durchgezecht. Der Arzt stellte Tod durch Alkoholvergiftung fest. Wien. 11. Febr. Wie in Hofkreisen verlautet, wird im Frühjahr Kaiser Wilhelm Koiser Franz Josef einen kurzen Besuch in Wien abstatten. Der Kaiser wurde von dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand nach Konopitsch eingeloden und hat diesen Besuch zugesagt. Bei Gelegenheit dieses Besuches wird Kaiser Wilhelm dann auch nach Wien kommen, um kurze Zeit bei dem Kaiser in Schönbrunn zu verbringen. London, 1. Febr. Die Doily Mail lenkt die Aufmerksamkeit auf die großen Fortschritte Deutschlands in der Aviatik. Während noch vor wenigen Monaten Frankreich den Vorrang hatte, seien jetzt die größeren Erfolge von militärischer Bedeutung m deutschen Händen. Den Hauptgrund für diese Leistungen sieht das Blatt in der außerordentlichen Zuverlässigkeit der deutschen Maschinen gegenüber den französischen. Pelersburg, 17. Fehr. Kokowtzow hat 300000 Rubel zuruckgewiesen, die ihm in Anerkennung seiner Verdienste vom Zaren angeboten sind, ein Ereignis, das hier in allen Gesellschiftskreisen viel besprochen wird. Kokowtzow äußerte bei der Ablehnung, er sei nicht so wie andere Minister, womit Graf Witte gemeint ist, der bei seiner Verabschiedung die gleiche Summe angenommen hat, und jetzt gegenüber Kokowtzows Aeußerung meint, es wäre ehrenvoller, Gelder vom Zaren als vom Vorsitzenden der Petersburger Diskontobank anzunehmen. Aalborg. 11. Febr. Bei der Laano= und Diskontobank unterschlugen zwei Beamte, die für sich an der Börse spielten, 641000 Kronen im Laufe der letzten acht Monate. Das Aktien kapital, die Resewen und die Garantiefonds der Bank decken die Unterschlagungen, so daß die Kundschaft schadlos bleibt. Sheffield, 10. Febr. In ihrem Hause in Sheffield wurde die 54 Jahre alte Frau Clora Wilkinson ermordet aufgefunden. Der untere Teil ihres Körpers war furchtbar verstümmelt. Ein entfernter Verwandter der Frau, namens Moritz Swift, wurde unter dem Verdachte, den Mord begangen zu haben, verhaftet. Blitspuren in allen Räumen des Hauses lassen keinen Zweifel dorüber, daß bei dem Morde ein verzweiselter Kompf stattgefunden hat. Dandels-Zeitung. Neuer Weizen 100 Ko. 1. Qu. 18 Neuer Roggen 100 Ko. 1. Neuer Hafer 100 Kilo 1. 2. * Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 18 Februar. Kartosseln 50 Kilo.42,00—2,50 90 Heu, neues 50 Kilo„„ 2.80—3.20 90 Luzernerheu, neues 50 Kilo 4,00—4,40 30 Krumm= u. Preßstroh 500 Kilo-K 10.— 30 Breitdruschstroh 500 Kilo„ 11,— 70 Roggenrichtstroh 500 Kilo„ 12.— 70 Butter Kilo„ 2.80 Eier, hiesige Landware Stück 12—13.5, Kleien 50 Kilo intergerste 1. Sorte 15,20, 2. Sorte 14,20 Weizen 20 J, höher. 6.— Weizen Mai 199,25(199.00), Juli Nov. 000,00(000,00). Roggen Mai Sept. 000,00(160 25), Nov. 000,00 Juli 000,00(000,00). Mais Mai Sept. 000,00(000,00). Weizenmehl Preiduotierungon der Neußer Oel=Btüller. Neuß, 18. Februar. 3 Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß)" 67— Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß)„„„" 69— Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr. Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise„„" 96— „„ kleine„" 100— Rüböl und Kuchen unverändert. Vom Niederrhein, 16. Febr. Reines süßes Avfelkraut kostete 35,00— 00.00, gute Mittelsorten 28,00—30,00, sänerliches 25,00—26,00, Rischkraut 20.00—22,00, Gelee 17,00—15.00. Rübenkraut 10,50—11,50 M. die 50 Kil. im Großhandel ab Verladeplatz einschließlich der Verpackung. Köln 17. Febr. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 69,50 B., Mai 67,00 B., 66,50 G. Luzernerheu 7,70—8,00, Wiesenheu 5,40—6,00, Roggen Breitdruschstroh 3,50—4,00, Krumm= und Preßfroh 2,50—2,90 die 100 Kil. Köln, 17. Febr. Nachmittags= Getreide= und Mehlbörse Weiten, inländ. 18.90—19,10, ausländ. 21,75—22,85, Roggen, inländ. 15.20— 15,00, ausländ. 17,60—19 00, Hafer, inländ. 16,10—16,70, ausländ. 16,90 bis 18.50, Futtergerste 13,20—14,00, Mais, grober 14,40—14,70, mittel 14,40 14,70, Cinquantino 17,60—18,40, Weizenmehl 000 28,50—00,00, Roggenmehl 0 mit Sack 24,25—25,00, Kleie m. S. 10,20—13,75, Grand m. S. 9,80—10,25, Bollmehl m. S. 11,00—14,00, Palmkuchen m. S. 14,60— 15,10, Leinmehl m. S. 14,30—1 ,50, Baumwollsaatmehl m. S. 18,40, Biertreber m. S. 12,10—12,80, Trockenschnitzel m. S. 10,00—0,00, Zuckerschnitzel m. S. 11,60 12,00 M. für je 100 kg. Essen, 16. Febr. Getreidemarkt. Weizen, inländ. 18,50—18,90, fremder 21,75—22,90. Roggen, inländ. 14,50—15,25, fremder 18,10—19,75. Hafer, inländ. 00,00, fremder 16,90—18,90. Buchweizen 22,25—22,75, Futtergrste 13.25—13,80. Mais 14,90—18,50. Weizenvorschuß 28.25— 31,50. Roggenvorschuß 22,75—24,25. Weizenkleie 10,25—10,90. Alles Frachtgrundlage Essen die 100 Kilo ohne Sack, bei Abnahme von Doppelladungen, mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Magdeburg, 17. Febr. Kornzucker 88% 8,95—9,00, 75% 0,00— 0,00, ruhig. Rohzucker zur Durchf. bordfrei Hamburg Febr. 9,35 B., 9,32 G., 0,00 bz., März 9,40 B., 9,37 G., 0,00 bz., April 9,47 9.42 G., 0,00 bz., Mai 9,57 B., 955 G., 9,55 bz., Aug. 9,80 B., 9.77 G., 9,77 bz., Okt.=Dez. 9.65 B., 9,62 G., 0,00 bz., ruhig. Brotraffinaden prima 19,12—19,25. Kristallzucker prima 00,00, gemahlene Raffinaden 18.87 19,00, gemahl. Melis 18,37—18,50 bei Posten aus erster Hand, ruhig. Berlin, 17. Febr. Fruchtmarkt. 202,50(202,00), Sept. 198,25(197,50), 158,75(158,75), Juli 162,00(162,00, (000,00). Hafer Mai 154,25(1 4,50), 141,50(141,50, Juli 139.50(139,50), Sepr. 000,00(60c, boy. Weizenmemn 21,75—27,00. Roggermehl prima 18,70—21,00. Rüböl Febr. 00,00(00,00), Mai 00,00(00.00), Okt 00,00(00,00). Im Einklang mit der Stimmung an den ausländischen Märkten war die Haltung am hiesigen Getreidemarkt anfangs leicht befestigt. Später jedoch erlahmte die Unternehmungslust. Für Wezen fanden vereinzelte Adwickelungen statt, so daß die gestrigen Preise wieder erreicht wurden. Die Haltung für Roggen und Hafer war behauptet. Mais und Rüböl waren träge. Breslau, 16. Febr. Kleesamen. Rotklee beruhigter, Weißklee matt, Schwedischklee ruhig, Tannenklee, feiner, behauptet, Timothy still, Raygras ruhig, Serradella, geruchfreie, bevorzugt, 11,00—13,00 M. Hamburg, 17. Febr. Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner 187,00—134,00. Roggen ruhig, Mecklenb. und Altmärker 155,00—159,00, russ. 9 Pud 10/15 Pfd. vorr. 115½. Gersie stetig, südruss. cif Febr. 109,50— 000,00. Hafer ruhig, Holstein. und Mecklenb. 156—162. Mais ruhig, amerik. mixed eif Febr.=Rärz 000,00 La Plata April=Mai 104,00. Rüböl stetig. 67.00. Leinöl stetig, 51, Mai=Aug. 55„ Salpeter fest, 10,25, Mai 10.05, Febr.=März 1915 10,25. Hamburg, 17. Febr. Kaffee ruhig, März 50, Mai 50¾, Sept. 52, Dez. 52½. Bremen, 17. Fehr. Schmalz. vorr. Tups und Firkins 56¾, Doppeleimer 57¾. Stetig. Antwerven, 17. Febr. Getreide. Weizen, amerik. Winter 21,00—00,00, La Plata= 19,50—00,00, russ. 18,00—19,7“, Donau= 18.25—19,50. Roggen ruff. 14.25—14,75. Hafer, russ. 17,50—19,00. Gerste, Futter= 14,25—14,75, kaliforn. 19,00—0 ,00. Mais, Odessa= 00,00—00,00, La Plata= 13.50— 13.75, Cinauantino= 16.75—18,25, gem. amerikan. 14,00—00,00. Autwerpen, 17. Febr. Kaffee ruhig, März 58 1/8, Mai 59¼, Juli 60, Sept. 60¾. Umsatz 5000 Kg. Antwerpen, 17. Febr. Petroleum, raffin., Type weiß, vorr. Frs. 2.=4 bB. Febr. 242 B., März 25 B., April=Mai 25 B. Ruhig. Antwerpen, 17. Febr. Schmalz, amerik. Marke Wilcox, vorr. Frs. 136, Febr. 134, März 131, Mai 134½. Ruhig. Chicago, 17. Febr. Getceidemarkt. Weizen Wärz—(—), Mai 94¾(93⅞), Juli 891,(8878), Sept.—(—). Mais Febr.— (—), Mai 66 3/8(6556), Juli 655(64:8), Sept. 65(64⅜). Hafer Mai 40 (39%), Juli 397(39⅜). Ro gen vorr.—(6). Duluth. Leinsaat Mai 1,55% 1,5 ¼), Juli 1,57½(1,57¼). New=York, 17. Fcor. Getreidemarkt. Weizen Mai 1001,(101⅝). Juli 97⅝(97), Sept(—), Read Nr. 2 103½(103). Mais Mai —). Juli—(—). Mehl spring wheat 3,90(3,90). Getreidefracht nach Liveipool 1½(1¾). New=Yoik, 17. Febr. Beumwolle. Baumwolle vorr. 12,90(12,90), Febr. 12.23(12.14), März 12,23(12.22), April 12,07(12,06), Mai 11,96 (11,95), Juni 11,92(11,91), Juli 11,90(11.89), Aug. 11,73(11,72), Sept. 11,55(11,54), Okt. 11,49(11,48), Nov. 00.00(00,00), Dez. 11,58(11,58), Jan.— Viehmärkte. Krefeld. 17. Febr. Zum heutigen Viehmarkt waren aufgetrieben 94 Kühe, 7 Bullen und 0 Ochsen. Die Preise stellten sich wie folgt: a vollfl. ausgem. ullen höchsten Schlachtw. 00—00, b 80—84, c) 75—79, 2 vollfl ausgemästete Kühe höchsten Schlachtw. bo zu 7 Jahren) 81—84, ). ältere ausgem. Kühe und wenig gui entw. j. Kühe und Färsen 70—73, maßig genährte Kühe und Färsen 60—64 M. vic 50 Kilo Schlachtgewicht. Geschäft levhaft, voraussichtlich geräumt. Elberfeld. 16. Febr. Viehmarkt. Zugeführt 660 Stück Großvieh, 2256 Schweine, 323 Kälber und 115 Schafe. Ochsen 1. Qual. 92—93, ausgesuchte beste süddeutsche bis 0 M. höher, 2. Qual. 88—90, 3. Qual. 82—84, gemastete Bullen 85—87, Kühe 1. Qual. 85—88, 2. Qual. 83—85, 3. Qual. 70—75, Jungvieh 80—82, Schweine 1. Qual. 63—64, 2. Qual. 5 60, Kälber 1 Qual. 100 108, 2. Qual 80—88 die 50 Kilo Schlachtgewicht. Geschlachtete Hämmel 1. Qual. 105— 00, Mutterschafe 90—00 M. die 50 Kilo. London, 16. Febr. Zum heutigen Viehmarkt in Islington waren 760 Stück Hornvieh und 4100 Schafe. Preise für Hornvieh 3 S. 6 D. bis 5 S. 4 D., Schafe 4 S. 2 D. bis 7 S. 4 D. für 8 Pfd. Wolle. Antwerven, 17. Febr. Wolle stetig. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B), Febr. 6,37½, März 6,35, April 6,35, Mai 6,35, uni 6.32½, Juli 6,30, Aug. 6,25, Sept. 6,25, Okt. 6,22½, Nov. 6,20, Lez. 6,17½, Jan. 6,15. Umsatz 150000 kg. Bradford. 16. Febr. Wolle fest. Kohlen. Wagengestellung am 16. Febr. Im Ruhrbezirk gestellt 28837, gefihlt 00.— Aachener Kohlenbezi:k Wurmrevier) gestellt 913, gefehlt 0.— Taarbezirk gestellt 3481, gefehlt 00.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 2413, gefehlt 00.— Im oberschlesischen Revier gesiellt 12030, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselzinssätze der Notenbauken vom 17. Febr. Amsterdam 5. Belg. Plätze 4. Deutsche Plätze 4. Kovenhagen 5. Lissabon 5½. London 3. Italien. Plätze 5½. Madrid 4½. Paris 3½. Petersburg 5½. Schweiz. Plätze 4. Wien 4½. Kompl. Mahlgang mit eiserner Steinschüssel, 2 franz. Steine, 1,40 Meter, 1 Steinkrahnen, eine fast neue Schürfmaschine, ein eiserner Exaustor, 2 Rundsichter, 3 Bungsche Plausichter, div. Riemscheiben und Wellen, von meinem Umbau herrührend, billig abzugeben.(1277 Kottmann, Bevelinghoven. Klavier (Altertum) billig zu verkauf. Jesuitenhof 5. Schleifstein zum Treten u. Feschen=Seilzng und verhied. Schreinerwerkz sof zu verhauf. Michaelstr. 13. Talch Verein Neußer Zigarrenhändler (eingetr. Verein) Freitag Abend 9 Uhr: Versammiunt im Casé Metropol, Büchel. Tages=Ordnung: Verschiedenes. Der prov. Vorstan. Schäserdogge billig verkaufen. Hugo Schmitz, Berghäuschensweg 154. Weißer Herd mit Kessel billig zu verkaufen Oberstraße 25. Monatskarte der Rhein. Bahngesellsch. verl. Wiederbring. erh. Bel. Gartenpl. 6, p. Bei der im Handelsregister, Abteilung B unter Nr. 14 eingetragenen Firma„Katholisches Gesellenhaus, Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ ist heute nachgetragen: Durch Beschluß der Gesellschaftsversammlung vom 24. Januar 1914 ist der Gesellschaftsvertrag dahin geändert, daß die Gesellschaft fortan außer dem jedesmaligen Präses des Gesellenvereins als Geschäftsführer noch zwei weitere Geschäftsführer hat und daß zur Vertretung der Gesellschaft der jedesmalige Präses des Gesellenvereins als Geschäftsführer nur gemeinschaftlich mit einem der beiden übrigen Geschäftsführer berechtigt ist. Zu weiteren Geschäftsführern sind der KonviktsPräses August Höller und der Kaufmann Jakob Kallen, beide zu Neuß, bestellt. Neuß, den 14. Februar 1914. Königliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Die Hebeliste über die Beiträge zu den Kosten der Rheinischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Rechnungsjahr 1913 liegt vom 18. Februar bis einschließlich 3. März dss. Is. zur Einsicht der Beteiligten bei der Stadtkasse hierselbst onen. Einsprüche gegen die Beitragsberechnung sind in der Zeit vom 4. bis 17. März dis. Is. bei dem unterzeichneten Sektionsvorstande(Rathaus), Zimmer Nr. 8, anzubringen. Reuß, den 17. Februar 1914 Der Vorsitzeude des Sektionsvorstandes der Rheinischen landwirtschaftlichen BerufsGenossenschaft Neuß=Stadt. In Vertretung: Dr. Beitzen. Verding. Zum Neuban des Internates am Lyzeum Marienberg hierselbst sollen die Anstreicher=Arbeiten eventl. in verschiedene Lose geteilt, vergeben werden Bedingungen sind auf dem Büro des Unterzeichneten einzusehen, woselbst auch Offertenunterlagen zu haben sind. Verschlossene, mit Aufschrift versehene Offerten sind bis zum 26. dieses Monats im Lyzeum Marienberg abzugeben.(1283 Kl. Röhlinger, Architekt. Zuverlässige stadtkundige Persönlichkeit zum Inkasso für halbe oder ganze Tage sofort oder später gesucht. Geeignete Personen gesetzten Alters wollen schriftliche Offerten unter Angabe der bisherigen Tätigkeit und Gehaltsansprüchen unter A 81 an die Expedition einsenden. Die Stelle bietet arbeitsfreudigen Reflektanten auch günstige Gelegenheit zu dauerndem, gutem Neben erwer. Junger Mann für Ausgänge und leichte Contorarbeiten ges.(1261 Schriftliche Offerten unter A 79 an die Expedition. Lehrling. kath.(kein Handwerkerssohn) mit guter Schulbildung für hiesiges Architek. turbüro zu Ostern gesucht. Selbstgeschrieb. Lebenslauf erbeten unter A 59 an die Expedition.(1102 Große, helle Werkstätte mit Lagerraum sofort zu vermieten. Wo, sagt die Expedition Abgeschl. Part=Wohnung, auf Wunsch l. od. II. Etage, 5 Zimmer, Badezimmer und 1 Mansardenz., eventl. noch 1 Femdenz. i. d. Mansarde mit Heizung, Gas u. elektr. Licht zum 1. April z. vermiet. Nordkanalallee 24, II.(1210 Schwannstr.26, 5 Räume n, Zub. z. verm. Walterscheid. Düsseldorf, Bäckerstraße 5. Mittlerer Beamter sucht Kl. Häusschen m. Gart. auf mehrere Jahre z. miet. ges. Off. unt. A 80 a. d. Exped. Costumes. Lehrmädchen sucht Frau Heinrich Plate, Büttgerstraße:4. Zum 1. März oder später ein tüchtiges, katholisches Mädchen bei gutem Lohn für besseren Haushalt gesucht.(1263 Zu erfragen in der Exp Jüng. Mädchen für kleinen Haushalt per 1. März gesucht. Nordkanalallee 6, part. Wegen Erkrankung des jetzigen suche per sofort od. 1. März für meinen kinderlosen herrschaftl. Haushalt lüchtiges selbständiges Küchenmädchen das auch etwas Hausarbeit mitübernehmen muß. Wäsche außer dem Hause. Zweitmädchen vorhanden. Lohn 35 Mark. Kaiser Friedrichstr. 130. von 5—7 Räumen möglichst mit Garten.(1236 Off. u. A 77 an die Exp Unterh. m. Gart., Stall. u. II. Etage 2 Zim. mit u. ohne Mans. Näh. Crefelderstr. 5 oder Furtberstr. 187, 1. Et. 6 Zimmer, III. Etage, Nähe Bahnhof, mit Centralheiz., Heizgas, Warmwasser=Anlage, elektrisches Licht, per 1. März zu vermieten. Off. unter A 61 an die! Exped. dsr. Zta.(1104 Freundl. 3 Zim.=Wohnung mit allen Bequemlichkeiten an ruh. Leute per 1. April zu vermieten.(1266 Näheres Annostr. 8. I. 4 Zimmerstraße 31.an ruh. Familie zu vermiten. Erftstraße 4. 3 durcheinandergehende Anbauzimmer zu vermiet ##inwallstraße 1: Möbl. Zimmer m. Frühstück oder voll. Pension zu vermiet. Hermannstr. 32. Schön möbl. Zimmer mit guter Pens. zu vermieten. Bahnhofstraße 3. Reizende freistehende Ein'amilienhäuser von 7500 Mark an, baut auch auswärts(1121 Wilh. Metzer, Architekt, Neuß. Telephon 23. Ein auf der Hauptstraße in Neuß gelegenes großes Geschäftshaus steht zu verhausen oder zu vermieten Offerten unter A 82 an die Expedition dies. Zeitg. Mädchen erhält Kost und Logis. Münsterplatz 19, 2. Etg. Einige Zentner StrohSchrenzpapiere zu jed. annehmbaren Preise abzugeben. nan Hung, Büchel 16. Teleson 865. Druck=Arbeiten für Industrie, Handel und Gewerbe, Vereine Behörden, Kanzleien, Schulen und Private wie Mitteilungen, Postkarten, Rechnungen in allen Formaten, Reise=Avise, Briefbogen und Formulare, Gratulations= und Visiten=Karten, RechenschaftsBerichte, Broschüren, Kuverts, illustr. Kataloge und Prospekte K4werden in einfacher und elegantester Ausführung zu angemessenen Preisen angefertigt Buchdruckerei Rudolf van Haag Telephon 57 Ueußer Zeitung Neuß Neustraße 1 Städt. Männer-Gesang-Verein und Damenchor. Donnerstag, den 19. ds.(Altweiberfastnacht), Abends 8½ Uhr, im Verbindungssaale des Hotel Pelzer: Abrechnung vom„Kirmestrubel zu Grossvaters Zeit“. Hieran anschliessend: slil 835 Für Damen und Herren karnevalistisches Abzeichen erwünscht.(1285 Der Vorstand. M.-G.-V.„Novesia“. Fastnachtsmontag, abends 7 Uhr, Hotel Berghaus: Grosser Preismaskenball. Der Vorstand. Empfehle stets eine große Auswahl sowie zu jedem Gebrauche geeignete andere Pferde, wozu Käufer ergebenst einlade. Pferdehandlung Aron Stein, Neuß a. Rh., Büttgerstraße 18. Telephon 210. Sie sind modern gekleidet, wenn Sie Ihren Bedarf in Herren-Garderoben o in meiner Spezial-Abteilung für 0 vornehme Massanfertigung 0 decken. 0 Erstklassige Stoffneuheiten für Frühjahr und Sommer sind in grösster Auswahl eingetroffen. Schicke Verarbeitung. Mässige Preise. J. Gottschalk Niederstr. 1 NEUSS Ecke Erftstr. Tel. 642. Sie ahnen nicht, w.ich biete! Trotz enormer Lederpreise liefere ich aus best. Material nach Größe und Stärke Herren=Sohlen 2.— M. an, amen=„ 1.50„„ Kinder=„ 6.80„„ Gr. Haltbark. Schnelle Bed. Schuh=Besohl Anstalt, Glockham. 54, a. d. Rheinstr. Englisch, Wer wünscht an einem engl. Kursus durch Engländer(Berufslehrer) teilzunehmen. Off. unt. A 7 an die Expedition. Erstll. Württemberger Arbeitsochsen empfiehlt David Mayer Französisch. Franzose(Berufslehrer) ert. Unterricht. Off. unt. A 18 an die Expedition dsr. Zig. Eine neue Waschmaschine mit Wringmaschine für 36 Mark zu verkaufen. Prommenadenstraße 31 Babykorb zu verk. Wo, sagt die Expedition. Billig zu verkaufen Ein Tarar(Größe 3), ein Schretzylinder, Syst. Sack, Ringschm. einfach u. dopp. Elevatoren, teils Ringschm., 2 Mahlgänge, kompl, 1,30 Meter Steindurchm., Antrieb, ½ Otzd. Quetschstühle J. Reinarßz,(1275 Düsseldorf, Bürgerstraße 4. Hlaierstimmen#A auf telef Anruf sofort. Nauelshagen, Klavierhandl. Neuse Büchel 24. Tel. 1127. Inh. selbst Fachmann. herde, Oefen, Baschmaschinen, Halce u. Küchengeräte, Kleineisen waren und Vertzeuge haufen Sie vorteilhaft bei Karl Autenrieth. s üüer Ren. er=u. Wolderostr.=Scte Scharzer Bobernan zu verkaufen,(männlich) 9 Monate alt. Wo, sagt die Expedition. pollotheater Düsseldorf Direktion J. Glück. Grösstes und vornehmstes Spezialitätentheater Deutschlands. Täglich Auftreten von nur allerersten Kunstkräften. Anfang der Vorstellung 8 Uhr, Ende 11 Uhr. Zum An= und Verkauf von gebrauchten Möbeln, Kleider. Schuhen, Wäsche u. s. w. hält sich empfohlen Arbeiterbekleidungshaus Glockhammer 9. Dortmunder Kronenbier, in hell und dunkel, Flaschen, Krügen und syphons, empfiehlt Frauz Bieneseld, Hafenstraße 70. Tel. 644. Bei Bestellung per Post, Porto vergütet.(11425 Naschmhaschihen u. Blumenkübel billig zu verkaufen(11747 Heinr. Schmitz, Oberstr. 59. reparaluren gut und billig Friedr. Timmer Gegr. 1895. Hymgasse 33. Baufach. Am Fachunterrich können noch einige junge Leute Sonntags von 11 bis 1 Uhr teilnehmen. Honorar 5 Mk. monatlich Näh. Salzstr. 18 1.(1254 Sämtl. Anstreicher= u. Tapezierarb. werd. prompt u. reell ausur. Friedhof Nr. 8, Unth Beste Bedienung auf Grund einer 24jährigen Erfahrung garantiert. 3 Mark. Neusser Musikhaus Ueberholz Krämerstr. 7 am Markt. Telefon 1215. Erklärung. In der Rhein. Volksstimme, Nr. 36. vom 13. Februar 1914, versucht Frhr. Clemens von Loe die von mir in meiner Rede, die ich im Auftrage des Vorstandes und Aussichtsrates der Rhein. landwirtschaftlichen Produktions= und Absatzvereinigung am 29. Januar d. J. gehalten habe, gegen ihn erhobenen Vorwürfe abzustreiten bezw. das Beweisthema zu verschieben. Demgegenüber erkläre ich nochmals: 1. Frhr. von Loe hat versucht und versucht es weiter, mit einem Zirkular vom 20. September 1910, das er als einheitliche Willenskundgebung der rhein. Verbandsdirektoren darstellt, obwohl der Name einer der Herren Verbandsdirektoren unter dieses Zirkular gekommen ist wie Pontius Pilatus ins Credo, die Rhein. landw. Produktions= und AbsatzVereinigung zu schädigen. 2. Nach dem eignen Zugeständnis des Irhrn. von Loe hat Herr Direktor Seul, durch Vermittlung und auf Anregung hochangesehener Herren, des öfteren die Hand zum Frieden gevoten, dagegen hat Frhr. von Loe trotz seines und des Vorstandsvorsitzenden: der Hauptgenossenschaft gegebenen Versprechens, die Sache zu ordnen, den Frieden nicht gewollt. 3. Frhr. von Loe hat mit allen Mitteln versucht, der Rhein. landw. Produktions= und Absatzvereinigung die Kalibezüge vom Bunde der Landwirte zu unterbinden, so daß die Geschäftsleitung des Bundes vor drei Zeugen erklärte, Frhr. von Loe komme zu politischen Geschäften oft zum Bunde der Landwirte und wünsche bei diesen Gelegenheiten auch die Einstellung der Kalilieserung an die genannte Vereinigung. 4. Frhr. von Loe hat in einem nachweisbaren Doppelspiel mich beim Bund der Landwirte als unsicher in agrarischer Hinsicht im Sinne des Bundes bezeichnet, während er gleichzeitig mich in Zentrumskreisen als„Bündler“ hinstelle. 5. Frhr. von Loe mit seinen Orgenen hat die Rhein. landw. Produktions= und Absatzvereinigung beim Kalisyndikat wegen angeblicher Unterbietungen denunziert, obwohl seine Organisation sich selbst Unterbietungen hatte zu Schulden kommen lassen. 6. Frhr. von Loe wollte dann die bei der RaifseisenOrganisation in Coblenz von der Rhein. landw. Produktions= und Absatzvereinigung getätigten Kalibezüge verhindern, indem er einen dahin gehenden Beschluß der rhein. Verbandsdirektoren herbeizuführen versuchte, und als dieser nicht zu stande kam, trotzdem wahrheitswidrig einen solchen als gesaßt an die zuständige Stelle nach Berlin berichtete.— Auch der von seiner Organisation weggegangenen großen Bezugsgenossenschaft Brühl hat Frhr. von Loe Schwierigkeiten im Kalibezuge gemacht. 7. Frhr. von Loe hat, als die wirschaftspolitische Wochenschrift für Landwittschaft und Mittelstand „Der Rheinländer“ im Januar 1913 den ersten volkswirtschaftlichen Kursus veranstaltete, versucht, Referenten die zugesagt hatten, zur Zurücknahme ihrer Zusage zu bewegen, z. B. die Freiin von Mirbach, Pfarrer Kastert, Kalk, und Herren vom Volksverein für das katholische Deutschland in M.-Gladbach. Derartige Versuche hat er sogar mit nachweisbar unwahren Behauptungen gelegentlich des zweiten Kursus 1914 fortgesetzt.„ 8. Frhr. von Loe hat versucht, den Volksverein für das katholische Deutschland in M.-Gladbach zur Stellungnahme gegen uns zu bewegen, unter deutlichem Hinweis darauf, das seine Organisation an erster Stelle eine Bevorzugung des katholischen Volksvereins beanspruchen könne, während er gleichzeitig dem Bunde der Landwirte eine Interessengemeinschaft gegen uns anbot. Wenn Frhr. von Loe weiter versucht, diese von mir festgestellten Tatsachen abzustreiten, so kann er das nur wider besseres Wissen tun. Köln, den 14. Februar 1914. Jakordenstraße 14. Dr. Karl Müller, Schriftleiter des„Rheinländer“. Büro für Rechtssachen Jakob Gobbers, Neuss, Breitestrasse 75. (langjähr. Reehtsanwalt-Büro-Vorsteher.) 139 Rat u. Auskunft in allen Rechtssachen, Sicherung des Frauenvermögens, Güterfrennung, Testamente etc. Erscheint wöchentlich 7 mal. Bezugspreis vierteljährlich in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bezogen 1.65 Mk., mit illustriertem Unterhaltungsblatt 1,80 Mt., durch die Post bezogen 1.95 Mk. Für Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Stellen wird keine Gewähr geleistet. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Neußer Zeitun Geschäftsstelle: Neuß, Neustraße 1. Fernsprecher 57. Jeder Abonnent and seine Frau ist im Falle eines tötlichen Unfalles mit 200 Mark versichert. Amtliches Kreisblatt Rotations-Druck und Verlag von Rudolf van Haag. Neuß. Alleiniges Anschlagerecht für die hiesigen Plakatsäulen. mit täglicher Gratisbeilage„Bunke Blätter“ und wöchentlicher landwirtschaftlicher Beilage„Am Pflug“. Nr. 49. Zweites Blatt. Das neue Königreich. In diesen Tagen wird nun das Königreich Albanien staatsund völkerrechtlich ins Leben treten. Zu Neuwied, im Stammschlosse des alten rheinischen Dynastengeschlechtes, wird Prinz Wilhelm zu Wied aus den Händen Essad Paschas die ihm angetragene Krone entgegennehmen und wenige Tage darauf die Reise nach Durazzo, seiner künftigen Hauptstadt, antreten. Daß der neue Herr sich zunächst mit der Fürstenwürde begnügen werde, wie die anderen christlichen Balkanherrscher getan haben, ist nicht anzunehmen. Es liegt nicht nur in seiner eigenen, sondern zugleich im Interesse der europäischen, zum mindesten der Dreibund=Diplomatie, daß der neue Staat von Anfang an gleichberechtigt und ebenbürtig mit Rumänien, Blugarien, Serbien und Montenegro auf den Plan trete, und wenn ein gewisses Mißverhältnis zwischen dem glänzenden Namen und dem, was vorläufig dahinter sich birgt, zunächst nicht abzuleugnen ist, so kann es doch entscheidend ins Gewicht fallen. Die inneren Schwierigkeiten würden für ein Fürstentum genau dieselben sein wie für ein Königreich. Sie liegen, wie das ja sattsam bekannt ist, in der Art, wie der neue Staat zustande gekommen ist. Der Freiheits= und Selbständigkeitsdrang der Albanesen, an dessen glühende Manifeste man sich erinnert, hätte ja nicht ausgereicht, ihn zu schaffen; er ist von der europäischen Staatskunst am grünen Tisch beschlossen und nicht ohne große Mühe zurechtgeschnitten worden. Man stand der Tatsache gegenüber, daß Oesterreich= Ungarn und Italien gegen eine Aufteilung der östlichen Adriaküste unter Montenegro, Serbien und Griechnland ein absolutes, Veto einlegten; eine Rückgabe an die Türkei war unmöglich, angesichts der ganzen Lage auf dem Balkan wie der Stimmung unter den Albanesen, daß die genannten Großmächte sich selbst in Albanien festsetzten, war durch den ängstlich gewahrten Grundsatz, daß keine Großmacht einen territorialen Vorteil von den Vorgängen auf der Balkanhalbinsel haben solle, vollständig ausgeschlossen. So blieb nichts als die Schaffung des selbständigen Albanien. Aus dem Gesagten geht hervor, daß das Interesse, das man bei den Mächten der Triple= Entente, insbesondere aber in Paris und St. Petersburg an diesem noch etwas künstlisch zustandegekommenen Staatswesen nimmt, erheblich geringer ist und sein muß, als das in Wien und Rom, und in der letzten Zeit hat man denn auch wiederholt den Eindruck gehabt al ob die Bemühungen, dem Prinzen den Weg auf den albanischen Thron zu ebnen, in Frankreich und Rußland auf geheime Widerstände stößen. Indes formell ruht der neue Staat ja auf einem einmütigen Beschluß der Großmächte, die sich auch solidarisch zur Uebernahme einer ersten größeren Anleihe verpflichtet haben, und ein wirkliches Hindernis ist ja auch nicht aufgetreten. Aber darüber kann man sich natürlich nicht täuschen, daß die Schwierigkeiten jetzt erst recht beginnen werden. Dem neuen Herrscher ist sicherlich bei seinen jüngsten Besuchen in Rom und Wien aufrichtig und ernstlich zugesichert worden, daß das vorwiegend negative Interesse, das man zunächst an der Errichtung des Königsreichs Albanien hatte, in eine positive Unterstützung sich verwandeln werde. Aber das ist auch mehr als notwendig. Der neue König findet in seinem Lande nicht nur völlig leere Kissen, sondern er findet, was erheblich schlimmer ist, zunächst auch noch gar keine eigenen Hilfsßuellen. Diese müssen erst in langer, mühevoller Arbeit, zu der außerdem die Albanesen erst erzogen werden müssen. Das erfordert Jahrzehnte, selbst unter günstigeren Bedingungen, als sie in Albanien gegeben sind. Bis dahin ist nicht daran zu denken, daß das Land aus eigener Kraft irgend nenden 18. Februar 1914.(Simeon.) 89. Jahrg. 33) Das Erwachen. Roman von Matthias Blank. (Nachdruck verboten.) Das Erwachen schritt weiter! Der Vorhang, der über den Ereignissen jener Nacht lag, öffnete sich immer mehr. Ein anderer wurde angeklagt. Ich selbst übernahm seine Verteidigung und mußte dabei mein eigener Ankläger werden. Zeuge um Zeuge, Tatsache um Tatsache sprachen wider mich Und trotzdem bin ich der einzige, der bisher die Wahrheit weiß. Dir werde ich die geschlossene Kette vorführen, die mich schließlich den einen Weg gehen läßt, den ich gehen muß. Erwin Rosen hatte mich an der Weidendammer Brücke nach halb drei Uhr verlassen; er hatte erklärt, ich sei fast unzurechnungsfähig gewesen. Ich habe niemals viel Alkohol vertragen können. Nach seiner Angabe war ich nach dem Reichstagsufer eingebogen. Ich selbst erinnerte mich an den hohen Bau des Lessingtheaters. Eine Zeugin sah einen Mann über den Erschlagenen gebückt; dieser Mann trug einen weichen Filzhut und war bei ihrem Näherkommen davongelaufen. Diesen hatte ein zweiter Zeuge noch gesehen und ihn bis in den Tiergarten hinein verfolgt. Dieser zweite Zeuge hatte in mir sofort jenen Mann erkannt. Und mein Weg mußte mich auch dorthin geführt haben. Und nach meiner Wohnung zu gelangen, mußte ich durch den Tiergarten gelaufen sein. In der Nähe der Rousseauinsel ist die leere Geldbörse des Erschlagenen gefunden worden, die ich wahrscheinlich wie die übrigen dem Toten genommen Sachen fortgeworfen haben werde. Mein Hausmeister erinerte sich, daß ich an jenem Morgen erhitzt, wie vom langen Laufen, nach halb vier in das Haus gekommen war. Meine Kleider waren naß und beschmutzt; ich sah dabei verstört aus und schien ihn gar nicht erkannt zu haben. Um vier Uhr war dann das Erwachen aus jenem Zustande gefolgt. Du kannst Glied an Glied reihen, die Kette schließt sich. Und ich darf nicht länger schweigen. Ich muß sprechen, muß mich selbst anklagen, um einem Schuldlosen zur Freiheit zu verNun aber muß ich auch die Folgen meines Tuns tragen! Es wird mich allerdings jedes Gericht freisprechen, da ich willenlos— in einem sogenannten Dämmerungszustande gehandelt Aber—.—! Es gibt so viele„Aber“. Aber wird damit der Tod ungeschehen gem Aber ist es nicht allein meine Schuld, daß###### nenswerte Mittel aufbringen könnte. Zu dem allen kommen dann noch die unklaren und unerfreulichen Verhältnisse in den Grenzgebieten gegen Neuserbien und Neugriechenland. Insbesondere Griechenland unterhält in Epirus eine leidenschaftliche Agitation, die die Südgrenze des neuen Staates womöglich noch etwas nordwärts rücken soll, und es ist nicht anzunehmen, daß es sobald Ruhe geben wird. Das alles sind Sorgen, schwere Sorgen. In Deutschland hat man von Anfang an daran festgehalten, daß die deutsche Staatskunst auch tun wird, was in ihren Kräften steht, um seine Kulturarbeit vor äußeren Störungen zu bewahren. Aber das Beste wird der neue Herrscher allerdings selber tun müssen. In seiner Persönlichkeit liegt die Entscheidung darüber, ob Albanien ein lebenslänglicher Staat wird oder nicht. Und er wird sich auch darüber klar sein müssen, daß er, wenn erst der feierliche und begeisterte Empfang vorüber ist, einem fast feindseligen Ernst der Werktätigkeit gegenüberstehen und auf Dank zunächst nicht zu rechnen haben wird. Daß er es trotzdem wagt, ist gewiß ein gutes Zeichen. Möge das Glück mit seinem tapferen Mute sein! Die Tripolitanische Rechnung für Italien. (Von einem militärischen Mitarbeiter.) Schon im vorigen Jahre war der italienischen Kammer ein Bericht des Generalstabes über die Verluste in dem Kriege in Tripolis und in der Cyrenaika zugegangen, nach welchem die Zahl der gefallenen Offiziere und Mannschaften 1121 betrug, 1948 sollen an Krankheit gestorben, 311 vermißt und 4250 verwundet worden sein. Danach hätten die Verluste der Itlaiener im ganzen 7630 Offiziere und Mannschaften betragen. Eigentümlicherweise führt der neue Bericht, der soeben der italienischen Kammer vorgelegt worden ist, ganz andere und zwar bedeutend niedrigere Zahlen an. Nach ihm hätte das Heer nur einen Verlust von 236 Offizieren und 4076 Mann, also im gan zen von 4312 Köpfen erlitten, ein Unterschied gegen den vorjährigen Bericht von 3318 Köpfen, der aber nirgend eine Erklärung findet. Die letzte offizielle Verlustzahl erscheint sehr gering, wenn man liest, daß im ganzen 214000 Mann nach Nordafrika geschickt worden sind. Davon sind 7000 Mann inzwischen wieder in die Leimat zurückgekehrt, die übrigen stehen noch drüben. Erklärlich werden die geringen Verluste allerdings dadurch, daß den Italiern in Tripolis nur 5000, und in der Cwrenaika noch weniger, nämlich nur 2000 Mann reguläre türkische Truppen gegenüber standen. Der Rest des Gegners der ihnen allerdings redlich zu schaffen gemacht hat, waren irreguläre türkische Truppen und Eingeborene, deren Zahl sich auch nicht annähernd feststellen ließ, deren Taktik und vor allen Dingen Schießfertigkeit, bei fast gänzlichem Mangel brauchbarer Artillerie, aber nicht genügt zu haben scheint, um den Italiern nennenswerte Verluste beizubringen.— Bei den Kriegskosten bekommen wir aber andere Zahlen zu sehen, sie belaufen sich nach dem Bericht des Finanzministers auf 366 Millionen Lire, von denen 309 auf die Armee und 57 auf die Flotte entfallen. In dieser Summe sind aber auch alle Ausgaben enthalten, die auch ohne Krieg für die Armee und für die Marine hätten gemacht werden müssen. Rechnet man diese ab, so bleiben immer noch für das eine Jahr, das der Krieg gedauert hat, 288 Millionen Lire übrig.— Sehr optimistisch spricht sich der Bericht an die Kammer über die beabsichtigte Gründung eines Kolonialkorps für Nordafrika aus, das die Möglichkeit bieten soll, die dort imDämmerungszustand geriet, weil ich mich im Trunke nicht zu be herrschen verstanden hatte? Aber wenn solche Dämmerungszustände sich wiederholten? Aber darf ich Dein Schicksal mit einer solchen Schuld zusammenketten? Ich sehe keinen anderen Weg! Ich werde freiwillig die Schuld sühnen und Dich und mich erschen. Dir wird ein neues Glück erstehen! Ganz gewiß! Du wirst das Glück noch einfangen. Ich aber— ich will zur Ruhe kommen. Ich will nud kann nicht die Schuld wie unsichtbare Ketten mit mir schleppen. Wenn du den Brief erhalten hast, dann habe ich die Tat gesühnt; das aber mußte sein, denn die Schuld wird dadurch nicht geringer, weil ich mich mit freiem Willen vorher betäubt Lebe wohl! Für Dich. Du armes Lieb, noch viele, viele Grüße von Deinem Hans.“. Dieses seltsame Geständnis hatte auch Robert Liman so verwirrt, daß er nicht sofort wußte, was er beginnen sollte; er hatte die Hand, die den Brief hielt, sinken lassen und starrte Hedwig an. „Was sollen wir tun?“ „Wir müssen zu ihm! Vielleicht— Sie wagte die Hoffnung nicht auszusprechen. Und Robert schüttelte den Kopf.. Mimen Aber Hedwig Liman war zur Tür hingeeilt und wiederholte dabei leise: „Vielleicht—“. 15. Kapitel. Das Antlitz Hans Forstens war gelblich fahl, als er zu seinem Bureauvorsteher hinausgegangen war und ihm den Brief hingereicht hatte. „Lassen Sie diesen Brief sofort besorgen. Der Buerauvorsteher machte eine zusichernde Kopfbewegung, aber der Rechtsanwalt achtete bereits nicht mehr darauf, sondern war schon wieder in sein Zimmer verschwunden. Dieser Brief trug die Adresse von Hedwig Liman. Der Buchhalter hatte seinen Hut aufgesetzt und war die Treppe hinuntergegangen. Im gleichen Hause war eine Postfiliale, wo er ihn durch die Rohrpost weiterbefördern ließ. Unterdessen war Hans Forsten einige Male in seinem Zimmer auf und ab gegangen. Nun blieb ihm nur noch wenig zu tun übrig! Das wollte er vermetden, daß er schließlich als Senlation für alle mer noch stehenden Heeresmassen— fast 150000 Mann die Heimat zurückzurufen. Auf dem Papier ist die Organisation dieses Corps fix und fertig, auch sollen die Anmeldungen von Freiwilligen den Bedarf weit übersteigen; und doch will die Sache nicht recht vorwärts gehen. Die in das Kolonialkorp## übertretenden Mannschaften müssen ein Jahr gedient habe und sich auf weitere drei Jahre verpflichten. Zunächst sollen 3 Bataillone Infanterie, 4 Schwadronen Kavallerie, 3 Kon pagnien Fußartillerie und drei Kopagnien technische Truppen aufgestellt und hinübergeschickt werden. Außerdem soll eine ly bische Legion gebildet werden, die zum dritten Teil aus Itali enern, sonst aus Eingeborenen bestehen soll. Sie ist in einer Stärke von 45 Offizieren, 744 Unteroffizieren und Mannschaftei zu Fuß und 1213 zu Pferde gedacht, und soll auf Tripolis und die Corenaika verteilt werden.— Die Eroberungen, die Italien in Nordafrika bisher gemacht hat, sind bekanntlich keine allzu beträchtlichen, sie gehen über einen schmalen Küstenstreifen nicht hinaus. Immer noch müssen sich die Italiener der Angriffe der Eingeborenen, die den offiziellen Frieden nicht anerkennen wol len. erwehren. Da wird es wohl noch eine geraume Zeit dauern, bis die italienischen Truppen zurückgezogen und das Kolonialkorps und die Lybische Legion ihre Aufgaben übernehmen können. Bis dahin wird Italien wohl manchen Menschenver lust erleiden, und so manchen Lire in das Unternehmen stecken wütter. Aufwandsentschädigung an soldatenreiche Familien. Der Reichstag hatte im vorigen Jahre bei der Beratung der Wehrvorlage einen Beschluß gefaßt, nach dem soldatenrei chen Familien eine jährliche Entschädigung von 240 Mark für den Fall gewährt werden soll, daß drei Söhne bereits ihrer gesetzlichen Dienstpflicht genügt haben. Zu diesem Zwecke wurden in den Reichshaushaltsetat 480000 Mark eingesetzt. Man ging bei der Bemessung dieser Summe von der Voraussetzung aus. daß man mit etwa 2000 Fällen derartigen Fällen pro Jahr zu rechnen habe. Nun hat sich inder Zwischenzeit durch Ermittelungen ergeben, daß ungefähr 30000 Familien vorhanden sind, die einen solchen Anspruch erheben können. Man sah sich daher genötigt, die genannte Etatssumme auf 7½ Millionen Mark zu erhöhen. Etatsüberschreitungen werden meistens mit gemischten Gefühlen begrüßt, nur eben unter dem Zwange der Billigkeit wird man ihnen zustimmen. Es dürfte im vorliegenden Falle zum ersten Male vorkommen, daß eine erhebliche Höherdotierung im Etat bei allen Beteiligten(Regierung, Reichstag, Volk) das selbe Gefühl der Genugtung auslöst. Ist dieses Ergebnis doch ein Beweis, welche Fülle gesunder Volkskraft in unserem Volke vorhanden ist. Zugleich gibt uns diese Feststellung eine gewisse Beruhigung; denn ein Volk mit solchen sittlichen Anschauungen. mit solch einem Ueberfluß an Kraft wird weder von den inneren Feinden des Umsturzes noch von den äußeren Widersachern eine ernste Gefahr zu befürchten haben. Hoffentlich ist dieser Zustand ein bleibender. Hoffentlich muß dieser Etatstitel in Zukunft immer wieder erhöht werden; darin würde die beste Gewähr für die Zukunft unseres deutschen Volkes liegen. Das in Rede stehende Gesetz hat ferner noch eine Verbesserung erfahren, daß man d. Auszahlung nicht von der Zahl der ihrer Dienst pflicht genügenden Söhne abhängig macht, was bei der verschie den langen Dienstzeit der einzelnen Waffengattungen für manche Familien gewisse Ungleichmäßigkeiten und Härten im betrachtet würde; er wußte es zu genau, daß Tausende ihn mit Schmutz bewerfen würden, trotzdem jedes Gericht auf Freisprechung erkennen würde. Das wollte er ebensowenig tragen! Er wollte selbst suhnen, nach seinem Empfinden, als sein eigener Richter. Er hatte sein eigenes Urteil gesprochen, denn nur er mußte die Verantwortung oafür tragen, daß er in jenen Dämmerzustand geraten war. Er saß dann wieder am Schreibtische und die Feder flog raschelnd über einen neuen Briefbogen hin. Es war dies sein Geständnis für den Untersuchungsrichter In knappen, aber um so klareren Ausführungen schilderte er auch diesem sein furchtbares Erwachen bis zu der Erkenntnis daß er nicht geträumt; sondern erlebt hatte, daß er der Mann war, der über den Erschlagenen gebückt gesehen worden und davongelaufen war, und der dabei die Eigentümlichkeit gezeigt hatte, mit dem rechten Fuß etwas nachzuschleifen. Er war fertig. Und als er das Kuvert versiegelt und mit einer Aufschrift versehen hatte, zog er ein Schubfach seines Schreibtisches auf. Aus diesem heraus leuchtete der blinkenden Lauf eines RevolAls sein Auge darauf fiel, durchrieselte ihn ein leichtes Erschauern; aber seine Hand zitterte nicht. Er griff danach und fühlte mit seinen heißen Fingern den kalten Sthl. Für einen Augenblick zogen nochmals alle Ereignisse an ihm vorüber; er verfolgte nochmals das Erwachen bis zur letzten Erkenntnis. Sollte er zögern? Er hatte kein Recht mehr am Glück! Hedwig durfte er mit einer solchen Schuld nicht für sich fordern; immer würde sie wie ein Schatten zwischne ihnen stehen. Nein! Und er riß die Sicherung zurück. Ein längeres Verzögern konnte keine von den Tatsachen ungeschehen machen. Da schrillte die Telephonglocke; sie rasselte. Seine Hand sank nochmals auf den Schreibtisch. Sollte er noch das Gespräch anhören? Er hatte gar nicht das Bewußtsein zu einem Entschließen sehabt; mechanisch hatte seine Hand den Lauf des Revolvers sgelassen und das Höhrrohr ergriffen. hier Rechtsanwalt Forsten! Wer dort? ssus. 6s 11 Gefolge hätte, sondern von der Zahl der gekeisteten Dienstjahre. wird also die Aufwandsentschädigung an solche Familien gezahlt, deren Söhne im Reichsheer oder in der Marine als Unteroffiziere oder Gemeine eine Gesamtdienstzeit von 6 Jahren geleistet haben, und zwar 240 Mark pro Jahr für jedes weitere: Dienstjahr eines seiner Dienstpflicht genügenden Sohnes. Da. Gesetz sollte bereits mit dem 1. Oktober vorigen Jahres in Kraft treten, infolge technischer Schwierigkeiten jedoch ist seine Ausführung bisher noch nicht erfolgt. Es dürfte sich empfehlen, das Geld nicht etwa in monatlichen Raten auszuzahlen; denn die Befürchtung liegt sehr nahe, daß der geringe Betrag von 20 Mark leicht in unzweckmäßiger Weise verbraucht wird. „ gund kommt ja, da die Entschädigung seit dem 1. Oktoper 1913 fällig ist, nur eine nachträgliche Zahlung für ein halbes Jahr in Frage. Dieser Art der Befriedigung der Entfchädigungsansprüche beizutreten, hat viel für sich, da einmal den Empfängern sogleich eine größere Summe zur Verfügung steht, mit der größere notwendige Ausgaben bestritten werden können; andererseits ließe es sich dadurch ermöglichen, die erforderlichen Schreib= und sonstigen Arbeiten ohne Vermehrung der Beamten zu bewältigen. Immerhin dürfte es noch der Erwägung bedürsen, ob nicht doch, da meist Arbeiter. Handwerker und kleinere Beamte für den Empfang der Aufwandsentschädigung in Frage kommen, eine vierteljährliche Auszahlung am Platze wäre, weil die Mietszahlung den Familienvätern oft große Kopfschmerzen bereitet. Ueberhaupt pflegt ein großer Teil der Zahlungen im geschäftlichen Leben vierteljährlich zu erfolgen; dieser Art der Entschädigungsauszahlung gebührt daher der Vorzug, wenngleich eine geringfügige Vermehrung der Beamtenstellen nicht zu umgehen sein dürfte. Eine Mehreinstellung von Beamten kann sowieso vermieden werden, da man durchaus an der Forderung festhalten muß, daß den Empfängern nicht eine Fülle Schreibwerks und eine Menge Scherereien aufgebürdet werden darf. Für ihre Anträge würde ein möglichst einfaches und kostenlos zu lieferndes Formular, das bei ihren Gemeindeämtern erhältlich ist, vollauf genügen. Von diesen Gemeindestellen müssen dann die Ausgaben durch Rückfragen bei den Truppenteilen oder Landwehrbezirkskommandos auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Mit einigem guten Willen lassen sich derartige praktische Ausführungsbestimmungen anstellen; für ihre beschleunigte und genaue Durchführung zu sorgen, ist alsdann die Aufgabe der Behörden. Dann wird die Bereitwilligkeit, ja die Freude der Steuerzahler, zu den Lasten dieses Gesetzes beizutragen, noch größer werden, selbst wenn diese Lasten— was wir aus den bereits angebenen Gründen nur hoffen und wünschen können— sich noch erheblich steigern sollten. Vermischtes. * Bienen als Nachrichtenübermittler im Kriege. Eine Nachricht, die stark nach den Hundstagen schmeckt, läßt sich die im #agg erscheinende„Gazette de Hollande“ aus Washington melden. Das Kriegsministerium der Vereinigten Staaten soll da nach den Beschluß gefaßt haben, nach günstig ausgefallenen Ver suchen in künftigen Kriegsfällen Bienen als Meldeboten zu verwenden. Das Blatt vermag auch mit Einzelheiten aufzuwarten. So wird ausgeführt, daß die Biene sich vor allen anderen, vor allem auch vor der Brieftaube, durch ihren außerordentlich feinen Ortsinstinkt auszeichnet und stets den Weg zu ihrem Bienenkorb zurückfindet, wo immer sie auch in Freiheit gelassen wird. Mitteilungen, die auf winzige Blättchen Papier gekritzelt sind und nur durch die Lupe gelesen werden können. lassen sich durch die Biene mit Leichtigkeit befördern, da das Gewicht derartiger Blättchen auf ein Minimum reduziert werden kann. Aber man kann selbst der Verwendung von Papier entraten. Ein amerikanischer Zoologe— die Verantwortung für die Nachricht muß natürlich der holländischen Zeitung überlassen werein Verfahren ausfindig gemacht haben, wonach die Flügel der Biene unempfindlich gemacht und auf sie mit Hilfe der Mikrophotographie die Meldung übertragen werden kann, sodaß jedes Sondergewicht, das den Flug der Biene erschweren könnte, fortfällt. Mit anderen Worten: die Bienen sind kleine Kriegsflugzeuge, deren Verwendbarkeit eine unbegrenzte— wenigstens was die Entfernung anbetrifft— ist. Der New York Herald, der diese Nachricht der„Gazette de Hollande“ entnommen hat, knüpft daran die Bemerkung, daß die Zeitung insofern schlecht berichtet ist, als man im Kriegsministerium der Vereinigten Staaten schon einen erheblichen Schritt int. Um namlich für den Fall, daß auch andere Staaten sich der Bienen als Kriegsmeldeboten bedienen könnten, gerüstet zu sein, haben sie eine Käferart,— welche das wird wohlweislich vom New York Herald verschwiegen— so ausgebildet, daß sie die Bienen angreift und vernichtet. Der New York Herald hat somit aus einem Schelme anderthalbe gemacht und der einen — gelinde gesagt— unwahrscheinlich klingenden Meldung eine zweite von noch stärkerem Kaliber aufgesetzt. * Die Weltproduktion von Petroleum. Nach den Statistiren, die soeben über die Weltproduktion von Petroleum im Jahre 1913 veröffentlicht werden, hat das verflossene Jahr alle vorher aufgestellten Rekorde geschlagen. Im Jahre 1913 betrug die Weltproduktion an Petroleum nach dem Ausweis des amerikanischen statistischen Amtes von denen jeder 10000 Liter faßt Die Zunahme der Weltproduktion ist in erster Linie den reicheren Erträgnissen der Petroleumzuellen in Kalifornien und den Naphtafeldern in Kansas und Oklahoma zu danken. Unter den Petroleum liefernden Ländern stehen die Vereinigten Staaten an der Spitze. Sie erzeugen insgesamt 64 Prozent der ganzen Weltproduktion. Ihr Anteil an der letzten Statistik beläuft sich auf mehr als 220 Millionen Barrels. Dann folgt Rußland mit 70 Millionen Barells. Es liefert somit 19,37 Prozent der Weltproduktion. Daraus geht hervor, daß die Vereinigten Staaten und Rußland allein mit 82 Prozent an der Petroleumproduktion der ganzen Welt beteiligt sind. An dritter Stelle kommt Mexiko, das erst unlängst in die Reihe der petroleumproduzierenden Länder getreten ist. Sein Anteil an der Weltproduktion beläuft sich auf 4,71 Prozent. An vierter und fünfter Stelle stehen Rumänien und Indien mit 3,70 bezw. 3,09 Prozent der Weltproduktion. Als Zukunftsland der Petroleumproduktion gilt Argentinien, dessen reiche Petroleumlager allerdings noch kaum erschlossen sind. Eine Regenschirmkomödie. Zu welch ergötzlichen Vorkommnissen die irische Homerulefrage, die jetzt wieder in englischen Parlamente so eifrig debattiert wird, Veranlassung gibt, mag aus folgender kleiner Geschichte erhellen, die sich in diesen Tagen in Cookstowa in der irländischen Provinz Ulster zugetragen hat. Die Ulsterianer kämpfen bekanntlich mit Feuer und Schwert gegen die Einführung der Homerule. Selbst ein Freiwilligenheer ist aufgestellt, u. hat Waffen in großen Mengen ins Land geschmuggelt. Kam da nun auf dem Postamt in Cookstown ein längliches, braunes Paket an, das eine verteufelte Aehnlichkeit mit einem verpackten Gewehre besaß. Nun ist aber die Einfuhr von Schießwaffen durch einen Erlaß jüngst verboten worden. Was sollte man tun? Schließlich ward beschlossen, daß der Postbote dem Empfänger das Paket zutragen, ihm aber schleunigst dabei einige Schutzleute folgen sollten, die, falls das verdächtige Paket wirklich ein mörderisches Schießgewehr enthielte, den Empfänger festzunehmen hätten. Gesagt, getan. Der eigenartige Zug verfehlte natürlich nicht, die allgemeine Aufmerksamkeit zu erregen. Eine große Menge sammlte sich an. Endlich war man vor dem Hause angelangt. Ein kleines Mädchen öffnete, nahm dem Postboten freudig das lange Paket aus der Hand und rief jubelnd ine Haus zurück:„Mama, es ist!“ Riß dann flugs das Packpapier herunter und zum Vorschein kam ein prächtiger— Regenschirm. * Italien— das Land des Marmors. Welche Bedeutung der Marmor für Itlaien besitzt, geht daraus hervor, daß der Wert des in den Steinbrüchen im Jahre 1912 gewonnenen MarMillionen Lire betrug. Insgesamt waren es Tonnen, sodaß die Tonne einen Durchschnittswert von 49,62 Lire besaß. Der größte Teil dieser Menge, fast 450000 Tonnen im Werte von 22,7 Millionen Lire, stammte aus dem berühmten Brüchen von Massa= Carrara. Es liegt auf der Hand, daß ein sehr großer Teil des Marmors den Weg ins Ausland findet. Im Jahre 1912 wurden, wie die„Bauwelt“ mitteilt, aus dem Bezirk der Apuanschen Alpen 327000 Tonnen ausgeführt, davon nur 17000 Tonnen in bearbeitetem Zustande. Den besten Mark findet dieser Marmor in den Vereinigten Staaten, die 1912 55000 Tonnen, Belgien ist mit 27·000 Tonnen vertreten, die aber wohl ebenso wie die Ausfuhr nach Holland in Höhe von 13.000 Tonnen zum Teil ihren Weg nach Deutschland gefunden haben. Die direkte Zufuhr nach Deutschland belief sich im zu Grunde gelegten Jahre 1912 auf 48.000 Tonnen. Trinkerstrafen in alter Zeit. Wer heute dem Dämon Alkohol Gefolgschaft geschworen hat, der kommt auf die Säuferliste. Aber während der moderne Trinker dadurch nur in verhältnismäßig kleinem Kreise gebrandmarkt wird, wa sein Vorläufer von ehedem erheblich schlechter daran. So findet sich in einem soeben von der Londoner Historischen Kommission herausgegeben nen Urkundenbande ein Dokument aus dem Diösesanenregister von Cloucester, worin es heißt, daß im August 1551 drei Trunkenbolde der Pfarrgemeinde von Hardwick bestraft werden mußen. Sie wurden nach der Urkunde dazu verurteilt, am Sonntag in der Messe nach der Homilie aufzustehen und die Worte zu sprechen:„Wir sind tiefbetrübt über unsere Unmäßigkeit im Trinken Wir haben uns vorgenommen uns hinfort zu bessern, und sind fest entschlossen von jetzt an mäßig zu leben.“ Damit war aber die Strafe dieser Sünder wider die Mäßigkeit noch nicht zu Ende. Sie mußten überdies noch das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und die Zehngebote zum nächsten Allerheiligenfeste auswendig lernen. Kunst und Zu Felix Nowowiejski's neuem Oratorium„Kreuzauffindung",(Op. 35) das demnächst in Krefld durch den Krefelder Oratoriumschor unter Leitung von Musikdirektor J. Zey jr. seine Uraufführung erlebt, hat der weit über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus bekannte Dessauer Kapellmeister Arthur Dette einen Kommentar geschrieben, der im Verlage von F. E. Leuchart in Leipzig erscheint. Es wird nur für die guten Qualitäten des Nowowieski'schen Werkes sprechen, wenn sich Künstler wie Dette aus der Residenz der Herzöge von Anhalt für das Oratorium einlegen. Zu der Uraufführung die in Krefeld am 7. März, abends 7 Uhr im großen Saale der Stadthalle stattfindet, haben der Komponist und der Textdichter Arno Herolaska ihr Erscheinen zugesagt. Dieselber erfreut sich des größten Interesses in allen vornehmen Musikkreisen Deutschlands. So werden u. a. Domkapellmeister Professor C. Cohen (Köln,) der Dozent für Musik an der Universität Bonn Kurthen und der Kapellmeister Dette(Dessau) bestimmt erwartet. Wie wir hören, schweben schon mit mehreren Dirigenten verschiedener Städte Verhandlungen des Verlags zwecks Annahme des neuen Opus Nowowieski's, des erfolgreichen Komponisten von „Quo vadis?“ Björnsons Arbeitszimmer soll, wie aus Christiania geschrieben wird, in amerikanische Hände übergehen. Erlin Björnson der Sohn Björnstjene Björnssons, der heute der Eigentümer von Lulestad Hof, dem berühmten Heime des großen Norwegers ist, soll von amerikanischen Käufer derart bedrängt worden sein, e. nin schl eßlich doch einem allzu verlockenden, überaus hohen Preisangebot nachgegeben hat. Haag,; Neuss a. Rh Teiefon 305. Gegründet 1833. 16, Ecke Neustraße Telefon 865. □ 2 E 8 8 5 8 * 8 2 * * * * * Papierwaren* Packungen seiner und feinster Briefpapiere für Herren und Damen, für inländischen und überseeischen Briefwechsel mit Monogramm= und Wappenprägung, mit Namen= und Aoresseneindruck. und Speisefolgekarten, Tafelschmuck, Glückwunschkarten für Kamenstage, Geburtstage, Hochzeiten etc. Feine Luxuspapierwaren. Aafertigung von Bisitenkarten ind Familien=Anzeigen in Buch= und Steindruck.