Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Preis vierteljährlich einschl. der tägl. Beilage„Bunte Blätter in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bez. 1,65 Mk., mit illustr. Unterhaltungsblatt 1,80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Nr 28. 1. Blatt. Amtliches Kreisblatt Druck und Verlag: Rob. Noak, Neut. Dolitische Nacbrichten. Deutsebland. Die preußische Wahlrechtsreform. Die preußische Wahlrechtsreform hält das Klassensystem bei, ebenso die öffentliche Abstimmung. Die Reform sieht ferner vor direkte Wahl. Durchzählung der abteilungsweise abgegebenen Stimmen, sowie Stimmzählung für den ganzen Wahlbezirk, Erweiterung der Wählerziffern in den oberen Abteilungen, durch Nichtanrechnung des 5000 Mark übersteigenden Steuerbetrages, Berücksichtigung von Bildung, Beruf, Erfahrung und öffentliche Tätigreit bei der Abteilungsbildung. *„* Was die neuen Merkmale für das Aufsteigen in eine höhere Abteilung anbelangt, so sollen eine abgeschlossene Hochschulbildung, die Mitgliedschaft zum Reichs= und Landtag, die ehrenamtliche Tätigkeit in Selbstverwaltungsbehörden und Verwaltungskörperschaften der höheren Kommunalverbände, sowie der Offiziersdienst im Heere und in der Marine zum Aufsteigen aus der 2. oder 3. Abteilung in die nächsthöhere berechtigen. Die ehrenamtlich in den Verwaltungskörpern der engeren Kommunalverbände tätigen Wähler sollen aus der dritten in die zweite Abteilung aufrücken. Es fallen hierunter die unbesoldeten Bürgermeister, die Beigeordneten, die Mitglieder der Magistrate kreisangehöriger Städte, die ehrenamtlich tätigen rheinischen Bürgermeister, die westfälischen Amtmänner und die Amtsvorsteher in den übrigen Provinzen. Der Anspruch auf erhöhtes Stimmgewicht soll dauernd durch wenigstens zehnjährige Tätigkeit in den bezeichneten Ehrenämtern erworben werden. Endlich sollen der zweiten Abteilung diejenigen Wähler der dritter zugewiesen werden, welche mit einem Einkommen von mehr als 1800 Mark zur Staatseinkommensteuer veranlagt sind und entweder seit 15 Jahren sich im Besitze der Befähigung für den einjährig= freiwilligen Militärdienst befinden oder seit Samstag, 5 Februar(Agatha.) wenigstens fünf Jahren ununterbrochen die Berechtigung zur Anstellung im Zivildienst auf Grund eines wenigstens 12jährigen militärischen oder ihm gleichgestellten Dienstes oder die Berechtigung zur Anstellung im Forstdienste besitzen. Beide Gruppen sollen den Anspruch aber erst besitzen, wenn sie eine Reihe von Lebenserfahrungen und ein die Einsicht in öffentliche Angelegenheiten gewährendes Lebensalter erreicht haben und auch nach ihrer äußeren Lebenslage zu den Angehörigen des Mittelstandes gerechnet werden können. Die Feststellung des Wahlergebnisses soll sich folgendermaßen vollziehen: Für jede Abteilung gesondert, wird die Zahl der im ganzen Landtagswahlbezirk abgegebenen endgültigen Stimmen zusammengerechnet und der Anteil jedes Kandidaten an den abgegebenen gültigen Stimmen abteilungsweise nach Hundertteilen der Stimmen festgestellt. Die so gewonnenen Hundertteilzahlen aller Stimmen jeder Abteilung werden für jeden Kandidaten zusammengezählt. Ihre Summe wird durch drei geteilt. Gewählt ist, wessen durchschnittlicher Stimmenanteil hiernach mehr als 50 vom Hundert beträgt. Von Nah und fern. * Düsseldorf, 4. Febr. Die im Januar 1909 in Liquidation getretene Düsseldorfer Spargeselschaft m. b. H. zahlt ab 10. Februar weitere 15 Prozent an ihre Gläubiger. Damit wären 40 Prozent der Forderungen beglichen. Wie der Gläubiger=Ausschuß in der Gläubiger=Versammlung miteilte, nimmt die Liquidation einen günstigen Verlauf; bis jetzt sind aus verkauften Hypotheken und Grundstücken i 450000 an die Sparer und Depositengläubiger zurückgezahlt und die Bankschuld von + 450000 getilgt worden. Bei den Hypotheken beträgt der Ausfall 7½ Prozent statt der eingesetzten 32 Prozent. Der Ausschuß hofft, weitere 20 bis 30 Prozent im Laufe des Jahres an die Gläubiger zu zahlen und die Liquidation im nächsten Jahre ohne jeden Ausfall für die Sparer und Depositengläubiger zu benden. Die Gläubiger beschlossen, die Sparer mit Einlagen bis zu K 100 schon jetzt ganz abzufinden. * Düsseldorf. 3. Febr. Mit den Arbeiten zum Abbruch der Nebengebäude des Schlosses Jägerhof und zum Bau Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene Pet### zeile oder deren Raum, auswärtige 2= Pfa. Reklamen 60 Pfg. die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Josef Wyrich, Neuß. Expedition: Neuß, Neustr. 1. Tel. 57, 1910. 85 Jahrz. der neuen Straßen durch das Gelände des Parks ist jetzt begonnen worden. Die drei historischen Spitzgiebel am Marstall werden an einer geeigneten Stelle untergebracht werden. Der Marstall selbst und die beiden Seitenflügel des Schlosses werden niedergelegt. Von dem neuen Baugelände sind bereits zehn Baustellen verkauft worden. Die hohen Preise lassen darauf schließen, daß die Stadt aus der Aufteilung des Parks zu Bauzwecken nach dem Abzug des Kaufpreises und der Kosten für die Erneuerung des Schlößchens einen nicht kleinen Gewinn erzielen wird. Welchen Zwecken das Schlößchen einmal dienen soll, zu einer Dienstwohnung für den Oberbürgermeister, für die Unterbringung der Landes= und Stadtbibliothek oder für Zweige der städtischen Verwaltung, ist noch eine Frage der un„zi, 3. Tepr. Dem Kölner Rosenmontagszug 1910 ist die Idee des Präsidenten der Großen Karnevalsgesellschaft, Gerhard Becker: Aus aller Herren Ländern zugrunde gelegt. Der Zug besteht aus zahlreichen Fußtruppen und 17 Wagen. Entwurf und Zeichnung stammen von Henry Recker(Köln). Die Funkenartillerie eröffnet mit ihrem Troß den Zug; sie besetzt auch den ersten Wagen: Der Freiheit eine Gasse! Der zweite Wagen führt Colonias neueste Kinder(Kalk und Vingst) durch die Straßen der Altstadt. Ein kapitaler Pfingstochse steht breitspurig an der Spitze des Wagens, dessen Fond ein mächtiger Kalkofen schmückt, umtanzt von Dorfbewohnern. Zigeuner und Milchkarren deuten die geographische Lage an. Die Entdeckung des Nordpols(Große Allu.„K.=G.) persifliert den Streit Cook=Peary. Die Jahrhundertwende stellt die Einverleibung Hollanos, durch die Rheinlande dar; nicht die Annexion des Landes der Mynherren, sondern ihrer Produkte: Genever, Käse, Stockfische und Bückinge. Ein japanisches Blütenfest in seltener Pracht mit echt kölschen Japanesern veranstaltet die Gesellschaft Eintricht. Eine Er innerung an die Flugwoche bringt Sr. Tollität Reichsflotte mit der Flugmaschine, welche die gebräuchlichsten Kraftworte: Stärnekrank, Zackermei, Donnerknespe! Donnerletsch, Zappermoot in die Luft. schleudert. Einen Faschingsb runnen ließ die Große Kölner Karnevalsgesellschaft, in monumentaler Pracht erstehen, Prinz Karneval zügelt den Pegasus, werden von den hochschießenden Wassern herumgewirbelt in werte Sonder-Angiebote Ein grosser Posten Ein grosser Posten Flanell-Blusen Popeline-Blusen in modernen Farben und Streifen durchweg hochmodern, mit Tüllpassen und SpachtelGarnituren, ganz gefüttert, durchweg m. pro Stück. □ O A k. pro Stück. hochmoderne Stücke, in allen neuzeitigen Farben, aus Taffet und Messaline, mit Spitzen, Handarbeits-Passen, hochelegant PostenI Posten II Posten III Posten IV 50 □75 M. A aus Tuch, Moirée und Lüster, bestens verarbeitet, in allen modernen Farben Posten I Posten II Posten III Posten IV Posten V 150 ∆ 50 P75—75 ∆.50 A M. M. M. A : A u s r a n g i e r t s i n d m e h r e r e H u n d e r t: Susslkahme oen Serie I 50 M. Serie III 90 M. Serie IV A Serie VI 50 A. Benutzen Sie diese sich Ihnen bietende aussergewöhnliche Kaufgelegenheit. Gründung Neuss Markt tollem Tanz. Diamantenfunde in Südwestafrika hat die Karnevalsgesellschaft Greesberger gemacht, und führt diese, eskomptiert von Negern, auf einem mit einem Giraffenpaar bespannten Wagen vor. Einer stolzen Reitergruppe folgt der Prachtwagen der Kölner Narrenzunft: Rheinzauber. Die Fidelen Neustädter erinnern an den verflossenen Bierkrieg, in dem der Wirt allein Las im Hause, die Zappjungen die einzigen Gäste waren und der Feldwebel auf dem Glase Kölsch=Wies thronte. In gewohnter Pracht haben die Dienstags=Gesellschaften den Wagen Köl. Jungfrau erstehen lassen. Eine schwierige Aufgabe stellte sich die Funkeninfanterie in der Räumung des Ildis Volastes: Der Zeitungssprechsaal und die„Eingesandts“ spielen bekanntlich bei Stadtratswahlen eine große Rolle, weswegen die Kaxnepalistischlüdwestlicher Sprechsaal in drastischen Farben ein Bild des Kampfes um die Mandate im Hansasaal zeichnet„Schwarze, blaue und rote Gestalten sieht man in Kampfstellung. Eine Rundfahrt durch Köln auf dem bekannten Fremdenwagen das Zeichen der Kölner Weltstadtherrlichkeit unternimm. Gesellschaft Aehnze Kähls, ein international zusammengewürfeltes Völkchen. In dem Kölner Faschingsblumenspiele stellt die Große Karnevalsgesellschaft einen Prachtwagen. Ihm folgt, begleitet von der stattlichen Leibgarde. der #eld des Tages. Prinz Karneval. Ein Kapitel aus dem Verkehrselend: Linie Nippes—Flora, beschließt den Zug. M.=Gladbach, 3. Febr. Die Stadtverordneten lehnten heute in ihrer Mehrheit den Antrag der Verwaltung auf Bewilligung eines Zuschusses von 500 A für einen Rosenmontagszug ab; sie genehmigten die Abhaltung eines Pferdemarrres an sechs Tagen im Jahre. „. Esen. 4. Fevr, Nach der Essener Volkszeitung hat sich in Rotthausen ein schwerer Automobilunfall ereignet der Nähe der Zeche Bonifazius verlor der Chauffeur die Gewalt über sein Automobil, das infolgedessen in rasender Geschwindigkeit gegen die Mauer der Bahnüberführung sauste Der Chauffeur erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Ein Insasse des Automobils, der sich durch einen Sprung aus dem Fahrzeug rettete, kam mit leichten Verletzungen davon. Gerichtssaal. .* Rüsseldorf, 4. Febr. Aus der Strafkammersitzung sei erwähnt: Am 27. September v. J. war in Neuß auf offener Straße einem in angetrunkenem Zustande befindlichen Anstreichergesellen die Uhr und das Portemonaie mit Inhalt n worden. Einer der Beteiligten, der Tagelöhner Rudolf Mo., ist inzwischen bereits verurteilt worden. ein zweiter, der Tagelöhner Andreas Gr. wurde flüchtig. Heute stand als dritter Beteiligter ein Tagelöhner vor Gericht, doch konnte ihm eine Mitschuld nicht nachgewiesen werden, so daß seine Freisprechung erfolgte. Dagegen traf den Fuhrmann Johann Di, als Hehler di. gestohlenen Uhr eine Gefängnisstrafe von 1 che. wegen den flüchtigen Gr. wurde Vorführungsbefehl erlassen. Tamtliche bisherige Verurteilten legten sich auf entschiedenes Leugnen. a Neußer Volksbade=Anstalt. Die Bade=Anstalt ist Fastnachts= Montag und Dienstag nachmittags geschlossen ". Die Städtische Lese= und Bücherhalle bleibt an den 3 Fastnachtstagen geschlossen. = Königl. Preußische Klassen=Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse muß bis Montag Abend 8 Uhr bei Verlust des Anrechtes erfolgt sein. Diejenigen Losinhaber, welche ihre Lose noch nicht erneuert haben, wollen dieses mit Rücksicht den Karnevalsmontag am besten noch heute besorgen um ihres Anrechtes nicht verlustig zu werden. . Die Marien=Apotheke, Drusus= und BreitestraßenEcke, ist am morgigen Sonntag den ganzen Tag geöffnet während alle übrigen Apotheken von mittags 2 Uhr ab geschlossen bleiben. )!( Die karnevalistische Veranstaltung des Bürgervereins, heute Abend, muß wegen der Reichhaltigkeit des Programms über das wir gestern schon berichteten, punktlich beginnen. Wir verweisen auf die Anzeige. O Karneval! Es hat noch immer seinen alten vertrauten Klang, das Wort, das uns die Italiener überlassen haben, und mit dem wir Rheinländer den Höhepunkt froher Laune, närrischen Treibens und harmlosen Unsinns verbinden!„Carne vale!“„Fleisch, lebe wohl!“ und deshalb genießen wir, jeder nach seiner Art und nach seinem Geschmack die Tage des Faschings vor dem großen Fasten. Harmloser Unsinn von dem oben gesprochen wurde, ist leider von gehaltlosen Plattheiten und unverschämtem Gebahren vielfach verdrängt worden, der wahre rheinische Humor sprießt nur noch in wenigen engern Kreisen, der Karneval wird zu viel mißverstanden und noch mehr mißbraucht! Unter Fröhlichen fröhlich sein bei gesundem Scherz, so, daß auch jeder und jede dabei sein kann, sollte das Ziel und Bestreben all derjenigen sein, die es an den Faschingstagen mit dem viel gepriesenen Humor gut meinen, und denen wird auch jeder gern einen fröhlichen Karneval wünschen! .(Weitere Lokalnachrichten im 3. Blatt.) " Vom Wetier. Höchte Temperatur am geitrigen Tage 3 Grad über Rull, niedrigste in vergangener Nacht 1 Grad unter Null, heute Morgen 2 Grad über Null.„Barometer 11 mm gestiegen. Wind westlich. Bürsten- und Pinselfabrik von Joseph Zimmermann, Michaelstr. 35, in eigener Werkstätte angefertigt. Bürsten für den Haushalt.—— Neuaniertigung und Reparaturen für sämtliche technische Bedarfsartikel. Dandels-Zeitung. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 5. Februar. eln 50 Kilo 1. Qu. 22 2." 21 1." 16 2.— 15 1.„ 15 2." 14 14 40 40 20 90 50 50 50 Kartoffe Heu 50 Kilo Lu Weizen 100 Ko. Roggen 100 Ko. Hafer 100 Kilo Eerste 100 Kilo Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert. Nächster Markt am Mittwoch, den 9. Februar. 2.70—3.00 „„ 4.50—5,00 uzernerheu 50 Kilo 5,50—6,00 Krummstroh 500 Kilo„ 22— Breitdruschstroh 508 Kilo„ 24— Butter Kilo„ 2,60 Eier 108 Stück„ 11— Preisnotierungen der Neußer Müller. Neu, 5 Februar. Räböl 100 Kilo in Partien von 100 Ztr, sohne Jaß) Rüböl 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Vereinigtes Rüdöl 3# mehr Rübkuchen 1000 Kilo große waggonweise „„ kleine„„ 50 Kilo Rüböl und Kuchen unverändert. * 58 60 106 110 6 50 50 20 Kunst und Wissenschaft. ..!) Vom Düsseldorfer Schauspielhaus wird uns geschrieben An den Fastnachtstagen, Montag, den 7. und Dienstag, den 8. Februar, veranstaltet das Schauspielhaus zwei bunte Abende deren Programm sich aus Humoristischen Solovordem Mondscheinidyll„Herbstzauber“ von Rudolf Presber kind Iosiammasent. Tite.4 Wien“ vereinigt Lokale Nacbrichten. &am Teit Mzinie...— Neuß, 5 F hr. .... Josef Vroix ist gestern Morgen im Alter von 73 Jahren genorden. Herr Broix war der Gründer der Feuerversicherungsgesellschaft„Rheinland“, die er zu hoher Blüte brachte und des„Volkswirtschaftlichen Vereins für Rheinland“. Seine große Schaffensfreudigkeit und Tatkraft machten ihn zu einem en Manner, die unsre Stadt in seiner Zeit aufzunesitischam Sag#ei Titiskeit auf politischem und kummunalpolitischem Gebiet hat oft nicht den Beifall vieler seiner Mitbürger gefunden; die Zentrumspartei, deren hiesiges Organ er Liestan Fa ählte### ihr entschiedensten und kampfesfreudigsten Veteranen, dessen persönlicher Einfluß auch nicht zu verkennen und nicht zu unterschätzen war, nachdem er sich in der Oeffentlichreit nicht mehr zeigte. Vielleicht wars der Umstand daß er früher si ne Person zu sehr für seine Sache ins Feld einets Hintgosag enesu sehr im Bewußtsein seiner Macht und seines Einflusses aufging, der ihm manchen scharfen und hartnäckigen Geg e#—#„ Aber der ehrliche Gegner wird doch die dieses Mannes anerkennen soler ebese wie der Abeigische Sihdtebud gesen die 3“. nahme der Wanderlagerbetriebe und die dadurch bedingte Schädigung der ansässigen Gewerbetreibenden Stellung —„ k e h m e n u n d s i c h d e n a u f e i n e A b ä n d e r u n g d e r g e s e t z l i c h e n Bestimmungen bezienenden Vorschlägen der Handwerkskammer Düsseldorf anzuschließen. Bei der Wahl des geschäftsführenden Vorstandes des Rheinischen Gemeindetages für 910 und 1911 wurde zum Vorsitzenden und Schriftwart Bürgermeister Schmidt=Altenkirchen und zum Kassenwart Bürgermeister Dahmen=Baesweiler gewählt. Aus dem Kreise. ).( G r i m l i n g h a u s e n, 4. F e b r. A m M i t t w o c h w u r d e h i e r i n einem Hause von drei Landstreichern ein Einbruchsdieostahl verübt. Ein Ring, ein Paar Schuhe und ein Geldbetrag fielen den Dieben in die Hände. Dem Polizeibeamten gelang es die Diebe in Worringen in einer Herberge zu verhaften —“ Uedesheim, 5. Febr. Auf dem Altwahlscheidter Hof wurde die Maul= und Klauenseuche festgestellt. Wir verweisen auf die Bekanntmachung in diesem Blatt. Letzte Nacbrichten und Telegramme Aufstand im Somaliland. London, 4. Febr. Dem Reuterschen Bureau werden aus Aden ernste Unruhen im Somalilande gemeldet. Eine große Anzahl britischer Staatsangehöriger sei von den Eingeborenen getotet, viele tausend Kamele seien geraubt worden. Kreta. Konstantinopel, 4. Febr. Hiesigen Blättern zufolge nahm der Ministerrat von den beruhigenden Antworten auf die letzten Schritte der Pforte in der Kretafrage Kenntnis, wonach die Schutzmächte entschlossen sind, Kreta wieder zu besetzen, falls die Kreter Deputierte nach Athen entsenden. Der Ministerrat beschloß ferner, die Demission des Admirals Gamble, des englischen Reformers der türkischen Marine, anzunehmen und einen anderen englischen Marineoffizier zu berufen. Berlin, 6. Febr. Die Bestimmungen über das Tragen der dunkelblauen und der feldgrauen Uniform sind nun ergangen: Es ist angeordnet worden, daß nach Fertigung einer Friedensgarnitur der neuen feldgrauen bezw. graugrunen Uniform die Uniformen wie folgt zu tragen sind: die blaue Uniform ist zu tragen als Paradeanzug, beim Garnison wachtdienst, beim Kirchgang und beim Ordonanzdienst und ferner als Ausgeh= und Gesellschaftsanzug; die feldgraue Uniform ist zu tragen: im Felde und bei allen Gefechtsübungen. Im uorigen haben die Vorgesetzten für alle andern Gelegenheiten zu bestimmen, welche Uniform zu tragen ist. Rom, 4. Febr. In Mugello bei Florenz geng ein Regenkleiner gluhender Meteoroliten nieder. Die Weinberge in weitem Umkreise wurden zerstört. h. Lissabon, 5. Febr. Auf einer Linie der andalusischen Bahn ist ein Tunneleingestürzt. 17 Arbeiter, die darin mit Reparaturen beschäftigt waren, sind verschüttet. h. New=York, 5. Febr. Dreiviertel des Medikamentenvorrats für die Armee sind gestern durch ein Feuer, welches das siebenstöckige Lagergebäude ergriff, vernichtet worden. Die Keller des Gebäudes, in denen Benzin und andre brennbare Stoffe lagern, mußten unter Wesser gesetzt werden Der Schaden beträgt über eine Million Dollar. Köln, 4. Febr. Rüböl in Posten von 5000 Kg. 61,60 B., Mai Luzernerheu 11,00—12 00, Wiesenheu 9,30—10.00, Richtstroh(Flegeldrusch 5,30 5.60, Krumm= und Preßstroh 4 80—5,30 die 100 Kil. Köln, 4 Febr Nechnittags=Gerreide= und Mehlvörse Weizen, hiesiger 21,65- 2250, freinder 24,00—24,75, Roggen, hiefiger 16,0)—16,50, fremder 19 50 20,50, Hafer, hiesiger 15,50—16,50, fremder 17,50-18 50, Gerste, Futtergerste 13,40—14,00, Brenngerste 00,00—00,00, Braugerste hiesige 00,00—00 00, fremde 00,00—00,00. Mais, grober 16 10—16,40 Mittelmais 16,10—16,35, Cinquantino 17,60—18,(0, Weizen: mehl 000 30 75—00,00, Roggenmehl 0(mit Sack) 24 50—25 25 Kleie (mit Sack) 10 50—12 25, Grand(mit Sack) 10,25—11,00, Bollmehl(mit Sack) 12(0—13.00, Palmkuchen mit Sack 13.40—13.60. Leinmehl wit Sack 18,25—18 75 Baumwollsaatmehl mit Sack 17.40, Biertreber m. S. 13 30—1360 Trockenschnitzel m. S. 12,25—1250, Zuckerschnitzel m. S. 13.50-1400 M für je 100 Kg. Berlin, 4 Fehr Fruchtmarkt Weizen Mai 225.50(225 25). Juli 223.0(225 75), Sept 211,75(21250. Roggen Mai 173.25(173.75) Juli 176 75(177,25), Sept. 000.(0 1000(0. Hafer Mai 164,60 000.00) Juli 16600 0000.. Mais Mai 000,00(000,00, Juli C00.00(000.00) Seizenmedl 27.50 30,50. Roggenmeh 20 20 22,10. Rüböl Febr. 00,00 0001, B ai 54.50(54 60, Okt. 52 70(52 911) 4. Fer Eigen stetig, Mecklend. und Ostk olsteiner Febr.= März 23200, Roggen ruhig. Recklend. u. Altm. 160 168 ruf. 10/15 Pfd. Febr.=März 137 63. Gerste ruhig südruss. ei Febr. 11200 Hafer stetig. Holsteiner u. Mecklenb. 162 175. M: matt amerik. mired Fedr.=März 121,00, Lo Plato cis Avril Mai 118.00 „.##ö ruhig 58.0—us fest, Febr. 2175 G., Febr.=März 21,75 G. Perroleum(amerik.) spez. Gewicht 6.800 flau, 630. Salveter fest, 8,57½. März 8,67½. Febr.=März 5 90 Amtliche Wechselzinssätze der Notenbauken vom 4 Februar. Amsterdam 3 Belgische Plätze 3 1/8. Deutsche Plätze 4 1/8. Kopenda## 5 Lissabon 6. London 3½. Jialien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Peiersburg 418. Schweiz. Plätze 3½/8. Wien 4. Frühjahrs dünger notieren: Ammoniak Superphosphat 9X9 Mk. 14,50; 7X9 Mk. 12.40; 6X12 Mk. 12.—; 5X10 Mk. 10.50; pro 100 kg franko rheinischen Stationen; Superphosphat pro Kilo % wasserlöslich. Phosphorsäure Mk 0,32, also 16% Mk. 5,12 kg franko. In vollen Waggonladungen notiert heute Chilisalpeter Mk. 17,30 bis 17,50; Kalidüngesalz lose 40% Mk. 7,10; Kainit lose 12,4% Mk. 2,20 alles pro 100 kg franko rheinischen Stationen. Man verlange Spezialofferten. Warenvertrieb Rheinischer Landwirte G. m. b. H. in Cöln. Aug. Denecke jr., Telephon 247. Breitestrasse 65. Telephon 247. Komplette elektrische Licht- und Kraftanlagen jeder Grösse und jeden Umfangs. Dynamos, Motoren, Telephon, Blitzableiter. Lager in Stark- und Schwachstrom-Artikel. Schiffs=Nachrichten. Hasenverkehr im Rhein=Erft=Hafen zu Neuß. Angekommen am 1. Februar 1910. Schleppkahn„Josephina“ Schiffer De Weirt mit Leinkuchen von Gand „„Hendrika Jacoba“ Schiffer A. Schot mit Rapssaat & Oelkuchen von Antweipen. „„Maria“ Schiffer Carumermann mit Kuchen von Antwerpen. uch beim Nachfüllen verlange man ausdrücklich echte MAGGl-Würze mit dem Kreuz stern Man hüte sich vor Nachahmungen! und achte darauf, dass die Würze aus der grossen Original-MAGel-Flasche #ets.“„Tchi„denn in diesen Flaschen dart gesetzlich nichts anderes als echte MAGel-Wurze feilgehalten werden. Civilstand der Stadt Neuß. Bei Anmeldungen aus dem Standesemte sind Familien= onstige Personalpupiere vorzulegen, die er“ eheangeigg gleichzeitlig bei Erstatung Anträge auf Erlaß des Aufgebots weiden an jedem Werktage während der Dieusttunden von 9—12 Uhr vormitlags und von 3—5 Uhr nachm entgegen genommen Geburten. Am 24 Jan.: Joseph Heinrich, Sohn des Anstreicher Boutengeweg Saarn ien.“. Jossph Hermann, S Jaufmaxnes Peter Rosselnbroich.— Am 27.: Katharina Anna, Tochter des Zeitungsträgers Theocor Spoor— Jakob Hubert, S des Fabrikarbeiters Wilhelm Krings.— Wilhelm Heinrich, 9. d.s Schneiders H inrich Schöpkens #.##m 28: JJirvalle. T des Bahnarveiters Ludwig Plerkers.— Am 29.: Franz Hubert und Karl Hubert, Ziw lingskinder des Schlossees Adam Weinforth— Johann, S. des Anstreichermeisters Peter Michels.— pugo Willi, S. des Veimessungst chnikers Hugo Hindrichs.— Am 30.: „MAGGIs gute, sparsame Küche Jo#hh. S des Fabeikarbeiters Johann Sonnen.— Anton Quirinus, S. des Schachtmeisters Heirrich Brockers.— Mathias Hubert Johann, S. des Fuhrmarnes Johann Clemens.— Winand, S. des Metzgers Johann Kremer.— Am 31.: Reiner Michael Hubeit, S des Schlossers Reiner Aretz— Tillmann Franz, S des Marchinenschlossers Franz Esser— Johannes Peter Joseph, S. des Uhrmachers Heinrich Badort.— Am 2. Februar: Joseph Hubezt. S de Maurees Johann Sieger.— Maria Christine Franzieka, T. des Geschäftsreisenden Karl Zabel. #.." 3: Johenn Hubert, S. des Fabrikarbeiters Wilhelm Wilms. Sterbefälle. Am 27. Jan.: Jokob Johann Schmitz, 10 Wochen alt. #n 28. Witwe Maraarete Schnitzler, geb. Bongaitz, 81 Jahre alt— Am 29: Ehefrau Adelheid Eifert, elt.— zeranz Bernhard Gopineki, 1 Jahr 8 Monate alt.— Am 30: Johann Michels, 8 Stunden alt— Katharina Crefeld, 8 Monate alt.— Elisabeth Mausberg, Fab ikarbeiterin, 21 Jahre alt.— Am 31.: Ottilie Winzen, 2½/8 Monat alt— Am 2. Februar: Jakob Strerath, Metzger, 28 Jahre alt.— Am 3.: Helene Weidennraß, 10 Jahre alt.— Heinrich Ritterbach, Rentner 81 Jahre alt.— Ehesrau Sibylla Christine Kaiser, 70½ Witwe Maria Margarete Aymanns, Rentnerin, 70 Jahre alt. * Heiraten. Am 28„a.,:, Gottfried Iserloh Fabrikarbeiter, und Adelheid Busch, beide zu Neuß.— Ferdinand Bliersbach, Fabrikarbeiter, und Katharina Schütz, beide zu Neuß.— Theodor Haardt Gärtner, und Agnes Tapp,rtzhosen, beide zu Neuß.— Heinrich Homm=lshein, Tagelöhner, zu Weißenberg, und Wilhelmine Cohnen, zu Neuß— Am 31.: Johann Siegers, Kaufmann, und Katharina Engels, beide zu Neuß— Peter Vetter, Expedient, und Margarete Prerger, oezgs zu vrun.— Adolf Güttler, Architekt, und Stefanie Thelen, beide zu Neuß.— Am 3. Februar: Kaufmann, und Elsbeth Schramm, beide z. öln=R###„Heinrich Göbbels, Tagelöhner, und Sophia Lammertz, beide zu Neun— Hermann Ludwig, Tagelöhner, und Katharina Becker, beide zu Neuß.— Föller zu. Raas, Alempner,„zu Holzheim, und Otilie Bekanntmachung. Nachdem auf dem Gehöft des Gutpächters auf Altwahlscheidter Bor, Gemeinde Uedesheim, der Ausbruch der Maul= und festgestellt worden ist, ist über dieses gemäß§ 59 des Reichsgesetzes betreffend die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 25. Juni 1890 und 1. Mai 1894 die Sperer verhängt worden. Neuß, den 4. Febr. 1910. Der König'iche Landrat: Dr. von Brandt. Rath. Gottesdienst=Ordnung für Neuß. Sonntag, den 6. Februar 1910. In der Münsterkirche. Moraens 1.6 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— ½7 Uhr: hl. Messe und gemeinschafl. hl. Communion der schulpflichtigen Communion=Mädchen.— ½8 Uhr: Gymnasialmesse mit Predigt.— ½9 Uhr: Schulmesse. — 9½ Uhr: Hochamt.— 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— Nachmittags ½3 Uhr: Katechese mit Communion=Andacht.— 5 Uhr: Andacht der Rosenkranz=Bruderschaft mit sakramentalischem Umzug. In der St. Marienkirche. Morgens 6 Uhr: hl. Messe.— 7 Uhr: hl. Messe mit monatlicherhl Communion der schulpflichtigen Mädchen. 8 Uhr: Schulmesse mit Predigt.— 9½ Uhr: Hochamt.— 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— Nachmittags 3 Uhr: Katechese mit Communion=Andacht.— 4 Uhr: Conferenz für die Jungfrauen=Kongregation.— 5 Uhr: Kreuzweg=Andacht für die Verstorbenen mit Predigt und Segen In der St. Sebastianuskirche. Morgens 8 Uhr: hl. Messe mit Predigt.— 9 Uhr: hl. Messe mit Predigt für die Oberrealschüler.— Nachmittags 5 Uhr: Andacht. In der Hospitalkirche. Sonntag, Montag und Dienstag: Dierzigstündiges Gebet mit vollk. Ablatz. Sonntag, morgens 6 Uhr: Aussitzung des Allerheiligsten Sakramentes= und hl. Messe.— 8 Uhr: Feierliches Hochamt.— Nachmittags 6 Uhr: Complet. Montag und Dienstag, morgens 6 Uhr: Aussetzung des hochw. Gutes und hl. Messe.— 8 Uhr: Feierliches Hochamt. Montag, nachmittags 6 Uhr: Complet.— Dienstag, 6 Uhr: Komnplet und Te Deum. An allen drei Tagen. Morgens 9—10 Uhr: Betstunde für die Mitglieder der Ehrenwache vom hl. Herzen Jesu.— 11—12 Uhr: Betstunde der Kongregation Maria=Verkündigung:— Nachmittags, 2 Uhr: Betstunde für die Männer Sodalität. — Jeden Freitag, abends 5 Uhr: Andacht für die Verstorbenen. In der Alexianer=Klosterkirche. Morgens, 5 Uhr: hl. Messe.— 8 Uhr hl. Messe mit Predigt.— Nachmittags 5 Uhr: Herz=Jesu=Andacht. An den Wochentagen beginnt die hl. Messe um 7½ Uhr. Donnerstag, morgens 7½ Uhr: Segensmesse. Im Lause der Woche. In der Münsterkirche. Montag und Dienstag, nachmittags 5 Uhr: SühneAndacht. Mittwoch, morgens 820 Uhr: Feierliches Hochamt mit Segnung der Asche. Nach allen hl. Messen wird das Aschekreuz erteilt. Donnerstags, morgens 8,20 Uhr: Segens=Hochamt. Nachm. 5 Uhr: Segens=Ardacht. Freitag, morgens 8 Uhr: Segensmesse mit Fastenpredigt. Samstag, nachmittags 5 Uhr: Salve=Andacht mit Segen In der St. Marienkirche. An den Wochentagen morgens 6½ Uhr, 7¾ Uhr, 8¼ Uhr und 9 Uhr hl. Messen Montag und Dienstag, nachmittags 3 Uhr: Sühne Andacht zum hl Herzen Jesu Ascher=Mittwoch,(Beginn der hl. Fastenzeit) Nach den dl. Messen Erteilung des Aschekreuzchens. Mittwoch, Vierter St. Josefs=Mittwoch. Morgens 7¾ Uhr: hl Messe.— Nachmittags 6 Uhr: Andacht zum hl Josef. Donnerstag, nachm. 6 Uhr: Sakraments=Andacht. Freitag, abends 7½ Uhr: Kreuzweg=Andacht mit Fastenpredigt. Samstag, nachm. 6 Uhr: Salve= Andacht.“ In der St. Sebastiannskirche. Mittwoch, 9. Februar: Vierter St. Josefs=Mittwoch. Morgens 8 Uhr: hl. Messe mit Segen.— Nachmittags 5 Uhr: St. Josefs=Andacht. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Gatten, unsern guten Bruder, Schwager, Onkel u. Grossonkel, den wohlachtbaren Herrn Josef Broix Kaufmann zu Neuss heute Morgen 6¼ Uhr, im Alter von nahezu 73 Jahren, nach langem schwerem, mit christlicher Geduld ertragenem Leiden, oft gestärkt durch den andächtigen Empfang der heiligen Sterbesakramente der hl. römisch-katholischen Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Die teure Seele empfehlen dem Gebete der Gläubigen Die trauernden Hinterbliebenen. Neuss, Düsseldorf, den 4. Febr. 1910. Die feierlichen Exequien werden Montag, den 7. Februar, morgens ¼10 Uhr, in der Mansterkirche gehalten, die Beerdigung findet gleich darauf vom Sterbehause, Mansterstr. 9, aus statt. Von Kranzspenden wird gebeten, im Sinne des Verstorbenen, absehen zu wollen Das Sechswochenamt für die verstorbene Frau Elisabeth Fausten findet Dienstag Morgen 9 Uhr in der Münsterkirche statt, wozu freundl einladet Die Familie. Das Jahrgedächtnis für die verstorbenen Eheleute Peter Blömer und deren Sohn Josef findet Montag, den 7. Febr., Bekanntmachung. Der Fluchtlinienplan für die Heerdterstraße(früher verlängerte Dyckhofstraße) liegt in der Zeit vom 8. d. Mts. bis einschließlich 7. k. Mts. auf dem Rathause(Stadtvermessungsamt) zu Jedermanns Einsicht offen. Einwendungen gegen den Plan sind innerhalb der vorgenannten Frist bei dem Interzeichneten anzubringen. Später eingehende Einwendungen können keine Berücksichtigung finden. Neuß, den 4. Febr. 1910. Der Gemeindevorstand Gielen, Bürgermeister. Bekanntmachung. Die nachstehend verzeichneten im Laufe der Monate Dez. 1909 und Januar 1910 gefund. Gegenstände können von den sich gehörig ausweisenden Eigentümern gegen Erstattung des eventl. gefor freundlichst einladet Die Familie. Evangelische Gottesdienst=Ordnung. Evangelische Gemeinde. Sonntaa. den 6. Februar 1910. Christuskirche. Vormittags 9¾ Uhr: Gottesdienst. Pastor Meyer. Donnerstaa. den 10. Februar 1910 Alte Kirche. Abends 8 Uhr: Passionsgottesdienst. Freitag, den 11. Februar 1910. Abends, 8½ Uhr: Versammlung des evangelischen Volksvereins im Saale von Peppekus, Kapitelstraße 25. Die feierlichen Exequien für die Frau Ww. Chr. Aymanns Margeretha geb. Seitz werden nicht am Mittwoch, den 9. cr., sondern am.Dienstag, 8. d. M., in der St. Marienkirche morgens 9 Uhr gehalten. Sonntag, den 6. Februar, morgens 9½ Uhr: feierliches Seelenamt in der Münsterkirche für Heern Heinrich Stahlschmidt, wozu alle Vereinsmitglieder freundlichst einladet Die Ehreumitglieder des kath Gesellen=Vereins Boltor-Nachbarschaft. Montag Morgen 8.20 Uhr heil. Messe für die Verstorbenen. Dienstag Morgen“ 7 Uhr Agatha=Messe. Polizeibureau in Empfang genommen werden: 1. 3 Portemonnaies mit Inhalt 2 3 Kinderpelze 3.1 Herren=Paletot 4.1 paar Manschettenknöpfe 5.1 Herren=Regenschirm 6. 1 Damen=Hutfeder 7. 1 Dawen=Handtäschchen 8.1 Schere 9.1 schwarze Brosche 10.1 Damengürtel 12. 1 Herrenuhr 12. 1 Peitsche 13.1 Rosenkranz Neuß, den 3 Febr. 1910. Die Polizei=Verwaltung Der Bürgermeister. I. V.: Klein. 2 Zimmer in Anbau und 1 Speicher. zimmer per 1. März zu vermieten.„ 1743 Wo, sagt die Exped. 2 Zimmer an ruhige Leute zu vermieten. Näh. Rheinwallstr. 13. Canalstraße 61, Wohnung, 1. Etg, 4 Räume u. Mansarde b. 1. Apr. z verm. 3 Zimmerwohnung zu vermieten 1s182 Holzheimerweg 12. 3 Zimmerwohnung im Mittelpunkt der Stadt per 1. März zu mieten gesucht. Off. unter N42 bes. d. Exp. Zwei Herren suchen möbl Zimmer nebst einl. Schlafzimmer oder auch 2 möbl. Zimmer. Mit Pension bevorzugt. Off. m. Preis unter S 107 an die Exped.[768 (2 hübsch smöbl. Zimmer mit oder ohne Pension an einen bessern Herrn auf so fort zu vermieten.(760 Crefelderstraße 25 2 anständige Leute in Kost und Logis gesucht. Näh. Hammfeldweg 16. Lanker Futterrüben hat zu verkaufen Johann Leven, Kaaisterheide. Saatkartoffeln, Industrie garantiert freindländische sein sortirte Ware. Joh. Kluth, Kartosselhandlung, Hammthorstraße 6. Saatkartosseln. Lieferung Ende März. Auf. Apeil. 300 Ctr. 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Neuß, den 4 Februar 1910...(778 Stadtbauamt Ceppichkehrmaschinen u. Parkeitbohner HAk täal. Verdienst durch VIA eine neue Fabrikation i. Hause. Auskunft gr. u. fr. 9 W.Hildebrand, Cassel 1105. Junge gesucht. für leichte Arbeit Glockhammer 27. Arbeitsfrau für die drei Karnevalstage gesucht. Drusushof. Bäcker od. Beotveekäufer „* mit Pferd und Wagen zum liefere zu Fabrikpreisen. Reparaturen auch an bei mir Vertrieb von Schlüterbrot für nicht gekauften Maschinen werden billigst u. gut ausgeführt. Neuß und Umgegend gesucht. Cel. 383 Herm. Ohoven, Oberstr. 119.99=, Vilker=üle 190. 7794 Aeltestes u. größtes Bürstenwarengeschäft am Platze. Telephon 6779. Ladenlokal, Promenadenstr. 75/77, gegenüber der Hauptpost, cirka 280 □-Meter groß, mit drei Schaufenstern, eignet sich besonders für Kinomatograph oder für jedes andere größere Geschäft; ebendaselbst Werk stätten, Lagerräume und Stallung für 2—3 Pferde, sowie Wohnungen sofort zu vermieten.[324 Zu besichtigen durch A# Panzer, Michaelstraße 7. 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Restaurant Jean Busch. An den Fastnachtstagen, von 5 Uhr ab: Tanz. Spezial-Ausschank von Düsseldorfer Bürgerbräu — Hell und Münchener— per Glas 10 Pfg., Deckelglas 15 Pfg. Conkurrenz-Pilsener der Novesia-Brauerei Stange 15 Pfg, Grosses 20 Pfg. Nach den Bällen: Kaffee. Drusushof Restauration Pet. Kloh. An den Fastnachtstagen von 4 Uhr ab: Tanzvergnügen. ff helles Bier. Neußer Alt. Hiesiger Geschaftsmann sucht per sofort ein Darlehn von 3—4000 Mk. gegen dopp Sicherheit, 5% Zinsen und vierteljähr. Ratenrückzahlung Off u. Z 108 an die Exp Grot Gedöns. Sonntag Morgen 11,11 Minuten: Hehregelöps bei H. Paar, Friedrichstraße. Wer von Gicht u Rheumatismus eheilt werden will, wende ich vertrauensvoll an Hermaon Schwidt, Crefeld, Sternstraße 15 (Rückporto erbeten.) Abgeschl. 1. Etage, Salon, Küche, 4 Zimmer, Mädchenzimmer, Küche per 1. April zu vermieten.[746 Wo, sagt die Exped. d. Ztg. Abgeschl. 2 Etage, 5 Zimmer, zum 1. April zu vermieten. 1750 Näh. Nordkanalallee 18. 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Die diesjährige ordentliche General=Versammlung findet am 2. März 1910, nachmittags 4½ Uhr, im oberen Saale der Restauration von Witwe Ewald Langebeckmann hier, statt. Tages=Ordnung: Erledigung der im§ 32 der Statuten vorgesehenen Gegenstände. Die Herren Aktionäre, welche ihr Stimmrecht in der General Versammlung ausüben wollen, werden auf§ 29 der Statuten hiermit ausdrücklich aufmerksam gemacht. Nruß, den 4. Februar 1910. Der Vorstand: Alb. Roeuemann. Jul. Roeuemann. M.-G.-V.„Caecilia“ Dienstag, den 8. Februar 1910, abends 8 Uhr, im„Drusushof“(Restaur. Weyers) Grosser Maskenball mit Preisverteilung. Die aktiven und passiven Mitglieder haben mit einer Dame freien Zutritt. Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Der Vorstand. Eintrittskarten im Vorverkauf 0.50 Mk.(an der Kasse 0,75) sir d in folgenden Verkaufsstellen zu haben: Ww. J. Müller, Crefelderstr., G. Büschges, Clarissenstr., Restaurant„Zur Post“, Neustrasse, Ww. Gervers, Markt, J. Lorenz, Crefelderstrasse, Restaur.„Drusushof“ und im Vereinslokal„Zum Marienbildchen M.-G-V.„Novesia“. Bürger Verein. Heute Samstag. den 5. Spörkel, abends 8 Uhr 11 Minuten: Große karnevalistische — Sitzung!—. im Hotel Pelzer. Mitglieder haben für sich und ihre Damen gegen Vorzeigung der Mitgliedskarten Zutritt.— Tische und Stühle dürfen mit Garderobe nicht belegt werden.— Die Damen sind gebeten, närrischen Kopfschmuck anzulegen. Für Herren Mützenzwang. 716 Der Vorstand. Kaiserhof Düsseldorf, Kaiser Wilhelmstrasse 23. An allen Karnevalstagen Fastnachtssonntag im„Drusushof“ (Restaur. H. Weyers) nachmittags von 4 Uhr ab Tanzmusik, um 9 Uhr abends Grosser Maskenball Karnevals=Konzerte mit Preisverteilung an die schönstenl!—44.— : u n d o r i g i n e l l s t e n M a s k e n. Entree à Person Mk. 1.— Die aktiven und passiven Mitglieder haben für sich und einer Dame freien Zutritt, jede weitere Dame 50 Pfg. Entree. Fastnachtsmontag, morgens 11 Uhr 11 Minuten, karnevalistischer Frühschoppen im Vereinslokale, wozu freundlichst einladet Der Vorstand. Heute Abend keine Probe. Neusser Turnverein mit Tanz im Empire-Saal parterre und im Parkett-Saal I. Etage. Nur Wein. Bier im Empire-Saal von 1 Uhr nachts an. Karnevals-Sonntag,-Montag Entree 1 Mk.: -Dienstag frei. Ringang nur durch den Empire-Saal, Kaiser Wilhelmstrasse. Ausgang nur durch den Hotel-Eingang, Charlottenstr. Zwei Orchester. Keine Kontermarken. Drei Sekt-Buffets. Kalte Buffets part. und I Etage. Aschermittwoch: Grosses Fischessen. Grosses Konzert. Die Direktion. Restauration Franz Servaes Zollstraße. Am FastnachtsSonnlag und Moutag von 5 Uhr an Tapzvergnögen, wozu freundlichst einladet Der Obige. von 1848. Fastnachts-Sonntag abends 8 Uhr Hotel Berghaus: Grosses Maskenfest Tiroler Bauernhochzeit. Schubplattl-Reigen, Berner Fahnenschwingen, Gürtel- und Fingerl-Ringen u. 8. W. Mitglieder haben für sich und eine Dame gegen Vorzeigung der zugestellten Karten freien Eintritt, weitere Damenkarten können dieselben à 50 Pfg. nur Sonntag Morgen im Vereinshause erhalten. Eintrittspreis a Person Sonntag Entree für Nichtmitglieder im Vorverkauf M. 1.— und Dienstag 1.50 Mark, Montag a Pereon. 2.00 Mark einschl. Billetsteuer, wovon 80 Pfg. far Wein in Zahlung genommen werden. Städtische Tonhalle Düsseldorf. An den drei Karnevalstagen, abends 8 Uhr: Grosse WaskenBälle. Neusser Volksbadeanstalt. Fastnachts-Montag und -Dienstag nachmittags geschlossen. Der Vorstand. Vorverkaufsstellen: Hotel Berghaus, C W. Korten, W. Loschelder, F. Pielsticker, Vereinshaus, Oberstr. 29. Der Turnrat. Sonntag Morgen 11 Uhr im Vereinshause: Karnevalistischer Frühschoppen. Neußer Curnerschaft. Fastnachtssonntag. abends 8 Uhr, im Vereinslokal Rest. Peppekus: Geoßer wozu Mitglieder und deren Angehörige Zutritt haben. Der Turnrat. Karten sind im Vereinslokal von 12 Uhr ab zu haben. Empfehle mich in Kolonialwaren, Obst und Gemüse zu Marktpreisen. Theodor Haardt, Büttgerstraße 16. An den Fasinachtstagen Brödchen empfiehlt Dampfbäckerei, Büchel 46. Große Neußer Karnevals=Gesellschaft, Drusushof. Montag, den 7. Februar 1910, abends 9 Uhr: Großer Preis=Maskenball. 6 Preise. Entree für Herren 2 M., 1 Dame frei, jede weitere Dame 1 Mt Der Vorstand Kontermarken werden nicht ausgegeben. Das Mitführen von Pfauenfedern, Wedeln, Besen aus Ginster und dergleichen, sowie s Werfen von Papierschlangen, Konfetti etc. verboten. Städtische Tonhalle Düsseldorf. astnachts-Sonntag,-Montag u.-Dienstag, nachmittags von 6 Uhr ab: Karnevalistische Reunion mit Musik in allen oberen Sälen. Es ladet freundlichst ein Restaurant Albert Küpper. An den drei Fastnachtstagen von 5 Uhr ab: Tanzvergnügen. Eintrittskarten für Sonntag und Dienstan à Person 2 Mk, für Montau dmp Person 3 Mk. einschl. Billetsteuer. Die an den Karten befindlichen Gutscheine können als 80 Pfg. resp. 1.30 Mark far Wein in Zahlung gegeben werden, jedoch nur in den oberen Sälen und nur am Tage der Ausgabe. Die Eintrittskarte berechtigt nur zum einmaligen Besuch der Reunion, fur jeden ferneren Besuch muss eine neue Eintrittskarte gelöst werden. Bier wira nicht verabreicht. Kontermarken und Passe-partouts werden nicht ausgegeben! Diese karnevalistische Reunion sieht mit den Masken-Bällen in den unteren Räumen in keinerlei Verbindung. Zu diesen Festlichkeiten mussen besondere Eintrittskarten gelöst werden. Das Mitführen von Pfauenfedern, Wedeln, Besen aus Ginster und dergleichen, sowie das Werfen von Papierschlangen, Konfetti etc. ist verboten. Restauration„Zur Gilbach“. An den drei Karnevalstagen Großes Tanzvergnügen, Schauspielhaus Düsseldorf. Samstag, den 5. Februar, abds. 8 Uhr: Der Arzt am Scheidewege. Sonntag, den 6. Februar, vorm. 11½ Uhr, Dichter= u. Tondicht.=Matinee: Carneval Nachm. 3 Uhr(zu Abendpreisen): Wenn der junge Wein blüht Abends 7½ Uhr: Buridaus Esel. Montag den 7. Februar, abends 8 Uhr, Abonnem. A: Buntes Theater: Herbst zauber. Wiener Walzer. Dienstag, den 8. Febrnar, abds. 8 Uhr, Buntes Theater: Herbstzauber. Wiener Walzer Mittwoch, den 9. Februar, abends 8 Uhr, Konzert: Compositionen von E. T. A. Hoff= mann„Undine“.# Donnerstag, den 19. Februar, abends 8 Uhr: Wenn der junge Wein blüht.# Freitag, den 11. Februar, abends 7½ Uhr, Abonn. B: Ein Volksseind. Samstag, den 12. Februar,## abends 8 Uhr: Buridans Hotel-Restaurant Hermnkes. An den drei Fastnachtstagen jeden Morgen von 11 Uhr an Konzert. Von nachmittags 5 Uhr an Tanzvergnügen. IB Reichhaltige Speisekarte. Hôtel Rheinischer Hof Neuss. An den drei Karnevalstagen, abends 8 Uhr: Grosse Masken-Redoute. Für Nichtmaskierte freies Entree. Morgens: Frühschoppen mit Musik. NB. Abends 8 Uhr wird das Bierrestaurant geschlessen. Hotel Berghaus. Fastnachtsmontag Grosser Maskenball. Anfang 7 Uhr. Entree à Persen 1 Mk. Nichtmaskierte erhalten im Hotel —.— Passepartouts.—— Hotel-Restaurant J. Pilartz. Sonntag, Montag und Dienstag: Grosser Karnevalstrubel * verbunden mit Konzert u. Tanz. Humoristischer Frühschoppen Dortmunder Union-Bier. Pilsener Urquell. Münchener Hofbräu. Restaurant C. Müller, Oberstraße 121. Au den drei Fastnachtstagen. von 4 Uhr ab: Großes Canzvergnügen. Wein-Restaurant „Zur Stadt Venedig“, 2 Inh.: Alef Siegel, Düsseldort, Vr gtragsen Boks. 92r Samstag, den 5. Februar und an den Blolgenden Karnerolslagen— Konzert 2 in allen Räumen. Osel. Sonntag, den 13. Februar, vorm. 11½ Uhr, Matinee: Große GiHal (außer Abonnement) Wiener Karnevalsgesellschaft„Fldele Kisle“. wozu freundlichst einladet Karl Conrad. Walzer. Nachm. 3 Uhr, zu kleinen Preisen: Die Ehre. Abds. 7½ Uhr: Wenn der inge Wein bläbt. Stadttheater Düsseldorf Samstag, den 5. Februar, abends 7 Uhr, Serie 5: Tantris der Nare Sonntag, den 6. Februar, abends 7 Uhr, außer Abonn. Der tapsere Soldat. Montog, den 7. Februar, abends 7½ Uhr, Serie 5: Die Fiedermaus Dienstag, den 8. Februar, abends 7½ Uhr, Serie 6: Die Seisha. den 9. Dezember, abends 7½ Uhr, Serie 7, Gastspiel des königlich. Kammersan ers Rudolf Moest: Die Hochzeit des Figao. 2 Zimmer, 1. Etage an Donnerstag, d. 10. Februar, stille Leute, am liebsten Brautabends 7½ Uhr, Serie 8: paar, per 1. März zu verm. Zopf und Schwert. Büttgerstr. 69. Auf zum Hauptquartier Se. Tollität Prinz Karl l.! Fasinachts onntag, nachmittags 4 Uhr, im Hauptquartier Prinz Karl I, Restaur. „Zum Amtsgericht", Breitestr.(Besitzer I. Schmidt) karnevalistische Sitzung verbunden mit Tanzkränzchen. Fastnachtsmontag punkt 2 Uhr Kappenfahrt durch die Stadt. 1. Wagen„Wat dont mer möt die 100 Mark.“ 2. Wagen„Die einträglichen Verhältnisse“ 3. Wagen„Helauredner, oder wir leiden an Größenwahn.“ Abends 8 Uhr Masken=Redoute. Fasinachts-Dienstag nachmittags Tanzkränzchen. Zu diesen Veranstaltungen ladet ergebenst ein Dee XI. Rat. Hübschmöbl. Zimmer preiswert abzugeben. Wo, sagt die Expedition. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtage. Preis vierteljährlich einschl. der tägl. Beilage„Bunte Blätter“ in Neuß 1,50 Mk., durch die Post bez. 1.65 Mk., mit illustr. Unterhaltungsblatt 1,80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. eitung 8n 105 Nr 28 2. Blatt. Kreisblatt Druck und Verlag: Rob. Noack, Neuß. Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene zeile oder deren Raum, auswärtige 20 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum. Verantwortlich für den Anzeigentein. Josef Wyrich, Neuß. Expedition: Neuß, Neustr. 1. Tel. 5%, Samstag, 5 Februar(Agatha.) 1910. 85 Jahrg. Dolitische Nacbrichten. Deutscbland. X Der Reichskanzler und die Alldeutschen. Der Reichskanzler erhielt von dem Obmann der Vereinigung der rheinischwestfälischen Vertrauenmänner des Alldeutschen Verbandes in deren Auftrag ein Schreiben, in dem ihm eine Entschließung mitgeteilt wird, in der es u. a. heißt: Die am 30. Januar in Düsseldorf als Vertreter von 39 Ortsgruppen tagenden rheinisch= westfälischen Vertrauensmänner des Alldeutschen Verbandes erachten es als ihre vaterländische Pflicht, auszusprechen, daß in ihren Kreisen das Auswärtige Amt alles Vertrauen verloren hat. Diese Reichsbehörde fördert fortgesetzt durch ihre Maßnahmen tatsächlich fremdländische Interessen zum Nachteil reichsdeutscher, ja, sie hat geradezu dem Auslande Waffen gegen deutsche Unternehmungen geliefert und in den wichtigsten Fällen große reichsdeutsche Interessen schwer geschädigt. Mit Sorge fragt die Versammlung, wie lange der Reichskanzler dies Gebahren mit seiner Verantwortlichkeit decken will. Darauf ist folgendes Schreiben ergangen: „Der Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes zu Mainz beehre ich mich mitzuteilen, daß mir aus Mülheim a. d. Ruhr das beifolgende Schreiben zugegangen ist: Es ist unverantwortlich, daß von Gliedern einer Organisation, die, wie der Alldeutsche Verband, nach ihren Satzungen in nationalem Sinne wirken soll, gegen die Reichsbehörde so unwürdige und beweislose Anschuldigungen geschleudert werden. Ich lehne es ab, diese Entschließung entgegen zu nehmen. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg.“ Sport=Nachrichten. )1 Der Kölner Rennverien 1909. Vorgestern fand im „Kölner Klub" die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Kölner Rennvereins statt. Der Jahresabschluß für 1909 sowie die Voranschläge für 1910 wurden einstimmig genehmigt. Dem Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1909 entnehmen wir folgendes: Im vergangenen Jahre fanden drei Rennen statt. Während die Frühjahrs= und Herbst=Rennen sich eines recht guten Besuches erfreuten,— die Statistik weist für die beiden Tage des ersten Rennens 13905, und für die drei Tage des Herbst=Rennens 20 596 Besucher aus,— waren die Sommer=Rennen in Bezug auf den Besuch weniger erfolgreich da der Haupttag, Sonntag den 8. August, durch die aus Anlaß des Eucharistischen Kongresses in Köln stattfindende Prozession Abbruch erlitt. Die Gesamtbesucherzahl an den drei Sommertagen betrug 1156. Das sportliche Ergebnis des Berichtsjahres war ausgezeichnet, denn die sehr gute Durchschnittsziffer von ungefähr 7 Startern pro Rennen wurde erreicht, Während im Berichtsjahre die Graditzer Gestütpreise von 16000 M i. V. eine Erhöhung um 14000 en erfuhren, wurden die zugewiesenen Staatspreise von 72 000 M auf 53000 M gekürzt, und zwar deshalb, weil die als Beihülfe, für Rennen im Extra=Ordinarium des Preußischen Etats befindliche Position von 500000 A einen Abstrich von 200000 A erfuhr. Das Gelände der Rennbahn wurde im vergangenen Jahre auch zu verschiedenen andern Zwecken nutzbar gemacht. Vom 16.—18. Juli fand zum ersten Male auf einem eigens hierfür geschaffenen Platz nebst dazu gehöriger Tribüne ein Concours hippique des Reit= und FahrVereins statt, mit dem die Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz die erste Provinzial=Pferde=Ausstellung verband. Ein Concours hippique ist auch für das Jahr 1910 wieder in Aussicht genommen. In den Tagen vom 30. September bis 6. Oktober wurde eine von privater Seite in Leben gerufene„Köl ner Flugwoche" abgehalten. Dieses neuartige Schauspiel führte zwar ungeheure Zuschauermengen heraus, schloß aber für die Veranstalter verlustbringend ab. Für 1910 sind wieder drei Rennen mit zusammen acht Tagen in Aussicht genommen, deren Termine sind: 17., 18. April, 5., 7., 8. August, 16., 17., 23. Okt. Für diese Rennen, deren Propositionen bereits veröffentlicht sind, waren insgesamt 417000 A Geld= und 14 Ehrenpreise vorgesehen, also ein Mehr gegen das Vorjahr von 20000 M. Da aber in den vorigjährigen Landtags=Verhandlungen der Antrag der Regierung angenommen worden ist, wonach die im vorigen Jahre um 200000 A gekürzten Preußischen Staats Rennpreise um weitere 300000 A herabgesetzt werden, so daß sie nur noch den geringen Betrag von 231000 A ausmachen, so wird die dem Verein vom Staat zufallende Beihilfe eine weitere, sehr erhebliche Verminderung erfahren. Dieser Aus fall soll durch Herabsetzung der ausgeschriebenen Rennpreise ausgeglichen werden, da der Verein nicht in der Lage ist, den Un terschied zu zahlen. In dem Programm selbst sind wesentliche Aenderungen nicht erfolgt, nur ist die Zahl der Rennen am ersten Frühjahrs=Renntag und am ersten Sommer=Renntag auf 7 erhöht, Vermischtes. * Die Rechtfertigung des Tenors. Mit der ganzen Leidenschaftlichkeit einer gekränkten Unschuld hat der Heldentenor des Sankt Georgi=Theaters von Catania die Flucht in die Oeffentlichkeit ergriffen: denn die Lokalpresse hatte den süditalienischen Meister der Töne beschuldigt, in der Aufführung von Adrienne Lecouvreur, zu wenig Leidenschaft, zu wenig Liebe, kurz zu wenig Temperament entwickelt zu haben. Aber dieser Vorwurf war unberechtigt, denn die Primadonna hatte dem anscheinend gerade an Temperament sehr reichen Tenor verboten, sie während der Oper auch nur einmal zu umarmen. Als nun die kritischen Kunstrichter von Catania ihren Helden des hohen C verdammten, ertrug der Tenor es nicht länger: er schrieb einen ergreifenden Brief an die Zeitung, in dem er die stille Tragödie entschleierte. Gewiß, Ihr Vorwurf ist berechtigt, ich konnte nicht all das geben, was ich hätte geben müssen, aber Frau X. hatte mir streng verboten, sie zu umarmen. Es kränkt mich tief, daß Sie mir eine Kälte der Seele zuschreiben, die ich nicht besitze; ich bin unschuldig, wenn man mir die Möglichkeit raubt, mein Temperament zu entfalten....“ * Ein Bekehrter. Im Tagebuch seines„Heimgarten“ erzählt Peter Rosegger folgendes Geschichtchen: Ein verbummelter Literat, der bisher nur leichtfertiges, geschmackloses Zeug geschrieben hatte, gestand mir, er wäre bekehrt worden von Goethe. Auf einer Reise hätte er wieder einmal den „Faust“ gelesen, und zwar nur wegen des Mephistopheles, der stets sein Liebling gewesen. Diesmal habe er gefunden, daß auch das Uebrige in dem Werke nicht übel sei. Er fand, daß, wenn man sich einige Mühe gäbe, auch an diesem Dichter Vorzüge zu finden wären. Er las hierauf den„Götz“, den„Clavigo“, er las Goethes Gedichte, Romane und Epen bis zu „Hermann und Dorothea“, er las alles.„Ich habe was gelernt", so schloß er sein Bekenntnis. „Jétzt werden Sie wohl anders schreiben?“ fragte ich „Nein“, sagte er. „Aber es hat sich doch Ihr Geschmack gebildet? „Gewiß.“ „Was werden Sie also von jetzt ab schreiben?“ „Gar nichts mehr.“ (Schluß des redaktionellen Teils.) Geschäftliches. Es dürfte wohl allgemein bekannt sein, daß Kleidungsstücke aller Art chemisch gereinigt werden können und, bei fachmännischer Behändlung wieder ein neues Aussehen bekommen. Weniger bekannt ist hingegen, daß die chemische Reinigung auch desinfizierung wirkt. Ein chemisch gereinigtes Kleidungsstück reguliert die Körperventilation ebensogut wie ein neues, es behindert nicht mehr die Luftzirkulation fördert die Hauttätigkeit und Körperausdünstung und hält so die Körperwärme zusammen. Der hohe desinfizierende Wert der chemischen Reinigung übertrifft den der nassen Wäsche ganz bedeutend. Bei dieser ist es die Seife allein, welche antiseptisch wirkt, in der Benzinwäsche wird aber der an und für sich schon sichere Effect der Benzinseife gesteigert, den Krankheitskeimen das Fett zu entziehen und sie unschädlich zu machen. Durch einwandfreie, wissenschaftliche Untersuchungen ist es bestätigt worden, daß die chemische Reinigung desinfizierend wirkt..... Wer sich einen Einblick in das Wesen der chemischen Reinigung verschaffen will, der wende sich an die Neußer DampfFärberei u. chemische Wasch=Anstalt, Inh. Leop. Hangleitner, Neuß a. Rh., Niederstr. 38 und verlange kostenlos das Buch „Die pracktische Hausfrau", worin die chemische Reinigung des Näheren beschrieben in. Ein in dieser ReinigungsAnstalt gereinigtes oder gefärbtes Kleidungsstück ist, wenn es sonst noch gut ist, wie neu. Die Rücklieferung der eingelieferten Sachen erfolgt in eiligen Fällen inn erhalb 24 Stunden. Dabei sinz die Preise derart niedrig, daß es jedem, auch dem Minderbemittelten, möglich ist, seine Kleider ab und zu reinigen zu lassen. Eine sichere Düngewirkung bei allen Frühjahrssaaten, sowohl Halm= wie Hackfrüchten, kann man nur von vollwertigen Düngern erwarten. Da aber leider noch vielfach, sowohl bei den stickstoff= und phosphorsäurehaltigen wie bei den Kalidüngern, auch minderwertige oder gar völlig wertlose Produkte angeboten werden, so sei der Landwirt beim Einkauf vorsichtig und achte darauf, daß ihm bestimmte Gehaltsgarantien schriftlich gegeben werden. Beim Thomasmehl z. B. verlange man Garantie für Gesamtphosphorsäure und deren Zitronenlöslichkeit oder für zitronenlösliche Phosphorsäure. Man unterlasse aber auch nicht, sich durch Nachuntersuchung bei einer landwirtschaftlichen Versuchsstation von der Richtigkeit der geleisteteten Garantie zu überzeugen. Dem bloßen Aussehen nach kann man vollwertiges Thomasmehl nicht von minderwertigen oder verfälschter Ware unterscheiden; auch bei ganz vollwertigen Mehlen schwankt z. B. die Farbe in allen Abstufungen zwischen Schwarzgrau und ganz hellem Blaugrau, ohne jede Beziehung zum Phosphorsäuregehalt. Vollwertiges Thomasmehl steht übrigens in genügenden Mengen, noch dazu zu einem wesentlich niedrigeren Preise als im vergangenen Jahre zur Verfügung, und sollte sich niemand als angeblichen Ersatz für Thomasmehl eine beliebige andere, mehr oder weniger wertlose und wirkungslose Ware unterschieben lassen. Husten-Bonbons in allen Sorten.— Fr. Gewagtes Spiel. Roman von H. von Schreibershofen. ##n erzang Stecimanns Schritt, ihre Wangen tauchten sich cunlle Glut, doch gleich darauf ward sie so bleich, daß er erschreckt nach ihrem Befinden fragte. Sie schob die Frage mit einer ihrer reizenden Handbewegungen beiseite, sie hatte ihm eiwas mitzuteilen.„Schon seit gestern, aber sie war unschlüstia gewesen, ob es besser sei, der Sache ihren Lauf zu langn un ae, Siszelchwieg und eröiete verkgen unter dem Bis er am sie heftete: es zitterte wie eine große heimliche Freude ihr Herz daber. Er wartete rutig auf ihr Weitersprecher GAeldich büher die kert. e esr ,ie. Perliec wos sie gewol. aber es war Gismonda, Graf di Voon, werde gue uie uii, Reseche ece ecece lichen Gerichte zu übergebenc.Wäre nur Laveaai zurich cak setzte sie stockend und etwas verlegen hinzu:„Ich ich sah seine Feuster gestern Abend erleuchtet.: „Desto b er, das ist sehr gur sogar. Was ich uun lann, allzu schnellen Instizakte ab zuhalten, soll geschehen. Aber Doktor Laveggis Einfluß in engroße Hilfe.“ Steinmann nickte befriedigt Doch Monika hatte nicht die Wahrheit gesagt. Nicht Giro lamos erleuchtete Fenster, Pietro hatte es ihr verraten. Der * uch zur Pflicht gemacht. es Steinmann erit Fragen zu stellen magta inn. daß sie keine weiteren 1 steuen wagte, ihn nur mit Angst und Bangen ansah. Und da hatte er ihr noch zugeflüstert, sie moge dafür sorgen daß Steinmann überhaupt das Kloster nicht vor dem andern verlasse. Sie könne im Notfalle ja auch krank werden Semocht anen... Aucst hatte Monta über Steinmann gewacht, aber er war nicht aus seinem Zimmer gegangen, halte das Haus nicht verlassen und nun durfte sie reden. glgen zusammen bis vor das Tor, wo Monika mit Die Türe stand Sie. Ture stand offen, Kerzen brannten darin und eine leichte sprang Monika leichtfüßig die Stufen hinauf und blickte in die Kapelle, taumelte aber mit einem Aufschrei zurück. Im Nu war Steinmann neben ihr und in der Kapelle. den kleinen Altare, auf dem die Kerzen brannten, stand eine Bahre, ein Toter lag darauf. Zitternd sank Monika auf Kun, versuchte mit bebender Stimme zu beten, doch Träuen erstickten ihre Worte. Mit einer grenzenlosen Erschütterung und namenlosem Schmerze erkannte Steinmann in dem Toten GiroLavegai. Noch waren seine Brauen finster und drohend zusammengezogen, so wie er wohl seinen Mörder angeblickt, denn zortsch man die kleine Wunde, und ein jetzt längst eingetrochn Blutstrom hatte die Kleider über dem Herzen rot gefärbt " Tie, ergriffen blickte Steinmann lange auf ihn nieder. Er en##.##rio gehavt, der stets hilfsbereite, tätige Mann, auch sein Reichtum konnte keinen Räuber locken—„O, sie fürchteten Deinen hohen, edlen Sinn, der zu offen gegen Unrecht und Schlechtigkeit auftrat, sie haben Dich für Deinen Feuereiser büßen lassen,“ murmelte Steinmann mit feuchten Augen di Boyns Anwesenheit und dieser Mord gehörten zusammen Verl nger, en Grafen für diese feige, erbärmliche Tat zur Rechenschaft zu ziehen, trat sofort als gebieterische Notwendiakeit vor Steinmann hin. Alles, was er an Girolamo gelieht was ihn an den jungen Mann gefesselt, stand zugleich klar und deutlich vor ihm und vertiefte seinen Schmerz. Er zweifelte .9 ibligk, daran, daß, di Voyn Girolamo habe verfolgen Estelas Rertung zu strafen. u seinen Antei an Gröftn Zeichen mitzukommen. Schulter und machte ihr ein ..#“ wa bleich und eine unaussprechliche Angst schnürte ihr ie. Sruu zusammerz Pietros Worte hatten ganz plötzlich eine neue, schreckenerregende Bedeutung gewonnen. Sie mußte glauben Sas Srchehanu u g ihn werde sich der Mordmit Lippone sprechen, er wird bei seiner Groß mutter tein.“ sagte Steinmann und bedeutete Monika mit ungewöhnlich strengen Worten unter ieiner Besingung das Klosier während seiner Abwesenheit zu verlassen. Sie wollte es nicht versprechen, sie hätte ihn am liebsten degleitet.„So schließe ich das Tor zu,; und er ließ die Tat dem Worte folgen.„Jor sollen sie wenigstens nichts antun können,“ sagte er und ging eilig davon Hastig, immer hastiger schritt er hinab, blieb aber einigemale betroffen stehen und sah sich um. Es gab keinen zweiten den er hätte aus Versehen einschlagen können, aber der Plad wie die unmittelbare Umgebung erschienen ihm auf einmal so fremd; vermutlich weil sein Geist noch so ganz und gar von dem Bilde und dem Schicksale Girolamos ersüllt war. Hatte der Unglückliche sein Haus noch lebend erreicht, oder hatte man ihm unterwegs aufgelauert und ihn später nach der Kapelle gebracht! Und warum gerade dorthin? Weil er sein Freund gewesen und er ihn so sehen sollte. Vielleicht:.: War nung: eine Drohung?— Von wem?— Steinmann setzte sich anf einen niedrigen Felsblock, stützte den Kopf auf seine Hände und versank in tiefes Sinnen. Er bedauerte nichts von allem was er für Ercole und dessen junge Frau getan, aber es war an der Zeit, sich über die möglichen Folgen klar zu werden, die nicht nur ihn zu treffen drohten. Die eigentümliche Wahrnehmung, die ihm den flüchtigen Gedanken eingegeben, er könne einen falschen Weg eingeschlagen haben, schwand wieder aus seinem Gedächtnisse, er. vergaß die vielen großen, ja oft recht großen Steinblöcke, die über Nacht herabgestürzt sein mußten. Es war schon gegen Mittag, als er sich endlich seinen schweren ernsten Gedanken entriß und nun um so hastiger bergab schritt. Aber schon sehr bald versperrte ein großer Felsblock den Pfad so daß er ihn erst nach vieler Mühe umgangen hatte. Aehnliches wiederholte sich öfter, doch noch immer beunruhigte es ihn nicht, weil er innerlich zu sehr mit anderem beschäftigt war. C. trieb iyn nach dem Häuschen der alten Fortunata, dort mußte er Lippone treffen und wollte sich von dem Vorhandensein des Verwundeten überzeugen. Dann mußte etwas geschehen, um Licht in dieses dunkle Verbrechen zu bringen. Wieder war er vom Wege abgebogen, erreichte ihn etwas weiter unten abermals und sah zu seinem größten Erstannen die alte Fortunata dort am Boden kauern, das rote Tuch um ihr graues Haar gewunden, einen Stab neben sich, auf den sie sich gestützt. Gerade sier siel der Berg steil nach dem Meere zu ab, von unten ragten Baumkronen empor, einzelne Kaktuspflanzen und stachliche Agaven nanden zmischen den arauen Steinblöcken. So weit wagte sich Erscheint wöchentlich. Adress-Tafel-empfohlener Geschäfte in Neuss. Den Lesern bei Einkäufen zur achtung empfohlen Annoncen-Expedition. Einrahmungsgeschäft und Kunsthandlung. Karl Frer. Canalstrasse 24. Alb. Hilgers; Crefelderstrasse 48. Musterlag. hervorr. Neuheit. bill. u. s hnellste Bedienung bei tadell. Sitz. Peter Fehmer, Schneiderm., Furtherstr. 193. Heinr. Knopf, strase 24. Musterauswahl eleg Stoffe auf Lager. Garantie f. gute Arbeit. Wer Wert auf eleg. 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Sie lachte nur, nickte und schlug mit der zitternden éwelken Hand gegen den Erdboden.„Wird ####mmen, de Leufa, und sie alle holen. Lippone glaubte Bei Tagesanbruch machte ich mich auf, bin aber ält, kum langsam vorwärts. Horcht, was ist das Ha, jetzt, setzt kommt ers##PP ce n Mit einem lauten Schrei sprang die Alte auf, schwankte, siel wieder zu Boden und blieb leise wimmernd zu Füßen Steinmanns liegen, der verwirtt, betäubt von einem plötzlichen Donnern und Prasseln ringsumher, geblendet von einer dichten Staubwolke, die ihn umgab, vergeblich nach einem Halt suchte. Nicht imstande, sich aufrecht zu halten, sank er halb willentos neben Fortunata in die Knie. Er glaubte, die Besinnung zu verlieren, meinte, ihm schwindle, als er Bäume und Büsche neben sich in die Tiefe gleiten sah, ihr)war, als müsse er ersticken, sein Atem stockte, es ward dunkel.—— Die Luft ward nach und nach wieder klarer, er konnte Atem holen und kam zu sich. Das Wimmern der Alten war verstummt... Endlich erhob sich Steinmann und sah sich um. Er rieb die Augen.— War es möglich! Ein Bild der Verwüstung ringsumher. Der Pfad war verschwunden, durch übereinander getürmte, machtvolle Blöcke verschüttet, kräftige hohe Bäume wie schwache Ruten geknickt, und als er sich zwei Schritte weiter vorgearbeitet, sah Steinmann das Meer in einer mächtigen, brausenden Woge heranrollen. die Schiffe wie Nußschalen empor schleudern und im Zurückweichen vernichten, was noch zu vernichten war, was der Bergsturz noch nicht zertrümmert und hinab gestürzt hatte. Erschüttert sank Steinmann auf einen Stein nieder. War das entsetzliche Naturereignis zu Ende oder war noch weiteres zu befürchten? Und wohin sich wenden, wo Rettung suchen!... Es blieb jetzt still, es schien vorbei.... Erst nach längerer Zeit hatte er den entsetzlichen Eindruck so weit überwunden, um sich den grausigen Vorgang zu erklären. Ein Bergsturz... Die Felsblöcke auf dem Wege waren die Vorboten gewesen, und vielleicht hatte das alte Weib das Unglück geahnt, wie manche Tiere es tun, deshalb Lippone gewarnt und selbst ihre Hütte verlassen. Steinmann sah sich nach Fortunata um. Sie lag noch ebenso regungslos da. Erschreckt bückte er sich zu ihr nieder. Die Augen waren geschlossen, der Alem stand still, das Herz hatte aufgehört zu schlagen. Sie war an dem Schrecken, dem sie hatte entfliehen wollen, gestorben. Beschädigt war sie nicht. Von allen Seiten waren sie von Felsen und Erdmassen umgeben, die Gottes allmächtige Hand so gnädig gelenkt, daß auch Steinmann nicht getroffen war. Noch einmal beugte er seine Knie, überwältigt von einer so barmherzigen Fügung, deren er sich so unwert sühlte... Aber wie jetzt weiter kommen? Hinaus oder hinab war gleich schwierig, denn hart vor ihm gähnte der Abgrund. Es blieb nur die Möglichkeit, durch Ueberklettern der Fels= und Erdmassen einen Ausweg aus diesem rings umher aufgetürmten Walle zu erzwingen. * Monika hatte Steinmann weggehen hören. Sie sank auf einen Stuhl in der Eingangshalle. Eine riesengroße Angst, ein namenloses Bangen bedrückte ihre Brust. Wenn man jetzt auch ihm etwas antäte! Eine Woge grauenhaftester Vorstellungen, durch ihre erregte Fantasie noch entsetzlicher gemacht, brach über sie herein. Schaudernd schlug sie ihre Hände vor die Augen und stöhnte laut. Hier sitzen sollen, warten, bis man ihn sterbend oder vielleicht schon tot hereinbrachte.... Einmal hatte ihn Pietro behütet, ihn durch sie gewarnt: Ein zweites Mal— O, sie durfte es nicht hoffen, und dann—...... Sie lief in entsetzlichster Aufregung auf und ab, eine Beute schrecklicher Ahnungen. Der Gedanke an Girolamo Laveggi tauchte wieder auf. Wie gut war er immer gewesen gegen sie, gegen alle gewesen, er hatte keinen Feind gehabt, nein, er hätte keinen haben dürfen. Ein Grauen durchbebte sie bei der Möglichkeit, seine Mörder vielleicht zu kennen. Nein, sie konnte nicht länger hier sitzen bleiben, sie mußte hinaus, mußte Steinmann zu schützen, zu verteidigen versuchen! Sie rüttelte an dem Tore, es war stark und fest, ihre kleinen Hände waren viel zu schwach, um es zu erschüttern. Und was konnte sie denn tun, wenn sie draußen war? Mit solchen geringen Kräften?... Monika brach in bittere Tränen aus. So machtlos, so unnütz; so unwert all' seiner GüteLseiner Sorgfalt:.... Aber, konnte sie ihm auch nicht helfen, ihn nicht schützen, so doch sein Schicksal teilen.... Mit jeder vorüber rinnenden Viertelstunde ward die Einsamkeit für sie drückender und qualvoller. Anklagen und Vorwürfe, an die sie nie bisher gedacht, erhoben sich in ihr und verwirrten ihr Denken. Dann glaubte sie, Schritte von draußen zu hören, doch es waren nur ihre eigenen lauten Herzschläge. Auf einmal fiel ihr der geheime Ausgang ein, den Steinmann durch sie erst kennen gelernt hatte. Sofort war sie entschlossen, ihn zu benutzen. Sie hatte nicht versprochen, im Kloster zu bleiben, Steinmann hatte sie ja deshalb eingeschlossen. Im Hofe heulte und winselte der Hund, sie konnte ihn nicht mitnehmen. Im Keller erschrak sie einige Male über Tiere, die sich wie Schutz suchend an sie drängten, zugleich war eine Art seltsames Rauschen und Knistern zu hören. In dem Augenblicke, als sie wieder ins Freie trat, ertönte ein ohrbetäubendes Geräusch, ein Prasseln und Krachen, lauter und anhaltender als ein Gewitterdonner im Sommer. Monika fah sich um. Der Himmel war klar, sonnig und wolkenlos— doch nein, dort erhob sich eine graue Wolke. Eine seltsame, ungewöhnliche Wolke! Sie hing nicht oben am Himmel, sie stieg und wuchs von unten herauf, verdunkelte erst dann den Himmel. Und die Erde zitterte, Monika fühlte ein Schwanken und kauerte nieder. Das mußte ein Erdbeben sein. Sie dachte sofort an Steinmann, sehnte sich in seine Nähe und dachte seines Trostes, seiner Hilfe, seines Schutzes, die sie immer bei ihm gefunden... Plötzlich packte sie aufs neue die riesengroße Angst um ihn. Jetzt wußte sie, warum es sie hinausgetrieben, warum sie ihn hatte folgen, ihn hatte zurückhalten wollen. Dort, wo die dunkle Wolke aufstieg, dort hinter jenem Felsengrate lag Amalst, dort war Fortunatas Hütte... Ihr Herz schien stehen zu bleiben, sie haschte nach Atem, sie glaubte zu ersticken. War dort das Erdheben gewesen, war dort die Stätte der Zerstörung, dort, wohin Steinmann seine Schritte gelenkt, hatte, dann——!... (Fortsetzung folgt.) Erscheint täglich mit Ausnayme der Sonn= und Festtage. Preis vierteljährlich einschl. der tägl. Beilage„Bunte Blätter“ i Neuß 1,50 Mk., durch die Post bez. 1.65 Mk., mit illustr. Unterhaltungsblatt 4.80 Mk., durch die Post bezogen 1,95 Mk. Verantwortlich für die Schriftleitung: Th. Jossen, Neuß. Amtliches Kreisblatt Druck und Verlag: Nob. Noat, Neuß. Anzeigen 15 Pfg. die 7gespaltene Petikzeile oder deren Raum, auswärtige 26 Pfg. Reklamen 60 Pfg. die 3gespaltenPetitzeile oder deren Raum. Verantwortlich für den Anzeigenteil. Josef Wyrich, Neuß. ition: Ne Ergedtt keuß, Neustr. 1. Tel. 57. Nr 28. 3 Blatt. Samstag. 5 Februar(Agatha.) 910. 85. Jah g. Dolitische Cochen-Kundschau. Auf erregte Reichstagsverhandlungen war man angesichts der ganzen Situation allgemein gefaßt gewesen, aber niemand hat es wohl erwartet, daß ausgerechnet beim Militär=Etat die Geister aufeinander losplatzen würden, denn in den letzten Jahren ist es bei der Erledigung dieses Ressorts im ganzen recht friedlich zugegangen, nachdem es hinsichtlich der Soldatenmißhandlungen zweifellos bedeutend besser geworden ist. Die Vorgänge, die sich infolge der Rede des Herrn von Oldenburg abspielten, stehen allerdings mit dem Militäretat auch nur in einem lockeren Zusammenhange, sie wurde als eine Verhöhnung des Reichstages aufgefaßt. Seit Jahren hat man keine solche Erregung im Hause gesehen, und wenn man auch an der Interpretation, welche Herr Oldenburg später seinen Worten gab, nicht rütteln darf, so darf man doch nicht anstehen, die Form seiner Ausführungen zu tadeln, denn der Reichstag ist schließlich keine Volksversammlung, und die Redner müssen im Hinblick auf die Stätte, wo sie sprechen, auf das sorgfältigste abwägen. Fast hätte der Zwischenfall zu einer Präsidialkrisis geführt, da gegen die Amtsführung des Erbprinzen Hohenlohe von der Linken schärfste Proteste laut wurden; verschärft wurde die Situation durch den Einspruch Ledebours gegen den ihm erteilten Ordnungsruf. Zum Glück sind Debatten über einen solchen Protest nicht zulässig, andernfalls die Erregung aufs neue entfacht und zu weiteren Zwischenfällen geführt hätte. Der Ordnungsruf wurde bestätigt und„Erni“ bleibt Vizepräsident des deutschen Reichstages. Das Ganze könnte wie ein Sturm im Wasserglase aussehen, wenn nicht doch die Worte des Herrn von Oldenburg trotz ihrer Deutung allenthalben eine lebhafte Mißstimmung hervorgerufen hätten, die noch weitere Folgen nach sich ziehen dürfte. Vor allem liegt es auf der Hand, daß derartige Aeußerungen das ohnehin schon gespannte Verhältnis zwischen der Rechten und der Linken noch weiter verschärfen müssen, so daß die doch so notwendige Beruhigung der Gemüter noch herzlich lange auf sich warten lassen dürfte. Wie groß der Aerger im Lande noch immer ist, hat man jetzt wieder einmal bei der Ersatzwahl in Eisenach gesehen, wo der Wahlkreis, der bisher stets im Besitze der bürgerlichen Parteien gewesen ist, sofort im ersten Wahlgange von den Sozialdemokraten, wenn auch mit ganz geringer Mehrheit, von 45 Stimmen, erobert worden ist. Mag vielleicht hier auch die Erbitterung über die Affäre des bisherigen Abgeordneten Schack mit hineingespielt haben, so hat doch zweifellos die Verstimmung über die Finanzreform auch hier das Ihrige getan, um das Mandat den Sozialdemokraten in die Hände zu spielen. Zu diesem Ergebnis hat aber auch vielleicht die Zersplitterung der bürgerlichen Parteien beigetragen, und es wäre endlich an der Zeit, daß man aus den bisher in dieser Hinsicht oft genug gemachten trüben Erfahrungen endlich eine Lehre ziehen möchte. Dem Drängen nach einer Wahlreform will man nun auch in Preußen nachkommen, der Kaiser hat seine Zustimmung zu dem Entwurfe einer Wahlrechtsänderung gegeben, welcher dieser Tage dem Abgeordnetenhause zugehen soll. Es ist anscheinend von Herrn von Bethmann Hollweg etwas Dampf aufgemacht worden, nachdem die bisherigen, auch vom Regierungstische gegebenen Auskünfte nicht derart gelautet hatten, daß man eine so„schnelle“ Erledigung hätte erwarten können. Herr von Moltke, in dessen Ressort die Reform fällt, hätte sich vielleicht nicht so sehr beeilt, denn noch kürzlich hieß es, daß die Vorarbeiten noch nicht vollständig beendet seien, und nun mit einem Mase ist der Entwurf doch schon fertig. Die Linke kommt mit weitergehenden Forderungen als die Regierung genehmigen will. und dürfte, da diese zweifellos bei der Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses abgelehnt werden würden, für die Vorlage überhaupt nicht zu haben sein. Selhst wenn aber das Abgeordnetenhaus einigen weitergehenden Wünschen nachkommen sollte, so ist noch das Herrenhaus da, wo man gleichfalls von einer Abänderung des Wahlgesetzes nicht viel wissen will. Unter diesen Umständen ist es sehr ungewiß, ob überhaupt eine Reform des Wahlgesetzes zustandekommt, und dann dürfte diese Frage für lange Zeit vertagt sein, denn es ist schwerlich anzunehmen, daß die Regierung bei einer Ablehnung sich zu einer Auflösung des Abgeordnetenhauses entschließen würde. Einigermaßen überschauen läßt sich jetzt auch die innerpolitische Lage in England. Die Wahlen sind beendet. die Konservativen haben an 120 Sitze erobert, und die Mandatszahl der Unionisten und Liberalen halten sich die Wagschale, während bisher die letzteren allein über 100 Mandate mehr als ihre Gegner besaßen. Zwar hat man noch immer die gewiß beträchtliche Majorität von mehr als 100 Stimmen zur Verfügung, aber das Mohl und Wehe der Regierung hängt vollständia ab von der Stimmung der Iren und der Arbeiterpartei. Es kann sehr leicht der Fall eintreten, daß diese sich in dem einen oder anderen Fall zur Gegenseite schlagen, und dann hat das Kabinett ausgespielt. Es ist immerhin schon ein bedenkliches Zeichen, daß König Eduard sich den liberalen Ministern gegenüber augenblicklich in Bezug auf persönlichen Verkehr Zurückhaltung auferlegt, weil er sich wohl sagt, daß die Tage des liberalen Kabinetts allem Anschein nach gezählt sind. Man steht also in England in einer latenten Krisis, die über kurz oder lang ausbrechen muß, denn es liegt auf der Hand, daß ein derartiger Zustand die Tatkraft der Regierung lähmen muß. Zweifellos wird es nicht allzu lange dauern, bis Herr Balfour seinen Rivalen Asquith ablöst. Aehnlich liegt die Situation in Unaarn. wo der neue Ministerpräsident Graf Khuen= Hedervary bei seinem ersten Auftreten Fiasko gemacht hat. Die Mehrheit nahm ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung an, das Haus wurde sofort vertagt, und die Ausschreibung der Neuwahlen, verbunden mit Auflösung des jetzigen Parlamentes, dürften binnen wenigen Tagen erfolgen. Es ist jedoch die Frage, ob das neue ungarische Abgeordnetenhaus eine wesentlich andere Zusammensetzung erfahren wird, denn die Erregung im Magyarenlande ist eine recht bedeutende, und die Chancen der Unabhängigkeit sind zweifellos im Steigen begriffen, denn man will eben in Transleithanien eine weitgehende Selbständigkeit der Reichshälfte. Graf Khuen hat daher, wenn er auch als starker Mann gilt, Grund genug, mit Pessimismus in die Zukunft zu blicken, weil er sich sagen muß, daß sein Wirken voraussichtlich nicht von allzu langer Dauer sein dürfte. Daß diese fortdauernde Krise aber die Kraft Ungarns und damit auch die Donaumonarchie erschüttern muß, liegt auf der Hand. Besser ist jetzt das französische Kabinett dran. Man hat augenblicklich jenseits der Vogesen für Politik nicht allzu viel übrig, die große Wasserkatastrophe nimmt noch immer die Gemüter auf das lebhafteste in Anspruch, und die Nachwehen dieses„nationalen“ Unglücks dürfte man noch recht lange zu verspüren haben. Einen guten Eindruck hat die Sympathiedepesche des deutschen Kaisers gemacht, der eine Spende von 25000 Francs nachfolgen ließ. Kann man doch hierin ein Zeichen der gebesserten Beziehungen erblicken, die auch in der Berliner französischen Kunstausstellung ihren Ausdruck gefunden haben. Dieser Veranstaltung wohnt zweifellos auch ein politischer Hintergrund bei, und die Anwesenheit hervorragender französischer Die Tippdame. Humoreske von Adolf Thiele. (Nachdruck verboten.) „Eine Maschinenschreiberin für Comptoir wird gesucht. Erforderlich sind selbständiges Arbeiten und Zuverlässigkeit. Hohes Gehalt, dauernde Stellung. Offerten postlagernd unter ..... erbeten“. Der Fabrikant Mertens hatte dieses Inserat niedergeschrieben und nur die Stelle leer gelässen, an der die Chiffre stehen sollte. Kleinigkeiten machen selbst verständigen Menschen oft das meiste Kopfzerbrechen, und so sann denn der in seinem Fache so tüchtige, aber sonst ein wenig unpraktische Fabrikant nach, welche Chiffre er wählen sollte. Da stellte ihm seine große deutsche Dogge zutraulich die Kase in die Hand, und Mertens, ein humoristischen Gedanken nicht abgeneigter Junggeselle, rief lachend: „Du hast recht, Caro, ich will deinen Namen in das Inserat setzen!“ und so geschah es, am nächsten Tage prangte Caros stolzer Name in der Zeitung. Als Mertens zwei Tage später am Schalter nachfragte, an dem Geschäfts= und nicht minder Liebesleute ihre Anliegen zu erledigen pflegen, erhielt er zwei Briefe. „Etwas wenig!“ sagte sich der Fabrikant.„Es scheint doch jetzt recht wenig Maschinenschreiberinnen zu geben“. Der eine war recht schlecht und holprig geschrieben, dagegen zeigte der andere einen knappen, sicheren Stil und trug das Gepräge einer exakten, energischen Persönlichkeit: Lore Wendler war er unterschrieben. Mertens Wahl und Qual war nicht groß, und bereits am nächsten Tage zur Mittagsstunde stellte sich die Briefschreiberin auf sein Gesuch hin persönlich vor. Der Fabrikant war erwas verblüfft und da er keine Damenbekanntschaft natte, sogar erwas verlegen, als ein junges Mädchen von sehr hübschem Gesicht und hohem, schlanken Wuchs bei ihm eintrat und in weiblich zarter Haltung und bescheidenem Ton ihren Namen„Lore Wendler“ nannte. „Bitte nehmen Sie Platz!“ sagte er höflich.„Meine bisherige Maschinenschreiberin, die ich nun seit fünf Jahren habe, heiratet— sie war schon lange verlobt“. Run teilte der Geschäftsinhaber der jungen Dame die Bedingungen mit, und sie gab in bescheidener Weise ihre Zufriedenheit zu erkennen; man trennte sich mit der Abmachung, daß Fräulein Wendler in vierzehn Tagen eintreten sollte. „Ein reizendes Mdchen!“ sagte sich Mertens, als sie ihn verlassen hatte. „Scheint auch sehr anständig zu sein! Und zudem muß ich sie mir warm halten, da es anscheinend nur wenig Maschinenschreiberinnen gibt!“— Am Tage, wo die langjährige Braut ihre Stelle verließ, um vor das Standesamt zu treten, nahm Fräulein Lore ihren Platz ein, und wenn sie auch kein Phänomen von einer Tippdame war, so genügten ihre Leistungen doch den Ansprüchen. Mertens behandelte das hübsche Mädchen mit großer Hochachtung, wozu ihr zurückhaltendes Wesen und ihr Zartgefühl wesentlich beitrugen. Wie so mancher Hagestolz verkehrte Mertens, dessen Kopf von seiner Fabrik und der Politik, seinem Steckenpferd, ganz in Anspruch genommen wurde, nur in Wirtshäusern; das Familienleben blieb ihm fremd. Töchter aus feinen Kreisen kannte er nur ganz oberflächlich, zumal er nicht tanzte. So konnte es denn nicht ausbleiben, daß er sich immer stärker in seine schöne Arbeitsgenossin verliebte, daß die Tippdame sich zur Herzdame umwandelte. Fräulein Lore schien nichts davon zu merken, was ihn, der das weibliche Herz nicht kannte, ärgerte und natürlich noch verliebter machte. Immer seltener wurde jetzt sein Besuch bei seinem einzigen aufrichtigen Freunde, dem Kaufmann Marx. „Du,“ sagte dessen Gattin eines Tages,„der Mertens kommt jetzt so selten, sollte der irgend etwas haben?“ „Ich denke mir", erwiderte Marx,„er wird in seine Maschinenschreiberin verliebt sein, es ist ein sehr hübsches Mädchen und tut sehr sittsam.“ „Soooo?“. Die muß ich doch einmal kennen lernen.“ Bald darauf suchte das Ehepaar Mertens in den Geschäftsstunden auf.„ „Weißt Du,“ sagte Frau Marx hinterher zu ihrem Manne, „dies Mädchen ist entweder ein Engel oder sie hat es hinter den Ohren!“ „Ich muß einmal aufpassen!“ war der freundschaftliche Entschluß des Gatten. Eines Tages— die Frühlingssonne lachte recht freundlich in das Contor— faßte sich Mertens plötzlich ein Herz und fragte sein Fräulein, ob sie denn nicht den Wunsch hätte, das Glück des Lebens zu genießen. „Wie sollte,“— sagte sie mit sanfter Stimme,„wie sollte ein armes Mädchen das Glück genießen können? Mein Los ist und bleibt stille Einsamkeit!“ Dieser Ton rührte den verstockten Junggesellen, er fragte leise:„Könnten Sie sich nicht entschließen, mit einem anderen, der Sie— nun der Sie hochschätzt, Ihren Lebensweg zu vereinen?"„„„ „Wer sollte dies sein?“ flüsterte sie und wandte ihr Gesicht auf ihre Arbeit. „Liebste Lore, wollen Sie die Meine sein? sagen Sie ja!“ Das junge Mädchen zuckte zusammen: „Das kommt so überraschend!“ Mit froher Miene drückte Mertens ihre Hand und sagte: „Also ja, ja! Und wenn Sie wollen, kann in vier Wochen Hoazeit sein!“ „Ganz wie Sie es wünschen!“ flüsterte Lore und duldete den ersten Kuß. Daß in den nächsten Wochen Herrn Mertens Geschäftsbriefe wegen zahlreicher stilistischer und orthographischer Fehler meist zwei oder dreimal geschrieben werden mußten, ehe sie abgehen konnten, war kein Wunder. Am Tage nach der stillen Verlobung traf Mertens seinen Freund Marx, scheute sich jedoch, ihm das freudige Ereignis mitzuteilen. Zufällig kamen sie auf die unglückliche Ehe eines Bekannten zu sprechen, der„gefangen“ worden war von einem Mädchen, die sich vortrefflich zu verstellen gewußt hatte! „Offen gestanden, lieber Mertens“, sagte der Freund,„Du bast auch ein solch ein eigenartiges Wesen ganz in Deiner Nähe. Meine Frau traut ihr nicht recht, sie hat erfahren, daß sie erst in letzter Zeit umgezogen ist, wahrscheinlich, weil die frühere Wirtin Verschiedenes wußte". Mertens genierte sich, offen zu reden, er sagte: Ach was Du denkst! Ich muß mir die Dame warm halten, Maschinenschreiberinnen gibt es nicht viel; ich habe seinerzeit nur zwei Offerten erhalten".5„ „Zwei Offerten?“ rief Marx erstaunt.„Der Schulz erhielt neulich achtzehn!“ Nun staunte Mertens, und Marx drang darauf, der Sache auf den Grund zu gehen. Beide begaben sich zum Schalter der postlagernden Briefe.„Können Sie sich,“ sagte Marx dem Beamten.„vielleicht an die Offerte Caro erinnern?“ „Jawohl,“ sagte der Beamte lächelnd. „Da kamen ja eine Menge Offerten, ich sagte noch zu meinem Kollegen: Der Wauwau— denn um einen Hund konnte es sich nur handeln— der Wauwau hat Glück! Es war ein ganzer Haufen Offerten da, wer sie aber geholt hat, darauf kann ich mich nicht mehr erinnern.“ „Spann auf die Ratte!“ sagte Marx zu Mertens.„Da steckt etwas dahinter!“ Frau Marx, die von der Sache erfuhr, begab sich nun zu der früheren Wirtin des Fräulein Wendler. Die Frau war gar nicht gut auf ihre ehemalige Mieterin zu sprechen. „Erinnern Sie sich vielleicht", fragte die Unermüdliche, „daß Fräulein Wendler einmal eine größere Anzahl Briefe nach Hause brachte?“ „Hm,“ sann die Frau nach.„Ach richtig, eines Abends, es sind wohl vier Monate her— trat ich ein und da lagen eine Menge Briefe auf dem Tisch. Das Fräulein wollte sie verstecken, aber ich sah doch, daß sie alle eine Aufschrift hatten. Es war ein Hundename, und ich fragte noch: Wollen Sie sich nun einen Bräutigam oder einen Hund anschaffen, Fräulein?“ „War es vielleicht der Name Caro?“ fragte Frau Marx. „Jawohl, Caro hieß der Name, der auf allen Briefen stand.“ Marx teilte seinem Freunde dies Ergebnis mit. „Das kann ich nicht glauben!“ rief dieser.„Es ist Verleumdung!“ „Nun, dann wollen wir die Probe machen,“ sagte der praktische Marx.„Hast Du zufällig einen Kassenschein bei Dir?“ „Ja hier, einen Hundertmarkschein!“ „Gut. Wir erlassen nun ein Inserat: Maschinenschreiberin. Die Damen, die vor vier Monaten auf die Chiffre Caro Offerten einreichten, werden gebeten, ihre Aresse„postlagernd“„An den Inhaber des Hundertmarkscheins Nr. 16334“ zu senden.“ Mertens schüttelte den Kopf, ließ aber das Inserat einrücken. Als er dann am Schalter erschien und den„Blauen" vorzeigte, erhielt er siebzehn Briefe. In jedem stand eine Adresse, und jede der Tipvdamen bemerkte, daß sie vor vier Monaten unter„Caro“ geschrieben hätte. „Nu aber raus!“ rief Marx, der Mertens auf dem Wege zur Post begleitet hatte. Mertens war in peinlicher Verlegenheit. Nichts war ihm verhaßter als Unredlichkeit, und Lore war— seine Braut. Von seinem zarten Verhältnisse hatte er Marx noch nichts gesagt, und er beschloß, dies auch ferner geheim zu halten. Doch was tun? so fragte er sich. Aber bald kam er zu einem Entschluß. Als am Abend Fräulein Lore in ihrer Stube saß, erhielt sie ein Paket durch einen Dienstmann zugestellt. Sie öffnete und fand einen Brief mit ihrem Namen, der also lautet:„An Fräulein Wendler, hier. Aus gewichtigen Gründen sehe ich mich veranlaßt, Ihnen zu kündigen. Alles— nur keine Unredlichkeit. Ihre Stelle ist bereits besetzt. Achtungsvoll Mertens.“ Und als dann Lore den weiteren Inhalt des Paketchens Untersuchte, fand sie die siebzehn Briefe der Mitbewerberinnen. „Caro, Caro, warum hast Du mir das getan!“ seufzte Lore, Dann aber blitzten ihre Augen und sie flüsterte, ingrimmia: „Die Novelle Lore Mertens ist passé, nun— fange ich mir einen andern!“ Persönlichkeiten in Berlin dürfte vielleicht doch manches Gute im Gefolge haben, v. allem dürfte dadurch manches Vorurteil, welches an der Seine gegen Deutschland besteht, zum Verschwinden gebracht werden. Auf dem Balkan sieht es zurzeit wieder sehr bedenklich aus. In Mazedonien gärt es, und durch den von Krone und Parlament in Griechenland gefaßten Beschluß, die Nationalversammlung einzuberufen, droht die kretische Frage wieder akut zu werden. Die Kreter werden nämlich wahrscheinlich daraur bestehen, auch ihrerseits die Nationalversammlung zu beschicken, während das anderseits für die Türkei einen Kriegsfall bedeuten müßte. Hoffentlich gelingt es den Schutzmächten noch rechtzeitig, die heraufziehende Gefahr beseitigen. zu Lokale Nachrichten. Neuß, 5 Febr. (:“ Der Haushaltsplan 1910 der Rheinischen Provinzialverwaltung. Der Haupthaushaltsplan für 1910 schließt im Voranschlag in Einnahmen und Ausgaben mit je 32 040 341 M gegen 30 434 826 M im Jahre 1909. Von der Steigerung mit 1 605 515 A werden durch Steigerung in den eigenen Einnahmen 1327 015 A gedeckt, so daß noch für einen Mehrbedarf von 278 500 u Deckung zu beschaffen ist. An Fonds stehen der Betriebsfonds mit 500 556 M und der Ausgleichfonds für Provinzialsteuer sind 10 831300 A zu decken. Für die Verteilung der Provinzialabgaben zu dem bisherigen Satze von 12½ v. H. ist ein Staatssteuersoll von 86 650 400 A angenommen worden gegen 84 397 483 M im Vorjahre. Diese Steigerung des Staatssteuersolls ist auf die Neuveranlagung der Gebäudesteuer zurückzuführen. Durch diese Steuerveranlagung, die im vorigen Jahre durchgeführt worden ist, hat sich das Soll der Gebäudesteuer in der Rheinprovinz um rund 2½ Millionen A# erhöht. Neben der Provinzialsteuer zum Satze von 12½ v. H. wird, wie im laufenden Rechnungsjahre, auch im Jahre 1910 noch eine besondere Provinzialabgabe von ½ v. H. des Staatssteuersolls zur Ansammlung eines Fonds zur Verminderung des Anleihebedarfs für regelmäßig wiederkebrende Hochbauten erhoben. Im Jahre 1909 hat diese Sonderabgabe 421 991 c ergeben, für 1910 ist sie mit 433 252 A veranschlagt. Der Satz von 12½ v. H. für die Provinzialabgaben bleibt, wie schon mitgeteilt, auch im neuen Jahre unverändert. Allerdinas sind auch erhebliche Mehrausgaben auf verschiedenen Gebieten neben dem Mehraufwand für erböhte Gehälter und Pensionen entstanden. Etwa eine halbe Million Mark mehr sind für die Kosten der Fürsorgeerziehung in der Rheinprovinz notwendig; nach dem Gesetz hat der Provinzialverband ein Drittes davon zu tragen. Erheblich wächst die Zahl der Minderjährigen, die rechtskräftig zur Ueberweisung in die Fürsorgeerziehung kommen. Für 1909 waren im Voranschlag 6708 solcher Zöglinge und ein Zuwachs von 190 berechnet. Am Schluß des Rechnungsjahres, am 1. Aprik 1910, muß aber statt mit einem Bestand von rund 6900 Zöglingen mit 8000 gerechnet werden, und nach der bisherigen Erfahrung ist außerdem für 1910 noch ein Zuwachs von 730 Zöglingen einzusetzen. Beim Landarmenwesen, das 101 000 A mehr erfordert, wird mit einem weitern Steigen der Ausgaben in der offenen Armenpflege nicht gerechnet, es wird vielmehr angenommen, daß die Arbeitslosigkeit ihren Höhepunkt erreicht hat. Von den übrigen Mehrbedürfnissen seien noch erwähnt: bei den Heil= und Pflegeanstalten 40000 A. vornehmlich weil eine um 405 Kranke stärkere Belegung vorgesehen ist, bei der erweiterten Armenpflege 97000 cAl. bei der Provinzialstraßenverwaltung 206 500 A. Abgesehen von dem Westfonds ist die Sparsamkeitsrücksicht des Staates selbst in ganz kleinen Posten zu spüren. So sind für Vergütung der Volontärärzte an den Mill-Opera Heil= und Pflegeanstalten Bonn und Grafenberg 1200 A neu eingesetzt worden mit der Begründung,„weil der Staat die für diese Aerzte bisher stets in dieser Höhe gezahlten Vergütungen aus Sparsamkeitsrücksichten nicht mehr gewahren kann". Unter den neuen Ausgabeposten finden sich 12000 A für größere Ankäufe für die beiden Provinzialmuseen in Bonn und Trier. Der Zuschuß zu der Einrichtung von Meisterkursen in Köln soll von 5000 M. auf 10000 A erhöht und dem Rheinischen Verein für Kleinwohnungswesen ein Zuschuß von 4000 M gewährt werden. Bei der Weinbauschule in Ahrweiler ist eine einmalige Ausgabe zur Errichtung einer Rebschule für die Zucht weißer Traubensorten eingesetzt, und zur dringend notwendigen Restaurierung der römischen Bäder in Trier 1200 A.— Bekanntlich beginnt die 50. Tagung des Rheinischen Provinziallandtages am 6. März. —“ Die Besteuerung der Wanderläger. Der Minister des Innern und der Finanzminister haben nachstehende Verfügung an die Provinzialbehörden gerichtet: Bei der Besteuerung des Wanderlagerbetriebes ist nicht überall richtig und gleichmäßig verfahren worden. Um eine zutreffende und gleichmäßige Veranlagung herbeizuführen, wird auf folgende Punkte hingewiesen: 1. Für den Betrieb eines Wanderlagers mit Oelgemälden Steuerfreiheit nur bewilligt werden, wenn vorzugsweise künstlerische Interessen obwalten. Ein in einem Spezialfall eingeholtes Gutachten von Sachverständigen aus Künstlerkreisen charakterisiert den betreffenden Betrieb eines Wanderlagers mit Oelgemälden wie folgt: Das Unternehmen schädige den reellen Kunsthandel und die Kunst mehr, als es sie fördere; der Händler verkaufe fast ausschließlich minderwertige Kunstwerke; einige gute Namen würden als Lockvögel benutzt; die Werke dieser Künstler aber festgehalten oder nur zu sehr hohen Preisen verkauft; der Betrieb sei ein bedauerlicher Auswuchs im Kunsthandel, den man mit allen Mitteln unterbinden, nicht aber durch Gewährung der Wanderlagersteuerfreiheit unterstützen solle. 2. Die Wanderlagersteuerfreiheit darf nicht nachträglich, sondern vielmehr frühestens vom Tage des Eingangs des Antrags ab gewährt werden. Denn die Wanderlagertreibenden haben vor Eröffnung des Betriebes die Steuer zu entrichten, oder, wenn sie sich auf Bewilligung der Steuerfreiheit berufen, sich hierüber durch Vorlegung der betreffenden Verfügung des Finanzministeriums oder der zuständigen Regierung auszuweisen, widrigenfalls sie die Steuer vor Beginn des Betriebes zu entrichten haben. Eine Erstattung der entrichteten Steuer kommt nur in Frage, wenn die Bewilligung der Steuerfreiheit vor Eröffnung des Betriebes erteilt war, die Verfügung aber nicht sofort vorgelegt werden konnte. 3. Eine Teilung der Steuersätze für einen kürzeren als einwöchigen Betrieb findet gemäß§ 4 Abs. 2 des Gesetzes vom 27. Februar 1880 nicht statt; die Steuerfreiheit kann daber gegebenenfalls erst mit dem Beginn der neuen Betriebswoche eintreten. 4. Wenn ein. Wanderlager von mehreren Inhabern betrieben wird, so darf der Steuersatz nicht nach der Zahl der Inhaber geteilt werden; es ist vielmehr jede Person, für welche die im§ 1 des Gesetzes bezeichneten Voraussetzungen vorliegen, zur Entrichtung der vollen Wanderlagersteuer verpflichtet. 5. Vielfach wird Wanderlagersteuer festgesetzt und entrichtet. ohne daß der Gewerbetreibende einen Gewerbeschein besessen hat. Für den Betrieb eines Wanderlagers ist aber der Besitz eines Wandergewerbescheins für die zu vertreibenden Waren Vorbedingung. sofern nicht das Geschäft durch einen am Betriebsort einheimischen Verkäufer betrieben wird. Abgesehen von diesem Falle liegt mithin eine Wandergewerbesteuer=Zuwiderhandlung vor, wenn ein Wanderlager ohne Gewerbeschein oder mit andern als den im Gewerbeschein verzeichneten Waren betrieben wird. Es ist daher streng darauf zu halten, daß die Anmeldung eines Wanderlagerbetriebes nach dem vorgeschriebenen Muster erfolgt. 6. Nach§ 6 des Gesetzes und Nr. 7 der Ausüfhrungs=Anweisung steht der Gemeinde nur dann die Festsetzung der Wanderlagersteuer zu, wenn die Anmeldung des betressenden Wanderlagers zur Besteuerung vorschriftmäßig erfolgt ist. Sobald die Steuerpflicht bestritten wird, muß streng nach§§ 7 und 10 #ges und Nr. 8 der Ausführungs=Anweisung verfahren .7. 2v§ 10 des Gesetzes finden die Bestimmungen des § 29 des Gesetzes vom 3. Juli 1876, wonach die zum Gewerbebetrieb mitgefüyrten Gegenstände, soweit es sich zur Sicherstellung der Steuer, Strafe und der Kosten erforderlich ist, in Beschlag genommen werden können, auch bei WanderlagersteuerUebertretungen Anwendung. Wird von dieser Vorschrift angemessener Gebrauch gemacht, so werden Ausfälle an Wanderlagersteuer mehr als bisher vermieden werden". (Weitere Lokalnachrichten im 1. Blatt.) dem Kreise. (?) Desinfektionen. Da die Lungenschwindsucht(Tuberkulose) auch in hiesiger Gegend alljährlich manches Opfer fordert, sind die Gemeinden des Kreises dazu übergegangen, die Desinfektion der Wohnungen, die von derartigen benutzt worden sind, weiter auszudehnen, um so einer Weiterverbreitung dieser Volkskrankheit vorzubeugen. Gesetzlich ist nur vorgeschrieben, daß die Wohnung bei einem Todesfall von Lungen= oder Kehlkopftuberkulose desinfiziert werden muß. Diese Maßnahme genügt aber nur unvollkommen, da die Mieter einer Wohnung, aus der ein Schwindsüchtiger verzogen ist, leicht auch an Schwindsucht erkranken können. Deshals müssen beim Wohnungswechsel von Personen, welche an Tuberkulose leiden, die Zimmer ebenfalls desinfiziert werden, um die Tuberkelbazillen zu vernichten. Auch ist unbedingt notwendig, daß die Desinfektion der Wohnung veranlaßt wird, wenn ein Familienmitglied wegen Lungen=, Darm= oder Kehlkopfschwindsucht einer Heilstätte einem Krankenhaus zugeführt wird. Von dem hohen Werte dieser Maßnahmen durchdrungen, haben die Gemeindevertretungen beschlossen, die durch die Vornahme solcher Desinfektionen entstehenden Kosten grundsätzlich auf den Gemeindeetat zu übernehmen, sodaß den Antragstellern keinerlei Kosten erwachsen. Es genügt lediglich eine Meldung durch den Hauswirt oder den Mieter auf dem zuständigen Bürgermeisteramt. Wie wir hören ist eine Anzahl derartiger Desinfektionen bereits ausgeführt worden. Im Interesse der allgemeinen Gesundheitspflege wäre es zu wünschen, daß von der getroffenen Einrichtung recht fleißig Gebrauch gemacht würde. Neußzer schachzeitung Uo. 43. Beiträge, Anfragen und Lösungen der Aufgaben sind on Herrn Dr. Ullrich. Neuß, zu richten. Die Spielabende des Reuße Schachvereins finden Montags und Donnerstags 8½ Uhr abends im Hotel Neckenig statt. Gäste sind stets willkommen. Unentgeltliche Anleitung im Schachspiel Wettkampf um die Weltmeisterschaft: Zwischen dem Weltmeister Dr. Em. Lasker und Karl Schlechter, Wien, wird augenblicklich ein Wettkampf, oder vielmehr eine Serie von 10 ernsten Partien um die Meisterschaft gespielt. Die erste Hälfte der Partien wurde in Wien, die zweite wird in Berlin ausgefochten ist das anerkannt vielseitigste, vollkommenste Musikinstrument des Jahrhunderts,# daher wird auch immer nur die Mill-Opera nachgeahmt und nicht die anderen! Bezug nur durch de Firme Otto Jacob sen., Berlin 576 Friedenstr. 9. Gegen Barzahlung e mit 50 Rabatt. Größtes Sprechmaschinen-Geschäft Deutschlands. Gegen bequemste Vollständig kostenlos gelangt der Käufer einer echten Mill-Opera in den Besitz eines reichhaltigen Repertoirs, da wir zu jedem gekauften Apparat je nach Größe 20 bis 40 verschiedene Konzertstücke und 200 Nadeln gratis liefern! als-Raten ohne 1 Pfennig Aufschlag! Für alle Apparate 2 Jahre schriftliche Garantie. 5 5 Mod. 15a. M. 38.50. 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Partie des Wettkompfes. Weiß: Schlechter.— Schwarz: Dr. Lasker. Spanisch. 1. e2—64 67—e5 2. Sgl—13 Sb8—66 3. Lf1—b5 Sg8—16 4. 0—0 47—46 1 5. T11—el Lf8—e7 6. 42—d4 e5Xd4 7. S13X04 Lc8-47 8. Sb1—c3*) 0—0 9. LböXc6 b7Xc6 10. Lel—g5 T18—e8 11. Do1—43 Sf6—06 12. LgöXe7 DdsXe7 13. 844—13 Ta8—08 14. b2—53 Sg4—e5 15. Sf3Xe5 De7xe5 16. Da3—e3 17. De3—43 18. T6l—63 19. Ta1—e1 20. b2—53 21. Sc3—a4 22. 62—04 23. Sa4—03 24. D43—42 25. Tel—e2 26. D62—44 27. D44—42 28. Da2—44 29. D44—42 remis. De6—a5 Te8—67 T58—68 17—16 L47-eß Le6—17 7—h6 Kg8—08 Lf7—96 Lg6—17 Dab—b6 Db6—a5 Da5—b6 Db6—15 )) e s f ä l l t a u f, d a ß L a s k e r d i e b r a s i l i a n i s c h e V e r t e i d i g u n g n i c h t mehr wählt, die er gegen Dr. Darrasch steis anwandte.?) Josefowitsch zog im Städtekampf Essen=Düsseldorf an dieser Stelle c2—c3 und erhielt das überlegene Spiel, scheint auch uns stärker wie der angewandte Zug. Schlußstellung: il. 2 b* 4 1 g h Bei dieser ausgeglichenen Stellung könnte man uns fragen, wie soll eine Partei gewinnen? Ja das wollen wir ja eben von unsern großen Meistern lernen, aber hier lassen 2 der ersten die Frage unbeantwortet. Hubertus=Husten=Bonbons Zeutel 25 c wirken überrasch. lindernd, empf. Haus Reings. Crefelderst. 16. Amtlicher Teil. Der Mann im Damenbad. Schrecken und Entsetzen herrschte vergangenen Woche in dem Damenbad des Städtchens Domhrowg,„Die diversen Jungfrauen, jungen Frauen und Familien=Mütter waren im Eva=Kostüm, als sich ein fürchterliches Geschehnis abspielte. Aus einer am Ende eines langen Ganges gelegenen Zelle ertönte plötzlich der Gesang eines Mannes: Mit verblüffender Deutlichkeit, aber mit sympathischem Organ sang er:„Einst spielte ich mit Scepter usw.“ aus Lortzing's„Zar und Zimmermann.“ Die robuste Badefrau stürzte wie ein giftiger Drachen in die Zelle„begleitet vom Wehegeheul und Gekreisch der Wasser=Nymphen. Aber o Enttäuschung! Den Mann fand man nicht, sondern nur seine schönBariton=Stimme. Diese kam aus einer echten„Mill=Opera“, einer der bekannten Musizier= und Sprechmaschinen, wie sie die Firma Otto Jacob, senior, Berlin, Friedenstr. 9, versendet. Ein kleines Damen=Complott hatte sich diesen Scherz geleistet. Die„Mill=Opera=Maschine“ ist schon von ca. cA 35,— an, auf Wunsch sogar gegen bequeme Ratenzahlungen und ohne Preiserhöhung von obengenannter Firma zu erwerben. Man läßt sich die reichtstustrierten Broschüren über„MillOpera=Maschinen“ gratis senden. Duppen Fix und fertig— 3 Teller 10 Ph. Knorr-Sos Jede gait als Geische würzt samos Supgen, Jaucen, Gemüse, Fleischspeisen etc. Polizei=Verordnung betreffend Karneval. Auf Grund der§§ 5 und 6 des Gesitzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850 und des§ 143 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird für den Bezirk der Stadt Neuß die folgende Polizeiverordnung für die Dauer der drei Karnevalstage erlassen: a. un. 8 I. Das öffentliche Erscheinen einzelner oder mehrerer verkleideter Personen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen ist von 12 Uhr mittags ab gestattet, jedoch ist das Tragen von Gesichtsmasken verboten. Oeffentliche Aufzüge dürfen nur nach vorher eingeholter schriftlicher Genehmigung der Polizeibehörde stattfinden. § 2. Verboten sind Verkleidungen, sowie die Anhestung und Verteilung von bildlichen Darstellungen, Liedern, Zetteln und dergleichen, welche gegen die Religion und gegen die guten Sitten verstoßen oder für obrigkeitliche oder Privatpersonen beleidigend sind, Gegenhände der öffentlichen Achtung herabwürdigen oder sonst das Anstandsgefühl verletzen. Insbesondere ist das Erscheinen männlicher Personen in Frauenkleidung u. weiblicher Personen in Männer= kleidung auf der Straße untersagt. Verboten ist auch das unbefugte Tragen von Militär= und Beamtenuniformen. § 3. Ebenso ist es den verkleideten Personen untersagt, auf den öffentlichen Straßen und Plätzen, so vie in öffentlichen Lokalen insbesondere auf Bällen u. s w. bewaffnet oder mit Stöcken versehen, zu erscheinen, die Ehrbarkeit durch neußerungen oder Gebärden zu verlitzen oder das Publikum durch Schlagen mit Pritschen, durch sonstige Neckereien, z. B. mit Pfauenfedern, Wedeln oder durch das Umringen von Personen und dergleichen zu belästigen. § 4. Untersagt ist der Gebrauch von mißtönenden, insbesondere trompetenartigen Instrumenten(Nebelhörnern etc.), der Mißbrauch von Trommeln, das Singen zweideutiger Lieder auf den Straßen, Plätzen und in den Wirtschaften sowie das Musizieren, Singen u. Schreien auf den Straßen nach 10 Uhr abends. § 5. Verboten wird ferner das Werfen mit P vierschlangen und Konfetti auf den öffentlichen Straßen und Plätzen, aus den Häusern nach diesen Straßen und Plätzen, sowie in den öffentlichen Lokalen; auch wird das Werfen mit anderen Gegenständen, wie Apfelsinen, Bonbons u. s. w. durch Teilnehmer an öffentlichen Aufzügen untersagt. § 6. Welcher die Lösung einer Maskenkarte betraf, ist aufgehoben. § 7. In allen Ballokalen ist ohne Rücksicht auf die Art der Beleuchtung für eine ausreichende Notbeleuchtung mittels Kerzen orer durch Pflanzenöle gespeiste Lampen zu sorgen. Sämtliche Ein= und Ausgänge sowie die Korridore zu den Lekalen sind frei zu halten und nicht durch Tische, Stühle, Bänke u. s. w. zu verstellen; auch ist das Verschließen von Ein= und Ausgängen untersagt, so lange noch Gäste sich im Lokale befinden. Die Einund Ausgänge sowie die Notausgänge mit lesbarer Schrift zu bezeichnen. § 8. Personen, welche auf den Straßen und in den Wirt schaftslokolen im Umherziehen gewerbsmäßig Musik ausführen und Schaustellungen oder sonstige Lustbarkeiten öffentlich darbieten wollen, bedürfen dazu der ortspolizei lichen Erlaubnis. § 9 Zuwiderhandelnde verfallen, sofern durch die Uebertretung nicht etwa eine höhere gesetzliche Strafe verwilkt ist, in eine Geldstrafe von 1 bis 9 Mark, an deren Stelle im Unvermögenssalle verhältnismäßige Haststrase tritt. Gegenwärtige Polizei=Verordnung tritt sofort in Kraft. Die Polizei=Verordnung vom 21. Fedruar 1905 wird hier mit aufgehoben. Neuß, den 30. Januar 1907. Die Ortspolizeibehörde. Der Bürgermeister: Gielen. Vorstehende Polizei=Verordnung wird hierdurch in Erinnnerung gebracht. Neuß, den 8. Januar 1910. Die Polizei=Verwaltung. Bürgermeister: J. B: Klein. Polizei=Verordnung betreffend den Besuch von Konditoreien, häusern, Schenkwirtschaften und Getränksverkaufsstellen durch Schüler. Auf Grund des§ 11 des Gesetzes über die PolizeiVerwaltung vom 11. März 1850 verordnen wir für den Umfang unseres Verwaltungsbezirks was folgt: § 1. Den Inhavern von Konditoreien, Gasthäusern, Schankwirtschaften und Getränkeverkaufsstellen ist es untersagt, Schülern irgend welcher Art, insbesondere auch denjenigen, welche mittlere oder höhere Schulen besuchen, den Aufenthalt in ihren Lokalen zu gestatten oder denselben Speisen oder geistige Getränke zu verabfolgen, es sei denn, daß die Schüler sich in Begleitung und unter Aufsicht ihrer Eltern, sonstiger erwachsener Angehörigen, Vormünder oder Lehrer, oder auf Reisen, sei es vom Orte ihrer Schule zu ihren Angehörigen oder umgekehrt, sei es auf Ferienreisen, befinden. § 2. Eine Ausnahme von der Bestimmung des§ 1 findet nur für die Inhaber solcher Lokale statt, welche von dem zuständigen Schuldirektor die ausdrückliche schriftliche Erlaubnis erhalten haben, Schüler unter Innehaltung der in der schriftlichen Erlaubnis festgestellten Bedingungen zu bewirten.5 „###ie Nichtbefolgung dieser Anordnung wird mit Geldbuße bis zu 30 Mark resp. im Unvermögensfalle mit verhältnismäßiger Haft bestraft. Geschieht die Verabreichung von Speisen oder geistigen Getränken an Schüler in diesen seitens der Wirte zu solchem Zwecke überlassenen besonderen Räumen, so tritt Geldstrafe nicht unter fünf Mark, resp. im Unvermögensfalle verhältnismäßige Haftstrafe ein. Außer der Verhängung der in diesem s angedrohten Strafen haben die Kontravenienten die Einleitung des Konzessionsentziehungsverfahreus wegen Mißbrauchs der Konzession gemäß§§ 33 uud 53 der Reichsgewerbeordnung zu gewärtigen. ..§ 4. Durch gegenwärtige Verordnung werden sämtliche in unserm Bezirke erlassenen, denselben Gegenstand betreffenden Lokalpolizeiverordnungen aufgehoben. Düsseldorf, den 13. Mai 1881. Königliche Regierung. Vorstehende Polizei=Verordnung bringe ich hierdurch mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis, daß die Bürgermeister und Beamten der Exekutiopolizei angewiesen sind, alle Schankstätten ihres Bezirks im vorberegten Sinne streng zu überwachen und jeden Fall einer Uebertretung sofort unter Feststellung der begleitenden Umstände zur gerichtlichen Cognition zu bringen. Neutz, den 20. Mai 1881. Der Landrat: von Heinsberg. Vorstehende Polizei=Verordnung wird hierdurch in Erinnerung gebracht. Neuß, den 3. Februar 1910. auverein. Wohnhäusern an der DykhosArbeiten bezw. Lieferungen zu Zum Neubau von 13 straße sind nachstehende vergeben: 1. Maurerarbeiten. 2. Holzlieferung, 3. Schutzdecken, 4. Klempnerarbeiten, 5. Dachdeckerarbeiten, 6. Schlosserarbeiten, 7. 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Flur B Nr. 140 u. 141, am Mühlenpsädchen, Acker, 25,32 Ar, neben Josef Cremer und Weg nach Neuß, 5. Flur B Nr. 273/171, Hammfeld, Acker, 12,79 Ar, neben Maria Schornstein und Anton Tillmann, 6. Flur C Nr. 2, an der alten Landstraße, Acker, 26,69 Ar, neben Kirche Holzheim und Geschw. Effertz, 7. Flur C Nrn. 490/17, 491/17, Röckeratherweg, Acker, 40,71 Ar, neben Werner Schmitz und Theodor Schornstein, 8. Flur C Nr. 274, Minkel, Acker, 31,33 Ar, neben Werner Schmitz und Heinrich Ritterbach, 9. Flur A Nr. 1290/494, Am Rosdorferweg, Acker, 19,65 Ar, neben Hubert Platzbecker, 10. Flur A Nr. 1291/494, daselbst, Acker, 19,65 Ar, neben Emil Klören, 11. Flur B Nr. 233/6, Im Wannloch, Acker, 20,65 Ar, neben Wilhelm Hilgers und Anton Krings, 12. Flur A Nrn. 1050/58 und 1051/58, Am Mühlenpfädchen, zur Wingersbrück, Acker, 21,76 Ar, neben Gertrud Lyrmann und Wilhelm Schmitz, 13. Flur B Nr. 192, Am Mühlenpfädchen— Spitz— Acker, 30,92 Ar, neben Erpratherweg und Johann Overlack. b) Gemeinde Neuß: 14. Flur H Nr. 285/0.98, Auf'm Sandberg in der Feldflur, Acker, 12,99 Ar, neben Peter Esser beiderseits, 15. Flur I Nrn. 1416/VIII 32 u. 16/Vill 31, daselbst, Acker, 94.18 Ar, neben Heinr. Heusgen und Firma Grundbesitz Caspar Thywissen, durch den unterzeichneten Notar öffentlich meistbietend auf längeren Kredit gegen Bürgschaft versteigern. Die näheren Bedingungen sind bei dem Unterzeichneten zu erfahren. Friedrichstr. 37. Haus-Entwässerung.# Gelegentlich der Ausführung der städtischen Entwässerung empfehlen sich die Unterzeichneten den hiesigen Behörden und Haus-Eigentümern, zur Projektierung und Ausführung von Hausentwässerungs-Anlagen. Die Arbeiten werden nach den hiesigen baupolizeilichen Vorschriften unter fachmännischer Leitung mit nur geübtem Personal ausgeführt. Die Entwässerungs-Zeichnungen fertigen wir mit an. Gefällige Aufträge werden auch durch die Herren Architekten Greven und Heurich, Kaiser Friedrichstr. 114, angenommen. 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Ferner ca. 200 Ctr. Kartoffeln in verschiedenen Sorten, 8 Waggon Erdkohlrabien, 3 Gruben gesäuerte Rückstände, sowie das gesamte Hausmobilar. Das Inventar befindet sich in sehr gutem, teils neuen Zustande Am 18. werden die Pferde und Schweine, am 19. das Gutsinventar und Hausmobilar, am 21. die Kühe verkauft. Nicht bekannte Ankäufer haben ihre Zahlungsfähigkeit durch ein Attest der Ortsbehörde nachzuweisen. Steig preise bis zu Mk. 5.— sind sofort zu bezahlen. Der Ver kauf geschieht auf Kredit gegen gute Bürgschaft. Cöln, den 3. Februar 1910. Königl. Notar: Dr. Krebs, Justizrat Rindviehmarkt zu Cleve am Mittwoch, den 9. Februar 1910. haus=Verkauf zu Neuß. Am Montag, den 14. Februar 1910, nachmittags 3 Uhr, assen die Erben, der zu Neuß verstorbenen Eheleute Aaton Beckers und Maria geb Hermanns,(602 im Restaurant Hohenzollern zu Neuß, Ecke Kapitel= und Büttgerstraße, die zum Nachlasse der genannten Eheleute Beckers gehörigen, zu Neuß geegenen Grundgüter und Gebäude, urch den Unterzeichneten öffentlich auf Credit gegen Bürgschaft versteigern, und zwar: a) das Wohnhaus Sternstraße Nr. 16 mit allem An= und Zubehör, Flur F Nr. 1412/361, groß 3,12 Ar, b) eine Baustelle an der Sternstraße, Flur F Nr. 3139/362, groß 5,18 Ar, c) ein Grundstück an der Krur, Flur Nr. 3121/385, groß 14,87 Ar, d) eine Baustelle an der Sternstraße, neben Haus Nr. 14, Flur F Nr. 3141/361, groß 8,08 Ar. Neuß. Justizrat Tils, Notar. Empfehle mich den geehrten Damen von Neuß im Frisiren. Abonnement billigst Frau Boedecker, Nordkanalallee 32 Klubsessel, preiswert zu verkaufen. Gefl. Off. unter L B2 an die Exped. dsr. 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