Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Preis vierteljährlich einschl. der tägl. Beilage„Bunte Blätter“. in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bez. 1,65 Mk., mit illustr. Unterhaltungsblatt 1,80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neutz. Nr. 90. 1 Blatt. Amtliches Kreisblatt Druck und Verlag: Nob. Noack, Neuß. Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene Petitzeile oder deren Raum, auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die Zgespaltene Petitzeile oder deren Raum, Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß. Expedition: Neuß, Neustr. 1. Tel. 57, Samstag, 23. April.(Georg.) 1910. 85. GT Dolitische Nacbrichten. Deutschland. X Winkelausstellungen und Scheinauszeichnungen. Im Justizministerialblatt(Nr. 15 vom 15. April) ist folgende allgemeine Verfügung vom 8. April 1910, betreffend die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes, enthalten. In den letzten Jahren hat das Unwesen der sogenannten wilden oder Winkelausstellungen, deren wesentlicher Zweck darin besteht, Medaillen, Diplome und dergleichen gegen Entgelt ohne voraufgegangenen ernsthaften Wettbewerb zu erteilen, und im Jusammenhange damit der Gebrauch derartiger Scheinauszeichnungen durch Gewerbetreibende zur geschäftlichen Reklame einen erheblichen Umfang angenommen. An der nachdrücklichen Bekämpfung dieser Auswüchse, zu welcher die Bestimmungen des Reichsgesetzes vom 7. Juni 1909 gegen den unlauteren Wettbewerb und des Strafgesetzbuches(§ 4 U. W. G. in Verbindung mit§ 49 St.GB., ferner§ 63 StGB.) die Handhabe bieten, hat die Allgemeinheit ein lebhaftes Interesse. Die Staatsanwaltschaften haben daher, wenn in solchen Fällen von Verbänden zur Förderung gewerblicher Interessen oder von Einzelpersonen ein strafrechtliches Einschreiten beantragt wird, regelmäßig von Verweisung auf den Weg der Privatklage Abstand zu nehmen, vielmehr die Beschuldigung sachlich zu erörtern und geeignetenfalls die öffentliche Klage zu erheben. Ausland. + Was wird aus Abessinien? Sichere Nachrichten aus Abessinien besagen, daß sich bis jetzt die Entthronung der Kaiserin Taitu ohne nachfolgende Plünderungen und blutige Kämpfe vollzogen hat. Die Kaiserin hatte durch ihre Intrigen und Gewalttätigkeiten allgemeinen Unwillen erregt. Die Wendung trat ein, als sich der Gouverneur von Tigre, Dedgadmatsch Abate, mit seinen siegreichen Truppen— er hatte einen Aufstand im Norden des Reiches niedergeworfen— der Hauptstadt, Adis Abeba näherte. Die am Hofe versammelten Großen setzten sich mit ihm in Verbindung, und es wurde beschlossen, die Kaiserin abzusetzen. Nachdem sich auch der Regent Ras Tassama ihnen angeschlossen hatte, gelang es durch geeignete Verteilung der Truppen in der Nähe der kaiserlichen Wohnung, den bewaffneten Anhang der Kaiserin in Schach zu halten und ihr selbst die Abdankung vorzuschreiben. Auf ihr Verlangen, mit ihren Truppen nach ihrer Heimat abziehen zu dürfen, wurde ihr erwidert, daß sie als Krankenpflegerin des Kaisers im Palast zu bleiben habe. Anfangs schien es, als ob ihr Bruder Ras Olje der Kaiserin zu Hilfe kommen würde. Neuere Nachrichten lauten jedoch dahin, daß Ras Olje zwar demnächst nach Adis Abeba kommen, sich hier aber der mächtigen Regierungspartei anschließen werde. Gleichwohl ist es sehr fraglich, ob die Thronbesteigung des Enkels Meneliks aus seiner ersten Ehe, Lidj Jassu, ohne Unruhen und schwere Erschütterungen des äthiopischen Reiches vor sich gehen wird. Zu den Eifersüchteleien unter den Ras kommen alte Stammesfeindschaften, die bisher von der mächtigen Hand Meneliks niedergehalten wurden. Gefährlich erscheint namentlich der alte Gegensatz zwischen den Schoanern und den Gallas. Der Negus hatte im Anfang seiner Herrscherlaufbahn die Gallas mit Waffengewalt niedergeworfen und sie schwören lassen, gegen ihn die Waffen nicht wieder zu erheben. Es soll sich nun unter den Gallas eine Bewegung zeigen, die darauf gerichtetist, nach dem Tode des Negus einen Aufstand zu erregen. Die augenblicklichen Machthaber in Adis Abeba wissen wohl, daß schwere innere Unruhen leicht auch Bedrohungen des Reichsbestandes von außen nach sich ziehen werden. Zweifelhaft bleibt aber, ob sie klug und stark genug sind, um all der Schwierigkeiten Herr zu werden, die von der Kaiserin und ihrem Anhang, der Eifersucht unter den Großen, den alten Stammesfeindschaften und endlich von fremder Einmischung gegen barbarische Vorgänge im Innern drohen. Dieses sachkundige und interessante Urteil aus dem Munde eines Deutschen in Buenos=Aires verdient auch bei uns alle Beachtung und ist wohl geeignet, unbegründete Vorurteile gegen die Ansiedlung von deutschen Rückwanderern aus Rußland in unsern Ostmarken zu zerstreuen. Man kann nur wünschen, daß es immer mehr gelingt, den russischen Rückstrom in unser heimatliches Bette zu lenken. Von Nab und fern. Zum Kampf im Baugewerbe. * Berlin, 22. April. Der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe nimmt zu der Einigung im Gebiet Groß=Berlin in folgender Erklärung Stellung: Durch den heute voraussichtlich erfolgenden Abschluß eines Sondervertrages zwischen dem Verband der Berliner Baugeschäfte und den Berliner Arbeiterorganisationen erfährt die allgemeine Situation keine Aenderung. Daß der Berliner Verband bereit war, auf die vom Deutschen Arbeitgeberbund in Dresden beschlossenen Sicherungsbestimmungen zu einigen Paragraphen des alten Vertrags zu verzichten, also den alten Vertrag unverändert zu verlangen, war in den Kreisen der Bauarbeiter kein Geheimnis. Ob die Berliner, ohne Widerstand zu leisten, den Arbeitgeberorganisationen auch gestatten wollen, die Akkordarbeit von dem Arbeitsnachweis wie bisher zu bekämpfen, wird erst festzustellen sein, wenn der Sondervertrag im Wortlaut vorliegt. In den übrigen deutschen Arbeitgeberverbänden wird die Nachricht von dem Zustandekommen eines Sondervertrages in Berlin zwar lebhaft bedauert werden, aber die bisher glänzend bewährte Einmütigkeit nicht stören. Die am 15. April ausgesperrten 80 Prozent aller beschäftigten organisierten Arbeiker werden im Reiche nicht früher wieder eingestellt werden, bis die Gewerkschaftsführer sich berei erklären, die zur praktischen Durchführung der abzuschließenden Verträge unerläßlichen Bestimmungen anzunehmen. Die Lohnfrage spielt bekanntlich in dem gegenwärtigen Kampfe zwischen den Zentralen keine Rolle, sie gehört zum Ressort der Unterverbände. Wo nicht schon in den letzten drei Jahren eine erhebliche Lohnerhöhung erfolgt ist und wo ihre Notwendigkeit, wie jetzt in Berlin, sich überzeugend nachweisen läßt, wird die lokale Arbeitgeberschaft diesen Umständen Rechnung tragen. Berlin, 22. April. Nachdem die drei Zentralverbände der Maurer, Zimmerer und der gewerblichen Hilfsarbeiter, sowie der christliche Bauarbeiter=Verband sich mit dem Schiedsspruch des Berliner Gewerbegerichts einverstanden erklärt hatten, hat heute auch der Verband der Baugeschäfte von Berlin und Umgegend dem Schiedsspruch zugestimmt. Damit ist der Friede im Berliner Baugewerbe auf drei Jahre gesichert. —“ Für das Dachdeckergewerbe ist der Tarif auch am 1. Mai ds. Is. abgelaufen. Zwecks Erneuerung des Vertrages haben zwischen dem Rheinisch= Westfälischen DachdeckermeisterVerbande und den Organisationen der Arbeitnehmer Verhandlungen stattgefunden, welche jedoch zu einer Einigung nicht geführt haben. Infolgedessen wurde in der am 21. ds. Mts. in Dortmund stattgefundenen Versammlung des Dachdeckermeister= Verbandes beschlossen, die Geschäfte bis auf Weiteres zu schließen. Der Verband, welcher dem Arbeitgeberbunde für das Baugewerbe in den rheinisch= westfälischen Industriegebieten angehört, schließt sich infolgedessen den Aussperrungsbeschlüssen desselben an. * Düsseldorf, 21. April. Die Verhandlungen zwischen dem Hofmarschallamt und der Gemeinde Benrath über den Ankauf des Benrather Schlosses und Parks stehen kurz vor dem Abschlusse. Ein anderer Käufer kommt überhaupt nicht in Betracht. Der Kaufpreis wird sich zwischen 1 und 1½ Millinen halten. * S a a r b r ü c k e n, 2 1. A p r i l. I n H a u s w e i l e r e r t a p p t e d e r Wächter eines Neubaues einen Bergmann, der einige Baumaterialien stehlen wollte. Der Wächter ergriff eine Hacke und schlug sie dem Dieb auf den Kopf. Der letztere war auf der Stelle tot. Der Wächter wurde verhaftet. * Cochem, 20. April. Der Hauptvorstand des Allgemeinen Mosel=Vereins beschloß in seiner letzten Sitzung, das diesjährige Moselfen am 10. Juli in Zeltingen zu begehen. * München, 21. April. Der Zentralvorstand des bayerischen Gastwirteverbandes hat zur Regelung der Bierpreisfrage eine Resolution gefaßt, in der jede Bezugspreiserhöhung des Bieres vor dem 15. Mai 1910 deshalb zurückgewiesen wird, weil vor diesem Termin kein Bier aus höher versteuertem Malz zum Ausschank gelangt. Die Brauereien dürfen unter keinen Umständen mehr auf den bisherigen Lieferpreis schlagen, als die neue Steuer auf den Hektoliter Bier ausmacht. In Niederbayern soll ein neuer Beschluß dahin gefaßt werden, daß mit dem 15. Mai eine Erhöhung des Bierpreises um 2 Pfg. pro Liter unter obigen Gesichtspunkten vorgenommen wird. Sollten die Brauereien auf diese Vorschläge nicht eingehen, dann würden die Wirte gezwungen sein, mit dem Publikum gemeinsame Sache zu machen und jede Bierpreiserhöhung zu bekämpfen. Gerichtssaal. * Essen, 20. April. Die vielbesprochenen„schwarzen Listen" des Zechenverbandes, die auch den Reichstag und Preußischen Landtag beschäftigt haben, bildeten den Gegenstand einer Zivilklage, die, wie kurz gemeldet, heute vor dem Essener Landgericht verhandelt wurde. Elf Bergleute, die im alten(sozialdemokratischen) Bergarbeiterverband organisiert sind, klagten gegen den Zechenverband bezw. gegen seinen Vorstand auf Schadenersatz. Dem im Jahre 1908 gegründeten Zechenverband gehören mit wenigen Ausnahmen sämtliche Kohlenzechen des rheinisch=westsälischen Industriebezirkt an. Nach seinen Statuten bezweckt der Verband einen engen Zusammenschluß der im rheinisch=westfälischen Bergbaubezirk liegenden Zechen zur Wahrung gemeinsamer Interessen in Arbeiterfragen. Ferner will der Verband den von einem Ausstand betroffenen Mitgliedern eine Entschädigung gewähren. Für die Klage der Bergleute kommt in Betracht§ 8 Absatz 2 der Statuten des Zechenverbandes. Der Absatz lautet:„Arbeiter, die vereinzelt unter Vertragsbruch die Arbeit auf einem Verbandswerk niedergelegt haben, dürfen während sechs Monate von einem andern Verbandswerk nicht angenommen werden. Hat eine Werksleitung erst nach der Annahme eines vertragsbrüchigen Arbeiters von dem Vertragsbruch erfahren, so hat sie seine Kündigung zu veranlassen, es sei denn, daß das nach dem Vertragsbruch begründete Arbeitsverhältnis schon länger als drei Monate besteht.“ In Ausführung dieser Bestimmung teilen die Verbandszechen die Namen der vertragsbrüchigen Arbeiter mit Angabe des Datums der Arbeitsniederlegung der Zentralstelle des Zechenverbandes mit, die den einzelnen Zechen alle Namen der kontraktbrüchigen Arbeiter vermittels der sogenannten„schwarzen Listen“ regelmäßig übersendet oder wenigstens früher übersandt hat. Durch diese Maßnahmen fühlen sich die Kläger geschädigt und sie wollen erhebliche Vermögenseinbußen erlitten haben. Die Klageforderung schwankt zwischen 115 und 966 M. Die Kläger behaupten, nicht kontraktbrüchig geworden und trotzdem auf die„schwarze Liste“ gekommen zu sein. Infolge der im§ 8 der Statuten des Zechenverbandes niedergelegten Bestimmungen hätten sie keine Arbeit oder doch wesentlich schlechter bezahlte Arbeit gefunden. Ferner behaupten die Kläger, daß die Maßnahmen des Zechenverbandes gegen die§§ 113 und 146 Absatz 3 der Gewerbeordnung, und daß das System der„schwarzen Listen" überhaupt gegen die gesetzlichen Vorschriften, namentlich gegen die Sitten verstoßen. Die Kläger, die durch Rechtsanwalt Dr. Herzfeld(Essen) vertreten werden, führen weiter aus, daß in einer Liste des Zechenverbandes vom 20. Juni 1908 nicht weniger als 3876 Bergleute, die angeblich kontraktbrüchig geworden sein sollen, verzeichnet waren. Den Zechenverband vertrat Rechtsanwalt Dr. Niemeyer(Essen). Die Beklagten behaupten zunächst, daß die Kläger sämtlich kontraktbrüchig geworden seien. Es handle sich im übrigen hier um eine Maßnahme, die man höchstens als eine Maßregel bezeichnen conne, die der Erziehung sowohl des verrufenen Arbeiers selbst, als der Arbeiter überhaupt dienen wolle. Es handle sich um den Ausfluß des notwendigsten Schutzbedürfnisses sowohl der im Zechenverband organisierten Arbeitgeber, als auch der Allgemeinheit der Arbeitgeber gegen gewissenlose, die allgemeinen Interessen aufs Schwerste gefährdende Vertragsuntreue. Ziel müsse als ein großes und gemeinsames Ziel der Zechenbesitzer angesehen werden, das vom einzelnen aber nicht zu erreichen sei. Es müsse auch noch hervorgehoben werden, daß die Arbeiter ausdrücklich auf die Folgen eines eventuellen Kontraktbruches hingewiesen würden. Im Bergrevier Dortmund 3 seien in einem Jahr allein 108 661 Feierschichten wegen willkürlichen Feierns registrier worden. Solche Zustände erheischten Gegenmaßregeln. Das Gericht wies zwei Kläger mit ihren Ansprüchen ganz ab, bei den übrigen wurden die Forderungen auf Entschädigung für die ersten sechs Wochen nach ihrer Entlassung abgewiesen. Die Schadenersatzansprüche über diese Zeit hinaus wurden dem Grunde nach für berechtigt erklärt. Die Gründe werden in einer schriftlichen Urteilsbegründung niedergelegt werden.(K. V. Z.) Luftschiffahrt. Fernfahrt der drei Kölner Luftkreuzer nach Homburg. Köln, 22. April. Die hier stationierten Luftschiffe 3. 2, M. 1 und P. 2 sind heute Vormittag gegen 11 Uhr zu einer Dauerfahrt mit dem Ziele Homburg v. d. H. aufgestiegen. Das Wetter war geklärt und die Windstärke hatte bedeutend nachgelassen. Die Führung des Z. 2 hatte der Inspekteur der Verkehrstruppen, Generalleutnant von Lyncker. des M. 1 Hauptmann George und des P. 2 Hauptmann von Jena übernommen. Es fuhren mit beim M. 1 Ing. Mahr, beim P. 2 Oberleutnant Stelling, Ingenieur Ebersbach und Major Groß und beim Zeppelinballon Ingenieur Müller und Generalstabs=Offiziere. An der Spitze fuhr M. 1 und in kurzer Reihenfolge die beiden anderen Luftschiffe. Die Schiffe erreichten um 12 Uhr Bonn und um 12,50 Uhr bereits Neuwied. Homburg v. d. H., 22. April. Auf dem Bahnhof standen mehrere Waggons mit Wasserstoffgas bereit zum Nachfüllen der Ballons. Ein Bataillon des Infanterie=Regiments Nr.80 und ein per Eilzug von Frankfurt nach Homburg entsandtes Bataillon des Infanterie= Regiments Nr. 81 leisteten dabei die notwendige Hilfe. Auch die Frankfurter Feuerwehr war alarmiert und hatte die große Leiter mit zur Stelle gebracht, um eventuell Reparaturen an den Luftschiffhüllen vornehmen zu können. Gegen 3 Uhr kamen die drei Luftschiffe in Sicht. Zuerst erschien über dem Landeplatz der Parseval= Ballon, der sofort Anstalten machte, zu landen und in direkter Nähe des Kaiserpaares niederging. Das Zeppelin= Luftschiff kreuzte daraufhin über der Stadt und fuhr über das Kaiserliche Schloß, die Erlöserkirche und die Kuranlagen, um dann zum Landungsplatz zurückzukehren. Da inzwischen auch der Großsche MilitärBallon angekommen war, konnte Zeppelin nicht landen und unternahm eine zweite Fahrt über die Stadt Homburg. Der Großsche Militär=Ballon ging weit außerhalb des abgesperrten Platzes nieder und mußte durch Militärmannschaften in den eigentlichen Landeplatz hineingeschleppt werden. Als die beiden Ballons verankert waren, erschien auch Zeppelin wieder über dem Landeplatz und ging ohne fremde Hilfe mitten zwischen den beiden verankerten Fahrzeugen unter dem tosenden Jubel der Menge nieder.. Der Kaiser empfing die Führer der drei Luftschiffe und sprach ihnen seine volle Anerkennung über die Fahrt aus. Er erkundigte sich nach allen Details der Fahrt. Ursprünglich war die Rückfahrt auf heute nachmittag festgesetzt; sie mußte aber unterbleiben, da sich kleine Reparaturen als notwendig erwiesen haben. Die Rückfahrt wird infolgedessen erst morgen früh angetreten werden. Um ½6 Uhr verließ das Kaiserpaar mit der Prinzessin Viktoria Luise den Ankerplatz und fuhr ins Schloß zurück, von der vieltausendköpfigen Menge stürmisch begrüßt. Zeppelin= Passagierfahrten. Friedrichshafen, 22. April. Die Passagierfahrten der Zeppelin= Luftschiffe beginnen zu Pfingsten. Zunächst sind mehrstündige Fahrten von Friedrichshafen und zurück geplant. Desgleichen im Juni und Juli von Düsseldorf aus, im August und September von Baden= Baden aus. Gelegentlich werden auch Zielfahrten und Fernfahrten veranstaltet, so von Friedrichshafen nach Baden=Baden, Luzern und Dresden. Lokale Nacbrichten. Neuß, 22. April. X Der Neußer Turnverein von 1848 hält morgen Nachmittag 4 Uhr auf dem städtischen Turnplatze am Wasserwerk sein diesjähriges Sommer= Anturnen verbunden mit Schauturnen av. Sämtliche Abteilungen werden turnerische Vorführungen, als Freiübungen, volkstüml. Turnen und Spiele, zeigen. Wer Freude an körperlichen Uebungen und an einem frischfrohen, turnerischen Treiben hat, möge morgen seine Schritte zum städtischen Turnplatze lenken. Zutritt für jedermann frei. * Vermessungsarbeiten. Von amtlicher Seite wird uns geschrieben: Die von Seiner Majestät dem Kaiser und König befohlene, unter Leitung des Chefs der Trigonometrischen und Topographischen Abteilung der Landesaufnahme stattfindenden Vermessungsarbeiten finden in diesem Jahre auch in dem Regierungsbezirke Düsseldorf statt. Zur Ausführung dieses gemeinnützigen und wissenschaftlichen Unternehmens ist die Mitwirkung der Grundeigentümer und Einsassen, der Geistlichen, der Landesverwaltungsbehörden und Beamten, sowie der Forstbeamten erforderlich. Es werden deshalb diese Behörden und Personen hierdurch aufgefordert, zur Erreichung der Allerhöchsten Absicht auch ihrerseits kräftig mitzuwirken. Die den Herren Abteilungschefs sowie den ihnen unterstellten Offizieren und Beamten zu gewährenden Hilfsleistungen bestehen vorzüglich in folgendem. 1. Bei der Besichtigung der Gegenden sind auf Verlangen ortskundige, verständige Führer gegen ortsübliche Lohnzahlung zu stellen, ebenso Arbeiter für anderweitig notwendige Arbeiten oder Botengänge. 2. Die zur Besteigung von Türmen und zur Herstellung von Beobachtungeinrichtungen auf diesen etwa erforderlichen Anstalten sind zu gestatten. 3. Das zur Errichtung der Signale erforderliche Holz ist von den Forstbeamten aus den Königlichen Forsten, möglichst nahe an der Signalstelle, jedenfalls aus dem nächstgelegenen Schutzbezirk— wenn dort vorhanden und ohne Nachteil abgebbar— gegen Bezahlung nach der Forsttaxe zu verabfolgen, die Nebenkosten(Hauer= und etwaige Rückerlöhne bis zum Abfuhrwege) werden der Forstkasse ebenfalls erstattet. Die Königlichen Forstbeamten werden angewiesen, bei den zur Gewinnung von Durchsichten unumgänglich notwendigen Durchhauen Unterstützung zu leisten. 4. Wo Holzbeschaffung aus Königlichen Forsten des Zeitverlustes oder der unierhältnismäßig großen Anfuhrkosten nicht möglich ist, werden die Grundbesitzer aufgefordert, die erforderliche Menge aus ihrem Gehölze gegen den üblichen Preis abzugeben. 5. Alle Behörden und Beamten, welche Karten und Aufnahmen von Teilen des aufzunehmenden oder zu erkundenden Geländes besitzen, werden angewiesen, diese auf Erfordern zur Einsicht und falls nötig Abzeichnung mitzuteilen, sowie die erforderlichen Notizen zur Anfertigung genauer statistischer Bemerkungen so ausführlich wie möglich zu geben. 6.: Bei dienstlichen Veranlassungen haben die Obrigkeiten auf Antrag Mietsfuhrwerke für die ortsüblichen Preise, die sofort bar bezahlt werden, zu beschaffen, und überhaupt für schnelles und sicheres Fortkommen zu sorgen. 7. Gegen Vorzeigung eines offenen Ausweises sind Offiziere und Beamte, für sich, ihre Burschen und Gehilfen und für ihre Dienstpferde mit Quartier und Verpflegung gegen unmittelbare angemessene Bezahlung zu versehen. Die Furage für die Pferde ist auf Wunsch auch gegen die vorschriftsmäßige Quittung durch die Gemeinde zu verabfolgen. 8. Die Stationsvorsteher der Preußischen Eisenbahnen werden angewiesen, die Benutzung fahrplanmäßiger Güterzüge auf den Staats= und unter Staatsverwaltung stehenden Eisenbahnen für Offiziere, Beamte und deren Hilfsarbeiter gegen Zahlung des Fahrpreises 2. Klasse zu gestatten. Schließlich wird auch sonst auf bereitwillige Unterstützung dieser Offiziere und Beamten zur Erleichterung ihrer schwierigen Aufgabe, insbesondere durch die Grundbesitzer, Geistlichen, Lehrer pp. den Allerhöchsten Wünschen entsprechend, gerechnet. Aus dem nördlichen Stadtteil gehen uns folgende Zeilen mit der Bitte um Veröffentlichung zu:„Große Unzufriedenheit herrscht im nördlichen Stadtteil über die Handhabung der Hundesteuerordnung. Nur einzeln gelegene, größere, Gehöfte sollen einen Wachthund steuerfrei haben. In der Stadt ist ein Haus an das andere gebaut und doch patroullieren die ganze Nacht wohl ein Dutzend Schutzleute durch die Straßen, um Vermögen und Ruhe der Bürger zu sichern. Und doch halten Leute in der Stadt noch einen Wachhund, sogar Leute, die in unmittelbarer Nähe der städtischen Polizeiwachtstube wohnen. Und dagegen wird auch niemand etwas einwenden. Wie schwer fällt es nicht oft, in Notfällen, einen Schutzmann in die Außenbezirke zu bekommen. Wie ist es aber erst wenn in der Stadt etwas los ist, Kirmes, Wettrennen, Fastnacht; an solchen Tagen ist die ganze verfügbare Polizeimannschaft in der inneren Stadt dringend nötig und die Außenbezirke liegen völlig schutzlos da. Durch die geschilderte Steuerpolitik werden nur weite Kreise der Bürgerschaft verärgert und die Eingemeindungsbestrebungen der Stadt sicher nicht gefördert, wenn die Einzugemeindenden sich solchen Besteuerungen gegenüber sehen.“ Auch in dem Hammfelde wird über diese Hundesteuererhebung Klage geführt, wo doch nur Wachthunde das Eigentum nachts bewachen müssen, da dort, wie man uns schreibt, auch niemals ein Nachtsschutzmann gesehen worden ist. Die Marien=Apotheke, Ecke Drusus= und Breitestraße ist am morgigen Sonntag den ganzen Tag geöffnet, während alle übrigen Apotheken von mittags 2 Uhr ab geschlossen bleiben. — wuf der hochgelegten Hammer=Landstraße enstanden heute mehrere vollständige Verkehrsstörungen. Bei der ungenügenden Befestigung sanken die Fuhrwerke ein, und sie waren trotz der arößen Anstrengungen nicht von der Stelle zu bringen. Es dürfte, so schreibt man uns, im allgemeinen Verkehrsinteresse und im Interesse des Tierschutzes anbracht sein, dort einige zugfeste Vorspannpferde von seiten der Stadt zur Versügung zu halten. X Vom Wetter. Höchste Temperatur am geiirigen Tage 12 Grad über Null, niedriaste in vergangener Nacht 0 Grad, heute Morgen 8 Grad über Null. Barometer unverändert. Wind westlich. Aus dem Kreise. =) Infolge des neuen Volksschullehrerbesoldungsgesetzes find den nachgenannten Hauptlehrern durch Verfügung der Königlichen Regierung in Düsseldorf vom 14. April laufenden Jahres vom 1. April ab, neuerdings die Leitungsbefugnisse gemäß der Regierungsverfügung vom 3. Juni 1874 IV A 9354 endgültig an den ihnen unterstellten Schulen übertragen worden: 1. Hauptlehrer Peter Ruelen in Neuß; 2. Hauptlehrer Heinrich Emmerich in Neuß; 3. Hauptlehrer Heinrich Prediger in Neuß; 4. Hauptlehrer Heinrich Becker in Neuß; 5. Hauptl Josef Coßmann in Neuß; 6. Hauptl. Josef Ständer in Neuß; 7. Hauptlehrer Martin Imdahl in Büderich Kreis Neuß; 8.. Hauptl. Becker in Kaarst, 9. Hauptl. Hermann Ploenißen in Büttgen; 10. Hauptl. Heinrich Schmitz in Wattmannstraße; 11. Hauptl. Friedrich Schmitz in Glehn; 12. Wilhelm Segschneider in Rosellen; 13. Lambert Simons in Grimlinghausen: 14. Hauptl. Christian Heck in Nievenheim; 15. Hauptl. Michael Breuer in Stürzelberg; 16. Hauptl. Heinrich Roemer in Dormagen; 17. Hauptl. Wilh. Kürten in Rommerskirchen; 18. Hauptl. Gottfried Huppertz in Nettesheim. Aus den Darlamenten. * Berlin, 22. April. Im Abgeordnetenhause wurde die Debatte über das Elementarschulwesen und die Schulinspektion fortgesetzt, von den Sozialdemokraten und Polen in sehr heftigem Tone. Berlin, 22. April. Der Reichsrag verhandelte heute die nationalliberale Interpellation über das Mülheimer Eisenbayn= Unglück. Nach der Begründung durch Dr. Semler gab der Präsident des Reichseisenbahnamts. Wackerzapp, ausführliche Auskunft im selben Sinne, wie es im Landtage der preußische Eisenbahnminister v. Breitenbach getan hatte. In der Diskussion erklärte das Zentrum die Resolution für überflüssig; die Antisemiten griffen die Nationalliberalen deswegen sogar heftig an. Die Konservativen erklärten kurz ihre Sympathie mit den Opfern der Katastrophe. Auf eine Beschwerde des freisinnigen Abgeordneten Dr. Eichoff wurde vom Regierungstisch aus noch einmal betont, daß technische Mängel nicht die Ursache des Unglücks gewesen seien. Letzte Nacbrichten und Telegramme der„Neußer Zeitung“. Ein französisches Urteil über die deutsche Luftflotte. h. Paris, 23. April. Matin hatte den Luftschiffer Paul= han beauftragt, nach Köln zu reisen, um Untersuchungen über die deutschen Luftschiffe anzustellen und die Luftschiff=Manöver zu verfolgen. Der Luftschiffer verbrachte schon zwei Tage in Köln, das er gestern verließ, um später zurückzukommen. Er telegraphierte seinem Blatt über seine ersten Eindrücke und den Besuch der Vorstadt Kölns, wo sich die Luftschiffhalle befindet. Besonders weist er auf die Gediegenheit der deutschen Halle hin, die in lebhaftem Gegensatz stehe zu den Hallen Frankreichs. Er sieht ferner in der Organisation den Beweis, daß Deutschland beabsichtigt, eine wirkliche Luftflotte zu bauen. Auch Manövern hat er beigewohnt. Er schreibt darüber: Wenn alle deutschen Luftschiffer dieselbe Erfahrung besitzen, wie die, die ich beobachten konnte, so muß ich gestehn, daß die Franzosen den Deutschen nichts zu lehren haben würden. Ueber die Ballons äußert er sich nur nebenbei. Er lobt den Parseval wegen seiner Schlankheit und den Zeppelin wegen seines schönen Aussehens. Vermischtes. * Ein verhaftetes Scheusal. Aus Greiz schreibt man Halleschen Zeitung: Großes Aufsehen erregte hier in den weitesten Kreisen die plötzliche Verhaftung des Leiters des Rettungshauses Karolinenfeld, des Hausvaters und Lehrers r. Die Verhaftung erfolgte, weil der Verdacht bestand, daß sich Köhler sittlicher Vergehungen und schwerer Mißhandlungen an seinen Pflegebefohlenen schuldig gemacht haben sollte. Die ans Tageslicht gekommenen Vergehungen des gewissenlosen Hausvaters und Lehrers sind ganz entsetzlicher Art. Das seit 1850 bestehende Rettungshaus Karolinenfeld ist eine Anstalt, in der verwahrloste oder sittlich gefährdete Kinder zwangsweise erzogen werden. Das Rettungshaus, das Fürst Heinrich XX. seinerzeit schenkte, heißt zum Andenken an die Fürstin Karoline Karolinenfeld. Die Anstalt ist erst vor einigen Jahren durch einen Anbau bedeutend erweitert worden, beherbergte bis 35 Zöglinge, liegt eine halbe Stunde von Greiz auf der Höhe bei dem Dorfe Obergrochlitz und erfreute sich stets der besonderen Fürsorge der Fürstenhäuser. Seit einigen Jahren ist Köhler Hausvater, und da er das LehrerExamen bestanden hatte, so unterrichtete er die Kinder selbst. Haarsträubende Zustände haben in der Anstalt geherrscht. Auch Unterschlagungen hat Köhler begangen, indem er die Mietgelder für die aus der Anstalt in Dienstverhältnisse entlassenen Zöglinge behielt. Täglich werden jetzt neue Schandtaten Köhlers bekannt. Es sind schreckliche Dinge, die da erzählt werden. Ein eigenartiger schwerer Unglücksfall hat sich Dienstag Abend auf einem Tummelplatz in Ober=Schöneweide zugetragen Dort vergnügten sich einige junge Leute auf einer amerikanischen Luftschaukel. Als sich ein daneben stehender Herr bückte, um einen aus der Schaukel gefallenen Hut aufzuheben, wurde er von dem in sausender Bewegung befindlichen Schaukelkasten mit solcher Wucht gegen den Kopf getroffen, daß er blutüberströmt und besinnungslos zu Boden stürzte. Der Verunglückte wurde zu einem Arzt gebracht, der einen komplizierten Schädelbruch und eine schwere Gehirnerschütterung feststellte. Der Zustand des Verletzten ist hoffnungslos. Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 23. April. Weizen 100 Ko. Roggen 100 Ko. Hafer 100 Kilo 4% 1. Qu. 22 20 2.„ 21 20 1.„ 16 20 2„ 15 20 1. 2. MA 2,50—2,80 „ 4,50—5,00 Kartoffeln 50 Kilo Heu 50 Kilo Luzernerheu 50 Kilo, 5,50—6,00 Krummstroh 500 Kilo„ 20,— Preitdruschstroh 500 Kilo„ 22.— 2.60 8.— 15 70 Butter Kilo 14 70 Eier 100 Stück Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert.— Preisnotierungen der Neußer Müller. „ Neuß, 23. April. 4„ Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr.(ohne Faß) 60— Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß)... 62— Gereinigtes Rüböl 3+ mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise 100— „„ kleine„ 104— Kleien 50 Kilo„. 6 20 Rüböl und Kuchen unverändert. 22. Korn. Rüböl in Posten von 5007 Kg. 63,00 B., Mai 62,50 B., 62,00 G. Luzernerheu 10,50—11 00. Wiesenheu 9,30 9.80, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,90 5.27, Krumm= und Preßstroh 4,40- 5,00 die 100 Kil. Köln, 22 April. Nachmittags Gerteios und Medlbörse hiefiger 22.25—900), kreinder 23.50—24,25, Roggen, biesiger 16,00— 16,40, fremeder 18 50. 19.50. Hafer, hiesiger 16,00—17,00 fremder 16,75—18.00, Gerste, Funtergerste 12 90—13,40, Brenngerste 00,00—00, 0 Braugerste hiefige 00.00—00.00, fremde 00,00—00,00 Mats, grod: 15.70—16,00 Mittelmais 15 80— 16.16, Cinquantino 17,00—17.50, Weize. mehl 000 29 50, C5,V. Roggenmehl 0(mit Sack) 2250—23 50, Klei(mit Sack) 1000—12 00, Grand(mit Sack) 9,90—. 0 50, Bollmehl(mit Sack) 11,25—12,25, Palmkuchen mit Sack 13,00—0.,00, Leinmehl m Sack 16.80—17,00 Baumwollsaatmehl mit Sack 16,80, Biertreber m. S. 13,00—13 25, Trockenschnitzel m. S. 11,30—00.00, Zuckerschnitzel m. S. 13.60—13.25 4 für je 100 Kg. Berlin, 22. April. Fruchtmarkt. Weizen Mai 221,75(222,00). Juli 218 50(218.75), Sept 204,00(203.75), Roggen Mai 15700(157,50), Juli 162 50(163(0,, Sept. 162,75(162,00). Hafer Mai 156.25(155 75), Juli 161,00(160 50.. Mais Mai 00000(142.50), Juli 010,00(146.50) Weizenmehl 26 50— 29.75, Roggenmehl 1860—20.60, Rüböl April 00,00 (C0 00), wai 56.50(56,50), Okt. 55 10(55 20 4) Hamburg, 22 Aortl. Weizen stetig, Mecklenb. und Ostholsteiner AprisMai 225—00 Roggen ruhig, Mecklend. u. Alim. 148—153. russ. eif 9 Bud 10/15 Pfd. April=Mai 121,03. Gerste ruhig, südruff. eis April 105 50 Hafer ruhig, Holsteiner u. Mecklenb. 159—173 Mais ruhig, amerik. mired April=Mai 108,00, La Plata cis Mai=Juni 11700. Rüdöl ruhig, 59.00. Spiritus stetig, April 21,75 G., April=Mai 21,75 G. Mai=Juni 21,75 G. Petroleum(amerik.) spez. Gewicht 6.800 schwach, 6.00. Salveter ruhig, 882½ Mai 8.30 Febr.=März 8.72½ Hamburg, 22 April. Kaffee ruhig, Mai 35¼. Sept. 36, Dez 30, Marz 36¼ G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. Bremen, 22 Avril. Schmalz vorr. Tups und Firkins 65½ Doppeleimer 66½. fest. Autwerpen, 22 Avril Getreide. Weizen, amerikan. Minter= 21.62— 00.00, La Plata= 21.50—2200, russischer 21,25—22,75, Donau= 26.50— 27,00, Roggen russischer 14,00. 15,50, Hafer 14,25—14,50, Gerste Futter13,50—13,75, Mais Odessa. 15.25—00 00, La Plata= 15,50—15,75, Cinquantino. 16.00—16,75, gem. alnerik. 1475 00,00 Antwerpen, 22 April. Kaffee ruhig. Mai 49 Juli 49, Sept. 49, Tez. 49 pull, 22 Avril. Baumwollol o. F. rohes 30 S. 0 D. raff. 30 S. 4½ D., raff. Mai=Aug 30 S. 7½ D. Leinöl o. F. 38 S. 0 D. Mai=Aug. 37 S. 4½ D., Sept.=Dez. 36 S. 3D. Soya=Bohnen=Oel vorr. 31 S. 6 D., April=Aug. 31 S. 0 D. Chicago, 22. April Getreidemarkt. Weizen Mai 108¾. Juli 102½, Sept. 100 1/8, Dez.— Mais Mai 581/. Juli 61 1/8. Sept. 62¾, Dez. 57½. Hafer Juli 39 7/8. Sept. 38¼. Roggen vorr. 78, Mai 77, Duluth: Leinsaat Mai 2,39 Sept. 1,81½ New=York, 22. Arril. Getreidemarkt. Weizen Mai 115½/. Juli 110¼, Sept 108¼, Dez.-. Mais Mai 68¼, Juli 71 1/8, Sept. 70¾, Dez—. Mehl spring wheat 420. Getreidefracht nach Liverpool 1½. Roggen vorr neuer—. New=York, 22. Aoril. Baumwolle. Baumwolle vorr, 15 15, April 14,85, Mai 1475, Juni 14,55 Juli 14,53 Aug. 13.75, Sept. 12,82, Okt 12,37, Nov 12,23, Tez. 12,22, Jan. 12,19 Viehmärkte. Mörs, 22. April. Dem gestrigen Schweinemarkt waren zugeführt 850 Schweine und zwar 720 junge Schweine bis 6 Wochen alt und 130 Faselschweine bis 5 Monaie alt. Saugschweine kosteten durchschnittlich per Alterswoche 3,00—3,50, Faselschweine 36—57 M d. St. je nach Alter und Qualität. Ueberstand. Nächster Markt am 6. Mai. Wolle. Antwerpen, 22 Avril. Wolle stetig. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B) April Frs. 610, Mai 6,0 7½, Juni 6,07½, Juli 6,05, Aug. 6,02½, Sept. 5,97⅛, Okt. 5,95, Nov 5,92½, Dez. 5,87½. Jan. 5,82½, Febr. 5,50, Marz 5,75 Umsatz 177000 gg Bradjord, 21. Avril. Wolle fest. Kohlen. Wagengestellung am 21. April Im Ruhrbezirk gestellt 23280, gefehlt 95. Aachener Kohlentezirk Wurmrevier) gestellt 630, gefehlt 00.— Saarbezirk gestellt 2931, geseylt 00.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 897, gefehlt 00— Im oberschlesischen Revier gestellt 7869, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselzinssätze der Rotenbauken vom 22 April. Rinsterdam 5. Belgische Plätze 4 1/8 Deutsche Plätze 4. Kopenhagen 5. Lissavon 6. London 4. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 4½. Schweiz. Platze 3. Wien 4. Börsen-Wochenbericht. Neuß, 23. April. Wie uns die Bergisch Märkische Bank Neuß mitteilt, waren die gleichen Momente, die in der letzten Woche die Börse beeinflußten, auch in dieser Berichtswoche vorherrschend. Infolge der großen Goldeingänge bei der Bank von England, die einen Wochenüberschuß von über 2 Millionen gegen 570000 in der Vorwoche erreichten, schwand in der zweiten Wochenhälfte wieder die Gefahr einer Diskonterhöhung. Die günstigen Saatenstandsberichte und dadurch hervorgerufene Abschwächung an den Weltgetreidemärkten einerseits, sowie die Preiserhöhungen einiger Rohstoffe und weiter verarbeiteter Erzeugnisse andererseits, bieten der Wertpapierbörse einen freundlichen wirtschaftlichen Ausblick. Die Befürchtungen über die Folgen der Aussperrungen im Baugewerbe haben wesentlich nachgelassen. Wenn auch zurückhaltend, so ließ sich die Spekulation doch nicht eindämmen. Die Mitteilungen vom 16. cr. über die Geschäftslage des Bochumer Vereins veranlaßten spekulative Abgaben und hatten einen 2½ prozentigen Kursrückgang zur Folge. Auch andere Montanwerte wie Phönix und Rheinstahl wurden hiervon in Mitleidenschaft gezogen. Als späterhin Gerüchte über ein gutes Ergebnis im dritten Vierteljahr bei Romacher Hütte umgingen, und die abermalige Erhöhung des Zinkpreises die Hohenlohe= Aktien in den Vordergrund brachte, entwickelte sich zu 1 bis 1½% anziehenden Kursen in diesen Werten ein lebhaftes Geschäft. Zum Schluß war aber wieder eine kleine Abschwächung für Montanwerte zu bemerken. Die gestern abgeschlossene Interessengemeinschaft von Gelsenkirchener mit Düsseldorfer Röhrenindustrie rief besonders für letztere eine 5 prozentige Kurssteigerung hervor. Chemische Werte lagen recht fest. Insbesondere hatten Chemische Weiler, die, wie das Gerücht sagt mit einer Schweizer Chemischen Fabrik fusionieren sollen, eine 8 prozentige Kurssteigerung aufzuweisen. In der ersten Wochenhälfte konzentrierte sich das Hauptgeschäft auf Elektrizitäts= Aktien, wobei Siemens u. Halske, sowie Schuckert bei 2—3 prozentiger Kurssteigerung die Führung hatten. In der zweiten Wochenhälfte trat infolge von Abwicklungen wieder eine Abschwächung ein, die sich auch auf die anderen Elektrizitätswerte übertrug. Bank=Aktien waren durchweg abgeschwächt bei vereinzelten Umsätzen. Verkehrswerte lagen still Hervorzuheben sind jedoch Warschau=Wiener, die zeitweise in großen Beträgen aus dem Markt genommen und dabei in den Tagen 3, gestern sogar 9 Prozent gesteigert wurden Auch Schantung und Anatolier wurden bevorzugt und konnten mehrere Prozent anziehen. Tägliches Geld stellte sich auf 13 Prozent, und der Privatdiskont auf 31/8 Prozent .####m für Kaliwerte lag weiter fest. Hervorzuheben sind Glückauf Sondeshausen, die 400 Mark höher bezahlt wurden und Wintershau, die 450 Mark höher in Nachfrage Hafenverkehr im Rhein= Erft=Hafen zu Neuß. Angekommen am 22. April 1910. Schleppkahn„Anna Maria“ Schiffer Deckers mit Oel von Antwerpen. Schleppkahn„Cornelia“ Schiffer Schot mit Rapssaat von Antwerpen. Schleppkahn„Elisabeth“, Schiffer Roß mit Leinkuchen von Rotterdam. Schleppkahn„Actueel“ Schiffer I. de Vries mit Leinsaat von Rotterdam. Abgegangen am 22. April 1910. Schleppkahn„Anna Gertrude“ Schiffer A. Fell mit Mehl nach Marnheim7 8 Schlevrkahn„Maria Elise“ Schisser P. J. Urmetzer mit Kohlen nach Mainz. Rath. Sottesdienst=Ordnung für Neutz. Sonntag, den 24. April 1910. In der Münsterkirche. Morgens 1.6 Uhr: hl. Messe.— ½7 Uhr hl. Messe.— ½8 Uhr: Gymnasialmesse mit Predigt.— ½9 Uhr: Schulmesse.— 1.10 Uhr: Hochamt.— 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— Nachm. ½3 Uhr: Katechese und Andacht zu Ehren des heiligen Erzengels Michael.— 5 Uhr: Andacht, zugleich für die Männersodalität.— In der St. Marienkirche. Morgens 6 Uhr: hl. Messe.— 7 Uhr: hl. Messe mit gem. hl Kommunion des Müttervereins— 8 Uhr: Schulmesse.— 9½ Uhr: Hochamt.— 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— Nachm. 2 Uhr: Konferenz für die In der St. Sebastiannskirche. Morgens 8 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— 9 Uhr: hl. Messe mit Predigt für die Oberrealschüler.— Nachm. 5 Uhr: Andacht. In der Hospitalkirche. Morgens 8 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— Nachmittags ½5 Uhr: Segens=Andacht. Jeden Freilag, abends 5 Uhr: Saktamental. Andacht. In der St. Anna=Kapelle. Morgens 8 Uhr: hl. Messe mit Predigt. In der Alexianer=Klosterkirche. Morgens 8 Uhr: hl. Messe.— Nachm. 5 Uhr: Andacht. An Wochentagen beginnt die hl. Messe um 7¼ Uhr. Donnerstag, morgens 7¼ Uhr: Segensmesse. Im Lause der Woche. In der Münsterkirche. Montag, d. 25. April, am Feste des heiligen Markus, morgens ½7 Uhr: Bittprozession.— 7 Uhr: in der St. Sebastianuskirche Bitthochamt. Donnerstag, morgens 8 Uhr: Segens=Hochamt.— Nachmittags 6 Uhr Sakramentalische Andacht. Samstag, nachmittags 6 Uhr: Salve=Andacht In der St. Marienkirche. An den Wochentagen hl. Messen um 6 Uhr, 7¼ Uhr, 8 Uhr und 9 Uhr. Mittwoch, nachm. von 5 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte. Donnerstag, nachm. 6 Uhr: Sakraments=Andacht. Samstag, nachm. 6 Uhr: Salve=Andacht. Statt Karten. Hulda Hoffmann Benno Loewenstein Ingenieur Verlobte. V. N e u s s Sevilla v im April 1910 Spanien) Evangelische Gottesdienst=Ordnung. Sonntag, den 24. April 1910. Christuskirche. Vormittags 9¾ Uhr: Gottesdienst. Ev. Gemeindehaus, Gartenstraße 31. Nachmittags 5 Uhr: Jungfrauenverein. Dienstag, den 26. April. Nachmittags 4 Uhr: Frauenverein. Zwangs=Versteigerung. Montag, den 25. rr., " April vormittags 10 Uhr, sollen zu Neuß im Pfandlokale Markt 18 eine Partie Damenkleider und Wäsche, Leinen, 1 Schrank, 1 Aurichte, 2 Betten, Küchen Geräte 2c., ferner 2 Ringe, 1 Brillautbrosche, 1 Armband durch den Unterzeichneten öffentlich gegen gleich bare Zahlung meistbietend versteigert werden. Der Verkauf findet statt. Michler, Gerichtsvollzieher in Neuß. Wrages Ladenlokal in allerbester Lage der Stadt, Nähe des Marktes.] ist per 1. September zu vermieten, eventuell zu verkaufen. Näheres Crefelderstraße 64. Das Haus Hammtorstraße 1/3 mit großem Ladenlokal ist unter günstigen Bedingungen zu kaufen oder zu mieten. Näheres bei Notar Schmitz. Canalstr. 4, Tel. 157.[2683 Eck=Ladenlokal, beste Lage für Drogerie, auch für jedes andere Geschäft geeignet, 1. Juni oder später zu vermieten. Näheres Zollstraße 23. Lager= u. Fabrikräume mit Wohnung zu vermieten. Off. unter WN 190 besorgt die Expedition[2720 Kauße Baustelle in besserer Lage mit größerer Tiefe. Gebe gute Hypotheken in Zahlung. Offerten mit Preisangabe, Lage u. Größe unter WN173 an die Exp. Unterhaus od. I Biage, 5—6 Räume, in besserem Hause von kleiner Familie per 1. Okl. zu mieten gesucht. Möglichst nahe Bahnhof. Off. unt. M 698 an die Exped. erb Im Anbau 4 Zimmer an ruhige kleine Familie zu ermieten. Büchel 51. Eine bessere 1. Etage, 4 Zimmer und 1 Mansarde, mit allen Bequemlichkeiten sofort zu vermieten. s1828 Heinrich Reidhöfer, Ecke Wolbero= u. 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Um stille Teilnahme und ein frommes Gebet für die Verstorbene bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Neuss, den 22. April 1910. Die Beerdigung findet Montag, den 25. April, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Glockhammer 53 aus statt, die feierlichen Exequien am selben Tage, morgens 8 Uhr, in der Münsterkirche. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen gegen 3 Uhr meinen innigstgeliebten Gatten, unsern treusorgenden Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Max Kraus, Schreinermeister, in ein besseres Jenseits abzuberufen. Er starb nach kurzem, schwerem Leiden, doch wohlvorbereitet durch den Empfang der hl. Sakramente der röm-kath. Kirche, sanft und gottergeben im Alter von 26 Jahren. Um ein stilles Gebet für den lieben Verstorbenen bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Neuss, Düsseldorf, Cöln, 22. April 1910. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Donnerstag abend 11½ Uhr, meinen innigstgeliebten Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel, den Herrn Karl Fink im Alter von 60 Jahren, in Folge Herzschwäche, öfters verschen mit den Sterbesakramenten der röm.-kath. Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Neuss und Krefeld, den 23. April 1910. Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. April, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Bergheimerstr. 63, aus statt, wozu ergebenst eingeladen wird. M.-B.-V.„Novesia“. Zum Begräbnis unseres passiven Mitgliedes Herrn Max Kraus am Sonntag Nachmittag 3½ Uhr von Breitgasse 1 aus werden die Mitglieder freundl. eingeladen. Der Vorstand. HandwerkermeisterKranken- u. Sterbekasse. Sonntag Nachmittag 3½ Uhr Beerdigung unseres Mitgliedes Max Kraus, wozu freundlichst einladet Der Vorstand. Sterbehaus: Breitgasse 1. Vorarbeiter wird gesucht von Chemischer Fabrik. Vorkenntnisse nicht erforderl. 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Kreis-Krieger-Verband Neuss. Einladung zu dem am Sonntag, den 8. Mai, nachmittags 4½ Uhr. im Saale von Paul Paar zu Neusserfurth-Weissenberg stattfindenden 18.Kreis-Kriegertag. Die Tages-Ordnung wird den Vereinen besonders bekannt gegeben. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Hoffmann, Hptm. d. L., Vorsitzender. Frühjahrs-Rennen zu Neuss 1910 Sonntag, den I. Mai Hotel„Zur Post“. Mit dem heutigen Tage habe ich obiges Restaurant übernommen und bitte um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvoll Joh. Rademacher. 30000—40000 Mark aukapital gesucht. Grundück vorhanden. Unterhändler verbeten! Offerten unter 60 an die Exped. □ Plander StadtNeuß nach den neuesten Entwürfen per Stück 1.— Mark zu haben in der Expedition der Neußer Zeitung Rob. Noack. und Donnerstag, Himmelfahrt, den 5. Mai nachmittags 3½ Uhr. 45000 Mark Preise u. 7 Ehren-Preise. Totalisator auf allen Plätzen. (2904 dypoth.=Brief von 16000 Mk. verhältnishalber mit Nachlaß u verk. 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Nehme gut erhaltene gebrauchte Möbeln in Tansch. Joh. Pütz. Bauhandwerker, Arbeiter, Bürger! Sonntag, den 24. April er., morgens 11½ JUhr, im Marienhaus, Tückingstraße, große össentliche Bersammlung, wo Stellung zu der Aussperrung aller Bau=Handwerker und=Arbeiter genommen werden soll. Von berufener Seite wird zu dieser Frage, die das öffentliche Leben so tief berührt, gesprochen werden. Es ladet zu dieser Versammlung höflichst ein Das Kartell der christlichen Gewerkschaften von Neuß und Umgegend. rscheint täglich mit Ausnahme der onn= und Festtage. Preis vierteljährlich inschl. der tägl. Beilage„Bunte Blätter“. n Neuß 1,50 Mk., durch die Post bez. 65 Mk., mit illustr. Unterhaltungsblatt .80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. eusser, Heitung sie Amtliches u Kreisblatt s# Kreisblatt Druck und Verlag: Rob. Roack, Neuß. Nr. 90. 2. Blatt. Dolitische Cocben-Rundschau. Auf das Herrenhaus hatte man bei der Wahlechtsvorlage die größten Hoffnungen gesetzt, indessen at sich die Situation in dieser Woche ziemlich verändert, und man hat alle Veranlassung, hinsichtlich des Zustandekommens einer brauchbaren Vorlage pessimistisch in die Zukunft zu sehen. Die erste Lesung der Herrenhauskommission hat alles andere als erfreuliche Resultate gezeitigt und wie kritisch die Situation war, geht daraus hervor, daß der Ministerpräsident in eigener Person sich in die Kommission begab, um dort zu erklären, daß die Kommissionsvorschläge für die Regierung völlig inannehmbar seien. Insbesondere handelt es sich um den ingeblichen Beschluß der ersten Kommissionslesung, wonach Zerfassungsänderungen nur mit 2/ Mehrheit angenommen zerden dürften, was in diesem Falle zu einer Ablehnung der Lahlrechtsvorlage zweifellos führen würde. Merkwürdig ist, daß ein Streit darüber entbrannt ist, ob ein derartiger Beschluß in der Kommission tatsächlich gefaßt worden sei, wenig##tens sind sich die Gelehrten der Kommission selber darüber nicht einig. Tatsache aber ist, daß Herr von Bethmann Hollweg in der Kommission erschien und mit allem Nachdruck den Standpunkt der Regierung darzustellen, ja, er soll sogar erklärt haben, daß die Regierung die Vorlage eventuell zurückziehen würde, wenn die Beschlüsse der ersten Lesung aufrecht erhalten blieben. Auch die Abgeordnetenhausparteien stehen den Herrenhausbeschlüssen entschieden ablehnend gegenüber, und die zwischen der Kommission und den Führern der einzelinen Parteien stattgehabten Verhandlungen sind resultatlos verlaufen. Die freikonservative Fraktion läßt ausdrücklich erklären, daß die Kommissionsbeschlüsse für die vollständig unannehmbar seien. Bemerkenswert ist, daß in der heiß umstritteInen Frage der Privelegierung in der ersten Kommissionslesung überhaupt nichts zustande gekommen ist, ähnlich, wie s. Z. im Abgeordnetenhaus, man hat sich nicht einigen können, und sowohl Regierungsbeschlüsse wie Anträge der einzelnen Richtungen wurden samt und sonders abgelehnt. Haben sich auch die Dinge in der zweiten Kommissionslesung anders gestaltet, so ist doch keineswegs ausgemacht, daß diese Beschlüsse unbedingt im Herrenhaus, wo man keinen Fraktionszwang kennt, auch wirklich Annahme finden. Daß man mit den größten Schwierigkeiten rechnet, beweist die Hinausschiebung der Plenarberatung indem man hofft, in der Zwischenzeit sowohl unter den Herrenhausmitgliedern eine Einigung herbeizuführen, wie auch eine Verständigung mit dem Abgeordnetenhaus durch Verhandlungen hinter den Kulissen zu erzielen. Ob man sich aber in dieser Hoffnung nicht täuschen wird? Jedenfalls ist die Situation erneut auf das Höchste kompliziert und die Spannung auf das Höchste gestiegen. Im Reichstage hat, soweit es sich um das Plenum handelt, öde Langeweile ihren Einzug gehalten, obwohl es sich um Vorlagen handelte, welche in das wirtschaftliche und soziale Leben tief eingreifen. Die erste Lesung der Reichsversicherungs= Ordnung verlief ohne sonderliche Anregungen, und hinterließ den Eindruck, daß es langer und mühseliger Kommissionsberatungen bedürfen wird, um die Vorlage in eine Form umzugießen, welche den praktischen Bedürfnissen entspricht. Das Gleiche gilt von der Novelle über die Telephongebühren. Mit einem wirklich beneidenswerten Optimismus sprach Herr Kraetke davon, daß zwar die Vorlage„nicht überall“ Sympathie gefunden habe, jedoch den Wünschen des Reichs tages entspreche. Daß er sich in dieser Hinsicht gründlich geirrt Ein schweres Geheimnis. 16) Original= Roman von Hans Baysen. Mit Riesenschritten ging es jetzt vorwärts. Nach ein paar Tagen konnte Aristide bereits in einem mit Betten ausgepolsterten Lehnstuhl auf der Gartenveranda sitzen, die würzige Luft einatmen und dem Gesang der Vögel lauschen, die mit ihren aus voller Kehle dringenden Liedern die endliche Genesung zu begrüßen schienen. Die Verlobung des Liebespaares war von den Eltern, von dem Großvater und dem Bruder mit Freuden gutgeheißen worden, und nun befand sich Helene, die ebenso wie Aristide wahrhaft aufblühte in ihrer hingebenden Liebe, ständig um den Geliebten, dem sie förmlich alles von den Augen ablas. Besonders freudig erregt war durch die Verlobung der alte Freiherr, er hatte Helene an sein*Herz gedrückt, und zu ihr die seltsamen Worte gesagt:„Mache ihn glücklich, dann wirst du von mir eine große Schuld nehmen und auch dein Glück begründen!" Das Erstaunen der Enkelin bemerkte er gar nicht. In sich gekehrt, flüsterte er nur:„Ich denke, du kannst zufrieden sein, Mia!“ Den Eltern Aristides wurde jetzt vorsichtig Mitteilung von dem Unfall gemacht und ihnen gleichzeitig das glückliche Ereignis mitgeteilt; so hob man den Schmerz auf durch die Freude. Aristide schloß einige Zeilen ein, legte das Bild seiner Braut hinein und bat um den elterlichen Segen. Am Schluß dieses 1 Briefes bemerkte Helene: „Iyr, die ich Euch bald Vater und Mutter nennen werde, wie liebe ich Euch schon jetzt! Ihr werdet gewiß nicht böse sein, daß ich Euch den Sohn raube, ichwill Euch dafür eine gehorsame Tochter schenken. Ihr ahnt gar nicht, wie es mich glücklich macht, die Liebe Aristides zu besitzen. Seid auch Ihr mir ein wenig gut, und ich habe alles, was ich überhaupt auf Erden ersehne———“„ „** . S c h w e r f ä l l i g z o g e n a u f d e m F e l d e n e b e n d e m H u n d e g e h e g zwei starke Ochsen den Pflug durch den schweren, schmutzigbraunen Lehmboden. Furche reihte sich an Furche und das „Ho“ und„Hü“ des Pflügers wies den Ochsen, die so gutmütig ihre plumpe Kraft dem eigensüchtigen Menschen zur Samstag, 23. April. hat, dürfte ihm der Verlauf der Diskussion gezeigt haben, wo alle Parteien der Rechten wie der Linken gegen den Entwurf in seiner jetzigen Fassung Stellung nahmen, und den Staatssekretär nicht im Zweifel darüber ließen, daß man allgemein in der Vorlage, wie sie jetzt erschienen sei, einen Rückschritt und ein Hemmnis für die Verkehrsentwicklung erblicken muß. Daß gegen eine übermäßige Ausnutzung der bestehenden Einrichtungen Front gemacht werden muß, ist auch der Standpunkt einsichtiger Handelskreise, andererseits darf aber die Postverwaltung nicht zu Maßnahmen greifen, welche selbst eingestandenermaßen einen Rückschritt bedeuten müssen. Voraussichtlich wird man verlangen, daß trotz des Sträubens des Staatssekretärs die bisherige Pauschalgebühr beibehalten, wenn auch gewissen Veränderungen unterzogen wird, um nach dieser Hinsicht eine größere Rentabilität herbeizuführen. Daß eine Verkehrsverwaltung eine Einschränkung des Verkehrs um 25% selber wünscht, und diesen Ausfall durch anderweitige Belastung ausgleichen will, das dürfte in der Tat einzig dastehen! Den Teufel mit Beelzebub austreiben hieße es, wenn ein Vorschlag des Abgeordneten Erzberger angenommen würde, welcher den in Südwestafrika ansässigen Firmen eine hohe Krieaskontribution auferlegt. Gelegentlich einer Nachtragsforderung für den Feldzug machte der genannte Abgeordnete den Vorschlag, die Gesellschaften, die durch den Krieg Vorteile errungen hätten, sollten zur Tragung der Kosten mit herangezogen werden, und trotz der ablehnenden Haltung des Staatssekretärs hat Herr Erzberger sofort einen Antrag gemäß der von ihm verfolgtenTendenzen ausgearbeitet. Dieser Vorschlag findet aber bei den meisten Parteien, und nicht zuletzt bei der Regierung, scharfen Widerspruch, weil man sich sagt, daß eine derartige schwere Besteuerung nur dazu führen könne, daß die in Südwestafrika ansässigen Firmen auswandern und damit einen schweren Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien herbeiführen. Der Erzbergerische Vorschlag dürfte unter diesen Umständen schwerlich zum Gesetz erhoben werden, vielleicht wird man sich aber doch in der einen oder anderen Richtung hin einigen, um den Gedanken zu verwirklichen, daß das Schutzgebiet selbst in erhöhtem Maße zu den Lasten beiträgt. Der innerpolitische Kampf in England tobt in unverminderter Heftigkeit weiter, indessen hat sich die Situation anscheinend zu Gunsten des Kabinetts geändert, und es kann wieder ruhiger in die Zukunft blicken. Mit allen seinen Anträgen hat die Regierung im Unterhause Glück gehabt und recht beträchtliche Mehrheiten auf sich vereinigt, auch wurden alle Resolutionen, auf denen das neue Budget basiert, mit Mehrheiten von durchschnittlich 85 Stimmen angenommen. Angesichts einer so kompakten Majorität kann die Regierung auch dem Widerstande des Oberhauses ruhig entgegensehen, und sie braucht sich daher auch nicht auf Vorschläge zu einer gütlichen Verständigung über die Vetoresolutionen einzulassen. Wahrscheinlich wird das Oberhaus die Vetoresolutionen en bloc ablehnen, und das Ministerium wird alsdann weitere Maßnahmen im Unterhause beantragen, die dort sicherlich eine Mehrheit finden werden.— Einer Mehrheit dürfte auch das Kabinett Briand bei den Neuwahlen gewiß sein, denn es liegt kaum etwas von Belang vor, was geeignet wäre, das Kabinett zu stürzen. Der Haß gegen Briand besteht nur bei einer ganz extremen Richtung der Sozialisten und bedeutet darum keine Gefahr für das Kabinett. Vielleicht wird man formell demissionieren, um höchstens eine Rekonstruktion vorzubereiten. Hierbei wird Pichon jedenfalls Leiter der AusVerfügung stellen, den Weg. Ab und zu ging ein Hase, der in aller Seelenruhe das Herannahen der Pflugschaar abgewartet hatte, auf und lief mit seinem humpelnden Gang dem Walde zu oder legte sich in eine höher gelegene Furche, um von dort aus jedes feindliche Herannahen sofort wahrnehmen und sich rechtzeitig salvieren zu können. In dem nahen Walde klopfte der Grünspecht, Eichhörnchen sprangen mit fabelhafter Gewandtheit von Baum zu Baum und die noch nicht nach dem Süden gezogenen Vögel erfüllten die Luft mit ihrem Geschrei. Dazu ging ein leises Rauschen durch die Tannenbäume und durch die Zweige der hundertjährigen Eichen, deren Laub schon anfing, sich rotgelb zu färben. Durch das Unterholz schlich mit Vorsicht der Fuchs, der für seine rotbraunen Sprößlinge nach einem saftigen Braten spähte. Endlich bemerkte er einen unschuldsvollen Junghasen, der, noch nicht recht vertraut mit den Tücken und Schlichten der bösen Welt, sich am saftigen Grase delektierte und über diesem uppigen Mahl ganz die nötige Vorsicht außer Acht ließ. Ein Sprung des alten Voß. ein Biß in den Hals, ein erfolgloses Strampeln des Ueberfallenen, und das Leben des zu so großen Hoffnungen berechtigenden jungen Botanikers Lampe hatte ein vorzeitiges und unrühmliches Ende gefunden. Doch er gerächt werden. Der Räuber nahm in seinem Eifer gar nicht wahr, wie hinter einer dichten Tanne eine Gestalt, die einem der ihm so verhaßten Jäger ähnelte, Aufstellung genommen hatte. Es war Aristide, der sich so gut erholt hatte, daß er die Strapazen, die immerhin mit einer Suchjagd verknüpft, bereits auf sich nehmen konnte. Er hatte mit Interesse diesen Kampf der Unerfahrenheit und Unschuld mit der List und rohen Gewalt, wie er sich stündlich im Walde abspielt, beobachtet. Langsam erhob er seine Büchse. Ein Feuerstrahl schoß aus ihr hervor und das tötliche Blei drang dem Fuchs in den Leib, so daß er sich, nach einem vergeblichen Versuch, zu entkommen, an die Seite seines gemeuchelten Opfers legte. „Hast du was?“ kam es fragend aus dem inneren Walde? „Gewiß, komm nur her, Georg!“ Dieser bahnte sich, nachdem er das Gewehr gesichert, einen Weg durch das Dickicht zu seinem Freunde. „Waidmannsheil!“ Dann erblickte er die Beute „Potz Blitz, einen Voß! Gratuliere! Und da liegt ja noch ein Krummer. Du hast doch nur einmal geschossen?“ Aristide erzählte den Vorfall. Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene Petitzeile oder deren Raum, auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich. Neuß. Expedition: Neuß, Neustr. 1. Tel. 57. 1910. 85. Jahrg. wärtigen Angelegenheiten bleiben, da man bei ihm die Geschäfte tatsächlich in guter Hand weiß. Dieser Tage war Herr Iswolski in Paris und hatte längere Unterredungen mit Herrn Pichon. Irgendwelche sensationelle Erfolge darf man von dieser Unterredung aber wohl kaum erwarten, sie dürfte sich um die laufenden Angelegenheiten, speziell Persien, gedreht haben. Außer Iswolski weilte in dieser Woche ein illustrer Gast in den Mauern von Paris. Herr Noosevelt ist auf seiner Tournee dort angelangt und wird mit den hervorragendsten Politikern Unterredungen haben. Großes Gewicht braucht man aber auch diesen Besprechungen kaum beizulegen, denn Herr Noosevelt ist lediglich Privatmann, wenn er sich auch vorzüglich auf Reklame versteht. Erfreulicherweise ist sehr schnell einem Märchen ein Ende gemacht worden, daß sich an seinem Aufenthalte in Europa knüpfte, nämlich, daß er eine Abrüstungsaktion einleiten wolle. Eine Notiz, die durch seinen Privatsekretär als„barer Unsinn“ erklärt wurde. Dieser„bare Unsinn“ ist in London aufgeflattert, wo man gern wieder Deutschland eins auswischen wollte, um zu zeigen, von welch friedlichen Absichten man an der Themse beseelt ist, während Deutschland stets und ständig den Friedensstörer darstellt. Von Nab und fern. * Köln, 21. April. In der heute Abend abgehaltenen Stadtverordneten= Versammlung widmete der Vorsitzende, erster Beigeordneter Adenauer, dem verstorbenen Stadtverordneten Berghausen einen ehrenden Nachruf und kam dann auf die Aussperrung der Bauarbeiter zu sprechen. Die städtischen Neubauten seien ebenfalls betroffen und stillgelegt worden. Zunächst dränge sich nun die Frage auf, welche Stellung die Stadt Köln einnehmen soll gegenüber den Unternehmern, die ihre vertraglichen Verpflichtungen, betreffend Fertigstellung der Bauten nicht erfüllen. Diese schwierige Frage solle in der Hochbau= und Rechtskommission geprüft werden. Die Stadt habe einerseits ihr finanzielles Interesse zu schützen, andererseits habe sie absolute Unparteilichkeit zu wahren. Da die Stadtverwaltung berufen sei, die Interessen der gesamten Bürgerschaft zu vertreten, so erklärte die Stadtverwaltung sich gerne bereit, einen Versuch zu unternehmen, die streitenden Parteien zu einigen, wenn eine derartige Anregung von beteiligter Seite gegeben werde. Der verstorbene Rentner Eduard Jünger hat die Stadt Köln zu seiner Universalerbin eingesetzt, unter der Bedingung, daß die Einkünfte aus dem Nachlaß, soweit nicht anderweitig darüber verfügt ist, zur Unterstützung alter, alleinstehender, hilfsbedürftiger Männer, ohne Unterschied der Konfession verwandt werden. Die internationale Bohrgesellschaft schenkte für das Museum für Handel und Industrie das Modell einer vollständigen Bohreinrichtung. Es wurde ein grundsätzlichen Beschluß gefaßt zu Volksunterhaltungs=Abenden den Güezenich stets kostenfrei zu überlassen. Für die Ausstellung des Bundes deutscher Architekten im Kunstgewerbemuseum bewilligte man einen Zuschuß von 500 M. An Warenhaussteuer gingen 93.804 M ein, die zu ¾ nn die Gewerbesteuerpflichtigen vierter Klasse und zu ¼ an die der dritten Klasse verteilt werden sollen. Hierdurch ermäßigt sich die Gewerbesteuer vierter Klasse um 28,7, der dritten Klasse um 9,3 Prozent. Zur Kanalisierung des Geländes für den Neubau des Verwaltungsgebäudes bewilligte man „Da hast du mehr Glück wie ich. Mir ist ein Bock durch die Lappen gegangen. Ein ganz schwarzes, großes Tier mit einem prachtvollen Gehörn.“ „Vielleicht bekommen wir ihn noch.“. „Wollen sehen. Deine Beute wollen wir inzwischen wahEr durchstach dem Hasen mit einem Messer die Sehne des einen Hinterlaufs, steckte den andern durch diese Oeffnung und hing ihn an einen hoch gelegenen kurzen Ast inmitten stark belaubten Baumes auf. Derselben Prozedur wurde der Fuchs unterzogen. Darauf brachen sie auf. „Der Bock ging nach dem Fluß zu durch.“ sagte „Geh du längs dem Waldrand nach der Eichenschonung. Ich tue dasselbe hundert Schritte weiter links von dir. Also vorsichtig im Gang. Keine Aeste knicken. Waidmannsheil! Nur langsam kamen sie weiter. Sie hatten die Hunde, welche mächtig vorstrebten, an die Leine genommen. Da erreichten sie eine größere Lichtung, inmitten deren die Eichenschonung sich befand, worin sie den Bock vermuteten. Mit verdoppelter Vorsicht pürschten sie vorwärts. Es ging bergab durch Stubben und Strauch, teilweise auch durch kleine Wassertümpel, die sie durchwateten und aus denen oft Sumpfgeflügel, Bekassinen und Wildenten in die Luft schwirrten. Auch jetzt stiegen eben zwei Bekassinen nach oben. Georg war zu sehr Jäger, um sich die Beute entgehen zu lassen. Zweimal knallte es und die Vögel fielen, sich überschlagend, zu Boden Da rührte es sich plötzlich im Gebüsch. Der Bock. der wirklich hier gestanden, stürzte heraus, fünf Schritte an Georg vorbei und strebte den Berg hinan, den Aristide eben gedeckt, hinabstieg. Sein Köter hatte sich sofort losgerissen und laut jagend rannte er dem Wilde nach. Zum Kuckuck auch!“ Georg hatte es nicht unterdrücken können, als er sein Pech gewahrte. Dann rief er:„Der Bock, der Bock!“ Aristide sah ihn schon, und stand. das Gewehr im Anschlag, nach der Seite, nach welcher das Tier herausbrechen mußte Da trat er bereits hervor und stutzte, als es den neuen Feind bemerkte. Das Tier schreckte und wandte schnell um. Es war zu spät. Aristide hatte mit dem Finger den Drücker berührt und der Bock brach mit einem gewaltigen Luftsprung im Feuer „Horidof“ fubelte der glückliche Schütze.1 ITEME(Fortsetzung folgt.) 11 200 M. für die Kochschule der Frau Dr. Plato 250+ eu.##eung der Gle, e der Frechener Bahn 59 275 A, ber# Ju e 5 Forfter gohngebäudes in Gramvera 20 150 M, 25 000 cn für Weitergewährung der Teuebie 8=ag; Lost undbeirer in städtischen Betrieben, ##e# 38 Jahre gli sind und noch keine 3.50#A verdienen und 30 500 A für Anlage eines Löschplatzes für die Tankschiffe der Mannheim= Bremer Petroleum= Aktiengesellschaft. Eine Aenherung der Bedingungen für den Bezug von elektrischer Energie aus den städtischen Elektrizitätswerken : Dse gurgeheißen. die Aenderung bedeutet eine VerbilPreises für die Kleinverbraucher fur Handwerksbetriebe. Bisher bezahlte man bis a####it. guttstunden 20 Pfg., jetzt bis 5000 Kilowattstunden g. Außerdem wird noch ein Rabatt gewährt für die Kleinverbraucher zu gewöhnlichen Preisen. Situng Josd des“!.„In der heutigen StadtverordnetenSitzung gab der Bürgermeister bekannt, daß man sich in der Finanzt m isen, dahin geeinigt habe, die Stelle eines juristischen Hilfsarbeiters zwar wieder zu besetzen, jedoch nicht Juristen, sondern mit einem Herrn, von dem die Berechtigung zum Einjährig= Freiwilligen verlangt, und der im übrigen in Position und Besoldung dem ersten Stadtsekretär gleich gestellt werden soll. ..“„Emmerich, 20, April.“ Die hiesige Stadtverordgetenversammlung ist mit der Regierung in Konzlit, geraten. Im vorigen Jahr haben die Stadtverordneten eine die Bestimmungen für die Wochenmärkte und den alljährlichen Krammarkt enthaltende gemeinsame „Tordnung beschlossen. Diese hat nicht die Genehmigung Rlegierung gefunden, weil in der Marktordnung die altem Branche entsprechend, achttägige Marktdauer enthalten war, und wo)., angeblich keine Genehmigung nachzuweisen sei. Tataver im Jahre 1877 eine Krammarktordnung von der Regierung genehmigt worden. Nun steht aber der Regienigung sich aue Zi, Marn: a u. daß die damalige Genehmigung sich auf die Marktordnung und nicht auf die Marktwar damals Lerogu#iese festzusetzen und zu genehmigen war damals der Oberpräsident zuständig. Die Stadtverordneten mit überwiegender Mehrheit beschlossen, die verlangte Verkürzu,g des Jahrmarrres von acht auf drei Tage da hierdurch eine erhebliche Beeintractigung und Schaotauna der Emmericher Geschäftswelt einJever, 22. April. Der Arbeiter Hays=Wesseli in der emeinde Sillonstede wurde am Montag wegen eines an seiner 21jährigen Tochter, verübten Sittlichkeitsverbrechens verhaftet an demselbe. Tage wieder aus der Haft entlassen. Gestern abend machte er seiner Tochter heftige Vorwürfe darüber, daß ie ven. dee an ihr gerübten Pergehen erjählt hau, und stieß ihr dann ein Taschenmesser etwa 4 Zentimeter tief in den Ru en. Das Messer brach av. Das Mädchen flüchtete dann durch einen Sprung durchs Fenster zum Nachbar, der ihr die Klinge mit einer Zange aus dem Rücken zog und einen Seist, Pam s##er Tätel erhängte sich, seine Ehefrau hatte sich am 20. Februar in einem Brunnen ertränkt. Hamburg, 20. April.„Die schwarze Hand“. Mit dieser Unterschrift versehene Drohbriefe gingen in letzter Zeit verschiedenen hiesigen reichen Familien, hauptsächlich Kaufle ten, zu.. Die Schreiver verlangten darin von dem Wilion und chlisstish 7.2o. u Mart bis zu einer halben gzon und schließlich sogar bis zu einer Million Mark gie. an. Pa, en vexpal gan einer bestimmten Stelle niedergelegt werden sollten. Weigerung wurde mit Todesstrafe gedroht. Trotz der eifrigsten polizeilichen Nachforschungen ist es bis jetzt noch nicht gelungen, auf die Spur der Täter zu kom men. Zuert hatten zs die Ervrener nur auf eine Familie abgesehen, seit etwa vierzehn Tagen aber haben auch andere Einmonner piese„ciefe erhalten. Brier und Kuvert sind stets N 8.3sggikt: Tppen hergestellt. Auf Grund des„§ 394 Abs. 4 der Statuten der Schwarzen Hand“ wurde den Empfängern mit dem Tode gedroht, wenn sie das Verlangen nicht erfüllten. Der Tod würde durch eine Kugel, durch Hasse beumdengrn epene.. u.. e.n Diensthoten, der dazu gezwungen würde, erreicht werden. Eine alte Dame, die mehrere de ai. e Drohbriefe erhalten hat, befindet sich erklärlicherweise in der größten Aufregung. Jeder Brief erhält genau. Anweisungen, wie die Zavlung zu erfolgen hat; einigen Priesen lagen auch die gedruckten Statuten der„Schwarzen Bekender de. Aiere Sht iden solaten stets mehrere; der Srietper, 2e.. B# muß mit den Lebensverhältnissen der Briefempfänger sehr vertraut sein. Der Kommissar Harder, wohl einer der gewiegtesten Kriminalisten, nahm die Untersuchung selbst in die Hand. Verkleidet als Jägerbursche trieb er sich in der Nähe des Hauses der Briefempfängerin umher, auch suchte er den Ort auf, an dem der Erpresser das Geld in Empfang nehmen wollte, es glückte ihm der Dams uen Burscher zu. fassen. Am anderen Tage lief bei der Dame wieder ein Schreiben in Drucktypen ein, daß sie nun u a Schparzen vano; verfallen set, wenn sie nicht 1 Million Vgss, epfers's nütze garnichts, einen Polizeikommissar in Bediententracht zu werfen und ihn aufpassen zu lassen, die „Schwarze Hand“ sei mit allen Hunden gehetzt. Gestern traf dann abermals ein Schreiben ein, daß eine größere Summe a. f. der Fel mark niedergelegt werd.“e und zwar angcbracht sti n Uinges Tau befinden, an dem ein Riemen angebracht sei, der mit einem Oelpapier verbunden sei. In dies Oelpapier solle das Geld eingewickelt werden und ein Beauftragter der„Schwarzen Hand“ würde sich in großer Ert.####g einfinden, um das Geld an dem Tau heranzuziehenTatsächlich war das Tau, der Riemen und das Oelpapier an ##s bezzichneten, Stelle aufgebaut, von einem Menschen war aber weit und breit keine Spur zu sehen, zweifellos handelt es .hi,r um eine Mystifikation der Polizeibehörde. Die Tat selbst ka#, nur dem Gehirn eines nicht ganz normalen Menschen entspringen, der durch das Lesen von Sherlock Holmesüberspannt ist. Es ist kaum anzunehmen, daß es sich hier wirruich Ium Erpresung handelt. Die Briefe sind hauptlächlich aus Altona abgesandt. 21. Apxil. Hier wurde ein neunjähriger Knabe von der Straßenbahn überfahren und getötet ####enau(Elsaß). 21. April. Der großes Aufsehen erregende Mord an dem Gendarmerie= Wachtmeister Stopp von hier wird der seit langer Zeit bestehenden Erbitte, ug gegen die Zigeuner neue Nahrung gegenen, a de. Ermordete das Opfer eines dieser unheimlichen Gesellen geworden ist. Der Mörder ist ein 2 Jahre alter Zigeunermusiker namens Weiß, der vor zwei Jahren beim 18 Infanterieregimen in Landau desertierte und seitdem steckbrieflich verfolgt pirr," die hiesige Gendarmeriestation erfahren hatte, daß der Deserteur sich in der Nähe bei einer verwandten Zigeunerbande aufhalte, so ritt der Gendarm an Wohnwagen heran, in dem der Deserteur sich versteckt hatte, erhielt aber von diesem einen Pistolenschuß ins Gesicht, so daß er sofort bewußtlos zusammenstürzte und in kurzem verschied. Der Täter entfloh und konnte bis jetzt nicht Militkärgericht gerihe .. A. s Nassan, 21, Aprt.. Gestern wuroe auf Bahnhof Wilhelmsdorf bei Weilmünster ein Hülfsbremser von einem Güterzuge überfahren und sofort geroren— Auf den Dampfziegelwerken bei Hahn stürzte jüngst eine Trockenhalle ein, wo# Lehrling getötet und ein Arbeiter schwer verletzt * R o t t e r d a m, 2 2. A p r i l. D e r i m J a h r e 1 9 0 7 e r b a u t e „Sommelsoyr“ der Holland=AmerikaLinie steht in Frammen und gilt für völlig verloren. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Mark geschätzt (Schluß des redaktionellen Teils.) Kurz und klein #.. gar bald die Wäsche, sie mit den verschiedensten ien behandelt scharfen Waschmitteln und Zauberchemikalien behand wird. Fürs Auge mag sie zwar zunächst„blendend“ erscheinen, dann aber—— ach, wie bald, schwinden i. M, Schöpheit und Gestalt! Dahingegen bleibt bekanntlich die Wäsche recht frisch, sdauerhaft und wohl erhalten nach altbewährter solidier Waschmethode: mit Luhns.4 Aug. Denecke jr., Telephon 247. Breitestrasse 65. Telephon 247. Komplette elektrische Licht- und Kraftanlagen jeder Grösse und jeden Umfangs. Dynamos, Motoren, Telephon, Blitzableiter. Lager in Stark- und Schwachstrom-Artikel. Restitutionsfluid für lahme Pferde empfiehlt Hans Keings, Crefelderstraße 16. Polizei=Verodnung betreffend Verhütung der Uebertragung des Kindbettfiebers. Auf Grund der§§ 137 und 139 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883(G. S. S. 195) sowie der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850(G. S. S. 265) wird zur Verhütung der Uebertragung des Kindbettfiebers für den Umfang der Rheinprovinz mit Zustimmung des Provinzialrates hierdurch verordnet was folgt: § 1. Alle diejenigen, welche sich mit der Ausübung der Heilkunde gewerbsmäßig beschäftigen, haben jeden in ihrer Praxis vorkommenden Fall von Kindbettfieber sofort der Ortspolizeibehörde desjenigen Ortes, an welchem derselbe aufgetreten ist, schriftlich oder zu Protokoll anzuzeigen. In dieser Anzeige muß enthalten sein: Namen und Wohnung der Erkrankten, Tag der Entbindung und Name der bei der Entbindung und im Wochenbett tätigen Hebamme, Wartefrau oder Krankenpflegerin. § 2. Die Hebamme hat jeden in ihrer Praxis vorkommenden ärztlich festgestellten Erkrankungsfall an Kindbettfieber sofort dem Kreisphisikus mündlich oder schriftlich anzuzeigen und dabei anzugeben, ob sie noch andere Wöchnerinnen pflegt und welche. § 3. Im Falle kein Arzt zugezogen ist, hat die Hebamme, wenn bei einer Wöchnerin ein Fieber gleich sehr heftig mit starkem Schüttelfroste auftritt und die Körperwärme bis auf 40 Grad C. und darüber steigt, oder wenn außer dem Fieber noch andere Krankheitserscheinungen, wie Schmerzen im Leibe, Empfindlichkeit gegen Druck, Störungen der Wochenreinigung um. I,.#egen sind, von der Erkrankung sofort dem Kreisphisikus mündlich oder schriftlich Anzeige zu machen. § 4. Wenn in der Familie einer Hebamme Rose, Scharlach Diphteritus oder Eiterfieber auftritt, ebenso, wenn die Hebamme selbst an ihrem Körper, insbesondere an ihren Fingern, eiternde Wunden hat, oder bei einer Krankenpflege mit eiternden oder jauchigen Absonderungen in Berührung kommt, so hat sie dem Kreispyisikus unverzüglich hiervon Anzeige zu machen und darf nur im Notfalle vor Entscheidung des Kreisphisikus einer Gebärenden oder Wöchnerin Beistand leisten. ..§ 5. Wenn eine zu Entbindungen an sich nicht berechtigte Person eine Entbindung ausführt(Notfall), so hat sie sofort der Ortspolizeibehörde desjenigen Ortes, an welchem die Entbindung erfolgt ist, hiervon schriftlich oder zu Protokoll Anzeige zu machen. § 6. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden, sofern nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen eine höhere Strafe verwirkt ist, mit einer Geldstrafe bis sprechende, Haft bestrafl.gensfale mit entKoblenz, den 2. April 1891. Der Oberpräsident der Rheinprovinz. gez.: Johlenweide in Neuß an der Hammer Chaussee hinter dem städtischen Hause. Die Eröffnung der Foglenweide erfolgt am 2. Mai erund nimmt Anmeldungen Herr Winterschuldirektor Wolff, Neuß(Telefon Nr. 615) entgegen. Das Weidegeld beträgt für die Saison(1. Mai bis 1. Oktober) a) für ei jährige Fohlen 80.— Mk. b)„ zweijährige„ 95.— . Mitglied: de. Lokal=Abteilung und des KreisPferdezuchtvereins haben eine Ermäßigung von 10 Mark für jedes aufgetriebene Fohlen. Sie müssen jedoch drei Jahre Mtglied des betreffenden Vereins bleiben. .#is einjährig sind diejenigen Fohlen zu verstehen, die bis Schluß der Saison noch nicht volle zwei Jahre alt sind. . Für die ganze Saison ist die Hälfte des Weidegeldes bei der Anmeldung zu erlegen. Zweijährige Fohlen, welche im verflossenen Jahre die Weide benutzten, können gegen Entrichtung von 60 Pfg. Weidegeld pro Tag auch tageweise aufgeführt werden Dasselbe gilt bei der Belassung der Fohlen auf der Weide über die Waidesaison hinaus. Aeltere Pferde können ebenfalls gegen Entrichtung von 1 Mk. pro Tag tageweise aufgebracht werden.868 Ausreichende Stallungen sind vorhanden. Die Besitzer der Fohlen und Pferde müssen beim Aufbringen in die Weide ein Gesundheits=Attest der Tiere # von einem approdierten Tierarzt ausgestellt ist, Guadeuthal bei Neuß, im April 1910.[2908 Der Direktor der Lokal=Abteilung Neuß: Melchers. Grabenstrasse 6. Düsseldorf, gegenüber Deppe. Aeltestes Spezial-Haus für Damen-Konfektion. Gegründet 1876. Aussergewöhnlich günstige Kaufgelegenheit in dieser Woche: Jackenkleider, Paletots, Röcke. Jackenkleider in marineblau und grau, moderne Fassons Mk. 26 in marineblau u. grau,garniert mit Seide und Soutage Mk. 36 In verschied. einfarbigen modernen Stoffen Mk. 46 Um Irrtümer zu vermeiden, teilen wir mit, daß das neue Auer=Hängelicht mit Aerostat zum Preise von M. 6.—. 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Anträge auf Erlaß des Aufgebots werden an jedem Werktage während der Dienststunden von 9—12 Uhr vormittags und von 3—5 Uhr nachm. entgegen genommen Geburten. Am 13. April: Maria Theodora Gertrud Philippine Barbara, Tochter des Versicherungsbeamten Goergen.— Margarete Gertrud. T. des Schneiders Joseph Lauf.— Maria Josephine, T. des Erdarbeiters Lambert Derrez. — Theodora Maria Agnes, T. des Kaufmannes Wilhelm Bloser.— Joseph Johann, Sohn des Technikers Joseph Bastian.— Wilhelm Joseph, S. des Faktors Joseph Brüggen.— Elisabeth, T. des Architekten Joseph Hagenkötter.— Am 16.: Sophia Maria Magdalena, T. des Schuhmachermeisters Peter Holzweiler.— Hermann Joseph, S. des Schneidermeisters Heinrich Knopf.— Peter, S. des Tagelöhners Heinrich Schmitz.— Am 17.: Gertrud Hubertine, T. des Mühlenarbeiters Wilhelm Pohl.— Joseph, Michael Maria Quirinus, S. des Fabrikmeisters Adolf Deuß.— Am 18.: Maria Anna, T. des Mühlenarbeiters Peter Funkel.— Johann Joseph, S. des Bauarbeiters Joseph Mink.— Katharina Christine Hubertine, des Fuhrknechtes Franz Bürrig.— Anna Maria Therese, # d8 Schlosses August Huvert Engels.— Am 19.: Pauline Wilhelmine Elisabeth, T. des Lagermeisters Anton Matheisen.— Am 20.: Hildegard Wilhelmine, T. des Lokomotipheizers Karl Peltzer.— Am 21.: Heinrich Franz Joseph, S. des Fabrikarbeiters Franz Piel. 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Juli 1883 wird unter Zustimmung des Kreisausschusses für den Umfang des Kreises Neuß folgende Polizeiverordnung erlassen: en Sm##r besitzet, puchter, Nutznießer oder Verwalter von Grundstücken, auf welchen sich Hederich(Rhaphanus raphanistrum), wilder Seuf(Sinapis arvensis) oder Disteln vor der Släte zu vertigen, siund vepslichtet, diese Pflanzen 2. Uebe tretungen dieser Vorschrift werden mit Geldstrafe von 3 bis 30 Mark oder im Falle des Unvermog n.### entsprechender Haft geahndet. 3. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage der Verkündigung im Kreisblatt in Kraft. Neuß, den 8. April 1910. Der Königliche Laudrat: Dr. von Brandt. Bekanntmachung. 24. Mai 1910, Nachmittags 4½ Uhr, Mene, igFizungssah, es hiesigen Amisgerichts die der belegenen Grundstlächeen im der Gemeinde Neuß Nr. 3453/530, Acker, am Krausenbaum, groß 45 are 88 qm. 2. Flur F. Nr. 34. 4/530, Grefratherweg, Kelfanm, mit ausstehender Glassabrik, Schlosserei und Lager, zwangsweise versteigert werden. blatt wir vermiesn n.n3 gers zum RegierungsamtsNeuß, den 2. April 1910. Königliches Amtsgericht. Land=Verkauf zu Büderich. Mai er., nachmittags 3 Uhr, werde ich als Testamentsvollstrecker des zu Büderich verGersers im Wirtslokale der Wwe, Gattsesad Wann.. gersers im Wirtslokale Nachlasse des g Beühl, die gelegenen Fumnobilten, nämich. Nr 18 dot. 3h.# e 5, Acer, 31 Nr 41 Meter, (auch fur Kinder). Blusen, Röcke, Iaketts, Trauerhüte. Schleier, Handschuhe etc. Hettlage’s Trauer-Magazin, Düsseldort, Schadowstrasse 34. Zucker= und FutterrübenSamen: Imperial und Wanzlebener, Eckendveser, gelb und rot, weiß rheinisch Lanker offer. billigst unter Garantie des Züchters. Anfragen erbeten Lonise Brands, Jüchen Waschen und Reinigen sowie Aufmodernisieren von Panama= und :::: Strohhüten:: Willy Ellinghaus, Neuß. Spezial=Geschäft für Hüte, Schirme, Pelzwaren. 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Ostafrika hat im Jahre 1902 mit einer Produktion von 370 Kilogramm Baumwolle begonnen, im Jahre 1904 188000 Kilogramm gebracht und im Jahre 1908 247 000 Kilogramm gleich etwa 1000 Ballen Baumägyptischen Varietät. Togo, das im Jahre 1901 mit 10 000 Kilogramm anfing, hat im Jahre 1908 420000 Kilogramm gleich 1620 Ballen produziert. Was nier geschehen ist, ist eine reine Versuchsarbeit. Durch die Arbeit des Kolonialwirtschaftlichen Komitees und der Regierung ist festgestellt worden, daß auf größeren Flächen erhebliche Quantitäten gezogen werden können. Eine Reihe von Industriellen hat sich veranlaßt gesehen, größere Flächen Baumwollbodens in den Kolonien zu belegen, und man wird für das Jahr 1909 zum erstenmal das Resultat dieser jetzt in Betrieb genommenen Anlagen in der Exportstatistik vorfinden ronnen. Dabei wird es sich im Vergleich zu den bisherigen um erhebliche Quantitäten handeln. Das Mehr aus Ostafrika in den ersten drei Quartalen des Jahre 1909 ist etwa 700 Ballen, in Togo 180 Ballen. In Ostafrika bestehen jetzt 17 mittlere und kleinere Europäerpflanzungen, die 2000 Hektar mit Baumwolle, ferner 24 Pflanzungen, die in Zwischenkultur etwa 3300 Hektar mit Baumwolle bepflanzt haben. In Entwicklung begriffen sind 12 Baumwollplantagen, die im ganzen 85000 Hektar belegt haben. Alle diese Neuanlagen geworden durch den Bau der ostafrikanischen Zentralbahn, die heute bereits ungefähr 550 Kilometer von der Küste erreicht hat und in rascher Folge bis nach Tabora vorgestreckt wird, das 1000 Kilometer von der Küste entfernt das Zentrum desjenigen Distrikts wird, der allem Anschein nac verspricht, ein größeres Baumwollgebiet zu werden, vorausgesetzt, daß die Niederschläge günstig sind. Bei diesen Versuchen hat sich herausgestellt, daß Togo eine Baumwolle produziert, welche Ersatz für amerikanische Baumbieten geeignet ist, und auch Ostafrika eine gleiche Qualität abgeben wird, wie dies die angrenzenden englischen Nyassa= Länder zeigen. Bisher wird in Ostafrika nur die sehr hochwertige ägyptische Varietät gezogen. Auch in Kamerun, in dem Grasland nach Adamaua zu, dürfte eine der AplandBaumwolle gleichwertige Sorte gedeihen. Aber ein wirklich durchgreifender Versuch, die Baumwolle als Plantagen= und als Eingeborenen= Kultur in großem Maßstabe einzuführen war mangels der Verbindungen einerseits und wegen des Mangels der Erfahrungen anderseits doch noch ein wenig aussichtsreiches Unternehmen. Jetzt erst scheint der Zeitpunkt gekommen, wo die weitere Fortführung der Versuche einen solchen Erfolg zu versprechen scheint, wo die in dieser Industrie investierten Kapitalien einen Umfang annehmen, daß auch die Reichsregierung zur Fortführung der Arbeit und zum Schutz der Prosperität dieser Anlagen das ihrige beizutragen veranlaßt, ist.„Hat sie bisher ihre Hauptaufgabe darin gesehen, durch Erschließungsbahnen überhaupt erst den Boden vorzubereiten, so wird sie jetzt mit der Privatindustrie in eine Arbeitsteilung eintreten können, von der man sich Nützliches versprechen darf. Unsere Chancen dabei sind nicht schlecht. Zunächst verfügen wir 1, dem wissenschaftlich und wirtschaftlich vorgebildeten deutschen Landwirt über eine Unterstützung, die den anderen zur Hand ist; dann ist das landwirtschaftliche Versuchswesen bei uns auf eine bemerkenswerte Höhe gebracht. Der Beweis, daß Baumwolle gut gedeiht, ist erbracht. Das Kolonialwirtschaftliche Komitee wird in seiner bisherigen Tätigkeit fortfahren, dagegen wrd die Kolonialverwaltung die Errichtung landwirtschaftlicher Stationen, den meteorologischen Dienst und eine geeignete Einwirkung auf die Eingeborenen= Bevölkerung in die Hand nehmen, sich diesem der deutschen Nationalwirtschaft so wichtigen Zweige zu widDie landwirtschaftlichen Stationen werden eine weitere Ausbrei ng erfahren und dabei auch die bei den ostafrikanischen Kommunen verfügbaren wirtschaftlichen Kräfte und Geldmittel herangezogen werden. Für diese Arbeit stehen für das Jahr I. insgesamt 400000 ek zur Verfügung. Ein Teil dieser Summe kommt aus der Selbstbesteuerung der deutschen Industrie.steuelung Staatssekretär schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung Kaufmannschaft und Industrie, durchdrungen von der Wichtigkeit des Gegenstandes, ihrerseits nicht erlahmen werden, um mit möglichst starker Beteiligung eine Aufgabe zur bringen, wie sie in gleichem Umfange selten gestellt an Frer Seite finpar die Veicheregierung mit Rat und Tat Für die Landwirtschaft. X Provinzial= Pferoe= Ausstellung der Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz in Köln= Merheim am 1., 1910. Am 1., 2. und 3. Juli veranstaltet die für die Rheinprovinz wiederum eine Provinzial= Pferde= Ausstellung auf dem Platze der Rennbahngesellschaft in Köln=Merheim. Dieses Unternehmen bietet einerseits allen rheinischen Züchtern die beste Gelegenheit, ihre Zuchtprodukte auf einer großen Schau vorzuführen und zu welche Fortschritte auf dem Gebiete der rheinischen Kaltblutzucht in den letzten Jahren gemacht worden sind Andrerseits hat dieser Wettbewerb aber auch die Aufgabe, den weitesten Kreisen den hohen Stand der rheinischen Kaltblutzucht vor Augen zu führen und den Interessenten aus der Provinz selbst, wie auch aus anderen Kaltblutzuchtgebieten eine Information über die geeigneten Bezugsquellen zu ermöglichen Gerade den Käufern von Zuchtmaterial ist der Besuch der Ausstellung dringend zu empfehlen. Im vorigen Jahre war die Ausstellung mit ca. 280 kaltblütigen Pferden beschickt; auf eine ähnliche starke Beschickung ist auch in diesem Jahre wieder zu rechnen, da reichliche Preise für die Prämiierung, im ganzen ca. 11000 M. bereit gestellt sind. Außerdem stehen zwei bronzene Kammermedaillen, sowie eine Reihe von Ehrenpreisen zur Verfügung. An allen drei Ausstellungstagen finden nachmittags Vorführungen der prämiierten Pferde, von Wickrather Gestüthengsten, von Sammlungen und Koppeln, sowie das Vorfahren zweier mit rheinischen Kaltblutpferden bespannten schweren Geschützen der Fußartillerie statt. An diese Vorführungen schließt sich an den beiden letzten Ausstellungstagen ein von dem Kölner Reit= und Fahrverein veranstalteter Concours hivpique an. Die Anmeldungen von Pferden sind bis zum 15. Mai ds. Is. auf den von der Landwirtschaftskammer, Bonn, Bismarckstraße 4, zu beziehenden Anmeldescheinen zu tätigen; im Interesse der frühzeitigen Fertigstellung des Katalogs wird um rechtzeitige Anmeldung dringend gebeten. Vermischtes. * Der Verein für Handlungs= Kommis von 1858(Kaufmännischer Verein) hielt am Sonnabend im Patriotischen Hause zu Hamburg unter dem Vorsitze des Herrn Otto Laeisz, Hamburg, seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab, die von den Delegierten aus allen Teilen des Reiches zahlreich besucht war; nur 6 Abgeordnete fehlten. Vor Eintritt in die Tagesordnung hielt der Verwaltungsdirektor Herr Dr. Thissen ein einstündiges zusammenfallendes Referat über die außerordentlich erfreuliche Entwicklung des Vereins und über die Vorgänge auf dem Gebiete der Standesbewegung im letzten Jahre. Bei der Beratung des Jahresberichtes und der Abrechnung für 1909 beschäftigte sich die Hauptversammlung in mehrstündiger Debatte mit den schwebenden sozialen Fragen und stellte die vollkommene Uebereinstimmung der Ansichten der leitenden Körperschaften mit denen der Abgeordneten fest. Ueber die Stellungnahme des Vereins zum Hansabunde wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Die 51. ordentliche Hauptversammlung des Vereins billigt den von der Vereinsleitung im Aufsatz des Vereinsorgans vom 1. Juli 1909 eingenommenen Standpunkt zum Hansabunde. Soweit danach die Tätigkeit des Bundes im Sinne der Vereinssatzungen eine Förderung des gesamten Handelsstandes bedeutet, ist zwar keine korporative Beteiligung des Vereins, aber eine Mitwirkung an den Zielen seitens der Vereinsmitglieder durchaus zu billigen.“ Der Jahresbericht und die Abrechnung für das Jahr 1909 wurden sodann einstimmig genehmigt und der Verwaltung des Vereins Entlastung erteilt. Die Delegierten sprachen dabei der Verwaltung in einer Entschließung gegenüber allen, auch den neuesten auf die Stellenvermittlung des Vereins erfolgten Angriffen eines gegnerischen Verbandes ihr uneingeschränktes Vertrauen aus. Die Versammlung ersuchte die Verwaltung unter Beibehaltung des bisherigen durchaus sachlichen Form der Abwehr auch künftig das wohlerworbene Ansehen des Vereins mit allem Nachdruck zu schützen. Diese Resolution wurde mit lebhaftem Beifall einnrimmig angenommen. Sodann wurde der Voranschlag für 1910, der in Einnahme und Ausgabe mit 1093500 A abschließt, im Block angenommen. Den Beitragseinnahmen sind Zahlungen von 99000 Mitgliedern zugrundegelegt. Die Verwaltung konnte hierbei die Mittcilung machen, daß trotz des durch die Einführung der Stellenlosen=Versicherung bedingten Aufschlages auf den Veitrag die Einlösung der Mitgliedskarten im neuen Jahre mindestens so gut wie in den Vorjahren ist und daß die Zahl der Ausmeldungen bisher gegen das Vorjahr nur um 70 stieg. Im neuen Jahre sind bereits 7700 neue Mitglieder eingetreten das sind 351 mehr als in den ersten 15 Wochen des Vorjahres. Zum Schluß der Versammlung berichtete der Vorsitzende der Kommission für das Erholungsheim, Herr Wilhelm Schilling, Hamburg, daß die Vorarbeiten für die Errichtung des Heims soweit gediehen sind, daß mit der Ausschachtung des Platzes bei Walsrode in der Lüneburger Heide begonnen werden konnte; die Grundsteinlegung soll am 22. Mai erfolgen. Das Heim erfordert einen Kostenaufwand von 104000 Mark die bereits bis auf 18000 Mark durch freiwillige Beiträge aufgebracht sind. Es wird 36 Zimmer zu einem und 22 Zimmer zu zwei Betten enthalten und demnach gleichzeitig 80 Personen aufnehmen können. Ergänzungswahlen für den Aufsichtsrat beendeten die harmonisch verlaufene Hauptversammlung. Am Sonntag erfolgte eine Besichtigung des neuerrichteten Geschäftshauses des Vereins, wobei die Vereinsverwaltung den Abgeordneten einen Imbiß darbot. * Von der Brüsseler Ausstellung. Die Urteile der Londoner Presse über die englische Abteilung auf der Brüsseler Weltausstellung lauten überaus günstig. Man will auf Schritt und Tritt die Wirkung der Mahnung:„Wach auf England!“ wahrnehmen können, die der englische Thronfolger, von seiner große Reise durch die britischen Kolonien heimkehrend, in der Londoner„Guildhall“ ausgesprochen hat. Die Anfänge der Vorarbeiten für die Beteiligung an der Brüsseler Ausstellung sowie der Bemühungen, in Brüssel eine würdige und eindrucksvolle Vertretung der englischen Industrie zustande zu bringen, reichen bis in das Jahre 1906 zurück. Damals hat das englische Handelsamt in großem Umfange Erhebungen darüber angestellt, inwieweit Englands Gewerbe, Industrie und Handel von der Beteiligunng an internationalen Ausstellungen Vorteil gezogen haben und bis zu welchem Grade daher finanzielle Beihilfen aus Staatsmitteln für Ausstellungszwecke berechtigt seien. Das Ergebnis dieser Untersuchungen scheint befriedigt zu haben, denn der Bericht des Ausschusses im Handelsamt resümiert sich dahin, daß England im Wettbewerb der größeren Staaten mit der Teilnahme an internationalen Ausstellungen nicht zurückbleiben dürfe. Die Brüsseler Ausstellung bedeutet insofern den Abbruch einer neuen Aera in der englischen Ausstellungspolitik, als die großbritanische Regierung zum ersten Male in größerem Umfange Geldmittel zur Unterstützung britischer Aussteller bereitgestellt hat. Infolgedessen unterscheidet sich die englische Ausstellung in Brüssel in sehr bemerkenswerter Weise von den sonstigen Ausstellungen, an denen sich die englische Industrie im Auslande beteiligt hat. Besonders verdient hervorgehoben zu werden, daß in der englischen Abteilung der Brüsseler Ausstellung eine einheitliche Durchführang der Aufgabe zustande gebracht ist, ein Fortschritt, der von den englischen Blättern selbst gegenüber dem Mangel an Ordnung, System und Homegenität auf früheren englischen Ausstellungen im Auslande besonders betont wird. Um ein Beispiel zu geben, wie es früher auf solchenbritischen Ausstellungen aussah, schildert ein englisches Blatt, wie Gegenstände der verschiedensten Qualität, Stoffart und Zweckbestimmung wahllos und unübersichtlich nebeneinander aufgestapelt zu werden pflegten, so daß ein günstiger Gesamteindrück nicht gewonnen werden konnte. In Brüssel ist zum ersten Male von der Leitung der englischen Abteilung nach einem einheitlichen Plane gearbeitet und so erreicht worden, daß sich die Ausstellungsgegenstände höchst vorteilhaft präsentieren Was die Baulichkeiten in der britischen Gruppe anlangt, so wird geurteilt, daß sie sich an Große mit den Gebäuden, die von Deutschland und Frankreich errichtet sind, allerdings nicht messen können, aber doch durchaus dem Bedürfnis der britischen Ausstellung vollkommen gemäß sind. In England rechnet man mit einer besonderen Anziehungskraft der englischen Abteilung infolge ihrer begünstigten örtlichen Lage. Das Ausstellungsgelände wird durch die Avenue Solbosch in zwei Teile geteilt. Auf der einen Seite dieser Hauptstraße, am nächsten dem Haupteingang zum Ausstellungsgelände, llegen die Abteilungen Belgien und England, auf der andern Seite der Hauptstraße befinden sich die Ausstellungen von Deutschland, Frankreich, Italien und einigen anderen Staaten. Die Lage der britischen Abteilung sei nun derart. daß die Besucher der Ausstellung, um von dem einen Teil des Ausstellungsgebäudes zu dem andern zu gelangen, den Weg durch das britische Hauptgebäude nehmen könnten. Endlich ist ein Teil der britischen Ausstellung in der großen Maschinenhalle untergebracht; in ihr nehmen die britischen Ausstellungsgegenstände etwa ½ des Raumes in Anspruch. Der Schwerpunkt der englischen Abteilung liegt in der Industriehalle, die in ihren äußeren Formen durchaus englischen Charakter trägt. Im Innern befinden sich fünf Gruppen, die gegen einander abgeschlossen sind und durch die in ihnen ausgestellten Gegenstände die Bedeutung der englischen Industrie für die Versorgung europäischer und überseeischer Märkte zum Bewußtsein bringen. Trotz dieser günstigen Beurteilung, die die englische Ausstellung in Brüssel im allgemeinen findet, lauten die Urteile der Londoner Blätter über die praktischen Wirkungen des Unternehmens doch recht skeptisch. Die englischen Aussteller werden darauf hingewiesen, daß sie auf Anknüpfung neuer Handels= und Geschäftsverbindungen mit einiger Sicherheit nur dann rechnen können, wenn sie der französischen und der deutschen Sprache mächtig sind. Damit ist zugleich den Aussichten, die sich für die deutschen Aussteller in Brüssel eröffnen, ein günstiges Urteil gesprochen. * Eine neue Weltausstellung in Amerika. Die Amerikaner haben die Absicht, in New=Orleans 1915, im Jahre der Eröffnung des Panamakanals eine Weltausstellung zu veranstalten. Die„Ständige Ausstellungskommission für die deutsche Industrie“ macht über die gegenwärtige Gestalt des Planes folgende interessante Mitteilungen: Eine von dem Gouverneur des Staates Loisiana und dem Bürgermeister der Stadt New= Orleans geführte Delegation ist inzwischen in Washington gewesen. Schon bei den ersten Besprechungen, die die Delegation in Washington hatte, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für Gewerbe und Ausstellungen, Abgeordneten Rodenburg von Illinois, wurde sie belehrt, daß die Eröffnung des Panamakanals nicht blos eine panamerikanische Angelegenheit, sondern ein internationales Ereignis sei; die zu ihrer Feier abzuhaltende Ausstellung könne daher nur eine Weltausstellung sein. Die Delegation war einsichtsvoll genug, den erhaltenen Winken Beachtung zu schenken. Sie hatte Besprechungen mit dem Präsidenten Taft, dem Sprecher des Repräsentantenhauses, vielen Senatoren, Abgeordneten und Pressevertretern. Das Ergebnis der Verhandlungen scheint zu sein, daß man in Washington die Eröffnung des Panamakanals durch eine große Weltausstellung feiern will, und daß New=Orleans die Ausstellung haben kann wenn Stadt und Staat sie haben wollen, und die erforderlichen Mittel daselbst beschafft werden.— In NewOrleans hofft man auf Unterstützung durch die Nordstaaten, nachdem die Mithilfe südlicher Staaten wie Alabama, Tennessee und Mississippi bereits zugesagt ist. Außer durch freiwillige Beiträge will man das erforderliche Geld auch durch Steuerzuschläge beschaffen. Man hofft ferner, von den großen Korporationen erhebliche Beitragssummen zu erhalten. Der erforderliche Rest würde von den anderen Einzelstaaten, der Bundesregierung und von den mittelamerikanischen Republiken aufzubringen sein. Ob der Plan seine Verwirklichung gemäß den in New=Orleans gehegten Wünschen finden wird, hängt von der allgemeinen Stimmung und den späteren Maßnahmen der Legislatur in Louisiana ab. * Eine ungewöhnliche Jagd auf den Dächern hat sich in diesen Tagen in Genf abgespielt; die Gendarmen verfolgten nicht einen verwegenen gefährlichen Einbrecher: die Jägd galt einer jungen Frau, die mit Meißel und Stemmeisen einen Einbruch versucht hatte und bei Erscheinen der Gendarmen die Flucht über die Dächer ergriff. Die Beamten hatten sie vorher nicht sehen können, sie waren auf einen Kampf auf Leben und Tod gefaßt und hatten ihre geladenen Revolver zur Hand genommen; aber bald ließen sie die Waffen sinken, als sie sahen, daß der Flüchtling eine hübsche, gut gekleidete Frau war. Es war auch nicht Habgier, die sie zum Einbruch getrieben hatte: es war die Liebe und— die Eifersucht. Sie hatte ihren Liebhaber, der auf einige Tage verreist war, in Verdacht, Briefe einer andern Frau zu empfangen, sie wollte sich Gewißheit verschaffen, und darum versuchte sie am Abend den Einbruch. Das Türschloß war bereits erbrochen, als sie die Gendarmen herankommen hörte. Sie kletterte durch ein Fenster auf das Dach, lief 50 Meter weit über einen schmalen Dachfirst und versteckte sich dann in einem Fremdenzimmer, wo die Beamten die eifersüchtige Einbrecherin nach kurzem Suchen unter einem Tisch versteckt fanden. Sport=Nachrichten. ):( Der Innenraum der Nadrennbahnen, der im Vorjahre nach der Katastrophe im Berliner Botanischen Garten für das Publikum auf polizeiliche Anordnung geschlossen wurde, ist jetzt auf einen Erlaß des Ministeriums des Innern wieder freigegeben worden. Der Verband Deutscher Radrennbahnen hatte Schritte zur Aufhebung des damals ausgesprochenen Verbots getan, da eine Reihe der deutschen Radrennbahnbesitzer durch dieses Verbot schwer geschädigt wurden. Die Freigabe des Innenraumes ist jedoch von besondern Maßregeln abhängig, die zum Schutze des Publikums wie der Rennfahrer vom Ministerium vorgeschrieben werden. No. 50. Beiträge, Anfragen und Lösungen der Aufgaben sind an Herrn Dr. Ullrich, Neuß, zu richten. Die Spielabende des Neußer Schachvereins finden Montags und Donnerstags 8½ Uhr abends im Hotel Neckenig statt. Gäste sind stets willkommen. Unentgeltliche Anleitung im Schachspiel. Partie No. 48. Gespielt auf dem Stiftungsfest des Kölner Schachklubs im Jahre 1903. Spanisch. Weiß: Schmidt(Duisburg)— Schwarz: Ullrich(Bonn). 1. e2—e4 2. Sgl—13 3. Lfl—55 4. Sbl—c3 5. 0—0 6. d2—44 7. 44—05 8. LböXc6+ 9. d5Xc6 10. Lel—e3 11. b2—53 12. Kg1—h1 13. Sc3—05 14. g2—g4? 15 SdöXf6+ 16. Dal—45 67—e5 Sb8—c6 Sg8—16 07—46 Lf8- e7 Lc8—g4?!) a7—a6 b7Xc6 57—h6 0—0 Lg4—55 Dds—e8 Le7—d81 3) Lh5—g6 LdsXf6 De8—e64) 17. 02—04 18. Tf1—g1?*) 19. e4X05 20. Khl—g2 21. Kg2—h2!*) 22. g4X15 23. Tgl—g3 24. Tal—g1 25. 62—54 26. Tg3X137) 27. Tgl—g4 28 Le3—44 29 Tg4Xd4 L16—48 De6xd5 Lg6—e4 17—15! Leáxf3 Kg8—57 TI8X15 Ld8—16 e5—94 e4X13 Ta8-es*) Lf6Xd4 Te8—e2 Weiß gab nach wenigen Zügen auf, da der Bauernvorstoß aufzuhalten ist. ist von Schwarz verpfuscht, das Mittelspiel von Weiß.?) sehr gut, St6Xe4 geht nicht wegen SdöXc7. 3) die beiden Läufer muß Schwarz sich unter allen Umständen erhalten, auch droht jetzt das Nehmen auf es.*) Schwarz muß versuchen, Angriff zu bekommen auf der k=Linie und darf selbst den Damentausch dabei nicht scheuen. 5# dieser Zug ermöglicht die nun folgende Combination. *) noch das beste, der S ist doch verloren.!) ein erzwungenes Qualitätsopfer.*) droht TXe3 und der Bauer ist nicht mehr aufzuhalten, Weiß versucht noch einen Vorstoß der gefährlich aussehenden Bauern auf dem Damenflügel, sieht aber bald das zwecklose ein. Stellung nach dem 16. Zuge von Schwarz: ab d 1 g h (Schluß des redaktionellen Teils.) Der Ehestifter. Von H. Kasparek. (Nachdruck verboten.) Dr. Leo war Jungeselle. Das ist an und für sich weder ein Vorzug, noch ein Nachteil. Dr. Leo war aber Junggeselle mit erschwerenden Umständen, denn seine Abneigung gegen das Heiraten entsprang einer Ueuberzeugung, nämlich der, daß die modernen Frauen nicht kochen könnten, und da er nun einmal die kleine Schwäche für einen guten Tisch hatte, so zog er vor, seinen Hausstand durch seine— wie er sagte— von ihm„dressierte" alte Haushälterin leiten zu lassen. Dr. Leo war also mit einem Wort ein hoffnungsloser Junggeselle, und selbst der wettlustigste Engländer hätte auf die Möglichkeit seiner späteren Heirat keinen Pfennig gesetzt. Unnütz zu sagen, daß ein so verhärteter Junggeselle von den mit heiratsfähigen Töchtern behafteten Müttern als typischer Vertreter jener Männerart verschrien war, bei denen die Liebe nur durch den Magen gehen soll. Wer den Doktor näher kannte, wußte allerdings, daß er kein so krasser„Materialist“ war, als es den Anschein hatte, nur hielt er es eben damit, daß eine Frau, die sich für den Kochtopf interessiere, auch sonst vorzügliche Charakter= eigenschaften besäße. Die Kochkunst war sein Steckenpferd, und wer im Gespräch das Thema auf diesen Gegenstand brachte, konnte lange Tiraden von ihm hören über den Niedergang der Kochkunst im allgemeinen und derjenigen seiner Umgebung im besonderen. Eine dieser Reden, in der sich Dr. Leo besonders belehrend gebärdete, hielt er auch heute wieder auf dem kleinen Familien= Tee bei Geheimrat Kandler. Der Herr Rat war erst vor kurzem aus der Hauptstadt nach dem Städtchen gezogen, wo Dr. Leo seine medizinische Praxis ausübte, und da unser Doktor ) D e r e r s i e F e h l e r i n d i e s e r r e c h t f e h l e r h a f t e n P a r t i e. D i e s e l b e soll auch nur zeigen, wie man nicht spielen soll. Die Eröffnung trotz seiner Ehefeindlichkeit(oder gerade deswegen) ein vorzüglicher Gesellschafter war, so lernte man sich bald kennen. „Sie glauben also, Herr Doktor,“ fragte Fräulein Käthe, des Rats Aelteste,„daß die Kochkunst bei den modernen Frauen kein Interesse mehr fände. Es ist ja eigentlich schrecklich ungalant von Ihnen, uns armen Frauen so jedes Verständnis für Sie es möglich machen, auch der einfachsten Speise einen so statieren, daß seine Laune am brillantesten war, wenn er bei „Geheimrats“ aß. Bis dann der Tag kam, an dem er seine Wißbegierde nicht mehr zügeln konnte, und nun seinerseits die Rätin mit gemachter Feierlichkeit fragte: „Aber nun, gnädige Frau, müssen Sie mir auch sagen, wie die Kochkunst abzusprechen, aber eine ehrliche Ueberzeugung ist ja immer zu schätzen— auch wenn sie auf unrichtigen Voraussetzungen beruht.“ „O, gnädiges Fräulein wollen mir das Gegenteil beweisen. Darauf bin ich doch begierig. Aebrigens bitte ich, bemerken zu dürfen, daß meine bisherigen Erfahrungen mich zu meiner Ueberzeugung gebracht haben. Ihre persönliche Fertigkeit im Kochen erlaubte ich mir damit nicht zu kritisieren.“ Nun mischte sich Frau Geheimrat Kandler, die bis dahin eine stille Zuhörerin des Gesprächs gewesen war, ein. „Nun, Herr Doktor, ich mache Ihnen einen akzeptablen Vorschlag. Nach dem, was Sie da vorhin sagten, habe ich es mir in den Kopf gesetzt, die Reputation meiner Mitschwestern zu retten, deshalb“— die Rätin er hob ihre Stimme zu einer komisch=ernsten Feierlichkeit—„lade ich Sie ein, uns zur Dinerzeit das Vergnügen Ihrer Gegenwart zu machen. wann es Ihnen nur immer beliebt, ohne vorherige Anmeldung, also ganz à l’improviste. Bitte, bereiten Sie sich nicht auf lukullische Genüsse vor, sondern auf eine einfache, aber schmackhafte Hausmannskost, denn auch ich habe eine Ueberzeugung, nämlich die, daß man mit einfachen Hilfsmitteln stets schmackhafte Speisen bereiten kann. Sie werden sicherlich, auch auf die Gefahr hin, ungalant zu sein, der Wahrheit die Ehre und mir eine objektive Kritik meiner Kochkunst geben.“ Der Doktor akzeptierte lachend, und schon im Laufe der nächsten Tage lud er sich unangemeldet zu Gaste. Uebergehen wird die einzelnen Phasen seiner Verwandlung vom Saulus zum Paulus und begnügen uns damit, zu konangenehmen, kräftigen Geschmack zu geben.“ Die Haussfrau klingelte nach dem Dienstmädchen:„Emma, bringen Sie doch mal meinen„Kochgehilfen“.—„Ah, das nennen Sie Ihren Kochgehilfen, das ist ja Liebig's extrakt! Ich weiß wohl, daß man es zum Verbessern der Speisen gebraucht, aber daß man mit seiner Hilfe die Speisen so schmackhaft machen kann, wie ich das bei Ihnen erfahren habe, ist mir denn doch neu.“ „Ja,“ lachte die Rätin,„Sie sehen, daß das Kochen eigentlich gar keine große Kunst mehr ist, und es ist gar nicht einzusehen, weshalb es die von Ihnen so oft verlästerten„modernen“ Frauen nicht auch könnten.“ Dr. Leo erklärte sich vollkommen geschlagen. Eine Veränderung ging mit ihm vor. Seine näheren Bekannten wollten sogar elegische Stimmungen bei ihm bemerkt haben, führten das aber darauf zurück, daß er, wie sie es scherzend nannten, nach Ablauf der Probezeit nicht mehr so oft an Geheimrats Fleisch=Extrakt=Töpfen' sitzen könne. Und die Moral von der Geschicht' kristallisiert sich in einem Frack mit weißer Binde und dito Handschuhen— die hatte Dr. Leo nämlich an, als er um Fräulein Käthe Kandlers Hand anhielt. Von da ab sah man aber in allen Geschäften, die sich der „Ernährung“ der Einwohner von X. widmen, das Schild prangen:„Liebig's Fleisch=Extrakt, hier zu haben.“ Ob des guten Beispiels wird es nämlich nunmehr von allen Hausfrauen in X. benutzt, und in töchterreichen Familien soll es geradezu als Mittel zur Züchtung von Ehemännern angesehen werden. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Zum Zwecke wissenschaftlicher Erforschung der höheren Luftschichten läßt man kleinere oder größere mit Gas gefüllte Luftballons steigen, oder auch Drachen vom Winde emporheben, welche Instrumerte tragen, die selbsttätige Aufzeichnungen über die Temperatur, die Feuchtigkeit, die Windstärke u. s. w. ausführen. Da diese Ballons u. s. w. zu klein sind, um Menschen tragen zu können, so wird vorausgesetzt, daß sie— von verständigen Leuten gefunden— in zweckmäßiger Weise behandelt und aufbewahrt und schließlich an den Eigentümer zurückgeschickt werden. Zu diesem Zwecke seien folgende Vorschriften gegeben, von deren strenger Befolgung nicht nur der Wert der Aufzeichnungen, sondern auch die Höhe der an den Finder zu zahlenden Belohnung abhängt. 1. Die Ballons sind mit entzündlichem Gas, Wasserstoff oder Leuchtgas gefüllt und müssen deshalb fern vom Feuer gehalten werden. Besteht die Hülle derselben aus Papier, so zerreiße man sie, um das Gas entweichen zu lassen. Bei Stoff= oder Gummihüllen binde man den Ballon auf, richte die Oeffnung nach oben und entleere das Gas durch Drücken, ohne den Stoff viel zu zerren oder zu reiben; danach wickle man ihn glatt zusammen. Wird ein Ballon bemerkt, der noch in der Luft fliegt, so gehe man ihm nach und suche zunächst den an ihm hängenden Apparat aufzufinden, der in einem Kästchen oder Körbchen steckt, und ihn vor Beschädigungen zu sichern. Besonders vermeide man, den Apparat hart anzufassen oder mit den Fingern in ihn hineinzugreifen. Ehe man ihn abschneidet, sichere man den Ballon gegen das Davonfliegen, indem man ihn irgendwo festbindet, bis sein Gas entleert ist. Gummiballons, welche meist einen Durchmesser von 1—2 m haben, pflegen in der Höhe zu platzen und lassen dann den Apparat mittels eines Fallschirmes zur Erde niedersinken; gewöhnlich bedeckt dieser den Apparat oder er hängt in einem Baume fest, während der Apparat unter ihm hängt oder am Erdboden liegt. Bei dem Herunterholen ist vor allen Dingen ein Herabstürzen des Apparates zu vermeiden. Der Apparat ist nunmehr unter Vermeidung aller unnötigen Erschütterungen in einem trockenen, nicht zu warmen Raum aufzubewahren, bis er entweder abgeholt wird oder bis eine für seinen Rücktransport mit der Post bestimmte Kiste eintrifft, in welcher sich nähere Anweisungen sowie Fragebogen befinden, der tunlickst genau auszufüllen ist. An dem Ballon oder an dem Apparate findet man einen Briefumschlag, der die Adresse enthält, an welche sobald als irgend möglich unter genauer Angabe der Nummer des Apparates, des Namens und Wohnortes des Finders sowie des nächsten Postamtes eine telegraphische Depesche abzuschicken ist. Der Finder resp. der Ablieferer des Apparates erhält eine Belohnung von 5 Mark, in besonderen Fällen, wenn die Bergung besonders schwierig oder zeitraubend war, aber mehr. Außerdem werden alle notwendigen Auslagen zurückerstattet. Im Falle einer mutwilligen Beschädigung eines Apparates oder eines Versuches, den Schutzkasten an irgend einer Stelle zu öffnen, wird nicht nur keine Belohnung gezahlt, sondern auch noch ein Verfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet werden. Die Ballons, Apparate und alles Zubehör sind fiskalisches Eigentum. 2. Die zu demselben Zwecke benutzten Drachen haben meist die Gestalt eines viereckigen offenen, aus Holz= oder Metallstäben bestehenden Kastens, der teilweise mit Stoff bekleidet ist. Da die Drachen mittels eines dünnen Stahldrahtes emporgelassen werden, kommt es gelegentlich vor, daß ein kürzeres oder längeres Stück solchen Drahtes an dem Drachen hängt. Befinden sich in der Nähe elektrische Straßenbahnen mit oberirdischer Stromleitung und liegt die Möglichkeit vor, daß der Drachendraht mit dem elektrischen Starkstromdraht in Berührung kommt, so ist jedes Ergreifen des ersteren mit bloßen Händen oder Berühren mit unbedeckten Körperteilen sorgfältig zu vermeiden; man wickle deshalb ein dickes trockenes Tuch' um die Hände, ehe man den Draht angreift. Ist der Drachen bei starkem Winde noch in schneller Bewegung, so versuche man mit aller Vorsicht den nachschleifenden Draht schnell um einen festen Pfahl oder einen Baum umzuschlingen. Dasselbe gilt auch für einen Ballon, welcher eine Leine oder ein Kabelstück nachschleift. In dem Falle, daß sich Streitigkeiten über den Anspruch auf die Belohnung oder aus anderen Gründen ergeben, wird das Königliche Landratsamt hierüber entscheiden. Die Polizei= und Gemeindebehörden werden ersucht, der sachgemäßen Ausführung obiger Vorschriften die tunlichste Förderung und Unterstützung zu Teil werden zu lassen und ganz besonders durch Belehrung und gelegentlich gutes Beispiel dabei mitzuwirken, daß diese wichtigen und von allen Kulturnationen betriebenen Experimente von Erfolg begleitet werden. Neuß, den 20. April 1910. Landrat V.: Goedecke, Regierungsassessor. Bekanntmachung. Die Unfallverhütungsvorschriften der Rheinischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft finden immer noch nicht die genügende Beachtung seitens der landwirtschaftlichen Betriebsunternehmer. Die letzten Revisionen der landwirtschaftlichen Betriebe haben ergeben, daß mit nur ganz wenigen Ausnahmen die Landwirte die Unfallverhütungsvorschriften so gut wie gar nicht beachtet haben. Um diesen die nötige Beachtung zu sichern, wird der Vorstand der Genossenschaft in Zukunst in erheblich weiterem Maße Strafen gegenüber säumigen Unternehmern festzusetzen gezwungen sein. Eine große Anzahl von Unfällen läßt sich auf die Nichtbefolgung dieser Vorschriften zurückführen. Eine genaue Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften durch alle Unternehmer würde die Zahl der Unfälle erheblich vermindern. Damit wäre die Verringerung der Rentenlasten und infolgedessen auch die Verringerung der von den Genossenschaftsmitgliedern aufzubringenden Beiträge verbunden. Es liegt daher nur im eigensten Interesse aller Landwirte — auch abgesehen von der Möglichkeit der Bestrafung im Falle der Nichtbeachtung— sich mit den Unfallverhütungsvorschriften eingehend vertraut zu machen. Um ihnen das zu erleichtern, hat der Vorstand der Berufsgenossenschaft einen Auszug der wichtigsten Vorschriften in Form eines Flugblattes drucken lassen. Dieses Flugblatt gelangt durch die Herren Bürgeimeister zur Verteilung. Alle landwirtschaftlichen Betriebsunternemer, die ein solches Flugblatt nicht bereits besitzen oder im Laufe der nächsten Wochen erhalten, werden aufgefordert, sich dasselbe bei dem zuständigen Bürgermeisteramt verabfolgen zu lassen. Besonders wird auf die Unfallverhütungsvorschriften über Leitern und Gerüste hingewiesen, durch deren Nichtbeachtung zahlreiche Unfälle entstehen. Neuß, den 4. April 1910. Vorsitzende des Kreis=Ausschusses: I. A.: Goedecke, Bekanntmachung. bringe hiermit zur Kenntnis der Beteiligten, daß der Kreisausschuß im Interesse des Hufbeschlaggewerbes sowohl wie der Landwirtschaft Mittel bereit gestellt hat, um Lehrlingen den Besuch einer Hufbeschlaglehrschmiede zu erleichtern. Die Beihilfen werden jeweils nach dem erfolgreichen Besuch einer Lehrschmiede ausgezahlt werden. Lehrschmieden bestehen im Regierungsbezirk Düsseldorf in Cleve, Wesel und Essen. Der Lehrschmiede in Wesel ist das Recht zur Vornahme von Prüfungen und zur Ausstellung der im§ 1 des Gesetzes vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfungszeugnisse durch eine eigene Kommission verliehen. Auch kann dort im Anschluß an die Abschußprüfung der Lehrschmiede die theoretische Meisterprüfung erfolgen. den 8. April 1910. Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. von Brandt, Königl. Landrat. Bekanntmachung. Im Hinblick auf die durch die Krähen= und Sperlingsplage verursachten Schäden in der Landwirtschaft, im Gemüse= und Obstbau mache ich darauf aufmerksam, daß in dem Kreishaushaltsetat schon seit Jahren ein Prämien= fonds zur Vertilgung der Krähen und Sperlinge vor gesehen ist. Nach der Fetzsetzung des Kreisausschusses betragen die Prämien für die Vertilgung: 1. einer ausgewachsenen Krähe. 10 Pfg. 2. einer jungen Krähe 5„ 3. eines Kräheneies 1„ 4. eines Sperlings 2„ 5. eines Sperlingseies. 1„ Die erlegten Tiere und die eingesammelten Eier sind an die Ortsbehörden, beziehungsweise an die von diesen bestimmten Personen zwecks Empfangnahme der Prämien abzuliefern. Ich empfehle den Kreiseingesessenen von der Einrichtung entsprechenden Gebrauch zu machen Neuß, den 4. April 1910. Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. von Brandt, Königl. Landrat. Unser Schlager! Schlafzimmer, engl., modern, mit reicher Bildhauerarbeit, bestehend aus: 1 Spiegelschrank, 140 cm br. mit Kristallglas, 2 Betten, 100X200 2 Nachtkonsolen m. Marmor, 1 Waschkommode mit Marmor, 110 cm, 1 Toilettenaufsatz mit Kristallglas u. Kacheln, 2 passende kohrstühle 1 Handtuchständer. Alles echt Eiche, innen Eiche! Nach Wahl#3320) jed. Zimmer 500 M. 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