Brscheint täglich mit Ausnahme der Vonn. und Festtage. Preis vierteljährlich ptricht der schgl. Beilage Kunte Blätter“ Neuß 1.50 Mk., durch die Post bez. 1.65 Mk., mit illustr. Unterhaltungsblatt 1.89 Mt., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Nr. 87. Die Abrüstungsfrage. Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten Roosevelt macht augenblicklich eine Art Tournee durch die europäischen Hauptstädte, und allenthalben bereitet man ihm einen Empfang, als ob er nicht Privatmann, sondern noch das Staatsoberhaupt der Nordamerikanischen Union wäre. Es ist ja ein bischen viel Tamtam dabei, echt amerikanisch, gleichwohl darf man aber nicht übersehen, daß Roosevelt keine alltägliche Person darstellt und es vielleicht nicht ganz ausgeschlossen ist, daß er dasnächste Mal doch wieder bei der Präsidentenschaft kandidatiert und bei seiner großen Popularität abermals seinen Einzug im Weißen Hause in Washington hält. Es liegt auf der Hand, daß bei den Begegnungen, welche der Expräsident hat, trotz seiner privaten Eigenschaft, sowie den Besprechungen, die er auch mit den leitenden Außenministern hat, Roosevelt sich mit diesen wohl schwerlich über seine Jagdbeute unterhalten wird. Aus diesem Grunde ist es auch begreiflich, daß sich an seine Rundreise allerlei Gerüchte anknüpfen und daß man ihm neuerdings die Absicht unterschob, namentlich in Berlin und London für die Abrüstungsidee Propaganda zu machen, um einen internationalen Kongreß zustande zu bringen. Obwohl diese Nachricht nicht allzu wahrscheinlich klang, fand sie doch weite Verbreitung und entsprechende Kommentare. Man erinnerte daran, daß einst im russisch=japanischen Kriege der damalige Präsident Roosevelt die Vermittlung übernommen und auf das Glücklichste durchgeführt hatte. Die Legende ist aber glücklicherweise sehr schnell zerstört worden und zwar noch bevor Herr Rosevelt Berlin und London besucht hat. Der„Matin“ veröffentlicht ein Telegramm des Sekretärs Roosevelt, worin dieser die Gerüchte über eine Verständigung mit Baron Aehrenthal bezüglich eines Abkommens zu verschiedenen Mächten über eine teilweise Abrüstung vollständig in Abrede stellt. Von einer allgemeinen Abrüstung sei überhaupt nicht die Rede gewesen und am wenigsten dürfte sich Roosevelt mit dem Grade der Verteidigungsstärke der einzelnen Länder befassen. Dieses Dementi läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig und das ist gut, denn dieser fortwährend auftauchenden Abrüstungsmeldung kann nicht entschieden genug entgegengetreten werden. Roosevelt kann schon seiner ganzen Natur nach kaum für eine derartige Idee schwärmen, denn gerade er ist es gewesen, welcher trotz aller friedlichen Absichten mit aller Entschiedenheit für eine Verstärkung der amerikanischen Verteidigung zu Wasser und zu Lande eingetreten ist.. Im übrigen ist es bezeichnend, daß gerade englische Blätter es gewesen sind, welche die Gerüchte zuerst ausgesprengt haben, und diese Quelle besagt genug. Man wollte das alte Spiel wiederholen, den Abrüstungsgedanken erneut auf das Tapet zu bringen, um Deutschland wieder einmal als den Friedensstörer, der nichts von Abrüstung wissen will, hinstellen zu können. Freilich wäre den englischen Politikern nichts lieber, als eine Verständigung über die Rüstungen, einmal, weil man jetzt die stärkste Position noch immer inne hat und dann in die angenehme Lage kommen würde, die Millionen und Abermillionen, welche man trotz der ungünstigen Finanzen Englands für die Marine aufwenden muß, sich zu sparen. Daß ein solcher Vorschlag bei Deutschland je Gegenliebe finden könnte, darf als ausgeschlossen gelten, denn wir werden uns niemals darin hineinreden lassen, was wir für die Verteidigung unseres Landes für notwendig erachten und werden uns hüten, auf eine Maßregel einzugehen, die nur anderen nützen und uns auf das Schwerste schädigen könnte. Ein schmeres Geheimnis. 14) Original= Roman von Hans Baysen. Man begnügte sich also, die brennenden Gebäude durch die Spritzen im Schach zu halten, um wenigstens die noch nicht vom Feuer ergriffenen zu retten. Vergebliche Mühe! Auch sie flammten bald empor! Markerschütterndes Rufen erscholl mit einem Mal aus dem Dachstocke eines schon lichterloh brennenden Hauses. Die Untenstehenden schauten bang hinauf. Da stand ein junges Mädchen, mit bleichen, angstverzerrten Gesichtszügen und rief gellend, kreischend um Hilfe. Sie hatte sich bei den Rettungsarbeiten verspätet. Die Treppe brannte bereits, der Rückweg nach dieser Seite war ihr also abgeschnitten. Sie war verloren und einem schrecklichen Tode verfassen, wenn man sie nicht sofort rettete. „Jesus, Maria, helft, he—e—elft!“ schrie das verzweifelte Opfer in immer länger gezogenen Tönen Niemand rührte sich; die Gefahr selbst umzukommen, ohne der Bedrohten irgend etwas nützen zu können, war zu augenscheinlich. Das unglückliche Mädchen hatte sich inzwischen auf das Fensterkreuz geschwungen, um den Sprung in die Tiefe zu wagen. Immer noch besser, sie kam mit gebrochenen Gliedern unten an, als daß sie von den Flammen langsam zu Tode gebraten wurde. Plötzlich ertönte eine Stimme: „Leitern her!". Der Freiherr hatte es ausgestoßen. Vielleicht war es doch noch möglich, die oben Stehende mit heilen Gliedern herunterzuholen, es mußte eben alles versucht werden. Die Leitern wurden angebracht, von vielen Händen ergriffen und an die Mauer gestellt. Keine reichte bis zum obersten Stock. „Wir binden zwei zusammen. Um Gottes willen, schnell Stricke her!“ Jeder tat sein Möglichstes Die Stimme des dort oben in Todesangst wimmernden Mädchens trieb zur Eile, Fertig! Die zusammengebundenen Leitern wurden angehoben, sie reichten aus. Alles drängte sich nun heran, um der Gefährdeten Hilfe zu bringen. Aristide war jedem zuvor gekommen.= Er hatte sich schon ein nasses Tuch um den Kopf gewickelt. und klomm nun behend und mit wahrer Todesverachtung empor. „Bleib unken, Aristide,“ rief Georg, zum Tode erschrocken, „laß mich hinauf. Ich bin da oben besser zu gebrauchen!“ Amtliches# Kreisblatt Druck und Verlag: Nob. Noack, Neuß. Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene Petitzeile oder deren Raum, auswärtige 29 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß Expedition: Neuß, Neustr. 1. Tel. 57. Mittwoch, 20. April.(Viktor.) Oolitische Nacbrichten. Deutschland. = Nochmals die Eosingerste. In Nr. 10 des„Deutschen Reichsanzeigers“ vom 13. Januar 1910 war an der Hand von Gutachten hervorragender Fachgelehrter und von Versuchen, die früher auf dem Versuchsgute Mocheln des Kaiser Wilhelm= Instituts für Landwirtschaft zu Bromberg und neuerdings im Kaiserlichen Gesundheitsamte stattgefunden hatten, nachgewiesen, daß die bis dahin vorgebrachten Behauptungen einer gesundheitsschädlichen Wirkung der mit Eosin gefärbten Gerste auf Schweine der Begründung entbehrten.(Wir teilten die Befunde damals mit. Red. d. Neuß. Ztg.) Nach Veröffentlichung jenes Artikels, der in den beteiligten Kreisen weite Verbreitung gefunden hat, sind noch fernere Versuche angestellt und wertvolle Erfahrungen anderer Art gesammelt. Wenn auch über einige der neueren Versuche in der Presse bereits berichtet wurde, und wenn auch die Veröffentlichung im Deutschen Reichsanzeiger der vorher in weiten Kreisen herrschenden Beunruhigung ohne Zweifel mit bestem Erfolge entgegengewirkt hat, so erscheint es dem Reichsanzeiger doch zweckmäßig, die in der Zwischenzeit gesammelten Erfahrungen in ihren wesentlichen Ergebnissen nachfolgend noch einmal kurz zusammenzufassen. Er schreibt: Im Laufe der von den preußischen Landwirtschaftskammern im Auftrage des Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und von dem Deutschen Landwirtschaftsrat angestellten Erhebungen ist zwar von einer Anzahl von Viehbesitzern behauptet worden, daß die mit Eosingerste gefütterten Tiere mangelnde Freßlust bezeigt hätten, krank geworden und in einzelnen Fällen sogar eingegangen wären. In keinem einzigen Falle ist indessen festgestellt, daß die beobachteten Störungen und Schädigungen tatsächlich durch die Verfütterung der Eosingerste veranlaßt sind. Im Gegenteil sprechen gewichtige Gründe gegen diese Annahme. Vor allem ist hervorzuheben, daß die überwiegende Mehrzahl der auf Veranlassung der Landwirtschaftskammern befragten Beteiligten sich günstig über die mit der Eosingerste gemachten Erfahrungen geäußert hat. Mehreren Kammern, in deren Bezirken solche Gerste verfüttert wird, sind Berichte über nachteilige Wirkungen von keiner Seite zugegangen. Großgrundbesitzer, Molkereien, Züchtereien in verschiedenen Gegenden haben zahlreiche Schweine zum Teil monatelang mit gefärbter Gerste ohne Schaden gefüttert. Der ländliche Genossenschaftsverband in Münster hat Tausende von Zentnern nach fast ganz Westfalen geliefert und, nachdem die Bezieher über den Zweck der Färbung aufgeklärt waren, keine Schwierigkeiten mit dem Absatz gehabt. Ein ostpreußischer Landwirt hat seine ganze Schweineherde von 300 Stück für Versuchszwecke zur Verfügung gestellt, und das Kaiser WilhelmInstitut in Bromberg hat für den gesamten Bestand an Schweinen auf dem Versuchsgute Pentkowo die Fütterung mit Eosingerster eingeführt.— In einer Reihe von Fällen, in denen teils bei den von den Behörden veranlaßten Ermittelungen, teils in der Presse Erkrankungen oder Todesfälle von Tieren auf den Genuß von Eosingerste zurückgeführt wurden, ist es auch gelungen, die wahren Ursachen festzustellen. Einem Landwirt aus dem Bezirke der Landwirtschaftskammer in Cassel war nach Verfütterung solcher Gerste ein Pferd verendet und Schweine und Kühe erkrankt. Da die Gerste in hohem Grade verunreinigt war, ließ er sie nach jenen Vorkommnissen noch einmal vor weiterer VerDer Angerufene hörte und sah nichts, nur vorwärts, vorwärts! „Denk an Helene!“ rief er noch und so gab der Bruder in seiner Aufregung jetzt das Geheimnis der Liebenden preis, sodaß ihn der Freiherr erstaunt und angstvoll anblickte. „Was ist mit Helene?“ fragte er. „O, sie liebt ihn in ihrer starken Weise Sie würde es nicht überleben, wenn Aristide hier verunglücken sollte!“ „O, Helene, mein Liebling! Mein Gott, was soll ich tun?“ Der verzweifelte Vater drängte alles zur Seite und stürzte zur Leiter, als wollte er den Vicomte mit Gewalt wieder herunterreißen. Doch der war bereits glücklich oben angelangt, wo ihn das zitternde Mädchen jubelnd empfing. „O Gott, ich danke dir; es war die höchste Zeit.“ „Steigen Sie vorsichtig auf die oberste Leitersprosse, So. Und legen Sie Ihre Arme um meinen Hals. Aber ruhig, ruhig! Beherrschen Sie sich noch einen Augenblick, es gilt das Leben!“ Langsam und jede Sprosse prüfend, stieg er mit seiner glücklicherweise nicht schweren Last herunter. Es war ein furchtbarer Weg, den er zurücklegte, inmitten der Flammen, die ihm die Haut und das Haar versengten und durch des erdrückenden Rauches, der ihn zu ersticken droht. Endlich war er auf der Mitte. „Schneller, schneller, Aristide!“ Er ließ sich nicht stören. Ruhig und sicher schritt er weiter abwärts. Da— ein Zischen und Prasseln und Brausen. Der Dachstuhl war oben eingestürzt, ein brennender Balken sprang über, fiel herab und streifte Aristide an Kopf und Schulter, ihn in einen wahren Feuerregen hüllend. Lautlos stürzte er mit seiner Last zu Boden. Alles war wie erstarrt vor Schrecken, dann aber erhob sich ein Schreien und Jammern, daß es fast den allgemeinen Tumult übertönte. Das von Aristide gerettete Mädchen hatte nur geringe Brandwunden davon getragen, und stand nun mit den andern weinend um den bewußtlosen Retter. Der Freiherr war leichenblaß geworden, als er das Unheil kommen sah. Wie rasend war er ein paar Sprossen hinaufgeeilt, die beiden Hände nach dem Balken erhoben, als ob er 1910. 85. Jahrg. wendung durch die Windfege gehen. Krankheitserscheinungen zeigten sich seitdem nicht mehr. In einem aus Pommern von der Oberzolldirektion in Stettin berichteten Falle wurde festgestellt, daß die verwendete:„Gerste überhaupt nicht gefärbt und ihre schädliche Wirkung wahrscheinlich durch„Dumpfigkeit (Verschimmelung) veranlaßt war. In mehreren in Pommern, Posen und Schleswig=Holchein vorgekommenen Fällen wurden als wahre Krankheits= oder Todesursachen Rotlauf, Backsteinblattern und Schweineseuche amtlich ermittelt. Die Feststellung, daß das Eingehen mehrerer Schweine desselben Besitzers nicht, wie in der Presse behauptet, auf Eosinvergiftung, sondern auf akute Schweineseuche zurückzuführen war, hatte in dem einen Falle die Sperrung des gesamten Bestandes des Besitzers zur Folge.— Sprechen alle diese Erfahrungen gegen die Annahme einer Gesundheitsschädlichkeit der Eosingerste, so werden sie durchweg bestätigt durch die Ergebnisse von neuerdings unter amtlicher Aufsicht veranstalteten weiteren Fütterungsversuchen. Solche haben namentlich stattgefunden bei dem Kaiserlichen Gesundheitsamt, bei dem Hygienischen Institut der Tierärztlichen Hochschule in Berlin, auf dem Versuchsgute Mocheln des Kaiser Wilhelm=Instituts für Landwirtschaft in Bromberg, auf den Schlachthöfen in Kiel und in Hamburg und zwar an letzterem Orte zunächst auf Anregung des Vereins der dortigen Getreidehändler. Die Versuche wurden teils an Hühnern. teils an Tauben, teils an Risidvieh, teils an Schweinen, bei letzteren teils an Ferkeln, teils an größeren Tieren vorgenommen. Verwendet wurde teils vorschriftsmäßig, teils in allen Körnern gefärbte Gerste. Sie wurde in einigen Fällen neben einem Beifutter, in anderen ohne ein solches verabreicht. So verschieden hiernach die Versuche unter sich waren, so übereinstimmend war bei allen das Ergebnis, daß nachteilige Einwirkungen auf das Wohlbefinden und die Nutzungen der Versuchstiere nirgends beobachtet werden konnten. Selbst bei einem Tiere, das bei Beginn des Versuches krank war, wurde eine ungünstige Wirkung der Fütterung mit gefärbter Gerste nicht beobachtet. Insbesondere ist auch in keinem Falle ein Abnahme der Freßlust der Tiere durch die Verabreichung der gefärbten Gerste veranlaßt worden. Dabei verdient besondere Hervorhebung, daß die in Mocheln verfütterte Gerste von einem Mühlenbesitzer bezogen war, dessen Kunden sie beanstandet hatten, weil die Schweine sie angeblich nicht fressen wollten. Ebensowenig wie bei den bisher erwähnten Verfütterungen gefärbter Gerste wurde eine Beeinträchtigung der Gesundheit, der Freßlust und des Masterfolges bei Schweinen bemerkt, die einerseits im Kaiserlichen Gesundheitsamt, anderseits im Tierseucheninstitut der Landwirtschaftskammer in Kiel während längerer Zeit neben ihrem sonstigen Futter reines Eosin in viel größeren Mengen erhielten, als bei Verfütterung vorschriftsmäßig gefärbter Gerste von den Tieren aufgenommen wird. Als besonderes bemerkenswertes Ergebnis ist dabei hervorzuheben, daß die tägliche Gewichtszunahme von drei im Gesundheitsamt mit großen Mengen reinen Eosins(0.5 Gramm auf 1 Kilogramm Körpergewicht) behandelten Schweinen 0,76 0,86 und 1.12 Kilogramm betrug, während 5 zu derselben Zeit ohne Eosin, im übrigen aber gleich gefütterte Kontrollschweine nur eine Zunahme von 0.63 Kilogramm auf das Stück und auf den Taa aufwiesen. Das Schwein mit der höchsten Gewichtsvermehrung von 1,12 Kilogramm täglich war dasselbe, das zuerst, wie erwähnt, krank war, aber während der Fütterung mit Eosingerste wieder genesen ist. Ein Teil der Versuche wird noch fortgesetzt. Von den ihm damit hätte eine andere Richtung geben können— fast wäre er selbst erschlagen worden.. Jetzt stand er von dem leblosen Körper Aristides; sein Schmerz kannte keine Grenzen. In ohnmächtiger Wut ballte er die Faust und drohte nach dem Feuer hinüber. Georg stürzten in Strömen die Tränen aus den Augen, als er von dem Freund kniete und ihn wieder zum Leben zu erwecken suchte. Er konnte es gar nicht fassen, daß der Tod seine knochige Hand nach dem ausgestreckt haben sollte, der vor ein paar Minuten noch ein Bild strotzender Kraft und Männlichkeit geboten. Dann fiel ihm seine Schwester ein, die dem Verunglückten einen so hohen Grad von Liebe entgegenbrachte, wie es nur einmal im Leben der Fall ist, und bei dem Gedanken. wie sie wohl die Schreckensbotschaft aufnehmen würde, drohte ihm das Herz stille zu stehen.„Arme, kleine Maus! flüsterte er wehmutsvoll. Er muß gerettet werden und wenn ich meinen ganzen Kram dahingebe“ schrie der Freiherr.„Wie stets, Doktor?“ Der Sanitätsrat Dr. Bleda hatte sich auch an dem Rettungswerk beteiligt und war sofort herbeigeeilt, als er von dem Unglücke erfuhr. „Wie stets„wie stets, Doktor? Dieser zuckte die Achseln. „So lange der Mensch lebt, kann man hoffen. Die Verletzungen sind ja nicht besonders schwer, aber der Balken hat den Kopf getroffen. Auf eine kleine Gehirnerschütterung werden wir uns wohl gefaßt machen müssen." Mein Gott du legst ein schweres Kreuz auf meine Schultern!“ stammelte der Freiherr mühsam. Schweigend sah er zu, wie der Arzt die Wunden kunstgerecht verband, und dann die weiteren Anordnungen für den Transport gab. Der Vicomte war immer noch nicht zum Bewußtsein gekommen. Köper, dessen Gesicht fortwährend krampfhaft zuckte, um die Tränen zu verbeißen, die ihm mit Macht n. di Augen stiegen, kam mit dem Leiterwagen, auf dem er die Althöfer Arbeiter zur Hilfeleistung herangebracht.„Aus Stroh, Decken, und von hilfsbereiten Leuten gerne zur Verfügung gestellten Betten hatte man ein erträgliches Lager für Aristide zurechtgemacht und langsam bewegte sich unter Leitung des Sanitätsrates ein trauriger Zug gegen das Rittergut, wo ein junges Menschenherz in Angst bald erstarb um den Geliebten. (Fortsetzung folgt.) Schweinen, Rindern, Hühnern und Tauben sind mehrege nach längerer oder kürzerer Verabreichung des Eosins geschlachtet. Dabei konnte in keinem einzigen Falle eine Färbung des Fleisches oder des Fettes festgestellt werden Bei den Tießen, die Eosin in nicht größeren Mengen als den vorgeschriebesten erhalten hatten, wurden auch die Därme regelmäßig frei von Anfärbungen gefunden. Alle diese bei den Versuchen gemachten Wahrnehmungen werden wiederum durch Erfahrungenstbestätigt, die in der Praxis gesammelt werden konnten. Von verschiedenen Schlachthausverwaltungen ist berichtet, daß an den mit Eosingerste gefütterten Schweinen nach der Schlachtung Färbung innerer Teile und sonstige Veränderungen nicht aufgefallen sind. Eine bedeutende westfälische Fleischwarenfabrik hat, wie die Oberzolldirektion Münster berichtet, seit längerer Zeit solche Schweine verarbeitet, ohne jemals einen nachtefligen Einfluß auf die Beschaffenheit des Fleisches wahrzunehmen ..#ie bisherigen Ermittelungen geben hiernach keinen Anhalt für die Annahme, daß die Verwendung uit Eosin gefärbter Gerste zur Viehfütterung nachteilige Folgen haben könnte: Im Zusammenhange hiermit sei nochmals darauf hingewiesen, daß es in neuerer Zeit auch gelungen ist, die Grundlosigkeitzleiner anderen, vielfach geäußerten Befürchtung zu erweisen. Mahlversuche, die in einer Mühle der Provinz Schleswig=Hötstein in Gegenwart von drei Müllern, einem Mitglieder der' Handelskammer in Flensburg sowie von Vertretern der preußischen Zollverwaltung und der Kaiserlichen Technischen Prüfungsstelle stattgefunden haben, ergaben, daß die Vermahlung gefärbter Gerste eine Anfärbung der Mühlsteine nicht bewirkt. Zu der ferner mehrfach aufgestellten Behauptung, daß gefärbte Gerste in Hefebrennereien nicht verwendet werden könne, sei nür bemerkt, daß eine bedeutende Hefebrennerei in Westfalent; die früher nur ungefärbte Gerste unter Verwendungsnachweis verarbeitete. neuerdings in erheblichem Umfange gefärbte Gerste verbraucht und dabei die besten Erfahrungen gemacht hat. Eine von der Kaiserlichen Technischen Prüfungsstelle untersuchte Probe der in der Brennerei gewonnenen Hefe zeigte keine Rot..„a auch war selbst auf chemischem Wege Eosin nicht darin festzustellen. Es ist zu erwarten, daß diese Mitteilungen sich als geeignet erweisen werden, etwa noch vorhandene Besorgnisse zu beseitigen. Dies gilt um so mehr, als die schon nach Lageider bisherigen Bestimmungen nicht anzuerkennende Möglichkeit nachteiliger Wirkungen nneuerdings noch dadurch in weitere Ferne gerückt ist, daß zur Vermeidung nicht unbedingt erforderlicher Kosten ohne Schädigung der Zollsicherheit die zu verwendende Farbflüssigkeitsmenge um ein Fünftel und die Stärke der Farblösung um die Hälfte herabgesetzt werden konnte X Als Dienstprämien für Unteroffiziere werden in die Reichshaushaltsetats jetzt jährlich stets rund 5 Millionen Mark eingestellt. Für den einzelnen Fall beträgt diese Prämierbekanntlich 1000 cA. Wie die Zusammensetzung der Unteroffiziere ist, an die die Prämien gezahlt werden, bezw. wie lange ihre Dienstzeit gewesen ist, geht aus einer Nachweisung hervor, die der Rechnungskommission des Reichstages für die letzte Prüfung der Reichsausgaben und=Einnahmen regierungsseitig zugestellt wurde. Danach waren in dem betreffenden Jahre 5161 Prämien gezahlt und zwar an 1393 Unteroffiziere nach 12 Jahren, an 1988 nach 13, an 1101 nach 14, an 359 nach 15, an 111 mach 16, an 49 nach 17, an 36 nach 18, an 29 nach 19, an 22 nach 20 an 18 nach 21, an 6 nach 22, an 7 nach 23, an 3 nach 24 an je 1 nach 25 und 26 Jahren, an je 2 nach 27 und 28 Jahren, an je 3 nach 29 und 30 Jahren, an 1 nach 32 Jahren, an 3 nach 34 Jahren, an 4 nach 35, an 3 nach 36. an 2 nachl37, an 3 nach 38, an 4 nach 39, an 3 nach 40, an je 1 nach 42 und 50 und an 2 nach 52 Dienstjahren. Es geht aus der Zusammenstellung hervor, daß die weitaus größte Mehrzahl der Unteroffiziere nach dem 12., 13. und 14. Dienstjahre ausscheidet. Nur 13 v. H. fallen nicht darunter. 08 5 Ausland. X Staat und Familie in Frankreich. Die öffentliche Meinung Frankreichs ist wieder einmal lebhaft erregt. Was ist geschehen? Ist die Reklametrommel für ein neues Stück don Edmond Rostand kräftig gerührt worden oder wittert man aufs neue deutsche Spione, die der Luftschiffahrts=Abteilung des französischen Heeres die Geheimnisse ihrer Technik abzulauschen suchen? Ist es die Besorgnis vor einem Zollkriege mit Belgien oder die Freude über neue Erfolge in Marokko, die die Gemüter erregt? Nichts von alledem! Aber etwas Größeres und Schlimmeres ist geschehen. Man höre und staune. Der französische Staat hat sich gegen die Familie vergangen— so überschreibt der Pariser„Temps“, dem man enge Beziehungen zur französischen Regierung nachsagt, einen geharnischten Protestartikel gegen die Regierung, die es dulde, und wohl gar solbst Bevölkerungszunahme— bekanntlich die größte Sorge der Republik— so geringe Fortschritte mache. Den gegen die Regierung gerichteten Ausführunen liegt folgender Fall zugrunde: Ein französischer Kolonialbeamter, der eine Stellung in Französisch=Westafrika bekleidete, hatte sich während eines Urlaubs. den er in Frankreich verlebte, verhei###is der Urlaub abgelaufen war, und er naturgemäß nicht ohne seine Frau an der. Ort seiner Berufstätigkeit zurückkehren u.###en Posten wieder übernehmen wollte, wurde icm In er Verwaltung die Genehmigung dazu verweigert wurde angegeben, daß man in der betreffenden al. zuviel verheiratete Beamte habe. Der Fall hat auch deshalb besonderes Aufsehen erregt, weil kürzlich der Unterstaatssekretär im Finanzministerium Renoult Anlaß genommen hatte, im Senat zu bestreiten, daß ein Beamter seines Ressorts gesagt hätte; die Beamten und Angestellten der Verwaltungen dürften sich nicht verheiraten, wenn sie die zur und Erziehung ihrer Kinder erforderlichen Mittel nicht besäßen. Nachdem sich nun tatsächlich ein Fall zugetragen hat, der em Sinne, dieser Aeußerung in der Wirklichkeit entpricht, ist es nur natürlich, daß jene Erklärung des Unterstaatssekretärs nachträglich völlig ungeniert in Zweifel gezogen wird. Das tut der„Temps“ mit Rücksicht auf die Beziehungen die er zur Regierung unterhält, freilich nicht. Aber wie er zu der Angelegenheit Stellung nimmt, entbehrt keineswegs der Energie und Ueberzeugungskraft. So führt er u. a aus: Ein Personal, das aus unverheirateten Leuten bestehe sei schwerlich fur einen mustergültigen Lebenswandel geeignet, eroverten Ländern gefordert werden müsse. Die sittliche Führung solcher Beamten könne nicht dazu beitragen, das zivilisatorische Prestige Frankreichs unter halbwilden Völkerstämmen zu erhöhen. Das Hauptgewicht legt aber der„Temps“ darauf, daß das Vergehen der Verwaltur, gegen Lerrefsendn Kolonialbeamten mit dem vaterländischen Inschreiendem Widerspruch stehe. Derartige Vorschriften ich Seingungen murve, so führt der„Temps“ aus, schließ:. lich dahin führen, daß auch diejenigen, die überhaupt noch eine Ege zu schlieten und eine Familie zu be gründen, davon abgeschreckt werden, vor allem dadurch, daß Mann und Frau gezwungen werden sollen, mehrere 1000 KiloWeteiee Sstet 3., leben, getrennte Haushaltungest. zu führen, so daß die Verantwortung für die Erziehung der Kinder der Frau allein überlassen bliebe. Der„Temps“ been digt seine Lektion, die er der Regierung erteilt, mit folgender Augenblick scheint uns gekommen zu sein, wa, für alle öffentlichen Beamtenstellen der Grundsatz aufgestellt bei gleicher Vorbildung, Leistungsfähigkeit. und Würdigkeit der verheiratete Beamte gegenüber dem nicht, verbeirateten einen Vorzug haben müsse, ungeachtet der Konsequenzen, dte sich daraus fu., den Staatshaushalt ergeben. Die öffenliche Meinung verurteilt jene Hausbesitzer, die sich weigern, an Familien mit zahlreichen Kindern eine Wohnung zu wircete„wpezl, Hau, und„Wohnung, dadurch mehr beansprucht viel größerem Rechte muß verlangt werden de„staat bei der Haltung, die er gegenüber den vernchim isten Snuren und ihren Familien einnimmt, nicht von pekuniären Rücksichten leiten läßt.“ Die Angelegenheit. deren sich die Presse in solcher Weise bemächtigt hat dürfte über kurz # tan an anderer Stelle öffentlich zur Sprache gebracht weroen##.#e wird auch bei den Wahlen zur Kammer sicherlich unbenutzt bleiben. Wenn die von dem „###schlagene Forderung in der einen oder andern Weise Berücksichtigung finden sollte, würde sich die Perspektive französische Staatshaushalt alljährlich um die zweifellos sehr bedeutende Summen, die eine pekuniäre Bevorzugung der verheirateten Beamten erforderlich machen würde, belastet werden müßte. Luftschiffahrt. .* Rerlin, 19. April. Nach einem Bericht des Berliner Lokalanzeigers hat das Gutachten der Untersuchungskomda In e, gestrigen Hauptversammlung des Bitterfeld V.#is für rustschiffahrt mitgeteilt wurde, ergeben, daß der Ballon Delitzschtatsächlich durch Blitzschlag S5#t, worden 1 denn die Leiche des Kaufmanns Luft zeigt an der linken Wange unzweifelhafte Spuren von BlitzGigshlad ersape ter###. der Annahme, daß der Ballon durch Blitzschlag zerstört und das Gas zur Explosion gebracht worden entstanden, baß sich an den bisher gefundenen Resten der Hülle keine Brandspur nachweisen ließ. Vielmehr 1% e gungß, die zickzackartigen Risse in den Ballonteilen zu der Annahme gekommen, das sich der Ballonkörper aus dem Tauwerk losgelöst und infolge des starken Luftdrucks geplatzt abe noch einige Kleidungsstücke Karl . st2. 11 des Ingenieurs Laichsenring gefunden, die zahlre Orandspuren tragen. Außerdem wurde ein Teil des durch einen Blitzschlag vom Ballon getrennten Ventils gefunden. Der Ventildeckel dagegen wird immer noch vermißt. undene Unterteil des Ventils ist glatt von der Hülle age.. Lus Tauwerk ist, soweit es gefunden werden zerrissen. In spater Abendstunde ist in der Nähe von Reichensachsen auch der Ballonring entdeckt worden, den man finde. ko.nre. Der Ring zeigt ebenfalls, daß ein Blitzschlag n ihn hineingefahren ist. Nachdem nun die KomGrund dieser neuen Befunde festgestellt hat, daß per Blitz die Ursache der Katastrophe gewesen ist, wurde erklärt, 5 u erwurf, gegeg, den Führer des Ballon., Kaufmann Satastranhen. 3u ggerrcsi“ Es sei vielmehr eine jener Katastrophen, die menschliche Voraussicht nicht verhindern könne Paris, 19. April. Paulhan ist gestern Nachmittag mit Keinen Zweiflächer von Cheville bei Orleans nach Pouan bei Rogent=fur=Seine geflogen. Er hat die 190 Kilometer lange Stracke in, 1.# ähr 3½ Stunden zurückgelegt. Während des klugs hielt sich Pautyan, der nur wegen Mangel an Benzin landen mußte, beständig in einer Höhe von 500 bis 600 Meter a ht ges Rekord für die Dauer.„Vonai, 19. Aprt.. Gestern Nachmittag stürzte der Aviatiker Brequet dadurch, daß sein Flugapparat umkippre, aus einer Höhe von 20 Meter herab und trug schwere Wunden am Kopfe und sonstige Verletzungen davon. Der Unfall ist auf das Versagen des Motors zurückzuführen. Von Nab und fern. * Büsseldorf, 18. April. In der letzten Hauptversammlung der Mittelstands= Vereinigung Düsseldorf ist eine Kommission zur Reorganisierung der Vereiniag eingesetzt##.. der Hauptgrund dazu war ein ziemlich erheblicher Fehlbetrag, der im vorigen Jahr, besonders durch das Zeitungsunternehmen der Vereinigung erwachsen war. Die Gewerbliche Mittelstands= Korrespondenz bringt jetzt über die Krisis und die künftig einzuschlagenden Wege eine Darstellung, die die Auffassung der Leiter der Düsseldorfer Mittelstands=Vereinigung wiedergibt. In der für weitere gewerbliche Kreise lehrreichen Darstellung heißt es u. a.: Es ist wohl richtig, daß der Rechnungsabschluß eine Unterbilanz ergeben hat, die aber nur formell besteht, da für die ganze Summe Garantiezeichnungen vorhanden sind. Fast der ganze Fehlbetrag ist durch das Zeitungs=Unternehmen. die Westdeutsche Mittelstandszeitung, verursacht, deren Begründer von der wohlgemeinten Absicht ausgingen, an Stelle der vielen kleinen, oft recht bedeutungslosen und fast immer eine Kraftverschwendung darstellenden Mittelstandsorgane eine große bedeutende Zeitung für den deutschen gewerblichen Mittelstand zu setzen. Der Plan mißlang. Das zweimalige Erscheinen in der Woche mußte aufgegeben werden trotzdem sich die Zeitung durch Originalartikel ihrer großen Reihe praktischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter vor den Konkurrentinnen auszeichnete. Auch die Einrichtung der Wissenschaftlichen Zentralstelle für Handel und Gewerbe in Düsseldorf erwies sich zwar als ein sehr nützliches aber evenso kostspielige's und zu wenig anerkanntes Unternehmen. Was nützt es, daß die MittelstandsAusstellung in Amsterdam der Düsseldorfer Vereinigung das Diplom zur goldenen Medaille für praktische Bemühungen um die Organisation des gewerblichen Mittelstandes verlieh? Die Führer waren der Bewegung schneller vorausgeeilt, als der Mittelstand Deutschlands zu folgen vermochte oder folgen wollte. Es heißt nun für die Düsseldorfer Vereinigung auf ein gut Teil der großzügigen Arbeit nach außen zu verzichten. Die eingesetzte Reorganisationskommission hat energisch für eine Gesundung der Verhältnisse Hand angelegt. Der große Beamtenapparat, der vielfach auswärtigen Bestrebungen dienen mußte, wird bald eine weise Einschränkung erfahren; auch eine Verringerung der Geschäftsräume ist eingeleitet. Zum Schluß wird die Erwartung ausgesprochen, daß in die Reihen der Mitglieder und Freunde der Bestrebungen recht bald wieder das volle Vertrauen zurückkehren werde. * Rixdorf, 18. April. Ein junger nach Abenteuern lüsterner Rixdorfer von 19 Jahren wandte sich kürzlich an das Berliner französische Konsulat, um sich in die Fremdenlegion aufnehmen zu lassen. Das Konsulat wies ihn an das nächste französische Rekrutierungsbureau. Ein französischer Kommissar geleitete ihm dann nach Köln und an anderer von dort über die Grenze nach Nancy. Hier unterschrieb der Deutsche zwei Verträge, wurde unter die Rekruten aufgenommen und blieb einstweilen in der Kaserne. Unterdessen hörte er über die Fremdenlegion so viel Schlimmes, daß ihm sein Entschluß leid wurde. Er floh aus der Kaserne und wanderte nach der heutschen Grenze zurück. Auf dem Schlachtfelde von Gravelotte iel er einem französischen Gendarmen auf. Der Franzose wollte ihn verhaften und schoß zweimal hinter ihm her. An der deutschen Grenze hielt man den Flüchtling für einen Deserteur von 16. Ulanenregiment in Metz und brachte ihn dorthin. Nach Aufklärung des Irrtums wanderte der junge Mann zu Gerichtssaal. hatte sich kurr. 1“ upril. Vor dem Schwurgericht heute der Eisenbahndiätar Wilhelm Springer nan 5 untzrreegstele Dissedorf, Derendorf wegen antlicher Unterschlagungen und Urkundenfälschungen zu verantn gten.. Der Angeklagte wurde an Sonntagnachmittagen zur Aushülfe an den Fahrkartenschaltern herangezogen; diese Gelegenheit benutzte er im Dezember vorigen Jahres, um wiederholt ausgestellte Blanko= Fahrkarten mit geringerex. Fummen. die amtlichen Register einzutragen und chüssigen Gelder anzueignen. Es wurde gegen den Beschuldigten die Mindeststrafe von sechs Monaten Gefänanis festgesetzt; gleichzeitig beschlossen die Geschworenen für den Verurteilten ein Gnadengesuch einzureichen. Lokale Nacbrichten. Neuß, 20. April. —. Ar aussperrung der Bauarbeiter. Der ArbeitgeberPerb. n,„u., das Baugewerbe, Lokalverband Neuß, hiel vorgestern Abend im Saale des Herrn H. Weyers, Drusushof seine entscheidende Versammlung zur Stellungnahme bezügl. der Aussperrung der hiesigen Bauarbeiter unter fast vollzähliger Teilnahme aller Bauunternehmer ab. Es wurde einstimmig beschlossen, sich dem Vorgehen des Deutschen Arbeitgeber=Verbandes anzuschließen, und Dienstag Abend sämtliche Baustellen still zu legen. Die Geschäftsstelle der Ziegelsteine wurde von etruschaftern angewiesen, den Wünschen der Unternehmer an Pb alle Baumaterialienhans. Fiesage auf de“ die sgarbeiter beläuft sich nac zuverläsiger )“( Elektrische Bahn M.=Gladbach= Düsseldorf. Bekanntlich hatte die Rheinische Bahngesellschaft in Düsseldorf die Genehmigung zum Bau einer elektrischen Bahn von M.=Gladbach über Schiefbahn= Weißenberg= Oberkassel nach Düsseldorf nachgesucht, die ihr auch erteilt worden war. Nunmehr hat die Gesellschaft aber noch ein anderes Projekt ausgearbeitet, nach welchem die Bahn über Schiefbahn= Osterath=Hoterheide unter Benutzung eines Teiles der Strecke KrefeldDüsseldorf nach Düsseldorf geleitet werden soll. Hierfür ist der Rheinischen Bahngesellschaft jetzt die Genehmigung zur Aufstellung des Vorprojektes erteilt worden. Welche der beiden Linien gebaut werden wird, scheint noch nicht festzustehen. Voraussichtlich wird aber, laut Düssdrf. G.=Anz., das erstere Projekt fallen gelassen und das letztere zur Ausführung kommen. X Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 12 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 6 Grad über Null, heute Morgen 8 Grad über Null. Barometer unverändert. Wind westlich. dem Kreise. = Durch Verfügung der Kgl. Regierung, Abteilung für Kirchen= und Schulwesen in Düsseldorf vom 14. April laufenden Jahres ist den nachgenannten Lehrpersonen die Stellung als„Erster Lehrer“ übertragen worden. Durch diese Uebertragung stehen diesen Lehrpersonen auch gemäß der Verfügung vom 3. Januar 1874(I. V. A 9354) Leitungsbefugnisse zu. 1. Lehrer Johann Stickelbrocks in Neuß 2. Lehrer Werner Pesch in Neuß, 3. Lehrer Gottfried von der Lohe in Lüttenglehn 4. Lehrer Johann Haas in Grefrath, 5. Lehrer Mathias Dennesen in Uedesheim 8 Lehrer Josef Werres in Gohr, Lehrer Bernhard Brey in Delhoven, Lehrer Wilhelm Opheys in Hackenbroich, Lehrer Joseph Gottschalk in Vanikum, Lehrer Jakob Röhl in Anstel. =] Ansteckende Krankheiten. In der Woche vom 10. bis 16. April l. Is. wurden im Kreise Neuß nachstehende Erkrankungsfälle festgestellt: an Unterleibstyphus 1; an Scharan Diphterie 2; ein Fall von Diphterie verlief mit tötlichem Ausgange. § Zons, 19. April. Gestern Abend gegen 8½ Uhr stand die Scheune des Herrn Josef Longerich in Flammen, die bald um sich griffen. Die Freiwillige Feuerwehr war schnell zer Stelle. Dem Feuer fielen trotz eifriger Arbeit der Wehr vier Ställe, vier Scheunen und ein Schuppen zum Opfer. Die abgebrannten Gebäude waren versichert. Später beteiligte sich auch die Stürzelberger Feuerwehr an den Löscharbeiten 6. 7. 8. 9. 10. Hus den Darlamenten. Der Reichskanzler in der Wahlrechtskommission des Herrenhauses. Sm„ Berlin, 19. April. int der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg in der Wahlrechtskommission des Herrenhauses persönlich erschienen und hat wichtige Erklärungen abgegeben. Die Kommission hat gestern nämlich Beschlüsse gefaßt, die wir schon teilweise mitgeteilt haben. Sie lauten vollständig dahin: Die Bestimmungen dieses Gesetzes können nur mit zweidrittel Mehrheit in beiden Häusern abgeändert werden. Ferner wurde mit Stimmengleichheit der Kulturträgerparagraph 8 abgelehnt. Zur Frage der Drittelung wurde bestimmt: Die Gesamtsumme der Steuerbeträge wird berechnet 1. für den Umfang des Stimmbezirks, wenn dieser aus mehreren Gemeinden und Gutsbezirken gebildet ist, und in Gemeinden mit mehr als 10000 Einwohnern, 2. für den Umfang besonderer von der Gemeindeverwaltungsbehörde zu bildender Drittelungsbezirke von nicht weniger als 1749 und nicht mehr als 3499 Einwohnern, wenn die Gemeinde mehr als 10000 Einwohner, aber weniger als 20 000 Einwohner umfaßt, und von nicht weniger als 3499 Einwohnern und nicht mehr als 5249 Einwohnern, wenn die Gemeinde mehr als 20000 Einwohner umfaßt. Es sind also drei Klassen gebildet, bis zu 10000 Einwohnern, von 10 000 bis 20000 und über 20 000 Einwohner, Zur Frage der Marimierung wurde beschlossen, daß, wenn die Steuersumme eines Wählers 3000 A übersteigt oder in Gemeinden mit mehr als 20000 Einwohnern 6000 A übersteigt, dann der überschießende Steuerbetrag nicht angerechnet wird. Unter diesen Umständen erschien heute, wie bemerkt, der Reichskanzler in der Kommission und erklärte, daß er nicht im Interesse einer Partei, sondern im sachlichen Interesse die schwersten Bedenken gegen diese Beschlüsse auszusprechen habe. Er bekräftigte zunächst die ablehnende Stellung, die bereits gestern der Minister des Innern wegen der Zweidrittel= Majorität abgegeben habe. Zur Drittelung habe der ursprüngliche Antrag(10 000 bis 20000 Einwohner) seinen Intentionen entsprochen. Der jetzige Beschluß bleibe dahinter zurück. Der Reichskanzler brachte sein Zutrauen zum Herrenhaus zum Ausdruck, daß es sich der großen Tragweite seiner Beschlüsse bewußt sei, und erklärte, er wolle die Hoffnung auf einen guten Ausgang der endgültigen Beschlüsse nicht aufgeben. Berlin, 19. Apri. Der Reichstag führte in einer eintönigen Sitzung die Debatte über die Reichsversicherungs= Ordnung fort. Neue Momente traten kaum zutage. Für die Regierung sprach Herr Caspar; er erklärte es für unmöglich, der Hinterbliebenen= Versicherung rückwirkende Kraft zu geben und verlangte das Festhalten an der Regelung der Aerztefrage, wie sie der Entwurf vorsieht. Als zweiter und wesentlich schärferer Zentrumsredner lehnte der Arbeitersekretär Becker(Arnsberg) die Halbierung der Beiträge entschieden ab. Berlin. 19. April. Das Abgeordnetenhaus beendete heute die Generaldebatte über den Kultusetat. wobei sich ein Konservativer und der Minister gegen„Hoffmanns Erzählungen“ wandten. Unter den weiteren Reden ragte die des nationalliberalen Abgeordneten Dr. Hintzmann über die Erziehung zum Deutschtum hervor. Die Spezialdebatte begann beim Elementarschulwesen. Auf die Vorstellungen des konservativen Herrn v. Brandenstein sagte der Minister eine weitere(wenn auch allmähliche) Vermehrung der weiblichen Lehrkräfte auch auf dem Lande zu. Vermischtes. * Das Martyrium eines Knaben. Seit etwa einem Monat erhielt der Polizeikommissar des Pariser Stadtviertels von Saint Georges zahlreiche, meist anonyme Briefe, in denen Klage gegen einen auf der Place Vintimille wohnenden Kaufmann geführt wurde, weil er seinen zehnjährigen Sohn aufs schrecklichste mißhandle. Zuerst schenkte der Polizeibeamte diesen Klagen kein Gehör. Gestern aber entschloß er sich angesichts der steigenden Flut von Denunziationen, eine Untersuchung anzustellen. Diese ergab, daß das Kind, dessen Namen vorderhand noch nicht genannt wird, in einem dunklen Kellerraume eingeschlossen war. Dort lag der unglückliche Knabe in einer alten Kiste, die ihm als Bett diente, auf halb verfaultem schmutzigem Stroh, seine Hände waren fest auf den Rücken gebunden, sein Körper zeigte zahllose Spuren gröbster Mißhandlungen, darunter von Brandwunden. Eine alte, halb idiotische Dienerin mußte täglich die Hände des Knaben auf den Rücken binden. Seit Wochen bekam der bedauernswerte Knabe kaum noch etwas zu essen. Vorübergehende Leute, die sein Martyrium kannten, warfen ihm gelegentlich Brot und Kuchen durch die Kellerluke. Da das Kind durch die Fesselung aber des freien Gebrauchs seiner Hände beraubt war, so mußte es sich platt auf den Bauch legen und die Nahrung mit dem Munde vom Boden aufnehmen. Der Kommissar zog nun den unmenschlichen Vater in Untersuchung, beließ ihn aber mit Rücksicht auf sein Geschäft auf freiem Fuße. Der Knabe wurde der öffentlichen Armenpflege überwiesen. Er hat eine neunjährige Schwester, die von dem Vater sehr gut behandelt wird. Als man diese ebenfalls vernahm, sagte sie eine anscheinend auswendig gelernte Geschichte her:„Mein Vater hatte ganz recht, meinen Bruder so zu behandeln, denn dieser war sehr ungezogen.“ Als dann der Knabe, dem man auf der Polizeiwache Essen gereicht hatte, von einem Arzte untersucht wurde, benutzte die Kleine diesen Augenblick, um ihrem Brüderchen in die Suppe zu spucken und seine Nahrung auf den Fußboden zu werfen. Schutzleute überraschten sie bei dieser liebevollen Beschäftigung. * Daß ein Gymnasiallehrer auch Wirt ist, kommt wohl nicht häufig vor. Der Fall beschäftigte dieser Tage ein Pariser Gericht. Dort war der Lyzealprofessor C. an Saint Louis in den Besitz einer Weinstube gelangt. Da er das Ausschenken nicht gut mit dem Schulhalten vereinigen konnte, nahm er einen Geschäftsführer in die Weinstube. Dieser brachte auch seine Begleiterin mit in den Betrieb. Beide führten da ein tolles Leben und der nächtliche Besuch genierte sich auch nicht. Die Folge war, daß die Nachbarn bei der Polizei vorstellig wurden; letztere brachte den Fall vor das Gericht, und dieses entschied: der Gerant und seine Begleiterin dürfen dem Betrieb nicht länger vorstehen. Jetzt kam aber der Eigentümer des Hauses, in dem die Weinstube sich befand, und kündigte, den Vertrag, der noch auf 14 Jahre lautete. Der Gymnasiallehrer erwiderte mit einer Schadenersatzklage im Betrage von 71000 Francs. Das Gericht lehnte die Entschädigungsklage ab und erklärte den Vertrag für aufgelöst, da er durch den Gymnasial= lehrer gebrochen worden sei; dieser habe nämlich einen Geschäftsführer eingesetzt, was dem Wortlaute des Vertrages zuwiderlaufe. Letzte Nacbrichten und Telegramme der„Neußer Zeitung“. Zum Kampf im Baugewerbe. Düsseldorf, 19. April. Nach den Feststellungen der seitens der Arbeitgeber eingesetzten Kontrollkommission sind bis heute Mittag im hiesigen Baugewerbe 1987 Arbeiter ausgesperrt. Die Zahl wird sich in den nächsten Tagen steigern, da für einige dringende Arbeiten auf erfolgten Antrag die Weiterarbeit gestattet worden ist, diese Arbeiten aber binnen kurzem beendet sein werden. Köln, 19. April. Wie der Arbeitgeber=Verband für das Baugewerbe mitteilt, sind bis gestern Abend hier 2832 Arbeiter entlassen worden. Berlin, 19. April. Die Hauptstelle Deutscher Arbeitgeber= Verbände und der Verein deutscher Arbeitgeber=Verbände erließen eine Erklärung, in der es heißt, der Verein Deutscher ArbeitgeberVerbände, welchem der im Kampf stehende deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe als Mitglied angehört und die mit ihm in Kartellverhältnis stehende Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände erkennen bei aller Wahrung ihres jeweiligen grundsätzlichen Standpunktes hinsichtlich der einzelnen Programmpunkte insbesondere hinsichtlich der Tarifverträge durchaus an, daß das Vorgehen des deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe berechtigt gewesen ist, und daß den immer weiter gehenden Ansprüchen und Bestrebungen der Arbeiter= Organisationen auch einmal der berechtigte Standpunkt des Arbeitgebers entgegengesetzt werden muß. Die im Kampf befindlichen Arbeitgeber des Baugewerbes sind hiernach der tatkräftigen Unterstützung der übrigen organisierten Arbeitgeber von Industrie und Gewerbe sicher. h. Berlin, 20. April. Die Zentralleitung des BauarbeiterVerbandes teilt mit, daß Aussperrungen an 130 Orten gemeldet wurden. Es stehen aber noch Nachrichten aus. Hannover, Thüringen, Sachsen, Mecklenburg, ist die Aussperrung ziemlich vollständig. In Schleswig wurde sie nur zur Hälfte durchgeführt, ebenso in Brandenburg. Aus dem Süden und Westen liegen wenige Meldungen vor, doch nimmt man an, daß die Aussperrungen ziemlich umfangreich sind. Die Kometenfurcht in China. H. Paris, 20. April. Ueber London wird aus China berichtet, es könne nicht mehr bezweifelt werden, daß die Bewegungen in China, denen schon Fremde zum Opfer fielen, durch die Ankündigung des Halleyschen Kometen hervorgerufen worden sind. Die wissenschaftliche Gesellschaft ist sich einig darüber. Die christliche Literaturgesellschaft läßt in ganz China große Plakate anschlagen, worauf der Komet abgebildet ist. Die nötigen Erklärungen stehen darunter. Man hofft, dadurch die Chinesen zu beruhigen. Tausende und Abertausende gedruckte Zettel, die über den Komet berichten, werden in allen Schulen ausgegeben. Homburg v. d. H., 19. April. Das Kaiserpaar und die Prinzessin Viktoria Luise werden Homburg am Samstag, 23. April, verlassen, auf der Fahrt nach Straßburg dem Großherzoglichen Hof in Karlsruhe einen kurzen Besuch abstatten, drei Tage in Straßburg, dann vier Tage auf Schloß Urville verweilen und am Sonntag, 1. Mai, nachmittags 5¾ Uhr, in Wiesbaden eintreffen. Dort werden das Kaiserpaar und die Prinzessin den am 2. Mai beginnenden Festspielen im Hoftheater beiwohnen und nach der letzten dieser Vorstellungen am Samstag, 7. Mai, abends 11 Uhr, wieder abreisen. h. Mannheim, 20. April. Das Schwurgericht verurteilte den Schneider Eiderle aus Laupheim, einen Taubstummen, der am 22. August vor. Is. ein zweijähriges Mädchen überfallen und bestialisch vergewaltigt hatte, zu 4 Jahren 6 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. h. Leipzig, 20. März. Mehrere aufsehenerregende Verhaftungen wurden hier vorgenommen. Sie geschahen auf Grund des§ 175 St.=G.=B. Einer der Verhafteten ist ein hiesiger Kommerzienrat, ein anderer Mitglied einer bekannten Großfirma. Mehrere Handelsschüler sind in die Angelegenheit verwickelt. Augsburg, 19. April. In der Strohhutfabrik von Milz und Karg in Weiler ist Großfeuer ausgebrochen. Drei Stockwerke und der Dachstuhl sind ausgebrannt; der Schaden beläuft sich auf über 100000 M. * M a i n z, 1 9. A p r i l. I n K l e i n w i n t e r h e i m s c h l u g heute Vormittag der Landwirt Aloys Bucher seine 5 Kinder und seine Frau mit einem Beil nieder. Die Kinder mußten nach Mainz ins Hospital gebracht werden. Der Mann erschoß sich darauf mit einem Jagdgewehr. Brüssel, 19. April. Wie verlautet, sind die Verhandlungen zwischen der deutschen Reaierung und einer Gruppe Antwerpener Diamanthändler zum schluß gekommen. Die in Deutsch=Südwestafrika gewonnenen Diamanten werden demnach zum größten Teil auf den Antwerpener Markt gebracht. Die Gruppe übernimmt demnächst ein Quantum von 63000 Karat; die Abmachungen erstrecken sich auch auf die Festsetzung einer bestimmten Preispolitik. * Szegedin, 19 April. In einer Streichholzfabrik fand heute Vormittag eine Kesselervlosion statt, wodurch zehn Mädchen und ein Mann gerorer wurden. 17 Mädchen und ein Mann wurden schwer verwundet. Graz, 19. April. In den Weißenbacher Wänden in Obersteiermark ist am Sonntag beim Blumenpflücken ein Mann 35 Meter tief abgestürzt. Touristen brachten den Schwerverletzten mit großer Mühe nach Weißenbach. Konstantinopel, 19. April. Nach einer hier eingetroffenen Depesche haben Offiziere eines französischen Postens in Kawar an der Grenze des Sudangebiets eine türkische Karawane angehalten und über 20 Kameltreiber, die dem räuberischen Stamm der Tibu angehörten, töten lassen. Die Pforte hat ihren Botschafter in Paris beauftragt, wegen des Zwischenfalls Vorstellungen in Paris zu erheben. Handels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 20. April. Kartoffeln 50 Kilo 2,50—2,80 Heu 50 Kilo.„ 4,50—5,00 Luzernerheu 50 Kilo 5,50—6,00 Krummstroh 500 Kilo„ 20.— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 22.— Butter Kilo„ 2,60 Eier 100 Stück" 8.— Weizen 100 Ko. Roggen 190 Ko. Hafer 100 Kilo 1. Qu. 22 2.„ 21 1.„ 16 2„ 15 1.„ 15 2.„ 14 90 20 20 20 70 70 Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert.— Preisnotierungen der Neußer Müller. Neuß, 20. April. 34% Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Zir.(ohne Faß) 60— Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß) 62— Gereinigtes Rüböl 3# mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise 100— „„ kleine„ 104 Kleien 50 Kilo 6 20 Rüböl 50 Z niedriger. Krefeld, 19. April. Kartoffeln 6,00—6,50, Stroh 4,40—5,00. Heu 9,00— 11,00.(Alles 100 Kilo.) Rindfleisch 1,16—1.34, Schweinefleisch 1,40—1,70 Kalbfleisch 1.30—1,60. Hammelfleisch 1,30—1 80. Speck, geräuch. und mager 1,40—1,70. Gew. Eßbutter 2,70—2,80.(Alles per 1 Kilo.) Eier 60 Stück 4,20-4,50(25 Stück 1,75— 1,85)# Köln, 19. Avril. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 63,00 B., Mai 62,50 B., 62,00 G. Luzernerheu 10,50—11 00, Wiesenheu 9,30—9.80, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,90—5.20, Krumm= und Preßstroh 4,40—5,00 die 100 Kil. Magdeburg, 19 Avril. Kornzucker 88% 00,00—13,82, 75% 00 00— 00,00, ruhig. Rohzucker zur Durchf. bordf. Hamburg April 14,17 B, 1412 G., 60,00 bz., Mai 14.22 B., 1417 G., 0000 bz. Juni 14,22 B., 14,17 G., 00,00 bz., Aug. 14 25 B., 14,20 G, 14.22 bz., Okt. Dez 11 50 B 11,47 G., 00,00 bz., Jan.=März 11,55 V. 11.52 G., 00,00 bz., ruhig. Brotraffin. la 24,75 2500. Kristallzucker la 10,00. gem Raffin 24.50— 24.75, gem. Melis 24.00—24,25, bei Posten aus erster Hand, still. Berlin, 19 Arril Fruchtmarkt Weizen Mai 22050(222,50). Juli 21750(218 50), Sept 202,75(204,50. Roggen Mai 156.25(156,50) Juli 161 50(162 25), Sept. 161,25(161 75, Hafer Mai 155,50(156.00 Juli 160 25(161.25. Mais Mai 000,00(000,00), Juli 000.00(00000 Weizenmehl 26 50—29.75, Roggenmehl 18 40 20.60, Rüböl April 00,00 (40 00), wai 5730(57,80). Okt. 55.70(00 00 M) Breslau, 18 Avril. Kleesamen. Rotklee ruhiger, 40—50—55—65, Schwedischklee, Tannenklee, Timothy und Ratgras ruhig, Serradella matt, 9—10—11 Hamburg, 19. Avril. Weizen stetig, Mecklenb. und Ostholsteiner Apri'Mai 224—00 Roggen ruhig, Mecklenb. u. A#m. 148—153, russ. if 9 Pud 10/15 Pfd. April=Mai 122 00. Gerste willig, südruff. ei April 10600 Hafer ruhig, Holsteiner u. Mecklend. 159—173 Mais matt, amerik. mixed April=Mai 108,00, La Plata cif Mai=Juni 117.00. Rübol ruhig, 59.00. Spirttus stetig, Arril 21,75 G., April=Mai 21.75 G, Mai Juni 21,75 G. Petrolev a(amerik.) spez. Gewich6.800 schwach, 600. Salpeter matt, 910 Mai 8,45, Febr.=März 8.77½ Hamburg, 19. Avril. Kaffee ruhig, Mai 35½ Sept. 36¼. Dez 36¼, Mer: 361/ O Kafsee in greifvarer Ware ruhig. Antwerpen, 19 Arril. Kaffee ruhig, Mai 49¼. Juli 49¼, Sept. 49¼, Dez. 49¼ Antwerpen, 19 Avril. Petroleum, raffiniertes, Type weiß vorr. Frs. 19½ bB., Avril 19½ B., Mai 19¾ B., Juni Juli 20 G. Ruhig. Autwerpen, 19. Avril. Schmalz, amerikanische Marke Wilcox, vorr. Frcs. 154, April 149½. Juli 149 1/8, Sept 149 Autwerpen, 19 Avril. Getreide. Weizen, amerikan. Winter= 19 50— 21,50, La Plata= 20,50—2200, russischer 22,50—23,00, Donau= 26.50 27,00, Roggen russischer 14,00, 15,50, Hafer 14,25—14,50 Gerste Futter13,50—13,75. Mais Odessa= 15.25—00 00, La Plata= 15,50—15,75, Cinquantino. 1600—16,75, gem. alnerik. 14.75-00,00 19 Avril. Gaumwollöl o. F. rohes 30 S. 0 D., raff. 30 S. 7½ D., raff. Mai=Aug 31 S. 0 D. Leinöl o. F. 38 S. 9 D. ai Aug. 37 S. 9 D., Sept=Dez. 36 S. 9 D. Soya=Bohnen vorr. 31 S. 6 D., April=Aug. 31 S. 1½ D. 9 2.##. Oel Chicago, 19 Avril. Getreidemarkt. Weizen Mai 106 3/, Juli 100%, Sept. 96¾, Diz.— Mais Mai 56⅛, Juli 60 1/8. Sept. 61 ¾, Dez. 56⅜. Hafer Juli 39½. Sept. 37½. Roggen vorr. 78, Mai 77. Duluth: Leinsaat Mat. 2 36 9/. Sept. 1,82½. 9 Glt New=York, 12. Avril. Getreidemarkt. Weizen Mai 113½, Juli 108¾, Sept 106¼, Dez.—. Mais Mai 66½. Juli 70¼, Sept. 70%, Dez.—. Mehl soring wheat 4.25. Getreidefracht nach Liverpool 1½. Roagen vorr sneuer—. New=York, 19. April. Baumwolle. Baumwolle vorr, 15.15, April 14,88, Mai s14.77, Juni 1448 Juli 14.48 Aug. 13.77, Sept. 12,85, Okt. 12,37, Nep. 12.24, Dez. 12,23, Jan. 12,19. ho Viehmärkte. Neuß, 19. Avril. Zucht= und Milchviehmarkt.(Amtlicher Bericht.) Aufgetrieben waren 322 Stück Rindvieh, darunter waren 12 Stiere und 310 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder. Preise: Kühe 1. Qual. von 500—620 J, verschiedene höher, 2. Qual. 420—500, 3. Qual. 310—400, tragende Rinder 270—340, Stiere 210— 310 M Rassen: Oldenburgische, Ostfriesische, Holsteinische und Rheinländische. Handel: Bei ruhigem Geschäft Markt geräumt.— Nächster Markt am Dienstag. den 3. Mai Krefeld, 19 April. Zum heutigen Viehmarkt waren aufgetrieben 299 Rinder und Kühe. Die Preise stellten sich 1. für vollfleischige ausgemästete ältere Kühe, höchsten Schlachtwertes(bis zu 7 Jahren) auf 73# und höher, 2. für vollfleischige ausgemästete ältere Kühe, höchsten Schlachtwertes auf 68—70, 3. für wenig gut entwickelte junge Kühe 58—00, 4. für ältere nicht ausgemästete Kühe auf 52—00 u die 50 Kilo Schlachtgewicht. Geschäft langsam, voraussichtlich kleiner Ueberstand. elberfeld. 18. April. Zugetrieben: 966 Stück Großvieh, 2125 Schweine, 450 Kälber und 127 Schafe. Großvieh 1. Qual. 75—77, ausgesuchte beste süddeutsche bis 5# höher, 2. Qual. 72—73, 3. Qual. 65—68, gemästete Bullen 64—72. Kühe 1. Qual. 71—74, 2. Qual. 64— 68, 3. Qual. 60—64. Jungvieh 00—00. Schweine 1. Qual. 66—68, er 1. Qual. 82—90, 2. Qual. 70—75 die 50 Kil. Hämmel 1. Qual. 76—77, Mutterschafe Wesel, 18. April. Der heutige Rindviehmarkt war nur schwach besucht. Es kosteten tragende Kühe 400—500 Mk., tragende Rinder 200—300 Mk. Der Schweinemarkt hatte dagegen wieder einen regen Verkehr aufzuweisen. Es waren 1253 Schweine aufgetrieben und kosteten die fetten 49—50 Mk. die 50 Kig. Lebendgewicht, 12—20 wöchige 27—45 Mk. und junge Schweine 3,00 bis 3,50 Mk die Alterswoche. Nächster Markt am Montag, den 2. Mai Zu diesem Markte sind größere Transporte Weidevieh(tragende Milch- und Zuchtkühe) angemeldet. Den Weidebesitzern ist Gelegenheit geboten ihren Bedarf an Weidevieh zu decken, ebenso bietet sich für die Landwirte Gelegenheit. ihr Weidevieh zu verkaufen. Die Marktweide wird zum Auftrieb des Marktviehes bereits am 26. April eröffnet. London, 18. April. Zum heutigen Viehmarkt in Islington waren 980 Stück Hornvieb und 7720 Schafe; Preise für Hornvieh 3 S. 6 D. bis 5 S. 0 D., Schafe 3 S. 0 D. bis 6 S. 0 D. für 8 Pfund. Wolle. Antwerven. 19 Avril. Wolle stetig. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B.) April Frs. 6.07½, Mai 6,05. Juni 6,02½, Juli 6,00, Aug. 5,97½, Sept. 5,95, Okt. 5,92½, Nov 5,90, Dez. 5,85, Jan. 5,77½, Febr. 5,75, März 5,70, Umsatz 100000 Kg. Bradford, 18. April. Für Wolle gute Nachfrage. 761 Kohlen. Wagen'gestellung am 18. April. Im Ruhrbezirk gestellt 23070, gefehlt 00.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 659, gefehlt 00.— Saatbezirk gestellt 1572, gefehlt 00.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 1122, gefehlt 00— Im oberschlesischen Revier gestellt 7293, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselzinssätze der Rotenbanken vom 19 April. Amsterdam 5. Belgische Plätze 4 ½. Deutsche Plätze 4. Kopenhagen 5. Lissabon(6. London 4. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 41. Schweiz. Plätze 3. Wien 4. 1 Neusser Dampf-Färberei und chemische Wasch-Anstalt Leop. Hangleitner& Pet. Peters Niederstrasse 38, Neuse, Filiale: Oberstrasse 77. ai: Färberei und chemische Reinigung. Gardinen-Wäscherei nach Plauener Art. Pelz- u. Fellfärberei. Feinwäscherei für Kragen, Manschetten und Vorhemden. Hafenverkehr im Rhein= Erft=Hafen zu Neuz. Angekommen am 19. April 1910. Schiffer v. d. Weus mit Stückgut 10 n„Agnes“ dam. Schleppkay Rotter Schleppkahn„Theodora“ Amstétdam. von Schiffer Bonink mit Zinkerz von Schleppkahn„Josef“ Schiffer H. Jotens mit Weizen von Rotterdam. Abgegangen am 19. April 1910. Schleppkahn„St. Barbara“ Schiffer Spröhnle mit Kohlen nach Rheinau. Voot „Helbelia 1“ Kapitän de Bont mit Stückgut nach Rotterdam. !: Wasserstands=Nachrichten. Köln, 19,April. 7 Uhr vormittags, Rheinhöhe 1,78 gest. 0.05 m g s, R h e i n h ö h e 0, Wesel, Trier, April. April. 9 Uhr vormittags, Rheinhöhe 0,61 gef. 0,03 m 7 Uhr vormittags, Moselhöhe 0,62 gef. 0,02 m Bestbewährte gesunde 1ng magen. darmkranke Kindermehl Aratanker Nahrung für: sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. — Sie erleben Wunder wenn Sie eines der vielen. scharfen„neusten" und„allerneusten“ Wunder=Wasch= und Zauvermittel in ihrer Waschküche einführen,— nämlich Wunder, wie gar bald selbst die stärkste Wäsche zerfressen ist; und je höher der Preis für„den Zauber", desto schneller ist die damit behexte Wäsche„fertio“,— aber ganz fertig! Diesem Unheil läßt sich nun sehr einsach vorbeugen, indem Sie regelmäßig mit Luhns waschen lassen: Luhns macht bekanntlichtsalles ohne Zauber sauber, erhält und spart Geld. Gerhard Kraus Söhne. Inh.: W. Kraus Schillerstr. 42. Bau- u. Kunstschlosserei mit mech. Betriebe. Tel. 666. 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Bekanntmachung. Der förmlich festgestellte luchtlinienplan des Weißenergerweges liegt gemäß§ 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 in der Zeit vom 22. dss. Mts. bis 20. Mai im Rathause— Stadtvermessungsamt— zu jedermanns Einsicht offen. Neuß, den 18. April 1910. Der Gemeindevorstand: I. V.: Klein. Bekanntmachung. Der Bebauungsplan über mehrere Straßenzüge im Industriegelände an der Hammerlandstraße liegt in der Zeit vom 22. dss. Mts. bis zum 20. Mai einschließlich auf dem hiesigen Rathause— Stadtvermessungsamt— zu jedermanns Einsicht offen. Etwaige Einwendungen sind während der vorbezeichneten rist bei dem unterzeichneten emeindevorstand anzubrinen. Später eingehende Einprüche können nicht berücksichtigt werden. Neuß, den 18. April 1910. Der Gemeindevorstand: I. V.: Klein. Bekanntmachung. Die Gewerbesteuerrolle der Gemeinde Kleinenbroich für das Veranlagungsjahr 1910 liegt vom 29. April bis 7. Mai dss. Jahres auf dem hiesigen Bürgermeisteramte während der Dienststunden zur Einsicht der Steuerpflichtigen des Ver anlagungsbezirks offen. Kleinenbroich, 18. April 1910. Der Bürgermeister: Kaiser. 2 tüchtige, solide unverheirat. ige, solide unr Müller gesucht. Hoher Lohn. Keine Sonntagsarbeit. Gefl. Off. u. AG 21a. d. Exp. brauchbarer Müller, mit Walzen= u. Steinmüllerei vertraut, guter Steinschärfer, sucht gest. auf gute Zeugnisse Stelle vom 15. Mai ab. Lohn nach Uebereink. Gefl. Off. unter V N an die Exped. Selbständigen Windmüller sucht sofort Mar Menser, Dormagen. Anständiger, tüchtiger Schreinergeselle für dauernde Beschäftigung Heinr. Görres, Schillerstr. 17. Anständiger Brauer gesucht. Brauerei Brockmanns, Neuß. Bauschreiner sofort gesucht[2828 Friedrichstraße 4 Junger Mann vom Lande sucht Stelle als Lagerarbeiter oder sonstige Beschäftigung. Wer, sagt die Expedition. Mehrere tüchtige Gartenstr. 24, Telephon 208. Junger, fleißiger Mühlenarbeiter gesucht Königstraße 23. 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