Erscheint käglich mit=Ausnahme der Sonn- und Festtage. Bezugspreis vierteljährlich einschließsich der täglichen Beilage „Bunte Blätter“ In Neuß 1.50 Nlk., durch die Post bezogen 1,65 Mk., mit illustriertem Unterhaltungsblatt 1,80 Mlt., durch die Post bezogen 1.95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Reuß. Eigene Piaratsäulen. 44 Druck und Verlag von ov. Noack, Neuß, #### 1 ∆ 35 u SH us u M KLMNNA Eite S OUcn 6ih 2 e Keeisolltel Geschäftsstelle: Neuß, Neustraße 1 Fernsprecher 57. Anzeigen 15 Pfg. die 7ges, ltene Petitzeile, kleinere lo###c Anzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 Pfg. Reklamen 00 Pfg. die 3gespaltene Petihes#e. Bei zwangstbeiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Rabalt hinfällig. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Johef Wyrich, Neuß. Eigene Plakatsäulen. .MS SUDS EE Dienstag, Zusammentrit der Kammern in Frankreich. Genau einen Monat früher als bei uns tritt in Frankreich die Volksvertretung in den letzten parlamentarischen Tagungsabschnitt des laufenden Jahres ein, Aehnlich wie im Deutschen Fe ersten Lesung des Etuts eine Generaldebatte stattzufinden pflegt, in der nach der bekannten Formei de omnibus rebus et quibusdam aliis geredet, d. h. jedes in der Sommergause eingetretene Ereignis der inneren und äußeren Amitik behandelt werden darf, beginnt auch in Frantreich die Session mit einer allgemeinen Aussprache über die Begebenheiten in der unmittelbar und weiter zurückliegenden Vergangenheit.. In dieser„großen Nevue" wird natärlich die Hauptrolle der Eissenbahnerstreit spielen, der das wichtigste Ereignis der letzten Monate ist. Dem äußeren Anlaß bictet eine Interpellation, die die sozialdemokratische Fraktion der Deputiertenkammer mit Unterstützung der radikalen Gruppe für den ersten Sitzunngstag angekündigt hat. Gegenstand der Interpellation sind Beschwerden und Klagen gegen die Regierung wegen„Unterdrückung des Ausstandsrechts.“ Aber auch ohne diese Interpellation hätte die Angelegenheit, die weil über die Grenzen des Landes hinaus das Interesse wachgerufen hat, zur Sprache kommen müssen. Die Regierung hat ossenbar selbst das Bedürfnis, einerseits die von ihr ergriffenen Mußnahmen zur Bekämpfung der Streikbewegung vor den Vertrauensmännern der Wählerschaft zu rechtfertigen, und andererseits, den Wünschen und Erwirtungen der großen Mehrheit der Nation entsprechend. Garantien geben, bezw. zu erbitten, durch die in künftigen Fällen der Autorität der Regierung wirksamer, als es diesmal geschehen, Geltung verschafft werden soll. Die Debatte über den Eisenbahnerstreik erhält dadurch noch einen besonderen Reiz. daß an der Spitze der radikalen Gruppe, die die Interpellation mitunterzeichnet hat, der frühere Ministerpräsident Combes steht. Auf der anderen Seite wird die Politik der Regierung hauptsächlich durch den Ministerpräsidenten Aristide Briand vertreten werden, den kürzlich noch das Organ des Herrn Jaurés daran erinnern konnte, wie er als ehemaliger Parteigänger der Sozialdemokratie zu Gewaltakten gegen die Regierung und zum Ungehorsam gegen die Gesetze aufgerufen hat. Das ist für Herrn Briand nicht erst seit heute und gestern, sondern schon seitdem er in das Kabinett Clemenceau berufen wurde, ein völlig überwundener Standpunkt. Nach einem schnell vorübergehenden Schwanken und Zögern hat er in dem EisenbahnerAusstand, den er selbst öffentlich als eine rein revolutionäre Bewegung brandmarkte, eine starke Initiative entwickelt und in dem Augenblicke, als die Bewegung auch im Bereiche der staatlichen Westbahn um sich zu greifen drohte, so energisch durchgegriffen, daß ihm alle republikanischen Blätter rückhaltlose Anerkennung ausgesprochen haben. Es ist also mit Sicherheit zu etwarten, daß die große Mehrheit der Deputierten der Regierung in dieser Sache ein uneingeschränktes Vertrauensvolum erteilen wird, und es ist, wohl gemerkt, eine Regierung deren drei zunächst beteiligte Mitglieder ihre politische Laufbahn in sozialdemokratischen Versammlungen und als sozialdemolratische Führer begonnen haben! Die Deputierten Combes und Jaurès werden mit ihrem Vorstoß nicht das Mindeste ausrichten. Vielmehr wird sich die große Mehrheit der Kammer, und mit nicht minder großer Entschiedenheit der Senat dafür erklären, daß die Mittel, die zur Bekämpfung und Niederhaltung von Massenstreiks zur Verfügung stehen, gegebenenUe S EN falls unverzüglich und G. sind. Neben der Deb Fragen der ausu stehen. Hierbei dürfte sie nicht besonders glückli spätere Abbruch der Ver unleihe: die schließl und österreichischen Banke 25. Lklober 1916.(Erispinus.) SERT-TTGHETPWTPL id mit rückstahtsloser Schärfe anzuwenden tte über den Eisenbahnerstreik werden artigen Politik im Vordergrunde die Regierung zu hören bekommen, daß operiert habe. Der Verlauf und idlungen über die ungarische von deutschen und österreichischen übernommen wurde, ist noch nicht 89. Jahrg. handlungen, die vom Herrenhausmitglied, Frhrn. von der Leyen geleitet wurden, folgender Beschlußantrag an: Die heute zum Konservativen Parteitag in Duisburg versammelten Rheinländer halten in dir gegenwärtigen ee- die Zukunft unseres Vaterlandes veren vergessen. Statt der angestrebten Lockerung der Beziehunge: zwischen den beiden europäischen Zentralmächten trat eine wei Freundschafts= und Vertrauensverhält sefe zunc die Unleihe mir Kichtfranzofischen Banten: Die Kasseler Reve des Aui. Dullel nann allne reinte A imen sollte, wozu Aussicht vorhanden zu sein scheint! So lehne Bassermann z. B. einen Groblock für das Reich au, er Ruf Frankreichs der Bankier Europas zu sein, aber für die einzelnen Bundesstaaten sei freie Hand gelassen. inen omnndlichon##tob orlitran nanan ua gan] Man höre in den Ausführungen Bassermanns gar nichts ter nisses ein, das Deutschland mit Oestereich=Ungarn verbindet, und das nun, indem dem Bündnisse ein neues Glied eingefügt wurde, sich auf's neue glänzend bewährte. Jetzt, wo sich in den Verhandlungen über die türkische Anleihe neue Schmierigkeiten ergeben haben sollen, scheint die Lage der Regierung nicht minder prekär zu sein. Die Verhandlungen sind angeblig ganz abgebrochen und dürften voraussichtlich, wenn überhaupt, erst nach längerer Zeit wieder aufgenommen werden: Begreiflicherweise hat sich die ottomanische Regierung den französischen Forderungen nicht fügen wollen, die in der rein politischen Frage der Stellung der Staatsangehörigen von Algiedien und Tunis im otkomanischen Reiche einen Iwana ausüben und ferner die Anleiheverwaltung und das Rechnungswesen der Pforte vollständig unter französische Aufsicht zu steilen gedachten.: Wenn die Anleihe mit nichtfranzösischen Banken zustende kommen“ e„: so würde der N. enter Enten aufs neue einen empfindlichen Stoß erlitten haben. Die neueste, gegenwärtig an einem toten Punkt angelangle Finanzoxcration Frankreichs ist weiter deshalb von Interesse, weil die Entente mit Großbrirauni=n— die englische Bantnelt ging mit der französischen in dieser Angelegenheit konform und hatte ihr bereitswilligst Unterstützung zugesagt— auch auf das finanzielle Gebiet übertragen werden sollte. Beide Anleihepläne aber, wie sie seitens der französischen Regierung in mittelbarer Verbindung mit den Pariser Großbanken behandelt wurden, verraten von den Tendenzen der auswärtigen Politik Frankreichs soviel, daß man wieder an die Popularität und Stärkung der Revancheidee glauben könnte. Die Verbindung mit Italien, die von Frankreich in der Absicht angestrebt wurde, diese Macht allmählich vom Dreibunde loszulösen, hat in letzter Zeit an Stärke sicherlich nicht gewonnen. Im Gegenteil, die Aeußerungen der öffentlichen Meinung Itatiens gelegentlich der Begegnung der Leiter der auswärtigen Politik beider Länder, in Turin lauteten dem Dreibundgedanken günstiger als sonst und ließenn, was besonders vermerkt zu werden verdient, stärkere Sympathien gegenüber Oesterreich hervortreten. Da die französischen Hoffnungen hier nicht ans Ziel gelangt sind, sollte au f dem Balkan und in Budapest gegen Deutschland gearbeitet werden. Diese neueste Phase der auswärtigen Politik Frankreichs wird selbstverständlich in ihren Motiven und Zielen von den Kamnern gebilligt werden. Zeit run 4 wertschaffend L G 0 Stadt and, energische Abwehr aller Bestrebungen, die die berechtigte Autorität untergraven und daher klare Stellungnahme gegenüber der revolutionären internationalen Sozialdemokratie. Dem Vortrag des Frhrn. v. Richthofen= Wertschütz:„Was wollen wir Konservariven? entnehmen wir: Die Konservativen handelten nach dem Grundsatze: Klarheit und Wahrheit nach oben und nach unten. Die Sozialdemokratie lebe von der Verdrehung, aber noch gefährlicher als die Sozialdemokraten seien diejenigen Mitglieder der bürgerlichen Parteien, die mit der Sozialdemokratie kokettierten. Die Kasseler Rede des Abg. Bassermann atme keine Klarheit. Ein seltsames Vermächtnis. Roman von Erich Friesen. Eine seltsame Gemütsdepression lastet auf ihr. Vielleicht weil dies die erste Trennung von dem Gatten ist während ihrer ganzen mehr denn vierteljährigen Ehe. Vielleicht auch, weil sie an das kranke Schwesterchen denkt, dessen kleine Seele kaum mehr auf Erden weilt. Hätte sie gewußt, daß in dem Schreibtisch ihres Mannes ein versiegeltes Kuvert liegt mit der Ueberschrift: „An meine geliebte Frau Teresita. Nur zu öffnen, falls soht. Wibsam g' sseult“t nach Hause zuruagekehrt sein emphunden hahen“ al eine unerklarliche Gemütsdepression sie w. es nicht. Noch ahnt ihre unschuldige Seele Mieste. Schmebe. kut“.. d idr Gatte,— galles auf schwebt, ahnt nichts von den furchtbaren Stunden ungagparer Holterqualen, die ihrer beider heute am Silvesterabend die keinem Menschen die Zukunft im Voraus wissen läßt! Wie viele arme Erdenbürger nor Rohubuniv Ve s weiflung, sa, Pur Ar tauchen ge die Sonne, aues ringsum in won uteiner kleinen Anhöhe des Parks von Schloß Zypressenmit Zunähreg., ihen hingebreitet der ganze wundersame Park mit seinen dunklen Pinien und Zypressen und dem silbernen schimmernden Olivenhain Weiterhin die weißen Häuser Fras###ter die violett schimmernde Campagna und in der Wihonerbet; getaucht, die zart verschwimmenden Konturen die Lenziage P. intes.: aur ihrem liebenden Auge sichtbar— den Heißgeliebten: Teuren, ###. Sie breitet die Arme aus. Eine unsagbare Sehnsucht erum Scite, mit gesenktem Kovi. tritt sie den Rückweg an Finsternis senkt sich herab. Gespenstisch ragen die dunklen Zypressen zum Himmel em vor. Weißliche Nebel entsteigen der Campagna, alles wie in mystische Schleier hüllend. Weitklafternd schwebt ein schwarzer Nachtvogel daher, leise klagende Laute ausstoßend... Die ganze Natur wie im Banne einer geheimnisvollen todbringenden Trauer... Noch lange, lange Jahre danach erinnert sich Teresita mit Schaudern dieses Moments: der gespenstisch aufragenden Zypressen, der weißlichen Nebelschleier, des daherschwebenden klagenden Nachtvogels.— Wie Teresita so dahingeht, ganz verloren in süße Schwärmerei, vernimmt sie plötzlich in ihrer nächsten Nähe ein Geräusch und leises Stimmengemurmel. „'n Abend, Signorina!“ Hinter einer breiten Kaktushecke springt eine vierschrötige Gestalt hervor und stellt sich der erschrockenen Frau in den Weg . U n w i l l k ü r l i c h w e i c h t T e r e s i t a z u r ü c k. D a n n w i r f t s i e d e n Kopf in den Nacken und will, ohne von dem Unverschämten Notiz zu nehmen, weitergehen. „Nicht so stolz!“ höhnt der Bursche. „Lassen Sie mich sofort vorbei! Oder ich rufe um Hilfe!“ Roh lacht er auf. .„Aufen Sie nur!. Je mehr Menschen dabei sind und meine Geschichte hören— um so besser!“ Teresita erbleicht. „Sie irren sich wohl in der Person? Ich bin die Schloßherrin, Signora Rockfeller!“ Der Bursche spuckt aus um seine Verachtung auszudrücken. „„„Signora Rockfeller?... Nee. Das weiß ich besser. Ich heiße Beppo— Beppo Sarto, zu dienen“, fügt er mit einem Kratzfuß hinzu.„Haben Sie meinen Namen nie gehört von—“ er räuspert sich—„von Ihrem— Mann?“ Ein unbehagliches Gefühl beschleicht Teresita. Schweigend schüttelt sie den Kopf. Wieder lacht der Bursche auf. „Natürlich nicht. So’ne Sorte is feige. Er wird nicht erzählen, daß er mich damals nachts auf dem Monnte Janiculus beinahe umgebracht hat—“ „Sie sind betrunken! Machen Sie, daß Sie fortkommen!“ „Nich, bis ich Ihnen gesagt hab', was ich zu sagen für gut befinde! Pfiffig grinsend tritt er dicht an Teresita heran und glotzt ihr frech ins Gesicht. Wie gebannt durch den Blick einer Schlange verharrt die Frau regungslos. und doch handele es sich hier um eine Lebensfrage nicht nur für die Industrie, sondern auch für die tönigstreue Arbeiterschaft— über die Frage, ob der Arbeiter von seinem Recht auf Arbeit Gebrauch machen könne. Die Erwiderung des Geheimrats Nießer auf die Ausführunngen der Nordd. Allg. Ztg. gegen das Flugblatt des Hansabundes atme eine völlige Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse. Herr von Heydebrand sei kein Reaktionär, sondern sei viel fortschrittlicher als mancher Freisinniger. Es erschalle der Ruf„Zurück zu Bülow“— oder heiße es vielleicht„Zurück zu Bassermann?" Habe denn die Sozialdemokratie unter der Aera Bülow wirklich den tötlichen Schlag erhalten? Nicht die Konservativen, sondern Bassermann habe Bülow gestürzt; er habe den Kanzler so unter seinen Einfluß gebracht, daß er nicht mehr zurück konnte. Nicht zurück zu Bülow, sondern vorwärts wollen wir auf dem Wege einer nationalen Politik, für die ein schlagfertiges Heer wie eine starke Flotte trotz aller notwendigen Sparsamkeit erforderlich sei. Nichts sei unrichtiger, als daß die Konservativen industriefeindlich seien. Wäre die deutsche Landwirtschaft nicht in der Lage, das deutsche Volk zu ernähren, dann müßten wir einem Kriege mit Frankreich und Rußland mit der allergrößten Sorge entgegensehen. Die Konservativen wollen ein Zusammengehen von Industrie und Landwirtschaft; sie seien Anhänger der Sozialpolitik des Fürsten Bismarck. Man dürfe nicht ganz ohne Rücksicht auf das Ausland Sozialpolitik treiben. Dem Arbeiter sei noch immer ein dauernd höherer Lohn lieber, als eine höhere Versicherung. Der Sozialdemokratie und den betörten Massen gegenüber sei Energie eine viel größere Barmherzigkeit als Milde, den diese führe zu Blutvergießen. Redner trat dann für eine gesunde Mittelstandspolitik ein. Wir revidieren unsere monarchische Gesinnunng nicht, weil wir darin eine Verantwortung einem Höheren gegenüber sehen. Ebenso wie um „Die Sache is ganz einfach“, fährt der Bursche gemütlich fort.„Sie sind nich Signora Rockfeller, weil ihr Mann nicht Signor Rockfeller is. Als ich vor drei Jayren wieder mal ins Loch mußte, weil ich'n bischen übern Durst getrunken hatte un Radau machte, war er schon drin. Ihr sauberer Mann. Tosti heißt der Patron— Rinaldo Tosti!“ „Sie lügen!“ Mit Aufbieten all ihrer Kräfte richtet Teresita sich auf und versetzt dem Burschen einen Stoß vor die Brust, daß er zurücktaumelt. Ihr Gewand hochnehmend, will sie, so rasch sie ihre Füße tragen, dem Schloß zueilen. Doch aufs neue stellt sich ihr ein Hindernis in den Weg. Ihr Bruder ist's, der, hinter dem dunklen Buschwerk versteckt, das Resultat seines wohldurchdachten Planes abwartete. Jetzt hält er es an der Zeit, selbst einzuschreiten. „Der Mann hat nur zu recht, Teresita!“ ruft er der wie gehetzt davonstürmenden Schwester nach.„Der Mensch, der sich Dein Gatte nennt, ist nicht nur ein Betrüger— nein„noch mehr: ein Wechselfälscher, ein Dieb, ein— Mörder!“ Teresita bleibt stehen. Ein kalter Schauder überläuft sie. „Hättest Du auf mich gehört, wäre es nie so weit gekommen, daß nun auch Du unter den Verbrechen dieses Erzschurken leiden mußt, fährt Bernardo mit heuchlerischer Anteilnahme fort. „Aber Du warst wie verblendet—“ „Es ist nicht wahr! Es ist nicht wahr!! Nein!!!“ Mit abwehrend ausgestreckten Händen, das schreckverzerrte Gesicht todtenbleich— so steht die arme Frau wier erstarrt: das Bild einer Medusa. „Hat er Dir je von seiner Vergangenheit erzählt? Oder Dir mitgeteilt, woher er seinen fabelhaften Reichtum hat? Nein! Wie ein dummer Vogel bis Du dem Raubtier ins Netz gegangen. Und wer weiß, ob Du überhaupt seine Frau bist? Ob er nicht schon irgendwo anders—“ Ein zitternder Seufzer klagt durch die Luft.... Wie von Furien gejagt, stürmt Teresita von dannen. Sonja Romani, die oben auf der Terrasse den Wehruf vernommen, eilt die Freitreppe herab. Das gehetzte Weib stürmt aufdie Freundin zu. „Sonja! Sonja!! Rette mich!!!“ Und die Freundin schlingt den Arm um die bebende Gestalt und geleitet sie sorgsam, wie ein krankes Kind, mit sanft beruhigenden Worten ins Haus. (Fortsetzung folgt.) die Fahne des Königstums scharen wir uns um die Fahne des Christentums. Wir wünschten, daß alle königstreuen Männer aller Konfessionen zusammen gehen möchten zur Verteidigung des Königstums und zur Verteidigung des Christentums. So wenig auch wir mit der Borromäus=Enzyklika einverstanden sind, so sympathisieren wir doch mit den Worten des Kardinals Fischer, daß er die Hand entgegenreiche allen positiven Männern der anderen Konfessionen zur Erhaltung des Königstums und des Christentums. Wir haben uns dem Zentrum nicht verschrieben, aber es gibt einen Feind, gegen den alle königstreuen Männer zusammenstehen müssen. Unter den Nationalliberalen gebe es noch viele Tausend königstreue Männer, und vielleicht finde sich doch noch ein Großblock königstreuer Männer zusammen. Die christlich=soziale Partei ersetze nicht die konservative Partei im Westen, ebensowenig wie in anderen Gegenden der Bund der Landwirte, da die konservative Partei über die wirtschaftlichen Ziele doch immer die großen idealen Ziele stelle. Die Regierung müsse in der heutigen ernsten Zeit dem Volke sagen, was sie wolle. Abwarten und beobachten genüge nicht. Wir verlangen nicht, daß Herr von Bethmann Hollweg konservativ ist, aber er muß sagen, was er will. Wir wollen nicht zurück zu Bülow, sondern zurua zu Bismarck. Glück auf! ihr konservativen Männer, die ihr hier am Rheine die konservative Wacht am Rhein vertreten wollt. Nach einigen Dankesworten des Vorsitzenden sprach Herr Kükelhaus=Essen. der Geschäftsführer des RheinischWestfälischen Tischler=Innungsverbandes, über die Anschauungen und Wünsche des Handwerks und des gewerblichen Mittelstandes. An erster Stelle wolle er, so führte der Redner aus, die Gedanken aussprechen, die im Handwerk über Großindustrie herrschen, weil viele falsche Anschauungen darüber verbreitet seien. Das Rückgrat des wirtschaftlichen Lebens unserer Gegend sei die Gewinnung von Kohlen und Eisen, sowie die Herstellung von Halbfabrikaten und schweren Werkstücken aus Eisen. Diese Produkte haben die Arbeitsvereinigung im fabriklichen Großbetriebe zur Voraussetzung. Diese Betriebe beeinflussen das ganze Erwerbsleben dergestalt daß ihre größere oder geringere Beschäftigung auf alle Erwerbsgruppen direkt zurückwirkt. Im weiteren entwickele die Tatsache, daß der produktive Mittelstand ein Abnehmer der vorgenannten Produktion sei, sowie das dringlichste Interesse an der Bekämpfung aller umstürzlerischen und staatssozialistischen Bestrebungen habe, die engste Interessengemeinsch aft zwischen Industrie und Handwerk, beide seien miteinander auf Gedeih und Verderb verbunden. Wenn trotzdem eine Spannung zwischen beiden bestände, so fände man nachforschend die Ursache darin, daß eine ausreichende Fühlung unter den Erwerbsgruppen nicht bestanden habe, die es sicher möglich gemacht haben würde, Maßnahmen der bezeichneten Großindustrie fernzuhalten, die den gewerblichen Mittelstand ohne Not außerordentlich geschwächt habe. Anders verhielte es sich mit dem Verhältnis zu den Betrieben, die genau wie jeder Handwerker in starker Gegnerschaft, weil sie in ihnen Privatdelegierte sehen müßten, wie man sie gleich scharf und einschneidend auch nicht zur Zeit des Feudalrechts gehabt habe. In seinen weiteren Ausführungen ging er auf den Wert des Handwerks als Entwickler der Volkskultur und staatbildenden Kraft ein. Es müsse Sache einer weisen Staatsleitung sein, den Organen des Handwerks, soweit das grundsätzlich notwendig sei, einen Einfluß auf die Vreisbildung zu geben. Wolle der Staat die schaffende handwerkliche Kraft des Volkes erhalten und vor allen Dingen den Damm gegen den Amsturz stärken, so müsse den gesetzlichen Organen des Handwerks in diesem Punkte geholfen werden. X Die preußisch=bessische Eisenbahngemeinschaft hat im ersten Halbjahr 1910, also von Anfang April bis Ende September des laufenden Jahres, eine Einnahme von 1087,7 Millionen Mark oder 6,3 Millionen Mark mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres zu verzeichnen gehabt. Die Einnahme aus dem Personen und Gepäckverkehr machte dabei 344,3 Millionen Mark oder 18,8 Millionen Mark mehr, die aus dem Güterverkehr 685,9 oder 45,5 Millionen Mark mehr und die aus sonstigen Quellen 57,1 oder Million Mark mehr aus. Es ist ja mißlich, die Einnahmen eines Teiles des Jahres mit dem entsprechenden Etatsanschlage zu vergleichenn, da in dem nächsten Jahresteile sich eine Einnahmeentwicklung vollziehen kann, die unter Umständen ein ganz verändertes Vergleichsergebnis mit sich bringen müßte, immerhin ist es von Interesse, festzustellen, daß im Etat für 1910 die Gesamteinnahme der Eisenbahnverwaltung, auf 2040,5 Millionen Mark veranschlagt ist, die Hälfte davon also 1020,3 Millionen Mark ausmacht. Aus einem Vergleiche dieser Zahl mit der wirklichen Einnahme geht auf jeden Fall hervor, daß die Einnahmeentwicklung in der preußisch=heischen Eisenbahngemeinschaft für die preußischen Finanzen nicht ungünstig ist. Darüber wird man um so mehr Freude empfinden können, als es bekanntlich noch im Etat für 1909 notwendig war, den Einnahmeansatz aus der Eisenbahnverwaltung um nahezu 9 Millionen Mark niedriger als für 1908 zu bemessen. Auch im Etat für 1910 ist der Einnahmeansatz von 1908 immer noch nicht erreicht Man wird aber nach der jetzigen Entwicklung der Eisenbahneinnahmen wohl in der Annahme nicht fehlgehen, daß für 1911 wenigstens kein niedrigerer Etatsansatz wird gewählt zu werden brauchen, als für 1908. Ausland. + Aus der Türkei wird unterm 24. Oktober gemeldet: Der gestrige Ministerrat beschloß, in Deutschland und Oesterreich eine Anleihe von sieben Millionen türkischen Pfund, rund 150 Millionen Mark, aufzunehmen, falls heute Frankreich eine ungenügende Antwort gibt. Am Sonntag Nachmittag wurde in einem Theater in Pera eine von der persischen Kolonie organisierte Protestversammlung gegen die englisch=russische Aktion in Persien abgehalten. Zahlreiche Türken, insbesondere Offiziere, wohnten der Veranstaltung bei. Mehrere Redner, darunter ein Tunesier, appellierten an die Solidarität der mohammedanischen, bezw. asiatischen Völker und beonten, daß eine Teilung Persiens für die Türkei rerhängnisvoll sein werde. Daher müsse die türkische Regierung sich mit allen Kräften, hauptsächlich durch Annäherung an den Dreibund. dagegen wehren. Der Abgeordnete Abei Dastoh hob hervor, daß Deutschland an die Stelle Englands als Stützpunkt für die Mohammedaner getreten sei, zählte die Dienste auf, die Deutschland den Mohammedanern wiederholt geleistet habe, und forderte die Versammlung auf, an Kaiser Wilhelm ein Telegramm zu richten, in dem unter Berufung auf die früheren Dienste die Hoffnung ausgedrückt ird, daß er eine Teilung Persiens nicht erlauben werde. Der Antrag wurde unter lautem Beifall und unter Rufen:„Es lebe Deutschland“ angenommen, während gegen die Mächte der Triple=Entente Pereatrufe ausgestoßen wurden. Von Hah und Fern. * D ü s s e l d o r f, 2 4. O k t. I n d i e s e n T a g e n w i r d h i e r d i e vierte ordentliche Hauptversammlung des Katholischen Frauenbundes abgehalten. Die auf vier Tage berechneten Verhandlungen wurden am Sonntag Abend mit einer Begrüßungsversammlung eröffnet. Heute morgen begannen die Beratungen mit einer öffentlichen Versammlung, die von der Vorsitzenden des Bundes, Frau Sanitätsrat Dr. HopmannKöln, geleitet wurde. In einer Ansprache gab sie davon Kunde, daß Fürstbischof Kopp allen verhängnisvollen Wirkungen, die aus den indiskreten Veröffentlichungen der gegnerischen Presse für den Katholischen Frauenbund zu erwarten gewesen seien, dadurch den Boden entzogen habe, da er in einem huldvollen Schreiben sein Bedauern über die Vorkommnisse ausge' sprochen und ausdrücklich hervorgehoben habe, da er auf sein Vertrauen zu der Zentralstelle des Katholischen Frauenbundes keinen Schatten fallen lassen möchte. Weiterhin kam Frau Hopmann auf die Ausführungen von Professor Spahn im Hochland vom August 1909 zurück und erklärte, daß sich der Bund diese Ausführungen durchaus nicht zu eigen mache. Spahn habe weder an der Gründung des Bundes teilgenommen noch zu irgendeiner Zeit auf seine Leitung einen Einfluß ausgeübt. Das subjektive Urteil Spahns über die Arbeiten des Katholischen Frauenbundes vermöge man nicht als berechtigt anzuerkennen. Niemals werde der Bund seine Hand zur Entklerikalisierung des katholischen Volkes bieten. Nach dem von der Generalsekretärin des Bundes, Freiin v. Carnav= Köln, erstatteten Tätigkeitsbericht zählt der Katholische Frauenbund heute 27·000 Mitglieder und 73 Zweigvereine. Baronin Marie v. Rirbach hielt dann einen Vortrag über: Der Katholische Frauenbund für alle Schichten der Bevölkerung in Stadt und Land. * Grevenbroich, 23. Okt. Bei einer Ersatzwahl zur Handelskammer ist der Fabrikant Wilhelm Trimborn zum Mitglied der M.=Gladbacher Handelskammer gewählt worden. # Worringen, 25. Okt. Gestern Nachmittag 2½ Uhr ist im Orte Fühlingen ein Radfahrer durch Zusammenstoß mit einem Fuhrwerk tödlich verunglückt. Der Verunglückte trägt keinerlei Legitimationspapiere bei sich. In seiner Taschenuhr ist der Name A. Aschenbroich eingraviert. Die Person wird wie folgt beschrieben: Größe ca. 1,72 Meter, längliche Gesichtsbildung, blondes Haar, kein Schnurrbart, 20 bis 22 Jahre alt. Kleidung: Dunkelbraun karrierter Rock und Hose, Samt Phantasie= Weste mit Perlmutterknöpfen, schwarze Schnürschuhe, weicher, grauer Filzhut, weiß leinenes Hemd, Normal=Unterhose, schwarze Strümpfe. Das mitgeführte Fahrrad trägt Marke„Brunviga". Meldungen sind zu richten an die Polizei= Verwaltung Worringen. * Aus dem Siegkreise. 22. Okt. Der Deutsche Kriegerbund hat in seiner letzten Vorstandssitzung ffür die im Siegkreise durch Hagelschlag schwer heimgesuchten Kameraden eine Notstandsunterstützung von 10000 A bewilligt. * Dortmund. 22. Okt. Gegen den frühern Prokuristen der Niederdeutschen Bank, den Kaufmann Franz v. Schwedler von hier, hat die Staatsanwaltschaft einen Steckbrief erlassen. v. Schwedler ist beschuldigt, dem Bankier Ohm in vielen Fällen bei der Ausführung von Betrügereien hilfreiche Hand geleistet zu haben. * Berlin, 22 Okt. Zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einer Bande von 30 bis 40 halbwüchsigen Burschen uno zwei Schutzleuten kam es in der Nacht zum Sonntag in der Weber= und Büschingstraße. Als ein Bursche auf einen der Schutzleute anlegte, kam ihm dieser zuvor und feuerte einen Pistolenschuß ab. Der Getroffene brach zusammen, wurde aber von seinen Genossen weggeschleppt, so daß er nicht festgestellt werden konnte. Die Kugel des Schutzmanns traf noch einen Bierfahrer, der sich in der Menge befunden hatte und der nach dem Krankenhaus im Friedrichshain gebracht wurde. * Gleiwitz, 24. Okt. Der Erste Staatsanwalt hält es für festgestellt, daß der kürzlich im Walde tot aufgefundene Amtsrichter Sibe nicht durch eine Fahrlässigkeit, sondern durch Mörderhand ums Leben gekommen ist Dr. Jeserich hat die Kleidungsstücke, verschiedene Leichenteile, das Gewehr und die Geschosse im Leibe des Getöteten eingehend untersucht und ist zu dem Schlusse gekommen, es sei nicht der geringste Anhalt dafür vorhanden, daß Sibe durch einen Nahschuß getötet wurde. Dr. Jeserich hält Selbstmord oder einen Unglücksfall für ausgeschlossen. Die auf die Ermittlung des Täters ausgesetzte Belohnung wurde auf 3000 Mark erhöht. * S c h w e r i n( M e c k l e n b u r g), 2 3. O k t. I n d e r v e r g a n g e n e n Nacht erschoß der älteste Sohn des Erbpächters Boldt zu Wobbelin seinen Vater und einen jüngeren Bruder in ihren Betten. Der Mörder erhängte sich im nächsten Walde. Ihm sollte wegen Leichtsinns die Erbschaft des Gehösts genommen werden * Zürich 23. Okt Po. Adda, Etsch, Ticino und die Ibrigen italienischen Alpenflüsse führen seit gestern Mittag großes Hochwasser. Vielfach sind Brücken und Wehranlagen von den Fluten weggerissen. Gerichtssaal. Vom Prozeß Breuer. “ Trier, 24. Okt. In der heutigen Sitzung des BreuerProzesses wurde der Zeuge Uhren aus Gerolstein, der bei der Ortsbesichtigung zum ersten Male mit wichtigen Bekundungen hervorgetreten ist, vernommen. Die Aussagen des U. stehen nicht, wie anfänglich angenommen wurde, ungünstig für den Angeklagten, sondern bei eingehender Vernehmung stellte sich heraus, daß sie sehr zu Gunsten des Angeklagten sprechen. Sie decken sich mit der Angabe des Angeklagten, daß er nicht an der Seite Mattonets gegangen ist, an der der Einschußkanal der Revolverschüsse festgestellt worden ist. Rechtsanwalt Dr. Werthauer erklärte, er habe jetzt erst angefangen zu verhandeln. Er behauptet, den Aussagen des Zeugen Schend sei kein Wort beizumessen, da diese Beobachtungen unrichtig seien. Er gibt dann eine Erklärung ab: Mir ist mitgeteilt worden, daß die infame Erfindung verbreitet wird. die Verteidigung suche die Verhandlungen so in die Länge zu ziehen weil sie von einem homosexuellen Komitee jede Tag eine Entschädigung von 100 A bekäme. Tatsächlich sei die Verteidigung ohne einen Pfennig von irgend einem Menschen zu bekommen, hier. Er sei zwar nicht so reich, um hier tagelang umsonst sitzen zu können. Er tue es nur, weil er von der Unschuld des Angeklagten überzeugt sei und nicht zusehen wolle, wie der Mann zum Tod verurteilt werde. Der Zeuge Hau bekundet, daß Uhren ihm gegenüber zunächst vor etwa 6—7 Wochen mit seiner Beobachtungen hervorgetreten sei. Er habe sich geweigert, vor Gericht auszusagen, weil er früher eine kleine Strafe erhalten hat und sich fürchtete, daß dies jetzt herauskomme. Vermischtes. * Ein originelles Bittgesuch leisten sich die„Meggendorfer Blätter". Es heißt da: Eure Hoheit werden es giehtigst ferzeihn, wenn ich dem Staub der Dhrones Stuhfen nahe mit der Bitte um eine hilfsbedierftige Unterstützung. Aber indem ich bevor ich zur Ehre meines Fürsten seinen bunden Rock anzog, Nachwächder war, bin ich im letzten Krieg durch einen Kanohnenschuß auf das linke Ohr fast unhörbar geworden. Auch war ich in der Belagerung oft sehr naß und habe nuhn das leidenschaftliche Reisen an beide Fieße erhalten. Da nun inzwischen durch meine Frau die Welt das Licht von zwei Kindern erblickt hatte. Eure Hoheit, es ist ein Knabe und ein Mädchen, kann ich dieselben nichd mehr nähren, denn der Herr Bürgermeister wollte nichts mehr davon wissen, weil ich es nicht mehr mit anhören konnte, wie viel es auf dem Durm schluhg. Nun frißte ich schon seit drei Jahren mit meiner Familie den Hunger als Tohtengreber, aber es sterben hier von Ordswegen nur wenige Leihchen und es reichd gar nicht hin, daß man dabei sich halten könnde. Eure Hoheit, ich habe immer, das Leben rehdlich durchgeschlagen und ich mechde nichd der Gemeindehilfe in die Arme fallen. Eure Hoheit verzeihn, wenn ich Ihre freie Zeit so kurz belästige, aber ich denke mir es ist der beste Weg und der Herr Pfarrer sagt immer, unser gnädiger Herr Fürst hat ein gutes Herz und große Ohren für die, die in Notdurft sind, womit ich demütig verharre. Eurer Hoheit treuer Diehner und Tohtengreber Franz Mechler. Sport-Nachrichten. * M.=Gladbach, 23. Okt. Im Bannerwettkampf der rheinischen höhern Schulen erstritt die Oberrealschule in M.=Gladbach als erste Siegerin das vom Minister Frhrn. von Schorlemer gestiftete Banner. Die Oberrealschule in Essen a. d. Ruhr erhielt die Auszeichnung für Schlagballspiel. lokale Hachrichten. Neuk. 25. Oktober. — Erweiterter Geschäftsverkehr ist am nächsten Sountag. Wir empfehlen den Geschäftsleuten, welche vor Sonntag das besondere Interesse ihrer Käufer in Anspruch nehmen wollen, Anzeigen frühzeitia die Geschäftsstelle der Neußer Zeitung gelangen zu lassen. & Beim Schachtournier in Köln, das aus Anlaß des Stiftungsfestes des Kölner Schachklubs am Sonntag stattfand, haben die Vorstandsmitglieder des Neußer Schachvereins, die Herren Leon. Schillings und Dr. Ullrich mit Erfolg am Haupttournier für stärkere Spieler teilgenommen. Beide trugen schöne Ehrenpreise davon. ( Das große Preisschießen der Neußer Scheiben=SchützenGesellschaft, welches bei reger Beteiligung der Mitglieder— nur solche waren teilnahmeberechtigt— den ganzen Sommer hindurch dauerte, hat 4. Fr. A. Jossen 35„ 5. Pet. Schmitz 33„ 6. Gust. Servacs 31„ 7. M. Neidhöfer 28„ 8. H. Wiertz 25„ Hasenscheibe: 1. Jak. Servaes, 2. Tr. Packenius, 3. Const. Winstroer, 4. H. Lonnes, 5. Th. Winstroer, 6. Gust. Servaes. Die Preisverteilung findet am nächsten Sonntag im Scheibenhause bei Gelegenheit des Gänseschießens statt. !*! St. Martins= Fackelzug im südlichen Stadtteil. Am vergangenen Sonntag fand im Restaurant„Zur Gilbach“ die diesjährige erste Versammlung für den St. Martins=Fackelzug im südlichen Stadtteil unter dem bewährten Vorsitz des Herrn Peter Ritter statt. Dazu wird uns mitgeteilt: Der gute Besuch der Versammlung beweist das Interesse, welches die Bürger dieses Stadtteiles für die gute Sache haben. Es wurde beschlossen, auch in diesem Jahre alles aufzubieten, um einen schönen Fackelzug zustande zu bringen, der sich den Veranstaltungen der Vorjahre würdig anreihen soll. Ferner soll der Zug noch einige weitere, inzwischen fertig gestellte Straßen Durch die ElektrizitätsWerke und InstallationsGeschäfte zu beziehen Anergesellschaft, Berßn O. 17 berühren. Die nächste Versammlung findet am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, im Restaurant Jakob Pullen, Bergheimerstraße, statt, worauf schon heute verwiesen wird. — Die Kevelaer=Pilgerfahrt am Allerheiligentage findet wie üblich auch in diesem Jahre statt. Wir verweisen auf die Mitteilungen des Prozessionsvorstandes im Anzeigenteil. )( Das Theater Schmidt hat bei sehr gutem Besuch mit seinen Vorstellungen urkomischer Art große Erfolge. Gute Einzeldarsteller und ein Zusammenspiel, das sehr befriedigen kann, kommen der lustigen Truppe vortrefflich zustatten. I. Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 10 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 3 Grad über Null, heute Morgen 2 Grad über Null. Barometer unverändert. Wind westlich. Es ist zu erwarten: 26. Oktober: Meist heiter, warmer, früh Nebel. 27. Oktober: Vielfach heiter, bei Wolkenzug ziemlich warm. 28. Oktober: Wolkig mit Sonnenschein, ziemlich warm, windig. 29. Oktober: Wolkig, strichweise Regen, milde, windig. Letzte Hlachrichten und Telegramme der„Ileußer Zeitung“. Ausstellung der westdeutschen Industrie und des deutschen Maschinenbaues im Jahre 1915. Düsseldorf. 24. Okt. Angesichts der außerordentlichen Fortschritte, die die industrielle Entwickelung und besonders die des deutschen Maschinenbaues in den letzten Jahren genommen hat, fand heute in Düsseldorf eine informatorische Besprechung im engeren Kreise statt, um den Plan einer im Jahre 1915 in Düsseldorf zu veranstaltenden Ausstellung der westlichen Industrie und des deutschen Maschinenbaues zu erörtern. An der Verhandlung nahmen maßgebende Persönlichkeiten der verschiedenen großen Industriezweige und der wirtschaftlich technischen Körperschaften teil. Naturgemäß waren bei dem rein vorbereitenden Charakter der Verhandlungen die Meinungen geteilt und es wurde eine Entschließung nicht gefaßt. Man einigte sich dahin, die interessierten Kreise über die Angelegenheit zu befragen und zu diesem Zweck wurde ein aus sieben Herren bestehender Ausschuß gewählt. Von der Generalversammlung des Katholischen Frauenbundes. Düsseldorf, 25. Okt. Bei Eröffnung der Nachmittagssitzung am Montag wurde von der Versammlung eine Resolution angenommen, in der einmütiger Protest gegen die von dem Bürgermeister Nathan in Rom der römisch= katholischen Kirche zugefügte Beschimpfung erhoben und dem Heiligen Vater unwandelbare Treue versichert wird. Den Bericht über die Jugendbünde erstattete Fräulein Jakobine Schmitz=Valckenberg aus Köln. 25 Jugendbünde vereinigen heute 1271 Mitglieder. Das Hauptgewicht sei neben der Pflege des religiösen Lebens auf die sozialen Kurse zu legen. In jedem Falle müsse der Jugendbund sich darstellen als eine Einrichtung zur Aufklärung und Schulung der Mitglieder und dadurch zur Hilfe für die weniger gut gestellten Geschwister. Herr Kardinal Fischer betrat darauf in Begleitung der Herren Weihbischof Dr. Müller(Köln) und des Herrn Dechanten Kribben(Düsseldorf), lebhaft begrüßt, den Saal und erwiderte auf die Begrüßung der Vorsitzenden, nach anerkennenden Worten für die bisherige Tätigkeit des Frauenbundes, ungefähr folgendes: „In der letzten Zeit schienen etwelche Schatten auf das Wirken des Vereins zu fallen zu drohen. Sie wissen, wohin ich ziele; ich denke an einen von hoher Stelle herrührenden Brief, der jüngst durch tadelnswerte Indiskretion an die Oeffentlichkeit gelangt ist. Ich sage: tadelnswerte Indiskretion. Es ist zu verurteilen und verdienst schärfste Rüge, wenn Privatschreiben, die nur für eine gewisse Person bestimmt sind, ohne Wissen und ohne Zustimmung des Verfassers der breiten Oeffentlichkeit übergeben werden. Bei Privatbriefen, die zuweilen unter dem Druck der Geschäfte geschrieben werden. pflegt man die Ausführungen nicht so genau auf die Wagschale zu legen, da läßt man der Feder freien Lauf. Geht es uns nicht seblst Ist es nicht ein Vertrauensbruch ohnegleichen, wenn der Adressat oder ein anderer, der Kenntnis von dem Geschriebenen erhält, nun ein derartiges Schreiben, sei es direkt, sei es indirekt, in die Zeitungen bringt oder gar versucht, es für eine tendenziöse Schrift zu mißbrauchen? Ich weiß übrigens ganz bestimmt und bin autorisiert, es hier auszusprechen, daß der hohe Verfasser des in Rede stehenden Briefes die in demselben eingeflossenen scharfen Ausdrücke bedauert und daß er durchaus nicht die Absichten hatte, die man ihm unterstellt. Ich weiß auf das allerbestimmteste, daß er die treue kirchliche Gesinnung des Frauenbundes in keiner Weise bezweifelt und ihn auch für die Zukunft seines Vertrauens versichert. Wenn einzelne Blätter des In= und Auslandes nun einen Gegensatz zwischen den beiden deutschen Kardinälen konstruieren wollen, auch jetzt noch. nachdem ich am vorigen Sonntag in Köln in einer großen Versammlung eine solche Anschauung ins Reich der Fabel verwiesen habe, so können wir solche geschäftigen Leute nicht hindern, wenn sie daran Freude gewinnen. Ich wiederhole, was ich in Köln gesagt habe: sie werden sich täuschen.“ Der Herr Kardinal wandte sich dann der Tagung des Frauenbundes zu. Es gehe heute eine große Bewegung durch die Frauenwelt. Man spreche von Hebung des weiblichen Geschlechts, von neuen Berufen, hoher Bildung, Teilnahme am öffentlichen Leben, erweiterter Tätigkeit auf dem Gebiet der Werke der Liebe und der sozialen Fürsorge. Manche gingen in dieser Hinsicht zu weit, stellten Forderungen, die mit dem weiblichen Charakter und Beruf nicht vereinbart seien, und schadeten nur durch die Uebertreibungen der Sache, der sie dienen wollen. Aber es lasse sich nicht leugnen, es sei doch wieder manches Wahre dabei. Die Zeiten haben sich geändert, die Gegenwart steht vielfach vor neuen Aufgaben, sie fördert neue Bedürfnisse und fordert neue Kräfte. Es wäre töricht, wenn sich die deutschen Katholiken dem verschließen wollten. Das sei der Grund gewesen für die Schaffung des Frauenbundes; er wolle,.was gut und gesund ist, an den derzeitigen Bestrebungen fördern, er wolle den katholischen Frauen und Jungfrauen einen Mittelpunkt im Wirken und Schaffen bilden, stelle sich aber grundsätzlich mit Bewußtsein und Ueberzeugung auf katholischen Boden mit Anschluß an das Episkopat und sei dadurch geschützt gegen Ausschreitungen und Mißgriffe. Das sei das Charakteri= stische dieses Bundes. So war es bisher, so werde es auch in Zukunft sein, und dieser Geist werde auch die heutigen Beratungen in Düsseldorf leiten Kaiser Wilhelm. Berlin, 24. Okt. Der Kaiser trat heute abend 10¾ Uhr mit der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise im Sonderzug die Reise nach Brüssel an. Vorher hatte der Kaiser im Neuen Königlichen Operntheater einer Aufführung der „Aida“ beigewohnt, bei der Caruso den Radames sang. Mordanschläge? h. Paris, 25. Okt. Matin berichtet, daß die Sicherheitsbehörde ein Rundschreiben entdeckte, in welchem von einer Gruppe Terroristen die bevorstehende Ermordung der Vertreter der Republik wegen ihrer Haltung im Eisenbahnerstreik in Aussicht gestellt wird. Die Minister und höheren Beamten sind jetzt Gegenstand einer ausgiebigen polizeilichen Ueberwachung. Ueberschwemmungen in Italien. Reapel, 24. Okt. In der vergangenen Nacht sind schwere Regengüsse niedergegangen und haben die Ortschaften am Vesuv weithin überschwemmt. Die Straßen= und Eisenbahnverbindung von Torre del Greco ist unterbrochen. Man meldet schwere Verwüstungen und Opfer an Menschenleben. Polizei und Pioniere sind nach den betreffenden Orten abgegangen. Rom, 24. Okt. Nach neueren Meldungen über das Unwetter in Süditalien ist in Amalfi und Salerno eine größere Anzahl Personen umgerommen. Die Regierung entsandte nach der schwer heimgesuchten Insel Ischia zwei Dampfer und ein Torpedoboot mit Truppen und Hilfsmitteln. Rom, 24. Okt. Ueber das Unwetter wird aus Neapel berichtet: In der vergangenen Nacht und am heutigen Morgen ist ein Wolkenbruch über den Golf von Neapel niedergegangen. Schlammassen stürzten vom Vesuv zwischen Resina und Torre del Greco herab und verwüsteten die Straßen und Felder. Zwei Familien wurden verschüttet. Bisher sind fünf Tote, darunter vier Frauen, aus den Trümmern hervorgezogen worden. Heute gegen 3 Uhr leuchtete die Sonne wieder aufs neue. Die Straßen Neapels bieten wieder das gewöhnliche Bild. In der Provinz Salerno haben mehrere Ortschaften Schaden gelitten, darunter Cetara und Amalfi. In Cetara sollen auch Menschen umgekommen sein. Da Telegraphen und Eisenbahnen unterbrochen sind, ist es unmöglich, Nachrichten von dort zu erhalten. In der Präfektur und bei der Agenzia Stefani sind Meldungen von der Insel Ischia eingelaufen, die befürchten lessen, daß auch Casamicciola und Ischia schwer betroffen sind, doch sind Verluste an Menschenleben dort nicht zu beklagen. Der Präfekt schickte durch ein Handelsschiff sofort Hilfe, auch Ministerpräsident Luzzatti traf unverzüglich Anordnungen zur Hilfeleistung. Der Abbruch der türkisch=französischen Anleiheverhanblungen. Paris, 24. Okt. Die Agence Havas veröffentlicht nachfolgende Note:„Der französische Botschafter in Konstantinopel erhielt von seiner Regierung den Befehl, der ottomanischen Regierung zu erklären, daß die Verhandlungen bezüglich der türkischen Anleihe abgebrochen worden seien, da der ottomanische Ministerrat das zwischen dem französischen Finanzminister Cochery und dem türkischen Finanzrat in Paris getroffene Uebereinkommen nicht ratifiziert habe. Konstantinopel, 14. Okt. Die Pforte hat halbamtlich der Presse die Bedingungen der französischen Regierung für die Kotierung der türkischen Anleihe mitgeteilt: 1. Die Ernennung eines französischen Beirats, der in alle durch den Oberrechnungschef zu revidierenden Dokumente Einsicht nehmen und darüber wachen soll, daß die Befugnisse des Rechnungshofes den Beschlüssen der Kammer entsprechend ausgeübt werden; 2. die Erinnerung eines französischen Generaldirektors des Zentralrechnungswesens; 3. die Pforte soll die im Sinne der Forderungen Frankreichs auf den finanziellen Gebieten notwendigen Reformen der französischen Regierung offiziel, mitteilen; 4. Frankreich verlangt die Ueberweisung des größten Teils der Bestellungen aus dem Ertrage der Anleihe. Vernichtende Stürme! h. Turin, 25. Okt. Ein Korrespondent telegraphiert: Komme eben von Cattaro, wo der Sturm furchtbaren Schaden angerichtet hat. Die Zahl der Toten kann noch nicht angegeben werden, wird aber 200 übersteigen. Die Zahl der Verletzten ist sehr groß, da die Bewohner von dem Unwetter in tiefem Schlaf überrascht wurden. Auch in Majori hat der Sturm zahlreiche Opfer gefordert. Der Schaden ist auch dort außerordentlich groß. Dandels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 29. Oktober. Neue Kartoffeln 50 Kilo# 3,30—3,70 Heu 50 Kilo Luzernerheu 50 Kilo„ Krummstroh 500 Kilo Breitdruschstroh 500 Kile Butter Kilo Eier 100 2,70—3,20 3,70—4 20 K 17,— „ 19.— „ 2.60 " 13.— Z Neuer Weizen 100 Ko. 1. Qu. 20 20 „„ 2." 19 20 Neuer Roggen 100 Ko. 1.„ 14 80 „„ 2." 13 80 Neuer Hafer 100 Ko. 1.„ 14 80 „„ 2." 13 80 Alter Hafer 100 Ko. 1.„ 15 60 „„ 2." 14 60 Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert.— Preisnotierungen der Neußer Müller. Neuß, 25. Oktober. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine Kleien 50 Kilo Raps wurde je nach Beschaffenheit mit 20.— bis 22.— Mk. bezahlt. Rüböl und Kuchen unverändert. * 3 59 50 61 50 89 93 5 50 Köln, 24. Okt. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 61,00 B., Mai 58,50 B., 58,00 G Luzernerheu 7,50—8,00, Wiesenheu 5,80—6,60, Richtstroh(Flegeldrusch) 3,50—4,00, Krumm= und Preßstroh 2,40—3,00 die 100 Kil. Duisburg, 24. Okt. Fruchtmarkt. Weizen, inländ. 20,00—20,30, Donau 21,00—22,50, Schwarzmeer 21,00—22,50, Asow 21,00—22,50, amerik. 00,00—00,00. Roggen, inländ. 15,00—15,30, Donau 16,25—17,50, Schwarz= meer 16.25—17,50, Asow 16,25—17,50. Hafer, inländ. 14,80—15,20, Donau 15,75—17,50, russ. 15,75—17,50, amerikan. 00,/0—00,00. Futtergerste, russ. 11,45—11,60, rumän. 11,60—11,75, amerikan. 00,00—00.00. Mais, amerik. 00,00—00,00, Donau 15,/0—15,50, Cinquant. 17,25—18,00, russ. 15,00—15,75. Buchweizen 18,75—19,00. Weizenmehl Nr. 000 28,25— 28,75, Nr. 00 27,50—28,00. Roggenmehl Nr. U 21,50—22,00, Nr. 0/1 20,75—21,25, Bollmehl 11,50—12,00, Grand 8,00—8,50. Kleie 8.50— 9,00 einschl. Sack. Alles die 100 Kil. Magdeburg, 22. Okt. Kartoffelspiritus. 125er Kartoffelspiritus prompt Oktober kostete 48,60 M. für 100 Liter r. A. vom Speicher unter freier Vorhaltung der Gebinde. #urg, 24. Okt. Kornzucker 88% 8,80—8,90, 75% 7,30— 7,45, ruhig. Rohzucker zur Durchf. bordfrei Hamburg Okt. 9,25 B., 9.20 G. 922 bz., Dez. 9,35 B., 9.30 G., 0,00 bz., Jan.=März 9,50 B., 9,45 G., 9,47 bz., Mai 9,65 B., 9,60 G., 9.62 bz., Aug. 9,80 B., 9.75 G., 9.77 bz., Okt.=Dez. 9,75 B., 9,70 E., 00,00 bz., ruhig. Brodrafsin. la 00,00 00,00, Kristallzucker la 00,00, gem. Raffin. 00,00— 00,00, gem. Melis 18,25—18.50, bei Posten aus erster Hand, still. Berlin, 24. Okt. Fruchtmarkt. Weizen Okt. 200,00(201,00), Dez. 201,00(201,50), Mai 204,75(205,50). Roggen Okt. 150,00(000,00), Dez. 151,75(152,00), Mai 158,75(159,00), Hafer Dez. 150,50(150,50), Mai 000,00(157,25). Mais Dez. 000,00(000,00), Mai 000,00(000,00). Weizenmehl 24,50—27,75. Roggenmehl 18,80—21,00. Rüböl Okt. 59,30 (59,00), Dez. 58,30(58,40), Mai 57,00(57,00). Hamburg 24. Okt. Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner Okt.=Nov. 202. Roggen stetig, Mecklenb. und Altmärk. 140—156, russ. eif 9 Pud 10/15 Pfd. Okt.=Nov. 104. Gerste willig, südruss. cif Okt. 94,00. Hafer ruhig, Holsteiner und Mecklenb. 155—175. Mais matt, amerikan. mixed Okt. 98,00, La Plata cif Okt.=Nov. 96.50. Rüböl fest, 60,00. Spiritus ruhig. Okt. 22,00 G., Okt.=Nov. 21,50 G., Nov.=Dez. 21,50 G. Vetroleum(amerikan.) spez. Gewicht 0,800 schwach, 6.00. Salpeter matt, 8.85, Febr.=März 9,22½, Mai 9,12½. Hamburg, 24. Okt. Kaffee stetig, Okt. 45½, Dez. 45¾, März 44½, Mai 44½ G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. Bremen, 24. Okt. Schmalz, vorr., Tups und Firkins 64, Doppeleimer 65. Ruhig. Autwerpen, 24. Okt. Kaffee ruhig, Okt. 61¼, Dez. 61¼, März 60, Mai 60. Chicago, 24. Okt. Getreidemarkt. Weizen Okt. 91½(91¾), Dez. 92½(92⅝), Mai 98⅞(99⅛), Juli 95½(96¼). Mais Okt.— (—), Dez. 45⅝(45¼), Mai 49(48½), Juli 49⅝8(49¼). Hafer Dez. 20¾ (30¼), Mai 34⅛(33⅝). Roggen vorr. 76½(76½), Dez.—(—). Leinsaat Nov. 2,58½(2,59½), Dez. 2,55(2,55½). New=York, 24. Okt. Getreidemarkt. Weizen Okt.—(—), Dez. 109⅜(100⅞), Mai 105¾(106⅛), Juli—(—). Mais Okt.— (—), Dez. 54⅜(54), Mai 56¾(56¾), Juli—(—). Mehl spring wheat 4,05(4,05). Getreidefracht nach Liverpool 2(2). Roggen vorr. 84½(84½). New=York, 24. Okt. Baumwolle. Baumwolle vorr. 14,30(14,45), Okt. 14,05(14,32), Nov. 13,84(14,14), Dez. 13,91(14,24), Jan. 13,92 (14,28), Febr. 13,95(14,31), März 14,03(14,38), April 14,06(14,41), Mai 14,07(14,45), Juni 14, 6(14,44), Juli 14,03(14,44), Aug.—.—(—.—). Viehmärkte. Neuß, 24. Okt. Weidvieh=(Fettvieh=)Markt. Aufgetrieben waren 33 Kühe. Preise per 50 Kilo(Schlachtgewicht): Kühe 1. Qual. 80—82, 2. Qual. 78—80, 3. Qual. 75—78. Rassen: Oldenburgische, Holsteiuische und Rheinländische. Handel schleppend, Markt geräumt. Nächster Markt am Montag, den 31. Okt. Köln, 24. Okt. Schlachtviehmarkt. Auftrieb: 766 Ochsen, a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren 90— 92, b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ansgemästete 85—88, c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 78—82, d. gering genährte jeden Alters 65— 75. Weideochsen 70—84. 553 Färsen, Kühe und Jungvieh, a. vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 00—00, b. vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 80—83, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 76—79, d. mäßig genährte Kühe und Färsen 70—74, e. gering genährte Kühe und Färsen 65—69, k. gering genährtes Jungvieh(Fresser) 00—00, Weidekühe 66—77. 46 Bullen, a. vollfl. ausgew. höchsten Schlachtgewichtes bis zu 3 Jahren 80—82, b. vollfl. jüngere 76—78, c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 73—75, d. gering genährte 00—00 die 50 Kil. Schlachtgewicht. Prima Stallochseu sowie Kühe und Bullen gesucht, Weidevieh langsam. 334 Kälber, a. 85—86, b. 64—65, c. 60—63, d. 54—58, e. 45—52 die 50 Kil. Lebendgewicht. Markt schleppend geräumt. Keine Schafe. 4720 Schweine, a. 67—70, b. 68—70, c. 68—70, d. 68—70, e. 62— 66, k. 60—66 die 50 Kil. Schlachtgewicht. Handel ruhig bis langsam räumend. Am 24. Okt. wurden an frischem, geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt 316 Viertel Großvieh, 140 Viertel Großvieh aus Schweden, 57 Kälber. Altenessen, 22. Okt. Schweinemarkt. Auftrieb 3085 Ferkel und Faselschweine. Ferkel(Durchschnittspreis) im Alter von 6—8 Wochen 13— 18, 9—12 Wochen 18—34, für Faselschweine 34—63 M. Wolle. Antwerven. 24. Okt. Wolle ruhig. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B) Okt. 6,12½, Nov. 6,07½, Dez. 5,97½, Jan. 5,87½, Febr. 5,75, März 5,70, April 5,62½, Mai 5,60, Juni 5,57½, Juli 5,55, Aug. 5,52½, Sept. 5,50. Umsatz 65,000 kg. Bradford, 24. Okt. Wolle hatte mehr Geschäft. Kohlen. Wagengestellung am 22. Okt. Im Ruhrbezirk gestellt 24933, gefehlt 1205.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 814, gefehlt 00.— Saarbezirk gestellt 2865, gefehlt 132.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 1637, gefehlt 00.— Im oberschlesischen Revier gestellt 9191, gefehlt 974 Wagen. Amtliche Wechselziussätze der Notenbanken vom 24. Oktober. Amsterdam 4. Belg. Plätze 5. Deutsche Plätze 5. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 5. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 4½. Schweiz. Plätze 4. Wien 5. Schiffs-Nachrichten. hafenverkehr im Khein-Erft-hafen zu Ueuß Angekommen am 22. Oktober 1910: „Maria=St. Antonius“ Schiffer Mayer mit Holz von Rotterdam. „Niederrhein 8“ Schiffer Winter mit Stückgut von Rotterdam. „Vereinigung 34“ Schiffer F. Ruffler mit Stückgut von Rotterd. „Elsje, Schiffer D. Jansen mit Rübsen von Rotterdam. „Rheinstein“ Schiffer Fr. Wunderle mit Basaltsteinen von Linz a. R. „Baronie“ Schiffer Bruyninki mit Weizen von Antwerpen. Abgegangen am 22. Oktober 1910. „Scheepprart 5“ Schiffer de Jong mit Kohlen nach Mannheim, „Amsterdam 1“ Kapitän Bühler mit Mehl nach Amsterdam. Schiff Boot Für Energielose! Hannover. 12. Apr. 1910. Ich habe 3 Monate hindurch Bioson getrunken und zwar bei Blutarmut und leichter Nervenschwäche, die ja bekanntlich aus der ersteren entspringt. Ich nahm jeden Morgen Bioson in einer großen Tasse Milch und die Wirkung war fabelhaft, denn mein Blut durchkreiste gewissermaßen in neuer Frische die Adern. Das Allgemeinbefinden besserte sich von Tag zu Tag, auch konnte ich eine Körpergewichtszunahme von ca. 4 Pf. feststellen. Kraft und Energie haben sich infolgedessen ebenfalls gehoben. Das Aussehen wurde ein weit besseres als vorher, ja, die Wangen wurden sogar von einem zarten Rot bedeckt. Mit Geschmack und Bekömmlichkeit bin ich sehr zufrieden. Also Alles in Allem:„Bioson ist wirklich für mich das wunderbarste unter den bisher auf dem Markte erschienenen Nähr= und Kräftigungsmitteln, es verleiht neuen Lebensmut und das ist die Hauptsache.“ Hochachtend! Willi Schwärzel Scheffelstr. 2. Unterschrift beglaubigt: Spangenberg, Notar. Bioson ist das beste und billigste Kräftigungsmittel. Paket 3 Mk. in Apotheken, Drogerien. Verlangen Sie vom Biosonwerk Frankfurt a. M. eine Gratisprobe und die Broschüren. Befragen Sie ihren Hausarzt. Unbegreiflich ist es, wie viele Menschen schlecht schmeckende und häufig Schmerzen verursachende Abführmittel verwenden, während sie in dem ärztlich empfohlenen und erprobten Laxin=Konfeltt ein Abführmittel angenehmsten Geschmacks und milder, sicherer Wirkung zu billigen Preisen haben können. Eine Orginaldose mit 20 Tabletteu kostet nur 1 Mark und ist überall in den Apotheken erhältlich. Das beste Rüchenhilfsmittel Mäder Nure a Man verlange ausdrüchlich MAGGI’'s Mkrxe und achte auf die Schutzmarke, Sowohl in Feinheit des Geschmacks, als auch in Ausgiebigkeit und Billigkeit steht sie unerreicht da. Vorteilhaftester Bezug in großen plombierten Flaschen. „MAGGIs gute, sparsane Küche““ * Mantred Böckle Elfriede Böckle geb. Kehr Vermählte Neuss, den 25. Okttiber 1910. K.#PAA T Erste Heusser Dampf-, Wasch- und Plättanstalt, G. m. b. H. empfiehlt sich zur Reinigung sämtlicher Wäsche bei schonendster und sorgfältigster Behandlung. Spezialität: Stärkewäsche wie neu. Nasswäsche pro Pfd. 8 Pfg. 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Für die so zahlreichen Beweisenl erzlicher, warmer Teilnahme, anlässlich des uns bé### troffenen schweren Verlustes, sagen wir allen, die uns in unserem Schmerz Trost □ spendeten, dem Veteranen-Verein für das # ehrende Geleit und dem Evangelischen Mäm-esang-Verein für die erhebende ## Liederspende K. innigsten Dank. 72 Neuss. 25. Oktober 1910. % Famtlie Herrig. gediegenste Quaitäten, I. Riacanerliche. Vereinigung der Prozesion Allerheiligen ser teisnechuts chrst, VerI, Danen u. Kbocar; eberds ½, Uhr: Senie u. dr“ „„ I1 Freischutz. ktober Serie 1eies Bil aben— von 77 #7 # zenfett) * I.: *∆ * *—* " A Serie * L I um C 6, C das BePaimona teilnehmen können. Der nach Kevelaer. Die Prozession nach Kevelaer zieht in diesem Jahre nach althergebrachter Weise von der Marienkirche aus.. richten „ Senntag, den 30. Oktober, morgens 7 Uhr: Heil. Messe„ Ich bringe dies zur öffentlichen jur die Mitglieder und Pilger der Prozession, nach Erteilung. Kenntnis undempfehle zahlreiche des Segens mit dem hochwürdigsten Gute Auszug derselben. Beteiligung. Damen können in diesem Jahre sich gleich beim Anfang an= Zous. den?! Oktober 1910 schließen. Es werden die Mitglieder sowie auch Richtmitglieder„ freundlichst eingeladen, mit der Bitte sich recht zahlreich besonders Der c. bürgermeister: in diesem Jahre zu beteiligen, indem die Wallfahrt eine bedeutend leichtere ist. Gepäckstücke sind für Mitglieder und Nichtmitglieder frei und können in den Restaurationen von Ferd. Graefe Nachf. und Joseph Servaes, Crefelderstraße, abgegeben werden. Pilgerbücher sind bei Herrn Theodor Pannenbecker, Büchel und beim Vorstande zu haben. Der Vorstand. CS. Unterricht findet abends statt. Anfertigung von Leib-,III Donnerstag, den 27. Ok lich ar de Unterzeichneten zus Bett=, Tisch- u. Küchen Uhr: Seri Due Granberath. Erfahrener a. Theuter Schmidt Hensnenala Uebernahme v. Brant-9 Kunst zu lieben. Pensions. und Kinder.-Iabends 731, Uhr: Aussteuern. „eleister sErandsch Engisch Guges und sein Ring. Sonntag, den 30. Oktober: abends 7 Uhr: Serie 2. Zaza. (Oper). für Sacklager gesucht. Stock& Hausmann, Walzenmühle Homberg, Niederrhein. Für die Sankt Martins„„sackelzüge in der Altstadt und in der Zwangsversteigerungssache Hannes nördlichen Stadtteil werden gegen Robert Nellen, Randerath, kann bis zum 4. unter günstigen Bedingungen abgetreten werden. Die Besitzungen 27 Ar 99 m Hofraum mit aufstehenden Gebäulichkeiten, der sogenannten großen oder alten Mühle, ca. 7—8 Morgen Garten, Obstwiesen und Weiden liegen unmittelbar am Bahnhof Randerath und sind zu jedem Industriezwecke geeignet. Die Mühle hat eine Wasserkraft von ca. 40 Pferdekräften. Eventuell kann die Besitzung gepachtet werden. Auskunft erteilt Fräulein Nellen, Randerath norolichen Stadtteil werden 2 Musikkapellen &a 6 Mann, gesucht. 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