Erscheint #glich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Bezugspreis vierteljährlich einschließlich der täglichen Beilage „Bunke Blätter" in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bezogen 1,65 Mk. mit illustriertem Unter haltungsblatt 1.80„Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mt. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Druck und Verlag von Rob. Roack, Neutz. Amtliches Angeigen 15 Pfg. die 7 gespaltene Pekitzelle, kleinere lokale Anzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Kreisblatt Geschäftostelle: Reuß, Neustraße 1. Fernsprecher 57. Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Rabalt hinfällig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Nr. 215. Donnerstag, den 22. September 1910. (Mauritius.) Neu hinzutretenden Abonnenten wird die„Neutzer Zeitunn““ bis zum Schlusse des Monats September gratis ins Haus gebracht. Politische Nlachrichten. Deutschland. X Vom sozialdemokratischen Parteitag. Bei der Debatte üben die Budgetbewilligung laufen immer wieder neue Wortmeldungen ein. Die Revisionisten sind vor allem darüber erbost, daß sich über 200 Delegierte gefunden haben, welche ihre Unterschrift unter einem verschätffenden Zusatzantrag Zubeil gesetzt haben. Sie sehen in ihm einen Bruch der Parteiverfassung und die Normierung eines Ausnahmerechtes für die im öffentlichen Leben stehenden Genossen. Die Radikalen wiedetum schätzen die Zurückhaltung der Revisionisten und die formell und inhaltreich gleich unbedeutende Verteidigungsrede Franks als Schwäche ein, lassen sich dadurch zu Uebertreibungen hinreißen und geben sich manche Blöße. Frank fieberte gestern fölmlich vor Aufregung bei den scharfen Angriffen der Radikalen. Am meisten amüsieren sich die Opportunisten über die eigentümliche Stellung, in die Bebel geraten ist. Er ist nun wieder, wie schon in Leipzig, gezwungen, gegen die Radikalen Stellung zu nehmen und damit zum Helfer der Revisionisten zu werden. Schon gestern hat Bebel sich ja gegen den verschäufenden Zusatzantrag der Radikalen gewandt und auf milde Behandlung plädiert. " Verschärft wird die Situation dadurch, daß die großen Zentren der Sozialdemokratie, Berlin, Hamburg, Leipzig, Dresden, Halle, Königsberg, hinter den Radikalen stehen, und sie haben wie Zubeil gestern mit brutaler Deutlichkeit heraussagte, nicht bloß die Massen, sondern auch den großen Goldsach in der Partei. Zu einem unbeschreiblichen Skandal kommt es bei der Rede der Genossin Rosa Luxemburg. Die Köln. Volksztg. berichtet darüber: Schon bei ihrem Auftreten werden die Revisionisten unruhig. Sie spricht geschickt und mit wirkungsvollen Argumenten gegen das Verhalten der Badenser die mit zahllosen Zwischenrufen und Scherzen die Wirkung ihrer Worte abzuschwächen suchen. Als sie bereits 16 Minuten gesprochen hat, mahnt sie der Vorsitzende Dietz daran, daß ihre Redezeit vorüber ist. Sie bittet den Vorsitzenden, ihr 20 Minuten Redezeit zu gewähren, weil sie ja auch einen Antiag gestellt habe. Darob geraten die Nevisionisten außer sich, es hagelt Zwischenrufe, so daß fast eine Viertelstunde lang jede Diskussion unmöglich ist. Der Vorsitzende kann sich kein Gehör mehr verschaffen. Schmidt(München) schreit: Raus mit ihn! Frank: Laßt sie doch, sie macht ja doch nur jedem Spaß! Ein anderer ruft: Gebt ihr doch 30. Minuten! Mehrere Revisionisten schreien fortwährend: Zur Geschästsordnung! Böhle (Straßburg): Das ist ja unglaublich! Zwischendurch gelingt es Rosa Luxemburg, noch zwei Sätze zu sprechen. Darauf erneuter Skandal. Zuruf: Wir lassen doch Ein seltsames Vermächtnis. Roman von Erich Friesen. „###scher schreitet er vorwärts. Vergebens. Der Gedanke ist einmal da und läßt sich nicht mehr bannen. aus dem Trümmerfeld des Forum Romanum mit seinen aus Schutt und Resten alter Pracht hochaufragenden gewaltigen Säulen... aus den gestürzten Kaiserpalästen des Palatin... aus dem gespenstisch aufdüsternden Riesengemäuer des Colosseums... von den in Blumenrausch prangenden Terrassen des Monte Pincio... aus dem tiefen Glockengeläute des St. Petersdoms, diesem„zweiten Himmel in den Himmel“—— von überallher raunt es ihm zu:„Oben auf dem Monte Jani#S ganz hinten im Gehon... hwei Fruß unter der Wie mit magnetischer Gewalt zieht es ihn hin zu dem geheimnisvollen Ort.— Jetzt ist er oben. Keinen Blick hat er für die wundersame Aussicht, die sich von dem Plateau des Berges aus bietet, für das glänzende Häusermeer der„ewigen Stadt“ zu seinen Füßen. Nicht achtet er des blühenden Lebens ringsum. Den Jubel spielender Kinder, das Lachen und Scherzen glücklicher junger Paar# munteren Gesang der Vögel—.— er hört nichts, er Nur hin zu dem versteckten Gelölz zieht es ihn Jetzt leuchtet der weiße Neptun=Tempel aus dunklem Und jetzt die Faun=Statue... Rinaldo fühlt, wie sein Herz zu klopfen beginnt. Fast zögernd tritt er näher. Da gewahrt er, wie eine dunkle Gestalt die Faun=Statue umschleicht und plötzlich verschwindet. Rasch tritt er näher und blickt sich um. Nichts zu sehen. Herzen chiett, ie das Blut ihm mit rasender Schnelligleit zum Sollte noch jemand anderes außer ihm——? Höhnisch grinst die steinerne Fratze auf ihn herab, als mokiere sie sich über ihn und seine Erregung. Unwillkürlich mißt sein Schritt die Entfernung von der Faun=Statue ab: rechts— ein Meter— nicht Komödie mit uns spielen! Maurer(München): Ich habe die Nase voll! Die Radikalen springen von ihren Sitzen auf und schreien zu den Revisionisten hinüber mit geballten Fäusten und lebhaften Gesten: Ruhe, Unglaublich, Unerhört. Vergewaltigung! Maurer(München) schreit: Habt ihr mehr Redezeit wie wir? Zuruf: Schluß, Abtreten! Hildebrand springt von seinem Platze auf, schlägt mit der Faust wütend auf den Tisch und verlangt das Wort zur Geschäftsordnung. Rosa Luxemburg versucht immer wieder zu Wort zu kommen Der Vorsitzende Dietz läutet unaufhörlich mit der Glocke. trotzdem ist die Herstellung der Ruhe ihm nicht möglich. Die Revisionisten schreien fortwährend im Chor: Schluß, Schluß! Frank erhebt sich, geht zum Rednerpult vor und schreit der Rosa höhnisch ins Gesicht: Genossin Luxemburg, Ihre Zeit ist vorüüber! Darauf schallendes Gelächter bei den Revisionisten. Auer(München) und eine ganze Gruppe ruft: Abtreten, Rosa abtreten!. Liebknecht, Dittmann, Ströbel, Zubeil. Stadthagen und eine Anzahl radikaler Genossen eilen zum Rednerpult, um Rosa Luxembarg zu Hilfe zu kommen. Der Vorsitzende Dietz kann endlich einigermaßen Ruhe schaffen und erklärt, daß man die Rednerin doch wenigstens ihre Schlußsätze sprechen lassen solle. Ein neuer Skandal macht es Dietz unmöglich, weiter zu sprechen und verhindert auch Rosa Luxemburg noch etwas zu sagen.(Zuruf: Das ist ja auf jedem Parteitag dieselbe Komödie!) Die Radikalen sammeln sich in Gruppen und stürmen zu der rechten Seite, zu den Revisionisten hinüber mit fortwährendem Gebrüll: Ruhe, was die andern mit Schlußrufen erwidern. Als Rosa Luxemburg endlich von der Tribüne abtritt, begleitet sie demonstratives Händeklatschen der Radikalen. Dittmann meldet sich zu.; um Wort und erklärt: Bis jetzt ist noch auf jedem Parteitag jedem Genossen das Recht zugestanden worden, mit einen Schlußsatz seine Ausführungen zu beenden. Es muß aber festgestellt werden, daß die Genossen, welche die badischen Budgetbewiller verteidigen wollen, es der Genossin Luxemburg unmöglich gemacht haben, daß ihr dasselbe Recht zugestanden werden konnte.(Händeklatschen und Bravorufe bei den Radikalen, erneuter Tumult bei den Revisionisten. Zubeil stellt sich vor Frank hin und ruft ihm zu: seid die Skandalmacher!). Dittmann fährt fort: Ich will die Tatsache der Vergewaltigung der Genossin Luxemburg...(ironische Zurufe bei den Nevisionisten, die hien nicht wiedergegeben werden können) vor dem Parteitag und der gesamten Partei hiermit festgelegt haben. Stadthagen beantragt zur Geschäftsordnung ausdrücklich, der Genossin Rosa Luxemburg zu gestatten. noch zehn Minuten länger zu reden. Dittmann springt zum Vorsitzenden Dietz vor Dietz schnauzt ihn an: Die Diskussionszeit setze ich selber fest. Liebknecht erklärt, daß der Antrag zurückgezogen würde. Stadthagen bestätigt dies. Liebknecht verlangt statt dessen; daß überhaupt alle Anträge. die zur Budgetbewilligung gestellt seien, als selbständige Anträge angesehen würden. Wäre dies der Fall, dann würden natürlich die Radikalen. in der Rednerliste ganz von selbst die Oberhand gewinnen, weil sie die meisten Anträge zur Budgetbewilligung gestellt und infolgedessen am meisten Redezeit hätten. Die Revionisten wenden sich scharf dagegen. Nach längerer Zeit wurde es erst möglich, die Diskussion weiter zu führen, die Erregung aber zittert noch im Saale nach. Ausland. X Kaiser Wilhelm in Wien. Aus Wien wird unterm 21. Sept. berichtet: Die Ankunft Kaiser Wilhelms in der Da stößt sein Fuß an etwas Hartes Er bückt sich. Ein Spaten liegt im Sand. Augenblicklich beabsichtigte jemand hier zu graben. Was Rinaldo vorhin nur dunkel ahnte, als er die gebückte Gestalt den Faun umschleichen sah— jetzt wird es ihm zur Gewißheit: noch ein anderer ist im Besitz des Geheimnisses, das der Sterbende ihm allein anvertraute. Und dieser Andere ist bereits an der Arbeit, um ihm, dem rechtmaßigen Besitzer, sein Eigentum zu rauben. Sein Eigentum! Wie mit einem Schlage ist die ganze Situation verändert. Als Erbe fühlt Rinaldo Tosti sich plötzlich. Als rechtmäßiger Erbe eines Besitztums, um das ein anderer. ein Betrüger, ein Schurke, ihn bringen will. In diesem Moment steht sein Entschluß fest: Noch heute Abend wird er sehen, ob etwas Wahres an jenem seltsamen Vermächtnis ist. Und wenn es so ist dann— — wehe dem, der sich zwischen ihn und sein rechtmäßiges Erbe zu stellen wagt! Als er gleich darauf festen Schrittes den breiten Fahrweg, der zum Monte Janiculus heraufführt, wieder hinabsteigt, zeigt sein Gesicht jenen Ausdruck, den der schlaue Rosso stets bewunderte: finstere Entschlossenheit, unbeugsamen Kampfesmut, das Feuer der Leidenschaft in den bezwingenden graublauen Augen verborgen hinter starter Kälte. 85. Jahrg. Uniform seines österreichisch= ungarischen Husarenregiments vor dem Rathause erfolgte kurz vor 12 Uhr. Auf der ganzen ..# war der Kaiser der Gegenstand begeisterter KundgeAnläßlich des Besuches Kaiser Wilhelms im Rathaus haben das Rathaus und die Umgebung Festschmuck angelegt. Die Zufahrts= und Abfahrtsstraßen waren von mächtigen Masten mit Goldknäufen flankiert, die Fahnen in den Farben der beiden Monarchien und der Stadt, sowie Kränze von Tannenreis tragen und durch Guirlanden miteinander verbunden sind. Auf dem Platze vor dem Rathause erhebt sich ein Wald solcher Masten. Den harmonischen Abschluß der breiten Zufahrtsstraße bilden zwei mächtige von Adlern gekrönte Obelisken. die die Statuen der Germania und Austria tragen. Auf dem langen Wege vom Schönbrunner Schloß bis zur Stadt sind die Masten der elektrischen Straßenbahn festlich geschmückt. Vom Rathause selbst wehen Fahnen in den österreichischen und den deutschen Farben. Die beiden Festtreppen, das Treppenhaus, die Gänge und der Festsaal waren mit Blattpflanzen und Blumen reich dekoriert und auf der Estrade im Festsaale die beiden Kaiserbüsten aufgestellt. Von der Ringstraße bis zum Rathause bildeten die Amtsdiener, die Bediensteten der verschiedenen städtischen Industrie= Unternehmungen und die freiwilligen Feuerwehren mit Musikkapellen Spalier. Im Festsaale versammelten sich der Gemeinderat. der Bezirksvorsteher mit den Bezirksvertretungen, die Mitglieder der Bezirksschulräte, die Obmänner der Ortsschulräte, der Armeninstitute, die höhere städtische Beamtenschaft und die Wiener Bürger vereinigung mit Banner. Die Galerie war für die Damen reserviert. Bei der Ankunft des Kaisers spielte die im Arkadenhofe aufgestellte Kavelle der städtischen Ratsamtsdiener Heil dir im Siegerkranz. Der Kaiser wurde am Fuß der Festtreppe vom Bürgetmeister, den Vizebürgermeistern und den Schriftführern der Gemeinderäte empfangen und in den Festsaal zur Estrade geleitet, während das Trompeterquartett des k. k. HofopernTheaters unten der Leitung des Professors Stigler den Einzugsmarsch blies. Sodann ergriff Bürgermeister Dr. Neumayer das Wort zu seiner Begrüßungsansprache, in der er der innigen Freude der Gemeindevertretung und der gesamten Bevölkerung Wiens über den Besuch Wilhelms Ausdruck gabSeine Huldigung zum 80. Geburtstage ihres Herrschers, an dem die Wiener mit allen Fasern ihres Herzens hingen, erfülle alle mit großem Jubel und verpflichte sie zu unvergänglichem Danke. Mit Stolz erfüllt die Bürgerschaft Wiens aben auch der Entschluß Kaiser Wilhelms, das Wiener Rathaus zu besuchen. Indem er Sr. Majestät im Namen der Gemeindevertretung wie der Bevölkerung ehrfurchtsvollsten Dank für die hohe Gnade ausdrücke, bitte er den Allmächtigen, daß er den Kaiser schütze und schirme zum Heil und Segen des prächtigen Deutschen Reiches und zur innigen Freude Oesterreich= Ungarns. das die Nibelungentreue des Deutschen Reiches und seines erhabenen Herrscheis erst vor kurzer Zeit wieder zu erkennen Gelegenheit hatte. Der Bürgermeister schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser, in das die Versammelten begeistert einstimmten. Dunkelheit hat sich herabgesenkt auf die„ewige Stadt“. Kein Mondenschein. Kein Sternengeflimmer. Wie ein gespenstisches Fabelwesen aus einer andern Welt ragt die groteske Faun=Statue zum mächtigen Himmel empor. Da schleicht ein Mann, in der Hand einen Spaten und eine Reisetasche, leise durch die dämmerige Finsternis, hin zu dem Steinbild. Gerade will er den vorgeschriebenen Meter Entfernung abmessen— da vernimmt er ein Geräusch in seiner unmittelbaren Nähe. Er greift zu und faßt einen Rockzipfel. Blitzschnell zieht er eine kleine Blendlaterne aus der Tasche, deren Licht grell auf eine am Boden hockende Gestalt fällt, die erschrocken emporschnellt. Ein rotaugedunsenes Gesicht glotzt aus weitaufgerissenen Augen daher. „Beppo—.“ m aLanmm Serichtssaal. Z. Neuß, 21. Sept. Vom Schöffengericht wurde die Hausiererin, Ehefrau Heinrich E. von hier, zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie im Juli d. J. in Düsseldorf und Neuß Gebrauchsgegenstände in der Absicht, sie sich rechtswidrig Der Bursche grinst. „Wie Du siehst, Kamerad!“ „Was machst Du hier?“ ich hier mache?... Hahahaha!... Wahrscheinlich dasselbe, was Du hier machst!“ Zornesröte steigt in Rinaldos Stirn. Wie mit einem Schraubstock umklammern seine Finger das Genick des andern. „Du schliefst damals nicht?“ „Bewahre!“ „Hast uns also betrogen!" „Denk' nicht dran! Hab' nur’n bischen gehorcht.“ „Du weißt also—?“ „Nicht alles, aber etwas. Der Kerl, der Rosso, sprach zu leise.“ Beide blicken einander beim Schein der Laterne an: kalt überlegen die bezwingenden Augen des Hünen, heimtückisch schlau die stechenden des Trukenboldes. So verharren die beiden eine Zeit lang, gegenseitig ihre Kräfte messend. Jeder von ihnen weiß: von den nächsten Sekunden hängt die Zukunft eines jeden ab— vielleicht sogar das Leben. Noch hat Rinaldos kräftige Faust den Burschen nicht losgelassen, trotz Beppos verzweifelter Anstrengungen. Jetzt schüttelt er die torkelnde Gestalt grimmig hin und her. Dan schleudert er sie in weitem Bogen in den Sand. Schreiend und stöhnend will Beppo sich wieder in d Höhe krabbeln. Doch sein Gegner hindert ihn daran. Ra bindet er ihm Hände und Füße mit einm mitgebrachten Strick zusammen, stopft seinem wehrlosen Opfer ein Taschentuch in den Mund und schleppt es einige hundert Schritte weiter unter eine große Pinie. Dann kehrt er zurück zu der Faun=Statue. Beim Schein der Blendlaterne sieht er, daß Beppo bereits zu graben angefangen hat— genau an der bezeichneten Stelle. Noch kurze Zeit und er wäre am Ziel gewesen. Mit fieberhaftem Eifer gräbt Rinaldo weiter. Der Schweiß rinnt ihm von der Stirn. Ab und zu pausiert er, um in die stille Nacht hineinzuhorchen. Alles still. Nur in der Ferne das Bellen wachsamer Hunde oder ein vereinzelter Katzenschrei. Der Vorsicht halber hat er die Blendlaterne ausgedreht. Im Dunkeln gräbt er immer tiefer— und tiefer——— (Fortsetzung folgt.) anzueignen, weggenommen hat.— Der Tagelöhner Johann Sch. aus Weckhoven war angeklagt, am 19. Juni an der Erprather Mühle einen Arbeiter mißhandelt zu haben. Er hat 3 Mark Geldstrafe zu zahlen.— Wegen Bedrohung einer Frau, begangen im Juli 1910 in Neuß, wurde die Ehefrau Wilhelm S. von hier mit einer Mark Geldstrafe bedacht. Von der Anklage, sich des Hausfriedensbruchs und der Beleidigung schuldig gemacht zu haben, wurde sie freigesprochen.— Die Ehefrau Heinrich F. war angeklagt, in Neuß am 29. Juli zwei Hafenarbeiter beleidigt zu haben, indem sie vor ihnen die Zunge herausstreckte. Das Gericht nahm sie in eine Geldstrafe von 20 Mark— Der Anton S. und der Peter N.. beide von hier, waren angeklagt, im Januar 1910 in Düsseldorf einen Wirt je um 30 Mark geschädigt zu haben. S. wurde mit einem Monat, N. mit zwei Wochen Gefängnis bestraft.— Ein Schneider von hier war von der Wolizeibehörde in eine Geldstrafe von 4 Mark genommen worden. Ihm wurde zur Last gelegt, in der Nacht vom 23. zum 24. Juli auf Zoll= und Mühlenstraße„durch überlautes Kommandieren ruhestörenden Lärm“ verursacht zu haben. Auf seinen Einspruch hin sprach ihn das Gericht frei.— Der Schlosser Mathias G. zu Neuß hat am 31. Juli nachts zwischen 11 und 12 Uhr gelegentlich eines Streites der mehrmaligen Aufforderung eines Polizeibeamten, die Quirinusstraße zu verlassen, nicht Folge geleistet, Er soll 9 Mark Geldstrafe zahlen. Gegen diese von der Polizeibehörde festgesetzte Strafe erhob en Einspruch. Das Gericht ermäßigte sie auf 3 Mark. * K o b l e n z. 2 0. S e p t. E i n K e l l n e r u n d e i n S c h r e i b e r l e h r ling hatten bei Trechtingshausen auf einen Personenzug scharf geschossen. Später schossen sie noch nach einem Polizeisergeanten. Als sie ergriffen wurden, fand man bei ihnen Revolver, Patronen und Dolchmesser. Sie standen jetzt vor der Strafkammer und erklärten, daß sie viele Romane gelesen und nach Italien auf Abenteuer hätten ausgehen wollen. Die Absicht, jemanden zu verletzen oder zu töten, hätten sie nicht gehabt. Das Gericht verurteilte den einen zu 2¼, den andern zu ¼ Jahr Gefängnis und zu je 30 q Geldstrafe. Von-Hah und Fern. lI: Eingaben wegen der Fleischteuerung. * Düsseldorf, 20. Sept. Oberbürgermeister Marx hat im Einverständnis mit den beteiligten Kommissionen in einer Eingabe an den Reichskanzler und den Bundesrat dringend gebeten, alle zu Gebote stehenden Mittel zu ergreifen, um der andauernden Fleischnot entgegenzutreten. Wie der Erste Beigeoidnete Dr. Wülffing in der heutigen Stadtveroronetensitzung mitteilte, ist in der Eingabe ausgeführt, daß auch in Düsseldorf die Ladenpreise für die einzelnen Fleischsorten ganz erheblich gestiegen seien, und daß gleichzeitig ein bedauerlicher Rückgang des Fleischverbrauchs eingetreten sei. Die Stadtverordneten erklärten ohne Erörterung ihr Einverständnis mit der Eingabe. * Köln, 21. Sept. Die von der Stadtverordneten= Versammlung beskimmte Kommission zur Vorbereitung des in der Fleischnotfrage in der jüngsten Sitzung behandelten Antrags hat jetzt dem Plenum folgenden Beschlußentwurf zur Annahme empfohlen:„Die Stadtverordneten=Versammlung ersucht den Herrn Oberbürgermeister, die zuständige Staatsbehörde in einer Eingabe um unverzügliche Ergreifung aller zur Mildenung der gegenwärtigen Fleischteuerung sofort durchführbaren Maßnahmen zu bitten. Als geeignete Maßnahmen werden in erster Linie empfohlen: die zeitweise Oeffnung der holländischen Grenze zur Vermehrung der Vieheinfuhr, eventuell unter Einhaltung einer Quarantäne, ferner die Erleichterung der Vieheinfuhr aus Dänemark durch Wegfall der Tuberkulinimpfung und Verkürzung der Quarantäne.“ * Höhscheid, 20. Sept. Die Stadtverordneten von Höhscheid nahmen in ihrer heutigen Sitzung auf Antrag der Sozialdemokraten zur Fleischteuerung Stellung. Sie beauftragten die Verwaltung, bei der Staatsregierung wegen Oeffnung der Grenzen für die Einführung von Schlachtvieh, sowie wegen der Gewährung von Frachtermäßigungen und Zollerleichterungen vorstellig zu werden. Bei dieser Gelegenheit kam es zu einer längern Aussprache über unsere gesamte heutige Wirtschaftspolitik. * Schwelm, 20. Sept. In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde ein von sechs Stadtverordneten eingebrachter Antrag einstimmig angenommen, wonach der Magistrat ersucht wird, eine Eingabe an die Regierung zur Linderung der Fleischnot abzusenden. Der Magistrat hat sich bereits in gleichem Sinne schlüssig gemocht Auch wurde gewünscht, daß die Angelegenheit auf dem Westfälischen Städtetage zur Sprache gebracht werden möge. Die Städtebau=Woche. wirksame Vorträge zu erheitern. Eine brillante Neuheit bietet Else van Roy mit ihren Genossen in einem äußerst geschickt und graziös ausgeführten und reichlich mit komischen Elementen durchsetzten Rollschuhakt. Joe L. Welling undner sind gleichzeitig Drahtseilkünstlei und Jongleure vor ze Geschicklichkeit und Sicherheit auf dem schwankenden L n. Ein reizendes Tiroler Duett bilden die Geschwister Edelweiß, die über hübsche klare Stimmen verfügen und sich großen Beifall ernngen. Das englische Tanzensemble der Acht Tulpano Girls führt effektvolle Gruppen= und Einzeltänze aus. Große Heiterkeit, die sich oft in dröhnenden Lachsalven Lu macht, erwecken die komischen Akrobaten Bowden and Stol Der Kosmograph führt interessante Bilder aus dem dunklen Erdteil und mehrere heitere Szenen unter dem Titel., Der Knoten im Taschentuch“ vor. * Essen, 20. Sept. Im städtischen Freibad, das erst seit kurzer Zeit besteht, hat sich gestern zum zweiten Male ein tödlicher Unfall ereignet. Ein 17 Jahre alter Bergmann aus Rotthausen versank vor den Augen seiner Freunde und ertrank. da wegen der starken Strömung die Rettungsversuche erfolglos waren. * Bottrop, 20. Sept. Im großen Saale des Rathauses ist heute Mittag in Gegenwart von Regierungsvertretein aus Münster und Düsseldorf sowie der Kgl. Eisenbahn= Direktion Essen und der Gemeinden Bottrop, Borbeck, Osterfeld und Recklinghausen das Eisenbahnprojekt Essen= Bottroy angenommen worden. Die neue Linie soll von Essen über Bergeborbeck, Heißen, Osterfeld nach Bottrop bis Bahnhof Bottrop= Westfalen gehen. * Aachen, 21. Sept. Der Hauptgewinn von 100000 4 von der Aachener Münsterbau= Lotterie ist auf die Nr. 161 274 gefallen. * Dortmund, 21. Sept. Bei einem häuslichen Streite hotte die Frau des Arbeiters Gustav Poppensiecker ihrem Manne, als er sie in der Küche mit einem Beile bedrohte, eine Menge heißes Wasser üben den Kopf gegossen. Der Mann hatte hierdurch solche Verbrennungen erlitten, daß er in das Krankenhaus gebracht werden mußte. In diesem ist er unter gräßlichen Schmerzen gestorben. * Dortmund, 19. Sept. Vor einigen Jahren hatte sich eine Anzahl Kriegervereine in Westfalen und Rheinland in der Meinung, die Unterstützungsfrage werde von der Landesvereinigung nicht so gut gelöst werden, als wenn jeder Verein selbst für seine bedürftigen Mitglieder sorge, unter der Führung eines Schwerten Vereins nicht dem Landeskrieger= Verbande angeschlossen, sondern eine„Vereinigung deutscher militärischer Vereine“ gebildet, die nach kurzer Zeit schon 23 Vereine umfaßte. Da den Vereinen aber manche Unannehmlichkeiten bei ihrem öffentlichen Auftreten erwuchsen, sie auch bei Spalietbildung u. a. sich zurückgesetzt fühlten, sind nach und nach mehrere Vereine ausgetreten und haben sich dem LandesVerband angeschlossen, u. a. auch der erwähnte Schwerten Verein. Auf der Tagesordnung der gestern hien abgehaltenen Vertreter=Versammlung der Vereinigung stand die Frage der Auflösung, für die sich jedoch noch keine Mehrheit ergab. Die Auflösung dürfte aber kaum ausbleiben, zumal die 23 Vereine nur neun Vertreter entsandt hatten. Gegen die Auflösung sprachen besonders Vertreter von Vereinen aus dem Wuppesttal. Der größte, der mehr als 2500 Mitglieder zählende Dortmunder Landwehrverein, trat für die Auflösung ein. * Hagen, 19. Sept. Ein schwerer StraßenbahnUnfall ereignete sich gestern Abend. Der Führer eines Wagens fuhr auf der Strecke Herdecke= Eckesey= Hauptbahnhof von Herdecke kommend durch die Kreuzungsstelle an der Geitebrücke, um eine größere Verspätung einzuholen. An einer scharfen Straßenkrümmnung fuhr der verspätete Wagen in voller Fahrt auf den entgegenfahrenden Wagen auf, wobei beide erheblich beschädigt wurden. Von den 12 Fahrgästen erlitt eine Dame leichtere Kopfverletzungen, außerdem wurde ein Straßenbahnschaffner leicht und ein anderer schwer verletzt. Jeder Abonnent der„Neutzer Zeitung““ ist im Falle eines tötlichen Unfalles: mit 200 Mark versichert! Die Bestimmungen über die Gewährung der Unfall=Unterstützung werden auf Wunsch übersandt.(Siehe Neußer Zeitung Nr. 211, 1. Blatt vom 17. Sept.) * Düsseldorf, 21. Sept. Gestern Vormittag wurde im hiesigen Kunstpalast die Städtebauwoche eröffnet. Als erster Referent aus dem gloßen Programm der Woche sprach Regierungsund Baurat Wever über„Städtebauliche Aufgaben im Industriebezirk". Bei seinen Ausführungen kam er zunächst auf die großen Verkehrsstraßen des Industriegebietes zu sprechen; die wenn sie Straßenbahn= und Kraftwagenverkehr dulden sollen, mindestens 21 Meter breit sein sollen. Da die Verbindungswege der verschiedenen Orte schlecht sind, sodaß die Eisenbahn stark in Benutzung genommen werden muß, so ist neben einer Verbesserung der Verbindungswege auch eine Ergänzung der Eisenbahnen notwendig. Redner besprach dann den Bau von Schnellbahnen. Als nach den Umständen einzig gegebene Möglichkeit nannte en die Schwebebahn. Für Nebenverkehrsstraßen fordert Wever mindestens eine Breite von 16 Metern, für Wohnstraßen von 5 Metern.— Gartendirektor Freiherr von Engelhardt behandelte das Thema:„Parks und Waldgürtel“. Die Gemeinden hätten früher die Fürstengärten nachgeahmt, das entspreche aber nicht dem Zwech der Anlagen. Es seien Spielplätze notwendig, die den verschiedensten Spielen dienen, Festsäle im Freien.— In der Aussprache zu diesem Vortrage wurde die Herstellung automobilfreier Straßen angeregt. Der letzte Redner des Tages, Dr. Hegemann(Berlin), hielt seinen Vortrag über„Grünanlagen im amerikanischen Städteleben“. An Hand von Lichtbildern führte er in dieser Beziehung amerikanische Städte vor, an denen das Industriegebiet für Heistellung von Parks und Waldgürteln lernen könne. 11.1 * Düsseldorf, 20. Sept. Ueber das Programm des Apollotheaters wird uns geschrieben: Das am Freitag. 16. d. M. in Wirksamkeit getretene neue Programm hatte sich eines großen Erfolges zu erfreuen. Im Mittelpunkt des Interesses stand der Pariser Lach=Sketsch„Der Scheintote“ von Yves Mirande bearbeitet und inszeniert von Bolten=Baeckers, der, dargestellt von Richard, Georg mit seinem Ensemble erstklassiger schauspielerischer Kräfte, einen großen, durchschlagenden Heiterkeitserfolg erzielte. Sehr gut gefiel die Tänzerin Malbav in ihren durch prachtvolle Dekorationen unterstützten Stimmungstänzen, nicht minder die schneidige Vortragskünstlerin Mascha Dignam. Die Neuheit der erzentrischen Hut= Jongleure Moran und Wiser wurde mit großem Beifall aufgenommen. Der Humorist Albert Böhme verstand es auch jetzt wieder, das Publikum durch Luftschiffahrt. *!* Mr. Wellmann, der Führer der Luftschiffexpedition üben den Atlantic. die noch nicht angetreten ist und von der es fraglich ist, ob sie jemals angetreten werden wird, scheint an dem unsterblichen Ruhm, den ihm die Ueberquerung eines Weltmeeres im Luftschiff verschaffen soll, schon nicht mehr Genüge zu haben. Sein Ehrgeiz hat sich bereits ein anderes, ein sehr viel höheres Ziel gesucht. Er will nicht nur der Welt zeigen, daß er der Mann ist, der auch ein bisher für unmöglich gehaltenes Unternehmen vollbringen kann, er will auch in der pacifischen Bewegung die Führung an sich reißen und der von Militärismus und Rivalität bedrückten und geängstigten Erde das Höchste und Schönste bringen, was sie sich seiner Meinung nach wünschen kann, den Weltfrieden! In diesem Sinne hat Mr. Wellmann auf einem kürzlich iom zu Ehren gegebenen Festmahl gesprochen. Alle sonstigen Gesellschaften, Vereinigungen und Körperschaften, die an der Erhaltung und der dauernden Sicherstellung des Weltfriedens arbeiten, sind seiner Meinung nach, wenn nicht gerade wertlos, so doch im Vergleich zu ihm von schwächlicher Tatkraft und geringem Können. Er will nämlich den Luftschifftyp, der noch nicht einmal bewiesen hat, ob er die nächste ihm zugedachte Aufgabe erfüllen kann, zu einem furchtbaren Kriegsinstrument ausgestalten, da er auf dem Standpunkt steht, daß der Krieg nur dann wirksam bekämpft und schließlich aus der Welt geschafft werden kann, wenn die Kriegswerkzeuge allmählich so mörderisch werden, daß die Kriegsführung als Selbstmord und Verbrechen angesehen werden müßte. Wer so Großes plant, ist natürlich auch um große Worte nicht verlegen. So erklärte Mr. Wellmann weiter, nach seiner Ueberzeugung würde eine Flotte von 10 Luftschiffen, die nach dem Typ der„Amerika“ gebaut wären, und die etwa einen Kostenaufwand von 20 Millionen Mark erfordern würden, vollständig genügen, um ganze Schlachtflotten, Kriegshäfen, Festungen, Feldlager. Eisenbahnbrücken, Arsenale und überhaupt alle strategischen Anlagen und Zurüstungen zu vernichten. Aber noch weit mehr. Mit seiner todbringenden Luftflotte würde er ganze Städte in Trümmern legen über Millionen von Menschen bleiche Angst und Entsetzen bringen und selbst die couragiertesten und widerstandsfähigsten Nationen auf die Knie zwingen. Der Weg, den Mr. Wellmann und seine Mitarbeiter beschreiten wollen, um dieses Ziel zu verwirklichen, soll zunächst dahin gehen, daß den Regierungen der gnößten Staaten. Luftschiffe vom Typ 5 der„Amerika“, die also mit Zerstörungswerkzeugen in der gedachten Weise ausgerüstet werden könnten, angeboten werden sollen. Selbstverständlich erklärte Mr. Wellmann gleichzeitig daß er nicht etwa daran denke, Geld zu machen, er wolle nur für den Fortschritt und für die Sache des allgemeinen Friedens arbeiten. Aber man wird dieser in diesem Zusammenhang etwas auffällig erscheinenden Versicherung doch mißtrauisch gegenüberstehen müssen angesichts der Tatsache, daß Mr. Wellmann gleichzeitig ein Appell an Andrew Carnegie richtete, der darauf hinausläuft, von ihm Mittel für die Fortführung von Versuchen auf dem Gebiete der Großlustschiffahrt zu erhalten. Mr. Wellmann sagt nämlich, Carnegie habe so viel Gutes, insbesondere zur Erhaltung des Weltfriedens getan, er habe dafür so außerordentliche Mittel aufgewendet, daß es ihm auf eine oder zwei Millionen Dollar zur Fördenung für die Entwicklung der Luftschiffahrt nicht ankommen könne. Indessen, eine Gegenäußerung von Herrn Carnegie scheint noch nicht vorzuliegen. Was endlich den Zeitpunkt des Antritts den Fahrt über den Atlantik betrifft, so liegen genaue Angaben immer noch nicht vor; man muß sich vor der Hand mit der Mitteilung des Mr. Vaniman begnügen, daß die Probefahrten gegen Ende der laufenden Woche ausgenommen und die Ozeanreise voraussichtlich in zwei bis drei Wochen angetreten würde. Kunst und Wissenschaft. !! Vom Düsseldorfer Schauspielhaus. Die Direktion des Schauspielhauses(Dumont= Lindemann) hat Wedekinds neu rSchwank„Der Liebestranr“ angenommen und wird ihn gleichzeitig mit Berlin als Unaufführung herausbringen. An der im Oktober beginnenden Theaterausstellung in Berlin beteiligt sich auch das Düsseldorfer Schauspielhaus. Wie die Ausstellungsleitung mitteilt, ist ihm für sein Objekt ein hervorragender Platz im Zentrum der Ausstellung eingetäumt worden. Für die Aufführung von„Kaiser und Galiläer", Weltgeschichtliches Schauspiel von Ibsen, das an zwei Abenden als„CäC[CaCr Cs Abfall“ und „Kaiser Julian“ in einer eigenen Bearbeitung des Schauspielhauses in Szene gehen wird, sind die dckorativen Vorbereitungen in vollem Gange. Die neuen Szenenbilder werden unter Leitung von Eduard Sturm in den„SchauspielhausWerkstätten“ angefertigt. Auch für die kostümliche Ausstattung werden große Anschaffungen gemacht. Kokale Hachrichten. Neuß, 22. September. !*! Sonderfahrt nach Italien und der Schweiz für Mitglieder des Deutschen Flottenvereins. Den Mitgliedern des Deutschen Flottenvereins, deren Freunden und Bekannten wird die seltene Gelegenheit geboten, für wenig Geld das Sonnenland Italien kennen zu lernen und dabei auch der Schweiz einen kurzen Besuch abzustatten. Unter bewährter, sprach= und ortskundiger Leitung wird in der Zeit vom 23. bis zum 30. Oktober eine Sonderfahrt ab Köln veranstaltet. Die Reise geht zuerst nach Luzern, der weltbekannten Fremdenstadt im Herzen der Schweiz. Nach einer herrliichen Fahrt über den Vierwaldstädter See, wobei Weggis, Vitznau, Brunnen usw. passiert werden, geht die Weiterreise von Flüelen aus durch den St. Gottharg über Bellinzona nach Lugano, dem reizensten Fleckchen der Erde. Ein längerer Aufenthalt wird zu Auffahrten auf die umliegenden Berge benützt. Von Lugano geht die Reise per Dampfer über den Luganer See nach Capolago und weiter mit der Bahn über Chiasso, wo die italienische Grenze überschritten wird, nach Como am Comersee.— In Como wird wiederum Rast gemacht und eine herrliche Dampferfahrt nach Belaggio unternommen. Die Weiterreise geht sodann nach Mailand, der wichtigsten Handels=, Kunst= und Industriestadt Italiens. Der Aufenthalt in Mailand wird zur Besichtigung der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten auf's beste ausgenützt und später die Weiterreise nach Genua, dem größten und wichtigsten Seehafen Italiens, fortgesetzt. Die Stadt Genua, ihrer herrlichen Lage an dem Golfe gleichen Namens. und ihrer vielen Paläste weden„La Superba“, genannt. wird eingehend besichtigt und auch den vielen in ihrem Hafen vor Anker liegenden Seedampfern aller Nationen ein Besuch abgestattet.— Nach achttägiger Dauer wird die Fahrt in Genua ihr Ende erreichen, die Rückreise kann nach Belieben angetreten werden, entweder auf demselben Wege oder über die verschiedenen anderen Routen, was von den Teilnehmern vor Antritt der Fahrt angegeben werden muß. Der Preis für diese interessante und herrliche Reise beträgt nur K 180,— pro Person und schließt alle Kosten von Köln bis wieder zurück nach Köln ein, also Eisenbahn= und Dampferfahrten, erstklassige Hotel= Unterkunft und Verpflegung, sprach= und ortskundige Führung usw.— Da für die Tour nur 30 Personen angenommen werden können, ist schleunigste Anmeldung unter Einsendung von K 20,00 Anzahlung dringend zu empfehlen. Nähere Auskunft erteilt und ausführliche Programme versendet Stadtsekretär Noß, Schriftführer des Deutschen Flottenvereins(Ortsgruppe Duisburg) in Duisburg, Grünstraße 30. ( Die Neuß=Grevenbroicher Zeitung regt sich darüber auf, daß wir einer Einsendung Raum gewährt haben. in der ihr Parteifanatismus sehr richtig gekennzeichnet wird. Daß alles, was nicht von Zentrums Gnaden ist, von ihr in Grund und Boden verdammt werden muß, hat so mancher Neußer schon erfahren müssen und ist so bekannt, daß das eigentlich gar nicht mehr erwähnt zu werden braucht. Und dennoch macht es uns und andern Leuten einiges Vergnügen, von Zeit zu Zeit die edle Seele zu sehen, wie sie sich windet und krümmt ob des großen Unrechts, was ihr geschieht, wenn ihre netten Eigenschaften mal beim Namen genannt werden. Sie mag daraus entnehmen, daß wir uns trotz der„üblen Rolle“, die sie uns gestern zugedacht hat, ganz. wohl fühlen. Wer gewöhnt ist, alle Dinge Tag für Tag nur durch die Parteibrille zu sehen, der wird allerdings nie verstehen können, daß es auch ganz gut möglich ist, über Bewegungen (von denen die N. Gr. sehr viel halten muß, weil sie sich so furchtbar darüber aufregt!) vorurteilslos zu berichten und zugleich auch ihnen entgegengesetzte Ansichten mitzuteilen. Wir stehen nun mal nicht in Diensten einer Partei und brauchen nicht ohne weiterellmstände Leute mundtot zu machen! Wie schade wärs auch, wenn wir das täten: Die Leser der N. Gr. kämen dann ja um die Tänze, mit denen ihr braves Blättlein sie und uns erfreut, wenn es die liebe gekränkte Unschuld spielt! Eine Verteuerung der Tischlerarbeiten. Der Arbeitgeber= Schutzverband für das deutsche Holzaewerbe, hat vor einiger Zeit in Eisenach beschlossen, auf die Tischlerarbeiten einen Aufschlag von 7½ Prozent zu legen. In einem Rundschreiben legt der Verband die Gründe für die Preiserhöhung dar, die in einer Verteuerung der für das Tischlergewerbe notwendigen Rohstoffe und in einer allgemeinen Erhöhung der Löhne der im Gewerbe tätigen Arbeiter liegen. In dem Schreiben heißt es: Unsere deutsche Eiche ist so rapid im Preise gestiegen, daß erste Qualität unserer Spessart= Eiche nur unter den größten Opfern zu haben ist und Preise von 160 qA bis 230 A pro Kubikmeter ab Wald gefordert und erzielt werden. Auch kieferner Holz. das hauptsächlich unsere Möbelfabrikation bedarf, ist um 26 bis 33½ Prozent gestiegen, und erstklassige, feine ostpreußische Ware ist kaum zu bezahlen. Aber auch alle übrigen Bedarfsartikel der Tischlerei, als Leim, Schellack, Spiritus, Nägel und Schrauben, Beschläge, Gläser, Farben und Beizen sind zum Teil bis 75 Prozent teurer geworden; preisbestimmend für diese Artikel sind zum Teil die Börse, die Spiritus= Zentrale und die Syndikate für Glas, die Farbwerke usw. Ganz besonders fühlbar sind auch die in diesem Frühjahr den Arbeitern gemachten Zugeständnisse an Löhnen, Arbeitszeitverkürzungen, Montagezuschlägen u. a. geworden. Die von der Krisis so schwer betroffene Holzindustrie hatte beim Ablauf ihrer Verträge jedoch nur die Wahl zwischen einem monatelangen Abwehrkampf mit den schwersten wirtschaftlichen Erschütterungen oder gewissen Zugeständnissen. Aus allgemeinen sozialpolitischen Gründen haben die Tischlermeister und Holzindustriellen das kleinere Uebel gewählt und einen Vergleich dem ungewissen Ausgang eines monatelangen Kampfes vorgezogen. Die deutsche Holzindustrie hat damit der Stimmung weiter Kreise unserer Bevölkerung Rechnung getragen undedas Erwerbsleben in mehr als 60 deutschen Städten vor schweren opferreichen Kämpfen geschützt. II. Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 12 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 3 Grad über Null, heute Morgen 7 Grad über Null. Barometer 4 mm gestiegen. Wind nordwestlich. Es ist zu erwarten am: 23. Sept.: Früh Nebel, dann bewölkt und Sonnenschein, warm. 24. Sept.: Bewölkt mit Sonnenschein, schwül, strichweise Regen. 25. Sept.: Wolkig, strichweise Regen, kühler, teils heiter. 26. Sept.: Wolkig mit Sonnenschein, normal meist trocken. 27. Sept.: Bewölkt, teils heiter, ziemlich kühl. 28. Sept.: Abwechselnd ziemlich kühl, windig. Aus dem Kreise. = Elektrische Ueberlandleitung. Von der Betriebsleitung Neuß erfahren wir, daß am Freitag, den 23. Mittags, zwischen 12 und 1 Uhr die Leitungen in Grimlinghausen, Norf, Uedesheim und Dormagen wegen vorzunehmenden Messungen zeitweilig eine Minute außer Strom gesetzt werden müssen. Letzte Nlachrichten und Telegramme der„Fleußer Zeitung“. Die Silberne Hochzeit des badischen Fürstenpaares. Karlsruhe, 21. Sept. Heute früh sind über 1000 Bürgermeister aus dem ganzen Lande eingetroffen, um dem Großherzogpaar die Glückwünsche des Landes auszusprechen. In langem Zuge, voran die Karlsruher Dragonerkapelle, zogen die Gemeindevertreter, alle mit der silbernen Amtskette und der Minister des Innern, Frhr. v. Bodman. den Zug erwarteten. Eine Vertretung von Bürgermeistern überreichte dem Großherzog eine künstlerisch ausgefertigte Adresse. Mit weithin schallender Stimme sprach der Großherzog seinen Dank " für alle Liebe und Treue aus, die ihm aus dem ganzen Lande entgegengebracht werde und brachte auf das schöne Badener Land ein Hoch aus. Heute Abend sind die Bürgermeister, soweit sie noch hier sind, ins Hoftheater eingeladen, wo sie bewirtet werden. Heute Mittag 3 Uhr brachten die hiesigen Volksschulen sowie die Sportvereine von hier und von auswärts ihre Huldigung dar. Trotz des strömenden Regens hatte sich das Publikum zu Tausenden eingefunden. An der Spitze des Zuges fuhr der Oberbürgermeister Siegrist mit einigen Stadträten. Vor dem Schlosse führten die Kinder Reigen und sonstige Spiele auf. Im Laufe des Nachmittags empfing der Großherzog Abordnungen der Handels=, Handwerks= und Landwirtschaftskammern.„ Vom sozialdemokratischen Parteitag. Magdeburg, 21. Sept. Die Debatte über die Budgetbewilligung erreichte heute nachmittag mit Reden Liebknechts und Südekums ihren Höhepunkt. Aber auch hier fiel det Erfolg dem Radikalen Liebknecht zu. dem die erdrückende Mehrheit des Parteitages stürmischen Beifall spendete, als er in der Form vielleicht verbindlicher, aber in der Sache noch schärfen und radikaler, wie alle Vorredner, gegen die badischen Budgetbewilliger sich wandte. Der Schluß ist ein neues echt Bebelsches Bekenntnis zum revolutionären Endziel und zum revolutionären Kampf mit allen Mitteln. Die erste Folge der Rede Bebels war die Zurückziehung des verschärfenden Zusatzantrages Zubeil. Ueber die Resolution des Parteivorstandes wurde in zwei namentlichen Abstimmungen getrennt abgestimmt. Für den ersten Absatz stimmten mit Ja 266 Delegierte, mit Nein 106, im ganzen 372. Der Rest der Vorstandsresolution wurde mit 286 gegen 73 Stimmen angenommen. Von unserer Marine. Wilhelmshaven, 21. Sept. Die Linienschiffe„Wittelsbach“ und„Zähringen“ sind außer Dienst gestellt worden und die Linienschiffe„Rheinland“ und„Posen“ zum Nordseegeschwader getreten. Damit ist die erste deutsche Dread nought= Division formiert. Verschwörung gegen den Kaiser von Japan. New=York, 21. Sept. Wie die Associated Preß aus Tokio meldet, veröffentlicht die Zeitung„Hochi Shimbun“ Einzelheiten über eine Verschwörung zur Ermordung des Kaisers von Japan. Die Verschwören wurden verhaftet. Kaiser Wilhelm in Wien. Wien, 22. Sept. Bei seinem gestrigen Besuche im Wiener Rathause beantwortete Kaiser Wilhelm die Begrüßungs=Ansprache des Bürgermeisters Neumayr mit folgender Rede: „Empfangen Sie meinen herzlichsten Dank für den großartigen Empfang, den Sie min soeben bereitet haben, und für die freundlichen Willkommensgesinnungen, die aus den Worten des Herrn Bürgermeisters sprachen. Der Herr Bürgermeister hat soeben mir mitgeteilt, daß die Stadtvertretung der Residenzstadt Sr. Majestät einstimmig den Beschluß gefaßt habe einen Teil des Ringes, den Parkring, nach mir zu benennen (Heilrufe.) Es ist dies eine ganz außergewöhnliche Ehrung für einen fremden Monarchen, und ich bin auf das tiefste ergriffen, daß die Vertretung der Stadt Wien mich für würdig gehalten hat, in den Mauern ihrer schönen Stadt auch meinen Namen zu verewigen. Wenn ich den Sinn dieser außergewöhnlichen Huldigung richtig zu deuten verstehe, so lese ich einerseits daraus, daß sie ein Ausdruck sein soll der Freundschaft und der innigen Gefühle der Sympathie, die zwischen der Bürgerschaft der Stadt Wien und mir nun seit langem bestehen(neuerliche Heilrufe), die sich überall kundgibt in dem freundlichen Gruße, wenn ich durch die Straßen fahre, und in den blitzenden und freundlichen Augen der schönen Wienerinnen. Es sind, das Dinge, die ein Menschenherz bewegen und fesseln. Zum andern glaube ich aus Ihrem Beschluß herauszulesen, daß er das Einverständnis der Stadt Wien damit war, daß in ernster Zeit der Bundesgenosse in schinmender Wehr an die Seite Ihres allergnädigsten Herrn sich gestellt hat.(Anhaltende brausende Heilrufe.) Es war dies ein Gebot der Pflicht und der Freundschaft zugleich; denn das Bündnis ist zum Heil der Welt in die Ueberzeugung und in das Leben der beiden Völker als ein Imponderabile übergegangen.(Stürm: Heilrufe.) Ich bitte Sie also, die Vermittler meines herz: sten Dankes zu sein für diese außergewöhnliche Ehre an alle Mitbürger und Mitbürgerinnen. Aber die höchste Weihe wird diesem Beschluß dadurch erteilt, daß er gefaßt werden konnte in dem achtzigsten Geburtsjahre Ihres erlauchten Landesherrn— dadurch wird für mich die Erinnerung noch inniger und schönner—, eines Landesherrn, den Sie in Treue und Liebe v ehren, zu dem mein Volk in inniger und warmer Verehrung herüberschaut, und zu dem ich als zu meinem väterlichen Freund emporblicke in Ehrfurcht(stürmische Heilrufe) als zu dem Symbol der personifizierten Selbstverleugnung und Pflichterfüllung. Darum reiht sich meinem Dank an die Stadt Wien zu gleicher Zeit auch den Wunsch an, daß es dem Herrn gefallen möge, daß er Ihren heißgeliebten und hochverehrten Landesherrn noch lange erhalte, damit unter seiner gesegneten Hand die Stadt Wien sich weiterentwickeln möge, und daß es Ihnen noch länger vergönnt sei, Ihre Huldigung in Treue und Liebe ihm darbringen zu können. Allen Gefühlen, die mein Herz bewegen, und die auch die Ihren durchfluten, bitte ich Sie Ausdruck zu geben, indem Sie mit mir einstimmen in den Ruf, daß der Herr dieser schönen Kaiserstadt Gottes Segen noch lange auf sein Haupt herabfließen sehen möge, daß er und sein Haus und sein Land in Gottes Hand und in Gottes Schutz gestellt bleiben. Seine Majestät der Kaiser und König hurra! Wien, 22. Sept. Gegen 9 Uhr betraten Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef den Bahnhof Penzig Nachdem sich der Kaiser von den anwesenden Herren verabschieder hatte, begleitete ihn Kaiser Franz Josef an den Solonwagen. Sie schüttelten sich die Hände und küßten sich Dann bestieg Kaiser Wilhelm den Zug und unterhielt sich noch längere Zeit mit Kaiser Franz Josef. Um 9 Uhr 20 Min. erh. London, 22. Sept. Das polizeigerichtliche Verfahren gegen Dr. Crivven und seine Genossin ist beendigt. Beide wurden vor die Geschwotenen verwiesen. h. London, 22. Sept. Die aviatische Woche in Folkesone hat mit einem schweren Unfall begonnen. Der Aviatiker Barnes, der in der Luft Kunststücke vorführen wollte, stürzte aus einer Höhe von 20 Meter ab. Sein Apparat wurde zertrümmert, Barnes erlitt einen Schädelbruch. Er wird kaum am Leben bleiben. Port Wayne(Indiana), 21. Sept. Heute wurden hier bei einem Straßenbahn= Zusammenstoß 30 Personen getötet. Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 22. September. Neuer Weizen 100 Ko. Neuer Roggen 100 Ko. Neuer Hafer 100 Ko. Alter Hafer 100 Ko. 1. Qu. 2.„ 1.„ 2.„ 1.„ 2.„ 1.„ 2.„ 20 19 14 13 14 13 15 14 40 40 60 60 80 80 60 60 Neue Kartoffeln 50 Kilo KK 3,30—3,70 Heu 50 Kilo„„„ 2,70—3,20 Luzernerheu 50 Kilo„„ 3,70—420 Krummstroh 500 Kilo„ K 17,— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 19.— Butter Kilo„ 2.60 Eier 100 Stück„ 10,— Am heutigen Getreidemarkte unverändert. blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen Preisnotierungen der Neußer Müller. Neuß, 22. September. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine„ Kleien 50 Kilo Raps wurde je nach Beschaffenheit mit 20.— bis 22.— Mk. Rüböl und Kuchen unverändert. 60 62 # 96 5 bezahlt. 50 II. Neuß, 21. Sept. Produktenmarkt. Infolge der höheren und festeren auswärtigen Berichte verkehrte der hentige Produktenmarkt in ruhiger abwartender Haltung. Vorrätige und nahe Ware war immer noch gesucht und höher bezahlt. Preis=Notierungen(frachtfrei Neuß): Weizen, Landware 1. Qual. 20,40, 2. Qual. 19,40, ausländ.. Qual. 23,50, 2. 22,50, Roggen, Landware 1. Qual. 14,80, 2. Oral. 13,80, ausländ. 1. Qual. 18,—, 2. Qual. 17,—, Hafer, Landware 1. Qual. 14,80, 2. Qual. 13,80, ausländ. 1. Qual. 18,—, 2. Qual. 16,00, Futtergerste 1. Qual. 12,00, 2. Qual.—.—, Mais, runder 15,50, Cinquant 17,50, Weizenmehl 000 ohne Sack 28,25, Roggenmehl ohne Sack 22,00, Weizenkleie ohne Sack 10,00 bis 8,50, Weizen=Grand ohne Sack 10,00 bis 8,50, Bollmehl ohne Sack 12,— bis—.—, alles per 100 Kg., Leinmehl mit Sack 176,—, Baumwollsaatmehl mit Sack 158,—, Palmkuchen 127,—, Rübkuchen, große 90,—, kleine 94.—. Erdnußkuchen, Coromandel 140,—, Rufisque 155,00, alles per 1000 Kg., Rüböl ohne Faß 59,00, Leinöl 90,50, alles per 100 Kg. Köln, 21. Sept. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 61,00 B., Okt. 60,00 B., 59,50 G. Luzernerheu 8,00—8,50, Wiesenheu 5,80—6,50, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,00—4,20, Krumm= und Preßstroh 2,40—3,00 die 100 Kil. Mörs, 20. Sept. Fruchtmarkt. Weizen 1. Qual. 20,40, 2. 19,40, Roggen 1. Qual. 14,50, 2. 13,50, Gerste 12,80—13,00, Hafer 15,00—17,80, mittel—.—, Kartoffeln, weiße 0,00, rote 0,00, Grasheu 6,00, Kleeheu 7,00, Richtstroh 5,00, Krummstroh 4,00 M. per 100 Kilo. Leinmehl im Kleinhandel 18,00, per Waggon 17,80, Baumwollsaatmehl 17,60 resp. 17,20, Kleie 11,00 resp. 10,80, Kokoskuchen 16,50 resp. 16,20. Berlin, 21. Sept. Fruchtmarkt. Weizen Sept. 204,00(204,00), Okt. 202,50(202.25), Dez. 203,50(203,00). Roggen Sept. 151,50(150,25), Okt. 152,00(000,00), Dez. 155,50(155,00). Hafer Sept. 000,00(146,75), Dez. 000,00(000,00). Mais Sept. 000,00(000,09), Dez. 000,00(000,00). Weizenmehl 24,75—28,00. Roggenmehl 18,60—21,10. Rüböl Sept. 00,00 (00,00), Okt. 58,40(5“,60), Dez. 58,.30(58,60). Hamburg 21. Sept. Weizen fest, Mecklenburger und Ostholsteiner Sept.=Okt. 205. Roggen stetig, Mecklenb. und Altmärk. 135—155, russ. cif 9 Pud 10/15 Pfd. Sept.=Okt. 106. Gerste stetig, südruss. eif Sept. 95,00. Hafer ruhig, Holsteiner und Mecklenb. 160—175. Mais matt, amerikan. mixed Sept. 110,00, La Plata cif Sept.=Okt. 101.50. Rüböl stetig, 61,00. Spiritus fest, Sept. 22,00 G., Sept.=Okt. 21,50 G., Okt.=Nov. 21,50 G. Vetroleum(amerikan.) spez. Gewicht 0,800 schwach, 6.00. Salpeter stetig, 8.90, Nov.=Dez. 9,07½, Febr.=März 9.35. Hamburg, 21. Sept. Kaffee stetig, Sept. 48¼, Dez. 47¾, März 46¾, Mai 46 3/4 G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. Bremen, 21. Sept. Schmalz, vorr., Tups und Firkins 66, Doppeleimer 67. Höher. Antwerpen, 21. Sept. Kaffee fest, Sept. 61¼, Dez. 61¼, März 60¾, Mai 60¾. Hull, 21. Sept. Baumwollöl o. F. rohes 31 S. 4½ D., raff. 3 S. 9 D., raff. Dez.=April 29 S. 9 D. Leinöl o. F. 44 S. 0 D., Okt.= Dez. 43 S. 6 D., Jan.=April 40 S. 6 D. Soya=Bohnen=Oel 32 S. 6 D., Jan.=April 32 S. 0 D. London, 21. Sept. Metallmarkt. Kupfer matt, Chili=Bars, good ordin. brands L. 54.15.—, 3 Monate 55.10.—. Best Selected 59.—.—. Elektrolit 57.15.—. Zinn schwach, Straits 156.10.—, 3 Monate 156.—.—. Blei fest, span. 12.13.9, engl. 13.—.—. Zink fest, gewöhnl. Marke 23.7.6, bessere Marke 24.5.—. Antimon, Regulus 29.—.—. Aluminium 73.—.—. Tagesumsatz in Kupfer 1300 To., in Zinn 900 To. Chicago, 21. Sept. Getreidemarkt. Weizen Sept. 96⅝(97), Dez. 100½(100¾), Mai 106¼(106½), Juli—(—). Mais Sept. 52⅞8 (54½), Dez. 51(52⅜), Mai 54⅜(55½), Juli—(—). Hafer Dez. 34⅝8 Sept. 2.73½(2.72½), Okt. 2,65(263½)..— Tert 105(1047) New=York, 21. Sept. Getreidemarkt. Weizen Sept. 105(104⅞8), Dez. 108⅛8(108¼), Mai 112¼(112⅝8), Juli—(—)., Mais Sept. 61⅛ (61½), Dez. 59⅞(61), Mai 61 3/8(63), Juli—(—). Mehl spring wheat 4,25(4,25). Getreidefracht nach Liverpool 1½(1½). Roggen vorr. 79½(79½). 161 M0— New=York, 21. Sept. Baumwolle. Baumwolle vorr. 13,90(13,75), Sept. 13,82(13,59), Okt. 13,23(13,10), Nov. 13,10(13,04), Dez. 13,14 (13,03), Jan. 13,10(13.—), Febr. 13,13(13,03), März 13,19(13,07), April (—.—), Mai 13.23(13,12), Juni 13,21(13,10), Juli 13,20(13,09). Viehmärkte. Altenessen, 20. Sept. Schweinemarkt. Auftrieb 2878 Ferkel und Faselschweine. Ferkel(Durchschnittspreis) im Alter von 6—8 Wochen 13— 17, 9—12 Wochen 17—34, für Faselschweine 34—55 M. Kohlen. Wagengestellung am 20. Sept. Im Ruhrbezirk gestellt 24886, gefehlt 00.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 744, gefehlt 00.— Saarbezirk gestellt 2778, gefehlt 00.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 1205, gefehlt 00.— Im oberschlesischen Revier gestellt 8697, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken vom 21. September. Amsterdam 4. Belg. Plätze 3 ½/2., Deutsche Plätze 4. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 3. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 4½. Schweiz. Plätze 3½. Wien 4. U, 10.— Schiffs-Nachrichten. Hafenverkehr im Rhein-Erft=Hafen zu Neuß. Angekommen am 21. September 1910. Schiff„Voß u. Langen 1“ Schiffer Verschueren mit Stückgut v. Rotterdam. Schiff„Alida“ Schiffer Drayer mit Leinsaat von Antwerpen. Schiff„Pauline" Schiffer I. Deiß mit Eisen von Quint. Abgegangen am 21. September 1910. Boot„William Egon 28“ Kapitän I. W. Koot m. Mehl n. Frankfurt a. M. Boot„Helvetia 7“ Kapitän Vogel mit Stückgut nach Rotterdam. Schiff„Dr. Otto Wagner“ Schiffer Ernst mit Kohlen nach Rheinau. Schiff„Nerlandia“ Schiffer Hekmann mit Rübkuchen nach Odense. Offentlicher Wetterdienst der Dienststelle Aachen(Metereologisches Observatorium). Wetteraussichten für den heutigen Tag: Vorwiegend noch trocken, wechselnde Bewölkung, Nachts kühl. Louis Dresen, Neuss, Niederstrasse 16, Niederstrasse 16, empfiehlt seine bewahrten Fahrräder und Nähmaschinen. Alle Ersatz- und Zubehörteile. Reparaturen fachgemäss, prompt, preiswürdig. Wasserstands-Nachrichten. Köln, 21. September. 7 Uhr vormittags, Rheinhöhe 3,14 gest. 0,06 m Wesel, 21. September. 9 Uhr vormittags; Rheinhöhe 2,35 gef. 0,00 m Trier, 21. September. 7 Uhr vormittags, Moselhöhe 0,70 gef. 0,00 m Anton Elfers, Neuss, Oberstrasse 91. Kupferschmied— Pumpenmacher. Gas-, Wasser-, Dampf-, Kanal-Anlagen.— Klosets. Gasglühlicht.— Gaskocher. Tel. 646. Bade-Einrichtungen. Tel. 646. Geschäftliches. Für die Küche finden die Hausfrauen vollständige Einrichtungen in den Lägern der Firma Peter Nauen, Eisenwaxenhandlung und Haushaltungsgegenstände. Das Geschäft befindet Bekanntmachung. Zur Erhaltung der Sicherheit und Ordnung gelegentlich des Wettrennens am 25. und 26. September cr. werden hinsichtlich des Droschken= und sonstigen Wagenverkehrs zwischen dem Rennplatz, sowie auf den Haltesteilen folgende Anordnungen getroffen: A. Auffahrt der Wagen vor dem Rennen von 2—3½ bhr nachmittags. Die dem öffentlichen Verkehr dienenden Wagen nehmen der Reihe nach, wie sie ankommen, in der Krefelderstraße, dem Stationsgebäude gegenüber, Aufstellung und fahren die Krefelderstraße hinauf bis zur Hessentorbrücke, wo die Fahrgäste aussteigen. Die leer zum Bahnhof zurückfahrenden Wagen fahren von dort durch die am städtischen Lagerhause entlang führende Straße, die Rhein=, Rheintor=, König=, Bleich= und Bahnstraße zur Bahnunterführung an der Krefelderstraße. Ueber die Hessentorbrücke dürfen nur die Privatwagen pp. fahren, welche an der von dem diensttuenden Polizeibeamten angewiesenen Stelle Aufstellung nehmen. In der entgegengesetzten Richtung dürfen in der Zeit von 2—3½ Uhr Fuhrwerke die Brücke nicht befahren. Die zum Wagenpark des Rennplatzes fahrenden Wagen nehmen ihren Weg durch das Obertor, die Kölnerstraße und den Obertorweg über die Wiese. B. Abfahrt der Wagen nach dem Rennen von 6½/—.72 Uhr abends. 1. Die vom Wagenpark des Rennplatzes abfahrenden Wagen pp. nehmen ihren Weg über die Wiesen, den Obertorweg, die Kölnerstraße, durch das Obertor in die Stadt. 2. Die dem öffentlichen Verkehr, dienenden Wagen nehmen auf dem Markte an der von dem diensttuenden Polizeibeamten bezeichneten Stelle Aufstellung und fahren den Büchel hinunter. Die leeren Wagen fahren vom Bahnhofsvorplatz über die Bahn=, Bleia=, König= und Rheinstraße zum Markt und nehmen dort der Reihe nach, wie sie ankommen, Aufstellung. Die Hessentorbrücke ist von 6 Uhr ab bis nach Räumung des Rennplatzes für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. C. Im Allgemeinen wird bestimmt: Zu den unter A und B angegebenen Zeiten dürfen in den Straßen mit starkem Verkehr Fuhrwerke aller Art nur langsamem Trabe und da, wo es besonders angeordnet, nur im Schnitt fahren. Kraftwagenführer und Radfahrer haben so langsam zu fahren, daß die Fahrzeuge sofort zum Halten gebracht werden Zur gewerbsmäßigen Personenbeförderung werden nur solche Wagen zugelassen, deren Besitzer und Führer sich im sitze der nach der Droschken= Ordnung vom 6. Mai 1908 erforderlichen Erlaubnisscheine befinden. Neuß, den 21. September 1910.„14.1Ar Die Polizei=Verwaltung. Der Bürgermeister. In Vertretung: Dr. Beitzen. Wie man sich bettet, so schläft man! Preiswerte Bettwaren Wir offerieren in Nachstehendem eine Zusammenstellung fertiger Betten in grosser Preiswürdigkeit. Trotz der billigen Preise stehen wir für die Güte und Dauerhaftigkeit der Bezüge, Füllkraft der Federn und saubere Näharbeit vollkommen ein. Oberbetten 1½ schl. Oberbett gut-A gestreifter Barchent mit 1) 6 Pfund Federn 50 Unterbetten 2 Schl. Unterbett aus gutgestreiftem Barchent □) mit 6 Pfund Federn 1½ schl. Oberbett aus prima gestr. Cöper-Barchent m. 6 Pfd. Federn 255 M. 1½ schl. Oberbett aus rotem Inlett mit 6 Pfd. Halbdaunen 4 00 A 2 schl. Oberbett aus gutgestreiftem Barehent mit 8 Pfund Federn 8 75 A 2 schl. Oberbett aus prima gestr. Cöper-Barchent mit 8 Pfund Federn 2 25 A 2 schl. Oberbett aus sol. rotem Inlett mit 8 Pfd. kl. Enten-Halbdaunen 9 75 A 1½ schl. Unterbett aus— prima gestreift. CöperInlett mit 6 Pfd. Federn 75 M 1½ schl. Unterbett aus 4 400 A rotem Inlett mit 6 Pfd. ILI Halbdaunen A Kissen Kissen aus Barchent mit Federn solidem 2 Pfund M Kissen aus gutem Cöper- 025 Stouts mit Federn zwei Pfund A Kissen aus rotem Inlett mitt 2 Pfund Federn 2 75 A 2 schl. 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