Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Bezugspreis vierteljährlich einschließlich der täglichen Beilage „Bunke Blätter“ in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bezogen 1,65 Mk. mit illustriertem Unter haltungsblatt 1.80 Mk., durch die Post bezogen 1.95 Mk. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß. Eigene Plakatsäulen. Anzeigen 15 Pfg. die 7 gespaltene Petitzeile, kleinere lokale Anzeigen 12 Pfg., auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Druck und Verlag oon Rob. Noack, Neuß. Amtliches Kreisblatt Geschäftsstelle: Neuß, Neustraße t. Fernsprecher 57. Pfg. die 3 gespaltene Petitzeile. Bei zwangsweiser Eintreibung durch Klage oder in Konkursfällen wird der bewilligte Rabakt hinfällig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Eigene Plakatsäulen. 12 2i0 doc rio itot * #. 7 1/2 11110 10 4 . G ### anaß nim inton " ann Senlt Suond Wachhabende herbei, und da er auf seinen Anruf keine Ant=|###9t wort erhielt, erschoß er in der Dunkelheit die#ndc Schildwache, die er für den Missetäter hielt. Die Militärbehörde hat eine Untersuchung eingeleitet. 3.1 * Dover, 11. Aug. Eine merkwürdige Geschicht wurde heute vor dem Polizeirichter in Ryde an der Südküste h# von England enthüllt. Unter den vielen Damen der Gesells net schaft, die von Cowes dorthin zur Regatta kamen, befand sichst##### auch ein Miß Lloyd, die in Cowes in der besten Gesellschafti##### verkehrt hatte, und mit Einladungen zu allen Festlichkeiten aus=ima gezeichnet worden war. In Ryde erschien diese Dame in einigen Juwelierläden, ließ sich verschiedene Sachen vorlegen und erklärte dann, später wiederkommen zu wollen. Sobald sie#nos aber die Läden verlassen hatte, bemerkten die Kaufleute, dasin# wertvolle Schmuckgegenstände fehlten. Sie wurde verhaftetsd tim und man fand die gestohlenen Sachen bei ihr. Jetzt wurde vor loc dem Gericht festgestellt, daß die feine Dame, die sich in denn## besten Kreisen einzuschleichen verstanden hatte, eine berücht nog tigte Juweslendiebin ist, die schon zu verschiedenen Zuchthausstrafen verurteilt worden ist, und zwar nicht ini#### Amerika oder an entlegenen Plätzen, sondern in London. wo n2c sie der Polizei und den Gerichten sehr wohl bekannt ist. zonnurd 61.790 Nr. 182. Erstes Blatt. Samstag, den 13. August 1910.(Kassian f.) 85. Jahrg. Tätigkeit der Ansiedlungskommission im Jahre 1909. Die Korrespondenz der Deutschen Vereinigung schreibt: Bereits gegen ein Vierteljahrhundert ist seit Erlaß des Ansiedlungs= Gesetzes vom 26, April 1886 vergangen, das zum Schutze und zur Stärkung des Deutschtums in der Ostmark erlassen wurde. Im letzten Jahre erwarb die Ansiedlungskommission 17 Rittergüter, darunter zwei Staatsdomänen. 12 sonstige Güter und 50 Bauernwirtschaften mit einer Gesamtfläche von 21 085 ha zu einem Preise von 26 827 616 Mark. In den fünf vorangehenden Jahren betrug der Gesamterwerb: Im Gegensatz sind bisher von der Ansiedlungskommission gegen 370 562 ha zum Preise von rund 350 Millionen Mark angekauft worden. 70 Prozent dieser Fläche entstammen deutscher Hand, 30 Prozent oder 111 329 ha sind von polnischen Besitzern erworben. Die Nachfrage nach Ansiedlerstellen zeigt eine erfreuliche Steigerung, wenn auch das Besiedlungsgergebnis aus dem Jahre 1908 nicht ganz erreicht wird 7365 Ansiedlungsanträge wurden gestellt gegen 7015 im Jahre 1908 und 6161 im Jahre 1907, 1891 Verträge sind abgeschlossen, davon 1386 rechtswirksam. Der größte Teil der Ansiedler entstammt dem Osten. Die beiden Siedlungsprovinzen, Posen und Westpreußen, stellen allein 331, Posen 191, Westpreußen 140: von den westlichen Provinzen stellt Westfalen die ansehnliche Zahl von 107 Ansiedlern, aus Rheinland dagegen stammen nur 14. Von den obengenannten 7365 Ansiedlungsbewerbern waren 204 katholische, das sind 2,77 Prozent. Mit 37 von ihnen sind Verträge abgeschlossen, 27 erhielten den Zuschlag, 6 erklärten den Rücktritt, die übrigen stehen noch in Unterhandlung. Als Katholik mag man es bedauern, daß nur eine so geringe Zahl von seinen Konfessionsangehörigen sich um Ansiedlerstellen bewerben. Schon des öftern ist darauf hingewiesen worden, weshalb sich erstlich verhältnismäßig wenige Katholiken melden und warum nicht überall Katholiken angesiedelt werden können. Unüberwindliche Hindernisse, an erster Stelle die Schwierigkeiten der kirchlichen religiösen Versorgung durch deutsche katholische Geistliche und in der Bildung von selbständigen Pfarreien, machen der Regierung die Ansiedlung von Katholiken unendlich schwierig, wenn nicht oft unmöglich. Im ganzen sind bisher 17.051 Ansiedlerfamilien mit 102 300 Köpfen zu Rente, Pacht und Miete angesetzt. Dazu kommen noch gegen 1000 deutsche Arbeiter= und Handwerkerfamilien mit rund 10 500 Personen, so daß die gesamte deutsche Bevölkerung der Ansiedlungsgemeinden und Ansiedlungsgüter auf 122 200 Personen gerechnet werden kann. In dieser Zahl kommt der große unbestreitbare Wert der Tätigkeit der Ansiedlungskommission zum Ausdruck. Von den Polenfreunden und ihren Schützlingen wird deren Arbeit gern als wenig erfolgreich hingestellt. Man weist darauf hin, daß auch von den Polen eine große Fläche Landes aus deutschen Händen aufgekauft werde und dadurch würde die Arbeit der Ansiedlungskommission illusorisch gemacht. Man sollte bei diesem Einwande aber nicht vergessen, daß obige Zahl deutscher Bewohner in den gefährdeten deutschen Gebieten angesiedelt ist, und das ist doch keine Kleinigkeit. Auch die Ansiedlungskommission hätte den Ankauf deutscher Güter durch Polen gar nicht verbindern können. Auch ohne sie wäre dieses erfolgt. Der wirtschaftliche Aufschwung des letzten Jahrzehnts gab den Polen Mittel an die Hand, Land zu erwerben, der Verdienst der nach dem Westen in die Industriebezirke abwandernden Polen gab diesen Gelegenheit sich nach mehrjährigem Aufenthalt im Westen sich in ihrer Heimat ankaufen zu können und zwar mit dem Gelde, das sie auf„deutschem Boden“ in einer von Deutschen geschaffenen Industrie und Arbeitsgelegenheit erworben haben. Diese Verhältnisse kann man nicht unberücksichtigt lassen, wenn man die Tatsache des Ankaufs deutschen Bodens durch Polen vorbringt. Auch ohne Ansiedlungskommission wäre eine Wandlung vor sich gegangen. denn daß in erster Linie deutscher Boden von den Polen angekauft wird, dafür sorgt schon die straffe nationale Geschlossenheit und die Absonderung der Polen auf allen Gebieten. Es ist aber ein großes Verdienst der Ansiedlungskommission, daß sie trotzdem so viele Hektare in ihren Besitz gebracht hat, die ohne ihr Bestehen viel leichter ebenfalls in polnische Hände geraten sein würden.“ Von Hah und Fern. Koblenz, 11. Aug. Eine merkwürdige Geschichte ist es mit dem seitherigen Wächter des Kaiserin Augusta=Denkmals. Der mit vielen Kriegsauszeichnungen geschmückte alte Herr bezog seit vielen Jahren Veteranenbeihülfe und erhielt noch dieses Jahr den städtischerseits bewilligten Ehrensold. Wegen Augenleidens beantragte er nun die Verstümmelungszulage. Bei der Untersuchung des Falles soll sich nun herausgestellt haben, daß der Mann nicht nur kein Veteran ist, sondern nicht einmal gedient hat. Nur bei einem Kriegstransporte ist er an die Grenze mitgezogen. Der Militärpaß wurde als gefälscht von der Polizei beschlagnahmt, ebenso die Denkmünzen und Auszeichnungen.(K. V. 3.) * K o b l e n z, 1 1. A u g. E i n s c h w e r e s U n g l ü c k e r e i g n e t e sich heute Nachmittag am Neubau der Firma Tietz. Beim Aufziehen schwerer Balken riß das Seil. Der herabstürzende Balken traf mehrere Arbeiter. Einer erlitt einen Schädelbruch. eine Quetschung der Brust und Beinbrüche; er dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Schwer verletzt wurde noch ein Installateur, der anscheinend Beschädigungen der Wirbelsäule erlitt. Leicht verletzt wurden drei andere Arbeiter. * Siegburg, 11. Aug. Der Briefträger Joseph Küpper von Birk stürzte mit dem Rade. als er durch Lohmar fuhr, und zog sich so schwere Verletzungen zu, daß er kurz nach der Einlieferung im hiesigen Krankenhause starb. Er hinterläßt eine Frau mit acht Kindern. * Maulbronn, 12. Aug. Gestern Abend wurde bei einem heftigen Gewitter der 32jährige Tagelöhner König, der trotz mehrfacher Blitzschläge weiterarbeiten wollte, in dem Moment, als er von einer Leiter stieg, von einem Blitzstrahl getroffen und sofort getotet. Seinem Mitarbeiter Oswald, der von dem gleichen Schicksal betroffen wurde, sind beide Arme gelähmt. * Berlin, 12. Aug. Gestern Nacht wurde einem Landwirt, der vor einiger Zeit nach Berlin gekommen war und hier ein Haus kaufen wollte, seine rote lederne Brieftasche mit 22000 M. seine goldene Uhr und Kette gestohlen. Der Täter, der Agent Johannes Gehl, der sich auch Hans Marton aus Dresden nannte, und in Freiberg in Sachsen geboren ist, wurde verhaftet. * Kurnik, 11. Aug. Der Fleischermeister Kozielski wurde heute Morgen im nahen Walde tot aufgefunden. Als Mörder kommt ein gewisser Dudzienski in Betracht, der mit ihm am Abend vorher gezecht und ihn gebeten hatte, ihn auf seinem Wagen mitzunehmen. Kozielski hatte 800 A und eine Uhr bei sich. Beides fehlt jetzt. Es liegt also Raubmord vor. Der Mörder ist heute Abend in Posen verhaftet worden. * Kiel, 12. Aug. Beim Pistolenschießen wurde dem Obermaschinistenmaat Krannig von dem Oberleutnant Oldenburg die Kniescheibe zerschmettert. Der Zustand des Verletzten ist sehr ernst. * Giesen, 11. Aug. Einer der reichsten Einwohner der Stadt- Gießen erhielt kürzlich einen Brief, in dem ein Bombenattentat angedroht wurde, wenn er nicht an einer bestimmten Stelle des Bergwerkwaldes 200000 A niederlegen würde. Der Bedrohte achtete zunächst nicht auf den Drohbrief, übergab ihn aber doch schließlich der Behörde, als ein zweiter Drohbrief an ihn gelangte, der von bluttriefenden Drohungen strotzte. Die Polizei ließ den Empfänger des Briefes in den Wald fahren und dort ein Kuvert mit Papierschnitzeln niederlegen. Inzwischen legten sich mehrere Polizeibeamte in der Nähe auf die Lauer. Der Erpresser ging in die ihm gestellte Falle und wurde verhaftet. Es handelt sich um einen arbeitslosen Schreinergesellen Heck aus Giesen, der bei seiner Vernehmung vor dem Staatsanwalt die Tat sofort eingestand. Er gab an, daß es ihm tatsächlich um de Erlangung der Geldsumme zu tun gewesen sei, erklärte aber, daß seine Drohungen nur leere Drohungen geblieben wären, wenn er auch kein Geld bekommen hätte. Auf die Frage, weshalb er denn eine so große Summe verlangt habe, erwiderte Heck. bei einem so reichen Manne seien doch 200 000 A nur eine Kleinigkeit. Er wäre überdies auch mit der Hälfte zufrieden gewesen. * Offenbach, 10. Aug. Einen drastischen Beweis dafür, daß oft die von den Gemeinden in eigener Regie ausgeführten Arbeiten erheblich teurer sind, als die durch Submission vergebenen, liefert, wie der„Frkf. Ztg.“ gemeldet wird, die hiesige Stadtverwaltung. Die infolge der Anlage des Grundbuches notwendig gewordene Neuvermessung der Gemarkung Offenbach war vom Großherzoglichen Katasteramt in Darmstadt auf 80000 Al veranschlagt worden, das auch zur Ausführung der Arbeit um diesen Preis bereit war. Auch ein Privatgeometer hatte dasselbe Angebot gemacht. Aus nicht näher bekannten Gründen beschloß jedoch die Stadtverordnetenversammlung am 29. März 1906, die Arbeit in städtischer Regie auszuführen. Es wurde ein Katastergeometer vertraglich auf die Dauer von 4 Jahren mit 4500 M Gehalt angestellt und ein Bureau eingerichtet, in dem zur Zeit laut Voranschlag für 1910 außer dem leitenden Katastergeometer noch 6 Geometer und 5 Geometergehilfen mit einem Gesamtgehalt von 22 480 A beschäftigt sind, so daß sich die Gesamtausgaben für die Gehälter auf 26 980 q beziffern. Nach den im Rechenschaftsbericht der Bürgermeisterei für 1908 und im Voranschlag für 1910 enthaltenen Erläuterungen betrugen die Kosten der Neuvermessung am Ende des Rechnungsjahres 1909 etwa 139000 M: sie werden am 3k. März 1911, vorausgesetzt, daß nicht, wie in den Vorjahren, ebenfalls eine erhebliche Ueberschreitung des Voranschlags stattfindet, etwa 179000 A betragen und dürften sich bis zur endlichen Fertigstellung der Arbeiten auf annähernd 200000 M beziffern, das sind etwa 120 000+ mehr, als der Voranschlag des Großherzoglichen Katasteramts annahm. * München, 11. Aug. Hier wurde heute Mittag die 67= jährige Kaufmannswitwe Ida Feldmeier in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Der Mord ist wahrscheinlich bereits gestern Abend 7 Uhr ausgeführt worden. In der Wohnung waren die Kästen und Tische durchwühlt, sodaß Raubmord anzunehmen ist. Als Täter kommt das Dienstmädchen der Ermordeten, vielleicht auch deren Geliebter in Betracht. Beide sind seit der Tat verschwunden. * München, 12. Aug. Der Mörder, Glaser Körbs aus Weimar, der vor mehreren Wochen in der Nähe von Weimar seine Geliebte und einen jungen Mann erschoß, ist in Feldkirchen bei Rosenheim in Oberbayern, wo er sich unter falschem Namen aufyielt. verhaftet worden. Er hat bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt * Brest, 12. Aug. In einem benachbarten Dorfe fanden die Behörden eine 36jährige Frau, die von ihren Verwandten seit einem Jahre in einem Stall eingesperrt gehalten wurde. Die Unglückliche verfügte über eine Jahresrente von 80 000 Fr. Der Schwager der Frau wurde in Untersuchungshaft genommen. * R o c h e f o r t, 1 2. A u g. I n d e r v e r g a n g e n e n N a c h t s u c h t e n Landstreicher in das Feuerwerks= Laboratorium in Verroux einzudringen und verwundeten die Schildwache, nachdem diese vergeblich auf einen Unbekannten geschossen hatte. der die Mauer zu erklettern versuchte. Infolge der Schüsse eilte der Gerichtssaal. ##. * Düsseldorf, 11. Aug. Der jugendliche, bisher unbestrafte.“ Reisende Johannes Me. war für zwei Firmen in Neuß tätig..“ Der junge Mann befürchtete, seine Stellung zu verlieren, und. war deshalb darauf bedacht, möglichst viele Abschlüsse zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, griff er aber zu unlauteren Mitteln. Er schlug die Waren nämlich unter den festgesetzten Preisen los und machte dann zum Ausgleich der Rechnunge######t noch fingierte Bestellungen In anderen Fällen fälschte Mesiodleg Rechnungen und berechnete sich Spesen, die er gar nicht gerchsuß macht hatte. Als ihm der Boden unter den Füßen zu veng eno wurde, ging er ins Ausland, kehrte anfangs Mai jedoch zurück und stellte sich selbst der Behörde. Heute mußte er sich vor dertchiel Strafkammer verantworten. Der Angeklagte war gast r##g ständig, er wurde zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Davönnenie kamen 2 Monate auf die Untersuchungshaft in Anrechnunghürug Das Gericht beschloß weiter, den Angeklagten zur bedingten rüf Begnadigung zu empfehlen und hob den gegen ihn erlassenen jod) Haftbefehl auf.— Der sehr erheblich vorbestrafte Gelegen####g# heitsarbeiter Friedrich Thi. zieht bettelnd von Ort zu Ort. o#f etg folge seines Vorlebens bekommt er sehr schwer Beschäftigung sion und das veranlaßte ihn, sich falsche Papiere zuzulegen und unter### falscher Flagge zu segeln. Am 5. Juli wurde Thi. in Neu#ßtraüf beim Betteln erwischt und eingesperrt. Er nannte sich Augustuma Kordes und ließ sich als solchen auch in die Gefangenenregistezur## einschreiben. Wegen dieser intellektuellen Urkundenfälschungsleig traf ihn heute eine Gefängnisstrafe von drei Wochen. eTi##non wegen Bettelei festgesetzte vierwöchige Haftstrafe kam auf die i0 Untersuchungshaft in Anrechnung. Silimoß * Koblenz, 11. Aug. Heute stand wieder ein Weinpr zeß bei der Strafkammer an. Der Wirt Peter Hags med aus Zell hatte Wein gekauft und ihn untersuchen lassen. Trotzschoat dem der Chemiker ihn als überstreckt beanstandete, war der noc Wein bei einer Tanzmusik verkauft worden. Zwischenzeitig####### entnommene Proben bestätigten nachher die Ueberstreckung, Da nicht festgestellt werden konnte, wo die Fälschung stattgefunden hatte, wurde der Angeklagte nur wegen fahrlässigemusch Vertriebes gefälschten Weines mit 30 A Geldstrafe und dem#u### Kosten belegt. 11203 0d Neuß, 13. August. ( Der Schachwettkampf wurde gestern bei der in der vorigen Ausgabe gemeldeten Besetzung der Bretter fortgesetzt. zig Morgens fand die Partie Deichmann(Weiß) Thomas (Schwarz) kurz vor Beginn der Mittagspause ihr Ende. anf Schwarz spielte sehr geschickt gegen die Angriffe des Gegners und wußte sich gegen drohende Qualitätsverluste überraschend zu 19c verteidigen, brachte es schließlich zu einer günstigen Stellung und hatte im Endspiel endlich einen Bauer mehr, gab aber die Partie remis, nachdem folgende Stellung erreicht war: 7à Weiß: König g 5, Springer h 6, Bauer g 6, Schwarz: Königg 7, Springer g 3.„ in In der Partie Ophoven(Weiß) Dr. Ullrich### (Schwarz) kam Schwarz in den ersten Stunden nicht recht zur 5 Entwicklung, fand aber gegen die Angriffe des Gegners sichere#5 Stellungen. Als die Pause eintrat, wurde auch diese Partie remis geschätzt. f Nachmittags war die Entscheidung denn auch bald sor gefallen, nachdem die Gegner noch einen der vier Bauern, die jeder noch hatte, ausgetauscht. Das dritte Brett, besetzt von Weiß(Weiß) und Joseso vic(Schwarz) sah zunächst ein kräftiges Vorgehen von Weiß auf der ganzen Linie, während Schwarz eine sichere und korrekte Verteidigung führte. Als die schwarzen Figuren mehr und mehr zum Angriff geführt wurden, und schließlich einer ihrer Bauern in die letzte Reihe einzurücken drohte, wurde die Partie von Weiß aufgegeben, da auch ein Versuch, auf Patt zu spielen, erkannt wurde. Der Siea blieb also Josefovic. Im Meisterschaftsturnier spielen heute, Samstag: Wiarda gegen Thomas, Deichmann gegen Ophoven, Weiß gegen Ullrich. Spielfrei ist Josefovic. Am Sonntag ist die vierte Runde folgendermaßen verteilt: Ophoven gegen Wiarda. Weiß gegen Deichmann, Josefovic gegen Allrich. Spielfrei ist Thomas. Die Feier des 9. Stiftungsfestes des Niederrheinischen Schachverbandes und die zehnte Wiederkehr des Gründungstages des Neußer SchachVereins wird am Sonntag hier gefeiert. Aus Anlaß dieses Doppelfestes findet ein Hauptturnier(für stärkere Spieler) und ein Nebenturnier(für schwächere Spieler) sokale Tlachrichten. statt. Der schachspielenden Jugend wird in einem JugendTurnier Gelegenheit geboten, ihre Kunst zu zeigen, und der Schachverein würde es gern sehen, wenn auch die Eltern sich dieses ansehen wollten. Für das Jugend=Turnier kommen nur Spieler unter 17 Jahren inbetracht. Einsatz wird nicht erhoben. Als Preise gibts Andenken. Das Tombola=Spiel. worüber wir schon berichteten, wird auch am Sonntag fortgesetzt. Abends findet, wie schon mitgeteilt, ein Festbankett statt. Der Stand des Meisterturniers Posessor Dr. Deichmann, Köln Josefovic, Bochum Referendar Ophoven, Dortmund Thomas, Düsseldorf Dr. Ullrich, Neuß Wierda, Elberfeld Weiß, Bonn 9 [E)) Ausstellung. Unter dem Protektorate des Erzherzogs Josef und mit Unterstützung des Kgl. ungarischen Handelsministeriums findet im Frühjahr 1911 in Budapest eine internatnonale Ausstellung von Neuheiten und Patenten der Eisenund Maschinen= Industrie statt. Bei der großen Bedeutung Ungarns für die Ausfuhr von Eisenwaren und Maschinen empfiehlt die Ständige Ausstellungskommission für die deutsche Industrie die Ausstellung der Beachtung der heimischen Interessenten. Nähere Auskunft erteilt die Geschirtsstelle der Handelskammer. = Legitimation zur Gewerbegerichtswahl. Für die am 12. September cr. stattfindende Gewerbegerichtswahl werden Seitens des Gewerbegerichts an die angemeldeten und in die Wählerlisten aufgenommenen Wähler auf Postkarten gedruckten Wahllegitimationen ausgegeben bezw. durch die Post zugesandt. Auf der Karte ist die Nummer der Wählerliste angegeben, sodaß sich das Auffinden der Wähler in den Listen und somit eine glatte Abwickelung des Wahlgeschäfts leicht ermöglichen läßt. ( Beim Musterriegenturnen beim Gauturnfest am Sonntag erhielt die Neußer Turnerschaft mit 41,83 Punkten den 3. Preis am Reck, der Turnverein von 1848 mit 48,77 Punkten den 3. Preis am Pferd. Das Tamburin“ ballspiel zwischen der Damenturnabteilung des Düsseld. Turnvereins von 1847 und derjenigen des Neußer Turnvereins von 1848 endete zugunsten der ersteren mit 96:89 Bällen D Das 4. Promenaden= Konzert veranstaltet der Neußer Verein für Gemeinwohl und Verschönerung der Stadt Sonntag den 14. August, morgens von 11¾—12¾ Uhr. am Springbrunnen auf der Promenade. Das Konzert wird ausgeführt vom Trompeterkorps des 1. Oberelsässischen Feldart.=Negim.) Nr. 15, unter Leitung des Musikmeisters Herrn C. Vitz. Programm: 1. Herkules=Marsch von Fucik, " 2. Ungarische= Ouverture von Keler=Bela. 3. Fackeltanz von Meyerbeer. 4. Flirtation(Liebelei) von Steck 5. Pilgerchor u. Lied a. d. Abendstern a. d. Op.„Tannhäuser", von Wagner. —“ Den Fortfall des Nachmittagsunterrichts hat das Unterrichtsministerium vor kurzem in einem Erlaß endgültig gutgeheißen. Die Vossische Zeitung erhält von einem Lehrer eine Zuschrift, die diesen Erlaß als gerechtfertigten Wünschen durchaus entsprechend begrüßt und in der es heißt: Unsere Gymnasiasten mußten bislang infolge des nicht so leicht zu behebenden Mangels an höheren Lehranstalten an vier Tagen in der Woche je viermal, an zweien je zweimal einen Weg von 1 bis 30 und mehr Minuten, meist per Bahn zurücklegen; die Eltern hatten nicht selten beträchtliche Kosten für Fahrten und Schuhzeug zu tragen, zumal die Fahrkosten sich (bei Hochbahn usw.) verdoppeln, wenn keine Abonnements ausgegeben werden. Eine derartige Belastung des häuslichen Budgets gerade des Mittelstands ist durchaus von der Hand zu weisen. Ebenso ist der Umstand wichtig, daß in besser situierten Kreisen fast durchweg die sogenannte englische Tischzeit eingeführt ist, d. h. die Familie sich erst am späten Nachmittag versammelt. Diese Mahlzeit bietet aber in unserm hastenden Berufsleben, bei der Unruhe gesellschaftlicher Verpflichtungen vieler Mütter, oft die einzige Stunde am Tage, wo sich die ganze Familie in traulicher Geschlossenheit versammeln kann. Die Schule will und darf nicht diesen Konnex zwischen den Familienmitgliedern dadurch unterbinden, daß sie die Kinder des Nachmittags durch Unterrichtsstunden beansprucht. Außerdem hat leider die Erfahrung gezeigt, daß manchmal heranwachsende Schüler durch den um 6 oder 7 Uhr abends schließenden Unterricht zum„Bummeln“ auf den gerade dann— in dopinn— gefährlich belebten Straßen verleitet werden. Schließlich kommt noch erschwerend in Betracht, daß an solchen Sommertagen, wo vormittags die Temperatur zum Klassenschluß nicht ausreichte, oft gerade nachmittags eine derartige Bruthitze herrscht, daß die Mehrzahl der Schüler nur mit Mühe, öfters geradezu mit passivem Widerstand dem Unterricht folgt, indes auch der Lehrer— vergessen wir das doch nicht— ebenfalls nicht frisch sein kann. Deshalb dürfen wir hoffen daß alle— Eltern und Schüler— die Segnungen dieses seit langem zum ersten Mal freudig zu begrüßenden Erlasses bald verspüren mogen. ..“ Steuern. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Staats=, Gemeinde= und Kirchensteuern für das 2. Viertel des Rechnungsjahres bis zum 16 ds. Mts. zu entrichten Nuch den bestehenden Bestimmungen muß die Anmahnus der Rückstände gleich nach Eintritt der Fälligkeit erfolgen. Die hiesige Stadtkasse ist für den Steuerempfang am 1 15. und 16. ds. Mts. auch nachmittas von 3—5 Uhr g öffnet. .)“ Handwerker= Erholungsheim= Lotterie. Der M nister des Innern hat dem Verein Handwerker= Erholung heim E. V. in Coblenz die Erlaubnis erteilt, zum Besten d eines Erholungsheims in Traben= Trarbach ei öffentliche Ausspielung von Brillant=, Gold= und Silbergege ständen zu veranstalten und die Lose in den Provinzen Rhei und Hessen=Nassau zu vertreiben. Es soll 150000 Lose zu 1 c ausgegeben werden und 5000 Gewinne Gesamtwerte von 50000 M zur Ausspielung gelangen Die Löwen= Apotheke, Oberstraße, ist am morgig Sonntag den ganzen Tag geoffnet, während alle übrig Apotheken von Mittags 2 Uhr ab geschlossen bleiben. Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Te 19 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 12 Gr heute Morgen 14 Grad über Null. Barome 3 Millimeter gefallen. Wind westlich. Aus dem Kreise. — Holzheim, 12. Aug. Deer Gemeinderat hat in letzten Sitzung den zwangsweisen Anschluß sämtlicher bebauten Grundstücke an die neu angelegte Kanalisation be schlossen. Von den Anliegern sollen jährliche und außerden bei Neubauten einmalige Gebühren erhoben werden. Ferne wurde in Aussicht genommen, sobald das betreffende Ortsstatu Rechtskraft erlangt hat, die Kanalisation über den ganzei Ort auszudehnen. Die Hausbesitzer wünschen nun, wie uns mitgeteilt wird eine andere Verteilung der Lasten, die die Anlage mit sich bringt, und wollen deshalb an maßgebender Stelle dementsprechende Vorschläge machen. Vermischtes. * Falsche Glücksjagd. Die Reichshauptstadt ist das Ziel vieler Tausende aus allen Teilen des Reiches und darüber hinaus. Hier, meint namentlich die Jugend, liege das Geld auf der Straße, und man brauche nur hinzugreifen und es aufzunehmen, um sich dann die mancherlei erlaubten und unerlaubten Genüsse zu verschaffen, an denen die Reichshauptstadt so verschwenderisch reich ist. Wie es aber so manchem jungen Mann dort ergeht, zeigen die nachfolgenden Bilder, welche die Gesellschaft zur Fürsorge für die zuziehende männliche aus ihrer Jugendarbeit folgendermaßen zeichnet: Da kommt ein junger Kaufmann und erzählt: Sein Vater ist tot, die Mutter wohnt in Oppeln. K. hat früher gute Stellungen bekleidet und zeigt sehr gute Zeugnisse. Er kam nach Berlin und fand nicht gleich Stellung. Dann wurde er krank und kam in Schöneberg ins Krankenhaus. Hier wurde ei an einem Bruchleiden operiert und hat mehrere Monate gelegen. Nach seiner Eitlassung aus dem Krankenhause konnte er wieder infolge des starken Arbeitsangebotes nicht Stellung finden. Verschiedentlich war er auf kurze Zeit als Reisender tätig, konnte aber nicht soviel verdienen, um sich entsprechend zu kleiden. Seit zwei Monaten ist er außer Stellung und wechselt sein Nachtlager zwischen Herberge, Asyl und Tiergarten. Die Stiefel sind zerrissen und die Strümpfe vollständig durchnäßt, das Hemd ist in fünf Wochen(!) nicht gewechselt, der Gesichtsausdruck blaß und leidend. Ein verdächtiger Husten unterbricht fortgesetzt seine Sprache. Unsern Vorschlag nach „Muttern“ zu fahren, lehnt er zunächst aus Scham über seine trostlose Lage und seine reduzierte Kleidung ab. ist aber schließlich verständig genug, schweren Herzens auf unsern Vorschlag einzugehen. Wir lösen die Fahrkarte und überzeugen uns von der Ausführung seines Vorhabens. Ein schlesischer Geistlicher gab die erforderlichen 8,30 A Reisegeld. Ein anderer junger Mann mit guter Schulbildung erzählt und belegt seine Angaben mit Papieren: Ich wollte Stellung in Königsberg i. Pr. annehmen, weshalb ich meine Stellung in Magdeburg aufgab. Auf meiner Reise von Magdeburg nach Königsberg wurden mir hier(Berlin) meine Ersparnisse(240 Mark) gestohlen; so daß ich nicht weiter konnte. Ich versuche nun irgendwelche Arbeit zu bekommen, aber umsonst. Mein Hunger trieb mich zu einem Bettelgange zum Krankenhause in der Karlstraße, wo ich nur äußerst schüchtern um etwas Essen bat; aber gleich ereilte mich das Geschick. Nachdem ich einige Zeit in Untersuchungshaft gesessen, erhielt ich 1 Tag Haft. Nach meiner Entlassung wandte ich meine Arbeitsbemühung mit doppeltem Fleiße an, ich habe sogar zwei Tage im Straßenbahndepot die Straßen von Eis und Schnee gesäubert. Aber auch diese Arbeit ist zu Ende. Bitte, helfen Sie mir nach Königsberg. Gute Menschen haben uns geholfen, das Reisegeld aufzubringen, und er ist gestärkt an Leib und Seele davongefahren mit einem ingrimmigen Haß auf Berlin. Bei einem dritten war der erste Teil der Tragödie ähnlich. Leider ging sie noch weiter. Der junge Mann hatte sich für seine letzten Groschen einen Revolver gekauft und auf einem einsamen Platze ihn gegen das ungestüm schlagende Herz gerichtet. Ihm erschien sogar der Revolver unbarmherzig, er hatte nicht getötet, sondern schwer verletzt. Im Krankenhause erwachte er, und sein erster Gedanke war an die trostlose Zukunft. Aus dem Krankenhause ging's in die Irrenanstalt, und von dort war er eben entlassen. Ein ehemaliger Arbeitgeber in Freudenberg hatte ihm geschrieben, er könne zu ihm kommen, wenn er wolle. Er zeigte den diesbezüglichen Brief vor und die Bescheinigungen über seinen Aufenthalt. 3 A sind ihm in der Anstalt geschenkt, der Rest fehlt. Er will's noch einmal mit dem Leben versuchen, aber der Unternehmungsgeist ist dahin, Tränen schimmern in seinen Augen. Dann kommen zwei polnische Jünglinge. Sie haben unsern Anschlag in ihrer Sprache auf dem Schlesischen Bahnhof gelesen und sind arg verstimmt über ihr Erlebnis in der letzten Nacht. Sie wollten in Hamburg arbeiten und sind des Nachts auf dem Schlesischen Bahnhof angekommen. Sie haben ihre Koffer nur so lange unbewacht stehen lassen, als sie austraten, und als sie wiederkamen, waren schon beide fort mit samt den Geldbeuteln, die darin lagen. Nun haben sie keine Arbeitsanzüge und kein Reisegeld, aber einen knurrenden Magen; denn in 24 Stunden hatten sie nichts genossen. Vorwürfe nützen nichts mehr. Sie erhalten zu essen und treten nun den Weg um viel klüger geworden zu Fuß nach Hamburg an oder nehmen unterwegs andere Arbeit an. Die hier mitgeteilten traurigen Erfahrungen junger Leute, die in der Reichshauptstadt das Glück zu erjagen hofflen, sollten doch wahrlich eine ernste Warnung sein und eine Mahnung. die heimatliche Scholle nicht leichtsinnig zu verlassen, es sei denn, daß eine bestimmte Stellung in der Großstadt in sicherer Aussicht steht. * Ueber die diesjährige französische Weinlese wird der „Frankf. Ztg.“ aus Paris geschrieben: Die ungünstigen Meldungen über den Ausfall der Weinlese mehren sich täglich, und man kann bereits die Behauptung aufstellen, daß in dieser Hinsicht das Kometenjahr das allerschlechteste sein wird. das seit den großen Verwüstungen der Reblaus und des Mehltaus zu verzeichnen war. Besonders niederschlagend sind die Nachrichten aus Burgund. Im ganzen Departement Yonne, in dem allerdings nur billigere Sorten(petit fin) gebaut werden, fällt die Lese überhaupt ganz aus. Von Chablis des Jahres 1910 kann gar nicht die Rede sein. In der Tauraine wird nur Weißwein gekeltert werden, ungefähr ein Drittel weniger als in den Durchschnittsjahren, Rotwein aber fast gar nicht. Was die südlichen Weindepartements betrifft, so ist nur in den Ostpyrenäen ein hinreichendes Erträgnis zu erwarten; im Herault wird es mittelmäßig, im Gard noch schlechter ausfallen, während in der Aude fast gar nichts geerntet werden wird. Auch das Seeklima der Bordeauxweingegend hat diese nicht geschützt. Die verschiedenen Krankheiten haben furchtbare Verheerungen angerichtet, und man erwartet knapp die Hälfte einer Mittelernte. Man muß in diesem Jahre sehr auf die algerischen Weine rechnen, die auf dem Stock Preise erzielen, wie sie seit der Reblauskrisis unbekannt waren. letzte Tlachrichten und Telegramme der„Ileußer Zeitung“. Die Schiffahrtsabgaben. Berlin, 12. Aug. Zur Frage der Schiffahrtsabgaben wird heute nochmals mitgeteilt, daß erst. wenn der Reichstag den entsprechenden Gesetzentwurf angenommen hat die deutsche Regierung mit Holland und Oesterreich in Verhandlungen treten werde. In Berlin hält man an der Erwartung fest, daß es schließlich doch gelingen wird, mit beiden Staaten zu einer Verständigung zu gelangen. Tschechische Provokation. Wien, 12. Aug. Die nationalen Reibereien zwischen Deutschen und Tschechen werden in den nächsten Tagen wieder ausbrechen. Eine große Prager Gesellschaft, etwa 500 Personen, unternimmt am Sonntag einen Ausflug nach Wien zum Besuche der Jagdausstellung. Da der Ausflug gerade in der Kaiserwoche erfolgt, so ist die deutsche Bevölkerung Wiens entschlossen, den provokatorischen Akt energisch zurückzuweisen und es wird voraussichtlich zu großen Demonstrationen kommen. Die Polizei trifft umfangreiche Vorkehrungen. In der mährischen Stadt Iglau und Umgebung fordern die tschechischen Organe die Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten gegen die Deutschen auf. h. Brüssel, 13. Aug. Die belgische Diplomatie ist, wie hiesige Blätter melden, beunruhigt, weil Kaiser Wilhelm den Wunsch ausgedrückt haben soll, bei seiner Anwesenheit in Belgien auch das Schlachtfeld von Waterlo zu besuchen. Man befürchtet, daß dabei Gefühle der Franzosen verletzt würden, glaubt aber doch, daß der Kaiser, wenn er wirklich das Schlachtfeld besichtigen wolle, Mittel und Wege finde, auch der französischen Tapferkeit zu gedenken. Die Straßburger Post und die französischen Aviatiker. h. Paris, 13. Aug. Ein Vorschlag der Straßburger Post, die französischen Aviatiker diesseits der Grenze mit KanonenIn zuempfangen, hat große Erregung in französischen Blättern hervorgerufen. Bemerkenswert ist eine Auslassung des„Temps“: Frankreich habe sich niemals feindselig gegen deutsche Luftschiffer bewiesen, die auf französischem Gebiet gelandet sind. Man hoffe, daß in Deutschland die Drohung der Straßb. Post verurteilt werde, Von den Aviatikern. Nancy, 12. Aug. Als Sieger in der dritten Etappe des Flugs durch Ostfrankreich ist wiederum Leblanc zu verzeichnen, der seinen bisherigen Mitbewerber Aubrun nicht mehr, wie bei den ersten beiden Strecken um einige Minuten, sondern gleich um zwei Stunden geschlagen hat. Da die beiden allein noch für das Gesamtergebnis in Frage kommen, ist, wenn nicht etwas ganz Aoßergewöhnliches eintritt, Leblanc's Triumph mehr als wahrscheinlich. Bei dem gestrigen Fluge war ihm gleich zu Anfang die Landkarte durch einen Windstoß fortgerissen worden, so daß er ausschließlich sich auf sein Gedächtnis verlassen mußte. Dabei passierte es ihm auch, daß er sich auf dem ersten, ihm weniger bekannten Teile der Strecke in dem dichten Nebel verirrte und reichlich eine Viertelstunde verlor. Erst als er die Maas erreichte, fand er sich wieder zurecht und die Schuppen von Douzy, die ihm von seinen früheren Flügen her bekannt waren, dienten ihm als willkommene Wegweiser; von da an flog er sicher und glatt zum Ziele, um ohne Schwierigkeiten um 7,35 Uhr nach einem Fluge von 2 Stunden und vier Minuten, zu landen. Er erklärte, Furchtbares ausgestanden zu haben, als er sich nicht in dem Nebel zurechtzufinden vermochte. Nur mit Aufbietung seiner ganzen Willenskraft habe er unter solchen Umständen sich in den Lüften zu halten vermocht. Sicherlich hat es ihm viel genützt, daß er dank seiner Wegkenntnis schon vor 8 Uhr in Mezières anlangen konnte, da er so den Regensturm vermied, in den Aubrun hinein geriet und der diesen weit verschlug. Der zweite Blériotflieger mußte deshalb in Chalons eine Zwischenlandung vornehmen, wo ihm die Offiziere mit Karten und Wegaufklärungen sehr behilflich waren. So ist er auch schon deshalb nicht mit Leblanc auf eine Stufe zu stellen, da dieser stets ohne jede fremde Wegnachweisungen oder andere Hilfeleistungen alle drei Etappen zurückgelegt hat. Als Ergebnisse kann man jetzt feststellen, daß die Blériot=Eindecker außerordentlich widerstandskräftig und geschmeidig sind, da bisher weder Gestelle noch Motoren der von Leblanc und Aubrun gesteuerten Apparate eine Beschädigung erlitten haben. London, 12. Aug. Die Flugwoche Lamark hatte ihren großen Tag. Den ganzen Nachmittag über bis zur hereinbrechenden Dämmerung waren fast sämtliche Maschinen in Luft. Ein seltsames Mißgeschick verfolgte den französischen Flieger Champel. Er streifte mit seinem Zweidecker eine hohe Fichte und landete plötzlich auf den Aesten der Bäume einer Fichtenwaldung. Man hielt den Flugkünstler für verloren. da man an einen Sturz von der Höhe der Fichten glaubte. Doch als man zur Hilfe eilte, saß Champel ruhig inmitten des Grüns der Bäume. Sein Apparat freilich war von den Aesten arg mitgenommen. Zweige und Tannenzapfen waren durch die Flächen des Zweideckers gedrungen; der Motor war bei der unfreiwilligen Landung beschädigt worden. Lanark, 12. Aug. Bei dem gestrigen Wettfliegen erreichte der Amerikaner Drexel eine Höhe von 6750 Fuß und stellte damit einen neuen Welthöhenrekord auf. Spanien und der Vatikan. San Sebastian, 12. Aug. Der spanische Botschafter beim päpstlichen Stuhl de Ojeda ist heute morgen hier eingetroffen und hatte eine lange Unterredung mit dem Minister des Auswärtigen. Hierauf reiste er nach Marienbad ab. Berlin, 12. Aug. Wie eine Nachrichtenstelle erfährt, hat das Reichsamt des Innern, abweichend von einer neuerdings durch die Presse gegangenen Notiz, bisher keine Veranlassung gehabt, in der Werftarbeiter= Bewegung Vermittelungsversuche eintreten zu lassen. Brüssel, 12. Aug. In der heutigen Verhandlung des interationalen Bergarbeiterkongresses wurde der Antrag auf Prüfung der Frage eines Sympathie= Ausstandes in anderen Ländern bei nationalen Ausständen angenommen. Der Antrag auf Feriengewährung fand ebenfalls Annahme. Der Ausschuß des internationalen Bergarbeiterkongresses wurde wiedergewählt; verstärkt wurde der Ausschuß durch Vertreter von Holland und Bulgarien. Der nächste Kongreß im Jahre 1911 findet in London statt. Kötzschenbroda, 12. Aug. Als auf seinem Grundstück der Bildhauer Schulze eine 6 Meter tiefe Grube reinigte, wurde er von dem ausströmenden Gas betäubt und stürzte in die Grube. Seinen 11jährigen Sohn, der ihm zu Hilfe kommen wollte, ereilte dasselbe Schicksal, ebenso auch einen Hausbewohner, der den beiden Rettung bringen wollte. Mit Hilfe der Feuerwehr konnte nur noch der Hauswirt lebend zu Tage gefördert werden. Die beiden andern Verunglückten waren der Grubenvergiftung erlegen. Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 13. August. Neuer Weizen 100 Ko. A 1. Qu. 20 2. Neuer Roggen 100 Ko. 1. „„ 2. Alter Hafer 100 Ko. 1. „ 2. Weizen 20§, höher. 19 14 13 15 14 90 20 80 80 60 60 Neue Kartoffeln 50 Kilo K 2,80—3,00 Heu 50 Kilo„„„ 2,70—3,20 Luzernerheu 50 Kilo„„ 3,70—420 Krummstroh 500 Kilo" MA 17,— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 19.— Butter Kilo„ 2,60 Eier 100 Stück„ 10,— Preisnotierungen der Neußer Müller. Neuß, 13. August. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß)„„ Gereinigtes Rüböl 3 Mk. mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine„ Kleien 50 Kilo Raps wurde je nach Beschaffenheit mit 18.— bis 21.— Mk. bezahlt. Rüböl 50 Z höher. 58 60 92 9 5 50• Köln, 12. Aug. 59,50 B., 59,00 G. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 60.00 B., Okt. Luzernerheu, altes 9,80—10,00, neues 7,80—8.40, Wiesenheu, altes —8,25, neues 6,50—0,00, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,00—4,50, KrummPreßstroh 2,80—3,20 die 100 Kil. e3 Köln, 12. Aug. Nachmittags=Getreide= und Mehlbörse. zizen, hiesiger 20,25—20,75, fremder 22,50—23,50, Roggen, hiesiger 15.00— 5,50, fremder 17,25—18,00, Hafer, hiesiger 00,00—60,00, fremder 16,00 17.50. Fnttergerste 12,30—12,60, Mais, grober 14,50—15,0, mittel 90—15,25, Cinquantino 17,00—17,75, Weizenmehl 000 28,25—00,00 aen. hl 0 mit Sack 22,00—22,50, Kleie m. S. 8,25—11,60, Grand S. 8,25—8,75, Bollmehl m. S. 11,00—13,00, Palmkuchen m. S. 12,60— 10. Leinmehl m. S. 17,10—17,60, Baumwollsaatmehl m. S. 16,10, Bierber m. S. 12,00—12,25, Zuckerschnitzel m. S. 12,75—00,00 M. für je Berlin, 12. Aug. Fruchtmarkt. Weizen Sept. 202,50(199,50), Okt. 3.00(2 0,25), Dez. 203,75(200,50). Roggen Sept. 150,50(150,25), Okt. 3.50(153,00), Dez. 155,50(155,00). Hafer Sept. 153,00(152,50), Dez. 0.00(156,00). Mais Sept. 000,00(000,00), Dez. 000,00(000,00). izenmehl 25,00—28,50. Roggenmehl 18,00—20,50. Rübol Aug. 00,00 „50), Okt. 57,30(56,70), Dez. 55,40(55,00). Hamburg 12. Aug. Weizeu fest, Mecklenburger und Ostholsteiner =Sept. 9714 Roggen ruhig, Mecklenb. und Altmärk. 146—155, russ. eif Pud 10/15 Pfd. Aug.=Sept. 110. Gerste sest, südruss. cif Aug. 99,75. 1fer stetig, Holsteiner und Mecklenb. 158—180. Mais ruhig. amerikan. g 000,00, La Plata cif Aug.=Sept. 103.50. Rüböl fest, 58,50. piritus ruhig, Aug. 18,50 G., Aug.=Sept. 00,00 G., Sept.=Okt. 18,50 G. troleum(amerikan.) spez. Gewicht 0,800 schwach, 6.00. Salveter 8.82½, Nov.=Dez. 8,9712, Febr.=März 9,22½. Hamburg, 12. Aug. Kaffee ruhig, Sept. 38½, Dez. 38½, März 38¾, ai 38¾ G. Kaffee in greifbarer Ware stetig. Bremen, 12. Aug. Schmalz, vorr., Tups und Firkins 61½, DoppelAntwerpen, 12. Aug. Getreide. Weizen, amerik. Winter 20,75-—00,00, Plata= 20,00—22,12, russ. 21,25- 22,00, Donau=21,00—22,50. Roggen 13,75—14,00. Hafer, russ. 13,00—15,00. Gerste, Futter= 13,12—13,37. ais, Odessa= 14,25—00,00, La Plata= 13,12—13,37, Cinquantino- 16,00— 5, gem. amerikan. 13,50—0 ,00. Weizen, amerik. Winter=, August=VerAutwerpen, 12. Aua. Kaffee ruhig, Aug. 50½, Sept. 50½, Dez. 50½, Chicago, 12. Aug. Getreidemarkt. Weizen Sept. 1021/8, Dez. 6¼4, Mai 111⅛8. Juli—. Mais Sept. 65½, Dez. 62½. Mai 64 5/8, Juli . Hafer Dez. 39, Mai 41¾. Roggen vorr. 76½, Sept. 76. Leinsaat New=Yorf 12. Aug. Getreidemarkt. Weizen Sept. 1095/, Dez. 2⅝. Mai—. Juli—. Mais Sept. 73½, Dez.—, Mai—, Juli—. ehl spring wheat 4,25. Getreidefracht nach Liverpool 1½. Roggen rr.—. New=York, 12. Aug. Baumwolle. Baumwolle vorr. 15,70, Aug. 69, Sept. 14,44, Okt. 13,68, Nov. 13,59, Dez. 13,59, Jan. 18,56, Febr. ###, März 13,61, Mai 13,63, Juni 13,63, Juli 13,64. Viehmärkte. Düsseldorf. 12. Aug. Wochenauftrieb zum Schlachtviehmarkte: Ochsen, 307 Kühe und Rinder, 54 Bullen, 452 Kälber, 2330 Schweine. ingeführtes holl. Fleisch. 328 Viertel Großvieh, 70 Kälber, 00 Schweine. un 8. Aug.: Preise per 50 kg Schlachtgewicht. Auftrieb: 16 Ochsen, 269 ihe und Rinder, 40 Bullen, 0 Kälber, 1251 Schweine, eingeführtes holländ. lleisch: 168 Viertel Großvieh, 0 Kälber, 00 Schweine. Ochsen: a. 00—00, 86—90, c. 80—84. Kühe und Rinder a. 83—85, b. 78—82, c. 72—76, 66—70. Bullen a. 00—80, b. 74—78, c. 68- 70. Kälber, Doppelnder 00—00, a. 00—00, b. 00—00, c. 00—00. Schweine nach Lebendwicht mit 20 Proz. Tara: a. 70—71, b. 67—69, c. 62—64 M. Aussuchte und vorgezeichnete Tiere sämtlicher Gattungen höher. Tendenz: chsen, Kühe, Bullen und Schweine lebhaft. Am 10. Aug. Auftrieb: 00 Ochsen, 38 Kühe, 14 Bullen, 166 Kälber, 979 Schweine, eingeführtes holl. Fleisch: 160 Viertel Großvieh, 70 Kälber, ) S c h w e i n e. P r e i s e: O c h s e n a. 0 0— 0 0, b. 0 0— 0 0, c. 0 0— 0 0. K ü h e u n d inder a. 83—85. b. 78—82, c. 72—76, d. 66—70. Bullen a. 78—79, 73—77, c. 00—00. Kälber, Doppellender 105—110, a. 96—98, b. 90— 4, c. 80—85. Schweine a. 69—70, b. 66— 68, c. 61—63 M. Ausgesuchte id vorgezeichnete Tiere sämtlicher Gattungen höher. Tendenz: Kühe, ullen und Kälber lebhaft, Schweine mittelmäßig. Am 12. Aug. Auftrieb: 286 Kälber. Preise: Kälber, Doppellender 05—115. a. 97—100, d. 90—94, c. 80—85 M. Ausgesuchte und vorezeichnete Tiere höher. Tendenz: Kälber langsam. Kohlen. Wagengestellung am 11. Aug. Im Ruhrbezirk gestellt 25030, efehlt 00.— Nachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 713, gefehlt 00.— daarbezirk gestellt 2892, gefehlt 00.— Rheinischer Braunkohlenbezirk geellt 1215, gefehlt 00.— Im oberschlesischen Revier gestellt 9343, gefehlt 0 Wagen. Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken vom 12. August. Amsterdam 5. Belg. Plätze 3 1/2 Deutsche Plätze 4. Kopenhagen 5. on 6. London 3. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersura 4½. Schweiz. Plätze 3½. Wien 4. Börsen-Wochenbericht. Neuß, den 12. August 1910. Wie uns die Bergisch Märkische Bank, Neuß, nitteilt, stand die Berliner Börse in der Berichtswoche unter sem Einfluß der Erholung der Newyorker Börse. Freundliche Nachrichten aus der Montan= Industrie, wie der günstige lbschluß von Hoesch und van der Zypen, dann aber auch die erstärkten Aussichten auf Zustandekommen eines allgemeinen syndilats der Roheisenwerke durch den Anschluß noch außentehender Werke an das Roheisensyndikat gaben speziell dem Nontanwerte=Markt genügend Anregung. Es wurden auf diesem Gebiete namhafte Umsätze erreicht. Im Vordergrunde des Interesses standen Phönix=Aktien, die auf günstige Abchlußgerüchte hin mehrere Prozent im Kurse anziehen konnten. Nachdem bekannt wurde, daß die Besorgnisse wegen der geplanten Vereinigung von Dortmunder Union mit DeutschLuxemburg beseitigt seien, machte sich für diese Werte größeres Interesse geltend, sodaß dieselben bei Wochenschluß zirka 2 Prozent, höher notierten. Von den übrigen leitenden Montanwerken notierten bis Wochenschluß Bochumer 1 Prozent, Laura Prozent, Rheinstahl 5 Prozent, Gelsenkirchen Bergwerk 3 Prozent, Harpen zirka 1 Prozent höher. Für Elektrizitätswerte, die zu Wochenanfang auf größere Gewinnverkäufe hin etwas matt lagen, zeigte sich gegen Ende der Woche wieder lebhaftes Interesse. Gerüchte, wonach die bemeinschaft zwischen den Siemens& Halske und den Schukertwerken enger gestaltet werden soll, verursachten rege Nachrage nach diesen Werten bei erhöhten Kursen.(Schuckert+ 3 Prozent, Siemens& Halske+ 3 Prozent). Gesellschaft für Elektr. Unternehmungs=Aktien zogen auf höhere Dividendenschätzung hin mehrere Prozent im Kurse an. Von sonstigen Industriewerten standen besonders Maschinenfabrik= und Tiefbohr=Aktien im Vordergrunde des Verehrs. Hannoversche Maschinen+ 2½ Prozent, Humboldt Maschinen— 5 Prozent, Maschinen=Baumaktien+ 7 Prozent, Vogtländische Maschinen+ 1¼ Prozent. Debhard& KönigAktien+ 2 Prozent, Deutsche Tiefbohr=Aktien+ 9 Prozent. Verkehrswerte konnten bei größerem Geschäft ihre Kurse ast durchgängig behaupten. Canada, auf die langerwartete Erholung der Dividende(7 Proz.) hin 2 Proz. im Kurse, geteigert. Große Berliner Straßenbahn=Aktien bei großer Nachrage 1 Prozent höher, Schiffahrt=Aktien schließen bis Wochenchluß zirka 1 Prozent schwächer. In Bank=Aktien fand geringes Geschäft statt. Heimische Bank=Aktien waren ohne nennenswerte Aenderunge. Berliner Handels= und Diskonto= Gesellschaft zirka 1 Prozent höher, letztere auf den zu erwartenden Gewinn aus der Vereinigung von Dortmunder Union und Deutsch=Luxemb. Bergw, hin. Oesterreichische Credit=Aktien auf Grund des geringeren Halbjahrsergebnisses 1 Prozent schwächer.— Petersburger Intern. Handelsbank und Russische Bank=Aktien auf Zwangsverkäufe für Petersburger Rechnung hin abgeschwächt und zwar erstere — 5 Prozent und letztere— 2 Prozent. Privatdiskont 3 3/8 Prozent. Nen! Perer Heinlein„Schreibpult“. Neu Aegidius Janssen, mech. Schreinerei, Furtherstr. 180. Vom Standpunkt überall ein Schreibpult zu haben, wichtig und unentbehrlich für jeden Beruf, durch einen Griff in ein Schreibpult zu verwandeln, einzubauen in jedes Möbelstück. Besichtigung erwünscht.: Besichtigung erwünscht. Wasserstands-Nachrichten. Köln, 12. August. 7 Uhr vormittags, Rheinhöhe 3,80 gef. 0,07 m Wesel, 12. August. 9 Uhr vormittags, Rheinhöhe 3,21 gest. 0,21 m Trier, 12. August. 7 Uhr vormittags, Moselhöhe 0,82 gef. 0,04 m Offentlicher Wetterdienst der Dienststelle Aachen(Metereologisches Observatorium). Wetteraussichten für den heutigen Tag: Veränderliche Bewölkung, zeitweise Regenfälle, Gewitterneigung Temperatur wenig geändert. Schiffs-Nachrichten. Hafenverkehr im Rhein-Erst=Hafen zu Neuß, Angekommen am 12. August 1910. Schiff„Einigkeit", Schiffer Schmitz, mit Holz von Rotterdam. Schiff„Vereinigung", Schiffer Fr. Reichert, mit Stückgut von Mannheim. Schiff„Lammerjohn 44/11“, Schiffer Salet, mit Holz von Rotterdam. Boot„Helvetia II“, Kapitän v. Lith mit Stückgut von Rotterdam. Abgegangen am 12. August 1910. Schiff„Neckarthal", Schiffer Fr. Peter, mit Kohlen nach Karlsruhe. Schiff„Anna Catharina“, Schiffer Brand, mit Kohlen nach Frankfurt. Schiff„Dolfhyn", Schiffer Bakker, mit Rübkuchen nach Stettin. Heinr. Hahn, 12 Teee; EI Oberstraße 139. Dampfschreinerei, Hehrere Schubharren und hlatzten Telefon 881.„. Schillerstraße 46. 1. Jiehung der 2. Klasse 223. Kgl. Preuß. Lokterle. (Vom 13. bis 13 August 1910.) Nur die Gewinne über 96 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt.(Ohne Gewähr.) 12. August 1910, vormittags. Nachdruck verboten. 10 176 95 263 343 631 64 835 1021 98 534 56 644(200) 753 885 2407 546 77 683 97 849 3225 512 604 95 740(200) 845(200) 4234 627(200) 39 49 776 86 804 96 984 5398 498 793 811 6408 92 624 757 829 939 7068 624 774 815 966 8136 481 564 703 848 84 957 9075 76 421 31 557 58 1200] 69 610 758(200) 84 905 6 10123 504 607 844 906 11112 57(200) 202 82 388 523 83 769 838 936 37 12247 88 332 58 766 72 980 13037(300) 60 379 96./200] 420,553 943 14209 96 412 571 673 913 40 15013 207 64 80 404 1200) 873(200) 16238 52(200 310 589(300) 905 17024 36 112 378 423 62 568 937 63 18454 591 736 803 44 918 19023 230 323 415 526 1200) 721 812 94 20108(400) 324 418 538 758 953 57(300) 68 21196 272 341 53 437 621 22341 95 424(200) 563 909 51 23148 240 342 97 709 989 24034 186 372 787 872 938 25093 738 998 26200 48 91 392 99 533 77 651 735 899 27085 170 223 428 /200) 83 567 633 840 28088 396 629 55 813 1200 958 29155 80 404 29 807 1200) 30516:910 31004 171 98(300) 200 79 591 661 1200) 742 67 971 32354 578 724 806 900 33110 216 307 808 38.77., 34047 392 1200) 489 514 83 35242 750 893 922 1200) 82 36064 336 68 641 48 992 87035 54 85 218 438 572 676 853 934 38036 42 509 683 955 39595 40131 400 45 576 626 41220 309 416 697 42146 97 219 480 683 755 75(200) 970 4:3004 464 98 888 958 44178 207 311 421(200) 509 24 46 82 748 77 881(2001 45050 240 464 681 776 46209 32 37 94 384 87 615[200] 47167 264 364 543 56 785 870 901 48052 113 300 421 551 660 49011 33 77 260 334 45 60 516 50131 237 53(300) 92 305 28 40 464 607 36 805 977 51218 90 596 721 56 912 52158(400) 307 88 99 480 573(200) 652 96 859 932 53415 71 85 541 65(200) 660 68 54102 10 802 31 55170 219 470 508 975 56108(300) 32 359 828 57211 630 88 892 913 58043 194 231 355 875(500) 59027 315 41[400 60 60254 352 822 950 61142 67 282 908 16 98 62069 224 310 713 73 86 935 45 63037 193 319 532(1000) 78 653 99 887• 64012(200) 38 60 165 305 503 29 766 947 66 65091 116 371 409 69 576 629 906 66189 349 679 856 969 67092(200] 574 82 906 21 68178(200) 247 359 78 954 72 73 69261(300) 373 674 727 73 898 70522 83 99(300) 642 900 14 69 71018 632 944(300) 72034 235 40 82 428 521 641(1000) 80 703 44 961 73214 311(300) 91 524 30(200 798 962 74064 165 299 412 31 40 613 873 912 75016 187 205 74 354 403 553 671 708 76009 156 267 74 405 527 798 77141 285 307 440 69(200) 628 929 34 89 78112 87 614(300) 30 83[300) 718 811 79323 665 734 824 90 40 80113 257 572 651 718 877, 81091 170 445 747 71 800 82262 1200) 70 74 95 83005 103 55 221 27 382 455 587 636 775 971 84187 399 632 S 305 592 784 1500] 86233 648 56(200) 76 741 81 954 87005 57 210 76(201) 326 472 630 759 88120 211 92 356 428 544 65 74 648 727 912 54 89300 497 553 602 11 81 845 962 90294 450 579 91391 498 946 92005 166(500) 219 339 575 738 1500] 933128 353 69 408 74 514 660 863 967 94078 127 281 398 442 609 94 95208 17 97 368 482 621 816 21 979 96021 87(200] 858 903 63 81 92 97026 51 70 220 304 510 46 93 720 65 830 956 98045 141 87 222 50 85[300) 342 515 600 745 99273 310 542 735 905 100194(1001000) 378 425 44 49 58 643 796 805 990 101056 121 45 334 51 494 744 801 31 918 57 102086 157 256 629 712 103276 389 469 509[200) 42(200) 92(200] 104312 705 72 943 105016 245 450 658 69 746 826 901(300] 30 106185 247 361 439 86 579 794 835 988 107043 113 33 206 340 75 518 825 928 108215 47 109243 1200) 364 462 68 613 716(200) 45 820 37 110154 59 317 68 561 629 801(200) 111013 21 261 632 772 96 861 112247(200) 53 338 404 22 637., 113110 72 372 424 538 625 65 811 45 956(200] 114013 62 300 561 86 817 42 61 75 975 115034 98 186 262 310(400) 33 54 403 541 81 738 846 946 81 A16083 102 695 117272 73 74 323 79 498 512 748 844 98 931 118000 227 97 364 752 119171 310 533 73 827 81(200 120178 398 99 447 73 671 708(200] 17 801 51 933 121126 74 298 412 743 122005 75 220 359 475 574 705 898 123018 142 486 818 124272 373 413 660 1300) 68 739 125031 775 97 822 980 126066 300 400 63 74 749 79 127136 515 700 928 128020(200) 73 1300) 449 524 1200) 604 37. 129041 66 178 612 718 19 47 839 51 973 130095 251 87 363 431 540 894, 131093 140 206 316 89 408 88 616. 903 132024 146 89 283 436 508 24 861 75 96. 133011 256 468 598 617 130000] 134016 529 42 656 58 695 903 80 135050 60 139 398 49. /503 32 136109 347 446 669 836 57 137063 168 282 305 519 887. 138041 132 313 1611 73 790 863 64 906 48 1200) 139179 239 76 83 340 42 746 98 852 90 140264 386 95 733 67 93 963 141183 277 343 97(300) 430 759 849 54 914 142498 585 879 143010 339 417 609 84 144077 324 620 1. Ziehung der 2. Klasse 223. Kgl. Preuß. Cortene. (Vom 12. bis 13. August 1910.) Nur die Gewinne über 96 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt.(Ohne Gewähr.) /12. Augnst 1910, nachmittags. 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658 158128 265 99 470 568 657 779 825„159349 418 160447 161119 645 996[200] 162005 288 354 500 1200) 881 84 163482 614 729(300) 71 164022 151 374 473 533 84 639 86 751 855 81 165149 285 87 352 639 40 731 928 166304 83 558 894 97 167091 112 96 371 708 31 85(200) 168001 160 241 368 453 706 1200) 9 969 169103 60 96(400) 264 389 442 724 170142 450(200) 86 98 570 691 171033 108 1200) 16 327 68496 539 718 819 77 172026 224 512 25 633 737 832 35 951(500) 178018 335 527 200) 63 639 711 84 805 A174349 72(200] 801 28 60 977, 175086 236 (200) 52 303 47 544 715 176236 41 344 513 86 634 847 177045 48 193 333(200) 500-778 178332 417 1200) 50 523 669 837 39 923 179227 362 495 98 568 671 863 82 89 180269 94 594 713 831 181300 500 636 717(200) 804 182508 58 99 725 188087 124 68(200) 224 595 614 30 872 80 184007 76 339 75 476 518 88 636 79 703 71 97. 185003 52 74 244 319 72 487 538 39 781 800 186379 489 571(200) 85 92 823 941 187179 935 70 188071 159 351 442 189199 336 52 67 499 525 96 710 825 928 190039 54 124 30 53.302 18 424 787 877 191094 105 313 429 558(200) 620 56 89 192612 530(200) 654 61 706 864 193088 538 688 993 96 194115 49 214 562 765 920(500) 73 97 195142 236 431 554 896 930 196042 254 351 636 56 768 824 197193 216 414 198072 436(200] 61 77 559 64 698 199114 88(400) 372 481 584 898 200000 19(3000] 184 205 41 306 506 201263 453 673 948 202060 105 206 39 381 49 445 559 797, 208241 77 485(200) 508 936 204564: 711 809 19 992 205036 191 509 12 19 677 727 70 845 75 95(200) 909 20 206006 164(400) 556 721 36 86 952 207431 48 730 208048 60 66 98 276 410 557 626 46 52 921 39 209023 221 435 625 719 880 974 210060 126 221 355 89 537 67 79 628(400) 783 211577[300) 98 671 710 835 44 212037 160 418 749 73 213175 83 99 214027 41 85 677 703 215168 75 283 93 700 69 922 41 216029 33 132 33 218 661 809 28 956 217083(200) 90 125 63 67 695 719 218083 205 591 971(200) 88 219078 702 889 220125 666 874 221228 49 373 587 868 222067 141 303 14 28 446 539 98 778 868 228380 512 780 851 964(200) 224011 539 637 82 96 979 90(3001 225057 701(200) 940 77 226753 865 227007 258 899 428 947 228383 423 543 757 801 229235 391 894 922 230022 27 208 485 500(200) 77 970 88 231147 424 95 521 92 830 282220 26 62 339 487 90 96 827 956(200) 81 233375 537 64 66 850 926 34(200) 284019 200 773 943 235080 101 36 320 577 671 894 236161 289 392 521 817 237031 94 147 280 330 238554 654 917 239073 469 965 240033 201 420 58 685 795 922[200):241044(400) 119 60(400) 297 532 64 783 242067 191 202 522 622 711 83 963 243246 481 97 850 74 244161 612 949 245041 197 810 22 68 478 246003 47 86 473 528(400) 49 772 826 48 918 54 247485 584(200) 723 831 61 248070 415 68 819 926 30 249057 160(500) 376 413 581 818 903 56(400) 250076 161 80 261 72 74 467 589 611 25 711(200) 867 251223 81 580 754 927 252009 58 189 91 290 312 13 70 436 78 520 680 787 952 253057 253 74 78 322 710 979 254000 69 96 492 874 94 255368 481 54 532 616 900 256043 174 220 315 26 562 680 948 257028 160 73 465 549 920 258252 72 827 760 837 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244 774 88 298059 204 34 64 341 448 74 96 617 795 883 294375 406 47 295405 39 730 296098 215 447 79 811 76 906 84 207164 328 423 546 664 731 1200) 48 298096 279(200) 359 484 517 929 299152 68 218 355 567 618 300017 44 362 96 597 801 301266 314 915 40 309012 279 354 79 465 99 529 308232 85 332 65 659 903 Im Gewinntade derbllebent 1 Gewinn mu 50000, 1 zu 15000, 1 zu 10000. 2 zu 5000. 2 zu 3000. 7 zu 1000. 7 zu 500 Die Verlobung unserer einzigen Tochter Josepha mit Herrn Dr. med. Heinrich SchulzeBentrop, prakt. Arzt zu Duisburg, Assistenz-Arzt der Reserve, bringen wir hiermit zur Kenntnis. Neuss, im Aug. 1910. Jis. Schran und Frau, Maria geb. Busch. Meine Verlobung mit Fräulein Josepha. Tochter des Fabrikbesitzers Herrn Jos. Schram und dessen Frau Gemahlin Maria geb. Busch. beehre ich mich anzuzeigen. Duisburg, im Aug. 1910. Dr. Bed. Schulze- Bentrog. Bis zum 1. Septbr. Verreist. Dr. med. Renner. Katholiche Gottesdienstordnung für Neuß. Sonntag, den 14. August 1910. der Münsterkirche. Morgens ½ 6 Uhr: hl. Messe.— ½7 Uhr: hl. Messe und gem. hl. Kommunion der schulpflichtigen Kommunion=Knaben. ½8 Uhr: hl. Messe mit gem. hl. Kommunion des katholischen Beamtenvereins. ½9 Uhr: Schulmesse.— ½10 Uhr: Feierliches Primiz=Hochamt des hochw. Herrn Neopresbyters Josef Frings; der hochw. Herr Primiziant wird 9¼ Uhr in Prozession vom elterlichen Hause, Markt, zur Kirche geführt.— 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— Nachmittags 3 Uhr: Dankandacht mit Predigt für den katholischen BeamtenVerein.— 5 Uhr: Feierliche Komplet d. Herrn Primizianten In der St. Marienkirche. Morgens 6 Uhr: hl. Messe.— 7 Uhr: hl. Messe mit monatlicher hl. Kommunion der schulpfl. Knaben.— 8 Uhr: Schulmesse.— ½10 Uhr: Hochamt.— 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— Nachmittags 2 Uhr: Konferenz für die Jünglings=Kongregation. — 3 Uhr: Kommunion=Andacht.— 5 Uhr: Rosenkranz=Andacht mit Predigt und Segen. In der St. Sebastianuskirche. Morgens 8 Uhr: hl. Messe.— Nachmittags 5 Uhr: Andacht der Herz=Maria=Bruderschaft mit Predigt. Die hl. Messe um 9 Uhr fällt während der Schulferien aus. In der Hospitalkirche. Morgens 8 Uhr: hl. Messe.— Nachm. ½5: Segens=Andacht. Jeden Freitag, nachm. 5 Uhr: sakramentalische Andacht. In der Alexianer=Klosterkirche. Morgens 8 Uhr: hl. Messe.- Nachm. 5 Uhr: Andacht. An den Wochentagen beginnt die hl. Messe um 7¼ Uhr. Dounerstag, morgens 7¼ Uhr: Segendmesse. In der St. Joseskirche zu Weißenberg. Morgens ½ 6 Uhr: hl. Messe.— 7 Uhr: hl. Messe mit Predigt und gemeinschaftliche hl. Kommunion der Mitglieder des Jünglingsvereins.— ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt.— Nachm. ¼ vor 2 Uhr: Andacht mit Vortrag für den Jünglingsverein.— ½3 Uhr: Andacht zur Erflehung einer gedeihlichen Witterung für die Feldfrüchte. Zurück Dr. Maerz Düsseldorf, Graf Adolfstr. 20 Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. Lichtbehandlung. Sprechstunden 10—1, 4—½8 Laufe der Woche. In der Münsterkirche. Donnerstag, morgens 8 Uhr: Segensamt.— Nachmittags 6 Uhr: Segens=Andacht. Samstag, nachmittags 6 Uhr: Salve=Andacht. In der St. Marienkirche. An den Wochentagen hl. Messen um 6 Uhr, 7¼ und 9 Uhr. *" Die 8 Uhr Messe fällt bis auf Weiteres aus. Donnerstag, nachmittags 6 Uhr: Sakraments=Andacht. Samstag, nachmittags 6 Uhr: Salve=Andacht. Samstag: Vigilfasttag. In der St. Joseskirche zu Weißenberg. An den Wochentagen sind die hl. Messen um ½7 Uhr und 7¼ Uhr. Am Feste Mariä Himmelfahrt(Titularfest), morgens 7 Uhr: gemeinsch. hl. Communion der Mitglieder der Jungfrauen=Congregation. HOLLANDERS EN VLAMINGEN. Op Zondag. 14. August, namiddags 4 uur, LOF MET HOLLANDSCHE PREEK in de Sebastianuskerk Niederstrase, te Neuss. Na bet Lof VERGADERING der Nederlandsche St. Josephsvereeniging in de zaal Marienbildchen, Niederstrasse. Toegankelijk ook voor niet-jeden. Hollandsche Biechtgelegenheid in de Sebastianuskerk. Niederstrasse: Zatertag van 6—½9 uur, Zondag van ½7—8 uur. De Hollandsche Pater is op den tweeden Zondag der maand voor eenieder te spreken in Sebastianus bij voorkeur des morgens. Hollandsche Pater, P. Sigefridus Ellerbeck, O. F. M. Wegen dem Feste Mariä Himmelfahrt ist am Samstag, den 20 August gebotener Fasttag. Der einmalige Genuß Fleischspeisen und zwar bei der Hauptmahlzeit gestattet. Statt besonderen Anzeigen. Durch die glückliche Geburt einer Vochter wurden hocherfreut Kreisingenieur Carl Frank und Frau, Vally geb. Popcke. * □ Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, L gestern Abend unsere liebe Mutter, Grossmutter, □ Schwiegermutter und Tante, Frau Wwe. Hubert Speeigens —— im Alter von 67 Jahren. versehen mit den hi“ im Alter von 67 Jahren, versehen mit den hl. Sterbesakramenten der römisch- katholischen Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen. Neuss, Wankum, Emmerich, Mülforth, den 12. August 1910. Die Beerdigung findet statt Sonntag mittag um ½4 Uhr, vom Sterbehause Selikumerweg Nr. 53 aus; die feierlichen Exequien sind Montag Morgen um 8 Uhr in der Münsterkirche. Achtung] Wo kaufen Sie für die FeierAchtungl tage die billigsten Schuhwaren? Im Ausverkauf Furtherstr. 9 im Schuhbazar. * e s grosse Lager A von zirka 4000 Paar. muss bis Ende dieses Monats geräumt Sein. 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Wenn der Reichstagsabgeordnete Basse mann vermutet hätte, daß die Veröffentlichung seiner Unterredung mit einem Hamburger Journalisten auf so großen Widerstand selbst in der eignen Partei stoßen würde, hätte er sicherlich noch länger geschwiegen. Es ist ja allerdings anzunehmen, daß er mit seinen Ansichten die Reichstagsfraktion hinter sich hat, aber für seine politischen Freunde ist es gewiß nicht von Nutzen, wenn nationalliberale Organe erklären, daß ihr Führer mit seinen Aeußerungen die Meinungsverschiedenheiten in der Partei nur verstärkt hat. Wie verschieden die nationalliberalen Abgeordneten über die einzuschlagende Politik gegenüber den anderen Parteien denken, geht daraus hervor, daß dieser Tage ein Parlamentarier angeblich im Einklang mit der Ueberzeugung der führenden Kreise der nationalliberalen Partei für eine Sammlung der gemäßigten Elemente von den Konservativen bis zu den Demokraten unter Ausschluß der Agrarier und des Zentrums besonders warm eingetreten ist. Wie die Verhältnisse liegen, ist natürlich an ein solches Zusammengehen weder jetzt im Reichstag noch bei den bevorstehenden Wahlen zu denken. Letztere werfen ihre Schatten bereits voraus, da speziell die Sozialdemokraten schon jetzt mit den neuen Kandidaten an die Oeffentlichkeit treten. Besonderes Interesse erregte in dieser Hinsicht die Aufstellung des Abgeordneten Wolfgang Heine in Anhalt=Dessau, welcher Wahlkreis Jahre hindurch durch den verstorbenen Abgeordneten Rösicke und zuletzt durch den Freisinnigen Schrader, der seines hohen Alters wegen nicht mehr kandidieren will. vertreten war. Offenbar glauben die Sozialdemokraten, durch die Nominierung eines Mannes wie Heine den anhaltischen ersten Wahlkreis den Freisinnigen entreißen zu können, während man auf der anderen Seite im dritten Berliner Wahlkreis, wie es heißt, mit dem zu sehr dem Revisionismus zuneigenden Heine einem radikaleren Nachfolger geben will. Als letztes Einzelparlament hat nun auch der bayerische Landtag seine Pforten geschlossen, um erst Ende nächsten Jahres wieder zusammenzutreten. Die wichtigsten Beschlüsse der besonders arbeitsreichen fast 11monatlichen Session waren außer dem Budget mit seiner 22prozentigen Steuererhöhung, die Steuerreform, das neue Malzaufschlaggesetz, die Millionenbewilligung für Wasser= und Kraftwerkbauten, das Güterzertrümmerungsgesetz und das Gesetz über Schaffung eines Eisenbahnschuldentilgungsfonds. Die Sozialdemokraten haben im Gegensatz zu ihren badischen Kollegen in Bayern gegen das Budget gestimmt. In der sozialdemokratischen Presse ist die Budgetfrage in den Hintergrund getreten, man beschäftigt sich dafür um so mehr mit dem Werftarbeiterstreik, der sich mit jedem Tage weiter ausdehnt. Nunmehr sollen auch die Gegenmaßregelnd der Arbeitgeber gegen den Ausstand zur Ausführung kommen. Die Betriebseinschränkungen auf den einzelnen Werften haben bereits ihren Anfang genommen und werden zur Aussperrung tausender von Arbeitern führen. Welchen Ausgang dieser gewaltige Kampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern schließlich finden wird, läßt sich heute noch nicht voraussagen. Da die Schiffsindustrie verhältnismäßig wenig beschäftigt ist, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Arbeiter wenig erreichen werden. Die Angelegenheit der Werftarbeiter ist für die sozialistische Presse ebenso eine politische Frage, wie für einzelne Zeitungsorgane der Rechten, die bevorstehende Reise des deutschen Kronprinzen nach Ostasien. Allerdings ist von verschiedenen Seiten ausdrücklich betont worden, daß der Samstag, den 13. August 1910. Kronprinz lediglich Studien halber nach China, Japan und Indien auf etwa 3 Monate reisen werde, daß aber von einer politischen Mission gar keine Rede sein könne. Das mag immerhin richtig sein, jedoch kann man ohne weiteres annehmen, daß durch die Zusammenkunft des Kronprinzen mit japanischen und chinesischen Staatsmännern und auch mit den Monarchen der beiden großen Reiche, leicht ein innigeres Verhältnis entstehen kann. Trotzdem China und Japan Verträge und Bündnisse mit England und Rußland haben, ist die Bedeutung guter Beziehungen auch für Deutschland nicht zu unterschätzen. Was es wert ist, gute Beziehungen aufrecht zu erhalten, das kann man jetzt am besten in dem Konflikt zwischen Spanien und dem Vatikan beobachten. Da die Kurie einzulenken scheint, nachdem sie gesehen hat, daß der energische Canalejas nicht nachgeben will, dürfte in absehbarer Zeit der Frieden zwischen Madrid und Rom geschlossen werden. Glücklicherweise sind am Sonntag die befürchteten Unruhen unterblieben und die Truppen sind aus San Sebastian wieder in ihre Garnisonen zurückgekehrt. Auch das Königspaar wird Ende dieses Monats wieder in Spanien eintreffen, wo zurzeit der Botschafter beim Vatikan weilt, um mit der Regierung zu beraten, wie eine Verständigung mit dem Vatikan möglich ist. Während der junge König Alfons mit den Erfolgen seines Ministerpräsidenten zufrieden sein kann, ist das Oberhaupt der französischen Republik heftigen Angriffen ausgesetzt wegen der Begnadigung mehrerer zum Tode verurteilten Personen. Gewisse Kreise verargen es dem Präsidenten Fallieres, daß er den Apachenhäuptling Liaboeuf hinrichten ließ, den Soldaten und Mörder Graby dagegen begnadigt hat. Zu derselben Zeit, wo man mit den Amtshandlungen Fallieres unzufrieden ist, hat sein Vorgänger Loubet in Kopenhagen auf eine Frage nach seinen politischen Absichten erklärt, daß er sich nach der Machtfülle des Staatsoberhauptes ganz und gar nicht zurücksehne. Als der Expräsident gefragt wurde, ob er an seine Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem Präsidenten der französischen Politik glaube, erwiderte er, er wünsche keine persönliche Ansicht auszusprechen, wohl aber dürfte nach der Ansicht weiter Kreise eine solche Begegnung wünschenswert sein. Es ist nicht uninteressant, gerade aus diesem Munde eine derartige Aeußerung zu hören. Anlaß zu Zusammenkünften von Herrschern bieten jetzt die Jubiläumsfeierlichkeiten imn Cetinie. wo außer König Viktor Emanuel auch König Ferdinand von Bulgarien der Proklamierung Montenegros zum Königreich beiwohnen wird. Worin die Ereignisse von größter Bedeutung, gegen welche die Erhebung Bulgariens zum Königreich eine Bagatelle sein solle, bestehen sollen, die der bulgarische Kriegsminister in einem Gespräch mit Journalisten in Aussicht gestellt hat, ist etwas schleierhaft. Sollte etwa Bulgarien die Absicht haben, der Türkei den Krieg zu erklären? Trotzdem die Beziehungen nicht die besten sind, denkt man offenbar in Konstantinopel nicht an Feindseligkeiten, denn der Großvezir hat seine Erholungsreise nach Marienbad angetreten, wo er mit dem Grafen Aehrenthal über die Balkanlage konferieren wird, nachdem er vorher dem Kaiser Franz Joseph in Wien ein Handschreiben des Sultans überreicht haben wird. Viel eher hätte es in Teheran einmal wieder zu einer Revolution kommen können, wenn nicht der jetzige Ministerpräsident Mostafi=ol=Mamalek ein besonders entschlossener und tatkräftiger Staatsmann wäre. Er hatte das Glück. über die rebellisch gewordenen Freiheitskämpfer, die sich dem Befehl, die Waffen abzuliefern, nicht unterwerfen wollten, einen vollen Sieg zu erringen. Nachdem Sattar Khan und Baghir Khan mit ihren Leuten entwaffnet und gefangen waren, wobei es 85. Jahrg. allerdings nicht ohne zahlreiche Tote und Verwundete abging, ist in Teheran und auch im ganzen persischen Reiche kein Schuß mehr gefallen. Bis auf weiteres ist die Regierung Herrin der Lage geblieben und sie kann an dem begonnenen Reformwerk weiter arbeiten.. Dem Bürgermeister von Newyork, Gaynor, ist sein Kampf gegen die Korruption teuer zu stehen gekommen, immerhin kann man es mit Freude begrüßen, daß der Attentatsversuch gegen diesen vortrefflichen Mann ihn nach seiner Wiedergenesung in den Stand setzen wird, seinem Vaterland auch weiterhin gute Dienste zu leisten. Die amerikanische Presse jubelt ihm zu und bezeichnet ihn als künftigen Präsidentschaftskandidaten. Unter diesen Umständen wird wohl der Republikaner Roosevelt in den Demokraten Gaynor bei der nächsten Präsidentenwahl einen scharfen Gegner haben. Politische Hachrichten. Deutschland. X Der nächste Tagungsabschnitt des Reichstages. Der Beiratungsstoff, der den Reichstag bei seinem Wiederzusammentritt erwartet, ist ebenso umfangreich wie gesetzgeberisch und politisch bedeutungsvoll. Auf finanziellem Gebiet steht an erster Stelle der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1911. Da über die Notwendigkeit äußerster Sparsamkeit an keiner Stelle ein Zweifel obwaltet, muß sich in gemeinsamer Arbeit ein Weg finden lassen, der die Bestreitung der Ausgaben mit den vorhandenen Mitteln ermöglicht. Neue Einnahmen können vielleicht aus der Wertzuwachssteuer und der neuen Fernsprechgebührenordnung gewonnen werden. Auch die Frage des Besteuerungsrechts fiskalischer Betriebe fällt in das finanzpolitische Gebiet.„ Der Etat wird sicher die programmäßigen Neuforderungen für die Flotte und wahrscheinlich auch die ersten Raten für den Mehrbedarf der Heeresverwaltung enthalten, wie er sich auf Grund eines neuen Friedenspräsenzgesetzes ergibt, das an die Stelle des alten, am 31. März 1911 ablaufenden treten muß. Beide Forderungen dürften je nach dem Parteistandpunkt sehr verschieden kommentiert. aber von den bürgerlichen Parteien doch nicht ernstlich bestritten werden, denn die eine ist nur eine Konsequenz des Flottengesetzes, die andere wird leicht als unbedingt nötig nachzuweisen sein. Mit einem erheblich größeren Geldbedarf muß auf dem sozialpolitischen Gebiete gerechnet werden, vorausgesetzt, daß es gelingt, die Reichsversicherungsordnung mit Einschluß der völlig neuen Hinterbliebenenversicherung und die für den Spätherbst des laufenden Jahres angekündigte Vorlage über die Privatbeamtenversicherung zu verabschieden. Allerdings wird der Reichstag gerade bei diesen Aufgaben Besonnenheit und Augenmaß zu zeigen haben. Denn angesichts der Neuwahlen liegt die Gefahr nahe, daß der Industrie und der Landwirtschaft und ebenso dem Reiche neue Opfer und Kosten zugemutet werden, die sich späterhin als unerträglich erweisen. Andere sozialpolitische Vorlagen, die den Reichstag erwarten, sind das Einführungsgesetz zur Reichsversicherungsordnung, die Gesetze über Hilfskassen, Arbeitskammern, Hausarbeit und die Gewerbeordnungsnovelle zur Lohnbücherfrage. Damit ist aber die Zahl der großen und schwierigen Gesetze noch nicht erschöpft. Nicht nur wird das neue reichsländische Verfassungsgesetz in den nächsten Monaten soweit gefördert sein, daß der Reichstag diese seit langem ersehnte Materie aufarbeiten kann; auch das Schiffahrtsabgabengesetz, 69 Der Kampf um eine Million. Roman aus dem New=Yorker Leben. Frei nach dem Amerikanischen. Von Erich Friesen. Und wenn ihr hie und da noch einmal das Herz klopft im Andenken an jenen verhängnisvollen Tag, wenn das Standesamt, Lord Crackbain und die beiden Zeugen vor ihrem geistigen Auge auferstehen— so raunen ihr schnell kleine Teufelchen ins Ohr:„Du bist ja gar nicht verheiratet Du bist frei — ganz frei!“ Robert Davids zeigt sich bei der Nachricht von Irenes Verlobung äußerst entgegenkommend. Schon nach wenigen Tagen trifft ihre Nachfolgerin in Chikago ein, und Dr. Donald fährt unverzüglich mit seiner Braut zurück nach Newyork. Da sein Bruder mittlerweile von Washington nach Newyork übergesiedelt ist, bringt er Irene in dessen Familie unter. Von Tag zu Tag gewinnt der Bankier Donald das reizende Mädchen lieber; von Herzen freut er sich, daß sein Bruder eine solch gute Wahl getroffen hat. Das Brautpaar ist glücklich und zufrieden. Gesneinsam schmieden sie Zukunftspläne, bauen sie Luftschlösser und lachen über all die absonderlichen Vorschläge, die dabei Irenes Köpfchen entspringen. *„Sage, mein Lieb“, beginnt Ralph eines Abends, als beide, wie gewöhnlich Hand in Hand, auf einem kleinen Eckdivan sitzen,„wäre es Dir sehr unangenehm, wenn wir uns außerhalb Newyork niederließen.“ *.„Bewahre Liebster. Wo soll es sein? In Washington? Oder in Baltimore?". „Nein, viel weiter“. „In Chikago?“ „Noch weiter.“ Ralph zögert mit der Antwort. „Nun?“ „In— Afrika.“ Jetzt lacht Irene hell auf. „In Afrika? Wie kommst Du darauf?“ „Ja, siehst Du, mein Lieb— hier wird es mir sehr schwer werden, bald eine gute Praxis zu bekommen. Und wir wollen doch sobald wie möglich heiraten, nicht wahr?... Gestern erhielt ich nun einen Brief aus Johannesberg, der Hauptstadt der Südafrikanischen Republik, in dem mir eine vorzügliche Stellung als Arzt in einem großen Krankenhause angeboten wurde— mit tausend Pfund Sterling festem Einkommen jährlich— macht etwa fünftausend Dollars nach unserm Gelde, außer den Nebeneinnahmen.... Nun, was meinst Du dazu?“ Irene ist so verblüfft, daß sie zuerst gar nichts sagt. Der Gedanke, die Heimat verlassen zu sollen, beengt sie.... Ralph bemerkt ihr Zaudern. Wir müssen ja nicht, mein Lieb. Wenn es Dir unangenehm ist—“ Er hält inne und blickt seine Braut verwundert an. Der Ausdruck von Irenes Gesicht hat sich urplötzlich verwandelt. Hellste Freude leuchtet aus den großen, braunen Augen. „O nein, nein— im Gegenteil!“ ruft sie lebhaft.„Laß uns sobald wie möglich nach Afrika gehen!“ Ralph lächelt über ihren plötzlichen Eifer. „Sobald wir verheiratet sind, mein Lieb.“ „Warum nicht vorher schon? Kann nicht dort die Trauung stattfinden?“ „Nein, mein Herz. Als Mann und Frau müssen wir das Schiff betreten— aus Gründen, die ich Dir später einmal auseinandersetzen werde.“ Irene läßt das Köpfchen hängen.... Gleich einer Vision war vorhin plötzlich das Standesamt vor ihr emporgestiegen und der Beamte mit seinem dicken Dokumentenbuch und eine ängstlich daherschleichende, wie im Fieber zitternde Männergestalt!... Und wie der Blitz war es ihr gleich darauf durch den Kopf gefahren:„In Afrika kennt mich niemand. Dort bin ich frei, wirklich frei!“... Die Uebersiedelung nach Johannesburg ist eine beschlossene Sache. Schon in vierzehn Tagen soll die Hochzeit stattfinden, und noch an demselben Abend will sich das junge Paar an Bord des Schiffes begeben, welches am nächsten Morgen nach dem Süden abdampft. Doch eine gewisse Unruhe will Irene nicht mehr verlassen. Mit geheimer Sorge beobachtet Ralph das schmale Gesichtchen seiner Braut, und sogar dem braven Bankier Donald fällt deren nervöses Wesen auf. Er schiebt es auf den Gram, den die ungewisse Zukunft fern von der Heimath ihr verursacht und denkt im Verein mit seiner Frau darüber nach, auf welche Weise sie das junge Paar in Newyork festhalten könnten. Tag um Tag vergeht.... Der Hochzeitsmorgen ist da.... Irene sieht aufallend bleich aus Sie hat die ganze Nacht nicht geschlafen. Zwar ist sie zu unerfahren, um das Verbrechen ganz zu begreifen, welches auszuführen sie im Begriff steht; aber eine innere Stimme warnt sie.... Doch sie liebt Ralph, liebt ihn allein! Und morgen schon sind sie weit, weit weg von hier. Dann trennt sie das große, weite Meer von Newyork, dann kann keiner der Zeugen jenes Schreckenstages sie mehr erreichen.... Als sie im langen, weißen Schleppgewand, eingehüllt in duftige Schleierwolken, dasteht, bereit, in die Kirche zu fahren, übergibt ihr der Schwager ein geschlossenes Kouvert. „Erst zu öffnen nach der Trauung!“ raunt er ihr mit listigem Augenzwinkern zu. Wie im Traum durchschreitet Irene an Ralphs Arm die Kirche. Sie wagt nicht, die Augen zu erheben, aus Furcht, jenen stieren Blicken zu begegnen, die sie heut Nacht verfolgten. Als der Prediger mit feierlicher Stimme in die vielhundertköpfige Menge hineinfragt, ob irgend jemand etwas gegen diese Heirat einzuwenden habe, da glaubt sie, ihr Herz müsse still stehen vor Angst. Aber alles bleibt ruhig. Noch wenig Minuten, und die Ringe sind gewechselt, der Segen ist gesprochen. Irene ist Ralphs Gattin—,„bis daß der Tod Euch scheidet!"... Langsam bewegt sich der Hochzeitszug wieder durch die Kirche, vorbei an der wispernden und glotzenden Menge zurück nach dem harrenden Wagen. In die Kissen zurückgelehnt, erwidert Irene leidenschaftlich die zärtlichen Küsse ihres Gatten... Jetzt gehört sie ja ihm an— ihm allein! Und morgen schon sind sie weit, weit weg von hier. „Armes Weib!“ flüstert Ralph innig.„Gleich nach der Trauung die Heimat verlassen zu müssen— es ist hart für Dich.... Was hat Dir übrigens mein Bruder vorhin so geheimnisvoll zugesteckt?“ Mechanisch greift Irene in die Tasche. Sie hatte das Kouvert schon vergessen. „Hier, Geliebter!“ Ralph öffnet den Umschlag und überfliegt das dokumentähnliche Schreiben. Freudige Ueberraschung malt sich auf seinen Zügen. „Hurrah, wir gehen nicht nach Afrika! Wir bleiben hier!" frohlockt er. „Wir bleiben hier!“ ächzt die bleiche Frau von seiner Seite. für das sich der vormals preußische Staatsminister Frhr. v. „sein. letzten Finanzexpose sehr entschieden #### hat, ist mit Sicherheit zu erwarten, wenn die Verhanolu#in mit Oesterreich und Holland von Erfolg begleitet und. Außerdem stehen, da das Ende der Handelsverträge mit Schweden, Japan und Guatemala im Laufe des Jahres 1911 andelspolitische Vorlagen und somit ein ###e# in die nächste Legislaturperiode fallenden umfangreichen Handelsvertragsverhandlungen, ferner die in der Sommer=Kommission vorbereitete Vorlage zur Strafprozeßordnung. die kleine Novelle zum Strafgesetzbuch und, wiedeauf e Nahe der Neuwahlen noch mehr als sonst zahlreiche Interpellationen und Initiativanträge in AusBerarung dieser mannigfachen Aufgaben die bürgerlichen Parteien wieder mehr zusammenzufuhren und sie ihrer gemeinsamen Aufgaben bewußt werden lassen. Von Hlah und Fern. eain öss Auz...# Feriensonderzüge sind in Köln dieses Jahr wie nie zuvor in Anspruch genommen worden. Dies ergibt sich daraus, daß schon geraume Zeit vor dem Abfahrtstage„ausverkauft“ war. Das gilt sowohl für die Züge nach der Schweiz gund Sühdeutschlanz, wie auch für die nach den Nordseebädern, während die Anziehungskraft Thüringens auch heuer noch nicht so groß war. Bei dem starken Andrang mit vielem Handgepäck und sonstigem Gepäck ergaben sich bei einzelnen Zügen merkliche Abfertigungsschwierigkeiten, die sicher gelinder ausgefallen wären, wenn das Publikum mehr Verständnis für das Entgegenkommen der Eisenin der Einrichtung für Gepäcksonderzuge besteht. Diese Züge, die einige Tage vor den Sonderu#ehen, bieten, für dg###tige und richtige Ankunft alle Gewähr, während bei Ueberlastung der Sonderzüge mit Gepäck beim besten Willen doch Irrtümer und Verzögerungen vorkommen können. Wie bei den Sonderzügen zeigt sich, laut K. V. Z., auch beim Personenverkehr überhaupt in dieser Reisedes Andranges, die gegen das Vorjahr auf 10 bis 15 Prozent beziffert werden kann. Es wird uns geschrieben: Um die Ruhrhäfen, deren Bedeutung weit über die Grenze des Niederrheins hinaus gewürdigt wird, dem großen Publikum zu erschließe, und z. gas##„ zu machen, hat die Stadtverwaltung Duisburz, die Verwaltung der Duisburg=Ruhrorter Häfen und eine Reihe von Bürgern, eine Hafenfähr= Gesellschaft ins Leben gerufen, die einen älteren Dampfer gekauft und 2 neue elegante Dampfer von der Ruthof'schen Werft in Mainz=Kastel bezogen und in Dienst gestellt hat. Die letzten Monate haben bereits er#treiches auswärtiges Publikum nach DuisburgHäfen mit dor neuen Gelegenheit besichtigt hat. Insbesondere viele Schulen des Ortsbezirks und von Auswart, haben die Häfen unter Führung ihrer Lehrer besichtigt. Um nun weiteren Kreisen auch eine kurze Erklärung der Sehenswürdigkeiten auf den Weg zu geben, hat Die,„Rhei.= Verlagsgesellschaft m. b. H., Duisburg, auf Veranlassung der Hafenfährgesellschaft, ein kleines Büchelchen herberi#„Durch die Ruhrorter Häfen“, welches auf den Vert und in den meisten Buchhandlungen zum Preise von 2o Pfg. verkauft wird, und in welchem Preise ein Fahrschein im Werte von 10 Pfg., der am Dampfer in Zahlung gegeben werden kann, einbegriffen ist. Aus dem Inhalte heDuisburg= Juhrorter Häfen, Eine Rund fahrt mit der Ruhrorter Hafenfährgesellschaft durch die Ruhr orter Häfen. Die alten Ruhrorter Häfen, Einige Angaben übe " besamtstav.. Das Büchlein enthält zahlreiche Illustra * Halberstadt, 11. Aug. Von einem seltsamen Vor gnginenem Krematorium berichtet die„Halbers Zrsratian gese Kee si, die in Halberstadt nach eine sollte von einer Halberstädter Gesell schaft nach Gotha überführt werden, um im Krematorium ver brannt zu werden. Als die Verwandten der Toten in Goth einrru,## hat man sie, sich noch etwas zu gedulden, da noc inige Vorbereitungen zu treffen seien. Als sie nach eine halben Stunde wiederkamen, wurde ihnen der Zutritt noc immer verwehrt. Nach zwei Stunden forderten sie schließlic den Zutritt zum Krematorium so energisch, daß man sie woh oder übel einlassen mußte. Da der Gatte den wertvollen Kran en er dem Sa ze mitgegeben hatte, vermißte, untersuchte e den Saal, wo die Tote verbrannt werden sollte, näher un fand, daß man den kostbaren Uebersarg im Werte von 600 4 hatte. Die russische Familie erklärt. ein scho bereitstehender großer Kasten hätte jedenfalls den Sarg, de auf diese Weise vom Tode des Verbrennens hätte gerettet wer den sollen, ersetzen sollen. Die Angelegenheit wurde zur An cce###tuhr und beschäftigt gegenwärtig die Staatsanwalt schaft des Landgerichts Halberstadt. Vermischtes. Zusammenbruch der Niederdeutschen Bank geh jetzt durch die Blätter mancherlei Betrachtungen. So heißt z. B.:„Wiederum hat ein Bankinstitut, dessen Leiter sich n Schisseron. estur Religiostar zu umgeben verstand, jämmerl Schiffbruch gelitten. Das Aktienkapital der Niederdeutsch Bank in Dortmund in Höhe von 12 Millionen Mark ist oh weiteres als unwiederbringlich verschwunden anzusehen. Da noch an die 60 Millionen Mark Einlagen der Spar und Schulden, die die Niederdeutsche Bank gehabt hat. De Seice#######, Dortmunder Zusammenbruch, wie d Reichsbote hervorhebt, nur den großen Insolvenzen an d Seite zu stellen, die nach der Jahrhundertwende über Deuts land hereingebrochen, als die Pommerer Banken und die Le ziger Bank hinweggefegt wurden. Der Vergleich mit de großen Bankkrachen in der Krisis von 1900 bis 1902 trifft in auch nach der persönlichen Seite vollkommen zu. T inzwischen verhaftete Direktor Ohm ist ein würdiger Cump inden, Landen, Erne., Schultz und Romeik Er w nach dem Urteil des„Dortmunder General=Anzeiger“ ein Heu lei, der unter dem Deckmantel religiöser Gefühle die List d durchtrievenen Geschäftsmannes und die unermeßliche Genu Herr Ohm hielt in seiner Vil Hausandachten ab und lebte in Saus und Braus. Er versta es ausgezeichner, unter dem Deckmantel der Religion ein E schaft zu machen und mit seiner angeblichen Frömmigkeitd bezog ein Jahreseinkommen v. 140000 Mark! Er führte einen kostspieligen Haushalt. hie ## Equipagen und 2 Automobile und weilte zumeist Bädern und Kurorten. So sehr man eine wahre tiefe Religiösit chatzen muß ebenso widerlich wirkt eine geflissentlich und oste tativ an. ug gelegte Frömmelei, wenn sie offenbar d in bare Münze umgesetzt zu werden. Und nur a #e He.##n geschäftlichen Kredits war auch in dem Fe der Niederdeutschen Bank das Gebahren ihres Leiters angelegt * Z w e i t e r V e r e i n s t a g d e s H a m b u r g e r K a u f m ä n n i s c h Vereins von 1858 in Dresden. Vom 6. bis 8. August hielt d über 100000 Mitglieder zählende Verein für Handlungs=Cor mis von 1.—.(Kaufmännischer Verein) in Dresden sein zweiten Vereinstag Am Sonnabend tagte die Vereinigung d Bezirke des Königreichs Sachsen, der 27 Bezirksvereine ang hören. Ferner wurde eine neue Wohlfahrtseinrichtung des Vereins in Gestalt einer Familienkrankenversicherung geschaffen. Bei der Gründung lagen bereits über 1000 Versicherungsanträge vor. Abends folgte ein Begrüßungsabend im Gewerbehaus. Am Sonntag fanden die Verhandlungen des Vereinstags statt, zu dem zahlreiche Mitglieder aus allen Teilen des Reiches, insbesondere aus dem Königreich Sachsen, erschienen den Ehrengästen befanden sich Vertreter des Sächs. Ministeriums des Innern, des Finanzministeriums, der Kreishauptmannschaft, der Zweiten Kammer, der Polizeidirektion, der Handelskammer, des Verbandes sächsischer Industrieeller, der Dresdener Kaufmannschaft, sowie verschiedener kaufmännischer Vereine. Die Leitung der Verhandlungen hatte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Otto Laeiß, Hamburg. is erste Referat hielt das Verwaltungsmitglied Herr Heinrich Meyer aus Hamburg über„Die Bestrebungen zur Verstaatlichung des kaufmännischen Stellennachweises und ihr Einfluß auf die Gehaltsreform der Jandlungsgehilfen“. Nach einem allgemeinen Ueberblick über die kaufmännische Stellenvermittlung ging der Redner auf die Bestrebungen zur Verstaatlichung der kaufmännischen Stellenvermittlung ein, die er in jeder Beziehung als für den Kaufmannsstand ungeeignet verwarf. Durch die Verstaatlichung der Stellenvermittlung stände zu befürchten, daß der kaufmännische Arbeitsmarkt weiter zersplittern, die Frauenarbeit im Handelsgewerbe gefördert und das Gehalt die männl. Handlungsgehilfen herabgedrückt werden. Eine Entschließung im Sinne des Vortrages wurde angenommen.— Ueber„Die sozialpolitischen Ergebnisse des gegenwärtigen Reichst ages für die Privatangestellten, insbesondere die Handlungsgehilfen“, sprach weiter das Verwaltungsmitglied Herr Georg Lißke aus Hamburg. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Entschließung an: Der Vereinstag des Vereins für Handlungs=Commis von 1858 Verein) richtet im Namen von mehr als 100000 Mitgliedern an Bundesrat und Reichstag das dringende Ersuchen, in der Sozialpolitik für das Handelsgewerbe nunmehr so manche spruchreife, kaum noch ernstlich bestrittene Fragen zur gesetzgeberischen Lösung zu bringen. Zu diesem Fragen rechnet der Vereinstag in erster Linie: den reichsgesetzlichen. Acht=Uhr=Ladenschluß; die Neuregelung der Sonntagsruhe im Sinne seiner Eingabe vom 19. Februar 1910: die Regelung der Arbeitszeit in den Kontoren im gleichen Sinne; die zweifelsfreie Fassung des§ 63 H. G. B. gemäß den wiederholten Beschlüssen des Reichstages; die Abänderung der §§ 74 und 75 H. G. B. durch vollständige Aufhebung der Konkurrenzklausel oder eine sonst einwandfreie Reform, welche jeden wirtschaftlichen Nachteil für die Angestellten ausschließt; die Sicherung des Vereinigungsrechts aller Arbeitnehmer durch Verbesserung des§ 153 G.=O.; die reichsgesetzliche Einführung des obligatorischen Fortbildungsschulzwanges für alle jugendlichen Angestellten und Arbeiter bis zum vollendeten 18. Lebensjahre. Ferner wunscht der Vereinstag nachdrücklich: Kaufmannskammern mit paritätischer Besetzung, möglichst schon auf der Grundlage des gegenwärtigen Gesetzentwurfes über Arbeitskammern, als selbständige Aangestellten= Abteilungen für das Handelsgewerbe; Handelsaufsichtsbehörden nach dem Vorbilde der Gewerbeinspektion und mit handelsfachlich ausgebildeten Beamten; den einheitlichen Ausbau der Kaufmannsgerichte zu Bezirksgerichten, damit sie allen deutschen Handelsangestellten ohne Rücksicht auf den Wohnort zugute kommen. Wenn schließlich der Vereinstag noch zu den laufenden Arbeiten des Reichstages Stellung nimmt, so begrüßt er darin die Bestrebungen zur Vereinheitlichung und Ausgestaltung des sozialen Versicherungswesens, insbesondere die Einbeziehung des Handelsgewerbes in die Unfallversicherung, wie sie in der Reichsversicherungs=Ordnung ihren Ausdruck finden muy jedoch daran festhalten, daß den berechtigten Sonderbedürfnissen der Angestellten durch ungeschmälerte Beibehaltung der freien Hilfskassen in der Krankenversicherung entsprochen werde.— Weiter dankt die Entschließung dem Reichstage für seine Unterstützung der Bestrebungen auf Schaffung einer staatlichen Pensions= und Hinterbliebenen: Versicherung der Privatangestellten und hofft, daß der Gesetzentwurf noch im Winter und zwar auf der Basis der Grundsätze des sogenannten Hauptausschusses erscheinen wird. Endlich werden Regierung und Parlament gebeten, einen Weg finden, der die erworbenen Rechte der jetzt schon in privaten Kassen Versicherten wahrt.— Den letzten Vortrag hielt der Verwaltungsdirektor Herr Dr. Thissen über„Die Kon#renzklausel und andere Unfreiheiten des kaufmännischen Dienstvertrages". Der Redner verwarf die Konkurrenzklauseln aus sittlichen und wirtschaftlichen Gründen und sprach sich besonders gegen die Einschränkung des freien Diensivertrages durch geheime Abmachungen unter Firmen und Verbänden eines Gewerbes gegenüber dem Stellenwechsel der Angestellten aus. Als eine weitere Unbilligkeit seien die bisweilen verhältnismäßig hohen Konventionalstrafen oder Gehaltsabzüge für Fehler der Angestellten anzusehen. Dem Angestellten müsse der Anspruch auf ein Zeugnis nicht erst bei Beendigung des Dienstverhältnisses, sondern schon nach der ausgesprochenen Kündigung zustehen. Angestellten= Ausschüsse als Sprachorgane der Dienstinteressen der Angestellten müßten einen Ersaß der früheren persönlichen Fühlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bilden. Die Versammlung nahm eine entsprechende Entschließung einstimmig an. Der nächste Vereinstag findet 1911 in München statt. Der„Postengel“. In der Frankfurter„Kl. Presse“ schi dert ein alter Taxianer in recht launiger Weise die idyllische Zustände auf der Post im alten Frankfurt vor einem halbe Jahrhunoert: Im Jahre 1859 trat ich als Posteleve in di urstlich Thurn= und Taxische Post auf der Zeil in Frankfun im Alter von 14 Jahren ein. Meine Eltern waren keine re und deshalb gab mir meine Mutter, als ich morgen früh 6 Uhr abmarschieren mußte, nur ein Stück Frankfurte Eierweck mit und sagte:„Hermännche, damit mußt du auskon men bis zwölf Uhr, der Vadder verdient halt nit viel.“ I# war aber noch keine zehn Minuten auf der Post und mein Eier weck war schon mit Stumpf und Stiel verzehrt. Bereits ur „ hatte ich wieder einen Riesenappetit. und mißmuti sah ich zu den Butzenscheiben auf die Zeil hinaus. die voll kommen menschenleer das Moos zwischen den rundlichen Pfle stersteinen uppig gedeihen ließ. Da klopfte wir ein ältere Sekretär auf die Schulter:„Hermännche, was guckste so trül selig auf die Gaß, sei'n dei Papiern gefalle oder der der de Liebste durchgebrannt?“„Ach. dumm Zeug“, sagte ich.„Hunge haw ich wie en Wolf. un mei Mutter ihr Eierweck ist schon all Weiter nix wie des? Dir kann geholfen wern Um 8½ Uh lasse mir uns all unser Frühstück hole, da bestellste dir dein mit und ißt war d'r schmeckt". Ich machte das bekannte Zei chen mit den Fingern, das den nervus rerum sinnbildlich dar stellt, und sagte nur traurig:„Ja. aber daran fehlts; men Vadder, sagt die Mutter, ist ka' reicher Mann. der kann mi ka' Geld for Fruhstück mitgewe“.„Darüber, Hermännche brauchste dirka graue Hoor wachse zu lasse. Was du esse willst schreibt du nur mit Kreide an das Täfelche, und dann bringt' der schleppe Briefbott mit. und bezahle tut's der„Posten gel“. Wenn ich auch noch ein recht dummer Bub war. abe so plump ließ ich mich doch nicht anulken Aergerlich wandt ich mich ab. Mein Schützlina ließ aber nicht nach, er versichert mir auf das bestimmteste, daß irgendwelche nachteiligen Fol gen für mich nicht damit verknüpft seien. Ich schrieb also auf das Täfelchen:„1 Tasse Kaffee, 2 weiche und 2 Stück Butter. Die andern lachten darüber, daß ich nicht wie sie warme Würstchen und Bier bestellt hätte. Es dauerte auch nicht lange, da kame der lahme„Briefbott", der nur noch zu Gängen in der Nachbarschaft benutzt wurde, und überbrachte mir das Gewünschte. Ich setzte mich mit den andern an den langen Frühstückstisch und verzehrte das Bestellte mit großem Behagen. Mein Gewissen wollte aber nicht zur Ruhe kommen, am Ende wurde das von meinem Monatsgehalt von drei Gulden in Abzug gebracht, und dann hätte der Vater meine dünnen Höschen mit dem Sonntagsnachmittagsspazierstock bearbeitet. Aber um zehn Uhr wiederholte sich die gleiche Sache. Nun schrieben die andern schon was viel Teureres auf das Täfelchen: Beefsteaks, Koteletten, Geflügel und Wein. Ich begnügte mich indessen mit Würstchen und Bier.„No, Hermännche schmeckt's?“ riefen mir die anderen zu.„Hab' no ka Aengste, es kost nix.“ Auf so zuversichtliche Reden der ersten ergrauten Beamten war jede Spur von Unruhe aus mir gewichen, und ich aß täglich viermal Sachen, so gut wie ich sie in meinem Leben noch nicht zu Gesicht bekommen hatte. Wo es herkam, interessierte mich nicht weiter, und als ich am Ende des Monats meine 3 Gulden pünktlich bekam, glaubte ich beinahe wirklich an den Postengel. Ueber dies angenehme Leben schwieg ich mich zu Haus natürlich hübsch aus und aß jeden Mittag pro forma meinen Hirsebrei oder Kartoffeln mit Kaffee. Endlich aber sollten meine Eltern doch Kenntnis von der Sache bekommen, ich sah zu wohlgenährt aus und konnte es nicht unterlassen, den darbenden Geschwistern daheim hier und da mal ein Ei oder gar ein Stück Fleisch mitzubringen. Da zog eines Tages meine Mutter ihren kattunenen Sonntagsstaat an und ging zum Herrn„Post=Tier=Rektor".„Ich wääß net“, sagte sie diesem, „mei Hermännche sagt immer, er bekäm so gute Sache auf der Post zu esse, es bringt aach als emol e gesotte Ei oder en Gänsdiecht mit, und das kann doch nit mit rechte Dinge zugehe,“ Aber der Herr Direktor beruhigte die Frau:„Die beiden Freiherrn v. Rothschild“, so eröffnete er der staunenden Arbeiterfrau,„machen sich ein Vergnügen und eine Ehre daraus, den Herren Postbeamten ihren mühevollen Dienst dadurch zu erleichtern, daß sie die Kosten der Zwischenmahlzeiten auf ihre Tasche übernehmen. Sie tun das im Interesse einer raschen Briefbeförderung und tatsächlich ist auch die Firma M. A. v. Rothschild und Söhne dasjenige Haus, das zu allererst seine Briefe erhält.“ * Vom Charakter der Strafgefangenen. Auf Grund der Statistik der Strafanstalten und Gefängnisse für das Etatsjahr 1908 zeichnet die„Schlesische Zeitung" nach den darin im Auszug mitgeteilten Berichten der Vorsteher und Geistlichen ein Bild vom Durchschnittscharakter der Strafgefangenen: Die weit überwiegende Mehrheit der Gefangenen sind nach dem Urteile der Direktoren„gutmütigen= Charakters“, „zugänglich, ruhig und friedlich“ oder, leicht zu behandeln und auch für ein Wort der Anerkennung empfänglich und dankbar.“ „Ihr Benehmen ist anständig und respektvoll“. Ferner wird bemerkt:„Die Gefangenen merken und fühlen, daß die Beamten ihnen wohl wollen, daher sie sich willig in die Hausordnung fügen“, oder„ein verwarnendes und anerkennendes Wort hatte öfters ein gutes Verhalten für die ganze Haftzeit zur Folge und wirkte besser als Disziplinarstrafen". Ueberraschend ist die übereinstimmende Bemerkung sämtlicher Berichte, daß die Gefangenen selbst ihrer Mehrheit nach die Einzelhaft als Bevorzugung ansehen und gern freiwillig über das zwangsweise zulässige Maß von über drei Jahren darin verbleiben. Gefangene, die anfänglich gezwungen der Einzelhaft zugeführt wurden, haben später ihren Dank dafür ausgesprochen, daß sie der Gemeinsamkeit entrissen worden waren; andere, die auf ihre Bitte in Gemeinschaftshaft verlegt waren, baten nach wenigen Wochen um Rückverlegung in Einzelhaft, weil das, was sie von Mitgefangenen anhören mußten, gar nicht gut zu ertragen sei. Unverbesserliche Verbrecher. namentlich Straßenräuber und gewerbsmäßige Einbrecher spielen sich in der Gemeinschaftshaft gern als Helden auf. bramarbasieren mit begangenen und fingierten Verbrechen und suchen durch Hohn und Spott die Mitgefangenen, in denen noch Sittlichkeitsgefühl steckt, zu verderben und zu sich zu ziehen. Es ist sehr erfreulich, daß die Mehrzahl der Gefangenen sich einen derartigen Terrorismus durch den Wunsch nach Einzelhaft zu entziehen sucht. Helle Streiflichter auf den Charakter der Gefangenen wirft ihr Briefwechsel und die Unterredung mit Verwandten bei Besuchen; auch verschlossene und schwer zugängliche Charaktere öffnen da ihr Herz. und bei fast sämtlichen ist eine große Anhänglichkeit an ihre Familie, Frau, Kind und Eltern geblieben. Das ist auch der Punkt, wo die helfende Fürsorge für die Gefangenen zu ihrer Besserung einsetzen muß. Als Ursache der Verbrechen wird in erster Linie in Uebereinstimmung mit der allgemeinen Erfahrung, Anreiz durch Alkohol, insbesondere für Roheits= und Sittlichkeitsdelikte, ferner Leichtfertigkeit, Genußsucht, mangelnde Belehrung und Erziehung, Aufwachsen in schlechter Umgebung, Verführung und Lesen von Schauerromanen, aber auch äußere Notlage angegeben. Zieht man hieraus das Fazit für den Charakter der Bevölkerung unserer Zuchthäuser, so kommt man zu dem nicht unerfreulichen Ergebnis, daß die Mehrheit der Gefangenen nicht derart bösartig und sittlich verkommen ist, daß jede Mühe, sie zu bessern und ihnen zu einem sittlichen Lebenswandel zu helfen, vergebens ist. —* Der Einfluß des Kometen auf das Wetter. Man schreibt den„Münch. N. N.“ vom Amazonenstrom:„Auf der Fahrt von Hamburg nach Manaos am mittleren Amazonenstrom machte ich folgende Beobachtungen: Die Fahrt dauerte vom 25. Mai bis 24. Juni. In der Nordsee und im Kanal war das Wetter sommerlich warm. Von Havre an wurde es kühl mit stark bewegter See. In den portugiesischen Häfen war man entsetzt über die anhaltende Kälte, in Lissabon trug man noch am 3. und 4. Juni Wintermäntel, vor Madeira zitterten die nach fallenden Geldstücken niedertauchenden nackten Burschen vor Kälte. Die ganze Ueberfahrt über den Ozean vollzog sich unter frischen Winden, mit bedecktem Himmel und häufigem Regen, etwa wie bei einer kühlen Herbstfahrt auf dem Starnberger See. Bei der Aequatortaufe erkälteten sich alle Täuflinge so daß heißer Tee das Hauptgetränk an Bord unter dem Aequator wurde. Dieses ganz ungewöhnliche Wetter wurde allgemein als Folge der Kometennähe erklärt. Die Anziehungskraft des Kometen auf das Wasser sei unter dem Aequator am stärksten. Dadurch entstehe die Bewegung des Wassers, der frische Wind und die starke Wolkenbildung. Bei der Einfahrt in den Amazonenstrom empfing uns Sturm und Gewitter und die Regenperiode hielt noch 700 Kilometer stromaufwärts(bis 22. Juni) an. Die Einwohner erzählten, daß während des Durchgangs der Erde durch den Kometen im ganzen Stromgebiet furchtbare Regenmassen niedergegangen sind und daß in diesem Jahre die Regenperiode fast drei Wochen länger gedauert habe. Aug. Denecke jr. Telephon 247. Breitestrasse 65. Telephon 247. Komplette elektrische Licht- und Kraftanlagen jeder Grösse und jeden Umfangs. Dynamos, Motoren, Telephon, Blitzableiter. Lager in Stark- und Schwachstrom-Artikel. Inschriften-Humor führt im Augustheft von Velhagen& Klasings Monatsheften D.r Hans Berger vor. Unsere modentüchtige Zeit hat die Sitte der Sprüche an den Häusern wieder aufgenommen. An manchen neuen Häusern kann sich der Erbauer gar nicht beruhigen, an jedem Giebel, Erker, Sims steht einer. An Quantität fehlt es nicht; seltener ist, daß der Lesende nicht denkt: es hätte ebensogut wegbleiben können. Und leider wird sehr oft der innere Takt vermißt, die Ueberlegung. Der eine proklamiert in seinem Sprüchlein seine Rechtlichkeit, Arbeitsamkeit, der zweite seine Demut, der dritte seinen Familieninn, seine Liebe zu seiner Frau. Das sind sehr schöne Dinge, aber sie außen an die Villa zu malen,— macht man sich denn gar nicht klar, daß das genau so ist, als wollte man auf der Straße jeden Unbekannten anrempeln:„Sie, ich bin ein guter Kerl, ein edler Gatte, eine Seele von Mensch, darum hab' ich's auch zu was gebracht!“— Ein gut Stück der Verlogenheit der Zeit im allgemeinen schaut dann wieder aus diesen Inschriften heraus, wenn jemand an ein recht überladenes, wichtig tuendes Haus schreibt:„Klein aber mein“. Anderes wieder ist bloß unbedacht, komisch für Leute, die wirklich Humor haben. Zum Beispiel, wenn einer in schreiender Giebelmalerei, vor der Automobile scheu werden können, ansHaus schreibt:„Annas Ruhe". Nach Anna's Ruhe seuft ein kluger Ehemann nicht vor den Leuten. Kurzum, wenn's nicht selbstgefällig ist, so ists banal. Bildung und Produktion von heute bestehen ja wesentlich darin, nichts Echtes und Eigenes zu wagen. Alles ist Wiederholung, Schablone.„Deutsches Haus und deutsches Land, schirm es Gott in starker Hand.“ Das ist eine der beliebtesten Inschriften. Sehr brav. Aber wieder verzettelt sich die Absicht; es sollte doch von dem Hause gesprochen werden, so aber werden heterogene Dinge zusammengeworfen, dafür haben die zwei Zeilen keinen Raum. Auch die älteren Inschriften an Bauern= und Bürgershäusern wollen etwas bekennen. Aber der Unterschied ist der: sie tun es nicht in jener vorhin gekennzeichneten Art. die banal nach Eigenlob riecht. Sie gleichen subjektiven guten Bemerkungen, die jemand im Gespräch unter den Leuten macht, ohne sich etwas zu vergeben. Sie mögen humoristisch, mögen derb, mögen ironisch, sogar selbstironisch sein, der Mann bleibt doch, was er ist. Noch wenn das Bauernselbstgefühl ganz ohne Demut herausschaut, es behält doch Stil. Ich habe dieses Haus gebaut, Weil ich dem alten hab' nimmer g'traut. Doch nicht anders, wie mir's gefällt. Es koste mich doch nur mein eigenes Geld. Wirklich selten entgleist einer, wie das profitliche Männlein in Bergishübel, das sein schlechtes Dach entschuldigen will: Wird mir mein Schwiegervater Geld vorstrecken, Werd' ich das Haus mit Ziegel decken. Auch selten wird einer bloß dummgrob, wie der geärgerte Sohn und Hauserbe in Landeck in Tirol, der im Namen des Erbauers spricht: Dies Haus baut' ich nach meinem Sinn. Da kommt der Tod und rafft mich hin. Wenn der Tod so schmutzig wär' Wie mancher Beamte, So säh' er nicht mager her Und hätt eine größere Wampe. Das sind also vorweg zwei verunglückte. Aber sie sind als rare Ausnahmen herausgelesen unter einer erdrückenden Mehrheit von sehr gesunden und hübschen. Ironisch wollen viele sein, finden jedoch dann allzumeist auch gute Wendungen. Mit Vorliebe richtet sich die Ironie auch gegen den überschrittenen Kostenanschlag, worin sie ja des allgemeinen Verständnisses sicher ist:. Das Bauen ist eine große Lust, Daß es so viel kost, hab i nit gewußt, Behüt uns Gott doch allezeit Vor Maurer und vor Zimmerleut. Gerne verwenden die Gewerke die Hausinschrift und formen sie zu einem Scherz, der nicht bloß der Popularität sicher, sondern manchmal auch ein wirklich hübscher ist. Ich liebe Gott und lass ihn gnädig walten. Drum mach ich neue Hüt’ und färbe auch die alten. (Kitzbichel in Tirol.) Der Herr beschütze Korn und Wein, Der Hagel schlag bloß die Fenster ein. (Ein Glaser in Wittlage.) Die kleinen Diebe hängt man auf, Die großen läßt man laufen, Wär dieses nicht der Welten Lauf, Würd ich mehr Stränge verkaufen. (Straßburger Seilerhaus.) Wenn an jedes lose Maul Ein Schloß müßt angehängt werden. Dann wär die edle Schlosserkunst Die beste Kunst auf Erden. (Schwaben.) Ein Mühlstein und ein Menschenherz Wird stets herumgetrieben, Wenn beides nichts zu mahlen hat, Wird beides selbst zerrieben. Dieser schöne Spruch an einer Mühle stammt aus den Gedichten Logaus. Ueberhaupt, wenn die große Hälfte der Inschriften dieselbe Entstehung wie das Schnadahüpferl hat und ihm verwandt ist, so sind wieder zahlreiche andere aus der Kunstpoesie fortgelaufen. Dabei sind sie allerdings zumeist etwas abgeändert und zurechtgepaßt worden. Besonders viele Sprüche hat die moralisch=schalkhafte Literatur des 16. Jahrhunderts geliefer., die Zeit um Fischart. Der reiche Sentenzenschatz Luthers ist in Mitteldeutschland und Schwaben verwertet worden, begreiflicherweise wenig oder gar nicht im katholischen Franken und in den inschriftenfrohen Alpenländer. Wir geben noch einige nachdenkliche Inschriften, die nicht so sehr literarischer Herkunft, als rein volkstümlich sind: Viel denken schwächt die Glieder, Was hilft es, daß man denkt und dicht't? Das Vergang'ne kommt nicht wieder. Und das Künftige weiß man nicht. Beichten ohne Neu, Lieben ohne Treu, Beten ohne Innigkeit, Sein drei verlor'ne Arbeit. Zwar alle Menschen in der Welt Sollen leben, wie's Gott gefällt. Doch vor allen insonderheit Sollen so leben die Bauersleut. Gottes Gnade, gesunder Leib. Ein warmes Bett, ein frommes Weib. Ein gut Gewissen, viel bares Geld. Das ist das beste auf der Welt. Das Pochen auf dem bäuerlichen Strumpf voll Geld. der das beste oder doch mit vom besten sei, ist allverbreitet und spricht sich gerne in einer anständigen Nichtverschämtheit aus. Aber nicht jeder ist ein reicher Bauer am Ort und möchte doch auch seines Häusels froh sein. Da setzt er denn sein Sprüchlein unverzagt dagegen, ungefähr in dieser Form: Das beste ist wohl auf der Welt:. Der Tod und Teufel nimmt kein Geld. Sonst müßte mancher arme Gsöll Noch für den Reichen in die Höll.—. Darin aber sind alle einig, der Reiche und der sich plagende Viertelshuber: Schreibt der Kaiser eine Steuer aus. Zum ersten kommt sie aufs Bauernhaus. (Kärnten.) Auch andere weltliche Pessimismen drängen sich vor. Ja, sie würden die getrosten Sprüche überwiegen, wäre nicht der starke Halt des Gottvertrauens und der gelassenen Ergebung. Sieh hinter dich, sieh vor dich. Die Welt ist gar wunderlich, Die Freundschaft ist gemein(allgemein). 0014n— Aber die Treue ist gar klein. (Reut im Winkel.) Als die Treue ward geboren, Flog sie in ein Jägerhorn, Der Jäger blies sie in den Wind, Drum man sie so selten fint. (Oberbayern.) Der ist jetzt am besten dran.1 /1 Wer viel lügen und trügen kann. Die Menschenliebe gibt sich überhaupt als eine durch Erfahrung gedämpfte: Behüt' uns Gott vor teurer Zeit, Vor Maurer und Zimmerleut, Vor die Doktor und Apotheker, Vor die Heuchler und Schlecker, 92 5 Vor Advokaten und falschem Geld. So geht es uns gut auf dieser Welt. Es ist dies dem Urspruch nach ein schon mittelalterliches Verslein, welches beginnt:„Gott woll uns behüten vor siebenerlei Lüte“, die dort noch etwas anders ausgewählt werden. So viele Inschriften nun auch ähnlichem Unmut die Zügel schießen lassen, es sind dafür wieder viele andere, die eine gelassene und ausgegliche Ruhe aussprechen wollen. 1#4 Es wünsch mir einer, was er will, So geh ihm Gott zweimal so viel. .:(Verbreitet in Süddeutschland.) Ein jeder hat einen Sparren frei, Wer's nicht glaubt, hat ihrer zwei. Civilstand der Stadt Neuß. Bei Anmeldungen auf dem Standesamte sind Familienbücher eventuell sonstige Personalpapiere vorzulegen, die ärztlichen TotenScheine möglichst gleichzeitig bei Erstattung der Sterbeanzeige. Anträge auf Erlaß des Aufgebots werden an jedem Werktage während der Dienststunden von 9—12 Uhr vormittags und von 3—5 Uhr nachmittags entgegengenommen. Geburten. Am 2. 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Wilhelm Braun, Schlosser, und Adelheid Kautz, beide zu Neuß. — Joseph Dornhausen, Lokomotivheizer, und Christina Tieves, Neuß.— Johann Dewest, Fabrikarbeiter, und Anna Ulrich, beide zu Neuß.— Karl Bölling, Tagelöhner, und Luise zu menn.— Peter Schmitz, Schornsteinfegermeister, und Maria Kraus, beide zu Neuß. Heiraten. Heinrich Grau, Schlosser, zu Neuß, und Katharina Kollenbroich, zu Nievenheim.— Bartolomäus Theis, Rohrleger, zu Neuß, und Cäcilia Markus, zu Weckhoven.— Konstantin Meuter, Maschinengehülfe, und Christine Flör, beide zu Neuß.— Joseph Hähnen, Mühlenarbeiter, und Maria Jacasselino, beide zu Neuß.— Adolf Niethus, Lokomotivheizer, zu Düsseldorf, und Ernestine Karsten, zu Neuß.— Peter Wyrich, Spediteur, und Elisabeth Hartmann, beide zu Neuß.— Alexander Monshausen, KatasterKontrolleur, zu Trier, und Paula Zirkel, zu Neuß. 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Flur H Nummer 328/0.98, Auf'm Sandberg, Acker, 17,03 Are, 2. Sru.,„##, Nummer 320 5—, Sandberg, Acker, 3. Flur H Nummer 327/0.98, daselbst, Acker, 17,02 Are; b) Gemeinde Holzheim: 4. Flur B Nummer 142, Am Mühlen pfädchen, Acker, 10,81 Are, 5. Flur C Nummer 523/160, am Roisdorfer weg, Acker, 13,37 Are, 6. Flur C Nummer 494/165, daselbst, Acker 15,42 Are, und Acker 4,21 Are, 7. Flur D Nummer 240, Holzheim, Hausgarten, 13,80 Are, 8. Flur D Nummer 394/241, daselbst, Hausgarten, 8,36 Are, 9. Flur D Nummer 395/242, daselbst, Hofraum, 3,94 Are, 10. Flur B. Nummer 279/150, Selikumerweg, Acker, 49,90 Are, 11. Flur C. Nummer 692/153, Roisdorferweg, Acker, 20,68 Are, 12. Fkur 5 Ncummer 387/1932c., am Mühlenpfädchen, Acker, 18,05 Are, 25,83 Are, 56,40 und Oedland, 3,47 Are, aufstehenderr, Wohnhause und allem 9— Hup-l-* zu Neußerfurth. Am Mittwoch, den 31. Auaust 1910, nachmittags 3 Uhr, in der Wirtschaft von Conrad Schmalbach zu Neusserfurth lassen die Erben der Eheleute Johann Peter Schäfer und Elisabeth geborene Schilberg aus Kaarsterbrücke teilungshalber auf Zahlungstermine öffentlich durch den Unterzeichneten versteigern: 1. 8 Baustellen am Kommunalweg nach Kaarst, neber Kloeren und Menzen. Jede Baustelle hat 17 Meter Straßenfront und 65 Meter Tiefe. 2. Das zu Kaarsterbrücke am Kommunalweg nach Broicherseite gelegene Wohnhaus bezeichnet mit der Hausnummer 49 nebst Hofraum und Garten, groß 16,65 Ar.ssrs 9 3. 3 Baustellen am Kommunalweg nach Broicherseite, neben dem vorbezeichneten Wohnhause und Franz Prosch. Jede Baustelle hat eine Straßenfront von 17,30 Meter und eine Tiefe von 126 Meter. Lageplan ist bei dem Unterzeichneten einzusehen. Das Ganze liegt in unmittelbarer Nähe einer Haltestelle der im Bau begriffenen elektrischen Bahn zwischen Neuß und Neußerfurth. 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