Erscheint läglich mit Ausnahme der Sonn=- und Festtage. Bezugspreis vierteljährlich einschließlich der täglichen Beilage „Bunte Blätter" in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bezogen 1,65 Mk. mit illustriertem Unter haltungsblatt 1.80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mr. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Nr. 185. Mittwoch, den 17. August 1910.(Sybilla.) Geschäftsstelle: Neuß, Neustraße 1. Fernsprecher 57. Anzeigen 15 Pfg. die 7 gespaltene Petitzeile, kleinere lokale Anzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Eigene Plakatsäulen. 85. Jahrg. Von der Schiffbauindustrie. In der französischen Schiffsvau=Industrie hat, neben den Meldungen über den Verkauf älterer deutscher Kriegsschiffe an die Türkei die Nachricht sehr unangenehm berührt, daß wieder einmal die chilenische Regierung eine Kommission nach London gesandt hat, um dort betreffs der Unterbringung mehrerer Schiffsbauaufträge von größerer Bedeutung Unterhandlungen zu führen. In der französischen Presse wird bei dieser Gelegenheit erneut darauf hingewiesen, daß die ausländischen Regierungen, die in ihrem Lande nicht die Einrichtungen besitzen, um Schiffe auf eigenen Werften zu erbauen, bei ihren Aufträgen nahezu regelmäßig das französische Schiffbaugewerbe übergehen. Tatsächlich hat die französische Schiffbauindustrie, wenn man von einem für russische Rechnung erbauten Linienschiff absieht, von ausländischen Staaten kaum nennenswerte Aufträge erhalten. Gerade jetzt wieder ist Anlaß vorhanden, diesen Tatbestand zu erörtern. Die argentinische Republik hat unlängst zwei Panzerschiffe moderner Bauart, deren Kosten angeblich die Summe von 80 Millionen A überschreiten sollen, auf Werften in den Vereinigten Staaten in Auftrag gegeben. Die Türkei hat vor nicht langer Zeit englische Werften mit der Lieferung von zwei Panzerschiffen und einem Kreuzer im Werte von etwa 90 Millionen A beauftragt; kurz vorher waren Verhandlungen der Pforte mit italienischen Werften betreffs der Lieferung eines Kreuzers zum Abschluß gelangt. Auch die griechische Regierung soll, als sie vor einiger Zeit einen Kreuzer im Werte von 25 Mill. A bestellte, Frankreich übergangen und sich an Italien gewendet haben. Am schmerzlichsten aber ist es offenbar für die französischen Interessentenkreise und auch für das französische Selbstgefühl, daß die Regierung eines benachbarten und eng befreundeten Landes, nämlich die spanische Regierung, die Erneuerung ihrer Kriegsflotte ausschließlich der englischen Schiffsbauindustrie übertragen hat, während das französische Schiffsbaugewerbe völlig leer ausgegangen ist. Es handelt sich dabei angeblich um Lieferungen im Betrage von 170—180 Mill. Al.. Die so zusammengestellte Aufrechnung kommt zu dem Ergebnis, daß in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum Schiffbauaufträge seitens aus" ländischer Regierungen im Betrage von weit über 400 Mill. e erfolgt sind, daß aber der französische Schiffbau in allen Fällen das Nachsehen gehabt hat. Man fragt naturgemäß, wie diese auffällige Erscheinung zu erklären sei, vorausgesetzt, daß für den französischen Techniker und Ingenieur sowie für die französischen Werften in Anspruch genommen werden kann, daß sie bezüglich der fachmännischen Leistungsfähigkeit auf der Höhe ihrer Aufgabe stehen. Der letzte und eigentliche Grund, so wird in einem Artikel des Pariser„Figaro“ ausgeführt, sei darin zu suchen, daß die französische Marine, ihre Ingenieure und die französische Schiffbauindustrie systematisch und fortdauernd und dabei völlig unberechtigterweise durch Preßangriffe verleumdet und in Mißkredit gesetzt worden seien. Diese Beschwerde ist gewiß zum großen Teile berechtigt, aber andererseits dürfte es ein vergebliches Bemühen sein, die Tatsache zu bestreiten, daß im französischen Seewesen, namentlich auch was die konstruktive Tüchtigkeit der Kriegsschiffe angeht, in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche und schwere Mißstände hervorgetreten sind. Nicht ohne Grund haben die Chefs der französischen Marineverwaltung guffällig schnell gewechselt, und es ist eine bekannte Tatsache, daß wenigstens ein Teil der schweren Katastrovyen. von denen die französische Kriegsmarine so häufig betroffen worden ist, in baulichen Mängeln der Fahrzeuge, in mangelhafter Ausrüstung oder in sonstigen Ungehörigkeiten ihren Grund hatte. Es darf zum Beweise dessen nur an den Verlust des Unterseeboots„Pluviose“ erinnert werden. Als ein zweiter Grund für die Nichtinanspruchnahme der franzosischen Schiffsbauwerften wird angegeben, daß im Auslande die Vorstellung herrsche, daß die französischen Werften zu teuer arlleiteten. Es wird dies zugegeben bezüglich der staatlichen Werften, und zwar würde auf ihnen teurer gearbeitet als anderswo, weil, wie der„Figaro“ schreibt, die Arbeitsmethoden äußerst mangelhaft und die allgemeinen Unkosten enorm hoch sind. Dagegen seien die privaten Schiffsbauwerften Frankreichs sehr wohl in der Lage, hinsichtlich des Kostenpunktes mit den Schiffsbauindustrien anderer Länder erfolgreich zu konkurrieren. In gewisser Beziehung haben auch die privaten Schiffswerften anderer Staaten Anlaß, sich über Zurücksetzung seitens ausländischer Auftraggeber zu beklagen, wie es jetzt in Frankrei geschieht. Im Weltschiffbau dominiert eben nayezu unbeschränkt England, das diesen Platz seiner seit Generationen hoch entwickelten Schiffsbauindustrie verdankt. Der englischen Industrie kommen dabei naturgemäß die ungemein wertvollen Finanz= und Handelsbeziehungen zustatten, die England in der ganzen Welt unterhält, und ebenso die enorme Ueberlegenheit England an Kapitalreichtum, die gerade auf diesem Gebiete, wo es sich um langfristige kostspielige Aufträge bandelt. England im Wettbewerb mit anderen Ländern außerordentlich begünstigt. Gegen diese dreifache Uebermacht aufzukommen, wird wahrscheinlich nur mühsam und in langsamen Fortschritt gelingen. Um so erfreulicher ist, daß die drei großen Ostseewerften Deutschlands mehr als es in den letzten Jahren der Fall war, in neuerer Zeit durch den Bau von Kriegsschiffen für ausländische Marinen in Anspruch genommen wurden. Die Schichauwerft in Danzig hat in die Türkei zwei Torpedoboote geliefert; zwei weitere Torpedoboote sind mit den Probefahrten beschäftigt. Von der Vulkanwerft in Stettin ist der 1100 Tonnen große Torpedokreuzer„Uruguay“ an Vertreter Uruguays geliefert. Für Argentinien bauen die Germaniawerft in Kiel und die Schichauwerft in Danzig je zwei Torpedokreuzer von 950 Tonnen Deplacement. Für die deutschen Werften beginnen also allmählich die Früchte zu reifen, die sie sich durch ihre weltbekannte Tüchtigkeit ehrlich erarbeitet haben, Politische Hachrichten. Deutschland. = Staatliche Wohnungsfürsorge. In der preußischen Gesetzsammlung ist jüngst das Gesetz über die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt sind, und von gering besoldeten Beamten vom 25. Juli 1910 veröffentlicht worden. Damit sind wieder 12 Millionen Mark für die Lösung des Wohnungsproblems unter den preußischen staatlichen Arbeitern und gering besoldeten Beamten bereitgestellt. Preußen, dem sich später andere Bundesstaaten und das Reich anschlossen, ging in der Wohnungsfürsorge im Jahre 1895 zum ersten Male vor. In den verflossenen fünfzehn Jahren sind dafür nicht weniger als 132 Millionen Mark, bewilligt und zum allergrößten Teile auch verbraucht worden. Der größte Teil dieser Mittel ist, wie bei dem Umfange der Arbeiterschaft nur natürlich, der Eisenbahnverwaltung zugute gekommen, aber auch die Berg= und Bauverwaltung, sowie die des Ministeriums des Innern haben ganz ansehnliche Summen zur Besserung der Wohnungsverhältnisse ihrer Arbeiter und Beamten verbraucht. Viele Tausende von Wohnungen sind für die staatlichen Arbeiter und die Beamten von Staatswegen erbaut, bedeutende Mittel sind aber auch Baugenossenschaften zur Verfügung gestellt. Jedenfalls hat der preußische Staat in der Wohnungsfrage ein Beispiel gegeben, dem nicht nur andere Staaten und die Gemeinden, sondern namentlich auch die Privatgesellschaften und die Arbeitgeber immer mehr folgen sollten. Eines der hauptsächlichsten sozialpolitischen Probleme ist das der Beschaffung geeigneter Wohnungen für die Arbeiter. Von seiner Lösung hängt viel für die Festigung des sozialen Friedens ab. Von Hah und Fern. Düsseldorf, 15. Aug. Die Leitungen der Internationalen Städtebau= Ausstellung und der Kunstausstellung des Sonderbundes haben beschlossen, wie bei frühern Veranstaltungen im Kunstpalast, auch diesmal in jedem Manat billias Besuchstage zum halben Preise einzurichten. Für den Monat August sind der 17. und der 31. August festgesetzt worden. * Cronenberg, 15. Aug. Der Kartoffelkrebs. der vor einigen Jahren hier zum ersten Male in Deutschland beobachtet wurde und dann auch in benachbarten Gemeinden auftrat, greift immer weiter um sich. Aus allen Bezirken Cronenbergs kommen Klagen über das Auftreten der gefürchteten Seuche. Auch in andern Gemeinden, in denen die Krankheit noch nicht bekannt war, ist sie jetzt aufgetreten. Ein wirksames Mittel zur Abwehr des Kartoffelkrebses hat bis jetzt noch nicht gefunden werden können. Frankfurt a. M., 15. Aug. Bei einem Handgemenge auf einem 6 Meter hohen Gerüst in einem Saal stürzten heute Nachmittag zwei Arbeiter ab. Sie erlitten lebensgefährliche Verletzungen, an denen sie abends im Krankenhause gestorben sind. * Neustadt a. d. H., 14. Aug. Gestern Abend wollte die 10jährige Tochter eines Tünchermeisters für die durch einen Unfall verletzte Mutter auf dem Spiritusherd das Abendbrot zubereiten, wobei ihre Kleider Feuer fingen. Schrecklich verbrannt wurde die Kleine nach dem Krankenlaus gebracht, wo sie heute Vormittag starb. * Mannheim, 15. Aug. In der Nacht von Samstag zum Sonntag tötete der 18jährige Löffel von hier aus Mutwillen seinen besten Freund, den 22 Jahre alten Egydius Laibach aus St. Martin(Pfalz) durch einen Stich in das Herz und legte =ihn mit einigen Genossen in ein kleines Gärtchen vor einem Haus. Der Täter ist verhaftet und geständig. * Berlin, 15. Aug. Von dem Generalsekretär der Zeppelinschen Studienreise ist folgendes Telegramm aus Hammerfest eingegangen: Soeben aus Spitzbergen zurückgekehrtDort alle in Frage kommenden Buchten mit Mainz und Phönix besucht. Am 3. August mit Phönix in Eis eingedrungen. Am 4. August sind im Eise auf 80 Grad und 10 Minuten Nord Prinz Heinrich, Graf Zeppelin und Geheimrat Hergesell mit Fesselballon aufgestiegen. Auch alle übrigen Aufgaben sind zur Zufriedenheit gelöst worden. Die Main trifft in Kiel durch den Kaiser= Wilhelm= Kanal voraussichtlich am 25. August ein. An Bord alles wohl. * Duderstadt(Hannover), 14. Aug. Die Stadtverordneten haben beschlossen, allen in Duderstadt wohnenden, keine Pension beziehenden Kriegsteilnehmern der Feldzüge von 1864, 1866 ud 1870/71 aus Anlaß der 40. Wiederkehr des Tages von Sedan eine geldliche Vergünstigung zu gewähren und sie von der Kommunalsteuer zu befreien. * Bad Nauheim, 15. Aug. Hier hat ein Gerücht, die hessische Regierung beabsichtige den Verkauf von Quellen zur Unterstützung der Errichtung eines Rhesenhotels, große Aufregung hervorgerufen, die ihren Ausdruck in einer Eingabe an, die Zweite Kammer der Stände gefunden hat. Das etwa 330 Unterschriften tragende Schriftstück hebt neben vielen andern Gründen in erster Linie den ungeheuern Schaden hervor, der den Kreditverhältnissen Bad Nauheims droht, wenn die Quellen, die bisher Staatseigentum sind, zum Gegenstand der Spekulation würden, wo doch in dem kleinen Ort im Vertrauen auf den Staat als Eigentümer des Bades von Privatleuten und Banken über 50 Millionen an Werten festgelegt worden seien und der Staat über 8 Millionen in du letzten Juyren für den Neubau der Badekäuser und Veryaltungsgebäude angelegt habe. Ueber ihre Absichten hat aber soie hessische Regierung sich gegenüber einer Aboronung von Vertretern des Bades Nauheim dahin ausgesprochen, c. s ein Monopol für das von einem Berliner Konsortium geplante Riesenhotel nicht geschaffen wird, Es wird wohl dazu, komnen, daß jedem Hotel die Möglichkeit geboten wird, einen Abzweig der staatlichen Quellenleitungen zu erhalten, um Bäder im Hause einzurichten, wie dies auch in andern Badeorten der Fall ist. Die Rgierung entschloß sich zu diesem Plan auch unter anderm auch aus dem Grunde, weil trotz der neuerbauten Badehäuser die gesteigerte Nachfrags nach Bädern sich nicht immer in der wünschenswerten Weise befriedigen läßt. Durch vertragliche Abmachungen wird festgelegt werden, zu welchen Preisen die Bäder in den Hotels abgegeben werden können, so daß eine schädigende Konkurrenz für den Staat nicht zu befürchten ist. Den Bau eines großen Luxushotels, das ohne Quellenmonopel in die freie Konkurrenz eintritt, kann niemand verhindern, das ist auch den Beschwerdeführern klar; die befürchtete Bevorzugung eines einzigen Unternehmens durch den Staat wird aber nicht eintreten. Damit dürfte auch der Grund für die Erregung und die Befürchtungen weiterer Kreise in dieser Sache entfallen. Stadtverordneten-Sitzung. O Neuß, 16. August. Die Stadtverordneten tagten heute unter dem Vorsitz des Bürgermeisters. In öffentlicher Sitzung wurde zunächst beraten über Legung verschiedener elektrischer Kabel usw. Bram. Gielen führte dazu aus, entsprechend den Beschlüssen der Verwaltung des Gas= und Elektrizitätswerkes im Einvernehmen mit der Finanzkommission werde vorgeschlagen, ein Kabel zur Versorgung der Beleuchtung des Uebergabebahnhofes, des elektrischen Krans der Werft an der neuen Eisenbahnbrücke, der Pumpstation der Kanalisation, die am Bockholtschen Hof liegen werde, und des Schlachthofs mit elektrischer Kraft zu legen. Die Kosten betragen 31 300 M. Zur Lieferung von Elektrizität an die Fabrik von Curt Albert solle ein vom Schalthaus an der Hammer Landstraße zu bedienendes Kabel gelegt werden, welches 25 400 A erfordere. Die Mittel sollen aus einer Nachtragsanleihe genommen werden. Mit der Firma Albert ist ein Vertrag geschlossen worden, wonach sie 5 Jahre Zahlung von 5000 Al garantiert, selbst für den Fall, daß keine Elektri ität gebraucht wird. Stadtv. Jos. Josten fragt, wie der Vertrag mit Wülffing, Dahl u. Co. laute. Bram. Gielen: Die Firma habe auch eine Garantie übernommen. Im Augenblick wisse er die Höhe nicht. Das neue Kabel werde so gewählt, daß die Freileitung nach Wül* ffing, Dahl u. Co. wegfallen könne. Die Vorlage wurde genehmigt. Ausdehnung der Gasleitung auf den Bezirk Weißenberg und das Gebiet der Westendterraingesellschaft. Der Vorsitzende teilt mit, daß es sich um diie Ersetzung des 80 Millimeter=Rohrs in der Gladbacherstraße durch ein solches von 150 Millimeter in der Länge von zwei Kilometer handle. Es solle bis Zoppenbroich führen. Die erforderlichen 15000 A werden dem Erneuerungsfonds des Gaswerks entnommen, sie würden teils durch Straßenbaukosten, teils durch die Westendterraingesellschaft wieder einkommen. Im Anschlusse an die Rohrlegung erfolgt die Aufstellung von Laternen auf Grund einer Besprechung an Ort und Stelle. Stadtv. Derstappen fragt, ob Aussicht vorhanden sei, daß auf dem Gebiet der Westendterraingesellschaft bald gebaut werde. Bram Gielen: Es lägen 14 Baugesuche teils für Neußer, teils für Düsseldorfer Gebiet vor. Außerdem komme inbetracht, daß an der Gladbacherstraße die Sandsteinfabrik des Graf von Landsberg gebaut werde. Die Vorlage wurde genehmigt. Antrag des Vaterländischen Frauen= Vereins um eine Beihülfe für die Ferienkolonie. Beig. Klein beantragt, 500 c zu bewilligen. Der Verein habe 34 Mädchen nach Hackenbroich geschickt, und täglich würden 90 Jungen zur Milchkur geschickt. Die evangelische Gemeinde erhalte einen Zuschuß von 60 A von dem Verein. Die Finanzkommission befürworte auch die Bewilligung aus den Sparkassenüberschüssen. Das Kollegium war einverstanden, Bewilligung eines Zuschusses und eines Ehrenperises zum 25. Stiftungsfeste des Männer=Gesang=Vereins„Eintracht“. Beig. Klein: Anfang Oktober feiere der Männer=Gesang=Verein„Eintracht“ sein 25jähriges Bestehen mit der Veranstaltung eines Gesangwettstreites in zwei Abteilungen. Der Verein habe einen Zuschuß beantragt und einen Ehrenpreis. Die Finanzkommission schlage vor, für jede Abteilung einen Ehrenpreis im Werte von 100 Mark zu bewilligen. Stadtv. Derstappen: Der Verein habe schon mal einen Gesang= Wettstreit veranstaltet. Was er damals bekommen habe? Bram. Gielen: Damals sei die Beteiligung eine andere gewesen, weil ganze Vereine herübergelymmen seien. Jetzt handle es sich nur um Quartette. Stadtv. Arbeitersekretär Schmitz: Er möchte hervorheben, daß die Verwaltung schon den Gedanken trage, für die Veteranen etwas zu tun! Bram. Gielen: Er bitte bei der Sache zu bleiben. Am Schluß der Sitzung könne das außerhalb der Tagesordnung vorgebracht werden. Die Ehrenpreise wurden bewilligt. Einrichtung eines städtischen Weisenamtes und der Berufsvormundschaft. Beig. Klein beruft sich auf ein den Stadtverordneten zugegangenes Schriftstück, in dem es heißt: Das bisherige Verfahren der Waisenpflege ist dringend reformbedürftig, da der städtischen Verwaltung bisher die Möglichkeit einer inkensiven Beteiligung und Einwirkung auf das große und wichtige Gebiet der Waisenpflege fehlte. Es wird deshalb vorgeschlagen, die gesamte Waisenpflege zu zentralisieren und ein Städtisches Waisenamt einzu. richten, außerdem die Berufsvormundschaft einzuführen und für das Ziehkinderwesen neue Bestimmungen zu erlassen. Den verhältnismäßig geringen Unkosten der verschiedenen Neuerungen werden auf die Dauer zweifellos weit erheblichere Ersparnisse gegenüberstehen. Das städtische Waisenamt übernimmt den bisherigen Geschäftsverkehr zwischen Amtsgericht und Waisenräten; das Amtsgericht hat in Zukunft lediglich mit dem städt. Waisenamte zu tun. Anstatt der 48 bisher als Waisenräte tätigen Armenpfleger werden 15 für ihr Amt besonders befä higte und interessierte Waisenräte ausgesucht und jedem einzelnen 2 Waisenpfleger und eine Pflegerin zugeteilt. Auf diese Weise wird das Verantwortlichkeitsgefühl des einzelnen Waisenrates gestärkt, seine Arbeitslast aber durch die genannten Hülfskräfte erleichtert. Die Waisenräte werden von der Stadtverordneten=Versammlung auf 3 Jahre gewählt und bilden mit dem Vorsitzenden das städtische Waisenamt, das regelmäßige Versammlungen unter Hinzuziehung von Pflegern und Pflegerinnen, Geistlichkeit, Amtsrichter, Aerzten und Berufsvormund abhält, während bisher nur eine jährliche Zusammenkunft auf dem Amtsgerichte stattfand. Pfleger und Pflegerinnen, für deren Tätigkeit der zuständige Waisenrat verantwortlich ist, werden vom Waisenamt ebenfalls für 3 Jahre gewählt. Die Pflegerinnen unterstützen Waisenrat und Berufsvormund in der Sorge für Mädchen und für Knaben bis zum 10. Lebensjahre. Die Betufsvormundschaft. die bereits in zahlreichen Städten mit großem Erfolg eingeführt ist(1909 in über 200 Städten) soll den Einzelvormund nicht ersetzen, sondern dessen Tätigkeit erganzen und erleichtern. Nur in Ausnahmefällen ist der Vormund seiner Aufgabe gewachsen, er übernimmt sie meist nicht mit. Eifer und Freude und versagt namentlich regelmäßig, wenn es sich um Vermögensangelegenheiten handelt. Der Berufsvormund dagegen besitzt die nötige Gewandtheit, Uebersicht und Erfahrung, um seinen Pflichten in jeder Beziehung gerecht zu werden. Es besteht die Absicht, neben dem Hauptvormund den Berufsvormund zu bestellen in besonders schwierigen Fällen: bei unehelichen Kindern(hauptsächlich zur Durchführung der Alimentationsansprüche), bei Kindern. die der Armenverwaltung unterstehen(also vor allem bei Ziehkindern), bei besonders gefährdeten Kindern, wenn z. B. die elterliche Gewalt entzogen ist, oder die Mutter zum zweiten Male heiratet, und schließlich als alleiniger Vormund bei solchen Mündeln, für die kein passender Hauptvormund ausfindig gemacht werden kann. Gerade die unehelichen Kinder und die Ziehkinder bedürfen einer gesteigerten Sorgfalt und Aufsicht; es steht fest, daß die Sterblichkeit der unehelichen Kinder doppelt so stark und die Kriminalität um die Hälfte größer ist wie bei ehelichen Kindern. Die Alimentationsansprüche können, auch zum erheblichen Vorteile der Armenverwaltung, durch den Berufsvormund weit energischer betrieben werden wie durch den Einzelvormund, und außerdem besteht begründete Aussicht, leichter als bisher für geeignete Fälle Vormünderinnen gewinnen zu können, wenn ihnen in der Person des Berufsvormunds Stütze und Hülfe geboten wird. Der Hauptvormund soll dadurch, daß ihm ein Berufsvormund beigegeben wird, absolut nicht überflüssig oder sein Amt weniger wichtig werden; er vermag sich aber in Zukunft besser um das persönliche Wohll seines Mündels zu kümmern, wenn er sich mit dem Berufsvormund ins Einvernehmen setzen kann und letzterer ihm die Hauptsorge abnimmt. Alimentationsklagen, Lohnpfändungen, Beschaffung von Pflegeeltern und Arbeitsgelegenheiten, Hülfe bei der Berufswahl, rechtzeitige Einleitung der Fürsorgeerziehung oder deren Verhütung und noch manches andere werden dann eine sachgemäßere und schnellere Erledigung finden zum Wahl aller Beteiligten. Für alle Mündel, die im Waisenhause untergebracht sind, wird die Einführung der Generalvormundschaft vorgeschlagen, bei der, im Gegensatz zur Berufsvormundschaft, eine Bestellung im einzelnen Falle nicht erforderlich ist. Das Ziehkinderwesen soll zu den besonderen Obliegenheiten des Berufsvormundes gehören und der unmittelbaren Aufsicht des städtischen Waisenamtes unterstellt werden Der Berufsvormund vermittelt die Erlaubnis zum Halten von Ziehkindern und die Unterbringung derselben in geeigneten Familien. Wie umfangreich die neue Geschäftslast sein wird, geht unter anderem daraus hervor, daß beim hiesigen Amtsgericht zur Zeit über 600 Vormundschaften und Pflegschaften geführt werden darunter ca. 350 über Uneheliche. Es müßte deshalb noch ein Verwaltungsgehülfe angestellt werden, der auch als Armen= Kontrolleur tätia sein würde. Es hat sich nämlich immer mehr als notwendig herausgestellt, daß die Unterstützten schärfer kontrolliert werden. Die meisten Armenpfleger einer sandigen und eingehenden Beaussichtigung ihres Bezirks keine Zeit; sie können namentlich nicht zu einer häufig erforderlichen sofort an Ort und Stelle vorzunehmenden Prüfung der Familien= und Einkommensverhältnisse herangezogen werden. Es muß deshalb ein Beamter angestellt werden der dadurch, daß er auf dem Büro beschäftigt sein wird. die nötige Einsicht in die einzelnen Familienverhältnisse gewinnt, um dann als Armen=Kontrolleur mit Erfolg tätig sein zu können. Allein schon durch die Tätigkeit des Kontrolleurs werden alle Kosten der neuen Einrichtungen vollständig aufgebracht werden, abgesehen von den Ersparnissen durch die Zentralisation der Waisenpflege und die Einführung der Berufsvormundschaft.*. Vera Stadtv. Jos. Josten: Man könne dem Herrn Beigeordneten Klein dankbar sein für die Arbeit, die er da geliefert habe über die neue Verwaltung der Armen= und Waisenpflege. Die Vorlage sei aber für die Stadtverordneten insofern neu als die meisten die Ausführungen erst am Samstag mit der Einladung zur Sitzung bechommen hätten. Auch sei die Vorlage noch nicht in der Armen=Verwaltungsdeputation beraten worden. Wenn das auch nicht nötig sei, so könne es doch geschehen. Brgm. Gielen: Das sei keine Armensache und habe mit der Armenverwaltung nichts zu tun. Es sei reine Verwaltungssache. Stadtv. Josten: Er möchte bitten, daß den Stadtverordneten Gelegenheit gegeben werde, sich da, wo schon die Einbestehe, näher zu erkundigen und heute von einer Beschlußfassung abzusehen. Die Zeit sei zu kurz gewesen, um sich ###er Sache ein Bild zu machen. Drei Tage genügten dazu Bram. Gielen: Es sei nichts Neues. Ueber 200 Städte hätten es schon. Man mache keinen Schritt in Dunkle, sondern es sei die Nachfolge auf einem erprobten Wege. Der Vertagungsantrag wurde angenommen. Uebernahme von Kosten des Fernsprechspätdienstes. den Beschluß der Handelskammer(Siehe den Bericht über die Handelskammer=Sitzung Neußer Zeitung), demgemäß die Stadt ½ von 1000 A Kosten garantieren solle Die Vorlage fand Genehmigung. "##tv. Sele regt an, zu erwirken, daß man von Oktober ab auch wenigstens vor 8 Uhr morgens telephonieren könne. rgm, oielen: Er habe bei der Post angefragt, was zu zahlen sei, wenn 24stündiger Verkehr eingerichtet werde. Die Post verlange dafür 4000 cl. Das seien nur die Selbstkosten der Verwaltung. Stadtv. Postsekr. Schmitz: Es komme darauf an, wie man e gergone Zwischenruf: Wie der Herr BürgerStadtv. Postsekr. Schmitz: Die Berechnung sei richtig, es seien nur Auslagen, die die Verwaltung selbst habe, inbetracht wisse nicht, wie die Brand und sonstige Saczu 3: Es handle sich z. v. um Licht, Bram. Gielen: Eine Berechnung habe nicht beigelegen. Benennung von Straßen im Gebiete der WestendterrainGesellschaft. A#ten: Die Gesellschaft schlage vor, die im Ausbau begriffene Straße„Westend= Straße“ zu nennen. Wegen der übrigen Namen wolle er noch mit ihr verhandeln Das Kollegium war damit einverstanden. Festsetzung von Straßenbaukosten. Der Vorsitzende bemerkt, daß es sich um den Glehnerweg handelt. Die Kosten sollen auf 80 M für den Frontmeter festgesetzt werden, unter der Voraussetzung, daß das Straßenland von den Anliegern unentgeltlich abgetreten wird. Das Kollegium stimmte dem zu. Erhebung einer Klage wegen Weigerung zur Vertragserfüllung. Beig. Beitzen: Die Klage solle erhoben werden gegen zwei Anlieger der Breitestraße. Von einem habe die Stadt das Gelände zu 7 A. vom andern zu 15 A gekauft. Einer „ab. nur da. brundstück weiter verkauft, der andere verlange A. Der Vertrag sei aber mit der Stadt formgerecht getätigt worden. frengetech Stadtv. Giesen: Er sei der Meinung, einer der Betreffenden glaube, er erhalte bedeutend weniger, wie die andern. Deshalb sei er etwas renitent. Er glaube, daß sich eine Einigung erzielen lasse, wenn in anderm Sinne mit ihm verhandelt werde. ##gm. Gielen: Die Sache beruhe auf gegenseitigen Beig. Dr. Beitzen: Er habe mit dem Herrn ruhig und freundlich nochmals verhandelt, aber eine Einigung sei nicht möglich gewesen. f: 7 Bram. Gielen: Es könne auch nochmals verhandelt were### er müsse jetzt doch die Einwilligung zur Klageerhebung . Wto. Derstappen: Gerade in der letzten Zeit seien viele Einigungen erzielt worden, bei denen auch nicht mehr gezahlt werde. Stadtv. Giesen: Nur weil der Mann denke, weniger zu erhalten als er bekomme, sträube er sich. Bei andern seien es z. B. 7 g. und Befreiung von den Straßenbaukosten. Bram. Gielen: Da sei Herrn Giesen falsch berichtet zigung:. Die Vertrage ständen ihm zur Einsichtnahme zur VerDie Genehmigung zur Klageerhebung wird erteilt. Anlage eines Regenwasserkanals in den hochgelegten Teil der Hammerlandstraße. Der Vorsitzende bemerkt, daß die Kosten 11 800 M betragen. Sie würden später durch Straßenbaukosten eingeStadtv. Thywissen: Er bitte, nicht vor dem 1. September mit den Arbeiten zu beginnen. Gielen: Das Schützenfest werde nicht behindert. Die Leitung käme unter die Bürgersteige. Stadtv. Thywissen: Mit der Gasleitungn für die Ballons habe man schon Last genug. Regulierung der Kranbahn vor dem städt. Lagerhause. Der Vorsitzende beantragt Genehmigung von 6500 Mark aus Anleihemitteln. Stadtv. Derstappen meint, es handle sich lediglich um Reparaturen, daher könnten die Kosten aus laufenden Mitteln gedeckt werden. Dem Vorschlag schließen sich die Stadtverordneten Sels und Richen an. Nach einer Aussprache fand der Vorschlag des Stadtverordneten Derstappen die Mehrheit. Freigabe eines Weges am Nordkanaldamm. ###m. Gielen: Herr Kamper als stellvertretender Vorsitzender des Tattersall ersucht um Freigabe des Rasenweges an der Wasserseite auf dem Damm bis Neußerweihe als Reitweg. . Stadtv. Jos. Josten: Er bitte den Sonntag auszuschließen, weil der Weg vielen als Kirchweg diene. „ gm. Gielen: Von 7 bis 9 Uhr Sonntags morgens gehe dort kaum jemand. Es handle sich auch nur um den Rase. anderen Städten würden sogar überall Reitwege in neuen Straßen angelegt. Jos. Josten: Die Stadtverordneten hätten alle das Vertrauen zu den Mitgliedern des Tattersall, daß sie keine Sonntagsreiter seien.(Große Heiterkeit.) Aber der Damm sei nicht so breit, und werde Sonntags in der ganzen Breite von Spaziergängern eingenommen. Gielen: Es handle sich nur um den Rasenstreifen an der Wasserseite. Es sei das einer der schönsten Spaziergange, wo man mal ungestört von Automobilen und Radkonn, auf die Spaziergänger sei in erster Linie Päistlicht zu##n. Der Wea dürse nicht in der Hauptache Brgm. Gielen: Wenn die Stadtverordneten so große Bedenken hätten, bitte er den Antrag abzulehnen. Kreutzer: Die Pferde könnten bequem neben dem Weg y#tgehen, oh e die Spaziergänger zu stören. Sonntags Nachmittags sei das Reiten dort nicht am Platze. aber morgens früh sehe man dort keinen Menschen. nor bstap an Sd## t:. Man moge sich das doch nicht so vorstellen, als ob dort Kavallerieattacken geritten werden sollten!(Heiterkeit). Dort könnten auf dem Rasen zwei Pferde nebeneinander gehn. Es handle sich doch nur um einen Augenblick, wenn dort mal ein Reiter komme. und dann trage es doch noch zur Belustigung des Publikums bei.(Große HeiterLeir Staub infrage Korntonud Veiatigung, belonders weil Stadtv. Derstappen: Er bitte einstweilen zu bewilligen. Bram. Gielen: Wenn die Stadtverordneten Belästigungen befürchteten, könnnten sie ja ablehnen. Stadtv. Tosetti: Er bitte den Versuch zu machen. Die Genehmigung könne man immer noch zurückziehen neesan Postsekr. Schmitz fragt, ob der Stadt dabei Kosten Bram. Gielen: Es handle sich nur um die Genehmigung, dort zu reiten. Die Versammlung gibt ihre Zustimmung. Erwerb von Straßenterrain. Die Stadtverordneten genehmigten die Uebernahme mehrerer Straßenterrains an der Büttgerstraße und den Breitestraße 82 Quadratmeter zwischen Büttgerstraße und Ersatzwahl zur Deputation für die Lese= und Bücherhalle. Bürgerm. Gielen: Herr Oberlehrer Dr. Ortmann sei leider zum Leiter der#—n Schule in Kastrop gewählt worden. Es werde vorgeschlagen, an seine Stelle in der Deputation für die Lese= und Bücherhalle Herrn Kreisschulinspektor Dr. Sondermann zu wählen. Das Kollegium ist damit einverstanden. Neuschaffung einer Oberlehrerschule an der Oberrealschule zu Ostern 1911. Gielen: Die Unterprima der Oberrealschule ins Leben. Er bitte um die Genehmigung, daß 1911 eine neue Oberlehrerstelle geschaffen werde .# stugr, ob die jetzt dort beschäftigten Oberlehrer ihre Pflicht=Stundenzahl hätten. " Bürgerm. Gielen: Soweit es möglich sei, jawohl. Darüber gebe der Jahresbericht genaue Auskunft. Die Vorlage wurde genehmigt. Außerhalb der Tages=Ordnung führt Arb.=Sekr. Schmitz aus: Er möchte seiner Freude daruher Ausb ua geben, buß schon seitens der Verwaltung Schritte geschehen seien, den Veteranen entgegenzukommen. Er verwies auf das, was die Veteranen vor 40 Jahren getan und bat, die Sache im Auge zu halten. Bürgerm Gielen bemerkt, eine Vorlage könne er noch nicht machen, weil noch Erhebungen nötig seien Stadtv. Paul Josten fragt, oo die Provinzialstraßen endgültig im Besitz der Stadt seien. angestest, Ier.##ende bemerkt, es müßten nog Berechnungen „.. I n g e h e i m e r S i t z u n g wurde die Wahl von 2 Oberlehrern. getätigt. Gewählt wurden der Kandidat des höhern Schulamts Dr. Ludwig Mathar aus Monjoie, jetzt beim Königl. Gymnasium zu Münstereifel tätig, für die neugeschaffene Oberlehrerstelle und der Probekandidat Laurenzius Beus aus Dreis(Kreis Daun. Eifel), jetzt in Neuwied beschäftigt, an Stelle des Herrn Oherlehrers Dr. Ortmann. Herr Beus tritt am 1. Oktober seine hiesige Stelle zunächst als Hülfslehrer an. Verpachtung der Barriere am Bergheimerweg. Der jetzige Pächter wurde von seinem Vertrag entbunden: an seine Stelle tritt Herr Gottfried Filz aus Grevenbroich, unter den bisherigen Bedingungen für den Rest der Pachtzeit. Gehaltsfestsetzung für den Maschinisten des Schlachthofes. Das Kollegium setzte das Gehalt des Maschinisten fest.= Anstellung eines Lokomotivführers bei der Ringbahn. Kollegium wurde über die Anstellung des Lokomotiv= führers Lambertz gehört. Verpachtung des Furtherhofes und anderer städtischer Grundstücke. Der Furtherhof wurde dem Ackerer Wilhelm Henzen, Kaarsterheide, verpachtet. Lokale Hachrichten. Neuß, 17. August. ( Die Entscheidung über die Meisterschaft des Niederrheinischen Schachverbandes fiel schon gestern Mittag. Der jüngste der Meisterschaftsspieler, Wiarda, der schon bei manchen ernsten Schachkämpfen als Anwärter für den ersten Preis galt und auch als Gymnasiast schon Preise beim Meisterschaftsturnier errung, kam mit einem Sieg über Josefovic zu 4½ Punkten. Diese Punktzahl ist von keinem der übrigen Spieler zu erreichen, da Deichmann, der einzige, der auf 3½ Punkten steht, alle seine Partien schon gespielt hat. Stud. pyil. Wiarda aus Elberfeld ist somit der Meister des Niederrheinischen Schachverbandes, erhält den Ehrnpreis der Stadt Neuß und den Geldpreis von 100 Mark. Gestern gewann Prof. Dr. Deichmann gegen Dr. Ullrich. Dr. Ullrich führte seine Partie mit schwierigen Kombinationen vortrefflich und hatte gute Gewinnaussichten, als er ein zweizugiges Matt übersah und dadurch aller Vorteile verlustig ging. Aehnlich erging es Thomas. der auch durch Uebersehen eines starken Angriffs seine Partie gegen Weiß verlor. Seine guten Aussichten auf den 1. Preis wurden dadurch zunichte Heute spielen in der Schlußrunde, in denen es sich um die übrigen 3 Preise handelt: Wiarda gegen Ullrich, Thomas gegen Josefovic, Ophoven gegen Schwan. Der Stand des Meinerturniers ist: Professor Dr. Deichmann, Köln Josefovic, Bochum..... Referendar Ophoven, Dortmund.... Thomas, Düsseldorf Dr. Ullrich, Neuß.......... Wiarda, Elberselo Weiß, Bonn... Die heutige Schlußfeier im Stadtgarten(Bier=Kommers) verspricht bei Konzert und mancherlei Darbietungen den Teilnehmern vergnügte Stunden. Auch die Damen und Freunde der Mitglieder des Schachvereins sind dazu eingelagen. ##le Under: Bewahrschule. Der Herr Minister der geistlichen, Unterrichts= und Medizinal=Angelegenheiten hat der Genossenschaft der barmherzigen Schwestern von der Regel des heiligen Augustinus und dem Mutterhause zu Neuß, in Verbindung mit der in der St. Marienpfarrgemeinde bestehenden Niederlassung die Pflege und Unterweisung von Kindern katholischer Konfession in noch nicht schulpflichtigem Alter. in der an der Frankenstraße neu zu errichtenden Kleinkinder=Bewahranstalt als weitere Nebentätigkeit widerruflich die Genehmigung erteilt. — Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 19 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 10 Grad über Null, heute Morgen 12 Grad über Null. Barometer 2 Millimeter gestiegen. Wind westlich. ist zu erwarten am: 18. August: Wolkig mit Sonnenschein, warm, Gewitter. 19. August: Bewölkt, teils heiter, teils Regen, Gewitter. 20. August: Meist bedeckt, trübe, normal warm. + 3½ + 2 + 2½ — 3 + 4½ 1½ Aus dem Kreise. Lehrer= Anstellungen. Durch Verfügung der Königl. Regierung in Düsseldorf ist der Schulamtsbewerber Johann or in Walbeck vom 1. Oktober 1910 ab einstweilig als Lehrer des Schulverbandes Nettesheim= Burheim angestellt worden em Schulamtsbewerber Wilhelm Kilders in Kempen (Rhein) ist durch Verfügung der Königl. Regierung in Düsseldorf die auftragsweise Verwaltung einer Lehrerstelle an der katholischen Volksschule in Büttgen übertragen worden. =] Holzheim, 16. Aug. Zu dem Eingesandt in Nr. 182 unseres Blattes, betr. die Kanalisation im Orte Holzheim, erfahren wir von unterrichteter Seite folgendes: Die Kanalisation im Orte Holzheim war zur Behebung schwerer, auch in der Presse häufig, beklagter Mistände unbedingt notwendig. Mehr oder weniger hatte der ganze Ort unter dem mißlichen Wasserabflusse zu leiden. Deshalb kam der Gemeinderat zu dem Entschlusse, den ganzen Ort zu kanalisteren. Da von der Einrichtung vor allem die Anlieger Vorteil haben, indem sie in Zukunft vor den lichkeiten geschützt sind, so müssen sie nach gesetzlicher Vorschrift zu einem Teil dieser Kosten herangezogen werden. Die, Teilung der Kosten entspricht aber auch ebenso sehr der schrift, wie der Billigkeit. Ueber die Höhe der Kosten bestehen, wie verlautet, in der Gemeinde irrige, ganz unzutreffende Auffassungen. Die zu entrichtende Gebühr beträgt für Wohnhäuser 3 Prozent des Gebäudesteuernutzungswertes; es macht dies pro Wohnhaus, je nach Größe und Wert 3—7 A: einige wenige größere Häuser zahlen etwas mehr. Bemerkt sei, daß von den Gesamtkosten des Kanals ca. 3 aus der Gemeindekasse gezahlt werden, während der kleinere Teil von den Anliegern zu tragen ist. Die Kosten der von den Hausbesitzern auszuführenden Anschlüsse betragen ca. 50—60 A. Um den weniger Bemittelten die Aufbringung der Kosten zu erleichtern. will die Gemeinde denselben diesen Betrag auf längere Jahre für einen ganz mäßigen Zinsfuß hergeben Durch die neue Einrichtung, die dem ganzen Orte zu gute kommt, wird Gesundheit und Ordnung gehoben und schwindet auch mancher Anlaß, der bisher zu Polizeistrafen geführt hat. Schließlich sei noch erwähnt, daß selbstverständlich fabrikmäßige Betriebe höhere Gebühren zu zahlen haben. Letzte flachrichten und Telegramme der„Tleußer Zeitung“. Zum Brand der Weltaustellung. Brüssel, 16. Aug. Das Militär verläßt die Ausstellung, deren sämtliche Abteilungen von morgen ab wieder zu besichtigen sein werden. Belgien will seine Ausstellung rekonstruieren und in der neuen Ausstellung einen Pavillon für zeitliche Ausstellungen unterbringen, wo 6000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Brüssel, 16. Aug. Der deutsche Reichskommissar, Geheim. Regierungsrat Albert hat dem Brüsseler Vertreter von Wolffs Telegraphischem Bureaux folgende Mitteilung gemacht: Die deutsche Abteilung ist entgegen irrig verbreiteter Nachrichten in vollem Umfange unversehrt geblieben. Der Sicherheitsdienst der deutschen Abteilung hat durchaus funktioniert. Auf ein mit der Dampfpfeife gegebenes Signal waren die sämtlichen Mannschaften der deutschen Abteilung in wenigen Minuten nach Ausbruch des Brandes in der deutschen Abteilung versammelt. Die Schläuche wurden angeschlossen und die Dächer der Gebäude, soweit erforderlich, unter Wasser gesetzt, sodaß herüberfliegende Funken im Keime erstickt wurden. Obwohl sich die getroffenen Maßnahmen vollständige bewährt haben, sind jetzt die Sicherheitsmaßnahmen noch verstärkt worden. Der Bestand der Mannschaften ist vergrößert. die Patrouillengänge und die Bewachung innerhalb der Halle während der Nacht sind verstärkt worden. Im Uebrigen ist das Feuerrisiko der gesamten Baulichkeiten von dem Syndikat der deutschen Feuerversicherungs= Gesellschaften gedeckt. In gleicher Weise haben die deutschen Feuerversicherungs= Gesellschaften, sowie eine Reihe englischer Gesellschaften das Feuerrisiko der sämtlichen deutschen Ausstellungsgegenstände übernommen. Der Zugang zur deutschen Abteilung ist unterbrochen gewesen. Trotz des augenblicklich erforderlichen Umweges hat der Besuch der deutschen Abteilung eher zugenommen als abgenommen. In wenigen Tagen werden die Trümmer, welche zur Zeit die Avenue Solbosch bedecken, beseitagt sein, sodaß die Hauptzufuhrstraßen der deutschen Abteilung dem Verkehr wieder geöffnet sein werden. Die Gesamtausstellung bleibt ununterbrochen geoffnet. Die Jury=Arbeiten werden am nächsten Montag fortgesetzt werden. nachdem es sich herausgestellt hat, daß Duplikate der Protokolle der ersten Instanz im Privatbureau des belgischen Kommissars vorhanden waren. Bremen, 16. Aug. Der Präsident der chilenischen Republik, Don Pedro Montt, der heute hier eingetroffen war, ist abends 11 Uhr 50 Min. am Herzschlag geMünchen, 16. Aug. Der König und die Königin der Belgier sind heute Abend hier eingetroffen und um 10 Uhr 20 Min, nach Brüssel abgereist. London, 16. Aug. Der bei Kap Morgan aufgelaufene Dampfer Khedive wird nach einer Lloydmeldung als vollstandin verloren betrachtet und ist deshalb seinem Schicksal überlassen worden. London, 16. Aug. Nach einer Lloydmeldung aus Gibraltar ist heute der spanische Dampfer„Martos“ im Nebel auf der Höhe von Tarife mit dem deutschen Dampfer„Elsa zusammengestoßen. Der erstere ist gesunken. Einige Passagiere und Mannschaften wurden durch die„Elsa“ gerettet und in Gibraltar an Land gebracht. Sieben Matrosen und 32 Passagiere des„Martos“ sind ertrunken. Nach einer anderen Meldung sollen 45 Personen ertrunken und 65 gerettet sein. Odessa, 16. Aug. Heute sind hier vier Erkrankungen vorgekommen, bei denen Pestverdacht vorliegt. Seit Beginn der Epidemie sind 16 Personen an Pest erkrankt. Bei vielen anderen liegt Pestverdacht vor, 13 Erkrankte wurden geheilt, 7 starben. Newyork, 16. Aug. Die Waldbrände im Nordosten dauern an. Die Verluste sind ungeheuer Viele Menschen“ opfer werden befürchtet, weil die Ansiedler von den Flammen eingeschlossen sind. Durch Anzünden von Dynamitbomben auf den Bergen wird versucht, Regen herbeizuführen. Peking, 16. Aug.(Reutermeldung.) Die chinesische Regierung hat dem deutschen Kronprinzen ein Telegramm gesandt, in dem sie ihn willkommen heißt. Bilbao, 16. Aug. Die Erzgruben, deren Betrieb heute wieder aufgenommen werden sollte, mußten wieder geschlossen werden, weil sich eine zu geringe Zahl Arbeiter eingefunden hatten. Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 17. August. Neuer Weizen 100 Ko. Neuer Roggen 100 Ko Alter Hafer 100 Ko. 1. Qu 2.„ 1.„ 2.„ 1.„ 2.„ A 19 15 14 15 14 40 40 60 60 Neue Kartoffeln 50 Kilo 0p 2,80—3,00 Heu 50 Kilo„„„ 2,70—3,20 Luzernerheu 50 Kilo„„ 3,70—420 Krummstroh 500 Kilo. M 17,— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 19.— Butter Kilo„ 2,60 Eier 100 Stück„ 10,— Weizenmehl 25,25—28,50. Roggenmehl 18,30—20,60. Rüböl Aug. 60,00 (00,00), Okt. 58,90(58,60), Dez. 56,20(56,00). Breslau, 15. Aug. Kleesamen. Rotklee beachteter, Weißklee sehr fest, Schwedischklee beachtet, Tannenklee feiner beachtet, Thimothy sehr fest, Raigras geschäftslos, Serradella rnhig, Inkarnatklee fest, 33—31—.. Hamburg, 16. Aug. Weizen ruhig, Aug.=Sept. 206. Roggen fest, Mecklenb. und Altmärk. 146—155, russ. eif 9 Pud 10/15 Pfd. Aug.=Sept. 110. Gerste ruhig, südruss. eif Aug. 98.00. Hafer stetig, Holsteiner und Mecklenb. 160—175. Mais ruhig, amerikan. mixed Aug. 000,00, La Plata cif Aug.=Sept. 103,50.. Spiritus fest, Aug. 19,50 G., Aug.=Sept. 19,50 Vetroleum(amerikan.) spez. Gewicht 0,800 schwach, 6,00.„Salpeter stetia. 8.82½, Nov.=Dez. 8,97½, Febr.=März 9,22½.: u,. Hamburg, 16. Aug. Kaffee stetig, Sept. 39¼, Dez. 39¼, März 39½, Mai 39½ G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. et Bremen, 16. Aua. Schmalz, vorr., Tups und Firkins 62¼, Doppele iv. 16. Aug. Getreidemarkt. Weizen Sept. 16216, Dez. 105⅝, Mai 110⅝, Juli—. Mais Sept. 63⅝/8, Bez., 61¼, Mai. 63%, Juli —. Hafer Dez. 38⅛8, Mai 411/8. Roggen vorr. 76½. Sept. 76. Leinsaat New=Hor, 16. Aua. Getreidemarkt. Weizen Sept. 108¾, Dez. 112¼. Mai—. Juli—. Mais Sept. 71½, Dez.—, Mai I. Juli—. Mehl spring wheat 4,20. Getreidefracht nach Liverpool 1½. Roggen New=York, 16. Aug. Baumwolle. Baumwolle vorr: 15.70, Aug. 15,71, Sept. 14,23, Okt. 13,57, Nov. 13.47, Dez. 13.47, Jan. 13.47, Febr. 13,48, März 13,52, Mai 13,56, Juni 13,56, Juli 13,56. Viehmärkte. 1n Krefeld. 16. Aug. Zum heutigen Viehmarkt waren aufgetrieben 206 Rinder und Kühe, 3 Bullen und 8 Ochsen. Die Preise stellten sich wie folgt: 1. vollfl. ausgem. junge Kühe höchsten Schlachtw.(bis zu 7 Jahren) auf 84—85, 2. vollfl. ausgem. ältere Kübe h. Schl. 77—.“, 3. für wenig gut entw. j. Kühe auf 68—70, 4. für ältere nicht ausgem. Kühe auf 60— 62 M. die 50 Kilo Schlachtgewicht. Langsam geräumt. Elberfeld. 15. Aug. Viehmarkt. Zugeführt 739 Stück Großvieh, 2093 Schweine, 266 Kälber und 156 Schafe. Großvieh 1. Qual. 82—85, ausgesuchte beste süddeutsche bis 8 M. höher, 2. Qual. 78—80, 3 Qugl. 75—76, gemästete Bullen 72—76, Kühe 1, Qua. 8.—85, 3. Qual. 68—70, Jungvieh 00—00, Schweine 1. Qual. 72—73, 2. Qual. 69—71, Kälber 1. Qual. 105—110, 2. 80—100 die 50 Kklo Schlachtgewicht. Geschlachtete Hämmel I. Onal. 70—77, Mutterschafe 60—70 M. die 50 Kil. Dinslaken, 15. Aug. Zuchtviehmarkt. Aufgetrieben waren 1130 Stück Rindvieh, 2 Kälber. Die Preise stellten sich wie folgt: Kühe 1. Qual. 580—650, einzelne höher, 2. 480—570, 3. 345—450, tragende Rinder 330—500. Stiere 200—450. Geschäft mittelmäßig. Nächster Zuchtbiechwart am 21,g Zum heutigen Viehmarkt in Islington waren 1040 Stück Hornvieh und 6760 Schafe. Preise fur Hornvieh 2 S. 8 D. bis 5 S. 2 D., Schafe 3 S. 6 D. bis 5 S. 8 D. für 8 Pfd. ** ** F** Am heutigen Getreidemarkte unverändert. blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen 60 9 9 5 50 Preisnotierungen der Neußer Müller Neuß, 17. August. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß)„„„ Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine„ Kleien 50 Kilo Raps wurde je nach Beschaffenheit mit 20.— bis 22.— Mk. bezahlt. Rüböl und Kuchen unverändert. Köln, 16. Aug. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 60,00 B., Okt. 59,50 B., 59,00 G.„ a# in anisfuku-lt-s Luzernerheu, altes 9,80 10,00, neues 7,80—8.40, Wiesenheu, altes 8.00—8,25, neues 6,50—0,00, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,00—4,50, Krummund Preßstroh 2,80—3,20 die 100 Kil. Mörs, 15. Aug. Fruchtmarkt. Weizen 1. Qual. 20,20, 2. 19,20, Roggen 1. Qual. 14,50, 2. 13,50, Gerste 12,50—12,80, Hafer 15,00—17,80, mittel—.—, Kartoffeln, weiße 0,00, rote 0,00, Grasheu 6.00. Kleeheu 7,00, Richtstroh 5,00, Krummstroh 4,00 M. per 100 Kilo. Leinmehl im Kleinhandel 17,80, per Waggon 17,60, Baumwollsaatmehl 17,40 resp. 17,00, Kleie 11,00 resp. 10,80, Kokoskuchen 16,50 resp. 16.20. Berlin, 16. Aug. Fruchtmarkt. Weizen Sept. 201,25(203,00), Okt. 202,75(20,00), Dez. 203,25(205,25). Roggen Sept. 152,00(151,00), Okt. 154,50(154,00), Dez. 157,00(156,00). Hafer Sept. 000,00(000,00), Dez. 157,00(156,75). Mais Sept. 000,00(000,00), Dez. 000,00(000,00). Bradford, 15. Aug. U Wolle. 2 olle ruhig, aber fest. Kohlen. Wagengestellung am 15. Aug. Im Ruhrbezirk gestellt 24370, gefehlt 00.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 701, gefehlt 00. Saarbezirk gestellt 396, gefehlt 00.— Rheinischer Braunkehlenbeitrk, gestellt 1218, gefehlt 00.— Im oberschlesischen Revier gestellt 9241, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken vom 16. August. Amsterdam 5. Belg. Plätze 3½2. Deutsche la#e 4. Kopenhagen 5 Lissabon 6. London 3. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Peters burg 4½. Schweiz. Plätze 3½. Wien 4. Die schlimmsten Feinde der Kinder sind die besonders im Sommer auftretenden Magen= und Darmkrankheiten. Den besten Schutz dagegen bietet eine rationelle Ernährung mit„Kufeke“, welches dem Organismus die zu seinem Aufbau nötigen Nährstoffe zuführt gegen Krankheiten widerstandsfähiger macht. Die im„Kufeke" enthaltenen Mineral= und Eiweißstoffe fördern die Knochen und Muskelentwicklung aufs günstigste. FPVOMTAINL Offentlicher Wetterdienst der Dienststelle Aachen(Metereologisches Observatorium) Wetteraussichten für den heutigen Tag: Vorwiegend trocken, wechselnde Bewölkung, wärmer. Amtlicher Teil. betreffend den Erlaß münzpolizeilicher Vorschriften. Vom 23. Juni 1910. Auf Grund des§ 14 des Münzgesetzes vom 1. Juni 1909 (Reichs=Gesetzbl. S. 507) hat der Bundesrat folgende Vorschriften erlassen: § 1. Medaillen und Marken(Reklame=, Rabatt=, Spiel=, Speise= und sonstige Wertmarken) dürfen nicht das Bildnis des Kaisers oder eines Bundesfürsten in der auf den Reichsmünzen befindlichen Gestaltung tragen oder mit einer auf dem Rande befindlichen Schrift versehen sein. Auch dürfen sie nicht die Bezeichnung einer im Deutschen Reiche gellenden Münzgattung oder die Angabe eines Geldwerts enthalten. Von dem Verbot im Abs. 1 Satz 1 ist das auf Denkmünzen etwa in abweichender Gestaltung angebrachte Bildnis des Kaisers oder eines Bundesfürsten ausgenommen. Unter das Verbot der Randschrift(Abs. 1 Satz 1) fällt nicht die Anbringung eines Stempelzeichens, des Namens, der Firma des Herstellers oder bei Preismedaillen die Anbringung des Namens des Preisträgers. § 2. Marken(§ 1) dürfen nicht mit einem Durchmesser von mehr als 20 bis einschließlich 22 Millimeter hergestellt werden. Dies gilt auch für Medaillen aus unedlem Metalle, die zu geringen Preisen für den Massenabsatz angefertigt werden. § 3. Medaillen und Marken von ovaler oder von dreibis achteckiger Form werden von der Vorschrift im§ 2 nicht berührt. Diese Medaillen und Marken sowie die Medaillen und Marken mit einem Durchmesser von wenigstens 41 Millimeter sind von dem Verbot im§ 1 Satz 1 ausgenommen. § 4. Die in den§§ 1 und 2 enthaltenen Beschränkungen finden keine Anwendung auf solche Medaillen und Marken, die für das Ausland hergestellt und unmittelbar ausgeführt werden.— § 5. Es ist verboten, Münzen, die auf Grund der Reichs münzgesetze vom Bundesrat außer Kurs gesetzt sind, nach zumachen und solche nachgemachten Münzen in den Verkehr zu bringen oder sonst zu vertreiben, sofern diese nicht vermittels einer festen metallischen Verbindung Bestandteile anderer Gegenstände bilden. § 6. Wer gewohnheits= oder gewerbsmäßig obigen Vorschriften zuwider Medaillen oder Marken herstellt, feilhält, verkauft oder zu geschäftlichen Zwecken in Gebrauch hält, oder dem Verbote des§ 5 zuwider Nachmachungen von solchen Münzen, die auf Grund der Reichsmünzgesetze vom Bundesrat außer Kurs gesetzt sind, in den Verkehr bringt oder sonst vertreibt, wird, sofern nicht nach anderen Bestimmungen eine schwere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bis zu 6 Wochen bestraft. § 7. Die vorstehenden Bestimmungen treten mit dem 1. April 1912 in Kraft. Berlin, den 23. Juni 1910. Der Reichskanzler. I. V.: Wermuth. Bekanntmachung, betreffend die Beschädigung der Telegraphen- und Fernsprechanlagen. Die Reichs=Telegraphen= sund Fernsprechanlagen sind oft vorsätzlichen oder fahrlässigen Beschädigungen, namentlich durch Zertrümmerung von Isolatoren mittels Steinwürfe, durch das Auflassen von Papierdrachen in der Nähe der Leitungen, durch Unvorsichtigkeit beim Baumfällen oder bei Sprengarbeiten, durch Anfahren von Telegraphenstangen u. s. w. ausgesetzt Da hierdurch die Benutzung der Anlagen gehindert oder gestört wird, so wird auf die einschlägigen Bestimmungen des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich aufmerksam gemacht. Demjenigen, der die Täter vorsätzlicher oder fahrlässiger Beschädigung derart ermittelt und zur Anzeige bringt, daß sie zum Ersatz oder zur Bestrafung herangezogen werden können, werden im Einzelfalle Belohnungen bis zu 15 Mark aus der Postkasse gewährt. Die Belohnungen werden auch dann bewilligt, wenn die Schuldigen wegen jugendlichen Alters oder aus sonstigen persönlichen Gründen nicht haben bestraft oder ersatzpflichtig gemacht werden können, sowie, wenn die Beschädigung noch nicht wirklich ausgeführt, sondern durch rechtzeitiges Einschreiten verhindert worden ist, der gegen die Telegraphenanlagen usw. verübte Unfug aber soweit feststeht, daß die Bestrafung der Schuldigen erfolgen kann. Die einschlägigen Bestimmungen des Strafgesetzbuchs lauten nach dem Gesetze vom 13. Mai 1891: § 317. Wer vorsätzlich und rechtswidrig den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage dadurch verhindert oder gefährdet, daß er Teile oder Zubehörungen derselben beschädigt oder Veränderungen daran vornimmt, wird mit Gefängnis von einem Monat bis zu 3 Jahren bestraft. § 318. Wer fahrlässiger Weise durch eine der vorbezeichneten Handlungen den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage verhindert oder gefährdet, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 900 Mark bestraft. 9 § 318a. Unter Telegraphenanlagen im Sinne der§ 31 und 318 sind Fernsprechanlagen mitbegriffen. Daneben sind unter gewissen Voraussetzungen noch die allgemeinen Strafbestimmungen wegen Sachbeschädigung anwendbar, namentlich:K G § 304. Wer vorsätzlich und rechtswidrig Gegenstände, welche zum öffentlichen Nutzen dienen, beschädigt oder zerstört, wird mit Gefängnis bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. Neben der Gefängnisstrafe kann auf den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Der Versuch ist strafbar. Düsseldorf, den 20. Juli 1910. Bekanntmachung. Der förmlich festgestellte Bebauungsplan des Jesuitenhofes liegt gemäß§ 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 während der Zeit vom 18. August bis einschließlich 15. September d. Is. auf dem Rathause(Stadtvermessungsamt) zu jedermanns Einsicht offen. Neuß, den 15. Aug. 1910. Der Gemeindevorstand: I. V.: Dr. Beitzen. Bekanntmachung. Der Fluchtlinienplan über die Verlegung des projektierten Weges längs dem Grundstück der International Harvester Company liegt während der Zeit vom 18. August bis einschließlich 15. September d. Is. auf dem Rathause(Stadtvermessungsamt) zu jedermanns Einsicht offen. Etwaige Einwendungen sind innerhalb der vorbezeichneten Frist bei dem unterzeichneten Gemeindevorstand anzubringen. Neuß, den 15. Aug. 1910. Der Gemeindevorstand: Gielen, Bürgermeister. Bekanntmachung. Der Ertrag der Nußbäume an der Hammerlandstraße soll am Dienstag. den 23. August er., vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle an den Meistbietenden bar verkauft werden. Neuß, den 13. August 1910. Der Bürgermeister: Gielen. Sargmagazin Heinrich Hahn Neuss, Crefelderstrasse 60. Grösste Auswahl.— Billigste Preise. — Tolephon Nr. 881.— Kaiserliche Ober=Postdirektion. Verding. Erweiterung der Kreuzschule, ca. 400 gm Wandlinoleum. Auskunft und Unterlagen gegen Umdruckkosten Zimmer Nr. 14. Eröffnung der Angebote Freitag, den 26. August, vormittags 11 Uhr. Neuß, den 15. August 1910. Bekanntmachung. Linden'sche Stiftung. Diejenigen Eltern, die für ihre Kinder zur Erlernung eines passenden Handwerks oder ähnlichen Erwerbszweiges aus obiger Stiftung unterstützt zu werden wünschen, wollen auf dem Finanzbureau des Bürgermeisteramtes hier bis Ende August ds. Is., vormittags zwischen 9 bis 12 Uhr, den bezüglichen Antrag stellen und ihre Verhältnisse darlegen. Neuß, den 16. August 1910. Der Bürgermeister: Gielen. Zum Neubau des Invalidenheimes zu Neuß sind die Zimmer-„Dachdecker- u. Klempnerarbeiten Zeichnungen und Bedingungen sind auf dem Büro des Unterzeichneten einzusehen, woselbst auch die Offertentexte gegen Zahlung der Schreibgebühren zu haben sind. Di. verschlonenen mit Aufschrift versehenen Angebote sind bis zum 31. Aug. 1910 bei dem Unterzeichneten abzugeben. 15116„ Xl. Röhlinger, Architekt. Ortsverband Büttgen sucht seinen Bedarf an reiner Weizenkleie auf 9 Monate zu kaufen, anfangend Sept. dss. Is. mit freier Analyse. Offerten hierauf wolle man bis zum 25. August einreichen an Carl Schmitz, Vorsitzende. 1 großes und 1 kleines Ackergut, in Kirchdorf des Kreises Jülich gelegen, nahe Eisenbahn und Zuckerfabriken, ca. 145 Morgen froß, guter Acker, massive Ge#äude, ist zu Frühjahr 1912 zu verpachten. Bürge erforderlich, Anfragen unter FS91 an die Expedition.(5755 Zwangs-Versteigerung. Am Donnerstag, den 13. Aug., nachmittags 4 Uhr, ollen im Auktionslokale von Herrn Kammerich zu Neuß am Markt eine größere Partie Bleiröhren, Spülbecken, Messingkrahnen, Waschbretter, Gaskocher, Lampen, Porzellan, Glaswaren, Zylinder, zwei Ladenlokal für großen Konsum und kleines für Gemüse= oder Friseur=Geschäft sehr geeignet, 2X4 und 1X5 Zimmer mit allen Bequemlichkeiten per 15. 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Seitens einer Bankengruppe ist beschlossen worden, die Forderungen von Gläubigern der Niederdeutschen Bank, soweit es sich um Beträge bis zu Mk. 10000 handelt, und sofern sie nicht Banken und Bankiers zustehen, unter folgenden Bedingungen zu übernehmen: Es werden gewährt an: I. Gläubiger bis Mk. 100 75% ihrer Forderungen, 2. Gläubiger über Mk. 100 bis Mk. 500 40% ihrer Forderungen, mindestens Mk. 75, 3. Gläubiger über Mk 500 bis Mk. 3000 30% ihrer Forderungen, mindestens Mk. 200, 4. Gläubiger über Mk. 3000 bis Mk. 10000 25% ihrer mindestens Mk. 900. Sofern die Konkursquote böher als die gezahlten Beträge ausfällt, wird sie s. Zt. durch uns den jetzigen Gläubigern vergütet; ist sie dagegen geringer, so wird auf das Rückforderungsrecht seitens der Banken verzichtet. Wir sind seitens der Banken mit der Durchführung dieser Transaktion betraut und ersuchen diejenigen Gläubiger, welche von dem Angebot Gebrauch machen wollen, sich dieserhalb bis zum 31. dieses Monats unter Benutzung der bei uns und bei allen Niederlassungen der Niederdeutschen Bank von jetzt ab erhältlichen Formulare zu melden und ihre Forderungen an uns abzutreten. Die Auszahlung der Beträge abzüglich AbKontor: Mittelstr. 1 Lager: Industriest- tretungsstempel und Portoauslagen erfolgt nach ArerTelefon Nr. 163. kennung der Forderungen durch den Konkursverwalter. Fu H HubertDrath Leuffen Neuss Kohlen— Koks— Brikets Alleinvertrieb der bekannten „Lapgenbratm“. Anthracitkohlen Berlin W 8, den 16. August 1910. Kanonierstr. 17—20. Deutsche Treuhand-Gesellschaft. Neu eröffnet! Neu eröffnet! Am 17. August 1910 eröffne ich das neue Möbelgelegenheits-Käufhaus „Zur billigen Quelle“ Tel. 352 Rheinstrasse 30 Tel. 352 und verkaufe neue und gebrauchte Möbel zu staunend billigen Preisen. 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