Neusser. Zeitun r. 62. eater. nachstigen ndine. Der ignon. Rarta. Der Male: an.scheint täglich mit Ausnahme der Sonn Zum#nd Festtage. Dreis vierteljährlich in Neuß e Da- hse Uik., durch die Dost bezogen 1.65 Uk., mit ustr. Unterhaltungsblatt in Neuß 1.80 Mk., Nach=I durch die Oost bezogen 1.95 Mk. lings= 1 Druck und Verlag: R. Noack, Aeuß. nen. I Celephon No. 52. reisblatt Anzeigen im lokalen Verkehr 12 Ofg., sons 16 Ofg., die rgespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Reklamen 50 Ofg., die4gespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Für die Redaktion verantwortl. R. Reack, Expedition: Neuß, Uenstraße ands. 152 t. iort fen. ten son rtz. Nr. 218. Politische Nachrichten. Deutschland. — Eine wichtige Frage ist bei den deutschen bandelskammern in Anregung gebracht worden. die Handels= und Gewerbekammer zu München lat den Antrag auf Erlaß einer Bestimmung gesellt, daß Verbrauchsartikel in abgewogenen Pakten nur nach deutschem Reingewicht und Aufbruck desselben, verkauft werden dürfen. Die lei den Handelskammern angestellten Erhebungen laben ergeben, daß vielfach der Erlaß einer besiglichen Bestimmung als notwendig erachtet wird. — Nach der Berufs= und Gewerbezählung vom 4. Juni 1895 waren 945 191 Erwerbstätige im hauptberufe in der Textilindustrie beschäftigt. In kner vom Reichsversicherungsamt vorgenommenen Untersuchung über die Ursachen der Erwerbsunsihigkeit der aus der Textilindustrie hervorgeangenen Rentenempfänger wurde die Untersichung auf diejenigen Versicherungsanstalten beshränkt, in deren Bezirken eine größere Zahl von Personen, die in der Textilindustrie im Haupterufe tätig waren, gezählt waren. Das sind die Persicherungsanstalten Brandenburg, Schlesien, Rheinprovinz, Königreich Sachsen, Thüringen = ind Elsaß=Lothringen. Das Ergebnis ist im wesentlichen folgendes: Entkräftigt, blutarm, Altersschwäche, stehen bei mm= beiden Geschlechtern an erster Stelle, und zwar ##n d, wurden diese Leiden beim weiblichen Geschlecht Inb= m erheblich höherem Umfange(29,5 v. H. aller fälle) beobachtet als beim männlichen(21,3 v. d. aller Fälle). An zweiter Stelle steht wieder ei beiden Geschlechtern die Tuberkulose der Lunen; sie tritt beim männlichen Geschlecht, namentich in den höheren Altern stärker auf als beim deiblichen. Die dritte Stelle nehmen beim männichen Geschlecht die anderen Lungenkrankheiten in, während beim weiblichen Geschlecht die Krankseiten des Herzens und der großen Blutgefäße nehr vertreten sind als die anderen Lungenkrank„. heiten. * I D e u t s c h e K o l o n i e n. London, 22. Sept. Ueber Kapstadt meldet Reuers Bureau aus Steinkopp, einer Station der kapkolonie, nahe der deutschen Grenze: Es wird inter dem 18. September telegraphiert, daß Maengo den Waffenstillstand brach und viel Rindieh erbeutete. Die Deutschen geben zu, daß Trohas Umgehungsversuche gegen die Witbois bisher rfolglos geblieben sind. Die zweite Depesche vom 0. cr. meldet, daß Marengo 200 Stück von Major ickhards Pferden und Rindern erbeutet hat. Berlin, 22. Sept. Nach einer Meldung des Montag, 25. September.(Kleophas.) azitveise.en, 1. sch Be(7043 r . 372. billigst hleute. rdinen 2c. lens, 71. lhof Gouvernements von Deutsch=Ostafrika hat Hauptker, nann Merker die Aufständischen zwischen dem 7. n.Sieg, und 15. September in mehreren Gefechten in den elle für Kitschi=Bergen, nordwestlich der Matumbi=Berge war im Hinterland von Kilwa, geschlagen und dem ## Begner große Verluste beigebracht. MIFEE M Schweden und Norwegen. Stockholm, 23. Sept. Die von verschiedenen Blättern gebrachte Meldung, daß die deutsche und die englische Regierung in der Unionskrisis in der einen oder anderen Form bei der schwedischen Regierung Vorstellungen erhoben haben sollten, entbehrt, wie das schwedische Telegraphen=Bureau aus sicherer Quelle erfährt, jeder Grundlage. Karlstad, 23. Sept. Die Konferenz ist heute Abend kurz nach 6 Uhr beendet worden. Amtlich wird mitgeteilt, daß es gelungen ist, ein Uebereinkommen zu erzielen. Die Protokolle sollen anfangs nächster Woche gleichzeitig in Stockholm und Christiania veröffentlicht werden. Türkei. Pest, 22. Sept. Esti Ujsag meldet aus Konstantinopel, dort sei das Gerücht verbreitet, daß österreichische Truppenteile sich vorbereiteten, Prepolje im Sandschak Nowibasar zu besetzen. Sie hätten schon die Grenze bei Taschlidscha überschritten und verteilten viele Waffen unter das Volk. Tewfik Pascha habe angeblich schon die Aufmerksamkeit Baron Calices hierauf gelenkt, jedoch auf Wunsch des Sultans in freundschaftlichster Form. Die Unruhen in Rußland. Warschau, 23. Sept. Auf den Direktor der Aktienbrauerei Kijok& Komp., Zaremba, wurde ein Anschlag verübt; Zaremba wurde durch einen Revolverschuß getötet. Nach dem russisch=japanischen Friedensschluß. Tokio, 22. Sept. Die Zahl der unmittelbar an den Thron gerichteten Denkschriften verschiedener Persönlichkeiten und Körperschaften, in denen der Friedensvertrag verurteilt und der Kaiser dringend gebeten wird, die Genehmigung zu verweigern, beträgt jetzt über vierzig; am bemerkenswertesten ist die Adresse, die von sechs Professoren der kaiserlichen Universität unterzeichnet ist. Trotz der ständigen Artikel der hauptsächlichsten Blätter, in denen der Rücktritt des Ministeriums gefordert wird, glaubt man, daß die Minister im Amt bleiben werden, bis die nach dem Kriege zu treffenden Maßnahmen, besonders wegen der Finanzen, Chinas und Koreas bestimmte Gestalt erhalten haben. Gerade jetzt wird bekannt, daß entgegen den Versicherungen des Ministerpräsidenten Katsura eine Klausel des Friedensvertrages Japan verpflichtet, die La Pérouse=Straße nicht zu befestigen. Unter den Kaufleuten macht sich heftige Mißstimmung darüber geltend, daß Japan solche Beschränkungen seiner territorialen Freiheit auferlegt werden. Die Konstitutionalisten nehmen nach und nach eine fast oppositionelle Haltung der Regierung gegenüber an. Tokio, 23. Sept. Gestern Abend und heute früh wurden 22 Personen verhaftet. Sie sind beschuldigt, die Anregung zu den jüngsten Unruhen gegeben zu haben. Tokio, 23. Sept. Im Hafen von Port Arthur ist das gesunkene russische Schlachtschiff„Retwisan“ gestern flottgemacht worden. Cholera. Berlin, 23. Sept. Der„Staatsanzeiger“ meldet: Vom 22. bis 23. September mittags wurden in Preußen acht choleraverdächtige Erkrankungen und drei Choleratodesfälle amtlich neu gemeldet. Von den Neuerkrankungen kommen auf die Kreise Graudenz zwei, Berlin eine(ein Schiffer auf einem von der Netze herkommenden Schiffe) Züllichau=Schwiebus zwei, Wirsitz eine, Bromberg eine, Schubin eine. Von den früher gemeldeten choleraverdächtigen Erkrankungen ist eine tödlich verlaufene im Kreise Niederbarnim nicht als Cholera festgestellt worden. Ferner befindet sich ein versehentlich als gestorben gemeldeter Knabe auf dem Wege der Besserung. Die Gesamtzahl der Cholerafälle beträgt bis jetzt 243 Erkrankungen, wovon 81 tödlich verliefen. Berlin, 23. Sept. Bei dem gestern auf einem Kahn im Urban=Hafen hier verstorbenen Schiffseigner Lehmann wird jetzt angenommen, daß der Tod an Cholera erfolgt ist. Das endgültige Ergebnis der Untersuchung liegt noch nicht vor. Berlin, 24. Sept. Die amtlich eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß der in der Nacht zum Freitag hier unter choleraverdächtigen Erscheinungen verstorbene Schiffer Lehmann tatsächlich an Cholera erkrankt war. Sämtliche in einer Isolierbaracke befindlichen zehn Personen, die mit dem Schiffer in Berührung gewesen sind, befinden sich wohl und munter. Die Kontrolle des Schiffsverkehrs in und um Berlin wurde abermals verschärft. Die Stadt wurde in 160 Sanitätsbezirke mit ebensoviel aus Bürgern bestehenden Sanitätskommissionen eingeteilt, welchen die Hausrevisionen obliegen. Von Nah und Fern. * Düsseldorf, 21. Sept. Geradezu haarsträubende Zustände in einer Bäckerei förderte eine Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengerichte gegen einen hiesigen Bäckermeister zutage. Die Zahl der in der Backstube vorhandenen Kakerlaken und Schwaben wurde von einem bisherigen Gesellen„eher auf 2000 wie auf 1000“ geschätzt, ohne daß Anordnungen zur Vertilgung des Ungeziefers getroffen wurden. Die mit Rosinen gefüllten Kisten wimmelten von Maden und Würmern. Ein Geselle holte aus einer einzigen Kiste eine Blase Würmer, heraus und wies sie dem Meister vor; ein Vertreter des städtischen Nahrungsmittel- Untersuchungsamtes fand in den Brotresten, die zur Herstellung von„Brotschnittchen“ dienten, kleine Würmer und tote Motten in großer Anzahl vor. In einer Schublade, die zur Aufbewahrung von ebenfalls noch zur Ver1905. 80. Jahrg. wendung gelangenden Brotresten diente, wurde eines Tages ein Mäusenest mit fünf Jungen entdeckt; die Mäuse wurden entfernt und die Schublade ihrem bisherigen Zwecke weiterhin nutzbar gemacht. Die Schüssel, in der sich die Gesellen nach Arbeitsschluß vom Schmutz zu reinigen pflegten, wurde nachts zum Aufkochen der Milch benutzt. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz zu 200 Mk. Geldstrafe und ordnete die Publikation des Urteils an. * M.= G l a d b a c h, 2 3. S e p t. D e r S t r e i k d e r h i e sigen Installateure und Klempnergesellen ist durch beiderseitiges Entgegenkommen beendet. Die Arbeit wurde bereits wieder ausgenommen. Die Arbeitgeber bewilligten die zehnstündige Arbeitszeit, sowie eine allgemeine Lohnerhöhung von 10 Prozent. Samstags soll eine halbe Stunde früher Feierabend gemacht werden, ohne Lohnabzug. Für schmutzige Arbeiten tritt eine Lohnerhöhung von 100 Prozent ein. * Viersen, 22. Sept. Heute Morgen stürzte ein im Gasthof„Erholung" beschäftigtes Dienstmädchen aus einem Fenster im Erdgeschoß und brach beide Arme.— Die Hebamme Richter hierselbst stürzte heute früh auf dem Wege zur Ausübung ihres Berufes mit ihrem Fahrrade so unglücklich auf den Kopf, daß sie ein Auge verlor. * Dülken, 22. Sept. Die Eröffnung des in der vorigen Woche von einem Gläubiger der Gewerbebank beantragten Konkurses war auf heute festgesetzt. Heute ist nun diesem Gläubiger sowie einem zweiten, der vorgestern auch den Konkurs beantragte sein Guthaben von dritter Hand ausgezahlt resp. sichergestellt worden.— Es werden hierdurch die von den 1200 Sparern gegebenen Unterschriften hinfällig, da diese nur unter der ausdrücklichen Bedingung gegeben worden sind, daß eine Bevorzugung einzelner Gläubiger nicht stattfinden dürfe, und hat jetzt somit jeder das Recht, den Konkurs zu beantragen. Obschon seiner Zeit auch von der Bankleitung eine gleichmäßige Befriedigung aller Gläubiger zugesagt wurde, ist doch anzunehmen, daß die Bankleitung die Auszahlung resp. Sicherstellung der oben erwähntek Gelder veranlaßt hat. Ueber die Entschließung der drei Bürgen ist bis jetzt noch nichts bekannt geworden. * Krefeld, 21. Sept. Dem Verwaltungsbericht der Stadt Krefeld für 1904 wird folgende Mitteilung der amtlichen Anstalt zur Untersuchung von Nahrungs= und Genußmitteln entnommen:„Butter. Beanstandet wurden von 45 eingelieferten Proben 12 wegen Verfälschung mit fremden Fetten (in der Regel wohl raff. Rindstalg), zum Teil in ganz erheblichem Maße. Fast sämtliche beanstandete Proben waren holländischer Herkunft. Von der holländischen Regierung wird seit einiger Zeit gegen die schon in dem vorjährigen Jahresberichte erwähnten Mißstände auf dem Gebiete des Butterausfuhrhandels nach Deutschland scharf vorgegangen, ohne daß bis jetzt eine wirklich bemerkenswerte Besserung eingetreten wäre. Es wird notwendig sein, dem Verkehr mit holländischer Butter nach wie vor die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden, da sen, den, Wandfinrichzialität (4967 K1 gfabrik, se 60. in aße 53 ecker. Gründung 1804. Neuss. Markt. Gründung 1804. Neuss. Markt. Neuheiten für Nerbst und Winter n Prigt unter K(40 traße 6.50, 8.75, 12.25 M. 14.75, 15.50 bis 150.— M. n gege ceit bei Imge werden 4% an. (6402 schwarze Jacketts und Paletots### a. Curlstoff, Cheviot, Eskimo, Mohair u. Seidenastrachan, Velours du Nordetc. arbige Jacketts und Paletots####o.6: 9.25, 12.50, 16.— M. aus Zibeline, Covert-coat, Eskimo, Cheviot, Mohair u. Seidenastrachan etc. 18.75 bis 110.— M. avelocks, schwarz und farbin#####s te: 12.50, 16.50, 18.50 bis 23.50 M. a. Eskimo, Cover-coat, Cheviot, Homespun, Zibeline etc., i. d. neuest.Facons bis 95.— M. arbige Umhänge######1 te. te: t0: to: 10. aus Homespun, Velours, Zibeline ete., mit angewebtem Futter schwarze Kragen und Umhänge##### aus Eskimo, Rips, Krimmer, Astrachan, Velours du Nord etc. 6.75, 11.—. 13.75 M. 15.25 bis 50.— M. 6.50, 8.25, 10.25 M. 17.50 bis 90 M. Reise-, Regen- und Gummi-Mäntel#o##o: 9.50, 15.. 16.— M aus Cheviot, Köper, Loden etc. in reicher Auswahl geschmackvollste und eleganteste Ausführung in den neuesten Stoffen Blusen-Kleider ton 6. 60. f0. 60. te. 60: 60: 12.50, 15.50, aus Cheviot, Wollsatin, Tuch, Sammet etc, in aparten Neuheiten Kleider-Köcke. fusstrei u. lang. in den neuesten Facons aus Cheviot, Wollsatin, Tuch, Seide, Sammet und Fantasiestoffen Hochaparte Damen- und Kinder-Hüte. 0 der einheimische Handel unter den unreellen Machenschaften schwer zu leiden hat.“ * K r e f e l d, 2 3. S e p t. V o m 2 1. b i s 2 3. O k t o b e r soll in der Stadthalle eine große bazarartige Veranstaltung unter der Bezeichnung„Niederrheinisches Künstlerfest", stattfinden, deren Reinertrag zur Begründung eines Fonds für die Erweiterung des hiesigen Kaiser Wilhelm=Museums bestimmt ist. Der Vorstand des Museums hat die Leitung des Festes übernommen und ist in Gemeinschaft mit einer großen Zahl von Mitarbeitern aus allen Kreisen der Krefelder Bevölkerung eifrig an der Arbeit, um das Fest glanzvoll zu gestalten. Der Charakter des ganzen Festes wird durch und durch ein neuzeitlicher sein, und daß die gesamte Festdekoration künstlerischen Charakter tragen wird, dafür bürgen die Namen der leitenden künstlerischen Kräfte, unter denen Heinrich Overlack, Professor Julius de Praetere, Stadtbaumeister Bollert, Joh. Thorn=Prikker und Paul Lang hier genannt seien. In seiner vielseitigen Gestaltung wird das Fest ohne Zweifel eine starke Anziehungskraft auf die nähere Umgebung von Krefeld ausüben und einen großen Fremdenzuzug zur Folae haben. * Krefeld, 23. Sept. Kaisers Kaffeegeschäft stiftete zu seinem 25jährigen Bestehen 50000 Mk. für den Pensionsfond seiner Angestellten. Der Inhaber Josef Kaiser stiftete weitere 50.000 Mark für gemeinnützige Zwecke. * S t o l b e r g, 2 3. S e p t. E i n n a c h t s b e i d e r S t o l berger Spiegelmanufaktur ausgebrochenes Feuer hat ein vorwiegend mit Material gefülltes, nahe beim Kesselhaus belegenes Atelier zerstört. Unter anderm verbrannten 40 mit Oel gefüllte Fässer. Der Schaden ist erheblich. Der Betrieb wird voraussichtlich heute Abend wieder ausgenommen. * Köln, 22. Sept. Eine zahlreich besuchte Versammlung von Damenschneidern und Schneiderinnen beschloß in eine Lohnbewegung einzutreten und stellte gleichzeitig Lohnforderungen, wonach für die selbständigen Arbeiter in der ersten Klasse 39 Mark, in der zweiten Klasse 33 Mark, für selbständige Arbeiterinnen 24 bezw. 18 Mark bei neunstündiger Arbeitszeit festgesetzt werden. Die Innung, welche gestern Abend zu den Forderungen Stellung nahm, bezeichnete diese für unannehmbar und beschloß, der Lohnkommission keine Antwort zukommen zu lassen. Da die Arbeitnehmer bis spätestens 23. d. M. Antwort auf die Forderung erwarten, steht zu erwarten, daß am Montag Morgen die Arbeit in der Damenbranche niedergelegt wird. Köln, 22. Sept. Am Sonntag, den 15. Oktober, dem 25jährigen Gedenktage der Vollendung des Kölner Domes, werden sich die Mitglieder des Vorstandes des Zentral=Dombauvereins zu einer außerordentlichen Sitzung im Hansasale des Rathauses und zu einem gemeinschaftlichen Mahle im Gürzenich versammeln. An der Sitzung und dem Mahle werden einige geladene Gäste, u. a. der Oberpräsident Dr. Freiherr v. Schorlemer als Chef der Dombauverwaltung, teilnehmen. Köln, 22. Sept. Die 14jährige Tochter des Drahtarbeiters Johann Riedel aus der Sömmeringstraße in Ehrenfeld ist am Montag Abend mit ihren Eltern zu Bekannten in Ehrenfeld gegangen und sollte dann für ihre Eltern den Hausschlüssel holen. Seitdem ist das Mädchen verschwunden. Es soll an dem fraglichen Abend gegen 10½ Uhr mit zwei jungen Burschen am Grünen Weg in Ehrenfeld gesehen worden sein. Ein junger Mann, der in der Nacht zum Donnerstag nach Ehrenfeld zurückkehrte, will um diese Zeit das Mädchen mit zwei Burschen in der verlängerten Sömmeringstraße gesehen haben. Das Mädchen soll dort plötzlich zusammengefallen sein, worauf die Burschen es fortgetragen hätten in der Richtung zum Felde. Die Burschen, die im Verdacht stehen, das Mädchen fortgetragen zu haben, sind bereits von der Polizeibehörde in Verhör genommen worden. Sie bestreiten jedoch, das Mädchen an dem Abend bei sich gehabt zu haben. e. Elberfeld, 23. Sept. Der Verein der Züchter und Liebhaber deutscher Schäferhunde,(Vors. O Luban=Burg a. d. Wupper), veranstaltet am 5. November 05 in den großen Anlagen des Hohenzollerngarten Elberfeld, Uellendahlerstraße eine große allgemeine Ausstellung von Hunden aller Rassen. Der Meldeschluß ist auf den 23. Oktober d. Is. festgesetzt. Programme und Anmeldebogen versendet die Geschäftsstelle Fritz Lucas, Burg a. d. Wupper. * Elberfeld, 23. Sept. Aus einem Fenster der dritten Etage gesturzt ist gestern Mittag an der Die„Rönigin der Nacht“. 39) Seeroman von H. Hill. (Nachdruck verboten.) „Ergreifen Sie diesen Mann,“ rief ich den hinter ihm stehenden Matrosen zu, und Kennard und Me. Intyre hatten sie in der Rolle, die sie spielen sollten, so gut gedrillt, daß sechs starke Arme ihn packten, ehe er noch sein Pistol herausziehen konnte. In demselben Augenblick bemächtigten sich die übrigen Matrosen auch Zavertals, und die Gefangennahme war vollkommen gelungen. Auf eine Bewegung von Kennard trat Mrs. Brinkworth zu Aline, und die beiden Damen verließen zusammen das Deck; wie sie mir später sagten, waren sie froh, aus dem Bereich von Vizards glühenden Augen zu kommen. Er machte nicht den geringsten Versuch, mit seinen Wächtern zu kämpfen oder zu sprechen, doch sein Schweigen war, namentlich, wenn man diese sunkelnden Blicke beobachtete, weit schreckliche als Worte. „So,“ sagte Kennard, indem er zu mir trat, „meine Europareise ist doch nicht ganz zwecklos gewesen. Ich hatte von dem Roten Herzen und dem schwarzen Pfeil gehört— übrigens war das wohl jedem Vertreter meines Berufes bekannt,— doch es fiel mir nicht ein, daß ein sechsmonatlicher Urlaub dazu führen würde, die Bande zu sprengen und ihren Anführer zu verhaften. Sie haben einen Fehler begangen, Mr. Vizard, wenn ich Sie bei Ihrem letzten Namen nennen darf, als Sie sich mit einem Manne von so zweifelhafter Berühmtheit zusammentaten, wie es Ihr Freund Zavertal ist.“ Ich muß daran erinnern, daß Vizard Kennard nie in seiner eigentlichen Rolle gesehen, und er hatte tatsächlich aus ausgezeichneten Gründen von seiner Identität keine Ahnung gehabt. Bei der höhnischen Bemerkung des Fremden blickte er verwundert auf "„Wer ist dieser Mensch?“ knurrte er zwischen seinen zusammengepreßten Zähnen, indem er seinem gefangenen Kollegen einen wütenden Blick zuwarf. „Das ist Kennard. Sie haben sich wohl von ihm täuschen lassen,“ versetzte der Schurke.—— Engelnbergerstraße Nr. 5 der zwei Jahre alte Knabe einer dort wohnenden Familie. Das Kind ist an den Folgen eines schweren Schädelbruchs bereits eine halbe Stunde nach dem Unfall gestorben.— Spurlos verschwunden ist seit dem 21. ds. Mts. eine 37 Jahre alte Ehefrau aus der Schlössersgasse mit ihren Kindern im Alter von 1½ und 2½ Jahren. Da die Frau in letzter Zeit Spuren von Schwermut gezeigt hat, wird vermutet, daß sie sich ein Leid angetan hat oder daß ihr ein Unglück zugestoßen ist. * Elberfeld, 23. Sept. Als die Polizei heute Morgen beim Metzgermeister Recknagel auf der Gneisenaustraße, der im Verdacht stand, in letzter Zeit größere Fleisch= und Wurstdiebstähle auf dem städtischen Schlacht= und Viehhofe ausgeführat zu haben, eine Hausdurchsuchung vornehmen wollte, fand sie den Mann erhängt vor. * Barmen, 23. Sept. Der Bierboykott in Barmen hat für die hiesige Gewerkschaftskommission schlecht abgeschnitten, wie in der Sitzung am Donnerstag mitgeteilt wurde. Nach der dort gegebenen Abrechnung sind durch die Kommission 210000 Liter boykottfreies Bier und 2800 Stangen Eis geliefert worden. Die Ausgaben betrugen 46071 Mark, die Einnahmen aber nur 44 992 Mark. Es ergibt sich somit ein Fehlbetrag von 1079 Mark. Ein Drittel davon trägt die Gewerkschaftskommission, zwei Drittel der Brauereiarbeiterverband. * Remscheid, 23. Sept. Auf der Kremenholler= straße beging gestern Nachmittag ein junger Mann Selbstmord, indem er sich eine Kugel in die Schläfe schoß. Er war auf der Stelle tot. Als Beweggrund werden unglückliche Familienverhältnisse und wirtschaftlicher Ruin genannt. Vor Begehung des Selbstmordes hatte der junge Mann auf seine Ehefrau einen Schuß abgegeben, der indes fehlging. * Solingen, 23. Sept. Heute Vormittag wurden in der städtischen Markthalle mehrere Eisenbahnwaggons frischer Seefische verkauft, die die Stadt zur Bekämpfung der Fleischnot von Geestemünde angekauft hat und jetzt zum Selbstkostenpreise verkaufte. Der Andrang der kaufenden Hausfrauen war ungemein groß. Einige Frauen wurden in dem Gedränge ohnmächtig. Der gesamte Fischvorrat war rasch verkauft. Die Stadt wird den Verkauf jede Woche regelmäßig wiederholen. Solingen ist die erste Stadt, die auf diesem Wege die Fleischnot zu bekämpfen sucht. * Duisburg, 22. Sept. Vor kurzem sind in der Nacht mehrere Ringe Bronzedraht, die der Reichspostverwaltung gehörten, und neben ein Bahnwärterhaus zwischen hier und Düsseldorf gelegt waren, gestohlen worden. Der Wert des gestohlenen Drahtes beträgt mehr wie 300 Mark. Vor einiger Zeit ist sogar Bronzedraht aus den Telegraphenleitungen herausgeschnitten; auf die Ermittelung dieser Täter setzte die Postvecwaltung eine Belohnung von 100 Mark. Bochum, 23. Sept. In der vergangenen Nacht geriet auf dem Bahnhofe Süd ein Hülfsbremser zwischen zwei Wagen und wurde totgequetscht. * D o r t m u n d, 2 3. S e p t. D r e i K i n d e r e i n e r i n der Benninghofer Straße in Hörde wohnenden Familie waren allein zu Hause. Das älteste goß, um das Feuer anzufachen, Petroleum in den Herd. Die Kanne explodierte und das brennende Petroleum ergoß sich in das Zimmer. Das im Kinderwagen liegende, ein Jahr alte Kind verbrannte, während die anderen keinen Schaden nahmen. * Dorndorf, 23. Sept. Der größte Teil des Ortes Dorndorf an der Fuldabahn wurde heute Vormittag durch eine Feuersbrunst zerstört. Neun Wohnhäuser, darunter zwei Gasthöfe mit Nebengebäuden und Stallungen, sind vollständig niedergebrannt. * Bonn, 22. Sept. Der Flurschaden infolge der jüngsten Kavallerieübungen bei Hangelar wird, laut der„Reichsztg.,“ auf rund 200 000 Mark geschätzt. Der größte Teil davon entfällt auf Siegburg=Mülldorf und Ober= und Niedermenden. * Bonn, 21. Sept. Eine exemplarische Strafe verhängte die hiesige Strafkammer über eine Frau, die an ein hiesiges Warenhaus einen anonymen Brief schrieb, worin ein unbescholtenes junges Mädchen in Verdacht gebracht wurde, Unredlichkeiten begangen zu haben. Es ist in dem Brief u. a. gesagt, daß das bei der Firma tätige Mädchen häufig im Besitz von Näschereien sei und daß bei den Eltern des Mädchens kürzlich Haussuchung wegen gestohlener Goldsachen gehalten worden sei. Die Angeklagte wurde als Schreiberin des Briefes entdeckt und zu zwei Monaten Gefängnis verur„Dann habe ich meinen Mann gesunden, wir sind schmählich geschlagen,“ lautete Vizards Antwort in einem Tone, der deutlich verriet, wie bekümmen er über die Niederlage war, als ich dann den Matrosen ein Zeichen gab, sie möchten die Gefangenen nach dem für sie bestimmten Orte bringen, machte er keinerlei Umstände. Ich werde stets glauben, daß diese plötzliche Unterwerfung nur eine List von seiner Seite war, und daß er nur über einen Plan nachsann, wie er sich rächen oder befreien— vielleicht auch beides— konnte. Aber wenn das der Fall war, so sollte seiner Hoffnung schnell ein Ende bereitet werden. Der Zug hatte keine sechs Schritte gemacht, als plötzlich die wilde Gestalt eines barfüßigen Mannes, der nichts weiter als Hemd und Beinkleider an hatte, aus irgend einer Ecke, in der er versteckt gelegen, hervorgestürzt kam und in blinder Wut mit einem Dolch auf Vizard losstach, der in den Händen seiner Wächter vollständig hilf= und wehrlos war. Kennard, Me Intyre und ich sprangen auf ihn zu und packten den Angreifer, der niemand anders als Dicey, der Kapitän der„Miranda“ war. Den Mann hatte die Tollwut gepackt, und nur mit Mühe gelang es uns, ion zu bändigen. Endlich überließen wir ihn den Leuten der Bemannung, die ihn umstanden, und jetzt, da er seinen Zweck erreicht hatte, war er still wie ein Lamm. Er jubelte, daß er den Mann, der ihn mit schönen Versprechungen genarrt, angeschossen und schließlich auf dem verdammten Schiffe zurückgelassen nach seinen Kräften heimgezahlt hatte. „Eine der Wunden muß tötlich gewesen sein,“ erklärte Kennard, indem er sich erhob, nachdem er den Leichnam des großen Verbrechers einer genauen Prüfung unterzogen.„Glauben Sie mir, ich bin nicht boshaft, aber es wäre mir doch lieber gewesen, dieses elende Werkzeug seiner Pläne hätte ihn nicht umgebracht, denn dann hätte ich ihn hängen sehen können.“ „.. 23. Kapitel. Es wird Anker geworfen. Als Zavertal sicher hinter Schloß und Riegel teilt. Der Verteidiger führte als strafmildernd an, daß die Angeklagte einer erblich belasteten Familie entstamme, da zwei ihrer Angehörigen sich im Irrenhause befänden, die gleichfalls an einer krankhaften Schreibwut litten und von der Wahnvorstellung beherrscht würden, daß sie jede Kleinigkeit durch Schreiben von anonymen Briefen verbreiten müßten. Staatsanwalt und Gericht hielten die Angeklagte für geistig vollwertig. * Münster, 21. Sept. Eine merkwürdige Wunderkur bildete den Gegenstand der heutigen Schöffengerichtssitzung. Folgenden Brief erhilt im Mai d. J. der Metzger Anton Knipping aus Diestede, von einem dort wohnenden Freunde:... Ein Kamerad von mir, mit dem ich in der Senne zusammenlag und der auch so krank gewesen ist wie Euer Sohn, gab mir einen Rat, den er selbst erprobt habe, und der allgemein garantiert sei. Ihr müßt sehen, daß Ihr einen alten Hasen kriegt, der Junge bei sich hat, die Jungen müssen herausgenommen und, so wie sie sind, mit Haut und Haar, mit Speck und Dreck und Fett von Eurem Sohne gegessen werden. Aber seht zu, daß Franz ja nichts davon erfährt... Mit herzlichem Gruß.. Da nun sein Bruder, was der Spaßvogel wußte, tatsächlich krank war, machte sich K. sofort auf die Beine. Gerade hatte er ein anscheinend passendes Tier erlegt, da wurde er abgefaßt und wegen Jagdvergehens zur Anzeige gebracht. In der heutigen Urteilsbegründung des Schöffengerichts zu Oelde wurde laut„Glocke“ ausgeführt: es sei unglaublich, daß K. an die gute Wirkung der Wunderkur geglaubt haben könne, aber nach dem Auftreten des Angeklagten in der heutigen Verhandlung bleibe kaum eine andere Annahme übrig. Mit Rücksicht darauf wurde nur auf eine Geldstrafe von 15 Mk. erkannt.— Und das im 20. Jahrhundert!— * Saarbrücken, 23. Sept. In Louisenthal hat ein junger Mann seine Geliebte durch einen Schuß schwer verletzt, und sich darauf selbst durch zwei Schüsse getötet, weil das Verhältnis beider Folgen hatte.— In St. Ingbert ist beim Anbringen von neuen Glocken in der protestantischen Kirche eine Glocke vom Glockenstuhl herab auf die übrigen Glocken gefallen. Eine von diesen ist völlig zersprungen, eine andere beschädigt. * Hanau, 22. Sept. In der Wächtersbacher Steingutfabrik zu Schlierbach wurde ein an einer Formspindel arbeitender junger Mann von der Transmission erfaßt und herumgeschleudert. Als die Mitarbeiter die Maschine zum Stehen brachten, sah man daß dem Verunglückten der rechte Arm vom Körper vollständig getrennt worden war. Infolge der Verletzungen ist der Verunglückte heute gestorben. * Mannheim, 24. Sept. Heute Mittag fand im Beisein sämklicher Behörden die feierliche Enthüllung einer Gedenktafel für den Erfinder des deutschen Fahrrades, Freiherrn von Drais, an dessen Geburtshause, der jetzigen Hochschule für Musik, statt. * Mainz, 22. Sept. Für die demnächstige Wahl eines Oberbürgermeisters sind zwei Kandidaten aufgestellt; der eine ist der seitherige Beigeordnete Bürgermeister Dr. Göttelmann und der andere ist der Rat im Ministerium für Handel, Gewerbe und Landwirtschaft Braun. * Mainz, 22. Sept. Ein tötlicher Unfall ereignete sich bei der Brückenbaugesellschaft„Gustavsburg." Mehrere Arbeiter waren beschäftigt, schwere eiserne Balken in die Höhe zu ziehen. Das Drahtseil riß, der herabstürzende Balken verletzte den 14jährigen Palzer am Kopf und Arm und der 58jährige Aug. Bolz wurde so schwer getroffen, daß sein Tod nach wenigen Minuten eintrat. * Osnabrück, 22. Sept. Nach der nunmehr an zuständiger Stelle eingegangenen Berichten ist,— entgegen anderweitigen Mitteilungen— von sämtlichen Stellen die Nachricht eingegangen, daß im hiesigen Regierungsbezirk ein Mangel an Schlachtvieh nicht vorhanden sei. Demgemäß ist, dem Vernehmen nach, an zuständiger Stelle die Oeffnung der Grenze für eine Einfuhr aus Holland nicht in Aussicht genommen. * H o h e n s a l z a, 2 2. S e p t. D e r V o r s i t z e n d e d e r Kreditgenossenschaft, Baumeister Theodor Langner, wurde wegen bedeutender Unterschlagungen verhaftet. Berlin, 23. Sept. Auf der Radrennbahn in Treptow stürzte gestern Abend der Dauerfahrer Stellbrück beim Training und erlitt schwere Kopfwunden und einen Bruch beider Arme. Auf der Radrennbahn in Steglitz geriet beim Training ein Motor in Brand. Der Mosorführer erlitt beim gebracht war, hielten Kennard, Me Intyre und ich Kriegsrat ab und faßten den Entschluß, nach Neapel zurückzukehren und die ganze Angelegenheit dem Konsul mitzuteilen. Es war dringend nötig, die heimischen Behörden von dem Geschehenen in Kenntnis zu setzen, damit Nathan nicht, falls ihm irgend ein Gerücht zu Ohren kam, entwischen konnte. Ferner war es von der höchsten Wichtigkeit, daß die Stellung des Sir Simon Crawshay und anderer Kunden zu dem Mördersyndikat— von Seiten der Polizei— die nötige Aufklärung erfuhr. Uns leitete dabei der Gedanke, daß Vizard Komplizen größeren oder kleineren Grades in Neapel haben mußte,— Mr. Matthew Mayfield, zum Beispiele— die festzunehmen äußerst wünschenswert war. Die Besprechung dauerte bis in die Nacht hinein, und obwohl sie spät— oder richtiger gesagt — früh am Morgen endete, fand ich Aline noch auf, die auf mich im Salon wartete, wohin sie Mrs. Brinkworth gebracht hatte. Ich muß um Erlaubnis bitten, daß ich über unsere Besprechung einen Schleier ziehe. Wir waren zwar nur wenige Tage getrennt gewesen, aber in diesen Tagen hatten sich eine Fülle von Ereignissen vollzogen, die für ein ganzes Leben ausreichen, und ein jeder von uns hatte in der kurzen Zeit an der Schwelle des großen Jenseits gestanden. Was sich zwei Leute unter solchen Umständen zu sagen haben, geht nur sie allein an. Die Erklärung für den anscheinenden Tod meiner teuren Braut hatte mir Kennard bereits gegeben. Da er zweifellose Spuren von Gift in der ihr von Zavertal gereichten Medizin vorfand, so war ihm der Gedanke gekommen, sie derartig zu überraschen, daß sie sich selbst verraten und beschuldigen mußten. Bei der Wahl seiner etwas grausamen Methode wurde er von dem Umstand geleitet, daß er mit grausamen Menschen zu tun hatte, und daß er sein Ziel nicht besser erreichen konnte, als durch die Wiederauferstehung ihres angeblichen Opsers. Bei genauem Nachdenken indessen änderte er seinen Plan, indem er an Alinens Ablenken des Motors auf den Sand erhebliche Brandwunden an den Händen. Der Rennfahrer Schulze aus Zehlendorf kam zu Fall und brach das Schlüsselbein. * L e i p z i g, 2 2. S e p t. I m P r o z e ß g e g e n d e n Reichspostfiskus wegen Anrechnung des Probejahres bei dem Besoldungsdienstalter wies das Reichsgericht die Revision des Klägers, Obertelegraphisten Tews in Hamburg zurück. Das Landgericht und das Oberlandesgericht hatten die Klage bereits abgewiesen. * D ü n k i r c h e n, 2 3. S e p t. I m K a n a l v o n B o u r bourg hat sich der isländische Fischer Wattebled mit seiner Frau und seinen Kindern ertränkt. Der Beweggrund war die große Not der Familie. * Fiume, 23. Sept. In der Maschinen= und Schiffsreparatur= Fabrik von Lazarus ist heute Nacht Feuer ausgebrochen, angeblich durch die Entzündung von Putzflachs. Ein Feuerwehrmann ist schwer verletzt worden. * L o n d o n, 2 3. S e p t. D e r e n g l i s c h e F i s c h dampfer Riversdale ist in Grimsby mit der Mannschaft des deutschen Dampfers Matin(?) eingelaufen. Der Riversdale sah den Matin in der Nordsee mit Notsignalen und nahm ihn zuerst in Schlepp, aber der Matin sank später. Rom, 22. Sept. Infolge der Ausbeutung von Schwefelgruben, die in der Nähe des Ortes Sutera auf Sizilien(Bezirk Caltanisetta) gelegen sind, ist der dortige Berg San Paolier in der Nacht vom Mts. eingesunken. Die Einwohner des Ortes verließen aus Furcht vor einem größeren Einsturz ihre Häuser und halten sich unter freiem Himmel auf. Einige sind verwundet, davon zwei schwer. Die Nachricht, daß viele Personen ums Leben gekommen seien, ist vollständig unbegründet. Es sind die erforderlichen Maßnahmen getroffen worden, um zu verhüten, daß Menschen zu Schaden kommen, falls ein weiterer Einsturz sich ereignen sollte. * N Die Hei die Ehe Nierend dieserhal erhalten war vor Nierenh wurden — Die( helm E. wegen: mittelun Ebenso Anna Zeit vei Hausiere Werner unter 1 Zeit(6 strafe v mitangel freigespr zu Ober Heerdte und die Gewerbegericht. Neuß, 22. Sept.(Gewerbegericht.) Im Versäumniswege wurde der Zimmermeister H. aus Neuß verurteilt, an die Schreinergesellen Sch. und P. aus Düsseldorf zusammen 158,60 Mk. Restlohn zu zahlen.— WegenVertragsbruchs klagte der Kellner H. aus Neuß gegen den Wirt H. aus Grimlinghausen auf Zahlung von 15 Mk. Beklagter hatte den Kläger durch Vermittelung des Vorsitzenden des Kellnerverbandes engagiert und bei Abschluß des Vertrages ausbedungen, daß der klägerische Kellner Wechselgeld und Tablet zur Arbeit mitzubringen habe. Weil der Kläger aber nur weniges oder kein Wechselgeld mit zur Stelle brachte, glaubte H., daß er den Kellner nun überhaupt nicht zu beschäftigen brauche, und verweigerte die Herausgabe vor Biermarken. Ein als Sachverständiger vernommener Kellner gab an, daß es wohl Usus sei, daß die Kellner Wechselgeld mitbrächten, daß daran aber niemals die Beschäftigung oder Nichtbeschäftigung abhängig gemacht würde. Beklagter wurde nach Antrag verurteilt.— 3 Stuckateure aus Düsseldorf klagten gegen den Unternehmer Sch. aus Obercassel auf Zahlung von 170,40 Mk. weil dieser sie für Akkordarbeiten engagiert, dieselben aber nicht hatte ausführen lassen. Beklagter wandte ein, daß er durch einem Arbeiterverbande angehörige Mitarbeiter der Kläger gezwungen worden sei, diese zu entlassen. Sodann seien Kläger nicht für die angeblich ganz von ihnen herzustellenden Arbeiten angenommen gewesen, sondern es sei ihnen bemerkt worden, daß sie im Unterhause eines Neubaues mit der Arbeit beginnen könnten; im Uebrigen fände in seinem Betriebe keine Kündigung statt und deshalb sei er zur sofortigen Lösung des Arbeitsverhältnisses berechtigt gewesen. Das Gericht verurteilte den beklagten Unternehmer nach Antrag, weil es annehme, daß selbst, wenn die Angaben des Beklagten über das Zustandekommen des Arbeitsvertrages zutreffend seien, den Klägern die ganzen Stuckarbeiten in dem fraglichen Unterhause übertragen worden, und somit die Schadenersatzpflicht des Beklagten vorliege.— Auf Zahlung von 4,40 Mk. Vertragsbuße klagte der Fuhrunternehmer B. aus Neuß gegen den Fuhrknecht S. von hier, wegen Austritts ohne Kündigung. Im Vergleichswege erklärte der Beklagte sich bereit, 2 Mk. an den Kläger zu zahlen, welche dieser an die Armen abzuführen hat.— 2 Klagesachen wurden vertagt, 1 zurückgezogen. gegen ei weisauf: rück.— Juni ar Tagelöh Wilhelm 3 Tage, 3 Tage, Haft. 2 mangels S. erhie Tage Ge von hier, bruchs 1 des Mat samtstra arbeiter im Juni er erhie nur 14 E. zu L Knecht F handelt. sonst die hatte, er Geldstra Aus reit hier, mi bezw. T und The und Wil schwer v richtige Prügel Vorstrafe den Jose naten Ge kurzer Z kam ein 5 Monal Der Hafe übte am straße ur erhebliche bestraft 3 Woche 3 Tage das Geri Eduard( Fabrikarl Ebenfalls hielt der und zwa war, 3 A Privatkla gegen dei wegen B Geldstrafe X Vo Tage 11 Stelle Darranmore in den Sarg steigen ließ, eine Rolle, die der Junge— wie wohl nicht erst erwähnt zu werden braucht— mit Leib und Seele übernahm. Die große Schwierigkeit bestand nun darin, es so einzurichten, daß Aline sich totstellen konnte, ohne daß Zavertal die Sache entdeckte, und hier kam ihm mein teures Mädchen nun selbst zu Hilfe, indem sie ein angesthesirendes Mittel nahm, das sie bei führte. Jetzt brauchte man sich nur noch Zavertal zu verhindern, den„Leichnam“ genau zu untersuchen, und sie während des Zeitraums, der zwischen ihrem„Verscheiden“ und dem„Begräbnis“ lag, ungesehen an einen sicheren Ort zu bringen. Das wurde in sehr geschickter Weise in Szene gesetzt. Erstens durch eine sehr gewandte Komödie von Seiten der Mrs. Brinkworth, bei der ich zufällig Augenzeuge war, und zweitens durch Me Intyre, der nach meiner Rückkehr in meine Kabine ins Vertrauen gezogen wurde und Aline selbst in eine andere Kajüte schmuggelte. Hier blieb sie, bis die Zeit gekommen war, wo sie bei ihrem eigenen Begräbnis auftreten konnte, um die Szene zum dramatischen Abschluß zu bringen. Darramore wurde in Alinens Kabine gebracht, und ein halbes Dutzend vertrauenswürdige Matrosen als Träger bestellt, nachdem sie genaue Instruktionen bekommen, wie sie sich zu verhalten hatten. So wurde die Mine gelegt, die mit der Sprengung der Verbrecherbande enden sollte. (Fortsetzung folgt.) Vorsichtig. Toni:„..... Ein Rhinozeros hat Dich der Bürgermeister g’heißen? Da tust Due ihn doch verklag'n, Sepp?“. Sepp:„„ca freili'! I' geh’ nur vorher zum Herrn Lehrer und schau“ in sei'm Bilderbuch nach, wie so a' Viech ausschaut!“ Vor Gericht.„Weshalb gaben Sie das gefundene Portemonnaie nicht auf der Polizei ab?“ „Es war schon spät abends!“„Und am nächsten Morgen?"„War nix mehr drin!“ Mari Ritter Neuss, wurder Postil Henny Neus 1905. das I für 2 Frau: ndet Dier der Mü hebliche nfahrer ach das en den Probedas berteleLandKlage Bourittebled kt. Der lie. und heute ich die rmann FischMann= eingen der erst in ig von Sutera nd. ist t vom : d e s ößeren freiem i zwei ums ündet. roffen chaden eignen icht.) neister esellen 10 Mk. klagte ). aus Be. g des t und iß der zur r aber Stelle überverEin gab sechseldie jängig g verlagten A auf kkordausdurch beiter 1 entingebn anmerkt baues brigen statt des s Genach n die minen ägern InteradenZahFuhrknecht gung. bereit, er an wureine st erSeete in. es ohne i ihm ndem se bei vertal unterischen " unDas gesetzt. von tfällig ntyre, Verndere t geäbnis ischen inens uensm sie h zu t, die enden Schöffengericht. Neuß, 23. Sept.(Schöffengericht.) Die Heinrich Sch., die Ehefrau Wilhelm P. und die Ehefrau Theodor R., von hier, hatten bei Nierendorf Holz und Reiser aufgelesen und hatten dieserhalb einen Strafbefehl, lautend auf 1 Mk., erhalten und Einspruch erhoben. Ihr Einspruch war von Erfolg, da sie bei dem Verwalter vom Nierenhof die Erlaubnis erhalten hatten und so wurden sämtliche drei Angeklagten freigesprochen. — Die Sache gegen den Fuhrknecht Jakob E., Wilhelm E. und Arbeiter Ludwig van M., aus Heerdt, wegen Mißhandlung, wurde behufs weiterer Ermittelungen, auf unbestimmte Zeit vertagt.— Ebenso wurde die Sache gegen die Expedientin Anna Katharina H. von hier, auf unbestimmte Zeit vertagt und zwar handelt es sich hier um Hausieren mit Druckschriften.— Der Kaufmann Werner Kr. aus Obercassel hatte einen Jungen unter 14 Jahren länger als die vorgeschriebene Zeit(6 Stunden) beschäftigt; er erhielt eine Geldstrafe von 3 Mk. oder 1 Tag Gefängnis. Der mitangeklagte Betriebsführer Friedrich M. wurde freigesprochen.— Anstreichermeister Peter van G. zu Obercassel hatte bei der Ortskrankenkasse zu Heerdt einen Gehülfen nicht rechtzeitig angemeldet und dieserhalb ein Strafmandat erhalten, wogegen er Einspruch erhoben hatte. Nach der Beweisaufnahme zog er jedoch seinen Einspruch zurück.— Wegen Verübung groben Unfugs am 14. Juni auf der Düsseldorferstraße hier, erhielten: Tagelöhner Christian S. 5 Tage Haft, Tagelöhner Wilhelm H. 3 Tage Haft, Hafenarbeiter Jakob K. 3 Tage, Ehefrau Wilhelm und Ehefrau Jakob S. 3 Tage, Ehefrau Wilhelm H. 6 Mark oder 2 Tage Haft. Die mitangeklagte Wwe. Tobias W. wurde mangels Beweises freigesprochen. Der Christian S. erhielt außerdem wegen Sachbeschädigung 2 Tage Gefängnis.— Der Fabrikarbeiter Anton W. von hier, machte sich am 19. Juli des Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung zum Nachteile des Mathias K. hier schuldig; er erhielt eine Gesamtstrafe von 10 Tagen Gefängnis.— Hafenarbeiter Balthasar von B. von hier, mißhandelte im Juni den Otto R. mittelst eines Waschkübels; er erhielt unter Annahme mildernder Umstände nur 14 Tage Gefängnis.— Viehwärter Gottfried E. zu Lüttenglehn, hat am 11. Juli dort den Knecht Franz B. mit einem Schraubenschlüssel mißhandelt. Da B. den E. hierzu gereizt hatte, und sonst die Mißhandlung keine nachteilige Folgen hatte, erhielt E. unter diesen Umständen nur eine Geldstrafe von 6 Mk. oder 2 Tage Gefängnis.— Aus reiner Rauflust mißhandelten im Hammfelde hier, mit Spaten und Messer die Hafenarbeiter bezw. Tagelöhner Josef, Adam T., Johann T. und Theodor H., die Gärtner Johann, Heinrich und Wilhelm B. Die Angeklagten, welche schon schwer vorbestraft sind, kamen aber an die unrichtige Adresse und bezogen eine tüchtige Tracht Prügel von den Gebr. B. In Anbetracht der Vorstrafen der Angeklagten verurteilte das Gericht den Josef, Adam T. und Theodor H. zu 3 Moden naten Gefängnis, der Johann T., welcher vor kurzer Zeit hier 3 Monate Gefängnis erhielt, bekam eine Zusatzstrafe und muß nun insgesamt 5 Monate und 3 Wochen Gefängnis absitzen.— Der Hafenarbeiter Peter Johann R. von hier, verübte am 30. Juni groben Unfug auf der Oberstraße und leistete dem Polizeisergeanten vom B. erheblichen Widerstand; da R. schon erheblich vorbestraft ist, traf ihn eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen und wegen Verübung groben Unfugs 3 Tage Haft.— Mit 3 Tagen Gefängnis bestrafte das Gericht den Fuhrknecht Wilhelm August, gen. Eduard S., von hier, weil er am 30. Juli den Fabrikarbeiter Josef Sch. mißhandelt hatte.— Ebenfalls wegen Mißhandlung der Maria J. erhielt der Mühlenarbeiter Wilhelm K. von hier, und zwar, weil die Mißhandlung eine einfache war, 3 Mark oder 1 Tag Gefängnis.— In der Privatklagesache des Fabrikarbeiters Franz G., gegen den Geschäftsführer Gerhard G., von hier, wegen Beleidigung, erhielt der Beklagte G. eine Geldstrafe von 21 Mk. oder 7 Tage Haft. Lokales. Neuß. 25. September. X Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 11 Grad über Null, niedrigste in vergangener folgt.) s hat Du eili“! Gars ausefunab?“ hsten ————.— Statt jeder bonderen Anzeige. Durch die glückliche Geburt eines Töchterleins wurden hocherfreut Haus Georg Weidenfeld und Frau Maria geb. Schmitz, Rittergut Birckhof bei Neuss, 23. Sept. 1905. Nacht 7 Grad über Null, heute Morgen 9 Grad über Null. Barometer seit gestern 4 mm gefallen. Wind südöstlich. Heute Morgen trübe, bedeckter Himmel. = Pensionierung. Der hiesige Gerichtsvollzieher Herr Robert Bluhm, tritt mit dem 1. Oktober d. J., nach beinahe 40jähriger Dienstzeit, mit Pension in den Ruhestand. Verschiedene Mitteilungen aus der Stadt. Im Polizeibureau wurde ein goldener Ring, sowie Papiergeld als gefunden abgegeben. — Ein Corrigend, welcher von der Arbeitskolonne in Brauweiler entwichen war, wurde hier aufgegriffen und wieder in Sicherheit gebracht. — Auf frischer Tat wurden verschiedene halbwüchsige Burschen abgefaßt, welche in einem Baumgarten eingestiegen waren und dort das Obst plünderten. — Als ein Anstreicher von der Arbeit abkam, wurde er am Bahnhofe von einem Arbeiter überfallen und durch Fußtritte, sowie Schläge mit einem Eßkessel mißhandelt. — Mehrere junge Leute suchten einen Garten am Rheintor heim und plünderten dort die Trauben. Als sie mit den gestohlenen Früchten heimwärts ziehen wollten, wurden die Diebe erwischt. = Das goldene Ehejubiläum begehen am 14. Oktober die Eheleute Josef Münichs und Elisabeth geb. Friedrichs, Breitestraße. Der Jubilar zählt 79, die Jubilarin 81 Jahre. Beide sind noch sehr rüstig. Die Nachbarschaft hat dem Jubelpaare mannigfache Ehrungen zugedacht. = Die Gruppe Niederrhein des Verbandes der Handelsgärtner Deutschlands veranstaltet am Sonntag, den 1. und Montag, den 2. Oktober, in Krefeld Westwall 100, Restaurant E. Kühler, eine große Pflanzen= und Blumenbörse für Handelsgärtner. Am 1. Oktober, nachmittags 4 Uhr, ist Gruppenversammlung, Zur Tagesordnung steht: 1. Gehülfenfrage. 2. Der Stand der Angelegenheit der Rheinischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft contra Gärtnerei und wie haben die Gärtnerei=Unternehmer ihre demnächstige Veranlagung zu machen, damit sie entsprechend ihren Verhältnissen richtig eingeschätzt werden. Ueber letzteren Punkt wird der 1. Schriftführer der Gruppe, R. Köhlen=Dülken, referieren. Zu der Versammlung haben auch Nichtmitglieder soweit sie Handelsgärtner sind, Zutritt. * An den Postschaltern werden demnächst nicht nur Postkartenblocks im Werte von 20 Pfg.(10 Postkarten zu je 2 Pfg.), sofndern auch solche im Werte von 50 Pfg. zu haben sein, da die Postverwaltung die gewöhnlichen Postkarten zu 5 Pfg. ebenfalls in Blocks zu je 10 Stück zu vereinigen und an das Publikum abzulassen beabsichtigt. Die Einrichtung ist vorderhand eine versuchsweise, wird sich aber voraussichtlich zu einer dauernden gestalten. = Einführung des Postanweisungsdienstes mit Bolivien. Vom 1. Oktober ab sind im Verkehr mit Bolivien Postanweisungen bis zu 400 Mark zulässig. Bei der Einzahlung in Deutschland sind die Beträge auf den Postanweisungen in der Markwährung anzugeben. Die Auszahlung in Bolivien erfolgt in der dortigen Landeswährung nach dem Tageskurse. Die Tare wird bei Beträgen bis 80 Mark mit 20 Pfg. für je 20 Mark und bei überschießenden Beträgen mit 20 Pfg. für je 40 Mark berechnet. Telegraphische Postanweisungen sind im Verkehr mit Bolivien nicht zulässig. — Hausbriefkasten. Die Anbringung von Briefkasten an den Eingängen der Wohnungen bietet für die Postverwaltung und für das Publikum mancherlei Vorteile. Das Warten auf das Oeffnen der Haustür, sowie unter Umständen der Etagentür fällt fort; falls sich im Erdgeschoß eine Briefkasteneinrichtung für die Etagenbewohner befindet, wird den Briefträgern das Treppensteigen in die oberen Stockwerke erspart; in jedem Falle wird das Bestellgeschäft erheblich beschleunigt und erleichtert. Dadurch, daß die Briefsendungen nicht vorher durch die Hände des Dienstpersonals oder anderer Persosnen gehen, wird das Brief= und Geschäftsgeheimnis besser gewahrt. In den Fällen, in denen niemand zu Hause angetroffen wird, sind keine doppelten und mehrfachen Gänge zu machen; der Empfänger findet bei der Rückkehr seine Briefsendungen vor. Es wird daher empfohlen, bei Neuund bei Umbauten von vornherein in den Eingangstüren, unter Umständen in den Etagentüren Einwurfsspalten und an der Innenseite der Türen Briefkasten anzubringen. Den Einwurfsspalten würden zweckmäßig solche Ausdehnungen zu geben sein, daß auch stärkere Brieffe und Drucksachen hineingesteckt werden könnten. Telegraphische Depeschen. Berlin, 24. Sept. Minister v. Witte ist heute Abend 6 Uhr hier eingetroffen. Petersburg, 24. Sept. Wie der„Ruß“ mitteilt, benachtrichtigte der Finanzminister den Gemeindegouverneur Trepow, er habe Grund, große Unruhen im Dombrowoer Kohlenbezirk zu befürchten. Demzufolge habe das Polizendepartement den Behörden dieses Bezirks eine sorgfältigelleberwachung der Arbeiterklasse vorgeschrieben. Riga, 24. Sept. Gestern Nachmittag wurde Pastor Schilling in Mikau(Kurland) in seinem Hause erschossen. Handels=Nachrichten. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 25. September. 4 3 Neuer Weizen per 100 Kilo 1. Qual. „ 2. Neuer Roggen per 100 Kilo 1. Qual. 2. Alter Haser per 100 Kilo Neuer Hafer per 100 Kilo 1. Qual. „„ 2.„ Kartoffeln per 50 Kilo Heu per 50 Klo... uzernerheu per 50 Kilo Maschinenstroh per 500 Kllo Flegeldrusch per 500 Kilo Butter per Kilo Eier(100 Stück) Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert. 16 15 80 14 50 13 50 15— 13— 12 50 3.00—3,50 2,50—3.— M 3,50 " 16.— " 18— „ 2.50 " 10— Neuß, 25. September. Raps per 100 Kilo 1. Qual. „ 2.„„„„„ 3 Aveel per 100 Kilo 1.„ „ E.„„„„„ Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. (ohne Faß) Rüböl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3#höh. als Rübtuchen per 1000 Kilo waggonweise „ in kleineren Partien Kleien per 50 Kilo„ Rüböl 50 L höher. küböl 50 90 Vom Niederrhein, 22 Sept Das Krautgeschäft kann als befriedigend bezeichnet werden. Die Preise sind unverändert. Reines Apfeltraut kostet, je nach Beschaffenheit, 26—40, Rübenkraut 10½—12, Obstkraut 20—24, Avfelaelee 19 20 M, alles die 50 Kil., einschließlich Verpackung, ab Einkaufsstelle Krefeld, 22. Sept. Produktenmarkt. Weizen, Landware neuer 1. Qual. 16,60, 2. 15,60, ausländ. 1. Qual. 19,00, 2. 18,50; Roggen, Landware neuer 1. Qual. 14,50, 2. Qual. 1400, ausländ. 1. Qual. 17,25, 2. 16,75. Hafer, Landware 1. Qual. 13,00, 2. 12,50, ausl. 1. Qual. 00,00, 2. 00,00; Futtergerste 1. Qual. 12,80, 2. 12,60. Mais, Mixed 13,25—00,09, runder 13,50—0000, Cing. 00,00; Buchweizen ausl. 00,00—00,00. Weizenmehl 000 22,75—23,75, Weizenkleie 960—10,50 inel. Sack, Bollmehl 00,00 ohne Sack, Leinmehl 15,60—00,00, Baumwollsaatmehl 14,45—00,00, Palmkuchen 12,30—00,00 M — Die Preise verstehen sich frachtfrei Krefeld. Krefeld, 22. Sept. Kartoffeln 4 7,00. Stroh 3.50— 4,00. Heu 6,80.(Alles per 100 Kilo.) Rindfleisch 1,40— 1.44. Schweinefleisch 1,80. Kalbfleisch 1,59. Hammelfleisch 1 5v. Speck(geräuch.) 1,90. Gewöhnliche Eßbutter 2,40.(Alles per! Kilo.) Eier, hiesige(60 Stück) 4,50— 4,80(25 Stück 1,85), fremde(60 Stück) 0,00 J Köln, 22. Sept. Nachmittags=Getreide= und Mehlbörse. Weizen, hiesiger 16.40—16,60, fremder 18.00—18,80, Roggen, hiesiger 14,50—14,80, fremder 16,35—17,25, Hafer, hiesiger 13,00—13,50, fremder 14,40 bis 16,50, Gerste, Futtergerste 12,80—13,30, Brenngerste 13,75—14,50, Braugerste hiesige 16,00—17,50, fremde 17,00—20,00, Mais, grober 13,50—14,00, Mittelmais 14,50—16,00, Cinquantino 16 50—17,00, Weizenmehl 000 22,75—23.00, Roggenmehl 0(mit Sack) 21,50—22,00, Kleie(mit Sack) 9.25—10,00, Grand(mit Sack) 9,25— 9,75, Bollmehl(mit Sack) 12,00 für je 100 Kg Köln, 23 Sept Rüböl in Partien von 5000 Kil. 50 50 B., Okt. 51,00 B., 50,50 G. Köln, 23. Sept. Fruchtmarkt. Weizen, hiesiger neuer 16.40—16.60, ausländ 18,00—18,80, Roggen, hiesiger neuer 14,50—14,80, ausländ. 16.35—17,25, Futtergerste, hiesige neue 12,60—16,00, ausländ. 1280—13 30, Hafer, hiesiger neuer 13,00—13,50, ausländ. 14.40— 16,50 Heu 5,60—7.20, Maschinenstroh(Roggen) 3.70 Richtkroh.(Flegeldrusch) 4,10—0.00, Krummstroh 3,80 die Köln. 23. Sept. Kolonialwaren: Zucker, Raffinade 23—00, Stampfmelis 22—00, Kandis, weiß 30,50, do. halbweiß 00,00, ordinär 00,00, hellbraun 05,00, braun 00 b, fehlerhafte 05, Farin, weiß 00,00, halbweiß#90, hellgelb 00, gelb 00, hellbraun 00, Korinthen, prima 24,00—26,00, sec. 00,00, Rosinen, Eleme 25,00—38,80, Sultanin 21,00—34,00. Mandeln, nackte große süße 80, nackte Barb. 0, à la Princesse 90, Zwetschen, deutsche 00 Bordeaux 20—24, türk. 18—22, Pfeffer, schw. 85, weißer Penang 101, do. Singapore 125, Piment 65. Reis, Carolina, prima 29—30, sec. 00, Java, Tafel= 22—00, geschälter 00, oro. 05, Patna 18—20, Aracan, prima 14—00, sec. 90,00, Moulmain 14—16, Rangoon Tafel 15—16, desgleichen Reis 13—14, Bruchreis 12—00 M Fische, Heringe holl. VB 39.00 A(die Tonne), Stockfische 00, Tittlinge holl. 00, Bremer 00,00 MA, Fettwaren: Mohnöl 62,00, Liller 00, Provenceröl 00. Leinö gekochtes 44,00 MA(inkl. Faß compt.). Petroleum 23.05 (Liter 16¾). Tran, heller 00, Robben=00 für 50 Kg. Berger= brauner 00,00, blanker 00 M für die Tonn Rüböl 51,50, ger. 54,50 44 für 100 Kg. Muskatnüsse 000—000,-Blüte 000, gem. 000. Nelken, Amboina 05, Zanzibar 00 J, Zimmet, Ceylon 00., chines. 00 J für das ½ Kg. Material= und Farbwaren: Blauholz Domingo gem. trocken 00, Laguna gem. trocken 16,00, Gelbholz Corinto gem. trock. 18, Rotholz Limo gem. trock. 28—30 M Kali blaus. gelbes 96,00, chror“. rotes 58# Kupfervitriol la 44,00. Borax raff. 27,60 Harz amerik. 15,00—20. Terpentinöl amerik. 104 M Pottasche raffin. 80% u. 90% 34,00 u. 37,00 4 Glyzerin raffin, weißes 280 98 M die 160 Kg. Köln, 23. Sept. Kaffee. Java braun Preanger 130— 135, hellbräunlich Preanger 120—125, hochgelb Preanger 108—115, Java großbohnig gelb 92—96, blank 84—86, grün 80—83, bläulich 80—86, feinstblau 95— 122, Menado 140—158, bläulich Portorico 00—00, feinstblau großbahnig Portorico 00—00, grün Costarica 00—00, bläulich bis feinblau Costarica 79—106, grün Laguayra 00—00, bläulich bis feinblau Laguayra 78—100, grün Guatemala 00—00, bläulich bis feinblau Guatemala 77—110, Neilgherry 80—106, blau Perl 94— 115, Java Perl grün 85—88, Santos Perl belesen 79—81, unbelesen 77—79, arabischer Mokka 112—116, Santos belesen 68—71, unbelesen 65—70, Triago und ordinär Santos 58—64, afrikan. Mokka 64—65 J das ½ Kg. Berlin, 23. Sept. Fruchtmarki. Weizen Sept. 172,00 (170,.00), Okt. 171,75(171,00), Dez. 176,50(175,50), Mai 185,00(182.75). Roggen Sept 153,50(152,75), Okt. 153.75(154,00), Dez. 157,25(157.25), Mai 166,00 (165,25). Hafer Sept. 142,75(141,50), Dez. 145,50 (145,25), Mai 000,00(000,00). Mais Sept. 130,00(129.75), Dez. 128,00(127,75). Rüböl Okt. 45,50, Dez. 46,90, Mai 48.90 Weizenmehl 21,25—23,00, Roggenmehl 19,40— 21,00 M Steigen der Seefrachten hat erneute Befestigung der Preise für ausländisches Getreide mit sich gebracht ein Umstand, der heute die Haltung am hiesigen Markte um so mehr befestigte, als das Inland infolge des Bestellens der Felder wenig anbietet. Der Begehr nach Weizen und Roggen war gebessert. Greifbare Hafer lag ruhig, auf Lieferung fest. Mais blieb stetig. Rüböl blieb stetig. Bremen, 23. Sept. Schmalz vorr. Tups und Firkins 41¼, Doppeleimer 42, fest. Speck stetig. Antwerpen, 23. Sept. Getreide. Weizen amerikan Winter= 17,75—17,87, La Plata= 16,00—17,87, russischer 17,00—17,75, Donau= 16,00—17,50, Roggen russische: 14,75—15,25, Hafer 13,25—15,50, Gerste Futter=12.50. 13,00, kaliforn. 15,75—16,00, Mais Odessa= 16.50—17,00, La Plata. 13,25—13,50, Cinquantino=19,00—20,00, gem amerik. 13,50—13.75 Frcs. Chicago, 23. Sept. Getreidemarkt. Weizen Sept. 85, Okt. 00, Dez. 85½. Mai 87½, Juli Ob. Mais Sept. 52½. Okt. 52½, Dez. 45⅜, Mai 44¾, Juli 00. Hafer Sept. 28, Dez. 28 7/8. Roggen Sept. 70½. Der. 69½. Leinsaat Nordwest 0,98½, Südwest 0,92. New=York, 23. Sept. Getreidemarkt. Weizen Sept. 90½, Okt. Ob, Dez. 90⅝, Mai 91½, Juli 0b. Hafer Sept. 0b, Okt. 00. Mais Sept. 59, Okt. 00, Dez. 53½, Mai 50¼ Juli 0d. Mehl(spring wheat clear) 3.50, Getreidefracht n. Liverpool 1½. Roggen vorr. 71½. Wolle. Bradford. 21. Sept. Wolle sehr fest bei eingeschränktem Verkehr; Alpaka ½ D. teurer. Amtliche Wechselziussätze der Notenbanken vom 23.Sept. Amsterdam 2½/. Belgische Plätze 3. Deutsche Plätze 4. Kopenhagen 4. Lissabon 4. London 3. Italien Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 51/. Schweiz. Plätze 4½ Wien 3½. Wasserstands=Nachrichten. Mainz, 23. Sept. Rheinh. 8 Uhr vorm. 1,35, gest. 0,18 u. Koblenz, 23 Sept. Rheinh. 6 Uhr vorm. 2,43, gest. 0,11 M Trier, 23. Sept. Moselh. 9 Uhr vorm. 0.30, gef. 0,09 n. Köln, 23. Sept. Rheinh. 6 Uhr abds. 2.40, gest. 0,09#0 Düsseldorf, 23. Sept. Reinh. 8 Uhr vorm. 2,01, gef. 0,03 Wesel, 23. Sept. Rheinh. 12 Uhr vorm. 1,19, gef. 0,06 F Durch die glückliche Ge* burt eines Töchterchens wurden hocherfreut. und Frau. as Jahrgedächtnis für die verstorbene frau August Rühl idet Dienstag Morgen 9 Uhr der Münsterkirche statt. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern Abend gegen 10 Uhr meine liebe Gattin, unsere gute Mutter. Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die wohlachtbare Frau Jakob Wiertz, Anna geb. Meisgen, im Alter von 73 Jahren, wohlvorbereitet durch den andächtigen Empfang der heiligen Sterbesakramente der römisch-katholischen Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um ein andächtiges Gebet für die Seelenruhe der lieben Verstorbenen bitten die trauernden Hinterbliebenen. Neuss, Emmerich, Kempen, Köln, Krefeld, Bonn, Hersal u. Nord-Amerika, den 23. September 1905. Die feierlichen Exequien werden am Montag, den 25. cr., morgens 9 Uhr, in der Marienkirche gehalten. Die Beerdigung findet statt nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause, Rheintorstrasse 28, aus. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Wagenbauers Jakob Jäger zu Neuß wird Termin zur Prüfung nachträglich angemeldeter Forderungen, sowie infolge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlages zu einem Zwangsvergleich Vergleichstermin auf den 12. Oktober 1905, nachmittags 3½ Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht Neuß, Zimmer Nr. 13, anberaumt. Der Vergleichsvorschlag nebst der Erklärung des Konkursverwalters ist auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Neuß, den 20. September 1905.[7251 Königliches Amtsgericht Handelsregister zu Neuß. Eingetragen wurde die Firma „Westdeutsche Verlagsgesell schaft Theodor Klostermann“ zu Obereassel(Buchhandlung). Alleiniger Inhaber derselben ist der Kaufmann Theodor Klostermann zu Obercassel. Neuß, den 15. Sept. 1905. Königl. Amtsgericht 3. Handelsregister zu Neuß. Die dem Ingenieur Hermann Vorlgender zu Obereassel für die Firma„Wagner& Ehlers“ daselbst erteilte Prokura ist erloschen.(7252 Neuß, den 13. Sept. 1905. Königl. Amtsgericht 3. Bekanntmachung. Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß vom 1. dss. Mts. ab alle Angelegenheiten, welche den Ruhrstrom betreffen, von der Wasserbauinspektion lI in Obercassel bei Düsseldorf abgetrennt und der Wasserbauinspektion in Ruhrort zur Bearbeitung überwiesen worden ist. Neuß, den 22. Septbr. 1905. Der Landrat. Ried Frhr. z. Das Jahrgedächtnis für die verstorbene Frau Aug. Rühl wird Dienstag Morgen 9 Uhr in der Münsterkirche abgehalten, wozu freundl. eingeladen wird. Bekanntmachung. Unter dem Hühnerbestande des Gutspächters Feitz Koch zu Sinsteden ist die GeflügelCholera ausgebrochen. Die Sperre über das Gehöft ist verhängt. Rommerskirchen, den 25. September 1905. Die Polizei=Verwaltung. Der Bürgermeister: Kaiser. Am Dienstag, den 26. Sept. er. vormittags 11 Uhr, werde ich im Auktionslokale Rheinstraße 30, hierselbst: 1 Glasschrank, 1 Konsoschränkchen, 5 Rohrstühle, 1 Tisch, 1 Spiegel und 1 Regulierofen, öffentlich zwangsweise gegen bare Zahlung versteigern. Neuß. Erhard, 7270) Gerichtsvollzieher. Dienstag, den 26. September, vormittags 11 Uhr, werde ich zu Heerdt im Lokale der Wwe. 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