Erscheint äglich mit Ausnahme## Sonn- und Festtage. Bezugspreis verteljährlich einschließsie der täglichen Beilage „Bunke Blätter" u Neuß 1.50 Nkt., durch die Post bezogen 1.65 Ml. 10 Ariertem Unterzaltungs-latt 1.80 Mk., urch die Post bezoges 1.95 mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen. Neuß. . U l a k a t s ä u l e n. Druck und Verlag v0n Rob. Roack, Neut. Oechttuftel Neuß, Noustraße 1 Fernsprecher 37. Nr. 283. Erstes Blatt. Mittwoch, den 14. Dezember 1910.(Quatember f.) Angeigen 29 Pfg. die 7 gespaltene Detiirzeile, kleinere lokale Anzeigen 12 Pfg., aus wärtige 20 pfg. Reklamen 9 Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage in Konkursfällen wird der beivilligte Radatt hinfällig. Verantwortlich für den Anzeigenkeil: Johef Wyrich, Neutz. Eigene Plakatsäulen. 85. Jahrg. Politische Hachrichten. Deutschland. stehen. In der Stadt ist zwar alles ruhig; doch laufen die widersprechendsten Gerüchte um. Die von der Regierung getroffenen Maßnahmen lassen befürchten, daß die Gärung noch fortbesteht. = Großadmiral v. Köster erklärte in einer Rede im Deutschen Flotten=Verein zu Dresden, das Präsidium des Vereins stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß das Flottengesetz durchgeführt werden muß, daß aber zurzeit und in absehbarer Ferne kein Grund vorliegt, daruber hinauszugehen. Er fügte noch folgendes hinzu: Zum Schluß muß ich mich gegen die Ausführungen eines viel gelesenen Berliner Blattes wenden, welches sich dahin äußerte, daß, nachdem der Flottenverein eine Filiale des Reichsmarineamtes geworden sei, man aus unserer Forderung zu schließen habe, daß an amtlicher Stelle eine gewisse Neigung bestehe, wenn irgend möglich den Rahmen des Flottengesetzes zu durchbrechen. Ich habe hierauf zu erwidern: Einmal bedeutet unser Programm keine Durchbrechung des Flottengesetzes, es hält sich vielmehr durchaus in dem Rahmen desselben, sodann hat das Präsidium des Flottenvereins seinerzeit sein Programm in vollster Selbständigkeit aufgestellt, ohne mit irgendeinem der maßgebenden Faktoren der Reichsregierung in Verbindung zu treten, und ich füge hinzu, daß wir auch für die Zukunft gewillt sind, uns diese Selbständigkeit zu wahren. n.4 = Die große Prüfungsfahrt der Armeelastzüge welche von der Kraftfahrabteilung der Verkehrstruppen am 21. November begonnen wurde, nähert sich jetzt ihrem Ende. An der Fahrt beteiligten sich insgesamt 31 Gefährte, darunter 8 der Versuchsabteilung. Der einzige Unfall von Bedeutung während der Fahrt war die Einschneiung von 12 Lastfahrzeugen im Schmiedbergerpaß am 25. November. Gerade dieser Zwischenfall hat lehrreich gewirkt, worüber später noch Veroffentlichungen erfolgen werden. Jetzt ist nach Zurücklegung von 2000 Kilometern Magdeburg erreicht worden. Die Rückkehr der gen nach Schöneberg erfolgt am Donnerstag, wo sie eingehend untersucht und dem Vernehmen nach auch vom Kaiser besichtigt werden. X Ueber die Bekämpfung der Lungentuberkulose hat der Minister der öffentlichen Arbeiten den Eisenbahndirektionen einen Erlaß zugestellt, worin es u. a. heißt: Da nach den vorliegenden Erfahrungen die Nachbehandlung der in Lungenheilstätten behandelten Personen mit Tuberkulin sich als geeignet erwiesen hat, den Erfolg der Heilstättenbehandlung vielfach zu einem dauernden zu gestalten, hat der Vorstand der Arbeiterpensionskasse in dankenswerter Weise beschlossen, in den Fällen, in denen nach den Gutachten der Chefärzte der Lungenheilstätten diese Behandlung zur Erreichung des angeführten Zweckes angezeigt erscheint, diese Wohltat auch den Kassenmitgliedern zuzuwenden und die hierdurch entstehenden Kosten auf die Pensionskasse zu übernehmen. Indem ich wegen der näheren Durchführung dieser Maßnahme auf die von dem Vorstande der Pensionskasse an die Bezirksausschüsse erlassene Anweisung verweise, erachte ich es bei dem Interesse, das die Eisenbahnverwaltung selbst an der Bekämpfung der Lungentuberkulose hat, für angezeigt, die Bestrebungen des Kassenvorstandes nam Möglichkeit, insbesondere aber dadurch zu unterstützen, daß zur Durchführung der Nachbehandlung, die in Einspritzungen mit nachfolgender Ruhe des Behandelten besteht, Dienstbefreiungen oder=Erleichterungen nach den Verordnungen des behandelnden Arztes unter Belassung des vollen Lohnes gewährt werden, worunter auch die für die Aufsuchung des Arztes notwendige Zeit fällt. Diese verwaltungsseitige Fürsorge erstreckt sich nicht auf die Fälle. in denen etwa Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Krankenversicherungsgesetzes vorliegt und Krankengeld gezahlt wird. Die Kassenärzte sind zu ersuchen, in Fällen der Nachbehandlung den Dienstvorstehern die erforderlichen Diensterleichterungen nach Umfang und Art näher zu bezeichnen. Soweit eine Tuberkulinnachbehandlung für Beamte in Frage kommt, sind diesen ebenfalls Diensterleichterungen zu gewähren. Ob und inwieweit die Kosten der Behandlung auf die Staaskasse zu übernehmen sind, muß dem pflichtgemäßen Ermessen der Königlichen Eisenbahndirektionen überlassen bleiben. Zur weiteren Förderung seiner Bestrebungen hat sich der Vorstand der Arbeiterpensionskasse bereit erklärt, für die Bahn= und Bahnkassenärzte, die die Nachbehandlung übernehmen wollen, in der Lungenheilstätte „Moltkefels“, für die Aerzte der östlichen Eisenbahndirektions= bezirke, in der Heilstätte„Stadtwald“ für die Aerzte der westlichen Eisenbahndirektionsbezirke zweitägige Kurse über Tuberkulinbehandlung abhalten zu lassen. Indem ich diesen Entschluß mit besonderer Befriedigung begrüße, hoffe ich, daß die Herren Kassenärzte recht zahlreich von dieser Gelegenheit, ihre Sicherheit und Gewandtheit in der Anwendung der Nachbehandlungsmethode zu vervollkommnen, Gebrauch machen werden. Schließlich bestimme ich noch, daß in der einzureichenden Uebersicht über die Bekämpfung der Tuberkulose getroffenen Maßnahmen auch anzugeben ist, in wie vielen Fällen die Tuberkulinnachbehandlung unterstützt worden ist. Ausland. + Vorgänge in Rio de Janeiro. Der brasilianische Gesandte in Berlin hat eine am Sonntag Vormittag in Rio de Janeiro abgegangene Depesche erhalten, nach welcher nicht mehrere Kriegsschiffe, sondern nur ein Teil der Mannschaft des Kreuzers Rio Grande de Sul und das Seebataillon auf der Insel Das Cobras gemeutert haben. Bei dem Kampfe an Bord des Kreuzers zwischen den Meuterern und dem treugebliebenen Teile der Mannschaft wurde ein Offizier getötet. Durch das gegen die Insel Das Cobras gerichtete Feuer wurden alle Gebäude auf der Insel beinahe völlig weggefegt. Mehrere Granaten beschädigten in der Stadt mehrere öffentliche und private Gebäude. Von der Bevölkerung sind mehr als 200 Personen getötet oder verwundet worden. Die Verluste der Regierungstruppen belaufen sich auf etwa 100 Mann an Toten und Verwundeten. Von den Meuterern wurden etwa 200 Mann zu Gefangenen gemacht. Mehr als 300 Rebellen sind tot oder verwundet.— Die Kammer hat einstimmig die Verhängung des Belagerungszustandes beschlossen. Die parlamentarische Unverletzlichkeit bleibt beGerichtssaal. Dortmund. 13. Dez. Das Landgericht beschäftigte sich mit einer Strafsache gegen einen der im Sommer auf der Radrennbahn im Kaiser Wilhelmtal auf eigene Rechnung Rennen veranstaltet. Bei diesen Rennen war auf Grund der von der Stadt erlassenen Steuerordnung Billetsteuer zu erheben. Der Angeklagte hat dem Magistrat zur Stempelung die Karten eingereicht. Er ließ bei dem Rennen die abgestempelten Karten verkaufen, indessen erhoh er nur den im Texte der Karten angegebenen Eintrittspreis und nicht darüber hinaus die durch den Stempelaufdruck angegebene Billetsteuer. Er unterließ dies angeblich, um Reibereien mit dem Publikum aus dem Wege zu gehen, und zahlte in anderen Fällen die der Stadt zustehende Billetsteuer teilweise aus eigener Tasche. Die im letzten Sommer fällige Billetsteuer in Höhe von mehr als 700 ql hat von dem Angeschuldigten nicht beigetrieben werden können. die Stadt zwang ihn daraufhin zum Offenbarungseid. Durch die Nichtablieferung der Billetsteuer sollte sich der Angeschuldigte der Untreue schuldig gemacht htben. Das Landgericht sprach den Angeschuldigten aber frei unter Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse und führte in der Urteilsbegründung aus, daß das erhobene Eintrittsgeld lediglich ein Entgelt für die gebotene Schaustellung gewesen sei und sein frei verfügbares Eigentum bleiben müsse. Es könne keine Rede davon sein, daß an dem von der Kasse eingenommenen Gelde die Stadtgemeinde als Miteigentümerin anzusehen sei. Bei Beurteilung der Frage, ov Untreue gegenüber der Stadtgemeinde vorliege, kam wesentlich die Feststellung in Betracht, ob der Angeklagte kraft Vollmacht' der Stadt gehandelt habe, und somit verpflichtet war, die Billetsteuer zu vereinnahmen und abzuführen. Ein Vollmachtsvertrag lag aber nicht vor, sondern die Einziehung der Billetsteuer für Rechnung der Stadt gründete sich lediglich auf die mit gesetzlicher Kraft ausgestattete Steuerordnung der Dortmunder Behörde. Von Hah und Fern. Mülheim(Ruhr), 11. Dez. Die Beschlußfassung der Stadtverordnetenversammlung über die Schiffbarmachung der Ruhr von der Mündung bis zur Fahrstraße der Altstadt Mülheim zieht bereits ihre weiteren Kreise. Im Stadtbezirk Speldorf, der bis vor wenigen Jahren noch rein ländlichen Charakter mit vielen Bauernhöfen besaß, ist vor einigen Tagen auch der letzte Bauernhof für Industrie= bezw. Hafenzwecke angekauft worden. Der höher nach dem Walde zu gelegene Teil dieses Stadtbezirks weist eine außerordentlich rege Bautätigkeit auf. Die Aue an der Ruhr, im Süden der Stadt, vor dem Stadtbezirk Saarn, ist von den Grundstücksbesitzern vor einigen Tagen mit insgesamt 90 Morgen zum Preise von rund 400 000 A durch einen Agenten einem noch ungenanten Interessenten durch notariellen Akt an Hand gegeeben worden. Der Preis von über 4400 e für den Morgen erscheint außerordentlich hoch und wird kaum anders als für industrielle Anlagen angelegt werden. Die angrenzenden großen Grundstücke in der Saarner Aue befinden sich im Besitz vom Schalker Gruben= und Hüttenverein und der Firma Thyssen& Co. Als eine Folge der beschlossenen Schiffbarmachung der Ruhr wird die vor einigen Tagen erfolgte Niederlegung des Stadtverordnetenmandates des Großindustriellen August Thyssen angesehen. Hr. Thyssen befürchtet durch die mit der Schiffbarmachung verbundene Stauung der Ruhr, die Tätigkeit der Baggermaschinen und den Schiffsverkehr eine Verunreinigung des Wassers, das von dem Wasserwerk eine Verunreinigung des Wassers. das von dem Bewohner des Gebietes zwischen Mülheim=Dinslaken und Hamborn unterhalb der Deutsch=Luxemburgischen Hochofenwerke der Ruhr entnommen wird. Hr. Thyssen har hier mit einer Kostenaufwendung von über 3 Millionen Mark in den bis 1909 mehrere Wasserbecken mit Zementwänden und auf den Ruhrwiesen zahlreiche Brunnen angelegt, die nun zum allerdings kleineren Teile fortfallen müssen. Während nun Hr. Thyssen darin eine erhebliche Schädigung seiner Werksinteressen erblickt. nehmen die Gutachten der Stadtverwaltung den entgegengesetzten Standpunkt ein und behaupten sogar, daß das Wasser nicht nur nicht schlechter, sondern besser wird. Augenblicklich schweben laut Köln. Volktsztg. Verhandlungen, um wirkliche oder vermeintliche Schädigungen vorhandener Anlagen möglichst zu verhüten oder doch zu mildern. * Aachen, 13. Dez. In der vergangenen Nacht ist das städt., mit einem Hotel verbundene Quirinusbad abgebrannt: wobei zwei Kellner, die im Dachgeschoß schliefen, ihren Tod gefunden und erwa fünf Hotelgäste und Angestellte mehr oder minder schwere Brandwunden erlitten haben. Die Geschäftsführerin des Bades und ein Dienstmädchen sind unter Zuhilfenahme des Sprungtuches und des Rettungsapparates aus einem obern Stockwerk gerettet worden. e * Wetzlar, 12. Dez. Am Sonntag konnten die Gläubigen wieder in den Dom einziehen, zu dessen Restauration ein Kostenaufwand von einer Million und ein Zeitraum von acht Jahren nötig waren. Der Wetzlarer Dom, früher Stiftskirche zu unserer Lieben Frau, ist Katholiken und Protestanten gemeinsam, doch so, daß das große Chor und drei Nebenkapellen den Katholiken allein gehören, die Schiffe jedoch simultan sind, deren Benutzung den Protestanten von 7—9 und 12—2 Uhr zukommt. während welcher Zeit die Katholiken auch im Chor keinen Gottesdienst halten dürfen, wie dies in den Schiffen überhaupt niemals gestattet ist. Entsprechend diesen Verhältnissen fand eine evangelische und katholische Einzugsfeier statt Samstag, den 10. Dezember, fand die evangelische Feier statt; nachdem morgens 7 Uhr das Fest durch feierliches Domgeläut und Choralblasen vom hohen Domturme herab eingeleitet worden war, und sich der Festzug aus der zum Dom begeben hatte, fand hier um 10 Uhr die Einweihung und der Festgottesdienst statt.— L#athol Sonntag. den 11. Dezember fand alsdann die kathol. Feier statt. Nachdem die mächtigen Domglocken wiederum morgens 7 Uhr den langersehnten Tag festlich eingelautet ten, nahm Hr. Dechant Eberhard aus Betzdorf um 10 Uhr die katholische Einsegnung des Domes vor. Alsdann fand unter Vorantritt der städtischen Musikkapelle in feierlicher die Uebertragung des Allerheiligsten statt. der Herr Bischof Dr. Korum von Trier, der auch zu dieser seltenen Feier herheigeeilt war, ließ es sich nicht nehmen, diese Uebertragung selbst vorzunehmen. Es bedurfte aller Anstrengung der Polizei und der städtischen Feuerwehr, um der Prozession durch die ungeheure Zuschauermenge freie Bahn zu machen. Mit Oeffnet eure Tore. Fürsten, öffnet sie! Seht der Ehre König ist zum Einzug da“ zog die Prozession mit dem Allerheiligsten in das Gotteshaus ein.. Am Schlusse des Hochamtes stimmte der Herr Bischof selbst Um zwei Uhr bildete ein gemeinschaftliches Festessen den Abschluß der beiden religiösen Feiern im herrlich geschmückten Schützengarten. Wohl kaum hat Wetzlar jemals eine solche Festgesellschaft zusammengesehen, als bei dieser Gelegenheit: etwa 200 Gäste nahmen am Festmahl teil. Der Herr präsident brachte den Kaisertoast aus, worauf auch noch ein besonderes Begrüßungstelegramm an Kaiser Wilhelm gesandt wurde. Alsdann begrüßte der Herr Landrat Dr. Sartorius als Vörsitzender des festgebenden Vereins die Gäste und brachte ein Hoch auf dieselben aus; worauf der Herr Regierungspräsident, Prinz v. Natibor, in ebenso herzlicher Weise seinen Dank aussprach, die Verdienste der einzelnen Baumeister, besonders des Herrn Baurats Stiehl hervorhob und auf die Bauleitung toastete. Hierauf sprach Herr Bischof Korum besonders seinen und der Gäste Dank der Stadt Wetzlar und brachte auf diese den Toast aus. Alsdann toastete Herr Konsistorialpräsident Peter auf den Dombauverein und Herr Baurat Stiehl auf Kirchengemeinden. Herr Bürgermeister v. Zengen sprach dann den Dank der Stadt Wetzlar aus und schloß die Reihe der Toaste mit einem Hoch auf das Vaterland * Berlin. 13. Dez. Wegen Gotteslästerung ist die Agitationsschrift der brandenburgischen Sozialdemokraten„Die Fackel". die allmonatlich in Berlin erscheint, beschlagnahmt worden. Die neue Nummer enthalt ein Gedicht„Die Beichte“, in welchem die Staatsanwaltschaft die Kriterien der Gotteslästerung ervlickte. Die Nummer war schon zur Versendung gekommen, sodaß nur etwa 50 Stück als Rest der Auflage den Beamten in die Hände fielen. Die Fackel wird regelmäßig in Tausenden von Exemplaren unter den Landarbeitern ver breitet. Stadtverordneten-Sitzung. (9 Neuß, 13. Dezember. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten führte Bürgermeister Gielen den Vorsitz. Wir nehmen vorweg den Bericht über den letzten Punr, der die öffentliche Sitzung beschäftigte und mit dessen Erledigung der Bürgermeister, wie er bemerkte, der Bürgerschaft ein Weihnachtsgeschenk zu machen hofft. Es handelt sich um den Ankauf des Grimlinghausener und des Broich=Hofs. Bürgerm. Gielen führte dazu aus: Zum Schluß des Jahres haben wir in der vorigen Sitzung einen weitgehenden Beschluß gefaßt, durch den unser Grundvermögen sich wesentlich vermehrt hat und unsere Einflußsphäre wesentlich ausgedehnt wurde. Wir beschlossen, das Gut Grimlinghausener Hof von Frhrn. von Groote anzukaufen. Das Gut ist 449 Morgen groß, es liegt in der Hauptsache in Grimlinghausen in der ganzen Gemeinde verteilt. Die Hauptparzellen liegen am Eingang Grimling= hausens rechts und links von der Landstraße. 1200 Meter Front liegen an der Provinzialstraße. Durch den Ankauf ist die Stadt Neuß erfreulicherweise in die Lage gekommen, demnächst, wenn einmal die Gemeinde Grimlinghausen in engere Verbindung mit Neuß getreten sein sollte. den Einwohnern Grimlinghausens erhebliche Vorteile zu bieten und die Entwicklung Grimling hausens ganz wesenrlich zu fördern. Der Zeitpunft, an dem die Stadt Neuß sich von der ihr bietenden Möglichkeit Gebrauch machen wird, liegt bei Grimlinghausen und seinen Einwohnern selbst. Heute möchte ich bitten, diesem großen Gutskauf noch einen andern hinzuzufügen, und den Ankauf des Broichs Hof zu beschließen. Der Hof ist 245 Morgen groß und bis auf 12 Morgen am Glehnerweg völlig arrondiert. Er liegt am Nordkanal mit einer Front von 850 Meter. An dieser Front liegen Buschparzellen von 33 Morgen Größe, also in der Größe des alten Stadtgartens. Mit ganz geringen Mitteln können diese Büsche in eine neue städtische Parkanlage umgewandelt werden. Als ich die Möglichkeit sah, das Gut zu erwerben, glaubte ich, der Bürgerschaft, mit dem Ankauf einen großen Gefallen tun zu können, und in ihrem Interesse zu handeln.„ Wir haben leider wenig größere Komplexe, welche auf Wanderungen und Spaziergängen Schatten Dieser bestehende Busch ist einer derjenigen, welche sich am Besten zu einer derartigen Anlage eignen. aufpreis beträgt 210000 Mark. Wir können vadurch, daß wir die Dammflächen des Nordkanals hinzuPösrdblichen Stistest“ ges 40 Mogen bringen und verden im norolichen„Stadtteil. sobald das Jostens Büschchen auch erweimächte ich daraut geschaffen haben. Besonders mochte ich darauf hinweisen, daß durch diese Anlage ein zusam escsesr Picz Stsiergaung von necht erschlicher Buodchnung eigentliche Vertehrestrahen zu aa; Speziergang machen, ohne garten, die Kaiser Priebeichteote shaer e. ein ansehnlicher und ensberg beschlosse wilt, dann machen wir damit der „e recht annehnbares Beih. Ich bitte der Vorlage zuzustimmen! alser bentächihet Veichostaikg ese ecie Kheis alst asd anbelange, so läge das doch in weiter Zukunst. Es dürte Rch gepunn, den die Stadt beim Verkauf von Grundstücken Nie geingtne im### einstimmig angenommen. sttende auf denn die Tagesordnung verwies der Verwaltungsbericht für 1909/10, Einzeshesten Fscht. egdneten lag. Er brauche auf Se cselsgaeslte sähtsth erde dn Seclergehgen 9ib habe. Clster Auschwung ergebe sch guch lann genommen der Poltszählung. Der Redger„sich uch aus dem Resultat sästs schestee runs Hetress, Reuk. volstägdig an def Spize marAuf der Tagesordnung standen zunächst Verschiedene Neuanlagen im städtischen Schlachthof auis denr e um elektrische Veleuchtung, die 250g gu um pelt Kosten belause sch auf snegsesamt Gr K.e Die Die Vorlage wurde genehmigt. käunft geben Hönnen. mer da geweisen, sodaß die Meßger. Innung eie wärts habe bezieken müssen Ran Smp; unung Eis von ausalles, um Uebelständen ahane.Von Seiten der Innung geschehe Festsetzung von Straßenbaukosten gerweg die Kosten auf 115 4 für den Deuzm hender: lich Grunderwerb. für die Kölner Kandsrraeie6für die Schillerstraße auf 110 4 ge ube cuf s Kölner Landstraße muß der in die Stea: sestcdusezen. An der Boden unentgeldlich abgetreten werden Die Vorschläge wurden genehmigt. Armenkassenetat für 1911. Der Etat wurde genehmigt. über Anstellung eines Weinkontrolleurs. Stadt Köln abzuschließen. es Verttag mit der Kontrolleur für die Bezirte Kxy, Duteadaart“. den Kölner sein zu lassen. Die Kasten..a Dusseldorf und Nachen tätig Repikonen geteilt Fosten würden entsprechend den erfolgten meinane, Anstellung des Kontrolleurs wod viecht dut, die de. abgemacht sei. Es sei ihm bekannt, daß d, Gar d dent, im Auftrage der übergeordne“ die Hand genommen habe. Essen habe ga.. die Sache in Bürgerm. Gielen: Seines Erachtene uu zuruccesogen. Besseres machen, als sich Köln anzniaster tonne nan nichts dustriegebiet sich absondere, schade das nichte das Juund der Kreis würden sch wohl auch Köln ani escheise Gieiest. Die Ketlictel dr dhe. Köln gebe doch von der Duseld g zum Anschluß an aus. Er sehe tung, in dem zu jesen sei das a1s egen Artikel der Weinzeiwitmache veu zu iesen sei, daß eine Reihe von Städten nicht Bürgerm. Gielen: Keine Stadt# berum...... Keine Stadt komme um die Sache mit dem Gesundheitsamte vereinigen sahi.“ Kosten genommen. Dab ständen desondere Fachleute Ee Sasie Velietrseialeshen, Meichaleu e. größere Duantitäten seilhalten. Darüber haho die. zu sagen, das Geset bestinme da alein. Gr ae Stiod uicht Her siget Köln Moganere. Petgeand genden Wartlaut. etde hat solOrtsch=“ und landschaftlse ber Verupstaltung 15 Juli 1003“ landschaftlich hervorragenden Gegenden vom provinz vor 15. Ma. 1856 ur:, Stadteoronung für die Rheinsetzes gegen die Verunstaltung van Hersat den 2 h. lich hervorragenden Gegende“ nam zar schaften und landschaftplatz einschließlich der gaßan NartbraP V-cigerehk ias Oeieie Der R. ###er Eigenarr des Orts= oder Platzbildes beeinträchtigt den Häusern Böc, 50 und Oberstraße 130. 132 alten Befestigungsmauern und Türmen iste di““ grvie an den nehmigung zu versagen, wenn die gien in die polietliche Geder Eindruck den diese bernanrnten(genart der Bauwerke oder den gleichen Gründen ist die Ausführung hausite ungen am Obertor, an der Minstartirs destlicher Veränderder Christuskirche, der Dreikönigentircha s de 2Tearientirghe, ung von Bauten oder haulicken Veränd“ die Ausführ: ung dieser Bauwerke zu versagen Alde uude in der Umgebvorstehender Bestinnung gitt Stnne Gebäuden. 2§ 7. 9.: der T.=3 8 strache, der mit den mit den Gebäuden 1 und 8 bis 14. Te, der,„ Koinerstraße, der zuges genannt„am Obertor“ der mit u den des Straßenbestanden ist, somie die der mit den Gebäuden 2 und4 Fronten, weiter dieser Strakenter a: egenüterliegenden des Obertores herumführt: der Teivui grtaau die Westfront den Häusern Eitadellstraße Nr. 4 und Mitzod=Atrrade bis 61 ferner der Straßenzuc von der Sain„Mühlenstraße Nr. 70 von Kallen vorbei zur Erst führend. Deimühle den Leisteplaz, den Friedhaf(anrouien der den Münsterplatz Markt bis zum Endvunkt der roten Schule die Grcn. und die vom Büchel zum Münsted en: Schule, die Krämergasse den Gebäude, einschließlich“(dkase Sesen unsäumen. platz unsäumenden Gebäude einschlise, ch der Cec den einmündenden Straßen 1 3s10h der Ecgebäude an unsäumenden Gebäude einschlieklich der an diese zenden Eckgebäude der Breite= und Schuste diesen Plas orenPlatz aus sichtbaren Hintergehäude Sanu; die von dem genüberliegenden Fronten der Breit. Breitenausdehnung des Platzes... Scustraße in der Aichertraße ong der Schorlenertrok. Rünze werde eingestellt werden een men war. Diese Summe int#.##.. in Aussicht genomnoch nicht erreicht. Am Ende d.= mit der Novemberprägung aon. M.s pied alse Pnge Peche 465. 1.7 in Uniostücen fortgefahren lst, Velishslk und eaif Len faeches guesn enlch u. den entschieden werden wird tick der Gunfundzwanggpfennigltücke 8 Grad über Null. niedu an gestrigen Tage heute Mogen 4 Grad über Nul. Vorgnag.dt 3.Prad. Wind südwestlich.— Jarometer unveräudert. 15. Dezember: Meist bedeckt, milde, Nebel, feucht 6. Dezember: Bedeckt, trübe, milde, feucht. 17. Dezember: Meist krübe, Niederschläge, naßkalt; windig. Deutscher Reichstag. Berlin. 13. Dez. des Etats wurde fortgesetzt. Wir wurde folgendes beichlalen Sd gegen die Verunstaltung des Stadtbildes zur Durchführung der in den 8f 1 unddi Sosten nungen für den Unternehmer au. 1.2 angegebenen BestimBauobjekten in keinem angemessenen Verhäf iteve g, 81 den der geforderten Aenderung abgeseben werden der Art der Anbringung, der Form oder der veranstaltet würd Platze der Stadt 5 bildes beeinträchtigt wurd. Oits= oder Straßenser Bauwerke und der Eindrug don 3. 2 die Eigenart die. trächtigt werden würde sie dervorrufen, beinbessehende Anlagen dieser Ark. Diese aeli. se scescheicde Seschihenen an de hchche. biger Entwurf beizufige stäblicher fardie Dauer von 2; Jahren Sgchnete für gemshit.— 8 Jahren Sachverständige und Stellvertreter scs se e s ee e ce escesce eltce bechice echicegsche ..§ 5.„Ausnahmen von den Vorschriften der S§ 1 und 2 Veischent welasenugen kann in Einzelfälen der Regierune I. Stere,.d2es, S. 12, Ler. Laddesverpaltungegeiete— ui den dort gegebenen Rechtsmitteln anfechtbar Vercindigung: srafstimmungen treien mit dem Tage ihrer Die Versammlung genehmigte ferner den Erwerb von Gelände züicte(Wener= und Pittariattinte smener prosektierter StraßenDie Vermietung des alten Gymnasiums und des Zeughauses nie m.. H. in Neuß wurde denehmtaouu du vester Compag.. Der Verpachtung von 2 Industrieplätzen Rschiesceteis eitecececte and Alstasie eih Teuerungszulage von 200 und 150 cK und die Polizeibeamten eine solche von sokale Hachrichten. atsestestel ee. sge e. certhe de e Pac Peinr Cchesch eise e, Vereie, bordern se Die erste Lesung nehmen vorweg eine Rede des Reichskanzlers Reichekangser sprach nach den Adg. Dr. David, er führtse st ie eois de leshantgen de 3ch, Sichier 1chi. Schel bekrihe Die 88 3i, Ppialdenator, meir Dachz P Veerdacdl dueseshrasen Vonesgsaldene ienticher Seite der ausdrücklich erklärt mard teite. londern nachden Pehatel au dae Ve. Perlshen fesgetelt, seten zu veli artige Angriffe in Schutz zu nehmen.(Sessest 9) Dis dat puit den GPrchzenden. gerichtishen Verschren derspruch der Sozialdenokraten.) Den Vorwo. Zu g. 16. Seshenesreienruns ud der Natonallbernaten. Laimn der ben. Apenr gange, ulter bidesornsen gegen den R.2 1chs sch. ssch elcheil Se schkeice Baurch e andern Fundesratstische V. Fers ISzialdenokratischen Keil allein noch der greise Aba. Hliehen, uit. Hesten ud Mortet geger den Kanser. K o. Seschseshasen selase ean. Ai. Keaialt geich die seisin en is ehlacdenschlsche 2 i. buizie hes. Sesesche. ce ae. die es, Käase ent el Sile. Lärm dauert noch eine Weile fort. e chskanzler v. Bekhmann Hollwea: Darüber beS se 9s Perhaser, Au ea. gi hrt, n(Stütemischer Besel. Shasshalest unt: Vollonnen beveisigse, Vehgangtungen gen des Ruse Schamlosigleit zur Ordnung. beteiligt hätten. Endlich tritt wieder Ruhe ein. „ des pfe bei pri un des zie hie zur die lon pri 10 ei ung dieser st zunächst der neuen ht genomerprägung s waren im Umch noch in inzigpfenis danach lich sind Rünzsorte in den Wünsche Anklang erständrbestehen ßnahmen nicht in inigstücke sen Tage 3 Grad, rändert. idig. Ber. zt. Wir 1. Der führte s seiner beschäfinn geh nicht g der gut! e der Kraersuchte achdem Exzesse, neun n und uptung ir bei derichtig! fahren r Wiüberst abAch(Lebaten.) Angeische Moader n der orten ein er= nterdemohause m ist Der fortokraluses chsnden Zudem sitzt Abg. ortiner Als der eLetzte Tlachrichten und Telegramme der„Tleußer Zeitung“. Vom Kronprinzenpaar. An Bord des Reichspostdampfers„Lützow“ des Norddeutschen Lloyd.(Durch Funkenspruch über den Dampfer„Eneisenau" nach Bombay.) Nach einem Abschiedslunch bei dem Gouverneur begaben sich der Kronprinz und die Kronprinzessin um 4 Uhr nachmittags auf den Kreuzer„Gneisenau“ und von dort um 5 Uhr auf den Reichspostdampfer„Lützow“ des Norddeutschen Lloyd, wo sie vom Kapitän und den Offizieren empfangen wurden. Der Kronprinz verabschiedete sich hier von der Kronprinzessin und begab sich dann mit Gefolge zurück auf die„Eneisenau". Beide Schiffe lichteten nunmehr die Anker und verließen, der Dampfer„Lützow“ voraus, Colombo. An der Mole brachte die deutsche Kolonie dem Kronprinzen und der Kronprinzessin, die von ihrem Aufenthalt auf Ceylon sehr befriedigt waren, zum Abschied drei Hurras dar. Bis 11 Uhr abends fuhren beide Schiffe in geringem Abstande nebeneinander und blieben im ständigen Signalverkehr. Um 10 Uhr 30 Min. feuerte die„Eneisenau“ einen Salut von 21 Schuß für die Kronprinzessin. Dann wurde auf beiden Schiffen ein Feuerwerk abgebrannt, das einen großartigen Anblick bot. Nach abermaligen Abschiedssignalen trennten sich die Schiffe. Die„Gneisenau“ steuerte nördlich nach Bombay, die„Lützow“ westlich nach Aden. Es herrscht herrliches Wetter und ruhige See. Berlin, 13. Dez. Die achtundsechzigjährige Rentiere Hoffmann wurde heute nachmittag in ihrer Wohnung in der Blumenthalstraße tor ausaefunden. Die Leiche lag im Bett in einer Blutlache und war bereits stark verwest. Die Decke und das Deckbett waren sorgfältig darüber gelegt. Nach den polizeilichen Ermittlungen ist die Frau das Opfer eines Mörders geworden, der anscheinend die Absicht hatte zu rauben, aber gestört worden ist. Stettin. 13. Dez. Beim Einlaufen eines Schnitterzuges in den Personenbahnhof gegen 3 Uhr nachmittags entgleisten drei Wagen und legten sich auf die Seite. Dabei ist ein junges Mädchen tödlich verunglückt. Ein junger Mann erlitt einen einfachen, ein zweiter einen komplizierten Beinbruch. Die Aufräumungsarbeiten sind beendet. h. Danzig, 14. Dez. Die zu Festungshaft begnadigten Bonner Borussen treten die Haft vor Weihnachten in Weichselmünde an. Rio de Janeiro, 13. Dez. Die Meuterer werden vor ein Kriegsgericht gestellt. In der Stadt ist alles ruhig. Schiff„Malines“ Schiffer B. Köhnen mit Holz von Rotterdam. Schiff„Johanna“ Schiffer Meurs mit Roggen von Rotterdam. Schiff„de Jong“ mit Holz von Rotterdam. Abgegangen am 13. Dezember 1910: Schiff„Heinrich und Frieda“ Schiffer Ritter mit Kohlen und Koks nach Mannheim. Schiff„Boß& Langen“ Schiffer Verschuren mit Stückgut nach Rotterdam. Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 14. Dezember. Neue Kartoffeln 50 Kilo KK 3,30—3,70 Heu 50 Kilo.„„ 2,70—3,20 Luzernerheu 50 Kilo„ 3,70—420 Krummstroh 500 Kilo. 0 17,— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 19.— Butter Kilo„ 2,69 Eier 100 Stück„ 13.— Neuer Weizen 100 Ko. 1. Qu. 19 2." 18 Neuer Roggen 100 Ko. 1. 14 „„ 2." 13 Neuer Hafer 100 Ko. 1.„ 14 2. 13 Alter Hafer 100 Ko. 1. 15 „„ 2." 14 Am heutigen Getreidemarkte unverändert.— blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen Preisnotierungen der Neußer Müller. Denk. 14. Dezember. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine„ Kleien 50 Kilo Rüböl und Kuchen unverändert. Schiffsnachrichten. Hafenverkehr im Rhein-Erft=Hafen zu Neuß. Angekommen am 13. Dezember 1910: Schiff„Cornelia“ Schiffer W. Vermeulen mit Holz von Rotterdam. Schiff„Bella“ Schiffer Anton Ernst mit Cement von Biebrich. Krefeld, 13. Dez. Marktpreise. Kartoffeln 7,20—8,00, Stroh 3,40— 4,00, Heu 5,00—6,00 per 100 Kilo. Rindfleisch 1,30—1,60, Schweinefleisch —1,80, Kalbfleisch 1,40—2,00, Hammelfleisch 1,40—1,80, Speck, geräuch. und mager 1,70—1,80, gewöhnl. Eßbutter 2,60—2,70 per 1 Kilo. Eier 60 Stück 5,40—6,60, 25 Stück 2,25—2,75 M. Mörs, 12. Dez. Fruchtmarkt. Weizen 1. Qual. 19,60, 2. 18,60, Roggen 1. Qual. 14,80, 2. 14,00, Gerste 12,00—13,00, Hafer 15,00—17,80, mittel—.—, Kartoffeln, weiße 6,80, rote 7,80, Grasheu 6,00, Kleeheu 7,00, Richtstroh 5,00, Krummstroh 4,00 M. per 100 Kilo. Leinmehl im Kleinhandel 18,00, per Waggon 17,50, Baumwollsaatmehl 17,60 resp. 17,40, Kleie 11,00 resp. 10,00, Kokoskuchen 16,50 resp. 16,20. Köln, 13. Dez. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 60,00 B., Mai 58,00 B., 57,50 G. Luzernerheu 8,00—8.40, Wiesenheu 5,80—6,80, Richtstroh(Flegeldrusch) 3,90—4,40, Krumm= und Preßstroh 2,50—3,10 die 100 Kil. Essen, 12. Dez. Getreidemarkt. Weizen, inländ. 18,75—19,75, fremder 20.75—22,25. Roggen, inländ. 14,00—15,00, fremder 16,50—17,50. Hafer, inländ. 00,00, fremder 15,75—18,00. Buchweizen 18,50—19,00. Futtergerste 12,00—13,00. Mais 13,75—17,00. Weizenvorschuß 27,75— 30,75. Roggenvorschuß 21,75—22,75. Weizenkleie 8,75—9,25. Alles Frachtgrundlage Essen die 100 Kil. ohne Sack, bei Abnahme von Doppelladungen, mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Berlin, 13. Dez. Fruchtmarkt. Weizen Dez. 203,00(202,75), Mai 202,25(201,75), Juli 000,00(000,00). Roggen Dez. 147,75(147,50), Mai 155,50(155,00), Juli(00,00(000,00). Hafer Dez. 000,80(146,50), Mai 153,75(154,00). Mais Dez. 000,00(000,00), Mai 000,00(000,00). Weizenmehl 24,00—27,75. Roggenmehl 18,70—21,20. Rüböl Dez. 57,10 (57,00), Mai 56,70(56.50). Bei mäßig großen Umsätzen war die Haltung am Getreidemarkte etwas fester. Weizen konnte seine Preise zum Teil erhöhen, unter dem Eindruck des festen Verlaufs der gestrigen englischen Märkte und widersprechender Nachrichten aus Argentinien. Für Roggen trat, besonders auf Mai, Nachfrage hervor, da die russischen Angebote gering waren. Hafer war auf Abwickelungen schwächer. Mais hatte sehr ruhigen Verkehr. Aüböl hitte sehr ruhigen Verkehr. Breslau, 12. Dez. Kleesamen. Rotklee ruhiger, 5056—72, Weißklee sehr fest, 60—80—100, Schwedischklee fein, seidefrei, darüber, 40— 50 60, Tannenklee feiner fest, 45—55—65, Thimothy befestigt, 25 24— 40, Rataras sehr ruhig, 14—16 18, Serradella ruhig, neue 9,50— 10,00—11,0 M. Hamburg. 13. Dez. Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner Dez.=Jan. 203,00. Roggen stetig, Mecklenb. und Altmärk. 144—156, russ. eif 9 Pud 10/15 Pfd. Dez.=Jan. 105.00. Gerste ruhig, südruss. eif Dez 99.50 Hafer ruhig, Holsteiner und Mecklenb. 158—175. Mais ruhig, amerikan. mixed Dez=März 97,00, La Plata eif Dez.=Jan. 96.50. Rüböl ruhig, 59,00. Spiritus ruhig, Dez. 20,50, Dez.=Jan. 20,30 G., Jan.=Febr. 20,50 E. Petroleum(amerikan.) spez. Gewicht 0,800 schwach, 6.00. Salveter stetig, 8.95, Febr.=März 9,12½, Mai 9.07½. Hamburg, 13. Dez. Kaffee ruhig, Dez. 55¾, März 55¼. Mai 55, Sept. 54 G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. Bremen, 13. Dez. Schmalz, vorr., Tups und Firkins 55¼, Doppeleimer 56¼. Stetig. Autwerpen, 13. Dez. Kaffee fest, Dez. 71, März 71, Mai 71, Juli 71. Chicago, 13. Dez. Getreidemarkt. Weizen Dez. 91¼(91), Mai 95½(95⅝), Juli 93(93), Sept.—(—). Mais Dez. 45 (45½), Jan.—(—), Mai 47(47¼), Juli 47⅝(47⅞). Hafer Dez. 31 3/8 (31¼), Mai 34(33⅞). Roggen vorr. 81½(80½), Mai—(—). Leinsaat Dez. 2,42½(2,38), Mai 2,49(2,44). New=York, 13. Dez. Getreidemarkt. Weizen Dez. 96⅝(96⅝). Mai 102(102), Juli 100(100), Sept.—(—). Mais Dez. 54 (54½), Mai 55¼(55⅝), Juli—(—), Sept.(—). Mehl spring wheat 4,05(4,10). Getreidefracht nach Liverpool 2¼(2). Roggen vorr 83½(83½). New=York, 13. Dez. Baumwolle. Baumwolle vorr. 15,05(15,05), Dez. 14,69(14,76), Jan. 14,76(14,82), Febr 14,87(14,93), März 15,05 (15,10), April 15,12(15,16), Mai 15,25(15,29), Juni 15.23(15.27), Juli 15,23(15,27), Aug. 14,87(14,94), Sept.—.—(—.—), Okt. 13,56(13,54). Viehmärkte. Krefeld. 13. Dez. Zum heutigen Viehmarkt waren aufgetrieben 288 Rinder und Kühe, 5 Bullen und 6 Ochsen. Die Preise stellten sich wie folgt: 1. vollfl. ausgem. junge Kühe höchsten Schlachtw.(bis zu 7 Jahren) auf 78—79, 2. vollfl. ausgem. ältere Kühe h. Schl. 74—75, 3. für wenig gut entw. j. Kühe auf 68—00, 4. für ältere nicht ausgem. Kühe auf 58— 0 M. die 50 Kilo Schlachtgewicht. Geschäft schleppend, voraussichtlich Ueberstand. Dinslaken, 12. Dez. Zuchtviehmarkt. Aufgetrieben waren 350 Stück Rindvieh, 2 Kälber. Die Preise stellten sich wie folgt: Kühe 1. Qual. 550—630, einzelne höher, 2. 450—540, 3. 300—420, tragende Rinder 259 480. Stiere 190—375. Geschäft flott, Markt geräumt.— Nächster Zuchtviehmarkt am 19. Dez. Lo. Jn, 12. Dez. Zum heutigen Viehmarkt in Islington waren 2300 Stück Hornvieh und 7990 Schafe. Preise fur Hornvieh 2 S. 10 D. bis 5 S. 4 D., Schafe 3 S. 8 D. bis 5 S. 8 D. für 8 Pfd. Wolle. Antwerven. 13. Dez. Wolle ruhig. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B) Dez. 6,07½, Jan. 5,95, Febr. 5,85, März 5,77½, April 5,70, Mai 5,65, Juni 5,62½, Juli 5,60, Aug. 5,57½, Sept. 5,55, Okt. 5,52½, Nov. 5,50. Umsatz 90,000 kg. Bradford, 12. Dez. Wolle ruhig. Kohlen. Wagengestellung am 12. Dez. Im Ruhrbezirk gestellt 24559, gefehlt 59.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 779, gefehlt 000.—. Saarbezirk gestellt 3044, gefehlt 0.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 1895, gefehlt 90.— Im oberschlesischen Revier gestellt 11097, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken vom 13. Dezember. Amsterdam 4. Belg. Plätze 5. Deutsche Plätze 5. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 4¼. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 4½. Schweiz. Plätze 4½. Wien 5. Der DetaillistenVerein Neuß richtet an seine Mitbürger die herzliche Bitte, ihre Einkäufe nur am Platze zu machen. J. P. Plücken Gründung 1945 Inhaber Franz Vell, Niederstrasse 79—81 Telephon 347 Bernh. 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Die Zinsscheine Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der 3prozentigen deutschen Reichsanleihe von 1901 mit Januar=Juli=Zinsen über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. Januar 1911 bis 31. Dezember 1920 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden vom 1. Dezember dss. Is. ab ausgereicht und zwar durch die Königlich Preußische Kontrolle der Staatspapiere in Berlin S. W. 68, Oranienstraße 92/94, durch die Königliche Seehandlung(Preußische Staatsbank) in Berlin W. 56, Markgrafenstraße 46a, durch die Preußische Zentralgenossenschaftskasse in Berlin C. 2, am Zeughause 2, durch alle Reichsbankhaupt= und Reichsbankstellen und alle mit Kasseneinrichtung versehenen Reichsbanknebenstellen, durch alle preußischen Regierungshauptkassen, Kreiskassen, Oberzollkassen, Zollkassen und hauptamtlich verwalteten Forstkassen, durch diejenigen Ober=Postkassen, an deren Sitz sich keine Reichsbankanstalt befindet, ferner in Bayern durch die Königliche Hauptbank in Nürnberg und ihre sämtlichen Filialen, in Sachsen durch die Königl. Bezirkssteuereinnahmen, in Württemberg durch die Königl. Kameralämter,— Inten in Baden durch die Mehrzahl der Großherzoglichen Finanz= und Hauptsteuerämter, 1 ohne in Hessen durch die Großherzoglichen Bezirkskassen) Reichsund Steuerämter,1 bankin Sachsen=Weimar durch die Großherzoglichen Rechnungsämter,1 anstal. in Elsaß=Lothringen durch die Kaiserl. Steuerkassen, in den übrigen Bundesstaaten durch verschiedene von ihnen bekannt gegebenen Kassen. Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Abhebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigenden Erneuerungsscheine(Anweisungen, Talons) einzuliefern sind, werden von den vorbezeichneten Ausreichungsstellen unentgeltlich abgegeben. Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind. Berlin, den 14. November 1910. II. 913. Reichsschuldenverwaltung: v. Bischoffshausen. zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Wir bieten Ihnen für den Weihnachts-Bedart die allergrösssten Vorteile. In allen Abteilungen ExtraAngebote zu bedeutend ermässigten Preisen. Die Ausgabe unseres Prachtkalenders 1911 beginnt heute. = Sonder-Angebote= Bekanntmachung. Gemäß§ 19 der Ausführungsbestimmungen zum Weingesetz vom 7. April 1909 sind außer den Weinhändlern auch die Wirte, Lebensmittelhändler und sonstige Kleinverkäufer, die Wein in Flaschen verkaufen, zur Buchführung über die Einund Ausgänge in vorgeschriebener Form verpflichtet. Auf diese Bestimmung werden die beteiligten Gewerbetreibende wiederholt mit dem Bemerken hingewiesen, daß Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift gerichtliche Bestrafung zur Folge haben. Neuß, den 9. Dezember 1910. Der Königliche Landrat: Dr. von Brandt. Bekanntmachung. Durch das Oeffentliche Untersuchungsamt des Kreises Neuß ist festgestellt worden, daß die in den Handel gebrachte Milch vielfach erhebliche Mengen Schmutz enthält. Dieser Schmutzgehalt, welcher der Milch gesundheitsschädliche Beschaffenheit verleihen kann, ist auf unsorgfältige Gewinnung bezw. Behandlung der Milch zurückzuführen. Die Produzenten und Händler werden daher wiederholt auf die Notwendigkeit der sauberen Gewinnung und sorgsamen Filtration der Milch mit dem Bemerken hingewiesen, daß beim Verkauf und Feilhalten von mit Kotbestandteilen verschmutzter Milch die Einleitung des Strafverfahrens auf Grund des Nahrungsmittelgesetzes zu gewärtigen ist. Neuß, den 10. Dezember 1910. Dr. von Brandt. Königlicher Landrat. Ein Posten Jacken-Kleider aus Stoffen engl. Art, hübsches Fasson. Jetzt 5 M. Ein Posten Jacken-Kleider aus schönen Stoffen und Fassons. Jetzt 10 M. Ein Posten Jacken-Kleider prachtvolle Teile, vorzügl. Stoffe. Jetzt 20 M. Ein Posten Jacken-Kleider aus reinwollenen Stoffen, modernste Fassons. Jetzt 25 M. Ein Posten Jacketts aus guten Stoffen, hübsche Fassons. Jetzt 3 M. Ein Posten Jacketts aus farbigen Stoffen, lange Fassons. 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März 1896 über den Betrieb der Bäckereien und Konditoreien gestatte ich für das Jahr 1911 auf Grund der Nr. VI Absatz 2 der Ausführungs=Anweisung zu der erwähnten Verordnung für den Umfang der Bürgermeisterei Neuß die Ausführung von Ueberarbeiten in den unter die Verordnung fallenden Bäckereien und Konditoreien an den nachbenannten Tagen: in der Woche vor Fastnacht....... „„„„ Ostern „ Pfingsten „„„„ Neußer Kirmes „„ 3. Woche vor Nikolai(Woche vom 13. zum 18. November 1911) „„ 2. Woche vor Nikolai(Woche vom 20. zum 25. November 1911) an den 3 Nikolai unmittelbar vorausgehenden Werktagen(Samstag, den 2. Dezember, Montag, den 4. Dezember, Dienstag, den 5. Dezbr. 1911) aa den beiden Weihnachten unmittelbar vorausgehenden Werktagen(Freitag, den 22. Dezember und Samstag, den 23. Dezember 1911 an den beiden Neujahr unmittelbar vorausgehenden Werktagen(Freitag, den 29. Dezember und Samstag, den 30. Dezember 1911).„„ Die Bekanntmachung vom 3. dss. Mts. wird aufgehoben Neuß, den 12. Dezember 1910 Der gesamte Vorrat Damen-HUTE, garniert u. ungarniert Für die Hälfte des Früheren Preises. Necr Biotophon-Theater 13 Crefelderstr. 13 Lichtspielbühne I. Ranges. Spielplan für Mittwoch und Donnerstag. Naturaufnahmen: Die romantische Insel Rügen. Feuerwehr- Manöver in Australien. Dramen: Die Ehre der Frau ist heilig. Dergutberzige Steuererbeber Die zerbrochene Violine. Das Haus mit den geschlossenen Fensterläden. Humoristische Bilder: Moritz will mit dem 5 Uhr Zug fahren. Die Furcht vor dem Feuer. Johann hat Pferdemedizin getrunken. Der durchgegangene Römer. Die Bilder werden von dem Meister Recitator Herrn Melich erläutert und erklärt. Die Direktion. St. Martinsfackelzug der Altstadt. Donnerstag Abend punkt 8½ Uhr im Lokale des Herrn Wilh. Speck, Büchel: Tagesordnung: Rechnungsablage, Beschlußfassung über evt. Verteilung des Ueberschusses. Unentbehrlich für Damen mit starken Hüften u. stark. Leid ist Korsekt Graciella 57988. Seit 20 Jahren bewährt, wird Kors. 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Erster und zweiter Gewinn je eine Damen=Uhr.— Aufnahme neuer Mitglieder an der Kasse.— Tische und Stühle dürfen nicht belegt werden.— Eintritt von 6 Uhr ab. 8864 Der Vorstand. Visitkarten, Glückwunschkarten, Verlobungs- Anzeigen, Vermählungs-Anzeigen, Briefpapiere mit Monogramme— Prägung, sohie sämtliche Privatdrucksachen in vornehmer Ausführung. Ludwig Rutz Inh.: L. Tinner Buch- und Kunsthandlung, Papierwaren, Telephon 432. Niederstrasse 46. Schiff„Johanna“ Schiffer Meurs, ist von Rotterdam im hiesigen Hafen mit 175 950 Kilogr. Roggen angekommen. Der unbekannte Empfänger möge sich bei Jak. Lowey, Düsseldorferstraße 8, melden. Zeinste Kochwurst, eine Delikatesse in Erbsen= und Bohnensuppe, wöchentlich frisch empfiehlt Max Salm, Oberstraße 80. Telephon 321 88 98 9 8 8 98 Buchdruckerei der Neusser Zeitung - U. werden in sauberster und geschmackvoller Ausführung schnell u. preiswert angefertigt 8 88 98 9 88 Rob. Noack.. Neuss a. Rh. Quatemberfasten! Empfehle lebendfrisch. 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Symphonie op 55 As-dur E. Elgar unter Leitung des Komponisten. Orgel: Herr Willi Geyr, aus Krefeld. Nach dem Konzert Fest-Essen mit nachfolgendem Fest-Ball. an welchem auch Nichtmitglieder un! Nichtbesucher des Konzerts teilnehmen können. Eintrittskarten für das Fest-Konzert. Saal Mk. 5.— 3.—, Galerie Mk. 3.—, 2.—, 1.—.(zuz. städt. Billeisteuer) sowie Festschrift mit Programm, Pr. 1 Mark in F. Schuckerts Musikh-ndlung und abends an der Kasse. Teilnehmerlisten für das Fest.Essen:(Das trockene Gedeck 3 Mark) liegen zum Einzeichnen in der Gesellsch. Verein, Erholung, Stadtballe und F. Schuckerts Musikhandlung auf. Empfehle zu Weihnachten: Alle feineren Korbwaren, Plüsch- u. Korbsessel, Blumentische, Papierkörbe usw. Größte Auswahl am Platze. Alle Korbreparaturen. = Spielwaren äußerst billig. Wilhelm Königs, Oberstraße 100, früher Neustraße. Tragende belgische Stute, steht wegen Raummagel zu verkaufen. Oberstraße 95. Wascirau suckt Bunden, im Haus, Naß u. Schrankferti Bergheimerstraße 65, 2. Etag — Karte genügt.— Erscheint glich mit Ausnahme der Lon Sonn- und Bezugspreis der täglichen Beilage „Bunte Blätter" Neuß 1.50 Mlk., durch is Post bezogen 1,65 Nik. an Mustriertem Unter altungsblatt 1.80 Rk., nich die Post bezogen 1.95 Mt. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Jesef Wyrich, Neuß. Eigene Dlakatsäulen. Neußer Zeitung Rob. Roat, Neu Amtliches Kreisblatt Neutz, Nenstraße 1. 9. Anzeigen 15 Pfg. die Tgewecher Petitzelle, kleinere Jekele Anzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Raben hinfällig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Nr. 283. Zweites Blatt. „IIch bin im Auslande deutscher Patriot geworden!“ Die Neue Reichskorr. schreibt: Die Sozialdemokratie erblickt ihre Lebensaufgabe darin. in den breiten Massen Anzufriedenheit zu erzeugen; ohne Unzufriedenheit keine revolutionäre Gesinnung, ohne Unzuf heit keine Sozialdemokratiel, Deshals immer wieder die Befinden wie im Deutschen Reiche bezw. im v. ußischen Staate. In erster Linie sind es die Vereinigten Staaten vo Amerika, die bei solchen Vergleichen als dasjenige Land hingestellt werden, wo jedem Einzelnen, der das Glück habe, Bürsate de ie dei esten. Jehzehalg, wanderer, die danals uz, Land, lanen, knd viesach shnel zu Wohlstand gelangt und haben Lebens= und Exwexhsbedingun: gen vorgefunden, die erheblich besser waren als die in ihrer Heimat. Diese Zeit aber liegt um mehr als ein halbes Jahrhundert zurück, und in den meisten europäischen Ländern, ganz besonders in Deutschland, sieht es heute ganz anderz=gng###e vor 50 und 60 Jahren. Das weiß natürlich auch die sozialdemokratische Presse sehr gut; trotzdem aber wird nach wie vor von den Vereinigten Staaten als von dem in dem die wesentlichen Forderungen der sozialistischen Staatsund Wirtschaftsauffassung verwirktlicht seien spruch oder Belehrung von bürgerlicher Seite hat immer wieder zu agitatorischen Zwecken ausgebeutete Vorstellung aufkommen können. Jetzt aber hat ein Mitg demokratischen Partei, der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Karl Liebknecht über die politischen und sozialen Verhältnisse in den Vereinigten Staaten von Amerika sich in e#er Weise geäußert, die die deutsche Arbeiterschaft gründlich darüber belehren muß, daß sie alle Ursache hat, mit den Zuständen in ihrem Vaterlande zufrieden zu sein und die Ueberlegenheit der staatlichen Schutz= und Fürsorgemaßnahmen im wirtschaftlichen und sozialen Leben Deutschlands zugunsten der Arbeiterschaft rückhaltlos anzuerkennen, aber nicht die mindeste Ursache hat, die amerikanischen Arbeiter um die Verhältnisse zu beneiden, unter denen sie leben. In San Franzisco hat Liebknecht i einer Rede ohne weiteres eingestanden, daß ihm seine Reise durch die Vereinigten Staaten schwere Enttäuschungen bereitet hat. Er, dem es bisher sozusagen tägliches Beourfnis war, den preußischen Staat als den Inbegriff alles Verächtlichen und Hassenswerten hinzustellen, erklärte u. a.:„Ich bin im Auslande deutscher Patriot geworden. Es gibt Länder, die eine freiere Verfassung haben als Deutschland, aber sie haben manche Gesetze noch nicht, die wir errungen haben. Es ist ihm also gegangen, wie so vielen anderen Deutschen, die, solange ste über die Grenzen des Vaterlandes nicht hinausgekommen sind, sich in der Kritik der heimischen Zustände nicht genug tun können, die aber dann, nachdem sie sich im Auslande umgesehen haben, einzusehen beginnen, was sie an ihrem Vaterlande haben, wie sehr das Deutsche Reich auf den verschiedensten Gebieten, vor allen Dingen auch in der sozialen Fürsorge, allen übrigen Ländern weit voraus ist. Das hat auch Genosse Karl Liebknecht eingestehen müssen. In seiner Rede in San Francisco erklärte er weiter: Die amerikanische Freiheit sei nur ein leeres Wort, ein Humbug. In den Jahrildiktränge der Neuengland=Staaten habe er ebenso wie in den Industriebetrieben Pennsylvaniens beobachtet, wie überall die größte„Willkür herrscht, wie ausschließlich und schrankenlos dasKapital seine Macht ausübt, wie keinerlei Rücksicht auf Leben und Gesundheit der Arbeiter gewährleistet ist. Die Ausbeutung der Kinderarbeit in Amerika sei schändlich. Nirgends, wohin ihn seine Tour geführt, habe er auch nur annähernd ernsthafte und wirksame Sanitäts= und Wohlfahrtseinrichtungen gefunden. Auch dem alten Märchen, daß der amerikanische Arbeiter besser gelöhnt werde als der deutsche, machte Liebknecht ein Ende, indem er fesistellte, daß in Amerika infolge der Raubwirtschaft, die mit den Bodenschätzen betrieben würde, die Löhne gefallen, die Preise aber gestiegen seien, so daß sich der amerikanische Arbeiter keinesfalls in besserer Lebenslage befinde als der deutsche Arbeiter. Das sind Feststellungen, durch welche die Anwendung des beliebten sozialdemokratischen Manövers, unter den deutschen Arbeiter Unzufriedenheit zu erregen, indem man ihnen lockende und glänzende, aber tatsächlich gefälschte und unwahre Schilderungen der ausländischen Zustände vorsetzt, in Zukunft wenn nicht gänzlich unmöglich gemacht, so doch erschwert werden Der Bericht über den Stand und die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten für die Zeit vom 1. April 1909 bis 31. März 1910, erstattet vom Herrn Bürgermeister Gielen, ist in Druck erschienen. Wir entnehmen demselben folgendes: Stadtgebiet und Bevölkerung. Durch die Eingemeindung von Weißenberg hat sich das Stadtgebiet um 114 Hektar 13 Ar 50 Quadratmeter vergrößert und umfaßt jetzt 3269 Hektar 11 Ar 50 Die Gesamtzahl der Gebäude betrug einschließlich der 89 aus Weißenberg hinzugekommenen 3253 gegen 3038 im Die im November 1909 vorgenommene Personenstandsaufnahme ergab eine ortsanwesende Bevölkerung von 34 855(11 045 männliche und 12.007 weibliche Personen über 14 Jahren und 11 203 Personen unter 14 Jahren). In 1909 hat die zahl um 1652 zugenommen; die starke Zunahme ist hauptsächlich auf die Fertigstellung größerer industrieller Werke am Hafen zurückzuführen, die den Zuzug zahlreicher Arbeiter und Angestellter zur Folge hatte. Am Schlusse des Berichtsjahres wurde einschließlich der aus Weißenberg hinzugekommenen 771 Seelen eine Gesamteinwohnerzahl von 36057 festgestellt. E wurden 918 Reichsausländer gezählt, davon waren 479 Niederländer, 159 Italiener, 84 Oesterreicher, 71 Belgier, 37 Amerikaner, 36 Schweizer, 29 Russen usw. Die Gevurten, betzue gen 1170 gegen 1156 in 1908; darunter 16mal Zwillinge. Es fanden 254 Eheschließungen statt; im schönen Monat Mai war man am heiratslustigsten, da derselbe nicht weniger wie 45 Eheschließungen aufweist. Die Zahl der Eheschließungen hat gegen 1908 um 21 zugenommen, reicht aber noch nicht an diejenige früherer Jahre heran; sie hat z. B. betragen im 1901= 263. in 1904— 272 und 1907= 281. Die Sterbefälle betrugen 544 gegen 535 in 1908. Unter den Gestorbenen befanden sich 246 Kinder unter 5 Jahren oder 45,22 Der Prozentsatz ist heruntergegangen, 1903 betrug er noch 57.03 Prozent. Nach der allgemeinen Uebersicht über den Personenstand entfielen im Jahre 1900 auf je 38,3 Geburten, 92 Eheschließungen und 23.3 Sterbefälle, im Jahre 1909= 32,8 Geburten, 7,2 Eheschließungen und 15,0 Sterbefälle. Aus den Verwaltungen. Im Berichtsjahre wurden 22 Stadtverordneten Sitzungen abgehalten und 327 Beschlüsse gefaßt; im ausschuß fanden 5 Sitzungen statt, in deneg, gr, Helchläihle gefaß wurden, darunter 4 in Streitsachen. Die Verpaltungs.#. Som missionen hielten 227 Sitzungen ab. Die in der Stadtverwal tung erledigten journalisierten Geschäftsstücke beliefen sich, auf 42751; deren Portokosten betrugen 2699,01 M gegen 947,32 An Kreis= und Provinzialsteuern mußten 105 535,13 A gezahlt werden. Nach, der Tafel über Vexgehe und Verbrechen kamen zur Anzeige: 481 Diebstähle, 129 Betrügereien, 182 Gewerbevergehen, 165 Mißhandlungen, 95 Unterschlaaungen. 41 Vergehen gegen das Nahrungsmittelgesetz usw. Wegen Bettelei und Landstreicherei kamen 245 Personen in Haft. Aus den Uebertretungen, die durch Strafversügungen geahndet wurden, sind herauszuziehen: Schu. saum) 5 Fälle. Versäumnis der gewerblichen Fortbildungsschule 418 Fälle. Uebertretung der Verordnung für das Meldewesen 663 Fälle. Grober Unfug 352 Fälle, Uebertretung der Straßenordnung 308 Fälle usw. Die Zahl der im Gefängnis Inhaftierten betrug 1080, davon 1045 männlich und 35 weiblich. Die höchste Belegung des Gefängnisses fand am 7. Februar 1910 statt und zwar mit 40 männlichen Personen. Im Jahre 1909 kamen 6584 Personen zur Anmeldung und 5633 Personen zur Abmeldung. Ummeldungen erfolgten 9153. Es kamen 3 Unglücksfälle mit tötlichem Ausgang vor. In gewerblichen Betrieben ereigneten sich 438 Unfälle. Von de. meisteg vertretenen ansteckenden Krankheiten waren: Diphterie mit 19 und Scharlach mit 157 Fällen, von den letzteren verliefen 4 tötlich. Auf Grund der Regierungs= wolizei=Verordnung über die Beschaffenheit und Benutzung von Wohnungen wurden 523 Wohnungen revidiert; davon entsprachen 318 nicht den Bestimmungen, in 194 Fällen wurden die Mängel abgestellt. Zum Halten von Kost= und Quartiergänger wurden 304 Bescheinigungen erteilt, auf Grund deren 773 Kostgänger zugelassen worden sind. Es wurden 192 SchankKätten gezählt; auf 1 Schankstätte entfallen 181 Einwohner. 572 Arbeitsbücher und 290 Gesindedienstbücher wurden ausgee. Von den Märkten. Zu dem Schweinemarkt auf dem 6944 Schweine aufgetrieben, d. s. Stück. Die Einnahme an Standgeld auf den Wochenmärkten betrug 11 036,90 M. auf den Jahrmärkten 3780.43 M. Vom Zuchtviehmarkt gingen von 10.255 Stück Vieh 9582 75 M Standaeld von 4115 Stück Vieh 5860.10, Weidgeld, von 7452 Stück Vieh 5612 MK Stallgeld, 20952 99 c aus verkauften Futtermitteln, 2696,48 MA aus verkaufter Milch und 1387,95 A aus verkauftem Dünger ein. Vom Fettviehmarkt sind von 161 Stück Vieh 166,40 Mark Weidgeld und von 345 Stück Vieh 86.25 ca Standgeld Dach der Zusammenstellung der Darchschnittspreise des Neußer Fruchtmarktes betrug der Durchschnittspreis für je 100 Kilogramm Weizen mittlerer Qualität im Januar 1909 20.70 e. er stieg bis zum Juli auf 26,85 e und sank dann wieder; im Dezember 1909 betrug er 20.92 JA. Der Preis für Roggen(mittel) betrug im Januar 15,50 M. stieg bis zum Juli auf 19 A und sank bis zum Dezember auf 15,04 M. Der Hafer stand im Januar auf 14 M. im Juli auf 17,36 c., und im Dezember auf 14,50 M. 30) Das Kleeblatt. Roman von Arthur Zapp. Da kehrte auch schon die ältere Buchhalterin zurück und deutete mit freundlichem Lächeln nach der Tür. „Bitte, wollen Sie eintreten!“ Darauf, als der junge Mann in das Privatbureau des Chefs verschwunden war, trat sie an das Pult der Kollegin. „Was hatte denn der?“ wisperte sie der Erröteten zu. „Kennen Sie ihn denn?“ Wanda zuckte mit den Schultern und tat, als ob sie nicht verstünde. Ihr Herz aber klopfte hoch auf, und ein Sturm widerspruchsvoller Empfindungen tobte in ihrer Brust, sodaß sie Mühe hatte, äußerlich ihre Ruhe zu bewahren und ihre Arbeit unter den spähenden Blicken der Kollegin wieder aufzunehmen..„ Nach einer Viertelstunde ungefähr kehrte Ewald Bohm aus dem Privatbureau zurück. Sein Blick flog forschend, fragend nach der jüngeren Buchhalterin hinüber. Aber sie hielt ihre Augen fest auf die Arbeit auf ihrem Pult gerichtet und kämpfte mit heldenmäßiger Anstrengung die Versuchung hinunter, die Erscheinung des Freundes noch einmal in sich aufzunehmen und ihn mit einem letzten Blick zu grüßen. Den ganzen Tag über befand sie sich in nicht geringer Aufregung, und tausend Fragen und Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Wie war es ihm in all der Zeit ergangen? Hatte er gewußt, daß sie Buchhalterin geworden und in der Firma Ziegler und Schulz angestellt war? Was dachte er von ihr? Hatte auch er noch immer die freundschaftlichen innigen Empfindungen für sie, die bei seinem unerwarteten Anblick sofort in ihr heiß und beglückend aufgewallt waren? Würde sie ihn wiedersehen, würde er Gelegenheit suchen, sich ihr zu nähern? Als sie sich am Abend nach Kontorschluß auf den Heimweg machte und von der Friedrichstraße in die Leipzigerstraße einbog, trat Ewald Bohm, seinen Hut lüftend, an sie heran. Sie war nicht im mindestens überrascht. Ja, sie hatte in herzklopfender Spannung darauf gerechnet. Mit einem hastigen, verstohlenen Seitenblick nahm sie wahr, in welcher Erregung er sich befand. Sein Gesicht war ganz blaß, und seine Stimme zitterte hörbar.„ „Verzeihung. Fräulein von Sterneck“, sagte er.„Da mir der Zufall das Vergnügen verschaffte, Sie nach so langen Jahren wiederzusehen, hätte ich mir gern erlaubt, mich nach Ihrem Befinden zu erkundigen und nach dem Ihrer werten Familie.“ Sie hatte bei diesen förmlichen Worten die Empfindung einer Enttäuschung. Aber im nächsten Moment schalt sie sich töricht und ungerecht. Wäre es nicht taktlos, nicht undelikat gewesen, wenn er nach so langer Zeit an Vergangenes angeknüpft und einen vertraulicheren Ton angeschlagen hätte, von dem er nicht wissen konnte, ob er ihr angenehm sein würde oder Sie berichtete von ihren Eltern und von ihren Brüdern und daß sie selbst seit beinahe einem Jahre Buchhalterin sei. da sie sich geschämt hätte, müßig zu gehen, und da sich ja jetzt so viele junge Damen dem kaufmännischen Beruf widmeten. Er nickte und entgegnete eifrig mit freudigem Gesicht; „Es freut mich, daß ich Sie also gewissermaßen als Kollegin, Sie lächelte und fand rasch ihre Unbefangenheit wieder. „Ist es nicht sehr drollig,“ erwiderte sie,„daß wir uns nun als Kollegen wiederfinden, und daß unser gemeinsamer uns wieder zusammengeführt hat?... Bei welcher Firma Se deon ezuigem Stoalz ezäbte, dak e, Hchz letz Herbst etabliert habe, reichte sie ihm freundlich die Hand. „Da gratuliere ich von Herzen und wünsche Ihnen alles Glück. Hofsentlich ist es Ihnen gelungen, auch mit unserer Firma ein Geschäft abzuschließen." Er nickte froh.„Allerdings. Herr Ziegler war so freundlich, mit mir einen größeren Abschluß zu machen. Dreißig Waggon Heinze= Briketts monatlich, vom 1. Mai ab. Ein Strahlen ging über das Gesicht der jungen Buchhalterin.„Da werden wir also in Korrespondenz miteinander seven, Her, Sie werden mir Aufgaben machen, undrich Ihnen Avise schreiben.“ Und dann schüttelte er mit dem Kopf, als könne er sich nicht genug über die merkwürdige Situation wundern, und seine freudige Bewegung klang auf dem Ton einer Stimme.„Wunderbar, wirklich wunderbar! Wer hätte vor fünf Jahren gedacht, daß wir einmal geschäftlich mitein. ander korrespondieren würden!“ Auch sie lachte herzlich.##. 9. .„„ u, e s i s t z u k o m i s c h! H e r w a r t w i r d g r o ß e A u g e n m a c h e n, wenn ich ihm davon erzähle. Ihre letzte Bemerkung rief eine Erinnerung in ihm wach. Er erzählte ihr von seiner Begegnung mit ihrem Vater im Kontor der Firma Oskar Milheing und Fgprgemnt, Pae errötete und senkte schweigend ihr Haupt. Ihre Mutter hatte ihr eines Abends anvertraut, in welch schwerer Tätigkeit ihr Vater in hochherziger Selbstverleugnung gefrondet hatte. Er sah ihre Bewegung, und feinfühlig ihre Ursache ahnend, „Wöie a1p, k es Ihnen denn in Ihrer Stellung2“ Wieder errötete sie. Seine Frage brachte ihr die Schwieriakeit ihrer Lage zum Bewußtsein, wie sie fast tagtäglich in schwerem Kampfe stand zwischen den Pflichten der Buchhalterin und ihrer Mädchenehre. Sollte sie ihm die Wahrheit sagen sollte sie ihm die geheimen Sorgen, die ihr das und ihr jeden Tag zur Qual machten, enthüllen? Nein! Gerade ihm gegenüber konnte sie es nicht über die Lippen bringen, und so half sie sich mit ein paar allgemeinen Erklärungen über ihre geschäftlichen Obliegenheiten und über ihre Beziehungen zu ihrem nächsten Vorgesetzten, dem Kassierer, und ihrer Kolled. Lu ua blieb ihm, ihre, Befaggenbeit nicht zelheiten dieser überraschenden, unerwarteten Begegnung noch einmal nachdachte, kam ihm der Gedanke: sollte sie sich wohl fühlen in ihrer Stellung, litt sie unter unwürdiger, un ziemlicher Behandlung? Und da durchfuhr es ihn wie ein erleuchtender Blitz: Herr Scholz, der Junior=Chef, der ungerheiratet war. war als flotter Lebemann in dem Kreise der Branche bekannt. Lag hier die Ursache ihres verlegenen Errötens bei seiner Frage, wie sie sich in ihrer Stellung gefalle! Heiß wallte es in dem fungen Mann auf, und sein Herz klopfte ungestüm bei dem Gedanken, daß ein anderer es wagen könnte, seine Augen begehrlich auf sie zu richten, in der sich di ganze Poesie seiner Jugend. die zartesten, schönsten, heiligsten Regungen seiner Seele verkörperten. 12. Kapitel. Bis zum Schluß des ersten Aktes war Arno Zöllers Drama vorgeschritten, und so oft er ein paar Szenen vollendet hatte, las er sie getreulich Else Genrich und ihrer Tante vor. Plötzaber trat eine Pause ein. Der Dichter ließ sich in der Wohnung des Hausbesitzers nicht mehr blicken, und als durch Frau Kübler anfragen ließ, wie es denn mit der Fort Nach dem Bericht war die Bautätigkeit sehr lebhaft; er uxpe, zur Ausführung genehmigt: 5 öffentu.d Vereinshauser, 163 Wohnhäuser, 69 Wohnhausurhauten. 9 L, ger, K en um., 17 Schuppen, 28 gewerbie5 Anle# kleinere Bauwerke und 270 Entwässerungsanlagen„An Baupo.gkahren wurden 14018 50 rhoben gegen 7973 M in 1908. Der Abschnitt„Bauwesen“, Säoeit dagn. eingehend den sädtischen Hochbau, den Tiefbau 25 lungswesen, die städtische Gärtnerei und das gemein zige Bauwesen; über das letztere ist u. a. ausgeführt: Die hier vorhandenen drei gemeinnützigen Bauvere#nen für das abgelaufene Berichtsjahr ein besonders ung unseres Ehrenbürgerg dae k. Jachschule, eine Schöpf Schorlemer, wurde im ersten Halbiahn nar 29r. Freibert von städtischen Rhein„Jestz, Hasen und der Ring= und Seschese cos. enie ce elie lishele ealr de Reilstchit enielb. Keicehihecher bers Näherei für Frauen und Mädch nahmen 17 Personen teil.“ ung der Bänder und Möndch### zwar die Heranziehung weiterer industriallar u#### erschwei dchen eingerichtet worden sind. aUl. blieb die Aufhebung des Pfainsatieller Unternehmunge watten angefertigt worden gur 2.. 9= Stuck Kra argel hen Henl sher Sapte von 40 wädckr.ut keite unterri Stadt eingerichteten HandfertigHafen ein starker Zuzug vem######t tteuen werre am 32 Schüler teil(Serbschnitt und Papparbeit) nahmen Hafen ein starker Zuzug von Arbeitern und infolgedessen eine! Die Näh= Hausbalt nach Arbeiterwohnungen eintreten würde. St. Anna: Arbeiterinnencute im vergangenen Jahre eine rege 264 Schülerinnen besucht, von denen 104. Sst eses e ce el scescescsche esbe iec ae ece den einerseits durch die Inbetriebnahme der neuen industriellen Werke des von entfall haben, hat das Bedürfnis an guten lassen waren. An der täglichen E aus der Schule entArbeiterwohnungen nicht ganz befriedigt werden können: es für Bulpflicktige mädchter inen Haushaltungs= und Kochschule e. 8.5 i mes.. pemn iu, iest, intensboen Mese weiz, Klasen(10,Khlich adwechelad) g, Perzunder der oberen un Zichen Keseher 6 Bewach=schulen wucden von eius .. Die Armenlasten 1 Das Königliche Gymnasium ratte au:#kosten gingen nan 10 00.1907; die Waisenpflege von 20g giufh#####verrealschule hatte eine os=Bus Her Einrichtung z. 21 535 u berauf. Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit 15. uerähnen, de für Stillprämien 2742 MK und für Mildl ita wiich##sgaot wurden. An 245 Mütter wurden 30.282 scsches eiscsän ie e scece In der städtischen Lese= und Bücherhalle ### der Bücherbestand der Handbibliothek von 198 Werken auf ch. Dur schaistlich, von 29 ## der Lihbibliothek wurde von 906 auf 1051 Bände geschnitlicke Tagesausgake von 78 Büchern gegen 61 imVorsahre. Der allgemeinen Ortskrankenkasse und den BetriebsKrankenkassen gehörten 6609 männliche und 2700 schaf a von 206, einschließlich der Vorschüler 288. dar 68 Einheimische, 61 Auswärtige und 2 Ausländuru woten 42 Die städtische Sparkasse hatte eine Gesamteinnahme von 13 116909.02 M und Gesamtausgabe von 12 100322 60 4, Dar W.: 1192420 ua plus 55 605 17 u diuk Der Reingewinn un Sec. id de Kceashe, Bitlö&a.; Bacd ial b ausgabe ging das Gutbaben d.“ 34.10 4. Durch die Mehr. 80 285(giut haben der Sparer von 8723220 M auf Aus den Betriebsergebnissen des Gas= und Elektrizitätswerkes Haupfsache berichtet haben g. Fe euug der Bilanzen in der Gergug##rtichret haben, greisen wir heute noch folgendes von 2982-92 glst 2 3ahtos 8u.58 898 Kubikmeter(258%) 858964 Kubikm. Leuchtags(anz0 819 616 Kubikm. Hei. 2d Kochaas(zugen. 3 Prezent) und ads daise eashenien noed eier leähesk eine betrug e beSs. esrankten. Z4r7 männliche und mr A See manntiche und verausgabten 270 17“ 0weg. Dag.g und betrug 242 929.19 u4 gur: Das Gesamtvermögen der Kassen den von den Krankentassen 15.3846s 2&am. Versicherung würentsprechend 371 948 Beitragsmarker In 112 Fap.. von Ehefrauen die Rückerstattung von Beiträgen beantragt. Veteranenfürsorge ranen eir Peihilfe von je 120 27 Mai 184., wurde 85 Bietzg, dagschähtiscen Ehensod vos je 60 a. etetiuet „Unterrichts= und Schulwesen“ aschalr de die Sasel geshe,u einen Ltlgligen Spten Klassen gemonnon wordes 6:•2½ Kesegelicte unsd den Beisce, Kalshen escheleshle Der Gesamthasenverkehr siea um 1902genie Iudustrier. 553710 auf 741.915 Tonnen. Die Dahl 188205 Tonnen von menen und abgegangenen Schifte#o odt. Pgt#aden angekomgen 108 im Vorsahre und 3167 Segelschiffe gegen 2522“ 1935. Im Ringbahnbetrieb wurden 97541 Megen 4 10 F. befördert(gegen 1908 mehr 22695.) den 4 10 Tonnen Aus dem Abschnitt„Steuerwesen“ um Snermähggn, daß das, Gemeindesteuersoll gegen das Vorjahr und 1296 ergänvorhanden. aus einem Einkommen von 3000—6500„4 Fak ere“, verantggt, nuch Einkommen von 6500-—Cym.4 ga Marlo, Personen, nach einem kommen von 9500—30500 u 10g B.=Perlonen, nach enen kommen von 30500—190ggg u.“ Personen und nach einem Einsamtstagtstenersol betrug 313396 A genen 206673.A im Ror. saur. An Ergänzungssteuer wurden 51126 A gezahlt jahr. 52.631 nensener betrug 515205 A gegen 543130 4 im die mit 208.031 zA veranlagte(emaizLas## i Vorjahr. Fur Crisahdernigen geschist, oon Hog l= 1h 24., Nach einen Ger werbesteuersoll von 68 278 e wurden 111 083 J erhoben. Die Umsatzsteuer betrug 54 127 Die Finanzlage der Stadt als andauernd günstig. Das Gechti# Verwaltungsbericht als stadtische Vermögen beträgt 21576 924 M. dem 10 785 074 A Stngen, oegenüherseber, Leocß, ein Reinnu von zanden ist. Auf die Schulden wurden im Be10 790 950 richtsjahr 240 230 c getilgt, gleich 2.23 Prozent. ein 298 491.67 JK und baswerres am 31. März 1910 811 015.78 A Ber##atowerk betrug s-3. K c Se ls shase, du. 47id k.= lcel. "—###in Vorjahre, demnach mehr 939 988 angekauft in der Gesamtgröße von 79. 38 20 Hovt Kaostenaugeng, vor 849..—., Demaegenüber wurden verrauft. 2, 38, 70 Hektar zu einem Kaufnate K W. St., entsprechend 170 Pr.a= genng mehr 939 988 Sleitzrisitätswerk akgenommen 326940 K W. St. 9 r. Stromahneymer für Lichtzwecke stieg Kraft von 146 auf 181. Die Die Zahl von 367 auf 432, für 93848.12 U, die Gesamtausgaben Mark, sodaß der Bruttogewinn 84 82. 97397 Psceibungen. 9812040, sernstiat w. Da für gab sich ein Verlust von 33 24634 4 e schüssen des nächsten Tah.3 2n 894.4, welcher aus den Ueker. schüssen des nächsten Jahres zu we der aus de schreibungen bettug der Wert dea Esest. Tuch den März 1910 196598495 Jlerde Elektrizitätzwerkes am 31. Die Gasten wodurch 6 neue Die Kosten betragen 75000 Durch Einrschtung ne weiteren Lebrerstoelle an Lo as Ser Ca.- Scsce acbe aA S-e. bien. e förderte 1908 am Das städtische Wasserwerk mehr 186133 Kubikmeter. Der höchsle Pourne::: gegen 2. Mai 1900 mit 7210 Kubilm Die Kas extovsum var auf 87(47 Lehrer und 40 Lehrerinnen). Biz ge#r. Lehrtellen Rohrnetzes betrug 50ggim. Die„Gesamtlänge des Selschlter und Schlelauet hetan Len)e Feantzskt der sohr. Die Gesantzat der wesderen Giud Aeitrt iun Ger ais hse a ee.. he e e u an Der Verkehrsumfang Zahl der verkauften Lahrkarten einge gen. Gesuigen enmet. Die ###erkauften Fahrkarten stieg von 769 427 auf 813394 und Zer Eitergerkepr von. 1273678 auf 1 43685 P. P " Joktoildungsschule und einer eine geringe Zuim Vorjahre. 9819 Schweine 82 Rälher(zugenomne= um 1.3e anen um 20) und lich beraufgegangen vo und Telearaphenverkehr ist wesent. Der Verwaltungsbericht schließt mit einem kurzen Rückblich jedesmal eingehend berichtet haben. 129 und im Winterhalbjahr von 127 Schilern. der gomorhi Schulern. Gerichtssaal. Die Moabiter Krawalle vor Gericht. " Berlin, 12. Dez. Zunächst werden zu dem Fall Vilnoch mehrere Zeugen vernommen, die teisa günstz. 1.1:2. An setzt ein hauptamtlicher Lehrer tätto a s.ute 16 nebenamtliche Lehrer. Die Gesamtzahl der Schülar im 9a:4 Klassen nen betrug 240 in 12 Klassen und ohne Zeichnen 282 in 9 ließ er sagen, er habe das Drama setzung seiner Arbeit stehe vorläufig beiseite gelegt. Enttäuschung Hatte er nicht die Kraft die ger descemenden den? Fühlie er, daß er sich au; auuan, die Arbeit zu vollener nicht gewachsen war? Mürde. genacht habe, der sie enzückt, begeistert hatte, nie malla /87 sich schon ausgemalt, wie schön es sein mise verden:.„Sie hatte dete Werk, das gewissermaten vor ihren Augen 886 Prozent. wurden am. Treise von 025 d4 pro Black aboagede. Geuur.. Juuug fragte Else, die mit ratlosem Stau#us gewissermaßen vor nun in einem der ersten Theater urden „An seinem Drama?“ Wir##r zuckte mit den Achseln nicht recht? Es ist wohl wag fecho schergneuie Arbeit fleckt wohl zur den Angeklagten aussagen. Wi, de Vorstzende gung und von der StaatsanwaltBeweisanträge gestellt worden, n legen die Verteidiger Sasee. Sie tece helse e heich anstatt Freude zu bereiten. Eingepackt durch Personal in vicht. dringend notpendig hatte keinen fteundlichen Weihascheldese Kicschanshe. 84 dich zil. Pescheile Freude macht? Mit tränenden Augen packte die Mutter das vollen= nicht recht? Es ist wohl was sohr sch... 2xpeit fleckt woyl um ihren Kindern die Gaben au# packte die Mutter aus. e asse e she seise hlhl anice e chshe sehechchichr erie cn kraum bleiben und vie Misiaulud nux lolte das ales Unruhe und Sorgenach net, Küblers sachten Eleg geheime shres versorhenen geilt dv, eiggr Ziste, die, von Bruder s ese ece seie heächl escseeiece te chchese kujonieren, wen er will!“ zu einer ungestörten Aussprache mit i5m. 2 getang inr nigt, ihm gelenentlich auf der Trenug hon zu kommen. Wenn sie mit ftlüchtigem Graiße an ihr na.“ beveanere, elte er schel. ein „„„. Wie jemund stechen möchte. Ein paarmal ging Kistiger. Nahner nicht Rede in der Hofnung ihn im a: ging.— 24 Frau Kübler hinauf stagen Zu Ginnen. Aber“, en nicht zum enrsken und be 15.05 er sich vor ihr fürchtete und ihr gellisentlich ai (Fortsetzung folgt.) Wege gehen wollte. ihr geflissentlich aus dem Gebirde des Entsetzens. „Di t dem ist jetzt nicht auszukammon a e. 2“: erMiene in der sich liephafte geasrkemmen, sagte sie mit einer brüllender Läwe geht er umber und ich er gete, Wie ein nicht sehe. Weiß der a.=. n.4 bin froh, wenn ich ihn Krone gefahren ist. Ja. ja. die Dichter ade ua i die mal sehen, was für ein Gesicht der darr: Sie kolten nur einTage Regenwetter. Nichts ist ihm rahne er ag Wie zu dönn, bald das Fleisch zu zohe u.eeu bald it der Kaffe Küche mal in Löffel odern Betrachtungen unter dem Christbaum beim Auspacken der Weihnachtspakete von Gerda Berg. viele haben schon aran gedachtd g anderen eine Freude bereiten können wr welche Art ste Ausprache nicht gelten. sonderns douem, zuiu denen soell meine sie sich dazu verpflichtet fühlen. Roi dar au.g erenten, weit Bescherungen werden nütliche Sachen a arden ostenticen stand ist darauf bedacht, das jieden zu gewählt und der Vorbrauchen kann, damit er eine Prand= o was er bees aber bei dem Schenten an Permo: a ren dut. Wie steht gebene? In jeder Familsieg.= Verwandte, Freunde und Unterwicd ost am lesten Tag gedacht in Her e gutenchreunde, Wahl zurückgeblich. in Deze, Sacen die von der mie er Austace—.Petern und Prai T. Doe Kosus Haunat Alt I7 er als. Pede serache. Daihir nist wanr sch gurch besonten;, Hetts was anschalfen aber ich Fefat vrsänger sich nach Wunsch wer es hat, und gelogenen Dank. derzlosigkeit, Freute heuchzeln zu miüssen ausstrahlende Weihnachtspat, zum Must. Steude selber ein mit Liebe, nicht di. Snra, Muster nehmen. Packt erbeiter, in meiner Küche mal'n Löffel ader;r.nd gebene? In jeder Familie gibe... Freunde und Unteralse Glaich halhet er wie ais Leitelisr adie i.284, sadten ud vie dst erckat Kater Kat. uite iud eun. Veraudte „Jum Donnerwetter. Frau Kühler—.——. siuem Zimmer: Zugahe hohandalt—. ke leider nur als eine unangenehme Donnerwetter. muß ich ausziehen!“ wenn Sse sis er is. Ashesehnice balcie ecier ae laic die eshäecie er Keice Perice lie ahe ie ie en scre zur ein weng Feingesiht haite, diesellen vrlezen müsßern, beodast, denn darin spiegelt sich Eure Saelie wi. 903 der nen Zu hau abe de auf oba Ueb heit grif Bes Unt Ver lehn fort geri und gege geste ge10 Ich hier Aus eso ener Rech dam auf unge Lur und Man Leut an und habe leicht über denal anma Haustag auf! und floher Die 1 leuter b.e.n schlag her von sah Je 1 und a Herrens Damens Kinderst Absätze Genäbte Klein : de (verner: Schuhn Bestes Joh. St Heinr. Heiur. E Johann Theodor Josei E Verban mach Bezirksve ung= und günstige erschwerte ehmungen, trifes für befördert, influß auf ihme hat Hafenumin im InIndustrien. nen von angekomsschiffe ge2 in 1908. 0 Tonnen ind Ladedes BeVorjahr folge des , w e l c h e s e eine 6 ergäneinem tat, nach ch einem em Einem EinDas Geim Vort gegen Einkomihr. Für irde ein em Gedesteuer i. V.) ig. Das 974 M von im Beim BeGrundndstücke einem n vergesamt besamt: 269.11 n VerEigen1. Die 13 394 n. t im irdert, dem im besentickbligh nstalnheit Bilz unzende waltrden, siger, auf nicht sichsleute lität des Vorsitzenden mit einem Verzicht auf weitere Beweisanträge zu entgelten. Sodann wird in der Zeugenvernehmung fortgefahren. Fräulein Günther war zum Einkaufen und kurz vor 9 Uhr auf dem Weg nach Hause. Es kamen ihr zwei Kriminalbeamte entgegen, von denen einer sie anfuhr: Na, du alte Trine, mach', daß du weiter kommst! Der andere sagte: Hau doch das Weib, daß sie gleich liegen bleibt! In demselben Augenblick bekam sie einen Hieb. Ein junger Mann hatte sich an der Haltestelle der Elektrischen aufgestellt. Ein Beamter packte ihn. Der Mann sagte: Entschuldigen Sie, ich warte auf die Bahn. Der Beamte erwiderte: Du dummer Lausbub, mach' daß du weiter kommst! und schüttelte ihn dabei wiederholt. Der Mann sagte nochmals: Entschuldigen Sie, ich will nach Hause fahren. Darauf zog der Beamte den Säbel und schlug auf iyn ein. Zwei andere Schutzleute nahmen ihn in Empfang und führten ihn ab.— Frau Losch sah am ersten Tage, wie eine Menge Arbeiter ankam, die das Lied sangen:„Wir Männer in der Grube sind.“ Von diesen Leuten wurden zwei Laternen eingeschlagen. Auch am andern Tage wurden Laternen eingeschlagen, aber nicht von der Menge, sondern von einzelnen Leuten, die hochkletterten. Sie hörten auch„Blutbunde“ rufen. Eine Frau habe auch Sachen auf der Straße zusammengetragen und angezündet.— Zigarrenfabrikant orraer sah vom Fenster aus, wie ein friedlich einhergehender Mann von zwei Kriminalbeamten überfallen wurde. In einem andern Falle habe er gesehen, daß ein Mann von zwei bis drei Beamten überfallen und aufs gemeinste mißhandelt wurde.— Nächster Zeuge ist der frühere Rittergutsbesitzer Schmidt, jetzt in Wilmersdorf wohnend. Er sei extra hinausgefahren, um sich die Polizeimaßregeln anzusehen und bei der Gelegenheit auch den Berliner Volkscharakter kennen zu lernen. Er sei immer dort hingegangen, wo er vorausfühlte, daß Zusammenstöße erfolgen könnten. Er habe gesehen, wie Volkshaufen von Schutzleuten auseinandergespregt wurden. er habe aber in keinem einzigen Falle eine Brutalität Schutzmannschaft beobachtet. trotzdem er genau auf alle Vorgänge acht gegeben habe. Wohl aber habe er beobachte., daß die Schutzmannschaft in vielen Fällen mit großer Ueberlegung und Ruhe vorgegangen sei, und sogar Besonnenheit gezeigt habe, wenn das Publikum oder einzelne sie angeder Pause verkündet der Vorsitzende den Beschluß des Gerichts, daß der Angeklagte Kraneri aus der Untersuchungshaft entlassen wird, daß dagegen der Antrag der Verteidigung, auch den Angeklagten Pilz zu entlassen, abgelehnt wird, da die Gründe für die Untersuchungshaft bei ihm fortbestehen. Es wird dann als Zeuge vernommen KammerDr. Jaherrow. El bekundet: In der Turmund Beusselstraße sah ich eine große Menschenmenge und ihr gegenüber großere Schutzmannskommandos, die geschlossen aufgestellt, wa, e. Hier hat eine Zeuge bekundet, daß es ihm vorekommen sei. als wenn sich zwei Heerlager gegenüberständen. sch hatte auch diesen Eindruck und war der Ansicht, daß wenn hier jemand aufreizende Reden halten sollte, es dann rasch zu Ausschreitungen kommen könnte. Wenn die Polizei sich nicht esonnen benommen und z. B. die Menge verscheucht oder sonst energische Maßregeln ergriffen hätte, wäre sie vollkommen im Recht gewesen. Sie säuberte aber nicht einmal den Straßendamm von Tumultanten. In der Oldenburger Straße sah ich einen Mann stehen, den ich für den Wohnungsinhaber halten mußte, der laut hinunterrief: Schufte Lumpen! Die Schutzleute standen hundert Schritte davon und haben die Rufe wohl nicht gehört. Jedenfalls geschah dem Mann auf dem Balkon nichts. An mir gingen dann zwei junge an die Herlei Piede g., eaner saate: Ich gehe noch mal ran se##rle! Diese Aeußerung zeigte die Angriffslust und ich sagte mir, wenn noch meyr Leute solche Angriffslust ###en, dann ist die Grundlage für neue Ausschreitungen sehr Dann hörte ich Hilfs= und Schreckensrufe eines überfallenen Menschen. Die Polizei, das muß ich wiederholen Sencolt He kets runig und saglig Nächter Zeuge ist Rechtsist am 24. September nach dem bit Gotzkowskystraße gezogen. Er bekundet: Montag oder Dienstag zwischen 12 und 1 Uhr nachts hörte ich auf der Straße großes Geschrei. Ich trat an das Erkerfenster und sah, wie fünf oder sechs Leute vor ebensoviel Schutzleuten flohen und von diesen mit gezogenen Säbeln verfolgt wurden Pis. Leutse m##edergeschlagen und von den Schutzleuten, als sie schon am Boden lagen, noch mit Säbelhieben und Stichen traktiert. Als die Flüchtenden niedergeschlagen waren. ertönte aus den Reihen der Schutzleute wieherndes, hohmisches Gelächter. Meine Frau war von Entsetzen erfüllt und wandte sich ab. Am nächsten Tage sah ich wieder vom Fenster, daß ein Mann von Schutzleuten zu Boden geschlagen war und daß die Schutzleute auf ihn dann noch einhieben. Meine Frau verfiel bei dieser Szene in Schreikrampfe. Ich war über diese Vorgänge entsetzt und empört. Ich habe dann noch folgenden Fall beobachtetein Herr und eine Dame standen an der Haltestelle. Plötzlich bekam die Dame von dem Schutzmann einen Stoß Der Herr zog seine Visitenkarte und unterhandelte mit den Schutzleuten konnte aber offenbar nichts ausrichten. Vert. R.=A. Heine: War die Situation auf der Straße irgendwie bedrohlich? Zeuge: Nein. So weit ich sehen konnte, und ich sehe vom Erker aus weit, war die Straße ganz leer. Vert. R.=A. Heine: Sie sagten, Ihrer Frau, sei schlecht geworden? War Ihnen denn die Sache gleichgültig? Zeuge: Ich war, wie ich schon agte, empört. Ich muß die Sache als eine entsetzliche Metzeei und Baxvgrei bezeichnen, die ganz sinn= und zweckos war. Vert. R.=A. Heine: Sind Sie Sozialdemokrat? Zeuge: Nein, ich habe keine Sympathie für die Sozialdemoglühender Patriot und Monarchist. Ich liebe den Kaiser und gerade von meinem monarchischen Standpunkt aus war ich empört, daß diese entsetzlichen Roheiten vor Vertretern der Autorität und Staatsgewalt verübt wurden Zeuge Direktor Schröder wohnt in der Rostocker Straße „ rde, nachmittags 3 Uhr aus seinem Mittagsschlaf geweckt#r si ill rt die Szene, wie zwei beladene Kohlenwagen schlichlich die g#### von de„zohlenden Menge umdrängt und schließlich die Kutscher veranlaßt wurden, vom Wagen herunterzusteigen. Sehr drastisch schildert er. als die Kutscher endlich gezwungen worden waren, das Gefährt allein zu lassen, wie in der Menge ein Jubelgeschrei entstand, als ob das Vaterland gerettet sei. Man rief Hurra und Hoch Ich sah auch fährt der Zeuge fort, wie ein Mann mit gezücktem Messer auf los glug, um das Riemenzeug zu durchschneiden. Man fragt nun, was, hat die Polizei getan? Zuerst schien es. J2.#s wenn si. m. Gewalt gegen die Menge vorgehen wollte, dan„abe. nahm sie davon. Abstand und stand fast gleichgültig da. Es ware vielleicht möglich gewesen, den einen oder #d#r# Rowdie festzunehmen, ovwohl die Uebeltäter immer von der dahinterstebenden Menge gedeckt wurden. Es war ein tief Setihs der Siche sich vor meinen Augen aufrollte. Das Gefühl der Sicherheit, das man doch in einem geordneten Staatswesen haben muß, geriet ins Wanken. Erst um 4 Uhr erhielt die Polizei Verstärkung. Die Menge bestand zu einem Viertel aus Männern. zu drei Vierteln aus Frauen und Kindern. Meistens gehörten die Leute dem Arbeiterstande an. Janhagel war wenig dabei. Die eigentliche Akteure hielten sich im Hintergrunde. Besonders eine Gruppe stand in ständiger Verbindung mit dem Pilzschen Lokal und umdrängte den Leutnant um ihm, wie es schien, zu bekehren oder zu belehren. Aus der Gegend dieser Gruppe kamen auch die Steinwürfe und von dieser Gruppe aus wurden auch die Wagen demoliert. In meiner Gegend wohnen ja meistens Arbeiter und kleine Beamte Es gibt aber auch Elemente, die sich bei der Arbeit sozusagen den Magen verdorben haben und immer dabei sind, wenn irgend etwas los ist. Montag Abend sah ich zum ersten Mal daß auf die Schutzleute geworfen wurde aus der Menge und auch aus den Häusern. Die ganze Wiklefstraße war in Dunkel gehüllt, aus diesem Dunkel ertönte dröhnendes Schreien und Brüllen. Ich war an einem Abend aus und wollte mich unter dem Schutz eines Beamten nach Hause begeben. Ich sah dann auch später, daß sozusagen Attacken geritten wurden. Meine Frau machte mich darauf aufmerksam, daß eine Frau mit einer Schußwaffe schießen wollte. Ein Schutzmann kam ihr aber zuvor und wehrte den Schuß ab, der in eine Hauswand einschlug daß einige Schutzleute in den Haustüren die Scheigen ei„#e##e mir gesagt wurv., geschah es zu dem Zweck, um die Häuser zu bezeichnen, aus denen Steinwürfe gekommen waren. Vors.: Haben Sie gesehen, daß von Schutzleuten auf Fliehende eingeschlagen wurde? Zeuge: Es ist merkwürdig, ich habe überhaupt nicht gesehen, daß die Schutzleute geschlagen haben. Viele Bekannte erzählten mir, daß sie das gesehen hätten, allerdings in anderer Gegend. Ich selbst habe keinen Schlag seitens der Schutzleute beobachtet. Nächster Zeuge ist Rohrleger Senff. Er wollte mit seiner Frau nach und suchte den Nachtwächter, der ihm das Haus aufschließen sollte. Er antwortete, er wolle nach Hause die Zivilperson, offenbar ein Beamter, schrie ihn an: er solle machen, daß er von der Straße herunterkomme. Der Mann gab ein Zeichen, und plötzlich kamen, drei Schutzleute hinzu und sokugen ihn zu Boden. Zeuge hat drei cwere Hieb= und Stichverletzungen erhalten, ein Stich ist durch die Weste in die Seite gegangen, die Wirkung wurde aber durch ein in der Westentasche steckendes Taschenmesser abgehalten Von einem Schutzmann hörte er sagen:„Laß den Hund liegen, laß ihn verbluten!" Von andern Schutzleuten wurde er dann nach der Unfallstation gebracht, wo seine Wunden genäht wurden, und von da nach dem Moabiter Krankenhaus gefahren, wo seine Frau stand, die mit in den Wagen stieg und ihn nach dem Krankenhaus begleitete. Der Zeuge hat sechs Wochen im Krankenhaus gelegen und Schadenersatzansprüche an die Stadt Berlin geltend gemacht. Hierauf wurde die Weiterverhandlung auf morgen, Dienstag, vertagt. Vermischtes. Dä Schmitz es dut! In der Köln. Ztg. erinnert ein Einsender an eine Wette, die vor Jahrzehnten einmal am Karnevalsmontag in Köln gewonnen wurde: Ein alteingesessener Kölner hatte Besuch vom Lande bekommen, der sich den Rosenmontagszug auf dem Neumarkt ansehen wollte. In der fröhlichen Stimmung, die der unvermeidliche Frühschoppen mit sich gebracht hatte, wettete der geriebene„kölsche Jung“ mit dem Landmann. er werde nachher bei dem Rundgang über den Neumarkt zwölf seiner Bekannten anreden und aue zwolf würden dieselbe Frage an ihn richten. Die Wette wurde angenommen, und die Spannung war natürlich groß, als der Herr auf den ersten Bekannten zutrat und ihm nach den ersten Worten der Begrüßung mit dem mitleidigsten Gesichte von der Welt die Frage vorlegte:„Do, häste ald gehoot, dä Schmitz eß dut?“ Des andern Gesicht legt sich in bekümmerte Falten: unn fragt er gespannt:„Enä! Wat do nit sähs! Wat für ne Schmitz?, um bald einzusehen, daß er gefoppt worden ist. Schor naht ein anderer Bekannter...„Häst de ald gehoot, dä Schmitz es dut!“, worauf prompt die Frage erfolgt:„Enä! wat für ne Schmitz?“, So ging es weiter, auf jede Anrede erfolgte jedesmal dieselbe Frage:„Wat für ne Schmitz?" Der gefoppte Besuch wartete das Dutzend Reinfälle gar nicht ab: die Hälfte genügte, ihm zu beweisen, daß mit den„verschmitzten“ Kölnern schwer anzubinden sei. Literarisches. Wacht am Rhein. Soldatenbilderbuch von Angelo Jank. 12 große Vollbilder und Doppelbilder mit ausgewählten Soldatenliedern. 2 Teile gebunden. Jeder Teil 1 M. zusammengebunden 2 M. Verlag von Jos. Scholz, Mainz. Diese farbenprächtigen Soldatenbilder Meister Janks werden auch Erwachsene mit Vergnügen betrachten, und unsere Jungens werden daran ihre helle Freude haben. Jäger auf Vorposten, Patruillen= Reiter, Infanterie in Schützenlinie Alanenattacke, auffahrende Artislerie, auf dem Marsch bei Regen und im Biwak, um nur einige zu nennen, lauter Bilder voller Handlung und Leben, über die sich eifrig diskutieren lad.# Die eingestreuten Soldatenlieder und Gedichte von Hauff, Schiller, Liliencron, Geißler, u. a. sind hier recht am Platze. ##s Deutscher„Jugen huch. Unter Mitarbeit namhafter Schriftsteller und Künstler herausgegeben von Wilhelm Kotzde. Bar., Ein starker Ban., 185 Seiten in Ganzleinen gebunden 3.Mark. Verlag von Jos. 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Dezember, abends 7½ Uhr: Serie 3: Kasernenluft Donnerstag, den 15. Dezbr., abends 7½ Uhr: Serie 4: Das Konzert. Freitag, den 16. Dezember, abends 7 Uhr: Serie 5: Tannhäuser. Samstag, den 17. Dezember, abends 7½ Uhr: Serie 6: Uraufführung: Der kleine Robinson Crnsoe. Die Irrsahrten eines Schiffsjungen.(WeihnachtsKomödie). Sonntag, den 18. Dezember, nachmittags 2½ Uhr: Der kleine Robinson Crusoe.— Abends 7 Uhr: Serie 7: Der Freischütz Schauspielhaus Düsselderf. Mittwoch, den 14. Dezember, abends 8 Uhr: Totenfeier für Leo Tolstoi, dazu neurussische Musik. Donnerstag, den 15. Dezbr., abends 8 Uhr: Die törichte Jungfrau. Freitag, den 16. Dezember, abends 8 Uhr: 16. Vorstellung: Abonnement B: Indith. Samstag, den 17. Dezember, pollotheater Düsseldort Direction: J. Glück. Größtes und vornehmstes bezialitätentheater Deutschlandt Täglich Auftreten allereriter Kunltkräfte. Jeden 1. and 16. neues Orogramm. Anrang 8 Uhr. 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