Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Preis vierteljährlich in Neuß 1.00 Mk., durch die Dost bezogen 1.65 Mk., mit Anstr. Unterhaltungsblatt in Neuß 1.80 Mk., durch die Oost bezogen 1.95 Mk. Druck und Derlaa: R. Noack, Neuß. Telephon No. 57. Nr. 231. Berufsgenossenschaften. Gegenwärtig sind zwanzig Jahre verflossen, seit die Berufsgenossenschaften, die Träger der deutschen Unfallversicherung, in Wirksamkeit getreten sind. Diese Tatsache verdient wohl von der Chronik der Zeit festgehalten zu werden, da es sich hier um nichts Geringeres als um einen sozialpolitischen Markstein handelt. Mit Einführung der Unfallversicherung ist die zuvor bestehende privatrechtliche Haftpflicht durch eine öffentlich=rechtliche Fürsorge auf Grund allgemeinen Versicherungszwanges ersetzt worden. Hatte auch das Reichsgesetz vom 7. Juni 1871 bereits einen nicht unerheblichen Fortschritt in der Regelung der Haftpflicht herbeigeführt, so genügte dies doch noch keineswegs, um den Arbeiter in ausreichendem Maße vor den schädigenden Folgen etwaiger Betriebsunfälle zu schützen. Das Gesetz ließ vielmehr nach wie vor die übergroße Mehrzahl "„saue ungedeckt, legte dem Arbeiter im wesentlichen wie früher die in den meisten Fällen recht schwierige Beweislast auf und verwies ihn bei Zahlungsunfähigkeit des Entschädigungspflichtigen auf die Armenpflege. Erst die Unfallversicherungs=Gesetze, deren Reihe mit dem sogenannten Stammgesetze vom 6. Juli 1884 beginnt, schufen hierin nachdrücklich Wandel. Fortan wurden alle Betriebsunfälle, außer bei Vorsatz des herunglückten, entschädigt und die Versicherungs lasten der Gesamtheit der betreffenden UnterScümsic#### An die Stelle der persönlichen Haftpflicht der Einzelunternehmer trat somit die wirtschaftliche Belastung des ganzen Gewerbszweiges, an der der einzelne Betrieb nach dem Maße seines Risikos beteiligt ist. Als Organe zur Durchführung der Unfallversicherung und zur Tragung der Versicherungslasten wurden Berufsgenossenschaften für begrenzte Wirtschaftsgebiete oder für das ganze Reich gebildet. Die Berufsgenossenschaften besitzen Rechtsfähigkeit und haben volle Selbstverwaltung, welche sie durch Statut näher regeln, insbesondere auch durch Errichtung von Sektionen und Bestellung von Vertrauensmännern decentralisieren können. Ihre Berufsgenossenschaft umfaßt innerhalb ihres Bezirkes kraft Gesetzes alle Betriebe der zugehörigen Gewerbszweige, wobei Nebenbetriebe regekmäßig dem Hauptbetriebe folgen. Als Betriebs=Unter nehmer gilt derjenige, für dessen Rechnung der Betrieb erfolgt. Das Institut der Berufsgenossenschaften hat sich außerordentlich bewährt. Wenn in der Novemberbotschaft von 1881 die Hoffnung ausgesprochen iro, daß der Anschluß an die realen Kräfte des Volkslebens und ihre Zusammen jassung in korporativen Genossenschaften die Löjung der schwierigen sozialpolitischen Aufgaben, die dem modernen Staate gestellt sind, ermöglichen werden, so hat sich diese Hoffnung auf dem Gebiete der Unfallversicherung im vollsten Maße rful„Da#. Prinzip der Selbstverwaltung hat in den Berufsgenossenschaften einen seiner glänKreisblatt im lokalen Verkehr 12 Ofg., sonst 5 Ofg., die rgespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Reklamen 50 Ofg., die4 gespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Für die Redaktion verantwortl. R. Noack Expedition: Reuß, Neustraße 1. Dienstag, 10. Oktober.(Gereon.) 1905. 80. Jahrg. zendsten Triumphe gefeiert. Man muß geradezu staunen über die Fülle von Fleiß und Eifer, von sozialpolitischer Fürsorge und dienstwilligemOpfersinn, die hier von unseren Arbeitgebern Jahr aus Jahr ein zugunsten der Arbeiterschaft betätigt wird. Wenn die deutsche Arbeiterversicherung als unerreichtes Vorbild dasteht, so hat sie dies zweifel los mit in erster Linie der genossenschaftlichen Mit wirkung unseres Unternehmertums zu danken. Unter den drei Pfeilern, auf denen das Gebäude der Arbeiterversicherung Deutschlands ruht, dürfte sich die Unfallversicherung wohl der unbestrittensten Anerkennung erfreuen. So rechtfertigt sich sicherlich der Wunsch, mit dem wir diesen kurzen Rückblick beschließen, daß es den Berufsgenossen schaften als den Trägern und Organen der Unfallversicherung beschieden sein möge, auch fernerhin ihren segensvollen Dienst an Vaterland und Volk zur Zufriedenheit aller beteiligten Kreise ohne Störung und Hemmnis zu verrichten. Prof. Behrings neue Heilmethode der Schwindsucht. Paris, 8. Okt. In der gestrigen öffentlichen Schlußsitzung des Internationalen TuberkuloseKongresses verlas Prof. Dr. Behring in deutscher Sprache seine Erklärung über das von ihm erfundene neue Heilverfahren gegen Schwindsucht. Er führte darin folgendes aus: Er sei im Laufe der letzten zwei Jahre dahin gekommen, mit Sicherheit die Konsistenz eines Heilprinzips zu erkennen, das vollständig verschieden sei von dem vor 15 Jahren von ihm beschriebenen antitoxischen Prinzip. Dieses neue Heilprinzip spiele eine wesentliche Rolle in der immunisatorischen Tätigkeit des Bovovaccin Behring, das seit vier Jahren sich bei der Bekämpfung der Rindertuberkulose erprobt habe. Das Prinzip beruhe auf der Durchdringung der lebenden Zellen des Organismus mit einer Substanz, die aus dem Virus der Tuberkulose herkomme, und die von ihm„T. C.“ genannt werde. Wenn das T. C. integrierender Bestandteil der Zellen des Organismus der damit behandelten Tiere geworden, sei, und durch diese Zellen eine Metamorphose erfahren habe, dann bezeichne er es mit der Formel „T H.“ Im Tuberkulose=Bazillus bestehe das T. C. vorher als ein mit zahlreichen außerordentlichen Eigenschaften ausgestattetes Agens. Im Tuberkulose=Bazillus versehe dieses Agens die Funktionen der bildenden Substanz, und es könne andere Substanzen firieren. Ferner besitze dieses Agens unter gewissen Bedingungen assimilatorische Eigenschaf ten, kurz es stelle quasi das Lebensprinzip des Ba zillus dar. Das T. C. übe im Innern der organischen Zellen eine symbiotische Aktion aus und sei die Ursache der gegen die Tuberkulose schützenden Reaktion. Prof. Behring legte dann dar, wie viele Schwierigkeiten er habe überwinden müssen, ehe er zu dieser Auffassung der zellularen Immunität gelangt sei, und fuhr fort, er glaube, daß die neue Methode berufen sei, die von der Schwindsucht bedrohten Menschen gegen die schädlichen Folgen der Tuberkulose=Infektion zu schützen. Seine Erfahrungen haben ihn bestimmt, definitiv darauf zu verzichten, zu einem therapeutischen Zwecke Tuber kulosebazillen in den menschlichen Körper einzu ühren. Es sei ihm durch Versuche in vitro ge ungen, im Organismus die immer lange und ge fährliche Arbeit der Erzeugung des T. C. zu erahren; er habe die aktive Immunisierung in passive Immunisierung umgewandelt. Redner schildert die große Freude, die er empfand, als er den kausalen Zusammenhang zwischen Impfung und Immunität dank unzähliger Versuche an Tieren immer klarer erkannt habe. Er setzte dann auseinander, wie er das T. C. von den Substanzen befreit habe, die seine therapeutische Wirkung verhindern. Die T. C.=Substanz, obwohl nicht vermehrungsfähig, besitze indessen die Fähigkeit, einen Tuberkel hervorzubringen, der nicht verkäst und niemals weich würde; er entspreche genau der Tuberkulose=Granulation Laenners. Er, Behring, habe sich durch Versuche an verschiedenen Säugetieren überzeugen können, daß das T. C. ein Heilmittel bilden könne, das ohne Gefahr auch in der menschlichen Therapeutik angewandt werden könnte. Er werde den theraupeutischen Teil seines Buches, der erst im nächsten Jahre erscheinen sollte, veröffentlichen, wenn die therapeutische Wirkungskraft und Unschädlichkeit seines neuen Heilmittels durch erprobte Kliniker erwiesen sei. Behring schloß seine Darlegungen, indem er an die Gelehrten appellierte, die therapeutische Wirkung seines Heilmittels an Tieren auszuproben. Er erinnert daran, daß er schon im Jahre. 1890 von seinem neuen Heilmittel gegen die DiphterieMitteilung gemacht habe, es aber trotz der Mitarbeit Dr. Rour vier Jahre gedauert habe, bis die Wirkungskraft: dieses Heilmittels erkannt war. Er wisse nicht, welche Zeit nötig sein werde, bis der praktische Wert seines Tuberkulose=Heilmittels festgestellt sei, aber er hoffe, daß der nächste Tuberkulose=Kongreß beträchtliche Fortschritte im Kampfe gegen die Schwindsucht aufweisen werde. Der Kongreß stimmte einer Reihe von Forderungen zu, die in den Sektionen aufgestellt waren. Unter anderem wird gefordert, daß die Kuhställe behördlich inspiziert werden, und daß in öffentlichen Anstalten nur solche pasteurisierte, gekochte oder rohe Milch verwendet werden soll, die von immunen Kühen stammt. Kinder sollen aus Haushaltungen, wo Tuberkulose herrscht, entfernt werden, und zwar sollen die Kinder armer Leute in besonderen Anstalten untergebracht werden. Weitere Forderungen betreffen die Schulhygiene und Höhenkuren oder Seekuren für kranke Kinder. Sodann wurde der ####o geschlossen. Der nächste Kongreß findet 1908 in den Vereinigten Staaten statt. Die Tuberkulose=Medaille wurde den Professoren Robert Koch und Paul Brouardel in Gold, sowie BangKopenhagen, Biggs=Newyork, Broadbent=London und Schroetter=Wien in Silber zuerkannt. 12) Lea. Roman von E. G. Sanderson. Autorisierte Uebersetzung von A. Brauns. (Fortsetzung.) Ihre Stimme erstarb in unverständlichem Wispern und die alten Augen wurden feucht mit leerem Blick. Sie war zurückgewandert in die #rgangenhei., in die Vergangenheit von vor 20 Jahren. Erschüttert und schweigend stand Lea da. Niemals während der langen Reihe von Jahren hatte die Großmutter zu ihr von ihrer Mutter— Leas Mutter— ihrer verstorbenen Tochter gesprochen. Stets, so weit Leas Gedächtnis reichte, hatte das Erwähnen der Mutter ein verbotenes Thema gedas von ior und der Großmutter nach stillschweigendem Uebereinkommen streng vermieden wurde. „Großmutter," versichterte Lea nach längerem Schweigen sehr sanft,„beruhige dich nur: nicht um alles in der Welt würde ich verlangen, daß du den meiner Mutter geleisteten Schwur brechen solltest! Was hat denn aber das alles, was du mir eben erzählt, mit Lord Barchesters Freunde zu tun: Der Ausdruck des Schreckens kehrte zurück in das Auge der Großmutter. "„Leu, bat sie stammelnd,„frag' mich nicht! Ich darfs ja nicht sagen, und ich kann dich auch nicht mit Ausreden vertrösten. Hab Erbarmen, meine gute Lea, und frag mich nicht mehr! Ich bin nicht gescheit; ich kann nicht a bischen erzahlen und das andere verschweigen. Ich fürcht mich, und wenn ichs mit der Angst kriege, nachher verlier ich den Kopf. Vor vielen Jahren, wo di noch a kleenes Ding warst, das noch nicht ordentlich reden konnte, da schwor ich mirs zu, daß ich deine Mutter niemals nicht vor dir erwähnen wollte. Wenn ichs tun würde, wußte ich schon, da würde ich nachher zu viel sagen. Und jetzund habe ich doch gesprochen! O lieber Gott, was habe ich gesagt? Lea, Lea, ich bin nur eine alte schwache Frau, und wenn ich meine Lippen diese langen Jahre hindurch nicht verschlossen gehalten hätte, da würde ich alles gesagt haben; ich habe aber alles bei mir behalten. Ach, Lea, laß uns jetzt nicht mehr davon reden! Du bist gescheiter wie ich und kannst mir alles herauslocken, wenn du Lust dazu hast; und ich darf nichts sagen; ich habs geschworen und unser Herrgott würde mich tot niederwerfen, wenn ich meinen Eid brechen täte!“ Mit einer Geberde des Flehens warf sie die Hände über ihren Kopf. Es war zum Erbarmen, den zuckenden Mund zu beobachten und dem erschrockenen Blick der angsterfüllten Augen zu begegnen. Zärtlich legte Lea jetzt die Hand auf die Schulter der alten Frau, sie zum Niedersitzen auf den Stuhl, auf dem sie sich erhoben, nötigend. Sie bemühte sich nach bestem Vermögen, die alte Großmutter zu beschwichtigen. „Still, still, Großmütterchen! Kein Wort wollen wir mehr darüber verlieren! Ich will nie wieder eine Frage an dich richten, wenn du es nicht wünschest. Laß uns die ganze Geschichte vergessen! Und nun sieh dir mal die Sachen an, die ich von Tenham mitgebracht habe. Wollen wirs zusammentun?“ Sie sprach wie zu einem eingeschüchterten Kinde; die alte Frau aber achtete nicht darauf und hielt ihre Enkelin ungestüm am Arme fest. „Versprich mir, Lea,“ flehte sie,„versprich mir, e# mich niemals wieder mit Fragen quälen „Ich versprech es dir, Großmutter!“ „Du willst mich nie wieder— auch nicht, wenn er immer und immer wieder herkommen sollte, mit Fragen quälen?“ Politische Nachrichten. Deutschlaud. — Bei der Einweihung der zweiten Berliner Handwerkerschule hielt Handelsminister Möller eine Rede, in welcher er über die bedeutsame Entwickelung des gewerblichen Schulwesens seine Freude äußerte und betonte, daß auf dem Gebiete des Fortbildungsschulwesens nur durch das Zusammenwirken der staatlichen und städtischen Behörden Ersprießliches geleistet werden könne. Die Fortbildungsschule müsse zugleich ein Stück Volkserziehung bedeuten. Berlin, 9. Okt. Die„Deutsche Fleischerzeitung“ hat folgenden offenen Brief an den Landwirtschaftsminister gerichtet: Ew. Excellenz haben am 11. August erklärt, daß die damals herrschende Fleischteuerung, vor allem der Mangel an guten Schlachtschweinen, in 4 bis 5 Wochen beendigt sein würde. Seit dieser Zeit sind nun heute neun Wochen verstrichen, und die Voransage Ew. Excellenz hat sich nicht erfüllt, im Gegenteil haben alle großen Schlachtviehmärkte in Deutschland den Beweis gegeben, daß die von Ew. Excellenz ausgesprochene Annahme, die Fleischteuerung würde in vier bis fünf Wochen beendet sein,— ein Irrtum gewesen ist. Auf dem Berliner Viehmarkt vom 12. Aug. war die Preisnotierung für Schweine 68 Mk. Am Mittwoch, den 4. Oktober, dagegen 71 Mark; in Wahrheit aber herrschte ein solcher Mangel an nur einigermaßen schlachtreifer Ware, daß innerhalb einer halben Stunde diese Qualität zu Preisen bis 78 Mark pro 100 Pfund ausverkauft war. Ferner wurden gute Mastkälber bis 96 Pfg. pro Pfd. Schlachtgewicht verkauft. Auch der heutige Samstagmarkt zeigte dasselbe Bild, es wurden sogar bis 80 Mk. für ausgesuchte Posten gefordert. Diese unwiderlegbaren Tatsachen geben den unumstößlichen Beweis, daß Ew. Ercellenz in Bezug auf die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft am 11. August sich im Irrtum befunden haben. Ein solcher Irrtum ist aber für die Ernährung, für die Tatkraft und das Wohlbefinden von vielen Hunderttausenden von Menschen nicht nur verhängnisvoll, sondern von unabsehbarer Tragweite. Möchten daher doch Ew. Excellenz aufs schnellste alle die Maßregeln treffen, welche erforderlich sind, Ihren Irrtum vom 11. August auszugleichen. Deutsche Kolonien. Dar=es=Salaam, 7. Okt. Hauptmann v. Kleist mit dem Groß seiner Kompagnie ist unbehelligt in Wikindu eingetroffen. Freiherr von Wangenheim hat den Leuchtturm bei Kanji gesichert und ist dann mit nach Wikindu marschiert. Kiisidju wurde am Donnerstag von denAufständischen niedergebrannt. Die Inder haben sich nach der gegenüberliegenden Insel Krase gerettet, ebenso die Akida. Zwei Askaris fielen, ein Askari wurde verwundet. Hauptmann v. Kleist marschierte auf Kissidju. Das Bezirksamt Mohoro meldet, daß die Akiden in Msindaji und Kikile sich bedroht fühlen. Iringa berichetzt zögerte Lea etwas mit der Antwort, der Griff auf ihrem Arme aber wurde fester. „Ich werde nicht eher Frieden finden, Lea, bis du mirs versprochen hast!“ stöhnte Mrs. Morris. „Ich will dich nicht wieder fragen,“ erklärte die Enkelin feierlich. Bleich und erschöpft, doch mit dem Ausdruck wahrer Erleichterung legte die alte Frau sich nun auf ihrem Stuhle zurück. „Ich danke dir, mein liebes Töchterchen, weiß ich doch, daß du dein Wort halten wirst,“ hauchte sie. „Und wenn du mir nur ein Tröpfchen Tee geben wolltest, da würde ich mich freuen,'s ist mir sehr schlecht." Lea sputete sich mit der Zubereitung der Mahlzeu, die sie dann mit ihrer Großmutter zusammen genoß. Wie die alte Frau, ermüdet von der Gewalt der erfahrenen Gemütserschütterung hernach in ihrem Sorgenstuhle eingeschlummert war, huschte Lea aus der Küche. Sie mußte allein sein, überlegen zu können. Sie ging die schmale Treppe hinauf und schloß sich in ihr Stübchen ein. Eine Empfindung banger Ungewißheit und drohenden Kummers hatte sich ihrer bemächtigt. Bis hierher war ihr Dasein ruhig und ereignislos dahingeflossen; weder Verwicklungen, noch Unsicherheit hatten dessen glatte Oberfläche getrübt. Nun aber schien alles mit einem Schlage verändert! Auf allen Seiten traten ihr Unklarheit und Verwirrung entgegen. Schwach an Geist und voll krankhafter Anschauungen, wie ihre Großmutter war, — konnte sie trotzdem nicht daran zweifeln, daß zu diesem furchtbaren Sturm voller Grund vorgelegen hatte. Seit Jahren schon mochte das Ungewitter sich im Stillen vorbereitet haben— so viel wenigstens war ihr klar. Warum sollte durch den Besuch des Fremden eine Krisis herbeigeführt worden sein? Wer war er und was hatte er mit ihrer oder der Großmutter Vergangenheit zu schaffen? Mit klopfenden Schläfen u. schmerzendem Kopfe die Seele erfüllt von banger Sorge, stand sie wieder auf und warf, ehe sie wieder hinunterging, einen warmen Shawl um ihre Schultern. Nachdem sie sich überzeugt, daß ihre Großmutter noch sanft schlummerte, eilte sie flüchtigen Schrittes aus der Küche ins Freie. Clutterbuck war nach Hause gegangen und der kleine Wirtschaftshof lag verlassen da. Hier hielt sie sich auch nicht auf. Das Pförtchen aufstoßend, lenkte sie ihre Schritte nach der Höhe des Berges. Wie ein glühender Feuerball versank die Sonne eben langsam hinter dem zerklüfteten Kamm des Malverngebirges und erbarmungslos fegte der kalte Ostwind an ihr vorüber und pfiff und heulte schauerlich zwischen den Fichten am Abhang des Berges. Lea aber ward davon nicht berührt. Es tat ihr wohl, in der Luft zu sein. Hier konnte sie besser denken als in dem engen geschlossenen Raume ihres Stübchens. Das scharfe Windeswehen kühlte ihre heiße Stirn bei dem raschen Hin= und Herwandeln, und nun fingen auch ihre Gedanken an, sich zu klären und der Geist seine angeborene Entschlossenheit wieder zu gewinnen. Sie mußte, das sah sie ein, sich der Aufgabe, das Geheimnis zu ergründen, selbst unterziehen. Der Fremde war doch sicherlich nicht durch einen Eid gebunden! An ihn also mußte sie sich wenden, ihn zum Sprechen bringen und auf diese Weise die ihn treibenden Motive ermitteln. Wie aber das Thema zur Sprache bringen? Bei diesem Punkte weilte sie lange, und längst schon war die Sonne völlig verschwunden und im Tale unten lag graue Dämmerung, ehe sie sich zum Heimgehen anschickte. Aber zu einem Entschlusse war sie wenigstens gelangt— Lord Barchesters Freund sollte gefragt werden, sobald sich eine Gelegenheit dazu bot. (Fortsetzung folgt.) kommend REE en als lotton ec bunc au eicea. elich. licd Kersce Ssece, eiele. Ae icieseseche ishce fläche je nach der Art des Baumes auf das 200 bis 1000fache der Grundfläche der Baumkrone zu schätzen ist, wirkt auf die Luft gleichsam wie ein „„„ IEZ Woso Umts, die in Mpangire zurückgebliebenen Missionare! Ein ausführliches Verzeichnis wird in den nächsten einen Angriff einer auf 2000 Personen ge= Tagen ausgegeben werden. chätzten Bande Aufständischer am 19. Sept. zurückgeschlagen und sich dann nach Lupembe begeben. Die Missionare hatten keine Verluste. Schweden und Norwegen. Christiania, 7. Okt. Das Storthing begann heute vormittag die Beratung über das Karlstader Uebereinkommen. Die Debatte eröffnete der Präsident des Sonderausschusses Prebeusen, der ausführte, daß man gewiß in mancher Hinsicht einen andern Ausgang hätte wünschen können, daß man aber sicher den wahren Interessen des Vaterlandes diene, wenn man das vorgeschlagene Uebereinkommen annehme. Der Wortführer der Minderheit, Krunow, verteidigte deren Standpunkt; er sagte:„Würden die Befestigungen niedergelegt werden, könnte Schweden seine Armee zur Entwicklung bringen, während wir nichts unternehmen könnten. Wir hofften, daß wir unsere volle Selbstständigkeit erreichen würden. Durch das Uebereinkommen ist dieselbe aber so beschnitten, daß wir lieber die Union behalten, als auf diese Bedingungen eingehen!“ Frankreich. Paris, 9. Okt. Bei der von antimilitaristischer Seite gestern am Ostbahnhof versuchten armee= Büttgen, 9. Okt. In der Nacht von Sonntag auf Montag zwischen 3 und 4 Uhr ist ein im Felde an der Wattmannstraße stehender Strohschober, welcher circa 20 000 Pfund Stroh enthielt, des Ackerers Peter Trippelsdorf niedergebrannt. Ueber die Entstehung des Brandes ist nichts bekannt. Der Schaden wird etwa 360—370 Mark betragen und ist durch Versicherung gedeckt. * Neersen, 9. Okt. Auf Veranlassung der Kgl. staatsanwaltschaft ist hier die Leiche einer Wöchnerin ausgegraben worden, die durch die Schuld einer Hebamme gestorben sein soll. Die Leiche wurde zum Krankenhause in Anrath gebracht, wo die Obduktion vorgenommen wurde. Das Resultat derselben ist hier noch nicht bekannt. Dülken, 9. Okt. Beim Ansitzen der Dampfmaschine schlug heute Morgen in der hiesigen Fäcberei Wilhelm von Scheven u. Cie. der Hebel an der Maschine zurück und traf den Heizer Peters mit solcher Wucht an den Kopf, daß die Schädeldecke vollständig zertrümmert und das Gehirn bloßgelegt wurde. Nach wenigen Minuten starb der Unglückliche, der als nüchterner und fleißiger Arbeiter galt. P. hinterläßt eine Witwe mit zwei unmündigen Kindern. Rheydt, 8. Okt. Einen seltsamen Anblick hatfeindlichen Straßenkundgebung wurden von der ten gestern Abend an der Ecke der Kaiser= und Dah Polizei etwa 30 Leute wegen Widerstandes und tenet straße di., Passanten. Dort trieb sich ein Eheaufrührerischer Rufe festgenommen, darunter mehrere Ausländer; doch wurde die Hälfte der Ver hafteten nach der Aufnahme eines Protokolles wie der freigelassen. Die Demonstration gab zu patriotischen Kundgebungen seitens der Rekruten und deren Angehörigen Anlaß. Auf dem Bahnhof von Chalons wurden vier Rekruten, welche den diensthabenden Leutnant beschimpft hatten, von der Polizei gezwungen, den Zug zu verlassen, und dem Platzkommando übergeben.— Gegen mehrere Unterzeichner des antimilitaristischen Aufrufes wurde strafrechtlich eine Untersuchung wegen Aufreizung zu Mord und Insubordination eingeleitet. China Schanghai, 9. Okt. Die Regierung von Hongrong hat dem Generalgouverneur Tschangtschitung em Darlehen von 1 100000 Pf. St. zu 4½ Prozent auf zehn Jahre gewährt, das in jährlichen en zurückzuzahlen ist, uno zum Kauf der Eisenbahn Hankou=Canton bestimmt ist. Wie verlautet sollen die Einnahmen der Provinzen Hupe, Hunan und Canton als Sicherheit dienen. paar in derart betrunkenem Zustande herum, daß es nicht meyr zu gehen vermochte. Die Polizei machte kurzen Prozeß: eine des Weges kommende Kohlenkarre wurde angehalten, das betrunkene Ehepaar aufgeladen und fort gings unter dem Gelächti der Zuschauer zum Gefängnisse. #, 9. Ell. H.rr Dr. Pater Josef Röckerath= Köln ist heute Nachmittag im Alter von 68 Jahren gestorden. Er war Vorsitzender des Aufsichtsrates cy inischen Volksbank und der Feuerversicherung „Rh inland“, seit deren Gründung und gehörte früher dem deutschen Reichstag, dem preußischen Landtag und dem Kölner StadtverordnetenKollegium an. "##chum, 9. Okt. Auf Schacht Dannenbaum 11 (Deutsch Luxemburger) verunglückten heute Mittag zur Zeit des Schichtwechsels fünf Vergleute, die verbotswidrig auf dem Korbe in den Bremsschacht fuhren; alle fünf blieben tot. * Bochum, 6. Okt. Das deutsche Preßgesetz verlangt, daß bei der Veröffentlichung von Büchern und Druckschriften die Polizeibehörde hiervon unter Vorlegung des Pflichtexemplares verständigt wird. Zur Zeit des Bierboykotts in diesem Sommer hatten drei Wirte aus der Gegend von Herne und Recklinghausen in ihren Lokalen Plakate ausgehängt mit dem Aufdruck:„Hier wird boykottfreies Bier verzapft". Von der Polizeibehörde wurden ihnen wegen unvorschriftsmäßig geschehener Publikation Strafmandate von je fünfzehn Mark präsentiert. Sie beantragten richterliche Entscheidung, die aver zu ihren Ungunsten ausgefallen ist. Ebenso wie das Schöffengericht stellte sich in ihrer heutigen Sitzung auch die StrafkamStandpunkt, daß ein Verstoß gegen die§§ 9, 10 und 41 des Preßgesetzes vorliege. eingelegte Berufung wurde verworfen. Paderborn, 7. Okt. Der bei der Postagentur in Wewer tätige Postbote Müller ist nach Unterschlagung eines Geldbriefes in Höhe von 8000 M seit gestern flüchtig. * Hanau, 9. Okt. Die in der Dunlop= Pneumatikreifenfabrik ausgebrochenen Streitigkeiten sind vorläufig beigelegt worden. Die Arbeit wurde wieder ausgenommen. * M e t z 9. O k t. D e r P a p s t h a t d a s v o n B i s c h o f Benzler seinerzeit außer über den Famecker Friedhof, über vier weitere Friedhöse in Lothringen verhängte und noch nicht zurückgezogene Interdikt wegen evangelischer Beerdigung auf demselben gestern aufgehosen. Bischof Benzler hatte seinerzeit die Entscheidung dim Papst üverlassen. Mainz, 7. Okt. Zum Ersten Bürgermeister der Stadt Mainz wurde mit 33 von 39 Stimmen der bisherige Bürgermeister Dr. Göttelmann gewählt. * Newyork, 9. Okt. Bei dem Brande eines Wohnhauses in Broocklyn verbrannten drei Kinder, neun Personen wurden schwer verletzt. Aus dem Gerichtssaal. * Düsseldorf, 9. Okt. Schwurgericht. In der heutigen letzten Sitzung der laufenden Schwurgerichtstagung standen drei Strafsachen zur Verhandlung an. Die erste Verhandlung richtete sich gegen den Reisenden Peter Schneider wegen Meineids. Der Angeklagte ist wegen Betrugs vorbestraft. Er war Provisionsreisender für ein in Wesel domiziliertes kaufmännisches Weingeschäft. Am 12. November 1903 wurde er vom hiesigen Schöffengericht von der Anklage der Unterschlagung freigesprochen. In einem weiteren Prozesse, den sein Prinzipal gegen zwei Weinkunden anstrengte, hatte Sch. im November v. Is. vor dem hiesigen Amtsgericht beschworen, daß er berechtigt gewesen sei, bei den Kunden Gelder einzukassieren. Diese Aussage soll wissentlich unwahr gewesen sein. Auch soll er die Unwahrheit dahin bekunder haben, daß er leugnete, neben seinem Weingeschäft noch Lose .##en seinem Weingeschäft noch Lose vertrieben zu haben. Die Verhandlung, die den Vormittag in Anspruch nahm, bot ein weiteres Interesse nicht. Die Beweisaufnahme ergab, daß Sch. zu den sonderbarsten Mitteln gegriffen hatte, um Geld zu verdienen. Die Geschworenen fanden Schneider in beiden Fällen des wissentlichen Meineids schuldig, sie bea.n die weitere Frage, daß er diese Eide geleistet habe, um sich vor Strafverlolgungen zu schützen, wonach die Strafe bis zu einem Viertel der.„sl vorgesehenen Strafe zu ermäßigen ist. Das Gericht bemaß demnach die Strafe auf 18 Monate Gefängnis. In der Nachmittagssitzung wurde zunächst gegen den Fabrikarbeiter Heinrich Kehlinger von hier wegen Verbrechens gegen den§ 177 des Str.=G.=B Köln, 9. Okt. Die Lohnbewegung der Damenschneider wurde durch Vereinbarung eines Tarifvertrages zwischen der Schneiderinnung einerseits, dem christlichen und freien Schneider= und Schnei derinnen=Verbande anderseits beendigt. Die Haupt west in Papenburg, 6. Okt. Der stark einsetzende Nord 1 Beweisaufnahme fanden die Geschworenen d est treibt so gewaltige Wassermassen von der See gerlagten eines Verbrechens gegen§ 177 de die Ems, daß diese hoch angeschwollen ist und die 1 G: B., eines Verbrechens gegen§ 176,1 de edrigen Ufer zu überfluten droht. Die Durch= 1####3., einer tätlichen und einer einfachen niedrigen Ufer zu überfluten droht. Die Durchasse der Dämme mußten geschlossen werden. Die Binnenkanäle sind von dem anhaltenden Regen ebenfalls sehr hoch und überschwemmen das tiefUnruhen in Rußland. Warschau, 2. Okt. Im Judenviertel kam es heute zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Arbeitern und einer Bande, die die Ermordung eines der Spionage verdächtigen Genossen rächen wollte. Drei Personen wurden getötet, vier schwer und acht leicht verletzt. Heute Nachmittag wurden mehrere Bombenanschläge gegen Kosaken verübt. Es wurden sofort andere Truppenteile aufgeboten, die ein Flintenfeuer auf die Angreifer eröffneten. AllStunden, einschließlich je 1½stündiger Frühstücks= Aschendorf sind mueren und Vesperpause; für Ueberstunden wird 50 Prozent Aufschlag gezahlt. Die Arbeit wurde heute allgemein wieder ausgenommen. Werden, 8. Okt. Einem jungen Manne wurde auf der Ruhrbrücke vom Winde der Hut entführt und in die Fluten getrieben. Der Mann sprang nach; nachdem er kurze Zeit geschwommen hatte, tauchte er unter und verschwand in den Fluten. . Luisburg, 8. Okt. Ueberfahren wurde gestern Nachmittag der Arbeiter Fries. Er wollte an der Ackerfähre auf eine in der Fahrt befindliche Lokoeinos Giolaugns fosinn sind mehrere Wege infolge Hochwassers unpassierbar. * H a m b u r g, 9. O k t. D e r h i e r v o n H u l l e i n getroffene englische Dampfer Cito meldet, daß am Samstag Nachmittag bei dem Orkan in der Nordsee die norwegische Bark Candeur von Kragerö auf der Höhe von Borkum untergegangen sei. Ein von dem Dampfer Cito entsandtes Boot fand nur noch einen Mann an Bord des entmasteten, sinkenken Wracks, der nebst einer Katze von dem Boote geborgen wurde. Die Katze sprang aber von dem geneine Kanitk entstand sakreiche Versonen wur. Poswve, Lin. Liezuges, springen, kam dabei zu sprang ihr nach, worau das Mra mit dom WanSP öet- Zu Letr wast um Sue, Lod roat soioet gue de eader der Rachiue Der wurde auf dem Twersioi=Vonlevard eme Persamn, I.: Stprun, 8. Okt. Gelegenlich eines Turn. diat. Auf dem rückehrenden Vostdanser Alinlung abgehalten. Die Truppen Fuerten Kinde gsez gestern Abend der Arbeiter Hartvig aus Moernann berurachte eine überuue Schisse ab, woraut die Menge mit Revolverschissen Alstadmn ersthosen worden. Ein beftiger Streit der Kaiste grabe Nar:. antwortete. Den ganzen Tag über zogen die Ar beiter durch die Hauptstraßen, doch kam es nur bei einer Bäckerei in der Twerskajastraße zu Unruhen. Bäcker warfen von dem Dach aus Ziegelsteine auf die Kosaken; diese feuerten, nachdem nie Twerskajastraße abgesperrt worden war. 200 Personen wurden verhaftet.— Die Rußi meldet aus„Moskau: Bei dem gestrigen Zusammenstoß zwischen Bäckern und Kosaken wurden acht Bäcker getötet und zwei verwundet. Außerdem wurden ein Schutzmann, ein Revieraufseher und ein Kosak getötet und viele Polizeibeamte und Privatpersonen mehr oder weniger schwer verletzt. Die Hauptstraßen und Plätze wurden durch Polizeibeamte, zwei Regimenter Grenadiere, eine Schwadron Dragoner und acht Sotnien Kosaken besetzt. „„„ uvernommene See in der Kajüte große Verheerung, wobei ein Reisender einen Beinbruch erlitt. Hamburg, 9. Okt Als Gabe der freien Hansastadt Hamburg für die durch das Erdbeben in Italien Geschädigten wurden dem italienischen Generalkonsul in Hamburg 5000 Mark überwiesen. * H a r b u r g a. d. E l b e, 7. O k t. I n d e r H a r burger=Wiener Gummiwarenfabrik brach Feuer aus, welches das alte Hauptgebäude mit der Schuhund der Pneumatikabteilung vernichtete. Die Ballabteilung und die Abteilung für technische Artikel sind erhalten geblieben. Ludwigshafen, 7. Okt. Die Verhaftung des Stadteinnehmers Lieb erregt hier Aufsehen. L. hat Unterschlagung begangen, die, laut Köln. Vztg., auf etwa 40000 Mk. sich beliefen, doch ist die Revision der Bücher und der Kesse noch nicht beendet. Die Unterschlagungen, di Cholera. 9. Okt. Vom 7. bis 8. Oktober mittags ist in Preußen eine choleraverdächtige Er krankung neu gemeldet worden. wir der Bluttat voraufgegangen. Mülheim=Styrum, 7. Okt. Zu der bereits kurz gemeldeten Bluttat in der Familie Peter Weber in der Augustastraße wird der„Rhein= und Ruhrztg." noch folgendes mitgeteilt: An dem gestrigen Hochzeitstage seiner Tochter hatte Weber die Hochzeitsgesellschaft wiederholt mit Stichelreden belästigt nich, naa, bis ihm ernste Vorhaltungen derfähsr ossiact.#ur e:.W. zog nun ein dolchartiges Messer und wollte seine Frau damit stechen Die Frau entwand ihm das Messer und erstach ihren Mann. Wie bereits berichtet, wurde die Frau verhaftet, ist jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Sie wurde heute bei der Polizei vernommen, ebenso auch die anderen FamilienangehöriGeseht, doch=weeu, heitoe..4 Jahre zusammengelebt, doch war die Ehe keine glückliche, da der Mann sehr eifersüchtig war. W. war 54 Jahre alt seine Leiche wurde heute ins Totenhaus des Friedhofes gebracht, um obduziert zu werden. Elberfeld, 8. Okt. des Str.= des Str.= e Ae###n## einfachen Beleidigung schuldig. Die Strafe wurde darnach auf 2 Jahre 2 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust bemessen. Ein geradezu unverständlicher Leichtsinn brachte n Sats, aren Schreiber Aloys Flesch aus Rheydt vor die Geschworenen. Der junge Mann hatte im Mai eine Monatskarte für die Strecke Rheydt=M.=Gladbach gelöst. Am 3. Juni wurde er mit dieser Karte in M.=Gladbach angehalten, da auf der Karte der Monat Mai in Juni umgeändert worden war. Flesch behauptete was nicht widerlegt werden konnte, daß er die Fahrkarte nur an dem betreffenden Tage benutzt habe. Der dem Fiskus zugefügte Schaden betrug demnach 15 Pfennige, wofür Flesch zunächst die übliche Ordnungsstrafe von 6 Mark entrichten mußte. Wie t wurd, hat der Angeklagte eine gute Ausbildung genossen, er hat das Gymnasium bis Untersekunda besucht und ist im Besitze des Zeugnisses zum einjährig=freiwilligen Militärdienste. Wie er zu der Straftat gekommen ist, konnte er nicht angeben. Da der Angeklagte geständig war, beschränkte sich die Feststellung nur darauf, ob eine Fahrkarte als eine öffentliche oder eine Privaturkunde anzusehen sei. Die Geschorenen verneinten sowohl die Frage nach Fälschung einer öffentlichen, ein#rivaturrunde, sie fanden Flesch lediglich des Betruges schuldig und billigten ihm mildernde Umstände zu. Darnach mußte das Gericht auf eine Geldstrafe erkennen, die auf 20 Mk bemessen wurde. An den 13 Verhandlungstagen der hiermit beendeten fünften diesjährigen Schwurgerichtssession hatten sich in 23 Strafsachen 29 Angeklagte, darunter drei weibliche, zu verantworten. Die Anklagen lauteten in sieben Fällen auf Raub, in 4 Fällen in 4 Fällen auf Verbrechen gegen die Sittlichkeit, in 4 weiteren Fällen auf Vergehen gegen das Leben(Körperverletzung mit tödlichem Ausgange, Tötung, Mordversuch und Kindesmord in Verbindung mit Verbrechen gegen§ 218 des Str.=G.=B.), in zwei Fällen auf Brandstiftung in jeeinem Falle auf Konkursverbrechen und städtischen Schuldentilgungskasse und den Scheckverkehr mit der Kgl. Filialbank. Lieb stand schon 28 Jahre im Dienste der Stadt. Vorher an Cholera gemeldet. Die Gesamtzahl der Cho#erafälle beträgt bis jetzt 265, von denen 89 töduic verliefen. Nah und Fern. Heerdt, 9. Okt. In der Erft ertrank gestern einen merkwürdigen Zufall. Lieb wendete sich vor einigen Tagen brieflich an einen vermögenden Burger, den er um ein Darlehen von 40000 M. bat, indem er zugleich einen Plan für die Rückzahlung beifügte. Durch einen Irrtum gelangte dieser Brief anstatt an den Adressaten, für den er bestimmt war, aus Bürgermeisteramt. Die Folge echmarie Revinon und die Verhaftung des Ein. Se..... Ein Tierarzt des hiesigen über 28 Jahre im aue ungriche Fecderbeiterin don den. Kasterist Des bisterigen wesen, Lit von der bergenan ner eriane gr i Stchdtiurch, Stoge, Kreis Rieder=Varuim, weche sch bereits Ferazus am Schlachthof tätig war, bat sich eines auf über 110 wi. Seit ktr.“““ im Kreisbarackenlazarett zu Dranienburg besand, 1 scweren Vergehens schuldig gemacht dadurch, daß 1— Ende der adder Gah uu eie 4e2ee Veiter Wrint Von 8. bs 8. Slioder mitags munrdhen seine ter en Stick Dich freigehen hat, ohne 6 faurther aue de der dder Sehe. gerict er au bunge hoslereaterhähigen Erteonluges oder Tokestste un. Fua. zu hoane. Wie nachrigich feigeselt an vrtrur, achee geichoh burch ## m: m i worden ist, ist das freigegebene Tier tuberkulös gewesen; es st. unrigens auch nicht der erste derartige, Fall sein. Der pflichtvergessene Beamte ist natürlich sofort seines Dienstes enthoben worden rield. C. Okt. Die Stadtverwaltung beschäftigt sich mit einem von der Firma Gebr. Möbers in Elberfeld ausgearbeiteten Projekt zur Er. in iet eist elltan gestern, richtung einer Markthalle über der Wupper. Das Abend ein zwölfjähriger Schüler. Der Kleinehatte1 herichtet.: dor Ma..2.verse der General=Anzeiger mur noc menreren anderen Kindern, ohne dazu brisnzipiesle Gonnorcaatg dei der Baukommisson berechtigt zu san, einen Nachen der Kiesbaggerei sauswpielle Gegnerschaft nicht gefunden. Es ist Sommer losgemacht und war damit auf dem Erft. sich 2) Marktigeu tun der Buppet, über der kangl, berungesahren.„Bei dem Vemühen, den hon Zas- kartnaue erseten vu, auf eine Streie Nachen in schaufelnde Bewegung zu bringen stürzte l c.:etet Salize bei einer durchschnittlichen der zzunge ins Wasser und ertrank. Zwei Stun te vo., 2/2509 Meter vorgesehen. Es ergäbe den nach dem Vorfall gelang es dem Vater des 5oggag: ein Flächenraum für die Markthalle von Kn. den lesteren als Leiche aus dem Wasser sprüchen gensmueiete uer auch weitestgchenden AnOkt. In der Zündhütchenfabrik vien g 114%z 8: Okt:, Von dem avends 10,.55 von von Braun& Bloem wurde heute Morgen durchrutuu gieve abfahrenden Personenzuge Duise#ion emes mit Kugelhüchenhüen gefüillen klautene Mierzu zan aestern swei aus der Weide ent. Kästchens eine Arbeiterin so schwer verletzt, daßf eausens. Pfere, üuverfahren und getötet. ezungen schon nag wenigen Stunden a#, Venen#ex.,Zevelae., 8. Okt. Auf der sogen. erlag Die Ursache des Unfalles ist nicht aufgeklät: unheide fand man gesternMittag gegen 1 Uhr 1 Nacrichten“ melden: Die biai Die Verungläickte wrsch de gliche Besckaltan.: i enen Ahzuagsgraben, in dem dns Maser kanm nathm au. usde: Die beige Keimuchate schon seit seche Jahren.— Seiche Beschängung 40 Zentimeter boch stand die Leiche eines unde, 1 gckasenu Suistag den den 1Gsähriensondlungs — 1 kannten Mannes. Derselbe trug ordentliche I gehütfen Hans Hermann Röder fest, als er bei beiterfleidung, eine braune Samthose, einen dunk. wolle. anaue 5.0 Nark erschwindeln Rock und schwarzen Hut. Sein Hemd war X. 1 Nachteise d. 28 vteader bate er in Görlit zum S. gezeichnet. Die Taschen enthielten nichts gls aim Hammnnus(arduuge eeuier u Wilhelmi bei der Stück Uhrkette und eine Binger Rochusmedaisl Dhors uiach Lagdtanduicgen Vant für die preußische Ob ein Unglüicksol vorliegt, it nach nicht zanae Obert, vsit 6000 Mark erschwindelt, die er bereits stelt, Nach amtlicher Aufnahme des Tatbestandes seiner Feitnahme haterd d dant. Bei wurde die Leiche nach Weten gebracht. Revolver bei sich, 10 freigesprochen und 10 verurteilt. Die Höhe der insgesamt erkannten Strafen beläuft sich auf 18 Jahre 6 Monate Zuchthaus, 18 Jahre 25 Tage GeChrnerlust. 520 Mark Geldstrafe, sowie 35 Jahre Lokales. Stettin, 9. Okt. Beim Ausbooten von Steinen schlug, wie die„Stett. Abdp“ meldet, der mit Soasegarf bei Mag: des Schiffers Karl Holl aus Paalsdorf bei Wollin um. Der Schiffer und seine drei Kinder fiele, ins Wasser. Während der Schiffer mit Mühe gerettet werden konnte, sind die drei Kinder ertrunken. Nenstadt, 8. Ot. Eine Tagutg sämtlicher Eietristätsperk, Marientirae, in gemein=1 Stadtteil. Stadtgarton Arhastas r Handelskammern forderte ein gemeinschaftliches Oberstes Verwaltungsgericht, sowie die Vertretung der Thüringer Staaten im preußischen Landeseisenbahnrat zwecks Einflußnahme auf die der chepäckfreibeit9 sal Neuß, 10. Oktober. (Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen 9 85 8. S uher Pusl, niedrigste in vergangener Nacht 5 Grad über Null, heute Morgen 6 Grad uder Null. Wind nordwestlich. Barometer unverändert. Heue Morgen nach dem gestrigen Regentage aufgeklärt, matter Sonnenschein. * Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Herr Freiyerr v. Schorlemer wird seinen der Stadt Neuß in Aussicht gestellten Besuch am Dienstag, abstatten. Excellenz werden am Sisens,# wers. von Düsseldorf mit dem Zuge 3,17 nachmittags in Neuß eintreffen. An die per Stadtverwaltung schließt von Leipzig, 8. Okt. Nachrichten“ melden: Die„Leipziger Neuesten g schließt schlachthof, eiuen Een#rnruentirche, Münster, neuer Stadtteil, Stadtgarten, Arbeiterwohnungen u. s. w. Voraussichlich um 6 Uhr abends wird das Festessen I. Fa####nben und dann ein Fackelzug sämtlicher Vereine mit Serenade vor dem RatPanch ogrne.6t am Mitt*** Okt. Die Dichter und Tondiuter- Vormittage des Schauspielhauses beginnen am 22. Oktober mit Vorlesung„Göthe in Feister Feisezeit.„Es sind ig. Ausscht genonmen under.„. Hölderlin, Arnim, Hans Sachs Hebbel, Kleist, Schillers Gedankenlyrik, Tolstoi Dortojewski, Beethoven, Richard Wagner u. a. Bei einer am Montag, den 9. dieses Monats abends, unter dem Vorsitz des Herrn Beigeordneten bei Klein stattgehabten Besprechung der Vorstände beschlosien zuu Männer=Gesang=Vereine wurde beschlossen, dem Herrn Oberpräsidenten Ercellenz von Schorlemer aus Anlaß seines am 17 ds wis aus Anlaß, seines Besuches gn. 17: ds. B##### ein. Serenade darzubringen ## iu#r#pend des 17. geplante große Fackelzug nimmt auf.. Marktplatz vor dem Rathause Aufstellung, und sodann werden die vereinigten unter der Leitung Gesang=Vereine vereinigten des Herrn Mi tra Lie niel Chi mit wer mei nock arbe lieh rand beite tung auf Rhei rat Herr schon feier □ Verb groß Lied Solis Gene Fran, ersten alles Wettl findet teilna belohr tilleri tags 1 Vinc. stets, Se. 9 der sie ordnu ei Druck dem E führt, jeder Annah genom mit A Pakete kierung träge Zeitung beträge Auftrag vorzeig zu über bewirke Eben derzule Posthilf Posthilf gungen selbst b wird in briefträ stellen Wertsen Annahn hilfstelle Buchung stellenin — Regieru § 89 d4 jährigendetem Februar Prüfung nachzust Leute be fähigung meisten gesucht. Gefl. Off. Müole, Sto Jüng Scher Tüchtig Eiset pelucht Herma Jung. Mai perh., gestütz solid u. nüch dauernde St ei Pferden. 1 79 an die eines Kinder urVersich keinrbe1 in häft. igen ung den gte, igen esen diese luch daß Lose den InSch. unt den beiese gen rtel ist. 18 gen sier B. aX ten Intr.= tr.= leierhte us nn cke de en, incht ur em 15 ddie ite bis 9te. er ir ne 1t en n. ∆ m k. P In r= an ie n n d 8 9 d n er 8 K= e Musikdirektors Helmich folgende Chöre vortragen: Hymne von Herzog Ernst, Das deutsche Lied von Kalliwoda und Dankgebet aus den Aliniederländischen Volksliedern von Kremser. Die Chöre von Herzog Ernst und Kremser werden mit Musikbegleitung gesungen. An der Serenade werden voraussichtlich über 200 Sänger teilnehmen. Es findet eine Probe statt, deren Termin noch bekannt gegeben wird. = Das Allgemeine Ehrenzeichen ist dem Vorarbeiter Heinrich Berchem zu Stürzelberg verliehen worden. Dasselbe wurde dem alten Veteranen, welcher 50 Jahre als fleißiger, treuer Arbeiter bei der Königlichen Rheinstrom=Bauverwaltung beschäftigt ist, am Samstag, den 7. d. Mts auf dem Regierungsdampfer„Preußen," durch den Rheinstrombaudirektor Herrn Geheimen Oberbaurat Müller, im Beisein des Herrn Baurat Luyken, Herrn Wasserbauwart Engel. sowie zwei seiner schon dekorierten Kollegen, mit einer Ansprache feierlichst überreicht. — Der Städtische Männer=Gesangverein in Verbindung mit dem Damenchor rüstet sich für sein großes Konzert am 19. November, in dem Bruchs Lied von der Glocke zur Aufführung gelangt. Als Solisten sind dafür gewonnen die Damen Meta Geyer=Dierich und Johann Kiß sowie die Herren Franz Schwengers und Willy Metzmacher, Namen ersten Ranges und Klanges. Der Verein wendet alles auf, mit seinen Konzerten in erfolgreichen Wettbewerb mit den=Nachbarstädten zu treten und findet hoffentlich seine Bemühungen durch die An##zhme der musikliebenden Mitbürger reichlich = Der Neußer Artillerie=Verein(gediente Artilleristen) hielt am Sonntag, den 8. cr., vormittags unter starker Beteiligung im Lokale des Hrn. Vinc. Müller seine Monats=Versammlung ab. Wie stets, so verkündete auch diesmal ein Toast auf die Eröffnung der Versammlung, der sich die Abwickelung einer reichhaltigen Tagesordnung anreihte. Unter anderem traf der Verein scon jetzt Vorkehrungen, das in Aussicht stehende Stiftungsfest, verbunden mit der Barbarafeier würdig zu begehen. Es lehrte uns die Erfahrung, daß den Festen des Artillerie=Vereins ets, einz,###en#hltes Programm zugrunde liegt, nebst ihren Angehörigen sich mit Recht auf genußreiche Stunden freuen dürfen * Einem 9jährigen Kinde, das am vergangenen Samstag in einem hiesigen Geschafte Einkäufe besorgt hatte und mit einem kleinen Päckchen auf dem Rückwege nach Hause war, wurde auf dem Büchel von einem has großeren Mädchen das Packetchen entrissen. Wie man uns mitteilt trug die UebelBluse, grunen Kleiderrock und keine Vielleicht dienen diese Angaben um die Attentäterin zu ermitteln und der verdienten Strafe zuzuführen. — Ueberfall. Vergangene Nacht gegen 1 Uhr ein hiesiger Einwohner von zwei Personen, er vorher noch gekneipt hatte, in der angefaßt und übers Geländer in den Erftmühlengraben geworfen. Die Täter suchten hierauf das Weite. Auf das jämmerliche Hülfegeschrei des fast Ertrinkenden eilten Anwohner herwieder aufs Prockene au sregroder Nühe denselben Gig. auf dem Städtischen Steuerbureau erhältlich usn. den Bestimmungen der Postordnung juhrt, worauf hinzuweisen wir ersucht werden— jeder Landbriefträger auf seinem Bestellgang ein Annahmebuch mit sich, in das er die von ihm an„ unenen Einschreibsendungen, Sendungen Poter d Pochnabos iueng: gewöhnliche Pakete und Nachnahmesendungen, die zur FranSendungen bar entrichteten Beträge sowie die angenommenen Bestellungen auf Zeitungen nebst den ihm hierfür übergebenen Geldbeträgen einzutragen hat. Der Einlieferer oder Auftraggeber ist berechtigt, sich das Annahmebuch vorzeigen zu lassen, um sich von den Eintragungen homir F.eugen, nuch kann er die Eintragung selbst Ebenso müssen die bei den Posthilfsstellen nieSrautegen en derartigen Sendungen von den Posthifitellenn, avern, in das Annahmebuch der Posthilfsstelle eingetragen werden. Die Eintragungen können auf Wunsch auch vom Aufgeber selbst bewirkt werden. Das beteiligte Publikum wird im eigenen Interesse ersucht, die den Landbriefträgern mitzugebenden oder bei den Posthilfstellen niederzulegenden Postanweisungsbeträge, Wertsendung. pp, tunlichst eigenhändig in das uengmebuch des Landbriefträgers oder der Posthilfstelle einzutragen oder wenigstens sich von der durch den Landbriefträger oder Vosthilfstelleninhaber zu überzeugen. —* Einjährig=Freiwilligen=Prüfung. Der Herr Pegzerunespräsident weist darauf hin, daß gemäß § 89 der Wehrordnung die Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienste frühestens nach vollendetem 17. Lebensjahre und spätestens bis zum 1. Februar des ersten Militärpflichtjahres bei der Prüfungskommission für Einjährig- Freiwillige namzusuchen ist. Trotzdem die meisten jungen Leute bereits seit längerer Zeit im Besitze der Befähigungs=(Schul=) Zeugnisse seien, gingen die meisten Anträge auf Ausstellung des Berechtigungsscheines erst kurz vor dem obengenannten Endtermine und dann in so großer Zahl ein, daß die rechtzeitige Ausstellung nur schwer zu ermöglichen sei, namentlich wenn noch Rückfragen nötig seien. Es liege daher im Interesse der Militär= pflichtigen, daß sie die Ausstellung der Berechtigungsscheine zum einjährig- freiwilligen Dienst möglichst frühzeitig beantragen, wobei die auf den Befähigungs=(Schul=) Zeugnissen abgedruckten Bestimmungen genau zu beachten seien. „Bei der in der gegenwärtigen Jahreszeit täglich vorkommenden Versendung von Wild aller Art, machen wir auf folgende Bestimmung der Postordnung aufmerksam:„Wild, das nicht mehr blutet, darf unverpackt mit der Post versandt werden. Kleines Geflügel(Rebhühner, Kramtsvögel 2c.) muß in einer Umhüllung, z. B. in Netzen, enthalten sein und darf mit anderen bloßgehenden Stücken nicht zusammengebunden werden. Wenn mehrere Rehe, Hasen, Fasanen 2c. als ein Paket angesehen werden sollen, so müssen sie entweder in Netze, Kisten 2c. verpackt oder sowohl an den Enden, als auch in der Mitte, und zwar hier mit einem starken, seit umgelegten Leinwandstreifen, zusammengebunden sein. Werden sie nicht auf solche Weise zu einem Pakete vereinigt, so dürfen sie überhaupt nicht zusammen befestigt, sondern müssen jedes für sich mit einer Aufschrift versehen und auf der Begleitadresse demgemäß als einzelne Pakete bezeichnet sein.“ Telegraphische Depeschen Vermischtes. * Eine niedliche Kleinbahngeschichte wird aus der Altmark erzählt. Der Frühzug hatte sich auf dem Bahnhof Sensen eben in Bewegung gesetzt, als eine junge Dame noch atemlos daherkam und den Lokomotivführer durch Winken mit dem Taschentuch zum Halten veranlassen wollte. Der Mann zuckte jedoch bedauernd mit der Achsel, und da es gerade beraab ging, fuhr der Zug ziemlich schnell davon. Betrübt blickte das Fräulein den dahinrollenden Wagen nach, als neben ihr eine Stimme rief:„Laufen Sie doch hinterher, Else, am„Bülk“ kriegen Sie ihn wieder". Das hören, das Kleid hochraffen und in fliegender Eile hinter dem Zuge herlaufen, war eins. Und der Eifer wird belohnt. Als der Zug die bergab gehende Strecke zurückgelegt hatte und nun eine kleine Anhöhe erklimmen mußte, schien der Lokomotive der Atem auszugehen, und sie fuhr sichtlich langsamer, so daß es der entschlosse nen Else in der Tat gelang, den Zug einzuholen Im Triumphgeschrei wurde sie von mehreren kräf tigen Händen gefaßt und in den Wagen hinein gehoben. * Eine Geschichte aus Jägerlatinum überschreibt das„Bayer. Vaterland" nachstehende kleine Erzählung, die zwar einen starken Wildge schmack von„Preußenhaß“ hat, trotzdem aber manchen Jager— und sicher die Preußen am meisten— herzlich lachen machen wird:„Die Hühnerhunde sind oft merkwürdig schlau; ein Bei spiel von meinem Hektor. Sie, der kann boshaft sein. Hat da heuer mein Graf einen norddeutschen Baron auf die Hühnerjagd eingeladen, einen Patzer, nicht zum Zuschauen; der schießt unseren ganzen Hühnerbestand noch zu einem regelrechten Feldlazarett zusammen. Und dabei reißt er Sprüch runter, nah, wiss'ns, wie halt ein echter Preuß. Dem Hektor hab' ich's schon lang angemerkt, daß er den Preuß'n auf der Latt'n hat, besonders weil er sich neulich mit seinem Danebenpatzen auf'n Hektor ausgeredet hat. Was tut mein Hektor? Jagen wir neulich, eine große Jagdgesellschaft, München, 9. Okt. Zufolge halbamtlicher Mitteilung kann bestätigt werden, daß die Meldungen über eine Wiedervermählung der geschiedenen Großvon Hessen unrichtig sind. Auch außere#cänchens hat keine solche Vermählung Monteleone, 9. Okt. Gestern avend 9.55 Uhr wurde hier ein ziemlich starkes Erdbeben in der Richtung West=Nord=West verspürt. Unter der Bevölkerung herrscht große Panik. Stockholm, 9. Okt. Der Direktor der MeiereiAktien=Gesellschaft Viktoria, Silfverling, und der Buchhalter der Gesellschaft, Brynolt, sind unter der Beschuldigung, Wechsel- und Hypothekenfälschungen, angeblich in einer Höhe von 400000 Kronen, begangen zu haben, verhaftet worden. Wer lieben Angehörigen, Freunden und Bekannten draußen in der weiten Welt eine Freude machen will, der bestelle für sie die Zeitung der Heimat. Sohn und Tochter, Bruder und Schwester haben das Bedürfnis, mit der Heimat ihrer Lieben in Verbindung zu bleiben. Diese vermittelt auf das Beste die heimatliche Zeitung. Was immer Wissenswertes in der Heimat passiert, trägt die HeimatsZeitung ihnen am ausführlichsten und raschesten zu.— Abonnements auf die =(Amtliches Kreisblatt) für alle Plätze der Welt, werden täglich entgegen genommen von der lauter hohe Herren, ein Prinz war auch dabei. Die Jägerkette führt uns in die Näh von einem Einödhof hin; ich und der Hektor sind am äußersten Flügel draußen, da, was hat denn mein Hund auf einmal? Foppt er mich denn nicht weg von den andern Jagern durch einen Kartoffelacker durch, und zieht und zieht, daß ich mir denk, da muß a Kett'n Hühner liegen. Wir kommen ganz nahe hin zum Bauernhof und da scharrt und pickt eine Herde Haushühner auf der Wies'n herum. Auf einmal springt der Hektor mitten unter die Hühnerherde hinein und bumsdich hat er a Mordstrum alti Henn dabissen und auf und davon mit.„Her ein, Hektor, herein!", zischte ich ingrimmig und lockere meine Hundspeitsche. Doch der Hektor war verschwunden. Voller Aerger such ich das Jagdfeld auf, bas sich jetzt auch dem Bauernhof nähert. Da steht eine Kett'n Hühner auf und ein Hase zugleich: Bum, Bum, Bum und der preußisch Ba ron schießt mit Bum, Bum auf den Hasen. Auf einmal seh ich meinen Hektar, der hinterm Hasen drein und der Preuß voller Freud im Kartoffel acker drinnen, Herrgott: hab' ich mich g'ärgert Doch gar nicht lang dauert's, da kommt der Hektor zurück und, denkens Ihnen nur, im Maul hat er die alte Henn, die er vorhin derbissen hat und ganz kunstgerecht dem Preußen. No, dös G'lächter sollt'ns g'hört hab’n von denni andern Herrn und dös G'schimpf von da Bäuerin und dös G'sicht soll'ns g'segn hab’n, wie der sein Geldbeutel außerzogen und die Henn zahlt hat und der Hektor is zu mir hin, no da könnens Ihnen denk'n, daß er statt der Hundsveitsch'n nach da Jagd zwei Extraknackwürscht als Fanggeld kriegt hat.“ Handels=Nachrichten. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 10. Oktober. Neuer Weizen per 100 Kilo 1. Qual. Neuer Roggen per 100 Kilo 1. Qual. „„ 2. Alter Hafer per 100 Kilo Neuer Hafer per 100 Kilo 1. Qual. Kartoffeln per 50 Küle Heu per 50 Kilo Luzernerheu per 50 Ktlo Maschinenstroh per 500 Kilo Flegeldrusch per 500 Kilo Butter per Kilo Eier(100 Stück) Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert. nenz, 10 Oktober. 8 2 Raps per 100 Kilo 1. Qual.." 22 20 Aveel per 100 Kilo 1 „ 3.„ Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. Rühöl per 100 Kllo Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3# böb. als Rübkuchen per 1000 Kilo waggonweise „ in kleineren Partien Kleien per 50 Kilo Rüböl 50 J niedriger. Rüböl 50 20 Jüngerer kräftiger Schrotmüller gesucht. Gefl. Off. an H. H. Arnolds Muale, Stolberg Rhld.[7727 9 Ok Rüböl in Partien von 5000 Kil. Fruchtmark. Keine Zufuhr. Heu 5.80—7.20. Maschinenstroh(Roagen 3.70 Richt558% Flegeldrusch) 4,10—000, Krummstrod 3.50 die Magdeburg, 7. Okt. Kartoffel=Spiritus. 70er Kartoffel=Spiritus prompt Lieferung 44 66.80 für 100 Liter reiner Alkohol vom Speicher unter freier Vorhaltung der Gebinde. 9. Okt Kornzucker 88% 8.4u 8.55, 75%„60.—7,20, stetig Brodraffin. la 15,00—00.00 Kristallzucker Ia 00,00—00,00, gem. Raffin. 18,50— 00.00, gem. Melis 18,00—00.00 bei Posten aus erster ruhia Rohzucker zur Durchf. bordf. Hambura Okt. 1795 v., 17.85 G. 00.00 bz., Nov. 17.95 B., 17/85 G., 00.00 bz., Dez. 1805 B. 1795 G., 00.00 bz., Jan.= 90.00 bz., Mai 18.70 B., 18,65 bz., Aua. 00.00 B. 00.00 G., 00,00 bz., fest „Herlin, 9. Okt. Fruchtmarkt. Weizen Okt. 170,50 (170,00), Dez. 176.00(17.,25), Mai 184.75(18=,50). Roggen, Okt. 00,00(1d., 0), Dez. 158 25(1d.,50), Mai 166,00,(10 00). Hafer Dez. 141,25(14.,00), Mai 156,00 Dez. 120,50(124,75), Mai 0.0.00(000,00). Rühsl Okz. 45.20, Bez. 46,60, Mai 48.60, Wetzenmebl 21.25—25,25. Roggenmehl 19.50—21.20 M Der Getreidemarkt war äußerst schwach kesuckt und daher geschäftslos. Doch bestand Begehr für Roggen; insolgedessen erwies sich die Stimmung für Brotgetreide als fest, und die Preise stellten sich nennweise besser. Hafer und Mais waren ebenfalls gut behauptet. Rüböl war fest. „PBegn, 9 S#t Weizen fest, Mecklenburger und Ostholsteiner 165—165. Roggen fest, Mecklenburger u. Altmärker 153—156, russ. cif 9 Pud Okt. 12.. Gerste fest, südruss. eif Okt. 100,50. Hafer fest, Holsteiner und Mecklenb. 150—158. Mais fest, runder amerik. Okt. 114,00, La Plata eif Okt.=Nov. 10.,00. Rübs ruhig, 48.0 Soiritus ruhig. Okt. 17 G., Okt.=Nov. 17 G. Nov. Dez. 17 G. Kaffee stetig. Umsatz 4000 Ballen in greifvarer Ware. Petroleum o a Mnärs 1o veter steigenr, 10.10, Febr.=März Kalstee ruhig. Ok 39½. Dez 39¼, Hremen, 9. Okt. Schmalz vorr. Turs und Firkins 39½, Dopveleimer 40¼, steiia Sveck fest. Amsterdam. 9 Okt Rüböl vorr. Fl. 22¾, Okt. 00, Nov. Dez. 22 ½. Mai 23 5/8, Sept. Dez.(0. Leinöl Humi=Aug.1 Jan.=Mat 17%, Amsterdam 9 Okt. Kaffee: Java vorr. 31¼, Sano„Lez. 23⅜, März 23⅞8 Mai 2., Juli 24½ Sep. 44⅝ C. Antwerpen. 9 Okt. Getreide. Wezen amerikat. Pinter, 18,25-18.50, La Plata= 16,75—12,00 russischer g.— 17.75. Conau= 16,25—17,50, Rougen russischer Hafer 15,75—15,25, Gerste Futter= 12.50 15,00, kaliforn 15 87—16.00 Mais Odessa- 16 50—17,00, La Plata 13,25— 3.75, Cinquantino= 19 00—20,(0 gen amerik. 15,50—13 75 Frcs. wär, 50, Mai 99, Kasteeruhig, Okt. 49%, Dez. 50, Autwerpen, 9 Okt Petroleum. Tove weid, voa5. 19 b8., Okt 19 B., Nov. 19¼ B., Jan.März Autwerpen, 9 Okt Schmalz amers'anische Marke Wilcox, vorv. Fres. 97, Okt 95, Nov. 95, Jan. 91. „Laii, 9 Okt weizen ruhig Ol 25.00. Nov 25,20, Nov=Febr. 25,40, Jan. Avril 23,70 Roggen ruhig, Okt. 15 25, Jan.=Apiil 14,75. Mhi ruhig, Okt 30,45. Nov. 3 55. Nov=Fe.r. 30.75, Jan.=Aprik 3.30, Rüböl ruhig Okt 45.50, Nov. 50.80, Nov.: ### 5½0, Jo.#pgll 50.75. Spir us flau, Okt. 3.,50. Nov 32.50 Jan.=April 33.50. Mai Aua. 34,75. Zucker ruhig, roher 88% 20,50—21,0), weißer stetig Okt. 25,25, Nov. 25,37½, Okt.=Jan. 25,62½, Jan. Apcil 26,25. Feinol stetig, Okt. 38,25, Jan.=April 40,25 Hull. 9 Okt Baumwollöl o. F. ran, 14 S. 7½ D., rohes 13 S. 6 D., raff. Nov.=April 14 S. 7½ D S. o. F. 14 S. 6D. Non Bez. 15 S, Jan.=April Livervool. 9 Okt. Baumwolle. Tagesumsan 10000 B., davon 9500 B. amerik. In amerik. regelmäßiges Geschäft bei unveränderten Preisen. Fully good Ormra 45½. Fine Bengal 4 1/88. Good fair Tinnivellv 4 39/88. Schlußpreis 5 31], Okt.=Nov „5,23] Nov.=Dez 528 W.[5.27], Dez.=Jan W.[5.30]. Jan=Febr. 5 35 W.[533], Febr.=März 5.37„(5.30, März April 5 40 W[5,.37], Apri'=Mai 5.42 W[5.39], Mai=sun 5.44 W.[541], Juni=Juli 5.45 W[5,42], Juli Aug. 5.46 W.[5,43]. London. 9. Okt. Metallmarkt. Kupfer matt, Chili=Bars, good ordin. brands L. 7110.—, 3 Monate 79455—. Best, Selected 77¼. Zinn schwach, Stratts 146 10.—.. 3 Monate 145 10—. Blei steiia, soan 4,120, engt, 14176 Zink fes, gew. Marke 27.15—, bessere Marke 28.26„ Chicaoo, 9. Okt Gefreidemarkt. Weizen Okt 84⅝, Dez. 85⅝, März 00, Mai 86¾. Juli 8318 Meis Okt 511/8 dez. 44 5/8 Pärz 00, Ma 43⅞. Juli 06. Dez. 28 5/8, Mai 30¾ Roggen Dez. 68½, Mai 71. Leinsaat Okt 1,05, Dez. 0/9. New=York 9 Okt Getreidemarki. Weizen Okt. 00. Dez. 90⅛8, März 00, Mai 90½, Juli 00 Mai 00. Mais Okt. 00, Dez. 53½. Jan. 50½, Mai 50 Juli Ob. Mehl(spring wheat clear) 350 Getreidefracht n. Liverpool 2. Roggen vorr. 72. Biehmärkte. Krefeld, 9. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkte stellten sich die Preise für fette Schweine wie folgt: 1. Qual. 71 J. 2. Qual. 69 J. 9. Vr. Schlachtviehmarkt. Des israelitischen Feiertages wegen findet der Markt für Großvieh am 10. Ckrober statt. ####7 Schweine, 4.# 75, vorgezeichnete 74—0), b. 69 bis 10, c. 64—67 die 50 Kil. Lebendgewicht mit 20—22% Tara Gute kernige Tiere lebhaft, leichte und unreife schleppend geraumt. 152 Kälber, a. Feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 90. Doppellender bis 102, d. Mittlere Mast= und gute Saugkälber 82—86, c. Geringe Saugv0# und ältere gering genährte Kälber(Fresser) 12 Schafe, ostfriesische 44 60—70. Ruhig, geräumt. Wolle. Anstwexven, 9. Okt Wolle ruhig. Deutcher La Plata=Kammzug(Vertrag B.) Ok. Fre 5,17½, Tez. Amtliche Wechselziussätze der Notendanken vom 9. Okt. Amsterdam 2½ Belgische Plätze 3. Deutsche Plätze 5. Kopenhagen 5. Lissabon 4. London 4 Italien Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersdurg 5½ Schweiz. Blätze 4½ Wien 3½. Mainz, 9. Kobleuz, 9 Trier, 9. Köln, 9. Düsseldorf, Wesel, 9. Wasserstands=Nachrichten. Okt. Rheinh. 8 Uhr vorm. 2,12, gest. 0.12 M Okt. Rheinh. 6 Uhr vorm. 3,20, gest. 0.16 m Okt. Moselh. 9 Uhr vorm. 1 15, gef. 0.11 m Okt. Rheinh. 6 Uhr abds. 3.55, gest. 0,05 a0 9. Okt. Reinb 8 Uhr vorm. 3,10, gef 0,16# Okt. Rheinh. 12 Uhr vorm. 2,88, gest. 0.08 m Für leichte Arbeit werden mehrere ( Jungen 7721 Jung. Mann, ged. 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