eusser Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Preis vierteljährlich einschl. der tägl. Beilage„Bunte Blätter“. in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bez. 1,65 Mk., mit illustr. Unterhaltungsblatt 1,80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Amtliches Kreisblatt Druck und Verlag: Nob. Noack, Neuß. Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene Petitzeile oder deren Raum, auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß. ition: Neuß, Neustr. 1. Tel. 57. Expedition Nr. 93. Mittwoch, 27. April(Petrus Canis.) 910. 85. Jahrg. Dolitische Nacbrichten. Ausland. X Die Wahlen in Frankreich. In Frankreich haben am Sonntag die Wahlen zur Deputiertenkammer stattgefunden. Nach übereinstimmenden Meldungen ist die Teilnahmlosigkeit selten so groß gewesen wie diesmal, da es an einer zugkräftigen Wahlparole fehlte und somit sonderliche Aufregung auch nicht zu erwarten war. Demzufolge hat es auch keine allzugroßen Ueberraschungen gegeben, die meisten Deputierten von Namen kehren in das Palais Luxemburg zurück; darunter befinden sich auch bekannte Führer der Opposition, wie Delcassé. Auch die Minister sind fast ausnahmslos wieder gewählt worden, oder stehen zu mindestens in aussichtsvoller Stichwahl, nur der Handelsminister Millerand wird gezwungen sein, sich einen anderen Wahlkreis aufzusuchen. In Paris, wo er kandidiert, stehen seine Chancen ziemlich ungünstig, weshalb ein Parteifreund, der gewählt ist, voraussichtlich in einen anderen Kreis zurücktreten wird, um dem Minister Platz zu machen. In verschiedenen Orten ist es allerdings zu scharfen Ausschreitungen und Zusammenstößen gekommen, bei dem heißen Blut der Romanen ist dies aber nichts sonderlich Ungewohntes und daher auch von untergeordneter Bedeutung. Im großen und ganzen haben die Parteien ihre Mandate behauptet; wenn vielleicht auch hier und da ein Verlust zu verzeichnen sein mag, sind anderwärts wieder Gewinne zu registrieren. Die Mehrheit der Regierung steht unzweifelhaft fest, und sie kann daher der kommenden Kammertagung mit Beruhigung entgegensehen Gegner der Regierung hatten gehofft, aus der Affaire des Liquidators Duez Kapital herauszuschlagen, indem sie darauf hinweisen wollten, welche Korruption unter dem jetzigen Regime herrsche. Ihre Bemühungen sind aber, wie der ausgang gezeigt, vollkommen fruchtlos geblieben, die Wähler sind nicht auf den Leim gegangen, indem man den richtigen Standpunkt einnahm, daß für derartige Vorkommnisse die Regierung als solche unter keinen Umständen verantwortlich zu machen sei, zumal es Betrüger in allen Parteilagern gibt. Der französische Bürger sehnt sich endlich nach Frieden, auf dem Gebiete der inneren Politik, und es ist wirklich an der Zeit, daß die scharfen inneren Wirren aufhören und daß namentlich die Nachwirkungen des„Kulturkampfes“ allmählich ein Ende nehmen. Lange genug hatten die scharfen Auseinandersetzungen zwischen Zivil= und Militärgewalt getobt, ein„Débacle“ schien schließlich unverweidlich, bis man sich endlich eines Besseren besonnen zu haben scheint. Ab und zu sind zwar noch vereinzelte Reibungen nach dieser Richtung hin zu verzeichnen, aber sie verschwinden mehr und mehr, ebenso, wie auch die Prätendenten von ihren Absichten ablassen, da sie sich sagen müssen, daß ihre Zeit für immer verloren ist, und daß es ihnen niemals wieder gelingen wird, sich ihre vermeintlichen Rechte zurückzuerobern. Die royalistischen und bonarpartistischen Bestrebungen sind daher völlig im Meer der Bedeutungslosigkeit untergetaucht, man braucht ihnen kaum noch Beachtung zu schenken, und wenn vor einiger Zeit die Orleanisten ein bischen von sich reden machten, so war das wohl mehr ein Reklametrick, um darzutun, daß man noch immer da sei. Infolgedessen sind alle Momente geeignet, um eine Zeit des inneren Friedens für Frankreich heraufzubringen, wenn man allseitig ein Einsehen hat. Dann wird es auch der Regierung möglich sein, zu zeigen, daß sie wirklich gewillt ist, die Förderung einzelner Fragen, die sie in ihr Wahlprogramm aufgenommen hatte, nicht bloß auf dem Papier zu belassen, sondern auch wirklich in die Tat umzusetzen. Geht sie auf diesem Wege endlich vor, dann wird sie auch selber ihre Stellung sicher weiter befestigen. + Neuer Boxeraufstand? Aus dem fernen Osten kommen wieder höchst beunruhigende Nachrichten, welche darauf hinEin schweres Geheimnis. 18 Original= Roman von Hans Baysen. „Wenn man nun Großmutters Medaillon fest nach beiden Seiten zudrückte," fuhr Aristide fort, schob sich das umkränzte Schild zur Seite und ein kunstvoll in Pastell gemaltes Miniaturporträt des Großvaters kam zum Vorschein. Wenn es nun so ist, wie ich vermute, und das Medaillon enthält das Bild der Großmutter, dann bleibt wohl kein Zweifel mehr, daß wir hier die Ueberreste meines Ahnen vor uns haben.“ Er drückte hierauf kräftig gegen die beiden Seitenwände des Medaillons. Ein leises Knacken und die Initalien schoben sich fort: den Augen der beiden aufs höchste errecien Freunde präsentierte sich ein in Pastell gemaltes, freundlich lächelndes Mädchenantlitz mit blondem Lockenkopf, das mit Helene eine gewisse Aehnlichkeit hatte. „Mein Großmütterchen!“ Aristide hatte es schluchzend hervorgestoßen. Dann warf er sich vor dem aufgeschaufelten Grab auf die Kniee und rief mit tränenumflorter Stimme: „O, mein Großvater, haben wir dich endlich gefunden! Ich verspreche es dir, du sollst im Hause deiner Ahnen ruhen, an der Stelle, von der dich ein herbes Schicksal so lange fern gehalten hat. Doch du wirst gewiß auch hier gut geschlafen haben, hier beim Rauschen der Bäume, und beim Gesang der Vögel. Ach, wenn Großmütterchen doch diesen Tag noch erlebt hätte.“ Auch Georg stand sehr ernst vor diesem Grad eines alten Soldaten. Er war fern von den Seinen plötzlich dahingerafft worden. Fern von den Seinen? Der Graf von Lagrange fiel darnach doch am 10. Juni 1807. Dann konnte er aber unmöglich die Coufine seines Großvaters geheiratet haben. Und doch war sie die Großmutter Aristides? Da mußte irgend ein Geheimnis bestehen. Er erinnerte sich jetzt der früheren Anfälle des alten Freiherrn und auch der furchtbaren Aufregung, die diesem beim ersten Anblick Aristides befallen. Mein Gott, was steckte dahinter! Ganz verstört blickte er auf den sich jetzt erhebenden Aristide. weisen, daß in China in der Provinz Hunan bedenkliche Unruhen ausgebrochen sind, welche sich in der Hauptsache gegen die Fremden richten. Schon vor einiger Zeit war die Kunde gekommen, daß in der Hauptstadt der Provinz, in Tschangscha, eine Rebellion ausgebrochen sei, wobei sich die Wut des Pöbels in der Hauptsache gegen die Missionen gewandt habe, deren Insassen flüchteten. Verschiedene Gebäude wurden in Brand gesteckt, und auch Personen sollten getötet sein. Diese Nachricht wurde aber später wieder abgeschwächt, vor allem wurde der fremdenfeindliche Charakter derselben bestritten und behauptet, es handele sich um Exzesse infolge Hungersnot, und die Ausschreitungen seien nicht gegen die Fremden, sondern gegen den Gouverneur gerichtet gewesen, weil dieser nicht genügend Reis habe verteilen lassen. Ebenso hieß es, daß die Aufregung in der Bevölkerung hervorgerufen sei durch die Ankündigung des Eintreffens des Halley'schen Kometen. Das Letztere mag richtig sein, andererseits verlautet wohl zutreffend, daß das Nahen des Kometen von gewissenlosen Agitatoren dazu benutzt wird, auf die abergläubische Bevölkerung einzuwirken und ihr einzureden, daß alles Unheil, das zu erwarten sei, auf das Konto der Fremden zu setzen wäre. Diese Agitation ist denn auch nicht ohne Erfolg geblieben, wie denn zweifellos die jüngst gemeldeten Ausschreitungen gleichfalls dem Fremdenhaß zuzuschreiben sind. Die neueren Meldungen, die an amtlichen Stellen eingetroffen sind, sind zwar noch zum Teil unklar und widersprechend, gleichwohl aber geht daraus hervor, daß die Lage in Hunan kritisch ist. Frauen und Kinder flüchten aus Tschangscha, und eine Anzahl Dörfer ist eingeäschert worden. Weiter wird gemeldet, daß überall Plakate angeschlagen sind mit Drohungen, die Ausländer zu töten. 3000 Soldaten sind zwar dahin gesandt worden, um die Ordnung aufrecht zu erhalten, ob diese aber etwas ausrichten, und im Grunde genommen nicht mit ihren Landsleuten gemeinsame Sache machen werden, läßt sich nicht voraussagen. Bezeichnend ist es, daß auch eine technische Schule in Brand gesteckt worden ist, ein Zeichen dafür, daß sich die ganze Bewegung nicht gegen die Fremden, sondern gegen die jetzt schüchtern auftauchenden Reformbemühungen der Regierung richtet. Dieses zeigt deutlich, wohin die Fahrt gehen solle. Vorläufig beschränkt sich die Rebellion nur auf die Provinz Hunau, wer bürgt aber dafür, daß sie nicht schließlich auch auf andere Gegenden übergreifen wird, wenn dorthin die Kunde von den Ereignissen kommt. Es läßt sich nicht leugnen, daß die Verhältnisse in China augenblicklich wieder höchst trostlose sind. Wiederum ist es der Kampf zwischen den beiden Parteien, der reformfreundlichen und der fremdenfeindlichen, welche miteinander ringen und die nicht in letzter Linie am Hofe zu Peking Minen u. Kontreminen legen. Einige Ansätze zu Reformen sind ja gemacht worden, und namentlich auf militärischem und maritimem Gebiete sucht die Mehrheit der Prinzen Belehrung von Europa zu erhalten, aber dem jetzigen Regenten scheint doch keine allzu große Autorität inne zu wohnen. Die alte Kaiserin=Regentin war eine energische Persönlichkeit, die es verstand, ihren Willen durchzusetzen, und das, was sie einmal für gut erkannt hatte, auch durchzuführen wußte. Gerade in den letzten Jahren ihrer Regierung hatte sie sich den Reformbestrebungen sympathischer gegenübergestellt, während ihr Nachfolger hin und her zu schwanken scheint. Unter diesen Amständen ist es nicht ausgeschlossen, daß es über kurz oder lang wieder zu ähänlichen Ereignissen in China kommt, wie seiner Zeit, als die große Boxerbewegung ausgebrochen war. ichtssaal * Krefeld, 25. April. Die Strafkammer verhandelte heute in mehrstündiger Sitzung gegen den Reisenden Karl Spritkamp, der einen schwindelhaften Abonnenten“ „Laß das Grab wieder schließen. Mag er hier noch in Frieden ruhen, bis ich ihn nach Frankreich mitnehme. Und nun nach Hause, ich muß den Fund Helene mitteilen!“ Georg gab den Befehl, Tannenzweige über die irdischen Reste des Toten zu breiten und dieselben vorsichtig mit Erde zu bedecken. Während der Ackerknecht der von der ganzen Angelegenheit nichts verstanden hatte, diese Arbeit ausführte, entblößten die beiden Freunde ergriffen ihr Haupt und sprachen ein stilles Vaterunser:„Gib ihm die ewige Ruhe o Herr, und das ewige Licht lasse ihm leuchten.“ Schweigend und gedankenvoll traten sie den Heimweg an. Helene kam ihnen freudestrahlend entgegen. Sie stutzte, als sie die hochernsten Mienen der beiden erblickte.„Was habt Ihr?“ fragte sie ängstlich. „Aristide hat das Grab seines Großvaters entdeckt.“ „Deines Großvaters?“ „Ja, mein Liebling.“ Und er erzählte ihr die Auffindung des Grabes durch den Pflüger und die näheren Umstände seiner Entdeckung. „Da bist du wohl sehr traurig, mein Aristide und ich wollte dir gerade etwas Freudiges mitteilen!“ Des Vicomtes Züge hatten sich beim Anblick der Geliebten wieder etwas aufgeklärt.„Was ist denn, mein Mädchen?“ „Deine Eltern haben an uns geschrieben und mich mit sehr herzlichen Worten als Tochter willkommen geheißen. Auch für dich war ein Brief eingeschlossen. Ich würde mich sehr freuen, wenn du...“ „Freue dich nur immerhin, meine Helene! Das Auffinden der Ueberreste meines seligen Ahnherrn ist ja gewissermaßen auch eine Freude.“ In Althof nahm man die Mitteilung von dem ereignisreichen Fund sehr verschieden auf. Während der Freiherr und seine Gemahlin interessiert nach allen Einzelheiten fragten, saß der alte Freiherr in sich zusammengesunken da und sagte kein Wort. Sein Teint schien nur um eine Schattierung gelber geworden zu sein. Man kam überein, die Ueberreste des gefallenen Lagrange im Wohlauschen Familienbegräbnis feierkang mit Zeitschriften betrieben hatte. Gegen Provision warb er für eine Buchhandlung Abonnenten für die Zeitschriften„Für die Familie“ und„Die Fürsorge“, die für die Bezieher mit einer begrenzten Versicherung für Unfälle und für Sterbegeld verbunden sind. Spritkamp machte schwindelhafte Angaben über die Versicherung. Zu der heutigen Verhandlung waren über 50 Zeugen geladen worden. In einigen Fällen hatte Sp. auch Urkundenfälschungen auf den Versicherungsscheinen vorgenommen. Er erhielt eine Gefängnisstrafe von 3 Jahren, Von Nab und fern. * Düsseldorf, 25. April. Am 1. Mai ds. Is. wird in Gegenwart des Ministers für Handel und Gewerbe in den Räumen des hiesigen Kunstgewerbehauses eine Ausstellung von Schülerarbeiten der kunstgewerblichen Lehranstalten in den Provinzen Rheinland, Westfalen und Hessen= Nassau eröffnet werden. Die Ausstellung stellt sich zur Aufgabe, das Verständnis für die Wirksamkeit dieser Lehranstalten weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Es werden gute, innerhalb des normalen Schulbetriebes erzielte Leistungen zur Darstellung gelangen. Die Ausstellung, die vom 1. Mai bis 10. Juli ds. Is. dauern wird, umfaßt folgende Lehranstalten: Gewerbliche Zeichen= und Kunstgewerbeschule in Aachen, Handwerker= und Kunstgewerbeschule in Barmen, Kunstgewerbe= und Handwerkerschule in Köln, Handwerker= und Kunstgewerbeschule in Krefeld, Kunstgewerbeschule mit besonderer Architektur= Abteilung in Düsseldorf, Handwerker= und Kunstgewerbeschule in Elberfeld, Fachschule für die Solinger Stahlwaren= Industrie in Solingen, Handwerker= und Kunstgewerbeschule in Trier, Handwerkerschule in Bielefeld, Kunstgewerbeschule in Frankfurt a. M., Königl. keramische Fachschule in Höhr, Königl. Zeichenakademie in Hanau, Königl. Kunstgewerbeschule in Kassel. * Düsseldorf, 25. Apri. In der Nacht zum Montag wurde ein Arzt, den man zu einem Patienten gerufen hatte, beim Ueberschreiten der Straße von einem schnell fahrenden Automobil überfahren. Er erlitt Quetschungen und Verrenkungen. Gegen den Wagenlenker ist die Untersuchung eingeleitet. * Düsseldorf, 26. April. In der Stadtverordneten= Versammlung wurde ein von der Mehrheit der Stadtverordneten unterzeichneter Antrag auf Gewährung freier Fahrt für die Stadtverordneten auf den städt. Straßenbahnen ohne Erörterung an die Kommissionen verwiesen. Der Verein zur Verwaltung des Ueberschusses der Ausstellung von 1902 hat der Stadt ein Brunnen=Denkmal auf dem frühern Ausstellungsgelände vor dem Kunstpalast zum Geschenk gemacht. Die Gestaltung des Denkmals erfordert die Beseitigung der dort stehenden Pergula. Außerdem ist es notwendig, die Viktorinen der beiden Säulen durch größere Figuren zu ersetzen. Die Kosten übernimmt ebenfalls der Verein. Das Brunnen= Denkmal wird in Kunststein und in echter Bronze ausgeführt. Die Stadtverordneten=Versammlung nahm das Geschenk mit Dank an und bewilligte für den Grundbau und die Wasserspeisungsanlage 6000 M. * M.=Gladbach, 26. April. Der Kommerzienrat Ernst Bresges auf Haus Coppenbroich hat dem Landrat des Landkreises 15000 A für wohltätige Zwecke überwiesen * K l e v e, 2 5. A p r i l. E i n d r e i j ä h r i g e s K i n d f i e l b e i m Spielen in einen mit Wasser gefüllten Waschzuber und er* Wermelskirchen, 25. April. Unter dem Verdacht, der berüchtigte Einbrecher zu sein, der seit Anfang ds. Jahres fast das ganze Bergische Land heimgesucht hatte, wurde vor einigen Wochen der frühere Schneider August Koth aus lich beizusetzen und solange zu beherbergen, bis der Transport nach Frankreich bewerkstelligt werden konnte „Welch eigenartige Fügung des Schicfals, daß du in Paris von Georg aufgefunden wurdest. Das hatte zur Folge, daß wir uns kennen und lieben lernten, dann wiederum heute diese für dich und uns alle so wichtige Entdeckung. „Ja, die Wege der Vorsehung sind wunderbar Aristide gedankenvoll.„Wo ist denn der für mich bestimmte Brief?“ fragte er nach einer Pause. „Auf deinem Zimmer. Willst du nicht erst einmal den Brief deiner Mutter an mich lesen? Sieh' nur, so lieb, so gut. „Meine geliebte Tahter; schrieh die Gräfin, Zagiguge unter anderem,„nicht genug kann ich dem Hause Wohlau dankbar sein, dessen einer Sproß mir den Sohn erhielt, während der andere ihn jetzt durchs ganze Leben zu begleiten willens ist. Wie lachen mich deine süßen Augen an, mein Kino. und stiehlt sich dein liebes Antlitz in mein Herz! Es wundert mich gar nicht, daß Aristide sich so zu dir hingezogen fühlte, es hätte mich vielmehr in Erstaunen versetzt, ware dies nicht geschehen jetzt, da ich dein Aussehen kenne. Um wie viel lieblicher mußt du erst in Wirklichkeit sein. Ich brauche dir wohl nicht zu sagen: liebe ihn. Ichweiß, mehr kann es nicht sein, als es jetzt der Fall ist, wie ich auch aus dem Opfermut und der Hingebung erkannt habe, mit der du deinem Auserkorenen nach seinem schrecklichen Sturze bei der Feuersbrunst gepflegt hast. auch mein Mutterherz krampfte sich zusammen, als ich von dem schweren Unglück las, das neuerdings meinen Sohn betroffen. Als ich dann aber dein Bild erblickte und die freudige Nachricht Eurer Verlobung vernahm, da wußte ich: Er ist gut aufgehoben dort. Und nun Gottbefohlen meine Teure und auf ein baldiges persönliches Wiedersehen!".. Ja, sie ist sehr gut, meine Mutter,“ sagte jetzt Aristide, sie weiß aver auch, daß ich nur eine Schwiegertochter bringen werde, der sich ihr ganzes Herz zuwenden wird, um so mehr, da sie selbst keine Tochter besitt:„14tung folgt) Remscheid verhaftet. Die Untersuchung hat nun ergeben, daß er nicht weniger als 35 schwere Einbruchsdiebstähle ausführte. Die gestohlenen Sachen wurden meistens von dem Remscheider Feilenhauer Rich. Schneider und dessen Frau erworben und verkauft. Kurz nach Roths Verhaftung flohen die Hehler ins Ausland und ließen ihre 7 unmündigen Kinder allein zurück. In der Schneiderschen Wohnung fand die Polizei noch eine große Anzahl der gestohlenen Gegenstände vor. Roth hat übrigens auch in Brüssel eine 80jährige Frau erschlagen und beraubt und wird deshalb von der belgischen Staatsanwaltschaft gesucht. Den beiden Gendarmerie=Wachtmeistern, die den gefährlichen Menschen festnahmen, bewilligten die Stadtverordneten eine Prämie. * Emmerich, 25. April. In der Familie des Sägewerksbesitzers K. erkrankte ein 6jähriger Knabe an Genickstarre. * Essen, 26. April. Der Arbeitgeber=Verband für das Baugewerbe im Industriegebiet verhängte über die Ortsgruppe Gladbeck, weil sie sich mit den Arbeiter=Organisationen verständigt und einen neuen Vertrag abgeschlossen hat, die Materialsperre. 19.1103 * B i n g e n, 2 5. A p r i l. E E i n e h ü b s c h e E p i s o d e h a t s i c h b e i derFahrt des„P. 2“ bei Bingen abgespielt. Unweit von Caub fiel auf einen Schleppkahn des Schiffes Mundschenk aus Bingen von dem Parsevalluftschiff ein sechs Pfund schwerer Schinken auf das Schiff. Der Hund des Schiffes entdeckte den Leckerbissen sofort, worauf auch die Schiffsleute darauf aufmerksam wurden. Das Schiff hatte das Erscheinen der Luftschiffe durch Böllerschüsse begrüßt, vielleicht wurde ihm als Dank dafür der saftige Schinken beschert. * Soest, 25. April. Durch das heute Nachmittag hier herrschende große Unwetter ereignete sich ein schwerer Bauunfall. Der Bauunternehmer Fischer baut am Jacobitore eine Anzahl Wohnhäuser, das erste war soweit gediehen, daß das Gerüst bereits aufgesetzt war. Infolge des heftigen Sturmes stürzte dieses ein und begrub die am Bau beschäftigten Arbeiter unter sich. Zwei, die Maurer Gustav Kluh und August Vögeler, wurden schwer verletzt und mußten ins Stadtkrankenhaus gebracht werden, andere Arbeiter kamen mit einigen geringeren Verletzungen und dem Schrecken davon. * Soest, 26. April. In einer großen Handwerker= Versammlung hielt hier als Vertreter des Magistrats der Stadtrat Pieper eine lange Rede, in der er die Handwerker auf den Weg der Selbsthilfe durch Zusammenschluß verwies. Die letzten Sätze hatte der Redner schon stockend gesprochen. Als er geendet hatte, brach er zusammen. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende bereitet. Der Verstorbene stand im Alter von 65 Jahren. * Hohenlimburg, 26. April. Die Regierung hat den Beschlüssen der Stadtverordneten, den Gemeindefehlbetrag wieder wie im Vorjahre durch 190 Prozent aller Steuerarten aufzubringen, die Genehmigung versagt. Die Stadtverwaltung hat infolgedessen den Stadtverordneten den Vorschlag der Einführung der Wertzuwachssteuer unterbreitet. * Posen, 25. April. Heute Nachmittag gab die Frau des Zollaufsehers Oskar Popp auf ihren Ehemann mehrere Schüsse ab, die ihn sofort töteten. Hierauf richtete die Frau die Waffe gegen sich. Auch sie war alsbald eine Leiche. Die Ursache der Tat ist nicht befannt. * P o s e n, 2 6. A p r i l. A l s d i e L e h r e r v o n P o w i d z a u f d e m Powidzer See eine Segelpartie unternahmen, wurden sie von dem herrschenden Sturm nach der russischen Grenze getrieben und dort von Soldaten festgenommen. Ueber ihr Schicksal ist noch nichts bekannt. * Bern, 26. April. An der Neuenburg=Schweizer Grenze glitt am Sonntag Nachmittag ein Deutsch=Schweizer auf einem Ausflug aus und stürzte in die Schlucht hinab. Er wurde als Leiche geborgen.!? Für die Landwirtschaft. X Fruchtwechsel im Gemüsegarten. Wie bei allen Kulturpflanzen ist ein Anbau der Gemüsearten im Wechsel nur zu empfehlen. Einmal sind hierbei die verschiedenen Ansprüche an Boden und Düngung, dann aber auch die verschiedene Empfänglichkeit gegen Schädlinge und Krankheiten zu berücksichtigen. Gewöhnlich teilt man die Gemüsearten ein in 1. starkzehrende, 2. mäßigzehrende und 3. schwachzehrende. Die starkzehrenden erfordern starke Stallmistgabe, womöglich mit Zuhilfenahme von Kunstdüngemitteln. Hierzu sind zu rechnen: Kohlarten, Salate, Spinat, Gurken, Tomaten, Sellerie usw. Die mäßig zehrenden Gemüse erfordern zwar noch einen kräftigen Boden aber nicht unbedingt eine frische Stallmistgabe, in leichtem Boden ist eine schwächere Düngung mit verrottetem Dünger oder Kompost ausreichend. Hierzu sind zu rechnen: Kartoffeln, Möhren, Schwarzwurzeln, Petersilie, Zwiebel usw. Frischer Dung ist diesen Gewächsen im Garten nicht zuträglich, sie leiden an Geschmack, Wurzelgewächse leiden leicht durch Gabelung der Pfahlwurzel, dagegen verlangen diese Gewächse eine tiefe und gründliche Lockerung des Bodens. Die schwachzehrenden Gewächse nehmen auch ohne Düngung vorlieb, die wichtigsten sind Erbsen und Bohnen. Frischer Dung ist hier geradezu schädlich, da sie danach zu sehr ins Kraut schießen und wenig Früchte ansetzen, dagegen ist eine mäßige Verwendung von Kunstdüngemitteln häufig sehr zuträglich, auch darf Kalk im Boden nicht fehlen. diesen Gesichtspunkten ist der Garten einzuteilen und ein Teil reichlich zu düngen, der für die starkzehrenden Pflanzen bestimmt ist. Die zweite Abteilung erhält nur Kompost oder wenig verrotteten Mist und ist für die mäßig zehrenden Gewächse bestimmt, der dritte nur mit Kunstdünger beschickte Teil trägt Hülsenfrüchte. Im nächsten Jahre wird nun derart gewechselt, daß Teil 1 zu 2, 2 zu 3 und 3 zu 1 wird und dementsprechend behandelt wird. Gemüse von mehrjähriger Kulturdauer, wie Spargel, Erdbeeren usw. sind auf einer besonderen Stelle, die aus dem Wechsel vorläufig ausscheidet, anzubauen. Die Vorteile des Fruchtwechsels sind außerordentlich groß, vor allem wird durch den Fruchtwechsel eine vollständige Ausnutzung der Düngemittel erreicht und man hat es in der Hand, jedes Gemüse stets in solche Verhältnisse zu bringen wo es am besten hingeht und am besten gedeiht. 10 Lokale Nacbrichten. Neuß, 27. Apri'. * Der Jahresbericht der Handelskammer(Teil 1) ist erschienen und kann seitens der dazu Berechtigten auf der Geschäftsstelle der Kammer(Rathaus, Zimmer 6) innerhalb der Geschäftsstunden(10—12 und 4—6) entnommen werden. —“. Die Geschäftsverteilung der städtischen Verwaltung regelt sich nach der gestrigen Einführung des Beigeordneten Dr. Beitzen wie folgt: I. Bürgermeister: 1. Allgemeine Dienstaufsicht, Prüfung und Verteilung der Eingänge. 2. Vertretung der Stadt nach außen. 3. Finanzwesen. 4. Verkehrswesen. 5. Politische Polizei und Erlaß von Polizei= Verordnungen. 6. Berichte an vorgesetzte Behörden; allgemeine Staats= und Kirchenangelegenheiten. 7. Verwaltung des Grundstücksfonds der Stadt, der Armenverwaltung und des Hospitals. 8. Städtisches Hochbauwesen und gemeinnütziges Bauwesen, Vermessungswesen und Bebauungsplan. 9. Schulwesen(Oberrealschule, Fortbildungsschulen, Volksschulen). 10. Hafen= und Ringbahn. 11. Elektrizitätswerk. 12. Gaswerk. 13. Wasserwerk. 14. Eichamt. 15. Feuerlöschwesen und Provinzial Feuer= Societät. 16. Städtischer Hypothekenfonds. 17. Kleinbahn. 18. Eingemeindungen. 19. Verwaltung der Stiftungen. II. Beigeordneter Klein: 1. Polizei mit Ausnahme der politischen und der Baupolizei. 2. Steuersachen mit Ausnahme der Grundsteuer und Wertzuwachssteuer und Umsatzsteuer. 3. Armensachen einschließlich Säuglingsfürsorge. 4. Hospitalverwaltung. 5. Alters= und Invalidenversicherung, Krankenkassen. 6. Fürsorge=Sachen und Waisenrat. 7. Lesehalle. 8. Beglaubigung von Unterschriften. 9. Militärsachen. III. Beigeordneter Dr. Beitzen: 1. Sparkasse. 2. Baupolizei. 3. Civil= und Verwaltungsstreitsachen, Haftpflichtsachen. 4. Grundbuchsachen. 5. Grundsteuer, Umsatzsteuer, Wertzuwachssteuer. 6. Straßenbau und Canalisation. 7. Wahlangelegenheiten, Volks= und Berufszählungen. 8. Mitarbeit im Finanzwesen, Verwaltung des Grundstücksfonds, Verwaltung der städtischen Betriebe, Eingemeindungen und Verkehrswesen. IV. Beigeordneter Thywissen: 1. Museumsbau und demnächst Verwaltung des Museums. 2. Vorsitz in der Commission für Mühleninteressenten. V. Beigeordneter Melchers: 1. Schlachthof. 2. Viehmarkt. VI. Beigeordneter Kallen: 1. Stadtgarten und Promenade. 2. Märkte mit Ausnahme des Viehmarktes. Die regelmäßigen monatlichen Kassen=Revisionen werden abhalten: I. Stadtkasse und Nebenkassen: Bürgermeister Gielen, unter Hinzuziehung des Rechnungsrevisors Nybelen. II. Sparkasse: Beigeordneter Dr. Beitzen unter Hinzuziehung eines Curatoriums=Mitgliedes. III. Schlachthof: Beigeordneter Klein unter Hinzuziehung des Gegenbuchführers Pape. IV. Kasse des Gas=, Wasse= und Elektrizitätswerkes: Beigeordneter Thywissen unter Hinzuziehung eines Mitgliedes der Deputation. V. Kasse der Ring= und Hafenbahn: Beigeordneter Kallen unter Hinzuziehung des Stadtsekretärs Goertz. 2) Das Reichsgesetz über den Unterstützungswohnsitz tritt gemäß Artikel 5 des Gesetzes vom 30. Mai 1908 am 1. April ds. Is. in Elsaß=Lothringen in Kraft. Infolgedessen ist das Uebereinkommen zur Regelung der armenrechtlichen Beziehungen zwischen Preußen und Elsaß=Lothringen vom 18. November 1899 von dem gleichen Zeitpunkte ab außer Wirksamkeit getreten. 9 Jubiläum. Am Sonntag, den 1. Mai, feiert der Heizer Franz Ohmen bei der Firma Werhahn u. Nauen, Mühlenstraße, sein 25jähriges Dienstjubiläum. Es wird dem Jubilar an Ehrungen nicht fehlen. * Das Neußer Frühjahrs= Meeting. Acht Tage früher als im Vorjahre, nämlich am Sonntag, dem 1. und ChristiHimmelfahrtstag, dem 5. Mai, steht das diesjährige Neußer Meeting an. Auch sonst hat das Programm insofern eine Aenderung erfahren, als mit Rücksicht auf das Zusammenfallen mit den Mannheimer Rennen, die seit altersher ausschließlich als Herrenreiten ausgeschrieben sind, am nächsten Sonntag sämtliche Rennen von Berufsreitern bestritten werden. Das Hauptrennen des Tages ist wieder das Rheinische Jago=Rennen, dessen Preiserhöhung von 10000 M auf 15000 a sich als eine recht glückliche Neuerung erwiesen hat, denn für diese Steeple= Chase wurden beir Nennungsschluß 74 Unterschriften abgegeben, von denen 43 bei der Gewichtsannahme aufrecht erhalten wurden, und es ist heute schon sicher, daß um den wertvollen Preis 14 bis 16 erprobte Steepler in Wettbewerb treten; ein Feld, wie es die Neußer Bahn bisher nicht gesehen hat. Zwar sind in dem Rennen auch vier Vertreter Frankreichs konkurrenzberechtigt, doch ist nach den neuesten Meldungen auf eine Teilnahme dieser Pferde kaum zu rechnen, dagegen erhält das Rennen eine besondere Attraktion dadurch, daß in Parfrement der bedeutendste Hindernis=Jockey Frankreichs, der in seiner Heimat in den beiden letzten Jahren die meisten Siegesritte erlangte, sich mit seinen in Deutschland tätigen Berufskollegen messen wird. Das Rennen gestaltet sich somit zu einer der bedeutendsten Entscheidungen, die dieses Jahr in Deutschland über Hindernisse zum Austrag kommen. Wenn auch die Dispositionen der Ställe für die übrigen Rennen des Tages heute noch nicht feststehen, so ist doch aus den abgegebenen zahlreichen Unterschriften mit Sicherheit auf gute Felder zu schließen, und somit der sportliche Erfolg des Tages schon im Voraus gesichert. Im Gegensatz zum Eröffnungstage kommen am Himmelfahrtstage die Herrenreiter zu ihrem Rechte, denn sämtliche 6 Rennen sind den Herrenreitern reserviert, und es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die mit Geldpreisen angemessen eusgestatteten Rennen, von denen jedes einzelne dem glücklichen Sieger einen wertvollen Ehrenpreis einbringt, gute Besetzung finden werden. Zum Neußer Meeting wird, wie schon vor längerer Zeit gemeldet, wieder so wie schon im Vorjahre ein PferdeSonderzua ab Hoppegarten zur Verfügung stehen ohne Rücksicht darauf. ob die bestimmungsgemäße Anzahl von Wagen bestellt wird. Der Verein trägt dann selbst die Kosten für die frei mitlaufenden Wagen. Der Sonderzug geht am Donnerstag, den 28. April, nachmittags 4 Uhr 20 Min. von Hoppegarten ab, Ankunft Freitag, 11 Uhr 22 Min. vorm., Rückfahrt Freitag, 6. Mai, nachm. 3 Uhr 24 Min. — Bürozeiten der Notare und Rechtsanwälte. Es wird uns geschrieben: Am vergangenen Sonntage tagte im Hotel Langebeckmann hierselbst, eine Versammlung der hiesigen Notariats= und Rechtsanwalts= Bürobeamten, in welcher vorgesehen wurde, den bereits in anderen Städten seit langer Zeit eingeführten Büroschluß an Samstags= Nachmittagen, sowie eine einheitliche Bürozeit einzuführen. *( Die Damen= und Mädchen=Abteilung des Allgemeinen Turnvereins feierte am vergangenen Sonntag ihr zweites Stiftungsfest. Darüber wird uns geschrieben: Nachmittags fand in der Turnhalle der städt. Oberrealschule ein Schauturnen stätt, zu dem sich die Eltern und Freundinnen der Turnerinnen in großer Anzahl eingefunden hatten, ebenso waren der Herr Kreisschulinspektor und verschiedene Mitglieder des Vorstandes erschienen. Die Mädchen und Damen zeigten zuerst Freiübungen und dann die verschiedensten Uebungen am Barren, Reck, Pferd und Ringen, die den ungeteilten Beifall aller Anwesenden fanden und beredtes Zeugnis ablegten, von dem Interesse und Eifer mit dem sich die Damen und Mädchen dem Turnen hingeben. Dem Leiter der Abteilung, Herrn Rudolf Oepen wurde ein prachtvolles Blumengebinde als Dank für seine große Mühe überreicht. Abends versammelten sich die Mitglieder mit ihren Damen im großen Saale des Hotel Pelzer, um das Stiftungsfest feierlich zu begehen. Der Schriftwart des Vereins, Herr A. Voswinkel begrüßte die zahlreich Erschienenen; er legte dar, welch steigender Wertschätzung sich das Frauenturnen erfreue und welcher Gewinn aus der Pflege geregelter Leibesübungen erblühe. Sein Hoch galt dem ferneren Wachsen, Blühen und Gedeihen der Damen= und Mädchen= Abteilung.— Das Programm des Abends war sehr reichhaltig. Zunächst zeigten die Damen Keulenschwingen, worauf ein Theaterstück folgte, dem sich Freiübungen der Vorturnerschaft des Vereins und ein Barrenturnen der Vorturnerinnen anschlossen. Den Schluß bildete wieder ein Theaterstück. Alle Darbietungen fanden wiederum reichen Beifall, namentlich rief das Barrenturnen der Vorturnerinnen stürmische Begeisterung hervor. Der nachfolgende Tanz hielt die Mitglieder noch recht lange zusammen und als man endlich nach Hause ging, tat man es mit dem Bewußtsein, wieder einmal recht vergnügte Stunden im„Allgemeinen“ verlebt zu haben. = Radsport. Bei dem am Sonntag, den 24. cr. in Krefeld stattgefundenen 90 Kilometer= Rennen Krefeld= Merheim= Krefeld, bei welcher Gelegenheit die Fahrer auch Neuß passierten, errang das Mitglied des Vereins Neußer Straßenwettfahrer Ludwig Winter unter starker Beteiligung von 53 Fahrern den 1. Preis. In einem, von demselben Vereine abgehaltenen Jugendfahren über 25 Kilom. belegte das Mitglied Johann Schmidt jr. den 4. Platz. X Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 11 Grad über Null, niedriaste in vergangener Nacht 2 Grad über Null, heute Morgen 5 Grad über Null. Barometer 7 min gestiegen. Wind westlich. dem Kreise. [=) Ansteckende Krankheiten. In der Woche vom 17. bis 23. April laufenden Jahres sind im Kreise Neuß nachstehende Erkrankungsfälle konstatiert worden: an Diphterie 2; an Körnerkrankheit 1; an Unterleistyphus; an Paratyphus 1; an Genickstarreverdacht 1. Stadtverordneten=Sitzung. ( Neuß, 26. April. In der heutigen Stadtverordneten= Sitzung, in der Bürgermeister Gielen den Vorsitz führte, fand zuerst statt die Einführung des Herrn Beigeordneten Dr. Beitzen. Bram. Gielen machte Mitteilung von dem Allerhöchsten Erlaß, durch den Herr Assessor Dr. Beitzen als besoldeter Beigeordneter der Stadt Neuß bestätigt wurde. Ferner teilte er mit, daß vom Regierungspräsident der Stadtverordneten= Versammlungsbeschluß genehmigt wurde, der die Reihenfolge festsetzt, nach der die Beigeordneten den Bürgermeister vertreten. Der Vorsitzende fuhr dann fort: Ihm liege jetzt nach der Städteordnung die Pflicht ob, Herrn Beigeordneten Dr. Beitzen in sein Amt einzuführen und in Eidespflicht zu nehmen. Herr Dr. Beitzen habe den Diensteid schon am 20. Januar 1903 vor dem Kgl. Amtsgericht in Lehe geleistet, er verpflichte ihn weiter auf diesen Eid durch Handschlag.(Das geschieht.) Die Stadtverordneten hätten den Herrn Dr. Beitzen gewählt, nachdem er über zwei Jahre als Hülfsarbeiter, zuerst als unbesoldeter, dann als besoldeter hier gearbeitet habe. Als er gewählt wurde, sei er den Stadtverordneten kein Unbekannter gewesen,, sondern ein Herr, dessen Tätigkeit und Arbeitsleistung sie gekannt hätten. Durch einstimmige Wahl sei bekundet worden, daß die Stadtverordneten Vertrauen in seiner Person gefunden hatten. Seinerseits schließe er sich dem im vollsten Maße an, und er gebe heute, wo er Herrn Dr. Beitzen als Beigeordneten einzuführen habe, der Hoffnung und festen Erwartung Ausdruck, daß der neue Beigeordnete wie bisher mit derselben Arbeitsfreudigkeit und demselben Erfolg weiter arbeite und recht lange im Dienste der Stadt bleibe. In den 2½ Jahren habe er erhebliche Arbeit geleistet bei der Erweiterung und Entwicklung der Stadt. Er sei also genau orientiert über das, was er als Dezernent jetzt selbständig zu bearbeiten haben werde. Er hoffe, daß Herr Dr. Beitzen mit dazu beitragen werde, die Entwicklung der Stadt weiter zu fördern und daß er persönlich an seiner Arbeit recht viel Freude haben werde, und sich dadurch veranlaßt sehe, noch recht lange Jahre für die Stadt Neuß zu arbeiten. Beig. Dr. Beitzen erwiderte: Er danke dem Vorsitzenden für die liebenswürdigen Worte der Anerkennung. Auch danke er den Stadtverordneten aufrichtig für das Vertrauen, welches sie ihm bei seiner Wahl bewiesen hätten. Er werde sich bemühen, das Vertrauen zu rechtfertigen, seine Stelle zur Zufriedenheit auszufüllen und seine Amtsgeschäfte so auszuführen, wie es das Interesse der Stadt und ihrer Bürgerschaft verlangt. Annahme eines Vermächtnisses. Der Vorsitzende führte aus, Herr Rentner Julius Zimmermann, dem die Stadt fast ihren ganzen Rosenflor verdankte,— zur Beruhigung wolle er mitteilen, daß die Rosen allmählich geschenkt worden seien, und daß das einzelne Geschenk niemals den Wert von 500 A überschritten habe— sei leider vor kurzem gestorben, habe aber durch letztwillige Verfügung sich noch ein bleibendes Denkmal errichtet, indem er durch die Einkünfte aus einem Legat gesorgt habe, daß in seinem Sinne weiter zur Verschönerung der Stadt gearbeitet werden kann. Er habe in seinem Testament ein Vermächtnis von 5000 Mark hinterlassen, dessen Zinsen zur Verschönerung des Stadtgartens und der öffentlichen Plätze mit Strauchrosen dienen sollen. Er wünscht, daß die Rosen aus der Quelle bezogen werden. aus der er sie selbst bezogen habe. Außerdem übergibt er der Stadt 1000 A für die Erhaltung seines Familiengrabes, damit dies in gutem und würdigen Zustand erhalten werde. Außerdem erhält die Stadt seine Münzensammlung und vier Kupferstiche, die im neuen Museum untergebracht werden sollen. Der Vorsitzende bat, die Vermächtnisse mit dem Ausdruck des lebhaften Dankes anzunehmen. Das Kollegium gab seine Zustimmung. Der Vorsitzende verlas noch Stellen aus dem Testament, nach denen der Verstorbene auch noch andere Stiftungen für öffentliche Zwecke hinterlassen hat: 20000 A für das Waisenhaus. Diese Stiftung ist belastet mit einer Rente für die Haushälterin des Erblassers. Je 5000 cn für den Elisabethenverein, den Vinzenzverein, den Kathol. Gesellenverein und 2000 A für den Turnverein von 1848. Absperrung des Hammfeldweges und des Hessentordammes für die Rennen des Neußer Reiter=Vereins. Der Vorsitzende bat, sich damit einverstanden zu erklären, daß die Absperrungen wie üblich stattfinden. Stadtv. Derstappen, ffragt, ob die Landstraße am Hessentor bis zum Rennen fertig sei. Bram. Gielen: Die sei fertig. Eine Hälfte könne befahren werden. Stadtv Derstavven: Vorige Woche sei dort wegen des Zustands der Straße Pferdeschinderei zu beobachten gewesen. Brgm. Gielen: Man hätte die Straße einfach sperren können; das wäre aber noch schlimmer gewesen. Während derartiger Bauarbeiten müsse schon etwas in Kauf genommen werden. Die Fuhrleute könnten dabei auch etwas weniger laden. Niemand werde der ausführenden Firma das Lob vorenthalten können, daß dort ausgezeichnet gearbeitet worden sei. Stadtv. Derstappen: Da müsse mit Hochdruck gearielen: Das sei geschehen. Jeder der die Arbeit gesehen habe, müsse gestehen, daß vorzüglich gearbeitet Stadtv. Leuchtenberg: Von der tung werde der südliche Tribünen=Eingang geschlosseg, gehal: ten. Man müsse, vom Süden kommend, durch die Stadt gehen oder den Weg über den Damm nehmen, der in.,„den Jahre binter der Tribüne sehr schlecht gewesen sei. Früher sei der Südeneingang der Tribüne immer offen gewesen. Bram. Gielen: Das sei Sache des Reitervereins. Er wolle aber als Vorstandsmitglied des Vereins diese Anregung weiter geben. Antrag des Neußer Schachvereins um Bewilligung eines städtischen Ehrenpreises. Bürgerm. Gielen: Das 9. Verbandsfest des Niederrheinischen Schach=Verbandes finde hier vom 7. bis 13. August statt. Vor mehreren Jahren sei bei einer solchen Gelegenheit von der Stadtverordneten= Versammlung ein Ehrenpreis im Wert von 100 c bewilligt woxpen. Di Finanzkommission schlage vor, diesmal ebenfalls 100 K für einen Ehrenpreis zu bewilligen... 16 B.2mung Die Versammlung gibt einstimmig ihre Zustimmung. Abänderung des Bebauungsplanes über das alte Mühlengelände der Firma C. Thywissen. Der Vorsitzende teilt mit, daß in dem Plan ganz kleine Verschiebungen gewünscht würden. Außerdem solle die Fluchtlinie bis zur Lindensgasse durchgeführt werden soll. Die vorgesehenen Straßen böten ein recht nettes Städtebild. Das Kollegium gibt seine Zustimmung. Der Fluchtlinienplan einer Querstraße zwischen Annostraße und Burgunderstraße und der Fluchtlinienplan der Römerstraße und Abzweigung einer Querstraße zum Weißenbergerweg wurden nach der Vorlage genehmigt. Benennung von Straßen. Bürgerm. Gielen: Auf dem Thywissen'schen Mühlengelände gebe es keine durchgehende Straße, sondern eine Anzahl von Straßen, die auch durch einen überwölbten Uebergang von der Oberstraße getrennt seien. Mit Rücksicht auf die Art der Straßenausbildung und aus geschichtlichen Gründen—(das Jesuiten= Türmchen bleibt bestehen) schlage die Finanzkommission vor, die Straßenanlage„Jesuitenhof“ zu nennen. Die neue Straße im nördlichen Stadtteil solle nach dem Erbauer des Münsters„Avvifstraße“ genannt werden. Die Vorlage wurde genehmigt. Terrainerwerb für die Offenlegung der Salzstraße. Der Vorsitzende ersuchte, die Verkaufsabschlüsse zu genehmigen. Die Vorverhandlungen seien auf der Basis geführt worden, daß die Anlieger sich bereit erklärt hätten, soweit es sich nicht um Terrain vorn an der Königstraße handle, den Einheitspreis von 7 A für den Quadratmeter zu fordern, vorausgesetzt, daß kein andrer mehr bekomme. Durch Beschluß des Bezirksausschusses sei nun der Preis, den Herr Hahn erhalte, auf 9,50 A festgesetzt worden. Der den andern Adjazenten zu zahlende Preis sei also dementsprechend zu erhöhen. Das Gelände an der Straße solle mit 23 A für den Quadratmeter bezahlt werden. Stadtv. Piel fragt, wie es bei dem Ausbau der Salzstraße mit dem Weg zum Weißenbergerweg sei. Bürgerm. Gielen erklärt, darüber augenblicklich nichts sagen zu können.. Auf Anfrage teilt er mit, daß eine Vorlage betr. die Offenlegung der Salzstraße jetzt folge. Unter Mitteilungen. legte der Vorsitzende einen Vertragsentwurf der Eisenbahndirektion Elberfeld vor, bezüglich der Unterführung durch den neuen Eisenbahndamm unter der Düsseldorfer Linie. Die Eisenbahndirektion beabsichtigte die Unterführung bei der Erbreiterung des Dammes für 4 Gleise von 4,5 Meter auf 7 Meter zu erbreitern. Die Stadt Neuß beantragte, die Erbreiterung auf 10 Meter vor: zunehmen. Die Eisenbahndirektion erklärte sich dazu bereit, wenn die Stadt sich verpflichte, zur Deckung der Mehrkosten 37.000 M zu zahlen. Die Vorlage, mit der sich das Kollegium schon früher grundsätzlich einverstanden erklärt hatte, wurde genehmigt Beigeordn. Klein machte Mitteilung von dem zustimmenden Bescheid, den der Bezirksausschuß zu dem jüngst beschlossenen Nachtrag zur Grundsteuer= Ordnung gegeben hat. Mit einer redaktionellen Aenderung war das Kollegium einverstanden. Der Vorsitze ide macht noch Mitteilurg von Antworten der Kgl. Eisenbahndirektionen betr. Fahrplan=Verbesseeungen und dergl., um die er eingckommen war. ** In geheimer Sitzung wurde die Erhebung von Abgaben für Leitung von Abwässern in städtische Wasserläufe. für eine Reihe von Firmen festgesetzt. Anstellung eines Beamten. Die Versammlung wurde gehört, über die Anstellung des Stadtkassen= Assistent Sauerland. Hamburg, 26. April. Hier steht eine allgemeine Aussperrung der dem sozialistischen Verbande angehörigen Schlächtergesellen durch die Schlächter= Innung zu erwarten, falls der Verband nicht unverzüglich den Boykott gegen eine Firma aufhebt, die sich weigerte, den Verbandstarif Perlin, 28. April. Wegen des räuberischen Ueberfalls auf den Geldbriefträger Eutenburg ist der Täter Drechsler zu 8 Jahren Zuchthaus, die mit der gegen ihn schon erkannten Zuchthausstrafe von 4½ Jahren auf 11 Jahre zusammengezogen worden sind, und Kayser wegen Beihilfe zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Gegen beid ist auf je 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht Karlsruhe 26. April. Die Karlsruher Zeitung meldet: Das Rauchverbot, das zurzeit für die auf die Linien überaehenden Speisewagen hesteht, wird mit dem 1. Mai für den Bereich der badischen Staatseisenbahn= Verwaltung aufgehoben.„„ E um 2 Schloß Urville, 26. April. Der Kaiser, der um 2 Uhr von Straßburg im Automobil abgefahren war, nahm den Weg über Zabern, Pfalzburg, Saarburg nach Kaiser an der kürzlich wiederhergestellten bischöflichen Münze aus. Nach einer Begrüßung durch den Bezirkspräsidenten Graf v. Zeppelin=Aschhausen wurde das Innere des Baues eingehen besichtigt. Nach etwa einstündigem Aufenthalt wurde die Fahrt über Delme nach Urville fortgesetzt, wo der Kaiser aleichzeitig mit der Kaiserin eintraf. Leipzig, 26. April. Das Reichsgericht hat die des Bergmanns Hermann Oste, der vom Schwurgericht in Kleve am 8. März wegen Ermordung eines Jagdaufsehers zum Tode verurteilt worden war. verworfen. Paris, 26. April. Von den Seegerichten in Bordeaux und Marseille wurden heute verschiedene Matrosen u. Heizer wegen Desertion von ihren Schiffen während des Ausstandes der eingeschriebenen Seeleute zu mehrtägigen Gefängnisstrafen verurteilt. Rom, 26. April. Der Papst empfing den Kardinal=Erzbischof Fischer= Köln in Audienz. Christianig, 26. April. Beim nordischen ist aus Paris die Nachricht eingetroffen, daß der Dichter Björnstjerne Biörnson heute Abend um 8¾ Uhr geVorislaw, 26. April. Im Thaddaeenschacht der Firma Wolski u. Co. ist in der vergangenen Nacht Feuer ausgesrochen, das auf den Schacht Doska der Firma Thurn un Taxis übergriff. Die Löscharbeit wird durch Wassermangel erschwert. Die angrenzenden Gruben sind nicht gefährdet. New=York, 26. April. Der Polarforscher Peary ist zu einer Vortragsreise nach Europa abgereist New=York, 26. April. Eine von anderer Seite noch nicht bestätigte Nachricht aus St. Johns auf Neufundland besagt, der Fischdampfer Boothie habe gemeldet, der Robbendampfer Aurora sei gesunken. Man befürchtet, daß 187 Mann ertrunken sind. Letzte Nacbrichten und Telegramme Zum Unfall des 3. 2. Weilburg, 26. April. Der Chef der Verkehrstruppen, Geeralleutnant von Lyncker. war selbst im Augenblick des Infalls mit mehreren Offizieren an der Unglücksstelle und lußerte sich gegenüber seiner Begleitung:„Wir haben uns einen Vorwurf zu machen, wir haben nichts außer Acht geassen. Die elementare Gewalt ist stärker gewesen als wir. Eine Bemannung der Gondeln mit Militär hätte für diese Leute direkte Lebensgefahr bedeutet. Man mußte sich lediglich uuf die notwendige Belastung durch Sandsäcke und das übliche festhalten beschränken." In Weilburg war heute das Gerücht verbreitet, daß der kaiser aus Straßburg nach der Unfallstelle kommen wolle Eine Bestätigung dieser Nachricht konnte bisher noch nicht erangt werden.— Die Nachricht, wonach Z. 3 vom Staate ingekauft werden soll, ist nach einer amtlichen Meldung vollständig aus der Luft gegriffen Friedrichshafen, 26. April. Von der Zeppelingesellschaft ind Oberingenieur Dürr, Kapitän Lau und Schriftsteller Eckener an die Unfallstelle nach Limburg abgesandt worden. Graf Zeppelin selbst bleibt hier. Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 27. April. Weizen 100 Ko. Roggen 100Ko. Hafer 100 Kilo 1. Qu. 22 2. 1. 2 1. 2. 21 16 15 15 14 0 90 20 20 70 70 Kartoffeln 50 Kilo K 2,50—2,80 Heu 50 Kilo.„ 4,50—5,00 Luzernerheu 50 Kilo Krummstroh 500 Kilo„ 20,— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 22.— Butter Kilo„ 2,60 Eier 100 Stück„ 0, Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert. Preisnotierungen der Neußer Müller. Neuß, 27. April. Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Gereinigtes Rüböl 3 A mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine„ Kleien 50 Kilo Rüböl 50§ niedriger. A 59 61 100 104 6 50 50 20 Köln. 20. April. Rüböl in Posten von 5000 Ka. 63.00 B.. Mai Luzernerheu 14,50—115—, Wiesenheu 9.30—9.80, Richtstroh(Flegeldrusch) 4.90 5.21, Krumm= und Preßstroh 4,40—5.00 die 100 Kil. Duisburg, 20. April. Fruchtmarkt. Weizen, inlandischer 22.20— 22.40 Donau 0000—60,00, Schwarzmeer 23.00—24,00. Asow 25,00— 24.00 amerik. 25,00—24,00. Roggen, inländ. 16,20—10,40, Schwarz= mieer 17.75—18 75, Asow 14,75—18,75, amerikan. 00,00—00 b5. Hafer, inländ. C0 00— O0 00, Donau 1625—18,50, russ. 16.25—18,50, amerik. 00,00- 00.00 Futtergerste russ. 12,50—12.70, ruman. 12,70—12 90. Mais, amerik. 14.70—15,00. Donau 15,25—16,25, Cinquantino 16,-0—17,00, russ. 00.bu—00,00. Buchweizen 15,25—13.70. Weizenmehl Nr. 000 29.50- 30.25, Nr. 00 28,75—25,25. Roggenmehl Nr. 0 22 50—23 25, Nr. 0/1 21,75—22,25, Bollmehl 12,50—12,00, Grand 10,00—10,50, Kleie 11.70—11.50 einschl. Sack. Alles die 100 Kil. Essen, 26. April Getreidemarkt. Weizen, inländ. 21,25—22,75, remder 23,00—25,02. Roggen inländ. 15.70—16,75, fremder 18,50—19,50 Hafer, inl. 00.00—00 00, fremder 16.50—20.50. Buchweizen 20,0—40.00. Funergerste 1270—13.50. Mais 16.25—11,50. Weizenvorschuß 29,50— 3.55, Roggenvorschuß 2=,.50—24.00, Weizenkleie 00.05—00.00 4. Alles Frachtgrundlage Essen die 100 Kil. ohne Sack, bei Abnahme von Doppelladunger, mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Magdeburg, 26 Avril. Kornzucker 88% 00,06—00,00, 75% 00 00— 00,00, ruhig. Rohzucker zur Durchf. bordf. Hamburg Avril 14,45 B, 1440 G., 00.00 bz., Mai 14.45 B., 14 42 G. 00.00 bz. Juni 14.45 B., 14.42 G. 00.00 bz., Aug. 14,52 B. 14.50 G, C0.00 bz, Okt. Dez 11,45 B. 11,42 G., 11.45 bz., Jan.=März 11,59 B. 11.47 G. 00.00 bz., ruhig. Brotraffin. la 24,70—25,00, Kristallzucker la 10,00 gem. Raffin 2450— 24,75, gem. Melis 24.00— 24,25, bei Posten aus erster Hand, ruhig, stetig. Berlin. 26 Acril Fruchtmarkt. Weizen Mai 222.00(22.,75). Juli 21800(216,50), Sept 204.75(204,00). Roggen Mai 15600(156,00 Juli 16200(162 00, Sept. 162.25(16.,50). Hafer Mai 155,75(155 50) Juli 16000(16c,00). Mais Mai 000.00(00k,00), Juli O00.00(00000) Weizenmehl 26 50—29.75 Roggenmehl 1860 20.60 Rüböl April 00,00 (00 00), at 56,60(57.30), Okt. 54 40(55 10 M) Hamburg. 26 Aoril. Weizen stetig, Mecklenb. und Ostholsteiner AprilMai 225—00 Roagen ruhig, Mecklend. u. Altm. 148 1 9 Pud 10/15 Pfd. April=Mai 120,03. Gerste ruhig, südrufs. ets April 106 50 Hafer ruhig, Holsteiner u. Mecklend. 159—173 Mais ruhig. amertk. mixed April=Mai 16.,50, La Plata cik Mai=Juni 11700. Rüböl ruhig, 59.00 Spiritus stetig, April 21,75 G., April=Mai 2175 G., Mai=Juni 21.75 G. Petroleum(amerik.) spez. Gewicht 6.800 schwach, 6 50. Salveter fest, 85d, Mai 8,27½, Jebr.=März 8.721 Hamburg, 20. Avril. Kaffee ruhig, Mai 34¾4, Sept. 35½. Dez 35½, Marz 353/ G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. Bremen. 20. April. Schmalz vorr. Tups und Firkins 6d, Doppeleimer 66 ruhig.ll min 10 0 Autwerpen, 20 Avril Getreide. Weizen. amerikan. Winter= 19 25— 21,50, La Plata= 2150—22.00, russischer 21,75—22,75 Donau= 26.50 27.00, Roggen russischer 14,00 15,25, Haser 14,25—.4.50 Gerste Futter13,50—13,75. Mais Odessa= 15.25- 00 0b, La Plata= 14,50—15,75, Ctnquantino= 16,00—16,62, gem. amerit 14 75 14,50 Antwerpen, 26 Aoril. Kaffee ruhig. Mai 49 Juli 45, Sept. 45, 49 Hul, 26 April. Baumwollöl o. F. rohes 29 S. 6 D., raff. 30 S raff. Mai=Aug 30 S. 6 D. Leinöl o. F. 37 S. 6 D. Mai Aug. 37 S. 3 D., Sept.=Dez 36 S 3 D. Soya=Bohnen=Oel vorr. 31 S. 0 D., April=Aug. 30 S. 10½ D. London, 26. April Metallmarkt. Kupfer stetig Chili=Bars, ood ordin. brands L. 56 5—. 3 Monate 577.6. Best Selected 6010„ Elektrolit 59.—.—. Zinn fest, Straits 149.176, S Monate 150.176. matt, span. 12126. engl. 13.—.—. Zink matt, gew. Marke Krefeld. 26. April 228 Rinder und Kühe. mästete ältere Kül # und höher, 2. Chieaao. 26. April. Getreidemarkt. Weizen Mai 108%, Juli 10 Sept. 99⅞, Der.— Mais Mai 59¼. Juli 62 1. Sept. 63, Dez. do. Hafer Juli 40 1. Sept. 38¾. Roggen vorr. 78, Mai 78 Duluth: Leinsaat Mai 2 40½ Sept. 1,83„„„ New=York, 26. Avril. Getreidemarkt. Weizen Mai 115¾. Juli 1095. Sept 107¼, Dez.—. Mais Mai 68⅞. Juli 71 3/4, Sept. 71½, Dez.—. Mehl spring wheat 420. Getreidefracht nach Liverpool 1½ Nev=Nork. 26. April. Baumwolle. Baumwolle vorr. 15.25, Aprl Okt. 12,68, Nov. 12,54, Dez. 12,53, Jan. 12,49. Viehmärkte. Zum heutigen Viehmarkt waren aufgetrieben Die Preise stellten sich 1. für vollfleischige aushöchsten Schlachtwertet(bis zu 7 Jahren) auf vollfleischige ausgemästete ältere Kühe, höchsten Schlachtwertes auf 68—70, 3. für wenig gut entwickelte junge Kühe 58—00, 4. für ältere nicht ausgemästete Kühe auf 52.—004. die 50 Kilo Schlachtgewicht. Geschäft lebhaft, voraussichtlich kein Ueberstand. elderfeld. 25. April. Zugetrieben: 894 Stuck Großvied, 2253 Schweine, 495 Kälber und 209 Schafe. Großvieh 1. Qual. 76—78, ausgesuchte besie süddeutsche bis 4.4 höher, 2., Ougl.,%, 66—70, gemästete Bullen 69—75. Kühe 1. Qual. 75—78, 2. Qugl. 70 74, 3. Qual. 60—65. Jungpieh 00—00. Schweine 1. Qual. 65.—68, 2. Qual. 60—64. Kälber 1. Qual. 85—92, 2. Qual. 70.—75 dte 50 Kll. Schlachtgewicht. Geschlachtete Hämmel 1. Qual. 76—77, Mutterschafe 65—79# die 50 Kil. Kohlen. agengestellung am 25. April. Im Ruhrbezirk gestellt 21159 hlt 00.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 643, gefehlt —.— Saarbezirk gestellt 371, gefehlt 00. bezirk gestellt 946, gefehlt 00— Im oberschlesischen Revier gestellt 0000, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselziussätze der Notenbauken vom 26 April. Amsterdam 5. Belgtsche Phrpgz. L1,„ Deutsch, Wiestze, 4.„Poggager 5. Lissabon 6. London 4. Italien. Plätze 5. Madrid 4½ Paris 3. Petersburg 4½. Schweiz. Plätze 3. Wien 4. Wasserstands=Nachrichten. Köln. 26. April. 7 Uhr vormittags, Rheinhöhe 2,93 gest. 0,14 m Wesel, 26. April. 9 Uhr vormittags, Rheinhöhe 1,74 gest. 0,47 m Trier, 26. April. 7 Uhr vormittags, Moselhöhe 0,87 gef. 0,17 m Hafenverlehr im Rhein= Erft=Hafen zu Neuz.“ Angekommen am 26. April 1910. Schiff„Alida“ Schiffer Anis mit Weizen von Antwerpen. Schiff„Verwisseling“ Schiffer Bom mit Stückgut von Antwerpen. Schiff„Maria“ Schiffer Zoller mit Holz von Frankfurt. 254 wenn in allen Ecken das große Wenn Hauspuck U Reinemachen beginnt: das Putzen, Abwaschen, Fegen, Wischen, Schrubben, Kratzen, Scheuern, dann bewährt sich wie schon seit langen Jahren, dabei am besten der bekannte Luhns Wasch=Extrakt mit rotem Band. Wo man etwa versucht, etwas anderes als„dassesbe“ oder als grade so gut zu unterschieben, schreibe man direkt an Luhns Seifenfabrik in Barmen, dann wird Ihnen sofort die nächste Verkaufsstelle mitgeteilt. Gerhard Kraus Söhne, Inh.: W. Kraus Schillerstr. 42. Bau- u. Kunstschlosserei mit mech Betriebe. Tel. 666. Kunstschmiederei, Eisenkonstruktionswerkstatt, Treppenbauanstalt. — Spezialität: Anfertigung von Frontgittern, Toren, Balkonen, Türfüllungen, Fahnenhaltern und Stangen, Zierankern, Grabgittern, Treppengeländern, Fenstern, Wendel- und geraden Treppen etc. etc. Bims die Händ’ mit Abrador! per Rolle von 8 Pfg. an Goldtapeten von 16 Pfg. an. Reste außergewöhnlich billig. 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Für die liebevolle Teilnahme bei dem schmerzlichen Verluste meines teuren unvergesslichen Gatten, Vaters, Sohnes, und Bruders, sowie für die schönen Kranzspenden spreche ich Allen, insbesondere den Vereinen, meinen herzlichsten Dank aus. Frau Wwe. M. Kraus u. Familie. Si! bedeutet in der Schuh-Industrie das denkbar Beste in Qualität, das Eleganteste in Form und Ausführung und steht in dieser Hinsicht unerreicht da. Allein-Verkauf der berühmten „Herz“-Schuhe Bekanntmachung. In das hiesige Genossenschaftsregister wurde heute unter Nr. 34 bei der Milchverwertungs=Genossenschaft Neuß, eingetrag. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht“ zu Neuß eingetragen: Durch Generalversammlungsbeschluß vom 15. März 1910 ist die Auflösung der Genossenschaft beschossen worden. Zu Liquidatoren sind ernannt: Gutsbesitzer Johann Kallen in Kallen hof, Gutsbesitzer Wilhelm Kreutzer zu Morgensterns heide, Gutsbesitzer Johann Kenten in Neuß. Jeder Liquidator ist für sich allein berechtigt, die Genossenschaft zu vertreten. Neuß, den 15. Avril 1910. Königl. Amtsgericht. Bekanntmachung. Im hiesigen Handelsregister Abteilung A Nr. 214 ist heute zu der Firma Jonas Hoffmann in Neuß eingetragen worden 1. Daß die Gesellschafterin Witwe Jonas Hossmann, Helena geborene Bielefeld aus dem Geschäfte ausgeschieden ist. 2. Daß Kaufmann Arthu: Hossmann in Neuß in das bestehende Geschäft als Gesellschafter eingetreten in. 3. Daß die Prokura des vorbezeichneten Arthur Hoffmann erloschen ist. Jeder Gesellschafter ist zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt. Offene Handelsgesellschaft seit1 Januar 1910 Neuß. den 20 Aptil 1910 Königl. Amtsgericht. Viehmarkt in Wesel am Niederrhein. Der nächste Diehmarkt findet a. Montag, den 2. Mai statt Es sind hier zu größere Transporte Weidevieh(tragende Milch=u. Zucht kühe) angemeldet. Die Marktweide ist zim Auftrieb des Marktviehes heute eröffnet worden. Wesel, den 26. Apiil 1910. 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