Erscheint Sglich mit Ausnahme de Sonn= und Festtage. Bezugspreis vierteljährlich einschließlich der täglichen Beilage „Bunke Blätter" in Neuß 1.50 Mk., durch die Post bezogen 1.65 Mk. mit illustriertem Unterhaltungsblatt 1.80 Mk., durch die Post bezogen 1.95 Mk. Verantwortlich für die Schristleitung: Th. Jolsen, Neuß. Egene Viakatsäulen. Angeigen 15 Pfg. die 7 gespaltene Petltzeile, kleinere lokale Anzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Jehef Wyrich, Neutz. Eigene Plakatsäulen. Nr. 270. Erstes Blatt. Montag, den 28. November 1910.(Sosthenes.) 85. Jahrg. Politische Hlachrichten. Deutschland. X Die deutschen Aktiengesellschaften. Das Kaiserliche StaAmt hat in einem Ergänzungshefte zu den„Vierteljahrsheften zur Statistik des Deutschen Reiches“ eine eingehende Arbeit über die finanzielle Gebarung der deutschen Aktiengesellschaften im Jahre 1908/09 veröffentlicht. Diese Arbeit ist eine Fortsetzung der erstmalig für 1907/08 bearbeiteten Statistik. Von den am 30. Juni 1909 vorhandenen 5187 Aktiengesellschaften(mit Ausschluß der in Liquidation oder in Konkurs befindlichen) kamen für die Rentabilitätsstatistik 4579 sogenannte reine Erwerbsgesellschaften in Betracht; denn auszuscheiden waren alle Gesellschaften mit nicht=wirtschaftlichen Zwecken, solche, die satzungsgemäß die Gewinnerzielung oder Dividendenerteilung ausschließen oder beschränken, endlich solche, deren Bilanzen nicht oder lückenhaft veröffentlicht wurven, ohne daß durch Rückfragen Aufklärung zu erzielen war. Das eingezahlte Aktienkapital der 4579 Gesellschaften betrug am Tage des Bilanzabschlusses 13 200.57 Millionen Mark. Die echten Reserven beliefen sich auf 2858.64 Millionen Mark = 21.7 v. H. des eingezahlten Aktienkapitals. Von jenen 4579 Gesellschaften waren für 3060.62 Millionen Mark Obligationen im Amlaufe. Die Statistik für 1908/09 verzeichnet: a) 3688 Gesellschaften mit Jahresgewinn, b) 809 mit Jahresverlust und c) 82 ohne Jahresgewinn oder=verlust. Bei den Gesellschaften zu a) belief sich der Jahresgewinn auf 1233.05 Millionen Mark und bei denen zu b) der Jahresverlust auf 118.53 Millionen Mark, so daß der Jahresmehrgewinn von sämtlichen 4579 reinen Erwerbsgesellschaften 1114.52 Millionen Mark betrug. Vergleicht man diesen Betrag mit dem eingezahlten Aktienkapital, so ergibt sich für die Gesellschaften eine Rentabilitätsziffer von 8.57 v. H., und wenn man zweckmäßigerweise das ganze Unternehmungskapital(Aktienkapital+ echte Reserven) berücksichtigt, eine Ziffer von 7.03 v. H.(gegenüber 10.11 und 8,35 v. H. für 1907/08). Will man die Geschäftsergebnisse der Aktiengesellschaften vom Standpunkte der Aktionäre aus kennen lernen, so bieten die Zahlen für die ausgeschütteten Dividenden einen gewissen Anhalt. Von den 4579 reinen Erwerbsgesellschaften verteilten im Jahre 1908/09 3271 Gesellschaften Dividende. Dies taten im Jahre 1907/08 von 4578 Gesellschaften 3425. Die Dividendensumme betrug im Jahre 1908/09 959.70 Millionen Mark gegenüber 1022.60 Millionen Mark im Vorjahre. Auf das dividendenberechtigte Aktienkapital aller reinen Erwerbsgesellschaften machte dies 1908/09 7.38 v. H. und 1907/08 8.07 v. H. aus. Luftschiffahrt. Die französische Aeronautik darf sich bisher rühmen, die besten Leistungen im Aeroplanflug vollbracht zu haben. Besonderes Interesse dürfte deshalb ein Bericht verdienen, den ein Mitglied der amerikanischen Botschaft in Paris einem höheren Offizier der Unionsarmee abgestattet hat und in dem Flugblatt„Army and Navy Journal“ zum Abdruck gelangt ist. Der Berichterstatteter gibt sein Urteil, wie er ausdrücklich hervorhebt, lediglich unter dem militärischen Gesichtspunkte ab und zwar ist seine Schilderung und Kritik dem Eindecker des Typs Blériot und dem Doppeldecker des Systems Wright gewidmet. Er schreibt an den General u. a.:„Sie werden mich natürlich vollkommen verstehen, wenn ich sage, daß bis auf den heutigen Tag kein absolut brauchbarer Aeroplan speziell für militärische Zwecke erfunden und konstruiert ist. Dahin wird man später zweifellos kommen; aber gegenwärtig werden von den Militärpersonen Maschinen benutzt, welche lediglich erfunden und hergestellt sind, um das Fliegen zu ermöglichen— um zu fliegen und zwar so schnell, so weit und so hoch wie nur irgend möglich; das ist das Ziel, auf das man bis jetzt hingearbeitet hat und dem man auch bereits sehr nahe gekommen ist.“ Des weiteren äußert sich der amerikanische Sachverständige, daß die früher von ihm gehegte Ansicht, die Eindecker mit hoher Motorleistung müßten größere Geschwindigkeit erzielen als die Doppeldecker, durch die Flugveranstaltungen in Belmont Park im Monat Oktober wesentlich erschüttert worden sei und daß er jetzt der Meinung zuneigt, daß der Doppeldecker nach dem System Wright der leistungsfähigste Typ sei. Als den größten Nachteil der Flugzeuge der Typen Blériot und Antoinette, also derjenigen beiden Systeme. die in der französischen Armee bisher überwiegend Verwendung gefunden haben, bezeichnet er den Umstand, daß der Führer infolge der Lage der Flugflächen nicht unter sich sehen kann; was also der Führer eines solchen Eindeckers sehe, das sehe er aus größerer Entfernung und unter einem anderen Winkel. als wenn er sich selbst in größerer Nähe über den Gegenstand seiner Beobachtung halten könnte. Ferner entstehe darauf der Nachteil, daß der Führer eines Eindeckers der genannten Systeme gegebenenfalls nur schwer falls er zu einer Landung genötigt ist, einen dazu geeigneten Platz ausfindig machen könne. Es könne vorkommen, sagt der Berichterstatter, daß der Führer eines solchen Flugzeuges einen geeigneten Landungsplatz beispielsweise eine freie Wiesen= oder Weidefläche, ein ebenes Ackerland oder ähnliches unter sich zu haben glaubt, daß er jedoch beim Niedergehen durch allerlei Hindernisse, beispielsweise durch Telegraphendrähte. Baumstümpfe, landwirtschaftliche Geräte usw., die er von oben her nicht hat sehen können, sehr unangenhm empfangen wird. Diese beiden Mängel sind bei dem System Wright und Farman, die gleichfalls von französischen Aviatikern erprobt find, nicht vorhanden. Der Führer dieser Doppeldecker kann genau senkrecht über der Bodenfläche kreuzen, die er zur Landung ausersehen hat und er kann von oben her in die Terrainverhältnie den genauesten Einblick nehmen, so daß ihm unangenehme Ueberraschungen von der erwähnten Art im allgemeinen erspart bleiben werden. Zwar hätten sich, sagt der amerikanische Sachverständige, die Blériotaviatiker damit zu helfen gelsucht, daß sie, wenn sie dem Erdboden möglichst nahe gekommen waren, ihrem Apparat eine scharfe Winkelstellung gaben, die ihnen einen Ueberblick über das unten liegende Terrain gestattete und dann sofort wieder in die Horizontale übergingen; aber dieses Auskunftsmittel sei doch höchst bedenklicher Natur, weil es selbstverständlich nicht gefahrlos sei. Der Schluß des Gutachtens lautet dahin, daß gegenwärtig noch nicht endgültig zu entscheiden sei, welcher oder welche Typen von Aeroplanen in der französischen Armee für militärische Zwecke dauernd Verwendung finden würden. Bisher sind die 4 Typen Blériot, Antoinette, Wright und Farman nebeneinander erprobt worden, jedes System ist durch eine Reihe von Apparaten vertreten und für jedes System sollen angeblich neue Erwerbungen beschlossen und zum Teil schon durchgeführt sein. Der amerikanische Diplomat bringt schließlich seine ganz besondere Hochachtung für den französischen Kriegsminister General Brun zum Ausdruck, der durch seine unermüdliche zielbewußte Arbeit die Aviatik in der französischen Armee auf ihren gegenwärtigen hohen Stand gebracht habe. Nach der Ansicht des Briefschreibers würde die französische Armee bereits im Jahre 1911 zwischen 50 und 100 Aeroplane zum sofortigen Gebrauch bereit und eine genügend zahlreiche Besatzungsmannschaft zur Verfügung haben. Unter diesen Umständen, so schließt der Briefschreiber, habe es wenig zu bedeuten, daß eine Reihe von Systemen nebeneinander im Gebrauche wären; die französische Militärluftschiffahrt habe genügend Zeit, die weitere Entwicklung abzuwarten, die wahrscheinlich mit der Wahl eines Einheitssystems abschließen werde. Gerichtssaal. Z. Neuß, 26. Nov. In der heutigen Sitzung des Schöffengerichts wurde der Fuhrmann Heinrich M. von hier zu drei Tagen Gefängnis verurteilt, weil er am 23. Oktober in einem hiesigen Geschäft eine Hose und ein Stück Tuch entwendet hat.— Von der Beschuldigung, am 20. Oktober hier gebettelt zu haben sprach das Gericht eine Frau von hier frei.— Eine Woche Gefängnis hat die Ehefrau Johann Cle. aus Neuß zu verbüßen. Sie hat am 15. Oktober hier eine Taschenuhr mit Kette im Wert von 36 Mark entwendet.— Die Ehefrau Peter W. und die Witwe Josef N., beide aus Neuß, waren angeklagt, gemeinschaftlich zum Zweck der Täuschung Milch verfälscht zu haben. Sie müssen je 10 Mark Geldstrafe zahlen.— Der Klempnergehilfe Josef G. aus Neuß war angeklagt, am 29. September hier einem Kaufmann Pfeifen entwendet zu haben. Er wurde zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt.— Der Arbeiter Balthasar van B. von hier ist am 18. September widerrechtlich in eine hiesige Wirtschaft eingedrungen. Einer Aufforderung, sich zu entfernen leistete er nicht Folge, dagegen bedrohte er den Wirt. Das Gericht setzte für ihn eine Geldstrafe von 30 Mark fest.— Von der Anklage, Hausfriedensbruch verübt und sich Mißhandlungen schuldig gemacht zu haben, sprach das Gericht einen Bahnarbeiter aus Rosellerheide frei.— Bedrohung wurde dem Handlanger Peter H. von hier zur Last gelegt. Der Anklage lag ein Vorgang vom 18. September zugrunde. Das Gericht erkannte auf drei Tage Gefängnis—. Die Eheleute Heizer Hermann K., der Hafenarbeiter Adam H. und der Tageelöhner Josef H., alle aus Neuß, wurden mit je15 Mark Geldstrafe bedacht. Die Genannten und vier andere Angeklagte, die frei gesprochen wurden, waren beschuldigt, am 1. August in Düsseldorf sich gegenseitig mißhandelt zu haben.— Von der Beschuldigung, sich ein Lohnbuch rechtswidrig zugeeignet zu haben, sprach das Gericht einen Maurerpolier aus Düsseldorf frei. sokale Hlachrichten. Neuß, 28. November. ( Der Wettlege= Geflügelhof der Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz auf Schabernack war gestern das Ziel vieler Landwirte und Geflügelzüchter von Nah und Fern. Herr Landrat Dr. Neumont, Erkelenz, als Vorsitzender der Abteilung für Geflügelzucht und der Leiter des Wettlegens, Herr Geflügelzucht: Inspektor Müller, Neuß, übernahmen die Führung und erläuterten eingehend die musterhaften Einrichtungen, die für dieses erste Wettlegen im Rheinland getroffen worden sind. 42 Stämme, sechs Rassen, mit je sieben Stämmen werden der Prüfung unterzogen. Die Tiere sind alle auf gleich großen und bis in allen Einzelheiten gleich eingerichteten Ställen und Auslaufhöfen untergebracht. Die vertretenen Rassen sind: Rebhuhnfarbige Italiener, weiße Wyandotts, schwarze Minorka, gelbe Orpingtons und schwarze Rheinländer. Alle Stämme bestehen aus einjährigen Tieren. Die Rheinländer und die Orpingtons legen schon alle. Die Höchstleistung hat bisher ein Stamm gelber Orpingtons des Herrn Wilhelm Winkelhoch, Kaarst, mit 65 Eiern. Unter den Ehrenpreisen, die den Besitzern der siegreichen Stämme zur Verfügung stehen, finden wir u. a.: solche des Herrn Landrat Neumont. des Herrn Rittmeister Otto Suermondt, Berlin, der Frau von Forckenbeck, Aachen des Herrn A. von Heimendahl, Haus Bockdorff, des Herrn Nobert Suermondt, Aachen, des Herrn Hauptmann von Suttiz, Aachen, des Herrn Nobert Peil. Köln. Die Geflügelzucht= und Lehranstalt wurde später ebenfalls besichtigt. Im Hotel Pelzer fand dann eine Versammlung der Besucher statt, in der Herr Landrat Dr. Neumont den Vorsitz führte, und nach herzlichem Willkommengruß die Gründe darlegte. welche zur Einrichtung des Unternehmens führten. Er ging aus von der Abhängigkeit Deutschlands vom Auslande auf dem Gebiet der Geflügelzucht und von der Notwendigkeit nicht Massen von Geflügel, sondern Qualitäten zu züchten. Auf die Tätigkeit der Landwirtschaftkammer auf diesem Gebiete wies er besonders hin. Nach Ausführungen über die Rassenwahl und die mannigfache Tätigkeit des GeflügelzuchtInspektors der Kammer ging der Redner besonders auf die rege Unterstützung des Wettlegens aus vielen Kreisen mit lebhaftem Dank ein. Die Prüfung der Legetätigkeit der Hühner erfolgt nach den Ausführungen des Redners nach den verschiedensten Richtungen hin. Nicht nur die Anzahl, auch das Gewicht der Eier und die Monate, in denen die einzelnen Stämme die regste Legetätigkeit entwickeln, kommen inbetracht. Herr Geflügelzucht- Inspektor Müller betonte, daß es darauf ankomme, den Landwirten möglichst frühlegendes Geflügel zu beschaffen. Er empfahl die Anlage von Brutzentralen. die jährlich je 5 bis 6000 Küken schaffen könnten. Die Zentralen sollen zuverlässigen Leuten übertragen werden, die sich lediglich mit der Beobachtung der Brutapparate beschäftigen. Herr Müller besprach dann die Einrichtungen des Wettlegehofs und den vorzüglichen Gesundheitszustand der Tiere. Er schilderte die Handhabung der verschiedenen Kontrolleinrichtungen, die aufs peinlichste beobachtet werden, ging auf die Zusammensetzung des Futters ein und auf den Futterverbrauch bei den einzelnen Rassen. Aus der Versammlung heraus wurde den Ausführungen der Redner volle Zustimmung bekundet und die musterhafte Einrichtung der Wettlegehofanlage, die bisher unerreicht dastehe, besonders hervorgehoben. Inbezug auf die Zuverläßigkeit der getroffenen Anlagen, Futtermischungen usw. waren sachkundige Redner der Ansicht, daß da nichts zu deuteln und zu verbessern sei. Herr Oekonomierat Dr. Reinhardt betonte das Verdienst des Hérrn Landrat Dr. Reumont um das Zustandekomkommen des Wettlegens, und überbrachte ihm die Glückwünsche des Kammervorsitzenden. Nach der Versammlung vereinigte sich ein Teil der Anwesenden zu einem Mahl im Hotel Pelzer. O Der Marine=Verein hatte auf Samstag Abend ins Hotel Pilartz eingeladen und konnte sich eines sehr guten Besuchs erfreuen. Es galt das 15. Stiftungsfest zu feiern und damit die Erinnerung an das Seegefecht vor Havanna zu verbinden, das vor 40 Jahren in die Geschichte der Marine ein Ruhmesblatt schrieb. Der Vorsitzende des Marine= Vereins, Herr Zimmermann, hieß die Versammlung willkommen und begrüßte insbesondere den Vorsitzenden des KreiskriegerVerbandes, Herrn! Ehrenbürgermeister Hoffmann. vom Offizierkorps Herrn Notar Ltn. Roth, und die Kameraden vom Kölner Marine=Verein. Er erinnerte an den Aufschwung des von 15 Blaujacken begründeten Vereins. Ein poetischer Gruß aus Damenmund folgte. Herr Syndikus Dr. Olep, der zweite Vorsitzende des Vereins, hielt die Festrede. Anknüpfend an die Ereignisse vor vierzig Jahren feierte der Redner die Taten des deutschen Heeres. Nicht in gleichem Maße wie das Heer habe die Marine Gelegenheit gehabt, für das Vaterland einzutreten, aber die Gefechte bei Havanna, die Tag des„Jalis“ die Kämpfe um die Takuforts und andere hätten gezeigt, daß in der Marine derselbe opferfreudige Geist herrsche: Heil drum auch der jungen zukunftsfrohen Marine. Diesen vaterländischen Geist zu pflegen, sei auch Aufgabe der Marine=Vereine. Das Hoch auf den Kaiser begründete der Festredner insbesondere damit, daß unser Kaiser nicht zu betrachten sei als der von einem günstigen Geschick auf den Thron erhobenen Sproß eines Herrscherhauses, sondern daß Kaiser Wilhelm der geborene Vertreter eines Monarchentums, der geborene deutsche Kaiser ist. Wie die Versammlung den trefflichen Worten zu folgen verstand, zeigte das mit freudiger Begeisterung aufgenommene Hoch auf den„Marine= Kaiser.“ Herr Eduaro###rimmer trug mit vorzüglicher Erschöpfung eines reichen Stimmungsgehalts eine Dichtung„Hans und Grete vom Rhein“ vor. Herr Elfers sang, bei trefflicher Klavierbegleitung des Herrn Heinrich Bruckmann. einige viel Beifall herausfordernde Lieder. Ein Kölner Kamerad spendete reichlich aus dem Schatzkästlein seines vortrefflichen Humors. 4 Den Kameraden, welche 15 Jahre treu zum Verein hielten, wurden als Anerkennung Ehrenurkunden überreicht. Im Namen dieser dankte der Vorsitzende mit herzlichen Worten. Der Vorsitzende des Kölner Marine=Vereins feierte die Kameradschaft der Neußer Blaujacken. Herr Ltn. Roth führte in seiner Ansprache der Versammlung recht lebendig die Episode vor Havanna vor Augen und zog dann von gesundem Humor getragene Vergleiche zwischen den Damen und den Schiffstypen. Den bunt bewimpelten und aufgetakelten Vertreterinnen des schönen Geschlechts galt sein freudig aufgenommenes Hurrah! " A l l g e m e i n e, L i e d e r, d a r u n t e r e i n e D i c h t u n g d e s H e r r n Roth„Meereslied“, die den Freunden über den Durchschnitt hinausragender gediegener Festlieder besondere Freude machen mußte, füllten weiter das reichhaltige Programm, dem ein flotter Tanz im Festlokal und ein gemütlicher Kaffee im „Römer“ den Abschluß gaben. * D e r M ä n n e r= G e s a n g= V e r e i n„ C a e c i l i a“ v e r a n s t a l t e t e gestern Abend im Pelzerschen Saale ein Konzert. zu dem sich eine Zuhörerschaft eingefunden hatte, die den großen Saal bis auf den letzten Platz besetzte und den durchweg schönen Darbietungen mit regstem Interesse folgte. Die„Caecilia“ selbst, das sei vorweg hervorgehoben, zeigte sich von der allerbesten Seite und erzielte mit dem Vortrag zusagender und gut. zumteil prächtig, frisch und korrekt gesungener Chöre vortrefflichen Eindruck. Sie hatte sich die Sache nicht leicht gemacht, und dem Dirigenten, Herrn Musikdirektor Wiltberger, Krefeld, und seinen Sängern war gerade inanbetracht der Aufgaben, die sie sich stellten, der schöne Erfolg wohl zu gönnen. Herr Wiltberger gab auch sein Bestes als Klaviervirtuose und drückte durch seine vielseitige Tätigkeit— auch als Begleiter der Sologesänge war seine Mitwirkung von nicht zu unterschätzendem Wert— dem Konzert den Stempel seines vielseitigen, verständnis= und geschmackvollen Schaffens auf. Frau Wiltberger=Dohm, Krefeld, gab mit angenehmer und ansprechend verwendeter Stimme Proben ihrer Sangeskunst und konnte einen guten Teil des Erfolges, den die Ver auf ihr Konto schreiben. Das reichhaltige Programm bot viel Schönes und war reich an Abwechslungen. Len und Same Suuger nitt dem Bewußtsein, einen anregenden und genußreichen Abend gehabt zu haben. S Die villsach gebrauchte Bezeichnung des hiesigen Waisen hauses als Kreiswaisenhaus ist neuerdings mit Recht als unzutreffende bezeichnet worden(:Neuß= Grevenbroicher Zeies Nonats:). Wie wir erfahren, ist seitens des Königlichen Landrats, welcher als Kommissar der Regierung zur Aufsicht über das Waisenhaus bestellt ist, bereits im narnigen Jehre anläßlich der Einweihungsfeier des neuen daß die Bezeichnung der Anstalt mit der abgekurzten Form„Kreiswaisenhaus“ schon wiederine Einrschtung dan ags handele sich hier um eine Einrichtung des Kreiskommunal=Verbandes und gleichzeutig, der Vornande, gegenüber der Wunsch ausgesprochen worden, die abgerurzt Bezeichnung so zu wählen, daß der private Sharatter des Instituts erkennbar sei. Die Bezeichnung der i., dem kurzen Namen„Kreiswaisenhaus“, findet historische Erklärung dadurch, daß im Jahre 1862 die Waisenhauspflege, die sich bis dahin nur auf die Kinder der Stadt Neuß erstreie, auf die Kinder aus den Landgemeinden ausgedehnt wurde, und zwar auf Grund eines Uebereinkommens wonach die Gemeinden des Kreises dem Waisenhause die ehnen vom Staate zu leistenden Unterstützungsgelder für angeschaffte Ser ucd zi Dier Vererien iu. Vetrage von 7213 Saß ard 11, Pfg überwiesen. Hieran war die Stadt Neuß mit 933 Taler 20 Sgr. beteiligt. Am 30. November 1862 wurde ..# ein neues Statut aufgestellt, welches unterm 23. Feoruar 1263 Saan, Körzezichen O. rprasidium genehmigt wurde und I.## i. Hiernach führt das Waisenhaus den nen Namen„Trziehungsanstalt für verwaiste und verwahrKinder der Gemeinden des Kreises Neuß.“ ### Verhaftung eines Schwindlers. Heute wurde hier ein #crogs etge golm en, der sich in den umliegenden Ortschaften ter des kaufmannischen Vereins„Novesia“ ausgeverantanls, ihre Söhne bei dem genannten Verein den Stenographen= Unterricht besuchen zu lassen. Bei arti# Amse#tpnisert. gung mußten die Eltern dann eine sofertigg,„Ansgz,##s machen, womit der Schwindler verduftete Geschädigte Personen wollen schleunigst der Polizei=Verwaltung de. Polizeibehörde ihres Heimatortes Mitteilung machen. Ausgeschlossen ist nicht, daß der Schwindler auch noc dere Betrügereien verübt hat. Teilweise ist der Schwindlei Begleitung seiner Frau, einer mageren blassen Person welche schwarz gekleidet ist, gereist. Der Betrüger ist vorr, Schlagker, Statur, 1.70 groß, har gesunde Gesichtsfarbe, rotblondes Kopfhaar und Schnurrbart. Bekleidet ist er mit hell„u nzug, schwarzem kurzen Ueberzieher und steifem schwar".. Zur Beseitigung der Schwierigkeiten die sich bei der Durchführung der Invalioen= Versicherung .# der Verschiedenheit der Beitragsentrichtung bei den Versicherungs„Anst, In und bei den besonderen Kasseneinrichtungen ergeben, haben die beteiligten Bundesregierungen und ### Verwaltung der Reichzeisenbahnen ein Uebereinkommen getroffen, wonach beim Eintritt einer Person in ein Beschäftigungsverhältnis, für das Beiträge an eine besondere Kassen##eichtun, Intrichten sint, die Betriebsverwaltung festzustellen hat, ob der Versicherte eine Quittungskarte oder Aufrechnungsbescheinigungen besitzt. Auf Grund dieser Papiere hat die Betl eosverwa tung verschiedene Aufnahmen vorzunehmen. Zugleich hat sie dem Versicherten eine gedruckte Belehrung auszuhändigen. Diese muß in gemeinverständlicher Weise auf die verschiedene Art der Beitragsleistung zu einer Versiche ungsanstalt und zu einer besonderen Kasseneinrichtung aufmerksam machen, den fortdauernden Wert der Quittungskarte betonen, die alsbaldige Aufrechnung der Karte empfehlen und auf die Nachteile hinweisen, die durch Verlust oder nicht rechtzeitigen Umtausch einer Quittungskarte entstehen können. Mitgliedschaft eines Versicherten bei einer besonderen Kasseneinrichtung, ohne daß Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Invalidenversicherungs= Gesetzes eingetreten ist, so hat die Betriebsverwaltung dem Versicherten eine Austrittsbescheinigung, zu erteilen. Diese Bescheinigung ist mii dem das dem Versicherten bei seinem Austritte kraft gesetzlicher Vorschrift zu erteilen ist, oder übungsgemäß erteilt wird, in einer Urkunde zu verbinden !*! Stempelfreiheit von Ueber= und Sonntags= Arbeit Nach einer Entscheidung des Finanzministers bedürfen die auf Grund der Gewerbe= Ordnung erteilten Genehmigungen zur Ueber= und Sonntagsarbeit dann keines Ausfertigungsstempels, wenn nach dem pflichtmäßigen Ermessen des Beamten der die Genehmigung erteilt, deren Wert für den Arbeitgeber 150 A nicht übersteigt. )( Eine junge Schwindlerin. Vor einigen Tagen ist hier ein 13jähriges Mädchen von auswärts festgenommen worden, welches kleinen Kindern, die von ihren Eltern zum Einkaufen weggeschickt waren, das Geld teilweise abgeschwindelt hat. In dem Besitze dieses Mädchens wurde ein dunkelgrünes noch gut erhaltenes Damen=Portemonnaie, welches ein rotes Haarband enthielt, gefunden, das wahrscheinlich auf unehrlichem Wege erworben ist. Geschädigte Personen und der Eigentümer des Portemonnaies wollen sich auf dem KriminalBüro hierselbst melden. Das Mädchen trug dunkelblauen Umhang und dunkelblaue Tellermütze. *::* Die Krieger=Sanitätskolonne hat am 21. November einen neuen Unterrichtskursus begonnen, zu dem sich zahlreiche Teilnehmer eingefunden haben. Auch die im Jahre 1908 ausgebildeten Mannschaften besuchen die Unterrichtsstunden, die von heute ab jeden Montag, abends punkt 8½ Uhr im Vereinslokale beginnen. Der Vorstand ersucht von neuem um recht zahlreiche Beteiligung. ** B e s i c h t i g u n g. U n t e r F ü h r u n g d e s P r o f e s s o r s G e heimrat Giesler unternahmen am Samstag 20 Studierende an der Landwirtschaftlichen Akademie in BonnPoppeisoorf eine Studienfahrt nach Neuß; sie besichtigten hier die Fabrikanlagen der Harvester Company. „. Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 1 Srig 1#el##—, medrigste in vergangener Nacht 2 Grad unter Null. heute Morgen 2 Grad über Null. Barometer 10 mm gefallen. Wind südlich. Es ist zu erwarten: 29. November: Bewölkt, teils heiter, frostig, Nebel. 30. November: Bewölkt mit Sonnenschein, Frost, Nebel. Aus dem Kreise. § Büttgen,-5. Nvo. Das Komitee für die Veranstaltung ## Volkzuntexhaltungs= Abenden hat beschlossen, ich durch Hinzuwahl von Mitgliedern der hier bestehenden Vereine zu erweitern, um eine möglich breite Grundlage für seine Tätigkeit zu haben. Zugleich wurde bestimmt, daß der nächste im Dezember stattfindende Abend den Oberammergauer Passionsspielen gewidmet werden soll. Deutscher Reichstag. Berlin, 26. Nov. Auf der Tagesordnung steht die Interpellation der Sozialdemokraten, betr. die Kaiserreden. Der Reichskanzler erklärt sich zur sofortigen Beantwortung der Interpellation bereit. Zur Begründung der Interpellation führt Aba. Ledebour(Soz.) aus: Bei der früheren Interpellation herrschte bei allen Parteien des Reichstages Einmütigkeit in der Entrüstung über die damaligen Kaiserreden und die Veröffentlichungen im„Daily Telegraph". Das hat der Vertreter der Konservativen anerkannt. Ein großer Teil des Reichstages verlangte gesetzliche Maßnahmen, nicht nur die Sozialdemokraten. Vom agitatorischen Standpunkte aus können wir uns nur möglichst viel Kaiserreden wünschen. Wir müssen die Möglichkeit haben, die in den Kaiserreden enthaltenen Angriffe auf unseree Partei ungestraft zurückweisen zu können. Die individuelle Auffassung des Kaisers von seiner staatsrechtlichen Stellung führt zu selbstherrlichen Eingriffen in die Politik des Landes. Das schädigt das Ansehen Deutschlands, und Fürst Bülow hat sie hier ein Unglück genannt. Schließlich hat auch der Kaiser das bindende Versprechen abgegeben, solche Eingriffe nicht zu wiederholen. Das deutsche Volk wurde dann im August ds. Is. durch die Königsberger Rede überrascht, in der der Kaiser zunächst Mitglieder seiner Familie ohne Rücksich auf historische Tatsachen und Geschmack verherrlichte und dann seine eigene Auffassung von seiner staatsrechtlichen Stellung begründete. Das war eine offenkun dige Bestätigung und Verkündigung des Gottesgnadentums und des persönlichen Regiments.(Sehr richtig! links.) Das hat die gesamte Presse anerkannt, nur ein Teil der Konservativen nicht. Hier ist der männliche Geist, dem Abgeordneten von Heydebrandt 1908 Ausdruckgabe vollständig geschwunden. Tatsächlich ist die Krone gebunden an verfassungsrechtliche Bestimmungen zum mindesten seit 1849. Seitdem gibt es kein selbstherrliches Got tesgnadentum mehr. Auch seine Ausführungen über die Stellung der Frauen, die Kaiser Wilhelm II. gar nicht beurteilen kann, sind sehr anfechtbar und haben tiefe Empörung hervorgerufen. Auch die Behauptung, daß der Friede auf unseren Rüstungen beruhe, ist schlecht; er beruht auf der steigenden Kultur. Mit dieser Rede hat Wilhelm II. sein früheres Versprechen bewußt durchbrochen. Darum frage ich: Was gedenkt der Reichskanzler dagegen zu tun? Jetzt hat Wilhelm 11. die Hilfe der katholischen Kirche und der Geistlichkeit dafür angerufen mit seiner Rede in Beuron. Eine Erklärung des Reichskanzlers genügt nicht. Wir müssen eine Demokratisierung des Parlaments und des gesamten Verfassungslebens erhalten. Die vorgeschlagene Sammlung, die jetzt auch von von Heydebrandt unterstützt wird, wird auch unter der Führung Wilhelms II. scheitern, sogar, wenn die Freisinnigen wie sie gern möchten, sie mitmachen.(Heiterkeit.) Wir werden schließlich unser republikanisches Ideal erreichen. (Hört! rechts) Das parlamentarische Regiment kommt auch in Deutschland. Und wenn die Welt voll Teufel wär. so muß es doch gelingen!(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Die Antwort des Reichskanzlers. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: Die Darlegungen, die uns der Abg. Ledebour soeben in dem zweiten Teil seiner Rede gegeben hat, erweisen, wie recht der Vorwärts hatte, als er vor einigen Tagen ankündigte, der Zweck der heutigen Interpellation sei die Aufrollung der Verfassungsfrage. Die Ausführungen des Abg. Ledebour zeigen durchaus klar, daß er und seine Partei bei dieser Aktion nicht von einer Sorge um das Gemeinwohl, nicht von der Absicht, verfassungsmäßige Institutionen einzuführen, geleitet werden. sondern im Gegenteil von einer leidenschaftlichen Gegnerschaft gegen unsere Verfassung erfüllt sind.(Lebhafte Zustimmung rechts, Lärm und Lachen der Sozialdemokraten). Der Alg Ledebour hat sich ja soeben mit klaren Worten für seine Paltei zum Republikanismus bekannt.(Zurufe der Sozialdemokraten: Ist denn das etwas Neues?) Nein, meine Herren, es ist nicht neu. Sie haben von jeher dieses Prinzin verfolgt. Das haben wir gewußt; aber es hat kaum eine Zeit gegeben, wo Sie mit diesem Endziel so klar vor die Oeffentlichkeit getreten sind, wie heute.(Lachen und Widerspruch der Sozialdemokraten.) Und es ist gut. daß sie das tun, daß das ganze Land weiß, zu welchem Ziel sie hinsteuern.(Sehr richtig! rechts.) auf die Interpellation selbst habe ich folgendes zu erklären: Die Interpellation geht von der Annahme aus. Seine Majestät der Kaiser habe im November 1908 dem Reichstag durch den Reichskanzler Fürsten Bülow Erklärungen gegeben, mit denen er sich durch Aeußerungen in Reden dieses Jahres in Widerspruch gesetzt habe. Diese Annahme ist falsch. Im Anschluß an die Debatten. die hier im Reichstage geführt worden sind, ist zu jener Zeit wie Herr Ledebour ja auch selbst mitgeteilt hat, durch den Reichsanzeiger mitgeteilt worden, daß Se. Majestät der Kaiser dem Reichskanzler Fürsten Bülow unter Billigung seiner Ausführungen im Reichstage und unter Bekundung seines andauernden Vertrauens seinen Willen dahin kundgegeben habe, daß er nunmehr, durch die von ihm als ungerecht empfundenen Ueberteibungen der öffentlichen Kritik veranlaßt, seine vornehmste kaiserliche Aufgabe darin erblicke, die Stetigkeit der Politik des Reichs unter Wahrung der vorfassungsmäßigen Verantwortlichkeit zu sichern. Mit dieser Erklärung im Reichsanzeiger ist der Oeffentlichkeit gegenüber eine Mitteilung darüber erfolgt wie der Kaiser seine staatsrechtliche Stellung und die Pflichten eines Herrscheramtes auffaßte. Mit diesen Auffassungen hat sich Se. Majestät der Kaiser nicht in Widerspruch gesetzt und er hat es insonderheit nicht getan— das stelle ich des weitern fest—, durch Aeußerungen, die er seither getan hat.(Sehr Trotz der sehr eingehenden Darlegungen ist uns der Abg. Ledebour den Gegenbeweis schuldig geblieben. Es ist mir völlig unerfindlich, wie man aus der Beuroner Ansprache. aus der Ansprache an die Rekruten, aus den Aeußerungen, die der Kaiser zu Königsberg über den Beruf der Frauen, über die Friedensbürgschaft, die ein starkes Heer liefere, es ist mir unerfindlich, wie man aus diesen Aeußerungen folgern will, daß er Kaiser di Grenzen seines konstitutionellen Herrscheramtes überschritten oder die Stetigkeit der Politik und die Autorität der Krone gefährdet hätte.(Sehr richtig!) Die Köniasberger Rede. die der König von Preußen vor Angehärigen einer preußischen Provinz gehalten hat, enthält auch nicht wie man ihr nachgesagt hat, eine Bekundung absolutistischer, mit unserm Verfassungsrecht unvereinbarer Anschauungen, wohl allerdings eine starke Betonung desjenigen monarchischen Prinzips, auf dem das preußische Staatsrecht beruht(Sehr wahr! rechts), verbunden mit dem Ausdruck tiefer religiöser Ueberzeugung, die in breiten Schichten des Volkes verstanden(sehr richtig!) und auch geteilt wird.(Lauter widerholter Beifall rechts und im Zentrum.) Die Könige von Preußen sind in einer jahrhundertelangen Entwicklung mit ihrem Volke verwachsen. Diese Entwicklung hat sich nicht so vollzogen, daß es das Volk gewesen sei, das sich ein Königtum gesetzt hätte, sondern in einer fast beispiellosen historischen Arbeit großer Herrscher aus dem Hause Hohenzollern, die in der Tüchtigkeit und Zähigkeit der Bevölkerung eine lebendige Stütze fand, ist ein preußisches Staatswesen erst zusammengeschmiedet worden. Deshalb sind die preußischen Könige ihrem Volk gegenüber Könige aus eigenem Recht.(Lebhafter Beifall rechts Lachen bei den Sozialdemokraten.) Meine Herren! Ihr Gelächter stößt die Geschichte nicht um. Wenn nun die Neigund aufgetreten ist, auch in Preußen den König wie ein vom Volk bestellten Würdenträger zu behandeln, so darf man sich nicht wundern, wenn der König das Bewußtsein, keiner Volkssouveränität zu unterstehen, stark betont. Die persönliche Unverantwortlichkeit des Königs, die Selbständigkeit und Ursprünglichkeit des monarchischen Rechts, das sind Grundgedanken des preußischen Staatslebens, die auch in der Periode konstitutioneller Entwicklung lebendig geblieben sind. Gibt hier der König von Preußen in der altpreußischen Königstadt„in der durch die Tradition geheiligten Form der Uebertragung Ausdruck", beruft er sich im Gegensatz zu Tagesmeinungen auf sein Gewissen. als die Richtschnur seines Handelns, so geschieht das aus dem Bewußtsein der Fülle seines Rechts und seiner Pflichten.(Sehr wahr! rechts.) In dieser Auffassung von der Stellung des Kaisers und Königs stehe ich auf verfassungsmäßigem Boden.(Beifall rechts.) Diesen Boden werde ich festhalten, und ich werde ihn verteidigen, getreu der mir bleibenden Verantwortung(Zuruf von den Sozialdemokraten: Wie lange?), die ich mir nur durch mein Amt und durch meine politische Ueberzeugung bestimmen lassen werde, (Lebhafter Beifall.) Auf Antrag Singer(sd.) wird einstimmig die Besprechung beschlossen. Die Aussprache. Aba. v. Heydebrandt(kons.) bezeichnete die Interpellation als eine Herausforderung des monarchischen und christlichen Empfindens. Das Volk müsse in seinen Begriffen verwirrt werden, wenn es sehe, wie die höchste Autorität hier herabgezogen werde. Der Redner fragte; namens seiner Freunde die Regierung, wie lange sie es noch mitansehen wolle, daß die Ordnung unterwühlt und die Freiheit durch sozialdemokratischen Terrorismus beeinträchtigt werde. Seine Freunde erwarteten, daß die Mittel ergriffen würden, die der Ernst der Lage erfordere. Aba. Bassermann(natl.) kann nicht anerkennen, daß ein Bekenntnis zum Absolutismus in der Königsberger Rede liege. Wolle die Sozialdemokratie ein Zusammengehen mit anderen bürgerlichen Partei, so müsse sie von ihrem Republikanismus lassen Abg. v. Payer(fortschr. Vpt.) führte aus, daß sich die Königsberger Rede, die ja der Kaiser durch die nachfolgende Marienburger Rede selbst so wesentlich eingeschränkt habe, mit der Verfassung und dem modernen Staatsrecht nicht in Einklang bringen lasse. Abg. David(Soz.) vertrat den Standpunkt der Interpellation. Aba. v. Dirksen(Rpt.) erklärte die Interpellation für überflüssig und hob hervor, was Preußen den Hohenzollern verdanke. Nachdem noch Aba. Liebermann v. Sonnenberg namens der Wirtschaftlichen Vereinigung den Reichstag in dieser Frage für unzuständig erklärt hatte. schloß die Besprechung. Auf die dann noch vom Abg Dr. Mugden(Vpt.) begründete Interpellation wegen der Pensionsversicherung der Privatangestellten. intwortete Staatssekretär Dr. Delbrück, daß der Entwurf: ausgearbeitet sei und dem preußischen Staatsministerium vorliege. Von Rednern aller Richtungen wurde die Erledigung der Sache noch in dieser Session lebhaft gewünscht. letzte Tlachrichten und Telegramme der„Hleußer Zeitung“. Freiheit der Wissenschaft. Berlin, 27. Nov. Unter den Gästen des Reichskanzlers am gestrigen Abend befanden sich sämtliche Mitglieder der philosophischen Fakultät der Universität Berlin. Geheimrat Professor Dr. Röthe betonte in seiner Ansprache, wie gern die Fakultät dem Reichskanzler den Ehrendoktorgrad verliehen habe als dem Vertreter des Staates, in dem die Wissenschaft die volle Freiheit genieße, die ihr bei einem demokrattschen Regime mit einer Parteiregierung niemals gewährt werden würde. Aufhebung der Kautionspflicht der Gerichtsvollzieher. Berlin, 27. Nov Der preußische Justizminister hat die Aufhebung der Kautionspflicht der Gerichtsvollzieher angeordnet. Die ministerielle Verfügung tritt bereits am 1. Dezember in Kraft. Sämtliche bisher gezahlten Kautionen werden den Gerichtsvollziehern sofort zurückerstattet. Gegen die Reichswertzuwachs= Steuer. Berlin, 27. Nov. Der Zentralverband der Haus= und Grundbesitzer hielt gestern Abend, wie schon kurz gemeldet, im Zirkus Schumann eine Protestversammlung gegen die Reichswertzuwachssteuer ab. Es waren 6000 PerUberall erhältlich Auergesellschaft, Berlin O. 17 sonen erschienen. Als Regierungsrat Cunow vom Reichsschatzamt die Notwendigkeit der Reichswertzuwachssteuer darlegen wollte, wurde er von der Versammlung niedergeschrien und mußte seine Ausführungen kurzer Hand abbrechen. Eine Brandkatastrophe. Newark(New Yersey), 27. Nov. Gestern brach? im Fabrikgebäude der Newark Paperbox Company Feuer aus. 50 junge Mädchen, die in der Fabrik arbeiteten, fanden im oberen Flur keinen Ausweg. Es entstand eine Panik. Die Zahl der umgekommenen Frauen und Mädchen ist 23. In den Krankenhäusern liegen viele zumteil tötlich verletzte. Dandels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 28. November. Neue Kartoffeln 50 Kilo A 3,30—3,70 Heu 50 Kilo„„ 2,70—3,20 Luzernerheu 50 Kilo Krummstrob 500 Kilo Breitdruschstroh 500 Kilo Butter Kilo Eier 100 Stück 3,70—4 20 K 17.— " 19.— „ 2.60 „ 15.— blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen Neuer Weizen 100 Ko. 1. Qu. 19 „„ 2." 18 Neuer Roggen 100 Ko. 1.„ 14 2." 13 Neuer Hafer 160 Ko. 1. 14 „„ 2.„ 13 Alter Hafer 100 Ko. 1.„ 15 „„ 2." 14 Am heutigen Getreidemarkte unverändert.— Preisnotierungen der Neußer Müller Neuß, 28. November. 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Rübsl 100 Kilo faßweise(ohne Faß)„ Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine„ Kleien 50 Kilo Raps wurde je nach Beschaffenheit mit 20.— bis 22.— Mk. bezahlt. Rüböl und Kuchen unverändert. A1 26.-22 25 m, Fruchtmarkt. Weizen inländ. 19,75—20,00, ausland. 21,2—42.25, Roggen inländ. 15,20—15.70, ausländ. 16,70—11,70, Futterauslanr. 11.80—12.00, Hafer inländ. 15,00—16,10, ausländ. 16.00.— 8,00—6.40, Wiesenheu 5.80—6,80, Richtstroh(Flegeldrusch) 3,90—4.40, Krumm= und Preßstroh 2,50—3.10 die 100 Kil. 5500 Nr. 5750 g. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 6000 B. Mai n: Zuar., Raffinade, Grundpreis u. Fabrik) 42.00—45,50, Kandis, weiß 58,00, 60, gelb 51,00—59, braun 56,00—59 die 100 Kil. Reis Bruch= 22.50—25,50, Aracan= 26,50—29.00 Rangoon Tafel= 25.00—31, Moulmain= 30.00—35 die 100 Kil. Gewürze: Bierier, 1PgP... weißer Singapore 192—200, weißer Nelken, Amboina 230—240, Sansibar 175—185, Muskatnüsse, la Banda(je nach Größe) 195—320,=Blüte la Banda 490— 530, Zimmet, Ceylon, je nach Dicke. 230—375 die 100 Kil. Möhnöl 90— 100. Leinöl gekocht mit Faß 91,00 93,00. Rüböl ger. mit Faß 69,00— 71,00. Petroleum, amerik. mit Faß 26,00—27,00 die 100 Kil., desgl. ausgemessen 17,50 die 100 Liter. Pflaumen, bosn. und serb. in Säcken 00—00, kaliforn. in Kisten 75,00—100,00, franz.(Katharina) in Kisten 0000—00,00. Apfelringe 90,00—95,00. Rosinen, Eleme 75—85, Sultanin= 80—125 Korinthen, gerein. u. entst. Filiatra 58—59. Mandeln la süße Bari= 195— 200, Prinzeß= 175—195 die 100 Kil. Heringe, holl. Voll= 39,50—41,50 die Tonne. Sardellen 93—115 Mk. der Anker. Stockfische, Tittlinge, beste Bremer 80.—85, Holäinder 82—88 die 100 Kil. Köln, 26. Nov. Kaffee. Java braun Preanger 140—156, hellbräun ich Preanz er 136—140, hochgelb Preanger 125—140, Java großbohnig blank 95—100, grün 93—95, bläulich 95—105, feinstblau 110—145, Menado 150—175, bläulich Portoriko 00—00, feinstblau großb. Portoriko 00—000, grün Costa Rica 00,00, bläulich bis feinblau Costa Rica 100—.—0, blank Demarary 95—100, bläul. bis feinblau Laguary 98—130, grun Guatemala 94—98, bläulich bis feinblau Guatemala 98—120, Neilgherry 100—123, blau Perl 108—140, grün Java Perl 000, Santos Verl belesen 96—10, unbelesen 94—100, arabischer Mokka 140—150, Santos belesen 92—96, unbelesen 90—94, Triago und ord. Santos 80—85, afrikan. Mokka 84—90 Pfg. das ½ kg.—0, u Köln, 26. Nov. Material= und Farbwaren. Blauholz Laguna gem. trock. 17.00, Gelbholz Marac. gem. trock. 16,00, Rotholz Lima prima gem. trock 26,00. Kali blaus. gelbes 86,00, chroms. rotes 64,00. Kupfervitriol prima 40. Borax raff. 35,00. Harz amerik. 22—26. Terpentinöl amerik. 117. Pottasche raffin. weiße 84% und 92% 35 und 38. Glyzerin raffin, weißes 280 170 Mk. die 100 kg. Be lin, 26. Nov. Fruchtmarkt. Weizen Dez. 201,75(202,00), Mai 204,75(204,75), Juli 000,00(000,00). Roggen Dez. 149,25(149,50), Mai 157,00(157,25), Juli 100,00(000,00). Hafer Dez. 146,25(146,25), Mai 155,50(155,50). Mais Dez. 000,00(000,00), Mai 04.0,00(000,00). 24,25 27475 Roggenmehl 18.90—21,20. Rüböl Nov. 00.00 (00,00), Dez. 58,00(58,00), Mai 57,90(57,70). Hamburg, 26. Nov. Weizen fest, Mecklenburger und Ostholsteiner Nov.=Dez. 203. Raagen stetig, Mecklenb. und Altmärk. 144—156, russ. eif 9 Pud 10/15 Pfd. Nov.=Dez. 104. Gerste flau, südruss. cif Nov. 97.50 Hafer fest, Holsteiner und Mecklenb. 158—175. Mais ruhig, amerikan mixed Dez=März 96.50, La Plata cif Nov.=Dez. 98.00. Rüböl ruhig, 59.00 Spiritus ruhig, Nov. 21,50 G., Nov.=Dez. 21,50 G., Dez.=Jan. 21,50 G Petroleum(amerikan.) spez. Gewicht 0,800 schwach, 6.00. Salpeter stetig. 8.82½, Febr.=März 9,05, Mai 8.95. New=York, 26. Nov. Getreidemarkt. Weizen Dez. 96⅛(97½) Mai 102¼(103⅝), Juli 99¼(100⅝), Sept.—(—). Mais Dez. 54¼ (54½), Mai 54%(54¾), Juli—(—), Sev..(—). Mehl spring whear 4,10(4,10), Getreidefracht nach Liverpool 1⅝(1⅝). New=York, 26. Nov. Baumwolle. Baumwolle vorr. 15,15(15,10), oov. 14,87(14,90), Dez. 14,89(14,91), Jan. 14,90(14,89), Febr. 15.01 (15,00), März 15,17(15,16), April 15,22(15,22), Mai 15,33(15,30), Juni 15.28(15.26), Juli 15.28(15.25), Aug. 14.90(14.89). Viehmärkte. Herlia, 20. Nov. Schlachtviehmarkt. Zum Verkauf standen: 1141 Bullen, 1639 Ochsen, 1115 Kühe, 896 Kälber, 7189 Schafe und 12346 Schweine. Bezahlt wurde für 50 Kg. Schlachtgewicht in Mark(bezw. für ½/5 Kg. in Pfennig): Rindvieh: Ochsen: a. 84—88, b. 74—82. c. 67—71 d. 00—00; Bullen: a. 76—82, b. 70—74, c. 60—66, d. 00—.u: Kühe: a. 00—00, b. 69—74, c. 63—66, d. 58--61, e. bis 56: Jungvieh: a. 60 bis 72: Kälber: a. 111—132, b. 103—107, c. 89-99, d. 65—85; Schafe: a. 82„7,. 7.—89, c. bis 68. d. 00. Schweine: u. 65—66, b. 63—65 c. 61—65, d. 59—62, e. 57—59, f. 60. Amtliche Wechselziussätze der Notenbanken vom 26. November. Amsterdam 4. Belg. Plätze 5. Deutsche Plätze 5. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 5. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Baris 3. Petersburg 4½. Schweiz. Plätze 4½. Wien 5. Schiff Schiff Schiff Schiff Schiff Schiff Schiff Schiffsnachrichten. Hafenverkehr im Rhein-Erft=Hafen zu Neuß. Angekommen am 20. November: jonge Nico“, Schiffer H. Rütiges, mit Maschinen von Rotterdam. „St. Antonius", Schiffer I. C. Spaan, mit Stückgut von Rotterdam. „Cecilie“, Schiffer F. de Mey, mit Rapssaat von Antwerpen. „Clara Nieten“, Schiffer Riffner, mit Holz von Karlsruhe. Abgegongen am 26. November: „Maria“, Schiffer Braun, mit Kohlen nach Mannheim „Anna“, Schiffer Joh. Linz, mit Kohlen nach Mannheim. „Friedrich Eugen“. Schiffer Klee, mit Kohlen nach Rheinau. Waldidylle. Zwei Heinzelmännchen hocken im Wald Am Feuer und schüren und stochen. Sie wollen sich schnell, weil's ihnen zu kalt, Ein pikfeines Süppchen kochen. Mit sachverständiger Miene rührt Den Würfel zu Brei Herr Purzel, Derweil sein Kollege noch einmal schürt Mit einer getrockneren Wurzel. Nicht lange dauert's da duftet im Topf Die Suppe und beide lachen. „Ja“, spricht Herr Purzel und nickt mit dem Kopf, „Die kann auch nur Maggi machen.“ Sitzung der Stadiverordneten am Dienstag, den 29. November 1910, nachmittags 5 Uhr. Tages=Ordnung: 1. Abänderung der Besoldungsordnung für die Volksschullehrpersonen. 2. Festsetzung von Straßenbaukosten. 3. Reparatur an der 3. Bezirksschule am Friedhof. 4. Legung eines Wasserleitungshauptrohres in der Uhlandstraße. 5. Bestimmung über das auf der Brüsseler Weltausstellung ausgestellte Hafenmodell. 6. Verlegung eines Viehmarkttermins im Mai 1912. 7. Fortbestehen des Schulverbandes Neuß=Kaarst. 8. Verpachtung der Stadtgarten= Restauration. 9. Ankauf von Grundstücken. 10. Verpachtung von Grundstücken. Der Bürgermeister: Gielen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Gatten, unsern guten Vater, Grossvater, Urgrossvater, Schwiegervater, Bruder und Onkel, Herrn Heinrich Spicker im Alter von 71 Jahren, nach langem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden, wohlvorbereitet durch die Heilsmittel der kath. Kirche zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen. Neuss, Düsseldorf, Crefeld, Anrath, Wesel, Chikago. 26. November 1910. Das Begräbnis findet am Dienstag, den 29 November 1910, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbe hause Friedhof Nr. 20 aus; und das Seelenamt am selben Tage, vormittags 9 Uhr, in der Pfarrkirche zum hl. Quirinus statt. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes und Bruders, sowie der schönen Kranzspenden sagen wir allen Beteiligten unsern tiefempfundenen Dank. Familie Josef Kastenholz. Bekanntmachung. Diejenigen Gewerbetreibenden,## die im Jahre 1911 außerhalb des Gemeindebezirks persönlich, oder durch Reisende für den Zweck ihres Gewerbebetriebes Waren aufkaufen und Bestellungen auf Waren aufsuchen wollen, werden aufgefordert. spätestens bis zum 20. Dezbr. 1910 auf dem Bürgermeister= Amte eine Legitimationskarte zu beantragen. Hierbei ist die# Karte für 1910 vorzuzeigen und eine Stempelgebühr von einer Mark zu entrichten. Wer es unterläßt, den Antrag rechtzeitig zu stellen, hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn er am 1. Januar 1911 noch nicht im Besitze seiner Legitimationskarte ist. Glehn, den 20. Nav. 1910. Der Bürgermeister: Nießen. Leistungsfähige Zuckerwaren=Fabrik sucht für Neuß und Umgegend tüchtigen vertreter gegen hohe Provision. Off. unt. F G 6 an die Exped. dur. Ztg. erbeten.[8466 Junge WeihnachtsAusstellung Grosse Auswahl in gezeichneten, angefangenen u. fertigen Handarbeiten vom billigsten bis zum feinsten Genre. 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Stadttheater Düsselders. Montag, den 28. November, abends 7½ Uhr: Serie 4: Kasernenluft. Dienstag, den 29. November, Jah abends 7½ Uhr: Serie 5:0 011 Zazu,(Oper). Mittwoch, den 36. November, abends 7½ Uhr: Serie 6: Zum ersten Male: Der Deichgräf. Ein bürgerliches Schauspiel von Joseph Lauff. Donnerstag, den 1. Dezbr., abends 7½ Uhr: Serie 7: Hasemanns Töchter 21. Musik-Abend am Sonntag, den 4. Dezember in der Aula der Oberrealschule Zu NEUSS " Mitwirkende: Peapella-Chor-Neuss (Leitung: Dr. Kunsemüller aus Köln). Rheinisches Trio-Düsseldorf (G. König-Klavier, Jos. Klein-Geige, Carl Klein-Cello). Programm: Max Reger: Suite im alten Stil op. 93 für Geige und Klavier. Acapella-Chöre aus dem 16. Jahrhundert. J. S. Bach: Sonate D-dur für Cello und Klavier. Brahms: Deutsche Volkslieder für a capella-Chor Trio H-dur op. 8. = Beginn: punkt 5½ Uhr.-— Eintrittskarten zu 2.50 Mk.[7815 bei van Haag. Rutz und an der Kasse. 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Roack, Nou Amtliches Kreisblatt Neuß, Nuustraße 1. Angeigen 15 Pfg. die 7ge Pekitzeile, kleinere Anzeigen 12 Pf wärtige 20 Reklamen 60 Pfg. die I gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Raden hinfällig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Nr. 270. Zweites Blatt. Montag, den 28. November 1910.(Sosthenes.) 89. Jahrg. Gerichtssaal. Der Moabiter Aufruhrprozeß. * Berlin, 25. Nov. Heute ist der Gerichtshof nach dem großen Schwurgerichtssaal im alten Kriminalgerichtsgebäude in Altmoabit übergesiedelt. Sofort nach Eröffnung der Sitzung erhebt sich Erster Staatsanwalt Steinbrecht zu folgender Erklärung: In der vorgestrigen Verhandlung ist bei Vernehmung der englischen Journalisten von Kriminalwachtmeister Fritze angenommen worden, es seien Führer in dem Automobil, weil er von früher her gewußt habe, daß bei den Wahlrechtsdemonstrationen im Tiergarten auch Demonstranten hin und her gefahren seien. Ich überreiche jetzt den Vorwärts vom 7. März dieses Jahres und beantrage die Verlesung des Artikels. Tatsächlich ist gesagt worden, daß das Auto besetzt war von Genossen, die hin und herfuhren und auf ihre Art demonstrierten. Es wird damit die Aussage des Zeugen bestätigt. Ich halte diese Richtigstellung umsomehr für notwendig, als im Anschluß an die Aussage vorgestern gesagt wurde, das ist wieder einer der Irrtümer der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Rechtsanmtalt Heine bittet den Redakteur des Vorwärts Heinrich Ströbel nochmals zu laden, um ihn zu fragen, woher diese Notiz stamme und ferner den Schriftsteller Dr. Zepler, der durch sein Erscheinen in einem Auto zu dem Irrtum Anlaß gab. Es wird dann die Stelle aus der Ertraausgabe des Vorwärts vom 7. März verlesen. Es heißt: Unter den rollenden Autos war so manches von Genossen besetzt, die auf ihre Art demonstrierten und deren Hochrufe lauten Widerhall fanden. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld wunscht dann auch zu verlesen. was Zepler selbst im Demokrat geschrieben hat, daß er es gewesen sei, und daß er gleichzeitig in dem Artikel erklärte; kein Sozialdemokrat zu sein. Es wird auch diese Feststellung getroffen. Verteidiger Rechtsanwalt Heine hat die Namen der beiden jungen Mädchen ermittelt, welche vor dem Angriff auf das Automobil von Polizeibeamten verjagt worden waren, ebenso hat er einen Herrn ermittelt, der in unmittelbarster Nähe den Vorfall beobachtet hat. Er beantrage diesen Zeugen laden. Dann wird als Zeuge Schutzmann Grieskorn vernommen. Er bekundet: Am Montag, dem 26. September hatte ich mit dem Schutzmann Sperling zusammen eine Patrouille auf Charlottenburger und Moabiter Gebiet. Von der Bausselstraße kam uns eine große Menschenmenge entgegen, die laut schrie und johlte. Sie hatte unser Kommen bemerkt. als von hinten Rufe ertönten: Auf die Blauen los. Es hagelte Steinwürfe, von denen einer den Schutzmann Sperling derart traf, daß er zu Boden stürzte und fast bewußtlos war. Nach dem die Menge auf mich losstürzte, zog ich meinen Revolver und gab einen Schuß ab, der über die Menge wegging. Der Zeuge erzählt weiter, wie ihn die Menge verfolgt habe, daß er in ein Lokal geflüchet sei und später durch ein Fenster in den Hof, woer sich verborgen habe, bis ihn andere Schutzleute befreiten. Auf Anfrage bekundet er weiter, er habe 6 Schüsse abgegeben, daß jemand verletzt sei, habe er nicht bemerkt. Ein ca. 40 Jahke alter Mann, der auf ihn los wollte. müsse wohl von ihm an der Schulter verletzt worden sein, er sagt weiter aus, daß er 4 Jahre Schutzmann sei und solche Vorfälle noch nicht erlebt habe. Der Angeklagte Hermann Weis erklärt, er habe von der Arbeit nach Hause gewollt und sei dann in die Menge ge 19) Das Kleeblatt Roman von Arthur Zapp Wieder perlten die Tränen in den Augen der tief Gekränkten und Empörten. Der alte Herr drückte ihr beschwichtigend die Hand. „Nein, er macht nicht den Eindruck eines Spekulanten oder Courmachers. Also“— der alte Herr rückte unbehaglich auf einem Stuhl. Die Erörterung des delikoten Themas schien ihm nichts weniger als angenehm—„also es ist zwischen cuch nie von Liebe oder dergleichen die Rede gewesen?": Nie. Papa!“ „Schön.“ Herr Genrich tat einen tiefen Atemzug„Das ist mir lieb, denn ofen gestanden, ein Dichter wäre mir gerade kein erwünschter Schwiegersohn. Ich habe mir immer gedacht, daß du einmal einen Kaufmann heiraten wirst.“ Else senkte ihre Augen vor den forschend, fragend auf sie gerichteten Blicken ihres Vaters. Herr Genrich griff nach seiner Tasse, trank langsam und sah nachdenklich vor sich hin. Es schien ihn irgend etwas lebhaft zu beschäftigen. Unentschlossen heftete er seine Blicke wieder auf die ihm gegenüber Sitzende, und ein paarmal öffnete er seine Lippen, als wollte er etwas sagen. Aber er schien sich im letzten Augenblick immer wieder eines anderen zu besinnen. Nun griff er abermals zu dem Brief, der zusammengefaltet auf dem Tische lag. Aber das war offenbar eine Verlegenheitshandlung, denn er hielt den Brief müßig in der Hant ohne ihm im geringsten seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. „Sage mal, was hälst du eigentlich von Paul?“ wandte er sich plötzlich an seine Tochter. Else blickte überrascht auf. „Wie kommst du darauf, Papa?“ „Na, es fiel mir gerade so ein. Der Bengel scheint höllisch verschossen in dich, und es scheint mir garnicht ausgeschlossen, daß er einwal mit Frack und Zylinder antritt und in aller Form um dich anhält.“ Else Genrich sah ihren Vater verwundert an.„Du scherzest doch nur, Papa.“ Der Hausbesitzer schüttelte lebhaft mit dem Kopfe. „Garnicht. Was würdest du ihm also antworten. Else?“ Eine brennende Röte schlug in den Wangen des jungen raten. Als die Schutzleute die Menge sahen, seien sie direkt darauf zugekommen, und unmittelbar als die Schutzleute an die Menge heran gekommen seien, habe man Schüsse fallen hören. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld beantragt die Ladung des Gastwirts Quappe und eines anderen Zeugen, den der Angeklagte benennt. Schutzmann Sperling schildert den Vorfall ähnlich wie der Vorzeuge. Er gibt an, daß er von einem Steinwurfe getroffen zu Boden stürzte und sich später kaum auf den halten konnte. Ein Herr Juhle brachte ihn in Sicherheit. könne sich auf den weiteren Vorgang kaum noch besinnen. Erster Staatsanwalt Steinbrecht beantragt, diesen Zeugen zu laden. Zeuge Schutzmann Sperling gibt auf Befragen weiter an, daß es meistens jüngere Burschen gewesen seien, es seien aber auch ältere dabei gewesen, Frauen habe er nicht gesehen. Er war 14 Tage im Krankenhaus und habe auch jetzt noch andauernd Kopfschmerzen. Der Zeuge sucht aus den auf dem Gerichtstisch liegenden Helmen einen heraus, den er eingereicht hatte und der große Beulen zeigt. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld bittet, den vorgestern als Zeugen vernommenen Kriminalschutzmann Kastler nochmals vorzurufen und ihn zu fragen, ob er sich erinnere, daß am 28. Sept. Leute, die aus der Straßenbahn ausstiegen, von Kriminalbeamten geschlagen wurden. Das Gericht beschließt einen von dem Zeugen benannten Schutzmann, der mit ihm zusammen gewesen sein soll, zu laden. Dann wird der Expedient deer Frankfurter Zeitung Niepage vernommen. Er sagt: Er habe ein Straßenbahnabonnement gehabt und sei aus Neugierde an den verschiedenen Tagen nach Moabit gefahren. An den Haltestellen seien Passagiere beim Aussteigen von den Schutzleuten attackiert worden und mußten flüchten. Ein Grund lag gar nicht vor, der Straßenbahnwagen war in vielen Fällen vollständig menschenleer. An der Ecke der Ton= und Beusselstraße z B. war ein Schutzmannkommando von 20 Mann, darunter 8—10 beritten. Bei der weiteren Vernehmung des Zeugen Niephage erinert der St aaisanwalt diesen Zeugen daran, daß der Polizeipräsident einen Aufruf erlassen habe:„Ich warne Neugierige.“ Er habe der Polizei ihr Amt erschwert. Der nächste Zeuge ist der Redakteur der Morgenpost, Freiherr von Reitzenstein. Er erklärt, daß die Anordnungen und das Vorgehen der Polizei absolut zweckmäßig gewesen seien, wenn er auch einzelne Maßnahmen beobachtet habe, die zuviel gewesen wären. Es sei ein planmäßiges Vorgehen und Zusammenhalten der Menge gewesen. Es wurden Pfiffe ausgestoßen, die er als Zeichen betrachtet habe, daß die Schutzleute weg waren und daß man aus den Häusern herauskommen könne. Er hätte den Eindruck, daß manche Leute sich für Kriminalschutzleute ausgegeben hätten, ohne es zu sein. Weiter gibt der Zeuge an, daß Kriminalschutzleute auf der Straße später in einzelnen Fällen rücksichtslos vorgingen und auf Passanten—ohne Anlaß einhieben. Gegenüber der Aussage des Zeugen Niephage erklärte er, in der Strom= und Waldstraße beobachtet, zu haben, daß aus der Menge geschossen worden sei. Zeuge Schriftsteller Dr. Kochmann sagt aus, daß er nicht einen einzigen Bericht in den Zeitungen gelesen hätte, der zutreffend gewesen wäre. Der einzigee Bericht, der die Vorfälle leidenschaftslos wiedergab, sei der des Vorwärts über die Moabiter Polizeischlacht gewesen. Er betone jedoch, daß er der Sozialdemokratie fernstehe. Er habe gesehen, wie anständig sich benehmende und durchaus anständig aussehende Mädchens auf. Dann legte sich ihre Stirn in Falten, und ihr Gesicht zeigte eine gequälte Miene. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht, Papa. Der alte Herr nickte. „Es hat ja auch keine Eile damit. Bist ja doch eben erst einundzwanzig. Habe noch gar keine Lust, dich herzugeben. Er entfalteten jetzt den Brief, beugte sich über das Blatt und sah die Schrift mit aufmerksam forschenden Blicken an. Endlich schüttelte er mit dem Kopf und hielt das Blatt seiner Tochter hinüber. Kennst du die Handschrift, Else?“ Auch sie versenkte sich jetzt angespannt in die Betrachtung des Briefes. Und wieder schlug die Röte verletzter Scham und brennender Entrüstung in ihrem Gesicht auf. Verneinend bewegte sie ihr Haupt. G. „Ich auch nicht,“ sagte Herr Genrich und, senkte seine Augen noch einmal auf das Blatt.„Wahrscheinlich ist die Handschrift verstellt... Jawohl, sieh nur, das f ist einmal mit einer Schleife und einmal ohne solche, und hier das y— siehst du. auf dieser Zeile liegt es nach rechts und darunter auf der nächsten Zeile nach links hinüber. Kein Zweifel, der Anonymus hat sich Mühe gegeben, seine Handschrift nicht erkennen zu lassen. Wenn ich nur wüßte“— er rieb sich grübelnd die Stirn mit der Rechten—„wer ein Interesse daran haben kann. dich und Herrn Zöller in dieser abscheulichen Weise zu verdächtigen. Hast du irgend eine Vermutung?“ „Nein, Papa,“ antwortete Else, nachdem sie eine Weile nachgedacht hatte...„„ k„ „Ich auch nicht". fuhr der alte Herr fort.„Ich habe keine blasse Ahnung. Schließlich kann es doch nur irgend ein Nachbar sein, der euch neulich zufällig beide zusammen gesehen hat. Aber ich weiß doch garnicht, ich habe doch keine Feinde unter unseren Bekannten.“ „Es kann ja auch ein Feind des Herrn Zöller sein.“ Der Hausbesitzer nickte eifrig „Du hast recht. Die boshaften Aeußerungen über Zöller lassen das vermuten.“ Er blickte wieder in den Brief und las die betreffenden Stellen.„Träg, unfähig, liederlich und sittenlos! Ein recht angenehmes Signalement, das da dem jungen Mann ausgestellt wird! Was sagst du dazu, Else?“ Die Mienen des jungen Mädchens begannen lebhaft zu zucken, und ihre Augen blinzelten, als könnte sie nur mit Mühe die Tränen zurückhalten. 1121 8282 „Aber, Papa“, stotterte sie,„du wirst doch nicht glauben— Der alte Herr schüttelte mit dem Kopf. Herren in einer Zahl von 10—12 Personen, denen 30 Schutzleute gegenüberstanden, angegriffen und verfolgt wurden. Der größte Teil, wenn nicht Schuld an den Krawallen, hätte an dem unmotivierten Vorgehen der Schutzleute gelegen. Nach einer Pause wird zunächst der 16jährige Lehrling Wilhelm Richt vernommen. Der Zeuge hat ein steifes geschientes Bein, das er nur schwer bewegen kann. Er sagt aus, daß er, als er am 1. September nach Hause gehen wollte und der Aufforderung eines Mannes, er solle machen, daß er schneller fortkomme, nicht folgen konnte, von diesem mit einem Schlagring Hiebe versetzt bekam und zu Boden geworfen wurde. Zwei andere Männer hätten sodann ebenfalls auf ihn eingeschlagen. Sodann wird die Vernehmung des Zeugen Dr. Kochmann fortgesetzt. Zeuge begründet eingehend, daß er auf Grund seiner Studien— sein wissenschaftliches Spezialgebiet erstrecke sich auf die Psychologie der Massen— glaube, ein Urteil über die damaligen Zustände in Moabit fällen zu können. Der Zeuge gibt weiter seiner Meinung Ausdruck, daß er immer gesehen habe, daß bei ruhiger zweckmäßiger Behandlung der Massen diese sich den Anordnungen der Polizei ohne weiteres fügen. Leutnant Schirmer sagt aus, daß seine Leute angewiesen waren, Spaziergänger und alle, die der Sache fernstehen müßten, zu schonen. Auf die wehrlose Menge sei niemals eingehauen worden. Diese fliehenden Leute seien so schnell gelaufen, daß sie garnicht mit dem Säbel erreicht werden konnten Zeuge Dr. Kochmann hält demgegenüber aufrecht, daß einzelne Passanten an Stellen, an denen gar keine Ansammlung war, von den Schutzleuten bedrängt und hin und her gejagt wurden. Zeuge Berthold hat den Vorgängen ebenfalls als Berichterstatter beigewohnt. Die Menge hätte Lieder gesungen und Drohruse ausgestoßen. Es sei erstaunt gewesen, daß die Polizei das duldete. Eine Frau hätte gerufen: Schlagt sie tot, die Verbrecher von Gottes Gnaden! Daraus könne man ersehen, daß die Presse eine gewisse Wirkung ausgeübt haben muß. In der Front sei gewöhnlich der Janhagel gewesen, dahinter aber hätten Arbeiter gestanden. Sein Eindruck sei der, als ob die Massen ein geschlossenes Ganze gebilie beben. Von Hlah und Fern. * Düsseldorf, 27. Nov. Das Apollotheater wird am Donnerstag, 1. Dezember wieder einen vollständigen Provornehmen, bei dem vorwiegend darauf Bedacht genommen ist, den Humor einen sehr weiten Raum zu gewähren. Zu diesem Zwecke hat die Direktion das bekannte BurleskenEnsemble des Heinrich Prang= Theaters für ein mehrwöchiges Gastspiel gewonnen. Einen bedeutenden Künstler auf dem Gebiete der Rezitation werden wir in dem Vortragsmeister Kroll begegnen. Ferner begegnen wir auf dem kommenden Spielplan u. a. einem neuen, mit Equilibristik verbundenen Drahtseilakt, Kartelli, dem Gesangs= und., Fanzensemble der 10 Transylvanias, den Friscos als Parodisten in einem Musikalakt und den Handstandskünstlern Frères Freser. * A u s d e r E i s e l, 2 6. N o v. H e u t e w u r d e a u s M o n t j o l eine Schneehöhe von 10 Centimeter, eine Temperatur von 6 Grad Celsius gemeldet. In Hellendahl Schneehöhe 20 Centimeter, die Temperatur 5 Grad Celsius. „Nein, glaube ich auch nicht. Ich glaube prinzipiell nicht so schlechtes von meinen Mitmenschen, bis es mir nicht bewiesen ist. Aber herausbringen müßte man es doch, wer dem Dichter das liebenswürdige Zeugnis ausgestellt hat. Man müßte dem jungen Mann den Brief mal zeigen. Vielleicht kann Nein, neir“ unterbrach das junge Mädchen ungestüm und griff nach der Hand ihres Vaters, und heftete die tränenfeuchten Augen flehend auf ihn.„Nein, nein, Papa, nur das nicht! Wir müßten uns ja vor ihm schämen, wenn wir ihm zeigten, daß wir überhaupt von dieser niedrigen Verleumdung Notiz genommen haben.“ Der alte Herr sah eine Weile nachdenklich vor sich hin, „Du hast recht. Wie gesagt, ich glaubs ja auch nicht. Wer einen Freund besitzt wie diesen Bohm, der kann selbst kein schlechter Mensch sein. Selten hat ein junger Mann einen so guten Eindruck auf mich gemacht, wie der junge Bohm, Strebsam, klug, besonnen, ein tüchtiger Geschäftsmann durch und durch. Daß er auch solide ist, dafür möchte ich meine Hand ins Feuer legen. Wenn der Zöller ein Liederjahn war würde Bohm nicht mit ihm zusammen wohnen und sein Freund sein. Uebrigens“— der Sprechende erhob sich—„du hast auch darin recht: wir wollen uns mit dem Wisch mehr beschäftigen.“— Er machte eine heftig fortschiebende Bewegung mit der Hand.„Erledigt! Als wenn's garnicht geEr strich nun der freudig errötenden Else die Wangen und ging, um in seinem Zimmer die Zeitungen zu lesen. aber noch eine ganze Weile still an ihrem Platz, Kopf und sann träumerisch vor sich hin. Sie rief sich die Erscheinung des so schmählich angeschuldigten jungen Dichters ins Gedächtnis, ging im Geiste ihre verschiedenen Gespräche durch und vergegenwärtigte sich sein hohes Streben, sein begeisterungsfähiges, enthusiastisches Gemüt, seinen idealen Sinn, der ganz in der dichterischen Arbeit aufging, der er sich gewidmet hatte. Ein Gemisch von Scham und brennender Empörung erhob sich in ihrer Brust: Er, der nie ein Wort zu ihr gesagt hatte, das wie ein Kompliment gedeutet werden konnte. der ihr nie weder durch ein Wort noch durch einen Blick oder sonst ein Zeichen angedeutet hatte, daß er ihr irgend welche wärmeren Empfindungen entgegenbrachte, er sollte darauf ausgehen, ihre Neigung zu gewinnen! Seine Absicht sollte es sein, um um sie zu bewerben, um mit ihr eine reiche Mitgift zu ergattern! Jeder Abonnent der„Neuher Reitunn““ ist im Falle eines tötlichen Unfalles: mit 200 Mark versichert! Die Bestimmungen über die Gewährung der Unfall=Unterstützung werden auf Wunsch übersandt.(Siehe Neußer Zeitung Nr. 217, 1. Blatt vom 24. Sept.) betreffend die Vorführung von Kinematographen in Theatern, Versammlungsräumen sowie auf Jahrmärkten, Kirmesplätzen und dergleichen.#n 43 Auf Grund der§§ 5 und 6 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 und des§ 144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30 Juli 1883 wird mit Genehmigung des Herrn Regierungs=Präsidenten für den Umfang der Stadtgemeinde Neuß, unter Aufhebung der PolizeiVerordnung vom 14. Dezember 1908, folgende Polizei=Verordnung erlassen: 1. Die Unternehmer von kinematographischen Vorführnn habe der Polizeiverwaltung das zur Ausführung benite Programm, sowie etwa zum Vortrag bestimmte Lieder, u, Gedichte und dergleichen mindestens 24 Stunden vorher in doppelter Ausfertigung einzureichen und auf Verlangen Bildern vorzuführen. Ausnahmen können zugelassen werden. § 2. Jungen Leuten unter 16 Jahren darf der Zutritt zu kinematographischen Vorstellungen nur in Begleitung der Eltern, der gesetzlichen Vertreter oder der Lehrherren gestattet werden. § 3. Die Aufstellung von Apparaten zu kinematographischen Vorführungen bedarf der polizeilichen Genehmigung. Anträge auf Erteilung der Genehmigung sind schriftliche an die Polizeibehörde einzureichen. Vor der polizeilichen Abnahme dürfen die Apparate nicht in Betrieb genommen werden. Die Abnahme ist rechtzeitig zu beantragen. § 4. Die elektrische Lichtlamxe des Kinematographen muß in einem Kasten aus Eisen= oder Stahlblech untergebracht sein, dessen Boden und Wände mit Asbest ausgefüttert sind. Die im Kasten vorhandenen Luftlöcher sind, soweit es ohne Störung der Bedienung des Apparates möglich ist, durch Abdeckung mit Drahtgaze oder dergleichen von innen derart zu sichern, daß etwaige Funken der Lampe nicht aus dem Kasten herausschlagen können. § 5. Der Kinematograph muß in einem allseitig dicht geschlossenen und feuersicheren wenigstens aber auf den Innenseiten einschließlich Fußboden und Decke, durchweg mit Asbest oder mit einem diesem mindestens gleichwertigen Stoffe dauerhaft bekleideten Raum oder Gehäuse aufgestellt sein. Der Raum oder das Gehäuse darf nicht unmittelbar mit den nom Vublikum zu benutzenden Räumen oder Ausgängen in Verbindung stehen. Sein Zugang muß von diesen Räumen oder Ausgangen durch allseitig dicht geschlossene feuersichere oder wenigstens auf den Innenseiten feuersicher bekleidete Umfassungen geschieden bezw. mit einer feuersicheren oder feuersicher bekleideten Türe(Zugangstüre) versehen sein. Der Zugang muß vom Apparaten=Raum oder Gehäuse aus leicht, sicher und bequem zu erreichen sein. Er darf zu keinen anderen Zwecken als zum Aus= und Eingang in den Apparatenraum oder in das Apparatengehäuse dienen. Die Zugangstüre muß nach außen aufschlagen und selbsttätig zufallen. Außer der Projektionsöffnung und einem Schauloch für die den Apparat bedienende Person dürfen keinerlei Oeffnungen, auch keine Türen, Klappen oder dergleichen in dem Apparatenraum oder Gehäuse vorhangen sein, die lit den vom Publikum zu benutzenden Räumen oder Ausgängen in Verbindung stehen. Projektionsöffnung und Schauloch müssen von außen durch eine dichtschließende feuersichere Klappe leicht geschlossen werden können. Innerhalb des Raumes darf nicht geraucht oder offenes Lickt gebrannt werden, auch dürfen sich keinerlei brennbare Stoffe oder Gegenstände, sofern sie nicht ihrerseits feuersicher umkleidet oder in feuersicheren Behältern untergebracht und, befinden. Das Rauchverbot ist durch Anschlag mit deutlicher Schrift kenntlich zu machen. Der Raum darf entweder nur elektrisch und zwar durch Glühbirnen mit Schutzglocken oder durch Außenbeleuchtung hinter einer starken Scheide erhellt werden. Für eine unmittelbare Entlüftung ins Freie ist möglichst Sorge zu tragen § 6. Das Stativ oder etwaige sonstige Unterlagen, auf denen der Apparat aufgestellt ist, müssen aus feuersicherem Material bestehen. S 333. Die durch die Linse des Apparates fallenden intensiven Warme= und Lichtstrahlen sind, sobald die Celluloidrolle (Film) sich im Zustand der Ruhe befindet, also nicht abgewickelt wird. durch Schutzscheiben abzuhalten oder zu schwächen § 8. Die Films sind in einem feuersicheren Behälter. der wenigstens 1,25 Metr. vom Apparat entfernt ist, aufzubewahren. Jeder einzelne Film muß sich in einer Blechdose oder in inem ahnlichen feuersicheren Behältnis befinden. Die feuersichere Umschließung(Feuerschutztrommel) darf von dem Stift die Filmspule trägt, nicht abnehmbar sein. Ferner muß bei Vorführung des Films vor dem Beleuchtungsfelde des Apparates die Einrichtung so getroffen sein, daß der vorgeführte v einer bis auf einen ganz schmalen Schlitz zum Austreten der Films feuersicher umschlossenen Spule abwickelt und auf ei##e andere in gleicher Weise geschützte Spule wieder aufwickelt, so daß nur ein möglichst kurzer Teil des Films ungeschützt vor dem Apparat vorbeigeführt wird. Die Geschwindigkeit mit der sich der Film von den Spulen ab= bezw. aufwickelt, muß bei beiden Spulen die gleiche sein Sileemnin nuß der jeweils vor der Linse befindliche Filmabschnitt durch einen feuersicheren den Film beiderseitig umfassenden Rahmen derartig eingeschlossen und geführt sein daß er bei einer etwaigen Entzündung die anschließenden Filmteile nicht mit entzündet. müssen den allgemeinen Sicherheitsvorschriften des Verbandes Deutscher Elektrotechniker entsprechen und dürfen erst in Benutzung genommen werden, wenn sie einer besonderen Abnahme=Besichtigung unterzogen einer anderen Lichtquelle als elektrisches Pict= Kalklicht) bedarf der besonderen Genehmigung der Poli.§ 19.„Bei dem Apparat sind geeignete Feuerlöschmittel # zu halten; wenigstens eine schwer entflammbare etwa „ Huabratmeter große Dea., mit der der ganze Apparat überwerden kan., ferne ein wefan mir erwa 30 Liter Wasser Serofeichen Eimer oder einhenerlöschpinsel, Scheuerlappen oder § 11. Für die Zuschauer muß an der dem Apparat entgegengesetzten Seite ein genügend breiten Ausgang vorhanden "§ 12. Der den Apparat bedienende Techniker hat sich durch ein Zeugnis, daß von einem polizeilich als zuverlässig anerkannten Sachverständigen ausgestellt ist, darüber auszuweisen, daß er mit der Bedienung des Apparates und den dazu erforderlichen Maßnahmen vollkommen vertraut ist. Er muß genaue Kenntnis über die erforderlichen Sicherheitsvorrichtungen besitzen und darüber unterrichtet sein, was er im Falle eines Brandes zu dessen Unterdrückung und zur Abwendung einer Panik zu tun hat. § 13. Wenn bei Vorführungen in Theatern und in Sälen, die über 500 Personen fassen, die Beleuchtung des Sales bezw. Theaters und die Bedienung des Apparates nicht in einer Hand vereinigt ist, muß eine Signalvorrichtung z. B. elektrische Glocke oder Fernsprecher vorhanden sein, um den Beleuchter von einem entstehenden Brande, oder einer sonstigen Störung sofort benachrichtigen zu können. Der Beleuchter muß dahin unterwiesen sein, daß er auf das verabredete Signal sofort die Beleuchtung des Saales bezw. des Theaters wieder herstellt. § 14. Besondere Bedingungen je nach Lage des Einzelfalles bleiben vorbehalten. Bei schon bestehenden Kinematographentheatern können Ausnahmen zugelassen werden, wenn für die Feuersicherheit hinreichend gesorgt ist. § 15. Zuwiderbandlungen gegen diese Polizei=Verordnung werden, soweit nicht ein anderes Strafgesetz höhere Strafen androht, mit Geldstrafen von 3 bis 30 Mark oder im Unvermögensfalle mit verhältnismäßiger Haft bestraft. § 16. Diese Polizei=Verordnung tritt am Tage ihren Verkündigung in Kraft Neuß. den 22. November 1910. Die Polizei=Verwaltung. Der Bürgermeister. I V: Klein. Schiffs-Nachrichten. Hafenverkehr im Rhein=Erft=Hafen zu Neuß. Angekommen am 25. November 1910: Schiff„Johannes Cornelis“ Schiffer v. d. Stroom mit Weizen von Rotterdam. Schiff„Josef Klara“ Schiffer Jos. Rings mit Senksteinen von Linz. Schiff„Antonius“ Schiffer Franzen mit Stückgut von Antwerpen. Schiff„Bertha“ Schiffer Arntz mit Cellulose von Rotterdam. Boot„Helvetia 8“ Kapitän v. d. Veen mit Stückgut von Rotterdam. Boot„Helvetia 4“ Kapitän Timmermann mit Stückgut von Rotterdann. 16. Jiehung der 5. Klasse 223. Kgl. Preus. Cotterle. (Vom 3 November dis 8 Dezemder 1910.] Nur die Gewinne über 240 Mk. sind den detreffenden Nummern in Klammnern beigefügt.(Ohne Gewädr.) 26. November 1910. vormittags. Nachdruck verboten. 14 11000 347 93(500) 650 706 851(300] 59 64(1000] 1042 70 110 353 669 867 91 2032 86 133 426 545 53 902 3030 36 49 190 92 281 672 817 986(500 4 466 3000] 575 703 55 869 5042 395 1000] 478 501 680 850 932 6182 329 5001 561 704 95(3000] 7046 65 179 417 71 614 8048 188 267 87 346 402 49 557 903 0110 166 247 499 593 655 10002 19 127 337 327 96(5000) 603 722(3000] 70(300] 879 905 18 23 11001 55 97 175 456(500 539 86 605 1°025 58 463 652 933 13241 80(500 315 611 883 933 14068 73 260 108 810 15273 662 995 16257 375 402 17 624 81 843 17212 18(500] 398 426 47 716 28 814 965 18233 349 78 556 92 726 999 19173 214 511 751 881 20/247 481(3000] 599 600 33 775 808 900 21143 226 47 1000] 368(1000 488 99(3000]) 505 74 604 741 22147 530 844 939 10001 28036 75 393 451 1000 515 36 678 806 19 39 24197 231 85 429(500 53(3000) 577 672 827 25051 369 616 26097 443 65 536 872 85 27082 1000 349 447 79 554 698 817 924 28005 116 259 331 78 831 95 948 73 29025 191 291 734 70 30106(1000 s20 89 81715 992 32238 464 687 931 39 33120 77(15000) 504 70) 860 90 992 3-4553 67 913 35161 1000) 83 536 783 927 36112 385 402 19 634 795 37100(500 35 45 84 509 619 92 789 815 923 38312 13 20 61 540 609 713 52 888(3000] 39138 204 607 87 726 963 40152 307 22 26 42 750 931 63 71(3000) 41097 190 97 261 98312 676 943 42126 244 569 659 793(300 906 43035 334 426(5000) 44 70 901 44120 500 237 501 73 45076 629 33 85 812 46188 482 527 629 746 812(1000] 20 47137 39 89 200 37 609 716 962 48001 53 102 350 57 1000] 67 449 710 19 52 90 835 49317 459 576 733 50052 70 411 520 656 750 803 3000], 51204 432 564 629 936 68 52111 61 312 538(500 786 533050 514 898 54251 522 348 500 90 55077 1000 157 243 84 826 84 56092 149 538 784 814 951 57372 437 510 686 984 58454. 509 662 87 800 50199 332 69(500) 447 540 686 755 956 60044 74 283 384 588 620 750 974 61104 30 239 336(3000] 491 624 62058 230 59 549 756 930 63016 358 569 632 982 6-4229 390 539 88 802 65621 49 99 926 68313 428 577 654 73 91 745 55 93 816 67044 129 30 290 493 632 85 917 68117 546 77 639 758 319 65 60064 76 132 247 403 784(3000 70138 348 59(1000 647 753 948 51 71024 135 46 89 244 91(3000) 434 832 72134 476 546(3000 604 82 73117 299 362 66 69 525 28 74088 439 97 614 66 75029 146(1000 82 299 385 524 611 924 76461 807 44 1500) 51 77015 86 118 1500) 264 330 37 64 421 33 542 734 11000) 809 80 78076 124 351 433 516 676 746 79020 490 664!1000 732 73 932 79 80144 11000) 55 81218 33 35 50 558 500] 929(500) 36 82182 93 409 36 47 598 886 91 978 83388 553 694 727(500) 85 938 44 84011 490(5000) 507 85071 226 436 684 973 86317 462 546 633 71 870(1000) 921(1000) 25 87127 59 379 474 905 88002 101 34 204 62 556 626 886 974 89047 1500) 188(1000 386 662 66 737 54„ 90096 154 212 761 825 78 901 91307 789 92100 3000] 75 97 1500 93010 100 500] 14(5000) 278 705 808 19 94229 42 43 323(500] 95025 211 525 69 808(500 97(500) 971 96118 28 69 484 618 97138(500 354 543 57 62 777 85 804 913 77, 98457 569 1500) 796 99030 86 126 30 49 222 67 300 54 500 66 425 57 532 58 649 69 100143 54 86 217 515 790 96. 101108 97 270 420 41 674 769 836 102141 329 57 60 365 103527 735 901 69 104373(500] 403 659 795 1000] 105142 65 344 451 1000) 538 738 72 79(500] 804 95 946 61 106138 70 328 316 500) 107360 490 615 756 964 108107 536 678 109064 224 34 646 711 110226 86 383 565 865 94 111001 185 366 617 53 797 872 93 112075 135 77[500] 244 369 713 807 113011 217(500] 438 524 660 767 500 836 75 114065 502 7 25(500) 622 28 763 867 996 115219 516 60 88 901 28 31 116032 500 100 22(3000) 380 561 661 794 960 117360 416 735(1000] 820 991 118071 216 39 460 616 76 922(500] 119174 259 351 409 47 90 519 1000] 68 823 120024 177 241 353 629 121390 563 611 1000] 13 74 82 742 94 816 36 38 923 122072 132(300] 36(500 331 526 1000] 79 832 123056 230 417 77 1000 545 700 812 80 959(500) S8 5001 124409 37 657(5000) 93 711(500 78 13000) 333 978 125148 31 287 589 635 725 964 126019 131 822 906 3 s soo g 1000 5o1 W 300), 128025 101 317 32 700 130140 302 581 687 793 827 969 131062 158 478 96 739 72 869 952 182110 369 407 9 695 776 82 852 937 49 S2 133036 316 49 714 134281 500 443 641 74 83 965 185100 16 344 712 186050 152 519 137021 43 351 601 824 71 438130(500] 41 90 740 61 79 853 139649 705 19 845 964 67 90 140075 162(500 78 218 51(1000] 600 2(1000) 90 760 822 951 141387 418 694 142032(3000] 137(1000) ss(1000) 73 451 724 972(500) 143260 71 85 301 60 61 89 410 666 971 144097 587(5000) 836 945 43 145020 225 148425 37 38 don 9n 149071 291 420 745 825 39 90 C1 n 8n 16. Jiehung der 5. Klasse 223. Kgl. Preuß. Cotterie. Vom 8. Novemaer bis 8. Dezember 1910.) Nur die Gewinne über 240 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefü:t.(Ohne Gewähr) 26. November 1910, nachmittags. Nachdruck verboten. 201 46 876 1007 181 92 235 43 321 99 772 852 2567 91 613 76. 3146 231 1500) 389 478 501 7[500) 832 42 4228 378 472 91 701 873 79 923 5018 425 6046 109 54(1000) 370 493 98 559 690 794 849 938 7042 76 154(5·100) 432 63 557 680 779 94 97 8083 268 301 6 702 14 9027 63(500 66 374 670 714 1000 871 991(1000 10231 56 597 486 663 725 11133 687 805 36(1000] 74 998 12005 435 555 685 840(500! 18314 453 63 666 712 50 500) 822 38 52 14000 131(500 217 94 313 404 581 15151 411 92 795 923 16196 513 92 898 17053 165 220 5001 341 1500 566 911 18002 266 76 1500] 429 848 19097 256 90 609 10 17 725 1 20030 55 124 231 33 81 325 679 891 21030 322 95 411 543 743 55(1000 818 948 222163 638 701[500] 39 823 92 23071 420(5000) 750 846 24017 38 517 25009 222 567 1500 838 26229 336 984 27058 214 639 54 781 86 873 919 20 41 28528 721 34 957 29502 55 626 28 30 730 860 922 30257 351 402 47 97 11000) 508 24 611 83 8 979 87., 31235(3000] 36 320 565 671 900 77, 32073 131 731 847 920, B3256 427 82! 903 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189 283(1000 302 433(3000) 87 98(500 548 604 944 162002 466(1000 606 1000 711 85 163140(1000] 269 329 31 555 820 164081 147 11000 324 455 669 165022 205 52 80 343 166098 250 99 730 45 167310 53 533 677 949 71 168037 54 434(3000 520 51 752 88 827 48(500) 964 169156 275 379 635 833 74 170106 92 1500) 874 984, 171172 258 65 78 332 35 638 50 83 93. 172029 44 11000) 45 151 239(3000 380 640 942 173123 70 393 616 76 730 60 174023 25 83 479 726 95 175127 200 39 438 718 76 880 13000] 901 176221 90 96 413 643 938 87(1000) 177036 239(5000) 87 95(500)424 47 607 704 24 74 958 178016 323 682 824(3000] 926 170029 310 17 409 180017 548 15001 181185 381 765 15001 950 182186 3000] 249 358 454 523 39 183011 233 499 561 98 668 903 184153 319 28 630 78 836 945 185230 402 709 857 186.10 82 701 808 25 901 187054 166 501 62(500 91 709 60 818 69 15001 77 188018 441 46 767 189394 446 1500 190056 62 223[500] 497(500] 99 587 652 743 880 191086 147 594 601 52 900 72 192053 169 302 20 408 518 756 820 193112 283 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