Orscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Preis vierteljährlich einschl. der tägl. Beilage„Bunte Blätter“. in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bez. 1,65 Mk., mit illustr. Unterhaltungsblatt 1,80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Amtliches Kreisblatt Druck und Verlag: Rob. Rout, Neuß. Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene Petitzeile oder deren Raum, auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum. Verantwortlich für den Anzeigenteil! Josef Wyrich, Neuß. Expedition: Neuß, Neustr. 1. Tel. 57. Nr. 109. 1. Blatt. Dolitische Nacbrichten. Deutschland. — Vom Deutschen Kriegerbund. Die Stärke des die norddeutschen Bundesstaaten und Elsaß=Lothringen umfassenden Deutschen Kriegerbundes betrug, nach dem 33. Geschäftsbericht des Bundes, am 1. Januar 1908: 18 437 Vereine mit 1593 863 Mitgliedern; am 1. Januar 1909: 19 110 Vereine mit 1658 625 Mitgliedern; am 1. Januar 1910: 19717 Vereine mit 1691 862 Mitgliedern. Von den Mitgliedern waren, soweit dieses durch die Veteranenstatistik festgestellt werden konnte, 241 609 Veteranen= 14,3 v. H. Lehrertagungen. 14. Generalversammlung des kath. Lehrerverbandes und des Weltverbandes. Bochum, 16. Mai. An der ersten Vertreterversammlung des Verbandes der katholischen Lehrer Deutschlands und des Weltverbandes nahmen unter Vorsitz von Brück=Bochum 78 Abgeordnete der Provinzialvereine aus allen Teilen Deutschlands teil, außerdem Vertreter der katholischen Lehrervereine aus Oesterreich, Holland und Luxemburg. Aus England war eine Vertretung aus Anlaß des Tode des englischen Königs nicht erschienen. Die Engländer haben aber erklären lassen, daß die Gründung eines Weltbundes lebhaft begrüßen. Die Versammlung trat sofort in die Beratung der Anträge ein. Zuerst behandelte man die Sache des Jugendschutzes. Der Antrag Mülheim a. d. Ruhr: Dringende Empfehlung der Schutzvereine für die schulentlassene männliche Jugend, wurde unter lebhafter Zustimmung angenommen. Da, wo derartige Vereine nicht bestehen, will man die interkonfessionellen Männervereine zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit tatkräftig unterstützen. Die Herausgabe eines Flugblattes gegen die Schundliteratur für die Schuljugend wurde empfohlen. Der Vorsitzende Brück erstattete hierauf den Geschäftsbericht über die letzten zwei Jahre. In Eingaben an die deutschen Regierungen wies der geschäftsführende Ausschuß auf die Gefahren der Jugend durch den Schmutz in Wort und Bild hin. Weiter befaßte sich der geschäftsführende Ausschuß mit der Einführung der Jugendgerichtshöfe. Es wird gewünscht, die Heranziehung von Lehrer und Lehrerinnen als Beistand zu den Jugendgerichtshöfen, dessen Vorsitzender am besten der Vormundschaftsrichter sei. Betreffs des Anschlusses der katholischen Lehrervereine Oldenburgs, Sachsens und Hessens an den katholischen Lehrerverband sind Verhandlungen im Gange. Dem neu zu grundenden Weltverbande karholischer Lehrer und Erzieher sind bisher beigetreten der katholische Lehrerverband Deutschlands, Oesterreichs; der Schweiz, Hollands, Frankreichs, Englands und Schottlands, Belgiens sowie der kath. Lehrerinnenverein Deutschlands. Der Vertreter des Badischen Lehrervereins Strobei= Karlsruhe bedauert, daß eine Gegenerklärung seitens des katholischen Lehrerverbandes zu der Erklärung des deutschen Lehrervereins im Streite der elsaß= lothrinaischen Bischöfe mit dem deutschen Lehrerverein nicht erfolgt sei. Der Vorsitzende erklärte, daß der geschäftsführende Ausschuß eine Erklärung in der Sache entworfen, deren Veröffentlichung aber von manchen Zweigvereinen nicht für opportun gehalten wurde. Nach dem Kassenbericht beträgt das Gesamtvermögen des Verbandes 19000 M. Langenvera= Köln begründete eine gegen die Angriffe zu den Leistungen d schullehrer aus akademischen Kreisen. Die Art Weise dieser Angriffe richte sich gegen die seminaristisch Entschließung er Mittelund gebildeten Lehrer, denen insbesondere Mangel an gründlicher Bildung zur Erteilung von Unterricht an Mittelschulen und höheren Schulen vorgeworfen werde. Die Entschließung, welche einmütig angenommen wurde, bat folgenden Wortlaut: „Die sorgfältige pädagogische Vorbildung seminarisch gebildeter Lehrer befähigt sie, auch in denjenigen Hauptfächern der höheren Lehranstalten mit vollem Erfolge zu unterrichten, in welchen sie die notwendigen Kenntnisse durch ihre Studien erworben und durch die entsprechenden Prüfungen nachgewiesen haben. Auch die bisherigen Erfahrungen beweisen, daß die Leistungen solcher Lehrer durchaus nicht als minderwertig zu betrachten.“ Gymnasialdirektor Dr. Schwarz=Bochum wandte ein, daß die in den Angriffen bemängelte Bewertung der Leistungsfähigkeit der Mittelschullehrer keineswegs von dem gesamten Oberlehrerstand gebildet werde. An den Kaiser, Papst sowie den Kultusminister wurden Huldigungs= und Begrüßungs=Telegramme abgesandt, Deutscher Turnlehrertag. * Darmstadt, 14. Mai. In der Versammlung des Deutschen Turnlehrertages sprach heute an erster Stelle Oberturnlehrer Echternach=Hagen i. W. über das Orthopädische Schulturne n. Bei dem während der Schulzeit häufigen, fast beängstigenden Auftreten der gewohnheitsmäßigen Holtungsfehler, die nach und nach zum Schiefwuchs mit deutlich wahrnehmbaren anatomischen Veränderungen des normalen Rumpfskeletts führen, muß die Schule mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln den Kampf gegen dieses Uebel durch eine planmäßige Tätigkeit aufnehmen. Die Vereinigung der mit einem körperlichen Fehler behafteten Kinder in besonderen Klassen mit besonderem Unterricht, besonderer Ernährung und Behandlung muß vorläufig als ein in weiter Ferne liegendes Ideal bezeichnet werden. Die in erster Linie in Betracht kommende Behandlung durch den orthovädischen Spezialarzt in einer besonderen Anstalt ist mit großen Kosten verknüpft und Mittwoch. 18. Mai(Liborius, Quat.“.) kann deshalb nur den Kindern vermögender Eltern zugute kommen. Das beste Mittel ist: Das Turnen in Sonderabteilungen. Dieses orthopädische Schulturnen hat sich bestens bewährt. An dem orthopädischen Schulturnen dürften nur die Kinder mit schwachen Rückenmuskeln, schlechter Haltung und den leichtesten Formen von Verkrümmungen der Wirbelsäule teilnehmen. Die Ausbildung der Lehrkräfte für das orthopädische Schulturnen erfolgt am zweckmäßigsten durch die gemeinsame Arbeit eines Spezialarztes mit einem geeigneten Turnfachmann. Ein besonderer Erfolg hat sich da gezeigt, wo die Eltern mit ihren Kindern zu Hause einfache Uebungen nach Anweisung vornahmen und nach entsprechender Anleitung regelmäßig die Rückenmassage ausübten. An der Besprechung beteiligten sich eine Reihe Aerzte, Hierauf behandelte Seminarlehrer Kunath=Bremen die Verbandsaufgabe des Deutschen Turnlehrer=Verein:„In wie weit bedürfen volkstümliche Uebungen, Spiele und Wanderungen für die körperliche Erziehung der weiblichen Jugend der Berücksichtigung?“ Mittel zur körperlichen Erziehung der weiblichen Jugend in der Schule sind Turnen und zwar Freiübungen, Uebungen mit Handgeräten, Geräteübungen und volkstümliche Uebungen, ferner Spielen, Wandern, Schwimmen und Eislaufen. Für das Turnen und Spiel ist eine besondere Kleidung der Mädchen erforderlich. Von den volkstümlichen Uebungen sind nur solche Uebungen zu wählen, die der Eigenart der Mädchen entsprechen, und zwar am zweckmäßigsten: Hoch= und Weitspringen, Laufen, Ballwerfen, und die einfachsten Formen des Ziehens und Schiebens. Der nächste Turnlehrertag findet 1914 in Breslau statt. Am Morgen waren die Vertreter des Preußischen Turnlehrervereins zusammengetreten und hatten beschlossen, einen preußischen Landesverbano zu gründen. Zum Vorsitzenden wurde Turnlehrer Rossow= Berlin(Steglitz) gewählt. Von den etwa 3000 preußischen Turnlehrern traten dem neuen Verbande bereits 1800 korporativ bei. 35. Hauptversammlung des Vereins kathol. Deutscher Lehrerinnen. * K o b l e n z, 1 6. M a i. D i e J u b i l ä u m s t a g u n g, d e r e n V e r sammlungen und festliche Veranstaltungen in der städtischen Festhalle abgehalten werden, setzte heute Nachmittag 4 Uhr mit ernster Arbeit ein. Dem eigentlichen Begrüßungsabend ging die erste geschlossene Mitglieder=, und Delegierten= Versammlung voran. Frl. P. Herber, erste Vorsitzende, begrüßte mit herzlichen Worten die Erschienenen, darunter 198 Delegierte. Aus dem von Frl. Schaust(Camp) erstatteten Jahresbericht entnehmen wir folgende Angaben: Die Mitgliederzahl ist von 10 636 auf 11 166 gestiegen. Die Bezirksverbände, deren es im letzten Vereinsjahr 86 waren. sind auf 93 angewachsen. In regelmäßigen Versammlungen fanden 690(82 mehr als im Vorjahr) mit 677 Vorträgen statt. Es bildeten sich im abgelaufenen Jahr ein Ausschuß für Volksschulangelegenheiten und Vorbildung der Lehrerinnen, eine Kommission für die technischen Fächer und eine Fortbildungskommission. Dem Kultusministerium wurde eine Petition bezüglich der ungunstigen Staffelung der Ortszulagen und um Verbesserung der Lehrerinnen= Ruheghälter unterbreitet, ebenso betreffs desAufklärungsunter“ richts und verwandter Fragen. Dem Rheinischen Provinzialrat legte der Vorstand ein Gesuch wegen Festsetzung der Mietsentschädigungen vor. Im Herbst 1909 veranstaltete die Zentrale zwei stark besuchte Kurse in Boppard, einen pädagogisch wissenschaftlichen und einen sozialen Unterrichts= und Uebungskursus. Die Vorträge des letzteren Kursus wurden in Verbindung mit früheren in ein Buch mit dem Titel Muttererziehung durch Frauenarbeit vereinigt. Die auf der Versammlung der Abteilung für höhere Mädchenbildung in Koblenz aufgestellten Leitsätze wurden zu einer Denkschrift bearbeitet, die sämtlichen Mitgliedern des Abgeordnetenhauses zugeschickt wurde. Der neugegründete Oberlehrerinnen=Verein schloß sich der Abteilung an. Die Krankenkasse zahlte 8687 A an Krankengeld. An Unterstützungen wurden 12 750 A ausgezahlt. Das Gesamtvermögen stieg von 752606 auf 863 113 A. Aus den Hülfsfonds wurden 912 M an außerordentlichen Unterstützungen gezahlt. Das Vereinshaus in Boppard, das Liboriushaus in Pyrmont und das Elisabethheim in Paris erfreute sich besten Erfolges. Die Stellenvermittelung in Münster vermittelte 107 Stellen. Dem Ausschuß für Jugendfürsorge ist die Anregung zu Eltern= und Mütterabenden zu danken. Die Mäßigkeitsabteilung hielt 4 Sitzungen ab. Die Kommission für Literaturpflege ließ 40000 Verzeichnisse guter Jugendschriften verbreiten. Die Jugendbücherei zählt 9 Bändchen. Der Reiseadressennachweis wurde durch einen Nachtrag zur dritten Auflage ergänzt. Die Rechtsauskunftsstelle erledigte 15 Rechtsfragen. *!" Johannisthal, 16. Mai. Bei den heutigen Flügen gewann de Caters, der die drei erforderlichen Runden in 9 Minuten 15 Sekunden zurücklegte, den Frühpreis, zweiter yurde Frey. Die übrigen Versuche blieben ergebnislos, Jeannin wurde bei dem Versuch, gegen den Wind anzukämpfen, heftia zu Boden geworfen, sein Apparat wurde sehr beschädigt, er selber blieb unverletzt. *!* München, 16. Mai. Der Flieger Henry Weiß aus Paris, der hier eine Reihe erfolgreicher Flüge gemakt hat, unternahm gestern mit einem fremden Flugzeug einen Probeflug, stürzte jedoch aus einer Höhe von 30 Meter ab. Der Apparat wurde zerstört. Weiß selbst blieb unverletzt. Später versuchte er mit einem andern Apparat zu fliegen, rannte aber gegen eine Schranke, wobei das Flugzeug beschädigt wurde. Heute Nachmittag stürzte Weiß wiederum aus beträchtlicher Höhe herab. Der Apparat wurde stark beschädigt, Weiß blieb wieder unverletzt. 1910. 85. Jahrg. Paris, 17. Mai. Der Flieger Roget Sommer teilte den Blättern mit, er habe mit seinem Zweidecker einen Ueberlandflug von Mouzon nach Charleville und zurück unternommen. Er habe dabei zweimal die Stadt Sedan überflogen. Die ganze 80 Kilometer lange Strecke habe er in einer Stunde zehn Minuten zurückgelegt. *!* Petersburg, 14, Mai. Bei den heutigen Flugvorführungen stürzte das Flugzeug des deutschen Fliegers Wincziers, der wegen Versagens des Motors dicht vor den Tribünen wenden mußte, um das Publikum nicht zu gefährden, zur Erde und wurde beschädigt. Auch die Flugapparate des Russen Popow und der Baronin Laroche wurden beschädigt. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Im weiteren Verlaufe wurde der Blériotapparat des Franzosen Morand durch einen Windstoß zur Erde getrieben und fügte zwei Preisrich= tern leichte Verletzungen zu. Der Apparat wurde beschädigt. ** Petersburg, 16. Mai. Der Kaiser besuchte heute in Begleitung der Großherzogin Anastasia von MecklenburgSchwerin, der Prinzessin Heinrich und anderer Fürstlichkeiten die Flugveranstaltungen. Der Kaiser besichtigte mit großem Interesse die Apparate und unterhielt sich mit den Aviatikern. Sodann betrachtete er von der Loge aus einige wohlgelungene Von Nah und fern. = Schiefbahn, 17. Mai. Der„Tourenklub“ zu Schiefbahn beteiligte sich am Pfingstsonntag an dem vom Radler= verein„Rheingold“ in Köln veranstalteten Radfahrerfest. Der in Sportskreisen schon lange gut bekannte Verein erhielt die ersten Preise im Korso, beim Schulreigenfahren und beim Meisterschaftsfahren. Die zweite Mannschaft des Vereins errang im Kunstreigenfahren ebenfalls den ersten, die zweite Mannschaft beim Schulreigen denselben Preis Der Verein wurde vom Vorsitzenden des Konsulats Köln der Deutschen Radfahrerunion als Meisterschafts=Reigen=Klub Westdeutschlands für 1910 ausgerufen. Der Verein besitzt jetzt drei Meisterschaften im Kunstreigenfahren. * Krefeld, 17. Mai. In vergangener Nacht entstand auf dem Bauerngut des Herrn Eckens Feuer, das einen bedrohlichen Charakter annahm. Die Feuerwehr hatte eine vierstündige Arbeit zu verrichten, um das Feuer von den Hauptgebäulichkeiten abzühalten. Eine große mit Heu und Stroh gefüllte Scheune wurde gänzlich eingeäschert.— Die Eheleute Karl Neumeyer, die im Korneliusstift. untergebracht sind, feiern heute das Fest ihrer diamantenen Hochzeir.— Die Freie Anstreicher= Innung hat in ihrer Hauptversammlung mit zwei Dritteln Stimmen Mehrheit den korporativen Beitritt zum Hansabund beschlossen. * Dülken, 16. Mai. Das noch nicht drei Jahre alte Söhnchen des Lithographen Schmitz lief aus einer Seitenstraße über die Schienen der elektrischen Bahn: als ein Wagen heranbrauste. Obschon der Führer sofort bremste, ram das Kind unter den Wagen. Das herbeigeeilte Publikum hob den Wagen in die Höhe und sah, laut Niederrh. V.=Ztg., einen gräßlich verstümmelten Körper * Heißen, 16. Mai.(Amtliche Meldung.) Heute Abend um 9 Uhr 30 Min. versuchte eine Frau mit einem etwa einjährigen Kinde den in der Abfahrt begriffenen Personenzug zu besteigen. Hierbei fiel die Frau unter den Zua und wurde getotet: das Kind ist schwer verletzt. Die Feststellung der Persönlichkeit ist bis jetzt nicht möglich gewesen. * Straelen, 17. Mai. Der Ackerer Peter Heyer wurde am Pfinasttage in einem Gebüsch vor der Stadt erhangt aufgefunden. Er soll in letzter Zeit schwermütig gewesen sein. * Bochum, 16. Mai. Wie aus Gelsenkirchen gemeldet wird, ist auf Schacht 1 und 2 der Zeche Hibernia die achte Sohle ersoffen. Die Sümpfungsarbeiten sind in Angriff genommen worden. 8 * Bochum, 17. Mai. Auf dem Hofe eines Landwirts in Günningfeld bei Wattenscheid waren zwei Knechte zur Feststellung des Wasserstandes in einen Brunnen gestiegen. Sie wurden von Gasen überrascht und mußten mit Haken herausgeholt werden. Der eine, der 15 Jahr alt war, war sofort tot. der andere starb auf dem Wege zum Krankenbause. * Bonn, 16. Mai. Die am Donnerstag mit einem Kaufmann aus Gelsenkirchen verheiratete 26jährige Tochter des hiesigen Metzgermeisters Samuel geriet auf ihrer zeitsreise in einem Brüsseler Hotel in den Fahrstuhlschacht * Saarbrücken, 17. Mai. Durch einen Mädchenhändler sind dieser Tage die beiden 20 und 17 Jahre alten Geschwister Wolff verschleppt worden. Als„Onkel aus Amerika“ führte der Mädchenhändler sich bei der Familie Wolff ein und wußte sie zu bestimmen, ihm die beiden Mädchen mitzugeben, da er in Amerika für sie sorgen wolle. Wohin der Entführer mit den Mädchen gewandt hat, weiß man nicht * Trier, 17. Mai. In Lonquich an der Mosel ist in der verflossenen Nacht nach einem Wirtshausstreit der 20 Jahre alte Bäcker Siewen erstochen worden; dreis andere Leute aus Longuich wurden schwer verletzt. Als der Tat verdächtig wurden fünf Burschen, darunter ein Musketier, der sich in Longuich auf Urlaub befand. verhaftet. * Selters(Westerwald), 16. Mai. Nachdem der Gastwirt Meuer, Kassierer der hiesigen Darlehnskasse und Unterverbandsleiter im Raiffeisenverbande, verhaftet worden ist, haben die Feststellungen einen Kassenfehlbetrag von ungefähr 90000 A ergeben. Diesen wollen der bisherige Rechner, die Verwaltungsmitglieder und der Verein übernehmen. Die Verluste sind hauptsächlich durch leichtfertiges Kreditgewähren und verwickelte Wechselgeschäfte entstanden. * Usingen, 16. Mai. Gestern Mittag ging über unserer. Gegend ein schweres ¾ stündiges Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen und starkem Hagelschlag nieder. Die haselnus großen Schlossen bedeckten den Boden etwa 5 Zentimeter hoch und haben in Feld und Garten, besonders don Obstbäumen erheblichen Schaden zugefügt. .“ Eisleben, 17. Mai. Kurz nüch 9,.30 Uhr gestern Abend entgleiste ein Durchgangsgüterzug mit der Lokomotive und 25 Wagen zwischen Eisleben und Völpke infolge Unterspütung durch den wolkenbruchartigen Regen. Beide Gleise sind bis auf weiteres gesperrt. Reisende nach Völpt., Offleben und Schoningen werden über Helmstedt befördert. Zwei Schaffner wurden verletzt. 6 * Snandan. 17. Mai. Gestern Abend gegen ½10 Uhr kam der vollbesetzte Damvfer der Dampfergesellschaft Stern, Leopold von Ranke, von Potsdam die Havel herauf vor die Lehrter Eisenbahnbrücke in Spandau. Durch das Unwetter waren wahrscheinlich die Signallampen der Brücke nicht in Ordnung; in dem Glauben, die Brücke sei offen, steuerte der Steuermann das Schiff in langfamer Fahrt durch die Brücke. Er bemerkte zu spät, daß diese geschlossen war. Bei dem Zusammenprall wurde der Schornstein heruntergeschlagen und das Rohr der Dampfpfeife beschädigt. Der ausströmende Dampf rief eine furchtbare Erregung auf dem Schiffe hervor, da das Publikum glaubte, es habe eine Kesselexplosion stattgefunden. Das Sonnenzelt wurde teilweise herabgerissen Männer und Frauen schrien um Hilfe, so daß von allen Seiten Rolizei und andere Leute herzukamen, die die verzweifelten Menschen aus dem Dampfer herausholten. Einzelne Personen namentlich Männer, waren bereits über Bord gesprungen und von den in der Nähe liegenden Dampfern aufgelesen Nach Angaben der Dampfergesellschaft sind weder Verletzungen sahwerer Art noch Menschenleben zu beklagen. einzelne Frauen haben einen Nervenchok erlitten. Nach ungefähr zweistündiger Arbeit waren sämtliche Personen durch Boote oder über die Eisenbahnbrücke aus dem Dampfer herausgeholt, der dann mit Wasser gefüllt werden mußte, um ihn unter der Brücke fortzubekommen. 8 19410 ..* Zwickau, 17. Mal. Bei der Station Adorf im Vogtland fuhr gestern Nachmittag 3.45 Uhr der D=Zug Leipzig—Eger infolge ralscher Weichenstellung auf eine auf einem Nebengleise stehende Wagengruppe auf. Neun Wagen wurden zerrrummert. Personen wurden nicht verletzt Da die Station sich im Umbau befindet, fuhr der Zug mit verminderter Geschwindigkeit, so daß größerer Schaden vermieden wurde. Der D=Zug konnte mit 57 Minuten Verspätung seine Fahrt fortsetzen. * Königsberg. 17. Mai. Auf dem Frischen Haff kenterte am Sonntag ein Segelboot, wobei die Frau des Kaufmanns Ploch aus Königsberg ertrank. Ploch selbst wurde von Fischern gerettet und in bedenklichem Zustande in das Krankenhaus von Fischhausen gebracht. * Paris, 17. Mai. Im Krankenhaus zu Bizetre wurde ein Wärter namens Martin bei einem in seinem Schlafzimmer unternommenen Versuch, eine Bombe mit einem angeblich von ihm erfundenen Sprengstoff zu laden, durch die Explosion des Sprenastoffes getotet, ein anderer Wärter namens „Duette, er ihm bei dem Experiment half, erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Der Halley'sche Komet. #chr einmal Sternschnuppen!? Der frühere Direktor der Berliner Sternwarte, Geheimrat Förster, schrieb an ein Mitglied der Haller Universität, die Erde werde nach den sichersten Beobachtungen in der Nacht vom 18. zum 19. Mai gegen 4 Uhr morgens durch die Phase der größten Annäherung an den verlängerten Radiusvektor des Halleyschen Kometen gehen Schweiferscheinungen würden nur aus Glühwirkungen hervorgehen. Nicht einmal Sternschnuppen seien zu erwarten, sondern nur Wirkungen verstärkter Art von Kathodenemanationen. Es würde höchstens stärkere Gewittererscheinungen, sehr wahrscheinlich aber in unserer Erdgegend nur helles Nordlicht und Störungen des Telegraphendienstes geben = Vor der Kometennacht. An die Leser, welche sich fern von den raucherfüllten und lichtdurchstrahlten Großstädten auf dem Lande, zumal im Gebirge aufhalten. richten die Freunde der Astronomie die Bitte, auf erwaige Sternschnuppenoder Polarlicht=Erscheinungen sorgfältig zu achten und was sie an außergewöhnlichen Vorgängen bemerken sollten, tunlichst bald der Vereinigung von Freunden der Astronomie und kosmischen Physik(Adresse des Schriftführers: Münster Westfalen, Nordstraße 47) mitzuteilen. Wer Nordlichter beobachten will, achte noch auf folgendes: es ist möglich, daß die Dämmerung die sogenannte Corona des Nordlichts tief im Nordnordwesten auslöschen oder sich mit ihr vermengen wird. Einzelne Strahlen jedoch. die aus dieser Corona aufschießen, werden sich zweifellos gegebenenfalls gut beobachten lassen. Solche Strahlen gehen zuweilen über das Zenit hinaus bis zu einem Punkte, der hoch über dem ostsüdöstlichen Horizonte liegt: hier vereinigen sie sich zu einem hellen, manchmal farbigen Fleck. Da seit einigen Tagen eine sehr große Gruppe von Sonnenflecken der Erde zugewandt ist liegt noch eine Ursache für stärkere Polarlichter vor. Außerdem achte man auf die allgemeine Erhellung des Himmelsgrundes und die etwaige Möglichkeit, mitten in der Nacht ohne künstliches Licht zu lesen. Zuletzt konnte das in den Nächten vom 30. Juni bis 2. Juli 1908 beim Schimmer derleuchtenden Nachtwolken geschehen, wie solcher möglicherweise auch in der Nacht des Schweifdurchganges auftreten wird. Der Komet selbst wird in den allernächsten Tagen am westlichen Himmel als Abendgestirn sichtbar werden womit ein lang gehegter Wunsch vieler Freunde der Sternenwelt erfüllt wird, denen die frühe Morgenstunde nicht zusagte. Sicherlich am Freitag, vielleicht schon am Donnerstag, ist er im Dämmerlicht des Abends zu sehen, und in den ersten Tagen danach verspätet sich sein Untergang täglich um etwa 50 Minuten. Die Gelehrten sind sich nicht einig! Nach den Berechnungen der Kieler Sternwarte besitzt der Schweif des Kometen eine solche Länge, daß die Erde durch ihn hindurch gehen muß. Es ist jedoch nicht anzunehmen, daß in dem Schweif so große Mengen von Blausäure vorhanden sind, daß eine von verschiedenen Seiten befürchtete Katastrophe eintreten wird. Der Direktor des römischen Observatoriums Professor Millosevich erklärt, nach den Berechnungen der Sternwarten in Rom und Padua werde der Kometenschweif die Erde nicht berühren. Köln, 17. Mai. Dem Berl. Tageblatt wird gemeldet: Die Bewohner Kölns werden in der Nacht zum Mittwoch den Weltuntergang mit Karmevalsfestlichkeiten erwarten: die Polizeidirektion gibt die Nacht für Vergnügungen aller Art frei; es dürfen, wie zur Karnevalszeit, Schauund Tanzbelustigungen veranstaltet werden. Eins der vornehmsten Konzertlokale, die Flora, kündigt die Veranstaltung eines Kometenfestes an, das mit einer Henkersmahlzeit beginnt und mit einem Ball und einem Abschiedstrunk schließt. Nachdem der Untergang überstanden, beginnt die zweite Abteilung mit dem gemeinsam zu singenden Karnevalsliede:„Et hätt noch immer goot gegange“. Ein großes Weinrestaurant, das morgen neu eröffnet wird, führt den Titel„Zum Kometen“. und hat einen Geschäftsführer namens Halley. h. Die Kometenfurcht! Aus Rom wird heute gemeldet: In Treviso beging ein Hauseigentümer aus Furcht vor dem Kometen Selbstmord. indem er sich in einen Brunnen stürzte.%554 In Udine tötete ein Mann mit einer Art seine Frau und erhängte sich, um den„Weltuntergang“ nicht mitmachen zu müssen. 11622 Sport=Nachrichten. * Berlin=Karlshorst, 17. Mai. Siebzehnte Berliner Internationale Steeple= Chase. Ehrenpreis dem siegenden Reiter und garantiert 31000 A. Handicap. Herren=Reiten. Distanz 5000 Meter. 1. Lt. Stahlknechts Lootse, 2. H. Heinsius und R. Kieperts Tu mir nix, 3. K. von Tepper=Laskis Vitellius. Tot.: 162, 43, 22, 16:10. Sehr sicher gewonnen. Elf Pferde liefen. Neu hinzutretenden Abonnenten wird die„Neutzer Zeitung““ ## bis izum Schlusse des Monats Mai gratis sins=Haus gebracht. Lokale Nacbrichten. Neuß, 18. Mai. X Der Personenzug 233 Köln=Kempen verkehrt vom 20. Mai 1910 ab ab Neuß nach folgendem verändertem Plan: Neuß ab 8.58, Osterath 9.08 bis 9.09, Krefeld=Oppum 9.18 bis 9.19, Krefeld an 9.24 und weiter wie bisher. Hierdurch wird der Anschluß an den 8.54 in Neu eintreffenden Zug 428 von Düsseldorf hergestellt. —“ Deutscher Werkmeisterverband. In den Pfingsttagen fand in Hannover ein außerordentlicher Delegiertentag des 52000 Mitglieder zählenden Deutschen Werkmeister= Verbandes statt. Beschlossen wwurde nach mehrstündiger Beratung die im vorigen Jahre abgelehnte Errichtung einer Stellenlosen= Unterstützungskasse diesmal mit 36 gegen 18 Stimmen, und zwar vom 1. Oktober 1910 ab. Zur Kostendeckung wurde die Erhöhung des Verbandsbeitrages um 30 Pfennig monatlich beschlossen. Die Festsetzung von Höhe und Dauer der„Unterstützung für Stellenlose, sowie der GeschäftsOrdnung der Kasse wurde der Ostern 1911 in Straßburg tagenden ordentlichen Delegiertenversammlung vorbehalten. Hierauf folgte die einstimmige Annahme einer Resolution zum Arbeitskammer= Gesetz mit der Tendenz, alle Arbeitnehmer ohne Rücksicht auf Beruf und Stellung einzubeziehen. Zu der für den Herbst regierungsseitig versprochenen Pensionskasse für die Privatangestellten wurde eine Entschließung angenommen, dahingehend, daß die Berücksichtigung der Angestellten in höherem Lebensalter durch entsprechende Uebergangsbestimmungen und eine ausreichende Hinterbliebenenversorgung verlangt wird. In einer weiteren Resolution wird sodann die Ausdehnung der Reichsversicherung(Kranken=, Unfall=, Alters= und Invaliden= Versicherung) durch Streichung der Gehaltsgrenze und Aufsetzung höherer Lohnklassen unter Berücksichtigung der jetzigen Verhältnisse der Privatangestellten erbeten. — In einem Aufruf an die rheinischen Männergesangvereine, den der„Rheinische Sängerbund“ erläßt, ergeht die Einladung zur Teilnahme an einer für Sonntag, d. 29. Mai ds. Is., nachmittags 4 Uhr in Köln in den Räumen des Gürzenichs stattfindenden Versammlung, von der wir schon berichteten. Die Tages=Ordnung lautet: 1 Gesangs=Vorträge der Kölner Bundesvereine unter Leitung des Herrn Musikdirektors Peter Haas.(a) Bundesgruß von Alb. Mettfessel. b) Das deutsche Lied von Kalliwoda). 2. Begrüßung der Ehrengäste und Sänger durch den Vorsitzenden des Rhein. Sängerbundes, Herrn Louis von Othegraven. 3. Ansprache des Herrn Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Exzellenz von Schorlemer=Lieser. 4. Vortrag des Vorsitzenden des Deutschen Sängerbundes, Herrn Rechtsanwalt List aus Reutlingen über„Aufgaben, Zwecke und Ziele des Deutschen Sängerbundes". 5. Schlußwort. 6. Dankgebet mit Orgelbegleitung von Kremser.(Orgelbegleitung: Herr Kgl. Musikdirektor Arnold Krögel) Abends 8 Uhr: Zwangloser Bier= Kommers im großen Saale der Bürgergesellschaft(Eingang Appellhofplax). = Dreißig Jahre in einem Geschäft tätig ist heute der Kutscher, Herr Peter Engels. Die Hauderei Graefe Naufolger erfreut sich dieses treuen Gehülfen. —“ Vom Wetter. Höchste Temveratur am gestrigen Tage 22 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 10 Grad über Null, heute Morgen 14 Grad über Null. Barometer unverändert. Wind westlich. Letzte Nacbrichten und Telegramme der„Neußer Zeitung“. Der Deutsche Lehrerverein an den Kaiser. Straßburg. 17. Mai. Die Hauptversammlung des Deutschen Lehrervereins sandte folgendes Huldigungstelearamm an den Kaiser ab:„Eurer Majestät sendet die in Straßburg tagende deutsche Lehrerversammlung einen ehrfurchtsvollen Huldigungsgruß. 4000 an der Versammlung teilnehmende Volksschullehrer, darunter weit über 1000 aus den Reichslanden, die durch ihren kürzlich erfolgten Uebertritt zum Deutschen Lehrerverein bekundet haben, daß sie mit der gesamten Bolksschullehrerschaft des Deutschen Reiches gemeinsam an der Förderung der nationalen Volksschule arbeiten wollen, erneuern vor Eurer Majestät das Gelöbnis, allezeit fest und treu stehen zu wollen zu Kaiser und Reich.“ König Eduards Aufbahrung. London, 17. Mai. Von 3—4 Uhr nachmittags herrschte in der Westminster Hall feierliches Schweigen. Der Sarg ruht auf dem Katafalk unter einer reich verbrämten Atlasdecke. An seinen vier Ecken stehen königliche Leibgardisten, die Hellebarde in der Hand. Zu Häupten der Bahre haben vier Gentlemens at Arms Aufstellung genommen. Zu beiden Seiten des Sarges halten zwei Offiziere der Grenadiergarde mit gezogenen Säbeln die Wacht. Zu Füßen steht ein Offizier des indischen Ghurka=Regiments, das des verewigten Königs EingeborenenLeibregiment war. Am Kopfende des Sarges brennen in vier Kandelabern 16 hohe Kerzen. Nur ein einziger Lorbeerkranz schmückt den Sarg, sonst ist von Blumen nur der prächtige Kranz des Deutschen Kaisers zurückgeblieben. Von 4 Uhr an begann der Vorübergang des Publikums, das reihenweise zu je vier und vier zugelassen wird. Gegen 3 Uhr standen mindestens 30000 Menschen wartend vor der Halle und noch viel mehr standen bei der Westminster Abtei, auf der WestminsterBrücke und am Themse=Quai. Aachen, 17. Mai. Aus dem Tresor der Aachen=Münchener Feuerversicherungs= Gesellschaft sind während der Pfingsttage 43 860“C entwenset worden. Ran glaubt, daß die Diebe, die mit den modernsten Apparaten gearbeitet haben, Ausländer sind, und vermutet, daß auch die letzthin hier an andern Stellen vorgekommenen Einbrüche dieselben Urheber haben. Die Täter sind in das durch eine eiserneTür und schwere eiserne Fenstergitter geschützte Kassenzimmer, das zu betreten fast unmöglich schien, eingedrungen; sie haben den Geldschrank aufgebrochen und sind dann, ohne eine sonstige Spur zu hinterlassen, wahrscheinlich über die Grenze verschwunden. Bei der von der Aachen= Münchener Gesellschaft eingeführten Einbruchsdiebstahl Versicherung hatte sich die Gesellschaft auch selbst versichert und rückversichert, so daß der Verlust schlimmstenfalls sich auf 16000 A beläuft. Halver, 17. Mai. Bei dem heftigen Gewitter heute Nachmittag wurde in unmittelbarer Nähe des Ortes ein beim Bahnbau beschäftigter Arbeiter vom Blitze erschlagen; ein zweiter wurde betäubt, erholte sich aber bald wieder. Auch wurde Vieh auf der Weide erschlagen. An verschiedenen Stellen verursachte der Blitz Hausbrände. b. Berlin, 18. Mai. Gestern abend 7 Uhr hat Kaiser Wilhelm seine Reise nach London von der Wildparkstation aus angetreten. Auf der Station herrschte schon lange vor der Abfahrt ein lebhaftes Treiben. Prinz Heinrich von Preußen ist gestern auf dem Dampfer„Deutschland“ in England angekommen. h. Budapest, 18. Mai. Dreitägige Stürme mit wolkenbruchartigem Hagelwetter haben in verschiedenen Bezirken erheblichen Schaden angerichtet. In der Gemeinde Nodos wurde eine Schafherde mit dem Schäfer von einem Bergabhange durch Wassermassen fortgerissen. Viele Schafe sind umgekommen, der Hirt ist spurlos verschwunden. Pecking. 17. Mai. Unter den Einwohnern der Provinzen Kiangsu, Tschekiang und Hunan sind erneut Unruhen ausgebrochen, die sich gegen die Behörden richten und auf Mangel an Nahrungsmitteln zurückzuführen sind. Die Bewegungen stehen untereinander offenbar in keinem Zusammenhange und sind nicht sehr heftig, haben jedoch bei der Zentralregierung große Unruhe hervorgerufen. Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 18. Mai. Weizen 100 Ko. Roggen 100Ko. Hafer 100 Kilo 4 S 1.Qu. 21 50 20 50 15 30 14 30 15 70 14 70 1. 2. Weizen und Roggen je 20 J niedriger. Kartoffeln 50 Kilo Heu 50 Kilo Luzernerheu 50 Kilo Krummstroh 500 Kilo Breitdruschstroh 500 Kilo Butter Kilo Eier 100 Stück K 2,50—2,80 „ 4,50—5,00 5.50—6,00 2.— 22.— 2.60 8.— Preisnotierungen der Neußer Müller. Neuß, 18. Mai. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Gereinigtes Rüböl 3# mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine„ Kleien 50 Kilo Rüböl und Kuchen unverändert. * 3 56 50 58 50 102 6 29 Krefeld, 17. Mai. Kartoffeln 6,00—6,30. Stroh 4,40—4,60. Heu 8,50— 10,00(Alles 100 Kilo.) Rindfleisch 1,36—1.50. Schweinefleisch 1,60—1,70. Kalbfleisch 1.40—1,70. Hammelfleisch 1,40—1 80. Speck, geräuch. und mager 1,50—1,70. Gew. Eßbutter 2,70—.0,00.(Alles per 1 Kilo.) Eier 60 Stück 3,60 3,90(25 Stück 1,50 1,65)# Köln, 17. Mai. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 61,00 B., Okt. 56,50 B., 56,00 G. Luzernerheu 10,00—10,50, Wiesenheu 8,00—9.00, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,25—4,75, Krumm= und Preßstroh 4,00—4,40 die 100 Kil. Duisburg, 17. Mai. Fruchtmarkt. Meizen, inlandischer 21,50— 21,70, Donau 00.00—00,00, Schwarzmeer 21,75—22,75, Asow 21,75— 22,75, amerik. 21,75—22,75. Roggen, inländ. 15,60—15,80, Schwarz= meer 16,80—17.80, Asow 16,80—17,80 amerikan. 00,00—00 09. Hafer, inländ. 16.00—16,20, Donau 1600—17,75, russ. 16,00—17,75, amerik. 15,80—1600. Futtergerste russ. 11 40—11 60, rumän. 11,68—11,80. Mais, amerik. 00,00- 00,00, Donau 15,50—16,00, Cinquantino 16,50—17,00, russ. 15.50—16,00. Buchweizen 19,00—1920. Weizenmehl Nr. 000 28.50—29,50, Nr. 00 27,75—28,25. Roggenmehl Nr. 0 21 50—22 50, Nr. 0/1 20.75—21,25, Bollmehl 12,50—13,00, Grand 10,00—10,50, Kleie 11,00—11 50# einschl. Sack. Alles die 100 Kil. Essen, 17. Mai. Getreidemarkt. Weizen, inländ. 20,50—21,50, fremder 22,25—23,00. Roggen inländ. 15,00—15,75, fremder 17,00—17,75. Hafer, inl. 00,00—00 00, fremder 15 90—1800. Buchweizen 19,50—00,00. Fuitergerste 11,50—12.50. Mais 15 50—17.25. Weizenvorschuß 28,25— 31,50, Roggenvorschuß 22,25—23,00, Weizenkleie 00,60—00,00 4l, Alles Frachtgrundlage Essen die 100 Kil. ohne Sack, bei Abnahme von Doppelladungen, mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Magdeburg, 14. Mai. Kartoffel=Spiritus. 125er Kartoffel=Spiritus prompt und Mai kostete 47,00, Juni=Sept. 48,00 M für 100 Liter reiner Alkobol vom Speicher unter freier Vorhaltung der Gebinde. Berlin, 17. Mai. Fruchtmarkt. Weizen Mai 214,75(215,25), Juli 203,75(206 00), Sept 193,75(195,00, Roggen Mai 147,00(15000), Juli 153 50(153 25), Sept. 154,00(156.00,, Hafer Mai 00000(000,00), Juli 152.50(153 00. Mais Mai 0k0,00(00000,, Juli 090,00(000.00 Weizenmehl 26,00—28.75. Roggenmehl 1810 20,10. Rüböl Mai 57,20 (58 00). Okt. 52.60(52 40+) Hamburg, 17. Mai. Wetzen flau Mecklenb. und Ostholsteiner MaiJuni 219—00. Roggen ruhig, Mecklend. u. Ritm. 142—150, russ. if 9 Pud 10/15 Pfd Mai=Juni 106.03. Gerste fest südrufs. etk Mai 95 50. Hafer flau, Holsteiner u. Mecklenb. 150—170 Mais stetig, amerik. mired Mai 000,00. La Plata eis Mai=Juni 109,50. Rüdöl ruhig. 59.00. Spirttus flau, Mai 18,50 G., Mai=Juni 18 50 G., Juni=Juli 18.50 G. Petroleum(amerik.) spez. Gewicht 0.809 schwach, 600 Salveter fest, 850 Juni 852½ Febr=März 9,02½. Hamburg, 17. Mai. Kaffee ruhig Mai 34¼/, Sept. 35, Dez. 35¼, Mar. 35¼/ G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig Bremen, 17 Mai. Schmalz vorr. Tups und Firkins 67¼, Doppeleimer 68¼, ruhig. Autwerpen, 17 Mai Getreide. Weizen, amerikan. Winter= 18,00— 20.12, La Plata= 18.50—20,25, russischer 19,00—20,50, Donau= 26.50— 26,75, Roggen russischer 14,00 14,75, Hafer 13,00—13.25 Gerste Futter13,50—13,75, Mais Odessa= 15.00— 15 25, La Plata= 15,00—15,25, Cinquantino. 15 62—16,75, gem. amerik. 13 75 14,00 Chicago, 17 Mai Getreidemarkt. Weizen Mai 112¾, Juli 103 7/6, Sept. 101½, Dez. 100½ Mais Mai 60¾. Juli 62 ¾/, Sept. 63½, Dez. 58¼. Hafer Juli 40 5/8 Sept. 39½. Roggen vorr. 78 Juli 78½. Duluth: Leinsaat Juli 211 Sept. 1,70½ New=York, 17. Mai. Getreidemarkt. Weizen Mai 116, Juli 110 1/8, Sept 107 3/8. Dez.-. Mais Mai 70. Juli 72 3/8, Sept. 71⅝, Dez.—. Mehl soring wheat 420. Getreidefracht nach Liverpool 1½. Roggen vorr.—. New=York, 17. Mai. Baumwolle. Baumwolle vorr 15 75, Mai 15 25, Juni 1524 Juli 15,27, Aug 1492, Sept. 13.77, Okt 12,84, Nov 12,72, Dez. 12,66, Jan. 12,63, Febr.—.—. Viehmärkte. Neuß, 17. Mai. Zucht= und Milchviehmarkt.(Amtlicher Bericht.) Aufgetrieben waren 383 Stück Rindvieh, darunter waren 12 Stiere und 371 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder. Preise: Kühe 1. Qual. von 520—620 J, verschiedene höher, 2. Qual. 400—500, 3. Qual. 290—400, tragende Rinder 240—330, Stiere 180— 280 M. Rassen: Oldenburgische, Ostfriesische, Holsteinische und Rheinländische. Handel: Bei ruhigem Geschäft eiwas Ueberstand. Nächster Markt am Dienstag, den 31. Mai. Köln, 17. Mai Schlachtviehmarkt. Auftrieb: 749 Ochsen, darunter 000 Weideochsen, Weideochsen 00—00, a. Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, bis zu 6 Jahren 4 78—81, d. Junge fleischige, nicht ausgemästete, ältere ausgemästete 72—74, a. Mäßig genährie unge, ältere 66—69, d. Gertng genährte jeden Alters 55—60; 656 Färsen, Kühe und Jungvieh darunter 000 Weidekühe, Weidekühe 00— 00. u. Vollfleischige aus gemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 00—00, Vollfleischige ausgemästete Kühe döchsten Schlachtwertes bis zu 7 Ihren 72—74 c. Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut ent wickelte füngere Kühe und Färsen 67—71, d. Mäßig genährte Kübe und Färsen 63—66, o gering genihrte Kühe und Färsen 57—60, k. gering genährtes Jungvieh Fresser) 00—.00; 110 Bullen, a. Vollfletschige, ausgemästete bis zu 3 Jahren 72-74, d. Vollfleischige füngere 69—71, o. Mäßig genährte jüngere und ältere 65—67, d. Gering genährte 62—64, alles die 50 Kil. Schlach gewicht Sehr sch eppendes Geschäft bei voraussichtlich starkem Ueberstand. 640 Kälder u. 76—83. d. 56—60, c. 48—55, d 40—47, e. 00 00 die 50 Kil. Lebendgewicht. Langsames Geschäft. Ueberstard. Keine Schafe.„„„ 3082 Schweine, u. 4 65—68, d. 65—68, c. 67—68, d 00- 00, e 58— 62 k. 56—64 die 50 Kil Schlachtgewicht. Schlepvend bei fraglicher#äumung Am 17 Mai wurden an frischem, geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt: 180 Vieriel Großviey aus Tänemark 72 Viertel Großvieh, 81 Kälber. Altenessen, 14 Mai. Auftrieb 1910 Ferkel und Faselschweine. Ferkel rurchschnittspreis im Alter von 6—8 Wochen 22—26 4. 9—12 kochen 26—35 J, für Faselschweine 35—71„ Amtliche Wechselzinssätze der Rotendanken 7 Amsterdam 5. Belgtsche Plätze 4 1/. Deurche Plätze 4. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 4. Jialien. Plätze 5. Javiie 4½. Paris o. Petersburg 4½. Schwetz. Blätze 3 Wien 4. Oeffentlicher Wetterdienst der Dienststelle Aachen(Meteorologisches Observatorium.) Wetteraussichten für den heutigen Tag: Wolkig bis heiter, warm, leichte Gewitterneigung, sonst trocken. Wasserstands=Nachrichten. Köln. 17. Mai. 7 Uhr vormittags, Rheinhöhe 3.25 gef. 0.46 m Wesel, 17. Mai. 9 Uhr vormittags, Rheinhöhe 2.77 gest. 0.03 m Trier, 17. Mai. 7 Uhr vormittags, Moselhöhe 1,01 gef. 0,66 m Hafenverlehr im Rhein= Erst=Hafen zu Neuz. Angekommen am 17. Mai 1910. Schiss„Jeanette 3“ Schiffer Groenewegen mit Weizen v. Rotterd. Schiff„Cornelia Elisabeth“ Schiffer v. d. Kolk mit Malzgerste v. Rotterdam. Schiff„Wilhelmina“ Schiffer Reymers mits Baumwollsaatmehl u. Leinkuchen v. Rotterdam. Schiff„Wilhelm“ Schiffer Willemsen' mit Holz von Rotterdam. Schiff„Hillegonda Catharina“ Schiffer G. van Hasselt m. Weizen von Groningen. Schiff„Willem Cornelia“ Schiffer W. Boskam mit Weizen von Groningen. Schiff„Sophia“ Schiffer v. d. Vyver mit Weizen von Rotteidam. Schiff„Johanna“ Schiffer H. v. Wyck mit Weizen v. Rotterdam. Abgegangen am 17. Mai 1910. Schiff„William Egon“ Schiffer de Jong mit Rehl nach Mannh. Gerhard Kraus Söhne, Inh.: W. Kraus Fernsprecher 665 Neuss Schillerstrasse 42 Kunst- und Bauschlosserei. Fabrik für Eisenkonstruktion. Spezialität:—= Schaufenster-Anlagen und Marquisen, Eiserne Treppen und Bauarbeiten. Ausführung sämtlicher Kunstschmiedearbeiten. 8. Ziehung der 5. Klasse 222. Agl. Preuß. Lotterie. Vom 7 Mai bis 7. Juni 1910.) Nur die Gewinne über 240 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt.(Ohne Gewähr.) 17. Mai 1910, vormittags. Nachdruck verboten. 104 252 497 98 722 826 1089 105 80 339 437 535 75 2029 68 89 168 84 264 391 903 49 8091 210 333 4017 36 364 622 41 788 92 800 963 5116 245 396 486(5000) 597 628 807 6286 584 799 1500] 7152 262 307(500] 60 407 3000 15 535 738 825 500) 46 986 8304 97 452 563 688 856 88 9088 162 249 90 365 94 427 513 601 10116 553 625 11012 286 314 587 12023 196 304(3000) 30 424 819 57 13105 66 257 85 373 422 544(3000) 719 14090 291 440 754 856 15064 202 14 53 345 475 753 952 16593(3000 878 900 17062 351 451 582 615 18229 38 396 400 506 955 19051 1000 131 94 373 495 512 624 33(500) 820 974 20150 354 704(1000 887 957 97, 21199 506 58 604 760 82011 299 391 598 948 23156 630 24395 613 1000] 75 984 25070 158 381 470 668 746 811 63 26204 11000) 19 793(3000 900 45(500] 27534 57 741 883 28029 218(500 32 318 91 504 21(500) 83 29223 502 675 727 893 30110 11 305 29(1000] 739 41 55 82 835 80 31050 298 417 720 981 32166 500) 233 74 336(500 493 1000 573 742 861 33033 249 500 809 34066 3000 213 429 735 932 85128 211 397(1000 717 78 36000 2 5 149 237 79 500 447 538(500) 51[500) 612 705 1500] 40 939 37010 24 57 146 218 343 452 76 643 38155 617 500) 63 39121 204 450 91 524 715 97 40091 118 237 395 408 61 41186 263(1000) 75 87 422 846 42001 51 252 63 78 619 886 43138 67 279 489 540 44040 135 315 54 418 534 608 676 45094 723 74 11000) 948 46037 150 378 562 47316 867 75 48090 104 243 46 49139 273 373 417 61(500) 603 13000] 742 86 87 50210 705 51080 135(500 236 463 937(3000] 82 52269 508 802 36 943 1000) 53047(500) 110 419 96 718 850 54082 257 86 354 486 510 66 629 999 1000] 55126 402 567 600 56147 588 817 500 74 944 57173 94 257 388 422 675 85 728 58285 345 565 910 59278 349 461(1000) 557 78 673 1000 825 961 95 60279 455 664 1500) 715 61260 74 440 65 539 694 822 62223 83 537(3000 720 895 63014 147 307 71 74 536 675 714 25 70 878 942 64011 14 23 1500 178 465 642 65223(1000) 506 737 959 66097 186 200 35 73 88 341 86 645 703 67175 261 309 465 515 72 630 739 833 86(500 954 85 68037 74 153 509(1000 765 997 11000] 69381 469(500) 95 533 82 657 832 919 70024 340 498 646 710 968 71058(3000] 213 47 340 45 679 777(1000] 894 500) 72072 144 734 73150(3000] 321(500 476 571 675 807 39 66 959 74043 137 323 60 91 438 577 822 75004(500] 163 76 235 447(3000) 615 78 720 35 963 73 1500 79 76125 460 789 817 1500] 77104 14 11000) 31 261 337 71 400 744 52 811 913 78036 121 297 390 414 77 774 79042 257 70 560 973 80017 407 16 55 600 S 81432 620 58 740 919 82135 56 425(500] 674 83 83309 680 716 54 942(500) 85 84267 441 604 12 989 85075 104 75 386 604 724 86029 41 230(500) 412 28 918 30 76 87278 878 79 991 88130 278 309 428 504 871 89059 304 10 91(500] 421 744 883 90167 503 6[500] 20 690 895 91024 59(1000] 66(500) 252 413 678(1000 327[3000] 92015 47 90 686 827 36 906 34 93199 350 62 602 94069 142 262 520 628(500] 95120 218 423 99(500 501[3000) 616 751 72 93 808 44 929 39 96002 134 309 411 32 514 707 17 97358 481 536 801 89 936 82 98107 237 303 608 75 770 911 99120 491 575(1000) 643 100126 78 213 30 385 608 22 939 101084 463 82 909 37 50 102031 134 401 544(1000] 66 981 103104 464 80 762 824 69 939 104462 503 86 655 766 349 968 105274 362 518 615(1000] 106277 335 527 748 922 35 107113 96 251[500) 501 7 60 679 108063 298 300 61 80 448 53 83[500 521 78 642(500 109080 226 62 423(1000 888 969 95 110187 257 371 471 665 803 111171 72(1000] 285 448 512 29 770(1000 112239 93 360 69 517 500) 20 609(500) 57 86 744 84 95 831 113065 89 428 701 898 902 114031 418 651 115018 31 83 123 98 381 609 21 116035 175 396 565 618 812 948 87 117015 330(500) 408 47 75 518 686 711 848 76 118170 632 93(500 896 119134 327 969 120002 75 299 361 573 797 844 121098(15000) 208 560 84 611 63 75 777 1500) 82 122703 123129 210 97 500 757(1000] 995 124042 66 155 1000 317 28 461 72(500] 595 758 77 94[500] 125049 118 20 33 205 46 302 731 813 929 69 126286 346(500] 429 61 735(1000) 935(3000] 127079 303 466 96 555(1000) 651 787[500 92 816 949 59(3000) 128058 1500] 207(3000) 418 794 827 960, 129436 543 644 768 825 130176 234 329 49 464 529 42 727 35 78 90 131118 254 91 316 63 522 732 856 132210 1500] 24 95 624 923 24 133164 352 603 13 701 49 986 134019 191(1000 585 879 135164 529 136260 70 500) 348 549 1500) 637 55 1000 821 137220 568 621 981. 138015 257 845 139148 329 47 89 440(3000) 549 68 670 777 82(500) 810 14 88 1500 140112 202 478 546 99 141054 156 267 554 94 636 748 80 865 72 994[500) 142155 330 459 505 33 714 905 64 91. 143358 868 81(500) 972 144053 93 127 2 288 381[500) 774(1000 994 145322 701 809 65 146000 115 370 80 437 57(500 97 571 755 147041 332(500] 83 424 71 527 699 148062 88(1000 194 153 571 615 834 149157 329 865 8. Jiehung der 5. Klasse 222. Kol. Preuß. Lotterie. (Vom 7. Mai bis 7. Juni 1910.) Nur die Gewinne über 240 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt.(Ohne Gewähr.) 17. Mai 1910, nachmittags. Nachdruck verboten. 44 126 338 1500) 78(3000) 423 533 99 915 1173[500) 90 404 43 60 766 883 2006 96 235 333 454 67 590 821 3122 208 57 372 454 704 878 99 4076 299 507 5294 98 360 70 416 96 528 56 719(500] 855 6174(3000 82 237 327 64(500) 785 855 66 7199 206 630(1000) 790 1500] 852 951 8513 700 90 891 9076 112 60 482 659 69 500„„„„ 0 10039 335(1000 448 64 574 635 730 992 11041(500] 248 52 315(500) 66 1500 811(1000 905 12200 94 328 519 950 82 13368 442 912 14180 817 61 15040 500 139 1000) 318 540 773 90 16398 696 706 17003 5 725(1000 904 18004 26 143 648(500 98 820 55 916 30 31 19175(500] 274 564 699 708 42 80 1500 848 94 941 20001 64 323 530 667 68 706 70 21068 326 709 891 22024 392 421 765 880 23018 360 24147 76 546 52 620(1000 58 76.764 877 994 25364 515 756 85 802 44 26592 645 715(500] 30(500) 45 27056 148 321 50 575 715 854 98 1500] 28337 97 767 861 29159 248 459(500] 507 27 62 637 60 83 500 808 96 30044 195(500 336 81 685 790 31104 276 82 365 439 99 533 41 732 892 13000] 32423 630 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919(1000] 281369 724 68 282028 82(500 128 87 203 366 533 730 884 94 9:2 283217 399 700 284121 359 285220 402 584 921 286141 67 94 206 748 75 859 287072[500) 120 585 712 288517 18 873 289028 63 123 61 236 489 956(5001 290000 36 63 110 225 67, 448(500] 291035 79 85 224 77 81 93 707 87 292038 56 180 417 55 674 767 819 293046 106 18 437 95 772 942 294205 576 681 778 295026 152 77 409 840 296173 453 534 297063 339 60 579(1000) 716 59 878 1500] 924 28 298168 248 74 811 970 299067 197 221 981 300068 166(3000) 219 1500 312 755 807 301048 357 538 46 637 47(1000] 750 967 68 72 302095 204 88 330 56 402 50 605 62 961 303546 Berichtigung. In der Nachmittagsliste vom 14. Mai lies 57667 statt 57367, 134306 statt 134396, 302464 statt 302468 150032 161 212(900) 450 710 151144 1500) 218 321 89 567 75 152040 384 488 572 629 153243 365 640 85 725 813 48 154379 497 637 752 65(500) 155156 75(500] 76 248(500] 50 78 429 745 156082(500] 198 324 64 437 649 990 157184 242 90 367 86 894 158210 85 334 42 97 477 512(500) 59 662 720 24 95 150473(500 599 600 160019 103 365 405 96 727 49 895 955 161241 638 700 873 990 162068 153(500 448 672 793 163046 250 376(3000 93 516 82 653 777 997 164077 318 57. 165192 298 316(500) 756 834 166040 145(1000 53 218(1000 96 304 72 447(500 501 167171 304 27(5000) 487 672 168006 275 666 714 169021 322 60 792 958 98 170105 250 359 538 698 171124 326 172086 105 39 321 74 91 483 544 712 62 841 937, 173119 386 473 666 174054 65 293 558 809 175025 169 457 570 876 954 69 176442 556 758 827 177145 208 583 713 904 86(500] 178384 402 534 61 768 179270 429 617 976 180004 267 362 98 539 56 723 50 181023 284 368(500 83 575 603 801 916 33 78 182019 630 612 183222 437 658 740 184189 501 683 1500) 709 82 955 68 185748 95 955(3000] 186073 232 520 23 98 644 739 828 968 78 187074(3000) 464 508(500 19 665 780 188133 226 305 78 97 505(1000) 79 85 723 189071 234 308 87 878 906 92 190211 371 455 809 29. 191265 354 72 402 48 613 192003 9 33 78 325 529 44 58 709 56 93 193147 243 417 745 194090 181 481 512 38(1000 195329 504 61 706 860 73 978 1500] 196193 211 60 85 401 840 933 197043 1500 56 97 824 37 52 198679 802 3 89 199137 1000 716 3000] 103 244 421 624 275 98 586 200174 284 378 402 514 202314 70 455 729 70 884 649 792 894(3000] 201044 188 346 71 727 970 203023(1000] 196 283(1000] 352 477 611 761 204020(500] 290 1000] 344 756 962(500] 205034 308 28 662 996(1000 206079 289 666 84 733 831 54 90 207033 119(3000] 306 71(3000] 459 861 92 208183 507 49 209041 97 140 352 97 631(1000 210061 68 92 353 999 211237 46(500 426 537 734 994 212022 317 24 407 648 78 817 88 952 213128 230 357 61(3000) 73 80 452 544 722 54 841(3000 49(1000 91 94 214393(1000] 505 44 215054 78 269(3000] 315(3000) 34 426 35 44 783 811(1000] 216092 155 391(3000] 654(1000] 774 874 960(500 68 217533 710 218103 394 418 522 610 718 830 219077 240 407 51 592 99 609 42 78 220127 454 611 31(500] 221307 525 97 785(3000] 801 222232 59 81 555 83 625 65 763 881 926 34 223134 289 336 566 953 79, 224229 462(3000 606 40 55 759(1000) 815 75 225002(500] 26 285 632 226021 112 81 595 870(3000] 227574 776 808 41 926 228155 85(500) 615 75 76 768 229438 730 981 230122 259 426 605 46 875 80 972 231022 24 186 257 405 548 826 38 232336(3000 414 55 773(500] 233006 45 62 374 94 802(1000) 927 95(1000 234027 116 22 391 527 94 970, 235080(500] 127 78 323(500] 50 532 48 699 3000 814 67 236231 334 765 923 35 59 237199 429 522 68 785 927 238151 264 401 46 742(500 58(3000] 239038 121 218 23 72 98 382 596 727 870(500] 945 91 240001 201 308(500] 401 606 241145 223 33 416 526 34 610(500) 68 788 836 242037 404 30 522 243018 119 21 422 46 49 73 606 24 33 718 883 944 99 244058 212 558 725 245005 37 66 276(500] 429 627 246190 417 29 943 76 247073(1000] 458(500 536 68 96 650 1500) 51 63 891 957 248022 54 79 146 69 84 928 53 249029[500 77 451 530 38 78 1500 807 250338(3000 80 416 868 73 251127[500) 278(1000] 365 472 641 781(500 919 252202(1000] 87 469 692 778 831(1000 921 253378 90(500 97 98 429 811 61 960 254134 205 310 467 670 255150 636 750 892 919 256027 177 224 333 93 644 92. 257065 660 889 943 258193 455 615 28 795 890 259144 233 374 688(3000 260020 44 60 349 602 948 261065 109 211 23 326 61 592 700 77 500], 842 999 262043 727 42 831(500] 263016 201(500) 361[500) 411 599 639 915 264041 147 824 64 84 1500] 265289 323 535 820(1000 93 266675 715 837 918 267590 709(1000) 915 87 268058 74 115 358 67 717(3000] 828 29 976 269474 568 606 17 959 270003 146 54 97(1000) 596 685 98 767 271369 462 664 925 42 272018 31 254 614 48 720(500] 44(1000) 61(1000) 86 865 71 86 994 273126 310 74 615 776 274059 72 128 63 268 358 421(500) 533 816 955 275003 73 385 474 504 57 602 877[500] 276070 91 153 54(1000] 68 97 222(500] 955(500 277673 278047 334 618 707 279135 70 96 276 309 70 611(1000 280112 415 773 915 281039 161 65(500 253 316 994(1000] 282200 39 500) 705 939 41 283059 529 638 862 82 984 284143 425 31 52 704 43 1500 45 805 285055 273[500) 432 518 286061 164 205 13(3000) 505 87 92(500] 627 831 930 287060 225 323 405(3000) 706(3000] 26 855 933 288225 388 566 616 891 925 61 289209 39(1000] 43 302 56 516 17 725 884 290077 113 41 294 553 96 697(1000] 753(500] 862 961(1000] 291083 312 71 431 572 842 292326 81 907 293620 829 96 294057(1000) 168 261 303 31 435 39 46 541 96 716 27 962 295169 485 88 834 93 296223 444 81 735 297675 705(500] 68 887 90 298254 560 68 882 299034 285 376 689 986 300414 634 719 99 869 962 301042 176 291 348 70 433 692 726(500) 302038 849 51 1500 999 303028 182 344 547 661(1000 93 715 26 35 Im Gewinnrade verblieven: 1 Prämie zu 300000. 1 Gewinn zu 500000, 1 zu 200000, 1 zu 150000, 1 Ju 120000. 2 zu 100000, 1 zu 80000, 2 zu 70000, 1 zu 60000. 2 zu 50000. 2 zu 40000, 10 zu 30000. 17 zu 15000, 60 zu 10000, 120 zu 5000. 1618 zu 3000, 2563 zu 1000. 3938 zu 500 Mt. Amtlicher Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf§ 69 Ziffer 6 Absatz 3 der deutschen Wehrordnung mache ich hiermit bekannt, daß das diesjährige Aushebungsgeschäft für den Kreis Neuß am 6., 7., 3. und 9. Juni d. Jahres, vormittags 3 Uhr beginnend, im Saale der Witwe Pelzer hierselbst, Niederstraße 52—54 stattfinden wird. Die zur Gestellung verpflichteten Militärpflichtigen werden hierdurch aufgefordert, an dem in der ihnen zugehenden Vorladung näher bezeichneten Tage, morgens ¾ Stunden vor ginn des Geschäfts im Aushebungslokal sich einzufinden. Mannschaften, welche beim Aufruf ihres Namens im Aushebungslokal nicht anwesend sind, haben eine Geldstrafe bis zu 30 A oder Haft bis zu 3 Tagen zu gewärtigen. Außer den bei der Musterung im laufenden Jahre als dauernd untauglich bezeichneten zum Landsturm oder zur Ersatzreserve bestimmten und den als tauglich zum Militärdienste ausgehobenen Militärpflichtigen haben auch diejenigen zum einjährig=freiwilligen Dienst berechtigten jungen Leute, welche bei ihrer Meldung zum Diensteintritt wegen Untauglichkeit abgewiesen wurden, sowie die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften der Oberersatzkommission sich vorzustellen. Die vorstehend erwähnten zum einjährig=freiwilligen Dienst berechtigten Militärpflichtigen haben sich, sofern dies noch nicht geschehen, sofort unter Vorlegung ihres Berechtigungsscheines auf dem Militärbüro des Landratsamtes, Königstraße, zu melden. Die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften werden durch das Königliche Bezirkskommando, alle übrigen Gestellungspflichtigen von dem Landratsamte Gestellungsbesehle erhalten. Sollte einer der oben erwähnten Militärpflichtigen keine Vorladung erhalten, so hat er dies unverzüglich dem Landratsamte(Militärbüro) mitzuteilen.. Für Militärpflichtige, welche an Epilepsie, Stottern, Schwerhörigkeit, Geisteskrankheit pp. leiden, sind die erforderlichen Atteste und eidesstattlichen Verhandlungen, durch welche diese Fehler nachgewiesen werden, der Oberersatzkommission vorzulegen. Diese Atteste und Verhandlungen sind, soweit es noch nicht geschehen, durch Vermittlung der zuständigen Herren Bürgermeister mir bis zum 25. ds. Mts. einzureichen. Diejenigen Militärpflichtigen, welche Augengläser tragen, haben diese mitzubringen und dem Arzte vorzuzeigen. Es wird noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß behufs Beurteilung der Reklamationen, das Erscheinen sämtl. der Schule entlassenen Familienangehörigen der Reklamierten sowie dieser selbst unerläßlich ist. Die im Herbste 1910 zur Entlassung kommenden Schulkinder haben mit zu erscheinen. Krankheiten pp., welche am Erscheinen hindern, sind durch amtliche Atteste genügend nachzuweisen. Reklamanten, welche bei Prüfung ihrer Reklamationen fehlen, bezw. entschuldigende Atteste für ihr Nichterscheinen nicht rechtzeitig beibringen, haben eventuell die Verwerfung der Reklamation zu erwarten. Aerztliche Atteste über die Arbeits= oderAufsichtsunfähigkeit des Vaters, der Mutter oder sonstiger in Betracht kommenden Familienmitglieder des Reklamierten, welche am Erscheinen verhindert sind, sollen grundsätzlich von einem beamteten Arzt (Kreisarzt) ausgestellt sein. Wenn Reklamanten zur Tragung hierdurch entstehender Kosten armutshalber nicht in der Lage sind, haben sie bei dem zuständigen Bürgermeisteramt die Ausstellung eines Hülfsbedürftigkeitsattestes nachzusuchen, worauf ihnen von mir eine Bescheinigung zwecks kostenloser Ausstellung eines Attestes bei dem Herrn Kreisarzt erteilt wird. Diejenigen Familien, welche 2 arbeitsfähige Ernährer nicht gleichzeitig entbehren zu können glauben, müssen, falls diese der Oberersatzkommission vorzustellen sind, Reklamationsanträge spätestens im Aushebungstermine stellen, und haben sich diese Reklamanten ungesäumt mit den Herren Bürgermeistern wegen Aufnahme der vorgeschriebenen Reklamationsverhandlung in Verbindung zu setzen. Die Prüfung sämtlicher Reklamationen findet am Donnerstag den 9. Juni statt. Die Angehörigen und die Reklamierten müssen deshalb an dem betreffenden Tage, morgens um 8½ Uhr, im Aushebungslokale anwesend sein. Die Reklamierten kommen an denjenigen Tagen zur ärztlichen Untersuchung, für die sie durch besonderen Gestellungsbefehl vorgeladen werden. Die Reklamationen der Leute, die nicht für einen Truppenteil ausgehoben sind, kommen nicht mehr zur Vorlage. Diejenigen Militärpflichtigen, welche durch die Königl. Ober=Ersatzkommission als Ersatzreservisten oder Rekruten ausgehoben werden, haben so lange im Aushebungslokal zu verweilen, bis sie im Besitze ihrer Ersatzreserve= bezw. Urlaubspässe sind, deren Aushändigung sofort nach Beendigung des Aushebungsgeschäfts durch das Königliche Bezirkskommando erfolgen wird Die Superrevision der Invaliden, Wehrleute, Reservisten und Ersatzreservisten findet in demselben Lokale statt und werden die Beteiligten durch das Königliche Bezirkskommando Neuß besondere Gestellungsbefehle erhalten. Neuß, den 12. Mai 1910. Der Königliche Landrat: I. V. Goedecke Reaierungs=Assessor. ca. 10000 Meter der besten Kleiderstoffe Bestehend aus: ca. 10000 Teile Damen-Wäsche Reinwollenen Kammgarnen in allen Modefarben, Reinwollenen Kostumstoffen 110 cm breit, Reinwollenen Flanellen in modernsten Mustern, Reinwollenen schwarzen Stoffen garantiert solide Qualitäten, Reinwollenen Blusenstoffen Zum Einheitspreis von Der reg. Wert beträgt bis 4 Mk. 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Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene Petitzeile oder deren Raum, auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum, Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß. Expedition: Neuß, Neustr. 1. Tel. 57, Mittwoch, 18. Mai.(Liborius, Quat.“.) 1910. 85 Jahre Dolitische Nacbrichten. Deutscbland. X Die Berufsgenossenschaften sind nach einer Entscheidung des Reichsversicherungsamtes berechtigt, ihre Beitragsforderungen und Geldstrafen gegen die Rente aufrechnen, die ein selbstversicherter Unternehmer aus einem Unfalle bezieht, den er in seiner früheren Eigenschaft als Arbeiter erlitten hat. Der§ 96 Abs.2 des Gewerbeunfallversicherungsgesetzes, so heißt es in der Entscheidung, gestattet die Aufrechnung von Renten mit geschuldeten Beiträgen und Geldstrafen schlechthin. Diese Vorschrift ist zwar in einem Bescheide einschränkend ausgelegt unter Hinweis auf die Begründung des Gesetzes, wonach der§ 96 Abs. 2 nur die Beiträge selbstversicherter Unternehmer im Auge habe. Will man aber dieser Bemerkung in der Begründung des Gesetzes zu dem Wortlaute des§ 96 Abs. 2 eine ausschlaggebende Bedeutung überhaupt beimessen, so wäre damit die Aufrechnung nur für den Fall ausgeschlossen, daß der Rente die Beiträge nicht selbstversicherter Unternehmer gegenüberstehen. Keineswegs jedoch könnte man so weit gehen, auch die Aufrechnung gegen solche selbstversicherten Unternehmer auszuschließen, die, wie im vorliegenden Falle, die Rente nicht aus dem Selbstversicherungsverhältnisse beziehen, sondern auf Grund ihrer früheren Arbeitereigenschaft. Diese Einschränkung ist weder im Gesetze, noch in der Begründung des Gesetzes ausgedrückt. Ob es im übrigen der Absicht des Gesetzes entsprechen würde, die selbstversicherten Unternehmer die Rente aus einem Unfalle bezieht, den er in seiner früheren Eigenschaft als Arbeiter erlitten hat. Insbesondere rann hier auch nicht der in dem erwähnten Bescheide des Reichsangeführte Grund ausschlaggebend sein, nämlich, daß es unbillig sei, einen Verletzten, der seine wirtschaftliche Selbständigkeit verloren hat und zum Arbeiter geworden ist, bei einem Unfalle schlechter zu stellen als andere Arbeiter; denn hier ist umgekehrt der Verletzte später zum Unternehmer geworden, womit regelmäßig auch eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse verbunden ist. Wenn das im vorliegenden Falle nicht zutrifft, so kann das nicht in Betracht kommen, da die streitige Frage nicht nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des einzelnen Rentenempfängers, sondern nur einheitlich für alle Verletzten, die später Unternehmer werden, entschieden werden kann. Für die geschuldeten Geldstrafen gilt dasselbe, da sie nach dem Gesetz und nach seiner Begründung unter den gleichen Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung verwendet werden können. Gerichtssaal. * Den höchsten Rekord im Verloben und Entloben hat ein junger, jetzt dreißigjähriger Mann, ein Eisenbahnangestellter namens Rob. Artur Eichler aus Dresden, erzielt, der imlaufe weniger Jahre etwa 70 jungen Mädchen den Kopf verdreht, mit ihnen ein Verhältnis angeknüpft und die Ehe versprochen hat. Er studierte fleißig die Heiratsanzeigen in den Zeitungen und empfahl sich den Suchenden als Heiratskandidat. Er trat nur mit Mädchen in Verbindung,bei denen er disponible Mittel erwarten durfte; es zählten Verkäuferinnen, Kontoristinnen Kellnerinnen und andere Mädchen zu seinen Auserwählten. Fast alle diese Mädchen, von denen er oft zwei, drei oder vier zu gleicher Zeit„poussierte“, ohne daß eine von der anderen etwas wußte, hat er angeborgt, und zwar zumteil um recht 2) Der Kampf um eine Million. Roman aus dem New=Yorker Leben. Frei nach dem Amerikanischen. Von Erich Friesen. Einen Augenblick zögert die junge Schaar auf der Schwelle. Der Anblick ist so unerwartet. Noch nie hat man Irene weinen sehen. Dann stürzt ein zierliches Blondköpfchen auf die Schluchzende zu und schlingt stürmisch die Arme um ihren Hals. „Irene, Du weinst!“ Ungeduldig streicht diese sich mit der Hand über die Augen, um die Spuren der Tränen hinwegzuwischen. „Laß gut sein, Nelly!'s ist schon vorbei. Ich gehe morgen früh fort; deshalb heulte ich wie ein kleines Schulkind.“ „Fort?... Und ich bin froh, daß Ihr da seid. Da kann ich Euch gleich meine kleine Andenken geben. Ellen, Du hast mein Armband stets bewundert. Nimm es!...“ Und Du. Nelly—“ Doch die impulsive kleine Blondine schlingt abermals den arm um die Freundin und zieht sie auf den Bettrand nieder. „War Frau Professor sehr böse, Irene?“ „Ich weiß nicht.“ Ich habe sie noch nicht gesehen. Wegen Unpäßlichkeit mußte sie der Aufführung fern bleiben.... Aber die gute Miller sagt, ich hätte den Ruf des Instituts ruiniert.“ „Oh—!“ „Du kannst Dich entschuldigen, Irene!“ Stolz hebt das junge Mädchen den Kopf. „Ich entschuldige mich nie, Kinder. Ich hab' nichts Unrechtes getan. Wenn ich den Tommy gab, ganz nach Vorschrift des Buches, was ist dabei? Die Wassersuppe, die Frau Professor draus gemacht hat, schmeckte mir nicht.“ „Aber es war doch zu arg. Irene!“ „Nur der Rolle gemäß. Goldsmith wird wohl gewußt haben, was er schrieb!“ „Und wie Du aussahst! Wie konntest Du Deinen Mund nur so entstellen? Und die Perrücke! Puh!“ Ein leichtes Lächeln huscht über Irene's ernstes Gesicht. „Ja, ich erkannte mich selbst kaum wieder. Unsere Friseuse, die eine große Schauspielerin in dieser Rolle gesehen hatte, K beträchtliche Summen. So borgte ihm eine Kellnerin, die ihn bereits ihren Eltern als ihren Bräutigam vorgestellt, nach und nach 575 Mark, ein anderes Mädchen verschaffte ihm mit Hilfe eines Bürgen 500 Mark von einer Bank. Das letzterwähnte Mädchen ist seine wirkliche Braut gewesen, die er allem Anschein nach auch hat heiraten wollen. Einige der anderen zeitweiligen, oder wie sich Eichler ausdrückte, der„Sonntagsverhältnisse“, zeigten den Seladon jedoch, als sie ihn zufällig mit anderen Mädchen erwischten und ihr Geld nicht wiederbekommen konnten, bei der Staatsanwaltschaft an, und so wurde seiner lukrativen Tätigkeit als Massenbräutigam ein Ziel gesetzt. Die Leipziger Strafkammer verurteilte ihn wegen Betrugs und versuchten Betrugs in nachweisbar 16 Fällen zu 1½ Jahren Gefängnis. Vermischtes. * Die Arbeiten an der Fortführung der Jungfraubahn schreiten rüstig vorwärts. Die Schienenstraße hat den Kilometer stein 7,34 erreicht. Diese Bahn ist somit über die bisher letzte Station Eismeer hinaus um 1,64 Kilometer verlängert. Bis zur nächsten Station, die als Jungfrauhals bezeichnet wird, bleiben noch 1,26 Kilometer zu bauen. Dann wird eine Höhe von 3400 Metern über dem Meere erreicht sein. Das Jungfraumassiv erreicht eine Höhe von 4166 Metern. Der bis zum Gipfel noch zu überwindende Höhenunterschied beträgt somit 800 Meter oder, da die höchste Station aus Sicherheitsgründen unterhalb des Gipfels zur Anlage kommen müßte, rund 700 Meter. Von der in einer Höhe von 4094 Metern anzulegenden Station würde ein Aufzug die Reisenden auf die höchste Spitze befördern. Die Bahnstraße, die erforderlich wäre, diesen Höhenunterschied von 700 Metern zu überwinden, müßte allerdings eine Länge von mindestens 2500 Kilometern erhalten. Während es noch zweifelhaft erscheint und auch von Sachverständigen als zweifelhaft bezeichnet wird, ob dieses letzte Stück der Jungfraubahn gebaut werden wird— es erheben sich dabei ebensosehr bautechnische wie finanzielle Bedenken— kann mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß das gegenwärtig im Bau befindliche Stück, von Station Eismeer bis Station Jungfrauhals im Herbst des nächsten Jahres fertiggestellt werden wird. Seit zwei Jahren werden die Arbeiten unter Leitung des Chefingenieurs Liechti mit großem Eifer gefördert. Selbst in den Wintermonaten sind ständig gegen 200 Arbeiter bei den Tunnelbauten beschäftigt gewesen. Der Tunneldurchschlag wird im Tagesdurchschnitt um 3½ Meter gefördert. Auf diese Voraussetzung stützen sich die Berechnungen, wonach die Strecke bis zum Herbst nächsten Jahres fertiggestellt werden soll. Selbstverständlich können erhebliche Verzögerungen eintreten, denn bei diesen Berechnungen ist außer Acht gelassen, daß Unglücksfälle und Elementare Schwierigkeiten verschiedenster Art auftreten können. Jedoch kann, unter Berücksichtigung dieses Umstandes, in Aussicht gestellt werden, daß im Sommer des Jahres 1912 das Jungfrauenmassiv bis zu einer Höhe von 3400 Meter für den Eisenbahnverkehr zugänglich sein wird. Vermutlich wird dadurch der Besuch der Reisenden, deren Zahl sich von Jahr zu Jahr steigert und im Jahre 1908 die ansehnliche Ziffer von annähernd 72400 Personen erreicht hat, noch weiter beträchtlich zunehmen. * Der Enael im Luftballon. Aus einem Dörfchen bei Münster i. W. teilte ein Leser des„Münsterischen Anzeigers“ folgendes Geschichtchen mit: In einer benachbarten Bauernschaft war an einem der letzten Sonntage das Faktotum eines einsam gelegenen Bauernhofes, der alte Erbonkel, schon in versprach mir, mich vollständig wie diese zurecht zu machen. Sie brachte mir auch ein Exemplar des Stückes aus der Leihbibliothek, nach dem ich meine Rolle lernte.... Nur die gute Miller tut mir leid. Als Leiterin der Aufführung trifft sie die Schuld.“ „Du bist ihr Liebling. Sie wird Dich nicht fortschicken.“ „Fortschicken, Kinder:....“ Ich gehe von selbst. Denkt Ihr, ich habe die Weltgeschichte umsonst studiert? Ich laß mich nicht fortschicken— ich demissioniere!... Außerdem ist es sowieso Zeit, daß ich die Schule verlasse. Ich bin kein Kind mehr. Ich weiß Alles, was die Professoren hier mich lehren können — wenigstens Alles, was ich zu lernen für gut halte. Ich bin auch zu alt für die Schule. Wie soll Frau Professor mich fernerhin bestrafen, wenn ich ihrem Willen zuwider handle? Sie kann mich nicht mehr in die Ecke stellen oder zu Bett schicken. Und Ihr wißt, ich handle stets nach meinem eigenen Kopf und mache immer Dummheiten.“ Lebhaftes Protestieren und Kopfschütteln von Seiten der jugendlichen Zuhörerinnen. „Doch, Kinder,“ bekräftigt Irene.„Frau Professor sagt, ich ermutigte mit Blicken die dummen Gymnasiasten, die mich in der Kirche anstarren und dann beschriebene Zettel über den Zaun in unsern Garten werfen.... So dumm! Ich kann mir doch meine Augen nicht ausreißen....“ Und die Lehrer macher's nicht viel anders, nur daß Frau Professor das nicht weiß.... Ich und Männer ermutigen! Keinen sehe ich an. Ich halte alle Männer für schlecht. Du auch, Nelly, nicht wahr?“ „Beinahe alle!“ gibt die Kleine zögernd zu.„Aber Papa ist gut und mein Bruder—“ „— und mein Onkel—“ fällt eine andere Stimme ein. “— und mein Vetter—“ fährt eifrig die Dritte fort. „Na ja, die zählen nicht mit; das sind Verwandte,“ gibt Irene zu.„Ich habe Niemanden auf der ganzen Welt.“ „Niemanden?“ „Niemanden. Ein Stiefvater ist kein Verwandter. Ich kann ihn außerdem nicht leiden!“ „O, Irene!“ Finster ziehen sich die dichten Brauen des jungen Mädchens zusammen. „Er ist ein schlechter Mensch, ein Feigling. O, wenn Ihr wüßtet—“ „Erzähle, erzähle!“ quält die muntere Mädchenschaar. aller Frühe aufgestanden, um nach dem Rechten zu sehen. Gerade stand er mitten zwischen dem Federvieh, als er Hornsignale hört. Er schaut nach links, er schaut nach rechts, wohl dämmert der Morgen, dem biederen Landmann dämmert es aber nicht, daß ein Luftballon über ihm hinwegsegelt und der Führer auf seinem Signalhorn bläst. Daran hatte er nicht gedacht. Ganz verwirrt schaut er nochmals nach allen Seiten, dann aber rennt er ins Haus mit dem Rufe:„Der Engel bläst die Posaune, der Komet ist im Anzug, und der Weltuntergang beginnt!“ * Ein berühmter Rechtsanwalt unterzog einst in einem Ehescheidungsprozesse eine sehr schlaue Frau, die Mutter der Angeklagten, einem Kreuzverhör und erlitt in dem Wortgefecht eine vollständige Niederlage. Zum Schlusse indessen wandte er sich an die Geschworenen und sprach:„Sie haben gesehen, meine Herren, daß selbst ich das reine Kind in ihren Händen war. Was muß mein Klient da gewesen sein?" Durch diesen geschickten Schachzug wandelte er seine Niederlage in einen Sieg.(Rh. W. 3.) Play. „Play!“ quiekt sie, und der rosige Mund Lächelt dabei ganz ohne Grund. Und auf das jenseitige„Play“=Gequiek Tönt promt ein krampfhaftes„Ready“ zurück. So geht es fort die ganze Zeit. Der Ball war„out“ und jener„right“. Mit thirty, forty und mit fifteen Hört man sie stolz zu Felde ziehn. Advantage, loß und game und set Tönt's dies= und jenseits um die Wett'. Nach Spielschluß tret' ich auf sie zu: „Good. bye, dear Miß, how do you do? Sie schweigt und sieht mit wütend an—! Warum? Weil sie nicht Englisch kann. — Als ich das nächste Mal dort sitze, Und aufmerksam dem Spiel kiebitze, Entfährt mir plötzlich eine Frage, Die ich schon lang im Herzen trage, Warum um alles in der Welt Man denn nicht deutsch statt englisch zählt?— Drauf springt man fast mir ins Gesicht: „So ungebildet sind wir nicht!“ (Aus Hermann Dungers„Engländerei in der deutschen Sprache“(2. Aufl. 1909, Verlag des Allg. Deutschen Sprachvereins, Berlin.) Neusser Dampf-Färberei und chemische Wasch-Anstalt Leop. Hangleitner& Pet. Peters Niederstrasse 38. Neuss, Filiale: Oberstrasse 77. Färberei und chemische Reinigung. Gardinen-Wäscherei nach Plauener Art. Pelz- u. Fellfärberei. Feinwäscherei für Kragen, Manschetten und Vorhemden. Kindermehl - Krankenkost Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, Darmkatarrh, etc. Einen Augenblick zögert Irene. Dann setzt sie sich auf einen Stuhl in der Nähe des Betts. Die jungen Dinger gruppieren sich um sie herum, mit großen, erwartungsvollen Augen zu ihrer Heldin aufblickend. Durch's offene Fenster wirft der Vollmond seine magischen Strahlen auf die eigentümliche Gruppe. „Mein Vater war Offizier, ich glaube Oberst oder so etwas,“ beginnt Irene ernst.„Er wurde im Kampf mit den Indianern getötet, als ich noch ganz klein war. Meine Mutter war damals noch sehr jung, sehr schön und auch sehr reich; denn mein Vater hatte ihr sein ganzes Vermögen hinterlassen — über eine Million Dollars. Als ich sechs Jahre alt war, heiratete meine Mutter zum zweiten Mal. Er muß sie nur des Geldes wegen genommen haben, dieser—“ „Woher weißt Du das, Irene?“ unterbricht Nelly eifrig, während die Augen der Anderen wie gebannt an den Lippen der Erzählerin hängen. „Ich weiß es eben, Kinder. Meine Mutter weinte stets, wenn sie mich im Institut besuchte. Dabei wurde sie immer bleicher und magerer. Einmal, als sie mich an ihre Brust drückte und ihre Tränen auf meine Stirn fielen, da weinte ich auch und rief:„Mama, nimm mich mit nach Hause!... „Später, später, mein Kind!“ schluchzte sie und küßte mich doppelt zärtlich. So stand sie stets in meinen Tränen vor mir — weinend, bleich, unglücklich.... Nach zwei Jahren starb sie. Ihr zweiter Gatte hat sie in's Grab getrieben.“ „Du kannst Dich irren, Irene!“ „Nein, ich irre mich nicht. Henry Forster, mein Stiefvater, ist ein schlechter Mensch.“ „Ist er häßlich?“ „Im Gegenteil. Euch würde er gewiß gefallen. Er ist groß, schlank, tief brünett, mit langem, schwarzem Schnurrbart. Aber seine verschleierten Augen sind falsch, sein Mund hat einen grausamen Zug, welchen auch das freundlichste Lächeln nicht hinwegzuwischen vermag. Ich habe ihn nur zwei Mal gesehen — einmal vor acht Jahren, als er mich von dem einen Institut in's andere brachte, und dann vor vier Jahren bei einer gleichen Gelegenheit. Aber das war für mich gerade genug. Ich habe die Empfindung, als ob er mich fürchtet. Warum läßt er mich sonst so lange in der Schule! Wenn er denkt, so seine Schlechtigkeiten besser ausführen zu können, irrt er sich, der brave Mann... Wartet mal einen Augenblick!" (Fortsetzung folgt.) Erscheint wöchentlich. Adress-Tafel empfohlener Geschäfte in Neuss. Den Lesern bei Einkäufen zur Beachtung empfohlen. Annoncen-Expedition. Neusser Zeitung Neustr. 1. Telefon 57 Inseraten- Annahme für alle Zeitungen des In- und Auslandes zu Originalpreisen. Bandagist P. I. Peitfer, appr. Band., Zollstr.12 Bau- und Maschinenschlosserei. Elektrotechn.Geschäfte. 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