Neusser, Zeitung Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnand Festtage. Dreis vierteljährlich in Neuß .50 Uk., durch die Dost bezogen 7.65 Uk., mit Uustr. Unterhaltungsblatt in Neuß 7.80 Uk., durch die Dost bezogen 1.95 Mk. Druck und Verlag: R. Noack, Neuß. Celephon No. 57. Nr 238. 1. Blatt Politische Nachrichten. Deutschland. Auf Grund des§ 132, Absatz 1,§§ 141, 144 des Invalidenversicherungsgesetzes hat der Bundesrat über die Entwertung der Marken und die Einrichtung der Quittungskarten für die Invalidenversicherung nachstehende Vorschriften beschlossen: An Stelle der in der Bekanntmachung betreffend die Entwertung und Vernichtung der Marken bei der Invalidenversicherung vom 99. November 1899(Reichs=Gesetzblattes Seite 665) unter Ziffer 1, 4 und 5 veröffentlichten Vorschriften treten folgende Bestimmungen: 1. Arbeitgeber und Versichterte, welche Marken in die Quittungskarten einkleben, sind zur Entwertung sämtlicher Marken verpflichtet, 4. Diejenigen Organe der Versicherungsanstalten, Behörden oder Besamten, welche die Kontrolle der Beitragsentrichtung ausüben, sind verpflichtet, alle in den Quittungskarten befindlichen Marken zu entwerten, welche noch nicht entwertet sind. 5. Die Entwertung der Marken liegt in den Fällen 1 und 2 demjenigen ob, welcher die Marken einzukleben hat; sie muß alsbald nach der Einklebung erfolgen. Die vorstehenden Bestimmungen sind mit dem 1. Oktober 1905 in Kraft getreten. Berlin, 16. Dez. Nach amtlich eingegangener Auskunft aus Stettin befinden sich zur Zeit: In Libau: die Dampfer Wilhelm Minlos und Hansa aus Lübeck; in Riga: die Dampfer Sedina und Deutschland aus Lübeck; in Reval: die Dampfer Wolga aus Stettin(dieser ist möglicherweise schon auf der Rückreise) und Illita aus Lübeck. Nach Riga unterwegs: Dampfer Livland aus Lübeck. Nach Reval unterwegs: die Dampfer Trave aus aus Lübeck und Moskau aus Stettin(dieser über Stockholm). Wie die Rh. W. Ztg. ferner erfährt, hat der Reichskanzler den Oberpräsidenten von Ostpreußen ersucht, sofort je einen Dampfer für Riga, Libau und Reval zu chartern, damit sie im Notfall für dortige deutsche Reichsangehörige zur Verfügung stehen. Italien. Das Deutsche Reich hat die Rolle, die es in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in der europäischen Auswandererbewegung gespielt hat, an Italien abgetreten. Aber während damals die Zahl der deutschen Auswanderer nicht allzuweit über 200000 im Jahre hinausging, also etwa zehnfach so groß war als gegenwärtig, hat die italienische Auswanderung bereits in der ersten Hälfte des laufenden Jahres die ungeheure Zahl von 436 600 Personen erreicht. Wenn diese Bewegung bis zu Ende des Jahres anhält, dürfte Italien im laufenden Jahre 700000—800000 Personen durch Auswanderung verlieren; das ist fast soviel, wie Deutschland alljährlich an Bevölkerungszahl zunimmt. Infolge der ununterbrochenen starken Auswanderung sind in einigen Gegenden, besonders in Venetien und Calabrien, ganze Bezirke geradezu entvölkert. Nicht selten vol, baß eine ganze Gemeinde mit dem Geistlichen und dem Sindaco an der Spitze die Fahrt zu den Hafenplätzen antritt, um fern von der Heimat eine neue Existenz zu suchen. Die südafrikanischen Staaten, besonders Brasilien und Tripolitalien, sind das Hauptziel der italienischen Auswanderung, aber auch die Vereinigten Staaten und Kanada erhalten einen beträchtlichen Teil dieses Auswandererstromes. Mit ihren ungemein geringen Lebensbedürfnissen bei einem erstaunlich hohen Grad der landwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bieten die italienischen Auswanderer in Nordafrika für das französische, in Südamerika für das deutsche bäuerliche Element eine gefährliche Konkurrenz. In Brasilien haben sich die italienischen Ansiedlungen in solchem Maße gehäuft, daß in einigen Bezirken die italienische Sprache die spanische zu verdrängen beginnt und cus öffentliche Leben durchaus italienischen Charakter erhält. 8 Spanteen. 18. Dez. In Spanien ist man auf große Betrügereien in der Staatskasse gekommen Loriano interpelliert über die bei der Abstempelung äußeren Schuld begangenen Betrügereien und erklärt, Senator Cayonez und ein Pariser Banrier, der sich zum Mitschuldigen gemacht habe, hätten in betrügerischer Absicht Titres, die Spanien gehörten, mit einem besonderen Stempel, der bezeichne, daß die Zinsen in Gold anstatt in Silber seien, versehen lassen und dadurch die Staatskasse um 36 Millionen Pesetas geschädigt; der Justizminister erwidert, daß die Justizbehörde bereits eingeschritten sei. Amerika. Newyork, 16. Dez. Präsident Roosevelt sagte heute in einer Ansprache, die er an die Abordnung einer Vereinigung für den allgemeinen Frieden hielt, er glaube, daß die Ausdehnung der schiedsgerichtlichen Entscheidung auf die Angelegenheiten, die in der Vergangenheit Kriege lerbeiführten, fast jede Schwierigkeit zwischen den Völkern beilegen Kreisblatt Anzeigen im lokalen Verkehr 12 Lfs., sens 15 Pfg., die?gespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Reklamen 50 Ofg., die 4gespaltene Oetitzelle ooer deren Raum. Für die Redaktion verantwortl. R. Roack, Expedition: Neuß, Neustraße 7. Dienstag, 19. Dezember.(Nemesius.) würde. Er beabsichtige, bald Vertreter für die zweite Haager Konferenz zu ernennen, die beauftragt werden sollen, für die Ausdehnung des Schiedsverfahrens auf die bisherigen Kriegsursachen einzutreten, China. London, 18. Dez. Dem„Standard“ wird aus Schanghai von gestern gemeldet: Die Franzosen haben 200 Mann Truppen gelandet mit der Begründung der Notwendigkeit von Uebernahmemaßregeln. Diese Truppen, die hier vorübergehend bleiben, waren unterwegs von Saigun als Ersatz für die Garnison von Tiensin. Im französischen Lager sind jetzt 1900 Mann. Unruhen in Rußland. — Die Revolution schreitet unaufhaltsam fort. Ueber den wahren Umfang der Bewegung ist es schwer, genaues festzustellen, weil der Post= und Telegraphenverkehr nur mit Moskau, Nowgorod und Kasan fortgeht. Die Presse, selbst die monarchisch gesinnte, fordert mehrfach zur Bildung einer vorläufigen Regierung auf, weil die gegenwärtige Regierung zu schwach sei und alle Lebensinteressen des Volkes preisgebe. Jekaterinoslaw, 16. Dez. Heute Nachmittag legten die hiesigen Postbeamten die Arbeit nieder. Die Briefträger erschienen nicht, zerbrachen die Briefkästen, griffen einen Wagen an, der Briefsäcke enthielt und zerrissen die Briefe. Die Polizei schritt ein. Bei dem Handgemenge wurden zwei Polizisten durch Revolverschüsse verwundet. Petersburg, 16. Dez. Ein heute veröffentlichtes Manifest aus dem revolutionären Lager schildert die Lage Rußlands folgendermaßen:„Die Regierung steht am Rande des Verderbens. Sie hat das Land in einen Trümmerhaufen verwandelt und mit Leichen besaet. Die erschöpften und verhungerten Bauern sind nicht imstande, die Steuern zu entrichten. Mit den Mitteln des Volkes bat die Regierung dem Großgrundbesitz Kredit eröffnet und weiß jetzt nicht, was sie mit den versetzten Gütern anfangen soll. Mit Anleihen vom Auslande baute sie Bahnen, Kriegsschiffe und Festungen und schaffte Waffen an. Jetzt, wo die Quelle versiegt ist und es an Bestellungen der Krone fehlt, stellen die Fabriken den Betrieb ein. Ein Bankrott folgt dem andern. Die Banken stehen vor dem Krach. Die Handelsumsätze sind bis aufs äußerste beschränkt. Der Kampf der Regierung mit der Revolution ruft eine ununterbrochene Gärung hervor. Niemand vertraut mehr auf den morgigen Tag. Das ausländische Kapital fließt ins Ausland zurück, auch rein russisches Kapital geht dorthin. Reiche Leute verkaufen ihr Eigentum und ziehen ins Ausland. Längst hat die Regierung die Landeseinnahmen für die Armee und die Flotte verwandt. Schulen gibt es nicht, die Wege sind vernachlässigt. Dem ungeachtet fehlt es an Mitteln zum Unterhalt der Soldaten. Der Krieg führte Niederlagen herbei, zum Teil weil es an hinreichenden Kriegsvorräten fehlte. Im ganzen Lande steht die hungernde Armee auf, der Eisenbahnbetrieb ist in Unordnung, die Kassen der Bahnen sind von der Regierung geleert. Die Regierung plünderte die Sparkassen und benutzte die Einlagen zur Unterstützung von Privatbanken und oft ganz haltlosen Industrieunternehmungen. Der Geldvorrat der Staatsbank ist unbedeutend im Vergleich zu den Forderungen der Staatsanleihen und den Handelsumsätzen. Ohne Kontrolle nimmt die Regierung Anleihen auf, die die Zahlungsmittel des Landes überschreiten. Mit neuen Anleihen zahlt sie die Zinsen der alten. Jahr für Jahr stellt sie falsche Staatsbudgets auf. Die finanzielle Zerrüttung wird nur nach dem Sturz der Selbstherrschaft aufzuhalten sein. Die konstituierende Versammlung wird sich eingehend mit der Untersuchung der Finanzlage beschäftigen müssen. Petersburg, 16. Dez. Während der gestrigen Sitzung des Arbeiterdeputiertenrates wurde das Gebäude von Truppen eingeschlossen. Die Polizei verhaftete dreißig der Deputierten, die unter Bedeckung von Kosaken in geschlossenen Wagen fortgebracht wurden.— Wie die„Nowoje Wremja“ meldet, wird am 19. ds. im ganzen Reich feierlich bekannt gemacht werden, daß die Staatskasse über 30 Millionen zur Aufbesserung der Lage der Mannschaften anweise.— Der gestern von hier Zug, der, wie behauptet, 120 Millionen Gold zur Deckung von Staatsschulden nach dem Ausland bringen sollte, entgleiste ein Kilometer von hier, ohne Schaden zu nehmen. Die Petersburger Zeitung meldet, es liege der Verdacht vor, daß die Entgleisung in böswilliger Absicht herbeigeführt sei, um das Gold zu rauben.— Das Finanzkomitze kam in seiner gestrigen Beratung zu dem Schluß, es liege keinerkei Grund vor für die beunruhigenden Gerüchte über den geringen Fonds zum Umtausch von Noten in Gold; die umlaufenden Gerüchte würden von Revolutionären verbreitet Petersburg, 17. Dez. In Südlivland sollen gegen dreißig Gutsgebäude eingeäschert sein. Die Aufständischen belagern auch die Pfarrhäuser und beschießen sie, wenn ihnen nicht freiwillig Waffen geliefert werden. Sie nehmen die Geistlichen fest und setzen sie a. Von Nah und Fern. Krefeld, 18. Dez. Gestern Abend stürzte sich auf der Dionysiusstraße eine Wöchnerin, die junge Frau eines Steindruckers, in einem unbewachten Augenblicke im Fieberwahne aus dem Fenster der zweiten Etage auf das Straßenpflaster, wo sie tot liegen blieb. * Duisburg, 18. Dez. Gestern Morgen entstand hier in dem Hause des Drogisten Dr. Steckhahn, Ecke Münzstraße und Steinsche Gasse ein Feuer. Das Feuer wurde gegen 6 Uhr bemerkt als bereits das ganze Treppenhaus ausgebrannt war. Verschiedene Bewohner des Hauses mußten durch die Fenster gerettet werden. Der Feuerwehr gelang es, den Brand auf das Innere des Hauses zu beschränken. Das Feuer soll durch Diebe verursacht sein, die in der vergangenen Nacht in dem Hause eingebrochen haben. * Altenbeken, 16. Dez. Die Königliche Eisenbahn=Direktion Kassel teilt mit: In den letzten Tagen sind in verschiedenen Zeitungen Angaben über den Altenbekener Tunnel verbreitet worden, die den Tatsachen durchaus nicht entsprechen. Tatsache ist, daß innerhalb der im Umbau begriffenen alten Gewölbe einige unbedeutende Risse als natürliche Folge der Erneuerungsarbeiten entstanden sind. Von einem neuen Einsturz eines Teiles des Tunnels kann keine Rede sein. * Letmathe, 17. Dez. Der Invalide Mester kam im Hausflur zu Fall, schlug mit dem Kopse auf einen hinter der Tür stehenden Eimer und brach das Genick. Der alte Mann war sofort tot.— Im benachbarten Oese ertrank im Teiche das dreijährige Töchterchen des Oberförsters Düssel auf dem Rittergute Edelburg. * R e c k l i n g h a u s e n, 1 5. D e z. A l s g e s t e r n f r ü h der 7 Uhr Personenzug von Wanne hier einlief, machte man beim Ausladen der Postsachen die Entdeckung, daß zwei Postbeutel mit Geld fehlten. Man nimmt an, daß sich die Tür des Wagens während der Fahrt geöffnet hat und die beiden Beutel hinausgefallen sind. Ein Absuchen der Strecke hatte das Ergebnis, daß ein Beutel wiedergefunden wurde, während der zweite Beutel, dessen Inhalt angeblich 10 500 Mark betragen soll, bis zur Stunde noch vermißt wird. * Gildehaus, 17. Dez. Der Kirchendiener Holdt, welcher gestern Abend, wie allwöchentlich, mit der Bedienung der Heizeinrichtung in hiesiger Kirche beschäftigt war, wurde dort erstickt aufgefunden. Ueber die Ursache des Vorfalles herrscht noch Unklarheit. * T r i e r, 1 6. D e z. I n d e r K o g n a k b r e n n e r e i Elfen erfolgte im Kesselhaus eine starke Explosion, die wahrscheinlich durch einen Dynamitkörper der zwischen die Kohlen geraten war, hervorgerufen wurde. Ein Buchhalter, der gerade durch das Kesselhaus ging, wurde am ganzen Körper stark verbrüht. Zwei Mauern des Gebäudes stürzten zusammen, hierbei ging noch eine Anzahl gefüllter Kognakballons in Trümmer. * Mainz, 16. Dez. Der Karneval in Mainz scheint sich, diesmal wenig glanzvoll zu gestalten. Da sich kein Präsident nebst Komitee für den großen Karnevalsverein gefunden hat und die bisherige Leitung zurückgetreten ist, nahm ein geschäftsführender Ausschuß die Sache in die Hand, konnte aber mit der Stadt wegen der Miete der Stadthalle nicht einig werden. Darauf hat der Ausschuß beschlossen, von der Durchführung des Karnevals für die kommende Saison ganz abzusehen. Wie es heißt, will die Stadt die Fastnachtsmaskenbälle in eigener Regie veranstalten. * H a m b u r g, 1 7. D e z. D e r i n S e e g e h e n d e englische Dampfer Sappho rannte den einkommenden deutschen Ewer„Die drei Geschwister" an und bohrte ihn in den Grund. Die Mannschaft wurde gerettet. * Berlin, 16. Dez. Bei einer kinematographischen Vorführung im ersten Stock eines Hauses in der Müllerstraße rief ein an sich unbedeutendes Feuer, das an einem zur Vorführung benutzten Apparat entstand, eine große Panik hervor. Eine Anzahl Personen, zumeist Kinder, sprang aus einer Höhe von vier Meter auf die Straße hinab, zwei davon trugen Knochenbrüche davon, acht leichtere Verletzungen. * Paris, 18. Dez. Ein furchtbares Unglück ereignete sich in den Stahlwerken von Homecourt, Departement Meurthe et Moselle. 24 Arbeiter waren mit dem Reinigen der Röhren beschäftigt, als sich plötzlich eine Menge Kohlenoxydgas aus bisher noch nicht festgestellter Ursache in den Röhren entwickelte. Die zunächst befindliche Arbeiter schrien um Hülfe. Zwei Werkführer drangen ein, erlagen jedoch ebenso wie zwölf Arbeiter den Wirkungen des Gases. Die Verunglückten sind zumeist Italiener. * Graz, 16. Dez. Von einer Lawine überrascht wurden auf der Gemsenjagd in Strechen in Obersteiermark ein Gutsverwalter und ein Förster. Ersterer wurde unter den Schneemassen begraben. 1905. 80. Jahrg. Lokales. Neuß, 19. Dezember. [*] Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 0 Grad, niedrigste in vergangener Nacht 3 Grad unter Null, heute Morgen 2 Grad unter Null. Wind südwestlich. Barometer 4 mm gefallen. Heute Morgen stilles Frostwetter. ff. Prächtiges Weihnachtswetter ist uns vielleicht. doch noch beschert. Wenigstens hat der gestrige Montag diese Woche bestens damit eingeleitet. Morgens herrschte ziemlich starker Frost, tagsüber war es eine Freude, sich in lachendem Sonnenschein ergehen zu können. Die Zahl diesen Glücklichen ist jedoch leider nur gering. Der Geschäftsmann steht jetzt inmitten der besten Zeit den Saison, Sonnenschein ist für ihn ein reger Verkehr in seinen Verkaufsräumen. Freilich auch dieser nur durch gutes, echtes Weihnachtswetter gefördert, wie uns der verflossene Sonntag zeigte. In der Hauptstraße herrschte namentlich mit Beginn der Dunkelheit ein recht reges Leben. Dies läßt den Schluß zu, daß dieser Sonntag nicht nur dem Hörensagen nach der silberne oder goldene Sonntag gewesen ist, sondern daß auch die Geschäftswelt einen„goldenen Tag“, im engeren Sinne des Wortes erlebt hat. Hoffentlich füllt die jetzige Witterung die zweite Hälfte des Christmonates noch ganz aus, damit das Christkindchen umso besser seinen Weg auch bis in die ärmste Hütte findet. Andererseits sieht aber ein großer Teil der arbeitenden Bevölkerung dem kalten Frostwetter nur mit Besorgnis entgegen. Es sind dies die Bau= und Erdarbeiter; welche durch stärkeren Frost gezwungen werden, das Weiterarbeiten einzustellen. Für sie würde die Fortdauer der kalten. Witterung allerdings nicht die fröhlichste Weihnachten bedeuten. Andererseits künden ihnenaber die Weihnachtsglocken, daß die christliche Nächstenliebe sie nicht darben läßt, wenn Not undArmut bei ihnen einkehren sollte. R. Am Neubau der evangel. Kirche wird trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit fleißig weiter gearbeitet. Der Rohbau ist bereits soweit gediehen. daß mit der Errichtung des eigentlichen Turmhelmes schon begonnen werden konnte. In ansehnlicher Höhe, dort, wo der Steinbau des Turmes aufhört, arbeiten zur Zeit die Zimmerer. welche das Gebälk für den Helm legen. Immer höher steigt dasselbe, und allenthalben richtet sich der Blick neu= und wißbegieriger Passanten ebenfalls hinauf in die Höhe, um dem Werke der beherzten Männer folgen zu können. Besonders am gestrigen Montag, der uns den prächtigsten Sonnenschein brachte, hob sich das Bild, das uns der Turm= und Kirchenbau bietet, vorzüglich ab. Das Schiff ist nach außen soweit fast fertig, auch die Schieferbedachung ist bereits gelegt. Die Front, über welcher der Turm emporragt, ist noch in der ganzen Höhe von einem großen Gerüst umwehrt, das jedenfalls auch erst mit der Fertigstellung des Turmes verschwinden dürfte. Dessen ungeachtet, läßt sich aber jetzt schon die architektonische Schönheit des neuen Gotteshauses gut erkennen. Bekanntlich war ursprünglich beabsichtigt, den Bau nur in Backsteinen aufzuführen; zuständigen Orts hat man indessen diesen Plan aufgegeben und gleichzeitig beschlossen, die äußere Verkleidung in Hau= und Quadersteinen herzustellen. In welch vorteilhafter Weise dadurch nun der ganze Bau gewonnen hat, zeigt sich heute schon recht deutlich. Die Kirche wird bei jedem Beschauer ein prächtiges Bild wachrufen, dank auch der wirkungsvollen Anwendung des Rundbogenstils. Allenthalben sind schon Stimmen laut geworden, welche besagten, daß die neue Kirche auf einem ungünstigen Platz stände, welcher von allen Seiten eingeengt wäre. Diese Befürchtung können wir nun nicht teilen. Lassen wir erst einmal Gerüste und Bretterwände verschwinden und den freien Platz ringsherum entsprechend hergerichtet sein, dann wird es sich erst recht zeigen, daß man gut getan hat, gerade diesen Platz inmitten des schönsten Stadtviertels von Neu=Stadt zu wählen. Tatsächlich ist sie frei gelegen, eine Einengung wird sich nirgends fühlbar machen. Von der Drususstraße aus erblickt man Chor und Schiff, in der Breitestraße erhebt sich die Hauptfront und links und rechts ist für die Längsseiten des Schiffes vollauf genug freier Platz gelassen worden. So wird die Kirche dann eine kunstvolle Zierde der Stadt sein, auf welche die evangelische Gemeinde mit Stolz blicken darf. = Weihnachten naht! Wie alljährlich, so stellt sich auch diesmal der Deutschnationale Handlungsgehilfen=Verband in Hamburg bei uns mit der Bitte ein, unsere Leser und vor allem unsere geehrten Leserinnen darauf hinzuwaisen, daß er eine außerordentliche Erleichterung für die Geschäftsinhaber und ihre Angestellten bedeutet, wenn die Einkäufe nach Möglichkeit nicht in den späten Abendstunden und in den letzten Tagen vor Weihnachten besorgt werden. Wenn man bedenkt. wie angestrengt die Angestellten der meisten Ladengeschäfte die letzten vierzehn Tage vor dem Feste, in die sinkende Nacht hinein arbeiten müssen, wie durch die unvermeidliche geistige und körperliche Abspannung nach solcher Ueberarbeit das Weihnachtsfest für sie nur bedingungsweise das schönste Fest genannt werden darf, wird man die herzliche Bitte des Handlungsgehilfen= Verbandes verständlich finden. Also nicht am späten Abend und nicht im letzten Augenblicke einkaufen! .—* Die Ferien der höheren Lehranstalten der Rheinprovinz für das Jahr 1906 sind vom königlichen Provinzial=Schulkollegium in Koblenz wie folgt festgesetzt worden. Schluß des Unterrichts Pfingstferien: 1. Juni; Herbstferien: 8. August; Weihnachtsferien: 22. Dezember: Osterferien: 27. März. Anfang des Unterrichts. 12. Juni; 13. September: 8. Januar; 16. April. — Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin SalmDyck weilte, wie man uns mitteilt, gestern in unserer Stadt und besorgte ihre Weihnachtseinkäufe in den Geschäften: der Firmen: Rudolf van En dert, C. Th. Herkeknrath, E. Schnitzler, Jakob Lorenz u. a. Es ist dies ein ehrendes Zeugnis für unsere Neußer Geschäftswelt und ein Beweis dafür, daß die Neußer Geschäfte auch den höchsten Anforderungen zu genügen vermögen. Meinungs=Austausch für öffentliche Angelegenheiten (Die Redaktion steht dem Inhalte der unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel in jeder Beziehung fern und übernimmt dafür nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Es wird uns geschrieben: Vor Jahresfrist war Seitens der Bewohner des südlichen Stadtteiles der Wunsch laut geworden, auf dem Platze der abgebrannten Tonhalle eine neue Festhalle zu errichten, nachdem das Gerücht auftauchte, daß beabsichtigt war, vor dem Hessentor eine Halle zu bauen, die allen Anforderungen für große Feste und sonstige Veranstaltungen genügte. Alle die erfahren mußten, daß der ganze südliche Stadtteil durch den Wegfall der Tonhalle schwer Einbusse erlitt und daß dort im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen Geschäfte und Eigentumswerte sehr zurückgingen, ja, daß diese Zustände unerträglich wurden, begrüßten das Projekt eine Festhalle im südlichen Stadtteile zu errichten, mit großer Freude. Man gründete daher den Tonhallenbauverein. Zahlreiche Bürger bekundeten bereitwilligst durch Unterschrift ihr volles Verständnis. Das darnach auftauchende Projekt auf dem inzwischen von der Stadt angekauften Krurterrain zu bauen, hätte auch die Wünsche der Interessenten befriedigt. Leider hat es sich aber nicht verwirklicht. Nunmehr trat der Neußer Turn-Verein mit dem Antrage an die Stadtverordneten, ihm den Platz der früheren Tonhalle für den Bau einer Turn=(Festhalle) zu überlassen. werden, für die Schulen Turnhallen bauen zu müssen. Sehen wir davon ab, daß das Turnen ein obligatorischer Lehrgegenstand ist, so ist es doch eigentlich unerhört, daß hier in Neuß für die große Menge Schulkinder eine Turnhalle nicht existiert, während wesentlich kleinere Städte wie Neuß schaffen. Was den Gymnasiasten und den Schülerinner“ der höheren Töchterschule gut ist, kann den Schülern und Schülerinnen der Volksschulen doch nicht schüdlich sein! Und hier kann die Stadt also einem dringenden Bedürfnisse abhelfen und zwar sozusagen, ohne daß es ihr etwas kostet, während der Bau' eigener Turnhallen für die Stadt Tausende Mark verschlingt. Hoffentlich lassen unsere Stadtväter bei der heutigen Beratung auch diesen Punkt nicht aus dem Auge. Jahresbericht der Handelskammer zu Neuß für 1904. (Fortsetzung.) Jahresbericht der Städt. Krawatten=Fachschule pro 1904/05. Während des l. Halbjahres wurde die Schule von 37 Kindern besucht, davon waren 24 in der Klasse, 12 in der 2. Klanse und 1 Schülerin, welche die Prüfung schon bestanden hatte, jedoch ihre Näharbeiten in der Schule, unter Aufsicht der Lehrerin ansertigte. Im Il. Halbjahre besuchten die Schule 38 Schülerinnen, davon traten 2 aus so daß am Schlusse des Jahres noch 36 Schülerinnen in der Schule waren. In der 1. Klasse waren 21, in der 2. Klasse 12 Schülerinnen, ferner 3 geprüfte Schülerinnen. ertigt wurden im Ganzen 4735 Dutzend Krawätten= 56,820 Stück. Der Besuch der Schule hat sich sehr gehoben. Im verflossenen Schuljahre zählte die Schule im 1. Halbjahr 6 und im 2. Halbjahr 13 Schülerinnen mehr, wie im Schuljahr 1903/04. Es ist dies sehr erfreulich, zeigt es doch, daß der Nutzen der Schule sowie die Notwendigkeit des Besuches der Schule immer mehr anerkannt wird. Durch den stärkeren Besuch war die Schule in der Lage 925 Dutzend Krawatten mehr anzufertigen.=49 4 Jahresbericht der Freiherr von SchorlemerStiftung pro 1904/05. Im Schuljahr 1904/05, welches wegen des späten Ostertermines erst am 20./4. 1905 schloß wurden vier neue deutsche Nähmaschinen angeschafft und an die Schülerinnen zum Selbkostenpreis auf wöchentliche Abzahlung abgegeben. Die Turn=(Festhalle) würde an der Promenade mit Vordereingang, angegliedert an den Wasserturm wie der der Stadt eingereichte Plan zeigte, zur Verschönerung der Anlagen beitragen. Der jetzige wuste sogenannte Tonhallenplatz gereicht der Stadt keineswegs zur Zierde. Er ist auch von allen Stadtteilen bequem zu erreichen. Wir errinnern an die elektrische Bahnverbindung bis zum Oberror, an die offengelegte verlängerte Erftstraße, durch die das ganze sogen. Drususviertel mit der Promenade in Verbindung kommt, auch an das neue Villenviertel in Verbindung mit Jülicherund Bergheimerstraße, fur das der gewählte Platz ittelpunkt ist. Hoffen wir, daß #ie Stadtperordneten den berechtigten Wünschen des südlichen Stadtteils entsprechen, der notgedrunge nan sie herantritt, namentlich auch, wo das Projekt der Stadt nichts kostet und nur zur Verschönerung Novesias beitragen kann dürfte es alle Verechtigung, hav. Ein schönes Obertor zeigt sich im Gebilde. Hoffentlich bekommt das auch mit, de Tn-(esthalle) eine schöne NachbarHierbei sei noch erwähnt, daß der Bau der Bürgerschaft noch eine große Ersparnis bedeutet, als in dem Antrage des Neußer Turn=Vereins ausdrücklich hervorgehoben ist, daß die Halle an Wochentagen, morgens und Nachmittags, von den Volksschulen, bezw. einem Teile derselben und der Realschule zu turnerischen Zwecken benutzt werden kann. Die Stadt wird üver kurz oder lang in die Notwendigkeit versetzt Gesamtzahl der bezogenen Nähmaschinen beläuft ##### 2 Stüa, davon sind oie zuletzt bezogenen 12 Stück deutsches Fabrikat. Diese Nähmaschinen han sert veyr schön und haben sich bisheran gut Jahresbericht des Neußer Gemeinnützigen BauVereins pro 1904. Giellsn#####mrinnutzige Vau=Verein, AktienGesellschaft,„vollendete mit dem 31. Dezember 1904 sein 13. Geschäftsjahr. Derselbe errichtete insgesamt in diesen Jahren 91 Häuser, wovon o. Hauser„mit zusammen 165 Wohnungen in Besitz der Gesellschaft sich„befinden, während Hauser durch Kauf in andere Hände übergingen. Jahresbericht des Neußer Gemeinnützigen BauVerein pro 1904. ßer Gemeinnützige Bauverein, AktienGesellschaft, vollendete#mit dem 31. Dezember 904 sein 15. Geschäftsjähr. Derselbe errichtete 1 gesamt in diesen Jahren 91 Häuser, wovon Tauser nirt zusammen 165 Wohnungen im Besitz der Gesellschaft sich befinden, während 17 Hauser durch Kauf in andere Hände übergingen. Telegraphische Depeschen Leipzig, 18. Dez. Das„Leipz. Tagebl.“ erfährt soeven aus bester autoritativer Quelle, daß die Staatsregierung entschlossen sei, noch in dieser Session einen Gesetzentwurf, betr. die Wahlrechtsreform, im Landtag einzubringen. Die Nachricht erregt angesichts der vorgekommenen Straßendemonstrationen bedeutendes politisches Aufsehen Haag, 18. Dez. Einer amtlichen Meldung zufolge geriet in Pasangan an der Nordküste des Gouvernements Atchin auf Sumatra ein Transport in einen Hinterhalt. Zwei Unteroffiziere und zehn Soldaten der Bedeckung fielen, acht wurden verwundet. Der Feind ließ sechs Tote zurück. Konstantinopel, 18. Dez. Heute wurde das Urteil im Prozeß Joris(Bombenanschlag auf den Sultan) gefällt. Joris und drei anwesende Armenier, unter ihnen der frühere Portier des österreichischen Hospitals, die abwesende Frau Joris, Frau Rigs, Fräulein Fein, sowie drei andere Armenier wurden zum Tode verurteilt, 13 Armenier wurden zu lebenslänglichem Kerker, und drei Armenier zu 15jährigem Kerker verurteilt. Drei Griechen wurden als nicht verantwortlich erklärt und drei Armenier freigespochen. Handels=Nachrichten. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 19. Dezember. Neuer Weizen per 100 Kilo 1. Qual.. 17 50 2.„„ 16 50 Neuer Roggen per 100 Kilo 1. Qual.. 15 80 „„ 2.„„ 1 4 9 0 Hafer per 100 Kilo 1. Qual. 15— Kartoffeln per 50 Kilo.. 300—3.40 Heu per 50 Kilo„ 260—3,60 Luzernerheu per 50 Kilo„ M4 4.— Maschinenstroh per 500 Kilo„„„ 16.— 500 Kio„ 18.— Butter per Kilo„ 2 50 Eier(100 Stück) 13 Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert. Neuß, 19 Dezember. 24 2 Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. Rühöl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß). 53— Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 J höh. als Rüböl Rübkuchen per 1000 Kilo waggonweise. 119— „ in kleineren Partien 123— Kleien per 50 Kilo„ 5 50 Rüböl und Kuchen unverändert. aiT-K 11n Krefeld, 1d. Dez. Auf dem heutigen Schwei: markte stellten sich die Preise für fette Schweine folgt: 1. Qual. 70 J, 2. Qual. 68 J. öln, 18. Dez. Schlachtviehmarkt. Auftri 503 Ochsen, a. Vollfleischige, ausgemästete höch Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren M 83—00, d. Iu fleischige, nicht ausgemästete, ältere ausgemäs 44 78—80, a. Mäßig genährte junge, ältere 72— d. Gering genährte jeden Alters# 66—68; 708 Kl darunter 00 Weidekühe, Weidekühe 00—00, a. Vollfleisch ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes+44 00— b. Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schla wertes bis zu 7 Jahren A 72—00, c. Aeltere aus mästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere K und Kalben u 67—65, d. Mäßig genährte Kühe: Kalben K 62—64; 72 Bullen, a. Vollfleischige, a gemästete bis zu 5 Jahren J4 74—00, v. Vollfleisch füngere A 70—72, c. Mäßig genährte jüngere: altere 44 67—68, d. Gering genährte jüngere und ält M. 63—65, alles die 50 Kil. Schlachtgewicht. Ru und voraussichtlich geräumt; bis auf etwas gering äliese Tiere. 334 Kälber, a. Feinste Mast=(Vollmilchmast) und bi Saugkälber 4 88, Doppellender 44110, d. Mittl Mast= und gute Saugkälber 80—85, c. Geringe Sai kälber und ältere gering genährte Kälber(Fress 65—75 43 Schafe, a. Mastlämmer und jüngere Mastham (Zickwolle) 4 72—00, b. ältere Masthammel 72— c. mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzscho 68—00 die 50 Kil. Schlachtgewicht. Lebhaft und räumt. 2072 Schweine, a. M 72, vorgezeichnete 00—05, d. bis 0, o. 62—66 die 50 Kil. Lebendgewicht mit 20—22 Tara. Lebhaft und geräumt Am 18 Dez. wurden an frischem geschlachteten Flei aus Holland eingeführt: 636 Viertel Großvieh, Kälber, 147 Schweine. Amtliche Wechselzinssätze der Notenbauken vom 18. De Amsterdam 3. Belgische Plätze 4. Deutsche Plätze Kopenhagen 5. Lissabon 4. London 4. ItaliPlätze 5. Madrid 4½. Paris 8. Petersdurg## Schweiz. Plätze 5. Wien 4½3. Wertpapierbörse. Rüböl in Partien von 5000 Kil 52.50 B., Mai 53.50 B., 55,00 G. Köll 18. Dez Fruchtmarkt. Keine Zufuhr. Deu 6.00—8.00, Maschinenstroh(Roggen) 3.70 Richt 55% Flegeldrusch) 4.10—0.0), Krummstrod 3.50 die Magdeburg. 1d. Dez. Kartofsel=Spiritus. 70er Kartoffel=Spiritus prompt und Dezember A 5.,50, Jan. Sept. 1906 J 54 50 für 100 Liter reiner Alkohol vom Sveicher unter freier Vorhaltung der Gebinde. Berlin, 18 Dez Fruchmarkt. Wein= Dez. 183.00 (18.,25), Mai 188.50(18.,25), Juli(00.00(000,00) 170 75(1c.,50), Mai 174,50(173 75), Juli 000 00(000 00) Hafer Dez. 15500(15-,00), Mai 16=, 0 (161,50). Mais Dez 130.00(129.25), Mai 128.50(12.,75). Rüvöl Dez. 4800(41,10), Mai 51.80(51.70), Weizenmehl 22.50—24.50, Roggenmehl 21,40—23,30 M Das schärfer einsetz nde Frostwetter befestigte am heutigen Getreidemarkte die Haliung, weil es deckungen veranlaßte. Die Preisforderungen des Auslandes wiren wenig verärdert; Ware vom Inlande wurde mäßig angeboten. Haser und Mais blieben stetig. Rüböl blieb stetig Hamburg. 1d. Dez. Kaffee ruhig, Dez. 36¾, Mär 37½ Mai 37¾4 Sept. 38° 4 G „utmerpen, 18 Dez Petroleum, Tooe weiß, vor 20 g. Mubig 19½/ E. Jan. 18¾ B., Jan.=Mär; Antwerpen. 1d. Dez Schmalz, amertkanische Marke Wilcox, vorr. Fris. 100, Dez 95, Jan. 95¾, Mai 94¾ „Laris, 18., Dez. Weizen ruhig Dez 23.40. Jan 22 65, Jan. Avril 23.90, März=Juni 24.35 Poggen ruhig, Bez 16.00, März=Juni 16,75. Mehl stetig, Te. 40,90, Jan. 31.1—, Jan. April 31.50 srärz Juni 51•83##m. 5#hig Dez. 50,50, Jan. 56.50 Jan.= 5, 75, Mai=Aug. 5700, Sotrelus ruhig, Dez. 36,50, Jan 30,75, Jan.=Avril 37.00 Mai Aua. 37,75. Zucker ruhig, roher 88% 2000—20.50 weiße ruhig, Dez 24,12½, Jan. 24,25, Jan Anri 24,50, März-Juni 25,12½ Leinol ruhig, Tez 43,00, Mai Aug. 45.70. ##n##ggd, 18, Dez. Betreide###ri. Weizen Des. 83⅞8, Jan. 00, Mai 87 3/8, Juli 82¾/4 Sept. 00. Mais Dez. 44 7/8, Jan. 00 um 44. Juli 441/4 Sept. 44½ 3 38, Mai 31⅞ Rogoen Dez. 6:. Mai 72 Leinsaa Nordwest 1,01. Sdwest 1,00. New=York, 18 Dez. Getie demarkt. Weizer Tez. 945/8, Jan. 00, Mai 91⅞. Juli 00, Sept. 00 Mai so P5t#g..* Mais Dez. 55 Jan. 54, 50„Juli 50¼, Sev.. 00. Behl(spring wheat clear) 3.30, Getreidefracht n. Liverpool 2¼ Rogger perr. 75„„ Reichsanleihe Preuß. Konsols Rheinpr.=Obl. Berlin. 18. Dezember 1905 #. 16 fb XX u. XXI XXII u XXIII III u I fonv. V.VII X,XII-XVII. XXIV-XXVII XXVIII XIX unk. 1909 XVIII IXXI u. XVI 3½ 3 31 3 4 3 31 3½ 109 60 bz 100,50 88.90 bz 88,60 100,70 bz. 100,60 88.10 ba 8-50 102,005 v. 102,40 00.90 B 100 90 98.75 bz 98.60 98.75 bz 98,60 31. 98.75 bz 98,60 31. 99.00 G. 99,40 3½ 98 75 bz. 98,75 3 s 92.50 bz. 92,50 3 88.10 G. 83,10 Das Album des deutschen Rennsports, das d Verlag der„Sport=Welt“ jedes Jahr zur Wei nachtszeit herausgibt, hat diesmal eine Bereiche ung durch eine farbige Kunstbeilage erfahren, d eine technisch hervorragend ausgeführte Reprodu tion eines Gemäldes des Herrn von Gaffron# darstellend Herrn K. von Tepper=Laski zu Pferl bei der Morgenarbeit auf der Idea=Bahn. Ar der Fülle von eigenartigen, schönen Illustratione werden die Freunde der Vergangenheit sich d alte Charlottenburger Bahn und die gefeierte Reiter jener Periode aussuchen, während de Gegenwart ihr Recht durch eine Anzahl eindruckvoller Bilder von Karlshorst wird. Die Anhänge der deutschen Vollblut=Zucht finden ausgezeichnel Aufnahmen von Gaius und St. Maclon, de beiden im Jahre 1905 neu eingeführten berühn ten Deckhengsten, sowie weitere Bilder aus der Gestüt Basedow.. Das Album verdient auch i seiner neuen Ausgabe den Ehrentitel eines hippo logischen Prachtwerkes nach jeder Richtung hin. Todes- Anzeige. Allmächtigen hat es gefallen, am Sonntag Mittag gegen 1 Uhr meine innigstgeliebte Schwester, unsere Tante und Grosstante das wohlachtbare Fräulein Louise Dahlhausen Garch den, endäiehtüigen Empkang der hel.Sterbe. der rom-kath. Kirche, im Alter von 69½ Jahren, in die Ewigkeit zu nehmen. Für die lef Verstorber bitt auächiges Gebet Die trauernden Hinterbliebenen. Neuss, den 11. Dezember 1905. Bekanntmachung. Die Iinstchein=Anweisungen und Zinsscheine der Anleihescheine der Stadt Neuß sind mit Ende des Jahres 1905 ausgelaufen. Zu den bisher an nicht ausgelosten Anleihescheinen werden daher neue Zinsscheine für die Zeit vom 1. Januar 1906 bis 31. Dez. 1908 ausgegeben, die vom 2. Januar 1906 ab bei der hiesigen Stadtkasse in Empfang genomen werden können. Neue Zinsschein Anweisungen werden nicht ausgegeben. Neuß, den 16. Dez. 1905. Der Bügermeister: Gielen. Kleine Notiz. Auf die unseren Lesern im seratenteil als Prämie angebotene vollständige Fri Reuter=Ausgabe zu dem Ausnahmepreis von 3,5 Mark, zwei Bände, elegant gebunden mit strationen und Wörterbuch, machen wir noch gan besonders aufmerksam. Die Ausgabe zeichnet sie durch guten, klaren Druck, gutes Papier und soli den Einband aus und dürfte wohl unter den billi gen Ausgaben als die beste zu bezeichnen sein. Die selbe ist in unserer Haupt=Expedition und bei un seren Trägern erhältlich. Bekanntmachung. Die Zinsen der Spareinlagen fur das am 31. Dezember 1905 zu Ende gehende Rechnungsjahr können vom 20. Dezember ab erhoben werden.##[9571 Gemeinde=Sparkasse Büttgen Begrau. findet am Mittwoch, den 20. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Rheinstrasse 33, aus statt. Die feierlichen Exequien werden am Donnerstag, den 21. Dezember morgens 9 Uhr, in der Münsterkirche gehalten wozu ergebenst eingeladen wird. Nachtrag der Tages= Ordnung für die Sitzung der StadtverordnetenVersammlung am Dienstag, den 19. Dezember 1905. 28 Erneuerung der Wasserleitung in der Rheintorstraße Neuß, den 18. Dezbr. 1905. Der Bürgermeister: Gielen. M. Eichhoft Elektr. Licht- und Kraft-Anlagen, Telephon- und Klingel- Anlagen. Fabrkafien elleiniges Gchelmaiss der Firma. H.UNDERBERGALBRECHT Hoflieferant Seiner Majestat des Kaisers und Königs Wilhein II. am Ratthause in RHEINBERG am Niederrhein. Gear. E 1840. Anerkannt bester Bitterlikörl Bestes „Weihnachts. Geschenk föjeden Herrn ist ein Kistchen hochfeiner Präsent-Cigarren in eleganter Ausstattung von Mk. 1.— ab aus den Fabriken I. NEUMANN 103 Zweiggeschäfte.— Begründet 1850. Neuss, Niederstrasse 33. Nas wriange 24 Preis-Medaillen! 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Diese Vorstellung beginnt um 5 Uhr Aschenbrödel. Montag, 25. Dez. Nachm. Aschenbrödel Abends: Hoff manns Erzählungen. Dienstag, 26. Dez. Nachm. Achsenbrödel Abends: Lohen 8 Schausptelhaus Düsseldorf Dienstag, 19. Dez. Minna von Barnhelm. Mittwoch, 20. Dez. Kabale und Liebe. Donnerstag. 21. Dez., bleibt das Theater wegen der Generalprobe zum„Sommer. nachtstraum“ geschlossen. Freitag, 22. Dez. erste Aufführung von Shakespeare's Sommernachtstraum. Samstag, 23. Dez. Sommernachtstraum. Sonntag, 24. Dez. Nachm.: 3 Uhr: Minna von Barnhelm. Christbaumschmuck Restaurant Albert Rüpper. Kegelbahn noch für einen Abend in der Woche zu vergeben.[9581 Weihnachten!!! 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Man glaubte vielfach, es würde nicht möglich sein, das gesteckte Ziel der gemeinnützigen Kreditgewährung zu erreichen. Die Kasse wurde im Jahre 1895 mit 5 Millionen Mark Kapital gegründet. Das letztere wurde 1896 auf 20 und 1898 auf 50 Millionen erhöht. Die Kasse erhielt die Aufgabe den Mittelstand an den Vorteilen des allgemeinen Geldmarktes teilnehmen zu lassen. Bis dahin hatte man sich staatlicherseits auf dem Gebiet der Agrar= und Gewerbegesetzgebung darauf beschränkt, der freien Entwicklung des produktiven Mittelstandes entgegenstehende rechtliche Hemmnisse zu beseitigen und ihm die Möglichkeit ungehinderter wirtschaftlicher Entwickelung zu gewähren. Die Preußische Zentralgenossenschaftskasse aber sollte den Mittelpunkt des Geldausgleichs und des Kreditverkehrs der genossenschaftlichen Kreise bilden. Sie hatte ferner die Aufgabe, den befruchtenden ausgleichenden Strom des allgemeinen Geldmarktes auf das Tätigkeitsgebiet des Mitttlstandes hinüberzuleiten. Ihr wurde aufgegeben, die Gleichstellung des produktiven Mittelstandes mit dem Geldgroßhandel und Großbetriebe zu bewirken. Mit der Gründung der Kasse unternahm die Regierung einen Schritt, der in der Geschichte keiner Finanzverwaltung eines Landes einen Vorgang hatte, und der nur mit der Gründung der Seehandlung durch Friedrich den Großen zu vergleichen war. Und heute? Die Geschäftstätigkeit der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse hat eine Entwicklung genommen, wie sie von Niemandem vorausgesehen werden konnte. Von 141,6 Millionen Mark der ersten Bilanz ist der Umsatz auf 9835,2 Millionen Mark in der zehnten Bilanz gestiegen. den ersten 8 Monaten des laufenden Geschäftsjahres betrug der Umsatz über 8 Milliarden Mark gegen 6 Milliarden im gleichen Zeitraume des Vorjahres. Bis zum Ablaufe des Geschäftsjahres am 31. März 1906 dürfte sich der Umsatz auf 12 Milliarden Mark steigern. Der Gesamtumsatz, den diese Staatsanstalt während ihres zehnjährigen Bestehens erzielt hat, beläuft sich auf 52½ Milliarden Mark. Die Zahl der mit ihr in Verbindung stehenden Genossenschaftsmitglieder ist von 302 897 auf 1289943 gestiegen. Trotzdem im Interesse der Sicherheit der Staatsgelder und behufs Vermeidung der Gefährdung von Existenzen durch Inanspruchnahme von Haftsummen die Zentralgenossenschaftskasse nur etwa 7 Prozent des Vermögens der einzelnen Genossenschaftsmitglieder beleiht, konnte am 30. September d. Is. den mit der Kasse in Verbindung stehenden ländlichen und kleingewerblichen Genossenschaften ein Kredit von 74 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden. Abgesehen von diesem Kredit für ihre Geschäftsführung wurden diese Genossenschaften durch den Rückhalt an der Preußenkasse befähigt, ein in ihren Sparkassen umlaufendes Sparkapital von einer Mil, Dienstag, 19. Dezember.(Nemesius.) 1905. 80. Jahrg. liarde Depositen sich nutzbar zu machen. Dabei blieb bisher nur bedauerlich, daß die Handwerkskreise sich bei weitem nicht in gleicher Weise wie die Landwirtschaft der Vorteile der Verbindung mit der Zentralgenossenschaftskasse teilhaftig zu machen verstanden haben. Eine solche Tätigkeit der preußischen Zentralgenossenschaftskasse mußte natürlich, obschon von ihr aus niemals direkt auf die Errichtung von Genossenschaften hingewirkt wurde, auf das ganze Genossenschaftswesen einen fördernden Einfluß haben. Das wurde denn auch in einer am 2. Dezember im Abgeordnetenhause abgehaltenen Sitzung des zu beirätlicher Mitwirkung bei den Geschäften der Preußenkasse gebildeten Ausschusses von sachverständigen Personen, die der Präsident Dr. Heiligenstadt leitete, durchaus anerkannt, namentlich wurde betont, daß die Landwirtschaft große Vorteile von der Institution gehabt habe. Seitens des Präsidenten Dr. Heiligenstadt wurde betont, daß die preußische Zentralgenossenschaftskasse den ihr angeschlossenen Organisationen einen Kredit von mehr als rund 100 Millionen Mark zur Verfügung halte und daß trotz der Versteifung des Geldmarkts der Vorzugszinssatz von 3½ Prozent in laufender Rechnung nicht erhöht sei. Des weiteren wurde in der Sitzung die Frage des umfassenden Ausbaues des Inkassoverkehrs erörtert. So ist erkennbar, daß auf dem einmal eingeschlagenen Wege weitergeschritten werden wird. Es kann heute als sicher festgestellt werden, daß der Versuch, den man vor zehn Jahren mit der Preußenkasse gemacht hat, durchaus gelungen ist, ja daß durch sie erst der Mittelstand eine Stelle gefunden hat, durch die er als unabhängiger Faktor im Wirtschaftsleben erhalten werden kann. Vermischtes. * Das hygienische Telephon. Die Hygiene, die überall umherspürt, wo auch nur eine Ansteckungsgefahr für den Menschen vermutet werden könnte, hat seit einer Reihe von Jahren auch das Telephon scharf ins Auge gefaßt und ist bezüglich seiner gesundheitlichen Eigenschaften zu keineswegs erfreulichen Ergebnissen gelangt. Es steht fest, daß mit den kleinen Wasserbläschen, aus denen sich der Atem des Menschen zusammensetzt, auch Bakterien mitgerissen und ausgeschieden werden. So haben sich Bazillen der Tuberkulose auf einem Spiegel nachweisen lassen, gegen dessen Fläche ein Schwindsüchtiger gesprochen hatte. Daraus ergibt sich von selbst, daß das Mundstück des Telephons ein vorzüglicher Empfänger von Bakterien sein muß. Wenn nun das Mundstück wieder trocknet, so gelangen die Bakterien in die Luft und so weiter; das übrige mag sich jeder hinzudenken. Man hat deshalb schon hie und da an gewisse Schutzmittel gedacht, die dem Fernsprecher diese gesundheitswürdige Eigenschaft nehmen sollen. Der bisher bekannteste Vorschlag ging dahin, ein feines Blatt Papier vor die Schallöffnung zu hängen, das dann nach dem Gespräch jedesmal ausgewechselt wird. Viel Erfolg hat ) Das rote Fenster. Roman von F. M. White. (Fortsetzung.) „Bewahren Sie mir das auf,“ sagte er,„ich gehe hinein. Ich habe einen alten Fall wieder geroffen, der micht vor Jahren interessiert hat, und möchte mir den Patienten einmal ansehen. Ich suche Sie wahrscheinlich morgen auf. Gute Nacht“ David nickte zustimmend und ging seiner Wege. Es war jetzt alles ruhig und still, das geschäftige Treiben in den Straßen hatte sich gelegt... Als David den Schlüssel in seine Tür steckte, war niemand zu sehen. Drinnen brannte das Flurlicht und ebenso auch die gedämpfte elektrische Lampe im Salon. Das Arbeitszimmer, das in den Salon führte, war dunkel. Die Lichtwirkung war äußerst künstlerisch und anheimelnd. Mit einem Gefühl der Erleichterung und Behaglichkeit schloß David hinter sich die Tür; ohne das Licht im Arbeitszimmer anzuzünden, legte er den Rembrandt auf den Tisch, der direkt unter dem Fenster stand. Die Nacht war heiß, und er stieß den einen Fensterflügel auf. 18. Kapitel. Ein gemeinsamer Feind. David mischte sich etwas Whisky und Soda im Eßzimmer und rauchte seine Zigarette zu Ende. Er war müde und wollte zu Bett gehen, so müde, daß er kaum Kraft hatte, seine Stiefel auszuziehen und die alten, ausgetragenen, dicken Pantoffel vorzuholen. Er löschte das Licht im Eßzimmer und ging in den Arbeitsraum. Einen Augenblick setzte er sich nieder und betrachtete mit müden, wohlgefälligen Augen die sich vor ihm ausbreitende Blumenvracht. Hage u Verset er u eiue Trcihmernkt, wie ur 6. tat. Der Gedanke einer packenden Geschichte hm in den Sinn. Er sah sich um. Draußen erregte ein leises Geräusch seine Aufmerksamkeit, ein Geräusch, wie es etwa der Besen eines Kaminfegers hervorbringt. David wandte sich nach dem offeren Feuster, das nur schwach von dem Lichte des Salous erhellt wurde. Doch er hatte scharfe Augen und konnie deutlich sehen, wie der Daumen eines Mannes über den Fensterrahmen strich. Steel trat in den Schatteu, doch vorher kam ihm noch ein Gedanke. Er nahm den ausgewickelten Rembrandt vom Tische und steckte ihn hinter eine Reihe von Büchern in den Bücherschrank. Dann blickte er wieder auf den krummen Daumen. Er wollte diesen Daumen überall wiedererkennen. Er war flach wie der Kopf einer Schlange, und der Nagel war nicht breiter als eine Erbse— ein Daumen, der sicherlich einmal einen fürchterlichen Schlag abbekommen haben mutte. Der Besitzer des Daumens konnte ein gewöhnlicher Einbrecher sein, aber im Lichte der letzten Ereignisse war David anderer Ansicht. Plötzlich suh er, wie ein langer, dicker Arm dem zerschmetterten Daumen folgte, und eine Hand auf dem Tische herumwühlte. „Verflucht.“ sagte heiser eine dumpfe Stimme,„es ist inbt her, und der Kerl sagte mir doch...“ Die Stimme sagte nichts weiter, denn David ergriff den Arm und hielt das Gelenk wie in einem Schraubstock fest. Sofort erschien ein anderer Arm uder dem Fenster, und ein Stück Eisen schoß nahe an Steels Kepf vorbei. Unglücklicherweise konnte er kein Gesicht sehen. Als er zurücksprang, um dem Schlag auszuweichen, ließ seine Hand nach; man hörte draußen einen dumpfen Knall, dem das Aufschlagen von Stiefeln und das Geräusch sliehender Füße folgte. David konnte nichts weiter tun, als das Fenster schließen und bedauern, daß er seine Heftigkeit nicht besser bezähmt hatte „Was hat er nur gesucht?“ fragte er sich.„Aber ich täte wohl besser, weitere Nachforschungen auf morgen zu verschieben. Nach dem Schreck, den ich ihm eingejagt, wird er wohl nicht wieder zurückkommen. Außerdem bin ich hundemüde.“ Doch am nächsten Tage sollte sich Davids Aufmerksamkeit mit anderen Dingen, als mit seinem Er##### an voligen diese Idee nicht gehabt und ist bei uns wohl überhaupt nicht zur Aufnahme gekommen. Ein besseres Ergebnis verspricht eine Neuerung, die jetzt von der Allgemeinen Elektrizitäts= Gesellschaft in London auf den Markt gebracht wird und den Ansprüchen der Hygiene jedenfalls vollkommen genügen wird, hoffentlich ohne Beeinträchtigung der sonstigen Brauchbarkeit des Fernsprechers. Dies neue Telephon hat nämlich überhaupt kein Mundstück mehr. Der Empfangs= und Sendeapparat sind in einer kleinen Metallkapsel ähnlich einer Taschenuhr vereinigt, die während des Sprechens und Hörens ständig am Ohr gehalten wird. Das übertragende Mikrophon ist dabei so empfindlich eingerichtet, daß die Verdichtung der Schallwellen mit Hülfe eines Mundstücks oder Schalltrichters überflüssig wird. An einem Handgriff angebracht, gleicht der neue Bestandteil des Telephons genau der bekannten Vereinigung von Höhrrohr und Schalltrichter, nur daß eben letzterer fehlt und der Sprecher in den freien Raum hineinredet und nicht mehr in die Oeffnung des Apparates. * D a s g e s ü n d e s t e G e m ü s e i s t n a c h uraltem Glauben der Kohl.! Schon bei den Schriftstellern des Altertums finden sich zahlreiche Lobpreisungen auf ihn. Der alte Cato nennt ihn das erste unter allen Gemüsen, weil er die Verdauung fördere, gut für den Magen und stets günstig für die Gesundheit sei. Von dieser Autorität stammt auch das folgende Rezept:„Wenn du einem Gastmahl volle Ehre antun willst, so iß so viel Kohl, wie du willst, bevor du dich zu Tisch setzest; dann nach dem Essen iß noch etwa fünf Blätter in Essig, du wirst dich dann so wohl fühlen, als wenn du nichts zu dir genommen hättest und du wirst so viel trinken können, wie du magst.“ Gerade diese sonderbare Eigenschaft, der Trunkenheit vorzubeugen oder sie zu bekämpfen, wird dem Kohl von allen Aerzten und Philosophen des Altertums nachgerühmt und noch heute vielfach geglaubt. Auch der Zyniker Diogenes soll in seiner Tonne hauptsächlich von Kohl gelebt haben. Wenn es uns heute nicht mehr appetitlich erscheint, so war es doch ein besonderer Ausdruck der Wertschätzung, wenn die alten Griechen glaubten, der Kohl sei göttlichen Ursprungs, nämlich aus dem Schweiß des Zeus entstanden. Sogar die römischen Kaiser, die doch in einem unerhörten Luxus lebten, waren gegen eine schmackhafte Kohlsuppe nicht unempfindlich. Damit aber waren die Tugenden des Kohls noch lange nicht erschöpft, sondern auch. eigentlich medizinische Eigenschaften wurden ihm nachgesagt, und zwar schon von Pythagoras an. Die Väter der Heilkunde Hippokrates und Galen verordneten gekochten Kohl gegen Durchfall und Dysenterie. Cato, der ein erbitterter Feind aller Aerzte war, kurrierte als ein eigener Hausarzt ohne Unterchied alle Krankheiten mit Kohl, und seine Hausgenossen sollen dadurch zum mindesten nicht kräner geworden sein. Nach Plinius war der Kohl jahrhundertelang die einzige Arznei, die den Römern bekannt war. Noch die berühmte Arzneischule von Salerno lehrte, daß der Kohl durch Imitiertes Gänsefett kann sich jedermann sehr leicht selbst nach folgendem Recept bereiten: Man lasse Palmin mit Beifuß, fauren Aepseln und ganz wenig Zwiebeln sieden. Sobald Aepfel und Zwiebeln bräunen, rührt man alles durch ein Sieb, wobei die Aepfel tüchtig ausgedrückt werden. Wenn das Palmin etwas abgekühlt ist (es muß aber noch heiß sein), mischt man etwa ein Fünftel gutes Sesamöl oder gutes Tafelöl darunter, um das Fett zum Aufstreichen geschmeidig zu machen Auf diese Weise erzielt man aus Palmin ein wohlschmeckendes imitiertes Gänsefett, welches alle anderen derartigen Fette zum Aufstreichen auf Brot weit übertrifft. Tage genug erfahren, um zu weiteren Nachforschungen ein Recht zu haben, und sicher konnte ihm Miß Ruth Gates jetzt genauere Information nicht mehr verweigern. Sobald es schicklich war, wanderte er nach dem Brunswick Square Nr. 219. Miß Gates war ausgegangen, wie der feierliche Haushofmeister erklärte, aber wahrscheinlich war sie im Garten. David traf sie, wie sie mit einem Buch im Schoß, unter einem chattigen Baume saß. Sie las nicht, ihre Augen schweiften ins Leere. Als David sie warm begrüßte trat eine zarte Röte auf ihr liebliches Gesicht. „„a, ich bin ganz gut nach Hause gekommen,“ sagte sie auf seine Frage,„niemand hat etwas vermure....“ Und wie ist es Ihnen gegangen?“ „Ich hatte eine seltsame Nacht. Und heute bin ich hergekommen, um mich Ihnen auf Gnade und Ungnade zu ergeben, Miß Gates.“ „Hat Enid Ihnen etwas gesagt?“ fragte Ruth. "„O ja, sie hat mir eine ganze Menge erzählt. Zunächst weiß ich, daß Sie stark dabei beteiligt waren, mich neulich Nacht nach 218 zu bringen. Ich weiß, daß Sie auf den Gedanken gekommen sind, und daß man auch Ihnen die Benutzung von Mr. Gates Telephon verdankt. Wie die einzelnen Phasen ins Werk gesetzt wurden, tut jetzt wenig zur Sache. Außerdem steht so viel fest, daß wir, Ihre Freundin, Dr. Bell und ich, einen gemeinsamen Feind haben.“ Ruth blickte hastig auf. Es lag eine gewisse Furcht in ihren Augen. „Haben Sie— haben Sie den Namen dieses Feindes entdeckt?“ fragte sie. „Ja, es ist Reginald Henson.“ „Er erfreut sich hohen Ansehens und wird allgemein geschätzt. Tausende von Menschen halten ihn für einen großen, ehrenwerten Charakter. Er beteiligt sich viel an wohltätigen Stiftungen und widmet einen großen Teil seiner Zeit den Armen. Onkel, der wirklich ein guter Mensch ist, erklärt, Reginald Henson sei ihm unentbehrlich. Bei der nächsten Wahl wird er sicher ins Parlament kommen und dort einen wichtigen, nördlichen Bezirk Aprcsentieren. W.un Sie meinem Onkel i:gund etwas = ihn erzählten, er würde Sie auslachen.“ „Ich have nicht die geringste Absicht, mich Ihrem Onkel in dieser Beziehung zu nähern.“ „Weil Sie es nicht beweisen können. Das kann leider niemand.“ „Doch, Christiana Henson wird es können.“ „Wieder warf Ruth ihrem Besucher einen fragenden Blick zu. „So haben Sie auch davon etwas entdeckt?“ fragte sie. „Ich habe alles entdeckt. Offiziös ist die junge Dame tot. Sie starb in der letzten Nacht, wie Dr. Walker bestätigen wird. Sie starb nach dem Rezept, das ich ihr in jener Nacht nannte, als ich auf dem Brunswick Square Nr. 218 im Dunkeln mit ihr zusammentraf. Wollen Sie mir jetzt gefälligst erzählen, wie die jungen Damen in den Besitz meines Entwurses gekommen sind?“ „Das ist ganz einfach. Ihr Entwurf und die Korretturen lagen in einem offenen Kuvert und waren zufällig in ein größeres Kuvert mit einem Zirkular gerutscht, das ein Pflanzenhändler nach Longdean Grange geschickt hatte. Chris sah es und las es aus reiner Neugier. Daraus entwickelte sich unser kleiner Plan nach und nach. Ich war mit den beiden jungen Mädchen auf der Schule zusammen, und sie haben keine Geheimnisse vor mir. Natürlich riet ich zu dem Plan, weil ich das Treiben Reginald Hensons zum Teil durchschaut hatte. Jetzt aber tut es mir von ganzem Herzen leid, daß ich mich auf die ganze Sache eingelassen— und zwar Ihretwegen.“ Die letzten Worte wurden von einem Blicke begleitet, bei dem Davids Pulse schneller schlugen. Er nahm Ruths halb ausgestreckte Hand in die seine, und sie zog sie nicht zurück. „Haben Sie meinetwegen keine Sorge,“ sagte er „ich werde mich schon schließlich durchhelsen. Ich werde mich auch weiter bemühen, Ihnen behilflich zu sein, soviel ich nur kann. Aber Sie müssen mir sagen, wie hat Henson seine Vorwandten in seine Gewalt bekommen?“ „Das kann ich Ihnen nicht sagen,“ rief Ruth, „Sie dürfen mich nicht fragen. Nur soviel kann ich seinen Saft erschlaffend und durch sein Gewebe zusammenziehend wirke. Damit nicht genug, zieht sich eine ähnliche Bewertung des Kohlgenusses bis in die neueste Zeit hinein. So sind mehrere Fälle von Wassersucht und Skorbut in der ärztlichen Literatur erwähnt worden, die durch Kohl geheilt sein sollen. Alle möglichen Krankheiten werden außerdem genannt, gegen die entweder der bloße Saft des Kohls oder irgendwelche Abkochungen von Nutzen sein sollen, z. B. fressende Geschwülste, Aussatz, Warzen, Blasenleiden verschiedene Entzündungen wie das Milchfieber junger Frauen, Brustkrankheiten, Gicht, Rheumatismus, Ausschlag bei Säuglingen usw. Die chemische Untersuchung des Kohls scheint eine besondere Stellung unter den Gemüsen zu bestätigen, denn er enthält nicht nur mehr Stickstoff, sondern auch eine ziemlich große Menge mehr oder weniger zuckerhaltigen Safts, der in Wasser und Alkohol löslich ist, Pflanzeneiweis und Stärke, ferner Kalisalze, Kalk und magnesiahaltige Phosphate, Eisen= und Manganoxid, endlich Schwefel, der im Wasser beim Kochen des Kohls den bekannten starken Geruch mitteilt, übrigens auch für die Entstehung von Gasen in den Gedärmen verantwortlich zu machen ist. Auch die modernen Phormakopöen haben den Kohl daher nicht ganz ausgeschaltet, sondern erwähnen den Gebrauch seines Saftes und eines daraus durch Beimischung von Zucker bereiteten Syrups. Man stellt auch Marmelade und Gelee aus Rotkohl her, von dem man sich gute Dienste bei Asthma, Luftröhrenkatarrh, sogar bei Lungenschwindsucht und auch bei Harnkrankheiten verspricht. Am besten begründet dürfte die Wirkung des Kohls gegen Skorbut sein, und zwar soll gegen diese Krankheit auch schon der Genuß von Sauerkohl gute Dienste leisten. Millionen Stück Doering's Eulen=Seife sind bis Ende 1904 zum Versand gelangt. Keine andere Toilette=Seife hat einen solchen Erfolg aufzuweisen! Dieser Verbrauch ist der beste Peweis für die Güte und die vorzügliche Wirkung des Fabrikats. Man weise minderwertige nur von a P M5t.an in eleganten Weihnachts=Kartons ohne PreisAufschlag.(2429 Festgeschenke für Herren!! Sieargezin Frägsptkistchen!! Reichste Auswahl! f 100, 50 und 25 Stück von Nk. 1.— an aufwärte. 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Und doch.. wenn Sie wüßten, wie sehr ich mein Heim liebe... dabei hätte ich aber doch jedes Auerbieten einer Belohnung ablehnen sollen, als ich hörte, daß verzweifelte Damen mich um A.## Hätte ich das getan, so brauchte ich jetzt Ihr Mitleid nicht. Und doch tut es mir sehr wohl— sehr wohl.“=n seh Er oruckte ihre Hand, und der Druck wurde erwidert. David vergaß für diesen Augenblick alles; in diesem Garten so küht und ruhig und schön. 75 „Ich glaube, diese Banknoten wurden uns aufgedrängt,“ sagte sie.„Dabei meine ich aber, der Feind weiß gar nicht, was wir von Ihnen erfahren haben, und welchen Rat Sie uns gegeben. Und was die Zigarrentasche anbetrifft, können Sie diese Angelegenhei. nicht mit einigen Fragen ins Reine bringen?“ „Mein teures Fräulein, das habe ich bereits getan, doch je mehr Fragen ich stelle, desto vervon mir reklamierte Zigarrentasche stammt zweifellos aus dem Geschäft von Walen und wurde dort von dem geheimnisvollen Individuum im Hospital liegt. Ich glaubte, es die ich vor einiger Zeit im Geschäft von Lockhart bewunderte.“ „Wenn Sie sich bei Lockhait erkundigen, werden Sie finden, daß das auch der Fall ist.“ David blickte mit ungeheuchelter Verwunderung auf. Ruth sprach so ernsthaft und mit so fester Ueberzeugung, daß er schwankte. ##.-Das tat ich ja,“ versetzte er.„Und der jüngere Chef erklärte mir auf das positivste, die von mir bewunderte Tasche wäre von einem Amerikaner, namens Smith, gekauft worden, und die Firma hätte sie, nachdem der Käufer in Dollarscheinen bezahlt nach dem Metropol=Hotel geschickt. Sie glauben doch Sparkasse Büttgen Garantieverband Gemeinde Büttgen nimmt täglich Einlagen auch per Past an.[6121 wie Lockhart etwas Un Zurück gekehrt von meiner Uhren-Einkaufsreise. ibn dn####ennelt hatte, grosse Bestände in feinen Damen- und Herrengen in den ersten Fabriken der Schweiz persönlich gegen Kassa billig einzukaufen und daher in der Lage bin, dieselben zu billigen Preisen abzugeben— Empfehle: echt Silber, 2 Gold-200 ränder von Mk. an echt Gold, prima richtig R000 gehende Werke von Mk. 14- an echt Gold, prima richtig an Damen- und Herren-Uhren, Damen- Uhren, Herren-Unlren, gehende Werke von Mk. Kolossales Lager in feinen Präzisions-Anker-Uhren in Gold, Silber, Tula und Stahl. Mehrjährige schriftliche reelle Garantie. Jede Uhr wird feinabgezogen geliefert. Viele Anerkennungsschreiben über gelieferte Uhren stehen zu Diensten. Flingerstr. □ HHaw Damly Flingerstr. Gegründet 1880. O HIIUA DOIM; Telephon 4757. Bitte genau auf Namen und Hausnummer zu achten. sicher nicht, daß eine Firma rechtes tut?“ Ruth sprang auf, ein entschlossener Ausdruck lag auf ihrem blassen Gesicht. „us sieht so aus,“ sagte sie.„Ich selbst habe die Zigarrentasche, die Sie in jener Nacht erhielten, bei Lockhart Bekauft und mit meinem eigenen Gelde bezahlt.“ Bis Weihnachten gewähre auf Knabenmützen 20 Prozent Rabatt hut= und Schirm=Centrale Büchel 18. 100 Morgen (nur mit Stalldünger und Pern=Guano gedüngt) für nächsten Herbst zu kontrahieren gesucht, franko Waggon Neuß. Offerten unter J K 929 an Haasenstein& Vogler, A.=G., Köln erbeten. 19491 inin Düsseldorf Zum Sportsmal Klosterstrasse 33. Aufmerksamste Bedienun Gemütliche Weinzimmer Bis 1 Uhr nachts geöffnet 19. Kapitel. Rollo. Alle Jalousien waren in Longdean Grange heruntergelassen, und die Trostlosigkeit, die auf dem Orte ruhte, erschien dadurch noch stärker. Im Dorfe mußte es irgendwie bekannt geworden sein, daß jemand im Hause gestorben sei, entweder die gnädige Frau selbst oder eine der schönen jungen Damen, die nie ein Mensch gesehen hatte. Kinder trieben den großen Gittern herum und betrachteten Williams mit respektvoller Scheu, und Dr. Walker mit neugierigen Blicken. Der Doktor war das Glied das Longdean Grange mit der Außenwelt verband." Zur Erhöhung der düsteren Stimmung trug es noch bei, daß die Glocke über den Ställen traurig läutete. Das Geräusch machte Walker ganz nervös, als er an Williams Seite dahinwanderte. Nicht um eine Welt hätte er gewagt, sich dem Hause allein zu Williams Gesicht lag der Ausdruck tiesster Schwermut. ..„Abgr w.m zum Trultt.... warum läuten sie denn diese Glocke?“ fragte Walker ärgerlich. „Madame hat es befohlen, Sir," versetzte Williams. „Sie ist jetzt sonderbarer als se. Sie spricht nicht viel er Mitz, Chrutanas Tod hat sie sehr erschüttert. Sie befahl, die Glocke solle geläutet werden, und wurde sehr ärgerlich, als Miß Enid ihr zu widersprechen versuchte." I: 77 Walker murmelte etwas vor sich hin, daß zweifellos Mitleid und Sympathir ausdrücken sollte. „Und mein anderer Patient, Williams,“ fragte er,„wie geht es ihm? Sie sollten wirklich auf die u, de t## acht gergn, Es ist ja emn schrecklicher U. Ein Mann von Mr. Hensons edlem Charakter wird in seinem eigenen Hause von einem wilden Hunde angefallen. Hoffentlich ist der Hund sicher in seiner Hütte angekoppelt?“ „Nein, das ist er nicht,“ sagte Williams, und ein Griusen flog über seine ernsten Züge.„Und es wir an nicht Roll os Schuld. Der Hund war Miß Christiana so ergeben. Er muß erfahren haben, oaß die junge Dame im Sterben lag, er schleicht sich ins Haus, legt sich vor ihre Zimmertür, und als Mr. Henson vorbeikommt, redet sich der Hund ein er wolle hinein. Nachher ist Rollo ins Zimmer geschlichen und niemand, außer Miß Enid wagt, ihm nahe zu kommen. Der Leichenbesorger tut mir jetzt schon leid, wenn er Miß Christiana in den Sarg legen Walker schauderte sichtlich. Longdean Grange ein entsetzlicher Ort. Die Honorare waren allerdings groß, und die Zahlung erfolgte schnell, sonst hätte Walker seinen Patienten gern einem andern überlassen. Nicht einen Augenblick kam ihm der Gedanke, Williams mache sich über ihn lustig. Nein, er brauchte den Leichnam nicht erst zu sehen. Mit vollkommen ruhigem Gewissen konnte er den Totenschein ausstellen. „Wenn nur jemand die entsetzliche Glocke zum Schweigen bringen wollte!“ Dazu sang noch jemand in einem Zimmer, und die Musik kam ihm in diesem Augenblick eigentümlich und deplaciert vor. Drinnen erschien das Haus wie ein wahres Totenhaus,— die Schatten der Tragödie lagerten auf allem. Der Staub erhob sich in dichten Wolken vom Erdboden, während die Diener auf= und abgingen. Sie waren alle schwarz gekleidet und schienen unbehaglich zu fühlen, als wenn die Sachen ihnen nicht gehörten. In der Vorhalle eilte Enid dem Doktor entgegen. Ihr Gesicht sah furchtbar weiß und abgespannt aus, und ihre Augen zeigten einen Ausdruck, der mehr Angst als Trauer verriet. „Sie sind wohl hauptsächlich Mr. Hensons wegen gekommen?“ sagte sie.„Doch meine Schwester—“ „Ich will nicht zudringlich erscheinen, Mitz,“ sagte Walker ruhig,„wie ich Ihnen schon früher gesagt, war für Ihre Schwester von Anfang an nur sehr Zither-Unterricht, in und ausser dem Hauss wird gründl. erteilt. Gleichzei empfehle mich bei Vereins und Privatfestlichkeiten.(909 H. Brüning, Neusserfurth 181 wenig Hoffnung. Es war eine trautige Genugtnung für mich, meine Diagnose in jeder Hinsicht von einem so großen Arzte, wie Dr. Hatherly Bell, bestätigt zu finden. Ich werde Ihnen sofort einen Totenschein ausstellen.“ „Wollen Sie meine Schwester nicht sehen?“ fragte Enid. Wieder stand die zitternde Angst in ihren Augen, und gespannt blickten ihre Züge. Walker hatte nicht vergessen, was man ihm von dem Bluthund erzählt, und versetzte eifrig: „Wirklich nicht nötig. Ihre Schwester war tatsächlich schon tot, als ich sie das letzte Mal sah. Seitdem sind Stunden vergangen... aber es ist wirklich nicht nötig.“ „Mr. Henson ist in solchen Dingen schrecklich peinlich.“ „Nun, er soll befriedigt werden. Ich werde ihm sagen, ich hätte die Leiche gesehen. Und ich habe sie auch gesehen. In solchen Dingen kann ein Arzt nicht sorgfältig genug sein. Wenn Sie mir Feder und Tinte besorgen wollen.“ „Danke Ihnen herzlich. Wollen Sie bitte mitkommen.“ Walker folgte ihr in das Gesellschaftszimmer. Mistreß Heuson, die als Trauerkleid eine verblaßte, zerrissene Seidenrobe angelegt, sang ein Trauerlied am Piano. Ihr weißes Haar flatterte lose um die Schultern, und ein hohler Ausdruck lag in ihren Augen. Sie nahm soviel Notiz von den Eintretenden, als wären sie Statuen gewesen. Plötzlich hörte die schwermütige Musik auf, dann begann sie geräuschlos im Zimmer auf= und abzugehen. „Wieder eine fort,“ murmelte sie,„sie, die ich am meisten geliebt. Immer sterben die, die ich liebe, und der eine, den wir hassen, bleibt zurück. Bringt all diese Kutschen fort, sendet die Gäute nach Hause. Wollen sie hier feiern und tafeln? In der Stille der Nacht soll sie von vier weißen Pferden nach Churchfield gebracht und dort im Familiengrabe beigesetzt werden.“ (Fortsetzung folgt.] Sitzu die 9 soll gedeh gesch und und Auße Prüf Ausü forde auch mung auf( wend werd Vorje sonen richtu nister der z gleich tere räum Berli Erfor teilur direkt in ei rungs daß Obstv Bestir zur 6 frische trage Bel Blätt Gewe bische wird net. stamn in de Sch seit h barrik amt 1 daten landet rückt. Häuse griffel ernst. Stelle Sch den v unter! deuter brann Fahrr wuren niema leer her. Pet Suwa riamp zustan Pet Militä Befehl und ei aller schaftei wäsche Kiel der Zu fen ne russisch Lagei singen! 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