eusser Orschrint täglich mit Ausnahme der Sennund Festtage. Dreis vierteljährlich in Neuß .50 Uk., durch die Dost bezogen 1.85 Mlk., mit Austr. Unterhaltungsblatt in Neuß 1.90 Mk., durch die Dost bezogen 1.95 Mk. Druck und Verlag: X Noack, Aeuß. Celephon No. 57. Amtliches Kreisblatt Anzeigen im lokalen Verkehr 12 Ofg., sons 15 Ofg., die?gespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Reklamen 50 Ofg., dieegespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Für die Redaktion verantwortl. R. Roack, Expedition: Aeuß, Nenstraße 7. Nro. 138, Dienstag, 20. Juni.(Silverius.) 1905. 80. Jahrg. Die Wehrsteuer. Durch die Tagesblätter geht eine Nachricht, wonach in dem Programm des Staatssekretärs Freiherrn v. Stengel zur Reichsfinanzreform auch eine Wehrsteuer vorgesehen sei. Diese Mitteilung, meint die„Kyffh. Korresp.“, wird nicht am wenigsten von den Kriegervereinen mit Genugtuung begrüßt werden, weil die Frage der Einführung dieser gerechtesten aller Steuern erst durch den Kyffhäuserbund der deutschen Landes=Kriegerverbände in Fluß gebracht worden ist. Die Gegener der Wehrsteuer verwerfen diese hauptsächlich äus dem Grunde, weil die Wehrsteuer den hohen, der allgemeinen Wehrpflicht zugrunde liegenden Gedanken verdunkeln würde, der darin besteht, daß die Verteidigung des Vaterlandes und die dazu erforderliche Uebung in den Waffen eine Ehrenpflicht und ein Ehrenrecht jedes wehrhaften Mannes ist. Dies ist jedoch nur ein Scheingrund; denn wenn auch der Rock des Königs ein Ehrenkleid ist, welches nur der im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindliche Mann tragen darf, so ist doch nicht die Ehre der Waffenausbildung und der Verteidigung des Vaterlandes in den Vordergrund zu stellen, sondern die Pflicht hierzu. Das Volk in Waffen, das sein Blut auf den Schlachtfeldern verspritzt und seine gesunden Glieder zum Opfer bringt, erblickt in diesem Opfer zwar eine Ehre, aber auch eine schwere Bürgerpflicht. In langer Friedenszeit ist im deutschen Volke doch der Gedanke groß geworden, daß auch die 2oder 3jährige Waffenübung ein schweres Opfer ist, das der Soldat dem Reiche bringt. Wenn es auch unzweifelhaft ist, daß der Mann während der Dienstzeit an Stählung des Charakters, an Kräftigung des Körpers, an Ordnungssinn und anderen bürgerlichen Tugenden zunimmt, so wird durch diesen Gewinn doch in den Augen der Menge niemals die Einbuße an bürgerlichem Erwerbe und dergleichen ausgeglichen, die dem Soldaten und seiner Familie während der Dienstzeit entgeht. Schon bei Schaffung der Reichsverfassung hat der Gesetzgeber die Kriegsdienstpflicht als eine schwere Last der Wehrpflicht betrachtet, indem im Artikel 58 gesagt wird:„Die Lasten des gesamten Kriegswesens sind gleichmäßig von allen Bundesstaaten und ihren Angehörigen zu tragen, sodaß weder Bevorzugungen einzelner Staaten oder Klassen grundsätzlich zulässig sind. Wo die gleiche Verteilung der Lasten sich in natura nicht herstellen läßt, ist die Ausgleichung nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit im Wege der Gesetzgebung festzustellen.“ Auf diesen Ausgleich warten die, welche die Last des Dienstes getragen haben, seit meht als 30 Jahren vergeblich, und als im Jahre 1881 ein Entwurf zu einem Wehrsteuergesetze vorgelegt wurde, da lehnte der Reichstag diese Vorlage ab, weil Treitschke und andere die falsche Behauptung aufgestellt hatten, daß die Wehrsteuer nahezu dem Loskaufe gleichkomme und daß die Ehre der allgemeinen Wehrpflicht darunter leide. So dauert die Ungleichheit vor dem Gesetze fort. Eine ganze Klasse von jungen, kerngesunden und voll erwerbsfähigen Männern ist vom Dienste befreit, leistet für das Reich nichts und bildet eine Ausnahme vor dem Gesetze, so daß von allgemeiner Wehrpflicht nicht gesprochen werden kann. Wenn der Soldat 2 bis 3 Jahre seiner Familie entzogen 27) Schloß Neuenhof. (Fortsetzung.) Der Angeredete fuhr auf wie aus einem tiefen Traum.„Ja— ja, das will ich— deshalb kam ich heim. Vielleicht erleichtert es mein Herz, wenn ich erfahren habe, ob Ihr mir verzeihen könnt. Wenn nicht, dann ziehe ich wieder weiter. Ihr mögt entscheiden!— Hattet Ihr keine Ahnung, daß meine plötzliche Abreise mit dem Verschwinden Eures Kindes in Zusammenhang stehen könnte? Ist Euch denn nichts— gar nichts aufgefallen?" Der Schloßherr umklammerte fest den Arm des Bruders. Nina und die alte Gräfin schrien laut auf. „Bist du imstande, Licht in diese rätselhafte, unaufgeklärte Geschichte zu bringen?“ stieß Arnold hervor. „Ja— ich,“ klang es dumpf.„Ich weiß— denn ich— ich habe das Kind getötet!“—— Eberhard saß ganz in sich zusammengesunken da. Er rührte sich nicht, und auch den anderen war es im ersten Staunen und Schrecken nicht möglich, das Gehörte zu fassen. Sekundenlang herrschte Schweigen in dem kleinen Kreise. Graf Arnold war der erste, der sich ermannte. „Sprich!— Sprich!“, sagte er in heiserem Tone. Es verging wieder eine Weile, ehe Eberhard begann:„Wie soll ich richtig schildern, was das Werk eines einzigen Augenblickes war! Weiß ich doch selbst kaum, wie es geschah. Daß ich ein passionierter Jäger war, ist Euch ja wohl bekannt. Eine förmliche Leidenschaft hatte mich gepackt, und Arnold schalt mich oft deswegen aus, aber es war mir unmöglich, davon zu lassen. An jenem unglückseligen Tage zog ich aus, die neue Büchse die ich mir kurz zuvor gekauft, zu probieren. Ein heiteres Liedchen pfiff ich vor mich hin, ich fühlte mich so wohl und frisch in meinem geliebten Wald, und keine innere Stimme sagte mir, daß ich unwird, und wenn er 600 bis 900 Arbeitstage für seinen bürgerlichen Erwerb verliert, dann ist es nicht mehr als billig, daß der vom Dienst Befreite, der alle Rechte des Reichsbürgers genießt, und bei den Wahlen mit seiner Stimme Einfluß auf die Geschicke des Reiches ausübt— nun auch den Erwerb weniger Tage dem Reiche opfert. Schließlich wird stets behauptet, daß der Ertrag der Wehrsteuer zu gering sei. Auch dies ist nicht zutreffend. Es ist schon mehrfach nachgewiesen worden, daß bei einem Mindestsatze der Steuer von 10—20 Mark im Jahre ein Ertrag von mehr als 20 bis 30 Millionen sich ergibt. Die Wehrsteuer in ¼ Jahresraten erhoben, soll fühlbar sein, der Mann soll das Bewußtsein haben, daß auch er nach besten Kräften dem Reiche dient. Dann wird bald im Volke die Wehrsteuer nicht als ein Unglück empfunden, sondern als der einzige Ausgleich vor dem Gesetz, und dann erst hat jeder Deutsche das BeBewußtsein, daß wir nun endlich die allgemeine Wehrpflicht bis in die äußersten Folgerungen durchgeführt haben. Ueber die Blitzgefahr in Deutschland machte in einer der letzten Sitzungen des Elektrotechnischen Vereins in Berlin Dr. O. Steffens von der Deutschen Seewarte in Hamburg Mitteilungen. Diese betrafen die Ergebnisse einer sich auf das gesamte Deutschland erstreckenden Untersuchung über die Blitzgefahr durch den Vortragenden; die Untersuchungen schließen sich den das Königreich Bayern betreffenden grundlegenden Arbeiten W. v. Bezolds an. Die beiden Hauptfragen waren: die Unterschiede in der Blitzgefahr, d. h. in der Gefährdung des einzelnen Gebäudes in den verschiedenen Gegenden, ferner wie es sich mit der Gefährdung der Baulichkeiten in einem längeren Zeitraum verhält, betrachtet wurden die Jahre von 1854 bis 1901. Was die erste Frage betrifft, so erwies sich die bisherige Kenntnis über das Maß der Blitzgefahr in den einzelnen Teilen Deutschlands als völlig unzureichend, sogar zum Teil als irreführend. Man war bisher genötigt, sich bei der Beurteilung der Verhältnisse an eine von der Direktion der öffentlichen Feuerversicherungsanstalten entworfene Karte der geographischen Verteilung der Blitzschläge, die zu Schadenersatz führten, zu halten. Auf Grund dieser Karte gelangte man vielfach zu irrtümlichen Ansichten; man übersah, daß ganz selbstverständlich die meisten Blitzschäden überall dort entstehen müssen, wo die meisten Gebäude zu finden sind, also z. B. im Königreich Sachsen und in der Provinz Westfalen, wo die starke Rauchentwicklung für die zahlreichen Blitzschläge verantwortlich gemacht wurde. In Wahrheit sind jedoch die zahlreichen Gebäude, die in diesen Industriezentren vorhanden sind, die Ursache für die unverhältnismäßig große Zahl von Blitzschäden. Man muß deshalb stets die Zahl der in einem Lande vorhandenen Gebäude in Betracht ziehen. Hierbei ergab sich, daß die ganze nördliche Zone Deutschlands annähernd gleich stark durch die Blitze gefährdet ist, indem in Oldenburg, Hannover, Mecklenburg, Schleswig=Holstein, Pommern, Ost= und Westpreußen von je 1 Million Gebäude etwa 350 jährlich vom Blitze getroffen werden. Weniger gefährdet als Norddeutschland ist die mittlere Zone, am geringsten Süddeutschland; Baden, Württemberg, Bayern und Hessen sind alle merklich gleich stark, jedoch nur halb so stark gefährdet als Norddeutschland. Als Ursache dieser Erscheinung läßt sich unter anderm die nach Süden zunehmende Bodenerhebung anführen. Ferner ist die Gefahr der Gebäude, vom Blitz getroffen zu werden, in dem untersuchten Zeitraum der letzten 50 Jahre keineswegs stets gleich geblieben. Vielmehr zeigen sich eigentümliche, gesetzmäßige Schwankungen von 5½jähriger Dauer, so daß es fortdauernd wellenartig auf und abgeht. Dieser wellenartige Verlauf zeigt merkwürdige Beziehungen zu der jeweiligen Zahl der Sonnenflecken, welche die Entladung zwischen Wolken und Erdoberfläche in bestimmter Weise zu beeinflussen scheint. Weiterhin zeigt sich, daß sich die ganze Wellenlinie in dem betrachteten 50jährigen Zeitraum immer mehr anhebt, so daß eine anhaltende Zunahme der Gefahr festzustellen war. Von 1850 bis 1860 kamen jährlich auf je 1 Million Gebäude in Deutschland 50 Fälle von Blitzschäden vor. Diese wuchsen allmählich, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt gerechnet, auf 116, 189, 254 und schließlich auf 318 Fälle an. Die Ursachen dieser auch in wirtschaftlicher Hinsicht wichtigen Erscheinung sind noch wenig aufgeklärt. Alle bisherigen Erklärungsversuche für diese schon früher für einzelne Teile Deutschlands nachgewiesene Tatsache zeigen sich als nicht stichhaltig. Dagegen mehren sich die Anzeichen, daß die Ursachen in atmosphärischen Bedingungen zu suchen sind. Politische Nachrichten. Cuxhaven, 19. Juni. Der Kaiser ist gestern Abend an Bord der„Hohenzollern“ mit den Begleitschiffen hier eingetroffen. Die Fahrt nach Helgoland wurde wegen ungünstigen Wetters aufgegeben. Heute Mittag sind die„Atlantic“ und andere Jachten eingetroffen. — Ein schönes Wort wird dem Kronprinzen nachgesagt. Seinen und seiner Gemahlin künftigen Wirkungskreis soll er mit nachstehenden Worten skizziert haben:„Ich hoffe, daß der liebe Gott meinen Vater noch recht, recht lange erhält. Meine Frau und ich, wir haben uns als Ziel gesteckt, uns auf dem weiten Gebiete der Volkswohltätigkeit, der Krankenpflege, der Religion und des Unterrichts und der schönen Wissenschaft und der Kunst zu betätigen. Wir wollen lernen und unsern Wissenskreis weiten, damit wir später einmal befähigt sind, zu urteilen und Anregungen zu geben. Wir sind jedem dankbar, der uns hilft, das Ziel zu erreichen.“ — Die deutsche Fischereiflotte in der Nordsee bestand am 1. Januar 1905 aus 560 Fahrzeugen von zusammen 127 980 Cbm. und 4524 Mann Besatzung. Von diesen Fahrzeugen waren 156 mit 75951 Cbm. und 1766 Mann Dampfer. 293 Fahrzeuge, davon 135 Dampfer benutzten das Grundschleppnetz, 123 Schiffe, davon 8 Dampfer, das Treibnetz, 38 Schiffe Grundangeln, 53 Schiffe das Grundschlepp= und Treibnetz, 10 Schiffe, davon 5 Dampfer, das Grundschleppnetz und Grundangeln und 1 Dampfer das Treibnetz und Grundangeln. 107 Fahrzeuge, davon 9 Dampfer, haben einen Nebenbetrieb; 60 betrieben Kabliaufang; 7 Sprott= und Heringsfang; 2 Störfischerei; 9 Küsten= und Flußfischerei und 1 Dampfer die Austernfischerei. * Detmold, 17. Juni. Das Staatsministerium erklärte amtlich den Protest des Grafen Lippe Biesterfeld= Weißenfels gegen den Thronfolgervertrag für rechtsunwirksam. Großbritannien. London, 19. Juni. Es ist von verschiedenen Seiten in der englischen Presse ausgesprochen worden, daß der Besuch englischer Bürgermeister und Stadträte in Deutschland viel dazu beitragen kann, einem unseligen Mißverständnis über das Verhältnis zwischen Deutschland und England ein Ende zu machen. Die konservative„Morning Post“ geht weiter, wenn sie es offen ausspricht, daß der Besuch auch dazu dienen kann, das System der englichen Städteverwaltung vorteilhaft zu beeinflussen. Das Blatt sagt:„Deutsche Methoden nach England zu übertragen, mag weder wünschenswert noch möglich sein. Viele derselben würden unserem Volke abstoßend erscheinen. Trotzdem können wir über die Art der Systematisierung der öffentlichen Arbeit viel von den Deutschen lernen... Die Besucher werden außerdem finden, daß die Deutschen auch in anderer Beziehung uns beträchtlich voraus sind. Sie haben die Frage der Arbeitslosen in die Hand genommen und sie haben Arbeitsnachweisbureaus und andere Mittel gefunden, um in hervorragender Weise zu helfen... Die lokale Verwaltung wird in England beständig der Kritik unterworfen, weil sie mehr als die Gesetzgebung in das Leben des Volks eingreift.... Diejenigen, die an dieser Arbeit teilzunehmen haben, müßten mehr Gelegenheit haben, ihre Kenntnis über die Methoden außerhalb ihres Bereiches zu erweitern, und ein Besuch in einem andern Lande ist eine der besten Bildungsmethoden. Die Besucher werden mit weiteren Begriffen aus Deutschland zurückkommen, und das ist stets nützlich, wann der gesunde Menschenverstand dabei mitredet. Wir wollen nicht, daß englische Stadtverwaltungen germanisiert werden, aber von einem Lande, das mehr als irgendein anderes wissenschaftliche Methoden in jedem Departement seines öffentlichen Lebens zur Anwendung gebracht hat, läßt sich viel lernen.“ Amerika. Als den größten und erfolgreichsten TerrainSpekulanten kann man in gewissem Sinne die nordamerikanische Union bezeichnen. Für das französische Louisiana=Gebiet" das sich zwischen dem Mississippi bis zum Sabine=Flusse ausdehnt und in seiner ursprünglichen Gestalt noch einen Teil von Texas in sich schloß, wurden seinerzeit 60 Millionen Mark an Frankreich bezahlt. Heute birgt die eine Stadt Neworleans ein Vielfaches dieses Wertes in ihren Mauern. Für Florida, zu dem auch Teile der Staaten Texas, Oregon, Idaho, Montana und Wyomnig gehören, erwuchsen der Union keine Ausgaben. Durch den Erwerb von Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona wurden rund 73 Millionen Mark Kosten verursacht. Rußland erhielt für das Alaska=Gebiet seinerzeit 28 Millionen Mark; im Jahre 1904 belief sich der Wert des in Alaska gewonnen Goldes allein auf 40 Millionen Mark. Rechnet man dazu den Wert dessen, was das Land mittelbar vor einem entsetzlichen Unglück stand. Ich wanderte eine ziemliche Strecke in dem dichten Unterholz dahin, dann nahm ich, nahe bei einem Brombeerstrauch auf dem Stumpf eines ungehauenen Baumes Platz, und verhielt mich ganz ruhig, die Büchse schußbereit zwischen den Händen. Ich hatte geladen, um das erste Wild, das drüben über den Weg lief, niederschießen zu können. Da raschelte es im Gebüsch, ich hielt den Atem an vor Eifer. Ein Rehbock kam langsam zwischen den Sträuchern hervor. Ich zielte und schoß— in diesem Augenblick entfloh das Wild— aber etwas anderes lag blutend am Boden: Euer kleines, liebes Mädchen— direkt ins Herz mußte es getroffen sein— es öffnete noch einmal die Augen — nie in meinem ganzen Leben werde ich diesen Blick vergessen! Kein Laut, kein Ton kam über seine Lippen! Ich stand wie betäubt, entsetzt vor dem Unbegreiflichen! Das Kind mußte direkt in die Schußlinie gelaufen sein! Noch faßte ich es nicht, daß ich— ich selbst es getötet haben könnte! Ich sah um mich, kein Mensch weit und breit— nur ich und das tote Kind! Wie war die Kleine in den Wald gekommen? Und gerade hierher, vor den Lauf meiner Büchse? Zuerst glaubte ich an einen schrecklichen Traum. Aber nach und nach dämmerte mir die Ahnung auf: So furchtbar deutlich kann kein Traum sein! Es war Wirklichkeit, grauenvolle Wirklichkeit. Und nun kam ein fieberhafter Zustand über mich. Ich sah die Gestalt Ninas vor mir, die sich in bangem, herzzerreißendem Schluchzen über die kleine Leiche warf, sah deinen Jammer, all das Herzeleid und den Kummer, den ich über Euch heraufbeschworen. Ich war meiner Sinne wohl nicht mächtig in jenen fürchterlichen Stunden. Ich hob die kleine Leiche auf, trug sie in das dichteste Gebüsch, wühlte so gut ich konnte das lockere Erdreich auf, und verbarg das Kind unter welkem Laub und Sand. Wie ein Irrsinniger lief ich umher. Ich wußte tatsächlich nicht mehr, was ich beginnen sollte. Als es dunkelte, schlich ich wie ein Vorprewer zur hinteren Pforte des langte an das Häuschen, wo, wie ich wußte, die Gerätschaften der Gärtner aufbewahrt wurden. Ich stieg durch das niedere Fenster, nahm Hacke und Schaufel an mich und eilte zurück in den dunklen Wald. Dann fing ich an zu graben. Die halbe Nacht brauchte ich zu dem schwierigen Werk. Der Schweis rann mir in geroßen Tropfen von der Stirn, aber endlich war ich doch fertig. Ich senkte die kleine Leiche in die kühle Erde. Inbrünstiger ist wohl noch an keinem Grabe gebetet worden, als ich es tat im rauschenden Walde. Dichtes Haselgebüsch rankt nun seine Zweige über jene Stätte, wo ich einst kniete in namenlosem Jammer. Die Vöglein singen dort ihre süßesten Lieder, wo das kleine, unschuldige Menschenkind ausruht. Ich war heute bereits dort, ehe ich hierher kam. Es ist alles unverändert, nur das Gebüsch ist dichter und größer geworden. Mein Gott, wie doch die Zeit vergeht! Fünf Jahre! Und alles noch gerade wie damals, nur daß Euch jetzt frohe Kinder umgeben. Ach, wie heiß habe ich zu Gott gefleht, daß er euch Kinder schenken möge, damit ihr vielleicht überwinden lernt, was durch meine Schuld über euch hereinbrach, damit ihr lernt, mir zu verzeihen! Als ich damals in wilder Hast von der Heimat floh, ungewiß, wohin ich mich wenden sollte, um die unerträglichen Gedanken los zu werden, da kannte ich nur noch einen Wunsch, sterben zu können. Oft ertappte ich mich auf dem Gedanken, ein Ende zu machen mit all der Qual. Aber da fiel mir ein, daß vielleicht ein unglücklicher Zufall die Entdeckung bringen könnte, daß ihr mich dann verdammen würdet, weil ihr ja nicht wußtet, wie alles kam. Das war mir furchtbar. Einmal wollte ich euch noch sehen, einmal meine Schuld bekennen, und dann— entweder versuchen, die Last weiter zu schleppen, — oder—“ „Halt ein, Eberhard,“ rief da Graf Arnold heftig erregt den Bruder unterbrechend.„Deine Schuld, wenn überhaupt von einer solchen gesprochen werden kann, ist längst gesühnt. Du hast genug gelitten, armer Korl. Ein unglücklicher fall war es, doch keine Schuld! Du bist krankhaft erregt, sonst müßtest du längst eingesehen haben, daß du nichts verbrachst. An meinem Herzen und in der teuren Heimat sollst du genesen von der jahrelangen Qual. Es wird meine eifrige Pflicht sein, dir zu helfen, daß du den früheren Frohsinn wieder erlangst. Du bist ja noch so jung, das Leben liegt noch vor dir,— du mußt zu vergessen suchen!“ „Ja, ja,— vergessen,— das wollte ich,— aber siehst du,— die brechenden Augen des lieblichen Kindes,— der schmerzhaft verzogene Mund,— der kleine zuckende Körper,— das alles wird mich verfolgen bis ans Ende!"— Die Brüder hielten sich eng umschlungen, die beiden Frauen weinten. Nina reichte Eberhard die Hand. „Habt Dank, ihr Lieben, habt Dank,“ stammelte er erschüttert.„Eure Milde tut mir wohl, und läßt mich meine Schuld leichter tragen.“ „Sprich nicht von Schuld, Eberhad,“ bat Nina herzlich.„Wenn du einen Fehler begangen hast, so war es der, daß du uns nicht alles sagtest, daß du uns in Ungewißheit ließest über das Schicksal des geliebten Kindes. Aber ich finde auch das begreiflich, und vielleicht war es gut, daß wir die kleine Leiche nicht mehr zu sehen bekamen. Der größte Schmerz wurde uns dadurch erspart. Sie ruhe in Frieden an ihrem stillen Ort. Möge sie da weiter schlummern, wo sie nun schon seit fünf Jahren schläft. Und ich denke, daß das, was wir heute vernahmen, mit uns begraben werden soll. Wir wollen heute darüber schweigen für immer. Mögen die Leute bei der allgemein verbreiteten Ansicht bleiben, daß das Kind damals in den unergründlichen Tiefen des Wildbaches verschwand. Eberhard soll die Wahrheit nur Lotte Reinwald und deren Eltern erzählen, damit auch sie begreifen, was ihn damals von der Himat wegtrieb. Die Förstersleute sind brave Menschen, sie werden zu schweigen verstehen. Und wenn es irgend jemanden vergönnt ist, die Wunde Eberhards zu heilen, so wird es Lotte sein. Sie soll und muß alles erfahren, und wie ich sie an Kohlen, Fischen, Pelzwerk u. s. w. produziert, so kommt man in dem einen Jahr auf das drei= bis vierfache der seinerzeit gezahlten„Anschaffungskosten.“ Daß aber Uncle Sam auch heute noch gute Geschäfte zu machen versteht, beweist die Erwerbung der Philippinen, die einen verhältnismäßig geringen Aufwand verursachte, in den Besitz der Union aber ein Land brachte, das unerschöpfliche Wälder und sehr bedeutende Bodenschätze, besonders Kohle, Eisen und Blei, auch Gold und Silber, besitzt. Wenn, und zwar von amerikanischer Seite, der heutige Wert der im Wege der Abtretung bezw. des Kaufes durch die Vereinigten Staaten erworbenen Territorien auf 120 Milliarden Mark angegeben wird, denen ein„Anlagekapital“ von ca. 200 Millionen Mark gegenübersteht, so kann man mit Recht von einer äußerst glücklichen und erfolgreichen Landspekulation der Vereinigten Staaten sprechen. Rußland. Petersburg, 17. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin haben sich heute mit ihren Kindern von Zarskoje Sselo nach Peterhof zum Sommeraufenthalt begeben. Generalen eine Besprechung ab.— Kurokis Vorposten sind nur noch 12 Kilometer von den russischen entfernt. Die russischen Streitkräfte vor Kurokis Armee sollen eine Division stark sein, der 20 Geschütze beigegeben sind.— Ein Telegramm aus Jingkau berichtet: In Charbin wütet Cholera und Dysenterie. Täglich fallen hunderte Menschen diesen Krankheiten zum Opfer. 56000 Menschen sind krank oder verwundet. Außerhalb der Stadt sind 18 Isolierbaracken erbaut worden. New=York, 17. Juni. Hier wurde bekanntgegeben, der Vizepräsident der Bank von Japan, Takahashi, sei nach Japan zurückgerufen worden, um an Beratungen darüber teilzunehmen, ob es ratsam sei, im Falle eines Friedens eine große Anleihe in Amerika oder England aufzubringen, oder eine innere Anleihe aufzulegen. Petersburg, 17. Juni. Heute fand in Gegenwart der Kaiserin=Mutter, mehrerer Großfürsten und Großfürstinnen, sowie einer Anzahl höherer Marineoffiziere in der Nikolai=Kirche eine feierliche Totenmesse für die in der Tsuschima=Straße gefallenen Seeleute statt. Der russisch=japanische Krieg. Berlin, 18. Juni. Ueber den Anteil Kaiser Wilhelms an der Friedensvermittlung wissen die „Grenzboten“ zu melden: Kaiser Wilhelm hat es für seine freundschaftliche und menschliche Pflicht erachtet, dem Kaiser Nikolaus in einem längeren eigenhändigen Schreiben die Erwägung nahezulegen, ob seine Generale, außer der Bereitschaft der russischen Soldaten, für ihn zu sterben, ihm auch den Sieg zu verbürgen vermöchten. Sei das nicht der Fall, so werde Kaiser Nikolaus bei Prüfung der inneren Aufgaben Rußlands doch vielleicht ermessen, ob eine Fortsetzung des Krieges die weiteren großen Menschenopfer wert sei. Fern davon, dem befreundeten Rußland einen Rat aufzudrängen, der nur bei voller Kenntnis der politischen und der militärischen Verhältnisse möglich wäre, biete Kaiser Wilhelm seine freundschaftlichen Dienste für den Fall an, daß Kaiser Nikolaus den Augenblick für gekommen erachten sollte, davon Gebrauch zu machen. Petersburg, 18. Juni. Der„Petersb. Telegraphen=Agentur“ wird aus Godsiadan unter dem 17. Juni gemeldet: Gestern bestand eine der russischen Abteilungen einen Kampf von 2 Uhr nachts bis 8 Uhr morgens. Die russischen Truppen erwarteten den Vormarsch des Gegners, der mit starker Infanterie und 2 Batterien auf Liaojangwopin vorrückte, drei Kilometer von diesem Dorffe entfernt; die russische Artillerie zwang die Japaner, sich um 6 Uhr morgens auf der ganzen Linie zurückzuziehen. Gleichzeitig zeigte sich, daß ein Bataillon, drei Schwadronen und eine Batterie der Japaner die russische linke Flanke bei Dunljahe umgangen hatten. Die Batterie eröffnete das Feuer direkt gegen die Flanke der russischen Stellung, wurde aber von der russischen Artillerie bald zum Schweigen gebracht. Um 8 Uhr morgens wurde auch eine Umgehung des rechten russischen Flügels durch ein Regiment Infanterie, 20 Schwadronen und Artillerie bemerkt. Der rechte Flügel der russischen Abteilung mußte sich von Liaojanwaping aus seinen Stellungen zurückziehen, um einen Reiterangriff vorzubereiten. Während die russische Abteilung eine kurze Rast in Höhen nordwestlich von Liaojanwaping hielt, beobachtete der Führer das Anrücken einer starken Infanteriekolonne auf diese Ortschaft. Die russischen Verluste belaufen sich nur auf sechs Verwundete. Amtlich wird noch gemeldet: 19. Juni. Eine Abteilung der jap schen Zentrums schlug am 16. Juni die russis Vorposten bei Lenchiaupeng zurück(16 Me nordöstlich von Hangping), verfolgte sie und g die Russen sodann in ihrer Stellung bei Liaoja Wopin an und nahm sie nach heftigem GefeDie russische Kavallerie, die sich nördlich zurück wurde vom linken Flügel der japanischen Al lung beschossen. Schließlich wurde der Feind schweren Verlusten und in großer Verwirr zurückgeworfen. Nach Aussagen von Gefange von 5000 Mann Kavalle 20 Geschützen und einem Teile der Armee Generals Mischtschenko besetzt. Die Russen anscheinend von einer Panik ergriffen wur ließen Vorräte und Kleidungsstücke im Stich. Verluste der Japaner betragen 30 Tote und Verwundete, die der Russen sind unbekannt, so nen jedoch groß zu sein. Petersburg, 19. Juni. Der Berichterstatter Pet Nurger Telegr.=Agentur beim Stabe L witsch drahtet vom 18. Juni aus Godsiadan:! unserer linken Flanke wird gemeldet, daß der Liaujangwopin von der russischen Kavallerie wigenommen ist. Ein Gerücht besagt: Am 16. J 10 Uhr, besetzte japanische Kavall das Dorf Symiatschen an der Hauptstraße Chantafou nach Mamakai, konnte sich aber Rebexggngsstelle über den Fluß nicht bemächti .# 9 Uhr nachmittags war Symiatschen durch russische Schwadronen wieder genommen. Japaner gingen nach Südwesten. London, 19. Juni.„Daily Telearaph“ den gus dom 18 Iumi: Kusische Rezerven den aus den zurückliegenden Stellungen vo schoben, um die Frontstellungen zu verstär General Linewitsch hielt in Sypinkai mit se beurteile, wird sie ihn verstehen. Mag die die heilige, reine, ihre große, vielgerühmte auch hier erproben. Ich zweifle nicht, daß sie wird. Lotte trauert ihrer ersten Liebe imm nach Standhaft setzt sie allen Bewerbung „Nein" entgegen. Robert, der Forstgehülfe nun schon all die Jahre hindurch, daß sie ihn —. Vergebens! Erst vor erzählte mir die Försterin, daß das Mädche Bemühungen zum Trotz ledig bleiben wolle. hoffe ich, ändert sie ihre Gesinnung,— me nicht, Eberhardt? Lotte zählt erst dreiundz Jahre, da hat man noch lange Zeit, glücklich und andere glücklich zu machen. Und Sie sie sich an die still dasitzende alte Gräfin meinen Sie zu diesem Plan? Ist er nich Werden Sie sich einer Heirat Eberhards mi Reinwald noch immer widersetzen? Es einzige Möglichkeit, Ihren Sohn glückl machen. (Fortsetzung folgt.) Die Unruhen in Rußland. Warschau, 19. Juni. Sehr pessimistische Gerüchte laufen hier seit einigen Tagen um. Es verlautet nämlich, daß eine Bande Revolutionärer beabsichtige, alle Häuser der Aristokratie zu plündern. Dieses Gerücht wird selbst in Polizeikreisen als begründet aufgefaßt. Die russischen Beamten sind ersucht worden, ihre Familien nach dem nern Rußlands zu senden. Die Aristokraten sind sehr erregt und deponieren ihre Wertsachen bei den Banken und ersuchen um Pässe, damit sie die Stadt im gegebenen Augenblick verlassen können. Hohe Beamte erhielten vertrauliche Zirkularnoten, worin sie gefragt werden, nach welchen Orten sie abzureisen beabsichtigen. Petersburg, 19. Juni. Heute Nacht wurden in einem Vorort von Petersburg 2 wichtige Mitglieder der Kampfesorganisation verhaftet. In ihrer Landwohnung fand man 8 fertige und 100 unfertige Bomben. Die Verhafteten hatten in den großen Waldungen zahlreiche Versuche inbezug auf die Durchschlagskraft der Bomben angestellt, und einen Anschlag gegen einen hohen Beamten vorbereitet.— In Lodz forderte eine Volksmenge einen Gendarmen auf, vor einer roten Fahne die Mütze abzunehmen. Als der Beamte dies verweigerte, tötete ihn die Menge durch Steinwürfe. Bon Nah und Fern. * Viersen, 18. Juni. Gestern Morgen hieb hier ein 6jähriges Kind einem drei Jahre alten Nachbarskinde drei Finger der linken Hand mit einem Beile vollständig ab. M.=Gladbach, 18. Juni. Seit dem 8. d. Mts. wird der in der Wallstraße wohnende Agent Karl Neuenhofer vermißt; derselbe hat seit diesem Tage kein Lebenszeichen von sich gegeben. Es wird ein Unglück vermutet, da er die besten Kleider zu Hause gelassen hat und irgend welche Gründe zur Flucht nicht vorliegen.— Ein hiesiger Geschäftsmann wurde gestern empfindlich geschädigt. Ein Fremder machte in seinem Geschäfte Einkäufe und gab einen Hundertmarkschein in Zahlung. Da der Geschäftsmann den Schein nicht wechseln konnte, begab er sich dieserhalb zu seinem Nachbarn. Zurückgekehrt, gab er das überschüssige Geld nebst den gekauften Gegenständen dem Fremden. Kaum hatte dieser den Laden verlassen, als der Nachbar hereingestürmt kam; eine nähere Besichtigung hatte ergeben, daß der Hundertmarkschein falsch war, und forderte Schadenersatz. Jüchen, 18. Juni. Der Vorschußverein Jüchen e. G. m. u. H., der bekanntlich durch ständige serate überall Mitglieder erwarb, konnte seit längerer Zeit seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen und hat nunmehr Konkurs angemeldet. In einer vor etwa 14. Tagen abgehaltenen Generalversammlung, in der es sich hauptsächlich um die Auflösung des Vereins handelte, war man schlüssig geworden, daß jedes Mitglied 600 Mark zuschießen soll, um die Schulden zu decken. Diesem Beschluß wollten nun jedoch mehrere Mitglieder nicht zustimmen, sodaß der Konkurs angemeldet werden mußte. Hierdurch wird die Zubuße noch eine bedeutend höhere werden und manche Familie dürfte noch trübe Stunden über diesen Verlust haben, da hauptsächlich kleinere Handwerker die Mitglieder bildeten. * Österrath, 18. Juni. Bei dem gestern Nachmittag niedergegangenen Gewitter traf der Blitz in Hochkeppel eine Anzahl im Heu beschäftigter Personen. Eine Frau wurde getötet. Jülich, 18. Juni. Ein zwei Stunden anhaltendes Gewitter brachte gestern Nachmittag sechs Uhr schweren Hagelschlag und einen wolkenbruchartigen Regen über die Gegend von Höngen, Geilenkirchen und Baal. Bei Mariagrube entgleiste die Maschine des um 7.10 Uhr von Aachen=Kölntor nach Jülich abgegangenen Personenzuges, weil das Geleise fußhoch mit Sand und Kies bedeckt war. Personen wurden nicht verletzt. Infolge Versandung der Strecke Aachen—Düsseldorf—Erlenz—M.=Gladbach mußten die Abendschnellzüge Berlin—Düsseldorf—Aachen und umgekehrt nachts über Stolberg—Jülich—M.=Gladbach bezw. Düren—Jülich—M.=Gladbach geleitet werden. * Köln, 19. Juni. Gestern Abend hat sich am linksseitigen Rheinufer unterhalb der Mülheimer Schiffbrücke in Riehl ein Hausdiener aus Nippes erschossen.— In der vergangenen Nacht sprang gegenüber der Biberstraße eine Frauensperson in den Rheinauhafen und ertrank. Köln, 19. Juni. Der Erfähnrich Hüssener hat seine Strafe in Weichselmünde jetzt abgebüßt. Er traf zum Besuche seiner Angehörigen in Neuwied ein.— Vorgestern zündete ein Blitzschlag in Puendrich. Drei Häuser sind abgebrannt. Eine Frau kam in den Flammen um. Duisburg, 18. Juni. Heute Nachmittag unternahm eine Gesellschaft von hier eineAutomobilfahrt nach Kaiserswerth. Dort rannte das Fahrzeug gegen einen Brückenpfeiler. Sämtliche Insassen wurden aus dem Automobil geschleudert. Ein Herr blieb tot, zwei Personen wurden schwer und der Chauffeur leicht verletzt. * H e v e n a. d. R., 1 8. J u n i. D e r S c h r e i n e r lehrling Gense von hier stürzte heute aus dem Fenster seiner elterlichen Wohnung und war auf der Stelle tot. Er hatte beim Aufschlagen auf den gepflasterten Hof einen Schädelbruch erlitten. * Barmen, 19. Juni. Die Rheinische Provinzial=Bäckerei= und Konditorei= Ausstellung in Barmen(vom 17. bis 25. Juni), die von der Barmer Bäcker=Innung aus Anlaß des Verbandstages des Zweigverbandes„Rheinland“ des Zentralverbandes deutscher Bäcker=Innungen veranstaltet wird, ist am Samstag Nachmittag eröffnet worden. Der Besuch ist ein sehr zahlreicher, schon am ersten Tage wurden ungefähr 4000 Tageskarten ausgegeben. * R e m s c h e i d, 1 9. J u n i. L e i d e r h a t s i c h, w i e schon mitgeteilt, die Befürchtung erfüllt, daß die kühne Luftschiffahrt, die am Pfingstmontag von Ingenieur E. Vollmer mit dem 17jährigen Techniker Jul. Flögel von hier aus unternommen wurde, eine Todesfahrt geworden ist. Das traurige Los, das die beiden Insassen des Ballons betroffen hat ließ bereits die Meldung ahnen, mit welcher die letzte der mitgenommenen 5 Tauben in ihrem heimatlichen Schlag eintraf:„(Montag) 1 Uhr. Ueber dem Waal Zuidersee rechts in Sicht. Man hört Nebelhörner. Höhe 3100 Meter. Gegend wundervoll und großartig. Viele Photographien gemacht. Einige kleine Schleppfahrten unternommen. Es ist hier oben kalt, doch hält noch der Sekt dabei gut. Wir können vermutlich bis an das Meer fahren. Eben wieder 200 Meter gut gestiegen. Grüße E. Vollmer. Jul. Flögel.“ Aus dieser Meldung geht hervor, daß der Ballon verschiedene Landungsversuche unternahm, die aber mißlangen oder wieder äufgegeben, wurden, worauf die Luftschiffer abermals hoch gingen. Angesichts des nahen Meeres, bei der herrschenden Windrichtung, die, da der Zuidersee rechts blieb, direkt an den Nordseestrand führen mußte, und bei der um die Zeit der Absendung der Meldung jedenfalls bedeutend reduzierten Füllung mußte die Höhe von 3300 Meter höchst bedenklich erscheinen, denn sie konnte bei den wenigen Kilometern, die den Ballon noch vom Meere trennen, ein Niedergehen nur mehr unter Anwendung des letzten Mittels, d. h. Ziehens der sog. Reißbahn,— gestatten. Andernfalls aber mußte die Fahrt binnen kürzester Zeit auf die See gehen und dort natürlich ein Ende mit Schrecken nehmen. Der von Herrn Vollmer geführte Ballon war ganz neu, nach Herrn Vollmers Angaben von dem bekannten Luftschiffer Wilion gebaut und vorher an der Fessel nicht ausprobiert worden. Auch führten die Fahrer keinen Anker mit und hatten„Außenballast", ersteres eine bedenkliche Unterlassungssünde, letzteres eine Einrichtung, von der erfahrene Luftschiffer längst abgekommen sind und auch der Erbauer des Ballons abgeraten hatte, da die Sandsäcke bei einer Schleiffahrt brechen und so als Ballast vorzeitig verloren gehen. * Solingen, 19. Juni. Auf dem Gautuxnfest des niederbergischen Turngaues, das gestern hier stattfand, ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Turner Frisch vom Kreuzweyer Turnerbund, wohnhaft zu Wald, glitt beim Längssprung über das Pferd auf dem vom Regen noch feuchten Sprungbrett aus und flog mit der Brust gegen das Pferd. Der Verunglückte erlitt schwere innere Verletzungen, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. * Elberfeld, 19. Juni. Von einem schweren Schicksalsschlage wurde die Familie des Korrespondenten August Clarenbach, Blankstraße Nummer 6, betroffen. Ihre beiden Kinder, Mädchen im Alter von 12 und 8 Jahren, spielten am letzten Donnerstag mit ihrem Kinderkochherd und kochten in einem Topfe Reis. Die Kinder aßen davon und erkrankten bald darauf unter Vergiftungserscheinungen. Man untersuchte den Topf und fand darin Grünspan. Sofort herbeigeholte ärztliche Hülfe erwies sich leider als vergeblich. Das eine Kind starb am Freitag, das andere am Samstag. Werne, 17. Juni. Es ist Aussicht vorhanden, die kürzlich versiegte Quelle des Solbades Werne wieder aufzutun. Der Wasserzufluß der Zeche Werne ist ganz erheblich gestiegen. Nachdem derselbe früher pro Minute 300 Liter betrug, wurde heute ein solcher von 800 Liter festgestellt. Der Pumpendefekt ist immer noch nicht gehoben, und so kommt es, daß heute wieder nur eine kleine Zahl Bergleute einfahren konnte. Es wird mit Bestimmtheit angenommen, daß der Zufluß mit dem Schließen der Thermalquelle im Zusammenhange steht, denn die angeschlagene Quelle zeigt eine hohe Temperatur und ist ebenfalls stark falzhaltig. In Anbetracht dieser Umstände liegt es wohl klar auf der Hand, daß die Heilquelle noch vorhanden ist. * L o r c h a. R h., 1 9. J u n i. Z w e i G e s c h w i s t e r schütteten, um das Feuer anzufachen, Perroleum in die glimmenden Kohlen des Herdfeuers. In demselben Augenblick explodierte der Petroleumbehälter und die Kleider der beiden Kinder fingen Feuer. Noch ehe Hülfe nahte, waren die Unglücklichen schon derart schwer verbrannt, daß sie binnen kurzem den erlittenen Wunden erlagen. * Haspe, 18. Juni. Vermißt wird seit dem zweiten Pfingstfeiertage der 13jährige Schüler H. Severing aus Schwerte. Der Junge fuhr von Gevelsberg nach Schwerte, wo er jedoch nicht angekommen ist. * K r e u z n a c h, 1 8. J u n i. B e i e i n e r K a h n f a h r t, die heute Nachmittag einige junge Leute auf der Nahe unternahmen, kenterte das Boot. Einer der Insassen ertrank, während die übrigen gerettet wurden. Münster, 17. Juni. Heute Morgen empfingen im hohen Dome hierselbst 57 Alumnen des hiesigen Priesterseminars die hl. Priesterweihe, unter ihnen befinden sich aus dem rheinischen Anteil der Diözese die Herren: Jakob Hünnekens aus Moers, Johann Janßen aus Goch, Joseph Jeurgens aus Goch, Joseph Kempges aus Grefrath, Heinr. Nötges aus Hüls, Johann van Nooy aus Calcar, Joseph Pauls aus Uedem, Heinr. Röttges aus St Tonis, Leo Vierhaus aus Rheinberg. Münster i. W., 19. Juni. Heute Mittag kurz nach 1 Uhr wurde die größte und älteste Brauerei am Platze, die Brauerei Westfalia, vormals Gebrüder Hagedorn von Schultz u. Co., durch ein Großfeuer vollständig eingeäschert. Der Schaden beträgt über ½ Million Mark. Der Betrieb ist gestört, jedoch soll nach den Angaben der Firma der Versand keine Unterbrechung erleiden. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Man nimmt an, daß das Feuer durch Selbstentzündung auf dem Malzboden entstanden ist. * Beuthen, 18. Juni. Laut amtlicher Meldung sind heute früh gegen 4 Uhr auf der Strecke Peistretscham=Patschin die beiden Güterzüge Nr. 6361 und 6337 auf einander gestoßen. Der Material= schaden ist erheblich. Der Zugführer des Zuges 6361 wurde getötet. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Der Schnellzug Nr. 11 wird über Kandrzin geleitet. * D a h l e r b r ü c k, 1 8. J u n i. E i n e P u l v e r= E x p l o sion entstand gestern Morgen in der Pulverfabrik der Gebr. Wönckhaus hierselbst. In einer Walze explodierten etwa 100 Kilo Pulver. Ein Arbeiter wurde schwer verletzt. * Kassel, 19. Juni. Im benachbarten Roda erstach der Lehrer Mengel aus Wiesenfeld die fünfzehnjährige Tochter des Landwirts Kückel, mit welcher er ein Verhältnis angeknüpft hatte. Der Mörder wurde verhaftet. * M e i n e r z h a g e n, 1 8. J u n i. E i n G r o ß f e u e r entstand gestern Morgen in dem Anwesen des Herrn Krugmann auf dem Scherl. Trotz sofortigen Eingreifens der Feuerwehr brannte das große Gebäude vollständig nieder. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Der Schaden ist beträchtlich. * München, 19. Juni. Der Dichter Hermann v. Lingg, geboren 1820 zu Lindau, ist im Alter von 85 Jahren hier an Herzlähmung gestorben. * Oldenburg, 18. Juni. Der frühere Geschäftsführer Philipp Immick aus Eickel bei Gelsenkirchen der am 12. Januar 1904 die Gastwirtswitwe Meller in Oldenbura und deren Tochter ermordet und beraubt und ihr Haus danach in Brand gesteckt hatte, wurde heute zweimal zu lebenslänglichem Zuchthaus, außerdem zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. * Indianapolis, 19. Juni. Das Bundesturnfest des nordamerikanischen Turnerbundes begann heute. 3000 Turner sind anwesend, die 2006 Turnvereine vertreten. Die deutsche Turnerriege wurde mit großem Jubel empfangen. Lokales. Neuß. 20. Juni. X Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 19 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 10 Grad über Null, heute Morgen 9 Uhr 16 Grad über Null. Barometer 4 Millimeter gestiegen. Sonnenschein aus wolkenlosem Himmel. Wind südwestlich. Allem Anscheim nach wird es heute einen vorwiegend heiteren, trockenen, heißen Tag geben. —* Handwerksausstellung in Köln. Zur Zeit veranstaltet die Handwerkskammer in Köln eine Ausstellung, die das besondere Interesse der Handwerksmeister verdient. Die Ausstellung umfaßt Handwerkserzeugnisse aller Art, Werkzeuge und Maschinen, die für das Handwerk in Betracht kommen. = Der Kreis 37 im Deutschen Gruben= und Fabrikbeamten=Verband, welchem der Zweigverein Neuß angehört, hielt gestern hier im Hotel Pelzer eine Kreissitzung ab, welche von den auswärtigen Zweig=Vereinen Düsseldorf, Eller, Ratingen und Reisholz gut besucht war. Die allgemeine Ansicht der Kreisdelegierten ging dahin, für den Verband mit seinen vielen vorzüglichen Wohlfahrtseinrichtungen kräftig zu werben. Nach Schluß der Sitzung unternahmen die auswärtigen Herren unter Führung der Mitglieder des hiesigen Zweigvereins einen Rundgang durch die Stadt. Die fremden Teilnehmer waren voll des Lobes über die schönen neuen Straßen und über die in bestem Schmuck stehenden Anlagen, Promenade und Stadtgarten; sie verließen Neuß erst in später Stunde. * Arge Verwüstung richteten in vergangener Nacht Frevler auf einem Kartoffellande in der Nähe des Stadtgartens an. Wie uns mitgeteilt wird, wurden von ruchloser Hand ca. 70 Kartoffelstöcke, die gegenwärtig in Blüte stehen, ausgerissen und umhergestreut. Es wird angenommen, daß ein Racheakt vorliegt. —* Der Grasverkauf von den Wiesen des Reitervereins(128 Morgen) brachte in diesem Jahre 5710 Mark ohne Aufgeld. Im vorigen Jahre erbrachte derselbe inel. Aufgeld 6307.40 Mark im Jahre 1903 nur Mark 3759.80. * Das große Loos der Ulmer Dombaulotterie im Betrage von 75000 Mark ist, wie verlautet, einem auswärts wohnenden Neußer zugefallen. * Ein Roggenhalm in der Länge von 2 Meter 17 Zentimeter wurde heute unserer Redaktion durch einen Abonnenten unserer Zeitung übermittelt. Es ist dies nicht etwa ein einzeln als der längste herausgerissener Halm, sondern das Feld von dem der außergewöhnlich lange Halm stammt, erfreut sich,— wie nebenbei bemerkt, der gesamte Wintersaatenbestand dieses Jahres,— einer selten reichlichen Strohlänge. —“ Zu Geschworenen für die am 26 ds. Mts. beginnende Schwurgerichtssession sind folgende Herren geladen worden: Buchdruckereibesitzer Hermann Reinartz, Seidenfabrikant Paul Rath, Zivilingenieur Wilhelm Elbers, Prokurist Gustav Ebeling, Spediteur Fritz de Greif, Apotheker Dr. Schwan aus Krefeld, Landwirt Johann Himmelskirchen aus Manfort, Ingenieur Wilhelm Henrichs aus Ratingen, Fabrikdirektor Gustav Dammeyer, Direktor Gustav Dürr, Kaufleute Karl Huisgen, Arthur Seyde, Fabrikant Dr. Friedrich Bloem, Ingenieur Arthur Brockhoff, Fabrikbesitzer Moritz Brügelmann, Buchdruckereibesitzer Hubert Koch, Direktor Albert Konsel, Rentner Frhr. von Romberg, Peter Krahe, Bürgermeister a. D. Direktor Emil Zschocke aus Gerresheim, Prokurist Erwin Lambertz, Prokurist Christian Busch, Maschinenfabrikant Peter Mees, Prokurist Bruno Harff aus M.Gladbach, Fabrikbesitzer Dr. Hugo Busch aus Jüchen, Gutsbesitzer Martin Burmann aus Kaarst, Brauereidirektor Gerhard Becker aus Dormagen, Direktor Theodor Baeßler aus Neuß, Gutspächter Franz Zimmermann aus Schelsen. Aus dem Gerichtssaal. * Düsseldorf 19. Juni. Strafkammer. Der Musiker Hermann N. und der Tagelöhner Jakob N. aus Weckhoven waren vom Schöffengericht in Grevenbroich wegen unberechtigter Jagdausübung am 2. Mai zu je 1 Woche Gefängnis verurteilt worden. Die fraglichen widerholten Vorkommnisse reichen bis zu Pfingsten des Jahres 1903 zurück. Nachdem sich die Angeklagten bereits vor dem Schöffengerichte für schuldlos erklärt hatten, stellten sie auch heute vor der Berufungskammer jedes strafbare Tun in Abrede. Die Berufungen der Angeklagten wurden verworfen, dagegen wurde auf Berufung der Staatsanwaltschaft hin das Urteil gegen Hermann N. auf 3 Wochen erhöht. Telegraphische Depeschen. Helgoland, 19. Juni. Nach hier eingetroffener Mitteilung hat der Kaiser die Fahrt nach hier aufgegeben. Tschifu, 19. Juni. Die Japaner haben die europäischen und amerikanischen Firmen aufgefordert, Port Arthur zu verlassen und ihre Waren zu entfernen. Christiania, 19. Juni. Das Storthing nahm heute Nachmittag die Antwort auf den Brief des Königs Oskar an das Storthing und das norwegische Volk an. Die Antwort wird morgen Vormittag veröffentlicht werden. Baltimore, 19. Juni. Auf der westlichen Marylandbahn stießen gestern Nacht bei Westminster ein Personenzug und ein Kohlenzug zusammen. Dadurch kamen 23 Personen, fast sämtlich Bahnbedienstete, ums Leben. Rom, 19. Juni. Heute wurde eine Enzyklika Papstes an die italienischen Bischöfe veröffentlicht; sie betrifft die Tätigkeit der christlich demokratischen Katholiken und die Geistlichkeit. Der Papst ermuntert darin zur Begründung von Volksvereinigungen und fordert die Katholiken auf, sich am öffentlichen politischen Leben zu beteiligen und zwar in einer der christlichen Zivilisation und dem materiellen Wohl des Volkes dienenden Weise.— Der Papst tadelt sodann diejenigen, die diesen Grundsätzen nicht folgten, und ermahnt die Geistlichkeit, sich von Parteikämpfen fern zu halten. Butter per Kilo„„„ 2.50 Eier(100 Stück)„ 8.— Am heutigen Getreid zmarkte blieden Preise sämtlicher Fruchtgattungen unver indert. Neuß. 20. Juni. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. (ohne Faß) Rüböl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 Jhsh. als Rüböl Rübkuchen per 1000 Kilo waggonweise „ in kleineren Partien Kleien per 50 Kilo Rüböl und Kuchen unverändert. 4• 49 50 40 Handels=Nachrichten. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 20. Juni. Weizen per 100 Kilo 1. Qual. „ 2.„ moggen per 100 Kilo 1. Qual. 2. Hafer per 100 Kilo Kartoffeln per 50 Kilo Heu per 50 Kilo Luzernerheu per 50 Kilo Maschinenstroh per 500 Kilo Flegeldrusch per 500 Kilo 8 18 20 17 70 16 20 15 70 15— 8,06—4,00 2.80—3,80 M 4,20 " 22.— " 24.— Köln, 19. Juni. Rüböl in Partien von 5000 Kil. 50,00 B., Okt. 50,50 B., 50,00 G. Köln. 19. Juni. Fruchtmarkt. Keine Zufuhr. Heu 7,20—8,60, Maschinenstroh(Roggen) 4,80, Richstroh(Flegeldrusch) 5,40—0,00, Krummstroh 4,40 die 100 Kil. Magdeburg, 19 Juni. Kornzucker 88% 11,45—11,62½, 75% 0.00—0.00, schwach. Brodraffin. Ia 22,25—00,00, Kristallzucker la 22,37½—00,00, gem. Raffin. 22,25— 00,00, gem. Melis 21,75—00,00 bei Posten aus erster Hand, ruhig. Rohzucker zur Durchf. bordf. Hamburg Juni 23,80 B., 23,50 G., 00,00 bz., Juli 23,75 B., 2360 G., 00.00 bz., Aug. 23 80 B., 23,75 G., 23,77½ bz., Okt. 20,40 B., 20,20 G., 00.00 bz., Okt.=Dez 20,05 B., 19,95 G., 20,00 bz., Jan.-März 20,15 B., 20,15 G., 00,00 bz., schwächer. Gerlin, 19. Juni. Fruchtmarkt. Weizen Juli 173,00, Sept 171.25. Dez. 173.50. Roggen Juli 151,00, Sept. 144,25, Dez. 145,50. Hafer Juli 138,25, Sept. 137,25. Mais Juli 126.25, Sept. 121.25 Rüböl Okt. 48,50 Der. 48,80 Weizenmehl 21,25—22,75. Roggenmehl 1800—19.60 M Eine beträchtlich verstärkte Ausfuhr Rußlands und sehr ersprießliches Wetter haben die in auswärtigen Berichten erkennbar gebliebene Festigkeit hier nicht recht zur Wirkung gelangen lassen. Im Lieferungshavdel mit Weizen und Roggen ist bescheidenes Angebot auf Juli nur zu herabgesetzten Preisen untergebracht worden, während spätere Lieserfristen durch große Knappheit der Verkäufer im Werte gestützt wurden, einzelne sogar eine kleine Besserung erlangten. Hafer hat sich kaum verändert. Für greifbares Getreide, des höchst spärlich angeboten wird, fehlt die Kauflust. Rüböl war matt; die Preise konnten sich nicht voll behaupten. Hamburg, 19 Juni Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner 177—178. Roggen ruhig, Mecklenburger und Altmärker 152—157, russ. cif 9 Pud 116,00. Gerste fest, südruss. eif Juni 164½. Hafer fest, Holsteiner und Mecklenb. 154—161. Mais fest, runder amerik. 107, La Plata cif Mai=Juni 105½. Rüböl fest, 49. Spiritus flau, Juni 20 G., Juni=Juli 20 G., Juli=Aug. 20 G. Kaffee ruhig, Umsatz 3060 Ballen in greifbarer Ware. Petroleum stetig. 5,80. Salpeter fest, vorr. 10,50, Juni 10,47½, Febr.=März 9,80. Hamburg, 19. Juni. Kaffee schleppend, Sept. 36, Dez. 36 ½, März 37, Mai 37½ G. Amsterdam, 19. Juni. Rüböl, vorr. Fl. 25¼, Sept.= Dez. 23, Mai 00. Leinöl vorr. 20¼. Juli 20½, Juli=Aug. 20¼, Sept.=Dez. 21½, Jan.=Mai 21½. Amsterdam, 19. Juni. Kaffee: Java vorr. 30, Santos Juli 211/8, Sept. 21¾4, Dez. 22, März 22¼, Mai 22½2 C. Autwerpen, 19. Juni. Kaffee ruhig, Juni 44½. Juli 44½, Sept. 45, Dez. 45½. Antwerpen, 19 Juni. Petroleum, Type weiß, vorr. Frs. 17½ bB., Juni 17½ B., Juli 17 ¾/4 B., Sept. 18½ B. Ruhig. Autwerpen, 19. Juni. Schmalz, amerikanische Marke Wilcox, vorr. Frcs. 89, Juni 88, Sept. 88½, Nov.= Dez. 88½. Paris, 19. Juni. Weizen stetig, Juni 23,60, Juli 23,75, Juli=Aug. 23,15, Sept.=Dez. 21,75. Roggen ruhig. Juni 16,00, Sept.=Dez. 15.10. Mehl stetig, Juni 30,65, Juli 30.65, Juli=Aug. 30 30. Sept.=Dez. 29 20. Rühöl matt Juni 50,00, Juli 50,00 Juli= Aug. 50,00, Sept.=Dez. 50 50. Spiritus fest, Juni 55,50, Juli 54,50, Juli=Aug. 53,75, Sept.=Dez. 44,50 Zucker ruhig, rober 88% 29.50—29,75, weißer ruhig, Juni 33,50, Juli=Aug. 33,87½, Okt.=Jan. 30,50, Jan April 30,87½. Leinol ruhig, Juni 44,25, Sept.=Dez. 47.00. Havre, 19. Juni. Kaffee ruhig. Juni 43. Sept. 43½. Dez. 44, März 44½. Hull, 19 Juni. Baumwollöl o. F. raff. 16 7½ D., rohes 15 S. 9 D., raff. Juli=Aug. 16 S. 7½ D Leinöl o. F. 18 S. 10½ D. Juli Aug. 19 S., Sept.= Der 19 S. 4½ D. Liverpool, 19. Juni. Baumwolle. Tagesumsatz 7060 B., davon 6600 B. amerik. In amerik. Geschäft mäßig bei anziehenden Preisen. Fully good Oomra 4 14/33. Fine Bengal 4 1/33. Good fair Tinnivelly 4 19/88. Middl amerik. 4,99(letzter Schlußpreis 4 83], Juni=Juli Juli=Aug. 4.85 W.[4,70]. Aug.=Sept. Sepi.=Okt. 4,84 W.[4,69], Okt.=Nov. Nov.=Dez. 4,84 W.(4.69] Dez.=Jan. Jan.=Febr. 4.85 W.[4,71). Fedr.=März März April 4,88 W.[4,73], April=Mai 4,85 W.[4,70 4,84 W.(4,69 4,84 W.[4,69 4,84 W.[4,70 4,86 W.(4,72], 4,87 W[474 Chicago 19. Juni. Getreidemarkt. Weizen Juni 00, Juli 87 7/8, Sept. 83¾, Okt. 00, Dez. 83⅞. Mais Juni 00, Juni 53 1/, Sevt. 52¼, Dez. 50¼, Mai 48 7/8 Hafer Juli 31. Sept. 291. Roggen Juli 68, Sepi, 61. Leinsaat Juni O0, Sept. 00. New=York, 19. Juni. Getreidemarkt. Weizen Juni 00, Juli 931/8. Sept 88, Okt.—. Dez. 88 Hafer Juni 00, Juli 05. Mais Juni 00, Juli 58⅛, Sept. 57⅝, Okt. 60 Dez. 00. Mehl(spring wheat elear) 3.60, Getreidefracht n. Liverpool 1. Roggen vorr. 00. Biehmärkte. Krefeld,19.Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkte stellten sich die Preise für fette Schweine wie folgt: 1. Qual. 66 J, 2. Qual. 64 Köln, 19. Juni. Schlachtviehmarkt. Auftrieb: 602 Ochsen, a. Vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren M 79—00, b. Junge fleischige, nicht ausgemästete, ältere ausgemästete 44 74—76, a. Mäßig genährte junge, ältere 70—72, d. Gering genährte jeden Alters K 64—67; 334 Kühe, darunter 00 Weidekühe, K 00—00, a. Vollfleischige ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes J4 00—00, b. Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren AA4 71—72, c. Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Kalben M 65—68, d. Mäßig genährte Kühe und Kalben K 59—62; 131 Bullen, a. Vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren A 73—00, v. Vollfleischige jüngere A 69—70, c. Mäßig genährte jüngere und ältere 44 65—67, d. Gering genährte jüngere und ältere 60—63, alles die 50 Kil. Schlachtgewicht. Beste Ware gesucht; ältere Ochsen langsam. Geräumt. 25 Kälber, a. Feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber A 84, Doppellender bis 96, d. Mittlere Mast= und gute Saugkälber 76—80, c. Geringe Saugkälber und ältere gering genährte Kälber(Fresser) 60—72 Lebhaft geräumt. 2207 Schweine, a. M 69, vorgezeichnete 70. b 65—67, c. 60—63 die 50 Kil. Lebendgewicht mit 20—22 0/ Tara. Flott. Am 19. Juni wurden an frischem geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt: 240 Vierte! Großvieh und 160 Kälber. Wolle. Bradford. 19. Juni. Wolle ruhiger, doch fest Garne besser. Amtliche Wechselziussätze der Notenbanken vom 19 Juni Amsterdam 21. Belgische Plätze 3. Deutsche Plätze 3. Kopenhagen 4. Lissabon 4. London 2½. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 5½. Schweiz. Plätze 3½. Wien 3½. Millionen Stück Doering's Eulen=Seife sind bis Ende 1904 zum Versand gelangt. Keine andere Toilette=Seife hat einen solchen Erfolg aufzuweisen! Dieser Verbrauch ist der beste Beweis für die Güte und die vorzügliche Wirkung des Fabrikats. Man weise minderwertige Nachahmungen zurück und verlange nur Doering's Eulen=Seife, welche zum Preise von 40 Pfg. per Stück überall zu haben ist.(2428 Begräbnisordnung für den Friedhof zu Glehn. Für den Friedhof zu Glehn, welcher die Grundstücke Flur A Nr. 3286/678 und 2434/679 umfaßt, und gemeinsames Eigentum der Gemeinden Glehn und Liedberg ist, wird folgende Begräbnisordnung erlassen. § 1. Der Friedhof ist für die Einwohner der katholischen Pfarrei Glehn bestimmt. Er wird in 16 Abteilungen eingeteilt; von diesen werden die Abteilungen 1 bis 5, 8 bis 12, 14 und 15 dem katholischen, die Abteilung 6 dem evangelischen Bekenntnis zugewiesen. Ueber die Verwendung der Abteilungen 7, 13 und 16 wird im Bedarfsfalle Bestimmung getroffen. Die Bestattungen erfolgen in den einzelnen Abteilungen, soweit nicht Familiengräber Ausnahmen nötig machen, der Reihe nach. § 2. Erbbegräbnisse oder Familiengräber werden auf den Feldern Nr. 5. 6, 8, 11, 12 und 15 zugelassen. Für jede Grabstätte ist der am Schlusse dieser Ordnung festgesetzte Preis zu zahlen, der von der Gemeindekasse Glehn erhoben wird. Die Erbbegräbnisse sind nicht Eigentum des Erwerbers. Die Zahlung des festgesetzten Preises hat nur die Wirkung, daß die erworbenen Grabstellen von der Wiederbelegung 70 Jahre ausgeschlossen werden. Nach Ablauf dieser 70 Jahre können die Gräber von dem Nutzungsberechtigten gegen eine an die Gemeindekasse zu entrichtende Gebühr(§ 14) von neuem auf 70 Jahre erworben werden, und so fort. Die Erklärung über die Weiterbenutzung des Erbbegräbnisses und die Zahlung der festgesetzten Vergütung ist binnen zwei Monaten nach der schriftlichen Mitteilung des Bürgermeisters, daß die Grabstelle an die Gemeinde zurückfällt, zu bewirken. Erbbegräbnisse gehen über auf: 1. die Ehegatten des Erlerbers; #., 2. die Verwandten auf= oder absteigender Linie, i Geschwisterkinder, Adoptiv= und Pflegekinder des Erwerbers oder seines Ehegatten; 3. die Ehegatten der unter Ziffer 2 bezeichneten Personen. Niemand kann seine Rechte an einem Erbbegräbnis durch Verkauf oder auf andere Weise abtreten. Streitigkeiten über die Benutzung eines Erbbegräbnisses entscheidet der Bürgermeister zu Glehn endgültig mit Ausschluß des Rechtswegs. § 3. Das Benutzungsrecht an Erbbegräbnissen erlischt vor der Zeit: 1. wenn der ganze Begräbnisplatz oder der Teil, worin das Grab liegt, geschlossen wird; 2. wenn das Grab nicht nach den Vorschriften dieser Begräbnisordnung angelegt, oder wenn es verwahrlost wird. Im ersten Falle ist dem Besitzer des Grabes für jede unbelegt gebliebene Grabstätte eine gleichwertige auf dem neuen Begräbnisplatz zu überweisen. Im zweiten Falle tritt der Verlust des Benutzungsrechtes ein, wenn eine dreimalige in Abständen von einem Monat an den nächsten bekannten Benutzungsberechtigten ergangene Aufforderung nach Ablauf eines Monats nach der Zustellung der dritten Aufforderung nicht zur Herstellung eines geordneten Zustandes geführt hat. In jeder Aufforderung ist darauf hinzuweisen, daß im Falle der Nichtbeachtung das Recht an der Grabstätte verloren geht. Ist keiner der Nutzungsberechtigten bekannt, so tritt auf deren Kosten an die Stelle der schriftlichen Aufforderung eine dreimalige Bekanntmachung im amtlichen Kreisblatt. § 4. Erbbegräbnisse sind mit einer Einfriedigung zum Mindesten mit Bordsteinen zu versehen. Zeichnung und Beschreibung der Einfriedigung sind dem Bürgermeister zur Genehmigung vorzulegen. Die Grabstätten sind stets in wohlgepflegtem Zustande zu erhalten und müssen mindestens eine glatte, von Unkraut reine Rasenfläche zeigen. § 5. Die Reihengräber werden nach der Nummernfolge Gräberverteilungsplanes benutzt. Auf Grabstätten für Kinder dürfen nur Personen, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, beerdigt werden. Auf jeder Grabstätte darf nur eine Person beerdigt werden. Es ist indessen gestattet, Wöchnerinnen und ihre Neugeborenen, oder gleichzeitig zu beerdigende Kinder, die noch nicht zwei Jahre alt sind, in einem Grabe beizusetzen. § 6. Die Gräber für Erwachsene erhalten zwei und einhalb Meter, die Gräber für Kinder ein Meter Tiefe. Die Zwischenräume zwischen den Gräbern Erwachsener betragen vierzig Zentimeter, zwischen Kindergräbern fünf und zwanzig Zentimeter. Für die Abmessungen der Gräber ist der Gräberverteilungsplan maßgebend. Danach hat in der Regel das Grab eines Erwachsenen drei Quadratmeter, das Grab eines Kindes ein und ein halb Quradratmeter Flächenraum. In diesen Maßen sind die Zwischenräume einbegriffen. § 7. Die Grabstätte eines Erwachsenen darf nicht früher als fünf und dreißig Jahre, die Grabstätte eines Kindes nicht früher als zwanzig Jahre nach der Belegung wieder zu einer Beerdigung benutzt werden. Personen über zwölf Jahren gelten als Erwachsene. § 8. Auf allen Grabstätten dürfen Denkmäler errichtet werden, welche der Würde des Ortes entsprechen und den Zugang zu anderen Grabstätten nicht behindern. Denkmäler, welche eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllen, sind zu beseitigen. Mauerwerk darf auf Reihengräbern nur hergestellt werden, um Denkmälern die nötige Standfestigkeit zu geben. Unterirdische Grüfte können in Erbbegräbnissen mit Erlaubnis der Polizeiverwaltung angelegt werden. Oberirdische Grüfte sind in keinem Falle zulässig. § 9. Denkmäler sind zu entfernen: 1. von Feldern, deren Wiederbelegung nach Ablauf der festgesetzten Frist unmittelbar bevorsteht; 2. von Erbbegräbnissen, deren Besitzer das Benutzungsrecht nach den Vorschriften dieser Begräbnisordnung verloren haben, sofern die Gräber anderweitig benutzt werden sollen; 3. wenn sie in einem verwahrlosten oder unwürdigen Zustand geraten. In allen diesen Fällen sind die Besitzer der Gräber durch öffentliche Bekanntmachung oder durch schriftliche Ankündigung aufzufordern, die Denkmäler binnen Monatsfrist zu beseitigen. Bleibt diese Aufforderung fruchtlos, so fallen die Denkmäler in das Eigentum der Gemeinde. Einer Ankündigung bedarf es nicht, wenn es sich um die Entfernung von Denkmälern handelt, welche sich nach dem Urteile der Polizeiverwaltung in einem gefahrbringenden oder Aergernis erregenden Zustand befinden. Denkmäler, welche infolge dieser Vorschrift Eigentum der Gemeinde werden, sind entweder an passenden Orten aufzustellen, oder nach Entfernung der Namen zu veräußern. Der Erlös wird zum Besten des Friedhofs verwandt. Die für Denkmäler gegebenen Bestimmungen gelten für alle auf den Gräbern angebrachten dauernden Zierraten, Umwehrungen und Pflanzenanlagen. Denkmäler, welche dem Begräbnisplatz zur besonderen Zierde gereichen, dürfen an ihrem Standort verbleiben, so lange keine zwingenden Gründe die Beseitigung fordern. § 10. Alle Gräber dürfen mit Pflanzen und anderem Schmuck versehen werden. Unpassende oder verwahrloste Schmuckgegenstände werden entfernt. Anpflanzungen dürfen nach keiner Seite über die Fläche des Grabes hinausragen, damit sie den Zutritt zu anderen Grabstätten nicht behindern, auch nicht so hoch sein, daß sie auf den Nachbargräbern keine Pflanzen aufkommen lassen. Stark wuchernde Pflanzen und solche, die ihren Samen weit verbreiten, sind zu entfernen, wenn sie nicht gehörig gepflegt oder wenn sie lästig werden. Hochstämmige Bäume werden auf Einzelgrabstätten nicht geduldet. § 11. Bei allen Arbeiten auf dem Friedhofe ist die größte Ruhe und Ordnung zu beobachten. Jede Verunreinigung der Gräber, Wege, Rasenflächen und Anlagen ist verboten. Abraum, der bei einer Arbeit entsteht, ist sofort an den zu seiner Aufnahme bestimmten Lagerplatz zu schaffen. Gewerbetreibenden, welche diese Bestimmungen nicht befolgen, kann die Ausführung gewerblicher Arbeiten auf dem Friedhofe von der Polizeibehörde untersagt werden. § 12. Der Begräbnisplatz ist in der Zeit vom 1. April bis 30. September von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends, vom 1. Oktober bis 31. März von 8½ Uhr vormittags bis Sonnenuntergang dem Publikum zugänglich. Der Schlüssel ist, sofern das Tor nicht geöffnet sein sollte, beim Totengräber zu erfragen. Unbeaufsichtigte Kinder dürfen sich auf dem Begräbnisplatze nicht aufhalten. Jede Handlung, welche mit der Würde des Ortes nicht im Einklang steht, ist verboten, insbesondere Lärmen, Rauchen, Mitbringen von Hunden, Abpflücken von Blumen, unnützes Betreten fremder Gräber, Uebersteigen von Einfriedigungen. § 13. Alle Gräber werden durch den Totengräber bereitet. Der Totengräber hat als Organ der Ortspolizeibehörde den Begräbnisplatz zu beaufsichtigen, auf die pünktliche Befolgung der Bestimmungen sowohl der gegenwärtigen Lokalbegräbnisordnung als der allgemeinen Begräbnisordnung der Königlichen Regierung zu Düsseldorf vom 1. August 1882(A. Bl. S. 260) zu achten und das in§ 14 der Allgemeinen Begräbnisordnung vorgeschriebene Lagerbuch zu führen. Jeder ist verpflichtet, den Anordnungen des Totengräbers und der Polizeibeamten, welche die Erhaltung der Ruhe und Ordnung auf dem Friedhofe zum Zweck haben, sogleich unweigerlich Folge zu leisten. Wer Grund zu Beschwerden zu haben glaubt, wende sich an den Bürgermeister. § 14. Für die Bereitung des Grabes für einen Erwachsenen sind zwei Mark und zwanzig Pfennige, für die Bereitung eines Kindergrabes eine Mark an den Totengräber zu Beim Erwerb von Familiengräbern sind fünfzehn Mark für den Raum jeder einzelnen Grabstelle an die Gemeindekasse Glehn zu zahlen. Die in§ 2 dieser Begräbnisordnung erwähnte Gebühr für die Weiterbenutzung der Familiengräber beträgt für jede Grabstätte sechs Mark. § 15. Die gegenwärtige Begräbnisordnung tritt am 15. Juni 1905 in Kraft. Gleichzeitig verliert die Begräbnisordnung vom 11. April 1883 ihre Gültigkeit. Glehn, den 15. Mai 1905. Der Bürgermeister gez. Krisinger. Gesehen und genehmigt. Neuß, den 25. Mai 1905. Der Landrat. Alles trinkt „Reella“ seinster alkoholfreier Sommertrank zu haben in den DelikatessenGeschäften und Restaurants. 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