Erschein! mit Ausnahme der Sonn- und Bezugspreis verteljährlich einschließlich der täglichen Beilage „Bunte Blätter" #. Neuß 1.30 Ml., durch Post bezogen 1.65 Mit mit Müustriertem Unter heltungsblatt 1.80 Mk., narch die Post bezogen 1.05 mi. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neutz. Eigene Plakatsäulen. Angeigen 15 Pfg. die Tgeelher Petitzeile, kleinere lotet Anzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 Pfa. Reklamen 60 Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Raben hinfällig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neutz. Eigene Plakatsäulen. Nr. 288. Erstes Blatt. Dienstag, den 20. Dezember 1910.(Christian.) 85. Jahro. für Ihre Familie ist ein Abonnement auf die „Neusser Zeitung“ für das Jahr 1911. Denn Sie erwerben damit auch für Ihre Angehörigen eine Unterstützung von 200 Mark wenn Sie ihnen durch irgend einen Unfall entrissen werden. Die Bestimmungen über die Unfall-Unterstützung werden Ihnen auf Wunsch übersandt. Wenn Sie die„Neusser Zeitung“ noch nicht beziehen, so wünschen Sie bei der Geschäftsstelle, Neustr. 1, Fernruf 57, die Zustellung der„Neusser Zeitung“, die gern einige Wochen erfolgt. Sie werden finden, dass sich der Bezug in jeder Hinsicht lohnt. Politische Hachrichten. Deutschland. = Eine Würdigung der Bestrebungen der Turn=Vereine durch den Kriegsminister. In einer„Denkschrift über nationale Erziehung und Leibesübungen“ hat der Vorsitzende des Zentralausschusses für Volks= und Jugendspiele in Deutschland, Landtagsabg. v. Schenckendorff den in letzter Zeit sich breitmachenden Bestrebungen auf Errichtung von Jugendmilizen, Jugendwehren usw. ein eigenes positives Programm gegenübergestellt. Diese Denkschrift ist in Abschrift dem preußischen Kultusministerium und dem Kriegsministerium zugegangen; der Kriegsminister hat dazu in einer programmatischen Erklärung an den Abgeordneten v. Schenckendorff Stellung genommen. Darin heißt es u. a.: Vom Standpunkte der Heeresverwaltung aus muß ich die bestmöglichste körperliche Vorbereitung des Heeresersatzes als Endziel aller Jugendpflege=Maßnahmen bezeichnen. Die Jugendwehr will auch ihren Teil an dieser gemeinsamen Arbeit leisten. Ich erkenne die bisherige nutzbringende Tätigkeit und die idealen Bestrebungen ihrer Leiter gern an. Es sind durch sie eine Anzahl Jünglinge erzogen und schädlichen Einflüssen ferngehalten worden, auf die sonst eine ähnliche vorbeugende Einwirkung von anderer Seite vielleicht nicht ausgeübt worden wäre. Auch darf der Reiz, den jede militärische Betätigung für unsere Jugend hat, nicht unterschätzt werden. Soweit aber auf Exerzieren und Schießen in dem Uebungsplan ein Hauptwert gelegt wird, kann ich mir nicht verhehlen, daß eine derartige Ausbildung sich für militärische Zwecke weniger nützlich erweisen wird, als eine planmäßige Durchbildung des Körpers, wie sie in den Vereinen für Körperpflege betrieben wird. Ich sehe hierbei ganz davon ab, der Frage näher zu treten, ob die Vorteile einer Vorbereitung der Jugend in den ebenerwähnten Dienstzweigen nicht nur manche hierdurch hervorgerufene Erschwerungen der Ausbildung bei der Truppe(Angewöhnung von Fehlern, oberflächliche Dienstauffassung, Besserwissen) zum mindesten aufgewogen werden. Für meinen Standpunkt ist in erster Linie maßgebend, daß selbst für die anerkanntermaßen notwendige körperliche Durchbildung bei unserer zumeist durch gewerbliche Anforderungen stark in Anspruch genommenen schulentlassenen Jugend die zur Verfügung stehende Zeit knapp ausreichen wird. Ein körperlich gut vorbereiteter Ersatz wird die Anfangsgründe des Exerzierens und Schießens auch ohne Vorübung in diesen Dienstzweigen vor der Einstellung verhältnismäßig leicht lernen. Das beweisen viele der zurzeit leider nur einen Bruchteil des Ersatzes ausmachenden Rekruten, die Turnvereinen ausübend angehört haben. Es kommt daher für mich in erster Linie die Mitwirkung der nationalgesinnten Vereinigungen für Körperpflege in Betracht bei der vorbereitenden Arbeit, durch die eine Minderung der Ausbildungsschwierigkeiten zu erwarten ist, mit denen die Armee bei der jetzigen kurzen Dienstzeit schwer zu kämpfen hat. Der Kriegsminister gez.: v. Heeringen.“ — Ein Aufsehen erregender Artikel des Prinzen Max von Sachsen. Bekanntlich gibt es auf Sizilien, in Apulien und Calabrien, noch einige Landstriche, die von Alters her den griechischen Ritus beibehalten haben, und außerdem besteht in der Nähe von Rom, im Städtchen Grottaferrata am Albanergebirge, eine Basilianerabtei mit einer prächtigen Basilika, in der die Wiedervereinigung des schismatischen Orients mit Rom angestrebt wird. Zu diesem Zwecke gibt die Abtei eine neue Zeitschrift:„Roma e l’Oriente“ heraus, von der Ende November die erste Nummer erschienen ist und zwar mit einem Artikel des Prinzen Max von Sachsen: Pensées sur la question de l’union des Eglises. Die Vorliebe des Prinzen Max von Sachsen für den Orient ist schon oft hervorgetreten. und er hat ihm nicht wenige seiner Reden gewidmet. Nun soll er in dem angeführten Artikel in der Vertretung orientalischer Interessen zu weit gegangen sein, und sich Entgleisungen zuschulden haben kommen lassen. Die Nummer der Zeitschrift wurde sofort aus dem Buchhandel zurückgezogen, und auch die Abonnenten wurden ersucht, sie wieder zurückzugeben. Dem römischen Vertreter der„Köln. Volksztg.“ wird„von einem gründlichen Kenner der orientalischen Kirche“ mitgeteilt: Prinz Max zeichnete in der ersten Nummer der Zeitschrift„Rom und der Orient“ ein Gesamtbild von all den Schwierigkeiten, welche die schismatische griechische Kirche hinsichtlich einer Einigung mit der römischen Krche macht. Ungerechtfertigt ist der ihm gemachte Vorwurf, er habe vorgeschlagen, die römische Kirche dürfe bei den Orientalen nicht auf Anerkennung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis Mariä und der Unfehlbarkeit bestehen. Prinz Max erklärt vielmehr in seinem Artikel. es lasse sich beweisen, daß diese Dogmen stets von der orientalischen Tradition anerkannt worden seien. Der einzige Fehler des Artikels beruhe darin, daß die Darstellung in einem zu herben Tone abgefaßt sei und die Gefühle der in den orientalischen Angelegenheiten unbewanderten Gläubigen verletzen könnte. Selbstredend sind die Gerüchte von einer Zitation des Prinzen nach Rom, sowie der Indizierung der Zeitschrift erfunden. Gerichtssaal. Düsseldorf, 17. Dez. Der Unteroffizier der Reserve Paul Gletke war im Jahre 1903 von der hiesigen Strafkammer wegen Urkundenfälschung zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt und daraufhin vom Kriegsgerichte über ihn die Degradation verhängt worden. Dem Verurteilten gelang es, in seiner Angelegenheit das Wiederaufnahme=Verfahren und in erneuter Verhandlung seine Freisprechung zu erzielen, während ein Belastungszeuge zwischenzeitlich wegen Meineids zu einer Zuchthausstrafe verurteilt wurde. Heute hatte sich auch das Kriegsgericht mit der Rehabilitierung des zu Unrecht verurteilten Mannes zu befassen. Es erkannte ihm die Charge eines Unteroffiziers wieder zu. * Düsseldorf, 19. Dez. Vor der Strafkammer hatte sich heute Vormittag die Ehefrau Charlotte Pollmann zu verantworten. Sie wurde beschuldigt, vom Juni bis Anfang November in der Rethelstraße ein Kuppelquartier unterhalten und das Schankgewerbe ohne Konzession ausgeübt zu haben. Der Staatsanwalt beantragte den Ausschluß der Oeffentlichkeit, bedauerte aber gleichzeitig, diesen Antrag stellen zu müssen. Er wies dann darauf hin, daß die Gerüchte über diese Affäre übertrieben seien; daß insbesondere die Polizei energisch eingeschritten sei. Der Vorsitzende stellte es den Vertretern der Presse anheim, der Verhandlung beizuwohnen. Die Beweisaufnahme war kurz; da die Angeklagte geständig war. Das Gericht verurteilte die Angeklagte dem Antrag des Staatsanwalts gemäß zu 6 Monaten Gefängnis und wegen Vergehens gegen§ 60 des Gewerbesteuergesetzes zu 200 cA Geldstrafe. Als straferschwerend berücksichtigte das Gericht, daß der Fall sehr nahe an Kuppelei grenze und ein Mädchen z. B. beinahe mittels hinterlistiger Kunstkniffe zu der Angeklagten gekommen sei. Den Antrag auf Haftentlassung lehnte das Gericht ab, weil es überzeugt war, daß Frau Pollmann sofort ins Ausland flüchten würde. * Krefeld, 18. Dez. Die Strafkammer hat einen hiesigen Rentner wegen Betrugs zu der höchsten zulässigen Geldstrafe von 3000 Al verurteilt. Der Angeklagte hatte einem alten Herrn vorgeredet, die Hypothek, die dieser im Betrage von 5000 A auf ein Haus gegeben habe, sei schlecht angelegt. Wenn die Besitzerin des Hauses stürbe, sei das Geld verloren. Der Angeklagte erreichte sein Ziel: er kaufte die Hypothek für 2500 M. Es stellte sich nun heraus, daß die Angaben des Rentners falsch und nur in betrügerischer Absicht gemacht waren, Weil der Angeklagte noch nicht bestraft war, hat das Gericht von einer Gefängnisstrafe abgesehen. Der Prozeß über den Moabiter Aufruhr. Berlin, 19. Dez. Im Moabiter Krawallprozeß teilte der Vorsitzende, Landesgerichtsdirektor Liebert, mit, daß der Mittwoch sitzungsfrei bleiben solle, dagegen am Samstag eine Sitzung stattfinde. Verteidiger Rechtsanwalt Heinemann stellte den Antrag, den Polizeipräsidenten zu ersuchen, den Zeugen allgemein die Erlaubnis zu geben, auszusagen, wie viele Polizeiagenten in Moabit tätig waren und welche Kleidung sie trugen. Die weitere Zeugenvernehmung brachte nichts von Bedeutung. 35) Das Kleeblatt. Roman von Arthur Japp. Aber auf den jungen Offizier schienen diese mit süßlicher Miene vorgebrachten Artigkeiten keinen Eindruck zu machen. Seine Haltung verlor auch nicht einen Augenblick die geringste Auance von ihre. starren, stoizen Unnahbarkeit; seine Augen blickten durchbohrend, drohend. Den angebotenen Stuhl wehrte er mit einer kurzen, herrischen Handbewegung ab. „Ich komme, um von Ihnen eine Erklärung zu fordern", sagte er, und seine Worte drangen schroff und scharf wie Dolchstiche auf den Erbleichenden ein.„Sie haben sich gestern unziemlich gegen meine Schwester benommen. Wissen Sie nicht, was Sie einer gebildeten jungen Dame, was Sie der Tochter eines Königlichen Offiziers schuldig sind?“ Herr Scholz zitterte. Des Leutnants Augen schossen Blitze und seine Hand schloß sich fest um den Griff seines Säbels, den er hochhob und dann klirrend auf den Fußboden ausstieß. Allerlei Schauergeschichten fielen dem Entsetzten ein von Schrekkenstaten empfindlicher, heißblütiger, junger Offiziere, die gegen einen Beleidiger ohne weiteres den Säbel gezückt und ihn erbarmungslos über den Haufen gestochen hatten. Auch die Gegenwart des Seniors der Firma, vor dem er Respekt wie vor einem Vater hatte, war ihm unerträglich peinlich Auch der alte Herr sprang jetzt erschreckt auf seine Füße und zeigte eine bestürzte Miene. „Willst du nicht erklären?“ wandte er sich an seinen jüngeren Kompagnon, verwundert, verständnislos. Der junge Kaufmann wußte nicht, wie er sich helfen sollte. Der Angstschweiß stieg ihm auf die Stirn, und innerlich fieberte förmlich vor Furcht, Scham und Ratlosigkeit. Noch nie in seinem Leben hatte er sich in einer so bedrängten Lage befunden. Seine Augen hafteten voll Entsetzen an der Waffe des Ofiziers; eiskalt überlief es ihn, jeder Nerv in ihm war gespannt, er schauderte in dem Vorgefühl der Berührung mit der spitzen, scharfen, stählernen Klinge. Die Hälfte seines nicht unbeträchtlichen Vermögens und seinen Geschäftsanteil dazu hätte er hingeben mögen, wenn ihn jemand aus dieser unerkräglichen, schauerlichen Situation gerettet hätte. Mehr tot als lebendig zwang er mit seiner verzweifelten Anstrengung ein irres Lächeln auf seine Lippen.„Pardon!“ stammelte er, nach Luft schnappend.„Ihr Fräulein Schwester— ein Mißverständnis“— „Ein Mißverständnis?" unterbrach ihn der Leutnant brüsk.„Wieso ein Mißverständnis? Haben Sie nicht die Dreistigkeit gehabt, meine Schwester wie das erste beste Fabrikmädchen zu behandeln, sie wider Willen zu küssen? Herr, wollen Sie etwa„leugnen?“ Der Offizier knirschte vor Zorn, seine Augen flammten wild und wieder spannte sich seine Faust fest um den Säbelgriff. „Mit einer leeren Ausrede werden Sie mir nicht davonkommen“, fuhr er wutbebend fort,„Sie werden mir Genugtuung geben, hören Sie, Genugtuung mit der Wasse in der Hand. Ich ersuche Sie, heute Nachmittag einen Zeugen zu erwarten.“ Dem jungen Kaufmann zitterten die Knie. Nie in seinem Leben hatte er eine Pistole in der Hand gehabt. Vom Militärdienst war er megen körperlicher Schwäche befreit gewesen. Und nun sollte er sich duellieren mit einem Offizier, der wahr, scheinlich im Pistolenschießen geübter war und sein Ziel nicht verfehlte. Wenn er sich weigerte... fuhr es ihm durch den Kopf. Aber auch das würde ihm nichts nützen. Der Offizier, der so entschlossen, mit strenger, unerbitterlicher Miene, vor ihm stand, würde sich nicht ohne weiteres abspeisen lassen. So oder so! Sein Leben war nicht einen Pfifferling wert! Leichtsinnig hatte er es aufs Spiel gesetzt. Er mußte irgend etwas tun, etwas Besonderes, Großes, um den Wütenden zu beschwichtigen. Ob er ihm Geld anbot. irgend eine bedeutende Summe, fünfzehntausend, hunderttausend Mark? Unsinn! Wahnsinn! Als ob er nicht gewußt hätte, daß solch ein rabiater, adelsstolzer Mensch. der nichts Höheres kannte, als seine Ehre. in einer solchen Situation nicht für Geld empfänglich war. Im Gegenteil. seine Lage würde er dadurch nur noch verschlimmern. Aber was tun? Es handelte sich dochum sein Leben. Da fuhr ihm plätzlich eine Idee durch den Kopf Ja, das war das einzige Mittel, wie er sich retten konnte Und zugleich mit diesem Gedanken kehrte auch Mut und Selbstvertrauen in ihm zurück. „Ein Mißverständnis. Herr Leutnant“. nahm er mit fester Stimme das Wort.„Jowohl! Ihr Fräulein Schwester hat meine Empfindungen falsch gedeutet und hat mich garnicht angehört. Ich bedaure das lebhaft. Heute Mittag wollte ich mir die Ehre geben, Ihre verehrten Eltern aufzusuchen und ihnen eine Erklärung zu geben. Jo liebe Ihr Fräulein Schwester, ich bewundere und verehre sie und habe keinen höheren Wunsch, als mich um die Hand Fräulein Wandas bewerben zu dürfen.“ Der Leutnant machte eine Bewegung stärkster Ueberraschung. Seine Hand fiel von dem Säbelgriff herab, der Zorn schwand mit einem Male aus seinen Mienen und machte einem Ausdruck freudigen Staunens Platz. Auch der alte, greise Seniorchef der Firma Ziegler und Scholz konnte einen Ausdruf der Verwunderung nicht unterdrücken. „Ist das Ihr Ernst, Herr—?“ fragte der Leutnant, und seine straffe, aufgerichtete Gestalt neigte sich unwillkürlich etwas. Der junge Kaufmann atmete freier; sein inneres Zittern und Bangen wich schnell dem Selbstgefühl und dem Selbstvertrauen des reichen Mannes. Gerettet! frohlockte es in ihm, und in der freudigen Aufwallung, die ihn bei dem Bewußtsein, der Waffe des Offiziers glücklich entronnen zu sein, ergriff, erschien ihm die Idee, zu der er wie zu einem Rettungsanker gegriffen, garnicht so übel. Warum denn nicht? Arm war sie zwar, aber nach Geld brauchte er nicht zu sehen. Dafür war sie von vornehmer Familie, adlig, und überdies war sie schön, reizvoll, begehrenswert. Ihr Verhalten hatte ihm bewiesen, daß sie, wenn auch arm, doch ihre völlige mädchenhafte Reinheit und Tugend streng zu bewahren wußte. „Aber selbstverständlich. Herr Leutnant", beeilte er sich lächelnd zu versichern.„Freilich, ich weiß nicht, ob Sie mich der Ehre für würdig halten, zu Ihrer verehrten Familie in so nahe Beziehungen“— Herwart von Sterneck war von der plötzlichen Wendung der Angelegenheit ganz verwirrt, und er konnte sich nicht so rasch darein finden, in dem Herrn, den er noch eben schroff, voll Stolz und Schärfe wie einem Todfeind gegenübergetreten, seinen zukünftigen Schwager erblicken zu sollen. „Das ist eine Frage", erwiderte er mit Zurückhaltung, „über die ich nicht zu entscheiden habe.“ „Dann bitte ich Sie wenigstens, meinen Besuch bei Ihrem Herrn Vater anzukündigen und Ihrem Fräulein Schwester einstweilen meine Entschuldigung zu übermitteln. Ich bin untröstlich, daß ich sie, ohne es zu wollen, in Schrecken und Aufregung versetzt habe— das Gefühl war eben mit mir durchgegangen— und daß sie nur einen Augenblick an der Ehrenhaftigkeit meiner Gesinnung zweifeln konnte“. Von Hlah und Fern. der Stadtverorhnetene Ai. nächsten Donnerstag wird in Marx sich von den" Oberbürgermeister schieden und seine Tätiaret ueschaft verabVerwaltung abschlieh= TattKiert an der Spitze der städtischen Boecben rit Kr„Stadtoerort. Persannlung einberaser gerrechts an dan I####u#: Verleihung des Ehrenbürkenkassen der fabrikmähigen Reten dieg zu den Kranchristlichen Gewertschaften Hed di eiste der war außerDe Fach' lK Ssindesic herst= hesie mur in der uriVon dent Deisen Val uacg sche Shn. Vell u die PeabeBaumwollpinnerei wurde der Weber verhas. Ju. of, Kolner gestern den Todeines 18iähriaar Muzt; weicher vorverschuldet hatte, daß er die maf den Madchens dadurch Mädcken mit dem Putzen der Masie galecdte, während handelt sich um den Schwager dog####### hr war. Es Salsel ,P eace set.= Si. Mist Kealie 22 2. i. Keus. dem Heimweg wurde er in der Kaiarstrege Piestamt an. Auf Manne niedergeschlagen d. estraße blötlich von einemn Messer einen Stich in den Faer ou dgaus nach mit Geldsumme aus der Tasche naß a nd ltäte= ihm die ganze Ssns elsi, elcis ceäiche ce egen e werschaften entfielen 1081 St. aandtoaten der christlichen Gesich rond 60 Prozent der„Wahiherecztigten. dem Regen zu leiden hatte, hat 3000 Jl. nan 7a.6; der unter kosten 2400 A eingebracht vut 3000 en, nach Abzug der Un35et albenr 2l 8as, Kags ael ei Kane“ Alexandra Woermann ist asfäscht a Dampfer hat start gelitten.... ii getoscht. Der Dampfer der Protektor der deutschen antareri Bayern, dat iFr. urtzle hen P ol0 al agebiesen. mordung der Witwe Karge Verdachts der ErSchulze, ist aus der Haft e tlaffen worden. zeikommisar Hastmichel Deute Vormittag wurde der Polidurch, daß Holmnichel, als er aur dur ar u ereignete sich dahenbahnwagens ausspringen walhe Rolwagens, die scheuten. umgeristen und den Blerden eines des Straßenbahnwagens geschleuderr wy= unter das Trittbret der Errichtung einer Fürsorgeanstalt si: Aueu beig, bolteicher Erpisie eihes Geshases ach Vedersale un. sofort getötet und zpei Mann schwer verletzt worunserem Biehmarkt hat eine Herapsetzu Ohten auf Baist. dr-3ce eihe Aaoer an. lei vue 3r. ui. pro Rilbe eine als vornehme Dame auftreiende Sp ch Südwestdeutschland, Mannhein: Schwindterin in stadt, Kaiserslautern ihr Anmesene deig.9 Saarbrücken, NeuSls asen, von Der Stateanmnatschast in Menhsein Mart erbaute städtisch Volksbadis Es mehrere Universitatsprare merpräsidenten: der vierte soll de zuan der ehemaligen KamEresetischen Seminars Dr. Göttberger sein“ Funktionen. auf Grund deren sie zum Eid e bes Teslt, Piesiteus mener Anderstätesztascsoren ainiCasetan in München, der Jeremoniar und Venefiziati chsie sesihsce blsche Pe lchask i= hlsie eai eo chantsgen. 943. Distrik,Walderbach“ wurde eine Mineralquell die in der Minute 240 Liter Wasser auamirst d. Gehalt von Kohlensäure besiet auswirst, das einen hohen Sschsche aes esieteice e schche Tiuez hat sich irfolge eines Erdbebens die Insel im zlonVon der Reise des Kronprinzen. Veictz, gechmückt wakr, Haten sch aem Enofang, eingefunben #tsan, der enguische Ministerresident, das gesamte Mini I#.m, zahlreiche eingeborene und englische Offiziere sowie eaute lche Kronvrinz und der Risam schritten die Front der Ehrenkom## ar, die von einer englischen und einer Nisam- Truppe gestellt war, wobei die Musich Heil dir im Siegerkranz, die Wacht am Rhein und andere deutsche Lieder spielte. Darauf Helie giaeder Stonrxns und der Risam den ersen Mag au #Rut nahm der englische Ministerresident Platz: in den Frcfisch, Pas misuhren die Gefolge und die Würdenträger Englische und Risamsche Kavallerie stellten das Ehrengeleit scher Prächtentfaltung Saeht i..eSis escheg lskeaue waterischer Bicd. De Sinoag= ag srfl( 9r.8e chmückt. Der Kronprinz wohnt im FalaZahlreiche Deutsche aus allen T=isur Stcht,2 fnd Pelese Vegeishen gesgeinsen dei der Aberwangen Katsodenden heute Vormittag an einer Jagd auf Antis i. leoparden teil und besuchte am Nachmittag das gl. k.6“= danische Königsschloß von Golkonda.me Frr die Landwirtschaft. Zentralvorstandssitzung des landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen. Söhssscee Konteraer Zlslnch, Hardhel del Frastest aih beozeugen. Helaeise hoeaeise, Bie lcherschaise den Selache aser 91e. herog eia. Pandra 2. Mälsing Pousien: Juaigeur, Marktstandgeldes von 60 Pfg, auf 2 J. Die De. Seetise efichesalle Bshaer 5als ie Kesceacke eslaehece b. a de in Geirlit Seahseie dais Fescensgent„Vse, Hache, rat a. D. König, Wiesbaden. ... Lntrag des Landrats Dr Reumont, Erkelenz wurre zur Forderung des ländlichen Bauwesens besondere Kommission gewählt. Dieselbe soll Anlehnung finden an die Zentralbauleitung in Düsseldorf. Landrat Dr. Sartorius, Wetzlar, berichtete über die Notwendigkeit anderweiter Regelung der Gebühren für Vor#leistung bei Truppenübungen. Beschlossen wurde regung beim Punk erg zwes entsprechender AnBestand 190° aus u1 ggi i dr Familie Der Versicherungspenanz, 190. auf 1.., Milliarden angewachsen, entfalle nur zum kle##e). Teile auf das Land. 1909 seien 260.9 Millionen an Versicherte oder deren Erben ausgezahlt worden, davon der weitaus größte Teil an Stadtbewohner. Es wurde beschlossen die, Frage, de. Logglabteilungen zur Erörterung zu empfehlen. Aur An, e des Landrats Dr. Reumont wurde festgestellt, daß Kassen zugel.“ werden, wels. der Veieichiet, Venreite elchen Versiltuisen behonders ensprehend tor der Sektion Ackerbau gewäht. .######e Bauleitung des Hasens und der Ringbahn "## ich von gure aim neuen Rathausgebäude grg#e Eingang Michaelstraße, Telephon 976, 977, Naufam.#. 182#### Herein. Gestern fand die MonatsVersamnluns, be ggege##a. Der Vorsitzende Herr Theod. Lazarus hieß die Erschienenen recht herzlich willkommen gob der Freude darüber Ausdruck, daß so viele Kameraden ezschiene un wunscht, daß die kommendent Versammlungen ebenso gut besucht würden. Herr Polizei=Inspektor Brücken bat in enter Ansprache, die Werbebücher mehr zu benutzen 60 neue Mitglieder sind durch Werbung alter Kameraden Heigetreten. uch sollen sich Unterstützungsbedürstige beim #I. Fande, melden. Unier brennendem Weihnachtsbaum fand die Verlosung statt, an welcher 159 Mitglieder teilnahmen Es wurde bekannt gemacht, daß am 6. Januar die Generalversammlung mit Neuwahl des Verstandes stattfindet. Allge. 6., V.=Eintrache „Siurracht“ sorgten fur Abwechslung. Herr PolizeiInspektor Brücken dankte zum Schluß allen Stiftern und Gönnern des Kriegervereins herzlichst. i im Sn. recht zeitgemäßes Thema behandelt heute Abend des Sundrus heui schen Vexein stattfindenter Vortrag ##. Syndikus ger esigen Handelskammer, Dr. Olep; der Titel lautet,„Reichsfinanzen“, Zeitgemäß ist das Thema, nicht nur weil wir gerade in der Zeit der Etatauch, weil die Reice=des un. befinden, sondern vor allem an.—, weil die Reichsfinanzen einen immer größeren Raum # ver öffentlichen Diskussion einnehmen. Wie wir hören soll in dem Vortrag namentlich ein Bild der Gliederung und der geschichtlichen Entwicklung der Reichsfinanzen gegeben werden. Der Vortrag findet um 8½2 Uhr im Hotel Plart statt, worauf, wir auch an dieser Stelle hiermit hinweisen. Neuß, Gesternsd Popiersabrikation, Zisu5:„Gelten fand die Generalversammlung statt. Die Ausichtsrat beken, verlust von 502 491 Mark auf. Der schilägs mecte Fetei zerzeit den Akionären Vorsteler Mistel aun machen; der Unterblanz und Beschaflng # Wülfing, Sayl& Co. Akt.=Ges. Barmen. Nach dem östssahr mit ein, wanuschaft das verflosene fünfte Geschaftsjahr mit einem Reingewinn von 152 425 A geschlossen Mat ausk 20hjsst-4 Ptnshent. 3 u.40 in Höhe von 369551 Mark auf 240136 en ermäßigt. Zu dem Ergebnis haben die euner Abteilungen entsprechend beigetragen, die sich in guter Entwicklung befinden. Die Zerstörung der Salvetersaureanlage Ende Juni durch Feuer und die damit verbundene sechsmonatige Belrievsunterbrechung wird das Resultat der Säureabteilung im neuen Geschäftsjahr nicht unbeeinflußt Gelleg,#oc, befft. man immerhin, auch in diesem Jahre gewinn— Das Biotophon=Theater übersendet uns sein Programm für die Kinder= und Schüler=Vorstellung am Mittwoch. 21. d., Mis. Das Programm weist Naturaufnahmen, Weihnachtsbilder, humoristische Gaben und ein Märchenspiel auf. Besondere Anziehungskraft soll„die Besteigung des Himalaya durch den Herzog der Abruzzen“ ausüben. Wir verweisen auf die Anzeige. a.#8 Lem Petter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 6 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 1 Grad, Beinch norchmestieh.. Jaromater unverändert. 22. Dez: Feucht, Riederschläge, mihde. Dez.:„ahe Null, bewon., Nebel, teils heiter. 24. Dez.: Nebel, trübe, feucht kalt. teils neuer Reif. — Grimlinghau Aus dem Kreise. 19. Dez. Gestern fanden in Uedesheim und hier Versammlung stat, in denen Vorträge über„Sauglingsfursolge gchalten wurden. Es hatten sich etwa 150 Mütter Inun u. Während Herr Dr. fer, Norf, über die Pfl ae und Ernährung der Kinder aussupruchen orrra, hien., verbeiit je sich Frl. Dr. Baum, Düsseldorf, welche leider nur zu der Vrsammlung in Uedesheim erscheinen konnte, übr die allgemeine Bedeutung der Säuglingsfürsorge. Die Vorträg= wurden mit Interesse verfolgt. Herr Bürgermeister Wiedenbrüg, welcher mitteiltt, gaß die Verhältuinse im letzten Jahr sich schon gebessert hätten, ermahnte die Frauen dringend, stets zahlreich zu den Mütterberatungsstunden und Vortrigen zu erscheinen voller Erfolg erzielt würde. A####pen, 19. Dez. Dem Bahnwärter Herrn Gottfried Krölls wurde aus Anlaß seiner 40jährigen Dienstzeit das hierfür gestiftete Erinnerungszeichen Allerhöchst verliehen. Von Herrn Bahnmeister Tripp aus Neuß wurde am Samstag überreicht. wice en, 19., Jez. Bei der Volkszählung am 1. ds. ## wurden hier gezählt: 576 Wohnhäuser gegen 525 im Jahre 1905 und 639 gewöhnliche Haushaltungen von zwei und mehr Personen gegen 565 1905. Als ortsanwesende Bevölkerung wurden 77 männliche und 1651 weibliche, insgesamt also 3428 Personen gezählt gegen 3073 im Jahre 1905, sodaß ein Zuwachs von 355 Personen zu verzeichnen ist. Schiffsnachrichten. Hafenverkehr im Rhein-Erft=Hafen zu Neuß. Fer 41r K. sokale Hachrichten. Neuß, 20. Dezember. bas Allgemeine Ehrenzeichen wurde dem Polizei sergeanten, Herrn vom Berg verliehen. Herr Kal. Landrat mittag im Beiten üterreichte die Auszeichnung heute Vormittag im Beisein des Herrn Bürgermeisters Gielen Die Bleyzahlung eraab in unserer Stadt 773 Pferde I., Jahre. 1909) 1323 einschließlich 433 auf dem Piehhofe ern stallten Rinder(858), 683(735) Schafe und 1347 931) Schweine. Der samtlichen Viehgattungen mit Ausnahme der Schafe ist mithin eine Zunahme zu verzeichnen Ferner waren vorhanden 3324(3043) Häuser bezw. Gen darunter 485(452) mit Viehbestand und 411(455) viehhaltende Haushaltungen. .„„.. Angekommen am 19. Dezember 1910 Schiff„Latharina“„Schiffer, Ralpach mit Holz von Rotterdam. „„ H# r m i t a s“ S c h i f f e r G e r r i t z e n m i t H o l z v o n R o t t e r d a m. -Rszil.„ Schiffer Ren, as nit Baumwollsaatmehl v. Rotterdam. „„ u r.„#### h S c h i f f e r J. v. D o r t m i t S a a t v o n A n t w e r v e n „ ndschchier Beymer mit Soyabohnen v. Rotterdam „Wilhelns Phsber H. Kerz.5.90t uist Stückau von Antverven. „suhsln Schiffer W. Groninger mit Senksteinen von Linz e. Schiffer A. v Kannevbergh m Leinsaat v. Antwerven „„Gop a Lungen 6° Schiffer Naß mit Cellulose von Antwerpen. „Antonius Schiffer Franßen mit Stückgut von Rotterdam. „Konstant“ Schiffer Josten mit Cementpfählen von Mannheim Boot„Helvetia 1“ Kapitän de Bont mit Stückgut von Rotterdam Bagt Seinatie g2½hgegangen am 19. Dezember 1910 Boot„Helvetia 8“ Kapitän v. d. Veen m Oelkuchenmehl n. Rotterdam. Letzte flachrichten und Telegramme der„Hleußer Zeitung“. Prinz Max von Sachsen. Rom, 19. Dez. Die Blätter melden, daß der Abt Pellearini der heutigen Ausgabe erwähnten Artikel des Prinzen Max von Sachsen veröffentlichte) der Apostolische Administrator Lupi, der die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilte, vor das Inquisitionstribunal geladen worden sind.— Die„Tribuna“ meldet, Prinz Max von Sachsen habe an den Papst bereits eine vollständige Unterwerfungserklärung abgesandt. h. Rom, 20. Dez. Prinz Max wird selbst nach Rom kommen, um dem Papst seine Unterwerfung auch mündlich zu erklären. Wiesdorf(bei Köln), 19. Dez. Heute Nachmittag sind hier drei Kinder eines Arbeiters im Alter von 4½. 3½ und 2 Jahren in der Wohnung erstickt. Vermutlich haben die Kinder Feuer aus dem brennenden Ofen genommen und auf die Küchenbank gelegt und dabei die in der Nähe stehende Petroleumkanne zur Explosion gebracht. New=York, 19. Dez. Eine heftige Explosion ereignete sich in dem Neubau der Kraftstation der Zentralbahn. Das Gebäude stand sofort in Flammen. Ein Wagen der elektrischen Bahn wurde durch den Luftdruck der Dynamit=Explosion vom Boden emporgehoben und stürzte dann auf ein vorbeifahrendes Automobil nieder. h. New=York, 20. Dez. Nach den letzten Meldungen sind bei der Explosion 10 Personen getötet, 75 verletzt worden. 5 andere werden vermißt. Man nimmt an, daß sie unter den Trümmern als Leichen liegen. Dandels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 20. Dezember. A Neuer Weizen 100 Ko. 1. Qu. 19 „„ 2. Neuer Roggen 100 Ko. 1. „„ 2. Neuer Hafer 100 Ko. Alter Hafer 100 Ko. 18 14 13 14 13 15 14 50 50 60 60 80 80 60 60 Neue Kartoffeln 50 Kilo KK 3,30—3,70 Heu 50 Kilo„„„ 2,70—3,20 Luzernerheu 50 Kilo.„ 3,70—420 Krummstroh 500 Kilo" M 17,— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 19.— Butter Kilo„„ 2,68 Eier 100 Stück„ 13,— Roggen 20 J uiedriger. Preisnotierungen der Neußer Müller. Ae Neuß, 20. Dezember. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß)„ Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine„ Kleien 50 Kilo Rüböl und Kuchen unverändert. 57 50 59 50 83— 87— 5 50 800 B.#% a. a. K#b#l im Posten von 5000 8g. 6000 b., Luzernerheu 8,00—8,40, Wiesenheu 5,80—6,80, Richtstroh(Flegeldrusch) 3,90—4,40, Krumm= und Preßstroh 2,50—3,10 die 100 Kil. Duisburg, 19. Dez. Fruchtmarkt. Weizen, inländ. 19,40—19,60, Donau 20,75—21,00, Schwarzmeer 29,75—21,00, Asow 21,00—22,00, amerik. 21,25—22,25. Roggen, inländ. 15,00—15,30, Donau 16,25—17,00, Schwarz= meer 16,25—17,00, Asow 16,50—17,50. Hafer, inländ. 15,00—15,30, Donau 15,75—17,50, russ. 15,75—17,50, amerikan. 00,/0—00,00. Futtergerste, russ. 11,70—12,00, rumän. 11,85—12,20, amerikan. 00,00—00.00. Mais, amerik. 13,25—13,50, Donau 14,25—14,50, Cinquant. 16,00—16,50, russ.(0,00—00,00. Buchweizen 18,50—18,75. Weizenmehl Nr. 000 27,75— 28,00, Nr. 00 26,50—27,00. Roggenmehl Nr. 0 21,25—22,10, Nr. 0/1 20,50—21,00, Bollmehl 11,50—12,00, Grand 8,50—9,00. Kleie 9.00— 9,50 einschl. Sack. Alles die 100 Kil. Essen, 19. Dez. Getreidemarkt. Weizen, inländ. 19,00—20,00, fremder 21,00—22,50. Roggen, inländ. 14,00—15,25, fremder 16,50—17,75. Hafer, inländ. 00,00, fremder 15,50—18,25. Buchweizen 18,50—19,00. Futtergerste(0,00—00,00. Mais 13,75—17,00. Weizenvorschuß 27,75— 30,75. Roggenvorschuß 21,75—22,75. Weizenkleie 9,00—9,50. Alles Frachtgrundlage Essen die 100 Kil. ohne Sack, bei Abnahme von Doppelladungen, mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Magdeburg, 17. Dez. Kartoffelspiritus. 125er Kartoffelspiritus prompt und Dezember kostete 49,50, Januar bis September 1911 51,50 M. für 100 Liter reiner Alkohol vom Speicher unter freier Vorhaltung der Gebinde. Berlin, 19. Dez. Fruchtmarkt. Weizen Dez. 204,00(203,00), Mai 202,50(202,50), Juli 207,75(000,00). Roggen Dez. 147,25(147,25), Mai 155,25(155,25), Juli 000,00(000,00). Hafer Dez. 145,50(000,00), Mai 153,50(000,00). Mais Dez. 000,00(000,00), Mai 000,60(000,00). Weizenmehl 24,00—27,75. Roggenmehl 18,70—21,10. Rüböl Dez. 56,70 (56,70), Mai 56,70(56,70). Am Getreidemarkt zeigte sich für Weizen auf Dezember ziemlich lebhafter Deckungsbegehr, da einige zur Ankündigung gelangende Ware den Verträgen nicht entsprach. Dagegen blieben die Preise für Ware auf spätere Sichten fast unverändert. In Roggen, Hafer und Mais waren bei wenig veränderten Preisen kaum Umsätze zu bemerken. Rüböl still. Hamburg, 19. Dez. Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner Dez.=Jan. 203,00. Roggen stetig, Mecklenb. und Altmärk. 142—156, russ. eif 9 Pud 10/15 Pfd. Dez.=Jan. 104.59. Gerste ruhig, südruss. cif Dez. 98,50 Hafer ruhig, Holsteiner und Mecklenb. 158—175. Mais ruhig, amerikan. mixed Dez.=März 97,00, La Plata cif Dez.=Jan. 97,89. Rüböl ruhig, 59,00 Spiritus ruhig, Dez. 20,50, Dez.=Jan. 20,30 G., Jan.=Febr. 20.50 G Vetroleum(amerikon.) spez. Gewicht 0,800 schwach, 6.00. Salpeter stetig, 8,97½, Febr.=März 9,15, Mai 9,07½. Hamburg, 19. Dez. Kaffee stetig, Dez. 56¾, März 57, Mai 57, Sept. 56¼ G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. " Autwerpen, 19. Dez. Kaffee fest, Dez. 73½, März 73½, Mai 73½, Juli 73½. " Kutwerpen, 19. Dez. Petroleum, raffin., Type weiß, vorr. Frs. 19 bB., Dez. 19 bz., Jan. 19¼ bz., März=April 19½ bz. Ruhig. Autwerpen, 19. Dez. Schmalz, amerik. Marke Wilcox vorr. Frs. 133, Dez. 130½. März 128½, Mai 127¾. Chicago, 19. Dez. Getreidemarkt. Weizen Todes-Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute Nacht 12½ Uhr meine innigstgeliebte Gattin, unsere treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin u. Tante, die wohlachtbare Frau Barthel Ritschel, Nettchen geb. Diekers, im Alter von 42 Jahren, nach langem, schwerem Leiden, mehrmals gestärkt mit den Heilsmitteln der röm.-kath. Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Neuss. Duisburg, Mülheim a. d. Ruhr und Linn, den 19. Dezember 1910. Passende Weihnachtsgeschenke! Neu eingetroffen! Ein grosser Posten Lederwaren = Damentaschen— der. Getreidemarkt. Weizen Dez. 90⅞(91½), Mai 95⅜(95⅝), Juli 92⅞8(93⅛), Sept.—(—). Mais Dez. 45¼ (45½), Mai 47⅛(47¼), Juli 47⅞8(48), Sept. 48⅝(48¾). Hafer Dez. 31¼ (31¼), Mai 33⅞(34,. Roggen vorr. 81½(81½), Mai—(—). Leinsaat Dez. 2,32(2,32), Mai 2,37(2,37). New=York, 19. Dez. Getreidemarkt. Weizen Dez. 96⅞(97½), Mai 101⅞8(102⅛), Juli 100(100 1/8), Sept.—(—). Mais Dez. 54¼ (55), Mai 55⅛(55⅜), Juli—(—), Sept.—(—). Mehl spring wheat 4,05(4,05). Getreidefracht nach Liverpool 2¼(2¼). Roggen vorr. 82½(83½). New=York, 19. Dez. Baumwolle. Baumwolle vorr. 15,25(15,15), Dez. 14,93(14,66), Jan. 14,94(14,89), Febr. 15,07(15,02), März 15,25 (15,19), April 15,34(15,28), Mai 15,44(15,39), Juni 15.45(15,39), Juli 15,45(15,39), Aug. 15,11(15,06), Sept.—.—(—.—), Okt. 13,74(13,66). Viehmärkte. Köln, 19. Dez. Schlachtviehmarkt. Auftrieb: 590 Ochsen, a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren 85— 87, b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ansgemästete 78—82, c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 72—75, d. gering genährte jeden Alters 62- 68. Weideochsen 00—00. 752 Färsen, Kühe und Jungvieh, a. vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 00—00, b. vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 77—79, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 73—75, d. mäßig genährte Kühe und Färsen 65—68, e. gering genährte Kühe und Färsen 60—63, k. gering genährtes Jungvieh(Fresser) 00—00, Weidekühe 00—00. 119 Bullen, a. vollfl. ausgew. höchsten Schlachtgewichtes bis zu 3 Jahren 79—81, b. vollfl. jüngere 77—79, c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 74—76, d. gering genährte 00—00 die 50 Kil. Schlachtgewicht. Handel in allen Gattungen langsam bei fraglicher Räumung. 377 Kälber, a. 83—84, b. 60—62, c. 55—58, d. 47—54, e. 00—00 die 50 Kil. Lebendgewicht. Markt lebhaft räumend. Keine Schafe. 3797 Schweine, u. 65—67, b. 64—66, c. 64—66, d. 63—65, e. 58— 62, k. 57—63 die 50 Kil. Schlachtgewicht. Handel langsam bei fraglicher Räumung. Am 19. Dez. wurden an frischem, geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt 228 Viertel Großvieh, 76 Viertel aus Dänemark, 52 Kälber. Altenessen, 17. Dez. Schweinemarkt. Auftrieb 3348 Ferkel und Faselschweine. Ferkel(Durchschnittspreis) im Alter von 6—8 Wochen 14,00— 16, 9—12 Wochen 16—32, für Faselschweine 32—60 M. Kohlen. Wagengestellung am 17. Dez. Im Ruhrbezirk gestellt 27080, gefehlt 000.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 746, gefehlt 0.— Saarbezirk gestellt 3649, gefehlt 55.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 1391, gefehlt 17.— Im oberschlesischen Revier gestellt 0000, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken vom 19. Dezember. Amsterdam 4. Belg. Plätze 5. Deutsche Plätze 5. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 4½. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 4½. Schweiz. Plätze 4½. Wien 5. Offeriere billigst: Mehl 000 Markt 1 Herren- und Damen-Portemonaies vom billigsten bis zum feinsten Genre. CM Nur für die Festage!, Die Nürnberger Katholiken bitten um Hilfe! Auf unserer St. Antonius=Kirche noch 150000 Mark Schulden! per Pfd. 15 H In Nürnberg=Steinbühl für seiches Platennesr 140 2) Shultudern eine Ci. Auna, feinstes Blütenmehl Notkirche aus Fachwerk und Pfd. 18 c Brettern!— Dazu auf dem 5 Pfd. nur 85§ Bauplatz noch 50000 Mark 10„ 168§ Schulden! Helft uns, dem göttKinde zu lieb, durch Kinde zu lieb, eine Gabe! Köhler, Kuratkaplan. Postscheckkonto Nürnberg Nr. 1964. :: Markt 1 S Simons Brillant in 5 Pfd=Säckchen nur 98 Crystall=Stampfzucker 21 c——— „„ Würfelzucker 25 Weihnachtsbäume in großer Oetiers.., g bäumchen für Geäber, Hlühende Citronat, bestes, Pfd. 65 J). 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Das englische Handelsministerium hat über die Entwicklung der Landarbeiterköhne in Großbritannien eine Umfrage angestellt, an der sich 15 800 Landwirte und Gutsbesitzer mit rund 78000 landwirtschaftlichen Arbeitern beteiligt haben. Die statistische Erhebung, die im Rahmen einer allgemeinen Enquete über die Löhne und Arbeitszeiten der Angehörigen aller Berufsklassen innerhalb des Vereinigten Königreichs Großbritannien erfolgt, nicht die erste ihrer Art; es sind bereits zwei derartige Frhebungen vorhergegangen, sie beziehen sich auf die Wirt chaftsjahre 1898 und 1902. Die gegenwärtige Erhebung eraßt für die Löhne die Verhältnisse des Jahres 1907. Dieser etzteren ist aber deshalb größerer Wert beizumessen, weil die Jahl der Betriebe und Arbeiter. auf die die Angaben sich er trecken, mehr als doppelt so groß ist als bei den früheren Anassen und weil sie auf alle Landesteile des Vereinigten Königreichs Bezug nimmt: Nach den Angaben der vorliegenden Denkschrift hat der durchschnittliche Jahreslohn der Gesamtheit der von der Statistik erfaßten Landarbeiter in England rund 47. in Wales 64, in Schottland 50, in Irland 29 Pfund bekragen. Er war also weitaus am höchsten in Schottland und sehr viel niedriger als in allen andern Landesteilen in Irland In England betrug der höchste Wochenlohn 22. der niedrigste Schottland der höchste 21½, der niedrigste 14½ Schilling, in Irland der höchste 14, der niedrigste nur 9% Schilling. Die Arbeitszeiten haben in den Sommermona ren zumeist 11 bis 12 Stunden täglich betragen, wobei Unterbrechungen von 1½ Stunden für die Einnahme von Mahlzeiten in Anrechnung zu bringen sind. In vereinzelten Fällen war an den Sonnabenden die Arbeitszeit kürzer. In den Winter monaten beginnt und endet die Arbeitszeit mit dem Tage Segenüber der letzten Erhebung, die die Verhältnisse im Jahre 1902 berücksichtigt, sind wesentliche Veränderungen nicht eingetreten. Tugegen hat gegenüber den Verhältnissen, wie sie im Jahre 1898 bestanden haben, der Verdienst der Landarbeiter in England um 5 v. H., in Schottland um 8 v. H. zugenommen. X Die Abhängigkeit des großbritannischen Wirtschaftsgebietes hinsichtlich der Nahrungsmittelversorgung vom Auslande hat sich seit Anfang des Jahrhunderts verschieden entwickelt. schein fuhr weisen nur die Importe von Schweinefleisch und daraus zubereitetenNahrungsmitteln einen allerdings zierguch, erheblichen Rückgang auf. Dieser Rückgang källt gfast gusschließlich den Vereinigten Staaten von Amerika zur Last; die Zufuhr von Schweinefleisch usw. aus dem Gebiet der Vereinigten Staaten ist fortgesetzt geringer aewar zm. Jahre 1999,nahezu auf die Hälfte der im dorther eingeführten Gewichtsmenge gesunken ruckgangige Entwialung, nur noch in erheblich stärkee,„. auch bei dr Einfuyr amerikanischen RindfleiDie. Abnahme an Schweinefleisch hat im 1900 2,6 Millionen Cwts. betragen. Der gesamte Rückgang betrug nahezu 1,7 Millionen Cwts.. die Difkerenz ergibt sich aus einer Mehreinfuhr aus Dänemark und ## M i n d e r e i n f u h r a u s d e n b r i t i s c h e n K o l o n i e n. D i e R i n d leischimporte einschließlich der Importe von lebendem Rindim Vergleich zum Jahre 1900 um rund 570000 Cwts. zugenommen. Hier entfällt der Löwenanteil der Mehreinfuhr auf Argentinien, deren Rindfleischexport nach England im Jahre 1900 noch nicht 700 Cwts., im Jahre 1909 Dienstag, den 20. Dezember 1910.(Chrisian.) 85. Jahrg. dagegen nahezu 4300 Cwts. betragen haben. Auch die Rindfleischzufuhren aus den britischen Kolonien haben. allerdings unbedeutend zugenommen. Dagegen sind die Rindfleischzu fuhren aus den Vereinigten Staaten von Amerika in den letzten zehn Jahren stnädig zurückgegangen und haben im Jahre 1909 noch nicht 45 v. H. der Einfuhr von 1900 betragen. Ebenso ist die Gewichtsmenge an Hammelfleisch, die in das englische Wirtschaftsgebiet aus den Vereinigten Staaten eingeführt wird, außerordentlich stark zurückgegangen; hier sind es die britischen Kolonien, die ihre Hammelfleischlieferungen für die englischen Märkte um über eine Million Cwts. gesteigert haben. Auch Argentinien hat einen weiteren Zuwachs dieser Exporteure zu verzeichnen. Hinsichtlich der Fleischeinfuhr ist demnächst festzustellen, daß die in der Fleischnahrung bestehende Abhängigkeit der Bevölkerung Großbritanniens vom Auslande in den letzten zehn Jahren sich ungefähr auf gleicher Höhe gehalten hat, denn einer Abnahme der Schweinefleischeinfuhr um 1,9 Millionen Cwts. steht eine Zunahme der Importe an Rindfleisch und Hammelfleisch in Höhe von 1,8 Millionen Cwts. gegenüber. Aber dieses Abhängigkeitsverhältnis hat sich insofern wesentlich verschoben, als im Laufe der letzten zehn Jahre die englischen Kolonien in stärkerem Maße als vor dem zur Versorgung der Fleischmärkte des Mutterlandes herangezogen worden sind; im Jahre 1900 bezifferte sich die aus den britischen Kolonien eingeführte Fleischmenge auf 4,3 Millionen, im Jahre 1909 dagegen auf 5,2 Millionen Cwts. Läßt sich aus dem aus diesen Ziffern zu schließenden Stillstand der Abhängigkeit hinsichtlich der Fleischnahrung folgern, daß die englische Vieehaltung im letzten Jahrzehnt befriedigende Ergebnisse gezeitigt hat, so ist andererseits die Abhängigkeit vom Auslande hinsichtlich des Bedarfs und Weizenmehl in derselben Periode sehr viel starter geworden. Die Gesamteinfuhr, die im Jahre 1900 98.6 Cwts. betragen hatte, belief sich bereits 1905 auf 114,2 Millionen, 1908 auf 109,1 und 1909 auf 113.2 Millionen letzten Jahrfünft ziemlich erheblichen Schwankungen unterworfen, aber doch mit dem Endergebnis daß der Bedarf um 11 bis 15 Millionen Cwts. größer ist als noch vor zehn Jahren, während in dieser Zeit die Bevölkerung sicherlich nicht so stark zugenommen hat, daß dadurch eine derartige Steigerung der Weizeneinfuhr gerechtfertigt erscheinen könnte. Auch in diesem Importverkehr haben die Vereinigten Staaten von Amerika im letzten Jahrzehnt ungünstig abgeschnitten, dagegen die britischen Kolonien ihre Lieferungen an das Mutterland ganz erheblich gestei'gert. Der Anteil der Vereinigten Staaten von Amerika hat statt 57,4 Millionen Cwts. im Jahre 1900 nur noch 25,1 Millionen Cwts. im Jahre 1909 betragen, hat also von seiner ehemaligen Bedeutung um mehr als 50 v. H. verloren. Bei Argentinien ist eine geringfügige Steigerung eingetretent. Außerordentlich hoch aber ist diese Steigerung bei den britischen Kolonien, die im Jahre 1900 rund 21.1 Millionen, im Jahre 1909 dagegen 45,2 Millionen Cwts. Weizen nach England geliefert haben. Die Zunahme der kolonialbritischen Weizenexporte nach England ist am größten bei dem australischen Staatenbund, der im Jahre 1900 knapp 3 Millioonen, im Jahre 1909 dagegen nahezu 10½ Millionen Cwts. Weizen nach England geliefert hat. Die kanadischen WeizenExporte nach England haben sich in der ersten Hälfte des letzten Dezeniums ziemlich auf gleicher Höhe, ungefähr 8 Millionen Cwts. 19,5 Millionen Cwts. betragen. Bei der Weizeneinfuhr ist also dieselbe Entwicklungstendenz wie bei der Fleischeinfuhr insofern festzustellen, als die britischen Kolonien in größerem Umfange als früher in der Lage waren, die Lasten zu übernehmen, die der englischen Bevölkerung hinsichtlich der Ernährung durch ausländische Weizenzufuhrren auferlegt sind. .. X Die Zukunft der japanischen Seegeltung. In der englischen Presse hat ein Aufsatz des japanischen Hauptmannes Oguri über die Zukunft der japanischen Seegeltung weitgehende Beachtung gefunden und lebhafte Kommentare hervorgerufen. Hauptmann Oguri kommt, um dies gleich vorweg zu nehmen, in seiner Darstellung zu dem Ergebnis, daß Japan im Jahre 1917 als Seemacht sich in einer gefährlichen Lage befinden würde, wenn es nicht rechtzeitig sein Schiffbauprogramm in erheblichem Maße erweiterte. Aus den tabellarischen Uebersichten, die Hauptmann Oguri gibt, ist hervorzuheben, daß Japan sowohl jetzt wie im Jahre 1917 unter den fünf großen Seemächten an letzter Stelle steht, daß aber der japanische Schiffsbestand im Jahre 1917 verhältnismäßig sehr viel ungünstiger sein würde als gegenwärtig. Diese tabellarischen Uebersichten m ssen von vornverein deshalb starken Widerspruch hervorrufen, weil der Verfasser sowohl bei England wie bei Deutschland für das Jahr 1917 eine geringere Flottenstärke an Linienschiffen ansetzt als gegenwärtig, umgekehrt aber für die Vereinigten Staaten und für Frankreich stärkere Schiffsbestände annimmt. England, das gegenwärtig 52 Linienschiffe besitzt, soll im Jahre 1917 angeblich nur 47, Deutschland, bei dem 33 Linienschiffe angegeben sind, im Jahre 1917 angeblich nur 31 Linienschiffe zur Verfügung haben, während andererseits bei den Vereinigten Staaten von Amerika und bei Frankreich die Zahl der Linienschiffe jetzt und 1917 gleich sein soll. Einen sehr starken Rückgang würde nach dem Verfasser Japan zu verzeichnen haben, statt 14 Linienschiffe und 13 Panzerkreuzer würde es 1917 nur je 7 Kriegsschiffe besitzen. Daraus zieht dann Oguri die Folgerung, daß die Seemacht, die Japan zur Verteidigung gegebenenfalls zur Verfügung hätte, weit geringer sein würde als die Flotten, die jede einzelne der vier anderen Seemächte, ohne sich in ihren heimatlichen Gewässern vollig zu entblößen, nach Ostasien zu entsenden vermöchte. Unter diesen Umständen muß die Schrift des Hauptmannes Oguri den Eindruck hinterlassen, daß es ihm darauf ankommt, für einen weiteren starken Ausbau der japanischen Flotte Stimmung zu. machen, eine Absicht, die begreiflicherweise von der öffentlichen Meinung Englands mit gemischten Gefühlen aufgenommen wird, da es doch nicht völlig sicher erscheint, ob die gegenwärtigen Bündnisbeziehungen zu Japan dauernden Bestand haben werden oder auf der jetzigen Grundlage fortgesetzt werden können. Die Darstellung, die der japanische Offizier gibt, die im Auftrage des Seedepartements gefertigt und zur Informierung des heimischen Kontroll= und Prüfungsausschusses bestimmt sein soll, muß um so mehr Befremden erregen, als sich die japanische Kriegsflotte gerade gegenwärtig in einer entschiedenen Entwicklungsperiode befindet. Das gegenwärtige Schiffsbauprogramm, das noch bis zum Jahre 1916 läuft, rechnet mit einer Ausgabe von 190 bis 200 Millionen Mark. Davon sollen rund 160 Millionen Mark in den nächsten 5 Rechnungsjahren zur Verausgabung gelangen. Ein Betrag von 120 Millionen Mark soll nach Meldung japanischer Blätter für Neubauten aufgewendet werden; unter diesen soll sich ein modernes Schlachtschiff von 25000 Tonnen Raumgehalt und ein großer Panzerkreuzer von ähnlichen Abmessungen befinden, Dazu kommen aber noch die Aufwendungen auf Grund des bisherigen Bauplanes, der in die Periode auf Grund des bisherigen Bauplanes, der in die Periode des dritten Bauplanes übergreift. Somit werden im Laufe des nächsten Rechnungsjahres zwei Schiffsbaupläne nebeneinander herlaufen. Auf Das Kleeblatt. Roman von Arthur Zapp. (Fortsetzung aus dem 1. Blatt.) Herr Scholz fühlte sich wieder vollkommen Herr der Situ„S# und sein Gesicht strahlte wieder die Selbstzufriedenheit Pharatters hice, Leichtlebigreit aus, die den Grundzug seines Der junge Offizier war von alledem aber noch so benomggen„9aß iym der Widerspruch, der zwischen der soeben abgegebener Erflarung des jungen Kaufmannes und dessen früheF#######n gegen seine Buchhalterin bestand, im Augenblick nicht recht zum Bewußtsein kam. und daß er sich nicht daß seine Schl ener wohl imstande war. das Benehmen eines Mannes in seiner richtigen Bedeutung zu würdigen eis Her'untenge at ds eine Verlangen, die immerhin pein„, oefremdende Situation abzukürzen und in der Stille die Sachlage ruhig zu überdenken. Und so verneigte er sich stumm erst vor Herrn Scholz, dann vor dem älteren Herrn und verlied" exte., unrlarep, zwiespaltigen Stimmung das Kontor ... Jause war die Uerraschung natürlich groß. Wanda erblaßte und sah ihren Bruder ungläubig, zweifelnd an. War denn das, möglich?. Hatte sich Herwart nicht täuschen lassen? ie rief sich alle Einzelheiten, die sich während der letzten Machen zwischen ihrem Junior=Chef und ihr ereignet hatten in ##5 rrinn. zu., zurur, und eine widrige pfindung nahm immer mehr Besitz von ihr. Nein! Ihr Chef war ihr nur immer dreist, verletzend, unwürdig begegnet und imit—##.Emporung, Verachtung und Widerwillen veranlaßte ihn nun plötzlich. als Bewerber Hand aufzutreten und wie sollte sie sich dieser überraschenden, unerwarteten Wendung gegenüber verhalten? Frau von Sterneck faltete in stummer Freude ihre Hände zusammen und sah mit verklärten Blicken zur Decke emvor allen blszlich Penggeeg#ot, i, ein grohes blück, das ihnen g# in den Schoß gefallen war, danken nacheudenken De mar 1.%lät: zuf und ab zu schreiten und Statt eines Daells uund'2. Plostich, io unerwartet gekommen. Start eines Duells und verdrießlicher, wenn nicht traaischer Verwicklungen sollte ihm ein Schwiegersohn beschert werden ein in den besten Verhältnissen lebender Schwiegersohn. Er hatte damals, als ihm seine Tochter die Mitteilung von ihrem Engagement bei der Firma Ziegler& Scholz gemacht hatte, nähere Erkundigungen über die Firma Ziegler& Scholz und die Persönlichkeit der Chefs eingezogen und das Beste gehört. Beide gehörten respektablen Familien an. Die Firma bestand schon über 40 Jahre, beide Chefs hatten ein großes Einkommen und waren überdies vermögend. Wenn Wanda den reichen Kaufmann heiratete, war sie glänzend versorgt. Mußte er nicht die Wendung der Dinge mit Freuden begrüßen? Und nun trat er zu seiner Tochter heran, die auf einen Stuhl am Tisch saß und die Hände vor ihr Gesicht geschlagen hatte. „Nun, Wanda, was sagst du? Sieh mal, wir wollen dir natürlich nicht zureden, dich nicht beeinflussen. Du bist ja alt genug, um allein zu wissen, wie du dich diesem Antrage gegenüber zu verhalten hast. Du kennst unsere Lage; wir sind arm. Was wir einmal an Vermögen besessen haben, ist im Lauf der Jahre draufgegangen. Ich bin ein alter Krüppel und kann nicht mehr für euch sorgen, wie ich möchte und sollte. Wenn ich einmal tot bin, bleibt euch nicht so viel, daß ihr damit einigermaßen standesgemäß leben könntet, du und deine Mutter, von deinen Brüdern ganz zu schweigen. Dir bietet sich nun die Möglichkeit, mit einem Male in gesicherte, sehr auskömmliche Verhältnisse zu kommen und den Deinen eine Stütze zu werden in Tagen der Not. Doch das alles darf und soll dich nicht bestimmen, Herrn Scholz das Jawort zu geben, wenn du ihn nicht magst, wenn du ihn nicht liebst, worunter ich natürlich nicht das brausende, leidenschaftliche Gefühl verstehe, das in den Romanen verherrlicht wird, sondern das ruhige Gefühl der Achtung und Sympathie, das eine friedliche, glückliche Ehe garantiert.“ 5eanc Stimme klang sehr bewegt; er beugte sich zu seinem Kinde herab. „Also was meinst du, Wanda?“ Mädchen zuckte zusammen und stöhnte in ihre Hände hinein.. „Mein Gott. Papa“, stieß sie zwischen ihren Fingern erregt hindurch,„ich— ich weiß ja nicht. Ich bin ja so— so betäubt von alledem. Laß mich doch erst darüber nachdenken, hob beschwörend die Hände und sah mit einem ängstlichen bittenden Blick zu ihrer Tochter hinüber. Der Major aber strich sanft mit seiner zitternden Rechten über den Scheitel der still in sich versunkenen. „Ueberlege, mein Kind, überlege es dir in aller Ruhe! Niemand drängt dich. Herr Scholz wird eben warten, bis du zu einem Entschluß gekommen bist. Du hast recht. eine Entscheidung von solcher Tragweite fällt man nicht im Handumdrehen.“ Als Herr Scholz in der Mittagsstunde kam, empfing ihn das Ehepaar, höflich, verbindlich, aber doch mit einer gewissen Zurückhaltung. Der junge Kaufmann, der wohl gedacht hatte, daß man ihn mit offenen Armen aufnehmen würde, schien etwas enttäuscht, als man ihm mitteilte, daß Wanda sich noch Bedenkzeit ausgebeten habe, aber er fügte sich höflich. Am Abend suchte Wanda frühzeitig ihr Schlafzimmer auf. Die Mutter folgte ihr und setzte sich an ihr Bett. Sie sprach von dem Eindruck, den Herr Scholz auf sie gemacht habe, was für ein stattlicher Mann er sei und wie gewinnende Manieren er habe. Als die Mutter endlich gegangen war, rang das Mädchen in verzweifeltem Kampfe die Häände. Eine Stimme in ihrem Herzen schrie:„Tue es nicht!“. Das Bild Ewald Bohms erschien vor ihrem geistigen Auge und sah sie mit bittenden, traurigen Blicken an. Und unter Schauern und Seufzern fragte sie sich, ob sie ihn liebe, und sie sich nicht gegen ihn und sich selbst versündige, wenn sie dem ungeliebten Manne ihre Hand reichte Aber„worauf hoffte und wartete sie denn? Durfte sie darauf rechnen, daß der Freund ihrer Kinderzeit noch dachte und empfand wie damals und nun als Mann um sie werben würde? Hatte sie denn ein Recht, anzunehmen, daß die Empfindungen, die er ihr einst geoffenbart, als er noch ein junger Bursche und sie ein halbes Kind gewesen, auch heute noch in ihm lebten? Nicht die geringste Andeutung hatte er ihr darüber gemacht, als nun ein Zufall sie wieder zusammengeführt hatte. Wiederholt hatten sie sich nun neuerdings gesehen und gesprochen. Er hatte sie verschiedene Male des Abends in der Nähe ihres Geschäfts erwartet, um ein Stück mit ihr zu gehen. Aber sie hatten immer nur über ganz gleichgültige Dinge geplaudert, und nichts in seinem Benehmen hatte ihr verraten, daß das Wiederfinden, daß ihr Anblick süße Hoffnungen und Wünsche in seinem Herzen entzündet habe. Und rang er nicht wie sie schwer im Kampf ums Dasein? Durfte er überhaupt daran denken. an sein ungewisses Geschick das eines armen Mädchens zu knüpfen? Würden nicht Jahre, Jahre Grund des alten Programms sollen annähernd 60 Millionen auf Grund des neuen Programms rund 32 Millionen Mark für, Flottenzwecke verausgabt werden. Werden diese Pläne wirklich in diesem Umfange verwirklicht, so müßte die Darstellung des Hauptmanns Oguri, daß der Bestand der japanischen Kriegsflotte an Linienschiffen und großen Kreuzern in der Zeit bis 1917 von 27 auf 14 zurückgehen würde, als völlig irreführend bezeichnet werden. OFF. Stadtverordneten-Sitzung. Amtliches Protokoll. Geschehen Neuß, den 13. Dezember 1910. Anwesend unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Gielen, die Beigeordneten Klein und Dr. Beitzen und die Stadtverordneten Brand, Breuer, Giesen, Goder, Heinemann, Janssen, Josef Josten, Paul Josten, Kreutzer, Leuchtenberg. Lonnes, Richen, Joh. Hub. Schmitz, Peter Schmitz, Sels, Tosetti, Wenders kund Wingender. Entschuldigt die Beigeordneten Thywissen, Melchers und Kallen und die Stadtverordneten Derstappen,.van Endert, Piel und Thywissen. Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 24 Mitgliedern, davon sind 2 Mandate erledigt. Stadtsekretär Goertz als Protokollführer. Die Zusammenberufung hat unter Beachtung der Vorschriften in den§§ 37 und 38 der Städteordnung stattgefunden. Verschiedene Neuanlagen im städtischen Schlachthof. Stadtverordneten=Versammlung beschließt folgende Neuanlagen im städtischen Schlachthof: a) Ausdehnung der elektrischen Beleuchtungsanlage auf Maschinenhaus, Kühlhaus, Verbindungshalle und Stallungen nach den Projektstücken des städtischen Elektrizitätswerkes, Kosten 2500 A; b) Errichtung von 4 weiteren Kühlzellen, Kosten 900 K; e) Anbringung von 2 weiteren Winden in der Rinderhalle, Kosten 1230 A; a) Beschaffung zweier Balkenwagen, Kosten 240 M. Die Gesamtkosten von 4870 A sollen aus dem Reservefonds bezw. aus dem Bestande der Schlachthofkasse Deckung finden. Festsetzung von Straßenbaukosten. Stadtverordneten=Versammlung beschließt, die Anbaugenehmigung am Weißenbergerweg von der Zufuhrstraße zum Güterbahnhof bis zur Vereinsstraße zu erteilen, wenn für die Straßenbaukosten einschließlich Grunderwerbskosten 115 M pro Frontmeter gezahlt werden. Die Anbaugenehmigung für die Kölnerlandstraße soll erteilt werden, wenn an Straßenbaukosten 95 J pro Frontmeter gezahlt werden und das vor der Baufluchtlinie gelegene Straßenterrain unentgeltlich an die Stadt abgetreten wird. An der Schillerstraße zwischen Bergheimerstraße und der ersten Querstraße soll die Anbaugenehmigung erteilt werden, wenn für die Straßenbaukosten 110 q pro Frontmeter gezahlt werden. Festsetzung des Armenkassen= Etats für 1911. Der Haushaltsplan der Armenkasse für 1911 wird beraten und festgestellt in Einnahme und Ausgabe gleichlautend auf 147 500 M und 46 38/100 Liter Roggen. Erlaß eines Ortsstatuts gegen die Verunstaltung des Stadtbildes. Stadtverordneten= Versammlung beschließt zur Ausführung des Gesetzes gegen die Verunstaltung von Ortschaften mit landschaftlich hervorragenden Gegenden vom 15. Juli 1907 die nachstehenden Ortsbestimmungen zu erlassen:. (Folgt Wortlaut der Bestimmungen.) Vertrag über Anstellung eines Weinkontrolleurs. Stadtverordneten=Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß mit der Stadt Köln nach dem vorliegenden Entwurf ein Vertrag abgeschlossen wird, demgemäß die nach dem Weingesetze vom 7. April 1909 erforderlichen Keller= bezw. Betriebsrevisionen in der Stadt Neuß durch den von der Stadt Köln angestellten hauptberuflichen Weinkontrolleur vorgenommen werden. Luftschiffahrt. () Die deutschen Flugzeugwettbewerbe, im Jahre 1911. n einer Sitzung der Flugzeug= Kommission des Deutschen uftfahrer=Verbandes wurden u. a. die Termine festgelegt, an denen im Laufe des nächsten Jahres die verschiedenen Flugzeug= Wettbewerbe abgehalten werden sollen. Die Entscheidungen erfolgten auf Anträge der Verbandsvereine, deren Wünschen, soweit als irgend möglich, Rechnung getragen wurde. Danach wird die große Reihe der Meetings eröffnet mit einem nationalen Ueberlandflug von Ulm nach Friedrichshafen, der in einer Huldigung der deutschen Flieger vor dem Grafen Zeppelin ausklingen wird. Er hat in der Zeit vom 9. bis 21. Plakat=Institut der Neußer Zeitung (Amtliches Kreisblatt) Tel. 57. Neuß, Neustr. 1. Tel. 57. : Alleiniges Auschlagerecht: für die hiesigen Plakatsäulen. April stattzufinden. Am 16. April(erster Ostertag) soll außerdem in Dresden ein nationales Wettfliegen abgehalten werden. Vom 27. April bis 16. Mai wird der große nationale Flug aus dem Rheinland nach Berlin ausgeführt werden, den der Niederrheinische Verein für Luftschiffahrt angemeldet hat. Vom 20. bis zum 29. Mai hatte der Königlich Sächsische Verein für Luftschiffahrt einen Rundflug durch Sachsen und vom 21. bis 28. Mai der Frankfurter Verein für Luftschiffahrt einen südwestdeutschen Flug, der von Frankfurt a. M. nach Freiburg im Breisgau führen dürfte, gemeldet. Diesen beiden Vereinen ist empfohlen worden, sich miteinander in Verbindung zu setzen, damit durch Verlegung eines der beiden Termine die Veranstaltungen sich nicht stören. Am 6. Juni erreicht der Große europäische Rundflug ParisBerlin=Brüssel=London=Paris deutschen Boden. Dieser von der französischen Zeitung Le Journal in Verbindung mit der Berliner B. Z. am Mittag u. a. ins Leben gerufene internationale Flug, der durch das Rheinland und Westfalen seinen Weg nehmen wird, dürfte am 12. Juni Berlin erreichen. Dort wird vom 4. bis zum 12. Juni auf dem Flugplatz Johannisthal eine nationale Flugwoche abgehalten werden, auf der aber, um den großen Ueberlandflug nicht zu stören, nur Preise für Bewerber ausgesetzt werden sollen. die einen Preis von mehr als 5000 A noch nicht gewonnen haben und so in einem Unternehmen, wie es der europäische Rundflug bedeutet, nicht in Konkurrenz treten können. Am 17. Juni sollen die internationalen Flieger wieder die deutsche Westgrenze Westgrenze passieren. Vom 18. bis 23. Juni, zur Zeit des Bundesschießens und der Kieler Woche hat dann der Motorluft= Verein in Kiel ein nationales Wettfliegen erbeten, an das sich vom 23. an ein Ueberlandflug Kiel= Hamburg= Berlin anschließen soll. Prinz Heinrich hat dafür sein Protektorat in Aussicht gestellt. Da der Termin wegen des zu dieser Zeit in Kiel vorhandenen großen Menschenzuflusses unverschiebbar ist, wurde er bewilligt. Dem Magdeburger Rennverein. dem ein iniernationales Wettfliegen in der Zeit vom 27. Juni bis 25. Juni abgeschlagen werden mußte, wurde anheimgestellt, es in der Zeit vom 27. Juni bis 25. August abzuhalten, die sonderbarerweise fast ganz frei von Wettbewerben sein wird. Nur die Berliner Kartellvereine (Kaiserlicher Automobilklub, Kaiserlicher Aeroklub und Berliner Verein für Luftschiffahrt) reichen mit einem großzügig organisierten nationalen Ueberlandflug= Wettbewerb. der vom 1. Juli 1911 bis 30. Juni 1912 in Norddeutschland auspetragen wird. dessen Einzelheiten aber noch vertraulich behandelt werden sollen, in diese Zeit hinein. Die Zeit vom 1. bis 17. September ist dem Sächsisch= Thüringischen Verein für Luftschifffahrt für einen Ueberlandflug, der über den Harz geführt werden soll, freigegeben worden. Vom 24. September bis 1. Olteber findet dann eine zweite nataoiale Flugwoche in Johanntsthal statt. Endlich wurde dem Schlesischen Flugsportklub noch die Erlaubnis erteilt, im Anschluß an den nächstjährigen Luftfahrertag, der zu einer noch nicht festgesetzten Zeit in Breslau stattfinden wird, einen Flugzeug= Wettbewerb zu veranstalten. Der Verein Deutscher Flugtechniker aber erhielt die Genehmigung zu einem Flugmotoren= Wettbewerb. den man im Interesse der Entwicklung der Flugschiffahrt warm begrüßen darf. Alle diese Bestimmungen und Termine sind endgültig. Trotz der jetzt schon gewaltigen Zahl der bewilligten Wettbewerbe, die sich über ganz Deutschland ausdehnen, dürften noch einige dazukommen, für die die Meldefrist versäumt worden worden ist. Die zur Verfügung stehenden Preise sind noch nicht bekannt, jedoch dürfte eine Gesamtsumme von 1 bis 1½ Million Mark eher zu niedrig als zu hoch geschätzt sein. Jedenfalls kann im Hinblick auf diese Zahlen niemand mehr behaupten, daß in Deutschland das Interesse für das Flugwesen gering sei. Unsere Flugzeug= Industrie wird sich gewaltig anstrengen müssen, um den Bedarf an Material und Personal zu decken. Gewinn=Berechnungs=Tabelle der Preuß. Lotterie. Nach den gesetzlichen Abzügen beträgt ein Gewinn: Geschäftliches. H!„Für frohe Kreise“ nannte sich ein von der VerlagsGesellschaft„Harmonie“ in Berlin W. 9, im vorigen Jahre herausgegebenes vortreffliches Musikalbum, welches in Hunderttausenden Verbreitung fand. Zugleich mit einer vermehrten und verbesserten Neuauflage dieses Werkes erscheint eine neue selbständige und unabhängige Folge zu diesem lustigen Musikbuche mit 43 Originalkompositionen, in elegantem Einband, zum Preise von M 3.—, enthaltend die bekanntesten, modernen Schlager, wie Sam Groß„Weinwalzer“(Ja der Wein, Wein, Wein), Behling's„Nicht so laut, hier wird gebaut", Paul Linke's bekannteste Nummern aus den MetropoltheaterRevuen, wie„Am Bosporus",„Im Walzerrausch",„Donnerwetter tadellos“ 2c., ferner die neuesten Walzer und Schlager aus den besten WienerOneretten, aus den Berliner Cabarets 2c." Wir nennen nur Operetten wie„Fürsterchristl“.„Fideler Bauer",„Dollarprinzessin“,„Miß Dudelsack“,„Herbstmanover“, „Der ledige Gatte",„Liebeswalzer“,„Hallo, die große Nevue", „Auf ins Metropol“,„Hurrah, wir leben noch“. Cabaret„Chat noir“= Berlin. Die im zweiten Bande enthaltenen Musikalien von Rudolf Nelson, Paul Lincke, Viktor Hollaender. Leo Fall, Oskar Straus, Gustav Wanda rc. 2c. kosten einzeln etwa +A 75.—, das ganze gebundene Album jedoch nur K 3.—. Jeder der beiden in sich abgeschlossenen Bände bildet eine amüsante musikalische Universalbibliothek, wie sie zur Erheiterung einer lustigen Gesellschaft nicht besser gewünscht werden kann und ist zum Preise von 3.— M einzeln käuflich. Die schmucken Geschenkbände eignen sich besonders für den Weinachtstisch. Der Kampf um's Dasein wird täglich härter. Wer nicht in seinem Fache, welches es anch sei, das Höchste leistet, unterliegt. Auch die Hausfrau muß heute in Bezug auf sparsame Wirtschaft das Höchste leisten, wenn sie den hohen Lebeusmittelpreisen erfolgreich begegnen will. Ein Helfer steht ihr in Liebig's Fleisch=Extrakt zur Seite. Wohl ihr, wenn sie sich ihn in der richtigen Weise dienstbar zu machen versteht. vergehen, bis er daran denken konnte, ein geliebtes Mädchen heimzuführen, wenn er es nicht, wie so viele andere. vorzog, durch eine Heirat seine materielle Lage zu verbessern? Und wenn sie nun, sich mit törichten Wünschen und Hoffnungen selbst betrügend, wartete, und ihre schönsten Jahre im Warten dahingehen ließ, würde sie ihm, wenn der verklärende Glanz der Jugend geschwunden, noch begehrenswert erscheinen? Sie weinte und seufzte und haderte mit ihrem grausamen Geschick. Gegen Morgengrauen aber kehrte die Ruhe der Hoffnungslosigkeit und stillen Resignation bei ihr ein. Sie war ja gewöhnt, ihr eigenes Wünschen und Wollen der Rücksicht auf die Familie unterzuordnen. Von Kindheit an war es ihr zur zweiten Natur geworden, ihren Brüdern Opfer zu bringen und in ihrem Interesse auf Freude und Glück zu verzichten. Kein Wunder, daß auch diesmal das Pflichtgefühl die Oberhand in ihr gewann, und daß sie das Sehnen ihres Herzens, ihrer persönlichen Empfindungen zum Schweigen brachte, um sich als gute Tochter und Schwester zu erweisen. Schon am Vormittag erklärte sie ihren Eltern, daß sie sich entschlossen habe, den Antrag ihres ehemaligen Chefs anzunehmen. Eitel Glück und Freude herrschte. Die Mutter umarmte und küßte sie ein über das andere Mal. Auch der Vater drückte sie bewegt, Tränen in den Augen an seine Brust. Dann setzte er sich, sofort an den Schreibtisch, um Herrn Scholz. Nachricht zu geben. Den Abend verbrachten sie alle bei Frau Scholz, der Mutter des Bräutigams. Blaß und still saß Wanda von Sterneck an dem Tisch ihrer zukünftigen Schwiegermutter: ein verbindliches Lächeln schwebte ununterbrochen um ihre Lippen, und die Zärtlichkeit des neben ihr sitzenden, glückstrahlenden Bräutigams nahm sie freundlicher, liebenswürdiger Miene enrgegen. Aber in ihrem Herzen herrschten Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. 15. Kapitel. Herr Genrich war nicht weniger als angenehm überrascht, als ihm Else errötend und doch mit glückstrahlender Miene mitteilte, was sich zwischen ihr und Arno Zöller ereignet hatte, Was; in dem Dichter sollte er seinen zukünftigen Schwiegersohn erblicken? Welch eine Stellung nahm denn solch ein Dichter geigentlich in der Welt ein? Und war denn das Dichten eine Beschäftigung, die das Leben eines ernsten Mannes ausfüllen konnte? Das waren Fragen, denen der Rentier und Hausbesitzer ganz ratlos gegenüberstand. Ja, er besaß in viesen Dingen nicht die geringste Erfahrung und konnte sich gar kein Urteil anmaßen, ob der Mann. dem Else so unbedacht und für ihn so unerwartet ihr Herz geschenkt hatte, auch in seinem Fach etwas wert war und in ihm zu Ansehen und Bedeutung gelangen würde. Er hatte nie anders gedacht, als daß Else einmal einem Kaufmann, einem Mann aus seinem Kreise die Hand reichen würde. Und nun erklärte sie ihm, daß sie den Dichter mit der ganzen Kraft ihres Herzens liebé und niemand als ihm angehören würde. Trotz aller Liebe für sein einziges Kind konnte er sich doch nicht so rasch entschließen, Ja und Amen zu sagen. Die Sache kam ihm so unerwartet über den Kopf; er müsse doch noch erst nähere Erkundigungen über den Dichter einziehen und mit sich zu Rate gehen. In der Mittagsstunde ging er in Ewald Bohms Kontor hinunter, um seinem jungen Freunde sein Herz auszuschütten. Ewald Bohm war allerdings viel weniger überrascht; dennoch kam auch ihm die Nachricht ziemlich unerwartet nach seinem letzten Gespräch mit dem Freunde über dieses Thema. „Und was werden Sie nun tun?“ fragte er, innerlich voll Spannung. Der alte Herr zuckte mit den Achseln und machte ein sehr sorgenvolles Gesicht. „Das weiß ich ja eben nicht. Ich will mein Kind nicht unglücklich machen und kann mich noch gar nicht an den Gedanken gewöhnen, meine Tochter einem Manne zu geben, von dessen Beruf ich nichts verstehe und dessen Tüchtigkeit ich deshalb nicht beurteilen kann. Ein Kaufmann wäre mir natürlich hundertmal lieber. Da wüßte ich doch, woran ich wäre.“ „Ja, ja, Sie haben darauf gerechnet, daß einmal Ihr Neffe, Herr Wesenberg“— Der Hausbesitzer unterbrach den Sprechenden mit einer abwehrenden Geste. „Diese Hoffnung habe ich längst aufgegeben“. sagte er. Else mochte ihn nicht leiden, und auch ich hatte doch kein rechtes Zutrauen zu ihm.“ Der Sprechende sah den neben ihm stehenden jungen Mann mit einer Miene an, in der sich schmerzliches Bedauern mit einem väterlichen Wohlwollen mischte. Und ihm seine Hand auf die Schulter legend, fuhr er mit einer von warmherzigen Gefühlen durchzitterten Stimme fort:„Ja, so'n Schwiegersohn wie Sie hätte ich mir gewünscht. Dann hätte ich doch ruhig meine Augen schließen können.“ Ein schwermütiges Lächeln glitt über die ernsten Züge des jungen Mannes. „Ja, Herr Genrich, das ist nun mal so, die Schiegersöhne werden von den Töchtern gewählt, nicht von den Vätern.“ Und mit einem Seufzer, während eine heiße Röte in seine Wangen stieg, fügte er hinzu:„Ich bin in einer ähnlichen Lage wie Ihre Tochter. Auch ich weiß nicht, ob ich dem Vater der jungen Dame der mein Herz gehört, angenehm sein würde.“ Herr Genrich machte eine Bewegung der Ueberraschung. Zugleich zuckte es wie ein lebhaftes Bedauern über sein Gesicht. „Wie? Sie haben schon gewählt, Herr Bohm?“ Der junge Kaufmann nickte melancholisch „Ich liebe ein junges Mädchen,“ gab er mit Wärme zurück, rück,„das ich seit meiner Kindheit kenne. Ob sie mein Gefühl noch heute erwidert, und ob ich je darauf rechnen kann, sie die Meine zu nennen, weiß ich nicht. Aber ich weiß, daß ich nie eine andere so lieben könnte. Da erkannte der alte Herr, daß er die Wünsche und Hoffnungen, die während der letzten Monate still in ihm gekeimt hatten, für immer aufgeben mußte. Zwei Tage später fand die Verlobung zwischen Arno Zöller und Else Genrich statt. Zwar strahlte das tiefste, reinste Glück und jubelnde Seligkeit von dem verklärten Gesicht, aus den träumerisch, überirdisch glänzenden Augen der jungen Braut. Die Freude des Schwiegervaters aber war nicht ungetrübt. Die mitleidig geringschätzigen Blicke seiner Verwandten, ihre anscheinend teilnahmvollen Fragen, die nur sehr notdürftig den offenbaren Spott und Hohn verbargen, bewiesen ihm, daß man in dem Kreise der Verwandschaft von Elses Wahl nicht sehr entzückt war. Arno Zöller— wer war denn das? Nicht einmal einen Titel, weder Geschäft noch Amt besaß er. Ja, was war er denn eigentlich, Dichter? Schriftsteller! Hatte er denn nicht wenigstens eine Redakteurstellung, ein sicheres. wenn auch kleines Einkommen? Nicht, rein gar nichts Festes, Bestimmtes? Ein Achselzucken der Nichtachtung bewies, mit welchen Empfindungen man die Antworten auf diese teilnehmenden Fragen aufnahm. Auch die Familie Wesenberg war erschienen und brachte ihre Glückwünsche mit kühler, förmlicher Zurückhaltung dar. Wenn Blicke hätten töten können, wäre Arno Zöller sicherlich unter den Blicken Paul Wesenbergs vergiftet zu Boden gesunken. (Fortsetzung folgt). Die Naturholzarbeit als Voltskunft. (Adolf Tiggelo, Remscheid.) Eine neue und doch uralte Kunst ist die Naturbolzarheit. Egnz verschollen war sie nie, unbeachtet, gleich einem Blüm lein am Wegrande hat sie unter uns gelebt, bescheiden und versteckt. Forstleute und Waldarbeiter schneiden wohl eine s#n jewachsene Rute, die vielleicht oben gebogen zu einem Wanderstabe, wenn sie am letzten Tage der Woche die Axt beiseite le gen und den lang ersehnten Heimweg antreten zum weit entlegenen Dörflein, zu Weib und Kind. Der zurückgeschnittene Stab war Naturholzarbeit! Aber sie beachtens nicht, gleich dem Kaffer, der den glitzernden Diamanten achtlos beiseite schob, weil er den Wert nicht kannte.— Unkultivierte betreiben die Naturholzarbeit in ausgedehntem Maße, nicht etwa aus Kunstsinn, sondern, weil ihnen die runden Ruten und Aeste ein fertiges Material sind, das sie beliebig bearbeiten können. Nicht fertigen sie Bilderrähmchen, Zeitungsmappen, Rotenständer oder derartiges, nein, ihre Wohnung ist aus eingerammten Pfählen gebaut, ihre Tische und Stühle sind aus Rundholz, auch ihr Gerät, kurz, alles was sie besitzen, ist dem Schatze des Waldes entnommen. Die schlanken Weiden liefern die geschmeidigen Ruten, die sich zu wasserdichten, unverwüstlichen Körben verflechten lassen. Jeder stellt sich selbst her, was er benötigt, die Wilden sind selbständige Leute. Uns fehlt Hülfe an allen Enden, unser Geschlecht ist total unselbständig. Viel Wissen haben wir aufgehäuft, aber wir sind ganz und gar abhängig, der Eine vom Andern, der Vermögende vom Besitzlosen und umgekehrt, der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer, der Autobesitzer von seinem Chauffeur und alles nochmal umgekehrt, ein phantastisches Spinngewebe. wollte man alles aufführen. Im Großen und Ganzen haben wir nichte profitiert als Unselbständigkeit. Eine Unterweisung der Jugend in praktischer, fröhlicher, nutzbringender Arbeit wäre zunächst allem vorzuziehen und weit vorteilhafter als eine Portion vom großen Bär. vom Krebs und Steinbock, der etwa eine Dosis von Aristotales, Plato und Kant. Die Naturholzarbeit bildet die Jugend praktisch und ethisch, weckt den Kunstsinn und macht selbständig. Gewiß, Wissenschaft ist erhebend und herrlich. aber von praktischen Kenntnissen läßt sich im allgemeinen mehr profitieren, sie sind uns ein Bedürfnis.— Wenn große Menschen uns einen Pfad zeigen, auf dem inner Befriedigung zu erlangen ist, so ist doch dieser Weg nicht jedem zugänglich. Kann einer der nicht musikalisch ist, sich von Beethovens Es= mollScherzo, sich von seinen Feuergarben in die Luft schleudern und hinreißen lassen? Tausende von Menschen aber suchen Befriedigung in der Arbeit und finden sie. Viele, unzählig viele beschäftigen sich in Mußestunden mit einer praktischen Arbeit. Diesen Drang nach praktischer Tätigkeit müssen wir unterstützen. Die Naturholzarbeit hat eine tiefe Seele. Hier lernen wir, Klein und Groß, die Arbeit kennen, eine Arbeit, die uns verborgene Schätze schauen läßt.— Wer einen kurzen Einblick in die Naturholzarbeit gewinnt, der wird ein Gebiet entdecken, wo Praxis und Kunst sich vermöchten zu erzieherischer Bedeutung für die Jugeno und für das Volk. Das Gezweig der Bäume und Sträucher schmiegt sich kunstvoll ineinander zu den denkbar schönsten Formen. Individuell kann man schaffen, selbständig wirken, die Phantasie des einzelnen kann sich wiederspiegeln in vollendeter Form. Die zu benötigenden Werkzeuge sind primitiver Natur. so, daß diese Kunst sich leicht und sicher Bahn brechen kann Die einfache Technik besteht aus enigen Schnitten, die sich stets wiederholen, das Bilden von Formen tritt in den Vordergrund.„ 6 Wer den Griffel, den Bleistift zu spitzen versteht, der kann auch mit dem Natur= Schnitzmesser hantieren. Holz wächst allenthalben in Hülle und Fülle, nur darf es nicht frisch verwandt werden, es muß getrocknet sein, da sonst der gefertigte Gegenstand zusammenschrumpft und das Gefüge locker wird. Leute, die im Allgemeinen nicht für besonders geschickt gelten, befassen sich mit dieser Arbeit und zeitigen Erfolge. Alles ist leicht verständlich, ein Kreuzchen und Bilderrähmchen kann jeder sofort herstellen. Ein verschnittenes Stäbchen macht die Arbeit durchaus nicht illusorisch, man verwendet es an anderer Stelle. Wer eine lebendige Phantasie hat, erzeugt phantastische Formen, wer einen einfachen Geschmack hat, fertigt solide, gediegene Gegenstände. Der vornehme, feinfühlige Geschmack ist überrascht von dieser frappierenden Wirkung, von dieser Einfachheit und Vollkommenheit der Form. Ueberhaupt wird ein jeder, der Handfertigkeitskunst ausübt und kennt. das Wesen der Naturholzarbeit verstehen, dem Volksfreunde wird es eine Lust sein, die Kunst verbreiten zu helfen. Die Arbeit als solche, abgesehen von dem erzieherischen und bildenden Werte, ist ein gemeinnütziges Werk: alle denkbaren Gegenstände, selbst einen großen Teil praktischer Gegenstände kann jedermann nach seinem Geschmack sich bereiten. Stühle, Tische, Bänke, Bücherbrett, Vogelbauer, Kleiderreckchen, Kunstgegenstände aller Art, geschmackvoll, solide und schön, entstehen aus den rundgewachsenen Ruten. Die Firma Tigges= Bahaye, Remscheid= Haldenbach bietek erfreulicherweise in Ihrem Gratis= Kataloge eine vollständige Anleitung zu dieser Arbeit.„Das Schnitzmesser„Natur", sowie die übrigen Werkzeuge sind hier direkt zu beziehen. Aevischts PATENT = Dos neue= UniversalBackmittel Gesser als Hels und andere Bechpulver. Midraten eusgeschlossen. SEE Mandeltorte-Rezept(ohne Butter) hochsein im Geschmack und doch billig(langefrisch bleiben). Man rühre 200 gr Zucker mit 16 Eigelb und 1 Eiweiß schaumig; knete 200 gr geriebene Mandeln, ca. 1/8 Liter Wasser, das abgeriebene einer Citrone, 1 Päckchen Reeses Banillinzucker sowie 125 gr Mehl, worunter ½ Päckchen Reeses Backpulver(Patent=Backpulver) gemischt ist, darunter. Diese Masse wird in eine leicht gefettete und gemehlte Form gefüllt und bei schwacher Hitze gebacken. Zuletzt wird, wenn gewünscht, die Mandeltorte mit Citronenglasur glasiert.„„ Reese Gesellschaft, Hameln. Gratis 1 Dose ff. Sahes für 50 Reese Gutscheine Amtlicher Teil. Für unsere Leser haben wir von einem erstklassigen kartographischen Institut eine orientierende Eisenbahnkarte von Mitteleuropa herstellen lassen, die infolge ihrer Uebersichtlichkeit, ihrer künstlerischen fünffarbigen Ausführung, und vor allem ihres zuverlässigen Masstabes von 1:200000 eine der vollkommensten Eisenbahnkarten ist von allen, welche bisher erschienen sind. Sowohl die deutschen, als auch die auf der Karte sichtbaren ausländischen Haupt-, Neben- und Kleinbahnen und die im Bau begriffenen oder projektierten Bahnen sind unter Zugrundelegung des neuesten Materials eingetragen worden. Die Karte enthält ferner die deutschen und ausländischen Dampferlinien, unterseeische Telegraphen, Darstellung der Kanäle, wichtige Strasse, Personenposten, sowie Angaben über den Beginn der Schiffbarkeit der Flüsse; die Dampferstationen, Hauptzollämter, Festungen, Bäder etc. sind ebenfalls leicht kenntlich gemacht und können auf den ersten Blick gefunden werden. Das Papierformat der Karte ist 100 cm breit und 75 cm hoch. Der Druck erfolgte auf ein dauerhaftes zähes Kartenp pier. Nur die aussergewöhnlich hohe Auflage der Karte ermöglicht es uns, sie zum Preise von nur 75 Pfg.— an unsere Leser abzugeben. Versand nach ausserhalb einschl. Porto 1 Mk. Da die Karte ausserdem den Vorteil bietet, dass sie zusammenlegbar ist, so kann sie auch als Taschenkarte verwendet werden. Sie stellt somit eine sowohl für den Aushang als auch für den Taschengebrauch gleich vollkommene Karte dar, die bei dem unerreicht billigen Preise jedem Leser unseres Blattes, der sich über alle Verkehrslinien schnell und sicher orien tieren will, hochwillkommen sein wird. Eine Karte liegt in unserer Expedition zur Ansicht aus. Expedition der Neusser Zeitung. „ 12„„ ga Junger Mann, 19 J. alt, 3½ Sargmagazin Heinrich Hahnizielung auf Lager Neuss, Crefelderstrasse 60. 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Januar 1911 dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind. Die oben bezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklärnug veipflichtet, auch wenn ihnen eine besondere Aufforderung oder ein Formular nicht zugegangen ist. Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig mittels Einschreibebriefes. Mündliche Erklärungen werden von dem Unterzeichneten in seinem Amtslokal König=Straße Nr. 50, vormittags von 9 bis 12 Uhr, zu Protokoll entgegengenommen. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, hat gemäß§ 31 Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes neben der im Veranlagungs= und Rechtsmittelverfahren endgültig festgestellten Steuer einen Zuschlag von 5% zu derselben zu entrichten. Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Verschweigung von Einkommen in der Steuererklärung sind im§ 72 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht. Gemäß§ 71 des Einkommensteuergesetzes wird von den Mitgliedern einer in Preußen steuerpflichtigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung derjenige Teil der auf sie veranlagten Einkommensteuer nicht erhoben, welcher auf Gewinnanteile der Gesellschaft mit beschränkter Haftung entfällt. Diese Vorschrift findet aber nur auf solche Steuerpflichtige Anwendung, welche eine Steuererklärung abgegeben und in dieser den von ihnen empfangenen Geschäftsgewinn besonders bezeichnet haben. Daher müssen alle Steuerpflichtigen, welche eine Berücksichtigung gemäß§ 71 a a. O. erwarten, mögen sie bereits im Vorjahr nach einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagt gewesen sein oder nicht, binnen der oben bezeichneten Frist eine, die nähere Bezeichnung des empfangenen Geschäftsgewinns aus der Gesellschaft mit beschränkter Haftung enthaltende Steuererklärung einreichen. Steuerpflichtige, welche gemäß§ 26 des Ergänzungssteuergesetzes von dem Rechte der Vermögensanzeige Gebrauch machen wollen, haben dieselbe ebenfalls innerhalb der oben angegebenen Frist nach dem vorgeschriebenen Formular bei dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll abzugeben. Auf die Berücksichtigung später eingehender Vermögensanzeigen bei der Veranlagung zur Ergänzungssteuer kann nicht gerechnet werden. Wissentlich unrichtige oder unvollständige tatsächliche Angaben über das Vermögen in der Vermögensanzeige sind im§ 44 des Ergänzungssteuergesetzes mit Strafe bedroht. Die vorgeschriebenen Formulare zu Steuererklärungen und zu Vermögensanzeigen werden von heute ab auf den Königlichen Kreiskassen und den Bürgermeisterämtern auf Verlangen kostenlos verabfolgt. Der Vorsitzende der Eintommensteuer-Veranlagungskommission: Dr. von Brendt, Königlicher Landrat. Bekanntmachung. Bezirks=Polizei=VerPolizei=Verordnung betreffend das Anbringen öffentlicher Bekanntmachungen im Stadtbezirke Neuß. Auf Grund der§§ 5 und 6 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850, des§ 144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 und des§ 43 der Gewerbeordnung für das deutsche Reich vom 21. Juni 1869 in der Fassung de Bekanntmachung vom 26. Juli 1900 wird für den Umfang des Stadtbezirks Neuß folgende Polizeiverordnung erlassen. S 1. an Bekanntmachungen aller Art in Schrist und Bild, sofern dieselben ihrem Inhalte uach überhaupt gesetzlich zulässig sind, dürfen nur an den zu diesem Zwecke bestimmten Anschlagsäulen angebracht werden. Bekanntmachungen öffentlicher Behörden werden hierpon nicht berührt, ebensowenig Bekanntmachungen, welche von Grundstücksbesitzern oder Mietern ausschließlich in ihrem Privat= oder gewerblichen Interesse an ihren eigenen Grundstöcken, Häusern oder Mietsräumen angebracht werden. § 2. Wer den Bestimmungen dinser Polizeiverordnung zuwiderhandelt, wird, soweit nicht Bestrafung auf Grund reichs= oder landesgesetzlicher Bestimmungen einzutreten hat mit Geldstrafe von einer bis zu dreißig Mark, im Falle des Unvermögens mit entsprechender Haft bestraft. Die Zustimmung des Herrn Regierungspräsidenten zu diesem Strafmaße ist erteilt. S 3. 1 Die Polizei=Verordnung tritt am 1. August 1910 in Kraft. Neuß, den 12. Juli 1910. Die Polizei=Verwaltung. le Der Bürgermeister: Gielen. Warnung! Die Anschläge an den Plakatsäulen werden fortgesetzt von Kindern und selbst von Erwachsenen beschädigt. Wir sehen uns im Interesse unserer Auftraggeber veranlaßt, diesem Unfug entgegenzutreten, indem wir in Zukunft die Täter zur Anzeige bringen.::„ Wir bitten namentlich die Eltern, die Kinder zu warnen.:: Plakat-Institut der„Neußer Zeitung“. die und Mansarde. in der Nähe des Marktes oder der Post. Offerten u. K S 101 an die Exped. dsr. Ztg. Gut möbl. Zimmer zu vermieten. Wo, sagt die Expedition. Porzellan-, Glas- und Militär-Malerei Tussmannstr. 17 Düsseldorf, Tussmannstr. 17 fertigt Café- und Tafelgeschirr, sowie Pfeifenköpfe, Stammgeger, Tenkolelel mn. mit jeder gewünschlen Adlerei und ebiger Inschrift an, ebenso Breatzteile für Geschäfte, Private, Vereine, Cafés, Hotels usw. mit oder ohne Wohnung, zu vermieten Niederwallstr. 7. 1 Die häufigen Verstöße gegen vie—. Beamter sucht zum 1. Fehr, ordnungen vom 25. November 1904 und 7. August 1900 nan 4 Zimmarn betreffend die Regelung des Fuhrwerks=Verkehrs auf öffentlichen Wohnung von 3 Zimmern Straßen geben mir Veranlassung die wichtigsten Bestimmungen dieser Verordnungen in Erinnerung zu bringen: 1. Sämtliche Fuhrwerke müssen stets die rechte Seite der Fahrbahn innehalten. 2. Beim Begegnen von Fuhrwerken aller Art ist nach der rechten Seite hin auszuweichen. 3. Beim Ueberholen von Fahrzeugen hat das zu über holende Fuhrwerk nach rechts auszuweichen. 4. Bei Eintritt der Dunkelheit sind sämtliche Fuhrwerke zu beleuchten. 5. Die Führer haben sich während der Fahrt bei ihrem Fuhrwerk aufzuhalten. Werden Fuhrwerke vom Fahr zeuge aus gelenkt, dann darf dieses nur von einem festen Sitze aus geschehen. 6. Alle Fuhrwerke haben beim Ertönen der Signale der elektrischen Bahn die Szeise sofort zu verlassen, sodaß die Wagen ungehindert vorbeifahren können. 7. Alle Fuhrwerke haben Leichenzügen auszuweichen, oder wenn es an Raum zum Ausweichen fehlt, so lange zu halten, bis der Zug vorüber ist. Neuß, den 17. November 1910. Die Polizeiverwaltung. Der Bürgermeister: Gielen. Neueste Singer-Nähmaschine Krone! Konkurrenzlos. Die hocharmige Singer-Nähmaschine Krone! verriegelt zugleich jede Naht. d. Genähte kann nicht aufgehen. undu Fahrrad-Grossfirma M. Jacoksohn, Berlis N. 2.. Linienstr. 126. Seit 80 Jahren Lieferant von Post-, preuss. Staats- u. Reicheisenbaha-Beamten-Vereinen, Lehrer-, Militär-und Krieger-Vereinen, versendet die becharmige Singer-Nähmaschine Krene II mit bygienisch. Fassruhe für alle Arten Schneiderei, 40, 45. 48, 50 Murk. 4 wöchtl. Probezeit. 5 Jahre Garantie. Jubiläums-Kafalog gratis. Leser dieser Zeitung gleiche Vorzugspreise. stiekt und stopft.— Jede Maschine Fernunterricht IIständiger Brsatz für den Unterricht an wisse, schäftlichen Lehranstalten durch die Methode verbunden m: aingehendge in 1. Deutsch. 2. Französisch. 3. 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Das Werkchen wird auch insofern höchst zeitgemäss sein, als es sehr wirksam dem Versuch begegnet, den ernsten, äusserst gewissenhaften Forscher und Experimentator als Stütze für die Hypothesen des Monismus zu proklamieren. Flechten näss. u. trockene Schuppenflechte, skroph. Ekzema, Hautausschläge, offene Füße Beinschäden, Beingeschwüre, Aderbeine, böse Finger, alte Wunden sind oft sehr hartnäckig; wer bisher vergeblich hoffte geheilt zu werden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährten Rino-Salbe trei von schädl. Bestandteilen. Dose Mark 1,15 u. 2,25. Dankschreiben gehen täglich ein. Nur echt in Originalpackung weiß-grün-rot und mit Firma Schubert& Co., Weinböhla-Dresden Fälschungen weise man zurück. Zu haben in den Apotheken. Zusammeneetzung: Wache, 01, Terpentin je 25.0. Birkenteer 3.0 Eigelb 20,0. Salicyl, Bore. je 1.9. Guterhaltener Saal- o. Kirchenosen billig zu verkaufen. Näh. bei Kl. Röhliuger, Architekt, Neuß, Mittelstraße 14.— Angespannter Togarbof zu verkaufen. 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