Neusser, Zeitung Conn und Festage. Preia viertesählich Mottlichog za Krofehl Se ce eche Ammtliches □p) Kreisblatt WKna 1.80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für den Anzeigentei #ü. bie Schriftlaitung.„„„„„„ 25 9 1.80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Amtliches Kreisblatt Druck und Verlag: Nob. Noack, Neuß. Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene Petiteile oder deren Raum, auswärtige 20 fg. Reklamen 60 Pfg. die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum. Verantwortlich für den Anzeigenteil! Josef Wyrich. Neuß Expedition: Neuß, Neustr. 1. Tel. 57. Nr. 83. Dolitische Nacbrichten. Ausland. X Verschärfung der Geschäftsordnung im Abgeordnetenhaus. Der Geschäftsordnungsausschuß des Abgeordnetenhauses hat auf der Grundlage der Vorschläge des Unterausschusses, den er eingesetzt hatte, beschlossen, den§ 4 der Geschäftsordnung durch folgende Bestimmungen zu ergänzen: „Im Falle besonders grober. die Würde des Hauses schädigender Verletzung der Ordnung kann der Präsident den Abgeordneten für den Rest des Tages von der Sitzung ausschließen. Auch kann auf Vorschlag des Präsidenten das Haus ohne Besprechung den Abgeordneten aus den Sitzungsräumen einschließlich der Tribünen ausweisen, und zwar bis zur Dauer von sechs, im Wiederholungsfalle in derselben Tagung bis zur Dauer von zwölf Sitzungstagen. Der Präsident trifft die erforderlichen Maßnahmen, um die Ausschließung oder Ausweisung durchzuführen; er kann hierzu die Sitzung auf bestimmte Zeit aussetzen und den Sitzugssaal wie die Tribünen ramen lassen, auch den ausgeschlossenen Abgeordneten aus dem Sitzungssaal und von den Tribünen entfernen lassen und seinen Wiedereintritt in diese Räume verhindern. Gegen den Ordnungsruf oder die Ausschließung durch den Präsidenten kann der betroffene Abgeordnete spätestens am folgenden Tage schriftlich Einspruch erheben. Das Haus entscheidet frühestens in der nächsten Sitzung ohne Besprechung, ob der Ordnungsruf oder die Ausschließung gerechtfertigt war. Erfolgt während der Dauer der Ausschließußng oder der Ausweisung eine Abstimmung über Gesetzesvorlagen, bei der die Stimme des abwesenden Abgeordneten hätte den Ausschlag geben können, so wird die Abstimmung in der ersten Sitzung nach Ablauf der Ausschließung oder Ausweisung wiederholt. Koloniales. X Der Aufschwung Kiautschous. Der in Schanghai erscheinende„Ostasiat. Lloyd“ stellt die Aussichten für unser Schungebiet Kiautschou als ganz besonders günstige dar. Zunächst beginnt, wie in ganz China, so auch in Schantung die Ausfuhr der Landesprodukte sich in einer Weise zu heben, die vor wenigen Jahren noch für ganz unmöglich gehalten worden wäre. Der Hafen von Tsingtau kann in den nächsten 6 Monaten auf eine Ausfuhr von allein rund dreißigtausend Tonnen Erdnüsse(Erdmandeln, Arachis) rechnen, deren Oel bekanntlich als Speiseöl, zur Verfälschung von Olivenöl, zur Margarine= und Seifenfabrikation sowie als Brennöl verwendet wird, während die Preßrückstände ein wertvolles Nahrungsmittel und treffliches Mastfutter für das Vieh bilden. Aus der Ausfuhr der Erdnüsse über Tsingtau ergeben sich gleich große Vorteile für die Eisenbahn und die Kaiverwaltung, wie für den Handel Tsingtaus, das damit zu einem Hafen für die Grokschiffahrt wird. Wenn auch schon in den letzten Jahren große Ozeandampfer mehr oder weniger regelmäßig den deutschen Hafen anliesen, so konnte es sich doch nur darum handeln, verhältnismäßig kleine Mengen von Waren von dort mitzunehmen. So überschreitet zum Beispiel die Ausfuhr von Strohborten, so wichtig diese für den Handel des deutschen Schutzgebietes ist, schließlich im Monat doch kaum achthundert Tonnen, während von den Erdnüssen in den nächsten sechs Monaten durchschnittlich je fünftausend Tonnen, also eine sechsmal größere Menge zu bewältigen sein wird. Das Ziel dieser Verschiffungen ist Ein schweres Geheimnis. 11) Original=Roman von Hans Baysen. Die Jugend blieb im Saal, aus dem die Tafel schnell abgeräumt wurde, denn die jungen Mädchen brannten schon alle auf den Tanz. :„Georg hat mir verraten, daß Sie eine sehr schöne Stimme besitzen,“ trat Aristide an Helene heran.„Würden Sie uns vielleicht noch schnell mit einem Liede erfreuen, bevor die Wogen des Tanzes alles überfluten." „Gern,“ antwortete Helene, ohne sich lange zu zieren, wie es wohl sonst bei den Mädchen hier Mode war. Bereitwillig öffnete sie den Flügel und schlug einige Akkorde an. Das Summen und Wirren der Stimmen verstummte auf einmal, und die Kronauer Stadtmusikanten, die zum Tanz aufspielen sollten, hielten mit den Stimmen ihrer Instrumente inne; man kannte Helenens Meisterschaft. Nachdenkend saß sie einen Augenblick da, dann erklang von ihren Lippen das einfache und doch so innige Lied: „Wenn ich zwei gehen sah' In Lieb gesellt, So innig Hand in Hand Den Blick erhellt: Denk ich der goldnen Zeit, Wo noch kein Weh, kein Leid. Und ich bei Dir————“ Seelenvoll kam es aus der Kehle der Sängerin. Wie weltentrückt hatte sie die Augen nach oben gerichtet, ihr Antlitz zeigte eine strahlende Schönheit, und drückte eine engelhafte Hingebung aus. Glückselig der, dem einst ihr Herz gehörte. Versunken stand Aristide da und vergaß ganz in den tosenden Beifall aus den harten Bauernfäusten einzustimmen. Schon Wort und Weise des deutschen Liedes hatten ihm, den Landfremden, ganz eigenartig berührt, völlig erfüllt aber war sein Herz von dem reichen Gemüt, das Helene im Liede offenbart hatte: So schön, so verehrenswürdig und liebenswert wie jetzt war sie ihm bisher noch nie erschienen. Sollte noch Niemand ein Auge auf das holde Geschöpf geworfen haben? Und ängstlich fragte er sich, ob sie nicht vielleicht schon jemand liebe. Freitag, 15. April.(Anastasia.) Marseille oder Hamburg, und teilen werden sich darin anscheinend die Hamburg= Amerika= Linie, die Peninsular and Oriental Steamship Company und die Nippon Yusen Kaisha. Aufgabe der Tsingtauer Kaufmannschaft aber wird es sein, diese Ausfuhr weiter zu entwickeln. Die Vorbedingungen dafür sind durch die Schantungbahn gegeben. Mit dem Bau der neuerdings wieder in den Vordergrund des Interesses gerückten Bahn von Kiautschou nach Yitschoufu wird in den nächsten Jahren ein voraussichtlich weiteres lohnendes Gebiet erschlossen werden, und aus diesem werden in Zukunft ebenfalls große Mengen von Erdnüssen zu erwarten sein. Kenner des Landes und der Verhältnisse rechnen ferner damit, daß Schantung in Zukunft auch für die Bohnenausfuhr in Betracht kommt, die heute für die Mandschurei schon eine so große Rolle spielt. Dalny schickt sich an, aus der Mandschurei in diesem Winter, das heißt vom November bis April, dreihunderttausend Tonnen Bohnen nach Europa auszuführen. Die Gesamtausfuhr von Bohnen aus der Mandschurei im Winter 1909—10 wird auf eine Million Tonnen geschätzt, wovon siebenhunderttausend Tonnen nach Japan und Süd= China gehen. Die Mandschurei ist heute das reichste Exportland Chinas, und eine regelmäßige, direkte Verbindung Dalnys mit Tsing= tau, wie sie jetzt bereits von der Hamburg= Amerika= Linie eingerichtet ist, verspricht für Tsingtau von der allergrößten Bedeutung zu werden. Nebenbei sei hier bemerkt, daß durch die Verbindung Tsingtau= Dalny und umgekehrt, Tsingtau nicht nur wirtschaftliche Vorteile erhält, sondern auch eine günstige und schnelle Postverbindung mit Deutschland. Von dem Augenblick an, wo in Tsingtau dank der in die Zehntausende von Tonnen gehenden Ausfuhr eines Erzeugnisse. seines Hinterlandes die Grundlage für einen Großschiffahrthafen entstanden ist, die trotz Strohborten usw. bisher gefehlt hat, ergeben sich auch für andere Ausfuhrartikel ganz andere Möglichkeiten als bisher, den deutschen Hafen zu benutzen. Das ist das erfreuliche Zeichen, unter dem unerwarteterweise die deutsche Kolonie in das neue Jahr eingetreten ist. Gerichtssaal. * Bonn, 13. April. Die Strafkammer hat heute eine verheiratete Verkäuferin eines hiesigen Warenhauses, die zwei Jahre hindurch größere Posten Seide, im ganzen für etwa 3000 A. entwendet und teils an ihre Schwester in Düsseldorf, teils an Damen in Bonn, Bergheim, Sieglar und Wiesbaden geschickt hatte, zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Die Schwester in Düsseldorf wurde freigesprochen. Zwei andere Verkäuferinnen wurden zu drei und einem Tage Gefängnis verurteilt. Der Zuhörerraum mußte schon vor Beginn der Verhandlung wegen Ueberfüllung avgesperrt werden. Von Nah und fern. * Düsseldorf, 13. April. Wie die Direktion des Apollotheaters uns mitteilt, ist es ihr gelungen, den Universalkünstler Sylvester Schäffer jr. zu einer Verlängerung seines Gastspiels bis Ende dieses Monats zu gewinnen, sodaß sich noch eine Zeit lang Gelegenheit bieten wird, die Leistungen dieses unvergleichlchen Künstlergenies bewundern zu können. * Düsseldorf, 14. April. Die Düsseldorfer Malzfabrik Robert Angst auf der Düsseltalerstraße ist in der verganNoch ganz traumverloren hatte sich Helene erhoben, da begegneten sich ihre Augen, sie erschien ihm wie ein junger knospender Maienmorgen; wortlos trat sie auf sie zu und reichte ihr die Hand. Lange blickten sie sich an——— Da legten auch schon die Musikanten, die sonst ihres Zeichens ehrsame Schuster= und Schneidermeister waren, mit einer Polka los. Notgedrungen mußte Aristide den ersten Tanz der Tischdame widmen, und mühsam schleppte er seine etwas schwerfällige Tänzerin durch den Saal. Dann steuerte er auf Helene zu, die eben den jungen Röwe abgesetzt hatte, um sich von ihr den nächsten Walzer zu erbitten. Da schwenkte gerade der lange Oberinspektor mit seiner Dame heran. Polka war so ziemlich der einzige Tanz, vor dem ihm nicht bangte, und so nahm er es denn auch gründlich. Daß man eigentlich im Kreise tanzen sollte, wollte ihm nicht einleuchten, er zog die Kometenbahn vor und schleifte seine unglücklichen Opfer, die er sich zu engagieren herabließ, von einer Ecke in die andere zum großen Verdruß aller Mittänzer. Plötzlich glitt er auf dem gebohnten Fußboden aus und stürzte der Länge nach hin, indem er seine Tänzerin mit sich riß. Gleich dem Ertrinkenden, welcher sich an einen Strohhalm klammert, griff auch er wie rasend umher, um sich zu halten, und mußte unglücklicher Weise das reizende Kleid Helenes haschen, welches sofort mit einem Rrrrtsch! zerriß, worauf die erstarrte Besitzerin sich zu den beiden anderen bereits am Boden Befindlichen gesellte. Sofort sprang alles hinzu, um die Opfer der Katastrophe zu entwirren und vom Boden aufzuheben. Bei den Damen ging das leicht, der Attentäter selbst aber schien sich gar nicht von der Erde trennen zu wollen. Er schaute kläglich um sich und rutschte unruhig der Türe zu. Georg, dem die Sache auffiel, näherte sich und als ihm Köper etwas zugeflüstert, winkte er lachend einige Herren heran, welche einen Kreis um den Oberinspektor bildeten. Jetzt erhob er sich unter wahren Lachkrämpfen der Herumstehenden, daß die Damen herandrängten; doch niemand wurde durchgelassen. Das etwas enge schwarze Beinkleid Köpers hatte dem Gewaltakt nicht Stand gehalten, und war an einer unnennbaren Stelle geplatzt, sodaß das weiße Unterzeug neugierig hervorguckte. Schleunigst verschwand er von der Stätte seiner Wirksamkeit. Helene, die sicher den tolpatschigen Köner mit einem Don1910. 85. Jahrg. genen Nacht bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Die gesamte Feuerwehr hatte von 10 Uhr abends bis halb vier Uhr früh zu tun. Große Malzvorräte sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden beträgt etwa 150000 eA; er ist durch Versicherung gedeckt. Der Betrieb ist eingestellt, da jedoch die Saisonarbeit beendet war, wurden zuletzt nur noch wenige Arbeiter beschäftigt. * Krefeld, 13. April. Das vorläufige Ergebnis der Einkommensteuer=Veranlagung für die Stadt Krefeld ergibt trotz der Befürchtungen, die hauptsächlich der schlechte Geschäftsgang des Seidengewerbes im Jahre 1908 gemacht hatte, noch ein kleines Mehr gegen das Vorjahr. Bemerkenswert ist, daß die Zahl der Steuerpflichtigen trotz einer Erhöhung der Bevölkerungszahl abgenommen hat. Es ist das eine Folge des Kinderprivilegs, dessen Wohltat hier zur Geltung kommt. Es sind veranlagt 31 966(i. V. 32 514) Steuerpflichtige zu 1 551 186 M(1546 041 M) Staatssteuer. Da die Stadt bei der Festsetzung der Steuerzuschläge ein Staatssteuersoll von 148 800 M. also 63 186 M weniger als dieses vorläufige Ergebnis, angenommen hat, so wird aus den Steuern ein ziemlicher Ueberschuß herauskommen. * Mörs, 14. April. Der Stadtverordnete, Landwirt Sensis, aus dem eingemeindeten Orte Auberg, ist auf unerklärliche Weise im Duisburger Hafen nachts ertrunken. * Köln, 14. April. Kardinal Fischer hat heute Mittag eine Reise zum Pabst angetreten. * M.=Gladbach, 14. April. Eine Doppelfeier auf dem Schulwesens hat heute. Vormitztag,. Hter, isctatgefer; aus Ahr# 13 April. Zu dem bereits gemeldeten Brandunglück werden noch folgende Einzelheiten mitgeteilt. Der Brand gelangte zum Ausbruch, als der Sattlermeister Paul von der Moetter, Neustraße 3, in dem Zimmer, wo seine Ehefrau mit ihrem vorgestern zur Welt gebrachten Kinde zu Bette lag, mit der Füllung und dem Anzünden eines Petroleumofens beschäftigt war. Der Ofen ervlodierte. und in wenigen Sekunden stand das neben dem Ofen stehende Bett und das ganze Zimmer in Flammen. In dem Flammenmeer fand der Ehemann die Tür nicht mehr und rettete sich Sprung aus dem Fenster des im zweiten Stock belegenen Zimmers auf die Straße, ohne sich zu verletzen. Inzwischen ergriff das Feuer das ganze Haus und sprang bei dem starken Winde auf das Nachbarhaus über. Die Feuerwehr ging mit Steigleitern gegen den Brandherd vor. Da löste sich von dem brennenden Nachbarhause ein Teil der Giebelwand mit dem Schornstein und traf eine Leiter, auf der drei Feuerwehrleute standen, die von den Trümmern getroffen wurden und aus beträchtlicher Höhe auf die Straße stürzten. Während ein Feuerwehrmann ohne Verletzung davon kam und. ein anderer nur leichtere Quetschwunden und Kopfverletzungen erlitt, verunglückte ein Schreinermeister, ein Familienvater, durch den Sturz auf das Pflaster lebensgefährlich. Die verkohlten Leichen der Mutter und des Kindes wurden geborgen, der Schwerverletzte fand im Hospital Aufnahme. Die verbrannte Frau steht im 26. Lebensjahr. Ihr erstes Kind, ein Knabe, sollte am Mittag des Unglückstages getauft werden. Die in den unteren Räumen des Hauses wohnenden betagten Eltern des Geschäftsinhabers konnten sich retten. Bonn, 13. April. Ein Student aus Karlsruhe versuchte nerwetter angefahren hätte, wäre er noch zur Stelle gewesen, heilte bald den Schaden, indem sie den Riß an ihrem Kleide, so gut es ging, mit Stecknadeln zuhaftete. Der Walzer begann. Nur Liebende können verstehen, wie wonnetrunken die beiden sich im Kreise drehten. Keines sprach ein Wort und gab sich ganz der Seligkeit des Tanzes hin. Und langsam begann die Liebe mit ihren zarten Wurzeln in ihre Herzen einzudringen und sie mit ungeahnter Süßigkeit zu erfüllen.——.— Der Schluß des Festes nahte heran. Das junge Volk hatte sich herrlich amüsiert, und auch die Alten verließen in angenehmster Laune Althof, nicht ohne vorher sämtlich den Vicomte ersucht zu haben, ihnen die Ehre seines Besuches zu schenken. Ein Wagen nach dem andern fuhr davon. bis auch der letzte in die schweigende Sommernacht dahinrollte und die Lichter in Althof erloschen. Einer hatte sich schon längst aus dem Festestrubel geflüchtet, der alte Freiherr. Beim Gesang Helenes war ihm das Wasser in die Augen gestiegen. Was mochte in dem zweiundachtzigjährigen Herzen vorgehen, das diese lange Zeit anscheinend so stürmisch geschlagen? Er schlich sich leise hinauf in sein Zimmer. Wo der Festeslärm nur gedämpft heraufklang und in tiefe Gedanken versunken verblieb er noch lange in seinem alten Lehnstuhl sitzen. Einmal erhob er sich und nahm aus einem Geheimfach seines Sekretärs ein Päckchen Briefe, die ein blauseidenes Band zusammenhielt. Sie mußten schon vor sehr langer Zeit geschrieben sein, denn das Papier war vergilbt und von demselben ging ein undefinierbarer Geruch aus— wars ein uraltes Parfüm, wars Moder, man konnte es nicht unterscheiden. Er nahm besonders einen derselben recht aufmerksam in Augenschein.„Hättest du mich nie erreicht, alles wäre anders gekommen!“ lächelte er bitter, Er umschnürte die Blätter wieder, legte sie in ihr Fach zurück, und sprach mit tränenerstickter Stimme leise vor sich hin: „Denk ich der goldnen Zeit, Wo noch kein Weh, kein Leid, Und ich bei dir....“ heute„ater dem falschen Namen eines Grafen Egon zu DohnaSchlobitten in einem hiesigen Juwelier=Geschäft ein Perlenvon 2800 cn zu erschwindeln. Er * N e u w i e d, 1 3. A p r i l. D e r K r e i s= K r i e g e r= V e r band hat auf seinem Verbandstage beschlossen, die Festlichoglichst einzuschränken. Es soll darauf hingewirkt werden, daß mehrere Nachbargemeinden Feiern gemeinsam veranstalten oder Feiern mit dem Verbandsfeste zu sammenlegen. Ein Mitglied hatte angeregt, für das Bis rarn= Deurmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück 300 #A zu bewilligen. Dies wurde abgelehnt, da die Platzfrage Herüasichtiat gebließzr ar un der Mittelrhein vollständig Saarbrücken, 13. April. Die Großstadt Saarbrücken wird ein####tadtwappen erhalten, über dessen Gestaltung sich d.s Stadtverordi te.= Kollegium jetzt einig geworden ist. Zur Annahme gelangte ein Entwurf des Geh. Rats Prof. Dr Hildevrandt, der als Hauptwappentier den preußischen heraldischen Schwarzen Adler mit dem Wappenschild zeigt. Das Wappenschild ist in vier Felder eingeteilt, auf die der SaarJohanner Rose und die Malstatt=Burbacher Industriezeichen verteilt werden sollen.— Berittene Schutzleute werden nach einem Beschluß der Stadtverordneten in„Luch, fur unsere Saargroßstadt eingeführt werden. Ueber die Unsicherheit in den Außenbezirken, insbesondere in den angrenzenden Wäldern, ist in letzter Zeit sehr geklagt worden. Man hofft, durch berittene Schutzleute dort die Sicherheit besser gewährleisten zu können. Teier, 14. rnl. Durch einen Schädelbruch lebensgefährlich verletzt worden ist ein Lokomotivführer. als er bei der Einfahrt in den Aerziger Bahnhof sich, um nach den Signalen zu sehen, aus der Maschine herausbeugte. Er schlug dabei an einen Signalmast. in ihrer sottan Feuu:, 13. Agxil., Die Stadtverordneten haben letzten S#ung die Magistratsvorlage über eine neue Lustbarteitssteuer, in der die bisherigen Sätze mäßig sino, mit einigen Abänderungen angenommen. Peu.in ben#twur, ist die Besteuerung der Orchestrions, der elektrischen Klaviere, der sonstigen Musik=Spiel= oder Unterhaltungsautomaten, für die Sätze von 10 bis 30 M für das Vierteljahr erhoben werden, sowie die Besteuerung der Preisschießei, Preiskegeln und Preisbillardspiele. Die Stadtverordperieten den neuen Satzungsentwurf der städtischen Biersteuerordnung. us wurde beschlossen, an Stelle des bisherigen Zuschlags von 50 v. H. zur Reichsbrausteuer für einheimische Biere 65 Pfennig für das Hektoliter zu erheben Früher betrug die Belastung durchschnittlich nur 40,37 Pfennig. Biere mit einem Alkoholgehalt von höchstens 1¾ v. H. der Raummenge, insbesondere geringwertige Getränke(BraunDünn= und Erntebier) sollen mit nur 30 Pfennig besteuert werden. Dil n uen Bestimmungen bedeuten für die Stadt eine jährliche Mehreinnahme von 10000 A Frankfurt a. Main, 14. Apri. Durch ein Geschäftsautowar#u#r hie, ein Knahe uberfahren und getötet. Den Fahrer soll keine Schuld treffen.— In vergangener Nacht anderes Automobil bei einer Kurve um so daß der Wagen zertrümmert wurde. Ein drittes Automobil stieß heute früh mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Auch hier wurde das Automobil stark beschädigt und ein Fahrgast leicht verletzt.— Es wird vermutet, daß der dieser Tag in Sussäutase Säühen gaze, tadt ischen„Anlagen tot aufgefundene Ausläufer Kühn bei einem nächtlichen Zusammentreffen mit Zuhältern in den Weiher geworfen wurde, daß also ein Mord vorliegt. .„###em a. Mein, 13. April. Die städtischen Körperschaften bewilligten sämtlichen hiesigen Gemeindebeamtene Erhöhung ihres Gehalts um 20 Prozent —. Wiesbaden, 13. April. Die älteste Bewohnerin unserer Stadt. die Gräfin v. Keyserlingk, ist heute 101 Jahre alt geworden. ..“ Worm-, 13. April. Hier wurde der 29 Jahre alte Wolf Ludky, der auch unter dem Namen Moritz Keschewsky bekannt war. mit seiner Frau wegen Mädchenhandels verhaftet. ..####lin, 14. Avril. Aus Saßnitz wird gemeldet: Gestern Abend gegen 8 Uhr wurden bei einer Nachtübung der vor Saßnitz liegenden Flotte dass Torpedoboot S 121 von dem kleinen Kreuzer„München“ gerammt. Das Boot wur„ der Mitte getroffen und völlig aufgerissen Die Maschinen wurden umgeworfen. Zwei Maschinisten wurden gerotet, und mehrere Mann der Besatzung verletzt die anderen Torpedoboote eilten sofort zur Hilfeleistung herbei und nahmen S 121 in die Mitte, um es vor dem Untergang zu bewahren. Heute Morgen wurde S 121 von zwei Torpedoee nach Stettin geschlevo.. Die ganze Flotte hat Halbmast Paris, 14. Aoril. Der Hauptmann im 27. Artillerieregiment, Boblique, erschoß gestern Abend nach einem heftigen Wortwechsel seinen gelähmten und blinden Schwiegervater. den reichen Hauswirt David, und entleibte sich sodann durch zwei Revolverschüsse. Als Grund der Tat wird angegeben, daß zwischen Boblique und seinem Schwiegervater der seiner jungen Konkubine schenkungsweise bereits einen beträchtlichen Teil seines Vermögens zugewandt hatte, seit längerer Zeit arge Mißhelligkeiten bestanden. Paris, 14. April. Die ehemalige Schauspielerin und Zeitungsherausgeberin Mauquerite Durand, die im 9. Bezirk als Kammerkandidatin der Frauenrecht= lerinnen auftritt, stellte gestern Abend in einer Wahlversammlung einen Idioten als Mandatsbeverver vor Frau Durand wies darauf hin, daß die Männer ohne Rücksicht auf ihre Geisteskräfte Wähler und wählbar seien während die Frauen dieses Recht überhaupt nicht besäßen. Als einzelne Wähler gegen diese Schaustellung Einspruch erhoben, beruhigte sie Frau Durand mit den Worten: Dieser Mann weiß nicht, was mit ihm geschieht. Aus seinem Gesichtsausdruck können sie sogar ersehen, daß es ihm Spaß macht, sich hier zu befinden. Möge er uns wenigstens als Beweisohjekt für den Widersinn unseres sogenannten allgemeinen Stimmrechts dieAngers(Dep. Seine er Loire), 14. April. In der hiesigen Kunst= und Gewexbeschule ist in der vergangenen Nacht eine Meuterei ausgebrochen. Gegen 2½ Uhr wurden die Aufseher durch ein Geräusch aus einem der Schlafäle aufmerksam gemacht. Als sie an Ort und Stelle eintrafen ahen sie zwei Schüler, welche sich anschickten, eine Tür zu durchbrechen.„'s sie gegen die Meuterer vorgehen wollten, wurden on 20 maskierten Schülern überfallen und mit Messern . Slagringen arg zugerichtet. Sie mußten sich, obgleich sie 5 Mann stark waren, zurückziehen und in ein Zimmer eindauerte 11, Stunden. Alle fünf Aufseher sind ernstlich verletzt. Verschiedene Schüler, bei denen kompromittierende Schriften aufgefunden wurden, sind verhaftet worden. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet. chaß gestern Aband: Apti.: Der Böttchergeselle Wahl erester. Abend seinen zweijährigen Sohn und S###ost. In einem Brief an seine Mutter teilt er mit, daß er auch seine Geliebte, die Mutter des Kindes vergangenen Nacht in deren Wohnung erschossen der ra# ss P c. Leiche auch aufgefunden. Gtund zu Sonvon, 14, Aril.„Eine Deputation von 64 Arpertern ist auf Anweisung der Tarifreform= Liga gestern Abend von London nach Deutschland abgereist. Die Derutation wird Berlin, Leipzig, Frankfurt und andere Städte besuchen, um den Schutztarif, die Arbeitsverhältnisse, die sozialen Reformen und das Erziehungswesen zu studieren ..“ New=York, 14. April. Die Polizei hat infolge der Zeu#ussagen gegen en Morder der Stenographin Rooth ganze Anzahl überraschender Tatsachen festgestellt, die über einen internationalen MädchenhanHringenden Bard=Zta: und verhaftet worden, unter dem Rägse ee ce Gemeinschaft mit dem Mörder der y Whee, sich diesem Gewerbe gewidmet zu haben. Es ist festgestellt worden, daß die jungen Mädchen dadurch angelockt wurden, daß ihnen von den Männern Freibillets für Kinematographen=Theater gegeben wurden, wo sie dann mit jungen Leuten zusammentrafen. Die von der Polizei gemachten Entdekrungen sind geradezu furchtbar und haben in den beteiligten Kreisen eine große Bewegung hervorgerufen. Die Behörden arbeiten fieberhaft an der Aufdeckung des ganzen Skandals Kunst und Wissenschaft. (2) Vom Düsseldorfer Schauspielhaus wird uns mitgeteilt: Für das Konzert, daß die etwa 100 Stimmen starke Chorklasse des Kolner Konservatoriums am kommenden Mittwoch im Schauspielhaus veranstaltet, hat Generalmusikdirektor Fritz Steinbach ein feinsinniges und vielseitiges Programm züsammengestellt. Altdeutsche und italienische Madrigale, denen in neuester Zeit wieder die besondere Aufmerksamkeit der Musikfreunde gilt, Brahms'sche Volkslieder und Marienlieder bilden den vokalen, alte Musik am Klavier, die Paula König und Paul Otto Möckel, beide aus Köln spielen, den instrumentalen Teil.— Es wird darauf hingewiesen, daß Bestellungen auf das Abonnement für den Cyklus heiterer Werke, de im Mai und Juni stattfindet, schon jetzt an der Tageskasse entgegen genommen werden. Das Abonnement bietet solche Ermäßigung, daß von den 12 Vorstellungen nach reguvier fr. sinr, ferner ist es unpersönlich, sodaß die Verteilung innerhalb der Familie möglich ist. Auch soll den Schülern Gelegenhet gegeben werden, die klassischen LustspielVorstellungen Shakespeare, Lessing, Molière zu besuchen, währeno fu.s Erwachsenen eine Auswahl der erfolgreichsten, besten Stücke der Neuzeit in diesem Cyklus geboten Für die Landwirtschaft. He## 8 Tierzuchtdirekter, um 1. April d. J. hat die Landwirtschaftskamme. die Stelle eines Tierzuchtdirektors mit dem Dienstsitze in Bonn, Bismarastraße 4, errichtet, die dem seitherigen Zuchtinspektor Dettinger in Düsseldorf übertragen en ist. Ihm obliegt die Pflege aller organisierten Zuchtbestrebungen in der Rheinprovinz, ausgenommen die der Kleintierzucht, sowie die Bearbeitung aller Fragen, die in diese Gebiete fallen. Inanspruchnahme des Zuchtdirektors wolle man sich ausschließlich an die Landwirtschaftskammer in Bonn, Bismarckstraße 4, wenden. *.##r den Regierun gsbezirk Düsseldorf ist mit dem 1. April .##der Rinterschuldirektor Arnold in Haldern als kommissarischer Zuchtinspektor berufen worden, der bis zum 1. Juli #ten Amtssitz in Haldern und von diesem Zeitpunkt ab in Wesel hat. Lokale Nacbrichten. Neuß, 15. April. um Rennen. Es wird uns geschrieben: Die wesentlichen Fortschritte in allen Teilen des Reiter=Vereins machen ich auch bei den Ehrenpreisen für die Sieger bemerkbar. So sind denn in diesem Jahre besonders großartige Preise erstanden, nur silber getriebene und echt silber vergoldete Gegenstände wurden als Ehrenpreise gewählt. Sie sind in den bekannten Geschäften ausgestellt. den Handel mit Wild haben die zuständigen preußischen Minister folgenden Erlaß an die Ober= und Regierungspräsidenten gerichtet: Aus den Kreisen des hiesigen Fellund Lederhandels wird darüber Klage geführt, daß die Plomben zur Kennzeichnung des Wildes für den Vertrieb aus Kühlhäusern während der Schonzeit in einzelnen Gegenden des Staates, namentlich aber in der Rheinprovinz, häufig im Rük ken der Wildstücke(Elch=, Rot=, Dam= und Rehwild) so angebracht werden, daß hierdurch die Häute erheblich beschädigt und minderwertig gemacht werden. Um weiteren Klagen dieser Art vorzubeugen, erscheint es empfehlenswert, bei der Plombierung des zerlegten Wildes auf tunlichste Schonung der Decke Rücksicht zu nehmen. Nach dem Berichte des hiesigen Polizeipräsidenten kann das dadurch geschehen, daß das in Frage kommende Wild auch in den Pkovinzen„nach Berliner Art“ die Plombe für den Rücken am Brustbein erhält und bei der Auslösung des Rückens aus der Decke die vorderste Rippe des Brustbeins mit der Plombe an dem Rücken verbleibt. Den Landespolizeibehörden bleibt überlassen, in eine Prüfung darüber einzutreten, ob und inwieweit etwa eine entsprechende Abändevon ihnen für ihre Verwaltungsbezirke erlassenen Ausführungsbestimmungen für den Vertrieb von Wild aus Kühlhäusern während der Schonzeit angebracht und notwendig ist. = Ueber Tragbetten zur Beförderung von Kranken teilt uns die Kgl. Eisenbahn= Direktion mit: In den Abteilwagen III. Klasse mit getrennten oder abschließbaren Aborten können Kranke auch in Tragbetten befördert werden. In diesen Betten, die von der Eisenbahn= Verwaltung gestellt werden. können die Kranken von der Wohnung oder der Unfallstelle abgeholt, in die Wagenabteile ohne Umbettung eingestellt und auf der Bestimmungsstation am Bahnhofe bis an die neue Lagerstätte(Krankenhaus, Klinik, Wohnung) getragen werden. Bettstücke nebst Bettbezügen und Decken sind vom Begleiter herzugeben. Für die Beförderung eines Kranken mit Tragbett sind 2 „“ Klasse für den Kranken und für jeden in dem Abteil mitfahrenden Krankenbegleiter eine Fahrkarte 3. Klasse zu lösen. Weitere Gebühren für die Benutzung, Rücksendung und Desinfektion usw. des Tragbettes werden nicht erhoben. Auch für die Benutzung der Tragbetten zur Beförderung er Kranken nach und von dem Bahnhofe wird eine Gebühr nicht erhoben. Wir. ein Tragbett abbestellt, oder nicht benutzt, so sind der Eisenbahn alle durch Ausführung der Bestellung erwachsenen Kosten zu erstatten. Hierbei wird für die Hin= und Rückbeförderung eines unbenutzten Transportbettes von und nach der Heimatstation die Eilgutfracht berechnet. Sollen zur Beförderung des Tragbettes zwischen Wohnung und Station erwa verfügbare Eisenbahn(Gepäcktrager usw.] in Anspruch genommen werden, deren Tätigkeit nach dem Gepäcktarif zu vergüten Weitere Auskunft erteilen die Stationen, 19###s###. w#r.,„Hochste Temperatur am gestrigen Tage „## über Nuu, niedrigste in vergangener Nacht 7 Grad, über Wind gndmesge.. 10 Grad über Null. Barometer unverändert. dem Kreise. 13.—Prir. Am Sonntag den 17. ds. Mts. vergncaltet, der Jiegenzuchrerverein in Vorst bei W. Secker leine Frühjahrsversammlung. Herr Winterschuldirektor Wolff hat einen Vortrag übernommen. Außerdem soll Rechnungsablage und Vorstandswahl stattfinden. Für den Schluß ist die Verlosung einer silbervergoldeten Uhr mit Kette(Preis auf der landwirtschaftlichen Ausstellung Düsseldorf im Herbst 1909) und eine Butterbereitungsmaschine in Aussicht genomImpfung für die Bürgermeisterei Zons für 1909 finden am 12. Mai 1910 statt und zwar für Zons um 2 Uhr nachmittags im Schulsaale und in Stürzelberg um 3½ Uhr nachmittags im Saale von Peter Malzkorn Die Nachschau findet am 19. Mai zu derselben Zeit statt. Vermischtes. Die städtischen Beamtinnen in Berlin. Der Petitionsausschuß der Berliner Stadtverordnetenversammlung hat sich scharf gegen ine Eingabe ausgesprochen, in der ein Bureaugehilfe a. B. Leymann Einspruch gegen die weitere Vermehrung der weiblichen Beamtenstellen im städtischen Dienste erhob. Es wird darin behauptet, daß im Dienst stundenlang Kaffee gerocht werde. Von den Damen werde mit den männlichen Beamten„angebändelt“ und sogar„Zeck“ und„Versteck“ gespielt. Die Tochter eines höheren städtischen Beamten sei nach kurzer Zeit Buchhalterin im städtischen Dienste geworden und während des Dienstes mit„gnädiges Fräulein“ angeredet worden. Weibliche Personen seien für Beamtenstellen im städtischen Dienst völlig ungeeignet.— Oberbürger= meister Kirschner nahm sich im Ausschuß seiner Beamtinnen an. Der Magiststrat habe mikder Einstellung weiblicher Kräfte sehr gute Erfahrungen gemacht. Alle Behauptungen seien halb oder ganz unwahr. Das gelte besonders für den angeführten Fall mit dem„gnädiges Fräulein“. Eine Tochter des besagten höheren Beamten habe nie in städtischen Diensten gestanden. Der Petitionsausschuß beschloß denn auch einstimmig Uebergang zur Tagesordnung. #####che Hochseefischerei. In den letzten 10 bis 20 Jahren hat auch im Binnenlande ein Nahrungsmittel immer mehr Verbreitung gefunden, das man früher nur an der Wasserkante zu schätzen wußte: nämlich der frische Seefisch. Diese zunehmende Verbreitung ist eine Folge des Aufschwunges unserer Hochseefischerei und der verbesserten Verkehrseinrichtungen, die es gestatten, den Fisch in tadellosem Zustande an die Abnehmer im Binnenlande zu versenden. Was den Aufschwung der Hochseefischerei betrifft, so rührt dieser von dem Uebergang zur Dampffischerei her. Bis vor 25 Jahren arbeiteten unsere Fischer ausschließlich mit Segelfahrzeugen, die wegen ihrer große. Abhangigkeit von Wind und Wetter nicht so leistungsfähig sind, wie die heute verwendeten Dampfer. Das Verdienst den ersten deutschen Fischdampfer in Betrieb gesetzt zu haben, gebührt dem verstorbenen Geestemünder Fischhändler Busse, der im Jahre 1884 versuchsweise einen Schlepper, die„Sagitta“, zu Fischereizwecken einrichtete. Bald fand sein Vorgehen Nachahmung, so daß wir heute in Deutschland 219 Fischdampfer haben, von denen 115 in Geestemünde und seinem Nachbarort Bremerhaven, 43 in Bremen, 17 in Hamburg, 29 in Altona und 15 in Cuxhaven beheimatete sind. Die Fischdampfer können schneller als Segelfahrzeuge an den Fangplatz gelangen, mit größeren Netzen fischen, und schneller und regelmäßiger wieder an den Markt kommen, so daß erst durch sie die Möglichkeit gegeben worden ist, weitere Kreise des deutschen Volkes mit der billigen und nahrhaften Seefischkost zu versehen ine kurze Schilderung, wie die Fischdampfer, Fahrzeuge von 38 Meter Länge mit einer Maschine von 350 Pferdekräften, ihrem schweren Gewerbe obliegen, dürfte für manchen von Interesse sein. Nach 24 Stunden oder noch längerer ununterbrochener Fahrt wird in der Regel der Fangplatz erreicht, und die Mannschaft geht an die Arbeit des Fischens. Auf jeder Seite des Decks liegt ein großes Netz, das die Form eines Trichters hat und etwa 40 Meter lang ist; die vordere Oeffnung hat ebenfalls 40 Meter im Durchmesser. Die Schiffsmaschine wird gestoppt und mittels einer starken Dampfwinde das Netz über Bord gesetzt. Sobald es auf den Boden des Meres gesunken ist, wird die Maschine auf halbe Kraft gestellt und an zwei starken Drahtseilen, den sogenannten Kurrleinen, schleppt der Dampfer das Netz in langsamer Fahrt hinter sich her, so daß alles, was an Fischen in den Bereich der Netzöffnung kommt, sich in dem hinteren verschlossenen Teile fängt. Nach ein paar Stunden wird das Netz mit der Dampfwinde wieder an Bord gezogen, und der hintere Verschluß geöffnet, so daß der ganze Fang, Steinbutt, Schollen, Schellfisch, Kabeljau und sonstiges Seegetier, zappelnd und krabbelnd an Deck fällt. Das Netz wird sofort wieder ausgesetzt, und dann geht die Mannschaft unter Leitung des Steuermanns an das Schlachten und Verstauen. Die Dampfer bringen nämlich den Fang nicht lebend an den Markt sondern er wird sofort auf See sortiert, geschlachtet, ausgeweidet, gespült und dann im Raum des Schiffes auf Eis gelegt. Vier oder fünf Tage wird in der Regel gefischt, wobei es nicht immer so glatt abgeht wieeben geschildert. Besonders bei schlechtem Wetter und hohem Seegang ist das Aussetzen und Einholen des Netzes eine schwierige Arbeit. Im Geestemünder oder Bremerhavener Fischereihafen wird der Fisch dann in Kisten zu 120 Pfund sortiert und im Wege der Versteigerung an die Fischgrossisten, Konservenfabriken und Räuchereien verkauft. Welche gewaltigen Mengen da umgesetzt werden, zeigt die Statistik: wurden doch in Geestemünde=Bremerhaven im Jahre 1909 täglich im Durchschnitt 266599 Pfund Seefisch versteigert. Die Eisenbahnverwaltung hat durch besondere Vorkehrungen für eine schleunige Beförderung der Fische ins Binnenland Sorge getragen. Eigene Fischzüge gehen von den Hafenstädten ab und der Fisch wird als Eilgut zu Frachtgutsätzen befördert, so daß er forgfältig auf Eis gepackt in tadelloser Frische bis nach Süddeutschland und der Schweiz versandt wird. Die Hochseefischerei mit Dampfern hat sich im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Zweig der deutschen Volkswirtschaft entwickelt. Sie beschäftigt ja nicht nur an Bord der Dampfer und in Fischhandel und Fischindustrie eine große Menge Menschen, sondern zahlreiche andere Gewerbe haben durch sie Nutzen: Schiffswerften, Netzmachereien, Reegschlägereien, Eisfabriken, Korbmachereien, Kisten= und Blechdosenfabriken,— sie alle haben an Fischerei und Fischhandel einen guten Abnehmer. Der Staat hat deshalb auch die Wichtigkeit dieses verhältnismäßig jungen Gewerbes erkannt. und z. B. in Geestemünde mit einem Kostenaufwand von ursprünglich 7 Millionen Mark einen eigenen Fischereihafen erbaut, der inzwischen erweitert worden ist. Möge die Dampferhochseefischerei sich weiter günstig entwickeln: nicht nur zum Nutzen der deutschen Volkswirtschaft sondern auch zum Nutzen der deutschen Marine, die an den see gewohnten, wetterharten Fischdampferleuten einen vorzüglichen Mannschaftsersatz hat. Aus den Dartamenten. Berlin, 14. April. Im Reichstag wurde heute, da die nationalliberale Interpellation über das Mülheimer Unglück erst Ende nächster Woche verhandelt werden soll, die Vorlage über die Entlastung des Reichsgerichts weiter beraten und einer besonderen Kommission überwiesen. Es sprachen lauter Juristen, in einem Punkte waren sie einig: in der Verwerfung des Vorschlages, wonach an das Reichsgericht nur Prozesse gehen sollen, bei denen die Vorinstanzen verschieden geurteilt haben. Der Staatssekretär trug mit Klagen seine Hoffnung auf baldige Erledigung der Vorlage zu Grabe.— Dann wurde der Verlängerung des deutsch= schwedischen Handelsvertrages bis Ultimo 1911 in zwei Lesungen zugestimmt, nachdem zwei konservative und zwei nationalliberale Redner die Regierung vor zu großer Nachgiebigkeit gegenüber Schweden gewarnt hatten. Wir könnten die Eisenerze zur Not auch anderswoher beziehen. Berlin, 14. April. Die preußischen Abgeordneten setzten, nachdem sie heil aus Tegel zurückgekehrt waren, die Beratung des Eisenbahnetats fort. Die ganze Debatte galt wieder Arbeiterfragen. Auf eine Rede des Abg. Leinert antwortete der Minister scharf ablehnend, wobei es zu einem Skandal zwischen den Sozialdemokraten und dem Präsidenten v. Kröcher kam. Dieser benutzte die Gelegenheit, um eine Erweiterung seiner Machtbefugnisse zu fordern, die man ja bereits in der Kommission beschlossen hat. Abg. Leinert(Szd.) bedauert, daß in diesem Jahre so wenig Arbeiter fest angestellt wurden. Die Arbeitslöhne müssen erhöht und die Akkordarbeiten abgeschafft werden. Nach dem Reichsvereinsgesetz haben die Arbeiter das Koalitionsrecht, durch die Arbeitsordnung wird es aber illusorisch gemacht. Das ist ein unerhörter kulturwidriger Zustand. Minister v. Breitenbach: Die Ausführungen des Vorredners zielten darauf ab, die staatliche Autorität zu untergraben. Seine Rede bestand aus Phrasen, die auf die EisenHahnverwaltung keinen Eindruck machen. Wir gewähren unseren Arbeitern große Bewegungsfreiheit, das beweist der große Eisenbahnverband. Die Staatseisenbahn= Verwaltung ist verpflichtet, dem Streik ihrer Angestellten entgegenzutreten, wenn nicht anders durch Entlassung.(Zwischenruf des Abg. Strover: Das ist ungesetzlich.— Rufe rechts: Zur Ordnung!) Präsident v. Kröcher: Ich bitte die Zwischenrufe zu unterlassen, sie entsprechen nicht der Ordnung des Hauses.(Zuruf des Abg. Ströbel: Mit der Ordnung wissen Sie ja selbst nicht Bescheid! Lebhafte Zurufe rechts: Unerhört! Zur Ordnung!) Ich rufe den Herrn nicht zur Ordnung, es nutzt ja nichts. Ich habe ja aber keine andere Handhabe und muß voraussetzen, daß hier so verhandelt wird, wie es unter königstreuen Leuten Sitte ist.(Zuruf von den Sozialdemokraten: Das sind ja Phrasen! Abg. Hoffmann ruft: Ach was, königstreu!— Stürmische Unruhe rechts.) Sie sind ja königstreu. Sie haben ja dem König Treue und Gehorsam geschworen.(Ströbel: Den Witz haben Sie schon einmal gemacht. Große Unruhe. Pfui=Rufe rechts. Zurufe: Zur Ordnung!) Das nützt ja nichts. Ich habe ja kein Mittel gegen die Herren. Wenn Sie wollen, daß ich solche Ausschreitungen beseitige, so müssen Sie mir schon eine Geschäftsordnung machen, mit der ich das tun kann.(v. Pappenheim betritt die Tribüne: Ich bitte ums Wort zur Geschäftsordnung.) Der Herr Minister hat weiter das Wort. Minister v. Breitenbach: Ich wiederhole, daß die Eisenbahn= Verwaltung die Lohnverhältnisse der Arbeiter dauernd sorgfältig kontrolliert. Die Behauptung des Abg. Leinert, daß die Löhne zu niedrig seien, ist unzutreffend. Die Dienstpflicht des Lokomotivpersonals ist nicht so ausgedehnt, wie behauptet wurde. * Das große Los in der Pfandleihe. Eine höchst tragikomische Geschichte, die aber beinahe einen traurigen Ausgang genommen hätte, spielte sich vor kurzem in Paris ab. Ein kleiner Privatbeamter, Prosper Marles, hatte sich ein Los der großen alljährlich veranstalteten Invalidenlotterie gekauft und da er einige Monate später in mißliche Geldverhältnisse geriet, das Papier in einer Pfandleihe am Mont Martre um den geringfügigen Betrag von drei Francs versetzt. Der Tag der Ziehung kam und Herr Marles kaufte sich gewissenhaft die Liste der Trefferzum nachzusehen, welches Schicksal ihm beschieden worden sei. Eifrig liest er die Ziffer., plötzlich stutzt er, zieht sein Notitzbüchlein, wo er die Nummer seines Loses verzeichnet hat, ein Freudenschrei entringt sich seinen Lippen: Der Haupttreffer im Betrage von 200 000 Francs ist ihm zugefallen, ein unschätzbares märchenhaftes Vermögen für einen Menschen, der bisher gewohnt war, mit 120 Francs Monatsgehalt sein Auskommen zu finden. Schnell zieht er auch nun seinen Pfandschein heraus, um das versetzte Los so bald als möglich einzulösen, da bemerkt er zu seinem namenlosen Entsetzen, daß das Los vor sechs Wochen verfallen ist. Er hat den Termin übersehen und vergessen, die Zinsen zu zahlen. Mit dem letzten Rest seiner Habe mietet er eine Droschke und fährt, was der Gaul nur laufen kann, zur Pfandleihe. Aber Schrecken über Schrecken. Das wohltätige Etablissement ist verschwunden, und. wie der Concierge mitteilt, hat die Pfandleihe von knappen drei Wochen Konkurs gemacht, die verfallenen Pfänder sind natürlich alle versteigert worden. Herr Marles ist außer sich, ratlos, bis zum Wahnsinn erregt. Was soll er tun? Nunmehr begann eine wahre Hetzjagd nach dem verschwundenen großen Los. Herr Marles erstattete sofort die Anzeige bei der Polizei, aber er begegnete lebhaftem Kopfschütteln und man erklärte ihm, daß er wenig Aussicht habe, sein Los wiederzuerhalten. Trotzdem läßt sich der gute Mann in seinen weiteren Bemühungen nicht abhalten und da er kein Vermögen besitzt, findet er sogar einen wohlwollenden Freund, der ihm einige hundert Francs vorstreckt, um die Kosten der Recherchen durch Privatdetektive zu decken. Wochenlang wird gesucht und man setzt alle Hebel in Bewegung, um den Käufer des Haupttreffers ausfindig zu machen, der sich merkwürdigerweise bisher nicht gemeldet hatte und seinen Gewinn augenscheinlich auch nicht erheben wollte. In dieser Zeit schrecklicher Zweifel machte Herr Marles einen Selbstmordversuch, der glücklicherweise mißlang. Das Los aber blieb dauernd verschollen. Letzte Naebrichten und Telegramme der„Neußer Zeitung“. Zum Kampf im Baugewerbe. Düsseldorf, 14. April. Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe im Stadt= und Landkreis Düsseldorf hat beschlossen, die Betriebe morgen Abend zu schließen und die organisierten und die nicht organisierten Arbeiter auszusperren. Es kommen etwa 100 Geschäfte mit etwa 2600 Arbeitern in Frage, von denen die Hälfte organisiert ist. Die Bauarbeiten an der zweiten Rheinbrücke bei Hamm werden voraussichtlich fortgeführt werden, weil es sich hier umNotstandsarbeiten handelt. Durch das zweimalige Hochwasser sind die Bauarbeiten im Rückstand geblieben. Die Arbeiten an dem neuen Regierungsgebäude am Kaiser Wilhelm= Park werden durch die Aussperrung nicht gehindert. Die Maurerarbeiten sind hier schon beendet. h. Hamm(Westf.), 15. April. Hier wurden 600 Arbeiter ausgesperrt. d. Saaebrücken, 15. April. Der Arbeitgeberverband für das Baugewerbe im Saarrevier beschloß, sich der allgemeinen Aussperrung anzuschließen. Eingeschlossen ist auch das Fürstentum Birkenfeld. Ausgesperrt werden alle Organisierten. h. Görlitz 15. Aptil. 23 Betriebe des Baugewerbes sperren sämtliche Arbeiter aus. Gestern legten alle an den städtischen Kanalisationsarbeiten beschäftigten Leute die Arbeit nieder wegen nicht bewilligter Lohnforderungen. Köln, 14. April. Der Kölner Verein weiblicher Angestellter hat an den Reichstag eine Eingave gerichtet mit der Bitte, zugleich mit der Errichtung von Arbeitskammern die Schaffung einer gesetzlichen Interessenvertretung für die Handlungsgehilfen zu beschließen. Seine Forderungen an solche Interessenvertretung stellt der Verein in 20 Grundsätzen auf, aus denen folgende hervorgehoben seien: Es sind lückenlos für das ganze Reich kaufmännische Standesvertretungen auf paritätischer Grundlage zu schaffen, entweder in Form von besonderen Kaufmannskammern oder als selbständige Abteilungen der Arbeitskammern. Die Kammern sind auf territorialer Grundlage zu errichten. Mit Inkrafttreten der Kaufmannskammern ist a) den Kaufmannsgerichten die gutachtliche Tätigkeit zu entziehen; b) die sozialpolitische Tätigkeit der Handelskammern vollständig auszuschalten. Das aktive Wahlrecht steht Männern und Frauen mit vollendeten 21., das passive Wahlrecht Männern und Frauen mit vollendetem 25. Lebensjahre zu. Das aktive und passive Wahlrecht steht auch Angestellten der Berufsorganisationen zu. Die Wahlen erfolgen nach dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Die Kosten der Kaufmannskammern trägt das Reich. Eine gleiche Eingabe haben die„Verbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte“, denen der Kölner Verein weiblicher Angestellter angehört, an das Reichsamt des Innern und an den Bundesrat gerichtet. h. Essen, 15. April. Der Arbeiter Galla wurde gestern vom Schwurgericht wegen Raub und Körperverletzung mit tötlichem Ausgange zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Er hatte am 6. Juli einen Arbeiter beraubt und ihm den Schädel eingeschlagen. Berlin, 14. April. Bei dem Besuche des Tegeler Luftschiffer= Batail lons durch die Mitglieder des Abgeordnetenhauses ereignete sich ein Unfall. Um 12 Uhr sollte das Luftschiff noch einen weiteren Aufstieg unternehmen mit den Abg:. v. Eynatten, Macco, Schiffer und Graf Finckenstein. Durch den scharfen Wind wurde der Ballon jedoch nach Norden abgetrieben. Die Soldaten, die die Taue angefaßt hatten, wurden teilweise mit in die Höhe gezogen. Ein Soldat stürzte ab und zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu; er wurde bewußtlos nach dem Garnisonlazarett gebracht. Den Luftschiffern gelang es, die Motore in Gang zu bringen und zurückzufahren. Infolge des Unfalls unterblieb der geplante Aufstieg. Braunschweig. 14. April. Gestern Abend unternahmen zwei hiesige Kellner eine Kahnfahrt auf der Oker. Als sie um 1 Uhr nachts noch nicht zurückgekehrt waren, begab sich ein Angestellter der Bootsstation auf die Suche und fand das Boot gerenterr vor. Auf dem Wasser schwamm der Hut des einen Insassen. Die Leichen sind bisher noch nicht gefunden worden. Stuttgart, 14 April In Böhmenkirch(Oberamt Geislingen), einem katholischen Pfairdorf, brach heute Nachmittag Feuer aus, das infolge des starken Windes sich schnell verbreitete und in kurzer Zeit über 25 Häuser ergriff. Bis 5 Uhr abends waren gegen 60 Häuser vom Feuer zerstört. Die Löscharbeiten waren durch Wassermangel erschwert. h. Bremen, 15. April. Die Lehrerprozesse wegen des Bebeltelegramms nehmen ihren Fortgang. Acht Lehrer, die ihre Anstellung erhalten sollten, wurden nur unter Vorbehalt angestellt. Ergibt sich ihre Teilnahme an der Absendung des Telegramms, so soll die Anstellung nicht erfolgen. Breslau, 14. April. Wie die Oppelner Nachrichten melden, wurde der deutsche Staatsangehörige Stephan Kieser, der die russische Grenze bei Preußisch= Herby ohne Paß überschreiten wollte und dem Haltrufen der Grenzposten keine Folge leistete, auf russischem Gebiete von einem Soldaten der russischen Grenzwache erschossen. Nachdem Kieser seiner Barschaft von 400 A beraubt worden war, ließ man ihn achtlos liegen bis fremde Hände später die Leiche in Obhut brachten. h. Wien, 15. April. gestern hier ein. —„* Dandels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 15. April. Expräsident Noosevelt traf Weizen 100 Ko. Roggen 100 Ko. Hafer 100 Kilo 1. Qu. 22 Kartoffeln 50 Kilo K 2,50—2,80 Heu 50 Kilo„„ 4,50—5,00 Luzernerheu 50 Kilo 5,50—6,00 Krummstroh 500 Kilo„ 20,— Breitdruschstroh 500 Kilo„ 22.— Butter Kilo„ 2,60 Eier 100 Stück" 8.— Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert. Preisnotierungen der Neußer Müller. Neuß, 15. April. 34% Rüböl 100 Kilo in Partien von 100 Zir.(ohne Faß) 60 50 Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß) 62 50 Gereinigtes Rüböl 3# mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise 100— „„ kleine„ 104 Kleien 50 Kilo 6 Rüböl und Kuchen unverändert. 20 Köln, 14. April. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 63,00 B., Mai 62,50 B., 62,00 G. Luzernerheu 11,00—11,50, Wiesenheu 9,30—9.80, Richtstroh(Flegeldrusch) 5.00—530, Krumm= und Preßstroh 4,60—500 die 100 Kil. Magdeburg, 14 April. Kornzucker 88% 00,00— 00,00, 75% 00,00— 00,00, schwach. Rovzucer zur Durchf. bordf. Hamburg April 14,22 B., 1417 G., 6000 bz., Mai 1422 B., 14 20 G., 14 22 bz. Juni 14,22 14.20 C., 00,00 bz., Aug. 14 30 B. 14,25 G, 1427 bz., Okt. Pez. 11,65 B 11,62 C. 11,62 bz., Jan.=März 11,70 B. 11.67 G., 11,67 bz., mait. Brotraffin. la 2475—25,00, Kristallzucker la(0,00, gem. Raffin. 24.50— 24.75. gem. Melts 24,00—24,25, bei Posten aus erster Hand, ruhig. Berlin, 14. A.ril Fruchtmarkt. Weizen Mai 224,75(225.25). Juli 220 75(221,75), Sept 206,25(207,25), Roggen Mai 15800(159,50) Juli 163.75(164.75), Sept. 163,00(164 50). Hafer Mai 156.25(157.00) Juli 161.50 000,00. Mais Mai 000,00(145,50), Juli 00009(000,00) Weizenmehl 26 75 29.75 Roggenmehl 1869 20.80, Rüböl April 00,00 (1000), Mai 58,10(58.20), Okt. 55 90(55 30+ Hamburg, 14. April Weizen stetig Mecklenb. und Ostholsteiner AprilMai 226—00 Roggen ruhig, Mecklend. u. Altm. 150—155, russ. eis 9 Pud 10/15 Pfd. April=Mai 12700. Gerste willig, südruff. eis April 107.75 Hafer stetig, Holsteiner u. Mecklenb. 159—173. Mais ruhig, amerik, mired April=Mai 109,00, La Plata eis Mai=Juni 118.50, Rüböl ruhig, 59.00. Spirttus stetig, April 21,75 G., April=Mai 21.75 G. Mai Juni 21,75 G. Petroleum(amerik.) spez. Gewicht 6.800 schwach, 600. Salpeter stetig, 9.20 Mai 8,50, Febr.=März 8.82½ Hamburg, 14. April. Kaffee ruhig, Mai 36, Sept. 36½. Dez 36¼, März 36 1/8 G. Kaffee in greifbarer Ware ruhig. Bremen, 14. April Schmalz vorr. Tups und Firkins 671, Doppeleimer 68½, niedriger. Antwerpen, 14 Avril Getreide. Weizen, amerikan. Winter= 19,75— 22,25, La Plata= 20,50—22.50, russischer 22,50—23,25, Donau= 26.5027.00, Roggen russischer 14,00-15,50, Hafer 14,25—14,50, Gerste Futter13,50—13,75, Mais Odessa= 15.25—0000, La Plata= 15,50—00,00, Einquantinor 16,00—16,75, gem. amerik. 14 75—14,87 Chicago, 14 Avril Getreidemarkt. Weizen Mai 109½, Juli 102 7/8. Sept. 100%, Dez.—. Mais Mai 58½. Juli 61 1/8. Sept. 62¾, Dez. 57. Hafer Juli 40 1/8. Sept. 38½. Roggen vorr. 78, Mai 78. Duluth: Leinsaat Mai 2,44, Sept. 1,85 New=York, 14. April. Getreidemarkt. Weizen Mai 116 7/8. Juli 111 ¼, Sept. 107 7/8, Dez.—. Mais Mai 68 3/. Juli 71 3/8, Sept. 72⅜, Dez.—. Mehl spring wheat 430. Getreidefracht nach Liverpool 1½. Roaaen vorr. neuer—. New=York, 14. Avril. Baumwolle. Baumwolle vorr. 15,10, April 14,81, Mai 14.71, Juni 1435. Juli 14,34, Aug. 13.67, Sept. 12,82, Okt. 12,37, Nov. 12,22, Dez. 12,21, Jan. 12,18. Viehmärkte. Köln, 14. Avril. Schlachtotehmarkt. Zugetrieben: 825 Kälber. a. Dovvellender feinster Mast 72—84(000—.000), d. feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 55—60(00—00), c. mittlere Mast: und gute Saugkälber 48—54(09—00), d geringe Saugkälber 40- 45 (0000), e. Fresser 28—34(00—00) die 50 Kil. Lebendgewicht. 368 Schafe, a. Mastlämmer und jüngere Masthammel 90—92, v. Aeltere Masthammel und gut genährte Schafe 85—88, c. Mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) 80—84, d. Marschschafe und Niederungsschafe 00—00 die 50 Kil. Schlachtgewicht. In beiden Gattungen ziemlich belebt und geräumt. 500 Schweine, a. Vollfleischige bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 4 64— 68, b. vollfleischige über 2 Ztr. Lebendgewicht 63—68, c. vollfleischige über 2½ Ztr. Lebendgewicht 65 67, d. Fettschweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 00—.09, e. Gering entwickelte 56—62, k. Sauen und geschnittene Eber 54—64 die 50 Kil. Schlachtgewicht. Schleppend, voraussichtlich Ueberstand. Am 14 April wurden an frischem, geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt: 156 Viertel Großvieh, 379 Kälber,(0 Schweine. Wolle. Antwerven, 14. April. Wolle stetig. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B.) April Frs. 6.05. Mai 6,05, Juni 6,02½, Juli 6,00, Aug. 5,95, Sept. 5,92½, Okt. 5,90, Nov 5,87½, Dez. 5,85, Jan. 5,77½ Febr. 5,75, März 5,70, Umsatz 230000 Kg. Bradford, 14. Avril. Wolle anziehend. Kohlen. Wagengestellung am 13. April. Im Ruhrbezirk gestellt 23763, gefehlt 90.— Aachener Kohlenbezirk(Wurmrevier) gestellt 687, gefehlt 00.— Saarbezirk gestellt 2957, gefehlt 00.— Rheinischer Braunkohlenbezirk gestellt 1211, gefehlt 00— Im oberschlesischen Revier gestellt 8510, gefehlt 00 Wagen. Amtliche Wechselziussätze der Notenbanken vom 14. April. Amsterdam 5. Belgische Plätze 4 1/8. Deutsche Plätze 4. Kopenhagen 5. Lissabon 6. London 4. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 4½. Schweiz. Plätze 3. Wien 4. apete — Stets Eingang von Neuheiten.— Bekannt grösste Auswahl und billigste Preise. Frz. Oidtmann Wwe Münsterstrasse 13 und 15. Telephon 27 Hafenverkehr im Rhein= Erft=Hasen zu Neuß. Angekommen am 14. April 1910. Schleppkahn„Louise“ Schiffer Schmidt mit Rapssaat von Antwerpen. Boot„Helvetia 2“ Kapitän v. Lith mit Oel von Rotterdam. Schleppkahn„Edison“ Schiffer F. Janssen mit Erdnüssen& Rapssaat von Antwerpen. Abgegangen am 14. April 1910. Schleppkahn„Kätchen“ Schiffer Kühnle mit Kohlen nach Karlsruhe. Schleppkahn„Figaro“ Schiffer van der Veen mit Roggen nach Vilvard. Wasserstands=Nachrichten. Köln, 14. April. 7 Uhr vormittags, Rheinhöhe 1,79 gef. 0.01 m Wesel, 14. April. 9 Uhr vormittags, Rheinhöhe 0,84 gest. 0,01 m2 Trier. 14. April. 7 Uhr vormittags, Moselhöhe 0,68 gest. 0,02 m Restitutionsfludd für lahme Pferde empfiehlt Haus Krings, Crefelderstraße 16. Weit und breit kerft, . m a n h e u t e i n j e d e m S c h a u ######## fenster den echten Luhns WaschExtrakt mit Rotband, wohl ein Beweis, daß er in den meisten Haushaltungen beliebt ist. Aber vielleicht gibt es auch noch einige, die Luhns noch nicht versuchten; und diese seien darauf aufmersam gemacht, daß es ein besseres, praktischeres, bequemeres undsparsameres Mittel zum Waschen, Reinmachen oder Putzen kaum noch geben kann. Wiener Café I. Etage Büchel 4. Prima Weine sowie bestgepflegte Biere. Angenehmer FamilienAufenthalt. Vornehmstes Lokal am Platze. Bekanntmachung betreffend die Pfingstserien. Zu Pfingsten wird der erricht in den hiesigen Volksschulen am Sonnabend, den 14. Mai 1910, vormittags um 11 Uhr geschlossen. Mit dem Unterricht wird am Montag den 23. Mai er. wieder begonnen. Neuß, den 9. April 1910. Der Bürgermeister, I. V.. Klein Das Sechswochenamt für Frau Wwe. Winand Hintzen findet am Samstag Morgen 7 Uhr im Herz=Jesu=Kloster statt, wozu freundl. einladet Die Familie. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Gatten, unsern guten Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel den wohlachtbaren Herrn Heinrich Stolze, Werkmeister, heute Morgen 4 Uhr, wohlvorbereitet durch die Heilsmittel der röm-kathol Kirche, im Alter von 49 Jahren, in ein besseres Jenseits abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Duisburg, Neuss, Wasa(Finnland), Köln, Hamm (Sieg), Hilden, den 13. April 1910. Soeben erschien: Adressbuch 1910fI für Neuss und Umgegend (nach amtlichem Material bearbeitet) nebst einem Plan der Stadt Neuss u. Sektionen. Preis elegant in Leinwand gebunden 5,00 Mk. Verlag der Neusser Zeitung und des Adressbuchs: Rob. Noack. RathausAutomat = Büchel 4.— Prima Weine, Biere, Liqueure. Diverse Schnittchen. Kuchen etc. Nur erstklassige Qualität. u Köln 1 Sonntag, 17. April, nachmittags 3 Uhr, u. a. Grosses Kölner FrühjahrsHandicap 20000 M. Montag, 18. April, nachmittags 3½ Uhr, u. a. Ard Patrick-Handicap 7500 M. Totalisator auf allen Plätzen. Wettannahme im Sekretariat, Gr. Budengasse 8—10, fur Post- und tolegr. Sendungen bis 2 Stunden vor Beginn des ersten Rennens. für persönlich erteilte Aufträge bis 1 Stunde vor dem programmmässigen Beginn eines jeden Rennens. Vorwetten, die direkt nach dem Rennplatz gesandt werden, können nicht berücksichtigt werden. Neuss, Crefelderstrasse 60. wösste Auswahl.— Billigste Preise. — Telephon Nr. 317.— Amtlicher Teil. Zugpferden. die nachbezeichneten öffentlichen Märkte abgehalten werden: Am 28. April, 8 Uhr vormittags Bitburg, RegierungsBezirk Trier; Am 29. April, 8 Uhr vormittags Geilenkirchen, RegierungsBezirk Aachen; Am 30. April, 8 Uhr vormittags Fischeln, Kreis ErDie Pferde sollen im Alter von 4 bis 5 Jahren stehen, im allgemeinen 1,59 bis 1,68 m Stockmaß haben und dürfen sich nicht in dürftigem Zustande befinden, sie müssen geeignet sein, schwere Lasten zu ziehen, trotzdem aber auf gebahnten Wegen im Zuge längere Strecken traben können. 2. Die angekauften Pferde werden sofort abgenommen und gegen Quittung bar bezahlt. 3. Pferde mit Mängeln, die gesetzlich den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, desgleichen Pferde, die sich während der ersten 28 Tage nach dem Tage der Einlieferung in das Depot u. s. w. als Klophengste erweisen und tragende Stuten. Die gesetzmäßige Gewährsfrist wird für periodische Augenentzündung(innere Augenentzündung, Mondblindheit) auf 28 Tage nach dem Tage der Einlieferung in das Depot u. s. w. verlängert, für Koppen(Krippensetzen) auf 10 Tage vom genannten Zeitpunkte ab verkürzt. 4. Verkäufer, die Pferde vorführen, die ihnen nicht eigen tümlich gehören, müssen sich gehörig ausweisen können. 5. Der Verkäufer ist verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue, starke, rindlederne Trense mit glattem, starkem Gebiß(keine Knebeltrense) und eine neue Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens 2 Meter langen Stricken unentgeltlich mitzubringen. 6. Zur Feststellung der Abstammung der Pferde sind die Deck= und Füllenscheine mitzugeben. Auch werden die Verkäufer ersucht, die Schweife der Pferde nicht übermäßig zu beschneiden und die Schwanzrübe nicht zu verkürzen. 7. Vorstehende Ankaufsbedingungen gelten auch für nicht öffentliche Märkte. Berlin, den 18 Februar 1910. Kriegsministerium. Remonte=Inspektion. gez.: von Damnitz. Junge, sowie ordentliche Arbeiter suchen 12692 Gebr. Derendorf. Neußerwiese bei Neuß. Wohn- und Schlafzimmer, sauber und behaglich, mögl. mit Balkon und freier Aussicht ges. Sonnenseite Bedingung. Preis=Off. u. C 98 a. d. Exped. Gemeinsame sür die Gemeinden heerdt und Büderich. Sonntag den 24. April Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes, 2. Abnahme der Jahresrechnung pro 1909, 3. Verschiedenes, oozu die Herren Vertreter Der Vorstand. Düsseldorf=Obercassel, den Tüchtige, zuverlässige Trägerin für Büttgerstraße und angrenzende Straßen gesucht. Neußer Zeitung. Möblierte Zimmer mit Frühstück oder auch voller Pension zu vermieten.[2627 Wo, sagt die Exped. Schön möbliertes Salon- und Schlafzimmer sowie einzelnes möbliertes Zimmer zu vermieten.[2685 Breitestraße 97, I. Elage. M.-G.-V.„Novesia“. Morgen Abend 9 Uhr: Probe für Düsseldorf. Aller Erscheinen dringend erforderlich. Der Dirigent 8 ( Betriebs-Eröffnung. Mit dem heutigen Tage eröffne ich für und Umgegend eine elektrische Mahlmühle mit Kraftsutter= und ...... Düngemittel=Handlung. 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