Erscheint Eglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Bezugspreis oierteljährlich einschließlich der täglichen Beilage „Bunte Blätter" #. Neuß 1.50 Mk., durch Post bezogen 1,65 Nit. mit illustriertem Unter holtungsblatt 1.80 Mk., die Post bezogen * 1.95 mi. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Druck und Verlag Rob. Roack, Neutz, Amtliches Kreisblatt Geschäftostelle: Reuß, Neustraße 1. Fernsprecher 57. 15 Petitzeill Anzeiger Angeigen s. die 7 gespaltene e, kleinere lokale nzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Nr. 216. Freitag, den 23. September 1910.(Thekla Quat.+.) 85. Jahrg. nia Malitis erfordert in nächster Zukunft die Beachtung Polktik aller Deutschen. In solchen Zeiten ist es eine besondere Aufgabe der Presse, ihre Leser über die verschiedenen Fragen zu unterrichten, um die sich die Kämpfe drehen. Die„„Neutzer Reitunn“ kann sich dieser Aufgabe besonders einwandfrei erledigen, weil sie unabhängig von Parteien keine einseitigen Fraktionsbefehle zu befolgen hat. Das Vaterland, keine Partei und Kammlung des Bürgertumn gegen Feinde der Ordnung und des Reichs seien auch ferner ihre Leitsterne.:: Dor lokale Keil istinder„Neutzer Zeitung“. Der wotale Eell stets besonders gepflegt worden. Die euher Zeitung““ will ein Blatt der Neußzer bleiben. Sie will die Eigenarten und Bräuche ihrer alteingesessenen Mitbürger pflegen helfen. Sie will dem neuen Mitbürger zur Seite stehen, wenn es gilt, sich in unserer Stadt einzuleben. Was wäre auch dazu geeigneter als der lokale Teil einer Zeitung?! Sie will vor allen Dingen den gesunden Fortschritt pflegen helfen, der die Stadt zu einer schönen Zukunft führen soll.:: Der unterhaltende Ceil Feititug: sol besonders an den langen Abenden der Wintertage einwandfreie Lektüre bieten. Die vielen Anerkennungen, die unser Feuilleton stets gefunden hat, sollen ein Ansporn sein, den unterhaltenden Teil stets weiter auszubauen und vielseitig zu gestalten. Unsere„„Bunten Blätter“ bieten vielerlei zur Unterhaltung und Belehrung und einen fortlaufenden Roman. Im Feuilleton des Hauptblatts erscheint dazu stets eine fesselnde Erzählung. Unsere Leserinnen finden also fast täglich die Fortsetzung zweier Feuilletons.:: Von Nah und Fern Veituug:: de Bah. richten über Ereignisse, wichtigere Gerichtsentscheidungen, Sport u. s. w. Nicht in der sensationellen Form und Ausdehnung der Großstadtblätter, aber möglichst schnell und ohne Aufbauschung soll die„Neutzer Zeitung“ sich zuverlässiger Berichterstattung befleißigen. Im Kandoleteil finden unsere alten Freunde aus Handel Im Handelsteit und Landwirtschaft auch fernerhin die für sie wichtigen Notierungen. Eine Abonnentenversicherung bliebenen eines zu Tode verunglückten Abonnenten 200 Mak#ll in den Stunden plötzlicher Not bringt, hat in den weitesten Kreisen Beifall gefunden. Wir empfehlen diese neue Einrichtung der„Neutzer Zeitung““ besonders der Beachtung all derer, die eine Zeitung zu bestellen wünschen. R. stollungon auf die nehmen alle Postanstalten und unsere Boten entgegen. Wir laden zu einem Prahehöflichst ein! Teilen Sie, wenn Sie die„„Neutzer Zeitung““ noch nicht beziehen, der Geschäftsstelle, Neuß, Neustraße 1, Fernruf 57, ihre Adresse mit; die Zeitung wird Ihnen dann einige Zeit gratis zugestellt.:: Verlag der Neußer Zeitung Rob. Noack Neuß, Neustraße 1. Fernruf 57. „Der preußische Staat ist ein eigenes Ding. Preußen ist einzig in der Welt. Es giot keinen zweiten preußischen Staat. Wenn wir einmal diesen preußischen Staat erobert haben, dann haben wir alles.“ So hat der greise Führer der Sozialdemokratie auf dem Parteitage in Magdeburg wörtlich gesprochen und die Berichte verzeichnen, daß seine Worte bei den Delegierten lebhafte Zustimmung gefunden haben. Bebel hat damit sicherlich nicht etwas gesagt, wovon er nicht vollkommen überzeugt wäre. Eine 40jährige Tätigkeit als Reichstagsabgeordneter, eine 40jährige, nahezu ununterbrochene Teilnahme an den politischen Kämpfen hat dem Abgeordneten Bebel in diesen vier Jahrzehnten immer wieder die Erkenntnis vermittelt, daß das stärkste Bollwerk gegen die Umsturzbestrebungen der Sozialdemokratie derselbe preußische Staat ist, dessen Zustände und Einrichtungen so häufig, namentlich in der demokratischen und sozialistischen, aber auch in der bürgerlichen Presse Süddeutschlands, aufs hestigste angegriffen, verurteilt, oder, mit echt partikularistischem Hohn und Spott, ins Lächerliche gezogen werden. Wie man aber dem Abgeordneten Bebel auf Grund einer so langjährigen Erfahrung ohne weiteres zugeben muß, daß er im Besitze richtigen Augenmaßes und Urteils ist, wenn er erklätt, die Sozialdemokratie habe alles erobert, sobald sie den preußischen Staat erobert habe, so wird man ihm auch die Berechtigung zuerkennen müssen, wenn er seinen süddeutschen Parteigenossen die Urteilsfähigkeit über die Eigenart und die Machtstellung Preußens abspricht und rund heraus erklärt, daß sie von diesen Dingen nichts verstehen. Es ist leider nur zu wahr, daß weite Kreise der öffentlichen Meinung in Sübdeutschland nicht sehen oder nicht sehen wollen, was der preußische Staat ist und welche Bedeutung er, der in der Zeit äußerer Gefahren um die Nation sich aufs höchste verdient 65 zemacht hat, auch in einer Zeit wachsender innerer Hefahren zu beanspruchen hat. Die Entwicklung der Verhältnisse in Süddeutschland zeigt deutlich— der Reichstagsabgeordnete Dr. Frank(Mannheim) hat sich dessen in der „Neuen Zeit“ und ebenso auf dem Magdeburgen Parteitage ir seiner Verteidigungsrede ausdrücklich gerühmt—, daß dort die Sozialdemokratie von Erfolg zu Erfolg schreitet, während das Bürgertum eine Position nach der anderen verliert. Es scheint also, daß das süddeutsche Bürgertum den Glauben an sich selbst verloren hat, daß es sich nicht genügend Widerstandsfähigkeit gegen die anstürmende Sozialdemokratie, um mit Bebel zu reden, zutraut, daß seine Vertreten in den Einzellandtagen die Hände in den Schoß legen, die Dinge an sich herankommen lassen, die schwere und verantwortungsvolle Aufgabe aber, den Kampf gegen die tevolutionäre Partei zu führen, dem preußischen Staate überlassen wollen. Wenn das der Fall ist, und wenn damit die süddeutschen bürgerlichen Parteien bekunden, daß sie zu der Kraft und Widerstandsfähigkeit des preußischen Staates dasjenige Vertrauen haben, das sie sich selbst nicht zuzusprechen wagen, dann sollten sie auch dafür sorgen, daß die bürgerliche Presse Süddeutschlands von jener gehässigen und einseitigen Kritik abläßt, die in Preußen notwendigenweise verstimmen und verletzen muß. Der preußische Staat wird sich allerdings durch solche Angriffe in seinen nach reiflicher Ueberlegung gefaßten Entschließungen nicht im mindesten beirren lassen. Er wird nach wie vor den Kampf gegen die Sozialdemokratie mit jener Kraft und Zähigkeit führen, die der preußischen Politik von jeher eigen gewesen ist, und er wird um so weniger auch nur um Haaresbreite von den einmal beschrittenen Bahn abweichen, als er in den eingangs angeführten Worten des Führers der revolutionären Partei die beste und vollkommenste Anerkennung seiner Stellungnahme zur Abwehr der größten Gefahr, die unser Gesamtvaterland und unser Volkstum bedroht, mit Recht erblicken darf. Der preußische Staat wird deshalb nach wie vor seine Zustände und Einrichtungen so zu erhalten und zu gestalten bemüht sein, daß die Hoffnungen der Sozialdemokratie,„den preußischen Staat zu erobern“ in Zukunft ebensowenig in Erfüllung gehen wie bishen, Preußen hat auch damit im höchsten Sinne eine deutsche Aufgabe übernommen und es wird dafür zu sorgen wissen, daß der Wille und die Kraft, diese Aufgabe zum Wohle der gesamten Nation durchzufähren, durch nichts geschwächt, sondern auch weiterhin in alter, bewährter Stärke erhalten wird. Politische Hachrichten. Deutschland. X Vom sozialdemokratischen Parteitag. Dr. Frank erklärte nach der gestein mitgeteilten Abstimmung, daß er und seine Freunde selbst nach der Annahme der Vorstandsresolution irgend eine Verpflichtung für später nicht übernehmen. Nach der Diskussion forderten die Radikalen eine Vertagung bis 9 Uhr und diese wurde ihnen gewährt. Sie benutzten diese Pause, um zu einer Beratung zusammenzutreten und als Antwort auf Dr. Franks Rede den neuen Antrag Zubeil abzufassen. Als die Versammlung wieder eröffnet wurde und man der Meinung war, daß nur noch die Abstimmung über die Vorstandsresolution bevorstehe, rückten sie mit diesem Antrag Zubeil heraus, der über die badischen Parteigenossen für den Fall nochmaliger Budgetbewilligung schon jetzt die Ausschließung verlangt. Bebel war schon nach Hause gegangen Der Abg. Dietz versuchte die Situation zu retten und die Entscheidung über diesen Antrag auf den kommenden Tag zu verschieben in der Hoffnung, die Entscheidung in dieser Mitternachtsstunde unmöglich zu machen. Er wies auf die Notwendigkeit einer Diskussion hin, aber die Mehrheit verlangte sofortige Diskussion. Die Süddeutschen, die sich überrumpelt sahen, verließen den Saal und mit ihnen zahlreiche norddeutsche Revisionisten. Der Antrag Zubeil wird diesmal von Haase=Königsberg kurz begründet. In ziemlich regellos geführter Geschäftsordnungsdebatte gelangte immer wieder der Entschluß der Mehrheit zum Durchbruch, heute unter allen Umständen Klarheit zu schaffen. Alle Versuche des Vonsitzenden, wie Bitten, Einwendungen und Vorstellungen aller Art, die Entscheidung wenigstens bis morgen früh zu vertragen, wurden zurückgewiesen. Um ½12 Uhr begann sodann die namentliche Abstimmung über den Antrag Zubeil. Um ¾12 Uhr wird das Ergebnis der Abstimmung verkündet. Von 292 Delegierten haben 228 mit Ja und 64 mit Nein gestimmt. Den Saal verlassen haben also im ganzen 70 Delegierte. Die Donnerstags= Sitzung eröffnete der stellvertretende Vorsitzende Klüß(Magdeburg) um 9 Uhr. Die Erregung der letzten Nacht hat sich gelegt, 48 von den Süddeutschen haben sich wieder eingefunden. Die gestrigen Vorgänge wurden mit keinem Wort mehr erwähnt, sondern es wurde in der Erledigung der Tagesordnung fortgefahren, als ob nichts passiert wäre. Die Süddeutschen waren in einer Sitzung dahin übereingekommen, weder eine Erklärung auf dem Parteitag noch eine schriftliche Erklärung zu Protokoll zu geven. Bebel ist heute abgereist.„ReichstagsAbgeordneter Noske(Chemnitz) erstattete den Bericht der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Der Berichterstatter kommt im Laufe seiner Rede auch auf die Wahlparole des Reichskanzlers in der Frankfurter Zeitung zu sprechen und stellt den bürgerlichen Parteien eine gründliche Abrechnung in Aussicht. Seine Proteste gegen die Königsberger Rede finden bei der Versammlung selbstverständlich lebhaften Beifall. der anschließenden Besprechung werden die Anträge besprochen, die zu dem parlamentarischen Bericht gestellt sind. Es sprechen Fromme(Lübeck) und nach ihm Frau Zetkin. Inzwischen sind die Plätze der Süddeutschen mehr besetzt worden. Dr. Frank erscheint ebenfalls wieder im Saal. Der Abgeordnete Wurm wendet sich energisch gegen die Spirituszentrale. Genosse Katzenstein spricht unter starker Unruhe der Versammlung gegen den Alkohol. Er fordert dringend eine Erneuerung und verschärfte Durchführung des Branntweinboykotts. Nachdem noch einige Vertreter sich geäußert hatten, erreichten die Verhandlungen gegen 11 Uhr ihr Ende, da der Extrazug zum Ausflug nach Thale um diese Zeit abfahren soll. — Die elsaß= lothringische Verfassungsfrage. Bezüglich des elsaß= lothringischen Verfassungsentwurfes stellt die Straßburger Post fest, daß der Entwurf in den nächsten Tagen an das preußische Staatsministerium geht und das bis jetzt kein Anhalt dafür geboten ist, daß dort erhebliche Einwendungen gegen den Entwurf gemacht werden. Sobald durch die Entscheidung des Staatsministeriums die Stellung Preußens klargelegt ist, wird der Entwurf den einzelnen Bundesstaaten überwiesen. In der Zwischenzeit dürfte Staatssekretär Delbrück noch mit den Vertretern der einzelnen Reichstagsfraktionen, die bei den bisherigen Besprechungen nichtx vertreten waren, Rücksprache nehmen. Ausland. X Die Wiener Presse und die Kaiserrede. Die Blätter besprechen die gestrige Rede Kaiser Wilhelms lebhaft.“ Die Zeit 6) Ein seltsames Vermächtnis. Roman von Erich Friesen. Plötzlich stößt der Spaten an etwas Hartes. Metallenes. Noch ein paar Spatenstiche— eine kleine eiserne Kiste kommt zum Vorschein. Mit Mühe unterdrückt der Mann einen Ausruf freudiger Ueberraschung. Also wirklich— kein Hirngespinst eines kranken Geistes... auch kein schlechter Scherz eines Spitzbuben, der das Flunkern gewöhnt ist.. Der Sterbende hatte damals die Wahrheit gesprochen! Und weiter gräbt Rinaldo. Es kostet Mühe, den schweren Kasten aus dem festen Erdreich herauszuheben. Endlich— erreicht! Rinaldo hält einen eisernen Kasten von etwa zwanzig Zentimeter Länge und fünfzehn Zentimeter Breite in der Hand. Jetzt das Loch voll Erde gestopft! Rasch, rasch!... Dann den Kasten in die Handtasche gesteckt und Spaten und Blendlaterne dazu!„ Und nun fort— so schnell ihn seine Füße tragen! Als er den gebundenen und geknebelten Beppo passiert, zuckt es wie ein Blitz durch sein Hirn: „Mach den Karl unschädlich! Er könnte als Zeuge gegen Dich auftreten!"„„ Doch nein! Einen Mord begehen? Niemals! Auch nicht in der Notwehr! Und selbst wenn Beppo sprechen sollte— wer wird dem Trunkenbold, dem notorischen Zuchthäusler, Glauben schenken! Ohne den wie leblos Daliegenden noch eines Blickes zu würdigen, stürmt Rinaldo mit seiner Beute davon.——) Eine halbe Stunde später schon eilt er die Via Flamina entlang— hin nach dem kleinen Hause an der Ponte Molle. In tiefe Dunkelheit gehüllt das ganze Häuschen. Mit seinem Drücker öffnet er die Tür, tappt sich die finstere Treppe hinauf und tritt ein in sein Zimmer.## Rasch Licht gemacht. Die Jalousien geschlossen, die Tür verriegelt. Und nun—— der wichtige Moment naht. Wird der verrostete Eisenkasten die Hoffnungen seines neuen Besitzers erfüllen? Rinaldo Tosti setzt ihn vor sich auf den Tisch und betrachtet ihn von allen Seiten. Er ist fest verschlossen. Mit seinem Taschenmesser bohrt und schneidet und sticht und klopft so lange daran herum, bis der Deckel aufspringt. Ein Ausruf des Unmuts entschlüpft Rinaldos Lippen. Der Kasten ist ganz angefüllt mit Watte. Doch nein— dort an der Seite spritzt etwas Hartes hervor! Hastig reißt er die Watte aus einander. Eine Kabinettphotographie fällt heraus. Aergerlich schleudert er sie beiseite, ohne auch nur einen Blick darauf zu werfen. Seine ganze Aufmerksamkeit ist auf ein Scheckbuch gerichtet, das eine große Anzahl leerer Seiten aufweist. „Was nützt mir ein Scheckbuch ohne die nötige deponierte Summe!“ murmelt er spöttisch vor sich hin.„Doch hat!... Steht ra nicht etwas auf der letzten Seite, mit Bleistift geschrieben?“ Und er liest: „500 000 Lire deponiert in der Banca Commerciale, Rom, von William Rockfeller aus Philadelphia, z. Zt. Continental, Rom, Via Caoour.“ Rinaldos Unmut verwandelt sich in Verwunderung... dann in Freude, in Begeisterung. Nicht mehr zweifelt er an der Richtigkeit von Ernesto Rossis Angaben nach diesem wictigen Fund. Was wird jenes seltsame Vermächtnis des sterbenden Zuchthäuslers ihm noch weiter bringen?... Voll brennender Angeduld wühlt er weiter in dem Watteknäuel.„„ Ein Kuvert kommt zum Vorschein, das eine Legitimationskarte für„Mister William Rockfeller aus Philadelphia“ enthält und einen kleinen Kunstschlüssel, an dem ein Zettel hängt mit den gekritzelten Worten: „Schlüssel zum Geldschrank Nr. 222 in der Depositenkammer der Banca d'Italia, Rom.“ Darunter in gänzlich anderer, schwungvoller, augenscheinlich absichtlich veränderter Handschrift der Name: „William Rockfeller." Und hierunter, wieder mit den alten kritzeligen Buchstaben: „Meine Unterschrift!". Ein Blitz des Verständnisses zuckt in Rinaldos Augen auf. Er begreift das„Sesam“, das ihm all die Herrlichkeiten, die die in der Kritik der Königsberger Rede des Kaisers seinerzeit zu den'tschärfsten Richtern gehörte, schreibt: Mit unvergleichliche: Bravour hat sich Kaiser Wilhelm aller Gemüter ist Oesterreich bemächtigt. Er redete gestern zu den Burgern von Wien nicht in dem herkömmlichen Stile monarchisch fteundlicher Leutseligkeit, er öffnete den Wienern sein ganzes leidenschaftliches Herz, und der heiße Atem wirkbe entzündete jene Begeisterung, die gestern den Festsaal des Rathauses wie ein Sturm erschütterte und heute weit über unsere Stadt lauten Wiedethall findet. Kaiser Wilhelm hat gestern einen großen persönlichen Erfolg errungen. Denn wie viel Wichtiges auch die Politiker aus diemögen, vor allem hat man doch die Peisönlichkein des deutschen Kaisers aus ihr vernommen und steht unter dem Eindruck der Menschlichkeit des Kaisers. Welch freie Heizlichkeit enthüllt sich uns diesen Worten, welch ein Elan im Zugreifen, Erfassen des Moments, welch großzügige Kunst der festlichen Stimmung. Diese Rede, in der nicht eine einzige Stelle vom Kaisertum spricht, ist vielleicht die kaiserlichste, die Kaiser Wilhelm jemals gehalten hat. Denn es ist ein Geben mir vollen Händen in ihr und eine offene, wahrhaft fürstliche Männlichkeit: Man kann beinahe sagen, daß die Gestalt des Kaisers seit gestern in einem neuen glänzenden Licht vor uns wird der Ersolg dieser Rede auch draußen in Deutschland, die Aufregung über die Königsberger Anfprache beschwichtigen. Merkwürdig bleibt es j.,„dat, Kgiser Wilhelm in seinem eigenen Reich, so oft er öffentlich spricht, beinahe regelmäßig heftigen Widerspruch er#s mag an der persönlichen Auffassung seines Amtes als Königs von Präußen liegen, als deutscher Kaisen ist er ein mooerner Mensch. Als moderner Regent stand er gestern im Wiener Rathause. Hier zum ersten Male in unsemm Tagen ram der Monarch eines fremden Staates zu den Bürgern gleichsam als Repräsentant seiner eigenen Bürgen, ein politisches Bündnis zu besiegeln. Es ist ein moderner Zug, das Kaiser Wilhelm ins Wiener Rathaus ging, um sich unmittelbar an das Volk von Oesterreich zu wenden und mit Handschlag zu bekräftigen: Ich bin euen Freund. Und es ist eine der tiefsten Wirkungen dieser Rede, daß sie uns nicht erst zu überreden brauchte!“ Hier' ging die Tat den Worten voran. Ein großer Krieg ist abgewendet worden durch den Beistand dieser Freundschaft, und dies Bündnis hat uns in einer Zeit den Gefahr das Gefühl von Macht und Sicherheit gestärkt und erhöht. Nach dem freief Wott der Zuneigung, daß der Kaiser gestern zu uns gesprochenLList es an uns, zu sagen, daß nun alle Erinnerung an die Vergangenheit ausgetilgt sein muß. Der Weg, den Kaisern„ Wilhelm zu uns hergeschritten kam, wurde von Bisma ck gebahnt. Der gestrige Tag besiegelt einen, Bund, der stark genug ist, den Frieden in Eurepa zu wahren, und wenn mit dem gestrigen Tage auch der letzte Funke von Bitterkeit gegen Preußen erlosch, dann ist das der persönliche Erfolg Kaiser Wilhelms. ##aneneue Wiener avendblatt“ schreibt: Die Worte„ die Kaiser Wilhelm im Rathaus der Haupt= und Residenzstadt gespttochen, würden ihm die Herzen aller Wiener erobern, wenn er sie nicht schon besäße; sie werden weit hinaustönen nach ganz Oeststereich und ins Ausland. Die stürmischen Heilruse, die ihm dankten, werden ein brausendes Echo finden. Diese Rede Kaiser Wilhelms sollte in goldenen Lettern im Wienen Rathaus verewigt werden. .. ose„Neue Freie Presse“ sagt: Die Rede des Deutschen Kaisers hat eine ganz neue Allianz geschaffen nämlich eine persönliche Allianz zwischen dem Deutschen Kaiser und den Wienern, denn in der Rede des Deutschen Kaisers haben, die Bürger Wiens ihre eigene Stimmung wiedergefunden. Kaiser Wilhelm hat es verstanden, den Ton anzuschlagen, der dem österreichischen Gefühl am besten entspricht, Withelm hat das graße Verdienst, die deutsch=österreichische Allianz durch seine heutige Rede noch volkstümlicher gemacht zu haben. Er hat gesprochen wie einen, der die Wiener versteht, den Sympathie u. Freundschaft so härfig nach Oesterreich=Ungarn und Wien geführt haben. Die Bürgerschaft Wiens wird stets den Rede Kaiser Wilhelms gedenken und ihr mit größter Freude zustimmen. Gerichtssaal. Ueber, die Benutzung fremder Seltersflaschen. * Bielefeld, 20. Sept. Die Benutzung fremder Seltersflaschen führte den Selterswasserfabrikanten Hermann Meßker vor die hiesige Strafkammer. Der Angeklagte füllte seine Blauselimonadé in Glasflaschen, in die der Name des Herforder Selterswasser= Fabrikanten Karl Lucas eingegossen war. Diese Flaschen brachte er teilweise mit, teilweise auch ohne seine Firmenschilden zum Verkauf. Die Strafkammer nahm an, daß der Angeklagte den Schein erwecken wollte, als stände seine Ware mit dem Namen des andern in besonderem Verhältnisse. Das er versücht habe, einen Jurtum über den Inhalt der Brausekimonade zu ertegen, stelle allerdings keine Verletzung des§ 14 des Warenzeichengesetzes dar; jedoch liege eine strafbare Verletzung des Namenschutzes vor. Er hat, wie die Strafkammer weiter ausführt, widerrechtlich die Ware mit dem Namen eines anderen versehen, um dadurch auch die Abnehmer irre zu fühten." Ob die Flaschen teilweise auch seine Firma trugen, sei gleichgültig, denn der Angeklagte habe sich sagen müssen, daß die aufgeklebten Firmenzettel sich vielfach lösten, besonders durch das Kühlen der Flaschen im Wasser oder durch Lagenn auf Eis. Die Strafkammer erkannte deshalb auf eine harren, erschließen soll, ist— die Unterschrift „William Rockfeller“. Kaum mehr beachtete er ein Lederporteufeuille, das sich ebenfalls noch vorfindet#### Nur ganz flüchtig überblickt er den Haufen Tausendlire=Scheine, ohne sie zu zählen William Rockfeller!, William Rockfeller!" Diese süße Melodie nimmt sein ganzes Denken und Empfinden gefangen. zunp#nn packt er die Watte wieder in den Eisenkasten und stellt ihn in den Schrank, während er das Scheckbuch, sowie das Portefeuille nehst Inhalt in seiner Nocktasche verschwinden Dann setzt er sich an den Tisch und beginnt, die Unterschrift „William Rockseller“-nachzumalen. Da fällt sein Blick auf die Photographie. s ist das Kniestück einer noch ziemlich jungen Frau mit dunklem Wuschelhaat, aufgeworfenen Lippen. einer Stulpnase und einem dreisten Ausdruck in den schwarzfunkelnden Augen. Das Bild stört den Mann in seiner Arbeit. Ihm ist, als verhöhne ihn das spöttisch lachende Gesicht. Aergerlich wirft#er die Photographie in eine Schublade der Kommode. Was geht, ihn diese Person an! „#nn führe######## in seinen seltsamen Schreibübungen. Nach Ablauf einer Stunde ist er mit dem Resultat zufrieden.: 1 gihn spsction „William„Rockseller“! Die beiderf Anzerschriften gleichen einander aufs allergenaueste.——„ Als am nächsten Morgen Dona Lucia Morgano ihren neuen Mietex nach seinem Namen fragt, teilt er in ihr lächelnd „William Rockfeller, aus Philadelphia.“ K. d (Fortsetzung folgt.) Geldstrafe don 150 A. In der gegen dieses Urteil einerklärte der Angeklagte, daß die Verwendung der fremden Flaschen nur aus Versehen geschehen sei und wede: über das Versehen noch über die Wissentlichkeit des Versehens hinreichende Feststellungen getroffen seien. Der 5. Strafsenat erkannte jed..1ch dem Antrage des Reichsanwalts auf Verwerfung der Revision. * Hagen, 21. Sept. Eine arge Enttäuschung bereitete das Schwelmer Schoffengericht dem Geschäftsführer., des Deutschen Metallarbeiter Verbandes, Hermann Müller in Gevelsberg. Als im Juni der Kampf um den Arbeitsnachweis in der hiesigen Metellindustrie tobte. stellte Müller im Fenster des Gewerkschaftslokals eiien Gummiknüppel mit entsprechender schriftlicher Erklärung aus, mit dem im Kölner Arbeitsnachweis Arbeiter mißhandelt sein sollen. Die Polizei belegte M. wegen Verübung groben Unfugs mit einer Geldstrafe von 10 A. Hiergegen erhob M. Widerspruch und beantragte gerichtliche Entscheidung. Das Schöffengericht ging nun über die Strafverfügung weit hinaus, indem es auf vien Wochen Haft erkannte. Von Hah und Fern. Die Städtebauwoche. ache kiest S. Trs:###pi. am zweiten Tage der StädtebauArchitekt Hermann Jansen aus Berlin(Sieger im Wettbewerbe Großberlins) einen Vortrag über: Die Stadterweiterung der Neuzeit. Durch die Ausstellungen in Beilin und Düsseldorf sei der Versuch gemacht, die Wichtigkeit des Problems des modernen Wohnungswesens in die weitesten Kreise der Bevölkerung zu tragen. Bei allen städtebaulichen Fragen müsse man an die Zukunft und ihre Erfordernisse denken. Charakteristisch für die Stadtbebauungsmethode der letzten Periode wäre es gewesen, einen Ring nach dem anderen um die Altstadt zu legen. Der Charakter der modernen Großstadt aber liege darin, daß ihr Kern eine Stätte der Arbeit sei und ihre Peripherie der Erholung und der Wohnung gewidmet sei. Es fände also eine Wechselbeziehung zwischen beiden statt, und diesen Charakter müsse ein groß angelegtes Netz von Kleinbahnen Rechnung tiagen. Der Redner weist auf die Mittel hin, um die Erhaltung wertvoller Städtebilder, geschlossener ruhiger Wohnquartier) uno großer Freiflächen für Sport und Spiel zu sichern. Wechsel der Bauordnung in den einzelnen Stadtviereln... Reoner für dringend wünschenswert aus ästhetischen Gründen und um den verschiedenartigen Anforderungen an die Ansiedlung entsprechen zu können. Auch sei durch Aenderung der Bauordnung auf eine möglichste Beseitigung des Schematismus in der Anlage der Straßen wie im Aufbau der Häuser hinzuarbeiten, damit endlich der krasse Unterschied zwischen den schönen alten Anlagen aufhöre. Weiterhin wünscht der Rednen, daß heute möglichst ganze Straßen, Plätze und Baublocks von einer einztigen, künstlerisch bewährten Hand geplant würden. Eingehender ließ er sich über die ästhetische Seite heutigen Städtebaues aus. Zahlreiche, vorzügliche Lichtbilder unterstützten seine Ausführungen. #runigen Nachmittags= Veranstaltung sprach Professor Dr. Ing. Blum=Hannover über: Die Bedeutung der Eisenbahnen für die Entwicklung der Großstädte nach der fördernden und hindernden Seite. Großstädte seien die„Kinder den Eisenbahn". Man schätze leider immer den Güterverkehr, der weit bedeutungsvoller wie der Personenverkehr sei, zu niedrig ein. Die Stadt habe zwar nur ein Interesse an Eisenbahnanlagen innerhalb ihres Gebietes. Die Eisenbahn aber sei das wichtigste Verkehisinstitut, ihre Interessen gingen über die städtischen hinaus. Der Städtbauer müsse sich den Bahnanlagen gegenüber mit größerer Schmiegsamkeit ausrüsten. Eisenbahnanlagen bedeuten Konzentrationspunkte des Verkehrs in den Städten. mit denen der Städtebau zu rechnen habe. Den Güteiverkehr wollten die Städtebaumeister gern aus der Stadt hinauswerfen, das Stadtbild störe. Das dürfe aber nicht sein; man müsse statt dessen einen Zusammenschluß der oft viel zerstrleuten industriellen Anlagen versuchen und auf diesem Industriegelände den Güteranschlußbahnhof errichten. Redner streifte dann die Schaffung von Städtebahnen. Im allgemeinen sei die Staatsbahn nicht dafür da, den Stadt= und Vorortsverkehr zu pflegen. Doch sollten auch die Städte nicht selbst solche Bahnen betreiben, sondern dies dem Privatkapital überlassen. Metallarbeiter= Aussperrung! Berlin, 22. Sept. Der Gesamtverband deutscher Metall=Industriellen hält heute mittag eine AusschußSitzung ab, um darüber zu beraten, ob und inwieweit den zurzeit vom Werftarbeiter= Ausstand betroffenen Seewersten durch Gegenmaßnahmen zu helfen sei. Es liegt ein Antrag vor, eine allgemeine Aussperrung aller Arbeiter derjenigen Betriebe anzuordnen, die dem Gesamtverbande angegliedert sind. Die Aussperrung würde sich allerdings, falls sie beschlossen würde, nur auf etwa 60 Prozent der Arbeiter erstrecken und nicht sofort erfolgen, sondern erst für einen späteren Termin proklamiert werden, wenn nicht bis dahin zwischen den ausständigen Arbeitern und dem Verein deutscher Seewerftinhabern eine Einigung erzielt ist. Der Verband der Metallindustriellen in Leipzig beschloß, mit Rücksicht auf die nahe bevorstehende Aussperrung der Metallarbeiter sofort Erhebungen darüber anzustellen, welchen Organisationen die Arbeiter angehören. Die den Arbeitern vorzulegenden Fragen lauten: irgend einer Arbeiterorganisation? 2. Welchem Verbande gehören Sie an?“ Wer von den Arbeitern ungenügende Angaben macht, soll ohne weiteres dem deutschen Metallarbeiter=Verband zugezählt werden und soll die hieraus entstehenden Konsequenzen tragen. * Berlin, 22. Sept. Der Metallindustriellen=Verband beschloß in seiner Ausschußsitzung die Aussverrung der Arbeiter vom 8. Oktober ab, wenn bis dahin noch keine Einigung auf den Werften erreicht sei. * K o b l e n z, 2 1. S e p t. D i e M i l c h h ä n d l e r= V e r b ä n d e aus Rheinland, Westfalen, Hessen=Nassau, Süddeutschland haben hier eine stark besuchte Vertreterversammlung abgehalten zur Beratung eines Zusammenschlusses der einzelnen Verbände: Der Hauptzweck war dabei, Mittel und Wege zu finden, um plötzliche Milchpreiserhöhungen durch die Produzenten zu verhindern. Nach sehr langen und ausführlichen Beratungen wurden folgenden Resolutionen angenommen:„Die Versammlung stellt sich auf den Standpunkt, daß die Verbände nach wie vor bestehen bleiben und innerhalb ihrer Organisationen wie seither wirken zur Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen und zum Wohle der Verbraucher. Es ist indessen wünschenswert und durchaus nötig, daß die Verbände allgemein grundsätzliche Fragen, die den Milchhandel betreffen, Hand in Hand gehen. Auch ist es wünschenswert, von Zeit zu Zeit Rundschreiben auszutauschen und alljährlich eine Zusammenkunft abzuhalten.— An die Provinzial=, Regierungsbezirks= und Städteverwaltungen wird die Bitte gerichtet, zur Verbesserung der Milchven sorgung der Städte Milchverkehrsordnungen zu erlassen die folgendes anstreben sollen: Eine entsprechende Kontrolle an der Praduktionsstelle der Milch über die Haltung und Pflege der Behandlung und Aufbewahrung der Milch vom Melken an bis zum Versand, den Verkauf von Milch in Spezerei=, Grünkram= und Bäckerläden zu verbieten, da sie einen so großen Milchumsatz haben, daß sie nicht in der Lage sind, geeignete Vorrichtungen zum Kühlen und Kühlerhalten zu treffen, diese Vorrichtungen in Milchverkaufsgeschäften vorVerkauf von Milch in stehenden Geschäften als Sondergeschäft anzustreben und daneben nur noch den Verkauf Backwaren, frischen Sauermilchkäsen, Eir, u. d, Jonig in verschlossenen Gefäßen zuzudoch so beschränkt, daß der Charakter aus Milchgeschäft nicht beeinträchtigt wird, den Milchverkauf nur in geeigneten Räumen zu gestatten und nicht eher zu erlauben, bis diese von der Gesundheitspolizei geprüft worden sind.— Die Hebung des Standes in auein in der Selbsthilse zu finden durch umfangreiche Kleinarbeit in den Vereinen, Versammlungen und Vorträge, die Mitarbeit und Verbreitung der Fachzeitungen. In den Vereinen ist eine regelmäßige Kontrolle der Milch durch Chemiker einzuführen. Mitglieder, die wegen Milchfälschung gerichtlich bestraft sind, müssen ausgeschlossen, bestrafte Händler dürfen nicht aufgenommen werden.— Im Frühjahr 1911 soll hier eine neue Versammlung abgehalten werden. * S i g m a r i n g e n, 2 2. S e p t. Z u r F e i e r d e r h e u t i g e n E n t hüllung des Denkmals für den verstorbenen Fürsten Leopold fand gestern Abend ein Essen statt. In seiner Festrede gab Geheimrat Zingeler neue Aufschlüsse über die Thronkandidatur des damaligen Erbprinzen Leopold und die Vorgeschichte des deutsch= fanzösischen Krieges. Viele Krieger=Vereine aus Hohenzollern, Rheinland. Berlin und Potsdam sind hier eingetroffen.„Der Verein ehemaliger 40er aus Neuß ist auch vertreten.): Für die Landwirtschaft. Vom Landwirtschaftlichen Verein für Rheinpreußen. * Neuwied, 21. Sept. Die hier vom 17. bis 20. ds. Mts. abgehaltene Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen nahm in allen Teilen einen günstigen Verlauf und erfreute sich eines zahlreichen Besuches von nay und fern Zu der Frage der Förderung der Niedenlassung von Aerzten auf dem Lande nahm der Zen vorstand des Veieins in folgender Entschließung Stellung: s er zur Sprache gebrachten Vorkommnisse, welche die Niederlassung von Aerzten auf dem flachen Lande infolge es# rgehens des Leipziger Aeizteverbandes in durchaus unberechtigter Weise erschwert und vielfach verhindert haben, soll an die Königl. Staatsregierung die Bitte gerichtet werden, der hier fraglichen Angelegenheit des Verbandes eine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und Mittel und Wege zu erwägen durch welche die Interessen der beteiligten Kreise gewahrt werden.“ Des weiteren nahm der Zentralvorstand Kenntnis von einer von der Neußer Handelskammer an das Vereinspläsidium gerichteten Abhandlung über ihren ablehnenden Standpunkt zu der Errichtung einer Getreideterminbörse für Rheinland und Westfalen, sowie von einer Eingabe des Bundes deutscher Viehhändler an das Reichsamt des Innern über Vorschläge zur Milderung der Fleischteuerung. In einer der Hauptsitzungen wurde die Hebung des ländlichen Wohnungswesens vor allem in hygienischer Beziehung besprochen; die erstatteten Berichte werden demnächst im Druck erscheinen und auf dem platten Lande verbreitet werden. In den verschiedenen Sektionen wurden zahlreiche Themata landwirtschaft=technischen wie volkswirtschaftlichen Inhalts behandelt. Die mit der Generalversammlung verbundene große landwirtschaftliche Ausstellung auf dem Bismarckplatze war äußerst gut vorbereitet und gut beschickt, weshalb sie sich ihren Vorgängerinnen würdig anreihte, Trotz der diesjährigen äußerst ungüistigen Witterungsverhältnisse für die Entwicklung, Reife und Ernte unserer Kulturgewächse waren die in der Produkten=Ausstellung zur Schau gestellten Gegenstände in sehr schönen Exemplaren vertreten. Gut beschickt war auch die Geflügel=, Bienen= und Jagdausstellung. Den größten Raum beanspruchte die Maschinen= und Geräteabteilung, die wieder deutlich die großen wechselseitigen Beziehungen zwisschen Industrie und Landwirtschart vor Augen führte. Auch die am letzten Tage veranstaltete Pferde=, RindSchweine= und Ziegen= Ausstellung hat den sachverständigen Besucher durchaus befriedigt. Zwar konnte sich die Pferdeausstellung des Gaues(Regierungsbezirks) Koblenz mit den in den Niederungen veranstalteten in der Güte des Materials nicht messen, ließ aber doch ein erfolgreiches Vorwärtsstreben der vorwiegend kleinen Züchter deutlich erkennen. Die Rindvieh=Ausstellung hat die Erwartungen wohl übertroffen und bestätigt, daß die in den in Betracht kommenden Kreisen Altenkirchen und Neuwied vor einigen Jahren unter vieler Mühe getroffenen Einrichtungen für die Entwicklung einer einheitlichen und leistungsfähigen Landesviehzucht von Erfolg begleitet sind. Die Schweine= und Ziegenabteilung ließ das erfelgreiche Vorwärtsschreiten dieser Zuchten in unserer Heimatprovinz recht augenfällig erkennen. Auf der Ausstellung war eine Westerwälder Bauernstube mit den entsprechenden alten Möbeln und Hausgeräten zu sehen, wie sie vor hundert und meor Jahren auf dem Westerwalde vorhanden waren. Nicht unerwähnt darf schließlich bleiben, daß die Lokalabteilung Neuwied des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen sowie die Stadt Neuwied alles aufgeboten haben, um den Besuchern der Ausstellung einen angenehmen Aufenthalt zu bieten.— Luftschiffahrt. B.=Z.=Preis der Lüfte. Berlin, 22. Sept. Der für das große internationale Wettfliegen von Paris=Berlin= Brüssel nach London gestiftete 100000 Mark=Preis soll„B. Z.=Preis der Lüfte" heißen. Er wird in Berlin am Schluß der Strecke Paris=Berlin an die Sieger verteilt werden. Von der Gesamtsumme bleiben 40000 Mark für Flieger reutscher Nationalität oder für solche Flieger vorbehalten, die euf ganz oder teilweise in Deutschland hergestellten Maschinen in Berlin eintreffen. Für den deutschen Teil des vom Journal verenstalteten Rundfluges übernahm die„B. Z. am Montag“ die Organisation. Für das Handwerk. * Was tut die Handwerkskammer für die Handwerker? Es wird uns geschrieben: Die Handweikskammer verdankt als Körperschaft des öffentlichen Rechts ihren Daseinsgrund ebenso wie Staat, Provinz, Kreis und Gemeinde einem Gesetz, dessen rechtliche Bestimmungen ihren Wirkungskreis und Schaffenszweck unabhängig von der Willensäußerung und der freien Vereinbarung des Einzelnen— die bei Körperschaften privaten Rechts. z. B. einer Genossenschaft, die Hauptrolle spielen— regeln. Der vom Gesetz geschaffene Aufgabenkreis verpflichtet die Handwerkskammer vor allem zur Wahrnehmung der Erziehungs= und Bildungsfragen und zur Vertretung der gesamten wirtschaftlichen Anliegenheiten des Handwerks gegenüber Gesetzgebung. Verwaltung und der Oeffent„ lichkeit überhaupt; sodann stellt es ihr die Verfolgung von gemeinnützigen und wohltätigen Zwecken anheim. Dem ist die Düsseldorser Kammer von jeher nachgekommen. Sie will in erster Linie durch eine die Heranbildung eines leistungsfähigen Nachwuchses betonende Ordnung des Lehrverhältnisses hinsichtlich der Anmeldung von Lehrlingen zur Lehrlingsrolle, der Art und Weise der Abfassung des Lehrvertrages der Höchstzahl der einzustellenden Lehrlinge, der Dauer der Lehrzeit mit der ungesunden. Willkür auf diesen Gebieten aufräumen. Der gute Erfolg ist den gewissenhaft nachforschenden Beauftragten mit zu verdanken. Die Handwerkskammer sorgt aber nicht für den Lehrling, sie gibt dem ausgelernten Handwerksjünger erwünschte Gelegenheit, sein Wissen und Können in der Gesellenprüfung zu beweisen, der die Meisterprüfung gleichsam als Krönung der verdienstlichen Befähigung folgt. Zur Zeit bestehen im Regierungsbezirk Düsseldorf 605 Prufungsausschüsse, davon 344 bei der Handwerkskammer, 185 bei den Zwangsinnungen und 76 bei freien Innungen. Die Prüfungsergebnisse sind durchschnittlich gute. Das gleiche ist von den Meisterprüfungen zu sagen, mit denen sich heute 65 Prüfungsordnungen und 148 Kommissionen befassen. Bisher sind insgesamt 4379 Gesellenund 2798 Meisterprüfungen abgehalten worden. Die Prüfungsergebnisse sind mit der Fürsorge der Kammer für das den Handwerker für den Daseinskampf wappnende Bildungswesen eng verknüpft. Und zwar veranstaltet sie entweder selbst einerseits technische Fachkurse, andererseits Lehrkurse über Buchführung, Gewerberecht und Arbeiterversicherung für fast alle Handwerkszweige oder aber sie unterstützt in großem lmfange die Meister= und Genossenschaftskurse der Rheinischen Gewerbeförderungsanstalt Köln, die Fortbildungsschulen und endlich die Innungs=Fachschulen, ganz abgesehen von der sonstigen Fördetung der gewerblichen, technischen und sittlichen Ausbildung der Meister, Gesellen und Lehrlinge durch Veranstaltung und Erleichterung des Besuches von Ausstellungen, Teilnahme an Handwerker= und Gewerbetagen, Obermeisterund Verbandstagungen, Prämiierung von Lehrlingsarbeiten und ähnliches. Nur einige Zahlen. Von 1905—1910 sind 29 Fachkurse mit einer Teilnehmerzahl von 687 Personen veranstaltet worden, während hingegen an Kursen theoretischer Natur bisher 106 mit zusammen 3522 Besuchern abgehalten wurden. Bemerkenswert ist weiterhin die Tatsache, daß seit dem Bestehen der Kammer 50 Fortbildungs= und Fachschulen unterstützt worden sind. Alles in allem wurden von den Gesamtaufwendungen der Handwerkskammern für die Handweiksförderung überhaupt in Höhe von 157 863 A nicht weniger als 81524 M für das Schul= und Bildungswesen verwendet. Daneben erfreut sich aber auch der Zusammenschluß des Handweiks in produktionshebenden Genossenschaften und den Gemeingeist stärkenden Innungen größter Aufmerksamkeit von Seiten der Handwerkskammer. Dank ihrer regen Aufklärungstätigkeit zählt der Regierungsbezirk Düsseldorf heute 105 Genossenschaften aller Art mit etwa 8 451 Mitgliedern. Außerdem stärkten die von 1901—1909 veranstalteten 269 Organisationsversammlungen das Innungsleben im Kammerbezirk, das man mit Recht als den Grundpfeilen jeden Handwerkerzusammenschlusses bezeichnen kann. Mit dem Ergebnis: 123 freie Innungen mit 7331 Mitgliedern und 210 Zwangsinnungen mit 15078 Mitgliedern im Jahre 1909 gegenüber 59 freie Innungen mit 4.051 Mitgliedern und 17 Zwangsinnungen mit 12 220 Mitgliedern darf die Handwerkskammer zufrieden sein, wenn auch etwa 18881= 41,8 Prozent der Handwerker noch nicht organisiert sind. Aber nicht nur auf die Selbsthülfe allein sucht die Handwerkskammen fördernd einzuwirken, sondern auch auf die Staatshilfe, vornehmlich duro Vertretung der Gesamtbedürfnisse des Handwerks gegenüber den öffentlichen Körperschaften und deren Gesetzgebungs= und Verwaltungstätigkeit. Gute Erfolge erzielte sie durch die Unterstützung und Befürwortung von Gesuchen von Handwerker=Innungen und Vereinen an die verschiedenen Behörden. Zur Verbesserung des Verdingungswesens hat sie erheblich beigetragen und die ersten Wege gewiesen zu einer kommunalen Handwerksförderung. Schließlich ist auch der Einfluß, den die Kammer durch Abgabe von Gutachten und Unterbreitung von Anträgen auf Gesetzgebung und Verwaltung ausgeübt hat, nicht zu unterschätzen. So hat sie in den Fragen der Sonntagsruhe, der Verkaufszeiten, der Taxen, der Schlachthausgebühren, des Arbeitsnachweises, der Innungsschiedsgerichte, des Kinderschutzes, des Wanderlagergewerbes, der Leihhäuser u. s. f. die Interessen des Handwerks erfolgreich vertreten. Nachhaltig hat sie den Standpunkt des Handwerks gegenüber Gesetzesvorlagen, wie über Reichsversicherung, Maß= und Gewichtsordnung, den unlauteren Wettbewerb, den Befähigungsnachweis im Baugewerbe, über die Sicherung der Bauforderungen und ähnliches vertreten. Sehr umfangreich ist die Sorge der Handwerkskammer für das geistige und leibliche Wohl der Handwerker durch die Wohlfahrtseinrichtungen.: In erster Linie sind die Vergnüstigungsverträge mit verschiedenen Versicherungsgesellschaften zu nennen, die den Handwerkern das Eingehen der Haftpflicht=, der Lebens= und der Todesfallversicherung, sowie der Versicherung gegen Feuer=, Unfa,=, Gas= und Wasserleitungsschäden erleichtern. Sehr gut entwickelt hat sich ebenso die von der Kammer im Jahre 1908 errichtete Krankenkasse. Der Wohlfahrt dient außerdem die Wilhelm Auguste Viktoria=Stiftung und das im Verein mit den übrigen rheinischen Handwerkskammern geplante Hangwerker= Erholungsheim in Traben=Trarbach, die beide bedürftigen Handwerkern den Kurgebrauch erleichtern und verbilligen wollen. Zur Beilegung und Schlichtung von beruflichen Streitig keiten sowohl hinsichtlich der Bewertung von handwerksmäßigen Arbeiten und Leistungen als auch in Bezug auf die Regelung des Arbeitsverhältnisses zwischen Handwerkern und Gesellen ist ein Sachverständigen=Institut und ein Einigungsamt errichtet. Ferner besitzt die Kammer eine stark in Anspruch genommene Auskunftsstelle, die in allen Fällen den Kleingewerbetreibenden über gewerbliche Fragen Aufklärung gibt. Als wichtige soziale Einrichtung besteht eine Lehrstellenvermittlung. Uebersieht man den gesamten Wirkungskreis der Düsseldorfe, Handwerkskammer, so wird man zu der Ueberzeugung gelangen müssen, daß sie auf dem ihr gesetzlich zugewiesenen und vorbehaltenen Arbeitsfeld vieles zur Hebung und Förderung des Handwerks geleistet hat. Kokale Hachrichten. Neuß, 23. September. ( Auf dem Rennplatz ist man in diesen Tagen mit den letzten Vorbereitungen für die Herbst=Rennen beschäftigt. Viel zu tun ist ja nicht mehr vor den einzelnen Renntagen, weil die Bahn gewissermaßen ständig gebrauchsfertig gehalten wird. Die Witterung hat eine Besprengung nötig gemacht, und so sieht man denn jetzt die Besprengungsanlage an der verschiedenen Stellen in Tätigkeit. Mit dem Grundwasser ist diesmal erfreulicherweise nicht zu kämpfen, und die Pferde können auc wieder die große Bahn benutzen, was die Rennen bekanntlich immerhin etwas interessanter macht. Die Blumenzier vor der Tribüne grüßt frisch und freundlich. Bis heute sind beim Reiterverein Boxen für etwa 90 Pferde bestellt, sodaß eine vorzügliche Besetzung der Rennen zu erwarten ist. .. Von den auf der hiesigen Bahn von Trainer Fries trainierten Pferden laufen„Masytime",„Noni“,„Kispiczi“ und „Suhogo“, denen sich eventl. noch andere zugesellen. — Kirchenchor für die Dreikönigen= Pfarre. Es wird uns mitgeteilt: Wer in letzter Zeit seine Schritt durch den südlichen Stadtteil lenkte, wird mit Fu##den gewahren, wie der Bau der neuen Kirche rüstig voranschreitet. Ein flüch tiger Blick durch das Haupttor läßt uns die schöne Breite des geräumigen Hauptschiffes erkennen, das in nicht ferner Zeit durch das hohe Gewölbe auch nach oben hin seinen Abschluß finden wird. Besonders die Bewohner der zukünftigen neuen Pfarre sehen dem Fortschritte ihres Gotteshauses mit wachsendem Interesse entgegen, wird doch mit der Vollendung desselben ein lang gehegten Wunsch in Erfüllung gehen. Mit gleicher Teilnahme begleitet man aber auch die Entwicklung eines anderen Werkes, das mit dem Kirchenbau in engster Beziehung steht; wir meinen den kirchlichen Gesangverein. Seit einem Jahre ist er bemüht, in regelmäßigen Proben die für einen Kirchenchor notwendigen Choralgesäng, einzuüben. Zugleich nimmt er aber auch auf das Studium mehrstimmiger Gesänge Bedacht, um auch nach dieser Seite hin bei der Einweihung den Kirche seiner Aufgabe gerecht werden zu können. Die jetzigen Mitglieder unterziehen sich ihrer Tätigkeit mit Liebe und Ausdauer; sie hegen aber den berechtigten Wunsch, daß ihre Reihen wegen des Ausgleichs mit dem Knabenchor noch einige Verstärkung erfahren. Unangenehm und der guten Sache weniger förderlich wäre es, wenn diese erst nach Eröffnung des Gottesdienstes eintreten sollte. Es erübrigt sich wohl, über die Pflichten einer katholischen Gemeinde gegenüber dem Kirchengesange ein Wort zu verlieren; daher werden stimmbegabte Männer und Jünglinge, die regelmäßigen Proben pünktlich beizuwohnen gewillt sind, gebeten, sich an einem der nächsten Freitage, abends 9 Uhr, im Uebungslokale bei Vinc. Müller, Jülicherstraße, einfinden zu wollen.. X Lebensmittelhändler, untersucht Eure Ware! Seitens der Geschäftsstelle der Handelskammer wird uns geschrieben: Das Landgericht zu Braunschweig hat jüngst entschieden:„Von einer jeden Person, welche gewerbsmäßig Nahrungs= und Genußmittel, die zu menschlichem Gebrauche bestimmt sind, feilhält oder verkäuft, muß verlangt werden, daß sie sich über den Zustand und die Beschaffenheit solcher Nahrungs= und Genußmittel vergewissert.“ Ein Butterhändler hatte Butter eingekauft. Eine Untersuchung ergab, daß die Ware den Vorschriften nicht entsprach, und obgleich festgestellt wurde, daß der Händler in gutem Glauben gehandelt habe, schritt das Gericht wegen Fahrlässigkeit zur Bestrafung; der Händler hätte sich über die Beschaffenheit der Butter unterrichten können und müssen. Drum nochmals: Lebensmittelhändler, untersucht und prüft peinichst Eure Ware! —* Fahrpreisermäßigung für Handwerker zum Besuch der Weltausstellung in Brüssel. Die Kgl. Eisenbahndirektion teilt uns mit: Gemäß weiterer Anweisung des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten sind auch die Innungs= Verbände befugt, die bisher nur von den Handwerkskammern und der Ortspolizeibehörde auszustellenden Ausweise zu verabfolgen. 9 Die höhere Mädchenschule wird demnächst erweitert. Die jetzige Waisenhauskapelle soll für Schulzwecke benutzt werden, sobald die evangelische Gemeinde ihre alte Kirche abgetreten hat. Das wird geschehen, wenn die noch ausstehende Genehmigung des Konsistoriums zur Abtretung der Kirche eingegangen ist. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 20000 Mk. Die Kirche soll später dem katholischen Gottesdienst dienen. Die höhere Mädchenschule hat mit Rücksicht auf die schon begonnenen Umbauarbeiten am Schulgebäude bis zum 6. Okt. mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde den Unterricht ausgesetzt. ):( Von seinem Fuhrwerk überfahren wurde auf der Weißenbergerstraße der Fuhrmann Jakob Wirtz. Man vermutet, daß er beim Zurückhalten der durchgehenden Pferde unter das Fuhrwerk geriet. Der Verunglückte wurde schwer verletzt mit dem Krankenwagen zum Hospital gefahren, wo er star b. Mit einem gestohlenen Fahrrad, Marke„Wanderlust", Nr. 114663 wurde ein Fahrraddieb festgehalten. Der unbekannte Eigentümer wolle sich im Kriminalbüro(Markt 12, Zimmer 9) melden. II. Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 12 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 5 Grad über Null, heute Morgen 10 Grad über Null. Barometer unverändert. Wind nordwestlich. Es isthzu erwarten am: 24.=Sept.: Bewölkt mit Sonnenschein, schwül, strichweise Regen. 25. Sept.: Wolkig, strichweise Regen, kühler, teils heiter. 26. Sept.: Wolkig mit Sonnenschein, normal meist trocken. 27. Sept.: Bewölkt, teils heiter, ziemlich kühl. 28. Sept.: Abwechselnd ziemlich kühl, windig. Vermischtes. * Die Schwäbele am Telephon. Eine hübsche Anekdote erzählt die„Odessaer Ztg.“ über einen deutschen Kolonisten, der zum erstenmal das Telephon benutzte. In der deutsche Kolonie Südrußlands, wo hauptsächlich Schwaben wohnen, die das Schwäbische noch mit der ganzen Niedlichkeit dieses Dialekts sprechen, ist vor kurzer Zeit zum erstenmal das Telephon eingeführt worden. Ein Bäuerlein, das in der Stadt weilte, wollte die Gelegenheit nicht unbenutzt vorübergehen lassen, und ließ sich mit dem Telephon in seinem Heimatdorfe verbinden, um mit seiner Ehefrau einen kleinen Gedankenaustausch herzustellen. Die Frau wurde nun in das Postamt gerufen, wo man ihr die nötigen Erklärungen über die Anwendung des Hörapparates gab.„Jo, ich bins selbst“ antwortete sie auf die Frage ihres Eheherrn.„Aber, wo bischt denn eigentli, Du?“ fragt sie ganz verblüfft dastehend und mit den Augen in allen Ecken dieses unheimlichen Lokals umhersuchend.„Ha, do bin i!“ antwortet es plötzlich aus dem Zauberkasten.„Wu denn?“— „Großer Gott, na do bin i.“—„Aier i sieh Di jo net“, kommt es ängstlich über die Lippen der jungen Frau. Endlich dämmert ihr ein Licht auf, daß die Stimme ihres Gatten aus dem „Käschle“ kommt, an dem ihre kleine Hörmaschine mit einem grünen Bindfaden, wie sie meint, angebunden ist. Nun überfällt sie ein panischer Schrecken. Sie läuft zu dem Beamten und schreit:„Mei Mann is in dem klei Käschtle!" Dann lief sie wieder zu dem Kasten und schreit in ihn hinein:„Christoph, wie kommst Du in das klei Käschtle do nei? Kommst bal allweil rau?“ Sie war nicht wenig erstaunt, als Christoph trotzdem nicht aus dem„klei Käschtle“ rauskommen wollte, und als ihr der Beamte erklärte, daß ihr Christoph überhaupt in einer ganz andern Stadt sei. Dies aber wollte sie unter keinen Umständen glauben. Sie erklärte, daß sie nicht so dumm sei, denn „Christoph habe ei fei schöne Stimme“ und könne gar nicht so brüllen. Mit diesen Worten verließ sie das ungastliche Gemach. Letzte Nlachrichten und Telegramme der„Hleußer Zeitung“. Vom Dreibund. h. Beclin, 23. Sept. Römische Blätter brachten die Meldung, daß der Dreibund unverändert bis 1920 erneuert worden sei. Demgegenüber wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß Verhandlungen über Verlängerung des Dreibunds noch nicht stattgefunden haben, und daß das Thema bei den Begegnungen, die zwischen den leitenden Staatsmännern stattgefunden haben, mit keinem Wort erwähnt worden ist. Der Kaiser in Sigmaringen. Sigmaringen, 22. Sept. Der Kaiser traf, um 12 Uhr auf dem Bahnhof ein, wo er vom Fürsten Wilhelm empfangen wurde, und begab sich dann mit dem Fürsten zum Prinzenbau, wo die anwesenden Fürstlichkeiten sich eingefunden hatten, und sodann zu dem gegenüber liegenden Denkmal. Bürgermeister Meiser hielt die Begrüßungsansprache und entwarf ein Lebensbild des verstorbenen Fürsten Leopold. Auf ein Zeichen des Kaisers fiel die Hülle. Hierauf dankte Fürst Wilhelm dem Kaiser für sein Erscheinen und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hurra auf der Kaiser. Nach der Besichtigung des Denkmals durch den Kaiser und die Fürstlichkeiten stattete der Kaiser der Fürstin=Mutter Leopold, die wegen Kränklichteit an der Enthüllungsfeier nicht teilnahm, im Prinzenbau einen Besuch ab.: Hierauf unternahm der Kaiser mit den Fürstlichkeiten eine Fahrt durch die Straßen der Stadt bis zum Rathaus, wo der Bürgermeister den Willkommengruß der Stadt entbot. Der Kaiser dankte ihm mit Händedruck und richtete einige Worte an den Bürgermeister. Dann nahm der Kaiser den Vorbeimarsch der Kriegervereine ab und begab sich zu Fuß zum Schloß wo um 2 Uhr GalaTafel stattfand. a 578 Berlin. 22. Sept. Der Staatsanzeiger meldet: Der König verlieh dem Fürsten Wilhelm von Hohenzollern das Prädikat Königliche Hoheit für feine Person. Die Cholera. h. Budapest, 23. Sept. Trotz aller Maßregeln ist es noch nicht gelungen, die Cholera einzudämmest.,##„ h. Rom, 23. Sept. In den letzten 24 Stunden wurden in Italien 9 neue Cholerafälle festgestellt, von denen 4 tödlich verliefen.— Bekanntmachung. In der Zeit vom 5. bis 8. und 13. bis 15. Oktober dieses Jahres wird eine Vormusterung des im Kreise Neuß vorhandenen Pferdebestandes stattfinden. Indem ich nachstehend den Geschäftsplan zur Kenntnis der Pferdebesitzer bringe, fordere ich dieselben auf. in dem betreffenden Terminen ihre sämtlichen Pferde pünktlich zu gestellen. Befreit von der Gestellung sind: a) die unter 4 Jahre alten Pferde, d) die Hengste,„c) Stuten, welche entweder hochtragend sind, oder innerhalb der letzten 14 Tage abgefohlt haben, d) Vollblutstuten, die im allgemeinen deutschen Gestütbuch oden den dazu gehörigen offiziellen— vom Unionklub geführten— Listen eingetragen und von einem Vollbluthengst laut Deckschein belegt sind auf Antrag des Besitzers, e) Pferde, welche auf beiden Augen blind sind, k) Pferde, welche wegen Erktankung nicht marschfähig sind oder wegen Ansteckungsgefahr den Stall nicht verlassen dürfen, g) Pferde, welche bei einer früheren, in der betreffenden Ortschaft abgehaltenen Musterung als dauernd kriegsunbrauchbar bezeichnet worden sind, h) Pferde unter 1,50 Meter Bandmaß.: Als hochtragend sind Stuten zu betrachten, deren Abfohlen innerhalb der nächsten 4 Wochen zu erwarten steht. Bei solchen und bei Stuten, die innerhalb der letzten 14 Tage abgefohlt haben, ist seitens des Besitzers der Deckschein der Polizei= Verwaltung vorzulegen. Die bei der letzten Vormusterung als vorübergehend kriegsunbrauchbar bezeichneten Pferde sind von der Vorführung nicht befreit. Von der Verpflichtung zur Vorführung ihrer Pferde sind ferner ausgenommen:. 921 1. Beamte im Reichs= und Staatsdienste hinsichtlich der zum Dienstgebrauche, sowie Aerzte und Tierärzte hinsichtlich der zur Ausübung ihres Berufes an dem Tage der Musterung unbedingt notwendigen eigenen Pferde. 2. Die Posthalter hinsichtlich denjenigen Pferdezahl, welche von ihnen zur Beförderung der Posten kontraktmäßig gehalten werden muß. 013#2927 Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht techtzeitig oder vollzählig oder überhaupt nicht vorführen, haben außer der gesetzlichen Strafe nach§ 4oder Pferdeaushebungsvorschrift und§ 27 des Gesetzes über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873 zu gewärtigen, daß auf ihre Kosten eine zwangsweise Herbeischaffung der nicht gestellten Pferde vorgenommen wird.toalsar Gesuche um Befreiung von der Pferdegestellung können in begründeten Ausnahmefällen durch den Heren, RegierungsPräsidenten in Düsseldorf, bei ganz besondener, Dringlichkeit durch den Unterzeichneten genehmigt werden. Zur Verhütung von Unglücksfällen mache ich den Führern der Pferde hierdurch zur besonderen Pflicht, die Pferde stets am kurzen Zügel, bei Hochhaltung des Kopfes zu führen, namentlich hat das beim Vorsühren im Trabe zu geschehen. Außerdem mache ich das Publikum noch darauf aufmerksam, daß zur glatten Abwickelung des Musteiungsgeschäfts und zur Verhütung von Unglücksfällen überall eine Absperrung des Musterungsplatzes durch die örtlichen Polizeibehörden erfolgen wird. Personen, die entgegen der polizeilichen Aufforderung den Musterungsplatz betreten, werden unnachsichtlich zur Strafe Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 23. September. ∆ Neue Kartoffeln 50 Kilo K 3,30—3,70 Neuer Weizen 100 Ko. 1. Qu. 20 Neuer Roggen 100 Ko. 1. „ 2. Neuer Hafer 100 Ko. Alter Hafer 100 Ko. 1. 2. 1. 2. 19 14 13 14 13 15 14 40 Heu 50 Kilo„.„ 2,70—3,20 40 Luzernerheu 50 Kilo.„ 3,70—420 60 Krummstroh 500 Kilo" 0 17,— 60 Breitdruschstroh 500 Kilo„ 19.— 80 Butter Kilo„ 2.60 80 Eier 100 Stück„ 10,— 60 60 Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert.— Preisnotierungen der Neußer Müller. „. Neuß, 23. September. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß)„„„ Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise kleine„ Kleien 50 Kilo. Raps wurde je nach Beschaffenheit mit 20.— bis 22.— Mk. bezahlt. Rüböl und Kuchen unverändert. 2 60 62 92 96 5 50 90 gd A S6 Rüböl in Vosten von 5000 Kg. 61.00 B., Okt. 8,00—8,50, Wiesenheu 5,80—6,50, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,00—4,20, Krumm= und Preßstroh 2,40—3,00 die 100 Kil. „Dortmund, 22. Sept. Getreidebörse. Westf. Weizen 19,15 19,90, westf. Roggen 14.25—14,75, fremder Weizen 22,60—23,90, fremder Roggen 17, 0—18,50, fremder Hafer 16,60—18,50, Futtergerste 12,25—12,60, Mais, mixed 15,30, runder 14,90—15,10, Cinquantino 18,30 die 100 Kilo frei Eisenbahnwagen Dortmund; Weizenmehl 000 28,00 30,00, Roggenmehl 0 21.80—22,60, Speisebohnen 29,00—36,00, Viktoria=Erbsen 28,00— Linsen 20,00—32,00 die 100 Kilo einschl. Sack frachtsrei Dortmund, alles bei Abnahme von 10 Tonnen. Berlin, 22. Sept. Fruchtmarkt. Weizen Sept. 204,25(204,00), Okt. 292.25(202,50), Dez. 203,00(203,50). Roggen Sept. 151,25(151,50), Okt. Dez. 15.,25(15.,50). Hafer Sept. 148,25(000,00), Dez. 000,00(000,00). Mais Sept. 000,00(000,00), Dez. 000,00(000,00). Weizenmehl 24,75—28,00. Roggenmehl 18,60—21,10. Rüböl Sept. 00,00 (00,00), Okt. 57,80(58,40), Dez. 57,70(58,30). #. Hambugg 22. Sept. Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner Sepzt.=Okt, 203. Roggen stetig, Meaienv= und Altmärk. 135—155, russ. eif 9 Pud 10/15 Pfd. Sept.=Okt. 106. Gerste stetig, südruss. eif Sept. 95,00. Hafer ruhig, Holsteiner und Mecklenb. 160—175. Mais matt, amerikan. mixed Sept. 107,00, La Plata cif Sept.=Okt. 101,00. Rüböl ruhig, 60.50. Spiritus fest, Sept. 22,00 G., Sept.=Okt. 21,50 G., Okt.=Nov. 21,50 G. Vetroleum(amerikan.) spez. Gewicht 0.860 schwach, 6,00. Salpeter stetig, 8,92½, Nov.=Dez. 9.07½ Febr.=März 9.35. #. Lanbugg, 22. Sept. Kl.gfee stetig, Sept. 47½, Dez. 47¼, März 46¼, Mai 461/ G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. eimer G83.,; Steig. dmalds vort. Tups und Firkins 65¾, Doppelme: gga# pen, 24. Sept. Kaffee fen., Sept. 61¼, Dez. 61¼, März 60¾ Teugo, 22. Seor. Getreidemarkt. Weizen Sept. 97½(96⅝), 925 25e. Sse 5el. Mal si, 64eh), Jul—(—). Hoser Dez. Jc, Gept aM- i, Oit. 2gg...9). Den. 74(79), Leinlaat " Erpt. Getreidemarkt. Weizen Sept. 105⅜(105) 112⅝(112¼), Juli—(—). Mais Sept. 61! (611/8), Dez. 59¼(59⅞), Mai 62½(61⅜8), Juli—(—). Mehl sprina Phsst, 2335.(9.25). Getreidefracht nach Livervool 1½(1½). Roggen vorr. -port, 22. Sev.. Baumwolle. Baumwolle vorr. 13,90(13,90), Sepr. 13,83(13,82), Okt. 13,33(13,23), Nov. 13,26(13,10), Dez. 13,28 (13,14), Jan. 13,24(13,10), Febr. 13,28(13,13), März 13,33(13,19), April —.—(—.—), Mai 13,37(13,23), Juni 13,35(13,21), Juli 13,33(13.20). Viehmärkte. Köln, 22. Sept. Schlachtviehmarkt. Zugetrieben: 500 Kälber, a. Dovpellender feinster Mast 70—85, d. feinste Mast(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 63—67, c. mittlere Mast= und gute Saugkälber 57—62 d. geringe Saugkälber 52—55, e. Fresser 43—00 die 50 Kil. Lebendgewicht. 506 Schafe. a. Mastlämmer und jüngere Masthammel 85—88, b. ältere Masthammel und gut genährte Schafe 80—84, c. mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) 73—75, d. Marschschafe und Niederungsschafe 70—74 die 50 Kil. Schlachtgewicht. In beiden Gattungen lebhaftes Geschäft. 1882 Schw. ne, a. vollfleischige bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 66—69, b. vollfleischige über 2 Ztr. Lebendgewicht 65—68, c. vollfleischige über 2½ Ztr. Lebendgewicht 66—68, d. Fettschweine über 3 Ztr. Lebend 00—00, e. gering entwickelte 58—64“ die 50 Kil. Schlachtgewicht. Ruhig geräumt. —. Sept. wurden al.#chem, geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt 220 Viertel Großvieh, 92 Kälber. Husum, 21. Sept. Weide=Fettviehmarkt. Auftrieb einschließgestrigen Vorverkaufs, der auf 1385 Stück festgestellt worden ist, 3567 Stück Hornvieh, sowie 969 Schafe und Lämmer. Ochsen u. 79—81,50, b. 74—77, c. 67,00—72,00. Färsen(Quien) a. 75,50—79,00, b. 71,00—75, 58—64, k. Sauen und geschnittene Eber 60—64 c. 66—69,00. Kühe a. 75—78, b. 69,00—73, c. 63,00—67, d. 48.00— 54 M. die 100. Pfd., Schlachtgewicht.— Schafe a. 74—76, b. 70—73 c. 72—76, d. 65—68, e. 66—70, k. 60—62 Pfg. das Pfd. Schlachtgewicht. W— Wolle. (wautes 5“ Sc. Sept, Wolle stetig. Deutscher La Plata=Kammzug.(Vertraa B), Sept,. 6,15, Ot. 6,05, Nov. 6,00, Dez. 5,.90, Jan. —, Mai 5,00, Juni 5,52½, Juli Bradford, 22. Sept. Wolle fest, aber ruhig. Kohlen. Wagengenellung am 21. Sept. Im Ruhrbezirk gestellt 24915, gefehlt 100.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 766, gefehlt 7.— Saarbezirk gestellt 2897, gefehlt 00.— Rheinischer Braunkohlenbezirk ge5U gefehlt 00.— im oberschlefischen Revier gestellt 8720, gefehlt Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken vom 22. September. Amsterdam 4. Belg. Plätze 3 ½/2. Deutsche Plätze 4. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 3. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 4½. Schweiz. Plätze 3½. Wien 4. Schiffs-Nachrichten. Hafenverkehr im Rhein-Erft=Hafen zu Neuß, Angekommen am 22. September 1910. „Johanna“ Schiffer Baaszmit Holz von Rotterdam. Schiff„Christina“ Schiffer I. Winkel mit Rapskuchen von Intsaas. Schiff„Twee. Gebrveders“ Schiffer E. Stienstra mit Rapskuchen von Akkum. „Heinrich“ Schiffer W. Jansen mit Senksteinen von Linz. Schiff„Petrolea X“ Schiffer Schmitt mit Petroleum von Antwerpen. Schiff„Wilhelmine“ Schiffer H. I. Burger mit Salz von Mannheim. Boot„Helvetia 1“ Kapitän de Bont mit Stückgut von Rotterdam. Abgegangen am 22. September 1910. Schiff„Catharina“ Schiffer Sander mit Kohlen nach Rheinau. Neue und gebrauchte Viehwaagen unter Garantie, ebenso — Dezimalwaagen— zu billig.n Preisen. Hub. Gerh. Kraus, Mühlenstrasse 59. Bekanntmachung. Es wird hiermit bekannt gemacht, daß die zuständigen Minister durch Erlaß vom 20. August dss. Is. die beantragte Auflösung der Unterstützungskasse für die Witwen und Waisen von Elementarlehrern und für emeritierte Lehrer im Kreise Neuß genehmigt haben. Sollte jemand noch Forderungen an die genannte Kasse haben, so möge er diese bis längstens den 20. Okiober bei dem Unterzeichneten geltend machen. Neuß, den 22. Septbr. 1910. Für den Vorstand d. genannten Dellers, Hauptlehrer a. D. Tüchtige Schreiner gesucht Krefelderstraße 60. Mehrere jugendliche Hülfsarbeiter sowie ein kohrbieger gesucht. Rheinisches Köhrenwerk, Heerdt, Wiesenstraße. Jahrgedächtnis für die verstorbenen Ehelente Fraz Dänbier und deren Kinder findet Samstag, den 24. Septbr., morgens 9 Uhr in der Münsterkirche statt, wozu freundlichst eingeladen wird Geschäftsführer größerer Olwerke, in ungekündigter Stellung, sucht anderweitiges Engagement. Gefl. Offerten unter H 100 an die Exped. dsr. Ztg. SchreibmaschinenArbeiten werden sauber u. schnell angefertigt Kapitelstraße 67 a. II. Kontoristin für hiesigen Platz 100 Mark, Kontoristin als angehende, Gehalt 40 Mk. sofort gesucht durch[6701 Büro-Verband Reform, Unterricht u. Stellenvermittelung Düsseldorf, Karlstraße 16. Suche auf sofort ein älteres Mädchen zur selbständigen Führung der Küche und Hausarbeit gegen hohen Lohn.(6673 Metzgerer Jos. Gesel Nachf., Oberstraße 114. Properes, braves Hädcten für alle Hausarb. ges. Düsseldorf, Kaiser Wilhelmstr. 1, part. Eine Fras zum Prizen für Samstags machm. gesucht Oberstraße 99. 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