Erscheint läg'ich mit Ausnahme de Sonn- und Festtage. Bezugspreis vierteljährlich einschließlich der täglichen Beilage „Bunte Blätter“ In Neuß 1.50 Nlk., durch die Post bezogen 1.65 niI. mit illustriertem Unterhaltungsblatt 1.80 mk., durch die Post bezogen 1.95 Mt. Verantwortlich für die Schriftieitung: Th. Jossen, Neuß. E gene Piakatsäulen. Anzeigen 15 Pfg. die 7 gespaltene Petitzeile, kleinere lokale Anzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Veranswörtlich für den Anzeigenteil: zosef Wyrich, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Die Revolution in portugal. König Manuel ist am 13. November 1889 als der zweite Sohn des Königs Charlos und der Königin Amalie in Lissabon geboren. Er ist der letzte direkte Abkömmling der Linie Braganza des Hauses Sachsen=Koburg=Gotha. König Manuel sollte sich vor einigen Wochen mit der Prinzeß Alexandra von Fife, einer Enkelin König Eduards VII. von England, verloben. Die Nachricht wurde von England aus mit bemerkenswerter Schärfe dementiert. Einige Wochen zuvor war von Lissabon aus die Meldung verbreitet worden, daß König Manuel wegen der verworrenen politischen und finanziellen Lage Vortugals zugunsten seines Onkels Alfons von Oporto' abzudanken beabsichtige. Telefunken und Revolution. Berlin 5. Okt. Eine sehr interessante und wichtige Rolle hat das neue Telefunkensystem bei dem Ausbruch der Revolution gespielt. Die Revolutionäre hatten vorsorglich alle telegraphischen Verbindungen mit dem Auslande unterbrochen, damit die Nachricht nicht frühzeitig nach außerhalb gelangen sollte. Am 4. Oktober abends lief der deutsche Dampfer Cap Blanco, der mit einer großen Telefunkenstation ausgerüstet ist, in den Hafen von Lissabon ein. Er wurde von den Berichterstattern der verschiedenen Zeitungen als Telegraphenstation benutzt. Es gelang der Telefunkenstation sofort, mit der bei Marseile gelegenen Funkenstation St. Marie de la Mer in Verbindung zu treten. Von dort aus wurde die Nachricht drahtlich nach den einzelnen Ländern weitergegeben. Die Entfernung zwischen der Telefunkenstation de. Cap Blanco und St. Marie de la Mer beträgt etwa 1250 Kilometer und geht über das gebirgige Spanien hinweg. Auf diesem Wege sind fast alle heute in der Presse erschienen Telegramme gegangen. Es handelt sich hier um eine großartige technische Leistung des Telefunkensystems, das bei ähnlichen Anlässen in Brasilien und Argentinien sich ebenfalls in gleicher Weise bewährt hat. Wie man in England über die Umwälzungen denkt! * London, 6. Okt. Eine Reihe allmählich einlaufender aufgehaltener Agenturmeldungen aus Lissabon bestätigen zunächst den Sieg der Umwälzung dort am Orte der Ausrufung der Republik und die Bildung einer provisorischen Regierung; dagegen herrscht über das Schicksal und den Aufenthalt König Manuels große Unklarheit. Ob er in oder unterwegs nach dem 17 Kilometer von der Hauptstadt gelegenen Palaste in Mafra, ob auf einem Kriegsschiffe, ob als Gefangener, auf dem portugiesischen Kriegsschiffe Dom Carlos oder als Flüchtling auf dem brasilianischen Schiffe Sao Paolo, ob auf der Königsjacht Amelie, auf einem englischen Schiffe oder an Bord des britischen Kreuzers Newcaskle unterwegs nach San Sebastian ist, darüber liegt vollständiges Dunkel gebreitet. Was die neue Regierung anbelangt, so ist der Präsident Braga Dichter und Literaturprofessor an der Hochschule, der Minister des Aeußern, Machado, Advokat und Zeitungsmann, der Justizminister Costa Rechtslehrer der Universität, der Bautenminister Gomes Advokat, und Almeidaz der Minister des Innern, ein großer Kammerredner. Die hiesige portugiesische Kolonie ist bei dem starken Geschäftsverkehr Portugals mit England keineswegs unbedeutend. Ihre Mitglieder äußern sich einstweilen über den schließlichen Erfolg der republikanischen Bewegung noch keineswegs zuversichtlich; sie deuten auf die bekannten Freitag, den 7. Oktober 1910.(Markus P.) Gegensätze zwischen Lissabon und Oporto sowohl wie Coimbra hin und glauben, daß vielleicht alles von der Haltung der außerhalb Lissabons stehenden Truppen abhängen könnte. In den englischen politischen Kreisen dagegen ist man geneigt, die Wirkung des ersten Erfolges hoch einzuschätzen und an das allgemeine Streben zu glauben, in bedenklichen Zeiten sich der gewinnenden Partei anzuschließen. Mit ernster Sorge wird dabei an die ansteckende Wirkung derartiger Auflehnungen in der nähern und fernern Nachbarschaft, namentlich mit Bezug auf Spanien und Griechenland, gedacht. Die Absendung der englischen Kriegsschiffe nach Lissabon bezweckt ausschließlich den Schutz der englischen Interessen, worunter die englischen Staatsangehörigen, ihr Besitz und ihr Handel zu verstehen sind. An ein Eingreifen in die Ereignisse denkt niemand. Allenfalls würden der König oder seine Angehörigen auf den Kriegsschiffen eine Zuflucht finden. Das ministerielle Daily Chronicle schreibt im Leitartikel:„Wir können kaum bezweifeln, daß die Umwälzung in Portugal, wenn sie einmal festbegründet wird, einen ähnlichen Umschwung jenseits der Grenze anregen wird, doch geht das kein anderes Land an. In Portugal ist die Republik eingekehrt, und sie wird sich nur dann behaupten, wenn das Volk sie wünscht. Sie wird nach Spanien kommen, falls sie überhaupt kommt, wenn und sobald das spanische Volk es wünscht. Es muß jeder Nation gestattet bleiben, ihre eigenen Geschicke durchzusetzen. Die Absendung britischer Kriegsshiffe hat tolle Gerüchte von einem britischen Eingreifen veranlaßt: sie sind ein abgeschmacktes Gerede, weil der bloße Gedanke an ein Eingreisen für jede britische Regierung unmöglich ist, zumal aber, wenn die Regierung liberal ist. Unsere Schiffe sind in Lissabon, um den britischen Besitz und die britischen Bürger zu schützen, eine Pflicht, die wahrscheinlich durch den schnellen und vollständigen Erfolg der Umwälzung überflüssig gemacht werden wird. Die historische Freundschaft zwischen England und Portugal ist eine Freundschaft zwischen den Völkern und unabhängig von der Regierungsform, die das eine oder das andere dieser Länder wählt. Englands Hoffnung ist, daß die Umwälzung wirklich eine tiefe und weitreichende Wiedergeburt des portugiesischen Volkes mit sich bringen möge.“ In ganz ähnlichem Sinne äußert sich auch die Daily News. und wenn die Organe der Opposition vielleicht der Umwälzung gegenüber etwas zurückhaltender in Worten sind, so bleibt doch nirgendwo ein Zweifel darüber, daß die Staatsform die eigenste Angelegenheit eines jeden Landes sei und bleibe. Die Proklamation der Republik. Oporto, 6. Okt. Die Republik ist soeben auch hier offiziell unter großem Juvel prorlamiert worden. Die ganze Bevölkerung ist auf den Straßen. Das Militär und die Zivilbehörden finden sich mit der Lage ab und die republikanische Sache ist im ganzen Lande siegreich. Oporto. 6. Okt. Telegramme aus Coimbra bestätigen die Proklamierung der Republik in Lissabon und die Zusammensetzung der neuen Regierung. Der König und die königliche Familie befinden sich in der enulischen Gesandtschaft in Lissabon. Es herrscht vollige Ruhe. Eine Wiederholung der Kämpfe ist ausgeschlossen. Die neue Regierung ernennt bereits Behörden. Der republikanische Magalhaes verkündete dem Volke, daß die portvgiesische Republik seit gestern 8 Uhr morgens Tatsache sei. Die Kommandanten der hiesigen Truppen haben Magalhaes erklärt, neutral zu bleiben eeinschließlich der Munizipalgarde und die Orders der Regierung abzuwarten. Ueberall sind republikanische Fahnen sichtbar. Madrid. 6. Okt. Die direkten Verbindungen mit Portugal sind noch nicht wiederhergestellt. Als die Ausrufung der 8. Jahn. portugiesischen Republik hier bekannt wurde, beflaggten die Republikaner ihre Klublokale. Die Polizei unterdrückte die Sympathiekundgebungen, nahm Verhaftungen vor und schloß den radikalen Klub. Die Feier des Todestages Ferrers am 13. Okt. wurde untersagt. Ueberall sind die Garnisonen an der Grenze Portugals verstärkt worden. (Später eingehende Meldungen unter Telegramme und Politische Hachrichten. Deutschland. X Der Reichstag. Nachdem festgestellt ist, daß der Reichstag am 22. November seine Plenarberatungen wieder aufnehmen wird, läßt sich der Verlauf wenigstens seiner ersten Tätigkeit übersehen. Zunächst ist danach ziemlich sicher, daß vor den Weihnachtsferien in eine zweite Lesung des Reichshaushaltsetats für 1911 nicht mehr eingetreten werden wird. Der Etat wird ja wohl, namentlich da seine Fertigstellung an allen in Betracht kommenden Stellen eifrigst gefördert wird dem Reichstage gleich bei der Wiederaufnahme der Plenarberatungen vorliegen oder wenigstens bald danach zugehen. Da seine erste Lesung verschiedene Tage in Anspruch zu nehmen pflegt, so wird sie sich ganz sicher bis in den Dezember hineinziehen, wenn sie in ihm nicht erst beginnt. Diesmal werden sich die Debatten bei der ersten Lesung noch besonders in die Länge ziehen, da ja die Forderungen des neuen Quinquenatsgesetzes darin erörtert werden dürften. Die zweite Lesung des Etats. die sich über Monate hinzuziehen pflegt, wird also aller Wahrscheinlichkeit nach ganz in die Zeit zwischen Weihnachtsund Österferien fallen. Damit wird es aber schon mehr als wahrscheinlich, daß die Reichsversicherungsordnung vor dem 1. April 1911 im Plenum nicht fertiggestellt werden wird. Daß von den verbündeten Regierungen der größte Wert darauf gelegt wird, dieses Gesetzgebungswerk möglichst bald verabschiedet zu sehen, ist noch jüngst betont worden. Die Mehrheit des Reichstages ist der gleichen Ansicht. Die gegenwärtigen Kommissionsarbeiten werden ja auch soviel als nur möglich gefördert. Am Umfange des vorliegenden Materials dürfte aber auch die beste Absicht, das Werk bis zum 1. Avril 1911 fertig zu bringen, scheitern, um so mehr, wenn in den ersten drei Monaten des nächsten Kalenderjahres die Zeit des Reichstages von der zweiten Lesung des Etats fast ganz in Anspruch genommmen wird. Bei dieser Sachlage darf man sich eigentlich schon jetzt auf ein zweites, den§ 15 des neuen Zolltarifgesetzes von 1902 erläuterndes Gesetz über den Beginn der Arbeiterwitwen= und Waisenversorgung gefaßt machen. Unbedingt zu wünschen bleibt natürlich, daß die Reichsversicherungsordnung auf einer von der großen Mehrheit des Reichstages gebildeten Grundlage möglichst bald nach dem 1. Arril 1911 fertiggestellt wird. Etat und Reichsversicherungsordnung werden zusammen mit der Strafprozeßordnung, an deren Vorbereitung von der Kommission ja jetzt auch eifrig geaarbeitet wird, die hauptsächlichsten Gegenstände der Reichstagserörterungen bilden. Da aus dem vorigen Tagungsabschnitt noch andere Vorlagen der Erledigung harren, wie Arbeitskammergesetz, Gewerbeoodnungsnovelle, neue Vorlagen zudem in Aussicht stehen, wir Kurpfuscher= und Abdeckerei=Gesetz, die dem Bundesrat vorliegen, sowie Hilfskassengesetz, daß von ihm bereits verabschiedet ist, so werden sich zu den großen Berarungsgegenständen noch eine Menge kleinerer gesellen. Es ist aber durchaus nicht unmöglich, sie alle in dem bevorstehenden TagEin seltsames Vermächtnis. Roman von Erich Friesen. Er bückt sich und hebt ihr Taschentuch auf, das ihrer Hand entglitten. Als er es ihr wieder überreicht, ist sein Gesicht auffallend gerötet. Ob es nur das Bücken war, das ihm das Blut mit solcher Macht in die Stirn trieb? Zu seiner Erleichterung wird er einer weiteren Antwort enthoben. Denn gerade stürmt Dr. Roden ins Zimmer, mit der frohen Nachricht, er habe einen Verleger gefunden für sein neues Werk; der Mann wollte nicht nur das Buch aufs Eleganteste herstellen lassen, sondern ihm auch noch ein beträchtliches Honorar auszahlen. Mit kindlicher Freude nimmt der brave Gelehrte die Glückwünsche von Mutter und Tochter entgegen, denen Rinaldo sich mit der gelassensten Miene anschließt, als sei ihm die frohe Botschaft etwas ganz Neues, als habe nicht er selbst die ganze Sache arangiert. Als aber Donna Lucia„Signor Rockfeller“ als den Bräutigam ihrer Tochter vorstellt— da erbleicht Dr. Bodens soeben noch so fröhliches Gesicht. Nur mit Mühe bewahrt er seine Fassung, um sich bald darauf zu verabschieden. Ach, sein Zukunftstraum, in dem seit Jahren die holde Teresita wie eine Fata Morgana des Glücks in die Oede seiner Studierstube hereinleuchtete, sie mit rosenrotem Hoffnungsschimmer erfüllend— er ist mit einem Mal zerronnen! Die kalte Wirklichkeit umgibt ihn mit grausamer Unbarmherzigkeit. Selbst seine jubelnde Freude über die Vollendung seines Buches ist getrübt.— Ja, ohne das Teresita es ahnte, hatte ihr liebliches Bild sich auch in dem Herzen des weltfremden Gelehrten fest eingeprägt. Doch Dr. Rodens Natur ist eine zu edle, als daß er dem Manne zürnen könnte, der das Herz der Stillgeliebten gewonnen. Und wenn er seine etwas gebeugte Figur. sein gutmütiges, aber alltägliches Gesicht, seine linkischen Bewegungen im Spiegel betrachtete und sie mit„Signor Rockfellers“ Herkules=Gestalt, mit seinen interessanten, regelmäßigen Zügen, seiner vornehmen Sicherheit im Auftreten, vergleicht— so schüttelt er wehmütig den Kopf bei dem Gedanken, daß es ihn je einfallen konnte, mit diesem„Auserwählten seines Geschlechts“ konkurrieren zu wollen.— Inzwischen lebt das Brautpaar in einem Taumel von Glück. Teresita kann es noch nicht fassen, daß von nun an alle Sorgen, alle Not ein Ende haben sollen. Und Rinaldos ganzes Denken und Empfinden konzentriert sich auf den Tag, da er die Geliebte für immer sein nennen wird. Schon beginnt er, Umschau zu halten nach einem passenden Heim. Doch halt! Ist er nicht selbst Schloßherr? Besitzt er nicht draußen in Frascati eine herrliche Besitzung, die er noch nicht einmal kennt?... Eines Nachmittags— Teresita ist mit ihrer Mutter schon den ganzen Tag über im Hause beschäftigt— entschließt er sich, Zypressenwald in Augenschein zu nehmen. Er besteigt den Dreiuhrzug, um nach Frascati zu fahren. In einer Ecke des Coupees zurückgelehnt, vertieft er sich in die neueste Nummer der„Tribuna“, die ihm besonders interessant sein muß. Denn— wie schon früher einmal bei einer ähnlichen Gelegenheit— liest er auch heute immer wieder einen bestimmten Passus. Es ist die ausführliche Schilderung der Festlichkeit im „Palazzo Tosti“ zu Florenz anläßlich der Taufe des kleinen Grafen Orlando. Der König selbst habe Pate gestanden und fast die ganze florentiner Aristokratie habe der Zeremonie gewohnt. Nur bedauerlich sei es, daß in letzter Zeit die Gesundheit des Kindes gelitten hätte, so daß größte Vorsicht geboten ist. Umso bedauerlicher, da die ganze Zukunft des alten Namens Tosti gegenwärtig auf diesem zarten Kindchen ruhe. Graf Marco, der Vater des kleinen Grafen Orlando, sei von Jugend auf kränklich, und der andere Träger des Namens Tosti wäre vor zwei Jahren in eine derart romantische Geschichte verwickelt gewesen, daß er als Oberhaupt einer der ersten Familien von Florenz kaum mehr in Frage komme.... Noch vor kurzem hätte diese Notiz Rinaldo in Erregung versetzt. Heute hat er nur ein bedauerndes Kopfschütteln. So gefestigt fühlt er sich in seinem Herzensglück, daß die Vergangenheit für ihn tot ist. Und während er noch über die Umwandlung in seinem ganzen Sein nachdenkt, pfeift er leise vor sich hin— nach Art mancher Menschen, wenn sie sich unbeobachtet glauben. In demselben Moment wendet der Herr, der soeben auf der Zwischenstation Ciampino eingestiegen, Rinaldos einziger Mitpassagier, wie elektrisiert den Kopf. Unwillkürlich stellt Rinaldo sein Pfeifen ein und betrachtet sich seinen Reisegefährten. Aeußerlich nichts besonderes. Auf gedrungenen Schultern itzt ein großer Kopf mit struppigem dunklem Haar, einer breiten Stirn, dicker Nase und einem Paar stechender kleiner Aeugein, die durchdringend aus dem fast ganz behaarten Gesicht zerausfunkeln. Der mausegraue Anzug ist gesucht elegant. Ebenso der freite Panamahut und die Bekleidung der großen Hände und Füße. Rinaldo ärgert sich über den dreisten Blick des Fremden. Heht es den Menschen etwas an, wenn er— Rinaldo— pfeift? Und wieder spitzt er die Lippen und pfeift: dieselbe Melosie wie vorhin. Der Mann in der anderen Ecke des Coupees lauscht in zespanntester Aufmerksamkeit. Sein ganzes Gesicht drückt ächelndes Erstaunen aus. Jetzt hört Rinaldo zu pfeifen auf. Doch seltsam— nun pfeift der Graue: genau dieselbe Meodie. in denselben langgezogenen Molltönen. Diesmal ist es Rinaldo, der erstaunt aufhorcht. Erst in diesem Augenblick wird er sich bewußt, welche Melodie er gefiffen: jene geheimnisvolle Melodie, die wiederholt schon iachts das kleine Haus an der Ponte Molle aufgeschreckt. „Ihr Pfeifen klingt fast wie ein Echo meines Pfeifens,“ virft er amüsiert hin, als auch der Fremde aufhört. „Ist es auch,“ lautet die ruhige, in etwas fremdländischem Italienisch gegebene Erwiderung.„Ein Echo und— eine Untwort.“ „Was Sie sagen—! Sie kennen also die Melodie?“ „Sehr genau.“.. „Dann können Sie mir vielleicht mitteilen, win sie heißt?“ Noch schärfer blitzen die kleinen Augen des Fremden zu dem Frager hin. „Wie sie heißt?... Hm! Sie hat eigentlich keinen Nanen. Nennen wir sie den Todesruf“!“ „Den„Todesruf"? Seltsam!...“ Und der Name des komponisten?“ „William Rockfeller!“ (Fortsetzung folgt.) ungsabschnitt zu erledigen, wenn bei der Mehrheit des Reichstages der feste Wille besteht, die geschäftlichen Dispositionen auf das Endziel einzustellen und Vorsorge für eine Vermeid„ ung uferloser Debatten zu treffen. Dann kann auch schließlich ein so großer Kreis umfangreicher Vorlagen, wie er jetzt vorhanden sein wird, erledigt werden. Dies ist um so mehr zu wünschen, als die jetzige Session nicht vertagt, sondern wegen der bevorstehenden Neuwahlen auf alle Fälle geschlossen werden wird. Gerichtssaal. Liegt in der Bezeichnung„frische Backeier“ eine Irreführung des Publikums? *( N a c h d r u c k v e r b o t e n.) . Dusseldorf, 5. Okt. Die Frage, ob in öffentlichen Ankündigungen Kalkeier als„frische Backeier" bezeichnet werden dürfen, hatte das Düsseldorfer Oberlandesgericht in einem Prozeß des„Bergischen Rabatt= und Handelsschutzvereins“ in Elberfeld gegen eine dortige Firma wegen unlauteren Wettbewerbes zu entscheiden. Der Verein beantragte mit seiner Klage die betreffende Firma zu verurteilen, bei Vermeidung einer fiskalischen Strafe von 100 A für jeden Uebertretungsfall zu unterlassen, in öffentlichen Bekanntmachungen anzubieten:„Frische Backeier, 10 Stück 48 Pfennig.“ ferner der Firma, ebenfalls unter Androhung einer Strafe von 100 M für den Uebertretungsfall zu verbieten, unter der Bezeichnung„frische Backeier“ Ausschußeier und Kalkeier feilzubieten. Zur Begründung nahm der klagende Verein Bezug auf eine Anzeige in einem Elberfelder Blatt vom 16. Febr. 1910, in welcher die Beklagte die obige Ankündigung erlassen hatte. In Wirklichkeit, so führte der Verein aus, seien die angebotenen und verkauften Eier Kalkeier und Ausschußeier gewesen, was durch Gutachten und näher benannte Zeugen bewiesen werde. Durch die Bezeichnung„frische“ Backeier solle im Publikum die Täuschung hervorgerufen werden, es handle sich um frisch gelegte Eier, welche die beklagte Firma aus irgend einem Grunde zu so billigen Preisen d fälschulg schuldit, weil er zum Zweck der Täuschung Urkunden, die nicht von ihm ausgestellt gewesen seien, fälschlich angefertigt und gebraucht habe. In seiner Revikion nar dom Reichsgericht führte der Angeklagte persönlich aus, die durch den u gesen beberhster i. terschrist habe Kleicsan ge.el und be#heute deshalb keine Fälschung. Eine mittelTäterschaft, d. h. die Ausführung einer straf baren Handlung durch einen Dritten als Werkzeug, setzte vordann strafbar sein mülle geu führte Handlungen auch bann strafbar sein müsse, wenn sie der mittelbare Täter selhst vorgenommen habe. Auch der Vertreter der Reichsanwaltschaft auffassung. Die von dem Knaben angefervertrat,. diess,##ng. Die von dem Knaben angefer tich selbse gescheiebest. Sie sei deshalb keine Fälschaunc da set iu. Le Hanneschen Hause brfindlichen Sitzungzsaales be. die städtischen Verwaltungsbüros wird damit ver unden einsang birch dee.“ anzu ist vom jetzigen Rathaus=Zauptzingeng zurch einen Verbindungsgang zu erreichen, der den Wesfa, de####ige Kastellanswohnung bedingt. Er enthält Stadtsekretärs, daran anschließend die „Lume des Haupthürgs, des Rechnungsbüros, des Meldeamts, ungendlich die Polizezbüroraum.. one Polizeiwachtstube liegt Zukunft im Erdgeschosse des Neubaues an der Michaelstraße. Gans ee#ergeschoß, daß mit der Sparkasse durch einen e# Sct#nde befind g, sich, in der Hauptsache die Räume der Stadtkasse. Das zweite Obergeschß dient ganz den Zwecken d. Ttad bauamt, Ein neuer Sitzungssaal, der an Stelle des eine Täuschung über die Person des Un ktz:„Dis sämtlichen Räume zeichnen sich durch eine vorteilerschreibenden, sondern höchstens über den Inhalt der Schrift.1 g.pettstelt aur stempelung. ### W#ere wie eine mechanische Unter„. Das Reichsgericht hob das Urteil des Landgerichts auf und sprach den Angeklagten frei schon vom Reichsanwalt .„Pir werden demnachn auf den Rathauserweiterungsbau zuxrgriommen, für heute seien diese kurzen Angaben einer ausführlichern Beschreibung vorausgeschickt Außer den Rechtsausführungen Eins aver sei heute schon erwähnt: Die alten Häuser des„Rathausgäßchens“ schreien h. vorgetragenen Rechtsausführungen Mann u. s“J.„schreien geradezu nach dem Abbruch! müshten in erster Linie schon die Erwägungen zur Freisprechung hauen zun die Umgevung des cönen Rattauerweiterngs des Angetlagten führen, daß nach ihrer iuristischen Kanktu=2:.1 daues nicht verunstalten will, dann reiße man diese eiten die mittelbare Täterschaft voraussetze, daß der Täter der strat.1 auzngen wegl Ein Blick vom Reubau herab auf die Häuser uscs Besiter Keheh,=Soerg, Haescheung seldst Kasdor seiae, gasean uiu eeug üier Kestiten Keiten uur. u. Der Ackerer Andreas Da. und der Schreiner Adam E. aus Norf waren beschuldigt, eines Nachts 9#er Burgermeister des Ortes mit Bekannten in einer Wirtschaft saß, eine mit Teer beschmierte Leine über den Weg gespannt zu haben. Infolge der Dunkelheit stolperten der Bürger### und seine, Begleiter über die Leine, wobei sie sich ∆ Für den Gesangwettstreit des Männer= Gesang- Vereins„Eintracht“ hat außer den gestern schon genannten Spendern auch der Lokomotivführer=Verband(Ortsgruppe Neuß) einen Ehrenpreis gestiftet. ....! Die Huhertus: Hugen veranstalteten am Sonntag ssigarise„Schluß= und Königsschießen, bei dem olthausen die Königswürde errang. Am nächsten Sonntag findet im Berghaus'schen Saale ein Festball der Hubertus=Schützen= Gesellschaft statt. ( Für die bevorstehenden Ausfüllungen der Einkommengericht heuß hatte sie wegen groben Unfugs zu 60. bizw. 30 Mark, Geldkrafe, verurteilt. Die vom Amtsanwalt gegen das urrei.#ug legte Berufung wurde nach dem Ergebnis der heutigen Beweisaufnahme vor der Strafkammer vom Staats Surautr zuruagengen. Es bleibt alo bei den erkannten ausen Kine.—. Die Velagte heauntragte, die Klage abane. den date Hemelnadesherhatel gizih eal telaten, Lalien gaußser Hpereraulegungelshegz, on 31, arizenr, ZJuasz nuach den neuen jedoch, die Angabe in dem Inserat sei wahr und nicht zeeignet, das Publikum zu täuschen. Im Gegensatz zu frischen Eiern oder Trinkeiern, so führte die Beklagte des näheren aus, verstehe man unter Backeiern überjährige Eier, die im Kalk gelegen hätten. Wenn diese Eier, wie im vorliegenden Fall unmittelbar danach zum Verkauf gelangten, würden sie als „frische“ Backeier bezeichnet und zwar im Gegensatz zu solchen Eiern, die danach noch einem weiteren Konservierungsprozeß in einem Kühlhause unterworfen würden, der ihre Güte infolge Austrocknens wesentlich beeinträchtige. Dies würden die Sachverständigen bestätigen. Auf Antrag der beklagten Firma ist über ihre Behauptungen ein Sachverständiger vernommen worden, den der Verein indessen abgelehnt hat, da dieser den Verkauf der in Rede stehenden Eier an die Beklagte vermittelt habe.— Das Landgericht in Elberfeld hatte schon durch Urteil von 11. März 1910 die Klage als unbegründet angesehen und sie kostenpflichtig avgewiesen. Aus den Luftschiffahrt. Saarbricher Prategge.. eh. Die Meldungen für die dat. Bei der Felstelung der für die Ermäßigung maßgebenden Seilsigen uich auber dertengrin, nunmehr abgeschlossen. Es be Pretvenzagt werden nicht mitgerechnet die Ehefrau des Steufindet. Dagegen werden, wenn ein Steuerpflichtiger, dessen Einkommen den Betrag von 6500 Mark nicht übersteigt, Kindern oder anderen Familienangehörigen auf Grund gesetzlicher Bestimmung Unterhalt gewährt, die sonst vorgeschriebenen Steuersätze ermäßigt um eine Stufe bei dem Vorhandensein von zwei, um zwei Stufen bei dem Vorhandensein von dre bis vier und um drei Stufen bei dem Vorhandensein von funf bi. sechs derartigen Familienangehörigen und so fort in der Weise, daß für je zwei weitere solcher Familienangehörigen immer eine Ermäßigung um eine weitere Stufe einzutreten haf Bei hor Wpitrollune has 6a. hi. lanm2e.„„ Graunschmeig die Luftschiffer= Vereine in Freiburg i. B 1/836e Souzsk'ag, Ker Bod der Losichfchet; Varesgz an Modense gie an. der. Wektfaßtt die an ia hatfindet, beteligen das 14. Lebensjahr überschritten haben und entweder im landwirtschaftlichen oder gewerblichen Betriebe des Steuerpflichtigen dauernd tätig sind, oder eig eigenes Einkommen von mehr als der Hälfte des ortsüblichen Tagelohnes nach ihrer Altersklasse und nach ihrem Geschlecht haben. Es ist nun für die Urteilsgründen sind folgende Ausführungen beachtenswert: Füllgas verbraucht so. Pgg etwa 5000 Kubikmeter Steuerpflichtigen, die auf Grund dieser Gesetzesbestimmungen Wenn auch der klagende Verein den Sachverstndigen, der un# dis verbraucht werden. Die Wettfahrt wird diesmal ganz# in niedrigere Steuerstufen zu kommen haben durchaus michtig eidlich die Behauptungen der Beklagten bestätigt habe, abgelehnt hätte, so könne es auf ein weiteres Sachverständigen= werden. Vom Niederrheinischan M.==: Gutachten Loch nict ankonnen. Denn nach Meinung des Sektionen, Vonn mit ihren. Pallons„Prinzeß Vikoria“ und „Prin Adolf“, Sektion Düsseldorf mit Ballon„Abereron“ euß„Krefeld“ und„Düsseldorf IV“. Sektion Essen mit ice Pesan PScarg„Schröder“,„Essen“, Sektion Saar.=Mosel mit Ballon„Saar“ und Sektion Munnartal m gr#n und„Barmen“. Gerichts sei es allgemein bekannt, daß Backeier keine frischen Eier oder Trinkeier seien. Das wisse nicht nur der Händler, sondern auch jeder Käufer. Der Zusatz„frische" Backeier könne daher nicht geeignet sein, das Publikum zu täuschen, auch wenn es den Unterschied zwischen diesen frischen Kalkeiern und solchen, die danach noch in einem Kühlhause gelegen haben, nicht kennen sollte. Zudem wisse jeder Käufer daß man im Februar keine frisch gelegten Eier für 48 Pfg. pro 10 Stück kaufen könne, da solche zu der Zeit 10 Pfg. das Stück kosteten. Die Angabe der Beklagten sei daher wahr und jedenfalls nicht geeignet, eine Täuschung des kaufenden Publikums herbeizuführen. Auf die Berufung des Rabatt= und Handelsschutzvereins hin, hatte sich das Oberlandesgericht in Düsseldorf erneut mit der Frage zu beschäftigen. Die Berufung wurde jedoch vom Oberlandesgericht, welches sich den Ausführungen des Landgerichts anschloß, zurückgewiesen. Ein Unterschriften= Strafprozeß. Duisburg, 5. Okt. Der Rechtsan walt Dr. Friedrich in Duisburg war vom Landgericht Duisburg wegen Urrundenfälschung zu einer Woche Gefängnis verurteil worden. Vor dem Antritt einer längeren Reise hatte der Rechtsanwalt seinem Bureauvorsteher für alle Fälle eine Anzahl Blanko=Unterschriften zurückgelassen und ihn bevollmächtigt falls während seiner Abwesenheik noch mehr Unterschriften von ihm benötigt würden, diese von dem Sohn seiner Wirtin anfertigen zu lassen. Dieser, der seine Schularbeiten im Zimmer des Rechtsanwalts zu machen pflegte hatte sich in der Nachahmung von dessen Unterschrift trefflich geübt und eine gewisse Fertiok-##.... besanders interessant warde Letts zrt wird diesmal ganz Lug# eorgere Steuerstufen zu kommen haben, durchaus wichtig, eiongers interesant werden, weil an ihr nur Ballons der daß in den Veranlagungslisten bezw. in den Steuererklärungen die richtigen Eintragungen vorgenommen, gegebenenfalls den Veranlagungsbehörden die von ihnen etwa geforderten Nachweisungen über die Richtigkeit der Angaben geliefert werden. Eine Verpflichtung der Steuerpflichtigen zu dieser Auskunftserteilung besteht nicht, sie liegt aber im eigenen Interesse der Steuerpflichtigen, da sonst leicht eine nicht zutreffende Veranlagung eintreten kann. Jeder Abonnent der„Neutzer Zeitung““ ist im Falle eines tötlichen Unfalles: Die Bestimmungen über die Gewährung der Unfall=Unterstützung werden auf Wunsch übersandt.(Siehe Neußer Zeitung Nr. 217, 1. Blatt vom 24. Sept.) sokale Hachrichten. „ vieuß, 7. Oktober. Fertigkeit darin erlangt. Während der der Schrein, Hor zi urdeitesubiläum feiert am 12. Ottober Abwesenheit des Anwalts sind denn auch eine ganze Reihe von Josef Schram, Neußer Stärke= und Rudes.=T.er: Firma Peter Schriftftücken von dem Jungen mit der Unterschrift des An(9) Der Rathausermeit. Fabrik. walts versehen worden. Vor Gericht hatte Dr. Friedrich angegeben, er habe in Duisburg keinen Vertreter während seiner Abwesenheit bekommen können; die mit seiner Einwilligung durch den Knaben erfolgte Unterschrift sei keine Fälschung einer Urkunde. Das Landgericht war jedoch der Ansicht, daß in der Handlung des Rechtsanwalts eine fälschliche Anfertigung von Urkunden vorliege. Dr. Friedrich sei der mittelbaren UrkunReklameteil. Ueber die Unfallfürsorge für Zwangs= und Fürsorgezöglinge hat der Minister des Innern neuerdings eine Verfügung erlassen, in der darauf aufmerksam gelacht wird, daß das Gesetz betr. die Unfallfürsorge für Gefangene vom 30. Juni 1900 und der Erlaß vom 18. Februar 1910 auf Zwangs= und Fürsorgezöglinge keine Anwendung finden, weil der Zweck und das charakteristische Merkmal der Erziehungsanstalten nicht in dem Zwang zur Arbeit. sondern in der erziehlichen Behandlung der Iöglinge und in ihrer Ausbildung zu einem Berufe zu erblicken mit 200 Mark versichert! iesorsgerogesete, gszischen, deren Versckerungor er Versicherr! von der Art ihrer Beschäftigung abhängig ist. Hiernach sind die in der Landwirtschaft tätigen Zöglinge versicherungspflichtig. Jzerner sind die in den Schlossereien oder Schmieden der Erziehungsanstalten beschäftigten Zöglinge versicherungspflichtig, ebenso die in den Tischlereien der Anstalten arbeitenden, sofern in diesen auch Bautischlerei betrieben wird. Die mit Bauarbeitenbefaßten Zöglinge unterliegen ohne weiteres der Versicherungspflicht. Die Schneidereien und Schuhmachereien stellen nur dann versicherungspflichtige Betriebe dar. wenn auf sie die Voraussetzungen des§ 2 Abs. 2 und 3 des Gewerbeunfallversicherungsgesetzes zutreffen; dies wird in den staatlichen Erziehungsanstalten regelmäßig nicht der Fall sein. weil dort durch elementare Kraft bewegte Triebwerke nicht zur Anwendung kommen. auch das Moment der Gewerbsmäßigkeit des Betriebes fehlt. „los als ein hervorragenoes Bauwerk der Stadt sehr zur un: 2cuch, hezt; Morgen 10 Grad über Null. Barometer Der Rathauserweiterungsvau, dessen schmucker Turm Eine erfolgreiche Behandlung der Tuberkulose. Nachdem eine Zeit lang, infolge der glänzenden=Entdeckungen der Bakteriologie, die uns das langersehnte Ziel einer Ausrottung der Infektionskrankheiten in greifbarer Nähe zu rücken schienen, die chemische Seite der Pathologie dieser Krankheiten in den Hintergrund gedrängt war, beginnt man in der neuen Zeit derselben wieder größeres Interesse zuzuwenden. Untersuchungen über die Beschaffen= Dazillen haben ergeben, daß Albumosen, Albuminate und vermutlich etwas Pepton sich darin vorfinden und es wurde konstatiert, daß ein großer Teil der Erscheinungen, die man als spezifische Heilwirkung der Tuberkuline aufgefaßt hatte, auch gewissen Albumosen und Albuminaten geVeishe.i dae#aderseits stellten Baumann und Nenchi nach Krugke fen, daß uug in den Stoffwechselprodukten von Bazillen befinde, und es liegt deshalb nahe, anzunehwert. das auch die bei Erzeugung eines Serums entstehenden Antitoxine antiseptisch wirksame Körper von phenolartigem kompliziert,.„sinr, wie ihn Dr. Fehrlin's Triquajacoldas in letzter Zeit so viel besprochene„Histosan“ repräsentiert. Jenen Körpern gegenüber hat aber das Histosan den Vorteil, daß es innerlich Sse, erden kann und daß er eine stabile, unbegrenzt ist. Man durfte demgemäß vom Histosan erwarten, daß es eine markant antituberkulöse Wirkung zeigen 31. 20, gereichen wir, geyr seiner Vollendung entgegen. Anfang November wird er seiner Bestimmung übergeben werden is. Die Verlegung einer Reihe von Büroräumer verbunden. Die jetzige Polizeiwachtstube wird Telephonzentrale Die sehr wünschenswerte Vermehrung der Telephonanlagen für werde und daß klinische Beobachtungen sicher die Ueberlegenheit desselben über alle bisher bekannten Guajacol= Präparate beweisen werden. Diese Erwartungen sind nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen worden, indem ausgedehnte Tierversuche, sowie Untersuchungen in Spitälern und Sanatorien ergeben haben, daß das Histosan in der Tat geradezu über„sche d elutigt in Bezug auf Entfieberung, Aufhebung der Oraaniem:“ bewirs. Kräftigung und Belebung biochemischen Prozesen, die in den Zell= und Gewebsflüssigkeiten sich abspielen, wie kein anderes Medikamenr an; es verändert den Nährboden für die #####wvazille.„perat., daß die vorhandenen Kolonien darauf nicht gedeihen können, wirktumstimmend und kräftigend auf die erkrankten Zellen und daher stimulierend auf den ganzen Orzanismus. Das Mittel hat dabei nicht die geringsten unangenehmen Nebenwirkungen und wird von Erwachsenen wie Kindern allgemein recht gern genommen. #. die wohli, ende Wirkung des Histosans macht sich sehr bald gellend. Besonders auffallend ist, wie gut es gegen die Hustenanfälle wir Die Verabreichung von Codein und ähnlichen wird vollständig überflüssig. Das Präparat wird infolgedessen auch bei gewöhnlichen, nicht tuberkulösen. z. B bronchitischen Erkrankungen mit großem Erfola angewandt. Es liegen hierüber ebenfalls ausführliche med zinische Veröffentlichungen vor, so u.A. von der Eisenbahnehäte Melsüngen bei Cassel, welche berichtet daß das Histosan bei Erkrankungen der letzteren Art sehr gün½, wirke, u) zwar sowohl auf die subjektiven Beschwerden als auf den Krankheitsprozeß selbst. Auch bei Darmtuberunverändert. Wind nordöstlich. Es ist zu erwarten: 8. Oktober: Vielfach heiter, warm, schwül. 9. Oktober: Heiter, schön, warm schwül. 10. Oktober: Meist heiter, warm, strichweise Gewitter. kulose(Darmkatarrh), sowie bei Scrophulose, Knochen= und Gelenktuberkulose sind verschiedenerseits überraschende Einwirkungen des Histosans beobachtet worden. Bei den letzteren Formen werden solche luberkulöse Prozesse hauptsächlich günstig beeinflußt, bei denen chirurgische Eingriffe gemacht wurden. Das Histosan ist in vielen Heilstätten des deutschen Reiches sow. an den Sanatorien von Davos, Arosa, Leysin, auf dem , otthard= Sanatorium, ferner in Bozen, Meran, Abbazia usw. schon seit geraumer Zeit in erfolgreicher Verwendung ebenso in Kinderspitälern und Krankenhäusern. Natürlich sind jetzt schon sogenannte Ersatzprodukte aufgetaucht, welche aber keine Verbindungen wie Dr. Fehrlin's Histosan, sondern allerband Gemische sind, vor denen gewarnt werden muß, weil sie nie dieselbe Wirkung wie das Histosan haben können. Das Histosan ist überall gesetzlich geschützt, während die sogenannten Ersatzprodukte keinen Patentschutz genießen, weil sie nur wertlose Nachahmungen von Dr. Fehrlin's Präparat sind. Das Mittel wird unter der ständigen Kontrolle des Erfinders hergestellt in der Fabrik chem. und diät. Produkte Singen a. H, von derselben aber nur an Großhändler bezw. Apotheker verkauft und zwar nie offen nach Maß oder Gewicht, sondern nur in Originalpackungen, welche mit den Schutzmarken der Fabrik verschlossen sind. Es wird Apotheken vorrätig gehalten, bezw. prompt beschafft. Wo es nicht erhältlich ist, wende man sich an die Stadtapotheke Singen a. H. 1 Flasche Histosan=Sirvu oder 1 Schachtel Histosan: Tabletten kostet franko per Nachnahme K 3.20. lietzte flachrichten und Telegramme der„Tleußer Zeitung". ** G r u b e n= U n g l ü c k e. Essen, 6. Okt. Auf Zeche„Ernestine“ sind 3 Bergleute verschüttet worden. Einer wurde bald tot herausgeholt. Im Laufe des Nachmittags wurde ein weiterer tot geborgen. Bei den Rettungsarbeiten hat ein Mann der Rettungskolonne sein Leben eingebüßt. Die Arbeiten zur Bergung des dritten Verschütteten dauern fort Danville. 5. Okt. Das Kohlenbergwerk von Hartshorn steht in Flammen. 150 Bergleute befinden sich unter Tage. : G e g e n d i e F l e i s c h t e u e r u n g. Berlin. 6. Okt. Der Vorstand des deutschen Städtetages beschloß am heutigen Tage eine dringliche Eingabe an den Reichskanzler und den Reichstag zu richten und darin schleu“ nige Maßnahmen zur dauernden Hebung der Fleischteuerung zu fordern. Das Kaiserpaar in Ostpreußen. Gron= Rominten, 6. Okt. Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise sind heute Vormittag kurz vor 9 Uhr nach Königsberg abgereist, wo die Ankunft gegen 12½ Uhr erfolgte. Dek Kaiser begab sich alsdann in das Offizierskasino des Grenadier=Regiments, wo ein Frühstück eingenommen wurde, an dem auch der kommandierende General v. Kluck, der Oberpräsident und der Polizeipräsident teilnahmen. Gegen 3 Uhr trat der Kaiser die Weiterreise nach Cadinen an. Cadinen, 6. Okt. Die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise sind heute Nachmittag 3,15 Uhr hier eingetroffen. Der Kaiser kam um 5 Uhr nachmittag hier an. Er wurde von der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise, Herrn v. Etzdorf und Landrat v. Posadowsky empfangen. Einigungen! Hamburg. 6. Okt. Die Differenzen mit den Werftbetrieben sind durch die Verhandlungen beigelegt worden. Die beschlossene Gesamtaussperrung in der Metall= Industrie unterbleibt. Die Bedingungen der beschlossenen Vereinbarung sind olgende: Die Einstellungslöhne auf den Hamburger Werften ollen bei der Wiederaufnahme der Arbeit um 2 Pfennig erhöht werden mit der Maßgabe, daß der niedrigste Einstellungsohn 40 Pfg. pro Stunde beträgt. Außerdem wird eine Lohnerhöhung für alle Arbeiter um 2 Pfg. pro Stunde erfolgen. Dasselbe Zugeständnis machen die nicht hamburgischen Werften, jedoch mit der Einschränkung, daß der niedrigste Einstellungslohn der örtlichen Vereinbarung überlassen bleibt. Als weitere Konzession wird ferner am 1. Januar 1911 eine Verkürzung der Arbeitszeit zugestanden, und zwar a) auf den Hamburger Seeschiffwerften auf 55 Stunden die Woche; b) auf außerhamburgischen Seeschiffwerften, soweit sie der Gruppe der deutschen Seeschiffswerften angehören, auf 56 Stunden die Woche. Die Arbeit soll am Montag wieder aufgenommen werden. London. 6. Okt. Die Aussperrungen in der Baumwoll= Industrie von Lancashire wurde heute aufgehoben. Die Revolution in Portugal. Der König von Portugal in Gibraltar? h. Paris. 7. Okt. Aus Gibraltar wird gemeldet, die Yacht„Amalie“ sei um 11 Uhr 45 Min. gestern Abend eingetroffen mit dem König von Portugal, der KöniginMutter und Gefolge. Aus der Zusammenstellung der Besatzung sei zu schließen, daß sie in größter Eile erfolgt sei. Der König habe sich sofort nach der Sommerresidenz des Gouverneurs begeben. Ein Augenzeuge über die Kämpfe in Lissabon. Madrid. 6. Okt. Der Dampfer„Cap Blanco“ hat wieder vollbesetzt in den Hafen von Vigo zurückkehren müssen, da ihm in Lissabon eine Ausschiffung seiner Passagiere untersagt war. Als der Dampfer gestern morgen 10 Uhr auf der Reede von Lissabon eintraf, war das Bombardement bereits in vollem Gange. Die portugiesischen Schiffe beschossen das Königsschloß und zwangen die übrigen im Hafen liegenden portugiesischen Fahrzeuge, die rotgrüne Flagge der Repulutionäre zu hissen. Der brasilianische Kreuzer„Sao Paulo“ lag ruhig in der Tajomündung. Vom Bord des„Cap Blanco“ konnte man Einzelheiten über die Straßenkämpfe sehen. Eine Attace von Kavallerie gegen die sich verzweifelt wehrenden königstreuen Soldaten und Anhänger des Hauses Braganza wurde unternommen. Gegen 100 Personen dürften nach Ansicht des Kapitäns des Schiffes bei den Straßenkämpfen ums Leben gekommen sein. Das königliche Schloß wurde solange beschossen, bis die alte Flagge von Braganza niederging und die rotgrüne Fahne der Revolutionäre emporstieg. Die ganze Stadt befindet sich jetzt in den Händen der Aufständischen. Leipzig, 6. Okt. Das Schwurgericht verurteilte den Kellner Karl Koppius zweimal zum Tode. 15 Jahren Zuchthaus und dauernden Ehrverlust und seinen Brüder Fritz Koppius zweimal zum Tode. 7 Jahren Zuchthaus und dauernden Ehrverlust. Die Angeklagten nahmen das Todesurteil ohne sichtliche Erregung auf. Madrid. 6. Okt. Der Schnellzug, der heute Vormittag von der portugiesischen Grenze hier eingetroffen ist, hat weder Reisende noch Postsachen aus Vortugal mitgebracht. Barmen. 6. Okt. Infolge von Familienzwistigkeiten hat der Heizer Richard Becker auf seine 20jährige Tochter und auf eine Ehefrau mehrere Schüsse avgegeben. Becker hat ich dann selbst durch einen Schuß getötet. Die Tochter wurde am Halse getroffen und ist bald nachher gestorben. Die auf die Ehefrau gerichteten beiden Schüsse sind fehlgegangen. Dandels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 7. Oktober. Neuer Weizen 100 Ko. 1 2. Neuer Roggen 100 Ko. 1. „„ 2. Neuer Hafer 100 Ko. 1. „„ 2. Alter Hafer 100 Ko. 1. „„ 2. Am heutigen Getreidemarkte unverändert.— A Qu. 20 19 14 13 14 13 15 14 Neue Kartoffeln 50 Kilo K 3,30—3,70 20 20 60 60 80 80 60 60 blieben Preise Heu 50 Kilo„„ 2,70—3,20 Luzernerheu 50 Kilo„ 3,70—420 Krummstroh 500 Kilo" M 17,— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 19.— Butter Kilo„ 2,60 Eier 100 Stück„ 10,— sämtlicher Fruchtgattungen 59 61 Preisnotierungen der Neußer Müller. Neuß, 7. Oktober. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß)„ Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise 91 „„ kleine„ 95 Kleien 50 Kilo 5 Raps wurde je nach Beschaffenheit mit 20.— bis 22.— Mk. bezahlt. Rüböl und Kuchen unverändert. 50 Köln, 6. Okt. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 61,00 B., Mai 58,50 B., 58,00 Luzernerheu 7,50—8,00, Wiesenheu 5,80—6,50, Richtstroh(Flegeldrusch) 3,50—4,00, Krumm= und Preßstroh 2,40—3,00 die 100 Kil. Dortmund. 6. Okt. Getreidebörse. Westf. Weizen 19,00—19,70, westf. Roggen 14,40—14,90, fremder Weizen 22,30—23,70, fremder Roggen 17,20—18,60, fremder Hafer 16,30—18,60, Futtergerste 12,25—12,75, Mais, mixed(0,00, runder 14,75—15,10, Cinquantino 18,70 die 100 Kilo frei Eisenbahnwagen Dortmund; Weizenmehl 000 28,00 30,30, Roggenmehl 0 22,10—23,10, Speisebohnen 28,00—36,00, Viktoria=Erbsen 28,00— 33,00, Linsen 20,00—32,00 die 100 Kilo einschl. Sack frachtsrei Dortmund, alles bei Abnahme von 10 Tonnen. Magdeburg, 6. Okt. Kornzucker 88% 9,85—9,95, 75% 0,00— 0,00, ruhig. Royzucker zur Durchf. bordfrei Hamburg Okt. 10,07 B., 10,02 G., 00,00 bz., Dez. 10,12 B., 10,10 G., 00,00 bz., Jan.=März 10,22 B., 10,17 G., 10,20 bz., Mai 10,35 B., 10,32 G., 10,35 bz., Aug. 10,50 B., 10.47 G., 00.00 bz., Okt.=Dez. 10,15 B., 10,10 G., 00.00 bz., ruhig. Brodrafsin. la 25,00 00,00, Kristallzucker la 00,00, gem. Raffin. 24,75— 00,00, gem. Melis 24,25—00,(0, bei Posten aus erster Hand, geschätfslos. Berlin, 6. Okt. Fruchtmarkt. Weizen Okt. 203,75(202,75), Dez. 204,75(2 4,00), Mai 209,75(000,00). Roggen Okt. 149.75(000,00), Dez. 154,50(000,00), Mai 162,00(000,00). Hafer Dez. 000.00(000,00), Mai 159,25(000,00). Mais Dez. 000,00(000,00), Mai 000,00(000,00). Weizenmehl 24,50—28,00. Roggenmehl 18,70—21,00. Rüböl Okt. 58,50 (00,00), Dez. 58,30(00,00), Mai 57,20(00,00). Hamburg, 6. Okt. Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner Okt.=Nov. 204. Roggen stetig, Mecklenb. und Altmärk. 136—156, russ. eif 9 Pud 10/15 Pfd. Okt.=Nov. 106. Gerste fest, südruss. cif Okt. 95,50. Hafer ruhig. Holsteiner und Mecklenb. 160—175. Mais fest, amerikan. mixed Okt. 106,00, La Plata cif Okt.=Nov. 100.50. Rüböl stetig, 59,00. Spiritus fest, Okt. 22,00 G.; Okt.=Nov. 21,50 G., Nov.=Dez. 21,50 G. Vetroleum(amerikan.) spez. Gewicht 0,800 schwach, 6,00. Salpeter stetig, 8,95, Febr.=März 9,35, Mai 9,27½. Hamburg, 6. Okt. Kaffee ruhig, Okt. 48, Dez. 48½, März 17, Mai 47 G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. Bremen, 6. Okt. Schmalz, vorr., Tups und Firkins 66¼, Doppeleimer 67¼. Höher. Antwerpen, 6. Drr. Getreide. Weizen, amerik. Winter 20,25—20,75, La Plata= 17,25—20,25, russ. 18,25—20,50, Donau= 17,75—20,00. Roggen russ. 13,00—14,50. Hafer, russ. 13,00—15,00. Gerste, Futter= 12,50—12,87. Mais, Odessa= 14,50—14,75, La Plata= 13,00—13,12, Cinquantino- 16,50— 18,50, gem. amerikan. 13,50—00,00. Autwerpen, 6. Okt. Kaffee behauptet, Okt. 63¾, Dez. 63¾, März 62¾, Mai 62¾. Chicago, 6. Okt. Getreidemarkt. Weizen Okt. 95¼(—), Dez. 981(98⅝), Mai 104⅛8(104¾), Juli 99½(100¼). Mais Okt.— (—), Dez. 49⅝(50⅜), Mai 52⅝(53⅜), Juli—(—). Hafer Dez. 32⅞/8 (33⅜), Mai 36(36½). Roggen vorr. 76½(77), Dez.—(—). Leinsaat Nov. 2,63½(2,61), Dez. 2,59½(2,57). New=York, 6. Okt. Getreidemarkt. Weizen Okt.—(—), Dez. 106(106½), Mai 110 3/8(111⅛), Juli—(—). Mais Okt.— (59), Dez. 58⅛(58⅝), Mai 61(61.8), Juli—(—). Mehl spring wheat 4,15(4,15). Getreidefracht nach Liverpool 2(2). Roggen vorr. 84½(84½). New=York, 6. Okt. Baumwolle. Baumwolle vorr. 14,15(14,10), Okt. 13,98(13,83), Nov. 14,02(13,87), Dez. 14,23(14,04), Jan. 14,29 (14,11), Febr. 14,35(14,18), März 14,46(14,30), April 14,50(14,34), Mai 14,54(14,37), Juni 14,47(14,28), Juli 14,53(14,36), Aug.—.—(—.—). Viehmärkte. Neuß, 6. Okt. Zucht= und Milchviehmarkt.(Amtlicher Bericht.) Aufgetrieben waren 467 Stück Rindvieh, darunter waren 22 Stiere und 445 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder. Preise: Kühe 1. Qual. von 550—660, verschiedene höher, 2. Qual. 460—550, 3. Qual. 350—460, tragende Rinder 230—370, Stiere 180—320. Rassen: Oldenburgische, Ostfriesische, Holsteinische und Rheinländische. Handel: Bei ruhigem Geschäft Markt geräumt. Nächster Markt am Donnerstag, den 20. Okt. Köln, 6. Okt. Schlachtviehmarkt. Zugetrieben: 402 Kälber, 9. Doppellender feinster Mast 75—88, d. feinste Mast(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 66—70, c. mittlere Mast= und gute Saugkälber 62—65, d. geringe Saugkälber 56—60, e. Fresser 00—00 die 50 Kil. Lebendgewicht. 480 Schafe. a. Mastlämmer und jüngere Masthammel 85—88, b. ältere Masthammel und gut genährte Schafe 82—84, c. mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) 75—80, d. Marschschafe und Niederungsschafe 70—74 die 50 Kil. Schlachtgewicht. Handel lebhaft. 1505 Schweine, a. vollfleischige bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 70—72, b. vollfleischige„über 2 Ztr. Lebendgewicht 70—72, c. vollfleischige über 2½ Ztr. Lebendgewicht 00— 00, d. Fettschweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 00—00, e. gering entwickelte 65—68, k. Sauen und geschnittene Eber 55—68 die 50 Kil. Schlachtgewicht. Handel lebhaft räumend. Am 6. Okt. wurden an frischem, geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt 254 Viertel Großvieh, 123 Kälber. Husum, 5. Okt. Weide=Fettviehmarkt. Auftrieb einschließlich des gestrigen Vorverkaufs, der auf 1340 Stück festgestellt worden ist, 3065 Stück Hornvieh, sowie 1244 Schafe und Lämmer. Ochsen o. 77—81,00, b. 72,50—76, c. 65—70,00. Färsen(Quien) a. 75,00—79,00, b. 70—73,50, c. 64—67. Kühe a. 73,50—78, b. 68,00—72, c. 62—65,50, d. 48,00— 52,50 M. die 100 Pfd. Schlachtgewicht.— Schafe a. 72—74, b. 68—71, c. 70—74, d. 63—66, e. 64—68, k. 58—60 Pfg. das Pfd. Schlachtgewicht. Kohlen. Wagengestellung am 5. Okt. Im Ruhrbezirk gestellt 24270, gefehlt 00.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 757, gefehlt 00.— Saarbezirk gestellt 2949, gefehlt 0.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 1389, gefehlt s0.— Im oberschlesischen Revier gestellt 8929, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken vom 6. Oktober. Amsterdam 4. Belg. Plätze 4 ½. Deutsche Plätze 5. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 4. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersbura 4½. Schweiz. Plätze 4. Wien 4. Wertpapierbörse. Berlin, 6. Oktober 1910. 5. Bekanntmachung. Am 20. Oktober 1910 beginnt in der Bürgermeisterei Glehn die Personenstandsaufnahme für die Einkommensteuerveranlagung für das Rechnungsjahr 1911. Alle Hausbesitzer und Haushaltungsvorstände erhalten Hauslisten, die genau ausgefüllt werden müssen. Insbesondere sind Namen, Berufs= oder Erwerbsart, Geburtsort und Tag, sowie die Religion einer jeden im Hause vorhandenen Person genau anzugeben, bei Arbeitern, Dienstboten und Gewerbegehilfen außerdem die Arbeitgeber und die Arbeitsstätte. Wer diese Angaben binnen 3 Tagen nach der Zustellung der Hausliste gar nicht, nicht vollständig oder nicht richtig macht, verfällt in die durch das Einkommensteuergesetz angedrohten Strafen. Glehn, den 5. Oktober 1910. Der Bürgermeister: Nießen. — 6. 102.00 bG. 92,10bG. 82,90 bG. 102,25 bG. 100,00bG. 92,25 bG. 82,90bG. 101.00 G. 97.00 95,75 G. 91.20 bz. 91,20 B. 88,30 G. 86.20 G. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister Abteilung A unter Nr. 60 wurde heute bei der Firma Leon. Geyr folgendes eingetragen: Die Firma ist in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt. Der Kaufmann Karl Steins in Neuß ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die Gesellschaft hat am 1. Juli 1910 begonnen. Zur Vertretung der Gesellschaft ist jeder Gesellschafter berechtigt. Neuß, den 4. Oktober 1910. Königliches Amtsgericht. Zwangsversteigerung, Am 18. Oktober 1910, nachmittags 4½ Uhr, soll im Sitzungssaale des hiesigen Amtsgerichts das dem Johann Decker gehörige, in Neuß, Lörickstraße 1— früher Wendersstraße— gelegene Hausgrundstück Flur 1 Nr. 61/15, groß 3 Ar, zwangsweise versteigert werden. Auf den öffentlichen Anzeiger zum Regierungsamtsblatt wird verwiesen. Neuß, den 10. September 1910. Königliches Amtsgericht. 3 ländliche ältere Arbeiter sofort gesucht. Wo, sagt die Expedition. Laufjunge per sofort gesucht. Büchel 51. * 6 E * 6 0 0 7 neueste Ernte- direkter Import feine China- und Ceylon-Mischungen Mk. I. 50 bis Mk. 5. DU das Pfund offen und in Paketen. Kaiser's Kaffee- Geschäft l. G. m. b. H. Eurogas grisster Kalle- Rösterei-Betriet. Fabriken in Viersen, Dülken, Spandau, Breslau, Heilbronn, Basel. Filialen in Neuss: Markt 14, Niederstrasse 16. Bekanntmachung. Wer im Jahre 1911 ein Hausiergewerbe betreiben will, wird hierdurch aufgefordert, spätestens bis zum 20. Oktober dss. Is. auf dem Bürgermeisteramte einen Wandergewerbeschein zu beantragen. Hierbei ist der Wandergewerbeschein für 1910 vorzulegen. Wer es unterläßt, den Antrag rechtzeitig zu stellen, hat es sich selbst zuzuschreiben wenn er am 1. Januar 1911 noch nicht im Besitze seines Wandergewerbescheines ist. Glehn, den 5. Oktober 1910. Der Bürgermeister: Nießen. Ein der Schule entlassener Junge sofort gesucht Königstr. 27. Ordentlicher Laufjunge für sofort gesucht. Näh. in der Exp. Zahle höhere Provision als jede Konkurrenz. Genaue Erledigung d. Ordres. Wöchentl. Abrechnung. Näh. unt. P 8860 an Haasenstein& Vogler, A.=G., Köln a. Rh. Tüchtiger Bauschreiner sucht Jrau Knopp, Niederstraße 51. Junger fleißiger Schrotmüller für sofort gesucht. hch. Wilhelm Grüters. Teefeld. Für kleinen Haushalt junges Dienstmädchen gesucht. 17134 Wwe. Georg Steffen, Oberstraße 16. Tüchtige Schneiderin in Schneidern und Weißnähen sucht Kundschaft außer dem Hause. Offerten unter K 23 an die Exped. dfr. Ztg. erbeten. Jugendliche Arbeiterinnen von 14 bis 18 Jahren für dauernde und lohnende Beschäftigung sofort gesucht. Auswärtige erhalten Fahrtvergütung. W. Blumberg& Co., Wevelinghoven. Propere Ein tüchtiger Juhrknecht gesucht. 7116 Johann Norbisnath. Ein Junge von 15—16 Jahren, welcher zern mit Pferden umgeht und onst leichte Arbeit verrichten muß, sofort gesucht. Joh. Bährens, Furtherstr. 46. 1 großes Zimmer (Marktfront) an einzelne Person zu vermiet. Näh. in der Exp. Shöne 3 Zinmer-Hohnung an kleine ruhige Familie zum 1. November zu vermieten. Näheres Büttgerstraße 30, 1. Etage, 2 mal schellen.(7083 2 große Zimmer im Anbau, 1. Etg., au ruhige Leute sofort oder später zu vermieten. Gartenstraße 28. Heute Nacht 12½ Uhr verschied sanft, nach längerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden, wohlvorbereitet durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente, mein unvergesslicher Gatte, mein herzensguter Vater, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, Herr Leonard Geyr im Alter von 50 Jahren. Um ein stilles Gebet für den teuren Verstorbenen bitten namens der Hinterbliebenen in tiefer Trauer Amalie Geyr, geb. Kerssenboom, August Geyr. Neuss, Cambergerhof b. Neuss, Ruhrort, Bottrop, Essen, Düsseldorf, Cöln, Sechtem, Antwerpen, den 6. Okt. 1910. Die Beerdigung findet statt Sonntag den 9. Oktober, nachmittags 3½ Uhr, vom Sterbehause Breitestrasse 81 aus. Die feierlichen Exequien werden Montag, den 10. Oktober, 9 Uhr morgens in der Münsterkirche gehalten. Es wird gebeten, von Condolenzbesuchen abzusehen. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute Morgen 7¼ Uhr verschied sanft, infolge Herzschwäche, wohlvorbereitet durch den mehrmaligen Empfang der heiligen Sterbesakramente, meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Wilhelm Krings, Elisabeth geb. Drath, im Alter von 60 Jahren. Um ein frommes Gebet für die liebe Verstorbene bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Neuss, den 6. Oktober 1910. Die feierlichen Exequien werden gehalten am Samstag, den 8. Okt. cr., morgens 9 Uhr, in der St. Quirinuskirche. Die Beerdigung findet daran anschliessend um 10 Uhr vom Trauerhause Mittelstr. 13 aus, statt. Populär-wissenschaftliche Vorträge in der Aula der Oberrealschule. Die Reibenfolge und die Termine sind wie folgt abgeändert worden: 1. Freitag, 14. Oktober 1910: Professor Dr. Spahn. Strassburg: Bismarck. 2. Dienstag, 22. November 1910: Theater-Direktor Dr. Kaiser, Hagen: Humoristisch-satirischer Vortragsabend. 3. Montag, 12. Dezember 1910: Dozent Dr. Obermaier. Wien: Das Alter des Menschengeschlechts(mit Lichtbildern). 4. Freitag, 20. Januar 19II: Paul Keller, Schriftsteller, Breslau: Rezitation aus seinen eigenen Werken. Dienstag, den 7. Februar 19II: Dr. Popp, Kunsthistoriker, München: Ueber Naturgenuss(mit Lichtbildern). Eintrittskarte für einen Vortrag: 1 Mark, für alle Vorträge 3 Mark, Zusatzkarte für Mitglieder desselben Hausstandes 2 Mark in den Buchhandlungen von van Haag und Rutz sowie an der Abendkasse. Der I. Vortrag beginnt pnnkt 8 Uhr, die übrigen beginnen 8½ Uhr. W T ET machen das schmutzigste Metal! Spiegelblank. In Flaschen von 10—50 Pig. überall zu haben. Fabrik Labarrnski& Co., Berlin H0. Velenkäen der Geuferöch enr Auf nach Erefelderstaße 7 nach Honntag, den 9. und Dienstag. den 11. Oktober findet beim Unterzeichneten im schön dekorierten Zelt Verlegte mein Geschäft von Erftstraße 6(früher Café Braun) Jran Plum, Bäckerei— Konditorei— Café. Zweimal täglich frische Brödchen. 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