Erscheint eglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Bezugspreis vierteljährlich einschließlich der täglichen Beilage „Bunke Blätter" In Neuß 1,50 Mk., durch die Post bezogen 1.65 Mk. mit illustriertem Unter altungsblatt 1.80 Mk., urch die Post bezogen 1,95 Mr. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Neußer Zeitung Druck und Verlag von Rob. Noack, Neuß, Amtliches## Kreisblatt Geschäftsstelle: Neuß, Neustraße 1. Fernsprecher 57. Nr. 198. Mittwoch, den 31. August 1910.(Raimund.) Angeigen 15 Pfg. die 7 gespaltene Petitzeile, kleinere lokale Anzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Eigene Plakatsäulen. 89. Jahrg. Politische Nlachrichten. Koloniales. (!) Kolonialwirtschaft. Am Schlusse einer Reihe von Aufsätzen über Kolonialwirtschaft, die im„Reichs=Arbeitsblatt erschienen sind, heißt es: Die mitgeteilte Kolonialstatistik ergibt, daß unser Kolonialbesitz, obwohl fünfmal so groß wie das Mutterland, an dessen Ueberseehandel zwar zurzeit erst mit einem sehr bescheidenen Bruchteil beteiligt ist, daß aber hier Entwicklungsmöglichkeiten vorliegen, welche zu der Hoffnung berechtigen, in absehbarer Zeit notwendige und wertvolle Stützpunkte für unsere nationale Volkswirtschaft zu gewinnen und jene Abhängigkeit vom Auslande erheblich abzuchwächen. Allerdings galt bis vor kurzem die Anschauung— und es gibt wohl noch heute solche Ansichten—, unsere Kolonien wären wertlos und die für die aufgewandten Mittel kediglich fortgeworfen, weil wir bei Aufteilung der Welt als die Zuletztgekommenen nur das erhalten hätten. was andere übrig gelassen hätten. Dem ist zunächst entgegenzuhalten, daß nach den gegebenen statistischen Vergleichen unsere Kolonien, trotz anfänglicher Mißgriffe und mehrfacher Aufstände, zum Teil eine raschere Entwicklung zeigen, als heute blühende Nachbargebiete alterer Kolonialmächte. Sind wir aber bei Aufteilung der Kolonialgebiete die letzten gewesen, so war dies unsere eigene Schuld, da die früheren Pläne„königlicher Kaufleute" und vorausschauender Staatsmänner, dem geeinten Deutschland rechtzeitig solchen Besitz zu sichern, in der Nation keinerlei Widerhall fanden. Ist neuerdings hierin ein erfreulicher Wechsel eingetreten und die Notwendigkeit einer unserer Volkswirtschaft ergänzenden Kolonialwirtschaft erkannts worden, so gilt es jetzt, das früher Versäumte mit doppelter Energie nachzuholen und, soweit uns wirklich schwierigere Gebiete zugefallen sind, der Außenwelt zu zeigen, daß deutsche Eigenart auch solche Schwierigkeiten zu überwinden vermag. Haben deutsche Wissenschaft und Technik sich einen Weltruf erworben, so finden sie gerade hier ein weites Feld praktischer Betätigung zum Nutzen und Frommen der ganzen Nation. Bieten Eigenart und Kulturfeindlichkeit tropischer Kolonien ihrer Entschließung und Angliederung an die Kultur des Mutterlandes außerordentliche Schwierigkeiten, so liegt darin ein um so größerer Anreiz, mit Hilfe einer überlegenen Kultur dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Hier zeigen sich Aufgaben nicht bloß materieller, sondern auch ideeller Art, an deren Lösung mitzuwirken alle Kräfte der Nation berufen sind, mögen sie als Vertreter von Handel, Industrie und Landwirtschaft, oder als solche der Beamtenschaft, Wissenschaft und Kunst tätig werden. Sie alle mögen in vereinter Arbeit zeigen, daß deutsche Beharrlichkeit, Gründlichkeit und Arbeitslust auch etwaige Mängel, die unsere Kolonien anderen gegenüber haben mögen, auszugleichen vermögen. Ansätze hierzu lassen sich trotz der Jugendlichkeit unserer Kolonien schon überall erkennen... Andere Probleme, die schon mehr auf ideelles Gebiet hinüberführen, bietet die kulturelle Erziehung der Eingeborenen sowohl in körperlicher wie in geistiger Beziehung, wobei der Arzt ein ebenso wichtiger Mitarbeiter ist wie der Missionär, Beamte und Offizier; ferner für alle solche, die hinausgehen, die eigene Anpassung an die veränderte Lebensweise in den Tropen, die eine besondere Stählung des Körpers wie des Charakters erfordert, um dort allen Anforderungen gerecht zu werden; des weiteren die wissenschaftliche Erforschung der weiten noch unbekannten Gebiete, nicht bloß für die unmittelbar praktischen Zwecke der wirtschaftlichen Erschließung, sondern 3) Eine Erzählung von der Ruhr. Von Erich Feldhaus. Und nun! Ewerling atmete schwer und tief auf! Was nun:„Ich muß Landmann werden, lieber Vater, ich muß! Ich muß zurück zur Scholle. Wir gehen hier ja alle früh oder später zu Grunde. Ich will mich befreien von diesem Hetzen und Jagen! Ich will mir einen Sitz schaffen, auf dem auch meine Nachkommen noch an mich denken sollen.“ Krauses, phantastisches Gerede! Da sprach jener verrückte Alte aus dem Jungen, jener Professor Hillringhaus, der irgendwo aus einem Bauerndorf stammte und lieber dort geblieben sein sollte. Der Mann redete gegen die Industrie, schalt sie und ihre Erzeugnisse und erklärte das alles für überflüssig; Bodenkultur sei das einzig Wahre! Lokomotiven, Dampfschiffe, Telephon—— alles überflüssig!! Ueber das feine, nun wieder abgeklärte Profil Ewerlings ging ein scharfes Auflachen. Der Tor! Man hätte dafür Sorge tragen müssen, daß der Mann mit seinen kulturwidrigen Reden schleunigst in Pension geschickt würde, ehe er noch mehr Unheil damit anrichtete. Jetzt war das zu spät, Hillringhaus trat ohnedies in den Ruhestand. Daß man das Treiben dieses rückständigen Menschen nicht rechtzeitig beobachtet hatte! Aber wer konnte denn ahnen.....“ Und unterstützt hatte man den Sohn noch in seinen Plänen. als vielleicht noch alles unreif schlummerte! Wie hatte er doch so hübsch gebeten:„Vater diesmal in den Ferien nicht wieder an die See!“ Die Mutter, die ihr geliebtes Norderney ungern entbehrte, hatte den Wunsch des Sohnes dennoch unterstützt, nur um ihm eine Liebe zu tun. Und so war man ins Sauerland gezogen, in irgend solch ein stilles Bergdorf von einigen hundert Ackerbauern, ohne viel Anregung als Wälder und Wasser, Berge und Täler. Der guten Luise war es eigentlich etwas langweilig gewesen. Ihm hatte die Luft schließlich auch hier wohlgetan. Aber Wolf, ja Wolf, der hatte geschwärmt wie ein Backfisch. Er war nach der anstrengenden Schulzeit geradezu aufgelebt, in wenig Wochen aus einem Knaben ein kräftiger Jüngling geworden! Es war eine Freude gewesen! Und nun? Und nun?„Ich fühle, daß ich zur Scholle zurück muß! auch zur Bereicherung unserer wissenschaftlichen Erkenntnis. Und welche Fülle des Stoffes und der Anregung bietet hier nicht gerade die Eigenart und der Reichtum der Tropen. nicht zum wenigsten auch dem Künstler, dessen Schaffen unsere Kolonien ein ebenso eigenartiges wie dankbares Gebiet erschließen. Auch hier gibt es bereits verheißungsvolle Ansätze praktischer Betätigung, indem schon eine Reihe geachteter Künstler diesen Weg mit Erfolg betreten und durch ihre Schöpfungen nicht wenig dazu beigetragen haben, das Interesse und Verständnis für das Kolonialwesen in immer weitere Schichten der Bevölkerung hineinzutragen. Ein wie weites Feld hier aber der Kunst sowohl wie dem Kunsthandwerke noch offen steht, lehrt die künstlerische Aufmachung der Kongoausstellung bei der Brüsseler Weltausstellung. Endlich bieten die Kolonien zahlreichen tüchtigen Kräften, denen die Heimat bei de Ueberfüllung vieler Berufsarten die volle Entfaltung ihrer Leistungsfähigkeit versagt, ein weites Feld zur Betätigung, ohne das sie wie in früheren Zeiten deshalb dem Vaterlande verloren gehen. Im Gegenteil werden solche Ueberseebeziehungen auch denen, die daheim bleiben, den Blick weiten, das Interesse für die Kolonien verallgemeinern, das nationale Zusammengehörigheitsgefühl vertiefen und so den Grund zu einem sich eins fühlenden„größeren Deutschland“ legen. So werden unsere Kolonien der Prüfstein dafür sein, ob unser Volk sich all den Aufgaben gewachsen zeigen wird, deren Lösung ihm noch bevorsteht. Gelingt es ihm, wie wir zuversichtlich hoffen, diesen Befähigungsnachweis zu erbringen, so wird man den seinerzeit so bespöttelten Kolonialerwerb mit Recht nicht nur als einen wirtschaftlichen, sondern auch als einen ethischen Gewinn für die gesamte Nation bezeichnen dürfen. Die Entwicklung der Eisenbahnen in Preußen. Zur Zeit des Abschlusses der ersten großen Eisenbahnverstaatlichung 1879/80 unterschied man zwei Hauptarten der dem öffentlichen Verkehr dienenden Schienenwege: die Haupteisenbahnen und die Sekundär= oder Nebeneisenbahnen. Die Haupteisenbahnen dienen dem allgemeinen durchgehenden Verkehr zwischen den großen Verkehrsmittelpunkten und sind demgemäß so ausgerüstet, daß sie eine größtmögliche Fahrgeschwindigkeit zulassen. Die Nebeneisenbahnen dienen als Zufuhrlinien zu den die Hauptdurchgangslinien darstellenden Haupteisenbahnen, indem sie die abseits der Hauptbahnen liegenden Landesteile verbinden und so dem Verkehr erschließen. Durch das Gesetz vom 28. Juli 1892 wurde eine dritte Gruppe von Schienenwegen geschaffen, die Kleinbahnen. Es sind dies Bahnen, die vorwiegend dem örtlichen Verkehr eines Gemeindebezirks oder mehrerer benachbarten Gemeindebezirke dienen und mangels ihrer Bedeutung für den allgemeinen Eisenbahnverkehr des für die Haupt= und Nebenbahnen geltenden Merkmals entbehren, Glieder eines einheitlich zu verwaltenden Bahnnetzes zu bilden. Nach Abschluß der ersten großen Verstaatlichung 1879/80 ging Preußen bei Behandlung der Frage des weiteren Ausbaues des Eisenbahnnetzes von der Auffassung aus, daß die für die Vermittlung des großen allgemeinen Verkehr erforderlichen Hauptbahnen— bis auf einzelne Ausnahmen— hergestellt und wesentliche Erweiterungen des Bahnnetzes nach dieser Richtung vorab nicht erforderlich seien. Um so dringender war das Bedürfnis, auch die seitlich der Hauptbahnen gelegenen Landesteile, die minder volkreichen Städte und verkehrsärmeren Gegenden an die großen Verkehrswege durch Nebeneisenbahnen anzuschließen. Die Durchführung dieser Aufgabe ist in den Das Leben hier in den Häusern, die uns nicht gehören, ist für mich schrecklich. Wir ziehen ein in fremdes Gut, ziehen wieder aus und so ein und aus unter ganzes Leben lang. Nichts bleibt uns haften als der Gedanke an Straßen und Hausnummern.“ Das war altklug herausgekommen, viel zu gereift für einen Achtzehnjährigen!—„Nichts bleibt wie Straßen und Hausnummern!“ Ewerling war längst wieder ins Stadtinnere gelangt, er hatte schon eine der Hauptstraßen, die vom sonntäglichen Abendlärm durchzogen in hellem Glanze da lag, überquert und war in ein älteres Viertel hineingeraten. Unwillkürlich, ohne festes Ziel! Und nun stand er plötzlich vor einem schmalen dreistöckigen Gebäude in schwachbeleuchteter Nebenstraße. Nur drei Fenster Front, unten ein kleines Weißwarengeschäft, die einzelnen Geschosse wohl von einfachen Beamten, von Handwerkern bewohnt. Er war Jahre lang nicht in dieser Gegend gewesen. Sein Weg führte stets vom Werk nach Hause und umgekehrt. Und gab es Vergnügungen oder Einkäufe, hier fand man zu beiden keine Gelegenheit.— Wie hieß doch die Straße Richtig: Rosenstraße. Wohl, weil auch nicht eine Rose sich hier blicken ließ! Und das Haus? Nummer 3?. Rosenstraße 3, zwei Treppen! Das war es! War jenes stillbescheidene Haus. in dem der junge Werkbeamte vor wohl 25 Jahren die erste Unterkunft gefunden hatte. Rosenstraße 3, zwei Treppen! Wie hieß doch die alte Witwe? Meyer oder Müller oder so ähnlich. Hinten heraus lag das Zimmer. Und billig, mußte es gewesen sein. Wer heute dort wohnen mochte? Er trat in die Haustüre: Obermann, Postschaffner! Was der Postschaffner wohl mit „seinem“ Zimmer angefangen hatte, dem kleinen Raum, wo die vielen Bücher umherlagen und der Blick so über die Dächer und in die Höhe ging! Ewerling hatte eine eigentümliche Stimmung überfallen! Einmal das Heim sehen, wo er vor 25 Jahren..... Nein, das wäre ja lächerlich gewesen und die Ernüchterung wäre gewiß auf dem Fuße gefolgt. Und doch! Ihn zog es in den halbdunklen Flur. dem rote und blaue Scheiben einer Abschlußtür seltsame Lichter gaben. Und in dem stillen Dämmern, das nur von leisem Kinderweinen durchbrochen wurde, stand der Mann in seiner eleganten Kleidung— versunken und sinnend. Hier oven.... einn.... und dann, wie war es später geworden? Die Wohnung da draußen in der Friedensstraße, folgenden Jahren, zum Teil unter finanzieller Beteiligung der örtlichen Interessenten, ununterbrochen fortgesetzt worden. Der Ausbau ist planmäßig nach Maßgabe der Dringlichkeit erfolgt, zugleich mit dem Bestreben, die einzelnen Landesteile tunlichst gleichmäßig mit den notwendigen Schienenwegen auszustatten. Fast alljährlich wurden Mittel hierfür beim Landlage angefordert. Sie belaufen sich bis einschließlich 1909 im ganzen auf 1731000000 Al. im Jahresdurchschnitt also auf 59700000 M. Eröffnet wurden bis einschließlich 1909: im Jahresdurchschnitt 1880/89 im Jahresdurchschnitt 1890/99 im Jahresdurchschnitt 1900/04 im Jahre 1905 im Jahre 1906 im Jahre 1907 im Jahre 1908— im Jahre 1909(bis anfangs März 1910) 713 km Auch das Netz der Hauptbahnen ist, soweit erforderlich, ergänzt worden, und zwar sowohl durch das Legen zweiter, dritter usw. Gleise wie auch durch den Bau neuer Linien, sei es zur Entlastung bestehender Strecken, sei es zur Schaffung neuer abkürzender Verkehrswege zwischen bestimmten Verkehrsgebieten.„ Wie sich infolge dieser außerordentlich hohen Aufwendungen rein kilometrisch der Staatsbahnbesitz seit 1880 erweitert hat, ergibt sich aus folgendem: Es waren im ganzen an vollspurigen Staatsbahnen in Preußen— ohne die in außerpreußischem Gebiete, belegenen Staatsbahnstrecken— im Betriebe: am 1. April 1880. Hauptbahnen 9569,9 km Nebenbahnen. 1 266.8 km 421 km 446 mk 499 km 662 km 610 km 402 km 628 km am 1. März 1910 Hauptbahnen Nebenbahnen im ganzen 10 836.7 km 18991.2 km 13 802.1 km im ganzen 32793.3 km Von dem Zuwachs entfallen auf Neubau 12 945.5 km und auf Verstaatlichung 9011,1 km. Insgesamt besaß die preußischhessische Eisenbahngemeinschaft am 1.März 1910= 36 845,6 km Eisenbahnen. Die in der letzten preußischen Landtagssession verabschiedete diesjährige Nebenbahnvorlage sieht wiederum eine Erweiterung des Bahnnetzes um 314,2 km vor. wovon 23 km Hauptbahnen, der Rest Rebenbaynen sin. Die Verwaltungsbeamtenschule. Der hauptamtliche Lehrer der Düsseldorfer Verwaltungsbeamten= Schule, Herr Stadtsekretär Quadt, hielt, wie an anderer Stelle bemerkt, in der Hauptversammlung des ZentralVerbandes der Gemeindebeamten Preußens in Essen einen Vortrag über die Verwaltungsbeamtenschule, dem wir folgendes entnehmen: Die Bestrebungen nach einer besseren Vorbildung der mittleren Gemeindebeamten sind schon ziemlich alt. Im Jahre 1891 führte die Stadt Düsseldorf, dem Beispiel verschiedener großstädtischen Verwaltungen folgend, für die Anwärter auf eine Assistenten= oder Sekretärstelle im Verwaltungs= und Kassendienste Prüfungen ein, die unter Zugrundelegung einer Prüfungsordnung von einer dreigliedrigen Kommission abgeschon besser, und die am Stadtgarten, der demals neu erstanden war, schon fein und dem Oberingenieur gemäß. Und. die„elegante Junggesellenwohnung“ irgend wo in der Neustadt, die den Direktor als Bräutigam gesehen. Erinnerung, Erinneruns an allen Ecken! Die erste Wohnung des jungen Ehepaares, schön und geräumig. die zweite, schon eleganter— und nun, als das Werk groß wurde, als die brasilianischen, die japanischen, die mexikanischen Bestellungen kamen, als das erste Tausend der Arbeiter zum zweiten anschwoll, zum dritten aufschnellte— die Villa, deren Hälfte man jetzt bewohnte. Ob man dort bleiben würde? Oft war schon von Luisens Seite ein großes allein bewohntes Heim gewünscht worden. Irgend wo eine prächtige Landhauswohnung im neuesten Viertel. Nur ihn, den aus kleiner Arbeit groß gewordenen, störte der Gedanke an den zunehmenden Luxus. Aber Luise würde wohl siegen. Dann wäre abermals ein Heim in die Vergangenheit versunken! Das siebente! War das achte das letzte? Was würde noch kommen? Er würde alt werden, immer älter und unbrauchbarer. Und Luise, die schöne, noch so jugendwarme Luise würde—..... Einmal mußte dies Ende— Und dann, und dann? Ueber des einsam dastehenden MannesAeußere huschten schmerzlich=wehmütige Linien! Er liebte das Leben, die Tat, liebte sein Werk.— Und dann? Die Frage kroch wieder aus einer dunklen Ecke des Hausflurs heran: Und dann?— Ja, dann würden die Möbel und Wertstücke versteigert werden und in alle Winde flattern und die Villa würde neu tapeziert und neu gestrichen und ein Schild zu vermieten“ würde verkünden, daß das Spiel von neuem beginnen könne.„Nichts bleibt wie Straßen und Hausnummern.“ Hatte Wolf doch recht? War wirklich all' das Streben eitel, töricht, alles Wahn?— Eine Tür knirschte in den Angeln! Hastig erschreckt eilte Ewerling ins Freie, dem nächsten Plätze zu. Da stand eine Droschke. Der Kutscher oöffnete eilfertig den Schlag.„Opernhaus.“ Der Wagen rasselte vor die Pforten des Palastes am Opernplatz. Der Portier stürzte dienernd herbei. „Wie weit ist man?"„Im zweiten Akt, Herr Direktor, jetzt gerade ist„Elsa“ aufgetreten.“ (Fortsetzung folgt.) Beante sich mit den wesentlichen Teilen der Hesetgebung sowie der Strap gaß ist die Stadt Diseldorf ale Unternehmerin Dun Si. slsenesen, Votchristen üder den Gechschelied dei eisch vereatekeislr eeugerige in Zsedut um Sächkens hinreichend vertraut gemacht hatte. 1 Stadt Vernkung ain gadan. gv. aden dieses Arteit legte die Stadt Berufung ein, indem sie u. a. ausführte, objektiv sei überhaupt nicht festgestellt, daß ein ursächlicher Zusammenbang aue Gringen i. nuns und dem Herausstürzen oder Her ####pringen de. Klagers aus dem Wagen bestehe. Wenn der Ve.### erörterte, daß die Lichterscheinung von gan hauptung des Klägerg aers,. ete io scheide er damit die Behauptung d.„lagers,“ er sei von einer langen Stichflamme getroffen und habe einen elektrischen Schlag erhalten als unerwiesen aus. Der Anlaß des Unfalles könne auch ein sständ Seit Sassit, der Lichterscheinung zufallender Schwächezustand oder Schläfrigkeit gewesen sein. Es habe sich um eine uiag Persasernz die zn biser Form nach heute besiehen Sehscscse e eie. e ei. des Sesten ie Seshle Arbeitsteilung die Gefahr für die BeZu weiden, Heionders groß istr Wenn di. Prn bemächtigte sich ihrer während des Studium eine nerwose Un materieller Bezietung, so führte das Oberlandesgericht u. Sreschoise de; Sctiscaelsichent, Veneieistfahne die Aawed. barkeit des§ 1 des Reichshaftpflichtgesetzes mit Recht angenommen und die Behauptung, daß eigenes Verschulden Klagers bei dem Unfall mitgewirkt habe, für widerlegtz, erachten sei. Es könne dahingestellt bleiben, ob der Kläger durch einen elektrischen Schlag aus dem Wagen herausgeschleudert oder abgesprungen sei da in Auguste, Wittoriaheim 2. Pagi.. 12 Uhr' neinsam ausgenommen worden. Den mugtbent 2. Ersole geesescsces s ccs echce Jates ase der gerientuie Biseg, Eericheisgungen hect in ase elce secie echre e ere Sesiane esheaicen de Saesie, Kasin Saich de Verseg, Re Argengesesgebung gelechrt verden. Diese Kurse Re e cecece Sescsecs e ecescsccce esce eäche e chäse h ce ech e ece e ece se el ce esc e Sescschchesce esce sche he es le seche cese ausf den tihgfigen Verze aengrue, und Kroziuzielagnte Der Redner schloß mit folgenden Worten: Wie Sie aus escschsch sesscce Reschse e e ce Veamten ldergaeben Benden. Die Alksesten die du. Ttilse. Pesteinse ber ie. Leite Hon auf den Gechsete der Serlbiwver beamter und ir Diens g.d. Pes, gensverwaltung, als Standesund wichtigen Geschäften bedürfen. Hierin lieat keine Roderscscscecee hält Herr Superintendent, Slin.. e Hauptvortrag 3 Uhr ab in der Stadthalle) es= 3gochmittags von und eigenen Eindrücken wird der S.arttocticher Anscaauung Frauenleben im Orient bieten a. 8 der aus demn Verhältnissen dort der evangelicher de aus den besonderen Aufgaben beleuchten. Aug geu Sen Frauenwelt erstehenden liche Arbeit wird es nicht fehler Auu a auf die beimatalle Mitglieder der Frauenbien. 3gden Verkommlungen knd vinz zählt über 300 Vereine d Rheinproliche Programm erbitte man na z.— Dus ausführ: (Kaffeetrinken 75 Pfg. richten sind auweise zwecks Fahrpreisermäßigung zu denen Kongreßz für öfentiche Firsa.e Kovenbagen kattgefunSelit. s er ier erilinr Burerse und Praur Baoug Restentead Gchasl. In nbestad Kason srbernd ud Frauenhülfe die Versoraung unse deinnend, dur die Resalick, Herlel I. Rasa, Secsen, Kadeagnre, Voeziurer Preuser. ausgedepnt und ir 36 Kursen nachtte Suriuge Landgemeinden sei mirgeteilt, daß der 4 ö-shssel hähscht Kbesketh e hülfe sad der Slermne verskesse Pentre.—=ubung den. Gesirs Kese e, i se, esese chesieie scste iscäie s e scs sc Rese e cecäe eäe ese e ece ece anzuhalten. Dabei ist fü Frische Luft im“ g Intersäik eir clats ruict onn im elgemesen zur Masenain Betriebs“ prungen set, de auch in lezterem Falle lebsunfall vorliege, für dessen Folgen die Straßenbahn aufzukommen habe. Die Beweisaufnahme habe E####an ice Aufklärung darüber erbracht, daß von eige nem Verschulden des Klägers nicht die Rede sein könne. Sowie der Betriebsingenieur hätten zugegeben, daß die Feuererscheinung in der Nacht schlimmer ausals sie in Wirklichkeit gewesen sei. und daß das Publikum wohl dadurch habe erschreckt mordon darauf aver komme es für die Frage des eigenen sszimn Gesaßte L.rgs. 2eiektiven Sachlage für das Pub. die Gesamtheit d. gmstzstegdern wie die Erscheinung auf die Gesamtheit der Mitreisenden gewirkt habe. In dieser gune duu g, estgestelt, daß die Insasen des Wagens hätten, die bis in das Innere des Wagens ging, und daß alle in Anast und ob die Behauptung eit S 2., dak ne derauszukommen. „#ie Behauptung eines Zeugen, daß der ganze Wagen voll ich.“ Sdenkall= sei die, g.(estauschung berug, sei unerhebach. Jernsaus sei die Lichterscheinung und die Größe der Flammen derart gewesen, daß das Publikum mit Recht in nurzung 9 gier u..— Freie zu gewinnen suchte. Deshalb sei esese es schoes cechte shecte Sechicse ehsce K echch a. e cn e Klägers überhaupt im ursächlichen Zulammenhang. dar dicht an ihm vorbeigegangen die Frage, ob der oder nicht ein viellicht zu. Ster cfiähert, e fläsere Varstece, burcaus Ge ste, Das Schützenfest im Jahre 1910. C Neuß, 31. August. ### Ziel der Schutzen war gestern Morgen die Scheibenkavelle“ die in diesem Fahet wo die zwei MilitärKönigs= Scheiben= Schießen henmeister Makr prosianierta n.r derpehnis, welches Schidie ständig shsche ese e e ecte ce eche Der Reoue beionte die Prstehsherschusen ghnals sereau, den Lelanzsantericht nicht zu selen. und gab dem freudia von Ver=Sepahngug.ds Sgützensestes 1., 33 Schulturnen und Spiele in freuoig von den Schützen bestätigten Wunsche Schulturnen und Spielen während des Winters genen Melodie. Der Schüler soll angehalten werden, selbnach Noten zu singen. Häusliche Aufgaben sind für dern Bitger, Schizens=lberein sete so treute be iichan——et, wie der diesjahrige Scheibenkönig Dex. Festzug an Nachmittag machte Auf ein das betreffendes Schulzurnen und Spielen während des Winters verrenendes erhailten wert die Abscht ist in den größeren Orten auf dem Lande Räume. 21, schaffen, die neben andern Zwecken auch dem Turnen sollen, wenn die Witterung dies im n Mteäher fersce. Phalide, lshaise lich, Hi ga Keistescesice Säiche ene shs cece esec ece e esehte e ce e ees Staatsbeamten keineswegs zurückstoßen denen der 1####uf den Gabentempel geleitet, rief ihn dor Rarstzuk—.—, rung eur ges#ehrt werden können. Die Gefahren der Wittesüir ihren beiserenr Veruf mitzageben, st Ansfabe der Perans. ae bscha se se ecace erisches haeche uicgete, Perseiz dos risbeien ie Reizst gesan Har Maun 3 Uindigung der übrigen Sieger vorgengnge de VerSieger und preisgekrönte Schützen. Siegerwürde die meisten Kinge und ie iau2t Peltechen, um die Res ee ecee e ceiche Ssse. cchese ecee Gerichtssaal. Straßenbahnunfülle. durch Abspringen in der Bestürzung. Luse in Dsehdert chende die Sirchengrn g.e in u. Jug, lichen Straßenbahnwagen be ntern zweiter wurde dabei Herr Fra Breu k.utoam Vorend, Lokale Hlachrichten. bentgn 2. Unise, Kartäshete, gestbeage in Lostendage 415 rung für die Gesundheit werden in der Regel überschäßt; wenn den, die den Lehrer und So1gzf bungen vorgenommen werSeschsechcesche e e.2 eshsc ese. en Shander etichense Keisahgesen. Vehekr ie. dun dir. Unterrichtsfach in engere Beziehung 2Zu dem eing ToschaPeun zu des. Zeichenunterricht gebracht wird. unce eines tvarih ves, Ipearzeichnens und eine Angiederung leznes thegretischen Teiles, an den mathematischen und des auch in der Wosche an de eu gatgrischen Zeichenunterricht lag eines früheren Erlasses. Dem Zwecke dieses können, wenn die fag#e nach den Lehrplänen von 1901 dem mathematischen und dem Zeichenunterricht eingeräumt sind. In dielem Kasle würde in den beiden Klassen 0 Il und U I eine Verteilung des Lehrpensums des Linearzeichnens in der Weise eintreten müssen, daß das geometrische Darstellen einfacher Körper in schräger und in normaler Parallelprojektion mit Schnitten und Abwicklungen, so wie es bisher schon in dem mathematischen Lehrplan der U II an Realanstalten vorgesehen war, im Anschluß an den stereometrischen Unterricht behandelt, würde, während auf das Maßstabzeichnen und das geometrische Darstellen einfacher Geräte und Architekturformen in verschiedenen Ansichten in jedem der beiden Jahre etwa ein Viertel der für den obligatorischen Zeichenunterricht angesetzten Zeit zu wenden wäre. In entsprechendex Weise würden auf der Oberstufe die spezielle darstellende Gedmetrie, die Schattenlehre und Perspektive einen wesentlichen Teil des mathematischen Pensums bilden, die malerische Perspektive und Schattenkonstruktion aber wie auch die projektivische und perspektivische Darstellung von Geräten und Gebäudeteilen, von Eisenkonstruktionen, einfachen Maschinenteilen, sowie einfache Terrainaufnahmen, eine Aufgabe des obligatorischen Zeichenunterrichtes sein. 0 — Einen billigen Kirmestrank verschaffte sich gestern irgend jemand, der einem Wirt am Hessentorplatz kurzerhand ein Faß„Münchener" stahl. Wettervoraussage. Es ist zu erwarten am: 1. September: Abwechselnd heiter, Strichregen, kühl. 2. September: Veränderlich, ziemlich kühl, Gewitter. 3. September: Abwechselnd, kühl, Neigung zu Gewittern. Vermischtes. * N i e d e r d e u t s c h e B a n k. M i t R ü c k s i c h t d a r a u f, d a ß s i c h bei der Anmeldung von Forderungen, die für die Uebernahme der Banken in Betracht kommen, verschiedene Anstände, die durch Rückfragen erledigt werden mußten, ergeben haben, erschien es angemessen, die für die Uebernahme gestellte auf einige Zeit zu verlängern. Die beteiligten Banken haben sich aus diesem Grunde bereit erklärt, das Ende der Anmeldefrist bis zum 15. September 1910 hinauszuschieben. Bisher sind Anmeldungen von ca. 6300 Gläubigern mit einem Gesamtbetrage von mehr als 5 000000 Mark eingelaufen. Seitens des Herrn Konkursverwalters ist die Anerkennung der Forderungen in dankenswerter Weise außerordentlich beschleunigt worden, sodaß die deutsche Treuhand=Gesellschaft bereits in den letzten Tagen in der Lage war, die entfallenden Beträge in weitem Umfange zur Versendung zu bringen. *„Die Dame auf Reisen.“ In Velhagen& Klasings Monatsheften plaudert darüber Eberhard von Goll: Der Decksteward eines Ozeanriesen erklärte mir einmal, woher es kommt, daß die Amerikanerinnen besser bedient werden als die Deutschen. Liegen die Damen bei bewegter See auf ihren Deckstühlen, nicht gewillt, sich zum Essen in den Speisesaal zu begeben, so wandert der Decksteward, mit dem Menu und dem Notizbuch bewaffnet, von Stuhl zu Stuhl, um die Bestellungen entgegenzunehmen. Die Amerikanerin liest das Menu durch, trifft ihre Wahl und gibt ihre Befehle kurz und klar. Die Deutsche dagegen:„Na, was haben Sie denn heute? Oxtailsuppe?„„ Unmöglich.“ Ich will überhaupt keine Suppe. Und Fisch schön gar nicht. Und ewig diese Muttonchops. Auf Kücken hab' ich auch gar keinen Appetit. Wie ist es denn mit dem Gemüse? Natürlich Büchsengemüse. Sagen Sie, sind die Muttonchops gut? Na ja, dann bringen Sie mir Muttonchops. Oder nein, bringen Sie mir keine Muttonchops. Bringen Sie mir lieber... Ich weiß nicht, ob ich Lachs vertragen werde. Am besten, ich nehme nur etwas Fruchteis. Aber das genügt doch nicht. Also gut, zuerst Oxtailsuppe, dann gemischtes Gemüse... Oder lassen wir die Suppe ganz weg. Ich möchte also Kücken, hören Sie... Aber so laufen Sie doch nicht gleich davon, ich habe mich ja noch gar nicht entschieden!" Der Decksteward(der es übrigens faustdick hinter den Ohren hat) hat natürlich maßlos übertrieben. Ich überlasse ihm daher die volle Verantwortung. Wenden Sie sich an ihn. Es ist ein nettes schlankes Kerlchen. Wenn ich nicht irre, heißt er Schulz. Letzte Tlachrichten und Telegramme der„Hleußer Zeitung“. ! Der Zar in Deutschland. Friedberg(Hessen), 30. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland mit dem Thronfolger und den Töchtern sind um 3 Uhr 29 Min. auf dem Bahnhof in Friedberg eingetroffen, wo sich zur Begrüßung der kaiserlichen Verwandten der Großherzog und die Großherzogin von Hessen eingefunden hatten. Der Empfang, der einen rein privaten Charakter trug, war überaus herzlich. Der Großherzog begrüßte zunächst seine Schwester durch Handschlag und Kuß, darauf seinen Schwager in ebenso herzlicher Weise. Nach der Begrüßung, zu der keinerlei Militär erschienen war, fuhren die Herrschaften in offenen Automobilen durch die reich geschmückte Stadt, vom Jubel der Bevölkerung herzlich begrüßt, nach dem Schloß, und zwar im ersten Automobil die Kaiserin von Rußland mit der Großherzogin von Hessen und dem GroßfürstenThronfolger, im zweiten Automobil der Zar mit seinem Schwager, dem Großherzog, und in einem dritten Automobil die Kinder des Zarenpaares. Die Stadt Friedberg hat reichen Schmuck angelegt, und das freudige Hurra der Menge, die alle Fenster besetzt hielt, gab dem Empfange einen überaus freundlichen Charakter. Dortmund, 30. Aug. In den hier geführten Verhandlungen über die Einführung eines Generallohntarifes für das Brauereigewerbe Rheinlands und Westfalens durch den Boykottschutzverband der Vereinigung westfälischer Brauereien wurde den Arbeitern sowohl die Verkürzung der Arbeitszeit im Winter auf 9½ Stunden als auch eine Generallohnerhöhung bewilligt. Die Brauereilöhne sollen damit eine Höhe von 27 bis 33.50 A für die Woche erreichen. Die Zulage konnte nicht einheitlich gestellt werden, da in einer großen Anzahl der in Frage kommenden Städte erst während des verflossenen und des laufenden Jahres die Löhne erheblich erhöht worden waren, wogegen sie in andern Städten schon seit zwei bis drei Jahren bestand. Da die Arbeitervertreter grundsätzlich auf der Verkürzung der Arbeitszeit auf neun und eine halbe Stunde im Sommer und neun Stunden im Winter bestehen, wurden die Verhandlungen bis Ende dieser Woche vertagt. Hannover, 30. Aug. Die hiesige Polizei hat drei galizische Arbeiter unter dem dringenden Verdachte, in der Nacht zum 19. Juli in der Nähe von Marschwitz bei Deutsch=Lissa in der Provinz Posen einen 18jährigen galizischen Arbeiter durch zahlreiche Messerstiche ermorver zu haben, verhaftet. Die Täter waren nach der Tat nach dem Auslande geflüchtet und später nach Deutschland zurückgekehrt. Einer der Verhafketen hat schon ein Geständnis abgelegt. München, 30. Aug. Von den Mannschaften des 15. Infanteri=eRegiments, das zurzeit in München untergebracht ist, erkrankte gestern auf dem Rückmarsch von einer längern Aebung infolge der Hitze eine große Zahl von Soldaten. Ein Einjährig- Freiwilliger, der anscheinend noch gesund in die Kaserne zurückkehrte, ist während der Nacht gestorben. Zwei Reservisten sind ernstlich erkrankt. München, 30. Aug. Zu den gestrigen Erkrankungen bei dem 15. Infantere=Regiment wird amtlich mitgeteilt, daß etwa 60 Mann, meist Reservisten, auf dem Rückmarsch vom Exerzierplatze erkrankt sind. Bei einem großen Teil handelt es sich um Wundlaufen der Füße, bei den übrigen um Erschöpfung: An hitzschlagähnlichen Erscheinungen ist ein Mann erkrankt. Die Obduktion des in der Nacht an Herzschwäche verstorbenen Einjährigen, der den Marsch ohne nzeichen besonderer Anstrengung mitgemacht hatte, ergab eine ausgedehnte, beginnende Lungenentzündung. h. München. 31. Aug. Nach Schluß der Walküre, als das Publikum gegen 10 Uhr gestern Abend das Prinz RegentenTheater verließ, fuhr ein schweres Lastautomobil, über das der Führer die Gewalt verloren hatte, in die dichtgeorangte Menge hinein. Eine Dame aus San Franzisko wurde getötet, ihre Schwester wurde schwer, andere Personen wurden leicht verletzt. Berlin. 30. Aug. Wie die Norddeutsche Allgemeine Zeitung meldet, ist anstelle des Gouverneurs von Schuckmann, dem der erbetene Abschied bewilligt wurde, der Gouverneur von Kamerum, Dr. Seitz, zum Gouverneur des Schutzgebietes von Deutschsüdwestafrika ernannt worden. Zum Gouverneur von Kamerun wurde der bisherige vortragende Rat im Reichskolonialamt, Geh. Oberregierungsrat Dr. Gleim, ernannt. 1111.6 Görlitz, 30. August. Das Dampfsägewerk der Firma Fr. Taemmer in Bunzlau ist mit großem Holzlager gänzlich niedergebrannt. Der Schaden wird auf etwa 100000 Mark geschätzt. Natibor, 30. Aug. Das wegen Ermordung seines Schwiegersohns, des Wirtschaftsbesitzers Elbin, am 24. April vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurteilte Häuslerehepaar Kuznik aus Gr.=Grauden, Kreis Cosel, ist zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Der Ehemann zählt 73, die Ehefrau 63 Jahre. Wien. 30. Aug. Die Neue Freie Presse meldet aus Innsbruck: Bei Nauders wurden die Leichenreste des bayrischen Zollinspektors Burger aus München gefunden. Er war vor sechs Jahren in den Bergen verunglückt und konnte damals nicht gefunden werden. Gyula(Ungarn), 30. Aug. Beim Neubau des Hospitals ist das Eisenbetondach des chirurgischen Pavillons eingesturzt: ein Arbeiter wuroe getötet, sechs sind schwer verletzt; ein Arbeiter liegt noch unter den Trümmern. London, 30. Aug. Die auswärts verbreitete Meldung von einem veryangnisvollen Deckeneinsturz in einem Warenhause in Lancaster, durch den über zwanzig Personen getötet und viele verletzt worden sein sollten, ist stark aufgebauscht. Richtig ist, daß gestern bei einer Versteigerung in Lancaster der Fußboden des Versteigerungslokals zusammenbrach und viele Anwesende in den Keller fielen. Zwei von ihnen haben schwere, mehrere andere leichte Verletzungen erlitten. h London. 31. August. Dr. Crivpen hat infolge der zweimaligen Seefahrt eine Nervenerschütterung erlitten und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Zara, 30. Aug. Dem nach Cettinje reisenden Grafen Alexander Tschernodew aus Petersburg sind an Bord des Lloydschiffes Prinz Hohenlohe auf der Fahrt von Triest nach Spalato zahlreiche Wertgegenstände, darunter angeblich die Jubiläums=Geschenke für den König von Monlenegro, sowie Geld von unbekannten Tätern gestohlen worden.. h Athen, 31. August. Gerüchtweise verlautet, zwischen Griechenland und Bulgarien bestehe ein Abkommen, über dessen Inhalt noch geschwiegen werde. Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 31. August. A Neuer Weizen 100 Ko. 1. Qu. 20 40 2.„ 19 40 Neuer Roggen 100 Ko. 1.„ 14 80 2." 13 80 Alter Hafer 100 Ko. 1. 15 60 „„ 2.„ 14 60 Neue Kartoffeln 50 Kilo 44 3,30—3,70 Heu 50 Kilo„„„ 2,70—3,20 Luzernerheu 50 Kilo„„ 3,70—420 Krummstroh 500 Kilo" K 17,— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 19.— Butter Kilo„ 2.60 Eier 100 Stück„ 10,— Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert.— Preisnotierungen der Neußer Müller. Breslau, 29. Aug. Kleesamen. Rotklee beachtet, Weißklee fest, Schwedischklee und Tannenklee feiner beachtet, Thimothy fest, Raigras geschäftslos, Serradella ruhig, Inkarnatklee sehr fest, 38—42—45. Hautburg. 30. Aug. Weizeu fest, Mecklenburger und Ostholsteiner Aug.=Sept. 202. Roggen fest, Mecklenb. und Altmärk. 142—153, russ. eif 9 Pud 10/15 Pfd. Aug.=Sept. 110. Gerste ruhig, südrufs. eif Aug. 96,00. Hafer fest, Holsteiner und Mecklenb. 160—175. Mais stetig, amerikan. mixed Aug. 000,00, La Plata cif Aug.=Sept. 103,50. Rüböl ruhig, 58,50. Spiritus fest, Aug. 21,00 G., Aug.=Sept. 21,00 G., Sept.=Okt. 21,00 Vetroleum(amerikan.) spez. Gewicht 0,800 schwach, 6.00. Salpeter ruhig, 8,90, Nov.=Dez. 9,00, Febr.=März 9,30. 2 Hamburg, 30. Aug. Kaffee stetig, Sept. 41, Dez. 40¾ März 41, Mai 41 G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. Autwerpen, 30. Aug. Kaffee behauptet, Aug. 53¼, Sept. 53¼, Dez. 53½, März 53½. Antwerpen, 30. Aug. Getreide. Weizen, amerik. Winter 20,75—00,00, La Plata= 19,50—21,50, russ. 20,75—21,75, Donau= 20,25—20,75. Roggen russ. 13,75—14,50. Hafer, russ. 12,75—14,75. Gerste, Futter= 13,00—13,25. Mais, Odessa= 14,12—14,25, La Plata= 13,25—00,00, Cinquantino- 16,00— 17,50, gem. amerikan. 13,50—00,00. Autwerpen, 30. Aug. Petroleum, raffin., Type weiß, vorr. Frs19½ bB., Aug. 19½ B., Sept. 19¾ B., Okt.=Dez. 20 B. Ruhig. Autwerpen, 30. Aug. Schmalz, amerik. Marke Wilcox vorr. Frs. 153, Aug. 00, Okt. 152½, Dez. 146½. Chicago, 30. Aug. Getreidemarkt. Weizen Sept. 99⅛. Dez. 103¼ Mäi 1089/8, Juli—. Mais Sept. 59⅞, Dez. 57⅛, Mai 60⅛, Juli —. Haser Dez. 36⅛8, Mai 39 ⅜/8. Roggen vorr. 73, Sept. 76. Leinsaat Sept. 2,48, Okt. 2,38½. Neu=York, 30. Aug. Getreidemarkt. Weizen Sept. 106½, Dez. 110 3/8, Mai 114¾, Juli—. Mais Sept. 69, Dez. 67, Mai—, Juli Mehl spring wheat 4,20. Getreidefracht nach Liverpool 1½. Roggen votr. 77½2. * Neu=York, 30. Aug. Baumwolle. Baumwolle vorr. 19,75, Aug. 19,40, Sept. 14,36, Okt. 13,58, Nov. 13.48, Dez. 13,48, Jan. 13,46, Febr. 13,48, März 13,53, Mai 13,59, Juni 13,56, Juli 13,55. Viehmärkte. Krefeld. 30. Aug. Zum heutigen Viehmarkt waren aufgetrieben 189 Rinder und Kühe, 8 Bullen und 4 Ochsen. Die Preise stellten sich wie folgt: 1. vollfl. ausgem. junge Kühe höchsten Schlachtw.(bis zu 7 Jahren) auf 84—00, 2. vollfl. ausgem. ältere Kühe h. Schl. 73—76, 3. für wenig gut entw. j. Kühe auf 66—67, 4. für ältere nicht ausgem. Kühe auf 60— 00 M. die 50 Kilo Schlachtgewicht. Langsam, Markt geräumt. Dinslaken. 29. Aug. Zuchtviehmarkt. Aufgetrieben waren 1223 Stück Rindvieh, 0 Kälber. Die Preise stellten sich wie folgt: Kühe 1. Qual. 590—680, einzelne höher, 2. 420—510,„3. 340—400, tragende Rinder 290—420. Stiere 160—370. Geschäft mittelmäßig, Nächster Zuchtviehmarkt am 12. Sept. London, 29. Aug. Zum heutigen Viehmarkt in Islington waren 960 Stück Hornvieh und 5340 Schafe. Preise fur Hornvieh 2 S. 8 D. bis 5 S. 2 D., Schafe 3 S. 6 D. bis 5 S. 8 D. für 8 Pfd. Wolle. Antwerven, 30. Aug. Wolle stetig. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B) Aug. 0,10, Sept. 6,10, Okt. 6,05, Nov. 5,97½, Dez. 5,92½, Jan. 5,85, Febr. 5,77½, März 5,72½, April 5,67½, Mai 5,65, Juni 5,62½, Juli 5,60. Umsatz 85,000 kg. Bradford. 29. Aug. Wolle fest. Kohlen. Wagengestellung am 29. Aug. Im Ruhrbezirk gestellt 24363, gefehlt 00.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 748, gefehlt 00.— Saarbezirk gestellt 1163, gefehlt 00.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 1249, gefehlt 00.— Im oberschlesischen Revier gestellt 9731, gefehlt 00 Wagen. emdong#s## Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken vom 30. August. Amsterdam 5. Belg. Plätze 3 ½/2 Deutsche Plätze 4. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 3. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersbura 4½. Schweiz. Plätze 3½. Wien 4. s: Schiffs-Nachrichten Hafenverkehr im Rhein-Erft=hafen zu Neuß, ... Angekommen am 29. u. 30. August 1910. Schiff„Maria“, Schiffer I. Meurs, mit Leinkuchen von Rotterdam. Schiff„Cornelia“, Schiffer J. Ruisaard, mit Soyabkuchen von Rokterdam. Schiff„St. Antonius“, Schiffer de Jong, mit Rübsen von Rotterdam. Schiff„Ambulant“, Schiffer v. d. Zee, mit Holz von Rotterdam. Schiff„Stella Malutina“, Schiffer Moonen, mit Holz von Rotterdam. Schiff„Mathilde". Schiffer v. Rooy, mit Holz von Rotterdam. Schiff„Novit volmaakt“, Schiffer Markttein, mit Weizen von Rotterdam. Schiff„Harnetta“, Schiffer Janssens, mit Leinsaat von Autwerpen. Schiff„Auf Wiedersehn", Schiffer Fleischhauer, mit Stückgut von Mannheim. Schiff„Elise“, Schiffer Steinhoff, mit Senksteinen von Linz. Schiff„St. Josepf“, Schiffer Roggemanns, mit Rapssaat von Antwerpen. Abgegangen am 29. u. 30. August 1910. Schiff„Caroline v. Erlangen“, Schiffer N. Saul, mit Kohlen nach Mannheim. Wasserstands-Nachrichten. Köln. 30. August. 7 Uhr vormittags, Rheinhöhe 3,01 gef. 0,00 m Wesel. 30. August. 9 Uhr vormittags, Rheinhöhe 2,13 gef. 0,15 m Trier. 30. August. 7 Uhr vormittags, Moselhöhe 0,84 gest. 0,06 m Neuß, 31. August. 34% Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) 59— Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß)" 61— Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise 92— „„ kleine„„ 96— Kleien 50 Kilo 5 50 Raps wurde je nach Beschaffenheit mit 20.— bis 22.— Mk. bezahlt. Rüböl und Kuchen unverändert. Köln, 30. Aug. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 61,00 B., Okt. 60,00 B., 59,50 G. Luzernerheu neues 8,00—8,50, Wiesenheu neues 6,00—6,50, Richtstroh (Flegeldrusch) 4,00—4,50, Krumm= und Preßstroh 2,80—3,20 die 100 Kil. Mörs, 29. Aug. Fruchtmarkt. Weizen 1. Qual. 20,40, 2. 19,40, Roggen 1. Qual. 14,50, 2. 13,50, Gerste 12,80—13,00, Hafer 15,00—17,80, mittel—.—, Kartoffeln, weiße 0,00, rote 0,00, Grasheu 6,00, Kleeheu 7,00, Richtstroh 5,00, Krummstroh 4,00 M. per 100 Kilo.! Leinmehl im Kleinhandel 17,80, per Waggon 17,60, Baumwollsaatmehl 17,40 resp. 17,00, Kleie 11,00 resp. 10,80, Kokoskuchen 16,50 resp. 16,20. Duisburg, 29. Aug. Fruchtmarkt. Weizen, inländ. 20,50—21,00, Donau 22,50—23,00 Schwarzmeer 22,50—23,25, Asow 22,50—23,25, amerik. 00,00—00,00. Roggen, inländ. 15,50—15,40, Donau 17,00—17,50, Schwarz= meer 17,00—17,50, Asow 17,00—17,50. Hafer, inländ. 15,50—15,70, Donau 15,75—17,50, russ. 15,75—17,50, amerikan. 00,00—00,00. Futtergerste, russ. 12,00—12,30, rumän. 00,00—00,00, amerikan. 00,00—00.00. Mais, amerik. 00,00—00,00, Donau 15,00—15,50, Cinquant. 17,50—17,75, russ. 15, 0—15,50. Buchweizen 19,50—20,25. Weizenmehl Nr. 000 28,50— 29,25, Nr. 00 27,75—28,25. Roggenmehl Nr. U 21,50—22,25, Nr. 0/1 20.50—21,25, Bollmehl 11,50—12,00, Grand 8,50—9,00. Kleie 9.00— 9,50 einschl. Sack. Alles die 100 Kil. Essen, 29. Aug. Getreidemarkt. Weizen, inländ. 20,50—21,00, fremder 22,50—23.50. Roggen, inländ. 14,40—15,50, fremder 17,00—17,50. Hafer, inländ. 00,00—00,00, fremder 16,00—17,90. Buchweizen 20,00. Futtergerste 12.25—12,50. Mais 14,50—18,20. Weizenvorschuß 00,00— 00,00. Roggenvorschuß 00,00—00,00. Weizenkleie 00,00. Alles Frachtgrundlage Essen die 100 Kil. ohne Sack, bei Abnahme von Doppelladungen, mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Magdeburg, 30. Aug. Kornzucker 88% 00,00—00,00, 75% 00,00— 00,00, runiger. Rohzucker zur Durchf. bordfrei Hamburg Aug. 14,10 B., 13,97 G, 00,00 bz., Sept. 14,10 B., 13,97 G., 00,00 bz., Okt. 11,97 B., 11,92 G., 00,00 bz., Okt.=Dez. 11,85 B., 11,80 G., 00,00 bz., Jan.=März 11,92 B., 11,87 G., 00.00 bz., Mai 12,05 B., 12.00 G., 12,02 bz., ruhig. Brodrafsin. la 25,12—25,37, Kristallzucker la 00,00, gem. Raffin. 25,00— 25,25, gem. Melis 24,50—24,75, bei Posten aus erster Hand, stetig. Berlin, 30. Aug. Fruchtmarkt. Weizen Sept. 202,25(203,00), Okt. 202,75(203,50), Dez. 203,50(204,25). Roggen Sept. 152,50(152,00), Okt. 155,00(155,25), Dez. 157,00(157,00). Hafer Sept. 000,00(152,75), Dez. 000,00(156,25). Mais Sept. 000,00(000,00), Dez. 000,00(000,00). Weizenmehl 25,25—28,50. Roggenmehl 18,90—21,00. Rüböl Aug. 00,00 (00,00), Okt 00,00(58,80), Dez. 57,70(00,00). Sachgemäße Bodenbereicherung muß unter den heutigen Verhältnissen das Bestreben eines jeden Landwirts sein, um größere Gewinne herauszuwirtschaften. Gerade die Wintersaaten wollen bei der Phosphorsäureaufnahme aus dem Vollen schöpfen. Auf Böden in schlechtem Düngungszustande zeigt eine schwache Düngung häufig noch keine nennenswerte Wirkung, während kräftige Gaben von etwa 6—800 kg Thomasmehl pro hs neben entsprechender Kali= und Stickstoffdüngung sich ganz auffallend verlohnen. Kinder. mehl Krankenkost. Hervorragend bewährte Nahrung. Die Kinder gedelhen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung. Die Konstruktion der Sprechmaschine ist die Erfüllung eines alten Herzenswunsches der Menschheit. Die Schriftsteller des Altertums erzählen bereits von singenden und sprechenden Figuren aus Gold, die an den Decken der Tempel angebracht waren und aus alten Zeiten klingt die Kunde von den Bemühungen, Maschinen zustande zu bringen, welche den Gesang und die Sprache des Menschen nachzuahmen imstande waren. Unserer Zeit war es vorbehalten, auch dieses Streben zum Ziel zu bringen. Nach der Erfindung des Phonographen waren viele Geister rege, auf dem gezeigten Wege zur Vervollkommnung zu gelangen. Aus diesem Streben heraus gelang die Konstruktion der Sprechmaschinen, unter denen die„Mill=Opera“ unstreitig den ersten Rang einnimmt, da diese den seelischen Gehalt desGesanges und mündlichen Vortrages wie alle Feinheiten des Orchesters so natüirlich wiedergibt, daß wir uns der Illusion hingeben möchten, als ständen jene Künstler leibhaftig vor uns oder als lauschten wir in Wirklichkeit den Klängen eines Orchesters oder der bekannten Regiments=Kapelle. Die„MillOpera ist eine Musizier= und Sprechmaschine mit auswechselbaren Schallplatten. aus hartem wiederstandsfähigem Material. Es wird allgemein interessieren, daß diese Sprechmaschinen in leistungsfähiger und solider Ausführung schon von ca. M. 35,— an zu haben sind. Die Firma Otto Jacob sen., Berlin, Friedenstr. 9, hat den Alleinvertrieb für Deutschland in Händen und gibtdie Maschinen an solide Personen jeden Standes auf Wunsch auch gegen bequeme Ratenzahlungen ab, 2ohne die Preise zu erhöhen. Man versäume nicht, sich die kleine illustrierte Broschüre über Operg=Maschinen gratis senden zu lassenGerhard Kraus Söhne.“ inh.: W. Kraus Fernsprecher 665 Neuss Schillerstrasse 42 Kunst- und Bauschlosserei. Fabrik für Eisenkonstruktion. Spezialität: Schaufenster-Anlagen und Marquisen, Eiserne Treppen und Bauarbeiten. Ausführung sämtlicher Kunstschmiedearbeiten. Amtlicher Ceil. betreffend den Erlaß münzpolizeilicher Vorschriften. Vom 23. Juni 1910. Auf Grund des§ 14 des Münzgesetzes vom 1. Juni 1909 (Reichs=Gesetzbl. S. 507) hat der Bundesrat folgende Vorschriften erlassen: § 1. Medaillen und Marken(Reklame=, Rabatt=, Spiel=, Speise= und sonstige Wertmarken) dürfen nicht das Bildnis des Kaisers oder eines Bundesfürsten in der auf den Reichsmünzen befindlichen Gestaltung tragen oder mit einer auf dem Rande befindlichen Schrift versehen sein. Auch dürfen sie nicht die Bezeichnung einer im Deutschen Reiche geltenden Münzgattung oder die Angabe eines Geldwerts enthalten. Von dem Verbot im Abs. 1 Satz 1 ist das auf Denkmünzen etwa in abweichender Gestaltung angebrachte Bildnis des Kaisers oder eines Bundesfürsten ausgenommen. Unter das Verbot der Randschrift(Abs. 1 Satz 1) fällt nicht die Anbringung eines Stempelzeichens, des Namens, der Firma des Herstellers oder bei Preismedaillen die Anbringung des Namens des Preisträgers. § 2. Marken(§ 1) dürfen nicht mit einem Durchmesser von mehr als 20 bis einschließlich 22 Millimeter hergestellt werden. Dies gilt auch für Medaillen aus unedlem Metalle, die zu geringen Preisen für den Massenabsatz angefertigt werden. § 3. Medaillen und Marken von ovaler oder von dreibis achteckiger Form werden von der Vorschrift im§ 2 nicht berührt. Diese Medaillen und Marken sowie die Medaillen und Marken mit einem Durchmesser von wenigstens 41 Millimeter sind von dem Verbot im§ 1 Satz 1 ausgenommen. § 4. Die in den§§ 1 und 2 enthaltenen Beschränkungen finden keine Anwendung auf solche Medaillen und Marken, die für das Ausland hergestellt und unmittelbar ausgeführt werden. § 5. Es ist verboten, Münzen, die auf Grund der Reichsmünzgesetze vom Bundesrat außer Kurs gesetzt sind, nachzumachen und solche nachgemachten Münzen in den Verkehr zu bringen oder sonst zu vertreiben, sofern diese nicht vermittels einer festen metallischen Verbindung Bestandteile anderer Gegenstände bilden. § 6. Wer gewohnheits= oder gewerbsmäßig obigen Vorschriften zuwider Medaillen oder Marken herstellt, feilhält, verkauft oder zu geschäftlichen Zwecken in Gebrauch hält, oder dem Verbote des§ 5 zuwider Nachmachungen von solchen Münzen, die auf Grund der Reichsmünzgesetze vom Bundesrat außer Kurs gesetzt sind, in den Verkehr bringt oder sonst vertreibt, wird, sofern nicht nach anderen Bestimmungen eine schwere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bis zu 6 Wochen bestraft. § 7. Die vorstehenden Bestimmungen treten mit dem 1. April 1912 in Kraft. Berlin, den 23. Juni 1910. Der Reichskanzler. I. V.: Wermutd. Bekanntmachung. Die Zinsscheine Reihe III Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der preußischen konsolidierten 3°/gigen Staatsanleihe von 1890 und diejenigen Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den gleichartigen Schuldverschreibungen von 1900, 1901, 1902, beide über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. Oktober 1910 bis 30. September 1920 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden vom 1. September dss. Is. ab ausgereicht und zwar „ durch die Kontrolle der Staatspapiere in Berlin S. W. 68, Oranienstraße 92/94, durch die Königliche Seehandlung(Preußische Staatsbank) in Berlin W. 56, Markgrafenstraße 46a, durch die Preußische Zentral=Genossenschaftskasse in Berlin C. 2 am Zeughause 2, durch sämtliche preußische Regierungs=Hauptkassen, Kreiskassen, Oberzollkassen, Zollkassen und hauptamtlich verwaltete Forstkassen, durch sämtliche Reichsbankhaupt= und Reichsbankstellen und sämtliche mit Kasseneinrichtung versehene Reichsbanknebenstellen, sowie durch diejenigen Oberpostkassen, an deren Sitz sich keine Reichsbankanstalt befindet. Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Abhebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigenden Erneuerungsscheine(Anweisungen, Talons) den Ausreichungsstellen einzuliefern sind, werden von diesen unentgeltlich abgegeben. Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind. Berlin, den 11. August 1910. 1 1983. hauptverwaltung der Staatsschulden: v. Bischoffshausen. akate in jeder Grösse und Aufmachung liefert schnellstens und preiswert das lakat Institut ter Neusser Zeitung (Rob. Noack) 5 ———— mschamsmsmsems m agellamsmsumsmnsmsumn m 2 Pr.-A4 StadtgartenRestaurant Mittwoch, den 31. cr., nachmittags 4 Uhr beginnend: Kaffeekränzchen. Abends 8 Uhr: —.KONZERT.— Zu beiden Veranstaltungen konzertiert die gesamte Kapelle des Rheinischen Fuss-Artillerie- Regiments 8 unter Leitung des Königlichen Obermusikmeisters Herrn Hellwig. Entree frei zu beiden Konzerten. * Hochachtend! Jos. Sommer. Tüchtiger 6048 Müller, mit guten Zeugnissen, findet dauernde Stellung bei Gebr. Delahaye, Mariadorf Rhld. Junger tüchtiger Müllergeselle, der selbständig mit Sauggas arbeiten kann, gegen hoh. Lohn zum 1. Oktober gesucht. Westenfeld b. Wattenscheid, Bernh. Drepper. Ein zuverlässiger Windmüllergeselle bis zum 15. September gesucht. Ww. Heinrich Nöcker, Dampf=Windmühle, Holtum bei Huckingen. Gesucht wird per 1. Oktober für kleine Wassermühle b. Cöln ein zuverlässiger, selbständiger, katholischer(6075 der in der freien Zeit etwas Gartenarbeit übernimmt. Angenehme, dauernde Stellung. Offerten unter S M an die Expedition dieser Zeitung. Kreis=Polizei=Verordnung. Auf Grund des§ 6 des Gesetzes über die PolizeiVerwaltung vom 11. März 1850(Ges. S. S. 265) und des § 142 des Gesetzes über die allgemeine Landes=Verwaltung vom 30. Juli 1883(Ges. S. S. 195) wird mit Zustimmung des Kreisausschusses für den Kreis Neuß folgende PolizeiVerordnung erlassen: § 1. Es ist verboten, die Masten und Schutzgerüste von elektrischen, der Licht= und Kraftversorgung dienenden Leitungen unbefugt zu ersteigen. § 2. Es ist verboten, eine Berührung der Leitungsdrähte mit irgend welchen Gegenständen oder lebenden Körpern, sei es durch Anwerfen, Auflegen, Anlehnen oder durch Fliegenlassen unbefugt herbeizuführen. § 3. Es ist verboten, nach den zu den Leitungen gehörenden Isolatoren zu werfen oder zu schießen. § 4. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizei=Verordnung werden mit Geldstrafe von 5 bis zu 30 Mark, an deren Stelle im Unvermögensfalle entsprechende Haft tritt, bestraft. § 5. Diese Polizei=Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Kreisblatt in Kraft. Neuß, den 21. Mai 1910. Der Königliche Landrat: Dr. von Brandt. Pferdemarkt in M.=Gladbach. Der nächste Pferdemarkt findet am Donnerstag, 15. September d. J., auf dem städt. Folradplatze statt. Beginn 7 Uhr vormittags M.=Gladbach, den 26. August 1910. Der Oberbürgermeister: I. V. Schmidt. 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